Abonnements »erden bei allen schweilerischen Postbumn;, sowie beim Verlag »ad dessen belanaten Agenten «tgegengmammen. und»war zum »orauS lahldare« Vierteljahriprei; von: Kr. sllr die Schwei, sKreulb and) IN. Z,— fär Deutschlandmokrar«olle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen laffm. Zn der sttegel schicke man un» die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadressen. In»weiselhasten Fällen eingeschrieben. 22. September 1888. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Zur rechtzeitigen Kenntnitznahme. Bei Qnartalschluß DM- müsse« sämmtliche Briefabonnements-mm baar vorausbezahlt werden. Belastungen auf Conto-Inhaber finden also nicht statt. Allen Bestellungen auf direkte oder indirekte Brieflieferung ist ohne jede Ausnahme die volle Baarzahlung beizulegen. KM- Alle nicht ausdrücklich wiederbestellten Brief- Abonnenten werden mit Nr. 40 gesperrt. Ersatz für Bersandtverluste liefern wir nur gegen Einsendung des Porto bei Reklamation. Wo anderweitige Bezugsgelegenheit geboten ist, stnd Briefabonnements unzulässig. Abonnements für die Schweiz erheben wir per Nachnahme, wenn Zahlung nicht mit jedem Quartalbeginn vorausgeleistet ist. Einzel-Krenzbandsenbungen ins Ausland sperren wir mit Quartalsablauf, sofern Neubestellung Und Geld bis dahin ausbleiben. Die Kkpediti-ll des..Siiialdemokrat". Vom Boden der Republik in die Metropole der Monarchie. „Kein flüchtig Haupt hat Engelland Von seiner Schwelle noch gewiesen." Mit dem Ablauf dieses Quartals schließt der„Sozialdemo- krat" seinen neunten Jahrgang ab. Ein Jahr nach Jnkrast- treten des schmachvollen Ausnahmegesetzes wurde er ins Leben Strusen, als es sich herausgestellt, daß jeder Versuch, der Partei der Unterdrückten und Ausgebeuteten auf deutschem Boden ein Organ zu schaffen, auf das sie zu allen Zeiten rechnen kann, durch dessen Mund sie das, was sie für schäd- üch hält, nach Gebühr bekämpfen, das, was sie für nothwendig erachtet, nach freiem Ermessen darlegen kann; daß jeder der- artige Versuch mit einem sofortigen Verbot beantwortet werden würde. Als es durch die Praxis erwiesen war, daß daS Sozia- listengesetz nicht dm Zweck hatte, der bei seiner Schaffung von seinen Urhebern angegeben wurde: das Predigen des gewalt- s«nen Umsturzes zu verhindern, sondern den, von unfern Ver- tretern sofort gekennzeichneten: der Sozialdemokratie die Exi- stenz als Partei in jeder Weise unmöglich zu machen, ihrm Zusammenhalt zu lockern, um alsdann der einzelnen, von dem Gros losgelösten Theile um so leichter Herr zu werden. Wenn die Partei jeder Möglichkeit, ihre Disziplin geltend zu machen, beraubt ist, wenn sie kein Organ hat, durch das sie die Geister iusammenhält, dann, so lautete die Spekulation, wird es ein Leichtes sein, die Einen zu unsinnigen Experimenten hinzu- reißen, die Andern einzuschüchtern, hier zu korrumpirm, da zu kompromittiren und schließlich die geistige Borhut zu isoliren. Ju diesem Sinn wurde sofort die gesammte Literatur der Partei unterdrückt, jede Organisation derselbm— und nicht nur das, auch jede unabhängige Fach-Organisation der Arbeiter «issgelöst, und man nannte das: loyale Ausführung des Sozia- ststengesetzeS. Da, als die gefürchtete Partei scheinbar am Bodm lag, als die Ränkesucht eines Hasselmann und der Größenwahn eines Aiost den schmutzigm Absichten ihrer Feinde entgegenkam, ward der„Sozialdemokrat" gegründet. Er stellte sich die Aufgabe. der Partei auf dem Gebiet der Presse das zu ersetzen, was das Schandgesetz ihr geraubt: das Organ, das gegmüber Freund und Feind offen und unumwunden ibre iwache verficht � hier aufklärend und da Mit den Waffen des Spottes und der Satire, das frei von der beengenden Fessel reaktionärer PreßknebelungSgesetze das Banner der Partei hochhätt— weit- hin erkennbar, jeden Zweifel, jede Zweideutigkeit ausschließend: wahren Sinne des Wortes die Kampfesparole der deutschen Sozialdemokratie. Daß der„Sozialdemokrat" seitdem sich m redlicher Weise bemüht hat, dieser Aufgabe nach allen Seiten hin gerecht zu d-erden, allen Anforderungen, die in dieser Hinsicht an ihn gestellt wurdm, nach bestem Könne» zu entsprechen, das dürfen wir heute, wo neun Jahre unseres Wirkens aufgeschlagen vor uns liegen, mit gutem Gewissen und ohne Selbstüberhebung aussprechen— daß es dabei nicht ohne Jrrthümer abging, ohne Beschämung eingestehen. Wir haben nie auf Unfehlbar- keit Anspruch erhoben. Aber unserem redlichen Streben ist die vollste Anerkennung geworden: di� Liebe der Genossen und der Haß unserer Feinde sind Errungenschaften, deren wir uns mit Stolz rühmen dürfen. Seit dem ersten Tage seines Bestehens hat sich die Leserzahl unseres Blattes von Woche zu Woche stetig gehoben zu einer Höhe, wie sie nie vor uns ein Blatt erreicht, daS vom Ausland her für eine unterdrückte Partei hergestellt wurde, und die unsere kühnsten Erwartungen weit in den Schatten stellte. Und Schritt ge- halten mit dem Wachöthum unserer Verbreitung haben der Haß und die Verfolgungswuth unserer Feinde. Die Gleich- gültigkeit, die sie anfangs gegen das„winzige Blättchen" affek- tirten, sie, die über eine Unzahl von Wochen« und Tages- blättern verfügen, hat bald einem, mit steigender Heftigkeit geführten offenen Feldzug gegen dasselbe Platz gemacht. Sind doch eine ganze Reihe von Experimenten in der Handhabung des Aechtungsgesetzes, fast alle Schritte der letzten Jahre, seine Machtsphäre zu erweitern, insbesondere die mittels der Jnter- pretationskünste feiler Richter durchgesetzten skandalösen Neue- rungen in der Anwendung der Geheimbundsparagraphen nur auf das Bestreben zurückzuführen, das unbequeme Blatt lahm- zulegen, das eine so rücksichtslose Sprache führt und alle Ver- suche, die deutschen Arbeiter in falsche Bahnen zu lenken, immer wieder zu nichte macht. Und als Alles nichts half, als trotz Reichsgericht und Spitzelpolizei die Auflage des„Sozialdemo- krat" noch immer nicht zurückgehen wollte, da erfolgte der größte Skandal: die Regierung des mächtigen deutschen Reichs, die über das größte Heer der Welt verfügt, rief die Behörden der schweizerischen Republik an, ihr beizustehen im Kampf gegen ein bescheidenes Preßorgan, und setzte nach kurzem Widerstand ihren Willen durch. Es erfolgte die Verwarnung und bald darauf— ohne irgend welche äußere Veranlassung— die Ausweisung der vermeintlichen Leiter des„Sozialdemo- krat". Und was in der letzten Zeit sich an den Schweizer Grenzorten abgespielt, zeigte, daß die Liste der offiziellen und offiziösen„Gefälligkeiten" noch lange nicht erschöpft ist. Für jeden politisch Denkfähigen hat das nichts Ueberraschen- des. Wer einmal A gesagt, pflegt auch das B nicht zu ver- sagen. Nachdem die Mehrheit des schweizerischen BundesratheS es mit der Würde der Republik und dem Geist ihrer Ueber- lieferungen für vereinbar gehalten hat, einer fremden Macht zuliebe Leute auszuweisen, deren Vergehen einzig in der Be- Nutzung des in den Gesetzen der Schweiz gewährleisteten Rechts der freien Meinungsäußerung besteht, war vorauszusehen, daß eS an weitern Anforderungen, die freundnachbarliche Gesinnung durch die That zu bekräftigen, nicht fehlen werde, und die stillschweigende Gutheißung des Vorgehens des BundesratheS durch National- und Ständerath, d. h. die Volksvertretung, hat natürlich den Appetit der in dieser Beziehung stets heiß- hungrigen Berliner Reaktionswölfe nur noch mehr gereizt. Denn alle— Staatsmännerei rächt sich auf Erden. Uns, wie gesagt, überraschen diese Vorkommnisse nicht, unsre ausgewiesenen Genossen haben m ihrem Abschiedswort auf diese Folge der Ausweisung hingewiesen, und es wäre thöricht gewesen, nicht diejenigen Maßregeln zu ergreifen, die sich aus der Situation von selbst ergeben. Wie Freiligrath in seinem prächtigen Gedicht„Springer" sagt: „Mr ist, als müßt' ich auch von hier, Den Stab noch in die Weite fetzen; AlS würden auch aus Tell'S Revier Die Launen dieses SpielS mich Hetzen." Das sagten wir uns damals, wie es dem„Springer", dem Vertreter der Geächteten, geziemt, hielten auch wir unS „bereit". Und so sind wir denn heut in der Lage, unfern Genossen nah und fern die Mittheilung zu machen, daß mit dem Ablauf seines neunten Jahrganges der„Sozialdemokrat" aufhören wird, auf schweizerischem Boden zu erscheinen. Nicht daß eS unS an Kräften mangelt, das begonnene Werk hierorts fort- zusetzen. Das Erscheinen deS„Sozialdemokrat" ist nicht an das Schicksal einiger Personen geknüpft. Die Lücken, die die Ausweisung gerissen, und die jede weitere Ausweisung etwa reißen würde, wären, wie sich bereit« gezeigt hat, schnell wieder ausgefüllt worden. Aber die ganze Situation, die dem Blatt durch die Haltung des BundesratheS bereitet worden, ist eine seiner unwürdige. DaS Organ, daS die unter dem deutschen Sozialistengesetz geknebelten Arbeiter mit so großen Opfern hochhalten, muß unbehindert diejenige Sprache führen können, die es seiner Aufgabe für angemessen hält, jeder, auch der in- direkt angelegte Preßknebel macht e» zu einer Parodie auf das, was eö sein soll. DaS freche Schimpfen können wir getrost auch fürderhin derjenigen Presse als wohlberechtigtes Monopol überlassen, die auf eidgenössischem Boden unbehindert für die Monarchie Propaganda machen darf, ohne dadurch ihren Kredit bei gewissen Hütern der Verfassung einzubüßen, aus das Recht des„Aufreizens" gegen alle» das, was wir als schlecht und beseitigenöwerth erkannt, können wir aber nie und nimmer verzichten. Noch gibt es zum Glück Länder, in denen man von der Preßfreiheit eine höhere Meinung und gegenüber den Zu- muthungen der Berliner Großhänse mehr Widerstandskraft hat als diejenigen, die heut an der Spitze der Eidgenossenschaft stehen. Zu diesen gehört, trotz manchen Vorkommnissen der letzten Jahre, vor allen Dingen England, und in England wird daher auch von jetzt ab der„Sozialdemokrat" sein Zelt ausschlagen. Vom Boden der Republik in die Metropole der Monarchie— wer von den„Söhnen Winkelrieds",' die eS ernst um die Erstere meinen, empfindet nicht das Beschämende dieser Wandlung! Unserm Blatte selbst wird sie von keinem Nachtheil sein. Im Gegentheil, manche Rücksicht, die wir aus freien Stücken auf das Land nahmen, dessen Gastfreundschaft wir— und daS soll trotz alledem unvergessen bleiben— neun Jahre hindurch genossen— fällt jetzt weg, unsre Feinde haben keinen Grund, ihres Erfolges sich zu freuen. Auch die schweizerische Arbeiter- bewegung erleidet durch den Weggang des„Sozialdemokrat" keinen Verlust. Die vielleicht übergroße Reserve, die wir unS grade mit Rücksicht aus das Gastfreundschastsverhältniß in allen speziell schweizerischen Angelegenheiten auferlegt und die es verhindert, daß wir unfern Bruderorganen in der Schweiz so sekundirt, wie wir es gewünscht, fällt jetzt hinweg, und ebenso fallen für diese manche Aufgaben hinweg, die ihnen das frei- willig für nothwendig erkannte Eintreten für uns auferlegt. So werden sie sich mehr als je ihrem Werke der propagandi- stischen Agitation und Organisation, sowie der rücksichtslosen Kritik alles Schlechten und Verrotteten in der Heimat widmen können, und der„Sozialdemokrat" wird ihnen aus der Ferne her ein besserer Kamerad sein, als er es auf eidgenössischem Boden je vermocht. An unserer Stellung zur deutschen Sozialdemokratie wird selbstverständlich durch den Ortswechsel nichts geändert werden. Nach wie vor wird der„Sozialdemokrat" es als seine vor- nehmste Aufgabe betrachten, ihr ein Organ zu sein, auf das sie zu allen Zeiten und unter allen Verhältnissen rechnen kann. Ihre Grundsätze zu vertheidigen, ihre Taktik klarzulegen, ihre Forderungen zu begründen— mit einem Wort, ihre Fahne frei und hoch zu entfalten, das ist der leitende Gedanke, der uns beseelt und dem unser ganzes Streben gewidmet ist. Die deutsche Arbeiterwelt ist zwar im Augenblick nicht so ausi den„Sozialdemokrat" angewiesen als noch vor wenigen Jahren, ihr stehen in Deutschland Blätter zur Verfügung, die zum Theil mit vielem Talent und Geschick ihre Sache vertreten, aber in richtiger Erkenntniß der Situation hat sie darüber nicht die Nothwendigkeit vergessen, ein Organ zu bc- sitzen, dessen Haltung und Existenz von der Laune der deutschen Polizei unabhängig sind. Sie wird dem„Sozialdemokrat" aüch� an seinem neuen Erscheinungsorte treu bleiben, und sie wird' es, denken wir, nicht zu bereuen haben. Soviel hierüber an dieser Stelle. Das Geschäftliche wird den Genossen an anderer Stelle mitgetheilt werden. Wir können jedoch den Artikel nicht schließen ohne ein Wort des Dankes an alle diejenigen Schweizerbürger, die in bedrängter Zeit so mannhaft für uns eingetreten find. Wir sagten bereits oben, es solle unvergessen bleiben, daß wir neun Jahre lang die Gastfreundschaft der Schweiz genossen habe». Ganz besonders im Gedächtniß behalten werden wir aber, was unsere Schweizer Genossen und diejenigen Angehörigen der Eidgenossenschaft für uns gethan, die zwar unsere Anschauungen nicht theilen, aber im Interesse der Freiheit und des Recht«, im Interesse der republikanischen Ehre sich den gegen uns ge- richteten Streichen widersetzten. Jndeß auch daS werden wir nicht vergessen, was käufliche Schurken in uns der Sache der Unterdrückten zugefügt, während wir Denen, die in dem Wahn, dadurch die Interessen ihres Vaterlandes zu retten, daß sie dessen Ehre preisgaben, die Worte des Dichters zurufen: Mög' Euer Lohn nicht Eure Strafe sein. ES lebe die freie, die unabhängige Republik l Puttkamer's Erbschaft scheint vom Schweizer Bundesrath angetreten werden zu wollen. Weit Wer Deutschlands Grenze hinaus hat das Puttkamer-Bismarck'sche System der Spitzelei und Büttelei allgemeine Verurtheilung erfahren und unter dem Druck dieser unauslöschlichen Schmach mußte der Oberspitzelminister Puttkamer in daS dunkle Privatleben zurückflüchten. Sollte man es nun nicht für unmöglich halten, daß dieses vor ganz Europa gebrandmarit« System der Schnüffelei seinen Einzug in die schweizerisch« Eidgenossen- schast halten werde? In den Staat, der von den naturnoth wendig sich ergebenden Konsequenzen dieses Spionirsystems, den AgentS Provokateurs, mit am meisten heimgesucht wurde? Und doch ist'S so. Unser Bruderorgan, der„Schweizerische Sozialdemokrat", veröffentlicht unter dem Titel:„Der Schweizer FreiheitSbrief" ein geh-»«-» Nreiöschreibeu de» BnndcSratheS, dem auch wir in unserm Blatt eine Stätte gewähren wollen, denn es ist ein historisches Doku« m e n t, dem erst die spätere Zeit die rechte Würdigung verschaffen wird— ein Denkmal unserer Zeiten Schande. •." „Ich bin-in Schweizerknabe Und Hab' die Heimat lieb, Wo Gott auf hohen Firnen Den Freiheitsbries uns schrieb." In berechtigter Ironie hat der„Schweizer Sozialdemokrat" seinem Artikel di-tes Motto vorangestellt und fährt dann fort: Wir sind heute in der Lage, das berüchtigte„geheime KreiS- schreiben des BundeSratheS" betreffend Ausübung der politischen Polizei wenigstens in seinen wesentlichen Theilen wortgetreu zu publi- ziren. Den lauen Politikern, welche meinen, man müffe der Obrigkeit gegen» über unter allen Umständen handeln, wie Sem und Japhet gegen ihren betrunkenen Vater Noah handelten, bemerken wir zweierlei: Einmal ist der Bundesrath nicht unser Vater, sondern unser politischer Segner und der Sozialdemokratie gegenüber schonungsloser Angreifer, der sogar, wie wir soeben gezeigt haben, in seiner Kampfweise ungesetz- liche Besugniffe sich anmaßt. Sodann aber streiten wir für die heimische Freiheit, für unser Land, ob auch heute noch der größere Theil unseres Volkes von Haß und Furcht verblendet oder aus stumpfem Jndifferen- tismus die Gefahr, ja den begonnenen Zerfall unsers schweizerischen demokratischen Wesens nicht zu sehen vermag. Von persönlicher Feindschaft wissen wir uns frei. Die Reaktionäre mögen von der Herrschaft deS Landes zurücktreten; mehr verlangen wir nicht. Vorher werden wir aber auch nicht ruhen.--- DaS Kreisschreiben vom ll. Mai an alle KantonSregierungen lautet nach einleitender Berufung auf die Botschaft vom 12. März und den Bericht des Bundesanwaltes über die„Anarchisten-Unterfuchung" des Jahres 1885, folgendermaßen: „Unterstützt durch die einstimmigen Voten der Mitglieder der Bundes« „Versammlung machte es sich der Bundesrath zur Pflicht, sofort die besten „Mittel aufzusuchen, welche das vorgesteckte Ziel zu verwirklichen geeignet „sein möchten."— Folgt Anführung der Konferenz der Justiz» und Polizeidepartemente der Kantone mit der meisten flottanten Bevölkerung vom 28. April in Bern. Dann wird gesagt, daß die famose, neu errichtete Zentralstelle für politische Polizei es sich zur Aufgabe mache,„alle in unserm Lande vor» „kommenden Thatsochen polizeilicher') Natur, welche unsere innere Sicher- „heit und unsere internationalen Beziehungen berühren, zu sammeln und „zu sichten. Diese mit dem genügenden Personal ausgestattete Beamtung „ist der Leitung des Departements-Chefs und seines ersten Sekretärs „unterstellt."— Den kantonalen Behörden wird aufgegeben: 1)„Die kantonalen Polizeibehörden sammeln sorgsältig alle Thatsachen, „welche auf ihrem Gebiete sich ereignen und unsere innere Sicherheit!), „sowie unsere Beziehungen zum Auslande betreffen. Ueber alle diese „Vorgänge, sowie über deren Urheber, erstatten sie von sich aus und „ohne weitere Einladung, Bericht an unser Justiz» und Polizeideparte» „ment. 2)„Insbesondere richten sie ihre Aufmerksamkeit auf die öffentlichen „und geheimen Versammlungen, sowie auf die Zeitungen und Publika- „tionen, in welchen die Fragen unserer sozialen Organisation und der Apolitischen und sozialen Organisation anderer Staaten behandelt und „diskutirt werden. Ueber diese Versammlungen und Publikationen er- „statten sie ebenfalls Bericht und treffen Vorsorge, daß die diessälligen „Publikationen regelmäßig unserm Departemente zukommen. 3)„In Betreff derjenigen Personen, welche an solchen Versamm- „lungen oder an der Redaktion oder Verbreitung derartiger Preßerzeug- „niffe aktiven Antheil nehmen, sammeln die kantonalen Polizeidirektionen „sorgfältig alle Notizen, welche geeignet sind, über deren „Ramen, Herkunft, Beschäftigung und Subsistenzmittel Auskunft zu er- „theilen und übersenden diese Notizen regelmäßig unserm Departe- „ment. „In gleicher Weise verfahren sie auch gegenüber Fremden, deren „Existenzmittel unbekannt sind oder deren Anwesenheit auch aus an» »dern Gründen unserm Lande Schwierigkeiten be- „reiten könntet) 4)„So oft«ine dieser Personen ihren Wohnort verläßt und in einen „andern Kanwn zieht, ist von der kantonalen Polizeibehörde und unserm „Justiz- und Polizeidepartemente sofort Kenntniß zu geben und gleich- „zertig der Polizeibehörde des andern Kantons, in „welchen sich diese Person begeben hat, davon Mittheilung zu machen. „Wir setzen voraus, daß in jedem Kanton und je nach Bedürfniß in «jeder bevölkerten Stadt, sowie in jeder Ortschaft mit zahlreicher flot- «tanter Bevölkerung 4) aus dem Polizeipersonal oder unter den übrigen «Beamten eine oder mehrere Personen, welche die erforderliche Bildung «und den richtigen Takt besitzen, sowie die nöthige Zeit zur Verfügung «haben, zur Besorgung der erwähnten Funktionen bezeichnet werden. «Der einstimmigen Ansicht der Herren Departements-ChefS, welche „mir konsultirten, entsprechend, haben wir f ü r den Moment den „Sedanken aufgegeben, in den Kantonen Bundespolizeibeamte «aufzustellen. Wir schätzen den Eifer und die Hingebung') der kantonalen „Behörden, woran es dieselben bis jetzt nie haben fehlen lassen'), als «hinreichend, um die Ausführung dieser Idee unterlaffen zu können, «und hoffen, daß wir niemals in die Lage versetzt werden auf diesen «Sedanken zurückzukommen oder andere Maßregeln ergreifen zu müssen, „welche die Regelmäßigkeit diese« Dienstes zu sichern geeignet „Auf der andern Seite begreifen wir wohl, daß die Anforderungen „dieses Dienstes vielleicht Sie nöthigen werden, in bevölkerten Lokali- „täten und in Ortschaften, wo die bewegliche Bevölkerung anwächst, «Ihr Personal zu vermehren oder die Besoldung desselben zu erhöhen. „Wir find daher geneigt, Ihnen zu diesem Zwecke da, wo das Bedürf- «nih eS erfordert, Beiträge zu leisten. „Wir ermächtigen unser Justiz, und Polizeidepartement, über diesen „Punkt mit den Kantonsregierungen derjenigen Kantone, die durch diesen «neue» Dienst in erheblicher Weise belastet werden, sich zu verstän- «digen und uns bezügliche Vorschläge zu machen 8). „Wir ersuchen Sie, obig- Anordnungen unverzüglich,»Voll- «Ziehung zu setzen und uns über diejenigen Maßnahmen, welche «Sie zu diesem Zwecke getroffen haben, Bericht zu erstatten. „Uebrigens behalten wir unS vor, obige Instruktionen nach Maß- «gab« der gemachten Erfahrungen zu ergänzen') und die Frag« zu Iprüfen, ob e» nöthig ist. Seiten« der Kantone, außer den sofortigen «Informationen, noch periodische Berichterstattungen einzuführen. sow,e „nach gegebenen Zeiträumen die Herren Chefs der Polizeidepartemente «der Kantone zu wetteren Berathungen zu besammeln."— Was sagt der Leser, dem noch etwa« schweizerischer Freihettssinn in unserer reaktionären Zeit geblieben ist, zu diesem Machwerks? Da« also ist die politische Poli»«i. wie sie der Bundesrath ver- steht, und für welche die Bundesversammlung einstimmig«inen firedtt von 20.000 Fr. bewilligt haben soll?« Zum Glück wird nichts so heiß gegessen, als e» gekocht wird! Sowett w» unterrichtet find, müssen wir zur Ehre der KantonSregierungen be» kennen, daß diese, wenigstens zum Theil, mehr, viel mehr Schweizerfinn »ad Achtung vor den Rechten und Freiheiten unsere« Volkes gezeigt haben, als die Bundesbehörde. Dieses„geheime Kreisschreiben" aber Ist ein so dunkles Blatt tn unserer politischen Geschichte, daß es fort muß, mit dem»undesrath oder ohne denselben. Denn unsere Nach- kommen sollen fich nicht sagen lassen müffen, daß eS am Ende des IS. Jahrhunderts eine Zeit gab, in welcher der Schweizer, der sich anmaßte, »>> polittstren, d. h. seine demokrattschen Rechte auszuüben,«uter Polizeianssicht gestellt wurde. Da» darf nicht sein.- Schweizervolk, schläfst Dn? ') IM. WaS kann nicht„polizeilicher" Natur werden, bei einigem guten Willen der Machthaber! Man hat«. auch schon Religions» Immer', natürlich, nach der Meinung der Polizei, nach freiem Belieben. �.........„. >) Also Fremde, deren Existenzmittel der Polizei nicht bekannt sind, verursachen ohne Weitere« unserem Lande„Schwierigkeiten"! Armes Land! Vorsichtiger BundeSrath! � � ') Die„flottante Bevölkerung" war von jeher der Schrecken aller Reaktionäre und Sadtburger. ') An den Bundetrath? •) Küsse den Hund auf's Maul, bi« Du hast von ihm, was Du willst— sagt der Araber. 7) Nach dem Zuckerbrod die Peitsche. 8) Kredit haben wir ja. ') Nur zu, mein« Herren! Das Volk ist geduldig. D. Red. So unser Bruderorgan. An der Echthett dieses Uriasbriefes ist nicht zu zweifeln. Die offiziösen Papageien des Bundesrathes haben in der „Neuen Zürcher-Zeitung" und im„Bund" berettS Entschuldigunzen ge- stammelt. Auch über die Frivolität, mit der das„Kreisschreiben" über die ersten Grundsätze der Bundesverfassung, über Rede-, Vereins- und Press Freiheit, sich hinwegsetzt, wollen wir kein Wort verlieren, sie kann nicht Wunder nehmen, wenn man sich an die Frivolität der Motivirung erinnert, unter welcher die Ausweisungen unserer Genoffen, zumal T a u s ch e r's, erfolgt find. Neben dem Druck von Berlin ist es eben auch der K l a s s e n i n st i n k t, die Sorge um die durch den anwach senden Sozialismus bedrohte Herrschaft der Bourgeoisie, welche den Bundesrath zu seinem Spitzelfeldzuge anfeuert. Soweit dieses Spionir- uad DenunziationSsystem sich gegen die Schweizer richtet, haben wir unseren schweizerischen Genossen den Kampf zu überlassen, soweit es gegen die Fremden geht, dürfen wir aber die auch uns, den Fremden. zustehenden Rechte nicht widerstandslos und schweigend uns rauben lassen. Und nach dieser Hinsicht hat da«„Kreisschreiben" auch bereits Erfolg« erzielt. Alle offiziellen Bemäntelungen und alle offiziösen Ableugnungen schaffen die T h a t s a ch e nicht aus der Welt, daß der Bundesrath von sich auS Haussuchungen und Verhöre anstellt gegen die Per sonen, welche ihm von den d eu ts ch e n P o l ige ib e h ö r d en als der Verbreitung sozialistischer Schriften verdächtig denunzirt werden. Und daS schlechte Gewissen des BundeSratheS Überdieseden deutschen Polizeibehörden zugute kommenden Maßregelungen verräth sich schon darin, daß er, um den Ausdruck sozialistische Literatur zu vermeiden, den Kautschukbegriff:„Schriften provokatorischen Inhalts" in sein„Bundesdeutsch" einzubürgern versucht. Der Bun- desrath mag noch so pathetisch versichern, er habe diese polizeilichen Maßregeln nicht auf Ansuchen der deutschen Behörden, sondern dem eigenen Trieb gehorchend angeordnet, so ist das eine Behauptung, die den Charakter dieser spionirenden Polizeithätigkett deshalb nicht im Ge- ringsten erhöht. Unwürdig einer republikanischen Regierung wird diese bundesräthliche Züchtung von Spionen und Denunzianten, dieses Nebeneinander- oder Handinhandarbeiten mit der deutschen Polizei, vorerst gegen die deutschen Sozialisten, auch eine, den Absichten ihrer Urheber ganz ent- gegengesetzte Wirkung haben. Mögen heut- noch die Elemente, welche sich gegen eine solche Art „freundnachbarlicher Beziehungen" durch den Bundesrath auflehnen, in Minderheit sein— kommen wird der Tag, an dem diese bundesräthliche Praktik an ihren Folgen und unter dem Unwillen de» Schweizervolkes zusammenbricht. Wie das Kapital mit Gesundheit und Leben des Arbeiters umspringt. Es ist eine, einem jeden Kenner des modernen Wirthschafttlebens be- kannte Thatsache, daß in der heutigen Gesellschaft das Leben und die Gesundheit deS Arbeiters nichts gelten, wenn es sich um ein Mehr oder Minder des Einkommens handelt, welches der Fabrikant au» der Thätigkeit„seiner" Arbeiter zieht. Besonders Marx hat im„Kapital" eine große Zahl von Beispielen vorgeführt, wo das englische Fabrikantenthum in seinem Heißhunger nach Mehrwerth jede Rückficht auf die in seinem Dienst frohnenden Arbeiter bei Sette setzte, und er, durch Eingreifen des Staate« ge- zwungen werden mußte, von gesundheitsheitSschädlichen, ja direkt mörderischen Praktiken im ProdukttonSprozeß abzustehen. Das Kapital ist aber gelehrig. Ist ihm heute ein Weg verlegt, sehen wir eS morgen auf einem andern Wege demselben Ziele zu- sir-bcn. Ist es verboten, Kinder in einer Fabrik länger als acht Stunden täglich zu beschäftigen, so. sehen wir, wie versucht wurde, st« in verschiedenen Fabriken zweimal stehen Stunden auszunützen. «uf dieselbe«rt werden die gefitzlichen GesundheitSvorschrtsten von englischen Fabrikanten— die der andern Ländern sind natürlich um nichts bester— umgangen, wenn dieselben ihnen bei der Jagd auf Profit im Wege sind. Sind gewisse mörderische Praktiken abgeschafft, erscheinen flugS neue auf der Bildfläche. Eine dieser Praktiken kam auch auf dem diesjährigen Kongreß der englischen Trades-UnionS in Bradford zur Sprache. Es handelt sich um das System des„Dampfens" �oteawiog"), welches in einem großen Theil der Baumwollwebereien von Lancasbire angewendet wird. Mit diesem„Dampfen" hat eS folgende Bewandtniß: Um daS zur Kette bestimmte Garn steif zu machen, und damit das daraus hergestellte Gewebe an Gewicht gewinne und mög- l i ch st schwer erscheine, wird erster«» einem Verfahren unter- warfen, durch welches eine Art StärkeNeister aus den einzelnen Faden deS Garnes gebracht wird. Dieser Kleister wird hergestellt aus Weizen- mehl, Kartoffelmehl, Sago und dergleichen. Nach Angabe eines hiefür gewiß unverdächtigen BlatteS, der„Daily News", wird dieser Kleister oft, besonders bei billigen Zeugen, dem Garne in solcher Masse zugesetzt, daß dasselbe dadurch Ivo, 150 und sogar 2 Prozent an Gewicht ge- winnt. Das diesem Prozesse unterworfene Garn ist aber spröde und würde, ohne Weitere« so verarbeitet, zu viel Bruch ausweisen, zu oft reißen. Um den Fäden nun die Sprödigkett zu nehmen und sie weich zu machen, und um andererseits es zu ermöglichen, recht viel Kleister in das Tuch hineinweben zu können, wird die Verarbeitung dieses Garnes in Räumen vorgenommen, deren Atmosphäre im höchsten Grade mit Feuchttgkett geschwängert ist. Am ober» Theil der betreffenden Webstühle find durch- löcherte, mit Dampf gefüllte Röhren angebracht, welche ihren Inhalt gerade über die Köpfe der Arbeiter hinweg brausend und zischend in den Arbeitsraum hinausstoßen. Alle Ventilation wird bei dieser Gelegenhett abgeschloffen, und häufig dauert dieses Einlaffen des Dampfe» den ganzen Tag hindurch. Die Atmosphäre in den betreffenden Räumen wird dabei so dunstig, daß e» oft nicht möglich ist. quer über dieselben hinwegzusehen. I« stärker der Kleister aus da« Garn aufgetragen ist, desto größer muß natürlich der Feuchtgehalt der Luft sein, da der Faden ganz weich und elastisch werden muß, um weiter verarbeitet werden zu können. Je größer also die Fälschung, desto stärker die Einwirkung de« DampfeS, und je stärker die'«, desto stärker auch— wie wir sehen werden— die Opfer an Gesundheit und Leben der Arbeiter. Die Weber— Männer und Frauen— find dergestalt während ihrer ganzen Arbeit«,-it an eine durch und durch feuchte Atmosphäre gebannt. Wenn fie die Fabrik verlaffen, klagen fie, so ist ihre Kleidung von der Feuchtigkeit gesättigt wie«in„Waschlappen". Vi« erzählen, daß der Dampf in den Arbettsräumen so„dick" sei, daß sie nach ihren Webstühlen „tappen" müffen. An den Wänden und Pfeilern rinnt beständig die Feuchtigkeit in Strömen hernieder, und der Fußboden ist so schlüpfrig, daß man kaum zu stehen vermag. In einer solchen Luft haben st« bei einer Temperatur von 85— SV Grad Fahrenheit(24— 2K Grad Reaumur) — so hoch geben Bourgeoisblätter an— den ganzen Tag hindurch zu arbeiten. Die Arbeiter beschweren fich bitter über dieses System und verlangen, daß der Staat zu ihren Gunsten eingreife, ohne daß indeß alle» Prot«- stiren der unter diesem System Leidenden etwas genützt hätte. Sie weisen darauf hin, daß die hohe Sterberate, die die Weberstädte in Lancashire, wie Blackburn, Preston u. s. w., notorisch aufweisen, diesem fluchwürdigen System der Waarenverfälschung zuzuschreiben sei. Beson- der» die Konstttution der in so großer Zahl in der Weberei beschäftigten jungen Frauen leid- unter diesem Verfahren ungeheuer. Rheumatismen, «uSzehrung, Luftröhren- und Brustfellentzündung, überhaupt die ganze lange Reihe der Brustkrankhetten aller Art werden bei ihnen dadurch hervorgerufen. Die Höhe der Sterblichkett in den Weberdistrikten Lancashire'« hat denn auch schließlich die Aufmerksamkeit der Gesundheitsbehörden auf fich gezogen und die Gesundheitsbeamten stehen nicht an, zu erklären, daß sie die Ursache dieser hohen Sterblichkeit in dem„Dampfen" suchen. Besonders gab ein Arzt. Dr. Stephenson in Blackburn, in einem der Gesundheitsbehörde seine» Ortes unterbreiteten Bericht in sehr energischer Weise seiner Meinung hierüber Ausdruck. Die Sterberate in Blackburn, dem Ort, der sich den zweifelhasten Ruhm erworben, dem „Dampfen" die größte Ausdehnung gegeben zu haben, war derart ad- norm gestiegen, daß sie den Durchschnitt der andern Großstädte bedeutend überschritt. Indem er auf die Gründe dieser außerordentlichen Sterblich- keit zu sprechen kommt, bemerkt Dr. Stephenson:„Neben dem lang- samen Ersticken im Rauch ist es das abscheuliche System, die Atmosphäre in den Arbeitsräumen der Weber durch Einlaffen von Dampf mtt Feuchtigkeit zu sättigen, welches zum großen Theil für die hohe Zahl der Sterbefälle an Brust- und ähnlichen Krankheiten verantwortlich ist. Dieses System wird meistens angewandt, wenn die Konstitution am wenigsten fähig ist, seinen Einflüssen zu widerstehen, im Winter, oder während des Vorherrschen? trockener Winde, oder während des Frostes. Das System ist nicht schädlich an sich, wenn die Leute bei der Arbett sind.(? Red.) Aber sie erkälten sich, wenn sie ihre Arbeit verlassen und in ihren, von Nässe ttiefenden Kleidungen in die kalte Lust hinausgehen. Widerstehen sie allenfalls einer sofortigen akuten Entzündung, so wird doch meistens der Same gelegt zur Auszehrung oder andern chronischen Leiden." An einer andern Stelle seines Berichts wiederholt Dr. Ste« phenson, daß die hohe Sterblichkeit in Blackburn hauptsächlich zuzuschreiben sei„dem Hinmorden der Einwohner im Großen durch Einlassen von Dampf in die Fabrikräume und der Verunreinigung der Luft durch den dichten schwarzen Rauch der Schornsteine." Die„Daily News", der wir in der Darstellung des Vorstehenden im Wesentlichen gefolgt sind, sieht sich bemüßigt, zu diesem Bericht zu be« merken:„Dr. Stephenson's Phrase,„die Hinmordung der Einwohner im Großen," ist vielleicht ein Anflug von Uebertreibung, wie ihn sogar Männer der Wissenschaft zu Zeiten sich erlauben." Gleichzeitig aber meldet dasselbe Blatt, daß aus den Thatsachen, welche durch die als Zeugen vernommenen Arbeiter vor einer hiezu ernannten UntersuchungS« kommission festgestellt wurden,„ziemlich klar hervorgehe, daß ein guter Theil der großen Zahl von Todesfällen im Winter diesen Praktiken zuzuschreiben ist." Und trotzdem der Ausdruck„hinmorden" nur eine Phrase? l „Wer darf daS Kind beim rechten Namen nennen?" u. f. w.— Der Trades-Unions-Kongreß hat eine Resolution angenommen, in welcher das Parlamentarische Komite desselben beauftragt wird, das „Dampfen" im Parlament zur Sprache zu bringen und auf seine Ab- schaffung hinzuwirken. Ob ein gesetzliches Verbot helfen wird? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Daß mit dem Erlaß eines entsprechenden Schutzgesetzes allein nicht allzuviel gewonnen ist, geht aus dem PassuS im Berichte des Dr. Stephenson hervor, in welchem er über den schädlichen Einfluß des dichten Rauches der Schornsteine auf die Gesundheit der Arbeiter klagt. Und doch bestehen Gesetze, die„Smoßs Prevontion Acts", die diesen Uebelstand abstellen sollen. Zwar meint die„Daily RewS", die Lokal» behörden brauchen nur diese Gesetze in Kraft zu setzen. Ja, aber warum geschieht es nicht?! Einfach deshalb, weil diese Lokalbehörden bei der Sache interessirt sind. Weil fie entweder selbst Fabrikanten find oder doch von denselben abhängen. Weil sie selbst ein Thell der Klaffe find, der derartige Gesetze unbequem find. Dieses„Dampsen" ist ein kleines, aber bezeichnendes Beispiel für die Rücksichtslosigkeit des Kapitals. Damit die Fabrikanten ihre Waaren verfälschen können, damit sie mit diesen Verfälschungen ihre Abnehmer betrügen und ihren Baumwollenstoff mtt Hülfe der Kriegsschiffe und Kanonen des Staates etwa den Wilden als Erzeugniß unserer Zivtti- sation„auf den Leib treiben" können, wird die Gesundheit von Tau« senden von Arbeitern und Arbeiterinnen geopfert, werden Tausend« einem frühen Tode geweiht. Möglich, daß ein Verbot momentan Besserung schafft. Im Wesmt« lichen wird nichts dadurch geändert werden. Das Kapital braucht Menschen» eben und Menschenglück, um bestehen zu können. Schwindsucht und ähnliche Krankheiten bezeichnen seine glorreiche Bahn, kein Zäsar ohne Blut und Leichen auf seinem RuhmeSpfade. Verlegt man dem Kapital den einen Weg, über Krüppel und Leichen hinweg immer neues Kapttal anzusetzen, so sucht es sofort einen andern, und wird so lange solch« Wege finden, als die kapttalistische Produktion besteht. Ein Ende wird dieses systematische Morden— ein wahrer Hohn auf daS fünfte Gebot, wie es im christlichen Staat gelehtt wird— erst nehmen, wenn nicht mehr um des Profils, sondern um der Menschen und ihrer physische» und ästhetischen Bedürfnisse willen produzirt wird. Unter Bezugnahme auf den heutigen Leitartikel theilen wir mit, daß die Londoner Adresse unseres Verlags folgende sein wird: German Cooperative Publishing Society, 114 Keutish Town Roati, London N. W, Alles Weitere in nächster Nummer. Uedaktio« und Eipeditu« des».Sizialdemskrat". Sozialpolitische Rundschau. Zürich, Iv. September 1888. — Die Wahlen zum Preußischen Landtag verursachen dem Kanzler Eisenstirn— der übrigens recht mürbe wird— einiges Kopf» zerbrechen. Putikamer, der Alles hübsch besorgt hätte, war leide« nicht wieder auf die schlotttigen Krautjunkerbeine zu bringen, und der neu« Polizeiminister ist an die ganz schmutzige Arbett, für die Herr von Pol de Chambre von der Natur prädestinirt war, noch nicht so gewöhnt, daß vollständiger Verlaß auf ihn sein könnte. Zu dieser Ver« legenhett kommt die größere, daß der jüngste Kaiser fich mehr und mehr zum«ukaut tsrribls auSwächst und ein wahrhast phänomenales Talent entwickelt, in den weitesten Kreisen anzustoßen. Die famose Strecken» Rede war nur ein Beispiel von vielm. Gettdem find schon wieder ver» schieden« Reden losgelassen worden, die nachträglich korrigttt werde« mußten. Und den Reden entsprechen die Handlungen. Ein unbe« rechenbarer Wille, der selbst nicht rechnet und auch nicht berechnet werde« kann! Da war mit dem Großvater viel besser ausjukommen, der ging wie«in gutes Uhrwerk— pünktlich und ohne Fristionen— man brauchte ihn nur regelrecht aufzuziehen, und das war ja nicht schwierig. Genug— mit den Lorbereitungen zur nächsten LandtagSwahl hat's seine Haken. Gegen Rußland darf die Reptttienarmee nicht mobilisirt werden, daS verbietet daS cnfant terrible, und gegen die Franzosen zu mobilifiren, wie wettand im Frühling des folgenden JahrS— dazu ist die Situation etwas zu gespannt. Da» Spielen mit dem Feuer ist zu gefährlich geworden. Thatsache ist: die vismarck'sch« Politik hat sich seit den letzten Reich«. tagSwahlen nach allen Richtungen hin k o m p r o m i t t i r t, und anstatt der beabsichtigten Jsolirung Frankreichs hat fie den sogenannte« Dreibund" i s o l i r t und die Stellung Frankreichs wesentlich be« festigt. Und die koloffalen Blößen, welche die Biimarck'sche Politik in den letzten Monaten deS heldengreislichen Regiments und während des programmwidrigen Zwischenreichs„unseres Fritz" fich gegeben hat! Bismarck ist jetzt überall erkannt, und obgleich die Moral aus der Politik verbannt ist, so spielt doch wenigstens das psychologische Moment in der Politik eine wichtig- Roll«, und es ist für den deutschen Reichskanzler nicht nützlich, daß Jedermann nun weiß, weffen er sich unter Umständen feiten« deS einst mit so heiligem Respekt betrachteten „genialen Staatsmanns" zu versehen hat. Kurz, ER ist nicht auf Rosen gebettet, und es liegt ein Stück Nemefis darin, daß die neueste Aera, auf welche ER sich so sehr gefreut, und welche ER so kunstvoll und so rücksichtslos präparirt, schon in den Flitterwochen IHM Tage bringt, von denen ER sagen muß:„Ste Psallen MIR nicht!" 887 init •ttmü — Deutschlands Boulanger. Der Helmbusch des„braven Ge- nerals" hat sein deutsches Pendant erhalten, oder ist vielmehr noch übertroffen worden. Wie die„Schlestsche Zeitung" meldet, ritt vor dem deutschen Kaiser, als dieser sich von dem Bahnhof Dombrowka bei Posen nach dem dortigen Manöoerfelde begab, ein Leibgendarm mit der kaiserlichen Purpurstandarte her und begleitete ihn auch späterhin auf seinen Umritten. Armer„Federwisch", dagegen kommst du nicht auf. Recht bezeichnend ist auch folgendes Stückchen des„Herrschers über öv Millionen Menschen". Als er vor etlichen Wochen per Dampfer über Spandau nach Potsdam fuhr, zog er sich, bevor er die Nußschale bestieg, erst eine extra zu diesem Zweck mitgebrachte Admirals-Uniform an. Der„oberste Chef der Marine" durfte ja nicht in einer Uniform des Landheeres zu Schiff steigen— auf der Havel. Und als der Dampfer in Potsdam landete, zog„Seine Majestät" schnell die Admirals-Unisorm aus und die Generals-Uniform an. Man sieht: zu Wasser und zu Lande «in Held— der Uniform. Deutscher Pharisäer, du hast allen Grund, über den Splitter im Auge des Franzosen zu höhnen. - Die Reaktion aus dem Wege zur Scham. Das papierene Mundstück des preußischen Polizismus, die„Kölnische Z e i t u n g", weiß sich mit folgender Notiz breit zu machen: Bern, 8. September.„AuS der BnndeSkanzlei geht mir soeben folgende amtliche Mittheilung zu:„Die Zeitung„Sozialdemokrat" hat die Nachricht gebracht und andere Blätter haben sie weiter ver- breitet, daß die in Lindau wegen Einführung sozialdemokratischer Druck- schriften erfolgte Verhaftung dreier Schweizer Bürger durch Denunziation saitens des schweizerischen Zollpersonals in Rorschach herbeigeführt worden sei. Die vom eidgenössischen Zolldepartement angeordnete Untersuchung hat diese Mittheilung als gänzlich unbegründet herausgestellt. Das Zollpersonal von Rorschach erhielt von diesem Vorfall wie das Publikum »rst durch die Zeitungen Kenntniß. Nach dem, was in Rorschach bekannt geworden ist, soll die betr. Sendung Drucksachen in einer von Alten- »Hein nach Lindau geführten Schiffsladung Mühlsteine enthalten gewesen sein. Die Entdeckung wurde von der Zollbehörde in Lindau gemacht, welche hierauf zur Verhaftung der Schiffsleute schritt."" Dem Ohre Preußens in Bern scheint dagegen aus der Bundes- kanzlei keine amtliche Mittheilung darüber geworden zu sein, daß in Rorschach auf Verlangen Deutschlands wegen einer in der Schweiz nicht strasbaren Handlung gehaussucht wurde. Als Trophäe aus diesem freiwillig-polizistischen Gewaltstück wurde ein B r i e f konfiszirt und die vorhergehende Verhaftung des Eigenthümers kennzeichnet ebensowohl den Diensteifer als das Pflichtgefühl der repu- blikanischen Behörden ihren— monarchischen Kollegen gegenüber. Die behördliche Einvernahme zweier Personen, als muthmaßlicher Absender des Briefes, bekundet zur Genüge, wie weit das eidgenöffische Regiment mit seiner Fremdenpolizei sich über Verfaffung und Recht zu stellen gesonnen ist und welche Rangstellung die Unabhängigkeit deS Vchweizer-VolkeS und-Landes in den Augen seiner obersten Diener einnimmt. „Amtlich mitgetheilt" kann dem Ohre Preußens in der Bundeskanzlei dielleicht noch werden, daß die„Bugsburger Abendzeitung" und vi cht der„Sozialdemokrat" die erste Nachricht über die Denunzirung dreier Schweizer Bürger in Lindau brachte. Vielleicht kann auch der Berner Tintenfinger der K ö l n e r i n dem eidgenössischen Zolldeparte- went durch die„AugSburger Abendzeitung" Nachricht darüber vermitteln, wer die„Entdeckung der Lindauer Zollbehörde", als von Schweizer Zollbeamten ausgehend, dahin berichtet hat. Den armseligen Kniff, sich aus der Bundeskanzlei amtlich tt i t t h e i l e n zu lassen,„die Zeitung„Sozialdemokrat" habe die Nachricht gebracht und— andere Blätter haben sie weiter ver- breitet,"— während das Umgekehrte der Fall war, wollen wir den berufsmäßigen Machern der anti-sozialdemokratischen Stimmung gönnen, denn— was dem Ferkelstecher unter den Advokaten, frommt mit- Unter auch„Diplomaten". Daß das papierene Mundstück des Preußischen Polizismus amtliche Mittheilungen aus der «undeskanzlei zu Bern empfängt, ist übrigens ebenso selbstver- ständlich, als daß dies lediglich zur Ehrenrettung der Schweizer Zollbeamten geschieht. Politisch- Haussuchungen, Berhaf« t u n g« n und Vernehmungen aber, natürlich nicht im Auftrage Deutschlands, das sind die einzig zweckentsprechenden Funktionen einer eidgenösfischen„Fremdenpolizei".— Höre es,„freies" Schweizervolk l Vernimm es, mittheilsame BundeSkanzleil — Dem antifemitisch-nationalliberalen— die beiden Begriffe scheinen nachgerade gleichbedeutend zu werden—„Deutschen Tageblatt" erscheint eine Verschärfung deS Sozialistengesetzes, Welch- sich gegen die„gewerbsmäßigen Agitatoren" richtet, und ebenso eine Beseitigung der Zeitbeschränkung des Gesetzes als ein B e d 2 r f n i ß. In letzter Beziehung könnte man dem Bedürfniß ja dadurch abhelfen, daß man das gesetzgeberische Meisterwerk„auf ewige Zeiten" Eoklamirt. Hoffentlich dauert eS dann ebensolange an, wie die unter , rufung der gesammten himmlischen Herrschaften„auf ewige Zeiten" steschloffenen Friedensverträge zu dauern pflegten. Was nun die„gewerbsmäßigen Agitatoren" anbetrifft, so gibt eS auch gegen diese ein vortreffliches Mittel. Man entziehe ihnen die Möglich- »est, sich fürderhin von«rbeitergroschen zu„mästen" und setz- sie auf die Hungerrationen deS uneigennützigen Streiters für christlich-germanische Zucht und Sitte, Don Christobal Cremer.?robatum est! — Wirklich? In einer im Feuilleton der„Frankfurter Zeitung" veröffentlichten Zuschrift auS Paris lesen wir: „Die doch über jeden Zweifel- rhabeneWahrheit, daß die Frau dem Manne in allen Dingen gehorsam sein soll, wird von den Franzofen wie eine transzendental« füberstnnliche) Idee dngestaunt, und Bit» erinnert daran, daß Moliäre fast dieselben Worte, mit welchen die Heldin des Shakespeare'schen Spieles(ei ist von den„bezähmten Widerspenstigen" die Rede) jene Wahrheit so schön und »indringlich verkündet, einer seiner lächerlichen Figuren in den Mund legt." KAlso nicht einmal ein Zweifel daran ist erlaubt, daß die Frau dem ann„in allen Dingen gehorsam" sein soll? In welchem Jahrhundert >t der Mann, oder richtiger— welchem Jahrhundert entnimmt er seine Ideen, der so etwa« zu schreiben fertig bringt? Nicht nur in Frankreich, Aich in der Heimath Shakespeare'« fällt es keinem Menschen ein, der prau Gehorsam gegen den Mann zuzumuthen, ja gerade in Eng- »and nimmt heut die Frau eine zehnmal unabhängigere Stellung ein als selbst in Frankreich. Nur der deutsche Philister bringt es allerdings fertig, Ss Folie für seine Männerwürde die Unterordnung der Frau zu einem ogma zu erheben. Aber selbst davon ist-S noch ein weiter Schritt bis hu der obigen Verherrlichung de«— SklavengehorfamS. Zum Glück pflegt das deutsche Gretchen meist die Situation zu be- Kressen und nach der Hochzeit ihrem„Herrn und Gebieter" de« Unter- schied von Theorie und Praxis klar zu machen. — Eine ElendSstatistik. Dem Jahresbericht der Cre seid er Handelskammer entnimmt die„Frankfurter Zeitung" folgende Zahlen aus der Statistik der Erefelder Sammt-Jndustrie, welch« die starken Schwankungen zur Anschauung bringen, denen die Handstuhlbranche ausgesetzt ist, und damit die jämmerliche Lage «r Arbeiter derselben. Durchschnittlich waren im Laufe de» Jahre» in Betrieb: 1884....... 22,086 Stühle. 1885....... 16,785„ 1886....... 16,026„ 1887....... 14,438„ Dagegen am Jahres-Ende nach amtlicher Schätzung: 1884.. zirka 12,000—14,000 Stühle. 1885..„ 6.000— 2,000„ 1886..« 12.000-20,000„ 1887.. ,,»,000— 4,000„ Die Zahl der Ende 1887 beschäftigten Stühle, heißt e», gibt ein Bild b°n dem großen Elend der Handstuhlweber im Winter Für die mechanischen Stühle zeigt sich in der Durch- l ein Mehr von 235 Stühlen gegen 1886; das wird auch wohl ernd die Zahl sein, die im Jahre 1887 montirt worden ist, so daß Ende 1887 die Stuhlzahl auf zirka 2600—2700 geschätzt werden kann. Von diesen stand etwa ein Drittel still und ein weiterer großer Theil arbeitete mit beschränkter Tages- z e i t." Was das für die Arbeiter bedeutet, braucht nicht gesagt zu werden: bei den Einen Hungerlöhne, bei den Andern direktes Hungern. Und so müssen die Aermsten jahraus jahrein abwechselnd sich schinden, um den Anforderungen der„Saison" entsprechen zu können, und dann wieder hohlen Auges nach Arbeit und— Brod lungern. Dazwischen geht der Verzweiflungskampf des Handstuhls gegen den mechanischen, der trotz krampshaftester Anstrengungen, wie die obigen Zahlen zeigen, mit der Beseitigung des Elfteren endet— leider bedeutet dies Enden auch das Ende von so und so viel Existenzen und— Menschenleben. Ueber Blut und Leichen schreitet das Kapital vorwärts— unerbittlich. Wann wird die Zeit kommen, da diesem Morden Einhalt geboten wird? — Ein Vorschlag zur Güte.„Denn eL ist abscheulich," jammert ein briefmarkensammelnder Reichsphilister in Nr. 17 des Leipziger„Jllu- strirten Briefmarken-Journals",„sich auf ein Kiffen setzen zu sollen, auf das das Bildniß eines deutschen Kaisers gestickt ist."... Der Respekt, den der gute Deutsche seinem Kaiser schuldet, muß aller- dings unter einer solchen Berührung leiden. Es liegt, wenn man etwas tiefer darüber nachdenkt, etwas majestätsbeleidigendes, umstürzlerisches darin. Wäre es nicht dem Zeitgeist viel angemessener, wenn die Geschichte umgekehrt arrangirt und der gute deutsche Bürger in Stand gesetzt würde, wenigstens im Bilde den Revers seines Kaisers täglich in Demuth — begrüßen zu können? Heran, strebsame Erfinder, hier ist ein Riesen- Geschäft zu machen. — Ein Ausspruch Windthorst's, den die kleine Exzellenz auf der Generalversammlijng der katholischen Arbeiter- vereine gethan, verdient herausgehoben und aufbewahrt zu werden. Er sagt zwar nichts Neues, stellt aber die Denkweise des klerikalen Führers, und wohl des Gros seiner Partei, in Bezug auf die Arbeiter- frage in's hellste Licht. Besagte Generalversammlung tagte in Freiburg, neben der großen Generalversammlung der deutschen Katholiken— angemessenerweise im Nebenstübchen— die Arbeiter sollen hübsch bescheiden sein. Dort nun sprach Herr Windthorst nach dem ultramontanen Basler„Volksblatt": „Wenn wir die katholiche Arbeiterschaft nicht sammeln, marschirt sie uns ins anarchistische(soll heißen: sozialistische) Lager. Und da ist die Gefahr! Wir werden einst, und zwar wir Katho- liken und sonst Niemand, mit derSozialdemokratie einen Kampf zu kämpfen haben, größer und blutiger als die Kämpfe, die die Welt gesehen." Man sieht, die kleine Exzellenz kann dramatisch werden. Daß sie der katholischen Kirche und ihrer„Sozialreform"— denn wenn nur noch Katholiken und„Anarchisten" da sind, dann hat ja doch wohl, muß man annehmen, die katholische Kirche freie Hand, ganz nach Herzenslust ihre sozialen Reformen in's Werk zu setzen— daß Herr Windthorst also selbst für diese heißersehnte Zeit an keine andere Besiegung des Sozialismus glaubt als durch„blutige Kämpfe", wie sie die Welt noch nicht gesehen, zeigt geringes Vertrauen in die Geeignetheit derselben, die Gemüther zu beruhigen und den sozialen Frieden herzustellen. Im Grunde liegt hierin das Geständniß, daß Herr Windthorst die Kirche als Hüterin der heutigen Eigenthumsordnung auffaßt— und diese als unantastbar jetzt und für alle Zeiten. Eine Auffassung, weit reaktionärer als sie so'mattherzige Liberale, wie z. B. Herr Bennigsen, empfinden. Beiläufig. Das Basler„Volksblatt" ist ganz entzückt über den rauschenden Applaus, den sein Freund und gelegentlicher Mitarbeiter, Herr Dr. Decurtins, in Freiburg für sein in der That vortreffliches Referat über„Internationale Fabrikgesetzgebung" geerntet. Der hinkende Bote kam aber nach, auf Drängen der Führer des deutschen Zentrums sah sich Herr Decurtins veranlaßt, die von ihm beantragte Resolution, in der er den Inhalt seines Referats zusammengefaßt hatte, zurück- zuziehen. Die Herren hatten Wichtigeres zu thun, die weltliche Herrschaft des Papstes, eine ultramontune Waschzettelfabrik und ähnliche Volksfreundlichkeiten gehen vor. Ob Herr Decurtins nicht, als er dessen inne wurde, frei nach Lessing gedacht hat: Wir wollen weniger erhoben und fleißiger— gehöret sein? — Liebknecht hat von der Regierung bereits die Quittung über ihre Niederlage im Berliner Wahlkampf erhalten. Bei seiner Rückkehr auS der Schweiz wurde er am 11. dies, Abends 11 Uhr, in Hanau, wo er übernachtete, für den andern Morgen auf die Polizei geladen. Dortselbst erhielt er die Ausweisungsordre für den Belagerungs-Distrikt Frankfurt-Hanau zugestellt. Daß dieser Maßregel nur«in Aus- fluß der niedrigsten und kleinlichsten Chikane ist, welche heute das Thun und Treiben der Polizei in Deutschland bestimmt, geht schon daraus hervor, daß Liebknecht die Ausweisung zugestellt erhielt, trotzdem er sich nur auf der Durchreise befand. Man sieht, den Putty sind wir los, die Puttkämerlinge sind geblieben, und fraglich ist nur, ob die Dummheit bei ihnen größer oder die Infamie— groß find sie alle beid'l — Das infame System der Ausweisungen auf Grund des Sozia- listengesetzes, wo gar keine unter dessen Machtbereich fallende„Handlung" vorliegt, hat jüngst wieder Lebenszeichen von sich gegeben. Die fünf Steinmetzen Franz Kitzing, Hermann Eichhorn, Hermann Jakob, Albert Kolbe und August Hermann wurden auf Grund des Sozialistengesetzes aus Leipzig ausgewiesen. Grund: Sie haben am diesjährigen Stein- metzstreik eine aktive Rolle gespielt, verfielen dafür natürlich dem Straf- richter und werden jetzt obendrein von Heim und Familie gerissen. Was die Urheber des Sozialistengesetzes in Worten zu sagen sich hüten und verwehren, das verrathen ihre Handlungen tagtäglich: das Ausnahme- gesetz soll die Widerstandskraft deS Arbeiters gegen den Kapitalismus brechen, jeden Lohnkampf unmöglich machen und die Arbeiter nicht blos auf politischem, sondern auch auf ökonomischem Boden mund- todt, widerstandslos machen. Und das ist die gute Seite des Sozialistengesetzes l Sie öffnet den Arbeitern die Augen darüber, wer ihre Feinde sind, und stärkt zugleich ihr Klassenbewußtsein, die Vorbedingung des sozialen Emanzipationskampfes. — Eine« recht genialen Anssprnch hat die witzige Exzellenz Windthorst auf der diesjährigen Generalversammlung der deutschen Katholiken gethan.„Nur durch die kräfttge Unterstützung unseres Bauernstandes", rief der Führer der Ultramontanen in seiner Rede am Schluß der Versammlung aus,„kann Deutschland wieder auf gesunde Füße gestellt werden. Nur der Bauernstand ist noch gesund und nicht angefressen von dem Materialismus deS modernen Zeitgeistes." Eigentlich könnten wir sagen: Kommentar überflüssig. Denn der logische Saltomortale, der in diesen Worten liegt, bedarf wirklich keiner Erläuterung. Der Bauernstand, diese materiellste aller Gesellschastsklaffen, und zwar infolge ihrer Lebensverhältnisse naturgemäß durch und durch materiell gesinnte Gesellschaftsklasse,„unangefreffen von dem Materialismus!" Freilich, Herr Windthorst setzt hinzu,„des modernen Zeitgeistes", und das könnte ja doch ein anderer Materialismus sein als der, dem der Bauer huldigt. Gewiß, er könnte es nicht nur sein, er ist e» sogar, aber, und das ist eben der unbezahlbare Witz bei der Sache, gerade Herr Windthorst und da« Pfaffenthum aller Konfessionen stellen den modernen Materialismus genau als die grobsinnlich« Denk- weise hin, der der Bauer huldigt, für sie fällt er zusammen mit dem Kultus deS Besitze», der Verachtung aller idealen Bestrebungen. Wenn Herr Windhorst nicht behaupten will, daß die Pflege der Wissenschaften, der schönen Künste, der Literatur im Bauernstande zu Hause ist, daß die geistigen, politischen und sozialen Reformbestrebungen vom Bauernstande die lebhafteste Förderung erfahren, das heißt daS genaue Gegentheil von dem, was ist— waS bleibt dann für feine un- angefressenen Bauern übrig? Neben dem Trachten, den Düngerhaufen vor seinem Hause möglichst zu erhöhen, fast nichts alS- die Kirche. Die Ursache, warum er an diesem festhält, hat freilich mit dem modernen Zeitgeist nicht» zu thun. desto mehr aber mit dem- Materialismus. Der„gesunde Bauer" des Herrn Windthorst hat eine verzweifelte »ehnlichkeit mit dem„gesunden Osten" der Herren Panslavisten. Wie der Erster« Deutschland, so soll dieser gleich den ganzen„faulen Westen" Europas gesund machen durch seine„Unterstützung", will sagen Herr. schaft. Nun weiß aber jeder leidlich Unterrichtete, daß der„gesunde Osten" sich die Früchte der westlichen Zivilisation merkwürdig schnell a.c» geeignet hat, die Korruption blüht in keinem Staate so wie in Rußland, während man die Tugenden des Naturmenschen dort ebenso mit der Laterne suchen muß wie etwa auf den Boulevards von Babylon-PariS, und daß Sittenreinheit des Landvolks auch leider nur in Dorfgeschichten zu die zu finden ist. Und Deutschland durch den Bauernstand, wie er heute ist, wieder gesundmachen wollen, ist eine Kur wie die Regenerirung des westlichen Europa durch das Kosakenthum, auch der Kosak ist„noch nicht angefressen von dem Materialismus des modernen Zettgeistes". — In einem Artikel über die Bestrebungen der Kleinhandwerker macht der Basler„Arbeiterfreund" eine treffende Bemerkung über das Verlangen der Jnnungsme ister nach gesetzlichem Borgehen gegen das„Pfuscherthum": „Das Wort Pfuschen", schreibt er,„hat im praktischen Leben einen doppelten Sinn. Man nennt denjenigen einen Pfuscher, der in seinem Berufe nicht tüchtig ist, aber auch derjenige wird in den Auge« der Gewerbetreibenden als Pfuscher betrachtet und bezeichnet, der sein Gewerbe nicht selbstständig betreibt, sondern für einen Unternehmer ar- beitet und nebenbei auf eigene Rechnung macht, was er eben zu thun bekommt. Wir wissen nicht, gegen welche Kategorie von Pfuschem oder ob gegen beide vorgegangen werden soll. Was soll nun aber derjenige beginnen, der, obwohl kein Künstler, sich trotzdem recht und schlecht mit seiner Hände Arbeit durch's Leben brachte, wenn ihm fernerhin das„Pfuschen" untersagt wird? Soll er sich aufhängen oder ein letzte» Bad nehmen?" Die Frage wird die Herren Jnnungsschwärmer wohl wenig kümmern, über sentimentale Umwandlungen sind sie erhaben. Wenn sie nur ihr Gewerbsmonopol durchdrücken, was kümmern sie die Andern? Bedenken haben sie nur da, wo Gefahr besteht, daß sie sich in's eigene Fleisch schneiden. So neulich auf dem Jnnungstage in Berlin, wo sie ein wahres Gruseln überlief, als einer der Delegirten die Frage aufwarf, was daraus werden würde, wenn die Forderung, daß nur geprüfte Meister sich Meister nennen dürften, Gesetz mit rückwirkender Kraft werde? Selbst noch eine Prüfung ablegen?„Um's Himmels» willen nicht." Da würde nämlich die große Mehrzahl dieser Kämpen für das ehrliche Handwerk sich selbst als— Pfuscher herausstellen. So war's aber nicht gemeint. Man will sich nur jede unbequeme Konkurrenz vom Halse halten. Sonst müßte es ja heißen: gesetzliche Maßregeln gegen pfuscherhafte Arbeit. Wenn der Ertrinkende nach dem Strohhalm greift, um sich vor dem Versinken zu retten, so kann man nichts als Mitleid mit ihm empfinden, wenn er aber in seinem Wahn, er rette sich dadurch, VoShaft auf andre losschlägt, die noch schlimmer daran sind als er, nun, dann zeigt et nur, daß er verdient, daß er zu Grunde geht. — Der moralische Niedergang des BürgerthnmS— der Vorläufer seines sozialen Untergangs— zeigt sich in nichts deutliche» als in dem bodenlosen Servilismus, in den es verfallen ist und von Tag zu Tag tiefer versinkt. Es ist geradezu unglaublich, wie weit die Manier der Selbstentmannung sich in das öffentliche Lebe» unfrer Epoche eingefressen hat. Ist schon der Heroenkultus an sich, sobald er gewiffe Grenzen übertritt, eine tadelnswerthe Unsitte, so verschwindet alles, was auf diesem Gebiet gesündigt wird, gegen de» geradezu wahnsinnigen Kultus, der heute mit und vor Allem getrieben wird, was entweder seichteste Mittelmäßigkeit oder das genaue Gegen- theil geistiger und sittlicher Größe ist— einzig und allein daraufhin, daß es hochgeboren, durch den Zufall der Geburt an die höchsten Plätze gestellt ist. In Deutschland und speziell in der Hauptstadt des deutsche» Reiches wird ein kaum flügge gewordener Mensch, der noch absolut nicht» für die Menschheit geleistet, aber bereits wahrhast empörende Beweis« von Gemüthsroheit an den Tag gelegt, überall, wo er sich zeigt, vom Bürgerthum, dem er direkt in'S Gesicht geschlagen, mit„begeistertem Jubel" begrüßt, und in Oesterreich rüstet sich das Bürgerthum, da» vierzigjährige Jubiläum eines geistlosen Gamaschenknopfs, der daS Menschenmöglichste gethan, den Verfall und Zersall seines Reiches zu beschleunigen, mit Ehren zu feiern, als handle es sich um das größte Genie, den größten Äohlthäter der Menschheit, die je die Erde getragen. Von einem höchst bezeichnenden Vorhaben in dieser Hinsicht lesen wir in der Wiener„Gleichheit": „Einen Obelisken auf dem Ortler, dem höchsten Berg» Oesterreichs, am Tage des 40jährigen Jubiläums deS Kaiser» zu errichten, das ist der neueste patriotische Plan, der von einigen Alpen« fexen ausgeheckt wird. In dem Wetteifer, als die loyalsten Männer zu erscheinen, wollen die Petermann und die übrigen Mitglieder des zu diesem Zwecks konstituirten Komites die Siegespalme erringen. Man hat den erwähnten Plan in den letzten Wochen für einen schlechten Scherz gehalten, doch da»„Wiener Abendblatt" vom 6. d. M. bringt eine geharnischte Erklärung des Petermann, daß sein Plan unbedingt zur Durchführung gelangen werde. Es müffe den Bergsteiger ein solcher Plan nur zur Ausführung reizen. Es wird beschrieben, unter welchen Gefahren der Obelisk auf den über 12,000 Fuss hohen Berg im Dezember hinauftransportirt werden muß. Nun hätten wir ja, bemerkt die„Gleichheit" ganz richtig, gegen diesen Plan gor nichts einzuwenden, wenn die Herren Petermann und die übrigen Komitemitglieder sich vor den Schlitten spannen würden, auf welche« der mehrere Meter hohe Obelisk auf den Ortler transportirt werde» soll. Sicherlich ist eine solche That des Schweißes der Petermänner werth. Wir fürchten aber, daß die Herren Petermänner nur die loyale« Gedanken aushecken, sie aber von simplen Arbettern ausführen lasse», daß die Herren Petermänner auf die Orden spekuliren, und die simplen Arbeiter den Schlitten mit dem Obelisken auf den selbst für den uu- bepackten Mann nur mit Lebensgefahr besteigbaren Gletscher hinausziehe» sollen. Der Plan der Alpenfexe zeigt von durch die Leere ihrer Knopflöcher auf die Spitze getriebener Geistesverwirrung." Gewiß. Nur ist es nicht bloS die Leere der Knopflöcher an sich, die hier wirkt, sondern sie sind bekanntlich erst gefährlich durch eine andre Leere— die sittliche Hohlheit, sie haben keine Ideal« mehr, kein üchtes geistiges Streben, und deshalb sind sie Streber und schwärmen sür's Banale. — Wenn wir Sozialisten auf dm engen Zusammenhang zwt» schon den Produktions» und Etgenthumsvorhältnissen und der Moral hinweisen, wenn wir behaupten, daß die meisten Berbrechm nur Produkte der schlichten wirthschaftlichen Zustände sind, so pflegen unsere Gegner mehr oder weniger„entrüstet" über unfern„Materialis- mus" herzuziehen. WaS wir verkünden, sei da« Ende aller Moral. Man müsse erst die Menschen bessern, belehren sie unS, erst dann werdm auch die gesellschaftlichen Verhältnisse sich besser gestalten, nicht umgekehrt. Sehr schön, schade nur, daß eben dieselben Leute, sobald sie statt zu philosophhirm, vom wirklichen Geschäfte sprechen, uns Sozialisten das schlagendste Material für unsere Auffassung von der Moral gegen die ihre liefern. So schrieb die Philadelphia„Post", ein hochmoralisches Bourgeoisblatt, neulich in einer Polemik gegen verschiedene Versicherung»- Journale: „Wenn der Rest deS Jahre« nicht dem Beispiel der letzten zwei oder drei Monate folgt, so wird da» Jahr 1888 für die Verstcherungsgefell« schaftm nicht besser ausfallen als die letzten fünf Jahre. Der Faktor, welcher für sie arbeitet, ist die Aussicht auf besser« Zeitm. Der„moralische Hazard in der Feuerversicherung", wie der Ausdruck der Kompagnien für den Händler lautet, der es leichter findet, von den Bersicherungs-Gefellschaften alS von seinen Kunden zu kollektiren, ver- g r ö ß e r t sich enorm in schlechten Zeiten und fällt ebenso stark in guten. Die Abnahme der Brände in den letzten drei Monaten ist einer der vielen Beweise dafür, daß daS Geschäft sich bessert." Wird hier nicht mit dürren Worten erklärt, daß die betrügerischen Brandstiftungen, von denen die Versicherungsgesellschaften zu leiden haben, ausschließlich oder doch zum großen Theil nur der relativm Rothlage der Versicherten zuzuschreiben sind und sofort abnehmen, wenn die„Geschäfte" sich bessern, das heißt mehr Möglichkeit geboten ist, auf anständige Weise des Lebens Nothdurft zu erwerben. Nicht die Menschen sind in der einen oder andern Epoche besser, bezw. schlechter, die Ver- Hältnisse sind eS, unter denen sie exlfiirsn, und diese B-rhältnisss beein- fluffen, ja bestimmen die Handlungen derselben. Weil aber die Erwerbs- verhältniffe in der heutigen Gesellschaft gewissermaßen eine Art Hazard darstellen, so ist auch die Moral zur Sache des Zufall», des „Hazard" geworden. Insofern kann man dem von den V.-rsichernugs- I Gtsellschasten gewählte Titel für die Brandstifter auf alle heutigen Ber- brechen ausdehnen; ist er eine Selbstironie des modernen kapitalistischen Systems. — Ueber die Bedeutung der Liebknecht'schen Wahl fchreibt Genosse H e p n e r im„St. Louis Tageblatt" mit leicht sichtlicher Nutz- amvendung auf die Korruption in den amerikanischen Parteiverhältniffen, wie sie sich namentlich jeweilen in der Präsidentschaftskampagne zeigt, Folgendes: „D a S war ein Sieg der deutschen Sozialdemokratie, der mit einem an Wilhelm und Bismarck gerichteten„Mene-Tekel" gleichbedeutend ist l... Und die» unter der Herrschast des„kleinen Belagerungszustandes", unter dem Druck maßloser und rücksichtslosester Polizeiwillkür, unter dem Damoklesschwert der Ausweisung, welches Jeden bedroht, der wegen Theilnahme an sozialistischer Propaganda anrüchig würde. Daß der Gewählte, ein aus Berlin Ausgewiesener, an der Agitation nicht theilnehmen konnte, war kein HinderungS-, sondern im Gegentheil ein Förderungsmittel für seine Erwählung, denn Liebknecht'? Rame ist seit 20 Jahren ein Programm— das Programm der unabhängigen Arbeiterpartei, welche durch den freien Staat, die Republik, die Umwandlung der kapitalistischen Produktion in die koope- rattve(genossenschaftliche) erstrebt. Laflalle, der heute vor 24 Jahren getödtete, unvergeßliche Erwecke» der deutschen Arbeiterklaffe, hatte den Schwerpunkt seiner Agitatwn in die Zerstörung des Aberglaubens an die„Harmonie zwischen Kapital und Arbeit" verlegt. Nach seinem Tode setzte zwar sein begabtester Jünger, Dr. v. Schweitzer, die Agita- tion in der begonnenen Richtung fort, aber er gefährdete sie hintendrein durch eine Bemischung— korrupter Politik. Da eS in Deutschland außer der Kapitalisten- und der Arbeiterklaffe noch einen im Königthum aus- laufenden Feudalstand gibt(der zudem vor 20 Jahren sehr mächtig war), versuchte Herr von Schweitzer, sich an die monarchische Spitze, als eine über der Kapitalistenklasse stehende Gewalt, anzulehnen und der mon- archischen Regierung die Rolle zuzuweisen, die Arbeiterklasse auf Kosten der Bourgeoisie zu erheben. Liebknecht war der Erste, der diese Schweitzer'sch« Richtung bekämpfte, und diese Arbeit hat ihm nahezu 10 Jahr« seines Lebens, die voll der schimpflichsten Kränkungen und härtesten Entbehrungen für ihn waren, gekostet. Er gründete, nachdem er sich in dem zuvor kleinbürgerlichen Bebel einen Waffengenoffen herangebildet, im August 1869 die sogenannte„Eisenacher Fraktion" der Sozialdemo- krati«, deren System— zum Unterschiede von der v. Schweitzer'schen Richtung— den freien Staat, die Republik, als Vorbedingung zur Umgestaltung der Gesellschaft verlangte. Indem Liebknecht der deutschen Sozialdemokratie diese Richtung gab, verhindert« er daS Eindringen korrupter Politik in dt« deutsche Arbeiterbewegung. Das ist Liebknechts unbestreitbares eigenes Werk und Verdienst. Dafür ist kein Sozial- demokrat so gehaßt und gefürchtet von Bismarck, wie Liebknecht; denn Liebknecht war eS, der den„Regierungs-SozialismuS", durch den Herr von Schweitzer die Arbeiterbewegung zu vergiften drohte, im Keime erstickt hat. Aus diesem Grunde ist die gestrige Wiederwahl Liebknechts als ein historisches Ereigniß anzusehen!" — Professoreulogik. Herr Emil de Laveleye, Profeffor an der Universität Lüttich, hat sich in einigen jüngst veröffentlichten Artikeln zu dm Endzielen des Sozialismus bekannt— in der Theorie. In der Praxis will er den belgischen Arbeitern nicht einmal daS allgemeine Stimmrecht einräumen, denn erst muß der Alkoholismus ausgerottet werden, der jetzt die Arbeiter verhindern würde, von ihrem Stimmrecht dm richtigm Gebrauch zu machen. Zugegeben, daß der Alkoholismus in Belgien wirklich unter den Ar- beitern die verheerendsten Wirkungen ausübt, sie in ihrer Mehrheit verthiert, könnten die Arbeiter einen schlimmeren Gebrauch von ihrem Stimmrecht machen, als es jetzt die Zensuswähler thun, die«ine Drei- viertel-Mehrheit von Bolksverdummem in die Kammern entsendet. Aber noch mehr. Herr de Laveleye fordert strengste Gesetze zur Einschränkung des Ver- kauf» geistiger Getränke. Aber, meint er schließlich, an«ine ernste Reform ist nicht zu denken, denn die Schankwirthe Belgien», ISS, 000 an der Zahl, sind Wähler! Mit Recht ruft ihm darauf der Brüsseler„Peuple", das Organ unserer belgischen Genossen, zu: „Etwas Logik, Herr Professor! Hättm wir da» allgemeine Stimm- recht, so könnten die energischen Gesetze gegen den»lkoholismu» erlassen werden, ohne daß man die 186,000 Schankwirthe zu fürchten hätte, die heute die Herren sind." San, abgesehen davon, daß der AlkoholiSmu« der belgischen Arbeiter in der großen Mehrheit der Fäll« Folge, nicht Ursache ihres Verkommens ist, und daß wer ihn beseitigen will, dm wahren Ursachen— ihrer ökonomischen Nothlage zu Leibe gehen muß. Herr de Laveleye selbst ist ja auch«in eifriger Befürworter von sozialen Reformen,«ber leider sind eS feine geliebten ZensuSwähler. So dreht er sich mit seinem Wenn'S und Aber'S fortgesetzt im Kreise. Der Mann verdiente, deutscher Professor zu werden. — Möge er Recht behalte«. Ein kalifornischer Millio- n ä r, Ramens C r o ck e r, hat, wie die Londoner„Times" jüngst mit- theilte, kurz vor seinem Tode, al« er soeben von einer Reis« durch Su- ropa zurückkehrte,«in interessantes Bekenntniß abgelegt. „Ich verstehe etwas von den Dingm," sagte er zu einigen seiner Freunde, „und wie sie sich bei unL entwickeln. Jetzt habe ich ein Stück der allen Well gesehen, und ich sage Euch aufrichtig, daß ich dem Eigenthum in der zivilifirtm Welt, gleichviel welcher Art eS sei, keine zwanzig Jahre mehr gebe." Da Herr Crocker nicht mehr wußte wie andere Menschen, hat der AuS« spruch natürlich nur alS Symptom«ine Bedeutung. Da» Gefühl der Unsicherheit, das ihm zu Grund« liegt, ist gewiß vielen Mit- Millionärm gleichfalls nicht fremd, nur bekennen sie es nicht so offen heraus wie Herr Crocker, der ehrlich genug war, zu erklären, er kenne keinen schlechteren Beruf, al« den, ein Sohn eines reichm Baters zu sein, und daß er nicht glaube, die Welt werde dmselben noch lange dulden. Sie verkriechen sich hinter die Schutzfittiche der Kirche und rechnen auf die Feigheit und Schwerfälligkeit der großen Masse. Sache d«S Proletariats ist es, dem Recht zu geben, der die größte Meinung von ihm gehabt. — Etue recht interessante Entdeckung hat ein ungarischer Pro- fessor gemacht. Auf der Ende August stattgehabten 24. Wanderversamm- lung ungarischer Naturforscher hielt einer der Theilnehmer, UniversitätS- Professor Dr. F o d o r«inen Vortrag über die„Hygiene der Frau". In diesem Vortrage nun erklärte er eS mit Recht für ungesund, daß »ach dem ungarischen Sewerbegesetz« Fraum während der der Nieder- kunst folgenden vier Wochen hindurch zur Fabrikarbeit wider ihren Willen nicht angehalten werden dürfen, und forderte statt dessen ein entschiedenes Verbot. Bis dahin ist die Sache zwar nicht neu, aber ganz in der Ordnung, wa» dagegen neu ist und zu ganz eigenthümlichen Schlüssen auf die Gehirnverfaffung des Herrn Professor herausfordert, ist sein« sozialpolitische Begründung der Rothwendigkeit des Verbots. „Wmn wir es," führte er aus,„der armen und unvernünftigen Mutter überlassm, ob sie den Schutz de» Gesetzes in Anspruch nimmt, so ist gar nicht« erreicht; man muß kennen die Armuth, das Gemüth und die Habsucht der Fabrikarbeiterin." Und an einer andern Stelle, wo er über die in den obern Klassen verbreitete„Unsitte" klagt, die Kinder durch Ammen ernähren zu lassen, was die künstlich- Aufpäppelung der Kinder dieser letzteren bedingt, fügte er hinzu, daß diese Gepflogenheit der Herrenleute auch in den untern Klassen immer mehr geübt wird, und zwar„zumeist au« Habsucht". „So ein UniversitätS-Professor," bemerkt dazu die Wiener„Gleichheit", „ist doch ein kluger Mann. Ein Wort von ihm und die Welt erhält ein neues Gesicht. Jetzt wissen wir eS, daß die armen Fabrikanten, von den habgierigen Arbeitern gezwungen, 13— 1b Stunden arbeiten lassen müssen, was sie aber nur mit dem innersten Widerstreben thun. Nur um den stürmischen Anforderungen der habgierigen Leute zu entsprechen, hält der Fabrikant und der Herr Professor Köchinnen, Mägde, Kutscher und mit blutendem Herzen sieht die Fabrikantenfrau, wie sich an ihr neugebornes Kind eine zudringliche Amme herandrängt, sich nicht abweisen läßt und den Säugling au»„Habgier" ernährt! Bemilleidenswerthe Fabrikanten, die den hohläugigen und lungenschwindsüchtigen Vampyren als Beute vorgeworfen, alle Qualen der Hölle schon auf Erden erdulden!" Und weiter fragt sie:„Ist das... bodenlose Frechheit oder ein Ausfluß der das Gehirn deckenden Kleisterlage." Je nun, der Herr Profeffor sieht die Dinge aus Bourgeoisaugen an. Seine spezielle Fachwissenschaft hilft ihm zwar auf dem einen Gebiet über den bornirten KlaffenegoismuS hinweg, aber gegen das Klassen- vorurtheil erweist sie sich als ohnmächtig. Herr Fodor ist keine verein- zelte Ausnahme, er ist der Typus einer weit verbreiteten Spezies des Gelehrtenthums und— wir müssen hinzufügen— nicht einmal der schlechtesten. — Frankreich. Schon wieder macht eine Attake deS Possibilisten Joffrin auf BoulS die Runde durch die deutsche Bourgeois- und Arbeiter-Presse. Welcher Werth ihr innewohnt, wollen wir an einem Beispiel zeigen. Es heißt in der betreffenden Notiz: „Begreift Ihr nun, Bauarbeiter, warum Herr Boulö so sehr sein Steinmetz-Handwerk liebte, daß er sich nach Ablauf seines Urlaubs be- eilte, er, der unantastbare Republikaner, von Herrn Thiers— dem Freunde der Pariser— eine Stelle auf einer seiner Verwaltungen zu verlangen." Danach muß Jeder denken, daß Bouls aus Arbeitsscheu sein Steinmetzgewerbe aufgegeben und sich dem Niedermetzler der Kommune angeboten hat. Thatsächlich ist die Sache so, daß Bouls nach abgelau- fener Militärdienstzeit— er war damals 25 Jahre alt!— allerdings die Absicht hatte, in Algier, wo er zuletzt gedient hatte, eine Subaltern- stelle anzunehmen und interimistisch in seinem Heimathsdepartement (Niöore) eine Stelle alS Forstauffeher bekleidete. Als aber die Kommune ausbrach, nahm Bouls ganz entschieden für dieselbe Partei, verzichtete auf jede Staatsanstellung und kehrte zu seinem Steinmetz- Gewerbe zurück. Wie groß daS Vertrauen seiner Berussgenoffen zu ihm war, geht daraus hervor, daß dieselben ihn immer auf's Neue zum Ver- treter im Schiedsgericht wählten, selbst als ihn die Possibilisten mit allen Mitteln der Verdächtigung bekämpsten. Und trotz des mit verdoppelter Wuth neu aufgenommenen Verdächttgungs-Feldzugs wird er auch dies- mal wieder gewählt werden. Aber selbst wenn Boulö vor 17 Jahren— al« kaum aus dem Militär- dienst Entlassener— noch nicht Sozialist war, ist es nicht eine recht erbärmliche Kampfweise, das heute gegen ihn auszuspielen, wo er das Opfer einer, auf jeden Fall ungerechtferttgten Maßregel einer Bourgeois- Regierung ist? Schon das allein sollte unsere Freunde über den Werth dieser Anklagen belehren, die zum großen Theil aus unkontrolirbaren Behauptungen bestehen. — Der Wahlkampf in Amerika, der im Großen und Ganzen ein Kampf der beiden großen Bourgeoisparteien um die Beute ist, hat für die Arbeiterklasse wenigstens das«ine Gute, daß die Wortführer der beiden Parteien, um die Stimmen der Massen zu gewinnen, bemüht sind, derselben die Augen zu öffnen über die Falschheit der Sophismen— der Gegenpartei. So wird das Freihandelsdogma von den Republi- kanern, der alleinseligmachende Schutzzoll von den Demokraten oft in einer Weife kritisirt, daß ein Sozialist feine helle Freude daran haben kann. Neulich hat z. B. der Kandidat der Demokraten für den Vice- Präfidentenposten, Thurman, über die Lächerlichkeit der Redensart, als ob unter den heutigen Verhältnissen der Schutzzoll einen Schutz für die Arbeiter darstelle, einige recht treffende Bemerkungen gemacht, welche sich die Arbeiter nicht scharf genug einprägen können. Er sagt«: „In Massachusetts, dem Fabrikstaat der Union, ist der Lohn nicht Höher als in England, besonders wenn man die Kaufkraft des Geldes hier und dort in Bettacht zieht. Soweit aber wirklich höhere Löhne bezahlt werden, müssen die amerikanischen Arbeiter auch mehr leisten— im Berhältniß kann daher aber nicht von besseren Löhnen die Rede sein." Der Führer der Demokraten gestand also ein, daß ttotz der un- ermeßlichen natürlichen Reichthümer des Landes, aus denen die große Masse der Redner seiner Partei herumreiten, um die Ueberflüssigkeit der Schutzzölle darzuthun, die Lage der Arbeiter in der Union trotz Schutzzölle keine bessere sei als in England, dem Lande des Freihandels. Aber damit noch nicht genug, fügte er hinzu: „Aber das kann ich sagen, daß die«rbeiterorganisatio- nen mehr gethan haben, um den Arbeitern ver« nünftige Löhne zu schaffen» al» alle Tarifgesetze der Welt!" Run, es gibt auch Situattonen, unter denen die Arbeiterorganisationen ebenfalls nicht ausreichen, den Arbeitern vernünftige Löhne zu schaffen, wo also da« Freihandels- und Gewerkschastsregister ein Loch hat, aber das steht auf einem andern Kapitel. Mit Bezug auf die große Masse der Arbeiter ist es schon von Werth, wenn ein Führer der alten Par- teien ihnen in dürren Worten erklärt: Rechnet auf keinen Schutz für Euch durch irgend welchen Zolltarif, Euer einziger Schutz ist die Größe und die Kraft Eurer Organisationen. Ob dieses Zugeständniß pure Demagogie war oder, wie das„Phil. Tagebl." meint, eine Folge davon, daß Herr Thurman lange außerhalb der„praktischen Politik" gestanden und ihr Haupttrforderniß, das kunst- volle Lügen und Fälschen, vergessen hat, können wir dahingestellt sein lassen. Er hat die T h a t s a ch e zugestanden, und die Arbeiter Amerikas werden gut thun, sie sich zu merken. Die Arbetter hüben übrigen» auch. Apropos Demagogie. Deutschland hat zwar keine Präsidentenwahl— wir wünschen ihm auch keine ä!a Amerika— aber im Punkte Dema- gogie hat e» Amerika um nichts zu beneiden, die wird im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte womöglich noch unverschämter betrieben alS im Land der Danke'S. Ist es aber je einem der Reichsdemagogen «ingefallen, den deutschen Arbeitern zuzurufen: Ihr habt eS nicht besser als die Arbeiter andrer Länder, Eure Organisationen sind Euer wirk- samster Schutz? Behüte, die deutsche Reichsdemagogie lügt den Arbeitern vor, sie seien die reinen Glückspilze unter ihren Leidensgenossen und zertrümmert ihre Organisationen. Dafür sind eS aber auch Kaiserlich-königliche Hof-Oberdemagogen. Warnung. Der Gummiarbeiter Paul Silier(Silier) ist dringend verdächtig, im Dienste der Polizei zu stehen. Derselbe ist 32 Jahre alt, wohnt Berlinstraß« 4Sa. Figur: Untersetzt, breitschultrig, trägt dunkelvlonden Schnurrbart, hat sogenannte Fleischbacken. Er spielt im Umgang den Gemüthlichen und brüstet sich, die Polizeispitzel des öfter» genarrt zu haben. Wir warnen hiermit vor diesem Menschen. Spreewacht. Avfforder««g. H. Oechslin, Bauführer von Schaffhausen, event. Genossen, welchen dessen Aufenthatt bekannt ist, werden ersucht, un« sofort seine Adresse zukommen zu lassen. Deutsche So,. Mitgliedschaft St. Gallen. Restaurant Frick, Linsenbühlstraße. Briefiasten der Expedition: Hannibal: Kostete 1 Fr. Strafporto.— Hz. St. G.: Alle« notirt. Beil. aiggbn.— Major Eduard: Verlangen Sie doch, daß man Ihnen die Gründe nenne, die doch wenigstens für die Möglichkeit sprechen.— Florestan: Mk. 3— u. Mk. I IS. Ueberfchuß pr. UfdS. dkd. erh. Auch am S.Juli Mk. 3— pr.UfdS. dkd. gebucht. Alles nottrt.— London. Crfl.: Bstllg. erh. Wohl für C.».«. V.?— Hz.»«l.: Fr. 4ö0 f. Schft. erh.— RufuS: Vit. 2 40 i Cto, Ab. ic. erh. Fortstzg. bald erw.— Hb. Bern: Fr. 34 25 Ab. 3. Qu. erh.— Seidenwurm: Adr. geordnet. Alles nottrt. Weiteres bfl.— Maßkrug: Mk. 150— i Cto. Ab.»c. erh. Langt noch immer nicht. Sie können heute schon„scharf" nehmen, nicht erst in 4 Wochen! Weitere« bfl.— Rother Zaun: Mk. 10—(nicht Mk. 12—) ä Cto erhalten. Bf. halb unleserlich.— U. F. S.: Adr. gelöscht u. notirt.— v. R. Mktl.: Fr. 1-(öwfl.— 50) f. Schft. erh.- Lionel: Alle» nottrt. Nachr. bfl.— Hebe: Adr. gelöscht. Bstllg. notirt.„Seeschlange" bett. bfl.— Felix Hl: Adr. geordn. T's Broschüren haben wir nicht! Alle« nottrt. Bfl. mehr.— Dante: Beil. besorgt. War nicht mehr da. Adr. gelöscht.— L. Flkbg.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. u. 60 Pfg. pr. Ufd«. dkd. erh.— Muth und Kraft: Adr. gelöscht. Aufklärung erh. Bfl. mehr. — Siebenter: Adr. gelöscht. Alles rektistzirt. Bfl. mehr.— Lasse: Mk. 50— h Cto. Ab. ic. erh. Mk. 15 30 pr. Vrlg. gutgbr. Bstllg. notirt. Bfl. Weiteres.— Deutsche Lesegesellschast Kphgn.: Bstllg. nottrt. Weber PH. werden recherchiren. Bfl. mehr.— Raimund: Bf. hier. AvisirteS erw.— Petit: Adr. geordn. L. wird besorgt. Bfl. mehr.— Kernpunkt: Adr. notirt. Auskunft dkd. erh. Alles Weitere bfl.— Beelzebub: Mk. 4 40 Ab. 3. Qu. erh. Betr.„G. u. Z." ist A. im Irr« thum. Zur kommissionsweisen Uebernahme erklärte fich szt. B. bereit.—»llg. A..V. St. Glln.: Ab. R. I. notirt.- Rothbart: Sdg. folgt. Verlangte» schon zweimal gesandt. Nicht angekommen?— A. L. Fkbg.: Rk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh.— Der Bekannte C.: Adr. folgt. Hat sich nicht verändert.— Fr. N. Altdrf.: Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— Jüttländer: Aufklärung erh.— L. Bfl.: Adr. geändert. Fr. 18— am 6./S. gebucht. Bstllg. notirt. Bfl. mehr.— Zopyron: Adr. geordn. AlleS notirt. Erfragtes nicht eingeschickt.— Abel: Bstllg. nottrt. Weiteres bfl.— Reckarschleimer: Mk. 30—(nicht Mk. 15—) 4 Cto. Ab.»c. erh. Vrlg. gutgebr. Bfl. Weiteres.— Fritz: Fr. 74 07(Rt. 60—) 4 Cto. Ab. ic. erh. Bf. erw.— h.: L. schon fort. Bfl. mehr.— Clara: Bstllg. nottrt. Adr. gelöscht. Avifirtes erw.— Rübezahl: Ad« u. Bstllg. geordn. Betr. Dkschft. werden nachsehen.— Claus Groth. Bstllg. u. Adr. geordn. Bfl. mehr.— Tybald(Bln.): Mk. 50— Ab. erh. Für die Denkschrift find eingegangen: Sinsendungen auS Darmstadt, Slatz. 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Bördum, Bömersgade 82 Stuen. Brüssel(bei bekannten Adressen). Llige Cafe das quatre lations, me Chapelle des Cleres. Vervler« Ohariet Plereanz, 20 rue de Lnxembourg, Andrimoab Amsterdam J. A. Fortulyn, Bookhandel, Tuinstraat 54. Antwerpen C. Corner, Dieppestraat 146. Bukarest Karl Bunan, Sttada Pnisor 2. New-York John Heinrichs, 130 Third Sheet. East. B. Iltssche, 548, S. Avenue, City. J«a. Itrauss, 355 I. Avenue. A. Höhne, care of„New-Yorker Volksreitung", 184 William Street. V. Bäthke, City 536, 16. Street. Philadelphia V. F. Schmidt, Hr. 618 Colloirhfll Street, care of Philad. Tageblatt. Chicago Jll. A. Lanfermann, Kr. 76 fiftb Avenue. v. Langner, 649 W. 18 Street. Cineinnatl, O. 0. Schumann, 16 Hercer Street. ö. Muehler, Walnut Str. 490. Charleston S. C. v. Eberhard, 48 Anson Street. st. Louis, Mo. Gebr. Herminghau, 1707 Franklin Avenue. Buenos- Aires Sooiedad„Vorwärts*, Calle Comereio 880 nuevo, Porto Alegre Carl Grimm, Rio Grande do Sul BraziL Melbourne Verein„Vorwärts", Adr. 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