Abonnements WOkcn tri«Um schwel, erischn, , sowt« beim Verlag «»»essen bekannten Agenten Mtgegengenommcn. und zwar zum »«»««» ,»hl»a»«n Kierteljahripreii von: Zst. fSr»ie Schweiz lkreuzbond» AN. 8,—>Ur Teutschland(Eouvert) %. 1,7g süt Oesterreich(doubert) U» 8,60 sSr alle übrigen Länder de« WrUPostvcrein«(llrenzband) Zuserate »i«»reigespaltene Petit, eile 8b SI«. 20 Psg. Der SoMemkmt Grgan der Sozialdemokratie deutscher Zunge. Krscheint wöchentlich einmal in Zürich(Schwei;). Jersaq der »«ltgbuchhaudlw«, Gotting««, Zürich. e-ßseudunit» sranl« gegen frnnl«. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz ldß« Toppelport». Briese an die Nedaktion»nd Erpeditio» de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen ,Ko>iaId»mokrat' wolle man«iter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lasten. In der Regel schicke man nn« die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannte» Deckadresten. In, weiselhasten Fällen eingeschrieben. 4. Februar 1888. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Nach der Schlacht. War's überhaupt eine Schlacht? Man könnte es bestreiten, wenn man die Expatriirungs- Paragraphen und was Bismarck-Puttkamer dem Sozialisten- stesetz sonst noch Schönes hinzufügen wollten, als das einzige Objekt des RedekampfeS hinstellte, der am 27., 28. und 30. Januar im deutschen Reichstag stattfand. Aber Dank dem wuchtigen Angriff, den die Sozialdemokratie durch den Mund unseres Genossen Singer gleich am ersten Tage führte, trug die Debatte weit darüber hinaus. Nicht die Pultkamer'schen .Verbesserungen" des schmachvollen Ausnahmegesetzes, das System Puttkamer war eS, um welches die Berhandlun- steir sich! drehten. Und weit entfernt, als Sieger aus dem Kampf hervorzugehen, hat eS eine Niederlage davongetragen, die selbst die Lohnschreiber des Jhring-Mahlow-ManneS nicht zu bestreiten wagen. Tödtcte die Verachtung, genügte der Protest des empörten Rechtsbewußtseins, die allgemeine Berurtheilung, um ein System zu stürzen, so läge das System Pnttkamer heute da, wo nach den Worten des rechtsnationalliberalen Professors Marquardsen die Expatriirungsvorschläge BiSmarck-Puttkamer'S liegen: bei den Tobten. Aber.soweit sind wir noch nicht", und nir- stendS weniger als in Preußen-Deutschland. Wer das Ver- trauen, oder sagen wir lieber, das Wohlwollen des allmäch- ttgen Kanzler« besitzt, gegen den ist die Waffe der Kritik ohn- «ächtig. Moralische Faktoren gelten nichts— nicht der in der Volksvertretung zum Ausdruck gebrachte Wille des Volkes, die Machtverhältnisse gewisser Koterien entscheiden. Die voikSverrrerung kann einer Äffotzesvorlagk ihre Zustimmung verweigern, gegen das System, welches diese Borlage geschaffen, sie als Fleisch von seinem Fleisch, alS eine nothwen- dige Konsequenz seiner Boraussetzungen bezeichnet. vermag sie nichts. Das System Puttkamer ist geschlagen; von der konserva- tiven, ihm speziell zugethanen Partei abgesehen, hat keine ein- sige Partei im Hause es zu vertheidigen gewagt—- aber das System Puttkamer wird ungehindert fortwirthschaften, darüber darf man sich keinen Illusionen hingeben. Und doch war die Wunde, die es davongetragen, eine tvdtliche. Sein Kredit ist untergraben, sein Ansehen unwider dringlich dahin, es lebt noch, aber es lebt nur ein künstliches Beben. „An seine» Früchten sollt ihr es erkennen." Indem die sozialdemokratischen Abgeordneten das System Puttkamer von diesem Gesichtspunkt aus bekämpften, haben sie es am wirk- samsten getroffen. Mit einem Puttkamer über Bolksrechtc streiten, über Re- liernngsgrundsätze diskutiren? Mit einem Mann, der eS fertig bringt, vor versammeltem Parlament zu erklären: „Denken Sie ei« Ministerin« irgend eines Aultnrstaates ohne diese Mittel—(d. h. ge- Heime Polizetageuten) so ist die Sssentliche Sicherheit aus politischem Gebiet nicht 24 Sinn- den ausrechtznerhalten", der also nicht einmal weiß oder nicht wissen will, daß gerade die Staaten mit der freiesten Verfassung, mit der größten politische>l Freiheit ohne„Pfiichtgetreue" k la Jhring-Mahlow fertig werden? Eitles Bemühen! Aber der Hieb, der damit geführt wurde, daß dem ganzen Bande von der Tribüne des Reichstags herab an leben- digen Beispielen unwiderleglich bewiesen wurde, wie das System der Puttkamer grade das befördert, ja direkt her- »orruft, was es angeblich am heftigsten bekämpft, der saß, der hat inS Fleisch getroffen. Diesmal beschaute der Tugend« «knister nicht wohlgefällig seine elegant gewichsten Stiefel, dies- «al drehte er nicht mit vornehmem Lächeln seinen sorgfältig gepflegten Ziegenbart, diesmal verließ ihn die sonst geflissent- tich zur Schau getragene staatsmännische Ruhe. Die brutale Junkcrnatur machte sich in einer Fluth von Beschimpfungen Und Verdächtigungen Luft— jedes Wort war „ein«achttopf, und kein leerer". So entblödete sich der edle Herr nicht, die Männer, welche Haupt und Schröder entlarvt, eine Bande von Strol« che« zu nennen. Wir wissen nicht, ob dieselben sich diese Be- schtmpfung ruhig gefallen zu lassen gedenken, oder ob sie nicht .den Versuch machen werden, den sehr ehrenwerthen Herrn von Puttkamer vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen— die Minister stehen außerhalb der parlamentarischen Disziplin— «nd konstatiren daher hier nur, daß erstens bei der Entlar- »ung von einem gewaltsainen Eindringen in fremde Wohnun- gen, von„Drohungen und Mißhandlungen", von denen der Herr Minister pathetisch sprach, absolut keine Rede gewesen— die Sache ging sowohl in Zürich wie in Genf in der ruhig- sten Weise vor sich— und daß ferner unter Denen, welche die Entlarvung vornahmen, sich kein Einziger befindet, der einem durch sämmtliche Examina gefallenen Sohn eine reich- dotirte Sinekure auf den Kolonien verschafft hat. ES sind alles Leute, die sich ihr Brod durch ihrer Hände Arbeit ehr- lich verdienen, Ew. Exzellenz, Leute, die durch daS Vertrauen ihrer Arbeitskollegen, durch die Achtung ihrer Gestnnungs- genossen zu Ehrenämtern berufen sind. Leute, die für ihre aufreibende Thätigkeit im Dienste der Arbeitersache keinerlei Entschädigung beziehen— hören Sie, Exzellenz— noch beanspruchen. Oder sind sie etwa grade weil sie Arbeiter sind, in den Augen des Jnnkerministers„Strolche"? Wir bezweifeln sehr, ob er sich des gleichen Ausdrucks bedient hätte, wenn er von Studenten oder Offizieren gesprochen hätte. Aber Leute, die nichts haben, die nichts vorstellen, simple Arbeiter— pah, was sind sie anders als Strolche?— Nicht minder heftig, wenn auch die Ausdrücke etwas vor- sichtiger gewählt waren, ging's über den Polizeihaupt- mann Fischer in Zürich her, weil er den Genossen Bebel und Singer auf ihre Anfragen Thatsachen bestätigt hat, deren Richtigkeit durch die Untersuchung gegen Schröder und Haupt festgestellt worden. Wir theilen das betreffende Schriftstück, das nicht nur für unsere Partei, sondern für die Zeitgeschichte überhaupt einen hohen dokumentarischen Werth hat, an anderer Stelle'im Wortlaut mit. Ebenso das amtlich beglaubigte Zeugniß des Buchdruckers Bllhrer in Schaffhauseu darüber, daß im Jahre 1882, als Most zu London im Gefängniß saß, der Spitzel Schröder den Druck der„Freiheit" bezahlte, d. h. da- für sorgte, daß das Organ des Anarchismus fortbestehen konnte— zur Genugthuung Puttkamer's, der grade damals Most im Reichstag ein hohes Loblied sang. Wider den Bührer ließ sich nichts Besonderes sagen, aber dieser Fischer, dieser Polizeizeihauptmann, wie konnte er sich dazu hergeben, sozialdemokratische ReichslagSabgeordnete wie anftänd.tz2 Menschen zll dehaudei»? tlk yfe Mcksichten gegen zwei dsutfche Spitzel soweit vergessen, daß er sich nicht hinter daS Amtsgeheimniß verkroch? Mußte er sich nicht sagen, daß diese zwei Spitzel, genau wie ihre Kollegen Jhring-Mahlow und Naporra, die Würde des deutschen Reiches repräfentiren? ynd Puttkamer droht, den ganzen diplomatischen Apparat gegen den unseligen Polizeihauptmann in Bewegung zu setzen, der aus seinen Studentenjahren wohl noch den VerS: Wer die Wahrheit kennet und saget sie nicht, Der ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht! im Gedächtniß hatte, aber nicht wußte, daß derselbe in Preußen so lautet: Wer die Wahrheit kennet und saget sie frei, Der kommt in Berlin aus dir Siadtoogiei! Die Schweiz ist leider in der Kultur hinter Preußen cm gutes Stück zurückgeblieben, und das Schweizervolk hat, nach der Haltung seiner Presse zu urtheile», auch gar keine Allst, das Versäumte nachzuholen, und Gesetze und Einrichtungen zu schaffen, die, nach dem eigenen Geständntß ihrer Erfinder, ohne Schröder'« nnd Jhrtng-Mahlow'S nicht bestehen können.— Wir können an dieser Stelle nicht den Gang der Berhaud- tungen in allen Einzelheiten skizzireu, zudem fehlt uns zur Stunde, da wir dies schreiben, noch jeder genauere Bericht über die Debatte des dritten TageS. Für heute daher nur noch soviel: o', Mit Ausnahme des Erzkonservattven v. Hell dorf-Bedra unterstützte kein Abgeordneter das BiSmarck-Puttkamer'sche Machwerk. Sogar der freikouservative Herr von Kardorff, der in seiner Entrüstung über das, jegliche Pietät— selbst die vor dem jobbernden Junkerthum untergrabende Treiben der Sozialdemokratie den drakonischsten Verschärfungen des Schandgesetzes zuzustimmen bereit ist, erklärte, den Expatriirmigs- vorschlägen nicht zustimmen zu können, der völkerrechtlichen Bedenkm wegen. Bismarck selbst— und da* kennzeichnet die Situation am besten— zog es vor, den Debatten ganz fern zu bleiben, anstatt das Gewicht seiner Persönlichkeit für eine verlorene Sache;a riskireu. Er ließ Better Puttkamer, der nach seinem eigenen Geftänndniß nicht« ist, als des großen Kanzlers bescheidener Handlanger, die ganze Schmach der Niederlage allein durchkosten— ohne Prügeljungen geht's mm einmal nicht. Kein Zweifel, da« System, nach dem in Preußen-Deutsch- land heute die Ruhe und Ordnung aufrechterhalten wird, hat eine Niederlage erlitten, wie sie eklatanter nicht gedacht werden kann. Seine Nichtsnutzigkeit ist vor aller Welt dar- gethau, so überzeugend dargethan, d»ß wenn nicht die große moralische Feigheit der Einen imd die Gesinnungslosigkeit der Andern seiner Fortdauer immer, wieder einen Rückhalt gewährten, eS mit Schimpf und Schande abtreten müßte. Nun, hat eS sein Weißenburg und Wörth gefunden, so wird ihm auch sein Ted an nicht erspart bleiben. WaS das neue Sozialistengesetz bezwecken sollte. Von geschätzter Seite erhalten wir nachstehende Zuschrift: „Was will Bismarck mit dem neuen Sozialist engesetz? DaS ist die Frage, welche uns mit Bezug auf daS„neue und ver« schärfte Sozialistengesetz" interesfirt, weil von ihrer Beantwortung wesentlich unser taltisches Verhalten im Fall der Annahme dieses Se- setze? abhängen wird. Daß Bismarck und feine Helfershelfer sich der Hopnung hingebe«, wenn die Expatriirung und die sonstigen von ihnen vorgeschlagenen In- famien Gesetzeskraft erlangen, werde es ihnen gelingen, die sozialdemo- kratische Bewegung zu unterdrücken— das wird un« Niemand einreden. Wir halten diese Personen sicherlich nicht für Genies, aber wir können ste auch nicht für Idioten halten. Und Idioten mühten sie sein, NM angesichts der in der Geschichte gemachten Erfahrungen deS Christen- thums und später der Reformation einen solchen Widersinn auch nur einen Augenblick zu glauben. Die Bismarck und Konsorten wissen ebensogut wie wir, daß die an« geblichen Vergehen, die unterdrückt werden sollen, bloS Wirkungen des Sozialistengesetzes sind, und daß nach den einfachsten Regeln der Logik mit der Verschärfung de» G» f e tz» s auch diese Wirkungen ver- schärft werden müssen. Also daS wissen ste. Und wir gehen weiter und sagen: daß das Sozialistengesetz seinen angeblichen Zweck, die sozialdemokratische Bewegung niederzuwerfen oder gar auszurotten, nicht erfüllen werde— auch das haben die Bismarck und Konsorten von Anfang an gewußt.-- Aber weshalb haben sie das Gesetz denn gemacht? WeShalb haben ste fein« Annahme und Erneuerung wiederholt zu einer KabrneiSsrage gemacht? WeShalb legen sie so großen Werth auf die„Verschärfungen", wenn sie sich nicht die gewünschten Wirkungen versprochen und ver« sprechen?— O, die gewünschte Wirkung versprachen und versprechen sie sich in der That— nur ist da» nicht die Wirkung, die man vor dem P u- b l i k u m ankündigt und dem deutschen Bngst'Philister vor der Rase herumtanzen läßt. Die Leser müssen sich in die Zeit zurückversetzen, wo das Sozialisten- gesetz«ingefädelt und durchgesetzt wurde. Bismarck war im Reichstag mit setner Weisheft zu Ende— der Karren des Kulturkampfs war verfahren, die Majorität parirte nicht mehr Ordre, feine Anträge fielen durch, sein Ansehen verblaßte und seine Ziele waren so abschreckend, daß ste selbst dem deutschen Michel, diesem geduldigsten der geduldigen Völker-Packesel, wider den Strich gingen. ES mußte irgend etwas Ungeheuerliches geschehen, was die Menschen in Angst stürzte und blind maqte. Der Knall des blindgeladenen Hödel' schen Sackpuffers war der Retter in der Roth. Man weiß, wie er„fruktifizirt" wurde. Dieser Knall, obgleich so schwach, daß der angeblich Beschoffene, trotz nächster Nähe, gar nicht» hörte, wurde bald zu einem donnernden Getöse, und inmitten des stnnbetäubenden LärmS erschien das Rothe Gespenst. Die erste theatralische Aufführung mißlang bekanntlich insofern, als der Reichstag die Komödie denn doch gar zu durchsichtig fand,— aber sie hatte nach anderer Seite hin einen Erfolg, insofern einem verrückten Ralionalliberalen die Flinte zu einem w i r k l i ch en Schuß auf den Kaiser in die Hand gedrückt ward. Und damit war das Spiel gewonnen. Run hatte daS Rothe Gespenst Fleisch und Blut. Daß diefes Attentat echt, konnte nicht geleugnet werden. Daß es blyS die nothwen« dige und— nach allen wissenschaftlichen Entdeckungen über den epide- mischen Charakter auffälliger Handlungen— durchaus natürliche Folge der demagogisch-verbrecherischen Aufbauschung de» ersten Atten- tates seitens der Bismarck und Konsorten war— daS blieb dem großen Publikum verborgen. Die Massen waren blind vor Schrecken und Aufregung; die Veran« stalter der höllischen Komödie konnten tm Trüben fischen. Der Kronprinz, welcher der Sache nicht traute, wurde durch ein, seiner Frau „enthülltes"„Attentat" au» seiner oppositionellen Haltung gebracht— die» u f l ö s u n g de» Reichstag» erfolgte, und unter dem Zeichen deS Rothen Gespenst«« fanden die Neuwahlen statt, grade wie voriges Jahr unter dem Zeichen des K r i e g» g« s p e n st e». Und mit gleichem Erfolg. Bismarck hatte wieder eine Majorität— da» gestrandete Schiff war wieder flott und konnte in die hohe See der agrarischen Rauvritterei hinaussteuern. DaS Sozialistengesetz war nicht Zweck. eS war nur Mittel und gehörtzur Komödie. Es war nöthig, um da« Roth- Gespenst am Leben zu erhalten. Die Genoffen, welch- Gelegenheit hatten, die Dinge zu überschauen und von Zeit zu Zeit«inen Blick hinter die Kouliffe« zu Wersen,«in- nern sich, daß schon im Sommer 1S78— gleich nach den„Attentaten" — die Berliner Polizei provokatorisch vorging und bei verschiedenen Anlässen Alle» ausbot. um einen Ausruhr oder gar Putsch hervor, u- rufen. Jedoch vergebens. Der Takt und die Disziplin der Sozialdemo« kraten vereitelten den sauberen Plan. Seftdem zieht sich aber wie ein rother Faden durch die ganze Thätigkett der angeblichen S-fellschastsr-tter da» Bestreben, sogenann« t«n„Anarchismus" großzuziehen und die Sozial« demokraten zu Gewaltthätigkeitrn zu treiben. Das war das Alpha und Omega der Weisheit, mit welcher die Zöglinge au» der weltbekannten Verbrecherschule: die Jhring» Mahlow, Schmidt. Friedemann, Schröder und Genossen. von ihrem tugendboldigen Herrn und Meister ausgerüstet wurden, und welche die Richtschnur dieser ehrenwerthen GesellschaftSretter gebildet hat und— Di« deutsche Sozialdemokrati« hat den Plan durchschaut, ste hat nicht das gethan, wozu ihre Feinde ste treiben wollten, sondern da», was ihren Feinden zum Verderben gereichen muß. Sie organisirte fich, schloß die Reihen fester und klärte da» Volk auf über da» Wesen der bürgerlichen Weltord- nung im Allgemeinen und de« herrschenden Raubritterthums im ve- � rlnd'fie ist stärker und stärker geworden. Und die Macht unserer Feinde zerbröckelt mehr und mehr. Wie sollen st« fich retten? Nur da« Roth« Gespenst kann vielleicht»och helfen - im Bund« mit dem«riegsgespenst.... Das Sozialistengesetz hat seinen Zweck: Attentate, Putsch«, Gewalt« thätigkeiten aller Art zu erzeugen und da» Rothe Gespenst hübsch lebendig zu halten, nichterfüllt. Aber alle menschliche Geduld hat eine Grenze— wird da« Sozia« listenzesetz verschärft, wird noch brutaler al» bisher der Gerechtig- keit und Menschlichkeit ins Gesicht geschlagen- wer weiß, vielleicht wird der Zweck erreicht.-Da» können die Sozialdemokraten sich nicht bieten lasten. Auch der getretene Wurm bSumt sich auf und sticht. Und dt« vojialdemakraten sollten lammfromm stch ducken? Nicht ausholen zum Oegenfchlag? Nicht vom Rachegefühl sich fortreißen lassen? S» ist unmöglich, denken— unfre Feinde. Und fo haben wir denn dai„verschärfte" Sozialistengesetz. ES ist„monströs". Gewiß. Psychologisch fast unerklärlich. ES erklärt sich nur durch die verzweifelte Lage Bismarck'? und seiner Spieß- gesellen. Durch das ärztliche Gutachten deS vorigen November irregeleitet, eskomptirte der schlaue Gönner der Schnaps- und Raubritter schon den Xob deS ihm unbequemen Kronprinzen und wagte sich zu weit vor. Durch das. berüchtigte Waldersee-Komplot hat er sich den ihm niemals gewogenen Kronprinzen zum tödtlichen, unversöhnlichen Feind gemacht. Die Tage deS neunzigjährigen Kaisers sind gezählt. Und steigt der Kronprinz auf den Thron— was jetzt sehr wahrscheinlich— so ist es «it der Biimarck'schen Wirthschaft vorbei. Nur eine, nur eine Möglichkeit der Rettung gibt es. Eine so verwickelte Lage nach Innen und nach Außen, daß Niemand die Erbschaft Bismarck'« antreten kann und will, und dieser wohl oder übel am Ruder gelassen werden muß. Wie emsig Bismarck demüht ist, die europäische Lage gefährlich er- scheinen zu lassen,— daS zeigt ein Blick in die erste beste offiziöse Zeitung. Wie Bismarck bemüht ist, eine schwierige Situation im Jmwrn zu schaffen, daS zeigt das neue Sozialistengesetz, weiches die Partei zum Bürgerkrieg entflammen soll. Wohlan— wir können Herrn Bismarck und seinen Spießgesellen sagen: Ihr verrechnet Euch abermals! Die Sozialdemokratie wird Euer neues Spiel zu Schanden machen, wie sie das alt« zu Echan- den gemacht hat. Wir wissen allerdings noch nicht, welche Taktik die deutsche Sozial- demokratie diesem neuen Sozialistengesetz gegenüber befolgen wird, falls es die Billigung des Reichstags erhält. Verschiedene Ansichten und An- schauungen find zur Geltung gekommen. Soviel aber wissen wir: Die Bismarck und Konsorten werden ihren Zweck nicht erreichen! Und mögen sie auch ihre ganze Verbrecherschul« aufbieten und Himmel und Hölle in Bewegung setzen(„A.cligroiita movodo I"), um die deutsche Sozialdemokratie aus ihrer unangrerfbaren Stellung herauizu- locken und von ihrer flegreichen, jede Möglichkeit der Niederlage aus- schließenden Taktik abzubringen— es wird AlleS umsonst sein! Ohne den Entschließungen der Partei irgendwie vorgreifen zu wollen, ohne auf die mehrfach angeregte Frage des WählenS oder NichtwählenS }ler einzugehen, können wir den Herren Bismarck und Konsorten schon etzt die feierliche Versicherung geben: „Die deutsche Sozialdemokratie wird einmüthig und geschlossen das thun, was der Partei daS Vor- theilhafteste und ihren Feinden das Schädlichste ist."- Kv. Wortgetreue Abschriften der im Deutschen Reichstag gelegentlich der Verlängerung, respektive Verschärfung deS Sozialistengesetzes verlesenen Aktenstücke betreffend die Berliner Polizeiagenten Schröder in Zürich nnd Haupt in G enf. I. Polizeikommando Gesch. Verz. Nr. 12. Zürich, 6. Januar 1888. 4. 6. 7. Herrn Polizei-Hauptmann Fischer hier. Die ergebenst Unterzeichneten richten an Sie die höfliche Bitte, ihnen bestätigen zu wollen, daß der in Zürich-Riesbach wohnhafte, hier in Hast befindliche, Schreiner und Agent Karl Schröder, sowie der, hier in Hast genommene, Gießer Christ Haupt aus Genf, fol- {ende, Freunden von uns gemachte, Geständnisse, auch in der, wieder ie anhängigen behördlichen Untersuchung ausgesagt haben, resp. daß die a den Geständnissen zugegebenen Tathsachen auch anderweit durch Zeugenvernehmungen von der Untersuchungsbehörde festgestellt sind. l. Daß Schröder seit Jahren im Dienste der Berliner Polizei steht, anfangs monatlich 200 Mark Gehalt und in den letzten Jahren 250 Mark pro Monat erhalten hat. ». Daß er das Geld auf Anweisung deS Polizeiraths Krüger in Berlin empfangen, seine Berichte an den Polizeibeamten Cr über gesandt habe. s. Daß bei Schröder bei der Hausdurchsuchung«ine Kiste Dynamit, aus der Dynamitfabrik Opladen, Reg-Bez. Düsseldorf stammend, gesunden wurde, die Schröder von den Anarchisten Etter und Wübbeler empfing. Daß Schröder mit den Anarchisten Stellmacher, Kam- merer, Kaufmann, Kennel, u. A. genau bekannt war und in intimen Beziehungen stand und im Herbste 1883 einer in Zürich stgltgehabten Konserenz der Schweizer Anarchisten bei- wohnte, bei der auch die Genannten zugegen waren. Daß seine Verbindung mit der Berliner Polizei der Anarchist Kaufmann vermittelte, und nach Schröder's Aussage auch Kausmann im Dienste der Berliner Polizei arbeitete. Daß Schröder auch mit den Anarchisten Peukert und Steve in persönlichen Beziehungen, mit dem Anarchisten Justus Schwab in New-Aork in brieflichem Verkehr stand. Daß Schröder alle neu erscheinende sozialistische und anar- chistische Literatur für die Berliner Polizei anzuschaffen und dieser sofort zuzusenden hatte, daß er die bezüglichen Versammlungen der erwähnten Richtungen zu überwachen und die darin anwesen- den Personen zu denunziren hatte. 8. Daß Schröder in Versammlungen und Wirthschaften die Ar« beiter durch seine Reden erhitzt und aufgehetzt und sie auf den Weg der Gewalt, als dem einzigen Mittel zur Rettung verwiesen, und zur„Propaganda der That" aufgefordert habe. Bezüglich H a u p t' S: 1. Daß Haupt zugestanden, seit»ollen sieben Jahren im Dienst« der Berliner Polizei zu stehen, anfangs in Paris thätig war, dann nach Genf übersiedelte. 2. Daß Polizeirath Krüger den Haupt im Jahre 1881 und der Polizeirath vonHacke im Jahre 1884 persönlich in Genf de- suchten und ihn instruirt haben. ». Daß Beide mit seinen bisherigen Leistungen nicht zufrieden waren und„Mehr" von ihm verlangten, wobei Polizeirath Krüger Winke ertheilte, wie er namentlich die in Genf lebenden Russen und Polen an sich heranlocken, sich in ihr Vertrauen schleichen und nächtlicherweile in ihre Wohnungen eindringen solle, von Hacke ,hm den Rath gab, sich in die Kreis- der Anarchisten zu drängen. 4. Daß Haupt anfangs Ivo MI., dann 125 Rk., und zuletzt 200 Fr. pro Monat vom Polizeirath Krüger erhielt, welcher ihm auch Geld zur Gründung eines Geschäfts anbot. ». Daß Polizeirath«rüger d m Haupt schrieb, er wisse, da» nächste Altentat gegen den Czaren werde von Genf ausgehen, darüber brauche er Berichte. tzHochachtungsvoll'ergebenst «. Bebel. Paul Singer/ Mitglieder des deutschen Reichstages. Polizeikorp» des Kanton» Zürich Kommando. I. U. S. xo. Beilagen: iE. .'Zürich, den 6. Januar 1888. Herren A. Bebel und P. Singer, Mitglieder de» deutschen Reichstages. Durch Brief vrm heutigen Datum ersuchen Sie mich um verschiedene Auskunst in der U.-S. o. Karl Schröder, Schreiner, und Christian Haupt, Gießer. Bei dem lebhaften Interesse, welches diese Sache für die schweizerilchcn Behörden in Bezug auf daS provokatorische Treib- n der unter Anklage stehenden Personen hat, erkläre ich Ihnen, obschon keinerlei Ver- pflichtung für mich dazu vorliegt, daß einerseits durch Geständnisse der Ange'chuldipten, anderseits durch Zeugen die vollständige Richtigkeit sämmtlicher in dem zuiücksolgenden Schriftstücke aufgestellten Behauptungen festgestellt. Einzig der in Frage S behauptete Verkehr Schröder's mit Justus Schwab ist bis sitzt noch nicht amtlich erhärtet. Hochachtungsvollst Da» Polizei-Kommaudo: Fischer. Polizei-Hauptmann. Polizei-Kommando 6. Jan. 88 Zürich. III. S. 4. r Der Unterzeichnete, Wilh. Bührer, Buchdrucker, Bürger von Schvsshausen, bescheinigt hiermit der Wahrheit gemäß waS folgt: 1. Der mir periönlich bekannte Schreiner S ch r ö d e r- Brennwold zu Riesbach-ZLrich gab mir im I hre 1882 den Austrag, für ein Komite die bis dahin in England erlcheinende Zeitung„Freiheit" zn drucken, und bot mir iür die Auflage von 2008 Exemplaren Einhundert Franken pro Nummer. 2. Die endgültigen Verhandlungen über den Druck der„Freiheit" wurden von einem Komite geiührt, das sich zusammensetzte aus dem Maler Schneider, dem später in Wien wegen Raub- mordeS Hingerichteten Stellmacher, dem Mechaniker Kauf- mann und drei anderen Personen. Ich übernahm den Druck der„Freiheit" und stellte etwa acht Nummern derselben her. Ich erhielt die Zahlung für den Druck der„Freiheit" mit Aus- nähme eines kleinen ResteS, der stehen bli-b, regelmäßig mit Fr. 100 durch Schröder-Brennwald ausbezahlt, dem ich jedesmal eine Quittung auf den Namen John Reo«, London, auezustellen hatte. Bei einem Streit zwischen Stellmacher, dem derzeitigen Re- dakteur der„Freiheit" und dem Unterzeichneten vermittelte Schröder und st.llte das frühere Einvernehmen wieder her. ö. Schröder-Brennwald war der Einzige der Besteller der „Freiheit", der Geld hatte und zahlte. Von den Uebrigen hatte Niemand etwas, und alle Zahlungen wurden ausschließlich von Schröder geleistet. S ch a f f h a u s e n, den 5. Januar. Nachtrag. Ich erkläre hiermit, daß ich jederzeit bereit bin, vor Gericht obige Angaben zu beschwöien. Wilhelm Bührer. Zur Beglaubigung vorflehender Unterschrist de» Wilh. Bührer hier Schaffhausen, ö. Januar 1888.>.. Der II. Stadtrathspräfideut: E. Müller- Fink. vtadt-Rath fAoppen) vchaffhaufen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich,»1. Januar 1888. In eigener Sache. In einer Depesche au» Bern, welche die Runde durch die Presse macht, heißt es: „Der Bundesrath hat in vorläufiger Erledigung der vom eidg. Justiz- und Polizeidepartement geführten Untersuchung betr. anarchi- st i s ch e Um tri e b e den im Dienst der deutsch. n Polizei st.henden deutschen Reichsangehörigen Alfred von Ehrenberg, Hauptmann a. D-, P-ter Emil Schapen, Jgna» Wezler und Chrrstian H a u p t den Aufenthalt aus Cchweizergebiet verboten. Er hat serner die Regierung deS Kanton« Zürich«ingeladen, die Untersuchung noch in gewissen Richtungen vervollständigen zu lossen und hat ihr der diesem Anlaß die bestimmte Erwartung ausgesprochen, sie werde dasür besorgt sein, daß die Veröffentlichungen der Offizin des„Sozialdemokrat" sich innerhalb der Schranken ruhiger und sachlicher Diskussion halten und Aufreizungen, Beschimpfungen und beleidi- gende Ausfälle vermeiden, und sie ersucht, ihn von al'. fälligen Ausschreitungen ungesäumt zu benach- richtigen, wobei er sich immerhin jederzeitige» Ein- schreiten gegen die Betheiligten vorbehalten hat." Gewisse Biälter hoben daraus den, ihren Auftraggebern sehr er- wünschten Schluß gezogen, daß unser Blattt von nun an gewisser- maßen unter Zensur erscheinen soll. Uns selbst ist in dieser Sache zwar noch keine hierauf bezügliche Eröffnung gemacht worden. doch glauben wir soviel schon heute erklären zu können, daß diese Darstellung eine total unrichtige ist. E« ist ja für Jeden, der Augen hat, zu sehen, und Ohren, zu hören, kein Gehelmnlß, welche— Vorstellungen den Bundesrath zu obigem Beschluß bewogen haben dürften, aber die Achtung vor der verfassungsmäßig garantirten Preßfreihelt ist in der Schweiz, beim Boll und bei den Behörden, viel zu groß. als daß wir befürchteten, nun die deutschen Polizeigesetze auch auf freiem Schweizer Boden angewendet zu sehen. Treu der uns gestellten Aufgabe— die Grundsätze der Sozial- demokratie zu vertreten, die Unterdrückten und Beisolgten zu verthel- digen und die Unterdrücker und Verfolger zu bekämpfen— werden wir auch fernerhin in dem Sinne wirken, wie es die Interessen unserer großen Sache erheischen, jeder Einzelne von uns bereit, die- jenigen Opfer auf sich zu nehmen, welche der Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit von ihm fordern sollte. ,»Z>er Sojiakdemokrat". —«ine vortreffliche«ntwort hat die vorgeschritten« Bürgerschaft hierauf das Wort. Er sprach seine vollste Zufriedenheit zum In- halt der Resolution aus und fand die allgemeine Entrüstung eller ehrllch denkenden Bürger gegen da« geplante Vorgehen wohl begreiflich. Jndefl.n sprach er die Hoffnung aus, daß im Reichs- tape selbst«ine starke Opposition sich geltend machen werde, die de« Entwurf zu Falle bringen müsse; daß auch der Bundesrath sicher das, Nöihige thue, und eine spezielle Beichlußfaffung jetzt noch veifrüht sei.! Werde die Expatriirung Gesetz, fo werde die Schweiz ver- fahren, wie seinerzeit bei der Aufnahme der Poleuflücht- linge; die Ausgewiesenen und Unglücklichen dürfen de« kräftigen Hilfe nnd Unterstützung unsere» Volke» allezeit sicher sein. Herr Fürsprech Scherrer-Füllemann dagegen fand, daß«ine Beschlusfaffung wie ein Vorgehen des Bundesrath«» erst nach Erledigung de» Gesetze« im R-ichstage werthloS sei. Zudem werde der Reichstag, wenn er auch in der ersten und zweiten Lesung verwerfe, in der dritte» nach altem Muster doch annehmen. In der hierauf folgenden Abstimmung, bei welcher die Herren Land- awman Curti und Major Hermann Scherrer als Stimmenzähler sunt- tionirten, wurde die Resolution von den 500 anwesen« den Bürgern beinahe einstimmig angenommen. TS war ein erhebender Tag! Das Volk, ohne Rücksicht auf Partei und gesellschaftliche Stellung, sprach sein Verdikt aus über die Barbarei, die man im Staate der Zivilisation und Wissenschaft, beim Volk der Denker, zu begehen im Begriffe steht. Möge das Volk auch andernorts,� möge es namentlich auch in anderen Rachbarstaaten Deutschland» sich ebenlo deutlich aussprechen!" So da» schneidige Organ der St. Galler Demokratie. Wir können ihm, sowie den Einberufern und Rednern der Versamm- lun g für ihr hochherziges Eintreten für Recht und Freiheit im Name» der hunderttausende deutscher Arbeiter, die in uns ihr Organ erblicken, nur unfern wärmsten Dank aussprechen. Sowohl die gesaßt« Resolution, als auch namentlich die schönen,«cht republikanischen Worte de« Herrn Regierungsraths Curti, werden ihre Wirkung im In- und Auslande nicht verfehlen. Namentlich in Deutichland dürften sie Manche, die noch nicht ganz aus die Stufe Puttkamer'scher Verkommen- heil herabgesunken find, zur Scham aufrufen. — Sehr energisch wehrt sich der„Genevois", da» Organ de» Nationalraths Favon in Genf, gegen die Anklagen, welche die „Köniche Zeitung" au« Anlaß der Entlarvungen von Haupt unt Schröder wider die Schweiz erhoben. Nrch vor Putliamer's Rede toxirte er mit richtigem Instinkt, wohin die Ausfälle de« rheinifcheilj Oderreptil« zielten. Man höre: „Es ist klar, daß man einen Druck auf den BundeSrath ausüben und ihn nölhigen wollte, sich ohne Vorb.halt zum wohlwollenden Helfers- heiser der monarchi'chen Polizeien herzugeben. Die Agents Provokateurs w>rden in ihrem liebenswürdigen Seschäst gestört, es gibt kein Gesetz, das die auigeipannten Netze dieser Spinnen beschützt— ganz klar, das ist ein Skandal. Man sollte sie von Rechtswegen nicht nur in Friede« arbeiten lassen, fondern ihnen noch helfen, ihnen die Fliegen hübsch apportiren. „Es ist nicht das erste Mal, daß derartige Ansprüche geltend gemacht werden; glücklicherweise üben wir aber nicht mehr in den Zeiten de» Karlsbader und Laibacher Kongresse. Heute gibt es«in öffentliches Recht, das diesen Namen verdient, und auf da« wir die Anwälte der Gewissens- Polizei, der Zensur und de» großen oder kleinen Belagerungszustandes einfach verweisen. „In der Schweiz herrscht Meinungsfreiheit, und Jeder hat das Recht, seine Ueberzeugung mit d-m Wort und mit der Feder zu vertheidigen Der Staat mi'cht sich nur«in, wenn die öffentliche Ruhe bedroht if> und«ine Verschwörung zu dem Zweck organiflrt wird, die gesetzlicht Ordnung Mitiel« Anwendung von Gewalt zu stören oder eine ver> saffungsv äßige Regierung zu stürzen. Wenn dieser Fall eintrat, hat de« Bundesrath noch stets ferne Pflicht zu thun gewußt.... „Wenn unsere Prinzipien uns verbieten, irgend etwas gegen Diejenb gen zu unternehmen, welch- Ansichten verfechten, die mit unserer»er sassungsmäßigen Ordnung unveriräglich sind, und welche auf nicht« Se- ringere» abzielen, als auf die Vernichtung aller Republiken und dam» auch der Schweizerischen Eidgenoffenschast, wie darf man un» zumuthe», gegen Diejenigen, die sich zu ähnlichen Anschauungen wie die unseren be- kennen, mit Streng« einzuschreiten, weil sie das Maß überschreiten und stch zu Uebertreibungen hinreißen lassen? „Wir fürchten un» vor nichts. Alles kann bei uns gesagt und ge- schri, ben werden, ohne daß wir davor Angst empfänden. Wenn es i* gewissen Ländern ander« ist, so mögen sie zu unS— kein« politische« Agenten, wohl aber Delegirte senden, um zu sehen, wie eS dabei zugeht; unsere Methode ist nicht wie ihre politisch- Polizei, sie ist nichi geheim."--- Ter Leiter der„Genevois" ist, wie gesagt, Mitglied der Nationall raihs, und zwar«in sehr angesehene» Mitglied desselben. Und er fiehl auch mit seiner Auffassung unter den maßgebenden Politikern in de« Schweiz keineswegs allein. Gerade die politischen Bläller haben sich t» ihrer übergroßen Mehrheit, wenn auch nicht überoll mit ebenso scharfes Worten, gegen den Versuch gewendet, die Schweiz zum Büttel der B-rline» Polizei herabzuwürdigen. In der Schwei, aber gilt die Stimme des Volk s und der Volkevertreiung noch etwas. Solange e» also Puttkamer und die„Kölnische Zeihrng" nicht ferth bringen, dem Schweizervolk klar zu machen, daß nicht Die, welche Agenti Provokateur« aussenden, sondern Die, welche sie entlarven, ein Unrech begehen, solange werden sie auch mit allem Geschrei gegen die Letztere» nichts ausrichten. — Welch' ei« Hüter de» Aecht»! Eine recht lehrreiche Jllv stration zu Puttkammer« Ausfällen auf die Recht»-«»> d. Aulturzustande in der Schweiz bieiet der am vorigen Don« «erstag beendete große Posener Sozialistenprozeß. Das Dibelwort vom Splitter und Ballen, das beiläufig nirgends weniger Geltung hat, als in den Dreisen der sich bibelgläubig nennenden preußi- fihen Reaktionäre— ist noch zu mild. um das MißverhSltniß ouä*u< brücken zwischen dem, waS die fittenstreng« Exzellenz an der kleinen Schweiz entrüstet tadelte, und dem, was sie daheim nicht blas duldet, tondern direkt befördert. Wäre das Wort:„Ich würde mich « die Seele hinein schämen", daS Herr Puttkamer gegen den Beamten bei— allerdings kleinen— Nachbarstaates schleuderte, nicht genau so «msrichtig gemeint, wie ihm der Grundsatz„Liebet eure Feinde", den Hm seine Religion vorschreibt, hoch steht, wäre der preußisch« Tugend- «mister wirklich eineS solchen GesühlS fähig, die Zustände, die in Posen zu Tage traten, müßten ihn aus ewig verstummen machen! Ist e» erhört? Ein Arbeiter, der Buchbinder JaniisewSki, ««gen Verbreitung eines Wahlflugblattes— man beachte wohl, eineS WahlflugblatteS!— besten deutscher Theil obendrein an an- deren Orten keine Verfolgung nach sich zog, zu z w e i I a h r e n G«- s i n g n i h verurtheilt, um zwei Jahre seines LebenS bestohlen, liegt seit seiner im April dieses Jahres erfolgten Verhaftung in Ketten, «eil— man höre nur— einer seiner Mitgefangenen in einem früheren, nicht minder haarsträubenden Prozeste einen Beireiungsversuch ««macht! Wai dem gemeinsten Diebe, dem schuftigsten Betrüger gegen- über nicht gethan wird, daS wird einem ehrlichen Arbeiter gegenüber «rigewendet, der kein anderes Verbrechen begangen, als bei den Reichs- tagSwahlen für die Partei seiner Ueberzeugung zu wirken. Wo ist heute «och ein Staat, in dem dergleichen möglich wäre— heute, wo alle Ver- fastungen die Meinungsfreiheit, die Gleichheit Aller vor dem Gesetz aus- drüiklich garantiren? Welchem rechtlich denkenden Schweizer aller Par- Seien treibt eS nicht das Blut der Entrüstung in das Gesicht, wenn er solch schändliche Grausamkeit vernimmt! Und noch länger als JaniisewSki— seit zehn Monaten!— siegt der Student S l a w i n s k i auL Russisch-Polen in Ketten— wie- derum, weil ein G e n o s s e von ihm seinerzeit in W a r s ch a u— d. h. sii Rußland— sich der Verhaftung durch die zarische Polizei mit der Waffe in der Hand widersetzt hat, während sein eigenes Vorgehen eben- falls nur in der Verbreitung sozialistischer Schriften besteht. DaS ist die Kultur des heutigen Deutschland! Und waS ist daS Recht im heutigen Deutschland? Daraus ertheilt die Antwort der Staatsanwalt Martins. Wai dieser Streber, der von Amtswegen dazu berufen ist, dem Recht unbedingt Geltung zu ver- schaffen, besten Pfiichtgebot also strengste Wahrhaftigkeit sein soll, im Verlauf des Prozestei in Bezug auf da« direkte Gegenth-il ge- leistet, das übersteigt alles bisher in irgend einem Lande der Welt Da- gewesene. Daß Staatsanwälte im Uebereifer tendenziös entstellen, kommt «ohl auch anderwärts vor, daß ein Staatsanwalt aber direkt lügt, daß er die Lüge verherrlicht, das blieb Herrn Staatsanwalt Martins vor- behalten. Die Angeklagten des Prozesses waren, soweit sie überhaupt politisch thätig waren, sammt und sondert Sozialdemokraten, verschiedene sollen den„Sozialdemokrat" verbreitet haben, bei einem derselben aber war «in Exemplar der„Freiheit" gefunden worden. Was thut Herr Mar- sins* Um ein recht hohes Strafmaß zu erzielen, zieht er die ganze «narchistische Literatur, namentlich auch den von dem elenden Peukert herausgegebenen„Rebell" in die Untersuchung. Aber damit noch nicht zufrieden, lügt Herr Martin:„Rebell",„Freiheit",„Sozialdemokrat" nennen sich gegenseitig„Bruderorgan e". Wir zahlen dem Hüter des Rechts sofort 10,000 Mark, wenn er uns eine einzige Nummer des »Sozialdemokrat" namhaft macht, worin anarchistische Blätter von unS Bruderorgan« genannt werden. Eine zweite Lüge des Martins, erster Staatsanwalt am Landge- richt Posen, ist von dem Vertheidigcr Dr. Meschelsohn sofort a n g e- «agelt worden.„Mögen Sie schütteln(nach der Anklagebank gewen- det) soviel Sie wollen, log Herr Martins in der Verhandlung vom 13. Januar, möge sich die sozialdemokratische Partei drehen und wenden wie sie wolle, den Reinsdorff kann sie von ihren Rockschößen nicht ab- schütteln, denn dieser wird im„Sozialdemokrat" als„Genoste" be- zeichnet". Darauf antwortete ihm Hr. Meschelsohn am 2g. Januar: „Der Herr Staatsanwalt sagt: Im„Sozialdemokrat" wird ReinS- dorff„Genosse" genannt. In dieser Beziehung ist wohl dem Herrn Staatsanwalt ein starker Jrrthum passirt. Im„Sozialdemokrat" ist folgendes zu lesen:„Reinsdorfs und Genossen. Dann kommt ein Strich und hierauf ein Artikel, in welchem die Thaten Reinsdorst's oli hirnverbrannt, als die Thaten eineSWahnwitzigen bezeichnet werden. Das ist doch etwas wesentlich Anderes." Nun, es ist eben das direkte Gegentheil. Und wenn Herr Dr. Meschelsohn nur von einem„starken Jrrthum" spricht, so erklärt sich das durch die nun einmal in der osfiziellen Welt üblichen Umgangs- formen, die es verbieten, einem„edat" in'« Gesicht zu sogen, daß er «in ist. Thatsache ist, daß Herr Martins die Unwahrheit gesagt, und daß er die Unwahrheit wider besseres Wissen ge- sagt, denn er hat unser Blatt sehr sorgfältig studirt. Eine Unwahrheit «ider bissereS Wissen ist eine Lüge. Und eine Lüge, um Jemand UebleS zuzufügen, um ihn zu schädigen, ist eine gemeine, nichts- würdige Lüge. Einer der Hauptzeugen im Prozeß war der von uns früher bereits I«kennzeichnete„Schutzmann" R a p o r r a. Von diesem Biedermann «ht fest, daß er sich nicht nur als Sozialdemokrat aufgespielt, um dai Vertrauen der Angeklagten zu gewinnen, sondern auch mit ihnen gezecht, sie traktirt und in provokatorischster Weise„ermuntert" hat. In der Sitzung vom 14. Januar z. B. sagte der T schler Grzadkiewicz «uS, daß Naxorra, den er damals nur als Tischlergefellen kannte, eine» Abends nach Auflösung einer Versammlung zu ihm in die Wohnung gekommen sei, es könne dies Anfang Januar v. I. gewesen sein, und geäußert hätte,„da untenausderStraßeseiRevolutio n", und etwas später,„wenn wir Säbel und Stöcke hätten, könnten wir losschlage n". Und Naporra, hierüber befragt, gab auch die Möglichkeit zu, eine solche Aeußerung gethan zu haben. Zwei Tage hinterher, am 16. Jan., zog er freilich dies Zugeständniß zurück, aber kein vernünftiger Mensch wird diese später««bleugnung über vas unter dem Eindruck des direkten Vorhalts gemachte Geständnih stellen wollen. Run, von diesem Naporra, von dem serner fest- steht, daß er in einem früheren Prozeß ruhig mitansah, wie ein naher Verwandter von ihm(d.r Schwager seine» Bruders), der zu seinen Gunsten aussagte, seine Veiwandlschoftsteziehung verschwieg, dessen Rechtsgesühl zu diesem Betrug stumm war, von diesem Naporra, der einem der von ihm„beobachteten" Arbeiter, dem Schreiner Witt- k o w i k i, mit einem Judaskuß denselben„Sozialdemokrat" in die Hand drückt, wegen dessen ang-blicher Verbreitung Wittkowski zu 30 Monaten Gefängniß verurtheilt worden ist, von diesem Elenden sagt der erste Staatsanwalt eineS preußischen Landgerichts:„Alles, was gegen Na- porra vorgebracht worden ist, ist ebenso viel werth, als der Hauch «uf«inenSpiegel, als der Reif, der derMorgenröthe vorangeht"— Vergleiche, welche die zarteste Unschuld charakterrsiren, für einen Menschen, der eingestandenermaßen gelogen und betrogen hat. Welch' ein Hüter deS Recht? und der Gesetze! Welch' ein Rechtszu- stand, bei dem ein Staatsanwalt so offen feine Mißachtung der Wahrheit ausdrücken darf! Welch ein Kulturzustand, bei dem«in solcher Staatsanwalt nicht vor dem Sturm der allgemeinen Entrüstung sofort seines Amtes entsetzt wird I Allgemein« Entrüstung? Seine» Amtes entsetzt? Und weil er wie« derholt gelogen? Dos fällt uns da ein I Wer auf der Höhe der Kultur steht, entrüstet sich höchsten» über einen richterlichen Beamten, der— dieWahrheitsagt. — Schon mehr in'» Grotesk-konttfche gehend, aber grade deshalb nicht minder bezeichnend für den Geist de» RechlShüterS Mar« t i n S sind folgend« Aussprüche: „Lassalle hat einmal auf die verdammte Bedürfnißlosigkeit der Arbeiter hingewiesen. Dies Wort ist derartig gedeutet worden, daß die Arbeiter all ihren Verdienst verjubeln sollen."— Sämmtliche deutsche Klassiker gegen«ine Rede d«S Herrn Martin», wenn er uns ein sozial- demokratisches Blatt nennt, norm da» geschrieten steht! „In der sogenannten Gründerperiode konnte man in gewissen Gegen- den unsere« Vaterland«» nur vierter Klasse fahren, man war sonst ge« fährdet, mit übermüthigen sozialdemokratisch, n Redensarten belästigt zu werden, denn die zweite Wogenklasse war gewöhnlich von den Arbeitern besüllt, in deren Kreisen der Champagner in Strömen floß." Von dem üppigen Leben der Arbeiter in der Gründerperiode ist seiner- zeit viel geflunkert worden, zu derartigen, ebenso perfiden wie abge- schmackten Uebertreibungen hat sich aber daS ärgste Schwindelblatt nicht aufgeschwungen, daS blieb dem ersten Staatsanwalt am Landgericht Posen vorbehalten. „Im Monat November 1886 schreibt Konopinski auS Posen nach Paris: Wir müssen in Posen ruhig sein bis zu den Wahlen, die Wahl- »eitel müssen sehr bald fertig gestellt sein. Sie sehen, meine Herren Richter, wie weitsichtig die Leute sind. Der Reichstag wurde bekannt- lich ausgelöst Mitte Januar 1887, die Wahlen erfolgten am 21. Febr. 1837. Allein die Leute wußten schon im November 1886, daß die Wahlen unmittelbar bevorstehen, sonst hätte die Bemerkung von der Fertigstellung der Wahlzettel gar keinen Sinn." Also auch die„Weitsichtigkeit", die in diesem Falle beiläufig nur in der Phantasie deS Herrn Martins besteht, ein Verbrechen! J�der ohne Voreingenommenheit Urtheilende kann au» diesem Brref nichts heraus- lesen, als daß die Angeklagten das Hauptgewicht aus die Wahlen— eine durchaus gesetzliche Thäligkeit— legten, Herr Martins aber braucht Stoff zum gruselig machen und dichtet dm einfachen Arbeiter in einen unheimlichen Prophet-n um. Er soll noch vor den SeptennatSdebatten gewußt haben, daß Bismarck den Reichstag auslö en werde. Wäre etwas daran, wie kompromittirend für— Bismarck. Jndch müssen wir dieS- mal den Reichskanzler in Schutz nehmen, der Passus erklärt sich aus der wundervollen Polizeiwirihschaft in Posen, die den Arbeitern jede politische Agitation, außer zur Zeit der Wahlen, unmöglich macht. Da« weiß Herr Martini natürlich so gut wie wir. aber mit dieser einfachen Erklärung würden die Hinweis« auf„Freiheit" und„Rebell" zum großen Theil hinfällig werden, und darum verschweigt er den wahren Sachver- halt und verlegt sich aus's— Dichten. So ist der Mann beschaffen, der geschworen, überall die Wahrheit auszudecken und das Recht zu schützen,„so wahr mir Gott helfe". Und ihm wird geholfen werden, Orden und B-sörderung warten seiner. Er hat sich wohl verdient gemacht um die Ordnung und die Moral deS Reiches der Gottesfurcht und frommen Sitte. — Der Posener Gerichtshof hat sich, wie übrigens auch bisher in allen Eozialistenprozeßen, des Posener Staatsanwalts w ü r d i g erwiesen. Er hat die wahrhrst drakonischen Anträge desselben fast unverändert angenommen. Es wurden verurtheilt: S l a w i n s k i zu 2'«, W i t k o w s k i und Konopinski zu je 2'/,, M a k o w s k i zu 1',«. Janiszewski 1'/, Jahren Gefängniß. Bonden übrigen elf Angeklagten wurden sieben zu neun- bis viermonatlichem Gefängniß verurtheilt, und vier, denen abso'ut nichts nachgewiesen werden konnte, wurden freigesprochen. Die Verbrechen aller Ver- urtheilten bestanden— wir wiederholen es— ausschließlich aui Hand- lungen, die erst durch das Sozialistengesetz und die reichs- gerichtlichen„R-chts"- Auslegungen zu Verbrechen gestempelt worden sind. Unser braver Genosse Janiszewski muß, einzig und allein, weil er für sozialistische Wahlen thälig war, zusammen 3>/, Jahr hinter Kerker- mauern zubringen, nachdem er schon früher aus gleichem Grunde, gegen 2 Jahre seine« Lebens dem Moloch des Sozialistengesetzes hatte opfern müssen. Kein Wort des ganzen Sprachschatzes ist scharf genug, um solche Richter zu kennzeichnen. Aber der Gerichtshof hat sich selbst am besten gekennzeichnet, indem er Jhring-Mahlow und Naporra als völlig glaubwürdige Menschen anerkannte. Mehr braucht es nicht. Das Ehrenzeugniß für die beiden politischen Falschspieler ist auch— das Ehrenzeugniß für Landgerichtsdirektor Hausleutner und seine Kollegen. Denn sie sind alle, alle ehrenwerthe Leute! — Die Debatten über die neue Sozialistengesetzvorlage haben mit der Verweisung derselben an ein- Kommission geendet. Wir behalten uns vor, auf besonders charakteristische Einzelnheiten der Redeschlacht zurückzukommen, sobald wir den stenograph schen G. sammt- bericht in Händen haben, indeirWwir inzwischen unsere Leser auf die Berichte der Tagespresse verweisen, die freilich viel Ungenauigkeiten enthalten. Mit Rücksicht darauf, und bei der Bedeutung der von Singer und B-bel gemachten E> t iillungen werden wir in den nächsten Rum- mern dre ausgezeichneten Reden unserer beiden Genossen vollsiändig nach dem stenographischen Bericht zum Abdruck bringen. Für heute beschrän- ken wir uns aus folgendes Resume: FürdieErpatriirung erklärten sich die Konservativen, für Verschärsungen, aber gegen die Expatrirrung die Freikonservativen, für die einfache Verlängerung auf zwei Jahre die Nationalliberalen und ein Theil deS Zentrums. Gegen die Verlängerung der größte Theil deS Zentrums, sowie die Deutsch-freisinniqen, die Polen und selbfiverständ« lich die Sozialdemokraten. Die Elsässer glänzten durch Abwesenheit— es handelte sich ja nicht um Schutzzölle! vom besten aller möglichen WirthschaftSshsteme. Die segenspendenden Wirkungen der kapital'stischrn E genthumsoronung erhalten durch zwei, im österreichischen Reichsrath eingebrachte Jnter- pellationen eine recht lehrriche Beleuchtung. Wir lesen darüber in der Wiener„Gleichheit": Zwei Interpellationen(Derschatta und Heileberg) richten sich gegen eine Frachtbegünstigung, welche die N o r d b a h n, d. h. ihr Groß- aktionär Rothschild, den Koblerhändlern von Gutmann gewährt«. Rothschild alS Nordbahn-Aktienbesitzer gewährt dem Roth- schild al« Besitzer der Ostrauer Kohlengruben auf diese Weise die Möglichkeit, dem Rothschild als Großaktionär der S ü d b a h n die Kohlen bill-ger zu liefern, als das die Kohlenbergwerke in Steiermark und Krain können. Dadurch erhöht er zunächst seinen Absatz, richtet aber auch zugleich die alpinen Kohlengruben zu Grunde und kann sie später billig kaufen. Wenn da» geschehen ist, wird er es wahrscheinlich vorziehen, für seine S ü d b a h n alpine Kohle zu ver- wenden. Mittlerweile freilich werden in Steiermark und Krain„viele hunderte Arbeiterfamilien, somit viele tausend Menschen mitten i m W i n t e r i h r e r Ar b e it u n d ihres Erwerbes beraubt und schonungslos der Roth und dem Elend preisgegeben"(Interpellation Heilsberg) und in K ö f l a ch allein sind schon 2S0 Arbeiter entlassen w o r d ebi. „Alle Bemühungen, da» sozial- Elend, die herrichende Nothlag« unserer Arbeiterbevölkerung zu lindern(Wessen Bemühungen mögen da gemeint sein? Die Red), weiden deroestalt zu Schanden gemacht, lediglich um der Unersättlichkeit einiger Millio- näre willen, welche unter dem Schutze des Hauses Rothichild und der von diesem abhängigen Nordbahn noch mehr verdienen wollen, un- bekümmert, ob dadurch die Früchte jihrelanger produktiver Arbeit Anderer zerstört, Hui derte und aber Hunderte wohlgeschulter Arbeiter zu Proletariern gemacht werden. Erne derartige Ausnützung derMacht desGroßkapitals ist„geradezu gemeinschädlich zu bezeichnen und sie muß an sich die Regierung zu en-rgischen Maßnahmen herausfordern."(Jnter- pellation Derschatta.) Der hier geschilderte Vorgang ist«in so all- täglicher, das Auffressen der kleinen Kapiialisten durch die großen, und die gleichzeitige Ueb.rflüssigwerdung und da« Zugrundeg he» von Ar- beitern ist so sehr die e-nz ge Form, in der sich da« moderne Wirth- schaftsleben bewegt, das Alles ist vor Allem so gesetzlich, daß unsern Lesern die Zumuthung an den Staat, hier einzugreif-n, gewiß auffallend sein wird. Seit wann hat der Staat die Macht oder auch nur den Willen, brotlose Arbeiter vor dem Hungertode zu schützen, und w-lches Recht hat man, derlei unverschämte Zumuih-n.en an ihn zu stellen? Nur ruhig! Ein solcher Rechtsdruch liegt auch hier nicht vor. Die Ausbeuter allerorts brauchen nicht zu erschrecken und auch Rothschild kann überall seine„Geschäste" weiter machen, ohne sich darum zu küm- mern, daß etwelche Hunderte von Arbeitern zu Grunde gehen. Denn auf«inen so absurden Gedanken konnten die Herren Abgeordneten doch nicht kommen, den Staat an eine Pflicht zu mahnen, von der er nichts weiß, die er nicht kennt, an eine Pflicht, den Kohlenarbeitern in Steier- mark und Krain ihr Recht aus Arbeit zu sichern! R-in, nicht an den Staat alS Fürsorger der Armen wird appellirt und kann appell>rt werden, sondern einfach an den Siaat als— Nordbahninteressent. Nach dem Uebereinkommen d-s Staates mit der N rdbahn gebührt ihm näm- lich die Hälfte des über 10 Perzent leichenden MehrertiägnisseS derselben. Nachdem nun die billigen Tarife die Norddahn und somit den Antheil deS StaatiS schädigen, hätte der Staat ein Recht, einzugleisen. Wir fürchten, Rothschild wird den büchellichen Beweis liesern, daß er an dem Geschäft auch als Nordbahnakuovär ein gutes Siück Geld verdient, daß somit der Staat auchzufr reden sein kann und muß, daß somit AlleS am besten steht in dieser besten aller Welten.— Xsss steirischen Kohlenarbeiter werden aber wahrscheinlich warten müssen, b.s Herr Rothschild die Bergwerke und sie mit ankauft— wenn sie b» dahin noch nicht verhungert sind." So die„Gleichheit". Natürlich wird sie Recht behalten. Wer wird der Wiener Regierung zumuthen wollen, dem soeben in den Kreis der AuSerwähltesten der Auserwählten des Kaiserlichen Hofes aufgenom- menen Baron feinen legitimen Profit— und der Profit ist ja der Rechtstitel seiner barönlichen Legimität— zu beeinträchtigen? Etwa die sich als Opposition geberdenden Deutschthümler? Die wird die Wiener Regierung an den von ihnen so himmelhoch belobhudelten Ber« liner Reichskanzler verweisen, auf seinen Hymnus auf die Millionäre und seine Zollpolitik im Interesse der Millionäre. — Zur Frage der Taktik. Der Verfasser der Notiz„Eine Kon- sequenz" in Nr. t des„S.-D." schreibt unS: „Meine Bemerkung, daß nach Annahme des ExpatriirungSgesetze» die Taktik geändert werden müsse, weil voraussichtlich da» Wählen unmög- lich gemacht werde, ist von verschiedenen Seiten so aufgefaßt worden, als liege in meinem Vortrag entweder ein Zugeständniß an den„Anar- chismuS" oder ein„die Flinte-ins Korn Werfen" Run— nach beiden Richtungen hin besitze ich ein reines Gewissen; solange ich im politischem Kampf stehe, habe ich— unter schlimmere« Verhältnissen als den jetzigen— noch niemals auch nur entfernt an die Möglichkeit gedacht, daß der Kampf aufgegeben werden könne. Und waS den Anarchismus betrifft, so kann Niemand, in theoretischer wie prak- tischer Beziehung, ihn geringer schätzen, als ich es thus. Aber gerade weil ich das Phrasenthum Haffe und den wirklichen, wirksamen Kampf gegen unsere Feinde will, habe ich eS für meine Pflicht gehalten, auf die Konsequenzen des Expatiiirungsgesetzes aufmerksam zu machen. Daß dasselbe sich speziell gegen die parlamentarischen Ver« treter der Partei richtet, ist von den Urhebern des G-setzeS mit zynischer Offenheit zugegeben worden. Und daß von einem Wählen nicht mehr die Rede sein kann, wenn jeder Gewählt, mit dem Mandat den Verbannungs-Ukas erhält, das scheint mir so selbstverständlich, daß ich in der That nicht begreise, wie Jemand da noch einen Zweisel hegen kann. ES ist mir nicht eingefallen, zu verlangen, sobald daS Verbannung»« gesetz angenommen fei, sollten unsere Abgeordneten unverzüglich in cor- poro ihr Mandat niederlegen, und ich halte den betreffenden Vorschlag Harm's für recht ungesch-ckt. Unsere Abgeordneten stehen auf einem Ehrenposten, den sie nicht ver« lassen dürfen. Sie müssen die geplante Brutalität an sich heran« kommen lassen und dürfen nur der Gewalt weichen. Das betrachte ich— und betrachtete ich von vornherein— al» selbst« verständlich. Aber wie nun— und d a s ist der Fall, den ich im Auge hatte und den wir meines ErachtenS im Auge haben müssen— aber wie nun, wenn unsere Abgeordneten expatriirt werden? Sollen wir dann neu« Kandidaten für die Expatriirt-» wählen? Daß man eS einmal versucht, dagegen habe ich nichts— allein auf die Dauer geht da» nicht. Wir wollen nicht die Frage auswerfen, ob sich auch stets die ge- eigneten Kandidaten finden würden, denn angesichts des bewährten Opfermuthes der Genossen würden sie sich finden. Aber hätten wir ein Recht, sie ins Exil zu schicken? Können sie den Partei im Lande nicht mehr nützen? Arbeiteten wir durch ein solches Vorgehen der Polizei nicht direkt in die Hände, indem wir ihr die Proskriptionslisten schrieben? Um eines Phantoms willen würden wir unsere tüchtigsten Genossen auf- opfern und dadurch die nothwendige taktische Festigkeit der Partei erschüttern. Daß die Kandidatur der Verbannten nicht angeht, habe ich be« reits auseinandergesetzt. Die für st« abgegebenen Stimmen wären ein« fach un giltig und würden also nicht gezählt. Man muß doch über die Nase hinaussehen. Und über die Tragweite des ExpalriirungsgesetzeS uns Täuschungen hingeben und die Genossen in Täuschungen wiegen, das wäre sehr schlechte Politik. Die Bedeutung des Wählen« weiß ich sicherlich zu schätzen; doch ein Werkzeug gebraucht man, um>ine Wirkung hervorzubringen. Leeres Stroh dreschen und Hiebe in die Lust thun— ist aber keine Thätigkeit, die eine ernsthaft« Wirkung haben kann— sie ist höchstens lächerlich. Und ein zweck- und wirkungslose« Wählen— d. h. wirkungslos, soweit eS sich um den Zweck des Wählens handelt— würde nicht nur keinen agitatorischen Werth haben, sondern positiv demoralisiren. Ich erinnere nur an die Ausführungen Lassalle'S über zwecklose» Wählen und Wahlkomödien. Was er in der KonfliktSzeit sagte, gilt heute mit verzehnfachter Kraft. Gerade ein zweck« und wirkungsloses Wählen würde thatsächlich ein„dieFlint« ins Korn werfen" sein. Haben wir denn nicht andere Agitationsmittel? Ist denn die Partei nicht im Stand, den Kampf mit ungeschwächten Kräften mit verdoppelter Energie fortzusetzen— ohne in anarchistisch« Polizeidummh-iten zu versallen? Da habe ich von unserer Partei doch eine bessere Borstellung. Genug für jetzt— wir werden Gelegenheit haben, uns noch weiter mit dieser Frage zu beschäfiigen, welche die Masse der Parteigenossen zu meiner lebhaslen Freude sehr ernsthaft beschäftigt. Und noch Eines: ich habe anregen und nicht einen Streit» puukt in die Partei wersen wollen. Was zu geschehen hat, wird allseitig geprüft werden, und was beschlossen wird, dem hat sich Jeder zu unterwerfen— und wird e s gern thun. — Wo find die Schuldige«? Aus Möckern bei Leipzig erhalten wir folgende Zuschrift: Emil Max Gotthard Schrei» b-r, Soldat der 11. Komvagnie, 7. Inf. Regiment Nr. 106 Prinz Georg, schnitt sich wegen Mißhandlungen seitens seiner Vorgesetzten die Pulsadern auf und wurde im Waschraum de» 3 Bataillon« todt aufgesunden. Von Soldaten der Kompagnie ist er« zählt worden, daß Schreiber(der von Beruf Brauer ist und früher in d-r Altienbrauerei Gohlis beschäftigt war) auf eiue Leiter gelegt worden sei und ihm die Glieder angezoge«(„lang gezogen") worden seien. Auch hätten die Vorgesetzten, damit er lerne, die Waden besser durchzudrücken, auf ihu kuieen lassen. Weiter haben Kameraden Schreibers erzählt, sie hätten in der Schule nicht so viel Maulschellen erhalten als in der 11. Kompagnie u. A. mehr. Die II. Kompagnie steht unter dem Befehl des Hauptmann's von Dürkhoff, der Name deS Feldwebels ist Graul, der deS ViceseldwebelS L e i t e r t. Die« die Zuschrift, deren Angaben zu prüfen wir natürlich nicht in der Lage sind. Wir veröffentlichen sie aber, um zu veranlaffen, daß von der zuständigen Stelle aus Untersuchung erfolge. Unser Blatt wird ja von den deutschen Behörden aufmerksam gelesen, so daß wir nicht zu befürchten brauchen, daß diese Notiz ihrer Kenntnißnahm« entgeht. Zur größeren Sicherheit werden wir ab-r noch dafür Sorge tragen, daß ein« genügende Anzahl Exemplare dieser Nummer an daS Kommando des obendezeichncten Regiments gelangt, kurz, nicht» unterlassen, was uns.rseits dafür geschehen kann, daß diejenigen zur Rechenschaft gezogen werten, die Schreiber in den Tod gelrieben haben. Denn daß«in 21jähriger gesunder Mensch sich aus reinem Uebermuth die Pulsadern auflchneidet, wird uns niemand weiß machen. Warten wir nunmehr ab, ob die Untersuchung eingeleitet werden wird, welchen Charakter sie trägt und welches Resultat sie er- geben wird. Von dem Ersolg dieser Notiz werden wir unsre Leser seinerzeit in Kenntniß setzen. — Eine treffende Bemerkung über Verschwörungen finden wir in der Lvndoner„Justice". DaS Organ der sozialdemokratischen Federation schreibt: Es werden, wie wir hören, Versuche gemacht, die Mitglieder der soz aldemokratischen Federation zum Eintritt in anarchistische oder sich al» Fenier bezeichnende Gruppen zu veranlassen, die wir im Augenblick noch Nicht genügend kennen. Daß geheime Veibindungen eines Tages selbst in Großbriianien nothwendig erscheinen können, sind wir bereit zuzu« gestehen. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß e«, ausgenommen unier sehr schwerem inneren und äußeren Druck, unmöglich ist, ein« große geheime Konspiralion durchzuführen, und solange die freie Rede, freie Versammlung, sreie Propaganda und freie Presse nicht ausgeh be» sind, wäre die Gründung einer geheimen Verbindung nur ein Mittel, der Regierung in die Hand|u arbeiten und eine Prämie auf das Handwerk der Polizeispion«, von denen in jeder Gruppe einer zu finden wäre, zu setzen. Außerdem würde ein« geheime oder selbst eine offene Gesellschaft, wie man sie jetzt vorschlägt, mit ihren Zentren und Haupt- t«ntren, sollte sie irgend erfolgreich sein, einen vollständigen Despotismus darstellen unter der absoluten Herrschaft eines Individuums. Sind unsere Genoffen bereit, ihre Organisation aufzugeben und sich durch irgend eine Nummer ihrer Gruppe zur Verfügung einzelner unbekannter Individuen zu stellen? Denn das ist es, was der Vorschlag bedeutet, obgleich wir überzeugt sind, daß die Urheber e» durchaus ehrlich meinen. Mazzini war einer der größten Meister der Verschwörungskunst, den die Welt je gesehen. Wir werden gelegentlich seine Ansichten über diesen Gegenstand unser» Lesern vorlegen, und wollen Tichomiroff, Stepniak und Michael Davitt bitten, diese zu vervollständigen. Inzwischen em- pfehlen wir überall strengste Vorsicht. Geheime Verbindungen wirken sehr verführerisch, aber ste sind auch sehr gefährlich. — Et« Beitrag zur Frage der Unterstützung der Gemast- regelten«nd Verfolgten. Aus Parteikreisen erhallen wir folgende Zuschrift: Gin Blick in den Rechenschaftsbericht des jüngst abgehaltenen Parteitages in Schönenwegen bei St. Gallen zeigt uns, daß der weitaus größte Iheil der von den Genoffen Deutschlands und des Auslands(inSbeson- ders Amerikas und der Schweiz) aufgebrachten Gelder zur Unter- stützung gemaßregelter und ausgewiesener Genoffen und zur Deckung der Gerichts- und Gesängnißkosten verbraucht wird. Nun wirthschaften die ausübenden Organe des Schandgesetzes in einer Weise, daß selbst die im ausgiebigsten Maße gezeigte Solidarität unserer Partei, besonders wenn die neuen Verschärfungen und die g- plante Landesverweisung in Kraft treten, nur schwer gleichen Schritt halten kann. Wenngleich man dem Opfermuth der Genoffen allerorts das größte Lob zollen muß— man denke an die Gelder, die örtlich aufgebracht werden, um die Opfer des Guerillakriegs und deren Familien zu unterstützen, und die da» Doppelte und Dreifache der im Rechenschaftsbericht angeführten Summen des Unterstützungsfond» betragen— so kann doch, wenn der B-düestigen zu viele werden, der opferfreudigste Muth erlahmen. Von diesen Bor- aussetzungen ist jedenfalls auch der Parteitag ausgegangen, als er den Antrag annahm: „Der Parteitag möge beschließen, ein Bureau für Arbeits- Nachweis zu Gunsten verfolgter und gemaßregelter Genossen für Deutschland ins Leben zu rufen." Durch ein solches Institut könnten die vom Ausnahmegesetz betroffe- nen Personen eher untergebracht, d. h. eS kann ihnen eher Existenz ge- boten werden und die Unterstützung in den meisten Fällen wegfallen. Derart können die Genoffen mehr Mittel zur Agitation, die noch in vielen Industriezentren, namentlich aber auf dem Lande sehr noththut, erübrigen und das Resultat ist: die Partei gewinnt durch Verbreitung unserer Literatur und durch systematische Agitation unter den der Be> wegung fernstehenden VolkSmaflen immer mehr an Kraft und Bedeu- tung. Dieses Resultat in jeder Weise zu beschleunigen, muß unser eifrig- steS Bestreben sein, denn infolge der immer kraffer zu Tage tretenden, durch das heutige Wirihschastssystem gewaltsam gesteigerten V e r- armung einerseits, und des Verlustes des Koalitionsrechtes anderseits wird die arbeitende Bevölkerung immer mehr entnervt. Schreiber dieses und viele, von diesem elendesten aller Gesetze betroffe- nen Genossen find nun der Meinung, daß die Kommission ihr Haupt- cugenmerk vor allen Dingen darauf richten soll, die der Bewegung angehörenden Genossen, welche überhaupt in der Lage find, Arbeiter zu beschäftigen, dringend aufzufordern, wenn irgend möglich, politisch gemaßregelte Personen einzustellen. Bei diesen, wie bei allen andern ehrlich denkenden Arbeitgebern werden «S die Hüter der„Ordnung" nicht so leicht versuchen, den Arbeiter wieder außer Stellung zu bringen, wie dies jetzt allenthalben geschieht. Bald schickt man die Ausweisungsordre in das Komptoir des Geschäfts, bald erscheinen Beamte daselbst und bringen eine Vorladung mit der lakoni- schen Bemerkung:„Wir sind Kriminalbeamte", so daß der Prinzipal dann glaubt, Wunder was für Verbrecher er im Geschäft habe, und was der- gleichen Kniffe find. Oder aber, und das ist«ine der beliebtesten Metho- den, man erklärt direkt:„Der Mann ist Sozialdemokrat, ist ausgewiesen, schon bestraft, solche Leute werden Sie doch nicht behalten?" Und in den meisten Fällen erreichen diese H— etzer ihren sauberen Zweck, zumal wenn der Besitzer des Geschäftes fanatischer Kartellbruder ist oder das Jweifelhaste Glück hat, hie und da städtische Arbeiten zu erhalten, die fast immer in Submission vergeben werden. Andererseits besorgen die feflgeschloffenen Vereinigungen der Unternehmer daS Ge- ich äst, einen mißliebigen Arbeiter dadurch zu ächten, bezw. außer Arbeit zu bringen, daß sie ihn als notorischen Wühler, als Mitglied irgend einer Kommission oder eines FachvereinS denunziren. Das genügt dann meist, da» Gewünschte zu erzielen. Der Arbeiter wird auf die Straße gesetzt, wird brodlos. Und wie steht es auf der andern Seite aus? Sogar in Geschäften, deren Inhaber auf den Titel Genosse Anspruch machen, und die vor- wiegend von der Kundschaft der klassenbewußten Arbeiter leben, werden oft fast nur indifferente Leute beschäftigt. Macht man auf diese« Miß- verhältniß aufmerksam, so hört man gewöhnlich einwenden: Ja, die Leute sind einmal da und können auch nicht ohne Weiteres aufs Pflaster gefetzt werden. Ganz recht. Aber man sollte doch da den Grundsatz üben, überall, wo es thunlich ist, in erster Linie oerheiratheten Gemaßregelten oder Ausgewiesenen, besonders wenn ste als b e r u f S t ü ch- t i g und verträglich erprobt find, Arbeit zu bieten oder zu ver- Mitteln. Würde z. B. in Arbeit befindlichen ledigen Arbeitern auSsin- andergesetzt, ein Verheiratheler, ausgewiesen und schon lange vergeblich Arbeit suchend, könne untergebracht werden, dasern jüngere Kräfte den Platz räumten oder wenigstens die Arbeit theilten, bis bessere Gelchä'ts- konjunkturen eingetreten, so würde sicher in den meisten Fällen ein Ein- sehen walten, und ein schwerbedrängter Arbeiter wäre untergebracht und könnte, wenn auch unter erschwerenden Umständen, wenigstens leben. So könnten da und dort die Reihen der Unterstützungsbedürftigen allmälig gelichtet werden. Für unverheiraihete, noch nicht mit den Be- Hörden in Kollision Gekommene ist aber eher Aibeit zu finden. Sollte es der Kommission gelingen, in dieser Hinsicht Abhilf« zu schaffen, so wäre schon ein großer Fortschritt erzielt. EL Dies die Zuschrift. Wir verhehlen uns die Schwierigkeiten nicht, welche sich der Verwirk- lichung diese» Vorschlags entgegenstellen, halten ihn aber unter allen Umständen durchaus der Erwägung werth. Es ist hiebet noch Folgendes in Betracht zu ziehen. Je mehr wir anerkennen, daß die Ausführung einer solchen Unter« stützung dem einen Theil die höchst« Selbstverleugnung im Dienste unserer Grundsätze auferlegt, desto mehr, glauben wir auch, würde anderseits jene krankhafte Neberschätzung des„Parteimartyriums" seitens Betroffener schwinden müssen, welche den Opfermuth der Geben- den wie der Empfangenden gleichsehr zu lähmen im Stande ist.-- Mißtrauen und Verbitterung hüben wie drüben würden verhütet werden «Nd mancher lokale Zankapfel nicht zur Schmach unserer Sache ansetzen und ausreifen können. Korrespondenzen. München, den 4. Januar 1888. Die Gemeindewahlen Haien wir nun auch überstanden. Wir stehen nicht an, eS offen auszusprechen, unsere Erfolge sind diesmal hinter den Erwartungen zurück- geblieben. Doch können wir in Anbetracht des Münchener Gemeindewahl- Gesetzes zuftieden sein. DaS Bürgerrecht Münchens hängt von einer so hohen Gebühr ab, daß eS bei dem heutigen kapitalistischen Raubsystem, »ei dem der Arbeiter von seinen Erzeugnissen nur gerade soviel erhält, als absolut nothwendig ist, um knapp sein Leben zu fristen, für diesen unmöglich ist, einen so hohen Betrag, der sich ohne Rebenspesen auf 8? bis 170 Mark, je nachdem es sich um Eingeborne»der Fremde handelt, zu ersparen. Was Wunder, wenn wir, die unbemittelten Klassen, keinen Einfluß auf die Stadtverwaltung haben. In kaum einer andern Stadt Deutschlands findet sich eine solche Unsumme von Beschränktheit im Rathhau» konzentrirt wie hier. Von den sogenannten Liberalen«nd besonder» von den Ultramantanen wird ohne Bedenken der dümmste Kerl aufgestellt, wenn er nur blindlings hinter dem Führer dreintappt und— G« l d hat; naturgemäß bewegen sich denn auch die Verhandlungen in unfirm dunkeln RathhauS auf einem Niveau, wie es vielleicht dem ersten besten Krähwinkel nicht aber einer Kunststadt wie München«nt- spricht. Das bei den Wahlen zum Reichstag geltende allgemeine direkte Wahlrecht, so sehr eS durch die Polizei-Schandwirthschaft beeinträchtigt wird, bietet doch annähernd ein Bild der Stimmung der hiesigen Be- völkerung,— man braucht nur die drei hinter uns liegenden Wahlen, Reichstagswahl, Landtagswahl und Gemeindewahl zu vergleichen, um sich die ganze Niedertracht diese» Münchener Gemeindewahlrechts zu vergegenwärtigen. Wir haben ein scharfes Flugblatt vom Stapel ge- lassen, worin wir daS schreiende Unrecht desselben brandmarkten und namentlich darauf hinwiesen, daß es gerade die Arbeiter find, die weit- aus den größten Theil aller Gemeindeeinkünfte in Gestalt von indirekten Steuern auf Bier, Mehl, Fleisch:c. aufzubringen haben, ohne daß sie vor- erst im Stande, Vertreter ihrer Interessen in die Gemeindevertretung zu entsenden. Bor drei Jahren verhalfen wir den hiesigen Demokraten zu einem Mandat, aber Herr kröber, dies der Name des Mannes, belohnte diese H>lfe der Arbeiter dadurch, daß er in der Regel seinen demokratischen Schnabel fein sauber hielt. So hätte er eigentlich schon als Demokrat unentgeltliches Bürgerrecht verlangen müssen, aber er hat nicht einmal einen Anlauf genommen, auch nur aus eine Ermäßigung der Bürger- rechtSgebühr zu dringen. Infolge dessen und entsprechend den in St. Gallen gefaßten Beschlüssen, lehnten wir nun diesmal ein Zusammen- gehen mit diesem Volksparteiler ab. Und was that der Demokrat, be- ziehungsweise die demokratische Sippschaft? Sie ließen das demokratische Herz in die Hosen fallen und flehten bauchrutschend vor dem Thron deS schäußlichen nationalliberalen Herrgotts um gütige Aufnahme für arme Demokraten. Wohl bekomm's. Uns hat jedoch unser Mißerfolg keines- wegs entmuthigt; allezeit voran! ist und bleibt unsere Losung. Das Reich muh uns doch noch werden, allerdings wollen wir nicht ein Reich wie das speichelleckende Bismarck'sche deutsche Reich des kastrirten Bürger- thums, der Meineids-Psaffen, der Lumpen- und MeineidS-Polijet und der prostituirten Justiz. Zur Abwechslung hatten wir jüngst wieder einmal einen Geheim- bnndSProzeß. Maurer Götzensberger hatte von einem Genos» sen, welcher seinerzeit verurtheilt wurde, inzwischen aber leider gestorben ist, ein« Kiste staatsgefährlicher Schriften zur Aufbewahrung. Durch gemeine Denunziation kamen die nichtswürdigen Reichs-Schnüffler da- hinter, und eS wurde im Geheimbund kunstvoll zurechtgedrechselt, um den Prozeß fertig zu bringen.— Diesmal ausnahmsweise nicht vollständig von unserm Michel; denn als derselbe sich auf den erforder- lichen Meineid einstudiren wollte— soweit dieS bei einem so geübten Manne des Gesetzes überhaupt nöthig war— wurde er vom Schlage gerührt; die Zunge, die so viele Meineide schon geschworen, versagte ihren Dienst. Doch ein anderer hiesiger Spitzel— Auer ist sein Name— trat schnell in die Reihe.„So wahr Gott helfe" schwur dieser Ehrenmann, daß S ch a d, ein Mitangeklagter, ein hervorragendes Mitglied einer geheimen Organisation der Sozialdemokralen sei. Wenn wtiklich eine Organisation da ist, warum denn keinen Monstreprozeß, ehrenwerther Ges-tzes Hüter? Wir können dagegen konstatiren, daß Schab in sozialdemokratischen Kreisen total unbekannt ist; wie wir hören, hat derselbe thatsächlich gar keine Ahnung von dem, was Sozialdemokratie überhaupt bedeutet. Aber trotzdem er in der Verhandlung erklärte, daß er keine Ahnung von dem habe, dessen er angeschuldigt wurde, wurde er auf den Stöckereid des biedern Auer hin zu drei Monaten Gesänzniß, und mit ihm zwei andere gute Parteigenossen, Götzen- berger zu sechs Monaten und Welker zu drei Monaten verdonnert. Kommen wir von unserm neuen Wahrheitsfreunde auf unfern alten MeineidSmichel zurück. Ein anständiM Mensch wäre sicher dem Schlag- anfalle erlegen, aber es scheint, unser lieber Michel kann auS Angst nicht sterben. Wahrlich, wenn wir fromm wären, wir würden sagen, dieser erbärmlichen Kreatur ist der Lohn für ihre schandvolle unmenschliche Handlungsweise zu Theil geworden. Aber die hohen und höchsten Per- lönlichleUen im Staate, sowie unsere Bourgeoisie haben sich so lebhast interesstrt für den verworfenen Gesellen, daß unsere Münchener lokalen Versitzgruben s?), genannt„Neueste Nachrichten", jeden zweiten Tag über das Befinden desselben berichten. Sag« mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir wer du bist. Darauf zu schließen, befindet sich unsere Bourgeoisie im vorgeschrittensten Vor- faulungsprozeß. Schauß, der groß« national-miserable politische Gaukelspieler, dem die liberalen Mameluken folgen wie die Schafe dem Schäfer, stand jüngst alS Zeuge vor Gericht. Ein gewisser Morgen- st e r n, Redakteur der Wische„Blitz" und„Gemeindebürger" hatte die Redakteure L. Viereck und Dr. Sigl wegen Beleidigung verklagt, weil ste ihm Erpressung vorgeworfen. Die Beklagten traten den Beweis der Wahrheit an, und die Koryphäen Münchens, der Schauß, der Gerd- eisen u. s. w., ja sogar die Vertreter der kgl. Zivilliste mußten bestä- tigen, daß sie an Morgenstern für Annoncen, die sonst 30—40 Mark kosten, 300—400 Mark bezahlt haben, damit er(Morgenstern) ihr« schmutzige Privatwäsche nicht aushänge. Der Tausend, muß diese Wüsche stinken! Dies aber sind die Stützen unseres christlichen Staats, der in Verwirklichung der Religion der Nächstenliebe sich anschickt, Staats- bürger, die keinem Menschen etwas zu leid« gethan, sondern die nur infolge fleißigen Lernen» andere Anschauungen haben als gewisse hochge- stellte Idioten, auS den deutschen ReichSgauen zu verbannen. Nicht genug, die Leute von Haus und Hos zu hetzen und die Familien an den Rand des Abgrunds zu bringen, rufen die Reichsaussauger jetzt: hinaus aus dem Reich! Fürwahr, nette Ehristen. Eine herrliche Illustration zu dem salbungsvoll Verkündeten:„Liebet eure Feinde!" Uebrigens verlangen wir durchaus nicht die Liebe dieser Gesellschaft; wa» wir fordern ist einzig und allein Gerechtigkeit! Aber nicht nur die Herangewachsenen der Bourgeoisie find mora- lisch faul, sondern, wie die Alten summen, so zwitschern auch die Jungen. So ist eS z. B. öffentliches Geheimniß, daß in einer der bekanntesten der hiesigen höheren Töchterschulen Zustände herrschen, wie sie eher in gewissen Häusern als in einer Schule am Platze wären. Doch genug; alle diese Symptome mahnen unS, daß die heutige Gesellschaft mit Riesenschritten ihrem Beifall entgegengeht. Sie mahnen unS, wachsam zu sein und zu arbeiten. Unermüdlich für unsere Sache thätig zu sein, ist unsere erste Pflicht. Die Verurlheilung der zwei Genossen(denn den dritten können wir ja nicht zu den unsrigen rechnen, er ist absolut kein Sozialdemokrat, sondern wählte immer schwarz) hatte ein recht heiteres Intermezzo zur Folge. Ehe Götzenberger seine Straf« antrat, feiert« er mit«inigen Genossen einen Abschied. Mit anerkenneSwerther Promptheit kamen 4 Polaken und„lösten die Versammlung auf". Die„Ausgelösten" gingen darauf in eine zweite Wirthschaft, die Spitzel folgten und„lösten abermals die Versammlung auf." Run ging'« in-in« dritte Wirthschaft, ihnen nach der Schnüffler Weißbart mit seinen drei Gesellen und zirka 13-20 Gensdarmen, und abermals wurde„aufgelöst". Die Wirth« aber in einer jeden dieser Wirthschaften wurden aufgefordert, da» Faß, von dem das Bier verzapft war, zuzuschlagen, und ihnen verboten, dieser„Versammlung" irgend welche Getränke zu verabreichen. Und so wurde der Staat im Allgemeinen und Jsar-Athen im Besonderen wieder einmal von den Sozialdemokraten gerettet. Anffordernng. R. Lachner, welcher im Jahre 1881 von Genf nach Amerika au«. wanderte, wird ersucht, seine Adresse an unS einzusenden. Pit Skptdtti«« des.Lssjaldkmillrat". Wawung. Ein Eisendreher Namens Hentschel aus Dresden, Rosen- straße 32 wohnhaft gewesen und angeblich arbeitslos auf Wanderschaft, hat den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten W. Stolle, Gast- wirth in G e s a u(Sachsen) besucht und d« n u n z i r t, daß er verbotene Schriften im Bette verborgen halte. Stolle macht« von seiner"In» munität alS Landtagsabgeordneter keinen Gebrauch, sondern ließ haus« suchen. Die Durchsuchung ergab, daß die Denunziation eine fälschliche war.— Vor dem Denunzianten, Sisendreher Hentschel aui Dresden, warnen wir hiermit und erbitten dessen genaue« Signalement»Nd Mittheilungen über sein früher-S und fernere» Treiben. Die S-lPtditiin des..Siiialdemikrat-. KS. Wolle man allen unS zugehenden Warnungen stet» da» genau« Signalement rc. beifügen. L-ckspitzek-Lied.») Melodie ungefähr: Der kreuzfidel« Kupferschmied. Dreitausend Mark, heidi! per Jahr Von Seiner Exzellenz— Wie schirmt der Himmel wunderbar Lockspitzels Existenz! Kein Gentleman, kein Gentleman, Ali wär' daS ein Malheur, So bin ich denn und bleib' ich denn Agent provocateur! Spitz, spitz! die Ohren aufgeknöpft! Horch, horch! nach links und rechts. Bum, bum!„Und Alles wird geklopft Tyrannischen Geschlechts!" Fällt mir dann so«in Tölpel'rein Und brüllt:„Den Teufel, ja!" Das muß ein Anarchist- sein, Ein Anarchist, hurrah!" „Genosse, pros't!" Begleite ihn, Schüttl' ihm als Freund die Hand, Und melde schleunigst nach Berlin: Ein frischer Fisch— brillant. Aus deutschem Reichsfonds stell' ich flugs Das süße Mordsblatt her, Die„Freiheit"— kolossaler Jux! Ex'lenz, was willst Du mehr? Ach, als ich noch kein Spitzel war, Welch kreuzerbärmlich Loos! Dreitausend Reichsmark jedes Jahr, Das macht sich ganz famos. Mitunter buppert's mir von fern: „Du Schuft!" Herrjeh, ich bin Ein treuer Diener meines Herrn Und schlag' mir'S aus dem Sinn. Ich bin ein Werkzeug der Gewalt Bon GotteS Gnaden nur, Ein unentbehrlich Rädchen halt In der Regierungsuhr. Spitz, spitz! Horch, hoch! Kein Gentleman, Als wär' daS ein Malheur, So bin ich denn und bleib' ich denn �gent provocateur! Karl Henckell. ♦) Die Redaktion der„Züricher Post", der wir dies Lied entnehme», bemerkt dazu:„Lockspitzel ist in der That eine gute Verdeutschung des»xsot provocateur. Briefkasten der Expedition: Blutnelke P.: Mk. 1230«b. I. Qu.u.SchfL. sowie 40 Pf. pr. Ufds. dkd. erh. Bstllg. abg. Bfl. Weiteres.— A. G. Shn.: Mk. 8- Ab. I. Qu.u. Schft. erh. Sdg. demnächst. Adr. geordn. — S. S. Kmwn.: Mk. 12— Ab. pr. 1888 erh.— Eh. Sp. Zch.: Fr. 2 10 Ab. 1. Qu. pr. R. N. erh.— H. H. St. Gll.: Fr. 2 SO Ab. 1. Qu. u. Schft. erh.— F. Bb. Wdwl.: Fr. 2 10 Ab. I. Qu. u. Fr. I— pr. Ufd. dkd. erh.— O. Mml. Samaden: Fr. 4 70 f. Schft.-Bstllg. erb. Sdg. noch W. besorgt.— Seidenwurm: Rk. 32 40 s Cto Ab. jc. erh. Mk. 3— pr. Ggrchng. gutgebr.«f. am 24/1. beantw.— WaldemerD.: Mk. 00 72 a Cto Ab. ic. erh. Bfe.». S. am 10/1. beantw.— ffi.®. Portobello: Mk. 14— Ab. 1. Qu. erh. Bstllg. abg.— Sozialistenrlut Portobello: Mk. 21— pr. Usd., Mk. 7— f. d. Hasenrleverfond, Mk. S— sür'S Beckerdenkmal dkd. erh.— Dante: Rk. 100—»Cto Abon.»c. erh.— Die Rothen H. H.: Mk. 4— d Cto pr. H. Sch. erh. Bfl. Nähere«.— Srbeiterverein Davosplatz: Fr. S— f. d. Hafenclever- fond. dkd. erh.— Recklinghausen: Mk. 4— von 4 treuen Genossen f. d. Hasencleoersond dkd. erh.— Gy. Shn.: Mk. S— nebst Frühere» pr. Ab. bis Ende Mär, dkd. erh.— L. W. Dtschr. B-r. Zch.: Fr. 33— & Cto. Ab. 8. u. 4. Qu. pr. M. erh. Weiteres beachtet.— Neckarschlei- mer: Dagewesen u. angemerkt. Dank!— MöroS: Rk. 13 20 Ab. l. u. 2. Qu. Sch. u. Ab. 2. Qu. C. erh. Also Beide pr. Ende 2. Qu- glatt. Betr. Bild nirgends mehr zu haben. Weitere« dkd. vorgem.— A. B. Gand: Fr. 2 SO Ab. 1. Qu. erh. Die Borausbezahlung ist nicht Vertrauens-, sondern Ordnungsfrage für uns Erfragte« haben wir nicht.— L.«. Ihn.: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. erh.— Die Blöden: Mk. 20— ä Cto Ab. tc. erh. Adr. notirt. Alles abg.— Bertha M. Sro.: Fr. 10— Ab. 1. u. 2. Qu. u. Schft.«rh. Bstllg. folgt.— L. Sdr. Paris: Fr. 2 SO Ab. 1. Qu. erh.— Hermghs. Bros. St. Louis: Fr. 74 75 a Cto Ab. k. erh.— Rew-Haven: Fr. SO 65, gesammelt v. I.«ollensänger, pr. llfds. dkd. erh.— M:«dr. u. Bstllg. nottrt. — M. L. B«gh.: Rk.«3 SO pr. Usd«. von Sch. dkd. erh.— Rother Hahn: Gut. Bstllg. folgt u.»dr. notirt.— A. H. St. Gallen: Fr. 2 3» Ab. 1. Qu. und Portovergütung«rh.— Schlppe: Adr. u. Nachr. von 20/1. hier. Weiteres je eher, je beffer.— L. W. Dtschr. Ve». Zch.: Fr. 12 SO Ab.-Rest 4. Qu. erh.—(Schluß in nächster Nummer� Anzeigen. Durch Unterzeichnete ist zu deziehen: Aeryandtunge» de« Parteitags der deutsche« Sozialdemokratie in «t.«alle«. Preis: 2S Pf. so Cts. Porto und Versandtspesen außer der Schwei, kon»«,«I Lasten der Besteller. Bestellungen sehen entgegen Volkebachhamdlemg und Kxpedltion de«>,8oilsldeaokratM. Hottlncea-Zürleh. Echwelz. P«a»fftasch»ft»d»chdr»ckerei Hottinjea..