Kbonnemettts Mlknt Iii allin schweiinischin Poflbureau;, sowie beim Verlag and dessen belannten Agenien «ntgegeugmomme». und zwar zum »»«««» gahlb»««« Lierieljahrspreii von: Kr. t,— für dieSchweiz(Areuzband) OH. S,— für Teutschland(Csoudeti) sl. 1,70 ffit Oesterreich(Coudert) B». 2,50 für alle übrigen Linder de» lveitdostvereini ?«ser»te die dreigespaliene Peiii>eile 25 Si»,---- 20 Psg. Der SojialöeMrat Krgan der Sozialdemokratie deutscher Junge. Krschewt wöchentlich sin««» in Zürich(Schweiz). Verlag der »«lr«bi»chha«»li»«< Hölting««,-Zürich. Postseiiduilie» sranlo gegen frank». Bewbhnlich« Briese »ach der Schwei» kost« Doppelport«. JtS. 13* Briefe an die Redaktion und Srpediiion de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen ,Eo»ialdemokrai'«olle man unter Beobachwng Susterster Vorsicht abgehen lastm. Zn der Regel schicke man un» die Briese nicht direkt, sondern an die belannten Deckadressen. In»weiselhasien Fällen eingeschrieben. 24. März 1888. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Zur rechtzeitigen Kenntnitznahme. Bei Quartalschluß W müssen sämmtliche Briefabonnements-m« baar vorausbezahlt werden. Belastungen auf Conto-Jnhaber finden also nicht statt. Allen Bestellungen auf direkte oder indirekte Brieflieferung ist ohne jede Ausnahme die volle Baarzahlung beizulegen. Alle nicht ausdrücklich wi ederbestellteo Brief- Abonnenten werden mit Nr. 14 gesperrt. Ersatz für Versandtverluste liefern wir nur gegen Einsendung deS Porto bei Reklamation. Wo anderweitige BezugSgelcgenheit geboten ist, find Briefabonnements unzulässig. Abonnements für die Schweiz erheben wir per Nachnahme, wenn Zahlung nicht mit jedem Quartalbeginn voraus geleistet ist. Einzel-Kreuzbandfendungen ins Ausland sperren wir mit QuartalSablauf, sofern Neubestellung und Geld bis dahin ausbleiben. Dir Skprditi«« des..S-naldem-krat". Eeov homo! Im Erlaß Friedrich'« III. an den deutschen Reichskanzler heißt eS mit Bezug auf die soziale Frage: „Einig mit den Anschauungen meines kaiserlichen Herrn Vaters werde ich warm alle Bestrebungen unterstützen, welche geeignet sind, daS wirthschaftliche Gedeihen der verschiedenen Gesellschaftsklassen zu heben, widerstreitende Interessen derselben zu versöhnen und unvermeidliche Mißstände nach Kräften zu mildern, ohne doch die Er- Wartung hervorzurufen, als ob es möglich sei, durch Eingreifen des Staats allen Uebeln der Gesellschaft ein Ende zu machen." Und: „Muß einerseits eine höhere Bildung immer weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden, so ist doch zu ver- meiden, daß durch Halbbildung ernste Gefahren geschaffen, daß Lebensansprüche geweckt werden, denen die wirlhfchast- lichen Kräfte der Nation nicht genügen können." Ueber den Sinn dieser Worte hat sich in der Bourgeois» preffe bereits ein recht artiger Streit erhoben, jede Richtung «est aus ihnen eine Bekräftigung des von ihr vertretenen Standpunktes heraus: die Staatssozialisten erklären sie für Paatssozialistisch, die wirthschaftlich Liberalen für antistaatSsozia- vstisch, und jede Zwischenschattirung findet, daß die Kaiser- Proklamation die gerade von ihr vertretene„goldene Mittel- praße" zwischen beiden Extremen innehalte. Im Grunde genommen haben fie alle Recht. Man kann die zitirten Sätze nur nach ihrer negativen Seite hin mit Sicherheit klaffifiziren,— man kann nur feststellen, was sie entschieden nicht sind, und das ist sozialistisch. Sozialistisch ist aber eben so wenig der sogenannte StaatsjozialiSmuS wie das eigentliche Manchestcrthum und die verschiedenen Abstuf- wigen beider, alle halten an der gegenwärtigen EigcnthumS- vrdnung und Produktionsweise fest und suchen nur deren„un- vermeidliche Härten" zu mildern. Worin sie auseinandergehen, das sind die Mittel, und grade darüber schweigt deS Kaisers — ProNamation. Zweifelsohne aus guten Gründen. Wir wollen uns indeß hier nicht auf eine spezielle Analyse de, Proklamation verlegen, sondern nehmen sie, wie fie ist, mit allen ihren Gemeinplätzen, die Niemand weniger überrascht haben als unS Sozialdemokraten. Wir haben von dem Erben der Königswürde„von GotteS Gnaden" nie erwartet, daß er in den sozialm Kämpfen unserer Zeit entschieden Partei ergreife �— steht er doch nach der Tradition„über den Parteien". Da bleibt im gunstigsten Falle nur Spielraum für ein ge- wisse« Wohlwollen, und alle Philanthropie bewegt sich naturgemäß in Gemeinplätzen. Wir nehmen die Kaiserproklamation, wie fie ist, wir er- warten durchaus nicht, daß Friedrich HI. Reformen durch- führe, die„allen Uebeln der Gesellschaft ein Ende machen", noch daß er Lebensansprüchen Rechnung trage, denen„die wirthschaftliche» Kräfte der Nation nicht genügen können". Nichts, nichts wird von ihm verlangt werden, was nicht auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung durchführbar wäre, die ja in ihm gewissermaßen ihre höchste Vertretung findet. Die Arbeiterklasse erwartet ihre Emanzipation nicht als Geschenk gekrönter Häupter. Aber wir würden einem falschen Radikalismus huldigen, einem Radikalismus, der im Grunde für Niemand angenehmer ist als für alle Diejenigen, die grundsätzlich nichts thun wollen, wenn wir behaupteten, daß weil auf dem Boden der bestehen- den Gesellschaftsordnung nicht allen Uebeln, unter denen die Arbeiterklasse leidet, abgeholfen werden kann— in dieser Beziehung sind wir mit Friedrich III. durchaus einverstanden— überhaupt nichts auf dem Wege der Gesetzgebung für dieselbe geschehen kann. O nein, auch heute kann die Gesetzgebung schon viel zur Milderung bestehender Uebel thun, ohne die wirthschaftlichen Kräfte der Nation über das Mögliche hinaus in Anspruch zu nehmen. Und was sie in dieser Beziehung kann, das soll, das muß sie auch thun. Unterläßt sie es, so verletzt sie ihre Pflicht gegen die Arbeiterklasse. In denselben Tagen, da die Kaiserproklamation an das deutsche Volk erging, durchlief ein Bericht die deutsche Presse, der dieZustände in dem sächsischen Strumpfw irke r- dorf Krummhermersdorf schildert. Der Bericht ent- stammt keiner sozialdemokratischen Feder, er ist entnommen dem amtlichen„Flöhaer Anzeiger" und ist die gedrängte Wieder- gäbe eines Vortrages des Amtshauptmanns Dr. von Gehe vor der Bezirksversammlung der Amtshaupttnannschaft Flöha bei Chemnitz. Er lautet: „Der Ort umfaßt 2400 Einwohner, die politische Gemeinde bat 63 000 Mk. Schulden. Nußer 5 2 Gütern gibt eS fast nur Strumpfwirrerhänser. Ein Gtrumpfwirker verdient anf einem Handstuhi smit einer GtrumpflSnge) in einer Woche 2— S Mt., aus einem eisernen(mit mehreren©trumpflänaen, der aber auch 1000 Mk. kostet) 8— S Mk. In einer Strumpfwirker- f�».6rie«.-b«aes, wuo nur halbwegS arbeiten kann, mit zugreife», um das tägliche Brod zu verdienen. Nun ist aber eine Arbeuslostgkeit eingetieten, in Folge deren«in großer Theil Ein- wohner gar nichts und der andere nur lehr wenig verdient. ES hat fich deßhalb eine Unterstützung von soo Personen n ö t h i g ge- macht, darunter 1SK Familienväter und vier arbeitsunfähige und kränkliche ledige Personen. Es wurde Seitens des Amtshauptmanns eine Suppenanstalt errichtet auf Rechnung des BezirkLverbandeS. Die- selbe kostet wöchentlich etwa 270 Mk.,*) weiche Summe auch vom Bezirks- aueschuß genehmigt worden ist. Von verschiedenen Seiten wurde nun geltend gemacht, daß die Strumpfwirker doch ein anderes Handwerk erlernen könnten, da«S ja namentlich auch an landwirthfchaft- lichen Arbeitern jetzt mangle. Dem wurde entgegengehalten, daß die Betroffenen solchen Arbeiten nicht gewachsen seien, da ste nicht daran gewöhnt und deßhalb zu schwach daz« seien. Ferner wurde betont, daß sich doch Prtvattndustrie dorthin wenden möge. Doch wer sollte dies thun? Bon der Firma König& Rebentisch in Eppendorf (Sptelwaarenfadrik) ist zwar kein ablehnender Bescheid zugegangen, eine Filiale nach KrumhermerSdorf zu verlegen, doch bis zur Verwirklichung deffen hat eS wohl noch lang« Zeit. Der Herr Kreishauptmann von Hausen legte dar, daß der Staat in diesem Punkte nicht ein- greifen werde, weil er bei ähnlichen Rvthständen habe schlimme Erfahrungen machen muffen, wie z. B. im Mülsener Grunde mit der Weberindustrie. Als dort Arbeitslosigkeit eintrat, ließ es sich der Staat Geld kosten, die Korbmacherei heimisch zu machen. Als aber die Weberei wieder besser ging, wandte sich die Bevölkerung derselben wieder zu, da sie von Jugend auf daran gewöhnt war. Ts ist ein alteS Her- kommen, daß in solchen Gegenden stets der Sohn daS Handwerk deS Vaters erlernt. ES besteht deßhalb eine Stiftung, die jene Söhne unter- stützt, welche nicht daS Handwerk ihres VaterS erlernen. Freiherr von Hausen machte dann die Mittheilung, daß er zur Steuerung der allge- meinen Rothlage 000 Mk. aus einer ihm unterstellten Kasse beitragen werde, d. h., nicht in baar, sondern bestehend in H4zungSmaterial und Saatkartoffeln. Weiter beschloß die LezirkSversammlung, auS dem Be- ztrksvermögen 2000 Mk. beizust uern, welch« Verwendung finden sollen in den Suppenanstalten zu Suppenportionen(bestehend in je«in halb Liter Suppe und einem Pfund Brod)." Ecos homo! Blicken Sie hierher, Kaiserliche Majestät! Hier ist der Punkt, wo die Gesetzgebung eingreifen kann. Hier kann sie nicht Alles, aber hier kann sie v i e l Helsen. Mit rein äußerlichen Mitteln, wie sie der Herr von Hausen darlegte, ist da nichts >eholfen. Hier ein Pflästerchen in Gestalt von Suppenmarken, >a ein Pflästerchen in Gestalt von Kohlenanweisungen, das indert höchstens für den Augenblick, ändert aber an der Sache >ar nicht«, wirkt in keiner Weise dem Tieferfressen des lebels entgegen. ES ist sehr schön. Stiftungen zu errichten ür Söhne, die nicht das Handwerk ihres Baters erlernen, der wie sollen sie Hilfe schaffen, wenn daS Kind, wie ier offen gestanden wird, von frühester Jugend an, obald eS überhaupt halbwegs die Hände zu regieren vermag, rit zugreifen muß, um den kärglichen Lohn, der ein wahrer )ohn ist auf das Wort Lebensunterhalt, verdienen zu helfen? Las hilft es, neue Industrien anzusiedeln, wenn in denselben lsbald die gleichen Jammerlöhne bezahlt werden? Diese Ex- erimente haben sich längst überlebt. Hier muß die Krankheit n der Wurzel gepackt werden. Die Zustände in KrummhermerSdorf sind keineswegs eine .üsnahme im sächsischen Erzgebirg, im industriellen Deutsch- ind. Sie sind überall da zu finden, wo sich die moderne Haus- idustrie, dieser schändlichste Zweig des kapitalistischen Aus- *) D. h. auf den Kopf 28 Pf. pro Wachet sangungssystemS eingenistet hat. Erzgebirgische Zustände findet man im gesegneten Land Thüringen, im schönen Bayerlande, in Schwaben, am Rhein, im Odenwald, erzgebirgische Zu- stände findet man in allen Provinzen, erzgebirgische Zustände findet man in der Reichshauptstadt, überall nisten sie sich ein, überall breiten sie sich aus mit erschreckender Geschwindig- keit. In unzähligen von Berichten sind sie dargelegt, in un- zähligen von Untersuchungen— von Privaten wie von Be- Hörden ausgehend— ist die Nothwendigkeit bewiesen worden, Abhilfe zu schaffen, wenn Abhilfe möglich. Und Abhilfe ist möglich, wenn nicht radikale, endgiltige, so doch von durchgreifenderer Wirkung als irgend eines der bis jetzt angewendeten Mittel. Dieses Mittel heißt Arbeiterschutz. Schutz den Ar- b eitern, Schutz vor allen Dingen den Kindern gegen die schändliche Abrackerung in der Hansindustrie, die noch tausendmal schlimmer ist als die mit Recht verpönte Kinder- arbeit in der Fabrikindustrie, tausendmal demoralisirender, indem sie der Form nach verübt wird von den Eltern an den eigenen Kindern. Aber nur der Form nach, der wahre, der wirkliche Ausbeuter ist das heißhungerige Kapital, und darum helfen alle Moralpredigten an die unglücklichen Eltern nichts, darum hilft nur Eins: Einschreiten von Seiten des S t a a t s, Einschreiten von Seiten der Gesetzgebung, die allein den einsichtigen Eltern es ermöglicht, die Jugend ihrer Kinder zu schonen, indem sie die bereits demoralisirten zwingt, desgleichen zu thun. Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten, die sich in der ersten Zeit der Durchführung in den Weg stellen würden, aber sie können überwunden werden und sie werden überwun-' den werden, wenn der nöthige Wille dazu vorhanden ist. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Aber die Fabrikgesetzgebung, die Ueberwachung der industriellen Ausbeutung ist nur die eine Seite deS Arbeiterschntzes. Die andre heißt: Beseitigung aller Fesseln, welche den Arbeiter im Kampf mit dem ausbeutenden Kapital läfinzen' Sicherstellung des ÄssoziationsrechteS, deS Koalitions rechtes der Arbeiter. Wäre die Staatsgewalt den Arbeitern in Deutsch- land bei ihren Organisationsbestrebungen nicht immer wieder hindernd in den Arm gefallen, es wäre in vielen Fällen dem Kapital der Herabdrückungsprozeß erheblich erschwert, die Verelendung aufgehalten worden. Den Arbeitern das Koalitionsrecht verkürzen, heißt ihr Einkommen verkürzen, ihre ganze soziale Lage verschlechtern. Der Staat kann nicht alles— ganz richtig, aber Zustände wie die oben Geschilderten sind nicht möglich ohne Mitschuld des Staates, der Gesetzgebung wie der höchsten Gewaltträger. Das Bild aus dem sächsischen Jndustriedorf ist kein Bild aus der Vergangenheit, es ist ein Bild aus der Gegen- wart. Und es wird ein Bild auö der Zukunft sein, wenn nicht für Abhilfe gesorgt wird. Eccv homo! Einst und jetzt. Der Thronwechsel in Preußen, bez«. Deutschland, vollzieht sich unter» Verhältnissen, die zu interessanten Vergleichen herausfordern mit den Zuständen in Preußen in den letzten Jahren unter dem Regiment d«S „Romantikers" Friedrich Wilhelm IV. Wie«» damals, während der fünfziger Jahre, in Preußen aussah, finden wir recht anschaulich geschil- dert in einem Artikel der„Züricher Post" über dai Leben Wilhelm s I. Da heißt eS: „Die Kreuzzeitung kreischte gegen die glaubenslosen Schulen und Uni- versttäten, die Stahl und Gerlach predigten die„Umkehr der Wiffen- schaft" und die Polizeiwillkür feierte Orgien. Der Prinz von Preußen. der seinen Unwillen über da» garstige Treiben am Hofe seines Bruder» nicht ganz zu verhehlen vermochte, mußte sich'» gefallen lassen, daß die frommen Wühler auch ihn auf'» Korn nahmen... „Prinz Albert in London veranstaltet« ein« große Weltausstellung. Di- Völker Europa'» beeilten sich, dort in friedlichen Wetlbewerb mit einander zu treten und die Regierungen hatten nicht» Eiligere» zu thun, al» ein Rudel von Spionen hinüber zu schicken, damit fie Ver- schwörungm entdecken oder solche anzetteln; die preußische Regierung war hierin wacker allen voran. Sie sandte den berüchtigten Polizetrath Stieber hin und legt« ehrlichen Leuten, welch« zur Autstellung reisten, recht alberne Hindernisse in den Weg. Der Prinz von Preußen erhielt eine Einladung zur Eröffnung der Feier und war geneigt, ste anzu- nehmen. Dt« Eamarilla, welche aus ihn längst«inen Zahn hatte, legte Protest gegen die Fahrt ein und der Ministerrath faßte gehorsamst den Entschluß, dielelb« zu verhindern. Al» alle die Einwände, hinter welch« man stch versteckte, nicht» fruchteten, eilte einer der Minister dem bereits abgereisten Prinzen»ach und bat ihn fußfällig, wieder umzukehren; so groß war die Angst vor dem freieren Luftzug in England! „Wenn man wagte, den Erben de» Throne», der doch vollgültige Proben konservativer Gesinnung abgelegt, in dieser Weise zu bewachen, so läßt fich ermessen, wa» Alle» geschah, um da» Soll vor„schlimmen Einflüssen" zu bewahren. Et wurden Verschwörungen vorbereitet, und an„Richt-Gentlemen" mangelte e» schon damal» nicht; Polizeirach Schultz«, der ehemalige Lieutenant Hentze und Genoffen ersannen teuf- tische Geschichten, die au» dem Prozeß gegen Dr. Ladendorf, Falkenthal, Kollmann, Pape noch bekannt sind. Den König unausgesetzt zu ängstig«», war jede Gemeinheit recht. Humanitäre Bereinigungen wurden zerstört, weil sie die Sittlichkeit„bedrohten"; den berühmten Handwerkerverein schlachtete man ab, wie sehr er sich auch von politischen Agitationen fern gehalten hatte, und den Gefundheitspflegeverein ereilte trotz oder vielleicht wegen seiner segensreichen Thätigkeit dasselbe Schicksal. Bon den Leuten der Kreuzzeitung umgarnt, fordert« der König unausgesetzt, bofc eine„innere Mission" sich die Wohlthat der Kranlenpfleze für Leib und Seele aneignen und so das Eingreifen der Demokratie in die Aufgabe der christlichen Diakone verhindern sollte. Die freireligiösen Gemeinden suchte man auszurotten. Orthodoxe Geistliche forderten rund- weg, die Ehen der Dissidenten als Konkubinat zu betrachten und den daraus entsprossenen Kindern„christliche" Bormünder zu gebe«. Im Frühling>863 befürwortete die Kreuzzeitung endlich die Beseitigung des preußischen Landrechtes, weil et„die Kirche läugnet",„die Ehe bricht",„die Unzucht privilegirt". Da« fand nun auch der Prinz von Preußen zu stark. Im Kreise der pommerschen Abgeordneten verlieh er seinen Ansichten Ausdruck und schloß seine Mahnung mit den Worten: „Es sind nicht immer di« besten Patrioten, welche am lautesten die Rückkehr zu alten Zuständen for- dern." AlS«leist.Retzow entgegnen wollte, bemerkte ihm Graf Schwerin, das prinzliche Palai» sei nicht der Ort für politische DiSkus- fionen, worauf der Prinz zustimmte und von Kleist-Retzow fich so- wandte... Wie gedrückt muß man gewesen sein, daß eine solche allgemeine Aeußerung wie eine frohe Botschaft das Reich durcheilte! Die Reaktion rächte sich an dem Prinzen dadurch, daß sie gegen die Freimaurer predigen ließ. Professor Hengstenberg lhat auch in einer eigenen Schrift gründlich dar, daß die Freimaurer gerade so schlechte Christen seien wie die Freigemeindler. Der Prinz bereitete den Liberalen bald wieder eine Freude. Zu Königsberg hatte sich aus loyalen Biedermeiern und Poltzeikreaturen ein„Preußenverein" gebildet, der durch seine Denunziationen einen heillosen Terrorismus ausübte. Der an seiner Spitze stehende General von Plehwe bat den auf Besuch nach Königsberg gekommenen Prinzen, eine Huldigung des Verein» entgegenzunehmen. Der Prinz lehnte ent- schieden ab, weil er keinen Preußen-V e r« i n sondern nur ei.r preußisches Volk kenne. Freilich war damit dem Preußenverein das Handwerk keineswegs gelegt. Er förderte die„gute Gesinnung" und dazu waren ihm Regierung und Polizei behülflich.„Der Königsberger Freimüthige" verübte unter der Redaktion Gmil Lindenberg« jegliche Niedertracht. Dieser Hetzer, vor dem selbst kein Beamter sicher war, hatte wegen Erpressung und anderer Vergehen längere Zeit im Zuchthaus geweilt. Aber er war ein brauchbarer Lump und de«. halb der Mann der Preußenvereinler. Von seinen Leistungen sagt ein Beispiel genug: In Königsberg lebte, aller Politik fern, ein alter, pflichttreuer Steuerbeamter. Plötzlich entdeckte Lindenberg in ihm ein gefährliches Individuum. In seinem Bureau war die Decke von schwarz- rothgoldener Borte eingefaßt und zweitens trug der Mann einen weichen Filzhut, einen Kalabreser. Die sofort eingeleitete Untersuchung ergab nun allerdings, daß kein Schwarzrothgold an der Decke leuchtete, aber der Kalabreser war eine unumstößliche Thalsache. Der Greis wies seinem Vorgesetzten unter Thränen die in den Befreiungskriegen geholten Narben auf der Stirne. Die Wunden waren geheilt, aber die Narben schmerzten zeitweise, daher der weiche Filzhut. Der Bor. S setzte sah diese Zeichen, sah die Thränen und erklärte den Rann für uldloS. Solche und ähnliche Geschichten gingen nicht ab ohne Injurien- und Preßprozesse, welche selbst die dem Hallunken gewogenen Staatsanwälte und Rechter nicht abzuwenden vermochten. Lindenberg wurde nicht weniger al« achtzehn Mal zu Strafen verurtheilt, unterließ jedoch nie, im Bewußtsein, von seinen Gönnern gehalten zu werden, die niederen .wie die höheren Instanzen in seinem Blatte zu belehren, wie sie eigent- lich hätten urtheilen sollen. Und so oft wurde er dem König zur Gnade empsohlen, daß dieser endlich erklärte, von ihm keine Gesuche mehr ent- gegenzunehmen. Aber Individuen dieser Sorte sind zähe,— um ihrer Unsauberkeit �willen auch stets gesucht und so erhielt denn Lindenberg noch eine höhere �Mission. Man hat späterhin entdeckt, daß der General von Gerlach den »Prinzen von Preußen sorgsam überwachen ließ und jdaß der frühere Zuchthäusler Lindenberg, der am Herzen -der„Kreuzzeitung" ruhte, von ihm beauftragt war. einen Bericht über das Benehmen deS künftigen Trägers der preußischen Krone bet dessen Aufenthalt in Rinden abzustattten..." Das war vor 30 Jahren. Und jetzt? Wie sieht ei» in dem Preußen au», in demvtetche au», al» deren Herrscher Wilhelm l. gestorben? Welche Partei herrschte am Hofe? Die Kreuzzeitungspartei. In wessen Händen ruhte die P o l i z e i? In denen des Minister? nach dem Herzen der Kreuzzeitung. Und will man wissen, wie sie gehandhabt wird, so braucht man nur verschiedene Namen und Titel in obigen Ausführungen zu ändern, und sie treffen Satz für Satz auf die Jetztzeit zu. Der Krüger ist an Stelle de« Stieber getreten, aber das System ist um kein Haar anders geworden. Die Zerstörung miß- liebiger Vereine, ob sie noch so harmloser Natur, blüht und die„Gründe", die dafür angeführt werden, sind heute um kein Haar besser alS damals. Die„innere Mission" ist in verstärkter aber um so verfchlechteterer Auflige auf die Tagesordnung gesetzt worden, und die Arbeit der Hengstenberg und Lindenberg wird durch ein ganze? Heer ähnlicher Ge« sellen verrichtet, an ihrer Spitze ein Pfaffe, von gleichem Zelotismus wie der«ine und von gleicher Schamlosigkeit, Rachsucht und—„Zähig- Feuilleton. Im Kreislauf der ZuKunst. («u» dem„St. Galler Stadt-Anzeiger.") Man zählte seit Christi Geburt>»38. In Deutschland hat es die republikanische Regierung trotz ihre« fünfundzwanzigjährigen Bestände» noch nicht vermocht, die große Masse des Volkes für die neue Staats- ordnung zu begeistern. Die meisten Gebildeten sind freilich an der Re> publik tnteressirt, denn die hohen und höchsten Aemter und Würden sind nicht mehr da» Monopol des JunkerthumS, sondern jedem Tüch- tigen, ohne Rücksicht auf da» Familienwappen, zugänglich. Die fteefin- nige, organistrte Arbeiterschaft ist aus Prinzip republikanisch, denn die demokratische Republik allein kann die politische Grundlage der sozialen Freiheit sein. Die Landbevölkerung aber, bei welcher da« Verständniß für den Kampf um eine ideale Zukunft weniger entwickelt ist, findet noch keinen großen„wesentliche«" Unterschied zwischen der früheren Monarchie und dem derzeitigen republikanischen System: die Steuern sind nicht leichter geworden, die Unabhängigkeit der kleinen Bauern von den ZinSherren hat sich keineswegs vermindert, wenn auch an die Stelle der Junker die bürgerlichen Kapitalisten getreten sind. Freilich find schon einige sehr w-chtige soziale Reformen durchgeführt worden; allein sie beschränkten sich fast einzig aus den Kreis der Industrie; die Landwirthschaft wurde fast noch gar nicht berücksichtigt. Die monarchischen Traditionen leben daher in der Landbevölkerung noch weiter fort. Außer dem Adel ferner, sür den es nun keine Sinekuren und keine glänzenden Hofehrenimter mehr gibt, sind es auch noch die nach Tau- senden zählenden früheren Hoflieferanten, Hofschneider. Bedienstete rc., welche, in den zwei Dutzend ehemaligen deutschen Residenzstädten groß. gezogen, nun überall im Volke gegen die Republik agitiren. Diese erscheint infolge dieser und anderer ähnlicher Umstände noch keineswegs vor den Prätendenten gesichert, die über einen so zahlreichen Anhang ver- fügen und von der Verbannung aus unaufhörlich gegen die bestehende Ordnung hetzen und wühlen...... Besonders ist es die Schweiz, wo sie, das auch«hnen gewährte alte, heilige Asylrecht mißbrauchend, eine ganz geheime revolutionäre Orga. nilation aelchaffen haben. Auf ihren hier gelegenen Villen und Schlössern, so auf„KönigStreu",„Fürstenburg".„Kaiserschloß".„Kronenthal", fin- den regelmäßig geheime Zusammenkünfte statt, zu welchen auch ver- schieden» Persönlichkeiten von„notorischem Ruf", monarchische»dgeord- nete des deutschen Reichstags rc. zu ericheinen pflegen. Die internationale Stellung der Schwe, ist insolaedessen eine ziemlich bellle Einerseits herrscht im Lande natürlich die wärmste Symparhe sür die Rachbarrepublik als solche. Anderseits aber möchte die Regierung das»svlrecht nicht schmälern, auch verbannten Fürsten gegenüber nicht. Sie wandte sich daher an diese mit einem sehr höflichen Schreiben, m welchem sie ersucht wurden, auf die internationalen Pflichten der Eid- keit" wie der Andre. Was der„Preußenverein" im Kleinen, daS leistet heute oder sucht im Großen zu leisten der wohlorganistrte Verband der deutschen K r t e g e r v e r e i n e— und sein Protektor hieß Wilhelm I. Er duldete es, daß diese, angeblich nur der Pflege der kameradschaftlichen Gesinnung gewidmeten Vereine zu Parteizwecken der Reaktion mißbraucht wurden. Allerdings haben die Streber der neuesten Aara es auch nicht daran fehlen lassen, ihm da» rothe Gespenst in der nöthigen Schreck- gestalt immer wieder vor Augen ,n halten. Die Reden, in denen der Puttkamer die anarchistische Gefahr in den fürchterlichsten Farben schilderte und ihr eine hundertmal stärkere Ausdehnung andichtete alS sie je besessen, sie wiren weit weniger für den Reichstag als für den„aller- gnädigsten Herrn und Kaiser" bestimmt, wo sie ebenso wenig ihre Wirkung verfehlten als gewisse Brandschriften, die wahrscheinlich eben- falls nur in usum delphini— für den Landesherrn verfaßt wurden. Und daß das Minden des der heutigen„Kamarilla" verdächtigen Thron- folgerS San e m o hieß, da? pfeifen die Spatzen von den Dächern. Zdbsiverstäirdlm watati» rnutandis— den veränderten Umständen ent- sprechend, aber das macht die Sache nur noch schofler. „Wie gedrückt muß man gewesen sein, daß eine solche allgemeine Aeußerung wie eine frohe Bot- schaft das Reich durcheilte"— heißt eS oben. DaS war geschrieben, ehe die Proklamationen Friedrich III. ver« öffentlicht worden. Auch diese gehen nicht über ganz vage Allgemein- Helten hinaus, so daß sogar der Stöcker sie in seinem Sinne deuteln konnte. Und doch werden sie vom ganzen bürgerlichen Liberalismus als„frohe Botschaft" aufgenommen. Das ist bezeichnend sür die Zu- stände unter Wilhelm'» l. gesegneter Herrschast. Man wird, um sie zu charakterisiren, einst nur nölhig haben, den Erlaß Friedrich III. an Bismarck abzudrucken und hinzuzufügen: Als Wüb-lm I. starb, galt da» al« liberall Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 2l. Mär»>888. ot. An Stell« des tobten Kaisers ein schwerkranker— an Stelle des Bismarck'schen R giments unter kaiserlicher Firma ein Jnter- regnum, welches dem Bismarck'sch-n Regiment kein Ziel setzen wird— das ist die politische Situation in Deutschland. Was immer die Mei- nungen und Wünsche gewesen sind, welche der bisherige Kronprinz in Bezug auf daS Bismarck'sche System hegte oder noch hegt— die Um- stände, unter denen er zur Regierung gelangte, machen ihm jedes kräftige Eingreifen zur Unmöxl chkeit. Hätte der alte Kaiser noch einige Monate gelebt, und wäre der Kronprinz alS Genesener auf den Thron gekommen, so wäre ein Konflikt mit dem Mann, der dem Wal- dersee-Konventikel und dem Versuche, den schwerkranken Thronerben zu tödtlicher Operation oder Verzicht auf die Krone zu drängen, sicherlich nicht ferne stand, nach menschlicher Berechnung, nach menschlicher Psycho- logie unvermeidlich gewesen. Es ist jedoch anders gekommen. Der alte Kaiser starb rascher, alS allgemein angenommen wurde, und die Krankbeit des neuen hat eine so bedenkliche Wendung genommen, daß die Hoffnung auf Genesen aus- geschlossen erscheint. Und so war es denn dem bisherigen Leiter der Regierung nicht schwie- rig, das Heft in der Hand zu behalten— zumal AlleS geschickt auf den Thronwechsel vorbereitet war. Bet Besprechung der letzten BiSmarck'schen ReichstagSrede führten wir schon aus, daß dieselbe hauptsächlich nach San Remo gerichtet war und die Unentbehrlichkeit des Sprechers deutlich machen sollte. Es unterliegt jetzt kaum einem Zweifel mehr, daß der Redner damals bereits wußte, wie nahe der Thronwechsel bevorstand. Daß Herr S t ö ck e r sich für die nächste Zeit— wohl während der ganzen Dauer des Interregnums— nicht hervorwagen wird.— daß Pv»th?a»ner ntcht fest Im Oaiut ra�u— i»«*«*st aber auch höchst neben'ächlich— im Wesentlichen wird AlleS bleiben, wie eS ist. Und unter den obwaltenden Verhältnissen kann es auch gar nicht anders erwartet werden. Man versetze sich nur in die Lage deS todtkranken neuen Kaiser», für den die bloße Reise in„sein Reich" schon ein tollkühnes Wagestück war — er steht ohne Berather, ohne Stütze, ganz unvorbereitet einem Mann von dem energischen Ehrgeiz und der verzehrenden Herrschsucht eines Bismarck gegenüber, der seit Jahrzehnten Schritt für Schritt Alles darauf eingerichtet hat, sich auf Lebenszeit die Diktatur zu sichern und sie in s-iner Familie erblich zu machen— wo ist da auch nur die leiseste Chance erfolgreichen Ringens? Um mit diesem System. daS sich polypenartig inS ganze Staatswesen eingedrängt, überall sich festgesogen und festgeklammert hat, zu brechen und aufzuräumen, bedürfte es eine« eisernen Willens und einer frischen und nicht zu ermüdenden Kraft. genossenschaft gütigst Rücksicht nehmen zu wollen. Die Fürsten ver- sprachen alles ebenso höflich, hielten aber gewohnheitigemäß ebenso unhöflich nicht». Die höflichen Mahnungen mußten wiederholt werden, jedoch mit demselben Erfolg, denn die Herren dachten nicht im geringsten daran, mit ihren revolutionären Wühlereien nachzulassen. Auf eine, wenn auch in gestnnungssreundlicher Form gehaltene, aber sehr energische Vorstellung der deutschen Regierung hin erließ endlich unsere Behörde an die rücksichtslosen Asylgenösstgen eine scharfe, ernste Verwarnung mit der Androhung, man würde sonü g-röihigt sein, die Herren des Lande» zu verweisen. Die Fürsten erwiderten darauf, sie können nicht annehmen, daß die Schweiz der deutschen Regierung zulieb von dem durch Jahrhunderte geheiligten Asylrecht ihnen gegenüber, nur weil sie fürstlichen Geschlechtes sind, abweichen würde; denn sie hätten nichts begangen, das sonst eine solche harte Maßregel zu rechtfertigen vermöchte. E» sei nicht wahr, daß sie geheime, gegen die Sicherheit der Nachbar- staaten gerichtete politsche Zusammenkünfte veranstalteten oder veran- stalten. WaS böse Zungen alS solche denu.rzirten. seien einfache Soireen, Familienfestlichkeiten-der sonstige Empsangsangelegenheiten gewesen. Heber Politik werde da keineswegs systematisch verhandelt, und wenn man auch ab und zu in der Konversation einige Worte über die politischen Verhältnisse wechsle, so sei ja das noch keine Verschwörung. Es fanden sich auch einige schweizerische Blätter, w-lche die„hohen Herrschasten" in Schutz nahmen und gegen die Landesbehörde in m.hr oder weniger scharfer Form austraten. So äußerte sich z. B. die fromme „Ostschwei,"») in ihrer Nummer vom 2v. Januar>238 in folgender be. zeichnenden Weise:„Die Ehre der Eidgenossenschaft läßt es nicht zu daß unsere Bundesbehörden Bütteldienste für die radikale deutsch- Regierung thue. Wenn das deutsche Volk in seinem Herzen noch heilig- Treue fühle gegen seine angestammten Fürsten, so ka»n es nicht di- Aulgabe de» Schweizervolkes sein, hiegegen auszutreten. Im übrige, müh hier betont werden, daß die hohen Herrschasten, die ypi unS en Asyl gefunden haben, wohl nicht nur dazu allein gut seien, Steuern z, zählen. Unsere verfassungsgemäß garantirte Preß-, Versammlung»- un Redefreiheit ist nicht für die Anarchisten und Atheisten allein da." Ein anderes Blatt, die„Thurgauer Zeitung", druckte diesen Art», ab und machte dazu folgende Bemerkung:„Indem wir die muihiger von einem guten Geiste zeugenden Worte unserer verehrten Kollegi aus tiesster U-.berzeugung unterschreiben, möchten wir dieielben no, durch folgendes ergänzen: Es muß in Bezug aus da« Berhältniß z den betreffenden hohen Herrschasten noch besonders berücksichtigt werde, daß sie durch ihren Reichthum nicht allein Hunderttausende an Steuer zahlen, sondern dazu noch Millionen jährlich unserem Rationalvermöze zuwenden, indem sie dadurch, daß sie off-neS Hau« halten. Jnduftr und Handwerk sördern. Und daS alle, soll einer Partei zuliebe geopfei werden, die zufällig an der Sv tze eine« Rachbarstaate» steht"? I Der tapfere Zürcher„Stadifink" machte darauf aufmerksam, daß d ») Zur Erklärung bemerken wir, daß die katholisch konservativ ..Osts-tweiz" und die weiter unten genannte liberale„Thurgau Zeitung" mit besonderem Eifer»um Einschreiten geg-n die sremd« Wühler aufgefordert haben. Red. de»„Sd." Es muß ein Herkule» sei», wer eine« Augiasstall reinigen»ist. Sin sterbender Kaiser kann e» gewiß nicht. Und wäre er a i ch t sterbend— strotzte er von Kraft und Gesundheit und hätte er de« beste» Wille«— wäre er der Aufgabe wachsen, Nein—«r wäre et nicht. Die anstößigsten Persönlichkeiten, die widerlichste« Auswüchse könnt» er beseitige», allein daS System in» Herz treffe«—»immer- mehr! DaS kann nur ein einziger Souverän: da« souveräne Volt. — Lohnt e» oder lohnt eS nicht? DaS ist augenblicklich dt» große Frage in Deutschland. Lohnt eS, mit dem neuen Kaiser schön zu thun und ein liberales Mäntelchen umzuhängen, oder lohnt es, den „Charakterfesten" zu spielen und an Puttkamer und Stöcker festzuhalten, bis Wilhelm II. den Thron besteigt? Sine schwierige Frage, der«» Beantwortung von der Beurtheilung der Krankheit des neuen Kaiser» abhängt. Aber wem soll man in dieser Beziehung glauben? Hat fich doch über den Stand der Krankheit des Kaisers Niemand so schlecht unterrichtet erwiesen, al» die„gutunterrichtete" Presse, d. h. die auS der bekannten Berliner Zentralstelle Unterrichtete. Es ist erstaunlich, waS diese, voran die„Kölnische Zeitung" und ihr Ableger, die„Straßburger Post", in fal'chen Berichten über da« Befinden des geliebten Thronfol- ger« und späteren Kaisers schon geleistet haben, und merkwürdigerweise immer nach der ungünstigen Seite hin. Sonst pflegt heiße Liebe optimistisch zu machen, diesmal wurde sie die Ursache eines um so rühren- deren Pessimismus. Kurz bevor Friedrich III. von San Nemo abreiste, hatte ihn die„Etraßburger Post" noch dargepellt, al» bis auf >20 Pfund Gewicht abgemagert, so daß alle Welt höchlich erstaunt war, alS der vermeintlich Zusammengeschiumpfte sich plötzlich dem deutsche» Volke in ziemlich stattlicher Erscheinung zeigte. Aber die Liebe der„Gut- unterrichteten" läßt sich durch d-n Anichein nicht täuschen, immer wieder macht sie sich in pessimistischen Betrachtungen über die Näh« der„Mab- wendbaren Katastrophe" Lust, und daneben in Verdächtigungen des eng- tischen Arztes, der da» Verbrechen begangen, von der Halsabschneidungs- Prozedur entschieden abzurathen. Es ist nicht die Schuld der gutgefinn- ten Presse, daß Dr. Mackenzie noch nicht von dem patriotischen Berliner Pöbel gesteinigt worden ist. Wie gesagt, daS geschah aus purer Anhänglichkeit an den angestammten Thronerben, und die Furcht, er könne durch seine„liberalen" Mucke» die Hoffnungen und Entwürfe gewisser Kreise stören, hat damit nicht das geringste zu thun. Die Hinweise auf das Nahen der Katastrophe haben lediglich den Zweck, die Gemüther vor schmerzlichen Enttäuschungen zu bewahren, keineswegs aber den, die unsicheren Kantonisten in der Politik zum Ausharren im bewährten System zu ermuntern. Also bleibt die Frage bestehen: Lohnt es oder lohnt eS nicht? — Ganz besonders scheint sie— die vorerwähnte Frage nämsich— daS Gemiith unseres Freundes Puttkamer zu beschästigen. Der Gute ist um die Gesundheit seines jetzigen Königs und Kaisers so be- sorgt, daß er erst die Verkündigung desselben im Landtag vergaß, und dann den öffentlichen Anschlag der Proklamation desselben zu veranlasse« — übersah. Wenn wir einst unserer republikanischen Grundsätze über» drü-stg sein sollten, werden wir bei Herrn von Puttkamer Unterricht in monarchischer Gesinnung nehmen. — Wie die Polizei, da» Instrument der politischen Ge- walthaber, auch im D-enste der ökonomische« Gewalthaber steht, das zeigt sich so recht deutlich in Leipzig. Von der Aussperrung der dortigen S te i n m e tz e n durch die„ch r i st l i ch e n" Zunft» meister haben wir schon Meldung gethan, und auch wie die Leipzig» Polizei den Fachverein der Steinmetzen auf den Wunsch d« christlichen Jnnungsmeister auflöste— nur um den beiagten antisemitisch-christiichen Ausbeutern einen Gefallen zu thun und die rebellischen Steinmetzen wehrlos zu machen. Letzterer Zweck ist jedoch nicht erreicht worden: Die Steinmetzen krochen nicht zu Kreuz, sonder» hielten fest zusammen und setzen den reaktionären Angreisern geschlossene Reihen und unüberwindlichen Widerstand entgegen. Das ist natürlich ein großes Verbrechen, und da die frommen Herren JnnungSmeifier mit ..<6ren"«Irbettern nicht fre-iq werden, so mußte die Poliz-i ihnen wieder zur Hilfe eilen. Wie könnten die Steinmetzen so geschlossen dastehen und so einmülhi« gen Widerstand leisten, wenn sie nicht„organisirt" wären? Sinte» malen sie aber, nachdem der„Fachverein" aufgelöst worden, keine öffentliche Organisation haben, so müssen sie eine geheime haben — 123,>2»!— So argumentirt die Polizei und ihre Handiangerm die Staatsanwaltschaft. Gedacht, gehandelt! Die Polizei»erhastet erst drei der ehemaligen Vorstandsmitglieder deS ehemaligen Fachvereins— dann noch vier andere Mitglieder des nämlichen Exvereins, und verlegt sich darauf, nach„Material zu suchen". Das ist ja heutzutage Regel in Deutschland, erst verhaften und dann nach dem Grund„suchen". Es wurde jedoch nichts gefunden. Nach veralteten Rechtsbegriffen hätten die so schnöbe ihrer Freiheit Beraubten nun entlassen werden müssen. Nach modernen Rechtsbegriffe» ist jedoch jetzt verbannten Fürsten eines schönen TageS wieder dazu berufen sein! tonnten, ihre Throne zu besteigen und schließt mit den bedeutungsvollen Worten:„Und dann"?.. Ein Professor des„demokratischen" Staatsrechts endlich wirst in den „Neuen Zürcher Zeitung" die Frage auf, ob nicht der Bund, wenn e» die bei uns niedergelassenen Fürsten ausweist, staatsrechtlich und mora» lisch verpflichtet wäre, ihnen ihre Villen und Schlösser abzukaufen, dn man eS ihnen unmöglich macht, dieselben zu benutz«, was einer Expro» priation gleich komme. Daß die demokratischen Blätter ebenfalls Stellung zu der Asylfrag» nahmen, versteht sich von selbst. Doch wäre e« überflüssig, unseren demokratischen Lesern gegenüber diese rein prinzipielle Frage nochmals zu besprechen. Kurz resümirt, verlangten unsere Gesinnungsgenosse», daß das Asylrecht auch den Fürsten gegenüber großmüthig gewahrt bleibe, etwaige Verschwörungen aber nicht geduldet werden sollen. Einige Monate nach dieser Kampagne trat ein Ereigniß ein, übe» welches wir im nächsten Artikel berichten wollen. Wie in unserm letzten Artikel bereits gemeldet, bemächtigte sich einige» schweizerischen Preßkonkurrenlen eine wohlerwogene Aufregung, da die. Aktien der asylgenösstgen Fürstlichkeiten zu sinken begannen. Einige Zeit daraus geschah aber etwas ganz Sensationelles, das an die bekann- ten Ereignisse vom Jahre 1838 ermnerte. Es war eines unlchönen TageS, als die deutsche Regierung von de« Reichstage die Ermächtigung oerlangte, daß Personen, welche für den Umsturz der bestehenden Ordnung, beziehungsweise für die Wiederher« fiellung der Monarchie in gemeingefährlicher Weise thätig sind, des Lanve» verwiesen und des Bürgerrechtes verlustig erklärt werden. Der monarchistische«geordnete von Puttkamer, ein Enkel des Hetzsvitzelmeisters der B smarckischen A-ra, meldete sich zum Wort und sprach im wesentlichen folgende«:„Ts ist kürzlich in Zürich aus D-nun- z-ation des Redakteurs vom dortigen„Stadlfink" hin von dem Polizei« Hauptmann Boller ein Individuum verhaftet worden, welches sich zuerst al« monarchistischer H-tzipitz-ü blamirt hatte, dann aber als ein von unserer republikanischen Regierung bezahlter Hetzspitzel sich entpupvte. Die offizielle Bestätigung dieser Tha'.sache durch den Zürcher Polizei« Hauptmann übergebe ich hiemit zu Händen deS Reichstages. Daraus ist also ersichtlich, daß die republikanische Regierung monarchistische Wühle, � teten durch bezahlte Agenten provoztrt, um da« Volk durch das„weiße Gespenst" zu schrecken und auf diese Weise sür sich auszunutzen." Der sachliche Inhalt der Erwiderung des Minister« Jakobines war:„Wie schon der selige Großvater des Vorredners seinerzeit««, klärt ha', kann kein Kulturstaat ohne Polizeispitzel bestehen. Solange es Monarch st-n gibt, die es Ms den Umsturz der bestehenden Staatsordnung absehen, werden wir Spione haben müssen, die uns über deren Umtriebe auf dem Laufenden halten, damit wir die Ordnung sichern können. Daß unsere Spione sich den Herren Monarchisten nicht von vornherein als Polizeiaqenten vorstellen, ist klar; daß sie vielmehr GesinnungSg» rnss-nschast heucheln müssen, ist freUich traurig, gehört aber zum fOu ruf u. s. w." Der Vollständigkeit wegen wollen wir hier noch den Inhalt der Rsd» des sozialistischen Abgeordneten Bebel, eines Sittel» des seWtett » Vor Maß Heu dar, fcfi- droi bei !'» :- i dir Nicht oufftnbung mm belastrndrm Material ei«„erschwer««» drr" Umstand, denn fie brweist die Raffinirtheit deS Berhafte- te», der mit diabolischem Scharsstnn die Beweise seiner Schuld aus dem Weg« zu räumen gewußt hat.— Und wenn wir noch serner in ErtoS- «mg ziehen, daß in Leipzig vor Kurzem an Stelle des anständigen Ober« staatsanwaits Hofmann der sattsam bekannte Händschel zum Oberstaatsanwalt ernannt worden ist, so kann man fich die Lage der Verhafteten lebhast vorstellen. Genug— die Untersuchungshast zieht sich in die Länge— die drei Meist Lerhasleten sitzen bereits G, die andere« 6 Wochen lang, und dieser Tage ist endlich auch gegen die 7 Berhasteten und gegen 21 ander« Steinmetzen eine Anklage aus Geheimbnnd erhoben worden. So wird folglich auch Leipzig seinen„großen Geheimbundsprozeß" haben, und zwar einen Geheimbundsprozeß, den die Leipziger Polizei im Dienst« der Leipziger Jnnungsmeister gegen Angehörige eines Fachvereins veranstaltet hat, der fich n i e m a l S, so lange «r bestand, auch nur einen Moment mit Politik oder gar sozial- demokratischer Politik und Agitation beschäftigt«! Wir werden auf den Prozeß zurückkomme«, sobald er zur Berhandlung gelangt. Wir wollen aber die Gelegenheit nicht unbenutzt lassen, aus die Pflichten aufmerksam zu machen, welch« die schmachvolle Berfol- gnng der Leipziger Stemmetzen jedem ehrlichen Arbeiter auferlegt. Ab- gesehen von materieller Unterstützung ist vor Allem dafür zu sor- gen, daß die Sachlage in den weitesten Arbeiter- kreisen— auch deS Auslandes, worauf wir namentlich� die Genossen in Paris und Londo« und die dortige Arbeiterpresse «ufmerksam machen— bekannt wird, damit es den Zunftmeistern nicht gelingt, die braven Leipziger Steinmetzen durch fremden Zuzug nieder- gnwerfen und zu verdrängen. Uuterstützuugeu sind schleunigst n klassischen Beleg—90 selbst S ö Stunden Arbeitszeit die Woche, «S klingt geradezu unglaublich, dabei muß der kräftigste Mensch vor der Zeit zu Grunde gehen! Einen Ersatz für den Schutz gegen Ausbeutung soll dem Arbeiter in Deutschland die Versicherung gegen Krankheit und Unfall bieten — von der noch sehr problematischen Alters- und Invalidenversicherung wollen wir lieber erst gar nicht reden. Aber trotzdem im Kranken- kassen-und im Unfallversicherungsgesetz dafür gesorgt ist, daß die Unternehmer nicht etwa zu schwer belastet werden— wir «rinnern nur an die 18wöchentliche Karrenzzeit— suchen die Herren sich ihrer Verpflichtungen gegen die Arbeiter auf jede nur immer denkbare Weise zu entziehen. Gäbe es kein Reichsversiche- »un gs amt, die Arbeiter wären mit dem neuen Unfallgesetz aus dem Regen in die Traufe gekommen, denn das in den famosen Be- »ufsgenossenschaften organisirte Ausbeuterthum läßt auch hier bekannten Sozialdemokraten, in Kürz« wiedergeben. Herr Bebel meinte, «in« Republik könne und solle ohne politische Geheimpolizei existiren. Der Herr Minister behaupte, die Spione seien zur Sicherung der Staat»- »rdnung vor den Umtrieben der Monarchisten nöthig. Das sei jedoch ein falscher Weg, der nicht zum Ziele führen könne. Die Sicherheit der bestehenden Ordnung liege nicht in den Händen der Polizei, sondern iu der Sympathie des Volke». Wenn da« Volk mit der bestehenden Ord- «ung zufrieden ist, so gebe es keine Gefahr für dieselbe. Di« Regierung Möge also nur darnach streben, die Zuneigung des Volke» zu gewinnen, dann brauche man keine Sorg« und keine geheimen Fonds zu haben. Dieses Ziel könne jedoch nur durch stetes Fortschreiten in der Durch- führung sozialer Reformen erreicht werden, die jedem ehrenhaften und arbeitsamen Bürger Brod, Bildung und Freiheit garantirten. Das ist die Aufgabe, das allein ist auch der fichere Schutz der Republik. Meine Partei stimmt in Folg« dessen insgesammt gegen dieses neue Ausnahme- gesetz, wie wir seinerzeit, im Gegensatz zu unser«„radikalen" Freunden, gegen die Verbannung der Prinzen gestimmt haben. Die Aufgabe des Staates ist nicht, wirkliche oder vermeintliche gemeingefährliche Bürger a«S dem Lande zu jagen und damit den Rachbarnationen aufzudrängen, sondern nur ihnen die Mittel zur Ausübung ihrer gemeingefährlichen Dhätigkeit zu nehmen; die Aufgab« der Regierung ist nicht, politische Gegner de« Landes zu verweisen, sondern fie dadurch unschädlich zu wachen, daß man die Zufriedenheit des Volkes mit der bestehenden Ord- »ung erwirbt, indem man zu d-ssen Wohl arbeite und Gerechtigkeit übe. Liebe erzeugt Liebe, Gewalt bringt Gewalt... Die oben erwähnte Enthüllung der Monarchisten über das Treiben der Hetzspitzel erregte natürlich in der Schweiz berechtigtes Aufsehen. Die sozialiftiichen und demokratischen Blätter stellten fich im allgemeinen aus den Boden de» Herrn Bebel und dankten dem Herrn Polizeihaupt- wann Boller, daß er durch seine„Indiskretion" die Annahm- eine« Ausnahmegesetzes hintertrieben habe, welche» der Schweiz nur zum «achtheil gereichen müßt«. Auch die konservativen Organe lobten daS„staatsmännisch-muthige" Borgehen des Herrn Boller. Die„Ostschweiz" z. B. äußerte fich folgender- »»aßen:„Mögen denlfaule Philister es als„jesuitisch" verschreien, daß da» Ziel die Mittel heilige, oft ist es jedoch«in Gebot der«lug- hett ein Zeichen von staatsmännischem Ruthe. Ein Politiker kann und darf fich nicht von dem buchstabenklauberischen pedantischen Geiste letten lassen, wenn dem Interesse des Staates oder der Gerechtigkeit Gefahr droht. Wenn man zum Wohle der Ration, zum Schutze de» Staates oder im Namen der moralifchenGerech- tigkeit Krieg« führen, d. h. Mensche« morden darf, {owäreeSeiae schmähliche Feigheit, würde man in olchem Fall« gar vor einer kleinlichen formalisti. che« Rücksichtslosigkeit, vor einer sogenannt«» »Indiskretion"»urückschreck«»".... von seinen unsauberen Mogeleien eicht ab. Von früheren Vorkommnissen gar wcht zu reden, lesen wir jetzt wieder in deutschen Arbeiterblättern: „Einen recht eigenthümlichen Borschlag, der daraus hinausgeht, verunglückten Arbeitern, welche Ausländer find, die ihnen gesetzlich zustehend« Unfallentichädigung nach Möglichkeit zu k ü rz en; macht in Nr. 8 der„BerufSgenossenschift" der Direktor der Steinbruch-verufsgenossenschaft.Dr. Leyke. Derselbe räth nämlich den Berufsgenossenshaften, durch taktisches Vorgehen ihrer Organe die verunglückter. Ausländer zur AuSwande« rung zu veranlasseu, i» welchem Fall dann§«7 des Unfall- verstcherimgSgesetzes Platz greift, wonach solche Leute durch eine Kapital- zahlung für ihren Entschädigungsanspruch abgefunden werden können. Diese Entschädigung soll außerdem nach Dr. Leyke möglichst gering bemessen werden und höchstens öy Proz. des wirNichen Rentenwerthei betragen. Die Redaktion der„Berufsgenossenschaft" nennt diesen Vor- schlag, mit dem sie sich nicht«inierstanden erklären kann, selbst alS„der BerufLgenossenfchafte» nicht ganz würdig."(Man könnt« dafür einen passenderen Ausdruck gebrauche«, wenn eS parlamentarisch wäre!)" Dies die Rottz.„Nicht ganz würdig" ist allerdings ein sehr„parla- mentarischer" Ausdruck. Jndeß, die Herausgeber der„verufszenoffen- schast" müssen selbst am besten wissen, was der von ihnen vertretenen Institut« ganz, halb ober sonstwie würdig ist. Wir erlauben uns, ohne jede Bezugnahme auf diese Musterinstitute, den Borschlag einfach als nichtswürdig zu bezeichnen. — Ei« veitrag zur Frage des„geistigen" Eigenthnm». „Wenn Diebe sich zanken", le,en wir im Rew Dorker„Sozialist", kommt der ehrliche Mann zu seinem Recht— anverswo mag das wohl gelten, doch nicht hier zu Lande, wo das Gestohlene unter allen Umständen in den Händen der Diebe bleibt. Die Pullmann- und die Wagner Car Compaznie streiten stch im Ch'cagoer Bundesgericht um ein Patent auf ein« Erfindung, die«in einfacher Arbeiter gemacht hat. Es handelt fich um den sog.„Bestibule-Zug", d. h. um eine Summe von Vorrichtungen, welche auS einem ganzen Elsentiohnzug gewissermassen«inen Palast. wagen machen. Die Methode ist von einem Mann ausgearbeitet worden, der in Pullmann im Dienste der Gesellschaft stand und als er derselben den Verkauf der Erfindung anbot, wurde er ganz einfach dahin beschie- den, daß er für sein« Arbeit bezahlt wird und folglich alle R�ullate derselben der Gesellschaft gehören. Da« wollte dem Arbeiter nicht ein- leuchten, er ging fort und verkaufte sein Modell an die Wagner-Gesell- schast. Die Pullmann> Gesellschaft erhob Einspruch, und jetzt liegen fich Beide in den Haaren und streiten sich darüber, wem der Raub verbleiben soll." Die Belohnung der Erfinder ist eines der beliebtesten morali- schen und Zweckmäßigkeits- Argumente, welche die Vertheidiger der heutigen Eigenthumsordnung für dieselbe in's Felo ,u führen pflegen. Schwerlich würde sich nach ihnen Jemand noch mit E.findungen abgeben, wenn ihm nicht die Hoffnung blühte, den Ertrag deistlben sich anzu- eignen. Nun, ganz abgesehen davon, daß die epochemachendsten Ei findungen fast durch die Bank ohne Rucksicht auf materielle Vortheile gemacht wur» den. zeigt das vorliegende Beiipiel, das wir durch hundert ähnliche ver- mehren könnten, wie die„Ehrenwerthesten" und„Besten" der heutigen Gei'llschaft, zu denen die Leiter der Pullmann-Ges-ll chaft zweifelsohne gehören, üb-r die Recht« de« geistigen Eigenthums denken. Die Er- findunz gehört nicht dem, der sie gemacht, sondern dem, der die Arbeits- kraft des Erfinders gekauft. Dieser Satz wirst alle sentimentalen Redens- arten über die wirthschaftliche Selbstständigkeit des Arbeiters in der heutigen Gesellschaft über den Haufen, aber er ist die logische Kons- auenz deS wirklichen Verhältnisses zwischen Ausbeuter und Proletarier, wie es sich auf Grund de« sogenannten„freien Arbeitersvertrages" unter der Herrschast der kapitalistischen Produktionsweise herausentwickelt hat. „Frei" ist der Arbeiter nur in dem Moment, da er den Vertrag schließt, Hit er ihn geschlossen, so gehört er dem Unternehmer mit Leib und Seele. Wenn der Unternehmer„seinem" Arbeiter vorschreiben kann, welchem Verein er angehören darf oder nicht, ob er seine Kinder taufen muß oder nicht, ist es da nicht auch durchaus in der Ordnung, wenn der Kapitalist das alleinige Anrecht auf die Resultate der geistigen Arbeit „seines" Arbeiters verlangt? Ein Umstürzler, ein Kommunist, wer das leugnet.... Halt, einen Augenblick. Di« bösen Kommunisten finden die Auffassung der Pullmann-Gesellichait gar nicht so übel. Sie stimmt zwar mit der Theorie des Privateigenthums schlecht überein, aber um so besser mit der d«S Kommunismus. Wenn der kapitalistische Unternehmergewinn fällt, dann fallen auch von selbst die Erfinder- Tantiemen. Und dann können fie fallen, denn dann hat auch die Ausbeutung der Eifinder ein Ende. — Der Tod de? KaisersWilhelm hat einen wahren Wol- kenbruch von Servilitätöergüssen veranlaßt— das ist nun ein- mal io Regel, und wir sagten bereits in voriger Nummer, daß wir uns darüber durchaus nicht wundern. Aber als charakteriüisches Zeichen der Zelt müssen wir doch die Thatsache feststellen, daß nicht einmal die söge- nannten fortschrittlichen oder demokratischen Zeitungen Deutschlands den Muth hatten, an die Rolle zu erinnern, welche der„damalige Prinz von Preußen" im März 1848 spielte, und deS badischen Feldzugs mit seiner Standrechtlung der Vorkämpfer des„einigen und freien Deutschland" zu erwähnen, von dem elende Bauchrutkcher behaupten, eS sei durch den Verstorbenen»ur Wahrheit gemacht worden. Der Chef der badischen Standgerichte Testamentsvollstr.cker eines Trützschler, eines Tiedemann, eines Dortu und N>si! So lange die Servilität sich in Prosaströmen ergießt, geht es allen- fall« noch, aber fürchterlich ist es, wenn fie uns in poetischer Verkleidung überfällt. Die echte Poefie muß auS dem Herzen hervor- quellen, aus der Schien, unversälichten M-nschennatur! Hier ist aber Alle« gemacht, geschminkt, erlogen— und schielt nach materiellem Vortheil. Zum Mindesten nach einem„allgemeinen Ehrenzeichen" ä la Jhrinq-Mahlow und Raporra, den besten Beweis, daß diele geräuschvolle Begeisterung nur«in Kunstprodukt ist, nur jämmerliche Heuchelei. Und Hand in Hand mit dieser Servilität geht das Denunzianten- thum. Sobald die Nachricht von dem baldigen Ableben des alten Kaisers bekannt wurde, spähten Taufinde und Zehntausende in Wirths- Häusern, auf der Straße, nach den Mienen der Menschen, lauerten auf jedes Wort— und wehe dem, der irgend ein unbedachtes Wort sagte! Unsere Genossen sind sogar schon deßhalb denunzirt worden, weil sie sich nicht an den„patriotischen Kundgebungen" zu Ehren des alten Kaisers betheiligten. Und selbst ein fortschrittliches Blatt hatte die Gesinnungslosigkeit der sozialistischen Mitglieder der Berliner Stadt- verordnetenversammlung zu tadeln, weil fie bei dem obligaten Loyalität«- ausbruch nicht zugegen sein wollten. Wir Sozialdemokraten sollen wohl noch dafür dankbar sein, daß man uns seit 10 Jahren durch ein schmachvolles Ausnahmegesetz zu erdrosseln bemüht ist, und seit 10 Jahren hetzt und verfolgt, wie«ilde Tbiere. Wir sollen wohl ver- gessen, daß die Thaten der Puttkamer. der Krüger, der Jhring Mahlow, und wie sie all« heißen, diese dunkeln Ehrenmänner— daß alle ihr« Thaten verübt wurden im Namen des deutschen Kaisers, der kein Ver- gessen kannte? — In der„Frankfurter Zeitung" vom 18. März(Erstes Morgenblatt) lesen wir: „Wie die heutige„Kleine Presse" mitthellt, hat sich ihr Mit- arbetter Herr Maler Hermann Junker sofort nach dem Tode des Kaisers Wilhelm nach Berlin begeben, um die in der Reichsbauptstadt sich gegenwärtig vollziehenden Ereignisse von welthistorischer Be- deutung in einer Reihe von Originalzeichnungen für die„Kleine Presse" dauernd festzuhallen. DaS Blalt bringt heute die ersten beiden Arbeiten ihreS Spezialzeichners, die in ihrer Gesammtheit fich sehr wohl eignen dürftm,«ine bleibende werthvolle Erinnerung an dies« denkwürdigen Tage zu bilden. Die heutigen Illustrationen stellen den Augenblick dar, in welchem Fürst Bismarck mit thränenerstickter Stimme den versammelten Ritgliedern deS Reichstage» die Botschaft »on dem Ableben Kaiser Wilhelm'» bot." Di«..Kleine Presse" ist bekanntlich die B o l k« auSzab« der„Frank- furter Zeitung", veid« Blätter geben fich als Organe der deutschen Demokratie! Durch einen netten Streich de« Zufall» befindet stch aus der Vorder- fette derselben Nummer der„Franks. Ztg." ein längerer Artikel über diegortschrittedeSZäsarismu»— in Frankreich. Es liegt uns gewiß nichts ferner, als den voulanger> Schwindel irgendwo zu beschönigen, aber wir meinen, in Deutschland hätte ein aufrichtig demokratisches Blatt gerade im gegenwärtigen Moment Anlaß genug, nicht allzu hochmüthig auf die Franzosen herabzublicken. — So mußte e» kommen. Heine zttirt irgendwo eine alte Bal« lad«(oder Epos), worin von einem König die Rede ist, der ein arger Wüstling war— die Ballade ist sehr alt— schließlich zur Straf« in eine Gruft eingesperrt wurde und, als die Ratten an ihm herum- nagten, ein über daS andre Mal i" nerzlich ausgerufen habe: „Ach, sie fressen, ach, sie fressen, womit meistens ich gesündigt." A« dies Klagelied wurden wir lebhaft erinnert, als wir in den Ber« liner Zeitungen von der erschrecklichen Roth und Plage" lasen, welche die kartellbrüderlichen Abgeordneten bei ihrem Besuch der kaiserlichen Leiche im Berliner Dom zu erdulden hatten. Schändlicher als ihnen mitgespielt worden ist, ist noch in keinem Lande der Welt Volksvertretern mitgespielt worden. Und von wem mitgespielt? Bon der Polizei des Herrn Puttkamer. Sie, die den Polizeiminifter in den Tann, da er im Reichstage auf dem Armensünderbänkchen saß, so wacker herausgehauen, sie wurden zur Vergeltung dafür von der Polizei des Herrn Puttkamer nach Roten durchgehauen, nicht etwa bloS figürlich, sondern in des Wortes fühlbarster Bedeutung. Sie wollten mit den, nach langem Harren ihnen gnädigst gewährten Einlaßkarlen in den Dom, und mußten sich drängen und schieben lassen wie der gewöhnliche„Plebs", während Soldaten ohne Weitere« truppweise vor ihnen hineingelasi-n wurden. So wurden ihnen, die für de« Militarismus patriotisch Millionen über Millionen bewilligt, die Reize de» MilitärstaatS auf's Anschaulichste vergegenwärtigt. Als Herr Bau»- berger in der ReichstagSsitzung vom 28. Januar elegischen Tone« darüber klagte, mit welch' geringer Achtung im Verhältniß zu andern Ländern in Deutschland die Volksvertreter amtlicherseits behandelt würden, da heckte» fie gelacht, jetzt, da sie sich fünf, sechs Stunden lang knuffen und puffoz, anranzen und anrempeln lassen mußten und schließlich doch nicht in de» Dom gelangten, weil Unteroffizier Lehmann, Sergeant Müller und Ge» freiter Schulze vorgingen, jetzt lachen ste nicht mehr, sie sind wütheud, sie rasen und toben in ihrer Presse— es sind kartellbrüderliche Blätter, die über den armen, auS dem Pommerlande nach Berlin ver» setzten Polizeipräsidenten von Richthofen und seinen Beschützer, den un« glückseligen Puttkamer, hersallen. Es sind karte llbrüder« liche Blätter, welche über Bevorzugung des Militärs schimpfen. Und Tausende und Abertausende der patriotischsten Bürger stimmen in daS Lied ein, sie sind in Berlin grausam abgekühll worden, die Schreckensszenen am Dom haben ihnen Stoff zum Nachdenke« geliefert. So muß eS kommen. — Zur Revolution in der Buchdrnckerkunst. Wie ameri» kaniiche Zeitungen mittheilen, ist die verbesserte Mergenthaler'sche Setz- masch in« in der Druckerei der„Newyorker Tribüne" bereits zur Anwen- dung gelangt und hat sich so bewährt, daß der Besitzer der Druckerei die Mehrzahl seiner Setzer entlassen hat.„Die Tribüne wird", schreibt die„Newyorker Volksztg.",„bis auf wenige Spalten, welche Anzeigen- und Tabellensatz enthalten, mit der S-tzmaschine hergestellt, welche einen gleichmäßigen, glatten, gut„ausgeschlossenen" Satz liefert, welcher der Zeitung ein gefälliges Aussehen gibt. Und die Kompagnie, welche diese Setzmaschinen liefert, wird nunmehr mit der Fabrikation derselben beginnen, so daß die Zeit nicht mehr fern ist. in welcher sämmt« liche Zeitungen im Besitz solcher Maschinen sein werden. Die Folge würde sein, daß Tausende von Setzern arbeitslos werden. Nur noch Anzeigen- und sogenannte Job-tAkzidenzj-Setzer werden durch die Merzen- thaler'sche Setzmaschine nicht verdrängt werden. Den Letzteren aber droht von einer anderen Seite Gefahr. In Eng« l a n d ist es gelungen, die Photographie zur Erzeugung von Druckplatten erfolgreich zu verwenden. Unter Anderm ist damtt eine Auflage der„Encyclopaedia Brrtannica" gedruckt worden, welche kaum halb so viel kostet, wie das ursprüngliche Werk. Der Prozeß zur Herstellung der Platten ging dabei folgendermaßen vor sich: Jede Seite des Werke« wurde in der Größe photographirt, welche die neue Auflage haben sollte. Dann legte man die Glasplatten mit dem Negativbild jeder Seite auf Gelatintafeln, welche derart zubereitet waren, daß sie durch die Einwirkung von Licht in Waffer löiiich wurde. Wo das Licht nicht durch die Platten fiel, blieb daS Gelaiin unlöslich. Nachdem die Gelattn« tafeln mit dem darauf liegenden Negativ dem Licht eine Zeit lang aus» gesitzt waren, wurden ste mit Waffer abgewaschen. Die Stellen, welche löslich geworden waren, wuschen sich weg, diejenigen aber, welche unlös- sich geworden waren, d. h. die Bilder der phoiographirten Typen, blie» ben stehen und somit wurde eine Platte erzeugt, aus der die Buchstaben des Originaltextes erhöhte Typen bildeten. Von diesen Platten machte man eine gewöhnliche Stereotypplatte, wie ste jetzt allgemein in de» Druckereien zur Verwendung kommen. Man könnte die Gelatintypen auch direkt in Anwendung bringen, denn fie sind härter wie das aus Antimon und Blei bestehende Typenmetall, aber vorläufig hat man noch keine Methode erfunden, sie gegen das Zerdrücktwerden und Zeripringe» auf der Druckpresse zu schützen. Dieses Beriahren ist vorerst nur für den Nachdruck bereit» fertiger Bücher angewendet worden, und bleibt somit noch die Anwendung auf den Druck neuer Werke, Zeitungen-c. übrig. Auch daS wäre nach der„Newyorker Volksztg." leicht zu erreichen. Man brauche blos alle« Manuskript, welches bisher geschrieben und dann vom Setzer mühselig ausgesetzt wird, mit dem Typewriter*) zu schreiben und es dann direkt zu Photographien. Dazu wäre natürlich eine bedeutende Ver, besserung und verallgemeinerte Anwendung des„TypewriterS" erforder» sich; dieselbe aber dürfte stch leicht effektuiren lassen. Wenn auch für Tageszeitungen vorläufig zu umstänilich, soll sich da» photographische Verfahren zur Herstellung von Wochenblättern und an- der» periodischen Zeitschriften vorzüglich eignen. Namentlich sei der Oberst Richard Hoe, der Erfinder der verbesserten Schnellpressen, von der großen Zukunft der Gelatinpressen fest überzeugt und stehe mit den Leuten, die sie in den Druckereien der Bereinigten Staaten einzuführen gedenken, in steter Korrespondenz. „Und so vervollkommnet sich", schließt unser Bruderorgan,„das Ma« schinenwesen m-hr und mehr. Den Hunderten fleißigen Arbeitern, welch« es von Jahr zu Jahr aui's Pflaster und in die Gosse wirft, folge» Tausend« und Hunderttausende, bis den Proletariern eines Tages die Schuppen von den Augen fallen und sie sagen werden:„Halt— wir wollen die Maschinen jetzt für uns haben, damtt die Hinauswerferei ein« mal ein Ende nehme!" — EtivaS für Antisemiten. Wir lesen in deutschen Arbeiter- blättern: In der Steinnußknopf-Fabrik von Kreuziger in Breslau ist em Streik ausgebrochen. Die Ursachen sind in einem Zirkular angegeben, aus welchem man ersteht, daß der Ches Kreuziger im vorigen und die- fem Jahre den Arbeitern durch Strasabzüge von 1—4 Mk.(»ort- gen Herbst in einem Falle sogar 7,SK Mk.) wegen mangelhafter Arbett, wie er sich ausdrückt, den Arbeitslohn kürzte. Der Durchschnitts« verdienst des besseren Arbeiter» ist 1 0—1 2 M ark, der des minder eingerichteten Arbeiters S-S Mark pro Woche. Diese angeblich mangelhafte Arbeit bekamen die Arbeiter jedoch nie oder nur flüchtig zu sehen. Abzüge für Zusrätkommen 50 Psg. bis 2 Mk. Die Arbeiter flehen ausschließlich im Akkord und müssen es sich ruhig gefallen lassen, wenn ste 2—8 Tage in der Woche, ja mitunter auch 14 Tage aussetzen müssen, aus Mangel an Material oder aus an« deren Gründen, und so fällt dieses Berfahren doppelt in'» Gewicht. Sog«, nannte Musterarbett, welche alle 8—8 Wochen wiederkehrt, und immer 1—2 Tage in Anspruch nimmt, muß gänzlich umsonst gemacht«er» den, denn, lo sagt Herr Kreuziger, er bekomme von den Kunden auch nichts dafür, und wem's nicht paßt, kann ja gehen. Da» Rohmaterial von welchem alle ö— 8 Wochen 2-800 Ztr. in Säcken ä 200 bis 2 80 Pfd. ankommen, muß von den A k k o r d a r b e i t« r n in den dazu bestimmten, dreiTreppenhoch belegenen Raum geschleppt werden und zwar gratis. Alle Versuche seitens der Arbeiter, dies« Z->stäude zu besittigen, wurden schroff vom Chef und seinem Werkführer mit dem Hinweis auf die Thüre, abgewiesen. Brieflich wendeten fie fich nun an Elfteren und verlangten Wegfall der Strasabzüge, für Anfer» tigung von Austern pro Stunde 2i Psg., für das Bergen des Roh, "j Amerikanisch« Schreibmaschine. niaterialS pro Mann und Stund« 25 Pfg. Das Erste war, daß der alsObmann gewählteArbeiter entlassen wurde. Der Chef Kreuziqer erklärt- hierbei, et sei fein Jude und deute nicht daran, mit den Arbeitern zu schachern. Auf diese Antwort legten 25 Mann die Arbeit nieder. Als Herr Kreuziger in Folge dessen den Werkfiihrer beauftragte, die Maschinen sofort mit den älteren Ar- beitiburschen zu besetzen, stellte eS sich heraus, daß sämmtliche Burschen, etwa 30, die Arbeit niedergelegt hatten. Di« Aermsten hatten noch mehr zu leiden gehabt als die Arbeiter." Wenn die Antisemiten wirklich Feinde der Ausbeutung der ehrlichen Arbeit sein wollen, so müffen sie die Arbeiter der oben genannten Fabrik in ihrem nur zu berechtigten Kampf in jeder Weise unterstützen. Eine schändlichere Ausbeutung als die oben geschilderte ist kaum denkbar, und die Forderungen der Arbeiter so mäßig wie nur etwas. Und doch schlägt sie Herr Kreuziger nicht nur rundweg ab, son- der» fügt noch den Hohn dazu, zu bemerken, er schachere nicht mit dm Arbeitern, er sei kein„Jude" Mit dm Arbeitern vernünftig unterhandeln, heißt bei dem Mann„schachern". Aerger kann man die Sache des Antisemitismus, der ja das„Schachern" von Grund aus bekämpft, nicht kompromittiren. Also flink, Ihr Herren Bockel, Lieber- mann, und Sie, durch ihre antisemitischen Flugblätter zum wohlhabenden Mann gewordener Herr F r i t s ch, zeigen Sie, daß Sie bessere Menschen stnd, als Herr Kreuziger, greifen Sie in die Tasche und senden Sie den Streikenden Unterstützung. Die Adresse ist: Fr. Bobreck, Ufer» strafte 18, Breslau. — Der Preuftische„Finger" im hessischen Landtage hat sich. so schreibt man uns, jüngst gelegentlich der Debatte über die Berhastung de« sozialdemokratischrn Landtazsabgeordneten I S st zu der Aeußerung verstiegen:„Die Stadt Mainz ist in der Wahl ihrer Abgeordneten unvorsichtig gewesen." Es soll hier nicht untersucht werden, ob es angängig ist, eine Minorität in so roher Weise zu insultirm, unsere Ansicht geht dahin: Di- beiden Abgeordneten sind gewählt und der preu- ßische Finger im hessischen Landtag hat sich vor dieser Thatsache zu beu- gm. Dagegen«ollen wir einmal einen Fall zur Sprache bringen, welcher zur Evidenz darlegt, daß besagter preußische Finger im hessischen Lande in der Wahl seiner Beamten, allerdings nach unserem schwachen Unterthanenbegriff„sehr unvorsichtig" ist. Es ist dies aber etwas wesentlich anderes als bei Wahlen. Er ernennt sie und ist für sie verantwortlich, muß für sie verantwortlich gemacht werden. Machte ich da letzten Sommer, ei waren auch gerade am Hoftheater in Darmstadt Ferien, eine Erholungsreise in die Schweiz. ÄbendS in einem Hotel abgestiegen, wurde ich vom Oberkellner empfangen, und im Lause des Gespräches erfuhr er, daß ich aus Darmstadt sei, woraus mir derselbe die Mitlh ilung machte, es sei noch eine Herrschaft auS Darmstadt im Hotel. Den nächsten Morgen kam mir daS Verlangen, die Herrschaft au« Darmstadt kennen zu lernen, ich wandte mich an den Oberkellner, der mir jedoch bemerkte: Ja, das ist jedenfalls ein neuver- mähltes Paar, die lassen sich nur sehr selten und nur auf kurze Zeit sehen. Das steigerte nun meine Neugierde, wie aber war ich erstaunt. eine in Darmstadt sehr bekannte Schauspielerin und einen noch bekann- teren P o l i z e t r a t h alS„neuvermähltes Ehepaar" zu erblicken. Letz- terer ist verheirathet. hat in Darmstadt Familie und ist nebenbei Soiia- listensresser pur oxeellooee! Ist nicht der preußische Finger im hessischen Landtag„unvorsichtig" in der Wahl seiner Beamten? Ach, und diese bösen Sozialdemokraten wollen— Wetbergemeinschaftl eine» Sozialisten in der Wiener„Gleichheit" die aus — Ueber die jüngst erfolgte Wahl rumänische Kammer schreibt man B u k a r e st: „Ich theile Ihnen vor Allem mit, daß Sie über die Wabl des Sozia- listen W o r t u n(Mortzun) ins rumänische Parlament sich durchaus keinen besonderen Illusionen hinzugeben brauchen, wie Sie überhaupt den spezifisch rumänischen Sozialismus nicht für ganz waschecht halten dürfen. Mortun ist ein wohlhabender Mann in Jassy, welcher jedenfalls eine bessere Bilduna genossen hat, und welcher im Verein mit einem aewese- nen Universilätspros.ffor und jetzigen Inhaber eines Institut«(Privat- schule für Kinder reicher Leute) drei rumänische Zeitschriften herausgibt, und zwar die„Revista sociala"(Soziale Revue), ein wissenschasttich ge- halten«» Blatt, den„Contemporanul"(Der Zeitgenosse) und den„Nun- citor" lArbiiter). Da Jassy als Hauptstadt der Moldau der Sitz der Opposttion ist(die ganze Moldau befindet sich in Opposition mit der Walachei und sind die Moldauer im Allgemeinen den Walachen in vielen Beziehungen oorzu- ziehen), so hat sich ein Kreis von tüchtigen Männern es angelegen sein lassen, der die Opposition in ein gewisses System zu bringen und i m Gegensatz zu der Opposition der Bojaren da« Volk, den Bauer, aufzuklären sich bestrebt. Dadurch haben diese Männer«inen nicht unbedeutenden Einfluß aus die Bevölkerung erlangt. Als im letzten Sommer der König Jassy besuchte, wurde er von der Partei der Bojaren ausgepfiffen. Bei dieser Gelegenheit erließ oben- genannter Professor im Verein mit Mortun eine Proklamation an das Volk, in welcher der Regierungspartei zwar alle Sünden vorgehalten wurden, das Volk jedoch vor den öffentlichen Skandalen gewarnt wurde, welche zwar im Sinne der Aristokratie waren, dem Volke selbst aber nur schaden konnten. Da nun der König vor weiterem Pfeifen geschützt war, so benützte Mortun die ihm günstige Stimmung der„rothen Partei", wie sich hier die Regierungspartei zu nennen beliebt, mit derselben einen Kompromiß zu schließen, zufolge dessen er bei der bevorstehenden Wahl unterstützt werden sollte. Da sich aber in Jassy der verurtheilte und flüchtige Panu aufstellen ließ, so kandidirte Mortun in Roman, wo er auch im zweiten Kollegium gewählt wurde. Da» zweite Kollegium ist nun die eigentliche Kaufmannschaft, das Gewerbe ist nur spärlich vertreten. Im ersten Kollegium stimmt nur der Großgrundbesitzer und die diversen Würden- träger, und im dritten Kollegium endlich der stimmsähig« Arbeiter und Bauer. Der Kompromiß ist zwar verwirklicht, respektive eingehalten, ob sich aber bei der großen Masse der Deputirten nicht ein Kniff in Anwen- dung bringen läßt, den Sozialisten aus der Kammer zu entfernen, ist noch abzuwarten, und wird wohl in Bälde die Wahlverisikations-Kom- Mission uns darüber Ausklärung schaffen. Jedenfalls ist es ein erfreuliches Zeichen, daß sich immerhin Männer finden, welche den sozialistischen Lehren auch unter dem rumänischen Volk Eingang verschaffen, und dies ist ja an und für sich schon ein« recht bedeutungsvolle Thatsache. Roch Eines will ich Ihnen bemerken, daß, da die Masse des Volkes überhaupt jeder Bildung bar ist, unsere Lehren gerade unter den gebildeten Kreisen am meisten Eingang finden, so gibt eS Professoren, Lehrer, Advokaten, Kadetten, Offiziere welche sich zum Sozialismus bekennen. In Bukarest sind e» vor Allem zwei Advokaten, Mille und Ganeicu (ferner der junge Rosetti), welche die Organisation der Arbeiter ziemlich energisch betreiben. So wurde diesen Herbst«in Verein der Eisen- und Holzarbeiter, der Schuhmacher und ein allgemeiner Arbeiterverein, des- gleichen ein Wochenblatt, die„DeSrobirea"(Entsklavunz), gegründet. Ich fürchte allerdings, daß die Sache viel zu viel ins selbsthilflerisch« Lager gerälh— allein die Arbeiter lernen sich vereinigen, einig« von ihnen werden schließlich die politische Seite in den Vordergrund zu bringen wissen, und so wird es eben doch vorwärts gehen." DaS denken auch wir. Korrespondenzen. Linde« bei Hannover.(Ein Beitrag»um Thema der Ausbeuterpraktiken.) Eine wie gerechte Forderung und unbe- dingte Nothwendigkeit die Einführung von Minimallohn und MaximalarbeitSzeit ist, dafür hier einige Beweise. In den„Hannoverschen Kautschuk-Gutta-Perchaund Telegraphen Werken" treibt der Kapitalismus seine prächtigsten Blüthen. So wird z. B. durchschnittlich von Morgens K bis Abends 10 Uhr gearbeitet, allenfalls auch wohl bis 8, aber ganz selten wird um » Uhr gefeiert. Wenn„nur" von ö Uhr Morgen« bis S Uhr Abend« gearbeitet wird, dann heißt ei gewöhnlich: Es ist nicht« zu thun, und sofort gehen die Entlassungen lo». Außerdem sind gerade diejenigen Abtheilungen, in welchen am strammsten gearbeitet wird, zugleich die, welche den Arbeiter am meisten mitnehmen und noch gefährlich dazu. Unglücksfälle passiren fortwährend. Stramm arbeiten heißt in dieser Knochenmühle: SO Stunden und darüber die Woche! Run darf man jedoch nicht auf die Vermuthung kommen— so nahe sie freilich läge— als ob bei dieser übernatürlichen Körperanstri ngung auch«in außergewöhnlicher Lohn bezahlt würde. Allein dem ist nicht so. So haben z. B. die Arbeiter des Bulkinistrhauses in der zweiten Woche des Februar bei SO Arbeitsstunden im Akkord beinahe ganze 26 Mk. verdient; in der folgenden Woche, bei SS Arbeits» stunden, sogar etwas über 28 Mk.! Man sagt gewöhnlich:„Arbeitszeit�, man sollte jedoch einen passen- deren Ausdruck dafür wählen, denn-» ist eben kein Arbeiten mehr, sondern ein krampfhaftes Anspannen des ganzen MuSkel- und Nerven- systems. Mancher Arbeiter, der sich kräftig genug fühlt, die schwersten Arbeiten verrichten zu können, oder dm die Sorge um die Existenz dazu treibt, daß er sich vornimmt, eö um jeden Preis auszuhallen, läuft doch wieder davon, sobald er es erst einige Tag« versucht hat. So kann es folglich auch nicht Wunder nehmen, deß der Körper, welcher die Stra- pazen aushält, eine ganze Reih« von Jahren früher abgenutzt wird. Von Rechts wegen sollte eine derartige Abrackerung unter daS Strafgesetz fallen. Man wird nun fragen: Ja, aber weßhalb lehnen die Arbeiter sich nicht dagegen auf? Run, aus einen ganz einfachen Grunde:„Wer nicht so lange arbeiten kann, wie es g-wünscht wird, der kann auch nicht von 6 bis 6 arbeiten," sagt der Herr Werkmeister, und was der sagt, da» trifft so sicher zu, wie Amen in der Kirche! Uebrigens ist auch der Indifferentismus unter den Arbeitern dieser Anstalt ein wahrhast er- schreckender. Die meisten Arbeiter sehen ein, daß von den maßgebenden Persönlichkeiten im höchsten Grade ungerecht gegen die Arbeiter vorge- gangen wird, daß sie eben nur als lebendige Maschinentheile angesehen werden, jedoch stnd sie durch die Macht der Gewohnheit bereits so ab- gestumpft, daß sie sich höchstens zu einer Faust w der Tasche ausraffen. Auch ist das Schmore tzerthum zu stark eingeriffen, wie ja daS an solchen Plätzen meistens der Fall ist. Da gibt es einige Arbeiter, die ganz ent- schieden bevorzugt werden(die Schlauchmacher). Dieselben stehen mit 36, 30, 24 und 21 Mk. in Lohn und haben die bestgestellten in günstigen Wochen schon über 80 Mark per Woche verdient, d. h. im Akkord. Wenn der Akkord in der Woche obige Lohnsätze nicht übersteigt, so bekommen sie diese ausbezahlt. Jeder der Schlauqmacher hat einen Gehülfen, und diese bekommen den beneidenswerthen Lohn von lb Mk. pro Woche. ES soll übrigens Niemand der Verdienst mißgönnt werden, es soll nur konstatirt werden, daß auch anderen Arbeitern wohl ein etwas besserer Lohn gezahlt werden könnte, zumal die Fabrik entschieden dar- nach verdient. So haben z. B. die Arbeiter in der sogenannten„Ko- lonne" die Bestimmung, daß sie über 25 Pfg. pro Stunde nicht be- kommen, wenn sie überhaupt dahin kommen. Schuften müssen sie, wie Lastthiere; aber selbst für Sonntags- und Nachtarbeit bekommen sie nur ihren gewöhnlichen Stundenlohn, der bei vielen sogar nur 20 Pfg. be> trägt. Dann ist noch hauptsächlich die„Technische Äblheilung", wo mit lehr verschiedenem Maße gemessen wird. Hier, wo doch ganz erhebliche Kenntnisse erfordert werden, ist der Lohn entschieden der Anstrengung nicht angepaßt. Erwähnt sei ferner, daß die Frauen und Mädchen beim „Bälle machen und malen" durchschnittlich neun Mark verdienen— — bei Ueberarbeit! Freilich existiren in dieser Branche leider traurige Zustände; während die Mass- sich schindet, verdienen verschie- dene Frauen und Mädchen annähernd 30 Mk. per Woche. Die Gründe hiefür wild wohl am besten Herr Malermeister Schröder angeben können. Mit einem Wort, im Großen und Ganzen ist der Arbeiter in dieser Fabrik traurig gestellt. Es bewährt sich hier so recht der Satz:„Je mehr Arbeit, desto weniger Verdienst." Die Arbeiter sind aber auch zum großen Theile mit an den ungeregelten Zuständen schuld; an ein gemeinsames Vorgehen ist hier gar nicht zu denken, es würden, wenn sich einig« der gemeinsamen Interessen annehmen wollten, sofort Maß- regelungen staltfinden, noch ehe die Sache auch nur in Fluß käme. Würde eine regelrechte Arbeitszeit, etwa von 6 bis 6 Uhr, innegehalten, so könnten hier bedeutend mehr Personen beichäftigt werden. Selbst jugendliche Arbeiter, Frauen und Mädchen, müssen manchmal Abends bis 10 Uhr, sowie den Sonntag arbeiten, wenn es gewünscht wird— und was ein„Wunsch" in dieser Anstalt sagen will, davon hier ein kleines Beispiel: Vor einigen Tagen heißt eS:„Zu Mittag muß jeder seine Fabrikordnung abgeben." Keiner weiß, was los ist. Zwei Tage später kommt der Herr Werkmeister und hat die Bücher zum AuS- theilen bereit; ehe dieselben jedoch wieder ausgehändigt werden, heißt es: Hier, unterschreiben Sie dies." Selbstverständlich schreibt jeder seinen Namen hin, ohne daß er es hätte wagen dürfen, zu fragen, wa» er unterschreibe. Ob es nun sein Todesurtheil war oder sonst etwas, vas war gleichgiltig. AlS dann der Herr Werkmeister fort war, sah der eine oder andere doch zu, was wohl mit seiner Fabrik- ordnung geschehen sei; und stehe da, ein neuer Paragraph war hinten «ingeklebt, folgenden Inhalt»: Jeder auf der Fabrik Beschäftigte ist verpflichtet, auf Verlangen 21 Ueberstunden per Woche zu machen; außerdem bekommen Diejenigen, welche ohne direkte Anweisung nacharbeiten, für die Nacharbeit keinen Lohn. Ich glaube, jeder Kommentar hierzu würde nur abschwächend wirken. Bemerkt sei nur, daß eS sogar häufig vorkommt, daß Z8 Stunden in einer Tour gemacht werden. Man betrachte die SS Stunden der Arbeiier des VulkanisirhauseS in einer Woche! Freilich erndten die Herren Unternehmer, bezw. die Gesellschaft, auch einen entsprechenden Lohn für ihre unermüdlich«— Thätigkeit, z. B. 27 Prozent Dividende! Eine richtige Bude der Ausbeutung! Machrvf. Am Freitag, den 24. Februar, hatten wir die traurige Pflicht, einen unserer treuesten und überzeugtesten Genossen, Karl Heilmann, Pantinenmacher in Mariendorf, zur letzten Ruhestätte zu geleiten. Ehre seinem Andenken! Wir als Genossen folgten dem Sarg« bis zur Grabstätte, wo wir einen Geistlichen antrafen. Unter solchen Umständen verließen wir den Friedhof sofort, da wir der Meinung waren, die Ehre des Todten nur so zu wahren und nur dadurch der Ueberzeugung des Verstorbene« ge- recht zu werden. Bedauernswerth war unter allen Umständen daS Verhalten eintger Genossen, die mtt Armensündermienen den Sermon des Geistlichen anhörten. während de« Verstorbenen rückhaltloseste Abneigung gegen alles Kirchenthuin offenkundig war. Die Pflicht«tneS jeden Genossen in derartigen Fällen wäre nach unserer Meinung, aus Achtung vor der Welt- und Lebensanschauung eines todten Genossen die Zudringlichkeit über- eifriger Kirchendiener nicht noch durch Verbleiben an Ort und Stell« zu sanktioniren. Im Auftrag der Teltower Freunde und Kreisgenossen. Aufgepaßt! — Auf den Howaldt'schen Schiffbauwerken inDiedrich», dorf bei Kiel(Holstein) ist ein allgemeiner Streik der m der Maschinenfabrik, Gießerei und Kesselschmied« beschäftigten Arbeiter ausgebrochen. Hauptursache: Weigerung der G», schäftSinhaber, mit den Arbeitern in vernünftiger Weife über entstanden» Differenzen zu verhandeln. ES wird dringend ersucht, Anzug fern» zuhalten. Unterstützungen sind an I. Schünemann,«u- gust-nstraße 103, Neudiedrichsdorf bei Ki«l(Holstein), zu richten. Vßtf«ehrfache Anfrage« erklären wir, daß die von L.»iereck herausgegeben« „«Suchen er Post" mtt deuc. find eingetroffen a«S verlin, vraunfchweig, Darmstadt, Kiel, Leipzig, Paris. Newyork, Apolda, Stuttgart.—«.Berlin: Das Epigramm ist nicht recht gerathen. Der„alle Rann" war doch wohl nicht bloS„ennuyant".— Philipp: Da» Segenmanifest ent- bäll nicht üble Sedanken, fch-int unS aber als Ganzes nicht in de» Ton gehalten, der dem Ernst der Situation entspricht. Ueber die Poesien später. Besten Bruß! der Expedition: Rothbart II: Rk. 324—» Cto Aton.»e. nch Weiteres laut Aufstllg. u. bfl.— D. B. o. b. a. d. Sp.: Mk. 78— a Cto. Ab. tc. erh.— Rothe Vebme: Mk. 132 10 k Cto Ad.»c, erh. Weiteres ad notam genommen. Bfl. mehr.— Sch. Hb. i. O.: Mk. 4 40 Ad. 2. Qu. erh.— ClauS Sroth: Nachr. v. 12. am 16/3. bfl. erwidert. — Schippe: Bf. v. 14. 3. am 16. 3. beantw. Adr. geordn. u. vorgenv ZIX.: Bstllg. unterwegs.— Rother Geldsack: Dank. Adr. geordn. Das Explr. ist frei, da« Porto aber zu Ihren Lasten.— Arabi Pascha: Adr. f. L. bfl. abg.— Graue Elster: Adr. erh. Bfl. Wetteres.— HedeJ Aufstllg. v. 14/3. erh. Bfl. Wettere».— Hauptsp-tzel: Vf.«. Adr.». 14. erh. All-S beachtet. Wettere« erw.— Brauner Bär: Lt.>. dkd.«st u. Adr.geordn. Gewünschtes folgt.— Die Rothen H.H.: Jubiläums» Material erh. u. besorgt.— Dr. Florestan: Rk. 2— pr. Usd. dkd. erst Beste Wünsche u. Gruß.— O. F. u. Co. Zch.: Fr.— 50 f. 1 Expl. Nr. 11 erh. Sdg. am 17/3.«. H. in Ihrem Auftrag bewirkt.— Roth« Sauerländer: Rk. 13— f. Schst. erh. Lsg. thunlichst beschleunigt. A» Lsrsrist binden uns nicht. Also Borkehrung treffen.— Spreewacht: Nachr. v. 17. kostete für 1 Gr. llebergewicht 50 Cts. Strafport». — Arbeiterinnen- Verein Zürich: Fr. 10— f. d. Hasencleverfond dkst erh.— Hbst. Hg.: Fr. 4— Cto Hg. erh.— H. L. Thlwl.: Fr. 8— Ab. 2. Qu. erh.— A.L. Fdg. i. Schl.: Rk. 4 40 Ad. I.Qu. u. 60 Pf. pr. AfdS. dkd. erh.- F. D. Zug: Fr. 1 40 f. Schst. erst- F. R. Swmd.: Mk. 4 60 Ab. 1. 3.— 30. 5. u. Strafporto erst— H. St. St. Gll.: Fr. 2 75 f. Schst. erh.- I. K. Bern: pr. R. R. Fr.—50 f. Schst. erh.— E. Fst. W. b. Bg.: Fr. 2 S5 pr. R. R. Ab. 1. Qu.». Schst. erh.—». Sw. Wsdn.: Fr. 2 10 Ab. 1. 3.— 30. 5. pr. R.* erh.— München: Mk. 35— f. d. Hasencleverfond dkd. erh.— Rast» krug: Adr. lt. Vorlage v. 10. ds. tc. geordn. In 12 Quittirte« nach Vorschr. geändert. Bfl. mehr.— Ths. Carouge: Fr. 10— f. d. soz�dem. Leseclub Paris erh.— Beelzebub: Mk. 4 40 Ad. 2. Qu.«st Ebenso fbd. a. d. Vbhdg. abgeliefert.— Osenthür: Adr.«h. Resererz u. Bstllg, folgt.— Rother Apostel: Bf. u. P. K. v. 16. u. 13.«h. Adr. gelöscht u. weiter berichtet. Bfl. mehr.— Donnersberg: Bf. u.-fbd.». 16.»S. hier. Adr. u. Bstllg. notirt. Bfl. Näheres. Gruß!— Brbch.: Vorschlag gut. Bch. bekannt von früh«. Scheint etwas»ersumpft. Sonst«nge» sährlich.— Rother EerberuS F.: Adr. lt. Vorlage v. 17. 3. geordn. und Bstllg. notirt.— Armer Conrad: Das ist all«di«gs stark, ebenso vew kehrt auch daS»etter beabsichtigt«, wie bfl. zeige« w«d««. Anzeigen. Durch Unterzeichnete ist zu deziehen: Robert Blum. Eine biographische Skizze. Preis: 50 Et«.(40 Pf.) Diese Schrift gibt eine eingehende Schild«ung d« Fe b»»»«.« Revolution in Pari» und d« Mä rzkämpfe in Berti» Wir empfehlen dieselben allen Genosse« aus'««ngelegenllichste. Zahlreichen Bestellungen steht entgegen: V«lk»»»«»»»»cklu|' und Kxpedltiw» de«„8taai»ldeaokr»t". Hottlaxe»» Zdrlek. Ql trifft Samstag, den 24. März. Abend« 3'/, Uhr. im große» Saale(3 Treppen hoch) de» Schwanen(Stadt): OeschkoffeKs Aerssmmlnng Per önitsche» KpziaNste». Tagesordnung: Landesansschnftwahl. Wichtige Partetangelegenheite». Zu zahlreiche« Erscheinen ladet freundlichst ein Der Loknlansfchnß. Die zur Aufnahme Angemeldeten stnd hindurch behufs Ausnah»« zum Besuch der Versammlung eingeladen. �ftiVT Da» Lokal der Ritgliedschaft der deutsche» Sozialisten hier befindet sich jetzt Restanrant Kaiser. Unter« Rheingass« Rr. 12, wovon die Tit. Vereine und Genossen gefl. Notiz nehmen wollen. sFr. 250 2) Der Ausschuß. Das vereinslokal der dentschen Sozialve»». traten in London ist: Sommuuistischer Arbeiter-«ildungs. Berei», 49 Tottmham Streck W., erster Eingang von Cleveland-Street-Ecke. Di« eigenen Bereinslokalttäten find täglich geöffnet von 3 Uhr Morgen« bis 12 UhrRachts. Zureisend« Genossen werden gebeten, genau auf unser« Adresse zu achten. Da« Komit«. Zur Beachtung. Mein»«treffe ist wieder: F. A. Sorge, Hoboken, New Jersey. ««web Ge»oilml«»k««»»«»nuleeet««ttiara-SM«.