KM* Abonnements hetken bti allen schweijerischeu Poßdureaux, sowie beim Verlag »nd dessen belannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum v»«a«S»ahlbar«« Vierteljahrspreis von: Kr. 2,— für die Schweiz türeuzbandj Rl. 8,— für Deutschland(Couvertj sl. 1,78 sllr Oesterreich lCouvert) Kr. 2, S0 sllr all» übrigen Linder de» Weltpostvereins(Kreuzband) Znserite die dreigespaltene Petitzeile 25 e tz in S t u t t g a r t. interessanten Ausführungen nur einige springende Sätze an- führen: „Da das Protektionssystem ein Kunstmittel ist, Fabrikanten zu fabriziren, kann es nützlich erscheinen nicht nur einer halb- entwickelten Kapitalistenklasse, dir noch mit dem Feudalismus ringt. Es kann der aufkonunenden Kapitalistenklasse auch vor- wärtShelfen in einem Lande, da� wie Amerika den Feudalismus nie gekannt hat, das aber auf der Entwicklungsstufe steht, wo der Uebergang vom Ackerbau zur Industrie eine Roth- wendigkcit wird. Amerika, in diese Lage gebracht, entschied sich für den Schutzzoll."...„Der Schutzzoll ist im besten Falle eine Schraube ohne Ende, und man weiß nie, wenn man mit ihm fertig ist. Wenn wir einen Geschäftszweig schützen, so schädigen wir direkt oder indirekt alle anderen und müssen sie demzufolge ebenfalls schützen. Dadurch schädigen wir aber wieder die zuerst geschützte Industrie und geben ihr Anspruch auf Entschädigung; aber diese Entschädigung wirkt wiederum auf alle anderen Geschäftszweige zurück und berechtigt sie zu neuen Ansprüchen— und so fort in's Unendliche...." „Ein anderer Punkt. Verbesserte Produktionsmethoden folgen heutzutage so rasch auf einander und verändern die Natur ganzer Industriezweige so plötzlich und so vollständig, daß, was gestern noch ein billig ausgleichender Schutztarif war, heute in das Gcgentheil umschlägt."... Beide Punkte belegt Engels mit schlagenden Beispielen, und nachdem er die Schwierigkeit der Rückkehr vom Schutzzoll zum zum Freihandel dargelegt, kommt er auf Deutschland zu sprechen: „Von allen Arten Zollschutz ist diejenige die schlimmste, die uns in Deutschland vorgeführt wird. Auch Deutschland spürte bald nach 1815 die Nothwendigkeit einer rascheren in- dustriellen Entwicklung. Die erste Bedingung hierfür war die Herstellung des inländischen Marktes durch Beseitigung der zahllosen Zolllinieu und aparten Fiskalgesetze der Kleinstaaten, kurz, die Bildung eines deutschen Zollvereins. Dieser war herstellbar nur auf Grundlage eines liberalen Tarifs, zuge- schnitten mehr aus Stcuerzw.�«lt auf Jndustrieschntz. Unter keiner andern Bedingung hätte man die Kleinstaaten zum Ein- tritt gebracht. So war der neue Zollvereinstarif, wenn auch in geringem Maß einige Industrien schützend, für die Zeit seiner Einführung ein wahres Muster von Freihandel; er blieb dies, obwohl seit 1830 die Mehrzahl der deutschen Fabrikanten den Ruf nach Zollschutz erhoben. Und doch, unter diesem äußerst liberalen Tarif und trotz der unbarmherzigen Erdrücknng deutscher, auf Handarbeit beruhender Hausindustrien durch die Konkurrenz der großen englischen Industrie, vollzog sich der Uebergang von der Handarbeit zur Maschinerie auch in Deutsch- land allmälig und ist jetzt fast durchgeführt. Der Uebergang Deutschlands vom Ackerbau zur Industrie vollzog sich im selben Maße und wurde seit 1866 noch durch politische Ereignisse gefördert: die Errichtung einer starken Zentralregierung und eines Reichsparlaments, einheitliche Gewerbegesetzgebung sicher- stellend; einheitliche Münze, Maß und Gewicht, und endlich die französische Milliardenfluth.— So kam es, daß gegen 1874 der deutsche Gesammthandel auf dem Weltmarkt nur noch hinter dmi englischen zurückstand*), und Deutschland mehr Dampfkraft in Industrie und Transport im Betrieb hatte als irgend ein anderes europäisches Kontinentalland. So war der Beweis geliefert, daß auch jetzt noch, trotz des enormen Vor- sprungs der englischen Industrie, ein großes Land sich zu er- folgreicher Konkurrenz mit England im offenen Markt empor- arbeiten kann. Da auf einmal wurde die Front verändert: Gerade in dem Augenblick, wo mehr als je der Freihandel eine Nothwendig- keit für Deutschland schien, gerade da führte es Schutzzölle ein. Das war zweifellos absurd, aber es läßt sich erklären. So lange Deutschland Korn ausführte, waren jämmtliche Grundbesitzer und sämmtliche Rheder begeisterte Freihändler. Aber 1874, statt Korn auszuführen, brauchte Deutschland starke Zufuhren vom Ausland. Ungefähr gleichzeitig begann Amerika Europa mit Zufuhren wohlfeilen Korns zu über- schwemmen; überall, wohin sie flössen, verringerten sie das Geldeinkommen, das der Boden lieferte, und damit die Boden- rente; von da an erhob der gesammte Grundbesitz in ganz Europa den Ruf nacki Zollschutz. Gleichzeitig litt die deutsche Industrie an den Nachwirkungen der Ueberproduktion und Ueberspekulation, die unter dem französischen Milliardenregen emporgeschossen war; während England, dessen Industrie seit der KrisiS von 1866 eine chronische Stauung noch immer nicht überwunden hatte, alle zugänglichen Märkte überschwemmte mit Maaren, unverkäuflich zu Hause und eben deswegen draußen zu Schleuderpreisen weggeschenkt. Obwohl also die deutsche Industrie wesentlich auf die Ausfuhr angewiesen war, sahen die Fabrikanten doch jetzt im Zollschutz ein Mittel, sich den inneren Markt ausschließlich zu sichern. Die Regierung aber war nur zu froh, diesen Umstand benutzen zu können zum Vor- theil des grundbesitzenden Adels, indem sie beiden, Grund- besitzern und Industriellen, Schutzzölle gab. 1878 wurde ein *) Gesammthandel(Einfuhr und Ausfuhr addirt) 1874 in Millionen Mark: Großbritannien 18,380; Deutschland 8.800; Frankreich 8,800; Vereinigt« Staaten 4,880.(Kvlb, Statistik. 7. Aufl Leipzig 1875, S. 730.) hoher Schutztarif eingeführt, sowohl für Ackerbau- wie für Judustrie-Produkte. Die Folge war, daß seitdem die Ausfuhr deutscher Jndu strie-Produkte geradezu aus der Tasche des heimischen Kon- sumenten bezahlt wird. Wo nur immer möglich, bildeten die Fabrikanten Kartelle zur Reguliruug des Ausfuhrhandels und der Produktion selbst. Die deutsche Eisenproduktion ist in den Händen einiger wenigen großen Firmen, meist Aktiengesell- schaften, die zusammen ungefähr viermal so viel Eisen pro- duziren, wie das Land im Durchschnitt braucht. Zur Ver- meidung nutzloser gegenseitiger Konkurrenz haben diese Firmen ein Kartell gebildet, das alle ausländischen Submissionen unter sie vertheilt und in jedem Fall die Firma bestimmt, die die wirkliche Offerte zu machen hat. Dies Kartell hatte vor einigen Jahren sogar ein Abkommen mit den englischen Hüttenbesitzern geschlossen, das indeß in die Brüche gegangen ist. Ebenso haben die westfälischen Kohlengruben, die gegen 30 Millionen Tonnen jährlich produziren, ein Kartell gebildet zur Regulirung der Preise der Submissionsofferten und der Produktion selbst. Ueberhaupt, jeder deutsche Fabrikant sagt euch daß der einzige Zweck der Schutzzölle ist, ihm zu erlauben, daß er sich im inneren Markt erholt von den Schleude'-preiscn, die er im Aus- land zu nehmen hat. DaS ist aber noch nicht Alles. Um den Preis dieses absurden Systems des Jndnstrieschutzes haben die industriellen Kapitalisten einem noch widersinnigeren Monopol zugestimmt, das der Grundbesitz erhalten hat. Nicht nur sind alle Ackerbanprodukte hohen und noch fortwährend erhöhten Eingangszöllen unterworfen, sondern gewisse ländliche Jndu- strien, die die Herren Junker auf ihren Gütern betreiben, werden aus dem öffentlichen Beutel direkt unterstützt. Die Rübenzuckerindustrie ist nicht nur geschützt, sondern erhält außerdem enorme Summen in Gestalt von Exportprämien. Jemand, der das wissen sollte, ist der Meinung, daß, ivenn der ausgeführte Zucker säinmtlich in die See geschüttet würde, der Fabrikant immer noch au der Exportprämie ein gutes Geschäft machen muß. Desgleichen erhalten die Kartoffelschnaps- brenner in Folge der neuesten Gesetzgebung aus der Tasche des Publikums ein Geschenk von mindestens 36 Millionen Mark jährlich. Und da fast jeder große Grundbesitzer im Nord- osten Deutschlands entweder Rübeuzuckersicder oder Kartoffel- schuapsbrenner oder beides ist, kein Wunder, daß die Welt mit ihren Produkten förmlich überschwemmt wird. Diese Politik, verderblich unter allen Umständen, ist dies doppelt in einem Land, dessen Industrie ihren Absatz auf neu- traten Märkteu hauptsächlich durch die Wohlfeilheit der Arbeit aufrecht hält. Der Arbeitslohn wird in Deutschland selbst in den besten Zeiten dem Hungerpunkt ungebührlich nahe gehalten durch den trotz aller Auswanderung raschen Zuwachs der Volkszahl. Aber er muß steigen in Folge der Vertheuerung aller Lebensmittel, die der Schutzzoll erzwingt. Der deutsche Fabrikant wird dann nicht mehr im Stande sein, wie jetzt nur zu oft, sich für die Schleuderpreise seiner Waaren durch einen Abzug vom normalen Lohn seiner Arbeiter zu entschädi- gen: er verliert die Konkurrenzfähigkeit. In Deutschland schlachtet der Schutzzoll die Henne, die die goldenen Eier legt." Die Ausführungen über die Folgen des Schutzzolls in Frankreich und Rußland müssen wir hier übergehen; der Schluß der Vorrede, worin Engels die ganze Frage in fol- gende prägnante Sätze zusammenfaßt, möge aber hier noch Platz finden: „Indeß man führt den Zollschntz leicht ein, man wird ihn aber so bald nicht wieder los. Indem die Gesetzgebung dm Zollschutz annahm, hat sie gewaltige Interessen geschaffen und sich für diese verantwortlich gemacht. Nicht jedes einzelne dieser Interessen, nicht jeder Industriezweig ist gleichmäßig darauf eingezeichnet, in einem gegebenen Moment sich der freien Konkurrenz ausgesetzt zu sehen. Während einige keine Schutzbemut- terung mehr nöthig haben, schleppen andere sich mühsam nach. Dieser Unterschied der Lage wird im Parlament den üblichen Parteiklüngel in Bewegung setzen und ist an sich selbst Sicher- heit genug, daß, wenn der Freihandel einmal beschlossene Sache ist, mit den geschützten Industrien fein säuberlich verfahren wird, wie nach 1846 mit der Seidenindustrie in England. Wie die Sache liegt, ist das unvermeidlich und die Freihändler werden sich das gefallen lassen müssen, so lange der Uebergang nur im Priüzip feststeht. Die Frage über Freihandel und Zollschutz bewegt sich gänz- lich innerhalb der Grenzen des heutigen Systems der kapita listischen Produktion, und hat deshalb kein direktes Interesse für Sozialisten, die die Beseitigung dieses Systems verlangen. Sie interessirt sie aber indirekt so weit, als sie dem jetzigen Produktionssystem eine möglichst freie Entfaltung und möglichst rasche Ausdehnung wünschen müssen; denn damit wird es auch seine notwendigen ökonomischen Folgen entfalten: Elend der großen Vottsmasse in Folge einer Ueberproduktion, die ent- weder periodische Krisen oder chronische Stagnation des Ver- kehrs erzeugt; Spaltung der Gesellschaft in eine kleine Klasse großer Kapitalisten und eine große Klaffe thatsächlich erblicher Lohnfllaven, Proletarier, deren Zahl beständig wächst, während sie ebenso beständig durch neue arbeitsparende Maschinerie überzählig gemacht wird; kurz, Berrennung der Gesellschaft in eine Sackgasse, aus der kein Eutkominen möglich ist, außer durch eine vollständige Umgestaltung der der Gesellschäst zu Grunde liegenden ökonomischen Struktur. Von diesem Stand-- Punkt aus erklärte sich Marx vor vierzig Jahren im Prinzip für den? Freihandel als für den geraderen Weg, also denjem- gen, der die kapitalistische Gesellschaft am raschesten in diese- Sackgasse führen wird. Wenn aber Marx aus diesem Grunde für den Freihandel ist, ist das eben nicht ein Grund fürGesindil, welches die Germanisirung bewerkstelligen will, in seiner Mehrzahl erst durch Kolonisation deutsch geworden ist, und zu neun Zehnteln s l a v t s ch e s Blut in den Adern trägt, wie fast all diese preußischen Junker mit Bismarck an der Spitze, besten Schädel man Mos zu bettachten braucht. Es wird ohne Zweifel der saubere Plan nicht zur Durchführung ge- langen. Er muß an seiner eigenen Ungeheuerlichkeit und Widernatürlich- keit scheitern. Die Ausführung wird jedoch versucht werden. Und das lateinische Wort: in magnis volnisse sat est— bei Großem genügt die Absicht— gilt auch von großen Verbrechen. Dieser Plan der„Kolonisation und Germanisirung" von Elsaß-Loth- ringen genügt zur Brandmarkung des Bismarck'schen Systems. Und von der Infamie ganz abgesehen, welch' klägliches A r m u t h S- zeugniß! Im Zeittaum von 18 Jahren nicht fähig gewesen, diese anderthalb Million-N'von Menschen„moralisch" zu erobern! O die jammer- vollen Stümper! Und das nennt sich Staatsmann! Doch weiter! Greifen wir nochmals in den Sack. Da ist die Schrift der-Bisma.rck'schen A«rzte, de« Bergmann und der Anderen, die pur-ordre du moukti bewirken sollten, daß„unser Fritz" entweder durch Kehlkopfichnitt wistenschaftlich in den OrkuS befördert oder durch die öffentlich, vor aller Welt, unter Trompetengeschmetter fest- gestellte-Thatsache, daß er den Krebs habe, von der Thronfolg« ausgeschlossen wurde. DieSchrift ist im Auftrage Bismarcks und mit Erlaubniß deS neuesten Kaisers verfaßt, der seinen Vater, nachdem dieser schon seit Wochen im Grabe liegt, noch nachträglich lebendig todt und regierungsunfähig machen will— ein edles Werk, an dem auch Herr T r e i t s ch k e, der ver- rufen« Geschichtsfälscher, mit aller Kraft gearbeitet hat, durch einen Ar- tikel in den„Preußischen Jahrbüchern". Der Srttkel des Treitschke spricht eS unverblümt aus, daß„unser Fritz" eigentlich gar nicht zur Regierung hätte kommen dürfen, und daß das programmwidrige Zwischenreich—„diese traurige Episode vater-. ländischer Geschichte" nennt's der Treitschke— nur einer häßlichen In-. trigue zu verdanken sei.______ Zum Lohn für diese patriotische Leistung ist der biedere Geschlchis fälscher der Hohen, ollern vom Mustersohn Wilhelm, wie die„Kreuz-' zeitung" triumphirend mittheilt, extta belobigt worden. Die Fäden des schuftigen Komplotts, durch welches der vorige Kaiser vom Thron fern gehalten werden sollte, sind zwar noch nicht sämmtlich enthüllt und bloSgelegt— eS bleibt noch viel, viel Schmutz aufzurühren— allein wir wisten doch schon so viel, daß wir einen Ueber- und Einblick haben. Dort ein ganzer BolkSstamm, d-n diese brutal-stümperhafte Politik ausrotten will, weil er sich mannhast wergert, den Nacken unter da« Joch zu beugen. Hier ein Thronerbe, der, weil er die brutal-stümperhafte Politik mißbilligt, durch das Aufgebot der nichtswürdigsten Mittel um seinen Thron geprellt werden soll, damit die brutal-stümperhafte Polittk unge- hindert fortgesetzt werden könne. DaS reicht aus zur Beurtheilung und zur Berurtheilung des Herr- schenden Systems und seiner Träger, deren staatsmSnnische Qualifikationen auf gleicher Höhe stehen mit ihren „sittlichen». Polemisches. Die Wiener„Gleichheit" druckt den Leitarttkel der Nr. 27 unseres Blattes„Handelt von einem Schlagworte" ad und versieht ihn mit folgendem Kommentar: „Wir glaubten uns verpflichtet, den vorstehenden, beachtenswerthen Artikel unseres Bruderorgans unsern Lesern mitzutheilen, können aber nicht umhin es auszusprechen, daß wir nur zum Theile mit diesen Aus- führungen übereinstimmen können. Richtig ist, daß das Programm des „bürgerlichen Liberalismus" ihn zwingen sollte und mühte, eine ganze Reih« von Fragen, besonders„die Fragen der Schule, der Steuern. der politischen Rechte" in einem Sinne zu lösen, der der Arbeiterklast« zugute käme. Aber der Liberalismus ist eben viel allgemeiner von der Solidarität der reaktionären Jnteresten überzeugt, als die Arbeiter und— verräih eben immer und überall sein Programm, läßt seine„historische Aufgabe" im Stich, wo e» mit seiner kläglichen Furcht vor der revo- lytionären Mäste in Widerspruch kommt. Der Liberalismus macht dann Sozialistengesetze, Ausnahmegesetze und„Staatsgrundgesetze", fabrizirt Schulgesetze, welche das Wissen für die Reichen monopolisiren, und bei den Steuern läßt er ruhig ein« schmutzige Hand durch die andere waschen und nimmt Eisenbahnsubventionen für Schnaps« und Zucker- steuern. Auf die Spaltung des Bürgerthums zu rechnen, wäre thöricht, reaelmäßig bleibt Sieger im häusliche« Zwist der„besonnene", d. h. reaktionärste Theil. Wenn e» wahr ist, daß„die Arbeiter den Satz von der reaktionären Masse immer wieder umstoßen" und für den Fort- schrittler stimmen, so wollen wir uns jedes Urtheiles darüber enthalten, da wir uns grundsätzlich in Verhältniste, die uns fremd sind, nicht ein- mengen und überzeugt sind, daß unsere deutschen Genosten in jenen Bezirken gute Gründe für ihr Vorgehen haben. Aber ebenso wahr ist es, daß die bürgerlichen Parteien, auch die radikalsten, den Satz von der Einen reaktionären Masse immer wieder ausstellen, so oft ihn die Arbeiter umgestoßen haben, und daß die Herren Fortschrittler bei den nächsten Wahlen das beweisen und in der Wahl zwischen einem Sozial- demokraten und Kartellbruder sich stets für den„OrdnungSmann" ent- scheiden werden. Nein, mögen sich die herrschenden Klassen noch so grimmig befehden, mögen sie sich um die Früchts der Ausbeutung katzbalgen oder in Er- innerung an dahingeschwundene Ideale, akademische Redeturniere um polittsche Fragen aufführen, der Arbeiterklasse gegenüber schweißt sie die instinktive Ahnung vor dem nahenden Ende und die bloße Furcht in -ine reaktionäre Masse zusammen. Lieber wird sie sich ins eigene Fleisch schneiden alS dem gemeinsamen Feinde einen Bortheil zu gönnen. ES mag ja heute noch hie und da möglich sein, aus dem Streite zwischen den Parteien Nutzen zu ziehen, besonder« wo die wirthschastlichen Gegensätze noch weniger zugespitzt sind. Es mag sogar Splitter von Bourgeois- Parteien geben, die es noch mit der„historischen Aufgab« des Bürger- thums" ernst nehmen. Aber sie verschwinden und sind zur Ohnmacht verdammt. Die Masse der liberalen Bourgeoisie ist fromm und loyal geworden, d. h. muckerisch und servil!" So unser österreichisches Bruderorgan. Seine Einwände vermögen un« nicht von der Unrichtigkeit unserer Darlegung zu überzeugen. Die Verhältniffe grade in den Ländern, in denen der Klassenkampf zwischen Kapital und Arbeit sich in den akutesten Formen abgespielt hat, strafen seine Ausführungen Lügen. Frankreich hat trotz Junischlacht und Kommune heute eine bürgerlich-radikale Partei, welch« die meisten der auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung zu verwirklichenden Arbefterforderungen in ihr Programm aufgenommen hat und, wie Figura zeigt, keineswegs bereits„zur Ohnmacht verdammt" ist. Auch in England ist der bürgerliche Radikalismus ttotz der hohen wirthschastlichen Entwickelung keineswegs im„Verschwinden" begriffen, sondern stark genug, den TorieS und dem zu ihnen übergelaufenen Theil der Bourgeoisie daS Leben recht sauer zu machen. Wäre der Satz von der„Einen reaktionären Masse" wahr, so würde da» neue englische Wahlgesetz, das fast dem allgemeinen Wahlrecht gleichkommt, schwerlich das Licht der Welt erblickt haben. Herr Gladstone ist nicht» weniger als«in Sozialist, und doch gab er den englischen Arbeitern das Wahl- recht. Allerdings nicht aus idealistischer Schwärmerei für Freiheit und Gleichheit, allein er gab es ihnen doch und lieferte ihnen so eine Waffe, die ihre Macht erheblich steigert. Im Streft um die Wahlreform blieb er und seine Partei Sieger, und nicht der„besonnene", d. h. reaktionärste Theil deS Bürgerthums. Aehnliche Erscheinungen können wir in andern Ländern beobachten. Daß heute in Deutschland und Deutsch-Oesterreich die Dinge sich wesentlich anders darstellen, daß hier der radikale Theil de» Bürgerthums heute immer mehr in das Hinterttesten gedrängt wird, Haien wir nie ge- läugnet. Es findet das im Zusammenwirken einer ganzen Reih« von Umständen seine Erklärung, die aber nicht durchgängig sich auf die eigen- artige wirthschaftliche Enwickelung zurückführen lassen, sondern zum Theil vorübergehender Natur sind. Niemand ist im Stande zu behaupten, daß die wirthschaftliche nnd polittsche Entwickelung auf ihrem Höhepunkt angelangt sei, und daß wir unmittelbar vor dem Ausbruch der sozialen Revolution stehen. Wir können darüber Vermuthungen anstellen, aber wir haben keine Gewißheit dafür. Wir müssen also die Dinge so nehmen, wie sie sind. Ohne Illusionen, aber auch ohne Pessimismus. UnS selbst ist eS gar nicht eingefallen, zu behaupten, daß der Libera- liSmuS in Deutschland seine historische Aufgabe noch erfüllen wird, be« vor er von der siegenden Sozialdemokratie abgelöst wird. Wir sagten ausdrücklich:„Ob er sie(d. h. diese Aufgaben) noch einmal erfüllen wird, bleibe angesichts der vorgeschrittenen wirthichasUichen Entwickelung dahingestellt." Wir fügten jedoch hinzu:„Soviel aber ist sicher, daß diese reaktionären Einrichtungen ihm verhaßt sind, und er sich immer wieder gegen sie auflehnt, sie auS der Welt zu schaffen sucht", und daß dem so ist, wird unsere geschätzte Kollegin nicht bestretten wollen. Wir haben unsern Arttkel geschrieben, nicht irgend einer bürgerlichen Partei zu Liebe, sondern um daS Verständniß für die Kämpfe der Gegen- wart zu fördern. Die Sozialdemokratie bildet eine politische Partei, keine utopistische Sekte, und kann daher diese Kämpfe nicht ignoriren. DaS würde aber der Satz von der„Einen reaktionären Raste", wenn er konsequent aufgefaßt wird, zur Folge haben. Wir ignoriren diese Kämpfe nicht und dürfen sie nicht ignoriren, wir nehmen an ihnen Antheil, wie wir für jede der Arbeiterklaffe günstige Reform eintreten. So wenig uns aber das Letztere hindert, Kommunisten zu sein, so wenig hindert uns die Erkennntniß, daß ein fortschrittlicher Demokrat und ein konservativer Jndustriebaron nicht immer„eine reakttonäre Maffe" sind, daran, den fortschrittlichen Demokraten ebenso scharf zu kritistren al« den konservativen Jndustriebaron. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 17. Juli 1888. —„Kaiser und Kanzler r« einer Person," das ist die neueste Schmeichelei, mit welcher der Hausmeier seinen etwas eigensinnigen Mündel umwickelt und eingewickelt hat— und der Mündel glaubt das auch, gerade wie er den neuen„atten Fritz" glaubt. Man muß die Stirne des Gläubigen betrachten, um den Glauben glaubhast zu finden. ApropoS, daß der Hausmeier zu so glatten Schmeicheleien seine Zuflucht nimmt, das hat uns doch einigermaßen überrascht. Wir hatten ihm bi«- her wenigstens eine Eigenschaft zugetraut, die zwar kein Zeichen einer edlen Natur ist, aber doch unter Umständen etwas„Großes" hat, nämlich eine zynische Verachtung der Menschen, und zwar der h o h e n wie der n i e d r i g e n. AlS Kanzler Eisenstirn im März d. I. zu Leipzig dem Berönant*) aus Italien auf dem Bahnhof begegnete, und— aus dem«inen oder anderen Grunde— nicht zu dem Diner der kaiserlichen Familie zugezogen ward, stürzteer lachend ein Wasser- glaS voll Cognac hinunter, und gleich darauf ein zweites, so daß den zuschauenden Beamten die Augen übergingen. Und wie man weiß, hat er sich von Fackeltänzen, Hoffesten und sonstigen Alfanzereien stets fern gehalten, und— wenn er in Sttmmung war— sich über die höchstgefiellten Personen mit einem Zynismus geäußert, der seine grenzenlose Verachtung für diese Menschensorte bekundet. Und daß er da mit seiner Verachtung Recht hat— wer wollte es leugnen? Auch seinen jetzigen Mündel hat der Hausmeier keineswegs geschont, obgleich er ihn auf jegliche Weise zu umgarnen suchte, und sich ihn feit Jahren zu einem„zweiten Wilhelm I." heranzieht. Freilich richteten sich in diesen Fällen die gifttgen Worte meist zugleich auf die verhaßte„Eng- länderin", die allein— ihr Mann, der eine sehr passive Natur war, ist dabei nicht ausgenommen— in jenen Kreisen ihm Widerstand zu leisten wagte. Di«„skrophulöse" Engländerin sollte daran schuld sein, daß der Enkel Wilhelm? des Heldengreises ein„Krüppel" sei,„vor dem kein rechtschaffener Soldat Respett haben könne"— und was ähnlichen Geredes noch mehr ist. Nun— woher der„Krüppel" kommt, das wisten wir jetzt. Es ist echt hohenzollern'sche Blutvergif- tung. Der Krebs, unter dessen Zeichen daS Hohenzollernreich steht, ist Familtenkrankheit. Auch Prinz Friedrich Karl, der vor zwei oder drei Jahren plötzlich verstarb, litt am Krebs, obgleich der Tod nicht unmittelbar durch dieses furchtbare Leiden, sondern durch einen Schlaganfall& la Skobeleff herbeigeführt ward. Die„Zäsaren- k r a n k h e i t" äußert sich nicht bloS geistig, sie zerstört auch den Körper, und die H o h e n z o l l e r n- D y n a st i e, die bisher so stolz war auf ihr«„unverwüstliche" Gesundheit und ihren sprichwörtlichen Sttaußenmagen, der mit dem Magen der Kirche wetteiferte— sie hat dem allgemeinen Loos der Merovinger, der Bourbonen,der Stuart«, der Habsburger, der W i t t e l S b a ch e r u. s. w. nicht entgehen können. Die Thatsache aber, daß auf dem Throne des„strammen" Soldatenreichs, dessen König nach einem hohenzollern'schen Wort auch an Körpergröße und Recksnhafiigkdt seine Soldaten überragen sollte, ein Krüppel sitzt,„ein skrophulöser Krüppel"— um des HauSmeiers ureigensten Ausdruck zu gebrauchen— das ist ein bedenkliches msmento mori. Und ein neuer Beweis dafür, daß daS Prinzip der E r b l i ch- keit auch vom monarchischenStandpunkte auS nichts taugt. Da war die römische Kirche klüger— vermuthlich weil die Pfaffen schon frühzeittg die Naturwissenschaften kannten. Sie brauchten die Zen- ttalisation der Einherrschaft— sie sorgten jedoch durch die Papstwahl dafür, daß ihnen der Zufall der Geburt keinen körperlichen oder geistigen Krüppel auf den Stuhl Petri setzen konnte. Heut«— am Ende des 19. Jahrhundert«— ist es zu spät, den Fehler wieder gut zu machen. Die Monarchie wird erblich bleiben, so lange eS noch Monarchen gibt. Nicht daß wir Sozialdemokraten an die Degenerirung der Dynasten« Rasten irgend welche Hoffnungen knüpften. Wir sind keine Fatalisten, obgleich wir wissen, daß die geschichtlichen Entwicklungsgesetze nicht will- kürlich vergewaltigt werden können, weder von oben noch von unten. ES fällt uns nicht ein, die Hände in den Schooß legen zu wollen; und hat auch die Nationalökonomie keine Arme und keinen Kopf, wie der ver- storbene Sibthorpe einst im englischen Parlammt sagte, so haben doch Diejenigen Arme und einen Kopf, welch- unter den heuttgen öko- nomischen Verhältnissen zu leiden haben und deren Ungercchtigkeit bitter an sich empfinden. Und die Sozialdemokratte wird unablässig bemüht sein, diese Millionen von Köpfen wissend, und diese doppelttn Millwnen von Armen thatfähig zu machen.— Ganz„im Sattel" ist der Hausmeier beftäufig noch nicht. Der Geist de» todttn Friedrich ist ihm arg im Weg— und er ist schlimmer als Lanquo's Geist, der nur von dem Mörder gesehen wurde. Der Geist ist überall und Allen sichtbar— und überall und immer klagt er den Sohn an, und klagt er denKanzler Eisenstirn an, nebst dessen Spießgesellen, daß sie dem todten Kaiser die kurze Spanne Leben« nicht gönnten, die ihm vom ehernen Schicksal zugemessen war, daß sie die Krone ihm nehmen wollten, und daß sie auf jegliche Weis« mit junker- licher Rohheit und pfäffischer Hinterlist ihn verunglimpft haben. Und fortwährend verunglimpfen. Die„Hunderttage" des SchattenkaiserS haben sich tief eingegraben in da» Herz und in die Phantasie deS VolkS, und daS Schattenhafte, verbunden mit dem Ungewöhnlichen, dem Tragischen, hat den Eindruck nur vertieft. Ein früher Tod ist oft von den Dichtern al» höchste« Glück der Helden gepriesen worden. Der frühe Tod des zweiten Hohenzollernkaiser» hat ihm in der Ge- schichte und im Andenken der Btcnschen einen Platz gesichert, den er noch einnehmen wird, wenn der blutige Ruhm und daS militärisch-polizeilich- Prestige der übrigen Hohenzollern längst verblaßt und der Verachtung anheimgefallen ist. Ein König und Kaiser, der keinen Massenmord ver- anstaltet, keine Menschenjagd getrieben, da« Recht nicht mit Füßen ge- treten hat— das ist allerdings in der Geschichte noch nicht dagewesen. Das ist em W u n d e r, dem kein zwettes an die Seite gestellt werden kann, ein einziges Wunder im vollsten Sinne des Worts— ein Wunder, welches nur dadurch möglich ward, daß zu dem— bei Ron- archen schon seltenen— Requisit des guten Willen? die Verwirk- lichung des bi» dato noch niemals verwirklichten konstitutionellen Ideal« kam, nach welchem der Monarch nicht Unrecht thun kann. Der KrebS mit seinen unerbittlichen Parzenscheeren hat da ew Problem gelöst, an welchem stch die sämmtlichen parlamentarisch-kon- stituttonellen Staatskünstler die Zähne ausgebiffen hatten. Ein König und Kaiser, der nichtUnrecht thun konnte — das wird die spätesten Geschlechter noch mit Staunen erfüllen. Genug— die„Legende" vom Kaiser Friedrich, dem die niedrige Parteiwuth der sogenannten vornehmsten Spitzen des Staats und der Gesellschaft noch im Grab keine Ruhe läßt, ist dem Kanzler Eisenstirn und seinem Mündel, dem„Kaiser und Kanzler in Einer Person», doch sehr unbequem, und sie mußten schon ziemlich viel Waffer in ihren Wein — Verzeihung: in ihren preußischen SchnapS gießen. Wer die Ansprachen de» MustersohnS an„sein Heer", an den Reichstag und an den preußi« .*) Französisch. Das Wort heißt ein Zurückkommender, und ein Ge' spenst. Wen Landtag der Zeitfolge nach auf den Ton und Inhalt prüft, fwird finden, daß das reaktionäre Gift in den späteren Schriftstücken wesent- lich abgeschwächt worden ist. Natürlich ist diese Zlbschwächung blas eine Konzession an die offent- liche Meinung und das beleidigte Volksgefühl— indeß daß man sich tu einer solchen Konzeffwn verstehen mußte, ist immerhin nicht ohne eine gewisse Bedeutung. Der neue„alte Fritz" merkt, daß auch sein hohenzollernschädel sich nicht durch die Wand stoßen läßt. Und er wird das noch besser lernen.— Auch der Spaziergang nachPetersburg dürfte dem jungen Rann einige Enttäuschungen bereiten. Die überschwänglichen Hoffnungen auf die ruffische Allianz und auf die Erneuerung der„heiligen Allianz" find bereits wie Seifenblasen zerplatzt. England, das schon die erste »heilige Allianz" zu Fall brachte, durchkreuzt alle Pläne, und da weder Oesterreich noch Italien einer deutsch-russischen Allianz beitreten können, dies also das Ende des famosen„Dreibunds" zur unausbleiblichen Folge hätte, so wird der neue„alte Fritz" seinen Spaziergang nach Peters- durg— pour le roi de Prusse machen, wie stch das für einen König Hon Preußen geziemt. — Allerlei Enthüllungen. Unter dieser Ueberschrift schreibt die berliner„Volkszeitung": »In dem neulich von uns bereits erwähnten Buche deS Geheimraths Schneider„Aus Kaiser Wilhelms Leben"(Berlin, Otto Janke) findet fich(II., 129) folgende merkwürdige Stelle: An die Stelle der Fortschrittspartei war jetzt(1870) schon die sozialdemokratische oder die sogenannte Arbeiterbewegung getreten, welche überhaupt um diese Zeit eine große Ausdehnung gewann. Streiks, Assoziationen und Meetings aller Art fanden statt. Bis jetzt hatte diese Erscheinung unsere leitenden Staatsmänner ziemlich kalt gelassen, ja man schien sich derselben zur Einschüchterung für die Fortschrittspartei bedient zu haben, nach welcher Richtung hin sie auch immerhin gut gewirkt haben mag. Nun fing die Sache aber doch an, den Protektoren über die Köpfe »u wachsen. So der Borleser weiland Kaiser Wilhelms L Die Bedeutung dieser Sätze wird dadurch natürlich noch erheblich gesteigert, daß nach der, durch mehrere Facstmiles der kaiserlichen Handschrift bestätigten, Ver« ficherung des Verfassers, Kaiser Wilhelm das Manuskript dieses Werkes durchgesehen und, soweit eS Unrichtiges ent» S'tt, durch Ergänzen und Streichen verbessert hat. Die obige Stelle ist dem kaiserlichen Stifte nicht zum Opfer gefallen." Nun, der alte Wilhelm mag wohl gedacht haben, daß es in dieser Beziehung überhaupt nichts mehr zu verheimlichen gibt. Die Thatsachen find zu allgemein bekannt. UnS interessirt an der Ausplauderei auch weniger die Mittheilung über die demagogische Ausnutzung der Arbeiter- Bewegung settenS der Herren„Protektoren", als das naive und darum um so werthvollere Zugeständniß, daß die„Protettoren" fich bei ihrem Spiel gehörig die Finger verbrannt, daß Herr Bismarck und Konsorten watsächlich die Rolle des Zauberlehrlings gespielt haben. Wir Wben das oft hervorgehoben, aber es freut einen auch, es öffentlich kvnstatirt zu sehen. Heute versuchen dieselben Künstler, den Anarchismus in gleicher Weife hegen die Sozialdemokratie auszuspielen, wie ehedem diese gegen die Fortschrittspartei. Aber leider bleibt hier die erwünschte Wirkung ganz «JiS. Die Sozialdemokratie läßt sich nicht einschüchtern, und den Anar- chiimus bringt eS nicht zum Wachsen. Merkwürdig! Ob da nicht ein Zusammenhang besteht? — Dir Ungeduld, mit der man am Berliner Hofe dem Tode des Lwischenkaisers entgegensah, und die ja in dem Versuche, Friedrich in «an Remo schon zur Abdankung zu— überreden, sich gar zu früh M die Oeffentlichkeit gedrängt hatte, wird nachträglich durch verschiedene Berichte in amerikanischen Blättern prächttg illustrirt. Es liegt zwar sonst nicht in unserer Gewohnheit, dem Hofklatsch und den Hofskandalen «sondere Aufmerksamkett und Raum zu schenken, aber angesichts des ServiliSmuS der deutschen Presse und der byzanttnischen Verhimmelung des neuen Kaisers, wie sie gegenwärtig in Deutschland im Schwünge, ist eS doch angebracht, auch die Stimmen der ausländischen Presse zu «zistriren. So werden dem„New-Dork Herald" über die„ersten *haten" des neuen Kaisers folgende charakteristische Einzelnheiten wttgeih-ilt: „Kaiser Friedrich starb 12 Minuten nach 11 Uhr am Freitag Morgen. Der Kronprinz Wilhelm stand mit anderen Mitgliedern der Familie an «S Kaisers Sterbebett. Im Moment des Todes verließ der Kronprinz ««S Zimmer und gab seinem Adjutanten, Major Baron von Natzmer, Befehl, den Palast durch einen neuen Kordon von Truppen umgeben zu lassen, sandte ferner einen anderen Offizier aus, um da« Gardehusaren- Regiment zum Patrouilliren zu befehligen und eS anzuweisen, Niemand Passiren zu lassen. Die Husaren kamen im scharfen Trab an und erfüllten ihre Pflicht vortrefflich. Selbst Dr. Mackenzie war für eine halbe Stunde «in Gefangener urd die vom Hofmarschall Fürst Radolin Radolinsky Und Graf Seckendorf, dem Kammerherrn des Kaiser«, ausgestellten Pässe waren innerhalb zwei Minuten nach dem Tode Friedrichs annullirt. Banz Potsdam wurde von Truppen abgestreift, gerade als ob ein Krieg ausgebrochen wäre. Diese ganz unnöthige militärische Maßregel war der erst« Akt des Neuen Kaiser«: der zweite war die Anordnung, daß die kaiserliche Purpurstandarte auf seinem eigenen Palaste aufgehißt werde. Fünf Minuten nach seines Vaters Tod war es geschehen. Es wurde also nicht viel Zeit verloren, um die neue kaiserliche Autorität geltend zu wachen. Niemand wagt viel über diese Dinge zu sagen, aber sie verursachen Beunruhigung und werden als Vorzeichen von dem bettachtet, was da lammen wird. Ein einflußreiche« Mitglied des Reichstags, nicht ein Sozialist, sondern ein echter Rationalliberaler, sagte zu mir: „Ich sehe Gefahr für Deutschland im Anzug. Die Kaiser Wilhelm Und Friedrich starben beide friedlich in ihren Betten. Aber unser junger Und energischer Kaiser Wilhelm wird, wie Ihr Amerikaner sagt,„in seinen Ettefeln sterben". Ich glaube nicht, daß die Gefahr eines Krieges ernstlich besteht, dagegen werden die provokatorischen milttärischen Maß- »egeln eine Stimmung in Deutschland hervorrufen, welche innere Sttei- figkeiten und eine Erhebung der Sozialisten hervorrufen werden. Die Unmittelbare Wirkung von Wilhelm« Regime wird die Vermehrung der Auswanderung von Deutschland nach Amerika um 80 Prozent sein." In den Augen der Nationalliberalen, die ja von denen der Polizei »iH grundverschieden sind, spiegeln sich natürlich die Zustände so, daß er, der biedere Rationalliberale, fürchtet, die Provokationen der deutschen Polizei- und Willkür-Despotte„werden eine Erhebung der Sozialisten hervorrufe n", während die stramme Polizei des strammen Wilhelm eine solche Erhebung eben hervorzurufen hofft Und strebt. Und wenn die Sozialisten trotz Allem und Allem dem „herrlichen Kriegsheer" nicht die erwünschte Gelegenheit geben, daß die Flinte schießt und der Säbel haut, so wird man doch mit Hülfe der pflichtgetreuen Puttkamer'schen„Nicht Gentlemen" ein Attentat h la Hödel zu Stande bringen, da« für eine Zeit lang wenigstens auch feine Zwecke erfüllen wird. Eins von den beiden Gespenstern wird «ine Pflicht thun, sei eS das Rothe Gespenst oder das KriegSgespenst vielleicht auch beide! In einer andern Depesche wird die Frage, warum Wilhelm II. sofort dach erfolgtem Tode seines Vaters Schloß Friedrichskron militärisch um- �(«1» und alle Insassen de« Schlosses für eine Zeit lang förmlich ge- gen halten ließ, folgendermaßen beantwortet: „Friedrich hatte während seiner Krankheit Memoiren über die Beschichte derselben verfaßt, sowie über die Unterhandlungen, die man wtt ihm in San Remo zum Zweck seiner Abdankung gepflogen tte; auch befanden sich darunter Aufzeichnungen über die vielen irren, welche die Partei seines Sohnes und Bismarcks ihm bereiteten. Diese Memoiren wollte der gute Sohn konfiSziren. Aber ttotz sechsstündigen Suchens fand er sie nicht: die Mama hatte kurz zuvor die Papiere anderwärts in Sicherheit gebracht." Und bekanntlich kolportirte die Reptilpresse letzter Tage selbst die Nachricht, Bismarck und Wilhelm hätten einen Spezialgesandten nach Bngland geschickt, um von der Großmutter die Herausgabe dieser Papiere iu verlangen. Für so verblendet darf man aber doch wohl den genialsten Staatsmann unseres Jahrhunderts nicht halten— trotz seines schlechten -Gewissens. — Da müsse« die Elsasz-Lothringer ja gute Deutsche werden. Die drei ersten Vereine in Schiltig heim im Elsaß, sind von der dortigen Kreisdirektion u. A. angewiesen worden, ihre Bereinsnamen in deutsche umzuändern. Die drei Vereine heißen: Ge- sangverein„Harmonie", Turnverein„Konkordia" und Mustkverein „Fanfare". Hoffentlich ist einer der drei Vereine so gescheidt und nennt sich von jetzt ab— Kreisdirektion. DaS ist gewiß ein bessere» Deutsch als„Harmonie". — Mit euergischem Protest wendet sich der„Grüllianer" in einem „Die Politik der Baumwollenen" überschriebenen Artikel gegen eine in verschiedenen Schweizerblättern veröffentlichte„Epistel eines Herrn Nationalraths und Großfabrikanten", worin „dem Grütliverein die Lektion gelesen und sein in Glarus gefaßter Protestbeschluß gegen die bekannten Ausweisungen als eine Art Landes- verbrechen taxirt wird. Weshalb? Gar nicht etwa aus polittschen, sondern aus Geschäftsgründen: der gut« Mann hat Angst, solche Beschlüsse könnten den„nachbarlichen Regierungen" unangenehm sein, wodurch das bundesräthliche Bemühen, durch„alle möglichen Anstrengungen" Zollkonzessionen zu erlangen, durchkreuzt zu werden Gefahr laufe..." „Also wäre Alles, worauf es eigentlich ankommt, Rebensache," schreibt dazu unser trefflicher Kollege. „Ob eine Ausweisung innerlich fich rechtfertigt oder nicht, ob sie der stolzen Geschichte der Republik inS Gesicht schlägt oder nicht, ob sie fich mit unser«» Gesetzen und unserer Auffassung von schweizerischer Freiheit vereinbaren läßt oder nicht— darnach zu fragen wäre eine Lappalie. Was„Recht, Landesehre, Freiheit"; was„Treue an altschweizerischer Tradition"; was„Männerstolz vor Königsthronen", das sind alles Dummheiten-, es kommt nur darauf an, waS den„nachbarlichen Regierungen"(nicht etwa Völkern!) in die Augen paßt; es kommt darauf an, die fremden Machthaber„freundlich" zu stimmen, damit sie in Zoll- fachen und dergleichen mit sich reden lassen; was wir über Alles setzen müssen, das ist das Handelsintereffe unserer Spinner und Weber und sonstigen Großexporteure; diese? Handelsinteresse ist weit wichtiger als die Reinhaltung des Wappenschildes unserer Freiheit;'rauS mit Allen, die diese Freiheit etwa zu einem Wort, daS unfern und den fremden Herren nicht gefällt,„mißbrauchen"! „Wir gestehen, so verkrämert und verjudet sind wir allerdings nicht, um uns zu dieser Politik bekennen zu können; wir haben im Grütli- verein eine andere Auffassung vom Republikanismus; da« Studium der Geschichte des Lande« gab uns andere Lehren. Wir meinen, die Republik müsse sich als Republik auch zeigen und geben nach Außen; sie sollte, wenn dem monarchischen Nachbar der Windhauch der Freiheit zuwider, diese Abneigung nicht auf ihr eigenes Thun und Lassen über- tragen; sie dürfe sich nicht nach fremden Winden, sondern habe sich einzig zu richten nach dem republikanischen, demokratischen Geist, der ihren Ruhm und ihre Stärke begründete. Die Schweiz ist nicht geworden, was sie ist, durch Bücklinge und Höfeln; wollte sie die Politik des Höfelns jetzt bleibend zur maßgebenden erheben, so wird man auch die Erfahrung machen, daß nur fortwährende Demüthtgungen und schließ- licher Verfall refultiren. „Sichducken und Machtanbetung ist nicht Jedermanns Sache. Der Grütliverein ist nicht dazu geboren; es war auch nicht alter Schweizer Art. Wenn trotzdem der nationalräthliche Epistelschreiber, der eben auf einem anderen Standpunkt steht, die Giütlianer beschuldigt, daß sie sich „sett einiger Zeit" zu Handlungen„verketten" lassen,„welche sehr gegen die Interessen deS Vaterlandes sind", so weisen wir diese leichnertige Anklage entschieden zurück. Der Grütliverein hat in solchen Fragen nie eine andere Stellung gekannt, als die der Hochhaltung der altschweizeri- schen Traditionen. Er wird dabei verbleiben. Freiheit und Ehre sind das Höchste; man soll sie nicht verhandeln wie ein Stück Baumwolle oder Käse!" Das ist würdig und acht republikanisch gedacht, aber gerade deshalb ar nicht nach dem Geschmack der bürgerlichen Prozentpatrioten, die in der Zolitik den Ton angeben.„Kann man von Freiheit und Ehre leben? Werfen Freiheit und Ehre Profit ob?"— denken sie nach Analogie de« tapferen Sir John und weichen muthig einen Schritt nach dem andern zurück, dem großen Nachbar zu Liebenaus daß er ihnen gnädiglich einige „Zollkonzessionen" zukommen lasse. Und wenn ihr Kalkül noch richtig wäre! Aber die erleuchteten Herren vergessen dabei, daß bei den Zollsragen das polittsche Wohlwollen gar keine Rolle spielt, sondern lediglich Wirthschafts- und FiSkal-Interessen entscheiden. Die deutschen Großfabrikanten sind zwar sehr„reichstreue" Leute, aber aus einen Profit verzichten, nur damit ihren Schweizer Konkurrenten sür ihr politisches Wohlverhalten eine Belohnung zu Theil werde, das lassen ihre heiligsten Grundsätze, ihre Geschäfts Prinzipien nicht zu. Verschließt Deutschland gegen einen so guten Verbündeten, wie Oesterreich, seine Zollgrenzen, so wird eS dem Schweizer Fabrikat schwerlich seine Thore öffnen, selbst wenn man ihm aus lauter Ge- sälligkeit auch noch den verhaßten Namen der Repubik opferte. — Der«eue Puttkamer hat noch kein Lebenszeichen von sich gegeben. Es wäre zu wünschen, daß es immer so bliebe. Allein das ist nicht zu erwarten, und was dem Herrn Polizeiminister etwa an Eifer abgehen sollte, das würde durch den exzessiven Eifer der untern Polizei- Organe zehn- und hundertfach ersetzt.— — Herr von Ehreuberg ist ein glücklicher Mann. Während die anderen Hoch- und Landesverräther— die D ietz, Appelt und Kon- forte,:— auf viele Jahre ins Zuchthaus oder ins Gesängniß geschickt werden, befindet er sich auf freiem Fuß, lebt sogar, wie man uns aus Deutschland schreibt— er, der„adlige" Habenichts— unter dem falschen Namen Herr von Ernst bei Begas in Wiesbaden unter den Augen der Wiesbadener Polizei auf einem großen Fuß, und schreibt Bücher. Die gerichtlichen Vernehmungen bezüglich seiner Thätigkeit in der Schweiz und an anderen Orten haben zwar die be- lastendsten Momente zu Tage gefördert— Material, von dem ein Tau- sendstel nach der landesüblichen Praxis ausreichen würde, um jeden ehr- lichen Menschen, namentlich wenn er Sozialdemokrat ist, in Untersuchung«- Haft zu bringen— aber die Herren Untersuchungsrichter sind so— liberal, wie die Herren Protektoren in Berlin eS anbefohlen haben. Welche Bewandtniß es mit dieser Liberalität hat, das wissen die Leser de«„Sozialdemokrat". Wir haben es in Deutschland nachgerade so herrlich weit gebracht, daß man ein„Nicht-Gentleman" sein muß, um seitens der Richter und Polizisten anständig behandelt zu werden. Wen unsere Richter und Polizisten nicht mißhandeln, der kann kaum mehr für einen Gentleman gelten. Apropos, wenn von Richt-Gentlemen die Rede ist, muß man an den Puttkamer denken. Und beim Puttkamer fällt uns eine Anekdote«in. In einer berühmten Stadt Deutschlands lebt eine berühmte Sängerin, die zwar einen Mann hat— ja die Fama spricht ihr sogar zwei Männer, ihr angetraute Ehemänner zu— aber daneben auch ver- schiedene Liebhaber. Der eine derselben, welcher den bösen Sozialdemo- kraten die„freie Liebe" und das„Theilen" mit sittlichem Pathos vor- zuwerfen pflegt, hat zwei Söhne, die er eines Tags in die berühmte Stadt zu der berühmten Sängerin mitnahm. Unter gesellschaftsrettenden, familienerhaltenden Tugendbolden kommt Derarttges vor. Wohlan, die berühmte Sängerin, welche eine sehr hübsche Frau ist, gefiel auch den beiden Söhnen, und siehe da: ein Verttag ward abgeschlossen zwischen Vater und Söhnen, und daS brave Kleeblatt theilte sich in die berühmte Sängerin. Wenn das nicht„freie Liebe" und„Theilerei" war oder ist— denn di« Geschichte spielt in neuester Zett— was ist eS dann, Herr Puttkamer? Wir vergaßen vorhin zu schreiben, daß das Ehrenberg'sche Opus fertig, ist. ES betitelt sich:„Demokratische Mar wl und Justiz"/ auS den Erlebnissen eines Deutschen in Zürich, z»gleich ein Be- wei» für die Nothwendigkeit von Ausnahmegesetzen gegen Diejenigen, welche bei uns Zustände anstreben, die den Züricher Staatleinrichtungen gleichen. Von A. v. Ehrenbe r-g. 14 Bogen Oktav. Verlag von Hermann Riesel und Kompagnie, Hagen in Westfalen. Der Titel ist lang, konfus und doch' deutlich. Also AuS« nahmegesetze nicht bloß gegen die Sozialdemokraten, sondern auch gegen. die— Fortschrittler, denen ja von der„Norddeutschen Allge- meinen" bei jeder Gelegenheit nachgesagt wird, sie erstrebten die Repu- blik, d. h.„Zustände, die den Züricher StaatSeinrichtungen gleichen". Die Kollegen Haupt und Schröder verunglückten voriges Jahr mit ihrem Material für die Expatriationsgesetze. Der ehr- geizige Chrenberg will gleich Material für ein Ausnahmegesetz gegen vi« Fortschrittler liefern. Weß Brot ich eß, deß Lied ich sing, denkt der patriottsche LandeSverräther. Und darum schrieb er auch schon vor Erscheinen obigen Pamphlets, er, der Majestätsbeleidiger und Fürsten« fresser ex officio, unmittelbar nach dem Tode des alten Wilhelm ein« speichelleckerisch«frömmelnde Berherrlichungs- Broschüre auf den Kaiser Wilhelm I. und ließ sie in Wiesbaden unter seinem Namen„Alfred v. E." publiziren. Auch ein Beitrag zur Sittengeschichte des zweiten deutschen Kaiser« reichS.— — Wie die Arbeiter bestohlen werde«. Die Art und Weise, wie die Kohlen-Arbeiter bestohlen werden, schildert ein Korrespondent aus den Revieren Iowa'« wie folgt: „Da die Arbeiter nur für die Kohlen bezahlt bekommen, welche nicht durch daS Sieb fallen, liegt es im Interesse der Kohlenbarone, möglichst große resp. weite Siebe zu haben. So wurden diese Raubinsttumente denn auch allmälig verbessert, d. h. die engeren durch weite ersetzt, so daß jetzt bereits Siebe gebraucht werden, wo 2'/, bis Zzöllige Brocken durchfallen. Die durchgefallenen Brocken werden gleich den anderen auf den Markt gebracht und verkauft, nur wird der Lohn für'S Graben der- selben auf die Weise„erspart". Ein weiterer Schwindel, wodurch den Lohnsklaven selbst dieser letzt« Rest deS Lohnes, welchen sie für die Kohlen erhalten, die nicht durchgefallen sind, gestohlen wird, ist das Trucksystem. Diese freien amerikanischen Souverain« haben nämlich daS Recht, zu wählen, entweder ihren ganzen Verdienst nach dem Kompagnie-Store zu bringen, für schlechte Waaren zu bezahlen, waS verlangt wird, oder sie können gehen. Gehen! etwa zur nächsten Kohlengrube, um dort für den gleichen oder gar besseren Lohn der Arbeit zu bekommen? Bewahre! Geht so ein„freier Amerikaner" in eine Mine, so ist er in alle„ge- gangen", denn die Kohlenbarone haben eine Verschwörung gebildet, und führen eine„schwarze Liste". Selbst die Gesetze sind für die Katz, sagte kürzlich ein Kleinbürger von DesmoineS, als wenn Gesetze überhaupt jemals für'S arbeitende Volk was genutzt hätten." Ja, da« ist in Amerika! wird der deutsche Spießbürger hier mit patriotischem Hochgefühle uns entgegnen. Aber in Deutschland ist es in dieser Beziehung n i ch t b« s s e r. Die„Fränkische TageSpost" berichtete letzter Tage über ein ähnliches Raubsystem, da« an Arbeite« rinnen in Hof prakttzirt wird. Darnach wird in einer dortigen neu eingerichteten Fabrik für ein Bettzeug, welches 80 bis 82 Meter lang sein soll, 3 Mark Lohn bezahlt. Nun erfährt aber kein Arbeiter, wie lang die Stücke wirklich find, denn in das Lohnbuch wird das Längen- maß nicht eingeschrieben. Eine Arbeiterin, welche einmal darauf be- harrte, das Längenmaß der Stücke zu wissen, erfuhr, das es statt sechzig 74 Meter waren. Sie hat aber bis zum heutigen Tag sür die 14 Meter, die zu viel waren, noch keinen Pfennig bekommen; daS macht 70 Pfg. bei diesem einen Stück Bettzeug. Vor ein paar Jahren wurde bekannt« lich über ähnliche Prakttken aus einer schlesischen Fabrik berichtet, wo es schließlich zu einem allgemeinen Aufruhr der Weber kam und die Behörde zu Gunsten der Arbeiter intervenirte.— Schon im Jahre 1878 bei der damals im Gange befindlichen Revision der Gewerbeordnung beantragte unser Genosse M o t t e l e r, der damals im Reichstage saß, einen Paragraphen, nach welchem die Textilfabrikanten verpflichtet sein sollten, bei Uebergabe der Materialien an ihre Arbetter in oder außer dem Hause schriftliche Arbeitsverträge(Schuß- oder Musterzettel) au«- zustellen, welche neben anderem auch eine genaue Angabe deS Lohne« für ein bestimmtes Quantum Arbeit enthalten sollten. Natürlich wurde dieser Antrag abgelehnt. Wäre er angenommen worden, so konnte« Schwindeleien wie die vorstehend aufgeführten nicht mehr vorkomme«. Aber der„Betrug" ist eben nicht blos Monopol des Waaren-Handel», sondern wird auch der Waare Arbeiter gegenüber prakttzirt, und zwar von Rechts wegen. Hierin unterscheidet sich der„bibelfromme" Engländer sowenig vom „atheistischen" Franzosen als der„herzlose Dankee" vom„gemüthvollm Deutschen". Und auch die katholischen Klöster und Waisenhäuser(z. B. in Frankreich) betreiben die Kinderausbeutung mit der gleichen schäm- losen Raffinirtheit. Auf dem Gebiete der Oekonomie sind eben die bürgerlichen Begriffe von Recht und Unrecht ebensowenig anwendbar al« die Moralbegrisse von gut und schlecht. Unser heutiges Produkttons- system kennt nur einen Codex, und der heißt: Prosit. Was den Profit fördert, ist gut und Recht, waS ihm Hindernisse oder«e- schränkung auferlegt, ist Unrecht, schlecht. Unmoral, schl — Manschreibtuns:«nfgepaßt! Die Nicht-Gentlem«« des ordengeschmückten Spitzelgenerals Krüger in Berlin haben neue Instruktionen erhalten. Mehrere derselben wurden bereits v o t der Ausweisung unserer Genoffen aus der Schweiz nach England 'vorgeschoben, um fich mit den„bewährten Händen daselbst zu„neuen Thaten" zu vereinigen. Das schweizerische A s, l r e ch t ist glücklich„unter"gebracht. Die „Fremdenpolizei" der Republik wird immer mehr im Geiste des preußi- schen„Statthalters" zu B e r n geleitet. Die Denunziant« np res fe kontrolirt und dirigirt da« republikanische Sechs- Männer- Regiment öffentlich mit einer Unverfrorenheit, die auf sehr„ e, n f l uhreiche" Hinterleute schließen läßt. ES ist also genügend dafür gesorM, daß in Bern ein Rückfall in v o r puttkamerisch« Allüren mcht sobald erfolgen kann. � �. Jetzt wird„der zweite Streich" vorbereitet. WaS an Machern vom alten System zur Korrumpinrng der internationalen Arbe itev- Bewegung und speziell der deutschen gerettet werden konnte, stre« bereits die Finger(allerdings momentan noch unter der Deck«) auch gegen das Asylrecht in England auS. Charakteristisch in dieser Hinsicht ist die Thatsache, daß der Freund und frühere„Ritarbeiter" deS deutschen P o l i z e i s p ir> N s Schr-vde»r in RieSbach-Zürich, der Mechaniker Josef Kaufmann, au« Oesterreich, Stellmacher'» Intimus und Rathgeber, gegenwärttga» Gründer und Hauptwort-führer einer„ G r u p p« t» Poplar im Ostende Londons fungirt, die sich„luternat ,»> nal" und„sozialistisch"(oder„sozialdemokrattsch') nennt und derart in deutschen Arbeiterkreisen Boden und Anhang zu ge» Winnen sucht.—__.. Was für Zwecke wohl der Herr mit dieser Wiederaufnahme seiner früheren Thätigkeit im Aug« hat? Sollen vielleicht„neue Thaten ausgeheckt werden, Thaten, durch welch« wie das schweizerische, so auch da« englische A s y l r e ch t durchlöchert werden könnte?— I o s e f K a u f- mann, derselbe, von welchem aktenmäßig festgestellt wurde, daß er ten Polizeispion Schröder mit der Berliner Polizer i« Verbindung brachte, al« G r ü n d e r und Wortführer einer„s o» IM- listischen, internationalen"«rbeitergruppe. da» sprüht deutlich genug dafür, daß die deutschen Arbeiter in England gegen alte Neugründungen erwähnter Art vorsichtig zu sein und tn erste Linie Leuten wie Josef Kaufmann oder dessen Freunden(tw Werkzeugen) überall, wo sie sich blicken lassen, daS H a n d w rrf mit allem Nachdruck zu legen haben, wollen sie nicht selv» die in der Schweiz begonnene Henkerarbeit fortsetzen helfen.� Man lese die in der deutschen ReaktionSpreffe laufend kolporttrten Alarmnachrichten über in England geplante Atten�ätte» reie« und die fortgesetzten Anstrengungen, un« und s p e z unsere Freunde in Deutschland in möglichst direkten Zusammenhang damit zu bringen..,.„ w In dies« Kategorie gehören auch die Nachrichten e»neS L o n i>o n e>r Spezialkorrespcrndenten über di«„U e b e r n a h m« d e r R«dal t, o N deS„Sozialdemokrat" und Führung der Parte, durch Genosse R° ck o w in London", über„Ueberdring un g e r beb« licher Mittel" durch den Abgeordneten Singer und dergleichen Polizei- Schwindel mehr, der stch mit Vorliebe au« der„Nord. deutschen Allgemeinen", dem Leiborgan des Herrn Reichskanzler» und seiner Kreaturen in die verwandte Presse verliert und auch m gewiss»« Schweizer Blättern«in freundliches Asyl gefunden hat.— Willst Du wissen, werichbin.sofrage.mitwemtchgehe. — Zur Korruption der oberen zehntausend. In deutsch«! Zeittrngen voriger Woche findet sich folgende' Notiz: „Ein in Sportkreisen vielbesprochener Vorfall ereignete sich am Sonn« tag in Hamburg. Beim norddeutschen Derby steuerte der den Besuche«» der Berliner Rennbahnen wohlbekannte Jockey W. Smith Herrn Oehl- schlüget'«„Padischah"; der Hengst schnitt sehr schlecht ab. Da« Retten muß wohl manchem Sportsman eigenthümlich vorgekommen sein, den« Herr Oehlschläger ließ Smith vor das Direktorium des Hamburger Rennklubs rufen, damit derselbe daselbst wegen seines Reitens Auskunst ertheile. Ein belastendes Moment soll sich gegen Smith wegen unfairen Reitens nicht ergeben haben. Am Montag, als Sopp„Padischah" im Hansa-Rennen ritt, gewann der Dreijährige das Rennen ziemlich leicht. Die Distanz betrug freilich hier nur 2000 Meter, während das nord deutsche Derby über 2S00 Meter ging.— Bei dem Totalisator soll sich übrigens am Sonntag in Hamburg ebenfalls etwas Seltsames ereignet haben." Mit anderen Worten, die vornehmen Herren Sportsmen haben in- fam betrogen. Das wird aber nicht bestraft, und nicht einmal zu einem Beleidigungsprozeß wird es kommen, wie neulich in E n g l a n d, wo ähnliche Praktiken in den„Sportkreisen" an der Tagesordnung find. In Deutschland vertuscht man solche Skandale. — ReueS deutsche»„Wesen". In Milwaukee, schreibt der „Sozialist", fand vorige Woche ein Kongreß der deutschen Skatspieler statt, zu dem Zweck, um„einen festen Verband aller Derer zu gründen, welche durch das deutsche Rationalspiel, den„Skat", ihren Sinn für deutsches Wesen kundgeben." Herr Herm. Raster von der„Illinois StaatS-Zeitung", in besten sozialen Kreis die meisten dieser Skatbolde fallen und der daher daS richtige Verständniß für die„Hebung" des deutschen Wesens durch die Skaterei haben muß, hat in einer lichten Stunde, in der sein Geist von sozialistischen Gespenstern nicht geplagt wurde, die Skatliga wie folgt vermöbelt: „Unsere Meinung geht dahin, daß das vielgepriesene„edle deutsche Rationalspiel" nicht nur kein Segen, sondern ein Fluch für das Deutschtham ist, weil es alle wahrhaft edle Geselligkeit, die nur in Gestalt wohlanständiger, lebendiger Unterhaliung von Männern und Frauen denkbar ist, in Grund und Boden zerstört und wie ein P e st h a u ch aus alle höheren geistigen und sittlichen Bestrebungen des Deutschthums wirkt. „Die erpichten Skatbrüder sind auf das Spiel so versesten, wie die Kunden der Spielbank zu Monte Carlo aus Roulette. Von ihnen gilt das Wort Lichtwers:„Sie hören nicht, sie sehen nicht, sie fühlen nicht: — sie spielen!" An jeder anderen Art geselliger Unterhaltung und geistigen Strebens, außer Skat, verlieren sie alle Lust Drs Skatspiel ist der bittere Feind des deutschen Theaters, deutscher Vorlesungen, deutschen Schulwesens und deutschen geselligen Lebens. „Es klingt wie Spott, wenn die Veranstalter des Kongresses sagen, daß Diej nigen, welche das„edle Skatsp'el" treiben, dadurch ihren„Sinn für deutsches Wesen" kundgeben. Hole der Henker das deutsche Wesen, wenn sein Sinn und Zweck darin besteht, die Menschen zu unverwüst- lichen Spielratten zu machen, deren höchste geistige Ziele in den Worten Tournez Solo, Grand und vor allein Rull ausgedrückt. „Was„unsere englisch sprechenden Landsleute" betriff', so bewahre sie ein gütiges Geschick vor dem Skat. Sie haben ja ihr dase-ball-Spiel. Na, das ist zwar auch aus einer guten Leibesübung zu einem bloßm Schau- und Weltspiel geworden; aber wenigstens ist es doch kein Feind der Geselligkeit; es brmgt viele Tausende von M nlchen unter freiem Himmel zusammen und macht sie nicht zu ungenießbaren Stubenhockern." Herr Raster hat Recht, aber seine Philippika ist in den Wind ge' sprachen. Das Skatspiel, der„Pesthauch für alle höheren geistigen und sittlichen Bestrebungen", ist in der That das dem, was man heute „deutsches Wesen" nennt, entsprechende Spiel, sein Siegeslauf überall� hin,„wo die deutsch! Zunge klingt", kein bloßer Zufall, sondern in seiner Natur begründet. Nach allen Richtungen hin, das Spiel der honetten Mittelmäßigkeit Ohne die Ausregungen der reinen Hazardspiele. ohne die Aufmerksamkeit zu beanspruchen, die z. B. das Whist erfordert, bietet ei mehr Abwechslung,„reizt" es durch seine„Chikanen" mehr wie dieses, und verlangt es mehr Berechnung als jene. Es ist nicht so„langweilig" wie das Schachspiel und nicht so„öde" wie Domino rc., man kann es im Hause und in der Kneipe spielen, es paßt sich an alle Formen des gesellschaftlichen Lebens an, es ist unter den Spielen der »ollendete Vertreter des Eklektizismus. Heute gegen das Skatspiel ankä npfen? Eitles Bemühen. Namentlich in Deutschland aussichtsloser als je. Kann sich doch der strebsrhas'e Student, der loy ele Spießbürger in Bezug aus den Etat aus seinen verehrungswürdigen Landesherrn berufen. Wilhelm II. hegt»war, wie di« Pfaffenblätter triumphirend melden, eine„unüberwindliche Abneigung" gegen das Freimaurerthum, das heißt er will den Ausklärungsideen selbst nicht einmal den Schein del Interesses entgegentragen, aber er ist ein um so größerer Verehrer des Skatspiels. Er ist auch in dieser Beziehung„ein echtes Kind seiner ZZt". — Aus Moltte's Bildungsaustalt. Wie die Kaserne die Schule ergänzt oder vielmehr, bei dem heute in Preußen-Deutschland von oben her geführten stillen Kamps gegen die Schule, ersetzt, dafür finden wir im„Sächsischen Wochenblatt" ein drast sches Beispiel. Dem genannten Blatt schreibt man aus Großenhain: „Die hiesige Einwohnerschaft ist empört über einen RohheitSakt, der sich in der hiesigen Kaserne abgespielt hat. Husaren haben einen ihrer Kameraden so fürchterlich mittelst Riemen geschlagen, daß der Arzt bei der Uebersührung des Gemihhand«l:en in das Lazareth schwere Bedenken bezüglich des Ausganges dieser Mißhandlung für die Gesundheit des Geschlagenen ausgesprochen haben soll. Am Sonntag ging das Gerücht durch die Stadt, der Aermste sei dieser Rohheit erlegen und gestorben. Glücklicherweise bestät gte sich das Gerücht nicht. Die Ursache der Mißhandlung gründete sich auf den Verdacht eines Geld- diebstahls, den der Betreffende an einem Kameraden begangen haben sollte, aber hartnäckig im Bewußtsein seiner Unschuld in Abrede stellte. Wie man offenkundig erzählt, sei dem Aermsten beim„AuShauen" der Mund verbunden worden, damit er nicht schreien könne und nur, als er unter dem Druck- der Schmerzen seine Unschuld verleugnete und den Diebstahl zugestand, ließen seine Peiniger des Bösen genug sein. AS aber das vor solcher Brutalität schützende Lazareth den Zerschlagenen ausgenommen, betheuerte er seine Unschuld, die sich dann auch herausstellte. Gestein hat sich der Schuldige, ebenfalls ein Husar, der selbst mit auf den Unschuldigen losgeschlagen, in der Kaserne erhängt. Dem Unwesen deS sogenannten Schäftens, das unter dem Militär bekanntlich immer noch geübt wird, legt man durch dieses Vor- kommniß an unserm Orte vielleicht auf immer das Handwerk; denn bei der eisernen Disziplin in unserm Heere bedürfte es doch wohl nur eines energischen Verbotes, um diese Rohheit befördernde Unsitte verschwinden zu lassen. Ueber einzelne gravirende Umstände beim Vorgange obiger Unthat, unterlassen wir in Rücksicht aus das nichtöffentliche Mili< tärgerichtsv erfahren zu berichten, unter dem Publikum kursiren jedoch geradezu unglaubliche Dinge. Es wäre deshalb besser, man gestattete der Presse die Mittheilung event. Widerlegung solcher Gerüchte, womit mancher Uebertreibung die Spitze abgebrochen, aber auch manche unliebsame Thatsache zu Nutz und Frommen Aller an» Licht gezogen würde." So der betreffend« Korrespondent. Sein Appell wird natürlich den- selben Erfolg haben wie alle früheren Versuche, dem Militarismus Kon- zessionen an das allgemeine Rechtsbewußtsein abzulocken— er wird ungehört verhallen, sofern er nicht obendrein mit einem der beliebten vtrasanträge beantwortet werden sollte. Der„Soldatengeist", der dem uuter die Fahne einberufenen Sohn des Volkes heute in Deutschland eingedrillt wird, könnte darunter leiden, wenn der Presse daS Recht der Kritik, der Kennzeichnung von Mißständen eingeräumt würde. Und was die viehisch-brutale Mißhandlung des armen, ungerecht verdächtigten Husaren anbetrifft— je nun, wen darf sie wundern in einer Zeit, wo die gutgesinnt« Presse fortgesetzt über den Humanitätsdusel unserer Epoche zc jammert? Die Peiniger des Kranken haben sich eben von jeder„falschen Humanität" frei erweisen wollen, und der sicherste Weg dazu ist, überhaupt unter allen Umständen so r o h als nur möglich zu handeln. Die Kaserne, wie sie heute ist, ist dafür in der That die beste „Bildungsanstalt'. Es wird ein schweres Stück Arbeit sein, den deutschen Volksgeist von den segensreichen„Wirkungen der großen Kriegserfolge" zu befreien. — Ein Pfaffe, der die Wahrheit sagt, ist zwar noch seltener als eine Katze, die das Mausen läßt Allein manchmal ereignet sich doch das Wunder. Und in B e l g i en ist j tzt wirklich ein solcher P affe ent deckt worden. Er heißt T e c o b i, ist ein Führer der Klerikalen, und die Wahrheit, welche er sagte, laut-t wie solgt: „Unser kostbarstes Recht ist die Dummheit des B Volk s." Er meint, daß alle„Recht e", die den Pfaffen und ihren Helfers- Helfern, den Junkern, Fürsten und Bourgeois im heutigen Klassenstaate gegeben sind, nichts wären, bloße„Stückchen Papier"— wenn die Dummheit des Volks nicht wäre. Da hat der Pfaffe einmal gar lobenswerth aus der Schule geschwatzt. Freilich, wenn's ein Arbeiter sagt, daß die Feinde des Volks nur von seiner Dummheit leben und daß die heutige Schule gleich der Kirche den Zweck hat, das Volk in Dummheit zu halten— dann kann er ins Gefängniß marschiren. — Frankreich. Einen neuen VerS zum alten Lied von der de- kannten, aber noch immer nicht nach ihrem wahren Verdienst gewürdig- ten Großmuth der Kapitalisten bildet der Streit um die verfallenen Srnben von Rive-de-GierS. Als vor zirka zwei Jahren der Streik in Decazeville ein grelles Licht auf die Verhältnisse warf, unter denen die Bergarbeiter leben, und in Folge dessen eine Reihe von Fragen über Besitz, Konzession, Ausbeutung ic. der Bergwerke in der Oeffentlichkeit diskutirt wurden, wurde vielfach an ein Gesetz von IS10 erinnert, nach dem der Staat die ertheilte Konzession für die Aus- beutung von Gruben wieder entziehen kann, sobald die Konzessionäre die betreffenden Werke nicht gehörig betreiben. Etliche unklare Bürgerlich- Radikale, welche vom Sozialismus nur das Läuten gehört hatten, war- fen die Formel„Die Grube den Grubenarb.-itern" in die Diskussion und verlangten, daß die Minen von Bergarbeiter-Gewerkschaften aus- gebeutet würden. Hauptoorkämpfer der Forderung, welcher di< Sozia- listen aus guten Gründen entgegentraten, war der Deputirte und In- genieur L a u r, und durch seine Vermittlung erklärte sich eine Aktien- Gesellschaft, die außer anderen die Kohlenminen von Rive-de-Giers aus- beutete, bereit, etliche Minen an eine Anzahl als Geweckschaft organi- firter Arbeiter abzutreten. Die Aktiengesell chaft hatte ihre guten Gründe, sich so freigebig zu erweisen, denn abgesehen davon, daß die betreffenden Minen längst ertragsunsähig unter Wasser standen und nur mit Verlust abgebaut werden konnten, stand eventuellen Falles die Anwendung des obigen Gesetzes von 1810 in Aussicht. Das„hochherzige Geschenk" erwies sich als das einsachste und billigste Mittel, sich einen unbequemen Besitz vom Hals zu schaffen, der nichts einbrachte, sondern nur kostete, ferner aber, und diese Erwägung siel besonders schwer in die Wagschale, war zehn gegen eins zu wetten, daß die beglückte Gewerkschaft der Kohlengräber bald schändlichen Bankerott machen mußte. Das verunglückte Unternehmen sollte dann„den vom Sozialismus bethörten Arbeitern" als warnendes und abschreckendes Beispiel hingestellt werden, welch trauriges Schicksal ihrer warte, sobald die uneigennützigen Kapitalisten von der Produklion ausgeschlossen wer- den. Der Bankerott der Gewerkschaft wäre zum Bankerott des Sozia- lismus gestempelt worden Im Hinblick auf diesen Ausgang der Sache rieb sich der Kapitalistenring bereits im Stillen die Hände über den ge- lungenen Streich; seine Preßorgane aber heuchelten unbändige Hochach tung und Rührung ob des unvernünftigen Edelsinns rc. jc. Daß die Aktiengesellschaft zum Ueberfluß die Kohtengraber auch noch mit allen auf den Werken haftenden Verpflichtungen, darunter all.in gegen zwölf Millionen Schulden, beschenkt hatte, wurde nicht erwähnt. Frau Arnaud de l'Ariege verlieh durch Schenkung von 4000 Frk. dem Syndikate die Möglichkeit, die unentbehrlichsten Maschinen anzu- schaffen. Mit den nothdürstigsten Arbeitsinstrumenten versehen, gingen die„freien" Arbeiter an den Abbau d.r Minen. Dank ihrer eisernen� Energie, ihres unermüdlichen Schaffens gelang es ihnen, die Werke in ausbeulungssähigen Zustand zu setzen und die kargen Schätze zu heben, und ungeacht-t der in jeder Beziehung denkbar ungünstigsten Verhältnisse arbeitete sich die Gewerkschaft empor und versprach kräftiges Gedeihen, besonders als in den letzten Wochen zwei neue ungewöhnlich mächtige Kohlenadern entdeckt wurden. Kaum aber hatte das Syndikat seinen Beschützer Laur hiervon in Kenntniß gesetzt, als die Aktiengesellschaft Plötzlich die Minen zurückforderte, unter dem Vorwand, daß dieselben nicht nach allen Formeln abgetreten und die Abtretung vom Staate nicht formell und offiziell bestätigt worden sei. Selbstverständlich hat die Gewerkschaft der unverschämten Forderung nicht nachgegeben und ist ent- schlössen, ihr gutes, sauer erworbenes Si-cht bi« zum B-uhersten zu ver- theidigen. Die Angelegenheit soll durch einen von der Aktiengesellschaft anhängig gemachten Prozeß entschieden werden, sie lag bereits dem Ge- richtshos von St. Etienne, wo Klage erhoben war, vor, derselbe hat sich indeß sür inkomp tent erklärt. Die Kohlengräber von Rive-de Giers h ib n eine kräftige Protestbewegung in Szene gesetzt, die von der Einwohner- schaft der Umgegend unterstützt wird. Ueberhaupt ist fast die gesammte öffentliche Meinung der Gewerkschaft günstig gestimmt; sogar die ein- gefleischtesten und verlogensten Bourgeoisblätter wagen nur verschämt, für die Akriengesellschast eine Lanze zu br:chen. Was sie ihr zum Vor- wurf machen, ifl nicht etwa die bodenlose Gemeinheit ihrer Handlungsweise, sondern der„unvergleichliche Leichtsinn", mit dem sie die Kohlenminen abtrat, ohne sich durch eine Klausel das Recht zu sichern, dieselben bei günstigen Erträgen wieder zurückzunehmen, nachdem die genasführien Arbeiter gratis Herkulesdi-nste verrichtet. Der Kniff ist billig und einträglich, und darf jedenfalls auf Nachahmer zählen, vor- ausgesetzt, daß sich Dame Justitia ausnahmsweise einmal— nicht blind erweisen sollte. — Unsere Genossen Bebel, Grillenberger, Meister und Singer versenden das nachstehende Zirkular, das wir, weil auch sür weitere Kreise von Interesse, hiermit zur Kenntniß unserer Leser bringen. Juni 1888. Wir theilen unseren Parteigenossen hierdurch mit. daß für Unter- stützungSzwecke von Ansang März bis Ende Mai folgende Beträge bei uns eingegangen sind: Aus Magdeburg Mk. Ivo—, Hertha v. Waldenburg 1S6S, Tiesendick b. Weyer 50—, Langenbielau 90—, Holzwurm 30—, München 25—, Görlitz i. Schl. 87—, Oschatz ö—, Zwickau, Crimmitschau und Werdau 271 30, Pegau 10—, B. Dresden 70—, I. H. W D. Stuttgart 50—, L. Luxemburg 250—, I. H. W. D. 60—, ö. sächsischer Wahlkreis 100—, Unbekannt 882 35, Mann- heim 12 40, Halberstadt 100—, Köln(Landkreis) 50—, Köln(Land- kreis) 51 50. Potsdam 86—, Liegnitz 20—, Neumünster 31 50, FlenS- bürg 10 50, Sprembcrg 10 50, Würzburg 12 47, Würzburg 10 50, Dessau 10—, Zerbst 10—, Dessau 5 50, Minden 8—, Brandenburg 10—, Dreiden-N-ustadt 16—, Hof 10—, Bayreuth 24—, Fulda 1—, Forst 26 70, Chemnitz 3180, Gotha 24—, Lambrecht 6 40, Weißenfels 20—, WeißenfelS 15 90. Für den ReichStagSwahlfond: R. O. Mk. 596 25, A. B- Plauen 100—, G. v. B. Schwabing 80—, Fr. G Großenhain 100—, A. K. Dresden 100—, W. St. Gesau 60—, Ungenannt 5000—, Hans-Berlin 500—,„Vom Mann im Mond" 800—, Jena 60—, Jena 10—, Halberstadt 50—, noch einmal„Vom Mann im Mond" 1000—. A. Bebel. C. Grillenberger. H. Meister. P. Singer. * Für den Hasenclever-Fond gingen vom 3. Mär, bis Ende Mai weiter ein: AuS Osterwiek am Harz Mk. 85—,„Wähler" Leipzig 282 15, LudwigShafen a/Rh. 50—, Braunschweig durch K. 253 35, Hanau 120—, Göppingen 85—, Darmstadt 25—, Mainz durch St. 20—, Stollberg i. Er, geb. 10—, Münster i. Wests. 15 15, Aachen 50-, Berlin 4000-, H. B.(450) 18 45,«. B. Cottbus 20-, „Münchaer Post" 100—, Langenbielau i. Schl. 50—,„Wähler" L ipzig 114 10, Magdeburg durch.B. 100—, Zichopau 12—, Ernstdorf b. Reichenbach i. V. 4—, Frohburg i. S. 17—, Witthöft 8—, R. I. W. 6-, E. F. G. 20-, N. R. 8-. Alfeld 3-, Weißen 30-, Schersau b. Langenbielau 19—, Fr. IB. Köln 22—, Kisma 4 85, Oschatz 5—, Frankfurt a. M. 6—, 6. sächs. Wahlkreis 100—, Bremen 30—, Quedlinburg 16—, Helmstedt 6 80, Burg b. Magdeburg 15—, Hemelingen 42—, Osnabrück 60—, Meerane 25—, Halle a. S. 9 50, Hohenmölsen 10—, Würzen 50—, Velten 109 93, Potsdam 50—, Barmstedt 59—, Rendsburg 80 75, Kiel 150—, Winterbeck b. Kiel 10—, Gaarden b. Kiel 113 86, Itzehoe 100—, Wilster b. Itzehoe 80—, Flensburg 100—, Schleswig 24—, Dietrich-dorf b. Kiel 40—, Ellerbeck b. Kiel 2015, Wellingdorf b Kiel 29 85, Uetersen 100—, Reumüiister 300—,, AuM»rz 20—, Nürnberg 10 64. Würzburg 12 47, Spalt 3—, Nürnberg 17 35, erste Rate van Kellinghusen 20—, Nachtrag von Wilster 2 50, Fürth 10 65, Dessau 30—. Hagen i/W. 48 50, Köln(Landkreis) 100—, Brandenburg 60—, Essen 10 60, Erfurt„Das Banner hoch" 30—, Goldlauter Alte Tanne 10—, Elmshorn 65 70. JnSgesammt— d. h. mit Einschluß der am 2. März des JahreS qaittirten Mk. 5,303 60— eingegangen: Mk. 13,342 90. Wir bitten, noch rückständige Beiträge für den vorerwähnten Fond sofort an uns gelangen zu lassen. A. Bebel. C. Grillenberger. H. Meister. P. Singer. Berichtigung. In letzter Quittung wurde Landkreis Köln irrthümlich mit 70 Mk. aufgeführt, es muß heißen 100 Mk, Ueber die bei der Expedition des„Sozialdemokrat" erfolgten Ein- gänge wird später qaittirt werden. Die Spedition. Briefkasten der Expedition: W. H.„Sozialist" Rewyork: Bf. v. 27/6. am 10/7. hier. Gewünschtes folgt.— 6. G. Avs.: Fr. 30 25 erh. Fr. 10- für 5 Ab. 3. Qu., Fr. 6 15 f. Schft., Fr. 12- pr.«gfd. und Fr. 2 10 f. P.-M. dkd. gutgbr. Bstllg. notirt. Weiteres bfl.— Mtgld.- schaft dtschr. Soz. in Zürich: Fr. 3— f. 3 Ab. 3. Qu. d. K. erh.— W. Wgmn., Allegheni: Fr. 5 15(1 Doll.) Ab. 3. u. 4. Qu. u. Schft. erh.— K. W. Michigan City: Beil. d. Red. abggb. Anderes notirt.— T. v. M.: Mk. 1 40 Rest s. dir. erh. Adr. notirt. Inliegende Mk. 3 60 f. Ab. 3. Qu. u. Schft. St.-K. ebenfalls notirt.— Bgr. Sanftmuth: Mk. 5 40 ä Cto Ab. ic. erh.— F. Mgstn. Bsl.: Fr. 6 40 f. Schft. erh. Bstllg. fort.- N. Chgdkw. Bln.: Mk. 5- f. Schft. erh. Bstllg. fort. Regulus: Mk. 25— a Cto. Ab. tc. erh. Blo.-Bstllg. notirt.— Lionel: Bf. v. 9. dies hier u. am 11. beantw. Bstllg. notirt.— F. Schmdl. Biel: Bstllg notirt. Versprochenes baldigst erw.— U. F. G.: Adr. ge- löscht u. notirt. Weiteres bfl. am 11. ds.— Blutnelke: Mk. 7 40 für 2 Ab. 3. Qu. u. Schft. erh. Bstllg. notirt.„Fliegen" folgen mit.— Florestan: Mk. 3— pr. Ufds. dkd. erh.— Clara: Adr. notirt. Bstllg. folgt. Am 11. ds. bfl. mehr.— Raimund: Bstllg. notirt.— Arabi Pascha: Adr. geordnet. Bstllg. notirt. Ungelesen verbrannt, ist gut. Noch besser Bf. v. 15. ds Das ist ja das reine Schauermärchen. Die Botschaft hör' ich wohl, allein-- Bfl. Weiteres. Und genaue Aus- kunft baldigst erbeten.— Franz Rother, Nwyrk.: Bf. v. 30/6. am 12/7. hier.— H. Schb., Paris: Bf. v. 11. ds. hier. Adr. notirt. W. hat sich bei uns nicht angemeldet.— Soz.-demokr. Club La Billette: Fr. 45 80 i Cto. Ab.»c. erh. Adr. notirt. Weiteres bfl. Adr. Exp. ist für Sie und für erfragte Zwecke vollständig genügend und unbedenklich.— Vetler, Bsl.: Alles hier. Besten Dank. Bstllg. notirt.— I.: Nein.— Allg. Arb.-Verein Lausanne: Bstllg. notirt. Fehlendes abg.— Schrr., St. Gallen: Bstllg. notirt. Gewünschtes folgt.— Pz. Dt.: Mk. 5— Ab. 3. Qu. erh.- Hz. St. Ell.: Fr. 6- ü Cto. Ab.»c. dch. Bk. erh. - Rother Blutfink a. d. Ruhr: Fr. 20-(Mk. 16 20) ä Cto. Ab. ic. erh. Bf. erw.— Vooruit, Gand: Fr. 2 50 Ab. 3. Qu. erh.— Ssmn. Zch.: Fr. 2 65 Ab. 3. Qu. erh.— Brauner Bär: Adr. notirt. Bstllg. f. C. notirt. Versprochenes erw. In 22 muß es heißen 2. Qu. Druck» fehler.— Möros: Mk. 8 30 Ab. 2. u. 3. Qu. erh.— HeimS, Syra» cuse: Fr. 6 15(1 Doll.) Ao. 8. u. 4. Qu. erh. P. ist schon unterwegs. Von den A. werden Sie schon erfahren haben. T. natürlich ohne. Grüße erwidert.- E. B. Brüssel: Bf. v. II. hier. Weiteres bfl.— I. Wllg. Cincinnati: Bf. v. 27 6. erh. Kostete 30 Cts. Strafporto. — Wltr. Hannover: Bf.mitBstllg. erh. Kostete 25 Cts. Strafporto. Bstllg. unter N. N. fort.- I. H. Brn.: Bstllg. folgt.- Mucki: P.-K. erh. Bstllg. u. Katal. solgt.-„Vorwärts", Buenos-Aires: Bstllg. notirt. ReklamirteS besorgt. Heine war eben schon gebunden.— Rai- mund: Adr. notirt. Wird besorgt.— Der Alte Lgz.: Bs. v. 12. dies hier. Bfl. mehr.— Major Eduard: Rk. 4 50 Ab. 3. Qu. erh. Adr. notirt. Protokolls sind noch vorräthig. Die N'sch. Separatistengelüste unterstützen wir selbstverständlich nicht. Auch für Dkschft. genügt Adr.— Nother Hussite: Mk. 16—«b. 8. Qu., Mk. v— pr. Usds. u. vo Pfg. f. Porto dko. gutgebr. Adr. geändert.— Donnersberg: N ichr. v. 14. ds. hier. Endlich! Bfl. Westeres.— A. I.„Arb.-Wchchrk.": Fr. 2— (öwfl. 1-) f. Ab. 3. Qu. erh. Fehlen noch 90 kr.— Rothe Erde: Mk. 3— Ab 3. erh. Recherchen eingehend machen u. baldigst berichten. Beilage abggb. Gruß.— Steineiche: Mk. 110- u. Mk. 28 60 Porto- verlg. ä Cto. Ab. u. gutgebr.— Rother Sauerländer: Mk. 20— sür Ab. u. Schf!. erh. Adr. notirt. Fehlendes unterwegs. Gewünschtes kann des Gewichtes wegen nicht pr. Bs. gehen.— H. Stgd.: Mk. 7 40 für Porto erh.— Gazelle: Mk. 15— Ab. 8. Qu. erh. Adr. gelöscht. Größere Posten lieber Noten alS Marken. Fehlendes unterwegs. Bstllg. u. Adr. notirt. Aber warum denn gleich auf die Hälfte herab? Die Gesahr ist bei der Hälfte doch auch. DaS ist eine schlechte Antwort auf die neuesten Gewaltstreiche! Vorwärts, vorwärts, Don Rodrigo! muß Parole sein! Hoffen auf Besserung Ihrerseits!— B. in Gstrw.: Mk. 3- Ab. 3. Qu. d. A. erh.— J.Sch. Sz.-U.: öwfl 1- f. Schft. erh.„S. B." folgt j-tz».- Prgr.: Durch W. Fr. 2- Ab. 3. Qu. erh.- Bbch.: Mk. 20- für Ab. erh. Adr. notirt. Ueber Anderes bfl. Weiteres.— Beilchenstein: Bf. v. 15. hier. Heitere Zu- stände! Weitere, bfl.- Hz. St. Gll.: Bstllg. notirt.— R. Bkst. t Bstllg. notirt. Nachlsrg. folgt.— Commerztenrath: Nachr. v. 16. hier. „Wo der Item steckt"— der steckte eben damals dort, jetzt wohl bfl- informirt? Adr. notirt. Weiteres bfl.— Die Blöden: Bstllg. notirt. Wunsch wird natürlich erfüllt. Verzögerung an gwischenhand und Um» ständen.— I. K. Gz.: Fr. 2—(öwfl. 1—) Ab.-Ergänzung erh.— Anzeigen. Bei meiner Abreise nach Amerika(Chicago) sage ich allen Freunde« und Bekannten ein herzliches Lebewohl. Jgnaz Puchner. Soeben erschien und ist durch uns zu beziehen: Sozialdemokratische Bibliothek. Heft XXIV. Zur Erinnerung für die Mordspatriote«. Von Sigismund Borkheim. Mit einer Einleitung vo« Fr. Engels. Preis: 40 Pfg.— 50 Cts. Zahlreichen Befiellungen sehen«ntgegen Diiksilllchhandiaug und«kpeditii» des„Sijlaidmikrat' Hottingen-Znrich. Zur Beachtung. Alle Genossen, welche nach Amerika(New- York) reisen, werde« in ihrem eigenen Interesse ersucht, sich sofort nach ihrer Ankunft nach dem Hauptquartier der Sozialistischen Arbeiterpartei: Nr. 25 Ost 4. Street, zu begeben. Ferner diene Allen, welch« gezwungen sind, um Unterstützung nachzusuchen, zur Nachricht, daß solche nur gegen Vorzeigung von Legitimationen neueren Datums, unterzeichnet von bekannte« Vertrauenspersonen, gewährt werden kann. Berufung auf Genossen, welche schon längere Z-it hier im Land« sind, kann nicht berücksichtigt werden. Das Unterstütznngs-Komite der S. A.-P. [7X] Sektion N e w- Y o r k. Schweiz. Senofienschastibuchdruilerei und Bollsbuchhandlung don L. Hübsch«.