Imben bei allen schweizerischen Hastbureaui, sowie beim Verlag und dessen bekannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum »ornuS zahlbaran BierteljahrdpreiS von: K«. Z,— sir dieSchweiz lkreuzband) Abonnements � A> Krscheint � /L I M«ichantltch einmal Der SoMemckrat Zürich(Schweiz). Aertag der »k. z,- sllr Teutschland sCouvert) W ▼/'�r»« I r» d n ch h a n» I««, II. l,70 für Oesterreich � � Hattingen'Zürich. Ue. 2,50 sllr alle übrigen Linder de» f_ veltpostbereinS(Kreuzband) V? b>�tll>>»llgtll -rlSr Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Junge, MF"i K Briefe an die Redaktion und Expedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat' wolle man unter veodachwng äußerstervorsicht � 1888 4 abgehen lassen. In der Regel schicke man uns die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadressen. In zweifelhaften Fällen eingeschrieben. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! War Kayser todt! Die Hoffnung, der wir in voriger Nummer Ausdiuck guten, hat sich nicht erfüllt: Am 2g. März ist unser Gestnnungsgenosse Max Kayser den Wirkungen der an ihm nothwendig gewordenen stehlkops- Operation erlegen. Einer der eifrigsten, überzeugtesten Streiter für die Emanzipation der Arbeiterklasse ist nicht mehr. Schon im frühesten Jünglingsalter schloß fich Kayser der Sozialdemo- kratie an, und fein hervorragendes oratorifcheS Talent, fein schlagfertiger Titz machten ihn bald zu einem der beliebtesten Redner der Partei. Die ersten Sporen erwarb er sich in den Jahren lS7l bis 1783 in Berlin; ihm gebührt ein großer Theil des Verdienstes um das Empor- blühen der Mitgliedschaft der Eisenacher Fraktion in der Reichshauptstadt. Nach einem verhälwißmäßig kurzen Aufenthalt m Mainz siedelte Kayser 1874 nach Dresden über, woselbst er in die Redaktion deS «Volksboten" eintrat, nebenbei aber eine ungemein fruchtbringende agitatorische und organisatorische Thätigkeit entfaltete. 1878 und 1881 entsandte ihn der». sächsische Wahlkreis(Freiberg-Oederan-Hainichen) in den Reichstag, 1884 gelang eS zwar der„Vereinigten Ordnungspartei", Dank einer koloffalen Beeinflussung, namentlich der Bergarbeiter, ihn dort durch«inen OrdnungSmann zu ersetzen, doch wurde er dafür von den Arbeitern de» 22. sächsischen Wahlkreises in den Reichstag gesch ickt. Bei den unter dem Zeichen der KriegSlüg« vorgenommenen Wahlen des Vorjahre» unterlag er zwar auch hier einem reaktionären Mischmasch- Gegner, es untersteht indeß keinem Zweifel, daß ihn die nächsten Wahlen wieder als Sieger aus der WahluU7- hülle,, hecvorzehm lassen, wenn der Tod nicht seinem Leben ein vorzeitiges Ende bereitet hätte. Kayser war in keiner Weise, waS man«ine aggressive Natur nennt, er gehörte zur sogenannten gemäßigten Richtung innerhalb unserer Partei und hat von den Vertretern der schärferen Tonart im Laufe der Jahre manchen Angriff erfahren. Aber nie ist auch der leiseste Zweifel an feiner Ehrlichkeit und UeberzeugungStreue aufgekommen, und feine unleugbare Sachkenntniß in allen Fragen der Arbeitsgesetz, g« b u n g, feine Bereitwilligkeit und Anspruchslosigkeit sicherte ihm auch die Freundschaft und Anerkennung Derer, die in den Fragen der Pa rt«i- Taktik mit ihm differirten. Sein, bei aller sachlichen Schärf« doch ungemein Urbane», fast häit.n wir gesagt, versöhnliche« Auftreten sicherte ihn nicht vor den gehässigsten Verfolgungen seitens der Gegner. Ueber achtzehn Monate brachte er hinter Gefängnißmauern zu, und wie er, erst auf Grund eine» aus- gegrabenen Polizeiparagraphen, im Jahr« 1878 al»„bestraft« Person" aus Dresden und dann auf Grund eines der schändlichsten Paragraphen de» Schandgesetzes nacheinander aus den KreiShauptmannschaften D r« s- den und Zwickau, aus Stadt und KrerS Breslau, Elberfeld- Barmen, Remscheid, Solingen, Lennep und noch verschie- denen Bürgermeistereien, sowie aus Erfurt auigewiesen, von Ort zu Ort gehetzt wurde, ist noch in unsrer Aller ftischem Gedächtntß.„Und dennoch", lesen wir im Nachruf de» von ihm gegründeten und sechs Jahre hindurch geleiteten„Sächsischen Wochenblattes",„dennoch. trotz aller Lerfolgungen, fand der Haß keinen Raum in ihm, dennoch predigte »r die Versöhnung») und hoffte auf dieselbe. Sie ist ihm nicht geworden. Rur Eine» wurde ihm, wa« er am heißesten herbeigesehnt— ein Plätz- chen in seiner Heimath, wenn auch als— Todter." Selbst zur Uebersührung de» Schwererkrankten in ein Breilauer Spital hatte erst die Erlaubniß der Polizeibehörde eingehott werden müssen! Es ist vielleicht die schärfste Verurtheilung de» Ausnahmegesetzes, daß grade ein Rann wie Max Kayser am härtesten von ihm getroffen «erden konnte. Ob er Umsturz predigt« oder nicht, war gleichgilttg, er war al« geschickter Propagandist der sozialdemokratischen Grundsätze „gefährlich", al» treuer Anwalt der Arbeiter„mißliebig" geworden, und da» war das Entscheidende. Kayser ist in der Blüthe seiner Jahr« gestorben— er hatte noch nicht da» 3«. Lebensjahr erreicht. Er hinterläßt ein trauerndes Weib und «in ihm erst im vorigen Jahre gebornes Vöhnchen. S« fehlen uns, da wir die» schreiben, noch all« Nachrichten über die Art feiner Bestattung, doch zweifeln wir nicht, daß dieselbe«ine feiner großen Berdienste um die Arbeitersache würdige gewesen sein wird. Auch der„Sozialdemokrat" hat dem bewährten Kampfgenossen einen Kranz aus da« Grab legen lassen. Ein Kämpfer ist au« unfern Reihen geschieden, schnell schließen fich die Lücken hinter ihm, sein Name aber wird un» allen unvergeßlich sein. Die Sozialdemokratie wird da« Andenken Max Kayser» hoch und in Ehren halten.% ♦) D. h. den loyalen Weg der Reformen. Der„Sozialdemokrat", seine Aufgaben und sein Programm. i. Man wird uns das Zeugniß ausstellen dürfen, daß wir es, wo immer es angeht, vermeiden, in eigener Sache das Wort zu ergreisen. Wer unser Blatt aufmerksam liest, weiß, was wir sind und was wir wollen, und gegen absichtliche Verdreh- ungen und Fälschungen unserer Bestrebungen helfen alle Er- klärungen und Proteste nichts. Wenn wir nun heute eine Ausnahme machen, so geschieht dies namentlich im Hinblick auf gewisse, seit einiger Zeit immer wieder auftauchende Gerüchte von einer über unser Blatt ver- hängten oder beabsichtigten Zensur oder sonstigen, gegen das- selbe in Aussicht stehenden Maßregeln. Wir erachten es für Raum- und Zeitverschwendung, auf diese Gerüchte im Einzel- nen einzugehen, halten es aber um so ersprießlicher, und zwar nach allen Seiten hin ersprießlicher, an der Hand eines Rückblicks auf die Entstehungsgeschichte und das von Anfang an gestellte Programm unseres Blattes den Nachweis zu liefern, daß, wenn es seinen Aufgaben gerecht werden, d. h. überhaupt einen Zweck, eine Existenzberechtigung haben soll, in allen grundsätzlichen Fragen von ihm der Satz gilt, der auf die Sozialdemokratie überhaupt Anwendung findet: Kit ut est, aut non sit— er muß sein, wie er ist, oder er braucht gar nicht zu sein. Man mag gegen einzelne Per- sonen, welche man für die Leiter und Lenker hält, unternehmen, was man will— solange der„Sozialdemokrat" besteht, solange die Voraussetzungen bestehen, die ihn ins Leben gerufen, muß er an diesem Programm festhalten und wird er an ihm festhalten. Der„Sozialdemokrat" ist ein Kind des deutschen Ausnahme- gesetzeS. Als er vor nun bald neun Jahren in's Leben ge- rufen wurde, war die einst so blühende Arbeiterpresse in Deutschland theils gänzlich unterdrückt, theils erschien sie unter Bedingungen, die eine freimüthige Kritik bestehender Mißstände, ein offeneS Eintreten für die politischen Forderungen der Ar- beiterklasse von der Gnade— richtiger Laune der Polizei abhängig machten. Und im Wesentlichen verhält es sich auch heute noch so. Ist man im Laufe der Jahre auch im All- gemeinen von der geradezu haarsträubenden Auslegung des Begriffs des„Umsturzes", wie sie in den ersten Jahren des Ausnahmegesetzes üblich war, zurückgekommen, so nimmt man doch durchaus keinen Anstand, sie, wo man eS für zweckmäßig findet, immer wieder von Neuem in Anwendung zu dringen. Beweis die jüngsten Verbote in Hamburg und Darm- stadt. Hier wird verboten, was an andern Orten geduldet wird, am gleichen Ort jahrelang geduldet wurde! Es ist unter diesem Willkürzustande absolut unmöglich, einen festen Anhalts- Punkt dafür zu finden, wie weit die sozialistische Kritik gehen darf oder nicht. Wer in Deutschland ein Blatt herausgibt, ist auf ein beständiges Experimentiren angewiesen, bis eines Tages die ominöse Verfügung eintrifft: Auf Grund des§ x deS Sozialistengesetzes verboten. Und in der Regel wählen sich dann die Behörden für die Motivirung deS Verbots den denkbar harmlosesten aller Artikel aus, gerade als wollten sie sagen: Ce n'est que pour notre hon plaisir— es paßt uns gerade jetzt, und darum verbieten wir auch gerade jetzt. Unter diesen Umständen hat die deutsche Sozialdemokratie in Deutschland selbst kein Organ und ist jeder Versuch zum Scheitern verurtheilt, eines in Deutschland zu schaffen, von dem sich die Genossen sagen können: hier ist eine Stätte, wo wir unserer Meinung offenen Ausdruck geben können, ein Blatt, auf das wir uns in jeder Hinsicht verlassen können, das uns nicht grade in dem Moment, wo wir eS vielleicht am nöthigsten brauchen, durch einen Willkürakt geraubt werden kann. Aus diesem Grunde wurde die Schaffung des„Sozial- demokrat" seinerzeit und ist seine Aufrechterhaltung auch heute noch eine Nothwendigkeit. Hören wir nun, was der„Sozialdemokrat" bei seiner Gründung als Richtschnur seines Wirkens bezeichnete. „Die prinzipielle Grundlage unsreS Wirkens", heißt es in der vom 28. Sept. 1879 datirten Probenummer,„bildet das von den Parteigenossen allerwärts anerkannte Gotha er Programm. Wohl gilt uns dasselbe weder— wie sich einer seiner Väter selbst ausgedrückt— als ein papierner Papst noch als ein steinernes Dogma, wie es denn auch kein Sozialist je als für alle Zeiten unverbesserbar gehalten hat. Aber in seiner Gesammtheit und mit Inbetrachtziehung aller begleitenden Umstände bildet es ein Malzeichen der bis jetzt höchsten Entwicklung der Sozialdemokratie, eine populäre Zu- sammenfassung der Ergebnisse des wissenschaftlichen Sozialis- muS und einen Wegweiser für die politische Haltung der Par- tsi und hat sich im Ganzen voll bewährt, so daß jede Veränderung desselben erst wohl erwogen werden, und man erst die Gewißheit haben muß, daß man wirklich Besseres an die Stelle des Bisherigen setzt. Die taktische Haltung unseres Blattes aber ist ebenfalls durch das Gothuer Programm und die organische Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie ans Grund desselben, sowie durch die Rücksicht auf die augenblicklichen Machtverhältnisse bedingt. Uns ist die Sozialdemokratie nach wie vor eine revolutionäre Partei im wahren und besten Sinne des Wortes. Nach wie vor aber, oder besser, mehr denn je werden wir uns jetzt, wo in Folge des fast bis zur Unerträg- lichkeit gesteigerten Druckes der Reaktion die Versuchung stärker als sonst herantritt, die allerdings langwierige und beschwerliche Arbeit der successiven Aufklärung und Organisation der Massen und dadurch der allmäligen Erschütterung der Grundlagen der heutigen widerfinnigen und ungerechten Gesellschafts- und Staats- ordnung durch kluge Ausnützung jeder, auch der kleinsten Chance, ermüdet sinken zu lassen und sich der scheinbar eher zum Ziele führenden, in Wahrheit aber thörichten und verderblichen Revolutions- und Putschmacherei in die Arme zu werfen, auf's Energischste gegen diese wenden. Wohl glauben auch wir, daß die von nnS ange- strebte radikale Umgestaltung der Gesellschaft nicht allein und in aller Gemüthsruhe von den Ministertischcn und Parlaments- tribünen dekretirt werden wird. Allein diese Ueberzeugung ist himmelweit verschieden von einem„Machen" von Revolutionen oder richtiger von Putschen; denn Revolutionen entstehen wohl, können aber nicht„gemacht" werden. Wir werden also auch in dieser Beziehung den von der deutschen Sozialdemokratie mit so viel Erfolg betretenen Weg gehen und uns von demselben weder durch die zahlreichen, dem Vormarsch auf ihm entgegenstrebenden Hindernisse, noch durch die Aufreizungen der Reaktion— schon um der letzteren keinen Gefallen zu thun— abbringen lassen. Vielmehr werden wir, obgleich außerhalb des Machtbcreiches der deutschen und öfter- reichischen Polizei stehend, trotzdem jede Verletzung des g e- meinen Rechtes in der Form nach Möglichkeit vermeiden, waS unserer Rücksichtslosigkeit in der Sache durchaus keinen Eintrag thun wird. Per„Sozialdemokrat" steht mit Kinem Wort sowohl i« prinzipieller als taktischer Beziehung voll und ganz ans dem Standpunkt der deutsche« Sozialdemokratte, wie sie war«nd wie sie ist!---" Den Hetzern und den Kleinmüthigen in's Stammbuch. „... Das Kreuz von Golgatha erinnert un« daran, daß eine Um- wälzung in der menschlichen Denkweise, die Umbildung deS Bestehenden, der Kampf gegen liebgewordene Vorurtheile nur durch den Einsatz der vollen Persönlichkeit durchgesührt werden kann. Propheten, Prediger der Wahrheit, Reformatoren, kühn« Neuerer stießen von jeher auf hart- nackigen Widerstand, entschiedene Abneigung, auf Gleichgültigkeit oder auf Haß. Wa» brauchten sie auch eigene Gedanken zu haben und da- durch Andere an ihre Gedankenlosigkeit zu erinnern; was brauchen sie originell zu sein und über die liebe breite Mttelmäßigkeit hervorzuragen; waS brauchen sie da» Alte, Langgewohnte, Liebgewordene morsch und faul zu finden, die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden wach zu rufen und die Sehnsucht nach besseren Zuständen zu entfachen? „Da« war pietätlos, denn e« ging gegen das von den Vätern Ererbt«, das sich durch lange Zeit hindurch bewährt;«S war unbequem, denn e» übte und verlangte Kritik an einer geheiligten Traditton, eigenes Nach- denken über das durch äußere Autorität Vermittelte, Aufgeben theurer Vorurtheile, Eingehen in einen neuen Gedankenkreis, Aufschwung zu selbständiger geistiger Arbeit; es flieh unsanft mtt einer undurchdring« lichen Mauer von Interessen zusammen, die, im Grunde kleinlich« und schmutzige Selbstsucht, sich mit dem Strahlenglanz eines erhabenen Be- rufe« zu umkleiden gewußt hatten, mit der Autorität der staatlichen Ordnung, mit dem Ansehen einer wissenschaftlichen Zunft, mit der Heiligkeit des priesterlichen Amte«, mit den Formen und Formeln einer stabil gewordenen Frömmigkeit. „Wehe dem, der thöricht genug war, sein volle» Her, nicht zu wahren, der dem Pöbel sein Gefühl, sein Schauen offenbarte. Er war ein Narr, wenn er es bei der Theorie bewenden ließ,«in Verrückter, ein Sonder- ling, ein Original, gut genug, dem Pöbel al« Zielscheibe für seine plumpen Witze zu dienen. Aber dreimal wehe ihm, wenn er daran ging, seine Lehre als Hebel an das Gebäude der sozialen Ordnung an- zusetzen und in Staat, Gesellschaft, Kirche eine neue Gestaltung des geistigen Leben« einzuführen. Dann war er ein Revolutionär gegenüber dem Staat,«in Feind Gottei und der Religion, ein« Gefahr für die Gesellschaft. Ihn traf der Haß der Dummköpfe, deren blöde Augen da» neue Licht blendete und schmerzte, die Abneigung der in der alten Ordnung Eingesessenen, die er in Frag« stellte, der Zorn aller Elemente, die au« dem schlechten Boden ihre Nahrung sogen. „Verlauf und Ausgang de» Kampfes zwischen der neuen Idee und der alten Wirklichkeit ist im Wesentlichen immer derselbe gewesen. Ver« kennung, Spott, Verkleinerung, Mißdeutung, offener Haß oder geheime Jntttgue waren das geringste, wa« ein kühner Neuerer, ein prophetischer Geist von der Mitwelt zu erwarten hatte. Aber ofttnal» hat die Ge- schichte von ihren Helden mehr gefordert: Den Einsatz ihreS ganzen Lebens, die Bestegelung ihres Werke« durch die Treue und Standhasitg- keit bis zum Tode, die Opferung ihrer ganzen Persönlichkeit aus dem Altar der Idee. „Und solche Helden haben der Menschheit zu keiner Zeit gesehlt. Ein« große, glänzende Schaar von Blutzeugen der Wahrheit zieht an unserm Geiste vorüber, unter allen durch Adel deS Geiste« und Herzen», durch Tiefe des G-mütheS und durch die sittliche Hoheit deS Charalters, durch die Macht de« Wortes wie deS Beispiel» hervorragend jener jüdisch« Prophet, den ein auf seine Würde stolzer Priesteradel, eine bornirt«, kleinliche nnd fanatische Buchstabenfrömmigkeit und ein indolentes, am Ueierlieferten kleinlich klebendes, zu geistiger und wettherziger Auffassung der religiösen Ideen unfähiges Volk gänzlich verkannt und von sich au»- gestoßen hat. „Aber noch niemal»— und da» ist ein Trost und eine Stütze für den Glauben an den Fortschritt der Menschheit— noch niemals ist eine wirkliche Wahr- heit durch brutale Macht der Menschheit auf die Dauer entzogen, noch nie ein wirkliches Gut ihr für immer ge- raubt worden. Die Schläge, die die Wahrheit treffen sollen, mögen ihren Träger vernichten, aber der Wahrheit selbst können sie nichts anhaben. Gerade was sie tödtlich treffen soll, wird der Anlaß ihrer Bewährung. Ideen lassen sich nicht umbringen,«ine wahre Prophetie muß stch erfüllen, und eine für die Menschheit fruchtbare Umgestaltung wird allen Hinder- niste« zum Trotz stch vollziehen."... Entnommen einer CharfreitagSbetrachtung deS Doktor I. llreyenbühl in der„Reuen Zürcher Z e i t u n g." Warunl der Bauer so wenig von der Volksschule wissen will. Ueber dieses Thema finden wir in der Wiener„Gleichheit" einen Artikel au» der Feder Karl KautSky'», der auch für einen großen Theil unserer Leser von hervorragendem Interesse sein dürfte. Er geht zwar speziell von den Verhältnissen im katholischen Oesterreich und ganz be. sonders deffen Gebirgsdistrikten au», trifft aber mit entsprechenden Modifikationen auch sür die Verhältniffe deS mehr protestantischen Deutschlands zu. Kautsky wendet sich dagegen, daß man die Zustimmung der österreichischen Bauernschaft zu dem reaktionären Liechtensteinischen Echulantrag kurzerhand aas Unwissenheit, Bornirtheit und Verhetzung durch die Pfaffen zurückführe, sondern empfiehlt, den Gründen nachzu- spüren, welche die Bauern für diese„Verhetzung" so empfänglich machen. Er schreibt: „Nichts gefährlicher im politischen Leben, als die Illusion, der Gegner wisse nicht, was er thue. Wenn eine breite Volksschichte sich einer bestimmten Richtung zuwendet, so kann man als sicher annehmen, daß sie ihre guten Gründe dazu hat; und ist diese Richtung eine uns feindliche, so werden wir ihrer eher Herr werden durch Erforschung und wo mög> lich Beseitigung ihrer Ursachen, als durch„Aufklärung" und moralische Entrüstung. Ein Blick auf die Rolle, welche Kirche und Schule, Pfarrer und Schul- meister im Leben de» Bauern spielen, dürfte vielleicht Einiges zum Ver- ständniß des heutigen Kampfes um die Schule beitragen. Ein Bauer kann stch eine Dorfgemeinde ohne Pfarrer gar nicht denken. Jede Veränderung, die in einer kleinen Gemeinde von größ- ter Bedeutung ist, jede Geburt, jede Heirath, jeder Todesfall erfordert die Intervention des Pfarrers, der nicht nur diesen Veränderungen ihre feierliche Weihe zu geben, sondern sie auch genau zu registriren hat: er knüpft die Familienbande, er kontrolirt das Erbrecht. In der Kirche findet jeden Sonntag die Volksversammlung der Gemeinde statt, aller- dings immer mit einem und demselbm Redner; in ihr nimmt jede» Fest seinen Anfang. Der Pfarrer ist aber nicht blo» auf'» Engste mit dem sozialen Leben der Dorfgemeinde v:rwachsen, er ist auch in der Regel selbst ein Bauernsohn, oft stammt er aus derselben Gegend, in der er wirkt. Die Kirche rekrutirt sich heute nicht aus den Städten, sondern au» den Dörfern und den Schlössern der Großgrundbesitzer. Sie ist eine Zufluchtsanstalt sür erblose Söhne von Bauern und Adeligen und dabei eine Anstalt, die die Bauern, wenigstens direkt, nur wenig kostet. Die Kirche ist eine im Wesentlichen von Staatsmitteln erhaltene In- stitution. Ganz anders die Volksschule. Ihre Einrichtung wurde(verhält- nißmäßig gut) in Wien von den Liberalen dekretirt, die Kosten der- selben aber wurden einfach den einzelnen Gemeinden zugewälzt. Die armen Bauerngemeinden hatten oft neue Schulen zu bauen, wodurch sie verschuldeten; ihre Abgaben wuchsen, um einen„Fremden" zu besolden. Denn der Schullehrer ist in der Regel kein Bauernsohn, wie der Pfarrer, sondern«in„Herrischer",«in Stiidt.r, der..�erhungert auf 3 Saud kommt, UM sich auf Kosten der Bauern seinen Magen zu füllen". Und was bietet diese theure Schule dem Bauer? Das erste, was ihm ausstößt, ist, daß sie ihn in der Verwerthung der Arbeitskraft seiner Kinder hindert. Und das verdrießt ihn, der versinkende Bauer klammert sich an den Strohhalm der Kinderarbeit, wie der Handwerker an die Lehrlings ausbeutung. Er erliegt der Konkurrenz des landwirthschafllichen Großbetriebes, der Liechtenstein« und Konsorten. Die Steuern bedrücken ihn immer härter, die Hppothekenzinsen steigen und der Ertrag seine« Betriebes sinkt. Mit den Gemeindeweiden und E-meindewaldungen hat er Viehweide und Streu verloren, bald mangelt ihm der Dünger und da» Zugvieh. Weib und Kind werden eingespannt, und zwar nicht blo» de» Sommers zu landwirthschaftlicher Arbeit, sondern vor Allem z u r Hausindustrie, die auch im Winter fortgeht, und deren„Segnun- gen" immer weitere Gebiete Oesterreichs heimsuchen. Die achtjährige Schulpflicht erscheint da dem Bauer als ein Hinderniß in seinem Kampf um die Existenz.„Wie beschränkt!" ruft vielleicht Mancher.„Die höhere Intelligenz, die die achtjährige Schulzeit in den Kindern entwickelt, ist später um so förderlicher." Das mag wohl sein, aber nicht für den Bauernstand. Wer intelligent und energisch ist, bleibt heute selten im Dorf. Er zieht in die Stadt, die ihm bessere Aussichten bietet. Es ist eine bekannte Thatsache, daß heutzutage das flache Land immer mehr entvölkert, indeß die großen Städte immer größer werden. Das gilt bereits nicht blo» für Europa, sondern sogar für den Osten der Vereinigten Staaten. Während im Westen Nordamerikas die vor- dringenden Farmer, um Land zu gewinnen, Wälder niederschlagen, den Bison und auch den Bisonjäger, den Indianer, ausrotten, verödet im Staate New-Dork das flache Land, die Farmen werden verlassen, die Wälder dehnen sich wieder aus und der Wildstand wächst. Vielleicht er- leben wir s noch, daß die Reste der Rothhäute aus den Felsengebirgen in den Staat New-Dork versetzt werden! Die Wanderung vom flachen Land in die Großstädte ist eine Roth- wendigkeit für die kapitalistische Produktionsweise, sür die Bourgeoisie. Die industrielle Arbeiterklasse erhält keineswegs einen Lohn, der ihr« Reproduktion ermöglicht. Sie würde rasch aussterben ohne steten Zuzug vom Lande. Daher die Nothwendigkeit für die Bourgeoiste, gute Volks- schulen nicht blos für Arbeiter- sondern auch sür Bauernkinder zu haben. Denn wenn die Bauern ohne jede Schulbildung in die Städte zögen, wo sollte man verwendbare Arbeiter herbekommen? Gute Volksschulen auf dem Lande sind also eine Lebensfrage nicht so sehr für den Bauernstand als für die Bourgeoiste. Die Kosten derselben hat aber diese fast völlig dem Bauernstand aufgehalst. Der Bauer hat mit seinem Geld Zinsen an den städtischen Wucherer(für die Anleihen zu Schulbauten) und den Gehalt an einen Schullehrer zu bezahlen, da- mit dieser Arbeiter für die Stadt großziehe. Mit einem Wort, das heutige System der Aufbringung der Schul- kosten bedeutet eine Ausbeutung d-S flachen'Landes durch die Stadt, de» Bauern durch den Bourgeois, indeß das heutige System der Auf- bringung der K i r ch e n k o st e n eher da» Umgekehrte bedeutet. Daher neigt der Bauer mehr zur Kirche als zur Schule. Wollen die Liberalen dafür sorgen, daß die NeuschuU die Sympathie deS Bauern gewinnt, dann müssen sie dahin trachten, daß die Kosten für sie ebenso wie es für diejenigen Schulen bereus heute geschieht, in denen die Söhne der Bourgeoiste studiren— Mittel- und Hochschulen— vom Staat getragen werden, und daß jede Gemeinde eine gleich gute Schule erhält, ob sie arm oder reich sei. „Das find nicht etwa sozialistische Forderungen— die gehen um etwas weiter— das sind Forderungen, die die Liberalen im eigenen Interesse zu stellen hätten, um ihrer Schule die Sympathien des Land- voll» zu gewinnen, um die Volksschule gegen, aste Angriffe der Feudal- klerikalen sicher zu stellen. Es ist gar zu beq-um, auf Kosten der Bauernschaft„aufgeklärt" zu sein. Ist es den Herren Liberalen wirklich so ernst mit der„Aus- ilärung", so mögen sie das durch die That beweisen, indem sie für sie zahlen. Uebernahme der Kosten der Schule und der Lehrmittel durch den Staat und Aufbringung der nöthigen Summen durch eine progres- sive Einkommensteuer: wenn die Liberalen einen dahingehenden Antrag dem Liechtenstein'schen entgegensetzten, würden st« dem letzteren leicht den Wind au» den Segeln nehmen. Die Arbeiterschaft kann in der Sache nichts thun als protestiren, Dank ebenfalls dem Liberalismus, der ihr das Wahlrecht verweigerte. Jetzt kommen die Sünden der Halbheit über sein eigenes Haupt!" Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 4. April 1888. — Run hat auch der von den deutschen Offiziösen in Aussicht ge- stellte„Gnaden-Erlafi" Friedrich III. das Licht der Welt erblickt. und wenn wir unser ehrliches Urtheil über denselben abgeben sollen, so müssen wir bekennen: wir sind zufrieden. Vollkommen und nach jeder Richtung hin zufrieden. Wie wir im Prinzip über das Recht der Gnade und Amnestie denken, brauchen wir hier nicht erst des Längeren auszuführen. ES kommt bei Beurtheilung des vorliegenden„Gnadenerlasses" ja nicht unser Stand- punkt in Betracht, sondern das, was bei den heutigen Machthaber« Sitte und Gebrauch ist. Die Staatsoberhäupter haben einmal dieses Recht und e» gilt oder galt bisher in monarchischen Kreisen für ein Anstands- gebot, bei gewissen Veranlassungen von ihm Gebrauch zu machen. Nicht daß von ihm Gebrauch gemacht wird, sondern w i e von ihm Gebrauch gemacht wird, ist daher der Erörterung werth. Friedrich III. hat eS nicht sür angezeigt erachtet, seinen Regierungs- antritt durch eine allgemeine Amnestie zu seiern. Wen darf dies wundern? Amnestiren heißt vergessen, ungeschehen machen, hat also nur einen Sinn, wenn ein politischer Systemwechsel eintritt, durchgreifend genug, um die früher begangenen politischen Vergehen wirklich aufzuheben, wenn eine Versöhnung bisheriger Gegeniätze in Aus- ficht steht. Ein solcher Systemwechsel ist aber, wie schon die ersten Regicrungsakte Friedrich III. gezeigt haben, von ihm n i ch t zu erwar- ten. Der Mann, der in seinem ersten Erlaß von seinen Unterthanen statt von Staatsbürgern spricht, Standeserhöhungen rc. ankündigen läßt, wird vielmehr stramm an seinen Gottesinadenoorrechten und was damit zusammenhängt festhalten. Run sind zwar auch innerhalb der Schranken des bestehenden Systems Aenderungen von gewisser Tragweite denkbar, Aenderungen im Sinn« einer freieren Gestaltung deS politischen Lebens. Aber selbst wenn Friedrich III. al» Kronprinz den Willen gehabt haben sollte, in diesem Sinne„liberal" zu regieren, so zeigt er als König und Kaiser, daß eS ihm an der nöthigen Kraft fehlt, feinem Willen entsprechend zu handeln. Wie viel von diesem Mangel auf Rechnung seiner Krankheit kommt, wie viel auf seine individuellen Charaktereigenschaften, kommt hier nicht in Betracht. Wir haben es nicht mit dem Menschen, sondern nur mit dem Regenten zu thun. Die politische Persönlichkeit int-resstrt un»— daß Friedrich Wilhelm Nikolaus aus dem Geschlecht der Hohen- zollern kein Menschensreffer ist, mag alte Weiber rühren, wir finden dabei nicht« Außerordentliches. Genug,— Friedrich III. hat noch nicht eine Regierungshandlung vor- genommen, welche einen irgendwie in Betracht kommenden Gegensatz zum System Bismarck erkennen ließe, wohl aber eine ganze Reihe solcher voll- zogen, aus denen hervorgeht, daß das System Bismarck in der innern wie in der äußern Politik Preußen- Deutschlands auch unter ihm fort- bestehen wird. Wer stch darüber noch im Unklaren befand, sich noch in Illusionen über die Gestaltung der Dinge in Deutschland wiegte, den hat der am 1. April— Bismarcks Geburtstag— bekannt gewordene„Allerhöchst« Gnadenerlaß" mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit eines Besseren belehrt. Es werden laut ihm„in Gnaden erlassen": Alle von einem preußischen Zivilgericht rechtskräftig er- kannten Geld- und Freiheitsstrafen wegen 1) Maj-stStsb-leidigung und Beleidigung von Mrtglieoern otB �»»glichen Haufe«. 2) Verbrechen und Bergehen in Bezug auf die Ausübung der staats- bürgerlichen Rechte(Sprengung gesetzgebender Kör- perschaften, Wahlfälschung, Wahlbeeinflussung, Stimmenkauf. 3) Widerstand gegen die Staatsgewalt und wegen folgender, unter der Rubrik Verletzung der öffentlichen Ordnung aufgeführten Vergehen: Hausfriedensbruch, Aufreizung, Mißbrauch der Kanzel gegen die Staatsgewalt, Herabsetzung von Anordnungen der Obrigkeit durch Verbreitung erdichteter oder entstellter Thatsache n. �4) Beleidigung von Beamten, Religionsdienern, Mitgliedern der bewaffneten Macht, Beleidi- gung des Reichstags oder sonstiger gesetzgebender, bez. politischer Körperschaften. S) Vergehen gegen das R e i ch S p r e ß g e s e tz und gegen das preußische Vereins- und Versammlungsgesetz. 6) Gewöhnliche Uebertretungen. 7) Sonstiger Vergehen, sobald die Strafe nicht S Wochen Freiheitsentziehung und löl) Mark Geldbuße übersteigt. Auf den ersten Blick erscheint der Erlaß als ein ziemlich weitgehender — bei näherer Betrachtung stellt sich das Bild ganz anders dar. Wegen emer ganzen Reihe der oben aufgeführten Vergehen sind, wenn über- Haupt je, in den letzten Jahren schwerlich Verurtheilungen erfolgt. So «rinnen wir uns absolut keines Versuchs,„eine gesetzgebende Bersamm- lung des Reich» zu sprengen"(tz 105 des Str. G.-B.), und ebenso keiner Verurtheilung wegen Erörterung von Staatsangelegenheiten durch Geistliche von der Kanzel herab in einer„den öffentlichen Frieden ge- sährdenden Weise". An Wahlfälschungen ic. hat es zwar in den letzten Jahren kaum gefehlt, aber sie sind von Angehörigen der herrschen. den Klassen verübt worden, uno— wo kein Staatsanwalt ist, ist auch kein Richter. Dagegen fehle« unter 3) zwei Paragraphen, wegen deren in den letzten Jahren die meisten politischen Verurtheilungen stattgefunden haben: die W 128 und 12» de« Strafgesetzbuche«, die durch die famosen Reichsgerichtsbeschlüsse zu wahren politischen Mausefallen verinterpretirt worden sind. Die Opfer der schmachvollen„GeheimbundS"'Prozefle von Breslau und Posen, um nur die zu nennen, die den lautesten Protest der öffent- lichen Meinung erregten, sind— übergangen. Ebenso ist keine Rede von Denen, die den Schlingen des schändlichen«usnahmegesetze« zum Opfer gefallen. Ueber, engte Sozialdemokraten, sowie überhaupt die poli« tische Opposition stellt dagegen zu den in den Gnadenerlaß einbe- zogenen Vergehen ein verschwindendes Kontingent. Sieht man sich z. B. die sogen. Majestätsbeleidiger näher an, so wird man finden, daß es fast ausschließlich Leute find, die sich wenig oder gar nicht um Politik kümmern und daher auch nicht gewohnt sind, ihre Zunge im Zaume zu hallen. Was da» Strafgesetzbuch„Widerstand gegen die Staatsgewalt" nennt, wird in der Regel von Kutschern, Hausirern, Pflastertretern und dergleichen begangen, ernsthafte Politiker haben Besseres zu thun, als sich mit Schutzleuten zu raufen. Und so mit den meisten der im Erlaß aufgesührten Vergehen. Kurzum, der Gnadenerlaß hat eine F o r m u l t r u n g erhalten, welche die ernst- hafte politische Opposition, die Svtialdrmokratie, fast ganz leer ausgehe« läßt. Fern liegt es uns, darüber in Entrüstung zu gerathen. Wir konsta- tiren es nur, um die Situation zu kennzeichnen. Würde die Ruhe und Sicherheit des preußischen Staates im Geringsten gefährdeter sein al» jetzt, wenn sich dem in Altona wegen Verbreitung de«„Sozial- demokrat" zu 3'/, Jahre« Gefängniß verurtheilten Zigarrenmacher Kückelhahn, dem in Posen wegen Kandidirens zum Reichstag rc. zu �'/»Jahren Gefängniß verurtheilten Buchbindermeister Janis- zewski und ihren Mitgefangenen die Kerkerthüren öffneten? Kein Mensch wird das im Ernst behaupten wollen. Warum bleiben sie ge- schlössen? Weil das Gesetz bleibt, dem sie zum Opfer gefallen, weil die Praxis in der Handhabung des Gesetzes bleibt— mit einem Wort, weil daS System Bismarck bleibt. Die deutsche Repttlpresse will die Ausscheidung der„sozialdemokratische» Vergehen" aus dem Gnaden-Erlaß durch einen angeblichen Beschluß der Berliner Sozialdemokraten decken, jeden, der die Gnade annehme, au» ihrer Mitte auszuschließen. Das ist natürlich eine verlogene Ausflucht. Ein solcher„Beschluß" kann höchstens im Hirn eines Puttkamer'sche» Lockspitzels, nie aber in den Kreisen vernünftiger Arbeiter gefaßt worden sein. Weiß doch jedes Kind, daß es bei generellen Gnadenerlassen über- Haupt kein Annehmen oder Ablehnen gibt. Wahrscheinlich werden unsre Berliner Genossen jede» Einreichen von Gnadengesuchen perhorreszirt Haben, und daS würde allerdings den Betsall der Gesammtheit der Partei finden, wie eS durch das, was er nicht einschließt, auch der Gnadenerlaß zugesteht: Die Sozialdemokratie bettelt nicht um Gnade, sie verlangt ihr Recht. £! «» — Der Kaiser Ist tobt— eS lebe der Kaiser! Wilhelm: Sozialistengesetz, Haussuchungen, Verhaftungen, Verbote, Spitzeleien, Au»- Weisungen.— Friedrich: Sozialistengesetz, Haussuchungen, Verhaf« tungen, Verbote, Spitzeleien, Ausweisungen.— Wilhelm war Fried« rich, Friedrich ist Wilhelm! Nun, unsere Genossen hatten es zumeist nicht anders erwartet.— Die armen Fortschrittler aber, die schon ein Regiment Richter gewittert hatten, laufen herum wie begossene Pudel und murmeln melancholisch: Wilhelm— Friedrich, Friedrich und Wilhelm— nach der Kladderadatsch-Melodie von Kunigunde und Eduard.— Die Polizei rächt sich für die Angst, welche sie nach dem Tode de» alte» Kaisers auSgesianden und entwickelt jetzt einen verdoppelten Eifer. Di« letzten Tage haben uns wieder zwei Zeitungsverbote, zwei Dutzend Haussuchungen und drei bis vier Dutzend Verhaftungen gebracht— von kleineren Sewaltthätigkeiten und Maßregelungen gar nicht zu reden. — Der MordSpatrlotlsmn» I« der Literatur. Bis zu welche« Albernheiten der Nationaldünkel und Nationaldusel führt, der sich heut» in Deutschland allenthalben breit macht, dafür fanden wir jüngst in einem Heft der„Westermann'schen Monatshefte", das uns zufällig in die Händ« gerieth, ein drastisches Beispiel. In einem Artikel über David Fr. Grabbe(Mai 1887) geniert sich ein Mitarbeiter der genannten Zeit- schrift, Namens Konrad Alberti, nicht, folgenden Satz vor aller Welt auszusprechen: „Es schmälert Schiller's poetische Größe nicht, wenn man behauptet, daß die Schillerverehrung heute nicht, wie sie e» wirklich ist, im lang- samen Sinken begriffen wäre, falls er für seine Dramen nationale Stoffe gewählt hätte!" Mit andern Worten: Schiller hätte eS so machen sollen wie sein glück- licher Epigone Herr von Wildenbruch, dem es an„Verehrung" heutzutage ja bekanntlich durchaus nicht mangelt. Der Mann ist fast so populär, obwohl lange nicht so unterhaltend, wie die selige Mutter Birch-Pfeiff-r. Das machen die„nationalen Stoffe". Schiller aber, deffen Stücke, wie der„Wallenstein", in Südafrika, oder wie„Kabale und Liebe" bei den Eskimo's oder wie die„Räuber" bei den Papua'» spielen, der kann natürlich einen nationalen Deutschen de» glor- reichen zweiten Kaiserreiches nicht mehr begeistern. Gar nicht zu rede» von seinem„Don EarloS", seiner„Maria Stuart", seiner„Jungfra» von Orleans", seinem„Wilhelm Tell". Wie konnte der Mann nur eine« spanischen Prinzen, eine ultramontane, mit den F r a nz o s« n kokettirend« Schottin, eine französische Bauernmagd und gar einen„meuchelmörderi- scheu Schweizer" zu Helden von Dramen nehmen! Hätte Kaisertragödie» schreiben sollen, wie der selige Raupach. Sind doch auch Shakespeare» Hamlet, Othello, Lear, Romeo und Julie je. nahezu vergessen, während deS Briten Kdnigsdramen seinen unvergänglichen Ruhm ausmachen!! Was würde dem Engländer passiren, der«ine gleiche Phrase, wie Herr Alberti über Schiller, über Shakespeare zum Besten geben wollte« .* sre *8 »a m H heu gei der voi Sü. aus tut in ort ; unl »ieh S »ug als heii die Th' ich« 5-1 De! »ist S zeih Uni B-z — Alle Preußen find vor dem Gesetze gleich— heißt e» in der von sämmtlichen Beamten des Landes beschworenen p r e u ß i-__, schen Verfassung. Darnach sollte man meinen, daß auch alle» spri Preußen, die im Vollbesitze ihrer bürgerlichen Ehrenrechte und moralisch mei unbescholten sind, mindestens alle sogenannten freien Berufe gleichmäßig Alt offen stehen. Das ist aber ein schwerer Jrrthum. Was für den eine» Nreußen recht ist. ist für den andern— nicht billig. Man lese NU» folgendes Aktenstück, welches der„Fränkischen TageLpost" jüngst au» Cottbus zur Veröffentlichung zugeschickt wurde: „Cottbus, den 2S. November 1887. An den Bezirksausschuß zu Frankfurt a. d. Oder. neh jedk des nie «i vor sin! der trä: Wi t sag! zeit s e» Bf- Klage der Polizeiverwaltung zu Cottbus wider den Konzipienten Robert G l e y Hierselbst auf Untersagung de« Gewerbebetriebs zum Anfertigen schriftlicher Aufsätze. Am S. November 1887 hat der Tuchmachergeselle Rober! Gley, am 4. September 1850 zu Wittstock geboren, Hierselbst, J0-' Mühlenstraße Nr. 351 wohnhaft, die Anfertigung von Schrisistücke»«ar und Ausführung von Rechtsgeschäften sür Andere beim hiesig» Magistrat angemeldet und hat derselbe diesen Gewerbebetrieb auf» aI8 genommen. Es liegen nun gegen den-c. Gley Thatsachen vor, dt« wei dessen Unzuverlässigkeit in Bezug auf diesen Gewerbebetrieb 1a9 darthun, derselbe ist nämlich ein hier öffentlich be- kanntet Agitator der Sozialdemokratie, zu der e»«je sich frei und öffentlich bekennt. Auch ist der k. Gley,»is wie das gehorsamst angeschlossene Etrasregister ergibt, wegen Ver- K-r anstaltung einer Versammlung unter freiem Himmel ohne obrigkeit- liche Erlaubniß mit 15 Mk. Geldstrafe, event. 8 Tagen Gefängniß,?er und wegen Vergehens gegen daS Sozialistengesetz, Verbreitung ver> botener Schriften mit 1 Monat Gefängniß und a Wochen Haft be- � st. Beide Strafen find im Jahre 1888 gegen ihn verhängt wor- straft. den. Auf Grund dieser Thatsachen sind wir gezwungen, im öffent«! der lichen Interesse beim Bezirksautschuß klagend zu beantragen:"ei Dem Konzipienten Gley aus Grund des§ 35 d-r am 1. Juli 1883 in Kraft getretenen ReichSgewerbeordnung für das Deutsche sov Reich, sowie des tz IIS d«S Gesetze» über die Zuständigkeit de» üia Verwaltungsgerichtsbehörden vom 1. August 1883 den in Red« Hu stehenden Gewerbebetrieb betreffend die gewerbsmäßige Besorgung Bc fremder Rechtsangelegenheiten und bei Behörden wahrzunehmend« sin Geschäfte, insbesondere der darauf bezüglichen schriftlichen Auf- üir sätze zu untersagen. we Die Polizeiverwaltung:. sin gez. D r. M a y e r. ist, Also wegen zweier, rein politischer Vergehen untergeordnetste« Natur beantragt der biedere Polizeimeister von Cottbus, einen sonst un- bescholtenen Bürger sür unzuverlässig im Sinne der Gewerb« ordnung zu erklären, d h. eine Maßregel zu verhängen, die von der Gesetzgeber ausdrücklich nur mit Bezug auf Leute vorgesehen worde ist, die sich g e m e i n e r Verbrechen schuldig gemacht oder gegen dii sonst Thatsachen vorliegen, welche ihre Rechtlichkeit in Zweifel stelle Und was thut der ehrenwerthe BezirksauS'chvß? Weist er die mit de. Grundsatz der Gewerbefreiheit in striktem Widerspruch stehende Zumuthung JJ- mit Entrüstung zurück? O nein; er beschloß in seiner Sitzung voo- i'1 15. März„zu Recht", daß dem Verklagten der Gewerbe?* betrieb zu untersagen sei", und motivirte sein Urtheil damit, daß— man höre:*n: „... Der Verklagte thatsächlich„unzuverlässig" ,m Sinne der Gewerbe-"r ordnung sei, weil er die ihn besuchenden Personen stark beeinflussen könne, und er dadurch Gelegenhei!? hätte, noch mehr Anhänger der Sozialdemokratt«?? zuzuführen! Da« nennt man Logik! Das nennt man Rechtsgefühl! Die„Unzu- verlässigkeit" besteht darin, daß er seine Klienten— schädigen, zu leicht' fertiger Klage veranlaffen, belügen und betrügen könnte? Nicht doch, 7® weil er sie— derSozialdemokratiezusührenkönnt«! 7� Eine prächtige Entdeckung, diese Auslegung des Begriffs der„Unzu- verlässigkeit". Wird von ihr in allen Fällen der richtige Gebraus V gemacht, dann ist«in neuer Weg gegeben, den edlen Zweck des„gemein- J*' gefährlichen Gesetzes":„Existenzen zu untergraben" auch auf dem Bode» � des gemeinen Recht» zu erreichen. Die Welt wird schöner mit jedem Tag. — vcschlüssc deutscher Republikaner i« der Schweiz. In Zürich haben fünfhundert Deutsche in einer Bersammlung„angesichts der gefahrvollen Lage deS Baterlandes" einstimmig eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefaßt, von denen wir die hauptsächlichsten hier folgen lassen: „Gegen die dynastische Politik der deutschen Fürsten, welche schon so viel Unheil über Deutschland gebracht hat und jetzt im Begriffe steht, unabsehbares Elend, Schimpf und Schande heraufzubeschwören, ist der bewassuete Widerstand des deutschen Volke« geboten"..... ...„In Uebereinstimmunz mit der Volksversammlung zu....- erkennen wir in der deutsche« Republik die einzig mögliche Be' seitigung der beklagenswerthen und gefahrdrohenden Zustände und die sichere Anbahnung einer friedlichen Entwickelung der deutschen Ration zur Freiheit und Rächt." „Die Grundrechte des deutschen Volkes und die Einführung der allgemeinen Volksbewaffnung bilden und verbür- gen augenblicklich den einzig gesetzlichen Boden des deutschen Volkes." „Die Bersammlung fordert das Volk in allen Thülen Deutsch- landS dringend auf, angesichts der jetzigen Gesahr und Roth überall in Stadt und Land zu politischen Vereinen zusammen zu treten und eine organisirte Volksbewaffnung in Angriff zu nehmen. Wir wollen hier hinter den Brüdern in Deutschland nicht zurückbleiben." '»Sind dies« Leute rasend?" hören wir gewisse Heuler hier ausrufen. »Wie können sie den Schweizer Boden zu so unerhörten Anschlägen wider fremde Regierungen mißbrauchen? Das rechtiertigt die schärfsten Maßkegeln gegen diese Hetzer, gegen diese Aufwiegler." Gemach! dies« Leute sind durchaus nicht rasend, oder vielmehr sie »aren durchaus nicht rasend, als sie die obigen Beschlüsse faßten. Sie ritkirten nichts dabei, keine Ausweisung, keine Maßregelung. Im Früh- jähr 1866 waren eben die Nerven noch nicht so zart organisirt wie heutzutage, und zur Beruhigung für die freiwilligen und bezahlten An- geber in Zürich und anderwärts sei bemerkt, daß die zitirten Beschlüsse bereits 22 Jahre alt sind. Die Zeiten ändern sich und die Menschen mit ihnen. Wie gar manche »on den Leuten, die damals offen zum gewaltsamen Sturz der deutschen Fürsten aufforderten, stimmen heute mit ein in das Geschrei über die «ufreizende Sprache des„Sozialdemokrat", und unterstützen die Forde- rung von Represfionsmaßregeln gegen denselben. Wo findet man aber in unserem Blatt, wo in irgend einer Publikatton unserer Druckerei der- arttge Aufforderungen zu„Hochverrath und gewaltthätigem Umsturz"? Je nun. wir vertreten auch die Interessen der Arbeiterklasse, und vor 22 Jahren war dai Bürgerthum in der Opposition. Das «klärt alles. .— Mit dem ganzen Dünkel eine» deutschen Professors steht Herr Moritz Carriere in der„deutschen Revue" in emem Friedensbrief an Ernst Renan über unsern Genossen Bebel her, weil derselbe im Reichstag wiederholt seine atheistische Gesinnung bekundet und jugleich auf eine Reihe von berühmten Staatsmännern, Philosophen ic. als Gleichgesinnte in dieser Frage hingewiesen hat.„So will die Klein- heit", zetert er,„sich groß machen, so brüstet sich die Unwissenheit oder die ebenso schlimme Halbbildung mit der vermeintlichen Weisheit der Thoren, die in ihrem Herzen sprechen: es ist kein Gott. Bebel weiß schwerlich viel von Platon und Aristoteles, von Leibnitz und Kant, von Keppler und Newton, aber begierig liest er die frechen und frivolen Deklamationen der Feuilletonisten, die fett Jahren die Volksseele ver- giften." Die Berliner„Volkszeitung" ferttgt den zelotischen Pfaffen— Ver- zethung, Professor, sehr treffend mit dem Hinweis auf die grauenhafte Unwissenheit ab, die Herr Carriere in eben demselben„Friedensbries" in Bezug auf die soziale Frage an den Tag legt. Der große Philosoph spricht da nämlich von den„Maßregeln de« großen Kanzlers" und weint: Wenn diese Versicherung gegen Unfall, Roth, Krankheit und Altersschwäche durch das Zusammenwirken von Arbeitgebern und Arbeit- nehmern durchgeführt ist, hat die bestehend« Gesellschaft Recht und Pflicht, jeden Angriff eines revolutionären Kommunismus, eines auf Umsturz des Staates sinnenden Sozialismus auch„mit Waffengewalt niederzuschmettern." Das tief« Verständniß sowohl für die Wirkungen der großen Sozialreform— es blieb Herrn Moritz Carriere vorbehalten, in ihr auch eine Versicherung gegen Roth zu finden— als für die Bedürfnisse der Arbeiterklasse wetteifert hier mit der nicht minder ttefen Geschichtsauffassung, die den Herren davon zu käumen erlaubt, eine Kulturbewegung wie die sozialistische„mit Waffengewalt niederzuschmettern." Doch lassen wir das. Was in dieser Hinsicht Herrn Carriere zu jagen ist, ist zum größten Theil in dem erwähnten Arttkel der„Volks- jeitung" gesagt worden. Hier wollen wir eine andre Frage aufwerfen. Herr Carriere eifert wider die„Thoren, die in ihrem Herzen sprechen: ist kein Gott". Wenn daS ein Stöcker oder irgend ein römischer Pfaffe thut, so sind sie— wir wollen nicht sagen in ihrem Recht, aber wenigstens in ihrer Rolle. Sie stehen auf dem Standpunkt des Offen- darungsglaubens: was in den Evangelien steht, ist ihnen die absolute Wahrheit— daS Wort Gottes. Herr Carriere aber glaubt ebensowenig als Herr Renan an die Unfehlbarkeit der Bibel, sie ist ihm Menschen- werk, der Bib-lgott existirt nicht für ihn. Aber anstatt nun offen zu lagen: Wir wissen von keinem Gott und können von einem Gott nichts wissen, der Schöpfungsgedanke und der Gedanke eines die Geschicke der Welt und speziell der Menschen lenkenden Gottes ermangeln jeglicher wissenschaftlichen Grundlage und können daher unmöglich für mehr als sfcr Produtte einer unentwickelten Erkenntniß der Welt und der Natur- kräft« gelten, klügelt er sich einen Weltenschöpfer und Weltenlenker aus, der um kein Haar besser vor der wissenschaftlichen Prüfung besteht als der OffenbarungSgott, einen abstrahirten Gott, der sich nirgends offen- bart als in den Werken deS Herrn Carriere, einen Gott, der von allen schlacken, die dem leiblichen Gott anhaften, befreit fein soll, der aber d-m gesunden menschlichen Fühlen nach ferner steht als dieser, gerade weil er«ine bloße Abstrattion, ein philosophisches Schattenbild ist. Wir wollen nicht mit Herrn Carriere über„Halbbildung" streiten, soviel steht aber fest: schlimmer als das mangelhaste Wissen ist das wangelhaste Wollen, das absichtliche Stehenbleiben auf halbem Wege. kknd das ist das Charakteristikum seines„Theismus". Für den satten Bourgeois eine Spielerei, wird er bei den Unterdrückten nie Eingang finden. Er befreit sie nicht, er Köstet sie nicht, er erhebt sie nicht, er Nimmt ihnen den Himmel und gibt ihnen die Erde nicht— er ist, wenigstens in unsren Tagen, der Deckmantel aller Feigheit und Ge- sinnungslosigleit. Und lieber ein„Halbgebildeter", der ein ganzer M a n n ist, als«in mit Gelehrsamkeit vollgepfropftes Mollusk. — Demokratischer Chauvinismus und GerviliSmu». Wir hatten wiederholt Gelegenheit, uns mit der„Frankfurter Zeitung" zu beschäftigen. Daß der Moniteur deS Herrn Sonnemann in der Loyalitäts- «pidemi.-, welch- jetzt in Deutschland herrscht, nicht seuchenfrei bleiben würde, daS war zu erwarten. Freilich, die Inbrunst des Knechtsinns, welche sie bei dem Tode de» alten Hohenzollernkaisers entwickelt, und bie Eleganz, mit welcher sie die dicksten polittschen Thatsachen wegeska- Aotirt hat, um mit dem verstorbenen Heldengreis Heroenkultus Keiben zu können— diese Orgien der Servilität haben selbst in den philisterhaftesten Kreisen der Volksphilisterpartei Verwunderung erregt. Jndeß, das sind Dinge, die man noch einigermaßen mit der herrschenden Drehkrankheit «ntschuldigen kann, welch« ja bekanntlich ansteckend ist. Aber keinerlei Entschuldigung gibt es dafür, daß die„Frankfurter Zeitung", die sich «in demokrattscheS Organ nennt, mit Sack und Pack in das Lager de« EhauvintSmus übergegangen ist, welcher im schroffsten Gegensatz steht zu jedem demokratischen Prinzip. Die„Frankfurter Zeitung", die schon früher bedenkliche Anwandlungen von Franzoseafrefferei hatte, «acht jetzt systemattsch in Franzosensresserei und Chauvinismus, und ».schreckt bei Ausübung diese» traurigen Handwerks auch nicht vor den handgreiflichsten Lügen und gröbsten Seschichtssälichungen zurück. So behauptet sie>. B. in chrer Nummer vom 24. März, die Franzosen hätten Deutschland schon unzählige Male, die Deutschen Frankreich nicht «in einziges Mal angegriffen. Daß 1732 das durchaus sriedlich gesinnte Frankreich von den Ptllnttzer Verschwornen, in «rster Linie den Preußen und Oesterretchern, angegriffen ward, und daß aus jmem Krieg die späteren RevoluttonSkriege und die Tapoleonifchen Kriege hervorgingen, d. h. mit anderen Worten, daß die Kriegsperiode von 1732 bis ISIS ganz wesentlich den reaktionären deutschen Fürsten auf's Kerbholz zu setzen ist— daS schweigt die chauvinistische Frankfurterin todt. Es zeigt sich hier so recht deutlich, wie viel ihre sogenannte„Demo- kratie" werth ist. Schon der einfachste demokratische Instinkt müßte ihr sagen, daß der chauvinistische Haß gegen Frankreich die Basis der Reaktion in Deutschland bildet, und daß der Militarismus seine Existenzbedingungen selbst in den Augen des dümmsten Mordspatrioten verlieren würde, wenn die Behauptung, daß Frankreich Deutschland zu überfallen trachte, allgemein als Lüge erkannt wäre. Und das vorgeb- liche Organ der Demokratie verbreitet selbst diese Behauptung und fälscht in ihrem Dienst die Geschichte. Da eS sich um Thatsachen handelt, die in jedem GeschichtSwerk ver- zeichnet sind, so kann das Gebahren der„Frankfurter Zeitung" nicht auf Unwissenheit zurückgeführt werden, obgleich auch das keine Recht- ferttgung wäre. Es ist Methode in dem Treiben. Die„Frankfurter Zeitung" handett mit vollem Bewußtsein. Sie ist in erster Linie Bourgeois- und Börsenorgan— das Politische ist nur Beiwerk, die Demokratie Sport, und— erst da» Geschäft und dann das Vergnügen. — Polizeistaatliches. In Deutschland herrscht der Polizei- stab nicht bloS von„Staats"wegen, er ist dem deutschen Philister sogar buchstäblich in Fleisch und Blut übergegangen. So ist z. B. in B a m- berg eine Zeitung, zwar nicht von der Polizei, aber von ihren Grün- der» und Lesern verboten worden. Verboten in aller Form Rechtens. Und was das Interessanteste an diesem neuen Verfahren,— das Publikum, welche? der Polizei dies« Konkurrenz gemacht hat, ist— volksparteiliches Publikum. Das fragliche Blatt, das„Bam- berger Journal", war nämlich ein Organ der Volkspartei, und der Ar- ttkel, welcher die tapferen Herren Demokraten zum Entschluß gebracht hat, das Blatt eingehen zu lassen, weil es die„Partei" diskrebitirt habe — dieser Artikel ist eine sehr zahme Charakteristik deS ver- storbenen Kaisers, in der die badischen Heldenthaten ganz leicht ange- deutet sind! So tief ist diese Volkspartei gesunken. Roch unter die Puttkamer'sche Polizei— denn diese hat das„Bamberger Journal" nicht verboten— nicht einmal beschlagnahmt. — Gleiche» Recht für Alle im heutigen Klassenstaat, alias „Gleichheit vor dem Gesetz". In den Berliner Zeitungen vom 30. März d. I. finden wir folgende zwei Justizfälle: I.„Es muß ein ganz sonderbarer Zustand gewesen sein, in welchem der alte Rentier N. an einem Sonntage des Januar, Morgen« gegen 7 Uhr, einen nach Moabit fahrenden Pferdebahnwagen bestieg. Er hatte die ganze Nacht mit guten Freunden durchzecht, war dann ein wenig in die Luft gegangen und ein gerade vorüberfahrender Pferdeeisenbahnwagen brachte ihn plötzlich auf die Idee, eine Frühfahrt nach Moabit zu machen. Er nahm in recht behäbiger Breite auf dem Hinterperron Platz und war nicht sehr angenehm überrascht, als ein während der Fahrt aufspringender Passagier Miene machte, auf dem noch nicht vollbesetzten Perron gleichfalls Aufstellung zu nehmen. Mit dem Ton eines Mannes, der in dieser Beziehung etwas zu sagen habe, herrschte der alte Herr den neuen Ankömmling wiederholt an, daß der Wagen besetzt sei, und als er damit kein Gehör fand, warf er den neuen Passagier mit einem heftigen Stoß vor die Brust einfach vom Wagen, so daß der Mann in weitem Bogen aus das Straßenpflaster fiel. Es ist ein wahres Wunder, daß derselbe nur mit«inigen geringeren Verletzungen davonkam und nicht von einem dem Pferdebahnwagen folgenden Fuhrwerk überfahren wurde. Gegen Herrn N. aber wurde die Anklage wegen Körperverletzung mittelst einer das Leben gefährdenden Behandlung erhoben. Der alte Herr erklärte wieder- holt, daß er gar nicht wisse, wie er zu dieser That gekommen sei und daß er die letztere tief bereue. Der Staatsanwalt glaubte ihm die« auch und beantragte deßhalb nur 14 Tage Gefängniß! daS Schöffengericht entschied sich aber nach langer Berathung dahin, noch eine größere Milde walten zu lassen und verurtheilte den Angeklagten zu Ivo Mk. Geld« büße, event. 15 Tagen Gefängniß." II.„Einen bemerkenSwerthen Mangel an Muth förderte gestern«ine Verhandlung vor der dritten Strafkammer am Landgericht I zu Tage. Der Schlächtergeselle Markeska besuchte mit seiner Braut ein Bergnüzungslokal, in dem sich mehrere seiner Bekannten befanden. Einer der letzteren machte sich nun wohl etwas mehr mit der Braut zu schaffen, als es dem Markeska lieb war, so daß sich bald ein Wort- Wechsel entspann, in dessen weiterem Verlauf der letztgenannte ein Messer zog und drohte, seinen Gegner niederstechen zu wollen. Als dieser die blinkende Waffe erblickte, wendete er sich um, und ob- wohl er gar nicht verfolgt wurde, lief er so lange mit Windeseile davon, bis er zusammenbrach. Markeska, der gar nicht die Absicht gehabt hatte, zu stechen, lachte nicht wenig, doch wurde seine Heiterkeit unangenehm durch«ine Anklage unterbrochen. Der Gerichtshof erkannte auf drei Monat« Gefängniß; ob der Angeklagte wirklich habe stechen wollen, müsse gleichgiltig bleiben, denn es genüge, daß bei dem Bedrohten Furcht erzeugt w i r d." Wir haben die beiden Notizen unverändert so wiedergegeben, wie die Lokalreporter sie geschrieben. Es sind sogenannte„geringfügige" Fälle, und doch wie lehrreich! Ein roher Bursche, der ohne jegliche Proooka- tion einen Menschen vom Wagen wirft, so daß es ein wahres Wunder zu nennen, wenn das Opfer des Bubenstreichs nicht Hals und Beine gebrochen, kommt mit einer verhältnißmäßig— d. h. für seine Verhält- Nisse— winzigen Geldstrafe davon. Und ein anderer roher Bursche, der sich den, allerdings sehr unpaffen- den„Spaß" macht, Jemand durch Ziehen eines Messer« zu erschrecken, von dem Messer jedoch keinen Gebrauch macht, wird zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Wenn I die Strafe von II erhalten hätte, und umgekehrt, so würbe in den beiderseitigen Strafen vielleicht ein richtiges Berhältniß gewesen sein; aber so wie die Strafen gefallen sind, ist die Ungerechtigkeit eine flagrante, und springt aus den ersten Blick in die Augen. Wie erklärt sich diese Justiz mit zweierlei Maß? Nr. I war ein„Rentier", also Mitglied der herrschenden Klaffe! Nr. II war ein„ S ch l ä ch t e r g e s e l l e", d. h. Arbeiter, und als solcher Mttglied der unterdrückten und ausgebeute- ten Klasse. Das sagt Alles. Und damit die Göttin der Gerechtigkeit nicht allein sei in der Bethätt- gung des Klasseninstinlt«, helfen die braven Reporter ihr noch hübsch freundlich, inoem sie den Namen des„Rentiers" diskret verschweigen, den des„Schlächtergesellen" aber rücksichtslos an den Pranger schlagen." — Eine lehrreiche Erinnerung. Die Thatsache, daß in New- Dork Herr Karl Schurz, der„Befreier Kinkel'«", sich dazu hergab, dem Mann die Gedächtnißrede zu halten, der Kinkel ins Zuchthaus geschickt, die Besten der Mitkämpfer Kinkel'« gestandrechtelt hatte, ruft eine Reihe von Erinnerungen wach an die Umstände, unter denen die Befreiungsthat vor sich ging, und an die Folgen, welche die- selbe für diejenigen hatte, die nicht gleich Schurz so glücklich waren, ins Ausland zu entkommen. Schurz war mit Empfehlungen an den Gastwirth Wilhelm Krause in Spandau gekommen, der ihn bei sich einquartirte, und ihm pro forma Arbeit bei einem Schlossermerster verschaffte. An dem zur Befreiung festgesetzten Abend lud Krause die Gesängnißbeamten ic. zu einer heißen Bowle zu sich ein, Schurz achtete darauf, daß keiner der Kneipbrüder daS Lokal verließ, während inzwischen Dr. Löwenstein und ein Gefängnißbeamter die Befreiung Kiniel'S bewerkstelligten. Zwischen 11 und>2 Uhr kommt ein Wagen angefahren und Krause sagt zu Schurz:„Schlosser, gehen Sie mal raus und sehen Sie, wer da ist." „Zwei Herren wünschen für sich und ihren Kutscher«in GlaS „Warmes." „Hier nehmen Sie drei Gläser und sagen Sie, weil heute mein Ge- burtstag ist, nehme ich von Niemand B-zahlung." Im Wagen waren Professor Krnkel und Dr. Löwenstein. Noch in derselben Nacht kam Kinkel glücklich über die mecklenburgische Grenze und einige Tage darauf nach England. Im Jahre 1851 kam vor dem königlichen Kammergericht zu Berlin der Prozeß gegen Dr. Löwenstein und Genoffen wegen Befreiung de« Hochverräthers Kinkel zur Verhandlung. Angeklagt waren Dr. Löwen- st ein, der Gefangenenwärter und der Gastwirth Krause. Schurz war glücklich nach England geflüchtet. Als der Präsident frug: Sind Sie der Gastwirth Wilhelm Kraus«? antwortete dieser: „Ja, Herr Präsident, das bin ich." Sie sind angeklagt, Beihilfe zur Befreiung des Kinkel geleistet zu haben, und namentlich den angeblichen Schlossergesellen swd. phil. Karl Schurz, längere Zeit beherbergt, ohne ihn polizeilich gemeldet zu haben. „Det stimmt Mens, Herr Präsident, aber ich muß Ihnen dabei«ene kleene Geschichte erzählen. Es mögen jetzt so stiekener drei Jahre her sin, da kam eene Nacht, e« war sone recht stürmische März- nacht, eene Kutsche vorjefahren un rau» stiegen zwei Herren un frugen mir, ob sie bei mir übernachten können. Ick sage ja, un wollen Se mir jefälligst Ihr« Papiere jeben. Js nich nöthig, sagt der eene Herr, mein Name ist von Brandt, Sie brauchen uns nich melden. Ick kannte ihn wohl, et war, meine Herren, der Prinz von Preußen. Wat meenen Se wol, wat det Volk von Spandau mit dem jemacht hätte, wenn ick ihm jemolden hätte. Na ick dachte, wat Herrn v. Brandt recht is, is dem Schlosser Schurz, billi g." Dr. Löwenstein und der Gefangenenwärter wurden zu je 20 Jahren Zuchthaus verurtheilt und Krause als unzurechnungsfähig aus der Haft entlassen. „Dr. Löwenstein starb im Gefängni ß", schreibt die„New- V orker Volks-Zeitung", der wir diese Erinnerung entnehmen,„Krause ist todt und Karl Schurz hält die Gedächtnißrede für den„Prinz von Preußen". Das kennzeichnet den Mann. Kinkel hat später im Exil auch manche „Wandlungen" durchgemacht, aber zu solcher Gesinnungsl— osigkeit hätte er sich schwerlich herbeigelassen. Uebrigens sei bemerkt, daß Herr Karl Schurz später im Auslande zu den Erzrevolutionären gehörte, welch« gegen Marx hetzten und intriguirten, weil er sich aus die Revolu- tionsmacherei nicht einließ. Wie hat Herr Schurz den Titel, den ihm Marx damals beilegte, doch gerechtfertigt! „Was Herrn von Brandt recht ist, ist dem Schlosser Schurz billig"— diese schlichten Wort« des„unzurechnungsfähigen" Gastwirths kann man gewissen Leuten nicht oft genug ins Gedächtniß zurückrufen. Sie gelten natürlich auch in umgkehrter Satzfolge. Aber der einstige Flüchtling ge- hörte noch am Abend seines Lebens zu Denen, die unbarmherzig exilirten, und der mit von ihm Exilirte feiert heute sein Gedächtniß. Wo ist das Schamgefühl geblieben?! — Zu weffe« Gunsten? Eine Spitzelkorrespondenz, welche vom „Frankfurter Journal" aus die Runde durch die deutsche Kartellpresse macht, gibt sich gewaltig Mühe, dem Anarchismus auf den Strumpf zu Helsen, und da mit dem Bischen wirklichen Anarchismus, der noch hie und da in vereinzelten Exemplaren zu finden ist, absolut kein Aufhebens zu machen ist, so werden Anarchisten erfunden. So heißt eS u. 31,; „Außerordentlich bezeichnend ist eS nun, daß der Züricher„Sozial- demvkrat" nach Lahmlegung dieser Konkurrenz den Anarchisten gegenüber sofort eine veränderte Haltung annahm; e» scheint nämlich ein Kompro- miß zwischen beiden stattgesunden zu haben, wenigstens steht fest, daß sich in Zürich bereits eine anarchistilche Gruppe gebildet hat, welche den Import revolutionärer Brandschristen nach Oesterreich systematisch be- treibt. Auch in Deutschland scheint man sich den gegenseitigen Besitzstand garanttrt zu haben, wenigstens ist»achgewiesen, daß die ohnlängst in Baden massenhaft verbreiteten anarchistischen Flugblätter in Zürich das Licht der Welt erblickt haben. Ganz ohne Rückhalt ist auch das Bruder- organ des„Sozialdemokrat", welch-s in derselben Züricher Druckerei hergestellt und von demselben Redakteur geleitet wird, in das anarchistische Lager übergegangen; unter Anderem veröffentlichte ersteres anläßlich der Hinrichtung der Chicagoer Anarchisten ein mit schwarzem Rande ver- sehenes Blatt, in welchem diese verherrlicht wurden. Buch mehrere Führer der Sozialrevolutionäre in der Schweiz, z. B. der aus Deutsch- land ausgewiesene„Schriftsteller" Kahler und ein in Basel ansässiger Tischler Namens Guthmann, der mit der Züricher Leitung bitter ver- feindet war, find wieder zu Ehren angenommen worden. Dieser Um- schwung ist ohne Zweifel darauf zurückzuführen, daß die radikale Partei in kategorischer Form die Einstellung jeglicher Feindseligkeit zwischen den beiden„sinnesverwandten" Richtungen forderte. In ganz gleicher Weise war bereits vor Jahresfrist dem„Berliner Volksblatt" jede Polemik gegen Most untersagt worden. Um nun diese veränderte Situation und die bevorstehende neue„sozialrevolutionäre Aera" der Agitation, zu wel- cher im Interesse der Selbsterhaltung von Zürich aus gegriffen werden mußte, vor den Augen der eidgenössischen Polizei thunlichst zu verbergen, mußte die Ehrenberg-Affäre inszenirt werden. Wir zweifeln, daß es den Herren gelingen wird, in Deutschland— abgesehen von einigen vorge- schrtttenen freifinnigen Zeitungsredaktion.n— Jemandem Sand in die Augen zu streuen." Man kann hier wirklich sagen, Satz für Satz unverschämt er- logen. Aber nebenbei auch sehr dumm erlogen, denn die Unwahr- heit jeder einzelnen dieser Behauptungen läßt sich fast dokumentarisch nachweisen. Wir haben jedoch dazu heut weder Raum noch Veranlassung, aber die Frage wollen wir aufwerfen: Zu wessen Gunsten wird das alles gelogen? Und wenn wir da nach dem alten Grund- satz verfahren,»ipso focit cui prodest"— der hat es gethan, dem eS nützt, bezw. dem es nützen soll, so müssen wir zu dem Resultat kommen, daß hinter dem Verfasser der Notiz kein anderer als ein sehr intimer, wenn auch entsetzlich tölpelhafter Freund des biederen— Ehrenberg zu suchen ist. Und nun verstehen wir auch, warum der Name de»„BruderorganS" des„Sozialdemokrat", da« in'S anarchistische Lager übergegangen sein soll, so wohlweislich verschwiegen wird. Je unbestimmter die Denunziation, um so schwerer ist der Urheber zu fassen. Immerhin wollen wir den Versuch machen und richten daher an die Redaktion des „Frankfurter Journal" die höflich« Bitte, ihren Korrespondenten aufzu- fordern, den Rameu diese« unseres anarchistischen„BruderorganS" zu nennen. U. A. w. g. — Stimmt. Was de« neuen Kaiser» Verhältniß zur deutschenSozialdemokratie bettifft— schreibt die„Newyorker VolkSzeitung"— so wird Friedrich III. bald finden, daß der Ausspruch, den er vor einigen Jahren mit Bezug auf dieselbe that, durchaus korrekt ist. Wie die deutschen Zeitungen nämlich vor Kurzem, da angesichts der schweren Krankheit des damaligen Thronfolgers zahllose Anekdoten über ihn austauchten, erzählten, hatte„Unser Fritz" vor«in paar Jahren sich in einer kleinen westphälischen Landstadt mit einem ehrsamen Schuhmacher, in dessen Werkstatt er auf die Erledigung eiveS kleinen Auftrags wartete, in ein Gespräch eingelassen. Der Kronprinz fragte den Schuhmachermeister, weßhalb er sich nicht ein paar Gesellen halte, da er doch offenbar gute Geschäfte mache.„Ja, kaiserliche Hoheit", — erwiderte der westphälische Berussgenosse Hans Sachsens,—„die schlechten Gesellen kann ich nicht brauchen, und die guten sind in unserer Gegend sämmtlich Sozialdemokraten, und mit denen kann unser Einer nicht fertig werden." „Unser Einer auch nicht," antwortete sehr ernst„Unser Fritz". Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion versendet das nachstehende Zirkular, das wir, weil auch für weiter« Kreise von Interesse, hiermit zur Kenntniß unserer Leser bringen: Ansang März 1888. Wir theilen unseren Parteigenossen hierdurch mit, daß s ü r Unter- stützungszwecke von Anfang Dezember 1887 bis Ende Februar 1888 folgende Beiträge bei un« eingegangen sind: Von Berliner Buchdruckern Mk. 100—. aus Osnabrück 30—, au« Greiz 15—, Halle 100—. Augsburg 40—, Weimar 15—,»erlin Ung. 5—, Pegau 10—, Berliner Buchdrucker 100—, S. Frohburg 8—, Reichenbach i.V. 25-, 13. Wahlkreis Sachsen 30—, Ob-rlung. witz 6—, Jena 150—, Görlitz d. K. 40 55, Sommerfeld S—. Dr. W. in B. 10—, Karlsruhe 20—, Iserlohn 10—, Untergrün bei Iserlohn 10—, Braunschweig 50—, Ronsdorf 50—, Ohlau 8 10, Hannover 100—, Hamburg 1000—, H. a. Metz 3l 20, Wiesbaden 33 30, Bukarest 80—, E. durch L. im Schwarzwaldorte 20—, Apolda 10, Marburg s—, G. v. B. Dresden so—, St. Ä. Berlin 2—, B.Ä. Weyer 30—, A. B. Guben 12 Neviges 20—, Hannover 150—, Eulenspiegel-Bernburg 50—, Zeitz 20—, SB. Penzlin 5—, Dresden 150—, Neustadt-DreSden 100—, B. Dresden 20—. M. Paris 400—, Höhscheid 41—, Dorp 42—, Burscheid 6, Wilhelmshaven 75—, Potsdam 36 50, Brandenburg 21—, Braunschweig 35—, Bamberg 33—, Betten 6 50, Neumünster 41 90, Halberstadt 5—, Düsseldorf 8—, Hos 12 80, Crimmitschau 10 50, Fürth 15—, Stuttgart 86—, Würzburg 15 90, Zittau 25 75, Nordhausen 15 90, Creseld 12 50, Flensburg 15 90, Itzehoe 64 20, Chemnitz 51—, Velten 76 20, Nord- hausen 26—, Dresden-N. 40—, Würzburg 23 06, Mannheim(1) 30—, Kaufbeuren 15—, Bamberg 10—, L. München 25—, Bayreuth 10 53, G- SB. in Porto Allegr« 5—, Hohenstein i. S. 25—, Dessau 65—, Fürth 25—, Nürnberg 320—, Mariendorf 6. Berlin 5 50, Nordhausen 10 50, Hagen 7 60, Kiel 31—, Halle 15—, Neumünster 15 50, RonSdors 100—, Frankfurt a. M. 15 SO, Zwickau 38—, Hohenstein-Grnstthal 89 50, Durlach 25—, Weißenfels 10 50, Eßlingen 5 50, Halberstadt 10 50, Wilhelmshaven 200—, Velten 20—, Augsburg 24 30, Cottbus 16 50, Ludwigshasen 12 50, Köln a. Rh. 81 80, Frankfurt a. O. 38—, Potsdam 86—, Velten 80—, Elberfeld 53 60, Osterode 20—, Aachen 5 50, Merseburg 5 50. Nachzutragen vom vorigen Jahre sind: Aus Wermelskirchen Mk. 25—, aus Ronsdorf 50—, welche an Hasenclever gesandt wurden. Für den ReichStagswahlfond: R. O. Mk. 700—, Greiz 10 20, Hamburg 1000—. Vom lieben Theodor: Pulver für die nächste Wahlschlacht 751 75. Aus Nirgendheim alS Antwort auf den Beschluß des Reichstages, die fünfjährige Wahlperiode betreffend 7500—. R. O. nochmal 3000—, damit eS für die nächste Wahlschlacht langt. Han- nover 100—. Im Namen der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion: A. Bebel. C. Grillenberge r. H. Meister. P. Singer. Für Hasenclever und seine Familie gingen ein b i» einschließlich zweiten März: AuS Zeitz d. P. Mk. 5 Weimar 15—, O. Frankfurt a. M. 20 C.®. Tischler, Berlin 11 10, Reichenbach i. L. 50—, Oberlungwitz 6—. Gera 33 85, B. Dresden 30—, Hall« a.©. 50—, D. Leipzig 18—, P. A. Jena 150—, Apolda 10—, Forster Genossen 60—, A. N. verlin 100—, E. K. Weyer 30—, C. S. Tischler, verlin 10 80, «. Tr. 20—, M. Dan, ig 100—, Plauen i. V. 15—.«.». Pl. b. Dresden 15—, Dr. I. Berlin 10—, Fr. T. Berlin 10—, Dr. Ehr. Berlin 10—, Dr. W. Berlin 10—, Karlsruhe 50—, Köln a. Rh. 100—, Iserlohn 25—, Braunschweig 50—, F. R. pr. Tr. 20—, H. Fr. Berlin 20—, Berein der Schneider, Stettin 5—, B. Stutt- gart 20—. Friedrichshagen 54 10, H-nnis(593) 12 75. G. P. 10—, SB. Hamburg 100—, H. E. Ronsdorf 50—, W. B. Berlin 10 H. Kl. 14 25, Langenberg i. Schl. 15—, N. O. 500—, Bremen 50—, Achim 40—, Ohlau 10—, Fr. M. Berlin 30—, Br. Breslau 100—, Braunschweig durch K. 100—, L. S. Frankfurt a. M. 40—, C. W. Hamburg 20—, Ung. Hamburg 20—, Berlin(506) 6 45. Braun- schweig d. K. 200—, Solingen 65 50, Gräfrath 20—, Hartha 50—, vom„Wähler" Leipzig 6 50, G. v. B. Dresden 30—, Ung. p. Tr. 7 60, P. S. Berlin 5—, P. B. Berlin 2—, Ungenannt Mannheim 5—, Offenburger Nachrichten 28—, E. F. 4—, P. K.(370) Schwedt 89 05, K. N.(664) 32 55. Offenbach a. M. 100—, A. B. Guben 8—. G. Kreitz 51 40. Gotha 25—. 16. sächs. Wahlkreis 100—. Gornsdorf i. Erzgeb. 5—, Kölnisch« Pfeife 10—, Hückeswagen 10—, Lübeck 240—, Süchteln 12—, Neviges 15—, Seescheid bei Wermelskirchen 18 30, Hannooer 100—, Winsen a. d. Luhe 10—, Ksb. Hamburg 16—, L. in Wandsbeck 20—, Altona 80—, H. M.(395) 16 95, Ungenannt 8—, Verden i. H. 74 35, Dresden-Neustadt 50—, Di« rothen Teufel in Dresden 50—, W. B. Düsseldorf 100—, Kappel bei Chemnitz 70—, Landkreis Köln 70—, Dresven-Altstadt 150—, Pirna 10—, Glauchau 50-, DSb-ln 30—, Pegau 41—, Görlitz d. St. 32 50, Hannover 100—, Wermelskirchen 14—, Mühlheim o. Rh. 10—, Lüdenscheid 50—, Tockstegen bei Lennep 13—, Eisenach 6—, Sreifenhaaen 1 0 30, Lauenburg a. E. 20—, R. Ech. 8—, B. H. Friedrichshagen 5 60, N. K. Zeulenroda 62—, H. S. Sarau 15—, F. K. Rostock 146 78, Von Fürther Demokraten 100—. K. München 20—.«auf- beuren 16—, L. München 25—, Königsberg i. Pr. 50—, Bamberger Demokraten 15—, Hof 15—, St. in Hof 6— � Schwabach 15—, Zittau 10—, K. Würzburg 16—. ditto 2—, Erfurt,„die Königs- treuen" 12—, Schaidt(Pfalz) 1—, Spremberg 50—, L. Bamberg 25—, C. Bamberg 5—, H. A. München 45—, Salzungen 10—, Coswig 12—, Iserlohn 7 80. Merseburg 18—. Creseld 12 50, Nord- hausen 27—, Erfurt 20—, Schney 8 70, Celle 21 60, LandShut 4 80, Halberstadt 100—. Frankfurt a. O. 20—, Nürnberg durch G. 210—, ditto 64 05, ditto 11—, B. Nürnberg 10—, Stein bei Nbg. 13—, Schweinau 33 45, Glaishammer 23 15. Im Ganzen sind bis einschließlich 2. März eingegangen: M». 5808 60. lieber die bei uns erfolgten Eingänge wird demnächst quittirt. E. d. v. Das Krück der Armuty. Eine Antwort auf die Phrase, daß die Armen doch glücklich sein könnten. Wenn der Sturmwind durch die Mansarde pfeift, Und durch die Decke der Regen ttäuft; Wenn die Blumen der Kälte die Wände zieren, In mageren Betten die Leiber frieren— O blühendes Glück, o süß« Pein, Wie kann man doch selig in Arwuth sein! Wenn in Kellerwohnungen dumpf und feucht Der tückische Typhus die Opfer beschleicht; Wenn glühend die Augen, und aus den Wangen Di« wilden Rosen des Fiebers prangen— O rührende Freude, o köstliches Stroh, Wie lebt doch die Armuth vergnüglich und froh! Wenn ein Kind des Volkes vom Nordwind umweht Und hungernd am Fenster des Fleischer« steht; Wenn aus den dampfenden Küchen der Reichen Die Düste ihm süß um die Nase streichen— O herrliche Freud«, o reizende Roth, Wie schmeckt doch so lecker der Armuth Brod! Wenn ein Kind des Volks, von der Armuth verdingt, Di« Jugend in düstrer Fabrik verbringt, Von der Fuchtel umsauft und vom Staub umgrauet Umsonst nach dem Sonnenschein draußen schauet— O, herrliche Freude so lieblich und süß Wie ist doch die Armuth ein Paradies! Wenn an Füßen kalt, ob der Kopf auch glüht Im kahlen Zimmer der Denker sich müht, Wenn sein Genie in Entwürfen schäumet Und der Leib fich in schwarzem Hunger bäumet— O, treffliche Freude so zauberisch, ' Wie fitzen die Armen doch froh um den Tisch! Wenn de« Armen Tochter, vom Hunger geguätt Den eignen Körper hingibt für Geld, Wenn ihrer Unschuld rofige Reinheit Verdirbt an des reichen Wüstlings Gemeinheit— O, herrliche Freude, so lieblich und süß Wie ist doch dt« Armuth ein Paradies! Wenn beim Hungerlohn darbt die Nähterin, Um zu schaffen dem Kaufmann reichen Gewinn, Wenn sie verlöscht in der Jugend Glanz« Eine arme gedrückte Stubenpflanze— O blühendes Glück, o süße Pein, Wie kann man doch selig in Armuth sein! Aufgepaßt! Die Zürcher Hafner befinden stch mit ihren Meistern in Lohn- differenzen und bitten, Zuzug«ach Zürich fernzuhalte«. Warnung. Wir warnen hierdurch nachdrücklichst vor dem gelernten Schriftsetzer und Buchhändlergehilfen August Steiubrecher aus Darmstadt. als einem gemeinen Polizeispitzel und Denunziant, der im Dienste der Polizei steht und nebenbei ein Schwindler und Betrüger ist. Derselbe gibt auch an, 5 Jahre im BrockhauS'schen Verlag thätig gewesen zu sein. Signalement: Atter 23—24 Jahre; hellblondes und starkes Kopshaar, Anflug eines Schnurrbartes; Augen grau, konfiszirbares Gesicht; Mund gewöhnlich, Unterlippe etwas gespalten; stolzeS Austreten, sucht zu im- poniren. Besondere Kennzeichen: bei der gerignsten Aufregung zeigt fich auf der Mitte der Etirne eine bläuliche Beule, welcher Umstand ihn auch vom Militär befreite; spricht mit Vorliebe sächsischen Dialekt. Sein Hauptheld war seither Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Heidelberg— also Vorsicht. Die rothe Wacht am Strand der Darm. Partei-Archiv. Für das Parteiarchiv ersuchen wir um Zusendung von Einzelnummern und ganzen Jahrgängen von Gewerkfchaftsblättern, die vor Erlaß des Sozialistengesetzes in Deutschland erschienen. Ebenso erbitten wir Programme, Statuten, Flug- blätter, Zirkulare u. s. w., die auf die Gewerkschafts- bewegung jener Zeit Bezug haben. Auch Einzelnummern, resp. ganze Jahrgänge des „V-lksstaat" sind erwünscht. Die Verwaltung des Parteiarchivs. Brieftasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen»c. sind eingetroffen aus Crimmitschau, Leipzig, Mailand, Paris, Rou- baix.— Jakob: Gedicht erhalten.— L. Viereck in München: Wir haben, trotz aller gegentheiliqen Erklärungen, von unsrer Notiz, daß die„Münchener Post" mit volksvarteilichem Oelde gegründet worden, nichts zurückzunehmen. Die Thalsache ist uns, unter Bezeichnung der dabei betheiligten Personen, von absolut zuverläsfiger Seite verbürgt. Also nur keine Silbenstecherei! Für die Denkschrift erhalten: Einsendungen aus Guben, Limbach. der Expedition: Dtschr. Ber. Genf: Fr. 54— Ab. 4. Qu.«rh. u. Fr. 50— a. d. Vbhdg. abglfrt.— Anton: Mk. 7 50 ä Cto Ab. 1. u. 2. Qu. u. Schft. erh. Adr. abgelöst. Bstllg. folgt.— Steineich«: Mk. 100— a Cto Abon.»c. erh. u. Mk. 49 86 pr. Ggrch. gutgebr. Bstllg. folgt. Beil. besorgt. Dank f. Milthlg. v. 21/3. u. Gruß!— Bbch.: Mk. 14 70 Slb. 2. Qu. erh. Bfe. v. 27/3. kreuzten. Gute Verrichtung zu O. -- er-: Mk. 18— Ab. 2. Qu. ,c.«rh Weiteres vorgem. Warum nen- nen Sie den Betreffenden nicht? Gewünschtes später.— C. S. B.: Mk. 4 30 Ab. 2. Qu. erh. Adr. geordn.— Ver. Vorwärts Richmond- Melbourne: Pfd. St. 6— Sammlung der Genossen, dtschr. Landsleute und einiger Engländer, nebst Pfd. St. 2— Zuschuß a. d. BereinSkaffe, t. Sa. Fr. 200 30 pr. Ufd. f. d. Ausgewiesenen, resp. deren Familien dkd. erh. Weiteres nach Vorschrift besorgt.— G. Schle. Melbourne: (Mk. 25—) Fr. 31 10 ä Cto Ab. 1. Qu. ,c. erh. Bstllg. folgt. Bfl. mehr.— F. Hi. Bsl.: Fr. 1— f. Schft. erh.— Rothe Wanze: Mk. 1- Ab. pr. 1. April erh.— Clara: Mk. 3- Ab. 2. Qu. Sch. erh. Adr. eingereiht.— I. P. Cz.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh. Adr. nottrt. -». L/ F.: Mk. 4 40 Ab. 2. Qu.«e. erh. Getrennt ist besser. Ankunft d. Sdgn. dorten abwechselnd früher oder später.— Sperber: Mk. 10— a Cto. Ab. ,c. erh. K. gelscht Bfl. mehr.— T. v. M.: Mk. 4— ö Cto Ab. 2. Qu. erh. Abermals fehlen 40 Pf., da Mk. 4 40 zu zahlen sind. Bstllg. k. folgt. Adr.-Jrrthum in Zwischenhand.— O. R. E.: Mk. 4 50 Ab. 2. Qu. erh.— Oncel: Mk. 8 20 dir. Abon. 2. Qu. ,c. erh. Bfl. Weiteres.— Rother Franz: Alles erh. Beabsichttgtes halten auch wir in Ihrem Interesse für praktisch. Gruß.— Ch. Ehm. Cincinnati: Bstllg. folgt. Weiteres stimmt.— Mucki: Bfe. v. 29/3. kreuzten. Neu« Adr. nottrt. Betreffender kommt nicht hierher, also nicht zu halten. Bfl. mehr.— Muth u. Kraft: Adr. u. Bstllg. nottrt. Näheres betr. St. er- wünscht. Bfl. Weiteres.— Rthr. Geldsack: Bstllg. v. 29, 3. nottrt. Adr. gelscht.— Rothes Häuflein: Ldb. folgen. Sldr. u. Bstllg. notirt.— St. Roman: Mk. 300- ä Cto Ab. ,c. pr. Ag. erh.— U. F. G.: Adr. wieder eingereiht. Bst. kam früher, da zufällig anderwärts draußen disponibel. Weiteres folgt.— F. G. Ghn.: Mk. 10— pr. Ab. 2. und 3. Qu. erh. Ihnen gutkommend pr. 4. Qu. Rk. 1 20. Im Uebrigen ist mit Gh. W. nicht zu spaßen.— Anna: Vwfl. 10— Ab. pr. 88 und hiervon 50 kr. 8 Cto 1. Qu. 89 erh.— Dr. K. flingen: Fr. 3 50 Ab. 2. Qu. erh.— Mariu»; Fr. 4 88 Ab. 2. Qu. u. Schft erh. Bfl. Weiteres. — Sl. Misani B.-Aires: Fr. 2 50 Ab. 2. Qu. pr. B. St G. erh.— R. H. Lyon: Fr. 315 Slb. 2. Qu. u. Schft erh. Bstllg. u 7 abg. Fr. 2 80 pr. UsdS. dkd. veno.— G. B. Vervieri: Fr. 2 80 Ab. 2. Qu. erh.— D. Alte v. Berg«: Fr. 2-»b. 2. Qu. erh.— H. G. O'lbn.: Mk. 18— pr. Ab. 1/4. 88—1/4. 89 u. 1. Expl. 2. Qu. 88 separat erh.— S.'Au.-Bu.: Mk. 4 40 Slb. 2. Qu. erh.— Veilchenstein: Mk. 300— 8 Cto Ab. ic. erh. Warum kein Wort von der Hauptsache?!— I. B. Rsa.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh.— Hansen: Mk. 8 40 Slb. 1. Qu. H. M. erh. Bfl. Weiteres.— Dreifuß t L.: Adr. geordn.— Hannibal: Adr. Betresids. ,c. notirt u. besorgt.— Bbch.: Beide fbdr. v. 81/8. «rh. Der Schrgr. scheint im Kopf nicht recht sauber. Weiterei bfl.— Anzeigen. Zur Beachtung. Meine»i reffe ist wieder: A. Sorge, Hoboken, Kew Jersey. Durch Unterzeichnete ist zu beziehen: Robert Blum. Eine biographische Skizze. Preis: 80 Cts.(40 Pf.) Diese Schrift gibt eine eingehende Schilderung der Februar«! Revolution in Paris und der Mä rzkämpfe in Berlin. Wir empfehlen dieselben allen Genoffen auf's Angelegentlichste. Zahlreichen Bestellungen steht entgegen: VolkAbaebb»»«UiiMg und Kxpedltioa des„Soxlaidessokrai". Hottlngem-ZUrleh. Worwärts. Liederschatz für Mäuner-Sesangvereine. Lieferung I. Die Weber(H. Heine) von W. G undlach. DaS rothe Banner(H. Binder) von C. Mayer PreiS: Partttur Fr. 5—(All. 4—). „ Stimmen„4—„ 3 20. Lieferung II. Aufnahmelied(C. Sahm) von Carl Sah«. Trinklied(C. Sahm) von Carl Sahm. PreiS: Partttur Fr. 4—(Mk. 3 20). „ Sttmmen„ 8—„ 2 40. Lieferung QL Bor dem Sturm(R. Prutz) von A. Eberhard! DaS freie Wort(G. Herwegh)vonSl.Sb«rh»rdt! PreiS: Partttur Fr. 6—(Mk. 4 80). „ Sttmmen„4—„ 8 20. Lieferung IV. Schlaf in Frieden(E. Friedrich) von W. Gundlach Preis: Partttur Fr. 4—(Mk. 820). „ Stimmen„ 2 50„ 2—. Komponisten, welche paffende Lieder den Verlegern(Kirch ne« und Rosenberg, 172 1. Avenue, Rewyork(City) einsende» werden bei Slnnahm« ihrer Kompositionen nach Kräften honortrt N-lKsbllchhülldlUllg lllld Sipedlti-u des„Aijialdemitlrat" QltWrfl Samstag, den 7. April, Abend« 3'/, Uhr, im große» fOUl IU/ Saale(3 Treppen hoch) des Schwanen(Stadt): Heschloffeue yersa«mk«»g der deutsche« �laUßtu. Tagesordnung: LandeSanöfchußwahl. Wichtige Partetaugelegeuheite«. Zu zahlreichem Erscheinen ladet freundlichst«in Der Lokalautschuß. Die zur Aufnahme Angemeldeten sind hierdurch behufs Aufnah«' zum Besuch der Versammlung eingeladen. -- /»(Vf Das Lokal der Mitgliedschaft der deutsche» .Oitstt Sozialisten hier befindet stch jetzt Restaurant Kaiser, Unter« Rheingasse Nr. 1 2, wovon die Tit. Vereine und Genossen gefl. Notiz nehmen wollm. sFr. 2 50 1] Der Ausschuß., Paris Das Lokal des deutschen sozialdemokratischen Lese Clubs befindet fich: Caf£ de la nouvelle Feste, Ecke der Rae Montmartre und der Rae Etienne Marcel. Eingang: Rue Etienne Marcel 36. - Kopenhagen Deutsche Lef-gefellschaft. Unsere Vereinsoersammlungen finden statt: jeden Donnerstag Sllendi 8 Uhr in Römerögade 22, 2. Stock(Seitengebäude). Zureisende Genoffen wollen genau auf unsere Adreffe achten. Der Borstand. �bonnomont8 auf den„Sozialdemokrat" werden ausser beim Verlag and dessen bekannten Agenten— so wohl aof einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgegen' genommen bei folgenden Filialen and Verkaafsstellen: Castieford bei Yorks hlre Theobald TSlkel, i Dentonteirason Edinbnrgh Carl Derwald, Portobello near Edinburgh High Street 10. Kopenhagen K 0. Bördam, ROmengade 22 Staen. Br Assel(bei bekannten Adressen) and dem Zeitangsh&ndler 8 U Croix de fer, Grand Place. U�ge Cafe des quatre latlons, rue Chapelle des vieres. Ter Tiers Charles Plereau, 20 rae de Laxembonrg, Andrimoat Amsterdam J. i. Fortulyn, Boekhondel, Tuinstraat 54. Antwerpen&. Neevelsteen, Dieppestraat 146. Bukarest Karl Bnrian, Strada Paisor 2. New-Tork John Heinrichs, 130 Third Street. East. H. ntische, 548, 9. Avenue, City. Jos. Itranss, 355 I. Avenue. A. Höhne, care of„New-Torker Yolkgieitang", 184 William Street. T. Bithke, City 536, 16. Street. Philadelphia W. F. Schmidt, Kr. 618 CaUowhill Street eare of Philad. Tageblatt. Chicago Jll. i. Lanfermann, Kr. 76 fifth Avenue. V. Langner, 649 W. 18 Street. Cincinnati, O. 0. Ichnmann, 16 Mercer Street. 6. Muehler, Walnut Str. 490. Charleston 8. C. W. Eberhard, 48 Anson Street. Bt. liOnls, Ho. Gebr. Henninghans, 1707 Franklin Avenue. Bnenos- Aires Sooiedad„Vorwärts", Calle Comercio 880 naeve- Porto Alegre Carl firlmm, Rio Grande do Sal BraziL Helbonrne Verein„Torwirts", Adr. Golden-Flees Hötel RnsseU-Street. Sidney, Petersen, Pitt-Street 393. Die Expedition des„Soflaldemokrat". Schwel,.«en»ll-ill»»st»bu»dr-cker»i H»tti»g-».zllrlch des Gal die Zor lelbi der wen in! lich steh! Kai Pai Z »h; » I iu, lei. Kri so i Ueb II 3 heit Hin .Er Mi! leich sich an Die lers bezn