Zvonvements werden bei allen schweizerischen Postbnreaux, sowie beim Lerlaz and dessen bekannten Agenten «atgegengenonwien. und zwar zum »»ran«»ahlb»»«« viertelsahripreis von: 2,— für diekchweiz(Kreuzband) SB, 3,— für Deutschland(Louvert) f. 1,70 für Oesterreich(llouvert) Ur. 2,50 für alle übrigen Linder de» / VeltbostvereinS(Kreuzband), Zllserite bie dreigespaltene Petitzcile 25 EIS.= 20 Psg. Der SoMemckrat Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Zunge. Erscheint wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz). vertag der »«lr»bnchhan»ln«> Hottingen- Zürich. Vostselldllllütll franko gegen franke.) Gewöhnliche Briese (»ach der Schwei» kosten Doppelporto. Briefe an die»iedaktion and Erpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat'«olle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lassen. Inder Ziegel schicke man un» die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadressen. In zweiselhastin Fällen eingeschrieben. � 29. Januar 1888. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Unsere Antwort. Ende dieser Woche, vielleicht grade an dem Tage, da diese Nummer die Presse verläßt, wird im deutschen Reichstag die Debatte über die beantragte Verlängerung und Ver- schärfung des SozialistentödtungSgesetzeS beginnen. Es er- scheint daher fast überflüssig, an dieser Stelle noch eine Kritik desselben zum Besten zu geben. Sie kann aus jeden Fall der großen Masse unserer Leser erst post festum zu Gesicht kommen. Und doch ziemt es uns, daS Wort zu ergreifen, spielt der .Sozialdemokrat" doch keine geringe Rolle in der Regierungs- Vorlage. Auf ihn sind eine Reihe von Verschärfungen zuge- spitzt, mit denen das gemeingefährliche Gesetz bereichert werden soll, auf ihn und seine große Verbreitung wird in den Motiven des Gesetzes besonderes Gewicht gelegt. So mögen denn auch die Berfertiger des Machwerkes unsere Antwort hören. Freilich wird eS keine Antwort pro domo fein. Wir haben kemen Grund, das verschärfte Schandgesetz zu fürchten. Faßten wir die Dinge persönlich auf, so würde die Vor- läge nur Ein Gefühl in uns erwecken: das der Freude, des Stolzes. Wie, die Regierer des großmächtigen deutschen Reiches, ausgestattet mit weit größeren Mitteln der Beeinflussung und Einschüchterung, als sie je eine Regierung der modernen Staaten gehabt, mit Tausenden von Zeitungen zu ihrer Ver- fügung, die täglich in Millionen von Exemplaren ihr Lob fingen, ihre Parole verkünden, diese Regierer erklären sich für unfähig, den Kampf gegen ein winziges Wochenblättchen, das im Auslande erscheint und dessen Verbreitung schon jetzt alle möglichen Hindernisse in den Weg gelegt sind, weiterzuführen, wenn ihnen nicht Waffen in die Hand gegeben werden, so ge- waltthätiger Natur, daß bis in die Kreise der Konservativen hinein Bedenken dagegen laut werden? Der gewaltigste aller Raubvögel erklärt sich unfähig, den'Kampf mit dem Rothkehl- chen zu führen, dessen unerschrockenes Lied ihn verdrießt? Soll da« de« Letzteren Hochgefühl nicht schwellen? So wenig da« Gesetz in seiner bisherigen Fassung und Handhabung uns den GarauS zu machen vermochte, so wenig wird daS dem Gesetz in seiner neugeplanten Fassung gelingen. DaS steht schon heute bombenfest. Der„Sozialdemokrat" hat das neue Gesetz nicht zu fürchten. Es schafft die Bedingungen seiner Existenz, die Faktoren, die ihn ins Leben riefen, die fein WachSthum förderten, nicht aus der Welt, es verstärkt und vermehrt sie. Jede« offizielle Band, da« den„Sozial- Demokrat" mit der sozialdemokratischen Partei in Deutschland verband, ist längst zerschnitten, kein Parteigebot, keine mora- tische Verpflichtung bindet heute den deutschen Arbeiter, ein Blatt zu lesen, da» doppelt und dreifach so theuer ist als andere, und doch hat die Verbreitung des„Sozialdemokrat" keine Verminderung erfahren, ist er nach wie vor das Organ der deutschen Sozialdemokraten. Nicht durch das Machtwort berufener Führer, sondern durch den freien Willen der Ge« »offen selbst. Der„Sozialdemokrat" ist daS Kind des Ausnahmegesetzes. Dieses hat ihn in« Leben gerufen. Indem es die freie Aeuße- rung der Partei im Inland unterdrückte, machte e» ein Organ im Ausland nothweudig. Cr entspricht einem natürlichen Be- dürfniß und wird daher erst aus der Welt verschwinden, so- bald dieses au« der Welt geschwunden. Wollte heute ein Schweizer, ein Engländer, ein Franzose ein Blatt im Ausland gründen und irgend emer politischen Partei in der Heimath znmuthen, dasselbe als ihr Organ zu betrachten, er würde aus- gelacht, für verrückt erklärt werden. Daß Bismarck und sein Heerbann den„Sozialdemokrat" ernst nehmen und ernst neh- nun müssen, beweist nur, daß die Zustände daheim in Deutsch- land wahnfinnige sind. Der„Sozialdemokrat" wird von dem Tage an überflüssig, da die Machthaber in Deutschland erklären, daß ihnen seine Verbreitung so gleichgilttg sei, wie etwa jetzt de« Schweizer Behörde» die irgend eines in Deutschland er- scheinenden Blatte«. Solauge aber seme Verbreitung besonders geahndet wird, ist feine Existenzberechtigung erwiesen, wird er fortbestehen, mögen noch so hohe Strafen wider seine Leser anSgeheckt werden. Wir fürchten weder für den„Sozialdemokrat" noch für die Sozialdemokratie das Geringste von den geplantm Verschär- fuugen. Sie sind nur geeignet, die Einzelnen schärfer, grau- famer zu treffen, und damit noch mehr Erbitterung zu schaffen, als heute schon in den weitesten Kreisen der Arbeiter Deutsch- lauds herrscht. Wir spekuliren nicht auf diese Erbitterung. Die Sozial- demokratie ist keine Treibhauspflanze, die nur auf künstlich gedüngtem Boden gedeiht. Wer das sagt, beweist nur seine Unkenntniß des wahren Wesens der modernen Arbeiterbeweg- ung. Die Politik der Verfolgungen kann keine Bewegung schaffen, für die die materiellen— die ökonomisch-sozialen— Vorbedingungen nicht schon gegeben sind, sie kann sie nur künstlich fördern und in gewisse Bahnen leiten, Bahnen, auf die das Wort gemeingefährlich mit Recht paßt. Sie kann der Bewegung einen gewaltthätigen Charakter auf- drücken, der ihr von Hause aus nicht innewohnt, Ausbrüche der Leidenschaften hervorrufen, die mit den Bestrebungen der Partei an sich nichts zu thun haben. Die Spekulation auf die Erbitterung ist ein Ba-banque- Spiel. Abenteurer mögen dergleichen lieben, die Sozialdemo- kratie hazardirt nicht, sie rechnet mit zu sicheren Faktoren, als daß sie sich darauf einzulassen brauchte. Indem sie aber darauf verzichtet, durch einen glücklichen Umschlag das ganze Spiel mit einem Mal zu gewinnen, ist sie auch davor gefeit, durch einen unglücklichen Schlag Alles zu verlieren. Nicht wir werden die Verantwortung zu tragen haben für die Folgen, welche Bis- marck-Puttkamer's neues Machwerk ganz naturgemäß zeitigen muß. Sie fällt mit Nothwendigkeit auf die Urheber desselben zurück. Sie sind die Provokatoren, auf ihr Haupt daher auch die Verantwortung für alles Elend, welches dieses Gesetz ver- schulden, für jede Thräne, die eS den schuldlosen Angehörigen eines wegen Vergehen, die kein freies Land kennt, auf Jahre in den Kerker Geworfenen und vaterlandslos Erklärten er- pressen wird. Auf ihr Haupt aber auch die Verantwortung für alle Racheakte und Verzweiflungsthaten der Opfer dieses Gesetzes. Gegen unS und unsere Partei zur vollständigen Un- Wirksamkeit verurtheilt, wird das Gesetz die deutschen Arbeiter mit seiner vollen Härte treffen und ihnen in der Geltendmachung ihrer legalsten Bestrebungen die Hände binden. Davon steht natürlich in den Motiven nichts, ganz im Gegen- theil wird da wieder das schöne Lied angestimmt von den „berufsmäßigen Agitatoren", die man treffen, und den Ver- führten und„Verirrten"� die mau refften will. Aber damit kann man heute, nachdem die Erfahrungen von nenn Jahren Ausnahmegesetz vorliegen. Niemand mehr täuschen. Es gibt keine„berufsmäßigen Agitatoren", die von der Masse zu tren- nen sind, ohne diese selbst in ihren Rechten zu beeinträchtigen. Was Bismarck-Puttkamer so nennen, ist ein organisches Glied der Arbeiterbewegung, das immer wieder von Neuem durch dieselbe erzeugt werden wird. Hier aber soll der Schröpfkopf, der Apparat des Aussaugens bis aufs Blut angesetzt werden, der organische Prozeß soll ver- hindert, eine künstliche Verkrüppelung erzeugt werden. Die Arbeiter sollen in der freien Wahl der Vertreter ihrer Jnter- essen beeinträchtigt, die unerschrockensten Wortführer der Arbeiterinteressen außer Landes gejagt, heimathlos gemacht werden. Und da wagt man noch zu sagen, man wolle die Arbeiter- klasse in keiner Weise an der Wahrung ihrer berechtigten Interessen hindern! Ist das Zusammentreten in Gewerkvereinigungen ein unbe- rechtiges Vorgehen der Arbeiter? Niemand wird das zu be- haupten wagm. Was aber hat das Sozialistengesetz bewirkt? Nicht die sozialdemokratischen Stimmen, wohl aber die un- abhängigen Gewerkschaftsorganisationen hat es aus dem Gebiete seines Wirkungskreises verschwinden gemacht. DaS Schicksal des so zahmen, jeder sozialistischen Bestrebung fernstehenden Buchdrucker-Unterstützungsverbande« zeigt den wahren Geist des Unterdrückungs-Gesetzes. DaS, was BiSmarck-Puttkamer die utopischen Zukunftsträume der Sozialdemokratie nennen, fürchten sie nicht, auch nicht das, was sie vor der Oeffeutlichkeit als Ausschreitungen der Sozialdemokratie bezeichnen. Davor sehm sie sich durch den Wall von Bajonnetten beschützt, mit dem sie sich umgeben. „Most ist mir eigentlich lieber als Tie"— die« Wort, das dem junkerlichen Tugendminister vor versammeltem Reichstag zu einer Zeit entschlüpfte, da Most sich in semem Blatte in Blutphantasien berauschte, war und ist das Motto ihrer Behandlung der Arbeiterbewegung geblieben. Most ist ihnen lieber als wir, und Peukert ihnen lieber als Most, dem, wenn er nüchtern ist, von Zeit zu Zeit ein Rest de« alten sozialdemokratischen Gewissens schlägt. Davor ist der Macher des„Rebell" und der„Autonomie" geschützt, er ist voll und ganz ein Musterexemplar der heilsamen Wirkun- gen des Ausnahmegesetzes. Mögm sich Bismarck-Puttkamer noch so verzweifelt dagegen wehren, e« wird ihnen nicht gelingen, die Peukert, die Schröder, die Reuß— und wie die Schaar der Dynamit- und Hetz- Agenten noch heißt— von ihren Rockschößen abzuschütteln. Sie sind ihre Väter, soweit fie nicht auch zugleich ihre Lehrer und Anstifter sind. ES muß immer und immer wieder wiederholt werden: der Anarchismus war so gut wie todt, als das Ausnahmegesetz geschaffen wurde— nur im Jura fristete die„Avant-Garde" des Herrn Brousse ein armseliges Dasein. Das Ausnahme- gesetz hat ihm neues Leben eingehaucht, BiSmarck's Verfol- gungsgesetze haben den Samen desselben überallhin verpflanzt, und BiSmarck's Polizeiagenten das Ihrige gethan, ihn in die Höhe zu treiben. Wenn er heute trotzdem nicht so gedeihen will, wie man in Berlin es gern sehen möchte, so ist es nicht das Verdienst des Ausnahmegesetzes, sondern weil die Arbeiter das niederträchtige Spiel durchschaut haben. „Durch eiue energische und umsichtige Handhabung seiner Bestimmungen ist es gelungen, die sozialdemokratische Beweg- ung in ihrer öffentlichen Bethätigung in solchen Schranken zu halten, daß Deutschland von ernsteren Störungen' der öffentlichen Ordnung und des öffentlichen Friedens, wie' sie i« anderen Ländern zu beklagen gewesen sind, verschont geblieben ist"— heißt es in den Motiven. Schade, daß die„anderen Länder" nicht näher bezeichnet sind, und so die Anerkennung, die Bismarck-Puttkamer hier sich selbst zollen, nicht in ihrer vollen Tragweite gewürdigt werden kann. Vielleicht bietet sich im Reichstag dazu Gelegenheit. Es ist allerdings sehr bedauerlich, daß das Schandgesetz noch keine internationale Geltung hat, trotzdem die Bismarck- Pnttkamer'schen Ordnungsemisiäre überall das Menschenmög- liche aufgeboten, die öffentliche Meinung des Auslands dafür zu präpariren. In„andern Ländern" ist man noch so un- staatsmännisch, in der vollen Oeffentlichkeit des politischen Lebens das beste Ventil gegen gewaltsame Eruptionen zu er- blicken, aber dafür ist auch in England, in Frankreich, in Belgien und der Schweiz die Sozialdemokratie zehntausendmal stärker als in Deutschland. Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die Un- Verschämtheit, mit der Bismarck-Puttkamer hier die Dinge auf den Kopf stellen, oder die Geduld, mit der sich Diejenigen wie Schulbuben herunterputzen lassen, die alle Ursache haben, den preußisch-deutschen Ordnungswächtern ihre Komplimente dop- pelt und dreifach zurückzugeben. Jndeß, wenn nicht alle Zeichen trügen, bahnt sich in letzterer Beziehung neuerdings eine Wm- dung zum Besseren an. Doch genug. Wozu die offizielle„Begründung" in ihren Einzelheiten sviherlegen, ha sie doch nur. die für die blöde Menge bestimmten, nicht aber die wirklichen Beweggründe wiedergibt, welche das Verhalten der Bismarck-Puttkamer leiten? Nur an einer Stelle blicken dieselben erkennbar durch, und diese sei zum Schluß noch angeführt: „Als weiterer bedeutsamer Erfolg ist die Thatsache zu ver- zeichnen, daß bisher ein Ueberwuchern der sozialdemokrattschen Bewegung auf die rein länd lichen Distrikte hat verhütet werden können." Hio haeret aqua— hier sprechen Bismarck-Puttkamer wider ihre Gewohnheit einmal ihre wirklichen Gedanken aus. Die angeblich so zufriedenen Landarbeiter im Bann des junkerlichen Halbfeudalismus zu halten, das ist allerdings ein Ziel, um desfentwillen es sich lohnt, den Spott aller ernst- haften Politiker, die Entrüstung aller nur einigermaßen für Recht und Ge rechtigkei-t Empfindenden herauszu- fordern, eine Saat des Hasses und der Verbitterung auszusäen, die in der Geschichte aller Zeiten ihres Gleichen sucht. Solange die Arbeiterbewegung daö Bürgerthum, nnd namentlich das der großen Städte, in Schach hielt, �ging die Sache noch; aber sie auf das Land ausdehnen, dem Taglöhner Bewußtsein davon beibringen, daß er nicht blas dazu auf der Welt ist, sich als Arbeitsvieh der großen Herren abzuschinden — nimmermehr. Hilf Ausnahmegesetz! Dem Junkerthum, den Feudalherren der Industrie und Landwirtschaft wirthschaftlich und politisch die Herrschaft zu sichern, da« ist das A und O der Politik der Machthaber Deutschlands. Hier ist auch die geheime Triebfeder des neuen Sozialistengesetzes zu suchen. Während noch vor Jahresfrist selbst ein Gneist die Ab- schaffung des Ausnahmegesetzes diskutirte, tritt daS Vetternpaar aus dem Pommerlande mit der Forderung von Ver- schärfungen auf die Bühne. Wenn selbst die gemäßigtsten Liberalen über dieselben dm Stab brechen, was verschlägt'S? Eines ist auf alle Fälle erreicht: die Fortdauer des Ge- setzes ist gesichert. Nicht:„Aufhebung oder nicht" ist eS, worum die Debatten sich drehm werden, auch nicht einmal um:„Verschärfung oder nicht", sondern nur darum: w.elche Verschärfungen oder welche nicht? Es gehört keine besondere Intelligenz zu dieser Taktik— jeder Meßschwindler praktizirt sie— sondern nur daS Abhandensein jeglichm Scham- und Ehrgefühls, sowie der nöthige Einfluß, die Andern dazu zu zwingen, sich auf sie einzulassen. ' Die Sozialdemokratie wird sich aber auf dieses betrügerische Spiel nicht einfangen lassen. Ob mit oder ohne Verschärfungen, sie protestirt gegen jede Verlängerung de» Gesetzes, das die Arbeiter Deutschlands in unerhörter Weise in ihren Beweg ungen hemmt, und fordert das Gleiche von Allen, welche sich Gegner der Polizeiwillkür nennen. Verlangt das Geschwisterpaar BiSmarck-Puttkamer Ver- schärftmg des Ausnahmegesetzes, so heißt jede Opposition schwächliches Nachgeben, welche nicht die entschiedene Gegenforderung stellt: Bollständigs Beseitigung des Ausnahmegesetzes. Fort mit dem Aechtungsgesetz!— das ist die einzig würdige Antwort auf die entehrende Zumuthung, die Bismarck- Puttkamer dem deutschen Volke gestellt. Deutschlands Schmach. . Leinen Urhebern zur Schande, den deutschen Ardeitern ader zum dauernden Gedächtniß lassen wir hier eine Znsammenstellung der Reuernnge« solgen, welche der Regierungsentwurf sür die BerlüngerunB de«„Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemo' lratie" diesem hinzufügen will. Paragraph 19 lautete bisher:„Wer eine verbotene Druckschrift lZ§. 11, 12) oder wer eine von der vorläufigen Beschlag» nahm« betroffene Druckschrift(§. IS) verbreitet, fortsetzt oder wieder abdruckt, wird mit Geldstrafe bis zu 1000 Mark oder Gesängniß bis zu sechs Monaten bestraft." Statt„sechs Monaten" steht im Regierungsentwurf„einem Jahr." Ferner soll dem§ IS folgender Satz hinzugefügt werden: „Der Verbreitung wird gleichgeachtet, wenn eine verbotene Druck- schrist in einem Berkaufslokale. einer Schankwirth« schast oder in einem sonstigen dem Zutritte deSPubli» kums offenstehenden Ort« zur Benutzung der daselbst Verweilenden ausgelegt oder bereit gehalten wird." Das„bereit geHallen" ist natürlich eine Kautschukbestimmung erster Lille. Paragraph 22, Absatz 1 hatte bisher folgenden Wortlaut: „Gegen Personen, welche sich die Agitation für die im Z 1 Absatz 2 bezeichneten Bestrebungen zum»eschäfte machen, kann im Falle einer Verurtheilung wegen Zuwiderhandlungen gegen die Z§ 17 bis 20 neben der Freiheitsstrafe auf die Zulässig- keit der Einschränkung ihres Aufenthaltes erkannt werden." (Im angeführten§ 1 heißt es: sozialdemokratische, sozialistisch«, kommunistische, aus den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesell- schaftLordnung gerichteten Bestrebungen. Die§§ 17, 18 und 20 handeln von der Theilnahme an verbotenen Vereinen, Versammlungen und Sammlungen von Beiträgen.) Der Regierungsentwurf verlangt folgende„Verbesserungen": „Gegen Personen, welche fich die Agitation für die im§. 1 Ab- satz 2 bezeichneten Bestrebuug-n zum Geschäft machen, ist im Falle einer Verurtheilung wegen Zuwiderhandlungen gegen die§§. 17 bis 20 auf Gesängniß nicht unter zwei Jahren zu erkennen. Reben der Freiheitsstrafe kann auf die Zuläsfigkeit der Sin- schränkung ihre» Aufenthalt» erkannt werden." Da das aber noch nicht genügt, so soll hinter§ 22 ein ganz neuer Paragraph— 22a— eingeschaltet werden, mit folgenden schönen Be- stimmungen: Auf Zuläsfigkeit der Einschränkung deSAufenthaltS mit den im§ 22, Absatz 2 und 3 bestimmten Maßgaben und Wir- kungen kann erkannt werden, wenn eine Verurtheilung auf Grund deS tz 129 deS Strafgesetzbuches sgeheim« Berbin- d u n g) erfolgt und festgestellt ist, daß der Verurtheilte an einer Verbindung theilgenommen hat, zu deren Zwecken oder Bestrebungen gehört, die Vollziehung dieses Gesetzes oder auf dl« Ausführung desselben bezügliche Maßregeln der Verwaltung durch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften. Auch kann sowohl in dem vorbezeichneten Falle wie in dem Falle des§ 22 Absatz 1, wenn die Verurtheilung wegen Zuwiderhandlung gegen dm§ 19 oder wegen Betheiligung an einem verbotenen Verein alS Mitglied(Absatz 1)«tsolgt ist. aus die Zuläsfigkeit der Entziehung der Sraatvangrhvrigt.ir erkannt vatj- den. Durch ein solches Erkenntniß erhält die Zentralbehörde des Heimathstaates deS Verurtheilte« die Befugniß, den letzteren seiner Staatsangehörigkeit sür verlustig zu erklären und aus dem Bundesgebiet auszuweisen. DaS Erkennt- niß begründet gleichzeitig für die Landespolizeibehörde die Befugniß zur Beschränkung des Aufenthalts des Verurtheilte» mit dm in dem§ 22 Absatz 2 und 3 bezeichneten Maßgaben und Wirkungen. DaS heißt, er wird absolut heimathloS. Kein Staat der Rmzeit, ja, selbst Rußland nicht, kennt eine solche Ungeheuerlichkeit. Weiter: Personen, welche nach dm vorstehenden Vorschriften ihrer Staats- angehörigkeit in einem Bundesstaate verlustig erklärt worden find, verlieren dieselbe auch in jedem andern Bundesstaate und können ohne Genehmigung deS Bundesraths in keinem Bun- desstaate die Staatsangehörigkeit von Neuem erwerben. Wer, nachdem er auf Grund der Bestimmungen im Absatz 3 deS Bundesgebiete»»«rwiesen ist, ohneErlaubniß in dasselbe zu- rückkehrt, wird mit Gefängniß von einem Monat bi» zu drei Jahren bestraft. Ran denke, ein Mann, durch das Vertrauen seiner Mitbürger zum Lollsvertreter berufen, wird bei der ersten Gelegenheit auf Grund der Aussagen eines biedern MahrheitsfreundeS ä l» Jhring- Mahlow von einem strebsamen Richter ä>a Freytag mit dem obicen Bannatt belegt. Räch mehrjähriger Kerkerhaft(nicht unter zwei Jahren!) treibt man ihn außer Landes. In seiner bisherigen Existenz ruinirt, findet er nirgends die Möglichkeit, sich eine neue zu gründen, lleberall weist man ihn aus, dmn er hat ja keine Heimat! Verzweifelt wendet er seine Schritt« dem Lande zu, in dem er geboren, wo seine Angehörigen leben,— da packt ch« der„Arm des Gesetzes", und wieder gehts auf Jahre in den Kerker, um hinterher auf's Neue außer Landes getrieben zu werden. Und alles da», weil er vielleicht mit einigen seiner Wähler zu privater Besprech- ung zusammengekommen, nachdem ihn» die Polizei durch Verbote jede Möglichkeit abgeschnitten, in öffentlicher Versammlung über die AuS« Übung seines Mandats Bericht zu erstatten! Das ist die menschenfreundliche Absicht dieses Paragraphen. Seine Verferttger heißen Otto von Bismarck und R. von Putt« k a m e r. Dem Verdienste seine Krone! AlS Zugabe kommt endlich noch, ebenfalls ganz neu, komplett und fehlersrei, wie es in den Hamburger Bücheranzeigen heißt: 8 2 Sa. Die Betheiligung eineS Deutschen an einer B e r s a m m» lung, welche außerhalb des Bundesgebiets zudem Zwecke stattfindet, die im 8 1 Absatz 2 bezeichneten Bestrebungen zu fördern, ist mit Gesängniß zu bestrafen. Reben der Frei- heitsstrafe kann auf Zuläsfigkeit der Entziehung der Staat»- angehörigkeit erkannt werden.(8 22», Absatz 3 bis ö). Dieser Paragraph soll die Antwort auf den St. G a l l e r Kon- g r e ß sein. Allem juristischen Scharssinn, aller Rabulistik der gewieg- testen Teffendorf« und Mittelstädte ist eS nicht gelungen, ein Zipfelchen eines Paragraphen ausfindig zu machen, nach dem man die Theilnehmer an diesem Paiteitag verdonnern könnte. Darum muß ein spezielle» P e r b o t her, und weil man eininal dabei ist, so wird natürlich auch gleich die neueste Errungenschast, die„Entvaterlandung", hinein verknüpft. Und nun wagt's noch einmal, im Ausland über so umstürzlerische Dmg« zu b-rathen. wie die Tagesordnung des St. Galler Parteitages. Wir find e» übrigens sehr zufrieden, daß da» Machwerk diesen Para- graphen enthält. Aus dem Einen kann man aufs Ganz- schließen, und diejenigen Schweizer Bürger, welche den Berathungen beiwohnten, kön- nen und w e r d e n jetzt ihren Landsleuten erzählen, wofür man im großen, herrlichen Deutschland zeitlebens der H-imath verlustig erklärt ««den kann- wenn das saubere Machwerk durchgeht. Kleine Dinge mit großen Schatten. Au« der„Rew Dotier Bolkszeitung". So widersinnig es auch klingt, so ist eS nichtsdestoweniger wahr, daß kleine Dinge sehr oft einen großen und tiefen Schatten werfen. Das macht: sie find Symptome, kleine Symptome für groß« Sachen, vielleicht Symptome einer sich ausbreitenden Geistesrichtung, einer beginnenden Volksbewegung oder einer neuen, eigenthümlichen Entwicklung im wirth« schaftlichen Leben der Völker. Kommt da eine ganz unbedeutend«, winzige Depesche auS Albany vom 28. Dezember, die kurz und trocken lautet:„Die Nordamerikanische Cigarren-Maschinerie Compagnie von New D>"k, mit einem Kapital von 500,000 Dollar», hat heute ihr Jnkorporations-Cer- ttfikat bei dem Staatssekretär depontrt. Sie wird alle Arten Maschi- nerie für Cigarren-Fabrikanten herstellen und aufstellen. Die Jnkorpora- toren, welche zugleich alS Truste«»(VerwaltungSräthe) fungiren, sind David I. Böhm, Elias Ariel, John Farnham, Siegfried S. Prince, Michael Stachelberg, SigiSmond Jakoby, Edward Lauterbach, Isaak Hamburger und B. Davis Washburn." Was bedeutet daS? O, etwas ganz Einfaches, Natürliches, wogegen man gar nichts einwenden kann. Ein« Anzahl von Cigarren-Fabrikanten wünscht sich von der„Tyrannei ihrer Arbeiter" d. h. von deren For- derungen, wonach für harte Arbeit ein nur h a l b w e g«„menschlicher" Lohn gezahlt werden soll,— noch mehr alS bisher ,u«manzipiren. Um das durchzusetzen, haben sie eine Korporation gebildet, deren Ausgabe eS fein soll, immer neu« arbeitsparend« Maschinen zu erfinden, zu fabrizirea und einzuführen. Und das wird ihnen ganz sicher gelingen. Vor kurzem ging eine Notiz durch die Blätter, nach welcher jetzt end- lich eine Setzmaschine erfunden worden sei, welche allen denkbaren Anforderungen genügt und die Arbeit von etwa 5— S Durchschnitts- Setzern thut. Nun muß man wissen, daß da» Problem einer Setz- Maschine die Köpfe der Erfinder schon lange beschäftigt. Eine große Anzahl von Versuchen sind gemacht worden, ganze Vermögen find in diesen Experimenten drausgegangen; aber bis jetzt war es noch nicht gelungen, eine Maschine herzustellen, welche die Setzerarbeit in solcher Weise hätte ersetzen können, daß es sich für die Unternehmer im Großen und Ganzen gezahlt hätte, die Stellen der meisten ihrer Setzer durch Maschinen auszufüllen. Die Setzer selbst waren fich der Schwierigkeit der Versuche, welche dahin gingen, ihre Arbeit vermittelst Maschinen thun zu lassen, wohl bewußt. In langjähriger Lehrzeit hatten sie ihre „Kunst" erlernt und eS wollte ihnen durchaus nicht in den Kops, daß sie jemals durch Maschinen verdrängt werden könnten. Di« neue Setzmaschine aber, von welcher bereit» tausende fertiggestellt worden sind und die kurz nach Neujahr auf den Markt geworfen werden soll, ist, nach dem eigenen Zugeständ- niß der Setzer wohl geeignet, ihnen ein« fühlbare Konkur- renz schon jetzt zu machen. Und wer zweifelt daran, daß alle Mängel, welche die Maschine vielleichr heut noch besitzt, in verhältnißmäßig kurzer Zeit beseitigt sein werden? Und um die Maschine möglichst schnell einzuführen und zugleich für die Eigenthümer des Patents so nutzbar als möglich zu machen, sind die letzteren auf die ächt monopolistische Auskunft verfallen, die M ischine nicht zu verkaufen, sondern dieselbe nur a u S> u l e t h e n und sich nur für die daraus gethane Arbeit, deren Quantität durch eine Vorrichtung, ähnlich der Gas- und Waffermotore, festgestellt wird, be- zahlen zu lassen. Dieses System macht eS natürlich der kleinsten Druckerei möglich, mit einer solchen Raschine zu arbeiten, und zugleich ist die dafür zu zahlende Abgabe genügend, um die Patentinhaber in kürzester Frist unermeßlich reich zu machen. Wenn fich Alles bestätigt, was man über die neue Setzmaschine hört, so darf man, ohne der llebertreibung geziehen zu werden, behaupten, daß binnen 5—6 Jahren mindesten zweidrittel aller jetzt schaffenden Schriftsetzer überflüssig geworden sein werden. Wir könnten noch mehr dieser kleinen Dinge mit großen Schatten anführen, welche erst ganz neuerdings ihr Erscheinen gemacht haben. Aber daS Angeführte genügt vollständig, um die gänzliche HoffnungS- losigkeit aller Bestrebungen, welche nicht in letzter Instanz auf die gänzlich« Umwälzung unsere» wirthichafutchen System» hinzielen, unwider- »-glich zu erweisen. Gegen die naturnothwendige Entwickelung deS Kapitalismus mit allen seinen Konsequenzen sind Strikes und Boykott»— sür den beschränkten Zweck der Defenstve ganz am Platze— vollständig fruchtlos. Die Er- ringung der politischen Macht seitens der Arbeiter ist die erst« Vor- bedingung eine» sür sie dauernden Ersolqes. Die Weg« zu diesem Ziel sind verschieden: daS, waS man„Verhältnisse" nennt und insbesondere die Haltung der herrschenden Klaffen, werden entscheiden, welcher dieser Wege schließlich von dem arbeitenden Volke eingejchlagen werden wird. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 2b. Januar 1888. — Wir stehen im Zeiche» de» Krebse», des Krebses, der da rückwärts geht. und des Krebses. der seine Zangen in das lebendige Menschen-(auch Fürsten-) Fleisch schlägt und weiter frißt, bis er das Her, packen kann. Der Rückschritts- KrebS herrscht unzweifelhaft in der Politik. Aber der andere KrebS ist zweifelhaft geworden. Und ist es Krebs oder i st e s n i ch t« r e b»? fragen sich ängstlich die nationalliberalen Welterfahnen. die nicht wissen. woher der Wind kommt und wohin sie sich zu drehen haben. Ist'S Krebs oder t st's n i ch t K r e b s? Mit anderen Worten: Annehmen oder a b- lehnen nämlich das neu« Sozialistengesetz. Wenn'S Krebs ist. und d-m ersten Wilhelm der zweite folgt, die Dynastie Blsmarck-TyraS also fest begründet ist— was man heut zu Tage unter„fest begründet" versteht— dann wird daS Sozialistengesetz angenommen. Denn zum zweiten Mal wollen die nationalliberalen „Mannesseelen" nicht an die Wand gedrückt sein, daß sie„quietschen". Ist's aber kein KrebS- je nun- so wird„unser Fritz" Se- legenheit haben, mit den Verschwörern deS Waldersee'schen Konventikels in's Gericht zu gehen. der„Erfolg"«endet sich vom„Eisernen" und die Wettersahnen drehen sich nach dem Winde deS„Erfolgs". Da» ist so einfach. Und die Aerzte in St. Nemo haben die Entscheidung über unsere Geschicke im Allgemeinen und daS Sozialistengesetz im Besonderen. Heine sprach von Deutschland der Kinderstube— eS ist ab«r eine Kranienstub«. - Die hochkouservative„Allgemeine Schweizer Ztg." in Basel brachte vor einigen Tagen unter der Rubik„Briefkasten deS Publikums" folgendes Eingesandt: „Wenn daS verschärfte Sozialistengesetz in»erlin durchgeht, so werden zweifellos viele der drrt Ausgewiesenen ihren Weg nach der Schweiz nehmen. Da scheint uns geboten, daß die Regierungen, resp. die Polizei. direktoren der Grenzkantone, Basel voran, mit dem schweizerischen BundeSrath sofort ,n Verhandlung treten, um rechtzeitig einen derartigen „Zuwachs" zu verhindern, der für uns nicht» weniger als förderlich sein müßte." Auf diesen„Erguß einer elenden Spießbürgerseele" antwortet der Baseler„Arbeitersreund": ES wäre zeitgemäßer, die eidgenössischen und kantonalen Behörden würden die fremdländischen ä.xeot» prorooatoaro zum Land hinaus- jagen, welche ehrliche Bürger in'S Unglück bringen wollen und dadurch unserer Republik wirklich Schaden zufügen. Die wirklichen Sozialisten, die au» dem Ausland zu un« gekom- men sind, haben unS bis jetzt noch wenig oder keine Ungel-g-nh-iten gebracht. Handelte e» fich um die Aufnahm« eine« von seinem Volke verjagten Fürsten, so würden unsere jämmerlichen Spießbürger sehr wahr- scheinlich nicht nur nichts einzuwenden haben, sondern sogar noch zu einem ranggemäßen Empfang auffordern. Traurig« Republikaner, die da» vom Schwei, ervolk Jahrhunderte lang hochgehalten« Asylrecht plötzlich preisgeben wollen, um dem despotischen Regiment Bismarck'« zu Gefallen zu leben? Wie würden die frommen Herren der„Allg. Schweiz. Ztg." wohl aufschreie», wenn von irgend einer Seite daS Bs» langen laut würde, die unser Publikum wirklich manchmal belästigende» schwäbischen Sendling« der LaSler Stadtmisston von unserem Lande resp. wenigstens unserm Kanton femzuhalten? Eine solche Zumuthuag käme thatsächlich der Gemeinhett derjenigen des BrieskastenmannS in da „Allg. Schw. Ztg." ungefähr gleich. Einstweilen zweifeln wir nicht, daß unsae Behörden sowohl, als unser Volk noch hinreichenden Sinn für wahre republikanische Würde befitzen, um das Asylrecht auch gegenüber Sozialisten ausrecht zu erhalten. Jeder, ohne Unterschied des Ranges des politischen und deS religiösen Bekenntnisse« finde auch fernerhin i» der Schweiz Aufnahme, wenn er unsae Institutionen und Sesitze respektirt. Gut abgefertigt. Wir unserseits erlauben un» die Frage aufzuwerfe». ob der betreffende Einsender wirtlich nur„ein«lenda Spießbürger" war, od« nicht nach dem i«in tzel zu folgen hat. — Ueber da» neue Sozialistengesetz und Verwandte» wird uns geschrieben: „Da« neue und„verschärfte" Gesetz ist nun endlich dem Reichstag vorgelegt wordm. Es ist genau so, wie man angekündigt und vermuthet hatte, und über den Wisch also nichts weiter zu jagen. ES ist die prächtigste Bankrotterklärung des alten Sozialistengesetzes und sein« Urheber und ein so ehrenvolles Zeugniß für die deutsche Sozialdem»- krati«, deren Uebermacht rückhaltlos anerkannt wirb, daß wir auf diese» Erfolg wirklich stolz sein können. Die Puttkamer und Konsorten müsse» vor der gesammten zivilisirten Welt da» beschämende G.-ständniß machen: Wir haben mit unserem Sozialistengesetz nichts ausgerichtet; die Sozialdemokraten, die wir vernichten wollten, find stärker und klüger gewesen als wir, und haben auf all' unsere Maßregeln und Manöver„gepfiffen", so daß wir, um unsere Blamage nicht einzugestehen, e» jetzt mit neue» und„wirksameren" Maßregeln versuchen wollen. Run, immer zu! Nach einigen Jahren— fall? der Schwindel so lange dauert— wird der Puttkamer mit feinem Troß sich abermal» für bankrott erklären, und für seine Jhring-Mahlow'S, N a- porra'», Haupt, Schröder, kurz die ganze Tafelrund« d« gesellschaftsrettenden Spitzelbande abermals neu«„Ber- schärsungen" fordern müssen. Als ob es mit dem„Verschärfen" so in'S Unendliche fortginge! Dan» wäre ja die Politik in der That nur P o l i j e i und daS Polizei« g e n i e wäre der leitende Weltgeist. Leider ist's indeß nicht so, und die Polizeigenies— auch die, welch« mehr Hirn im Schädel haben alS die Puttkamer, Bismarck und sonstigen Schnapsjunker von heute— die Guizot, Metternich u. s. w. haben stet» in der Weltgeschichte zu guter Letzt mit ihrem Polizeigenie jämmerliche» FiaSko gemacht. Doch ich wollte nicht moralisiren. Di« Brotherren der Jhring-Mahlow, Haupt, Schröder und Konsorten verstehen's ja doch nicht und stnd's auch nicht werth. Di« Kollegen der abgefaßten Spitzel verrathen ihre Angst und Aufregung durch die verzweifeltsten Sprünge. Bon einigen dieser sür unS so belustigenden Aengste-Sprünge war bereits die Rede. Die neueste Vorstellung dieser unfreiwilligen Komiker wurde uns in der „K r e u z z e i t u n g" gegeben, und zwar von niemand Geringerem alS dem braven Spitzel-Krüger. Der doppelt und zehnfach herein- gefallene Krüger sucht eine ganz unschuldige Miene anzunehmen und de« Publikum weißzumachen, die Verhaftungen in Zürich hätte» gar nichts zu bedeuten— die naiven eidgenössischen Behörden seien von den Sozialdemokraten an der Nase herumgeführt worden; Haupt und Schröder seien die harmlosesten Renschen von der Welt und Ehre»- b e r g ein Biedermann und Kavalier oornmo il kaut. Letzteres glaube» wir allerdings— nach den famosen Begriffen von Kavalier- und Offi« zier-Ehr«, die in den Kreisen herrschen, auS denen der Krüger seine Gelder und seine Instruktionen empfängt. v. wir wollen nicht hartherzig und nicht starrköpfig sein, wir wolle» unS gern belehren lassen, daß in dem Reich der Bismarck, Putt- k a m e r, S t ö ck e r und Konsorten das Lügen, Schwindel», Spitzeln, Aufreizen zu Mord und Todtschlag ehre«- werthe Handlungen sind. Wie der Herr so der Diener— und die Ehrenberg, Haupt, Schröder u. s. w. find keine größeren Hallunken als gewisse andere a-ute. ja noch neniger große. Und wir find sogar überzeugt, daß, wen» der Stöcker Kultusminister wird und Bismarck's Herbert Minister der öffentlichen Bauten und— Häuser, daß dann sogar für de» armen, verkannten, verleumdeten Ehrenberg nebst LeidenSgesährt« eine Heiligsprechung in petto ist. Also so weit sind wir nachgibiq und lassen mit un» reden. Aber daß die schweizerischen Behörden die Puttkamer'schen Per» trauensmänner Ehrenberg, Haupt und Schröder»ur deshalb inS Gesängniß gesteckt haben, weil die— Sozialdemokraten e» gewünscht— nein, das glauben wir doch nicht. DaS ist eine lieb«« Ichätzung, gegen welche wir un« bescheidentltch verwahren müssen. Doch genug des Scherzes. Wenn die E p i tz e l- C h« s S zu solchen Albernheiten getrieben sind, kann man sich ungefähr eine Borstellung davon machen, wie der Hieb gesessen hat. Wir werden den Artikel deS Herrn Krüger zwar nicht hinter den Spiegel stecken, aber doch in unsere«uriositätensammlung. Doch ich bin ja ganz von meinem Thema, dem neuen Sozia» l i st e n g e s e tz, abgekommen. Und was sollte ich auch sagen? Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der nicht über diese Orgie junker» hofier Polizeidummheit die Achseln gezuckt hätte. Ss hat wirklich, neben dem Puttkamer'schen Stallgeruch, etwas von der Atm� sphäre eineS Irrenhaus«». Die tollzewordenen Gesellschaftsretter können noch arg um sich schlagen und Manchem einen recht schlimme» Streich spielen— allein unsere Harpune hat doch inS Her, getroffen, und je toller sich die Rasenden geberden, desto eher ist ihre Lebenslratt erschöpft.- Und die A u s f i ch t« n de» neuen Gesetzes? Die eine Hälft« der Nationalliberalen betheuert, sie würde nicht dafür stimmen, die andere Hälfte erklärt das Gesetz für das denkbar beste aller Gesetze. Und beide Hälften werden am Tage der Abstü»» mung fich vereinigen und in brüderlicher Eintracht„über den Stock springen"' Apropos— ich hätte fast vergeffe». daß der abgetakelte Kr ü gor fich nicht blo» seines Ehrenberg, Haupt, Schröder und Kon» (orten, sondern auch der„Londoner Anarchisten", unserer gm sährlichen„Konkurrenten", mit wärmstem Polizeiherzen annimmt. Er hat übrigen« einen riestgen Respekt vor un«, weil wir mtt dies« gewaltigen Kämpen fertig geworden find. Freilich— wir habe» da» mehr der List als ehrlichen Kampsmitteln zu verdanken. Wir sind näm» lich mtt diabolischer List in die„anarchistische" Haut geschlüpft und haben mit der„anarchistischen" Haut natürlich auch da«„anarchistische- Wesen angenommen— und da wurden denn die braven Peukert und Genoffeu von ihrem Anhang verlassen, der zuun» überlief. Ran sieht— das alte Polizeimärchen in neuer Gestalt. Jetzt sind wir sogar so famose„Anarchisten" geworden, daß die Anarchist« unS ihren eigenen Führern vorziehen! Ob Puttkamer bei der kommend« Sozialistengesetzdebatte woht diese« von seinem Krüger gesattelt« Steckenpferd besteigen wird? U an oot oapsblo.") — Preußische Gnade. Wir lesen in der Wiener„Gleichheit": Der Hazardspieler Auch» ist dieser Tage wegen Betrug» vor einem Wiener Gerichtshof angeklagt gewesen. ES handelt sich dabei um einen blaublütigen Sprossen der„höchsten" Aristokratie, den Prinz«» von Sayn-Wittgenstein-Barelsheim, der in Köln an d« FuchS beim„Tempeln" in Einer Nacht 20.000 Thaler verspiett hat. Doch interessirt un» dieser edle Zeitvertreib der goldenen Jugend die»« mal weniger, als die amtlich festgestellte Thatsache, daß der g e w e r b S« mäßige Hazardspieler Fuch» vom König von Preußen zwei- mal begnadigt worden ist. Da» eine Mal wurden sech» Monate, die er zu brummen hatte, in eine Geldstrafe von 24,000 Mark, das andere Mal zwölf Monate in ein« Buße von 30,000 Mark auf dem Gnadenwege umgewandelt. In beiden Fällm handette es sich um geschäftsmäßig betriebene» Hazardiren. Der schlaue Fuch«, der die adelige» Hähne sauber rupft«, hatte Geld genug i» seinem Beutel, um die Annehmlichketten der Gesängnißkleidung, der Gesängnißkost, der SefängnißdiSzipli» ander« Verbrechern zu üb«- *) Er wäre dazu sähig. lasso». Sr hatte freilich auch die Cr6me der Gesellschaft, die vornehmen Herren, die feudalen lerautjunter, die in Religion, Moral, Schutzzöllen und Sozialistengesetz machen, arg kompromittiren können. Wenn man siich erinnert, wie viele Jahrzehnt« die Gefängnißstrafen ausmachen, die nur i» Jahr 1887 von deutschm Sozialdemokraten ab- zefeffm worden find, so erscheint der Fuchs uns als eine liebenswerthe ehrwürdige Persönlichkeit. Geschäftsmäßiges Hazardiren ist eine Beschäf- tigung, die zu den nothwendigen Lebensreizen der Edelsten der Nation gehört,„geschäftsmäßiges" Zlgitiren im Sinne der Arbeitersache gehört auf die Anklagebank, in die Strafanstalt und in die Verbannung. Wer lann an der göttlichen Ordnung der jetzigen Gesellschaft zweifeln, wenn er steht, wie der Hebriier Fuchs der christlichen Milde thellhaftig wird, während die Umstürzler hinter Kerkermauern für ihre teuflische Ge- ßnuung büßen müssen? Und sonderbar, höchst sonderbar! Keine Gnade wollen die Sozialdemokraten, fie fordern nur ihr Recht. Sie «erden nicht ermüden in ihrem Kampfe. Trotzdem diesen„Kampf um'S Recht" der Liebling der Bourgeoisie, Herr Karl Emil FranzoS, niemals„poetisch verklären" wird. L— ic. — Wie«rbeiter bohkotten und wie Bourgeois bohkotten. � In Bessungen bei Darmstadt haben sich nach dem national- liberalen„DarmstSdter Tageblatt" ewe Anzahl Bürger vereinigt, die- jenigen Wirthschaften Bessungens, in denen sozialistische Blätter aus- legen, nicht mehr zu besuchen. Der Beschluß richtet sich hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, gegen das dorttge Arbeiterblatt, die„Hessische Bürgerzeitung", der auf solch« Weise der Garaus gemacht werden soll. Hier zeigt sich recht deutlich der Unterschied zwischen dem, waS der honette Bürger„Terrorismus der Arbetter" und„berechtigte Selbst- Hilfe" nennt. Nie ist es den Arbettern irgendwo eingefallen, den Wir- then vorzuschreiben, welche Blätter sie nicht auflege» sollen. Sie haben sich damit begnügt, wenn sie die ihren Interessen dienenden Blätter neben dm übrigen, mochten diese auch noch so arbetterfeindlich sein, auf- ipgte», der honette Bürger aber duldet kein anderes Organ neben seiner ihm so theuren Geldsackspresse. Er fühlt, daß seine Sache schlecht ist und darum fürchtet er die Stimme der Kritik, der klassenbewußt« Ar- ietter aber ist sich der Güte seiner Sache bewußt, und weit entfernt, die Kritik zu meiden, sucht er sie. Ihn macht die Ueberzeugung, daß das Recht auf seiner Seiie ist» kampfesmuthig. Feigheit und Grausamkeit aber, die Tugenden des modernm Musterbürgers, sind die untrüglichen Anzeichen eines schlechten Gewissens. — Die Rohheit der Kapitalistenklasse tritt nirdend« so offen zu Tage als in der amerikanischen Geldsackspresse. Man steht drüben noch nicht so vollständig unter dem Bann der kon- »entionellen Lüge und giebt daher seinen Bourgeois- Instinkten offenern Ausdruck, als es diesseits des Ozeans der Fall, wo jedoch die wirk- >che Gesinnung, wie aus tausend T h a t s a ch e n hervorgeht, keineswegs eine edler« ist. Man höre also, wie der„New Aorker Herald" ganz kürzlich erst mit Bezug aus die Bagabundenfrage seine Lehren ganz ungenirt zum Besten gab. Unter der charaktristischen Ueberschrift: „Ein Uebel, welches spaßhaft(kunnx) erscheint, aber »irklich ernster Erwägung werth ist," meldete er, daß nach dem Bericht eineS hervorragmden Eisenbahn-Beamten nicht weniger als S0,«XX) Tramps(„Landstreicher") fortwährend an den Eisenbahnen des Landes entlang wandern. Dieselben begehm angeblich alle Arten scheuß- »«her Berbrechen: verbrennen Brücken und Zäune, stehlen nicht allein Gegenstände aus den Fracht-CarS(Cars— Wagen), sondern entwenden auch schwere Eisenschienen. Eine ihrer Hauplpraktiken sei, Hand-Cars zu stehlen, um damit sich selbst auf der Bahn weiterzubefördern. Angenommen, bemerkt dazu die„New Yorker Bolksztg.", daß dies Alles richtig fei. woraus zu schließen, daß sich etwa die zehnfache Zahl von Tramps(alS die angegebenen so.oovj im Lande herumtreiben— ein glänzendes Zeugniß für die wirthschaftlichen Verhältnisse in den Ver- «inigten Staaten— angenommen also, daß alle jene Angaben richtig seien, so rechtfertigen dieselben doch durchaus nicht den nachfolgenden Satz des„N. Z). Herald":„Ein versöhnender Zug(reckoowinx ü-awre) in der Sache ist die Zahl der Unglücksfälle unter den Tramps. Genaue Ziffern sind nicht erreichbar, aber man schätzt, daß Ahrlich dreitausend von ihnen getödet oder verkrüppelt werden. Während de« letzten Jahres wurden in Michigan S7 Tramps ge tobtet und 4S verwundet. Die meisten von ihnen versuchten, eine Fahrt zu stehlen." Es ist unnütz und überflü sig, über den b e st i a l i s ch e n A u S- druck der Schadenfreude darüber, daß jährlich dreitausend Menschen getövtet oder verkrüppelt werden, weil sie in ihrer elenden Lage zu thun versuchten, was die gutgenährten New Yorker k Polizisten täglich ungestraft thun, nämlich eine Fahrt zu„nas- r sauern"— ein Wort des Tadels oder der Verachtung zu verlieren. l Aber ei ist schwer, angesichts solcher Schamlosigkeiten sich immer gegen- !» wärtig zu halten, daß ein« tüchtige Tracht Prügel für die Verüber dieser ! Schreibereien zwar einen„versöhnenden Zug" in der Geschichte der kitpttalistischen Preß-Verbreche» bilden, aber doch diese selbst nicht be- >. fettigen würde. Sie werden erst mit dem ganzen System des Kapita- i liSmuS verschwinden. st z.— Einenrech tartigenBeitragzurFrageder Beschönigung » de» MeineidS finden wir in Nr. IS der„Frankfurter Ztg." vom IS. € Januar-Abendblatt. Man höre nur: t> Dortmund, 17. Jan.„Ein„Musteramtmann" hatte sich heute vor E dem Schwurgericht wegen Meineid« zu verantworten. ES * war der Amtmann Schulze Wellinghausen aus Brackel, der seit einer x Reihe von Jahren die Amtseingesessenen tyranisirt und chikanirt hat. R Die Gemeinde Brackel, in welcher er wohnte, hatte am meisten zu leiden. >, Der Amtmann trieb die anonyme Denunziation geradezu g e- t fchäftSmäßig, und zwar bediente er sich hierzu der Hülfe seiner Unterbeamten, deren Frauen, Mütter sc., welche die betreffenden Schrift- stück« versoffen mußten. Wenn einer der Unterbeamten bei ihm in Un- t gnade gefallen war, dann wurden auch dies« beim Landrath, der Re- x gierung oder auch beim Amtmann selbst denunzirt. Es ist gar nicht zu ,» sagen, welches UnheU in dieser Weise angerichtet wurde. War doch ch nicht einmal der greise 78 Jahre alte Superintendent vor anonymen Zusendungen gehässigster Art sicher. Endlich grub sich aber der Muster- D amtmann selbst die Grube. Durch seinen zweiten Sekretär ließ er den z» ihm mißliebig gewordenen ersten Sekretär Wolters wegen eines Jagd- i» Vergehens denunziren. In dem Termin vor dem Schöffengericht wurde der t. Amtmann befragt, ob er Kenntniß habe, von wem die anonyme Denun- n zialion ausgehe, wer das Schrifstück geschrieben ic. Der Amtmann b e> £ schwor, er wisse hiervon nichts. Nun saß er wegen Meineids fest. » Der Denunziant, der zweite Sekretär, hatte Herrn Wolters bereits vor- d her den Sachverhalt mitgetheilt. Der zweite Sekretär hatte die Denun- * ziatton von seiner Mutter schreiben lassen. Wenn der Beamte dem t Amtmann den Willen nicht gethan hätte, würde er kurzer Hand ent- f. lassen worden sein. Die Geschwornen nahmen nur fahrlässigen zt Meineid an, infolg« dessen der Amtmann Schulze-Wellinghausen zu 8» Monaten verurtheUt wurde." Man wird uns zustimmen, daß wenn irgend ein Meineid als wis- st fentlich geleisteter bezeichnet werden kann, dies von dem oben mit- o getheilten gilt. Trotzdem aber kam sein Verüber mtt bloßer G« f ä n g- »iß strafe davon. Warum? Die ehrenwerthen Bürger, welche das Amt der Geschworenen bekleideten, wollten ihrem Klassengenossen die Schande de» Zuchthauses ersparen und bewilligten dem Schurken A»on gewerbsmäßigen Denunzianten die Ausrede der Fahr- ei lässtgkeit. So beurtheilt der Kern des ordnungsliebenden Bürgerthum« » den M e i n e i d, wenn er in den schmutzigsten Motiven«ut- tt zelt. Blickt hierher, ihr tugendhaften Seelen, die ihr in pharisäischer t. Entrüstung über uns herzieht, weil wir den Freund, der aus edlen U Motiven gehandelt, nicht als ehrlos erklärt! — Es war keine Finte, Herr Renff hat Wirklich geklagt. G Wenigstens hat er die Klage eingeleitet. Run, um so besser. Wenn er g oder sein« Hintermänner sich eingebildet haben, aus diese Weise auSzu« 0 kundschaften, woher wir unser« Informationen über die„Pflichtgetreuen" te Ehren Putkamer beziehen, so irren sie sich gewaltig. Damit wird es » unter keinen Umständen etwas werden. Aber sie sollen sich darum doch » nicht zu beklagen haben. Wir werden unfern englischen Freunden ein X Material über das Treiben der Sendboten Ehren-Krügers im All- b> gemeinen und des Herrn Reuß im Speziellen zustellen, daß sie und da« englisch« Publikum, voran die Geschworenen,»ollständig be« friedigt sein werde». ES wird eine prächtige Gelegenheit geben, rwe die großarttgsten Seiten des Berliner Ruster-Regierungssystems in'« hellste Licht zu setzen und dabei zu zeige», mtt welchen morasischen Mitteln dasselbe die Moral, mit welch ordnungsgemäßen Mitteln ei die Ordnung zu retten versteht, sowie ferner, wie man in staatSrettterischen Dingen hinter Bismarck-Puttkammer zurückgebliebene Länder zur Theil- nähme am guten Werk— anleitet. Weiter wird der Prozeß Gelegenheit geben, die Londoner Anarchisten, die jedermann unter vier Augen erzählen, Reuß und Peukert seien auch von ihnen vollständig der Spitzelei über- führtworden, aber bis jetzt noch nicht den Math gehabt habe», es öffentlich bekannt zu geben, diese sonderbaren Heiligen zu zwingen, mtt ihrer Wissenschaft herauszurücken. Wir zweifeln nicht, daß da eben- falls sehr nette Dinge an's Tageslicht kommen werden. Und schließlich wird sich wahrscheinlich auch der Herr Peukert von „Nirgendheim" genöthigt sehen, aus dem Versteck, das ihm gute Freunde hochherzig gewähren, nicht um ihn vor den Verfolgungen der reak- tionären Regierungen, sondern vor der Gefahr zu schützen, daß ihn die genassührten bisherigen Gesinnungsgenossen zur Verantwortung ziehen könnten, heraustreten und sein Verhältniß zu seinen— Reisebegleitern öffenttich darzulegen. Mit einem Wort, wer auch immer Herrn Reuß den vortrefflichen Gedanken eingeblasen hat, den„Schutz des Gerichts" anzurufen, wir drücken ihm unfern verbindlichsten Dank aus. — Apropos Peukert. Weil wir gerade diesen Helden genannt, und sintemalen in deutschen Reptllblättern der von Herrn Peukert redi- girte„Rebell" eine gewisse Rolle spielt, so mag hier«ine kleine Zu- sammenstellung aus verschiedenen Nummern dieses merkwürdigen Blatte? folgen, die einen recht interessanten Beitrag zu dem Thema liesern, wie ein Blatt redigirt werden muß, um Gnade zu finden vor der— Po- l i z e i. Wir verdanken dieselbe dem Genossen Jens Christensen, der sich leider die ersten acht Nummern des„Rebell" nicht zu beschaffen vermochte. Jndeß ist e? auch an dem Vorhandenen genug. Man höre also: Nro. S.: Einen Artikel, überschrieben:„Die Enttäuschung im sozial- demokratischen Lager" und strotzend von den gemeinsten Angriffen aus die deutsche Sozialdemokratie. Ferner unter dem Titel„KriegSwissen- schastliches" eine Anleitung zum„Zerstören von Häusern" und ein„probates Wittel für gewisses Ungeziefe r". Nro. 10: Eine krästige Philippika gegen das„sozialdemokratische Führerthum" und ein wuchtiger Artikel über„Revolutionäre Borbe- reitungen". Nro. 11. Ein Artikel, betitelt„Herstellung von Bomben" und die üblichen Schimpfereien aus die Sozialdemokratie. Nro. 12: Dasselbe und die Aufforderung, gleich loszuschlagen(d. h. also Putsche zu veranstalten). Nr. 13: Nieder mit den Sozialdemokraten! Nr. 14: Allgemeine Belehrung über Sprengstoffe und Anweisung zur Herstellung von„Brandzylindern". Schimpfereien gegen die Sozial- demokratie. Nr. 1ö: Dasselbe und Anleitung zur Herstellung von„Brand-Ziga- retten" und„Brandflaschen für Holzlager". Nr. 16: Herstellung von„Zündkapseln" und„Stickbomben." Nr. 17: Ein Artikel über„die explosiven Stoffe" und— natürlich l — die üblichen Schimpfereien auf die Sozialdemokratie. Also in jeder Nummer die gemeinsten Hetzereien gegen die Sozial- demokratie und in fast jeder Nummer Aufforderungen zu Putschen und Anleitungen zur Herstellung von Sprengmaterialien! Das also ist es, was die Polizei braucht! Von dem in Nr. IS mitgetheilten Rezept zur Anfertigung von„Brand« flaschen für Holzläger" machten im Oktober v. I. einige Wiener Arbetter Gebrauch. Dieselben wurden natürlich prompt„entdeckt", und Peukert hatte dabei die Stirn, zu erklären, daß die Pollzei„ihre Hand im Spiele gehabt zu haben" scheine, und über die Vertrauensduselei der von ihm verführten Arbeiter, die insgesammt zu 126'/, Jahre» schwere» Kerkers verurtheilt wurden, zu spötteln. Die Freude über den gelungenen Streich war offenbar zu groß, alS daß er sie ganz hätte unterdrücken können, oder vielleicht auch die Freude über die dabei verdienten Polizeisilberlinge. Der„Rebell" machte im November 1885 der zweimal monatlich er- scheinenden„Autonomie" platz. In derselben wurde natürlich das Schimpfen auf die„sozialdemvkrattsche Spitzelbande", sowie die Putsch- macherei fortgesetzt. Unter den bisher erschienen 31 Nummern ist eine einzige, die nicht in dieser Beziehung die Arbett der Polizei zu machen bestrebt wäre. Kein Wunder daher, daß Reptilienblätter& la„Post",„Kreuzzeitung" und„Reichsbote" gelegentlich dafür Propaganda machen. Verleumdung und Beschimpfung sollte Uneinigkeit in die Reihen unserer Genossen hineinbrinzen; Anzettelung von Attentaten und Putschen aber liefern Material für neue„Unterdrückungsmaßregeln". So Christensen. Seitdem er das geschrieben, hat die Enttarnung der Schröder, Haupt und Konsorten die Berliner Gesellichaftsretter so in Bestürzung versetzt, daß sie es für das Beste gehalten haben, in den Motiven zu Putkamers Neuestem die Anarchisterei ganz mit Stillschweigen zu übergehen. Nun,„Rebell" und„Autonomie" bleiben trotzdem ge- eignet«? Material— wenn auch im umgekehrten Sinne. — Ein Reptil auf dem Pegasu». Es klingt ja ewaS unnatür- lich, ist aber trotzdem wahr. Uno warum denn auch nicht? Warum sollten die Reptile, die so grausam unsere Prosa malträtiren, nicht auch einmal auf den Pegasus steigen? Da lasen wir neulich z. B. in zahl- reichen Blättern folgendes alS„formschön" und„schwungvoll" uns em- psohlene Gedicht: „Auf! die Zeit ist neu geworden, Neue Zeil will neuen Rath: Laßt das Grübeln und das Sorgen, An die Thore klopft der Morgen, Auferstanden ist die That. Was einst Schiller'? große Seele Tief ersehnt und heiß entbehrt, Daß ein Volk in-in'ger Stärke Lauschte seinem Lebenswerke, Uns, den Jüngern ward's bescheert. All- sind wir auserstanden, «IS un» Deutschland auferstand; Neues Z'el ist uns errichtet, Wer in Deutschland singt und dichtet, Singe für sein Vaterland. Unsres Volkes Herz verschmachtet, Seine Seele ichreit nach Brod; Eine« Volkes Seelen-Schmerzen Hellt man nicht mit Spaß und Scherze», Ernstes Wort erheischt die Roth. Drum heran zum Werke jeder, Wem ein Gott Gesang verlieh; Au« d-S Alltags schweren Ketten Gilt's den deutschen Geist zu rette«, Gebt dem Volke Poefiel Wie sich au» der Völker Thate» Weltgeschichte mächtig webt, - Dichter, laß dein Volk eS sehen, Und dein Volk wird dich verstehen, DaS Geschichte selbst erlebt. Wehr' ihm die BerzweiflungS-Lehre, Die von Welten Willkür spricht: Wecke, schlage nicht darnieder, Dichter, gib dem Volke wieder Seinen Glauben an das Licht! Trag' ein deutsche« Hew im Busen, Wer in Deutschland sagt und singt; Deutsches Volk will lieben können, Den nur wird'S den Seinen nenne», Der fein Herz zur Liebe zwingt. Der Ä-rfasser heißt Wilde'nbrüch(ckllch»Hrtk von»), ist m schon früher einmal in de» W-g gelaufen und„schmiert Verse, wie«a» Stiefel schmiert"— mit einer Leichtigkeit, daß man unwillkürlich denke» muß, die„schnelle Katherine" sei unter die Musen gegangen. Wer das Zeug versteht, bezahlt einen Thaler, wie da? Kind, welches ein Märchen nicht glaubt. Dieser Herr von Wildenbruch, LegaiionSs ekretar und natürlich auch Reserveoffizizier, der aus Kommando zu jeder Tage«- und Nachtzell 100 wohlqedrillte Verse in der Stunde aufmarschiren läßt, ist aber der größte Dichter des neuen Deutschland— der zweite Schiller, wie S t ö ck e r der zweite Luther—«nd darum haben wir das obige Pröbchen gebracht. — Einer von» zweite» Dutzend. Die auf den„gewaltsamen Umsturz" von Staat und Gesellschaft gerichtete Thätigkeit des Sy- stems Puttkamer durch die„Hände" zu kennzeichnen, die es sich als Beihelfer zum guten Werke kaufen muß, haben wir heute eine„Spe- zies" vorzuführen die Gelegenheit, die so recht dazu geschaffen scheint, den Heerbann eine? so alten Heckenreiter-Geschlechtes zu zieren. Einige bedeutendere Größen des ersten Spitzeldutzend haben zwar mtt vielem Schal fsinn und Muth sich bereits zu säubern unternehme» müssen, so der liederkundige Kollege Peukerts zu„Nirgendsheim" bei London, Herr Theodor Reuß, der in einem Goldbade von tausend Pfund Sterling— M. 20.000.— Genesung sucht, was ein sehr lustiges Schauspiel werden kann. Wir glauben indeß die Leser d. Bl. trotzdem nicht allzuweit von der Hauptsache abzulenken, wen» wir einem Freunde das Wort ertheilen, der von einsamem Posten her Kunde bringt über die rastlose Minirarbett eines„berufsmäßigen Wüh- lers und Aufhetzers" schlimmster Sorte. „Dank vom Hause Oesterreich" und Geld vom Welfenfond, diese„Ideale" sind es, die den Spitzel Nr». 1Z zu„Haß und Verachtung" gegen Gottesfurcht, Zucht und fromme Sitte an die„Arbeit" riefen. Doch hören wir unsern Gewährsmann selbst: „Sollten Sie Einsendungen unter der Adresse Karl Herr- mann oder einer fingirten Chiffre aus Warnsdorf in Böhme» erhalten, so seien Sie vorsichtig, denn derselbe arbeitet ausTod und Verderben hier unter den Arbeitern und bringt Zersplitterung in die Partei. Von zuverlässta- ster Seite ist mir mitgetheilt, daß dieser Herrmann«in preußr» scherPolizeispitzel ist, welcher alleMonate auSMagd«- bürg Geld erhält. Der geringst- Bettag ist SV Mark. Vor Kur» zem erhielt derselbe SOS Mark. Er hat eine arme Mutter in Magdeburg, welche er zu sich nehme» zu wollen äußert. Bei einer gelegentlichen Verhaftung, die er selbst durch eine An- zeige provozirte, berief er sich auf den Magdeburger Polizeiprik» sident(Poliz-irath oder-Meister)*), worauf er sofort enthaftet wurde. Wir hatten auf diesen Mann ein scharfes Auge, denn er bekennt sich alS„strenger Anarchist", um sich in seiner Umgebung beliebt zu machen. Auch vertheilte er in den sächsische» Grenzgegenden Most'sche„Freiheiten"! Nach Deutschland haben wir gewarnt. Es scheint fast überflüssig, hinzuzufügm, waS uns von andrer Seite noch berichtet ist:„Bon diesem Herrmann(heißt es da) wurde uns seinerzeit selbst die bekannte Spitzelaffaire Peukert- Neve mitgetheilt." Mtt besonderem Interesse aber dürste sich wohl nach diesem Vorgang heute folgende Warnung lesen, welche dem„Sozialdemokrat" Nr. 2ü vom 17. Juni 1336 wörtlich entnommen ist: Warnung. Der Schriftsetzer Karl Herrman»(alias Unger) aus Magd«» bürg(in Schönebeck neuerdings öffentlich abgethan) setzt ver- muthiich seine Schwindeleien und Anzapfereien ander- wärt« weiter fort. Im Mai 1885 wurde er hier flüchtig; er gab vor, als„Anarchist" wegen Verbreitung der„Freiheit", wurde aber wegen gemeinen Diebstahls verfolgt. In Zürich und Basel suchte er parteigenössische Kreise auf und wurde Ansang« Juni in Basel wegen erwähnten Di-bstahls verhaftet und bestraft; worauf er feinen Schwindel abermals in parteigenösstschen Kreise« prattizirte. Wir warne» ausdrückttch vor dies» in Gauner. Derselbe ist mittelgroß, schlank, hat blondes Haar und Schnurrbart, frische Ge- sichtssarbe und einschmeichelndes Benehmen. Empfange man ihn, wo er sich zeigt,„feierlichst", und gebe uns sofort Kenntniß von seine« Ausenthalt und Treiben. Die Züricher und Magdeburger Genosse». «Ist's Zufall, ist'S ein Räthsel der Natur!?" Aus diesem„Doppellaut" erkenn' ich Eines nur: De»„Meister s" Stimme mächtig, voll und laut, Der mtt Berbrecherhänden—„Tempel baut". Die eiserne MaSke. — Der Verfall der amerikanischen Republik. In der tteff« lich redigirte»„Amerika». Bäckerzeitung" lasen wir neulich:„Henry George, dessen Geschicklichkeit in der Schilderung gesellschaftlicher Mißstände bekanntlich weit bedeutender ist als fein Talent, die richtige« Mittel zur Beseitigung derselben zu finden, schilderte kürzlich in feinem Blatte den Verfall des republikanischenGeistes, de» er sehr richtig auf die Abhängigkeit der Massen von einer Minderheit zurückführt. Er kam dabei der allbekannten Wahrheit, daß die Slonomifche Abhängigkeit jede politische Freiheit illusorisch macht, so nahe, daß ein wenig mehr Konsequenz ihn von der Rbsurdilät seiner Landtheorie hätte überzeugen müssen; doch das nur nebenbei. Der „N. Y. Herald" kritisirte G-orge's Anschauung darauf in der, der kaptta- liflischen Lohnschreiberei üblichen obeistächlichen Weise, indem er diese Behauptung George'S lächerlich zu machen suchte. DaS genannte Blatt schrieb nämlich: „Wir muhten staunen, als wir das lasen. Die republikanische Re. gierungsform soll dem Untergange nahe sein? Wir haben noch keine Erschütterung bemerkt, sondern im Gegentheil, wir werden von allen Seiten beglückwünscht, daß unsere Jnstitulionen auf gutem politische« Untergrunde beruhen; der amerikanische Adler hat nie eine bessere Stimme besessen alS jetzt, und daS Volk genoß nie wie vorher bessere Aussichten für die Zukunft als gerade jetzt. Als die Anarchisten ver- urtheilt wurden, hieß es, es werde»um Krach kommen, wir haben noch kein Sturmsignal zu sehen bekommen! Sind denn unsere Lohnarbeiter nicht besser behaust, beileidet und geschult al» anderswo? Unsere repu» blikanische Regierung mag nicht ganz vollkommen sein, aber sie ist jedenfalls besser als jede andere R-gierungssorm. Unsere Politik ist korrupt? Nan wohl; ist die Politik weniger korrupt in Deutjchland, Frankreich und England?" Sowett der„Herald". Darauf erwiderte George in seinem Blatt:„Die lieblichen Saiten- töne der nationalen Eitelkeit, die hervorgebracht werden und die in dem Grundsatze:„Esse, trink« und sei vergnügt" gipfeln, sind allerdings ganz hübsch anzuhören; nichts destoweniger wird gerade durch die süßen Tön- der Versall unserer Volksregierung verdeckt und daS Volk eingelullt, damit eS den Verfall nicht merke. Eine Volksregierung geht aber nicht mit einem Krach unter. Sie wird langsam untergraben, im Stillen umgemodelt, der Geist, die Kraft, da« wahre Wesen derselben wird zerstört und untergraben, während die äußer« Form unberührt bleibt und auf der Oberfläche die Dinge anscheinend unverändert ver- bleiben, bis schließlich der Krach die hohle«ußenschale sprengt. S« hat| Jahrhundert« erfordert, ehe die Cäsaren des alten Rom'S zugaben, anders als durch den Willen des Senats zu herrschen, aber sie haben nichtsdestoweniger ohne ihn geherrscht. Nicht der plötzliche Krach ist eS, der unser« Institutionen gefährdet, sondern durch da» langsam«, systematische Wegstehlen der Macht deS Volkes feiten« Weniger, bilden sich Zustände, die auf die Dauer mit einer Republik unvereinbar find. Wie weit es damit schon gekommen ist, kann jeder sehen, der seine Augen dazu öffnen will. Der„Herald" frägt, ob die Politik hi-r kor- rupter sei als in Europa? Kann der„Herald" uns eine deutsche Stadt nennen, die von einem Schnapswirth beherrscht wird, wie San FranciSe» von einem Boß Buckley? Weiß er von einer französischen Stadt, die gleich Baltimore von einer Bande Dieben, Mördern und Stimmkasien- stopsern verwaltet wird? Oder weiß er von einer englischen Stadt, »on der ein Ex-Polizeisuperintendent Wölling, wie von New York, sage« ») Wahrscheinlich unser„Anarchisten"«K r i e t« r. Dl» Red. kann, daß die Stadt von 20,000 Aemter-Jnhabern beherrscht wirb, die sich aus den schlimmsten Elementen der Bevölkerung rekrutiren, wo die Richter ihre Stellungen demselben Berbrechergestndel verdanken, über das sie zu Gericht sitzen sollen?" Wenn Henry George,— bemerkt dazu die„Büder-Zeitung"— nicht gar so verrittherisch gegen das arbeitend« Volk gehandelt hätte, so könnte die derbe Zurechtweisung, die er dem großen amerikanischen Weltblatte zu Theil werden ließ, als Milderungsgrund für ihn gelten; eine beffere Abfertigung als sie George damit der heutigen Gesellschaft und den ge- dankenlosen Lohnschreibern der Geldsackprefle zu Theil werden ließ, kann wohl gründlicher nicht gedacht werden. ««S Norwegen. Bergen, lS. Januar. Mit dem Winter wird der Druck der Arbeitslosigkeit fühlbarer und auch für die im Trocknen Sitzenden bemerkbarer als im Sommer. Es ist wahr, daß durch die Fischerei im Sommer«ine Menge Hände beschäftigt werden, aber die Behauptung, daß im Sommer keine Arbeitslosigkeit herrsche, steht denn doch auf zu schwachen Füßen, als daß ihr irgend ein Gewicht beigelegt werden könnte. Die äußerst geringen Bedürfnisse des hiesigen Arbeiters werden in der wärmeren Jahreszeit eben grade noch nothdürftig gedeckt, wenngleich er auch da noch Hinzuborgen muß. Usberhaupt ist daS Borg- System mit all seinen, dem Arbeiter(der ihm hauptsächlich zum Opfer fällt) schädlichen Konsequenzen nirgends stärker entwickelt als grade hier, und erst wenn die letzten Quellen versiegen, erwacht Bergen'S Pro- letarier, erst dann wendet er sich, selbst keiner Organisation angehörend, den organisirtcn Arbeitern zu, um unter ihrer Führung dagegen zu demonstriren, daß die Arbeiterklasie auf dem Paria-Standpunkt ange- langt sein soll. Diese Manifestationen finden jeden Winter statt. Borigen Winter nah- men dieselben einen solchen Umfang an, daß die hiesigen Großdiebe aus Furcht für ihr sauer er— wordenes Gut daS Militär in der Kaserne tonsignirten. Leider blieb aber die Gelegenheit aus, den Masienhenker zu spielen, und sie begnügten sich daher damit, die Hungrigen mit lite- rarischem Schmutz zu bewerfen, und daS gewährte ihnen immerhin«ine Erleichterung. In diesem Winter beginnt es nun auch fich zu regen. Ende voriger Woche hatten sich die„Reservisten der Industrie" verabredet, sich an den Gemeindeoorstand zu wenden und Arbeit zu verlangen. Am S. machten fit, oder genauer ein Theil von ihnen, etwa 100 Mann, sich auf und überreichten ihm ein Schriftstück, in welchem sie ihr Verlangen darleg- ten, und dessen Schluß so lautet:„Die Roth treibt uns dazu, unS an den Gemeindevorstand zu wenden, und wir glauben, daß derselbe fich mit uns solidarisch erklärt in dem Gedanken, daß es eines Gemeinwesens unwürdig ist, kräftige und arbeitstaugliche Menschen an die Armenkasse oder auss Steineklopsen zu verweisen. Darum, geehrte Herren, versetzen Sie fich in unsre Lage und handeln Sie gegen uns so, wie Sie wüw schen, daß man im gleichen Falle gegen Sie handeln sollte." Das Schriftstück, das im Ganzen zirka 1 V,mal so lang ist als die zittrte Stelle, war, mit ein paar Worten versehen, der Redaktion eines „rein liberalen" Blattes mit der Bitte überreicht worden, es abzudrucken. Und was that dieselbe? Sie schickte das Ganze schleunigst an den Gemeindevorstands-Vorsitzenden, dieser arbeitete eine Rede aus, die er den Arbeitslosen bei der Ueberreichung des qu. Schriftstücks wollte ge- halten haben— sie ist etwa S Mal so lang wie das Schriftstück— und dann kam alles, mit einem Löffelchen redaktionellem Senf versehen, in das„rein liberale" Organ. Die Antwort des Vorsitzenden zeugt von einer unter dem Mantel scheinbaren Mitgefühls tölpelhast schlecht ver- borgenen Gefühlsrohheit. Was der Arbeiter als Recht zu verlangen habe, sei, im Park spazieren zu gehen, im Sommer des Sonntags Messing- Suppe(vulgo Freikonzert) zu genießen und— last bat not lsast— daS Armenhaus mit seinen Reizen. Auf welcher schwindelnden Höhe ist doch unsere von christlicher Humanität schier triefende Gesellschaft ange- laugt! Dies der erste Akt oder die Exposition des Dramas. Die nöthige Spannung ist auch schon da, und es währt nicht lange, dann kommt's zum Konflikt! Die neunköpfig« Hydra„Arbeiterkommission"(so benamst, weil Groß- Händler, HofjSgermeister, Fabrikbesitzer, Gutsherren sc. drin fitzen) ist uun endlich entbunden, nämlich von einem Entwurf zu einem Gesetze betr. die > Kinder, Arbeit, und Normalarbeit«- »ie Fabrilaufsicht, Frauen- und Kind Wenn das Storthing den Entwurf*), der im Ganzen 33 Paragraphen enthält, nicht gründlich umarbeitet, dann stehen unser« sozial- ökonomischen Kurpfuscher hinter denen anderer Länder nicht zurück. Letresis der Zütlänge, in welcher daS thätige Element in der Produk- tion, die Arbertskrast, normal ausgeplündert werden darf, hat man sich für Arbeiter über 14 Jahre>. B. auf— zehn Stunden beschränkt; hierbei sind jedoch die Arbeitspausen, die Eßzeit und die Zeit, welche zum Feuern, Reinmachen, Putzen sc. gebraucht wird, nicht mitgerechnet. Die Gesammtarbeitszett darf 78 Stunden pro Woche— blos!— nicht überschreiten. Nun, man wird ja sehen, was die Herren schließlich zu- rechtbrauen werden. Wie früher schon mitgetheilt, besteht hier und in Christiania«ine lebhafte Bewegung zur Einführung des allgemeinen— nicht auch di< rekten, Wahlrechts. DaS Waschlappenartige der Liberalen zeigt sich auch in der Politik. Allgemeines Stimmrecht?— Ja, aber blos für die, svelche eine gewisse Menge an direkten Steuern bezahlen. Man sieht: der Zollstock für die politische wie ökonomische Größe eines Manchen ist ausschließlich- der Geldbeutel! Gestern Abend hat der Auch- Sozialist Björnson(wer lacht da?) seinen Lortrag über Monogamie und Polygamie, den er in verschiedenen Städten Dänemark«, Schwedens und Norwegens schon abgehaspelt und der ihm eine Unmasse Geld«ingebracht hat und noch eissbringen wird, auch bei uns vor za. 1500 Menschen zum Besten ge- »eben. Für den Proletarier war es natürlich nichts, denn der Auch- Sozialist Björnson läßt fich pro Person l,S0 K r. resp. 1 Kr. fStehplatz) Sntröe zahlen, wenn man ihn hören will. Referate £er sich verbeten, und dies« Bitte ist ihm freundlichst gewährt wor- Nun, wenn der Vortrag zum hundertsten Male aufgeführt worden tft— und hoffentlich fehlen nur noch ein paarmal daran— dann er- scheint er vielleicht in einer wohlfeilen Ausgabe im Druck, und— als- dann werden wir ihn lesen! BiS dahin also:„Geduld, Geduld, wen»'« Herz auch bricht; mit„Genosse" Björnson hadre nicht!" A. Rüben. *) Bei der Ausarbeitung hatte man sich nach dem schweizerischen Fa- drikgesetz von 1877 gerichtet. Korrespondenzen. Plaue« im Loigtland. Wir halten es an der Zeit, im Parteiorgan »ieder etwas über die hiesigen Vorgänge zum Besten zu geben. Seiner- zett berichteten wir, daß der Sozialistensresser, Polizeiwachtmeister Rock- firoh wegen allzugroßer„Intimität" mit Straßendirnen von seinem Posten fortgejagt werden mußte, heute sind wir bereit« in der Lag«, sm» mit seinem Nachfolger, dem Polizei-Jnspektor Schwarz köpf— et» wahres Ideal im Sinn von Bismarck, Putty und Jhring- Mahlow, Saaladtreiber ersten Range»— etwa« zu beschäfligen. Schon feit Langem » dieser Streber daraus au»,«inen Sozialistenprozeß ins Wer» zu letzen, bi« jetzt aber ist e« ihm noch nicht gelungen, trotzdem er auf Kosten der Stadt extra nach Berlin gereist war, um fich die ihm sehr Röthigen Kenntnisse zu sammeln, wie e« anzustellen, die hiesigen Sozial. deuwkraten abzuwürgen, sowie seine Untergebenen nach dem Putl,'schen Raubrittersystem zu dressiren. Gr möchte die Schutzleute wie die Hunde behandeln; Alle» wird denselben aufgehalst. Di« Nachtwächter find abge- schafft worden und somit die Schutzleute Tag- und Nachtwächter ge- wordess. Wie die Behandlung ist. dafür«sn Beispiel: Asn Sedan-, oder besser gesagt. Mordspatriotm-Fest, an welchem daS unbefugte Schießen polizeilich verboten ist. hatte der Schutzmann Schmal- fuß feine— allerdings lächerlich- Pflicht gethan und einen hiesigen Bürger, welcher nnt seinem Gewehr geschossen hatte, um seinen mords- pattiotischen Gefühlen Ausdruck zu geben, dasselbe abgenommen und den Namen des Missethäters festgestellt. Der Patriot beschwerte sich bei dem PskizeNnsptktöü, und Schmalfuß erhielt eme derbe Iärdinensiredigt, wis er sich erdreisten könne, einem patriotisch gesinnten Bürger daS Gewehr' abzunehmen. Hoffentlich kommen die Schutzleute auch noch zur Einsicht, daß sie geradeso geknechtet werden wie jeder andere Arbeiter, und daß fie daher zu diesen halten müssen._,. Weß das Herz voll ist, resp. der Magen, geht der Mund über. An' Kaiser« Geburtstag hat der würdige Inspektor seine patriotischen Ge� fühle dermaßen— angestrengt, daß er im Etablissement Prater mitten im Saale, vor versammelter Noblesse, sich übergeben mußte und später in dem Hause, da« er bewohnte, die ganze Hausflur verunreinigte. Bei der Gelegenheit verlor er den Helm, so daß die Mitbewohner des Hauses über denselben stolperten und sich gründlich davon überzeugen konnten, wa» für eine— erhabene Persönlichkeit an der Spitze unseres Polizeiwesens steht. Auch bei Gelegenheil der Grundsteinlegung für die neue Kranken- hausanlage demonstrirte der Sitten- und Tugendwächter im Neue« Schützenhause seinen Verehrern daS gleiche Bravourstückchen vor. Aber daS ist das Wenigste. Der würdige Inspektor, ein gebörNev Pommer, sucht fein— Liebesgefühl auf eine Art und Weise zu besrie- digen, die seinen Vorgänger Rockstroh noch tief in den Schatten stellt. Schon lange hieß eS, zwischen dem Schutzmann Schulze und dem Poltzeiinspektor muß ei eine besondere Bemandwiß haben, und schließ- lich haben die Schutzleute selbst sich dahin geäußert, daß dieser Pommer mit der Frau des Schutzmann Schulze Studien über— das sechste Ge- bot anstellt, was allerdings Manche? erklärt. Am 3. Juli 1387 hatte Schulze sich bei einem Skandal in der Ostvorstadt in der gemeinsten Weise vergangen. So hatte er den Säbel ins Publikum geworfen und ohne Säbel und Helm noch die willkürlichsten Verhaftungen vorgenom- men— wer über das G-bahren des Tropfes lachte, wurde arretirt— und was dergleichen Skandalosa mehr find. Deshalb in seiner Stellung bedroht, äußerte Schulze, wenn er fort müsse, müsse der Inspektor auch fort. Augenzeugen bei dem Verhör in der Hauptwache erzählen wiederum mit Bestimmtheit, der Inspektor habe sich geäußert, wenn Schulze ein Wort sagt, so ist das mehr, als wenn Andere zehn Worte sagen. Und wirklich gelang eS seinem Einfluß auch, Schulze und feine Frau zu er- halten. Ein zweiter, ebenfall» unerhörter Fall von unseren Staats- und Ge- sellschaftsstützen, welcher aber beim Ruchbarwerden erstickt wurde. Nach dem Ableben des Kirchners D u n g e r stellte sich bei der Prüfung der Kirchenrechnung heraus, daß er im Amte als Diener des HErrn 43,000, sage achwndvierzigtausend, Mark unterschlagen hatte. Die Summe wurde von den Erben gleich gedeckt, denn trotz dieses Defizits hinterließ er— der Sohn armer Ellern— noch ein Vermögen von, wie man hört, 80,000 Mk. Seine Söhne hatte er auf die Universität geschickt. Da nun sein Gehalt nie viel abwarf, so bleibt keine Erklärung übrig als die, welche man überall hören:ann, daß Dunger, der lange Zeit als Kopist im hiefigen Rathhaus und erst später als Kirchner angestellt wurde, sein Vermögen mittels unsauberer Manipulationen zusammengeschwindelt, waS nicht möglich gewesen wäre, wenn seine Vorgesetzten nicht ebenso saubere Finken gewesen wären. Auf diese Weise werden Kirchensteuern» welche von den Muß-Gläubigen zwangsweise eingetrieben werden, verwirth- schaftet. Auf allen Seiten Betrug und Mihwirthschaft, sogar bei den Dienern Gottes. Zu allen guten Dingen gehören drei. Bei Prüfung der städtischen Kassen hat sich auch allerhand V-rtrau-nSduselei und Mchwirthschaft her- ausgestellt und Einblicks gestattet, wie die Blutpfennige der Steuer- zahler vergeudet werden. Hier nur einige Beispiele. Für den Transport von Sträflingen find im Jahr 1835 allein Mk. 4623 68 ausgegeben worden, ca. 3600 Mk. mehr wie 1330. Abgesehen von diesen Trans- porten verreisten die Plauenschen Beamten im Jahre 1835 die Summe von Mk. 3360 70, 1886 Mk. 3334 70, d.h. siebenmal mehr wie 1830, wo nur Mk. 553 75 für R-isen ausbezahlt wurden. Daß unerhörte Summen für Reisen auf Dörfer bezahtt wurden, beweist folgend« Auf« stellung: Für eine Reise nach dem Dorfe Kürbitz, 2 Stunden Weg? Mk. ll 50 Pöhl und Joceta, 2'/, Stunden Wegs„ 12— Schneckengrün, 1'/,--»»„ 11 40 «usstchtsthurm,'/,„„» 3— Reisig H-s-lbrun. 1„„„ 10 40 Ins Fichtelgebirg zum Aufsuchen von Siemen„ 101 25 Besichtigung der Statuen in Netschkau„ 15 30 Ein Expedient, der nach Thiergarten ging, dort einen Vertrag unterschreiben ließ(3/t Stunde» Weg) erhielt„ K 25 Diese Gänge wurden sämmtlich während der Bureauzeit ausgeführt, für welche natürlich der Gehalt weiterbezahlt wurde. Nach dem Gesetz vom 15. November 1880 haben zu erhalten: »» C- a'S s§ s,3-sa=5- & p'S 1X7£ «£ sl Mk. 15— 12- «lasse 1 2 Mk. — 60 - 40 Mk. 1 50 1) Oberbürgermeister 2) Stadtrath, Baurath, Gasdirektor 3) Lauinspektor, Förster, Kassirer, Steuereinnehmer 2 50 2— 40 1— 4) Referendar, Aktuar, Registrator, Buchhalter, Polizei-Jnspektor, Rechnungsrevisor, Bau-Affistent, Ingenieur, Architekt, Rathsvollzieher und Kassenkontroleur 7— 2— 40 1— Mit großem Erstaunen hat der Stadtverordnete Dr. Förster die obi- gen Dinge an« Tageslicht gebracht, über welche die früheren PrüfungS. Kommissionen entweder aus übergroßem V-rtrau-nSdusel oder aus Feig. heit hinweggegangen waren. Erwähnenswerth ist noch, daß unser Ober» bürgermeister. welcher an der Spitze dieser reiselustigen Beamten steht, sonst ein großer Sparapostel ist. Er hat z. B. die Fünfpfennig-Spar- marken erngeführt, welch« als soziales H-ilmtttel dienen sollten; sie kamen aber bald in Vergessenheit, weil den armen Leuten nichts zum Sparen beibt. Natürlich, wenn man wie der Oberbürgermeister ein täg- liche« Einkommen von 13 Mk. und für jede Reise noch ein Tagegeld von 15 Mk. u. s. w. hat, dann bleibt schon etwas zum Sparen übrig. Aber bei den jetzigen Verhältnissen, die Jedem den Ruf entlocken:„So kann'« nicht mehr weitergehen, wäre es am Platz, die städtischen Gelder besser anzuwenden, statt die abgebleichten, schwindsüchtigen, hungerigen Arbeiter zum Sparen anzuhallen. »wicka» in Böhmen, 15. Januar. In Oesterreich habe« wir bekanntlich einen eilsstündigen Normalarbeitstag: wie streng e« damit genommen wird, träumt fich vielleicht kein belgischer Glasarbeiter. vo kann z. B. in hiesiger Gegend der Fabrikpascha die Zahl der Arbeit«- stunden bis zu 13. wenn e« paßt,»u 14 oder 15 Stunden erhöhen, ohne dabei einen Widerspruch oder gar-in Entgegentreten settens der Ar better befürchten zu müssen. Ja. wenn sie herauigetreten sind aus Gotte« freies Pflaster, dann wagt der«ine oder der andere«in mißbilligende« Wort darüber zu äußern, aber nur ganz schüchtern, den» e» könnte ja einer unter den Hörern sein, der e« sofort den Herren hinterbringen würde. Und die Behörden, deren Pflicht«S wäre, den Leuten Nar zu machen, daß die Gesetze nicht dazu da find, um übertreten, sondern um befolgt zu werden, lassen Alle» ruhig hingehen. Ja, wa» andere« wäre e«, wenn das Interesse der Bourgeois gesährdet wäre, dann müßte mit voller Wucht dagegen«ingeschritten werden. Was die Löhne anbetrifft, die in unserem industriell hochentwickelten Nordböhmen gezahlt werden, so braucht sich kein polnischer Gutsbesitzer derselben zu schämen. Der Durchschnittslohn bettägt im besten Fall« 3 fl. 50 kr., in einer Gegend, wo die Preis« der Lebensmittel infolge der vorherrschenden Industrie ganz ungemein in die Höhe geschraubt werden. Und die Arbeiter, sie schlafen den Schlaf der Gerechten, lasse» all' dm Willkür und Brutalität ruhig über fich hergehen, lassen sich ausbeuten, wie es den Blutsaugern beliebt, und finden nicht den Much, ihnen auch nur den aeringsten Widerstand entgegenzusetzen. Sie lassen sich lieber von den Klerikalen beleithammelen oder schwören zu der schwarz-roth- goldenen Fahne der Nationalen, da« haben ja die Herren Fabrikanten und alle achtunggebietenden Personen unseres Eldorado sehr gerne. Die Arbei?er Käss-K foF sekik, uK Sei? /.nur MÄnälÄi� Hochs zuzubrüllen und ihnen als Skassage zu dienen- . Aber zum Denken an ihre eigene Lage sind sie nicht' zu' bringen, trös/ dem sie mitansehen müssen, wie die Vampyre immer mehr Vermög«? und Gut zusammenscharren und immer frecher die Aus beutung betreiberH trotzdem fie immer elender abgefunden werden? und ihnen immer mehr die wenige Freiheit genommen wird. Wann werden den Arbeitern unserer Gessend Sie' Äu'geik ge'össckef SM den? Es wäre bald hohe Zeit.- Ueberall, wohin sonst unsere Blick? schweifen, sehen wir die Proletarier in Reihm fest und entschlossen den> Kampf gegen däS abgewirlhschaftete Gestllschaftssystem führen. Ich hoff«, daß auch bald die Arbeiter unserer Gegend die Schlafmützen ablezen' und eine« weiteren? Ring) in? ded Kette der' Arbeiterbewegung bildet? werde», M-f-A HuitkttNF, s» Wart fitff Snkerfliktznng. Sdn?& Z, dankend erhalten.- Letpztg, ine Januar 1888, Die GmpfSng'viid Warnung, Nnftrs pslnifche« Parteigenossen haben wiederholt vor de«? Spitzel Dr. Adam SzymanSki in Posen gewarnt, Derselbe hat den« verhafteten Genosse» GrochowSki selbst' tfu* gestanden, daß er„für Kaiser und Polizei dient." SzymanSki: spitzelt aber nicht blos selbst, sonder» wipKE auch Spione seines Kaliber« für die Polizei- Man hüte sich also allerwärtS vor dem elend«» Dokk»«- und Polizeispitzel und Solchen, die mit ihm verkehren;» überwache sie sorgfältig und gebe unS sowie den iekarnte« polnischen Freunden rechtzeitige Kennwiß von allen Wahrnehmung«»� behufs öffentlicher Brandmarkung der Spitzelbande. Ale Glsseditli«»es»FsjialLemoKrat'� Brieffasten Anzeigeli P»» SqMMi Partettags der deaMe» TojtovKUMviavP te PavtowifeBattftikbtfsesiea den Schzyen Laste« der Bestell«. Bestelluoge« fetze» enkstege» «vi SSPOrittttott 4«« der Expedition: T. W.? Mt. 440 Ad. f. Ctr.«h.— Mdr» genroth N.: Mk. 15— a Eto Ab. sc. erh.— Panzerschiff: Ms. 139 8# 4 Eto AS. sc. erh.— M.u. Z. Zch.t Fr. S— Ab. pr. 138N erh.— Bolus: DaS Sachliche wird geeignete Versoendung finden. Aviflrtb» erw.— Möros: E. ist bez. bis Ende I.Ou. Adr. notirt. BerschiedeneN betr. N. erbitten umgehend» Wer ist„die Sch."T 52 ging noch.— ®. S. Fobg.: Mk. 3— Ab. 1. Qu. erh. Erfragtes u. Nachlfg. mit- Nr. 4t, — E. L. 60: Mk. 4 80 Ab. 1. Qu. erh.— Rother Zaun; Rk.«t— Ab. 1. Qu. erh. Weiteres besorgt u. ai notan» genommen,— Rothe» Blutfink a.b.».: Mk. 12 60 Abon. 1. Qu. erh.— Allz. Arb- Bereis» Lausanne: Fr. 45 35 Ab. 4. Qu. 87 u. k Eto Schft. erh.- Philo'* Mk. 2— Ab. 1. Qu. erh. Beil. besorgt. Unregelmäßigkeit in Zwischen» Hand und verspätete Erneuerung verantworten w i r nicht. Gruß.— -er: Mk. 16 20 äi Eto Ab. sc. erh. Mehrbstllg. notirt.— Lohengriw* Mk. 4 40 a Eto Ab. SC. erh. Weiteres nach Zusage.— Zoroafier: Mkl. 28— a Eto Ab. sc. erh. 40 Ps. gutgebr. Weiteres notirt.— Fvyzs Mk. I 30 f. Schft. erh. Sdg. folgt.- Fuchs: Mk. 350—& Eto Abs. sc. erh. Mk. 60— pr. Ggr. gutgebr. Bstllg. u. Adr. notirt.— Rothe» Hans: Mk. 100— a Eto Ab. sc. erh. Bstllg. sc. notirt.— Rothe» Geldsack: Mk. S— Ab. 1. Qu. erh. D. wird nach Wunschi besorgt.— Brauner Bär: Mk. 48 60 Ab. Eto D. Z. B. u. Schft. erh. Adr. nolftt Weiteres wird von der Stelle quittirt, die Zahlung erhielt.— Seiden» wurm: Mk. 8— pr. Ggr. gutgebr. Weitere» erwartend und- Bstllgz. notirt. Bfl. mehr.- Oncel: Mk. 3- Ab. 1. Qu. Nachlfg. erh. Alle« unterwegs. In Persönl. ist Einmischung unmöglich.— Waibel Hflgr: Ich.: Fr. 4—«b. l. Qu. erh.— P. Jakobsbrunnen Zch.t Fr. 2t— Ab. 1. Qu. erh.— Rother Hahn: Mk. öl 20 Ab. 3. u. 4. Qu. u. Schstt. erh. Adr. geordn.— Dampfhammer: Mk. 89 85 i Eto, Ad. sc. erh,. Bstllg. u. Adr. notirt, ebenso Mk. 16 20 Zhlg. an Tk.— Raimund? öwfl. 6 80 Ab. 4. Qu. 87 u. 1. Qu. 88 erh., ebenso- von. uns Beand» w ortete». Bfl. mehr.— Maßkrug: Mk. 5—5 Eto- Ab. Nachbstllg. erh. Wetteres vorgemerkt.— Hpst. Ich.: Fr. 1415 Ab. pr. 4. Qu. erh.— Polizbhrde. Drtmd.: Mk. 8 80 Ab. 1. u. 2. Qu. erh.— Kopenhagen* Fr. 86 30 Ab. 3. u. 4. Qu. erh. Wettere» beachtet.- Fl T. Blu.-. Mk. 1 30 f. Schft. erh. Sdg. sc. folgt— Tschech: Mk. 440» Ab.». Qm. erh. Hoffentlich wird's wahr.— Siegulus: Mk. 20—» Eto Ad. erh. Adr. geordn.— Scheibe: Mk. 10— f. Schst. erh. Sdg. folgt.— Dt r. v. Kyffhäuser: Mk. 12— pr. Usds dld. erh— Bfl mit Resi. kreuzt» mit Ihrigem.— U. F. G.: Mk. 400>—& Eto Ab. so. erh. Adr. nottefc. Dank für Referenz.— Basel: Fr. 45— Ab. 4. Qu. erh Wetteres nmh Angabe.— v. d. Eider: Mk. 70—» Eto Ab. sc. erh. Mk. 13:60 pr* Ggr. gutgebr. Adr. geordn.— Wtzbck:: Mk. 10— pr. Ufd. dld. erh.— Fuchsschwanz: Bs. v. 22/1. erh. Weiteres erw.— St. Roman: Adr. geotds«. Beil. besorgt.— Muth u. Kraft: Nachr. v, 15/1. erh Roland. II: vi» richt v. 22. erh. Wetteres bfl.— Rother Apostel s Mk, tt— prs. Ggrch. lt.»ufstllg. v. 22/1. gutgebr,«f. folgt,— Henry» Guggenheim� London: Wir lehnen Ihre Parteigenossenschast ab, Lei gegebene« Res«» renzen sind Sie unbekannt Alles Wetter« haben Sie i« Antwp. machen. ReklamirteS hat Sntwpn. unserseits längst«hllten. Wir nicht wissen, warum Sie'» nicht«halte«. 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