Abonnements+ J � Ä A Erscheint Der SoMemokmt wnden beim Verlag und dessen delannten Agenten entgegen» gmommen, und zwar zum voraus zahlbare» LierteljahrspreiZ»an: m. 4,40 für Teutschland«direlt per Bries-Couvert) WSchentltch««»mal in London. Dertag der lwfl. 2.7b fiir Oesterreich stirekt W � W/ W E. Bernstein& Co., London N. W, f t8*°8'»brig-n Linder S 114 Kentish Town Eoad. des Weltpostverein!!(Kreuzdands. sA.. HDW Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Junge....3sk.„.. » e» Briefe als die Zi-daltion und llrpedition deZ in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat' wolle man unter Beobachtung äuß er p er V o r si ch t nfinfio»- 1 qqq abgehen lassen. In der Regel schicke man und die Brief- nicht direlt. sondern an die betannten Deckadressen. In zweifelhcksten Killen eingeschrieben.' Lovo. Wach zehn JaHren. Als emjtmals ihr i» hohe« Rath Wir Schächrru uns den Stab grbrsche«, Da hat, der räch rntgrgrutrat, Das spMich-ftolzr Wort gchrochru: „versucht es doch, in seinr« Flog Drn schwingrultarkra Aar zu greife«! Wir fittd schoa langt stark genug. Auch auf dies jchandgesetz m Pfeife«!" S« stach das Wort gleich einem Dorn, Der adgedroche« i« der Wnnde; Es war i« feine« Hohn und Jörn Das rechte Wort mr rechten Stande. Der Feder ganzes lnmpenpach Hat wider dieses Wort geeifert, Und Mamelnk und prekkosak Hat um die Wette es begeifert. Was focht das Manneswort es an, Das giftige Segniek der Hatte? „Las Wort, ste follen's lasten stah'n— Kein best'res fiel in der Debatte! HoftSthlich ist r» freilich nicht, Doch wie der Schnabel ihm gewachsen, So— nnd zn seiner Ehre!— spricht Der feste Stamm der Siederfachsen. Zehn Jahre habt ihr Zeit gehabt. Das Wort, das damals nnsre Herzen, Die schmerzvoll grollenden, gelabt, Ans dem kediichtuik ansznmerzen. Und dennoch klang es fort und fort; Ss ward den Jahren nicht zur Leute, Des thenren Tobten markig Wort— Und Giltigkeit hat es noch heule! So« Finch der bösen That gehetzt, Habt da«— kesetz ihr so gedeutet; Daß wir, die n i ch t s in Staunen fetzt, Anstaunten, wie ihr's ansgebentet. «s wachs stch an«, od stech und fahl. Das Sind des Haste, und der stüge— Den eignen Sötern find fatal Des Wechselbalgs gemeine Züge. Und doch— gelang es ench, dem Aar Mit dieser Scheere Zwick zu stutzen Das starke, junge Schwingenpaar? Wir fragen ench: Wo blieb der Nutzen? Den stolzen Vogel fängt kein Netz Und schartig wird, was nbrrschlisten— Wir pfeifen ans das Schandgesetz Wie Sracke einst daraus gepfiffen. (Ol) ihr's verlängert blank und nackt. Vb ihr, der Scham es aninpasten, 3n etwas Watte es verpackt— Uns wird erstaunlich kühl es lasten. Legründct noch ein Spitzelkorps— Das hindert nicht die Saat, zu reifen, Wir werden eben nach wie vor Auf solche Drachtgesebe pfeifen. Zehn Jahre— Spielraum war's vollauf, Lesonders für so— kluge Lenle; Ss blühlc der Newistenkauf, Und doch, ihr Herrn, wie steht es heute? Ihr brecht uns und ihr kaust uns nicht, Wo wir auch immer stüchtig schweifen; Ihr macht ein grämlich-dumm Nestcht Und wir— nun, meine Herrn, wir pfeifen! Zum Jubeltag des Jusliahluegtsthes. „Verehrte Festgenosse»! Ein hoher Tag ist es, den wir heute in gemeinsamer Feier begehen, ein Gedeirktag der Freude für alle guten Bürger und tsteueu Freunde des Neiches. Es ist der zehnte Jahrestag des E�fetzes, welches im Jahre 1878 geschaffen wurde, unser liebes theures Vaterland von jener Pest zu befreien, welche unter dem Ztamen„Sozialdemokratie" schweres Unheil über dasselbe gebracht hatte und noch größeres zu bringen drohte. Damals bot unser Vaterland ein gar trau- riges Bild dar. Die verbrecherische Wühlerei jener Partei hatte den Sanlen der Zwietracht unter die verschiedenen Bevölkerungsklassen gesäet und die Saat war aufgegangen. All- gemeiner Unfriede herrschte und allgemeine Unzusriedeicheit. Bethörte Massen drohten, die Frucht jahrtausendlanger müh- sanier Arbeit der Völker, die unschätzbaren Errungenschaften unserer Kultur, in gewalthätiger Erhebung mit eiitem Schlage zu zertrümmern, bitterer Parteikampf herrschte im Staat und der Gesellschaft, der Bürger sah im Bürger seinen Feuid> und das Ergebniß dieser Zerrissenheit war, daß eine Partei, die den allgemeinen llmsturz auf ihre Fahne geschrieben, es der den Reichstagswahlen bis auf 437,000 Stimmeii brachte. Wie anders ist dies heute, meine theureu Festgenossen, nachdem das„Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebun- aeii der deutschen Sozialdemokratie" in zehnjährigem Bestände seine segensreichen Wirkungen ausgeübt! Die verhetzende Agi- tation ist von der Oeffentlichkeit, ja wir dürfen sage» von dem Boden unseres Vaterlandes verzchwunden, die Wühlerei hat wie der große Historiker Heinrich von Treischke in seiner unvergeßlichen Streitschrift„Der Sozialismus und der Ateu- chelmord"— die bis in die fernsten Zeiten als ein leuchtendes Denkmal tiefer geschichtlicher Erkenntniß bewundert werden wird— im Sommer 1878 mit prophetischem Blick voraussagte, ibren Reiz für die Masse verloren, sobald die Freuden der Feste und Aufzüge, der öffentlichen Schreierei und Prahlerei aufhörten", und die Führer sind, genau wie er veÄündete, in ihrer großen Mehrzahl, ihrer heroischen- nämlich das Gegen tleil davon— Natur treu geblieben und haben,„sobald pe den Ernst der Staatsgewalt fühlten, unter den wahlverwandteii Gemüthern der londoner„Schwefelbaiide" einen stcherm Unter- sckluvi aesucht" Sie toben draußen in ohnmächtiger Wuth, während drinnen im Reich Recht und Ordnung, Glück und Zufriedenheit herrschen. Das„strenge Verbot der zozialiftischen Vereine und Schriften hat in der That„den ehrlichen und denkenden Freunden des Volkes wieder den Zugang verschafft dem Ohre der Massen, das ihnen damals fast ganz verschlossen war,"*> hunderttausende deutscher Arbeiter lesen mit Begeisterung, die von edlen Fabrikanteir gegründete„Deutsche Arbeiterzeitung" und schöpfen aus ihr Belehrung und Anfeuer- ung zu�unvcrdrossener Thätigkeit in der Werkstatt und mustert hafter Führung außerhalb denelben. Frei von dem Druck der lärmendeii Agitation hat die Regierung ihr Riesenwerk der so- zialen Reform in Angriff nehmen und seiner Vollendung zu- führen können, und sowolst der bereits Gesetz gewordene als namentlich der im Entwurf vorliegende Theil der Arbeiterver- sicherung hat die dLuMeu Arbeiter mit hoher Genugthuung er- füllt. Sie haben'ihr Vaierland wieder lieb' gewonnen, das Ver- trauen auf die warmherzige Fürsorge der Regierenden ist in ihr Gemüth zurückgekehrt, sie haben sich von der Partei der Hetzer losgesagt, und als im vorigen Jahre die Regierung unter dem jNiife ,,das Vaterland ist in Gefahr, der Erbfeind steht vor der Thür" das Volk an die Wahlurne rief, da zeigte es sich, daß der Erbfeind iin'Jnnern siegreich überwunden war und jeden Anhang im Volke verloren hatte. Kaum daß hier und da von verbissenen Grämlingen einige hundert Stimmen für die einst so starke Parkst aufgebracht wurden, im Ganzen er- Hieü dieselbe aber keine siebentausend von siebeil Millionöll der im Reiche abgegebenen Stimmen. Preisen wir daher den großen Staatsmann, der dies wohlthätige Gesetz in's Leben gerufen und der den Nörglern, die dessen Wirksamkeit in Zweifel stell- ten, vor versammeltem Reichstage am 17. September 1878 mit den Worten entgegentrat: ..Ich glaube auch nicht au die Fruchtlosigkeit unserer Versuche, von der man immer spricht; mir haben gar nicht nörhig. in Deustchland M den drastischen Mitteln wie in Frankreich zu greisen, aber Frankreich ist von dem Vorort des SozialiSnuiS sehr erheblich zurückgelreten auf einen -Standpunkt, mit dem die Regierung mid die Gesellschaft es aushalten kann. Wodurch denn? Etwa durch die ilcbcrzengung? Nestr! Dur ch gewaltsame Repressione n." Die Gewaltkur war gewiß bedauerlich, aber sie war noth wendig geworden, und heute erfreut sich Arm und Reich, Hoch und Niedrig ihrer heilsamen Wirkungen—------- So und nicht anders müßte es von Rechtswegen am nächsten Sonntag von allen Tribünen im deutschen Reiche ertönen— von Rechtswegen natürlich nach den Versprechungen, die vor zehn Jahren dem deutschen Reichsphilister von den Bätern des. Sozialistengesetzes in. Bezug auf dasselbe gemächt worden waren. Der. 21. Oktober 1888 müßte für die Bismarck, die Minni-: *) Nachzulesen in Treitschkg, Der Sozialismus und der Meuchelmord Berlin, W878. gerode, die Kardörff, die Beimigsen ein Ehrentag sein, an dem sie mit Stolz aus das von ihnen zu Stande gebrachte Werk— die„wahrhaft gesetzgeberische Arbeitz", imd dessen Wirkungen blicken, für die Sozialdemokratie aber ein Tag der Trauer und der Buße. Und was ist er in Wirklichkeit? Für die Bismarck, die Minuigerode, die Lardorß, die Bennigsen ein Tag der Be- schämung, ein Gedenktag ihrer gesetzgeberischen Impotenz, für die Sozialdemokr-aten aber ein Tag des Triumphs und der swlzen Genugthuung. Nichts von alledem ist stngetrofstii, was die Freunde des Sozialistengesetzes von demselben Rn Bezug auf die Sozial- demokratie erhofft, wohl aber hat sich Alles erfüllt, was von den sozialdemokratischeu Vertretern bei Schasftnig des(Gesetzes über dessen Wirkungen aus die pvliteschm Zustände überhaupt vorausgesagt wurde. Gewiß, es ist durchaus nicht ohne- Wirkung geblieben, das Meisterwerk staatsretterischer Gesetzgebung, es hat gar Manches ermöglicht, was ohne seinen„Schutz" schwerlich zustande gebracht worden wäre— man denke nur au den famosen Raubzug des deutschen Agrarierthums wider die Taschen der- kleinen Leute— und wenn nicht die deutschen Arbeiter, so hat es doch das deutsche Bürgerthnm, das nie übermäßig radikal war, zutz völlige» Polizeifrömmigkeit erzogen. Es wird nicht möglich sein, in einem Artikel alles, was das Schandgesetz zustande gebrächt, aitfzusuhren, aber schon die Auszählung einiger besonders glänzender Lsistungen wird hinreichen, seinen Werth in's rechte Licht zu stellen. Das Sozialistengesetz sollte den sozialen Frieden herstellen helfen. Hat es das gethan? Wir wollen nicht sagen, daß es das Gegentheil gethan hat, denn die Klassen- und Jnteresseiikämpse in der modernen Ge- sellschaft sind. Produkte ihrer sozialen und. ökonomischen Ent- Wickelung und nicht eines politischen Gesetzes, aber soviel steht «nbestritten fest, daß aus politischem wie auf ökonomischeni Ge biete die gegenseitige Verhetzung und Verbitterung nie so groß war, als seit der Zeit, da das Sozialistengesetz, de» Frieden und die Eintracht unter den Bevölkerungsklassen„sichert". Der Landwirth hetzt aus den Industriellen, beide aus den Finanz- mann, der Handwerker auf den Kaufmann und den Großindu striellen, der Kleinmeister auf den Arbeiter, der Kleinkrämer auf den Hausirer— kurz, keine Bevölkerungsklasse, die sich in Ruhe ihres Daseins.freuen kann. Bon der Rassen- und Religionshetze gar nicht zu reden. Man vergleiche das Jahr der Hochfluth der sozialistischen Agitation vor dem Jnkraft- treten, des Schandgesetzes und vergleiche damit irgend eine Epoche aus der Zeit nachher und untersuche, wann mehr ge- hetzt wurde in Deutschland, und die Wage wird stets zu Gun- Pen der Zeit vor dem Schandgesetz sich neigen. Weiter: das Sozialistengesetz sollte die ö f f e n t l i ch e S i ch e r- heit heben, dazu verhelfen, daß Staat und Gesellschaft vor „verbrecherischen Anschlägen" gegen ihre Vertreter geschützt werden können. Richtig ist, daß es ermöglicht hat, in Deutschland eineGe- Heimpolizei zu organistren, wie sie ausgedehnter vielleicht in keinem Lande der Welt existirt. In dieser Beziehung ist eine grandiose Wirkung nicht zu verkennen. Wie es aber mit der Sicherheit, und namentlich der der Staats-:c. Vertreter peht, das ist eine andere Frage. Wer noch in Zweifel sein sollte, wie die Antwort darauf lautet, der lese die Berichte Wer die. Schutzmaßregeln bei den Reisen des neuen deutschen Kaisers. Man glaubt, es handle sich um das klassische Land der Attentate, um Rußland, wenn man liest, welche Ma- -Höver aufgeboten werden, damit der„geliebte Kaiser" heiler Haut seine Reisen absolviren kann. Wir wollen nicht sagen, daß diese Schutzmaßregeln nothwendig sind, aber daß sie für nothwendig gehalten werden, das ist das Bezeichnende. Die Herrschaften selbst, zu deren Sicherheit das Gesetz geschaffen wurde, fühlen sich heute unsicherer als je. Ist eine glän- zendere Wirkung denkbar? Das Sozialistengesetz sollte die deutschen- Arbeiter auf die Bahn der Gesetzlichkeit leiten. Wie steht es damit? Tie Frage in unserm Blatt aufwerfen, heißt sie beant- Worten. Ter„Sozialdemokrat" ist. der sprechendste Beweis für die Hochschätzung, welche die deutschen Arbeiter vor der Gesetzlichkeit empfinden. Man kann sagen, nie ist der Sinn für Gesetzlichkeit in Deutschland geringer geweseir, als seit dieses Gesetz besteht, das die Gewiffen zu meistern berufen war. Ja noch mehr. Bis zum Jahre 1878 war der Anarchis- wus in Deutschland so gut wie unbekannt, in den Ländern, wo er früher Boden gefaßt hatte, war er um diese Zeit fast von der Bildfläche verschwunden. Das Sozialistengesetz än-� derte das sehr bald. Es bildete sich, allerdings im Ausland, ein deutsches Anarchistenzeittrum, und dieses wirkte zurück auf die versprengten Anarchisteiigruppen anderer Länder. Ter Anar-■ chismus kam zu neuer Blüthe und was für Früchte er zeitigte, »st bekannt. Und daß er davon nicht mehr zeitigte, daran ist nicht das Sozialisteitgesetz und mit dem im Anschluß daran geschaffenen Polizeiapparat Schuld, sondern die Thalsache, daß dasselbe sich da absolut unwirksam erivies, wozu oder wogegen es— lvenigstcns offiziell, in erster Reihe geschaffen war: den Sozialdemokraten gegenüber. Wie es nach dieser Äichtting hin so prächtig feinen Berus verfehlt hat, das ist> in diesen Blättern so oft geschildert wor- den, das ist so anerkannte Thaffache in Deuffchland, daß heute jeder, der nicht seinen Ruf als normal denkfähig ein- büßen will, den nioralischen Bankerott des Ausnahmegesetzes zugesteht. Zerfahrener als je stehen die alten Parteien, die verschie- deiten Fraktionen uild Fraktiönchen der großen Ordnungspartei da, fester, einheitlicher als je die Partei der„Unordnung", d. h. der gesellschaftlichen 3ieu-Ordnung: die Sozialdemokratie. Alle Verfolgungen, alle Verlockungen haben gegen sie nichts ausrichten können. Kein Mittel, deit Bestand einer Partei zu erschüttern ist unversucht gelaffen worden, und alle haben fehl- geschlageil. Heute versuchte man es, die Führer zu drangsa- liren und schonte die Masten, um die Eilten von den Andern zu trennen, und morgen drangsalirte ntan die Massen und kajolirte die Führer— Beides mit dem gleichen Resultat, nämlich absolut Keinem. Heute wurde das Gesetz so rigoros wie nur möglich gehandhabt, morgen trat eine Laxheit ein, die selbst die größten Optiniisten in Erstaunen setzte, um über- morgen der rigoroseil Handhabung auf's Neue Platz zumachen. Jedesmal natürlich ohne Grmidangabe, der Polizei beliebte es so, das war Alles. Auf diese Weise wollte man die„Um- sturzmänlter" mürbe machen, aber wer in Wirklichkeit tnürbe wurde, das waren nicht die Männer des Umsturzes, sondern die Mannen der Polizei. Dann versuchte man es mit dem Mittel der Korruption, die Zersetzung in die Partei hiiteiiizutrageit. Natürlich ebenso vergeblich. Die wenigen Schivächlinge, die sich kaufen ließen, wurden voit der Partei mit wunderbarer Leichtigkeit ausge- schieden. Eigentlich ist wunderbar nicht das richtige Wort, denn ein Wunder ist incht dabei, es lag durchaus in der Na- tur der Sache: Eine Partei, die auf so g e s u n d e r Grundlage ruht, wie die deutsche Sozialdemokratie, die ihre Kraft nicht aus spekulativen Phantasien zieht, sondent aus den wirklichen Verhältnissen, aus den Ergebnissen der wirthschaftlichen Ent- Wickelung, ist ein so mächtiger Körper, daß der Einfluß der Einzelnen, sobald er darauf gerichtet tvird, sie aus ihrer natiir- lichen Bahn herauszudrängen, absolut wirkungslos bleibt. Hier gibt es keinen Widerstand: entweder stößt der Körper die wider- strebenden Elemente ganz ab, oder er zwingt sie, seine Ve- wegung wider Willen mitzumachen. Ein interessantes Phäno- Me«, aber trostlos für unsere Feinde. All ihre Mühe, all ihr Oel ist vergeblich aufgewendet. Sollen wir auch noch von dem kläglich verunglückten Ver- such reden, die Masten durch die B e t t e l r e s o r nt zu ködern? Wir denken, das hieße fast des Guten zu viel thun. Ter Ver- such ist fehlgeschlagen, und er mußte sehlschlagen. Der Heu- tige Staat kann deit Arbeitern nichts schenken, was er ihnen nicht zuvor genontmen, und am Wenigsten kamt das der Staat, der ihiten die Bewegungsfreiheit vorenthält im Interesse ihrer Ausbeuter. Selbst wenn sie noch weniger bettelhaft ausgefallen wäre, als sie bei der Natur des„praktischen Christenthums" eines Bismarck ausfallen mußte, wäre sie ein Fehlschlag ge- blieben. Wie das Krankenversicherungsgesetz die sozialistischen Stimmen nicht hinderte, im Jahre 1884 auf 650,000 zu wach- seit, wie das Unfallversicherungsgesetz sie nicht hinderte, im Jahre 1887— trotz der Krieg in Sicht-Hetze— auf 774,000 sich zu vennehren, so wird die„Krönung des Gebäudes", die Alte«- und Invalidenversicherung nicht im Stande seilt, ihrem Wachsthum bei deit kommenden Wahlen Eintrag zu thun. Aber nehmen wir die zuletzt erreichte Zahl, sie spricht laut genug: 1873 437,000 Stimmen, 1887 774,000 Stimmen. In diesen Zahlen manifestirt sich-der Bankrott des Sozialisten- gesetzes. Bankrott— das ist das Verdikt, das heute, am zehnten Jahrestage, auf Aller Lippen schwebt. Bankrott— seine Feinde haben es längst vorausgesagt, seme Freunde müssen es wider Willen zugeben, indem sie nur noch mit seinem Defizit rech- neu. Gibt es ein klassischeres Eingeständitiß, daß man schmählich fallit gemacht, weint man, weit entfernt, den Versuch zu wagen, sich einen Sieg herauszurechnen, sich nur noch damit abquält, die Niederlage, die man erlitten, kleiner darzustellen, als sie in Wirklichkeit ist? Mag es für unsere Feinde ein Trost sein, wenn sie behaupten, daß die sozialistische Bewegung ohne Sozialistengesetz heute wahrscheinlich noch größer wäre, als sie es mit dem Gesetz ist, dieses Zugeständnis; an die Vortreff- lichkeit unserer Sache, für das wir dankend quittiren, hilft ihnen doch nicht über das Bekenntrnß hinweg: wir sind mit unserem Gesetz bankrott. Und wenn ein so pomphast in die Welt gesetztes Machwerk zusammenbricht, so reimt sich auf Bankrott einzig und allein Hohn und Spott. Hohn und Spott über ein Gesetz, das geschafft wurde, unsere Partei zu vernichten, und sie im Gegentbeil nur ge- festigt-hat! Hohn über die tobende Brutalität Nitferer Feinde, Spott über die Impotenz ihrer Waffen, ihrer Kriegsführung! Der Tag des zehnjährigen Bestandes des Schandgesetzes, der nach ihrer Meinung ein Tag sein sollte, an dem in deit gelichteten Reihen der Sozialdemokratie imr Heulen und Weh- klagen herrscht, er ist für unsere Partei ein stolzer Siegestag ein I u b e l f e st haben unsere New-Aorker Genossen ihm zu Ehren zu feiern beschlossen, und sie haben damit den Empfin- düngen der Genossen weit und breit Ausdruck gegeben. Mit stolzer Genugthuung feiert uiffere Partei den 21. Ok- tober, kampfesmuthig, hoffnungsfteudig blickt sie in die Zu- kunst. Wer die Verfolgungen siegreich üherstaitden, die in den zehn Jahren seit Erlaß des Gesetzes auf sie eingestürmt, der hat die Gewähr seines schließlichen Triumphes in sich. Aber über die frohen Emdftitdungen, die der Jubiläumstag in uns wachruft, vergessen wir darum doch nicht der Opfer, die der Kampf— was sagen wir, die Niedertracht unserer Gegner, der Partei auferlegt. Wir vergessen nicht der hunderte, unter dem Gewicht der Verfolgungen zu. früh, i n' s Grab gesunkenen Mitkämpfer, der in aller Munde Be- findlichen, wie der Armee der Ungenanuteit, nur am Orte ihrer Thätigkeit bekannten. Wir vergesseit nicht der Tausende, mit raffinirter Bosheit zu Grunde gerichteter Eristen- zeit, noch des gestohle nen Familieng lückes derTau- sende und Abertauseitde von in die Kerker geschleppten, in's Exil gejagten Kämpfer unserer Sache. Wir vergessen nicht der frivolen Schädigungelt unseres Eigenthums, der von den Arbeitern mit den Eriparntsseit ihrer Arbeit gegründeten Or- gane und Organisationen, Genossenschaften und genossenschaft- lichen Jnstitttte— der kleinlichen Ehikanen so wenig als der brutalen Schläge. Keine Brutalität sei vergessen, und der Haß, der uns in der Erinnerung daran beseelt, er sei uns ein hei-. l i g e s Erbe, von dem wir nicht ablassen wollen, bis alles Unrecht gostthn t, bis dies Schandgesetz gestürzt, und mit ihm alle Werkzeuge der Ausbeutuitg undUitter- drück u rt g. In diesem Sinne laßt uns den Gedenktag seierit— wie es am Schlüsse eines zweiten, uns aus Anlaß dieses Tages zuge- gangenen Gedichtes heißt: Trum feiern wir heute den Siegcstag Ter Wahrheit Über die Lüge, An dem sich der Herrschenden Allmacht brach An nns'rer Phalanx Äefügc. Wir feiern die siegende Freihcits-Jdee! Wir sehen mit lachendem Hohne Herab auf die stürmende Kriegs-Armcc Ter Stuben von Geldsack und Krone. So steh'n wir im tosenden.Kampfe der Zeit, Bis einstens die Schlacht ist entschieden, Bis einstens die Völker, von Ketten befreit, Als Sieger diktiren den Frieden. Sojicholitische Ruudschav. London, 18. Oktober 1888. Wir hatten gehofft, unfern Lesern mit der heutigen Nummer eine summarische Zusammenstellung der Opfer bringen zu können, welche das S o z i a l i st e n g e s e« unserer Partei und der deutschen Arbeiterschaft überhaupt auserlegt hat. Aber leider müsien wir darauf verzichten. Es war angesichts der Riesenarbeit, welche die Zu- sammenstcllung erfordert, soll sie ein nach allen Seiten zuverlässiges Bild liefern, nicht möglich, sie bis zur festgesetzten Swndc fertig zu stellen, und ehe wir ungenaue Zahlen liefern, liefern wir lieber gar keine. Um aber den Genossen ein Bild zu geben, um was für enorme Zah- len es sich da handelt, theilen wir heute mit, daß nach einer uns zur Verfügung gestellten, von berufener Seite angefertigten Statistik, die aber auch auf Vollständigkeit keinen Anspruch erhebt, auf die sechs Städte: Berlin, Chemnitz, Dresden, Hannover, Leip- zig-Stadt, Magdeburg und dem Bezirk Leipzig-Land die auf Grund des Sozialistengesetzes verhängten Gefängnißstra- fcn zusammen: I 4S Jahre 1 Monat 51 Tage betragen, und in Untersuchungshaft 32 Jahre 5) Monate 3» Tage zugebracht werden mußten. Dabei fehlen aber: erstens alle A n a r ch i st e n p r o z e s s e, die doch auch zu den Wirkungen des Schandgesetzes gehören, bei Leipzig die Hochverrathsprozesse und bei Berlin die P r o z e s s e des laufenden Jahres und auch sonst mancherlei Verurtheilungen. Danach kann man sich vorstellen, was für eine Zahl für das ganze Reich herauskommen wird; man erinnere sich nur, ivie hageldicht die Verurtheilungen in Hamburg, Frankfurt a. M., München, Breelau k. fielen, an die horrenden Strafen, die in P o s e n verhängt wurden k. Genauere Zahlen liegen vor über die Verbote von Druck- s ch r i f t e n, Auflösungen von Vereinen:c. Die Ersteren belaufen sich auf 13144, die lceteren aus: 3K3, darunter 17 ge- m e r k s ch a s t l i ch e Zentralverbände und Zentraltran- k e n k a s s e n. Ties mag für heute genügen. Einige weitere Zahlen geben wir in nächster Nummer. Tie„Nloral" findet der Leser im Leitartikel. — Auch eine der„segensreichen Wirkungen". Vor drei- z c h n I a h r e n gab es in den V e r e i n i g t c u S t a a t e n, lesen mir in amerikanischen Zeitungen, nur zwei Wochenblätter sozialistischer Tendenz, der„Ncw-Dorker Sozialdemokrat" und der„Chicagoer Vor- böte". Beide Blätter zusammen hatten nicht viel mehr als aOOO Abonnenten. Heute weisen acht sozialistische Tageszeitungen und ebensoviele Wochenzeitungen einen Abonnenten- stand von weit über fünfzig Tausend auf. Vor 13 Jahren betrug die Gesammtzahl der organisirten Arbeiter, nach den genauesten Informationen, etwa eine halbe Million, jetzt bettägt sie das Doppelte. Daß zu diesem Wachsthum das Ausnahmegesetz. das so viele Ge- Nossen von Haus und Heimath fort getrieben, ein erhebliches Theil bei- gettagen, kann absolut keinem Zweifel unterstehen. Ucberall, wohin sie kommen, haben die Ausgewiesenen mit Feuereifer für die Lehren des Sozialismus gewirkt, die bestehenden sozialistischen Organisationen ge- stärtt, zur Gründung von solchen Anstoß gegeben, und wenn nicht überall mit dem gleichen, so doch überall mit unverkennbarem Erfolg. Wenn unsere Feinde mit dieser Wirkung ihres Machwerkes zufrieden sind, wir sind's auf jeden Fall. — Die Tagebuch-Geschichte, so schreibt man unS, fängt cm, dem Kanzler Eisenstirn und feinen Leuten fürchterlich zu werden. Der Zwiff des Hausmeier, sich so zu stellen, als glaube er nicht an die Echtheit des Tagebuchs— oder der Tagebuchs a u s z ü g e— um hinter diesem durchsichtigen Vorhang über den Verfasser des Tagebuchs eine ganze Fluth von Verdächtigungen und Beschimpfungen auszuschütten, ihn so- gar indirett des Landesverraths, wenigstens der Hinneigung dazu zu dcnunziren, das ist denn doch zu plump, um nicht auch von dem Blöd- sichttgsten durchschaut zu werden, und zu gemein, um nicht auch bei dem dickfelligsten anzustoßen. Wenn wir von den P i n d t e r, Schwein- bürg, dem Gesindel der.Kölnischen Obertloake" und dem sonsttgen Gewürm de? Reptilienfonds abschen, laßt sich selbst in der Kartellprcsse ein Ton des Mißbehagens über die unsaubere Angelegen- heit erkennen, lind da? RcptilicngcsiNdel selbst ist in argen Schwuli- täten und wechselt jede» Augenblick die Taktik und die Lügen. Daß das„Tagebuch" ächk ist,, wird jetzt von Niemand mehr im Ernste bestritten. Und daß es Staatsgeheimnisse enthalten habe, deren Aer- öffentlichnng dem Reich, hätte Gefahr bringen können, das glaubt nicht einmal der verbohrteste Kartekwruder. Wohl aber begreift Jeder, und auch der verbohrteste Kartellbruder, daß der Hausmeier durch die Veröffentlichung des„Tagebuchs" einen st oy in's Herz erhalten hat, von dem er sich niemals erholen wird. Und mit Ausnahme der allerverbohrtesten Kartellbrüder sieht Jedermann ein, daß der„geniale" StaMsmann Bismarck sich in dieser Tage- buch-Geschichte ganz unglaublich dumm benommen hat. Ein anderes Wort gibt es da nicht. Allerdings war es unmöglich, diesen furchtbaren Schlag zu parlren, und es war ebenso unmöglich, die Vogelstrauß- Politik der Jgnvftrung zu verfolgen. Schweigen konnte der Hausmeier nicht. Aber er hätte sich darauf beschränken müssen, zu erklären, daß die Ereignisse Ihm doch recht gegeben hätten, daß das Reich in seiner jetzigen Gestalt, so ivie E r es gewollt, sich vortrefflich bewährt habe. Wohl habe Er 1870— 71 mit dem damaligen Kronprinzen nicht übereingestimmt � was übrigens bei der Verschiedenheit der Gruudanschau- nngen öfters vorgekoinmen sei � indeß das gereiche Ihm nicht zur Schande und, unbeschadet der bewnndemdcn Höchachtung vor dem da- maligen Kronprinzen und nachmaligen Kaiser, sei Er nach wie vor überzeugt, recht gehandelt zu haben. Jedenfalls habe er gethan, was Pflicht und Gewissen ihm vovßcschricben, und Er erwarte einfach das Urtheil der Mit- und Nachwelt. Die Hurrahkanaille hätte cmcn solchem Orkan von begeistertem Pa- triotismn? in Szene gesetzt, daß das höchsre Reklamebedllrfniß des Hans- meiers befriedigt worden wäre. Und die oppositionelle Kritik hätte aus dem„Tagebuch" nichts anderes nachweisen können, als daß der Krön- prinz während des Krieges mit Frankeich eine weit noblere Rolle ge- spielt, als der Hohenzollern'fche Hausmeier x und daß der„nationale" Heiligenschein, der den Schädel des entlarvten„Reichsgründers" so lange geschmückt habe, nicht verdient sei. Indeß das ließ sich verschmerzen, und mit der Zeit hätten die Reptilien die Lügenlegende wieder noth- dürstig zusaimnengcflickt. Daß aber der Hansmeier die Echtheit des Tagebuchs läugnete, das Andenken„unseres Fritz" besudelte und seinen ganzen ingrimmigen Haß gegen denselben hervorbrechen ließ— daß er in seinem Jmmediatschrci- beii Lüge aus Lüge häufte, unter den lügnerischsten Vorspiegelungen die Polizei imd den Staatsanwalt anrief und sich selbst auf's Aeußcrste bloSstelltc, das war ein so kolossaler Bockstreick, daß nur die Annahme, die Wuth über die Wahrheiten des Tagconchs habe dem Eisernen die Besinnung geraubt, eine Erklärung bietet. Tie Veröffentlichung des Tagebuchs hat Herrn Bismarck eine schwere politische Wieder- läge bereitet, der Prozeß gegen den oder die Urheber der Veröffentlich- ung hat ihn moralisch vernichtet und zeigt eine solche Niedrig- keit und< Gemeinheit der(Besinnung und eine so wahnsinnige Selbsttiber- Hebung, daß jedermann mit Ekel erfüllt wird. Kurzum, der Hieb hat gesessen, und daß der preußische Junker, auf dessen Schultern das deutsche Reich ruht, und der sich stets als Haupt- träger des monarchischen Prinzips hingestellt hat, die Monarchie und die Hohenzollerci so eifrig und so erfolgreich„untergräbt", das kann uns natürlich nur recht sein. Bei diesem Kamps, der in den höheren Regionen— denn daß sehr hohe Gönner hinter Gefften stehen, ist klar— ausgesochten wird, sind>vir Sozialdemokraten„der Dritte, welcher sich freut"— und wisere Freude ist doppelt, denn das„Tagebuch" läßt kemen Zweifel darüber, daß„unser Friv" eine liberale A c r a eingeweiht Hütte,— und das wäre für die Fortschritte unserer Parte, entschieden v o n N a ch t h e i l g e- Wesen. — Tie Reise der dreihundert prcnstischcn Spitzel, die den neuen„alten Fritz" in der Mitte haben, dauert fort und wird auch so- bald nicht aufhören. Denn die Spitzel beziehen unterwegs doppelte Rationen und doppelte Löhnung, und für die Prügel, die's dann und wann abseet, wird extra Schmerzensgeld bezahlt. Nicht so gut befindet sich der neue„alte Fritz". Alan wandelt nicht ungestraft unter Palmen und Spitzeln. Wo Spitzel sind, gibt's Verschwörungen, und s» kommt der neue„alte Fritz" nicht aus den Acngsten heraus. Seit er auf dem Thron ist, ist er schon von mindestens vierzig Attentaten be- droht gewesen— und seit er das letztemal Berlin verlassen, von viin- destens zwanzig. Angenehm ist's nicht, indeß seine Spieel stehen sich vorzüglich dabei, und so wird das Ende der„Fahrten" noch lange nicht kommen.— — Ein Kaiser aus der Anklagebank. Nicht auf der Anklagebank der Geschichte— das ist schon oft passirt— sondern auf dem wirk- lichen, v e r i t a b e l n Armesünderbänkchen, das ist das er- bauliche Schauspiel, das sich in nächster Zeit in Teittschland abspielen wird. Und noch erbaulicher: der Kaiser wird v e r u r t h e i l t werden. Als Hochverräther zu mehrjährigem G e f ä n g n i ß ver- urthcilt werden. Wieso ein Kaiser? hören wir fragen. Nun, ist in Dr. Gefflen nicht der Mann angeklagt, der ihm die Veröffentlichung des Tagebuchs auf- trug? Und wird in Dr. Geffken nicht der Mann verurtheilt werden— denn daß das Reichsgericht genau so„Recht" sprechen wird, als Bis- marck es befiehlt, ist selbstverständlich— der ihn zu dem Hochverrath, die historische Wahrheit an's Licht zu bringen, anstiftete? Ganz sicher, und so«vt in Dr. Geffken heute Friedrich III. in Untersuchungshaft und wird von den Reichsgerichtsräthen abgeurtheilt werden wie der erste beste Sozialdemokat. Freilich, es ist nur ein t o d t e r Kaiser, mit dem das geschieht. Aber was thut das? Ein Anfang ist gemacht, das Beispiel, wie man Kaiser unschädlich macht, ist gegeben. Was heute mit dem todten Kaiser geschehen, kann morgen mit lebenden versucht werden.— Exempfa docent— gute Beispiele sind die beste Lehrmeihode. — Jetzt kommt es heraus. Nämlich was für ein gräßliches Scheusal dieser Dr. Geffken von jeher gewesen. Hat doch der Mann, wie dem antisemitisch- judenfrommen„Deutschen Tageblatt" aus Bar- mcu geschrieben wird, schon vor nenn Jahren das Gcgenthcil von Hochachtung ftir den Reichskanzler ausgesprochen.„Können Me mir irgend einen edlen Charakterzug bei Bismarck nachweisen? Meraalä hat» er sich edclmüthig verhalten!"— soll er gesagt und ansgeftihrt haben, n Bismarck's Leben fehle jeder auf ein tieferes GcmuthSleben deutende freundliche Zug. Die Opfer feines Hasses verfolge er mit kalter Grausamkeit, bis er sie vernichtet habe.„In ähnlicher Weise", heißt es in der Zuschrift weiter,„hat Geffken sich damals noch des Längeren gegen Bismarck ausgelassen, so daß die Anwesenden den Ein- druck gehalu haben, daß ihn ein persönlicher Haß, eine auf verletzter Eigenliebe beruhende Feindseligkeit gegen Bismarck erfüllte." Ter Schlutzsatz ist recht bezeichnend. Tie„Anwesenden", von denen da die Rede ist, waren insgesammt preußische Mucker, wie Herr Geff- ken ja auch zur„positiv-christlichcn" Richtung gehört. Ilnd diese ftom- wen Christen können sich die Abneigung eines Ihrigen gegen einen Dritten nicht anders erklären als durch„verletzte Eigenliebe." Merkwürdiges Verttauen auf die veredelnde Wirkung der wahren R e l i g i ö s i t ä t, die diese Herren nach ihrer Ansicht gepachtet haben. Keinem von ihnen ist der Gedanke gekommen, daß die Feindseligkeit Geffken's gegen Bismarck in einer wirklichen sittlichen Empörung über dessen— nach seiner Uebcrzeugung— unchristliches Verfahren wurzeln könne. Das„Deutsche Tageblatt" geht noch einen Zchrur weiter und schließt aus der ermähnten Schilderung auf„eine schon damals vorhandene krankhaste Gereiztheit Geffken's." War's da nicht praktischer, gleich summarisch jeden, der nicht Bis- marck als den weichherzigsten aller Menschen verehrt, die da leben, die je gelebt haben Und je leben werden, alt» gemeingefährlich unter Staats- aufficht zu stellen? Für uns ist Birmarcks Edelmuth ebenso unübertroffen, wie des „Deutschen Tageblatt" Unbe— zahlbarkeit. — Armer Bismarck! Fast könnte man Mitleid mit dem unfehl- barsten aller Staatsmänner empfinden, wenn man sieht, wie kläglich die Pfeile, die er auf das fatale Tagebuch,- bezw. dessen Schreiber ab- geschnellt, einer nach dem andern ab- und auf den ungeschickten Schützen zurückprallen. Jemanden als Lügner hinzustellen, das geht wohl an wenn keine Beweisstücke vorhanden, die das Gcgenthcil beweisen oder wenn man sie als S t a a t s g c h e i m n i ß zuvor in Sicherhett bringen kann, aber wenn das nicht der Fall, wenn die Beweisstücke Einem unbarmherzig um dir Ohren geschlagen werden können, dann ist's eine recht fatale Tölpelei...., Behauptung für Behauptung aus der famo,en Immediateingabe ge- gen das Tagebuch, die dessen Unzulässigkeit darthun, es und seinen Vemsser vor der Welt als unglaubwürdig hinstellen sollte, werde,, selbst als Lug und Trug nachgewiesen. Um nur zwei herauszugrcifeit: In semer Eingabe behauptet Bismarck, es sei nicht nur nicht wahr. daß wie es im Tagebuch heißt, 1870' der damalige preußische Krön- .Prinz auf die Verleihung des Eisernen Kreuzes auch an NichtPreußen gedrungen, dieselbe aber erst am 23. August durchgesetzt habe, sondern es haben vielmehr umgekehrt er— Bismarck— und der alte Wilhelm noch in Versailles„also zwei Monate später" den Kronprinzen miedet- holt bitten, bezw. auffordern müssen, mit der Verleihung des Eisernen Kreuzes auch an Nichtprcußcn vorzugehen, bis dieser scincii Widerstagd dagegen aufgegeben habe. Schroffer kann man Einen gar nicht Lügen strafen als es hier geschieht, und für alle, die dem deuffchcn Reichs- kanzler Glauben— s. v. v.— schenken, stand auch sofort bombenfest, daß Friedrich in seinem Tagebuch geflunkert habe. Aber leider, leider giebt es Bibliotheken, und in Bibliotheken giebt es ZcittingSbändc, und in dem Band des„ R e g i e c u n g s b l a t t s f ü r das König- reich Bayern" vom Jahre vilv faud ein'Mitarbeiter der„Ration" in der Nr. folgende Bekanntmachung: „Se. Majestät der König von Preußen haben auf Antrag Seiner k. Hoheit des Kronprinzen von Preußen, des Befehlshabers der dritttn deutschen Armee, die nachbenanntc» bayerischen Generale, Offiziere und Mannschaften wegen ihres vorzüglichen Verhaltens vor dem Feinde in den Kämpfen von Wcißcnburg und Wörth— 4. und ß. August— durch Verleihung des Efferneii Kreuzes zweiter Klasse ausgezeichnet." (Folgen auf zwei Spalten die Namen der Tekorirten.) Ter König von Bayer», heißt es in dem betreffenden Artikel der„Nation" ivciter, ge- stattet bereits in einem Erlaß ei. d. Berg, den 4. September i s 7 0, das Tragen der T c k o r a t i o u e n. Zieht man also die i Entfernung vom Kriegsschauplatz bis au das. bayerische Hochlaud chl Rechnung, so erscheint es ganz unzweifelhaft, daß gerade im letzten Drittel des August, so wie es das Tagebuch an- giebt, die ersten Eisernen Kreuze an die süddeutschen Vcrbiindctcn aus- getheilt worden sind. Es bedurfte somit zu Versailles im Oktober ge- wiß keiner wiederholten„Anregungen" für eine Sache, die bereits in so umfangreicher Weise im August zur Ausführung gekommen war. Klatsch! Eine Ohrfeige saß. Und nun die zweite. Im Tagebuch heißt es unterm IS. Juli:„Unterredung mit Bismarck, der am 12. spät aus Madrid die Nachricht von dem Verzichte des Erb- Prinzen erhielt, wodurch er den Frieden für gesichert hält: will zurück nach Varzin, scheint überrascht durch die Wendung in Paris." Hochtrabend bemerkt Bismarck mit Bezug hierauf in seinem Imme diatbericht:„Gleich in den ersten Zeilen wird gesagt, daß ich am IS. Juli 1870 den Frieden für gesichert gehalten hätte und deshalb nach Varzin zurückkehren wollte, während a k t c n ni ä ß i a f e st st e h t, daß ich den Krieg für nothwcndig hielt und nur unter Rücktritt aus dem Amte nach Varzin zurückkehren ivollle, wenn er verinicden würde." Das heißt ganz deutlich: Friedrich hat im Tagebuch gelogen. Aber leider, leider giebt es ec. jc. l siehe oben) und so sind gewisse unangenchnie Leute dahintergekommen, daß die seinerzeit vom p r e u ß i- s ch e n S t a a t s m i n i st c r i u ni herausgegebenen„Proviuzial- korrespondenz" am Abend des IS. Juli 1870 folgende amtliche Mitthcilung brachte: „Der Bundeskanzler Graf Bismarck war angesichts der Dringlichkeit der politischen Verhältnisse von Sr. Majestät dem Könige nach Ems beichiedcn worden, um über die wünschenswerthe Einberufung des Reich--- tags Vortrag zu halten. Graf Bisniarck folgte, indem er die begonnene Karlsbader Kur unterbrach, unvcrwcilt dem Rufe des Königs und traf am Dienstag Abend von Varzin in Berlin ein,>oo er sofort eine Bc- sprechung mit dem Kricgsministcr und dem Minister des Innern hatte, und am Mittwoch früh die Reise nach Ems vorzunehmen beabsichtigte' Nachdem jedoch am Abend ein Telegramm der Botschaft in Paris hier eingegangen war, nach welchem der dortige spanische Gesandte dem t erzog von Gramout amtlich den Verzicht aus die Hoheuzollern'sche andidatur angezeigt hatte, gab Graf Bismarck unter den ver- änderten II m st ä n d e n die Wetterreife nach Ems auf und g e- dachte, nach Varzin zurückzukehre n." Auch in anderen Veröffentlichungen aus jenen Tagen ist die Sache so dargestellt, und wenn, was wir übrigens gar nicht bezweifeln, Bismarck den Krieg damals gewünscht hat, so ist damit durchaus noch nicht widerlegt, daß er selbst nicht einen Augenblick gedacht haben oder den Eindruck auf Andre gemacht haben soll als denke auch er/ mit dem schönen Kriegsgrund sei es vorläufig nichts. Der Beweis, daß Friedrich III. im„Tagebuch" gelogen, ist vernnglückt, bewiesen ist dagegen, daß Friedrich III damals wahrscheinlich, das Volk aber sicher von Bis- marck belogen worden ist. Klatsch! Die zweite Ohrfeige. Und so geht's lustig weiter, von dem ganzen Lügengewebe bleibt kein Fegen zerzaust. So kläglich ist des Kanzlers Situation, daß sich selbst F r e i k o n- s e r v a t i v c— man bedenke die frei konservative Partei hat ihren Namen daher, daß sie nie in Opposition zur Regierung tritt, was z. B. die konservative Partei zuweilen gethan— daß also selbst frei- konservative Blätter sich lveigern, an ihr theilzunehmen. Da» Berliner „Tcuffchc Wochenblatt", das zu dieser Partei hält, schrieb z. B.: „Ter wahre Freund nützt, indem er die Bedenken ausspricht, warnt und dadurch künftigen Gefahren vorbeugt. Im vollen Bewußffein der überlegenen Größe des Reichskanzlers und seiner Bedeutung für unsere Ration haben wir dcmwch die Pflicht gehabt, die Stellungnahme des Fürsten Bismarck gegenüber dem Tagebuch Kaiser Friedrichs im In- teresse des monarchisch« Prinzips und des Hohcnzollernhanses tief zu beklagen." Tie Schlußphrase ist natürlich eine schüchterne Umschreibung für im Interesse seiner Reputation." Im Uebrigen aber sei als bezeichnend erwähnt, daß der Leiter des Deuffchen Wochenblattes— H ist o r i- ker ist. Armer Bismarck— doch halt, uns fällt ein Ausweg ein: Könnte man nicht das„Regierungsblatt für das Königreich Bayern", Jahrgang 1870, die„Berliner Provialkorrespondenz", Jahrgang 1870, sowie noch eine ganze Anzahl amtlicher und halbamtlicher Publikationen aus dem Jahre 1870 für— Staatsgeheimnisse erklären? — Ueber die Wiederherstellung der Internationale wird jetzt ungemein viel geflunkert, nach den Einen wäre sie im Werk, nach den Andern bereits vollendete Thathsache, gebiete über eine vorttefstiche Organisation, enorme Machtmittel, eine gefüllte Kriegskasse von mehreren Millionen zc.:c. Wir waren erst geneigt, dieses Zeugs für Sensationsschwin- dcl eines zeilenhungrigen Reporters zu halten, nach uns bekannt ge- wordenen T h a t s a ch c n handelt es sich aber bei der letzteren Lesart um mehr, nämlich um bestellte Arbeit. Und zwar für einen sehr hohen Herrn bestellte Arbeit— wohlgemertt f ü r ihn, nicht von ihm. Gute Freunde»vollen ihm klarmachen, wie nothlvendig sie und ifjr Chef — der arme Verkannte und Verbannte— für seine und des Staates Sicherheit sind. Wir stellen das fest und wünschen im Uebrigen den Herren— etwas mehr Witz. — Aus dem deutschen Sumpf. In Berlin starb Ende vorigen Monats ein Mann, der 1848 und späterhin eifrig für die Sache der Freiheit gewirkt hatte und von der Reaktion hart dafür besttaft wurde, nämlich der frühere Oberlehrer amKölnischen Gymnasium Dr. Hartwig Gcrckc, einer der Mitangeklagten in dem berüchtigten L a d e n d o r f' s ch e n Prozeß. Hinkeldcy-Hcnzc'schen Angedenkens. „Der damals Sljährige, schreibt die„Vossische Ztg.", war zum Tode verurthellt und zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt.worden, aus aus deui er nach Hinkeldey's Tode unter der Bedingimg der Aus- Wanderung entlassen ivurdc. Nach dem Jahre 1870 war es Gercke vergömit, mit seiner Familie nach Berlin zurückzukehren,>vo er von einer kleinen Pension, die ihm nachträglich ausgewirkt wurde, mit Sprachunterricht und mit literarischen Arbeiten den Unterhalt für sich und die Seinen bestritt." Am Sonntag, den SV., Nachmittag, wurde er begraben.„Es war ein stürmisches Wetter", schreibt die„Bolksztg.",„der Wind peitsch« die Regenmenge vor sich her, einsam und verlassen lag der Friedhof da, auf welchem ein sttirmbewegtes, ftiedlojes Leben nunmehr den civigcn Frieden finden sollte. Ein einfacher, gelber Sarg stand in der Leichen- balle aufgebahrt, mit wenigen.Kränzen geschmückt. Die ttauernde Wittwe, ein paar alte Freunde des Verblichenen, unter ihnen Dr. Guido Weiß, der sich gerade in Berlin befand, Abg. Kuörcke und Stadtverord. Leddihn, wie vier Japaner, ehem. Schüler des Verstorbenen, um- standen ihn. Vom Kölnischen Gymnasium war niemand erschienen. Wär's ein L u m p gewesen, der es durch serviles Katzbuckeln zu Etwas gebracht, die Lehrerschaft, die durch die Zeitungen benachrichtigt war, hätte einem ehemaligen Kollegen die letzte Ehre crivieien. Aber er»var ein Mann der U e b e r z e u g u n g, ein Märtyrer der Volkssache, und für einen solchen den Weg zum— Friedhos zu riskiren, wer wollte dem R e s e r v c- L i e u t e n a n t, der neben- bei Lehrer ist, solche erniedrigende Zumuthung stellen! Takömsst ja die Reputation des Berufes darunter leiden. Pffn der Kriecher und Kasttatenscelen! — Von den„Edelsten und Besten." An einem Kaiserwort soll mau nicht drehen und deuteln. Aber illusttiren soll man es, und so»vollen»vir denn nicht verfehlen, den Leiern yon Zeil zu Zeit etliche Bilder auS den Kreisen der„Edelsten und Besten, meines Adels", wie Wilhelm II. sich ausdrückte, vorzziführen. Es ist das schon deshalb von Werth,»veil aus dem zitirttu Satz ganz klar hervorgeht, daß der Adel noch mehr als bishet im Rathe der Herrschenden die maßgebende Rolle spielen»vird. Wohlan, in vorletzter Woche konnte man in Berliner Zeitungen lesen: A.„Wegen fünf schwerer Urkundenfälschungen hatte sich heute der schon bejahrte Regieruugsbaumeister a. T. Baron Karl v. Teyd- lit? vor der dritten Strafkanimer hiesigen Landgerichts l. zu verantworten. Der Angeklagte,»velcher in den verschiedensten Theilcn der Welt Jngenieiirbauteu aufgeführt und namentlich auch in Serbien Eisenbahnen gebaut hat, hat infolge unglücklicher Familienverhältnisse und namentlich infolge von E r b s ch l c i ch c r e i e u, die er einem Bruder vorwirft, schließlich Schiffbruch auf der Ltbensreise er-. litten und verbiivj My, wegen"«nicrmnagung auferlegte vier- monatlicht Gcfängnißstrafe. Er ist geständig, in seiner finanziellen Be- drängniß fünf Wechsel von ziemlich hohen Beträgen ans den Nainen seines»»zwischen verstorbenen Brndcrs, des Maioratsherrn Richard Frhr. v. Scydlitz, fälschlich angefertigt(d. h. gefälscht, immer hübsch die Dinge beim rechten Namen nennen» zu haben. Der Angeklagte wurde zu 0 Monaten Gefängniß vcrurtheilt." B.„Der F ü r st S a l m- K Y r b u r g ist mit z>v c i Millionen in K o n k u r s gerathcn. So»vas ist deutschen Fürsten und Adeligen schon öfter passirt; aber daß Nur so»venia Aktiva zur Vertheilung da sind, daß d i c G l ä u b i g c r nur'/, pfft. ihrer Forderung jährlich bekommen und dabei für den verkrachten Fürsten noch !. L 5 5� 0£" Futter kosten zahlen sollen, während der edle deutsche Fürst in Paris einen Onkel, der vierfacher F ü r st und Herzog und sechzigfach er Millionär, und eine F r au mit 2 0— s 0 Millionen hat, das ist noch nicht da- gewesen, �ur eine derart s ch a ni l o s c Prellerei seiner Glau- b i g er, bemerkt dazu die Berliner„Voltszcikmig", gehört dieser sonder- bare deuffchc Fürst" unseres Erachtcno ins Z u ch t h a u S. nicht in ein Fürflenpalais." � Wär's ein gewöhnlicher Sterblicher, so»vürde sich vielleicht dock» ein s t a a t s a n»v a l t gefunden haben, der das Verfahren des Herrn einer iiaheren Ilntersuchiiiig unterzogen hätte, aber einen Fürsten, einem im höchsten Range der Edelsten und Besten stehenden dergleichen anzuthun, das wäre ja der reine Ilmsturz. Wcchsclfälschung, Erbschleicherei, Uebcrvortheilung— ein recht an- muthcndcs Bild. — Gcschäftspolitikcr erfreuen sich im Allgemeinen keines sonder- lichen Riiss; in den Bereinigten Staaten von Nordamerika, wo mik der Poll tik di e fetleiten Geschäfte zu inachen sind, gilt trotz der Material», ti.ch-reali, tischen Richtung des Vankcevolks die Bezeichnung „Polittkcr(possttemn», welches Wort einen G e s ch n f t s p o l i t i k e r bedeutet, für cinc der ärgsten Beschimpfungen, und der Mann, der seine politiichc Stellung benützt, um Geschäfte zu machen und sich zu bc- reichern, steht an Verachtlichkcit noch tiefer als der gemeine Eisenbahn- oder BcrgwcrkSdieb. lind das von Rechtswegen. Tie Engländer über dereit selbitincht unsere Reptilien so tugendhaft die patriotische Aaie zu rümpfen Pflegen, sind in dieser Beziehung fast noch ungemüth- licher als ihre amerikanischen Vettern. Sie habeii ein Gesetz, welches bcitimmt, daß»edes Parlamentsmitglied,»velchcs direkt oder in- direkt c» ne os fentliche Lieferung übernimmt oder sonsttme cm Geschalt macht, das ihm direkten oder indirekten G e»v i n n aus öffentlich en Kassen verschafft, sofort seines Mandats ver- luitig geht. Und da m England Niemand Minister sein kann, ohne im Parlament zu sitzen, so sind auch alle englischen Minister den Be- Ittmmungen dicjes strengen— und streng geyaudhabten Gesetzes unter- worfen. In dem„verkommenen" Frankreich versteht man eben- falls keinen spaß in dieser Beziehung, und sogar unter der korrupten Regierung des„Bürgerkönigs" Louis Philippe.wurde— 1847— eui Minister, der sein Amt zu Geschäftsspettilationen mißbraucht hatte, auf� viele Jahre ins Zuchthaus geschickt(Prozeß Testc-Cubieres).— PN unierein biederen braven Deutschland, daS nach den Versicherungen der hernchenden Nationalrüpel alle Ehrlichkeit und Sittenreinheit der ganzen Meli für sich allein gepachtet hat, ist man im Punkte der poli- tiichen Moral merkwürdig— liberal, wohl der einzige Liberalis- mus, der heute nicht in Acht und Bann, ja der sogar hoffähig ist. Pg nehmen wir z. B.— wir wollen nur einen einzigen Griff„in's Volle" thun— da nehmen»vir z. B. den Hausmeier der Hohenzollern. Ter Mann ist seit 20 Jahren Haupt der Re- gicrung, hat die ganzen 20 Jahre hindurch eine ausgezeichnete Be- i o l d u n g gehabt, die für seine Arbeiten einen niehr als ausreichenden Lohn bildete— trotzdem hat er sich noch von dem Mann, welchen er bis zu dessen Tod behausmeierte, viele, viele Millionen schenken lassen— natürlich aus des Volkes Taschen— theils in baarem Geld, theils in Geldeswerth. Das genügte ihm jedoch noch nicht— er ließ in„seinem" Reich den Klingelbeutel herumgehen, und ein sehr rundes Sümmchen für sich zwangssammeln, welches er„zum Uebrigeq legte" und den„geschentteu" oder„dotirten" Millionen hinzufügte. Jndeß auch das genügte der hamsterartigen Sammelwuth des Haus- meiers der Hohenzollern nicht. Er hatte gelernt, daß die besten„Ge- schenke" diejenigen sind, welche man sich nimmt, und daß sich durch's „Geschäft" mehr verdienen läßt, als selbst mit„ D o t a t i o n e n Der„Reichsgründer" ging unter die Geschäftsgründer, Er gründete— Schnapsbrennereien, Papierfabriken, Sägemühlen»md sonstige Mühlen; und er übernahm Lieferungen— Papier- lieferungen, Holzlieferungen(der„Sachsenlvald" erlaubte ihm das) und der Himmel iveiß»vas sonst für Lieferungen. Aber freilich— bei Lieferungen muß man vorsichtig sein— wenn der Besteller insolvent ist, gibt es keine Moneten. Also des Be- stellcrs galt es sich zu versichern. Wozu ist man Politikers Wo- zu ist man Kanzler? Wozu ist man Hausmeier? Wozu hat man ein Reich gegründet, von dem man stolz sagen kann:„das Reich bin ich!"? Das neue deutsche Reich ist zivar ein deutsches Arm— gerade wie das alte zu Wallensteins und des seligen Schiller's Zeiten, allein reich genug, um die fetten Rechnungen seines Gründers zu bezahlen, ist's immer noch, lind so»vählte sich denn der vorsichtig« Reichsgründer das Reich selbst zu seinem Geschäftskunden, und er »var dabei seiner Sache um so sicherer, als er ja für prompte Zahlung selbst sorgen konnte, lind für gute Zahlung, denn als oberster Chef der Regienmg und der Finanzen konnte er natürlich auch die Preise bestimmen.„Das Reich bin I ch, das Reich ist mein Kund e. Ergo bin Ich Lieferant und Kunde weiner Per- s o n." Ein»vunderbar angenehmes Berhältniß, das»vohl auch nicht oft dagewesen ist, und dessen Annehmlichkeiten und Vortheile auch den »venigst Scharfsinnigen und Geschäftskundigen sofort in die Augen springen.— Nun— dieser sinnreiche Geschäftspolitiker— als Geschästspolttiker ist der Mann von unbestrittener Genialttät— genoß die Annehmlich- leiten und Vortheile nach Herzenslust und die„geschenkten" Millionen »vurden bald verdunkelt durch die„verdienten" Million« des Schnapsbrenners, Papicrmüllers, SägemüllerS, Telegrapheustangen- lieferanten und so»veitcr— denn die GeschästSthättgkeit des Reichs- gründers ist eine so vielseitige, daß es unmöglich ist, die einzelnen Ziveige und Thätigkeiten alle aufzuzählen. Verluste gibt's nicht, denn Preis, Profit und Zahlung bestimmt er selbst, und wo er das Reich Nicht zum direkten Kunden hat, da mutz es ihm»venigstens gute Preise und einen sicheren Markt verschaffen. Tie„Schnapsbrennerpolitik" des Haiismeiers hat dem Schnapsbrenncr-Hausuieier viele Millionen eingebracht, und die Korn» und Schutzzollpolitik des großen Staatsmannes hat dein kornpflanzen- den, Michlebesitzeuden ditlo Staatsmannc viele, viele Dkillionen in die Tasche befördert imd den Marktiverth seiner Güter um viele, viele Mlsionen vermehrt. Es fragt sich, ob selbst in Amerika,»vo das Geld ja ungleich„billi» ger" ist, jemals ein Geschäftspolltiker sich mir die Hälfte dessen /verdient" hat, was unserem deutsch« flieichsgründcr zil verdienen ge- l u»gen ist. PN E n g l a n d wurde einmal ein Minister cum mfmuia(mit mö- rch,!/.,!! Brandmarkung) ans dem Amte gejagt, weil er bei einer Lieferung, die er einem verschafft, ein kleines„Trinkgeld" von 100 Pf. St. enipfangen hatte. Und der Mann durfte sich nirgends niehr scheu lassen, er ivar sür das öffentliche Leben todt. Doch so handeln nur gemeine, egoistische, das Geld als Höchstes verehrende, dgs goldene Kalb nmtanzendc Engländer. Wir Deutsche sind flilKlft Kerle! Wir schimpfen zwar mordsmäßig ans den"". anderer, aus den Gelderwerb erviG"- 11'„ws/C"rTij5C-muä eigenen selbstlosen �/.-■-voller, und� rühmen unseren cigencii, cid u> v I c»„ c a l i S IN u s, der jegliche Korruption haßt- allein.»e-p?/ i s versetzt der Theorie die fürchterlichsten Ohr- feigen,»md unser nationaler Held, in dem sich unsere nationalen Ideale bcrkörperu, ist ein spekulircnder� geldmachcndcr Schnapsbreimer, Papier- imb sägcmüller, Telograpycilstaiigeii-Lieferaiit.—. Kurz der hungrigste und uiiskrupulöseste„Geschäftspolltiker", den die Welt jc gffebcn. Eines steht aber fest: der G ö tz c und die G ö tz c n a n b e t c r sind einau- der»vürdsg. > Der verkürzte Arbeitstag und die Produktion, sie ist sthon hundertfach widerlegt worden, und doch taucht sie ininier ivieder auf und kann daher nicht oft genug widerlegt werden, die Fabel, daß eine Reduktion der Arbeitszeit auch eine Reduktion der Produktion bedeute. Wir wollen daher an dieser Stelle wieder ein Beispiel aus der Erfahrimg folgen lassen, das das genaue Gegen- theil von dem beweist, was Klassenegoismus und Klasscnvoriirlhcil gegen die Forderung der Arbeiter nach Einführung kürzerer Arbeitszeit in's Feld zu fiihre» liebe». Im Jahre 1877 erhielt die Schweiz ein Fabrik�ciev, ivelches für die Arbeitszeit in Fabriken eine Maximalzeit von l 1 stunden festsetzte. Da bis dahin in einer großen'Anzahl von Fabriken 12 und mehr Stuyden gearbeitet worden ivar, so hätte nach der obiyen Theorie eine eine erhebliche Verminderung der Produktion cintreten müssen, In Wirklichkeit aber trat das G e g c n t h c i l ei». In einem Artikel T« Spinner und das Fabrikgefctz" bringt� der„st.� Gallcr Stadtaiizeiger' mit Bezug auf die Schweizerische Spinn-Jndi»- strie folgende inlu�ffante Zahlen: „In der Periode vo..' l8«0 bis 18.< betrug der jährliche Export an Baiimwollgarii im Turchic/M't Meterzentner, in der Periode von 1870 bis 1881 dagegen 7..4-».» Metcrzcntilcr, Tie Zunahm« bc- trägt etwa 45 Prozent. Tie Gar�mslihr wuchs dagegen von jährlich >0,700 Meterzentiicr auf 15,145, also etwa 40 Proz." Hieraus geht bereits hervor, daß das Fabrikgefctz keinesfalls die Wirkung gehabt, die Industrie vital zu schnAlgen, ihren Bestand m untergraben. Sehen wir aber weiter zu, wie das Fabrikgcsetz aus die Verhältnisse in den cinzcincii Etablisscincilts geivirkt. In einem Vortrag, den seinerzeit der Spinnereidircktor B l o ch e r— also ein Vertreter der ll n t e r n e h m e r,— in Basel gehalten, führte er folgende Verhältnißzahlcn der jährlichen Produktion aus einer Grobspiiiiicrci während der Jahre 1873 bis 1882 an.(Tie- selben sind ans die gleiche Tagcszahl, die gleiche. Spindelzahl»nd die gleiche Fcinhcitsnnmmcr umgerechiict. Die MiMmen waren während der ganzen Periode die nämlichen): „In den ersten fünf Jahren, 1873 bis 1877, betrug die tägliche 1882: 102,6. Das Mittel der ersten Periode beträgt 102,4, das der zweite» 103,5, Bemerkenswerth ist, daß im e r st e u Jahr nach der Reduktion auf elf stunden die Zahl plötzlich fiel auf!i7,0 nild dann aber stetig stieg, bis die frühere Zahl nicht nur erreicht, sondern noch etwas über- troffen war. „.... Die Löhne sind in der Periode»ach Erlaß des Fabrikgesetzes g l e i ch f a l l s c t m a s g e st i c g c n. So betrug der jährliche Durch- schnittslohn von Kindern und Erivachsenen in einer Grobspinnerei, welche »venig iugend.iche Arbeiter beschäftigt, in den Jahren 1808 bis 1877 Fr. 5!>!> oder per Tag Fr. 2,— und in den Jahren 1878 bis 1880 Fr. 074 oder per Tag Fr. 2,25." Allerdings meint Herr Blocher, daß sich die zwölfte Stunde vollstän- dig durch gesteigerte Thätigkeit nicht einbringen lasse, eine gewisse Min- derleistung entfalle doch auf den Einzelnen. Nun, das halten wir an sich noch für kein so großes Unglück; daß die allgemeine Produttion nicht gelitten hat, zeigen die obigen Zahlen. Jndeß, um auch diesen Gesichtspunkt nicht außer Betracht zu lassen, ivolleu wir blos aus den von uns eingeschaltete!! Satz hinweisen, Ivo es heißt, daß»vährend der ganzen Periode die Maschinen die nämlich«»v a r c n. In den meisten Fällen sind aber,»vie be-ännt, die Unternehmer darauf bedacht geivesen, als Ausgleich für die Hcrabsetzuug der Arbeitszeit die Maschinerie zu vervollkommne», und»vo sie dies thaten, war der Erfolg, daß die frühere Produktion weit überflügelt»vurde. Mit Recht zieht unser Schiveizeri- tiniaten Staaten heißt:. Wie in jeder andern Industrie, so sind heutzutage auch in der Baum- Wollindustrie diejenigen Etablissements die rentabelsten, welche die größte Produktionskraft besitzen und mit den besten und neuesten Ma- s ch i n e n arbeiten. Kleine Etablissements bezahlen des- halb heute auch lange nicht so gut wie die großen. Diese Lage der Dinge ruft denn auch neben der Anlage neuer Institute tine allgemeine Ausdehnung und Vergrößerung der bereits bestehenden Spinn- und Webefabriken her- vor. Die Nachfrage nach den n e u st e n Erfindungen und v e r- besserten Maschinen ist eine sehr rege in dieser Branche, da die be- stehenden Etablissements zu stetigen Neuanschaffungen und Veränder- Nngen gezwungen sind."... Hier und in der neueren Zollpolitik der großen Staaten liegen die Ursachen weshalb die Verhältnisse in der Schweizerischen Spinnerei in der neueren Zeit sich verschlinimert haben, und nicht ani Fabrikgesetz. Es fehlt ihr an Expanffonskraft._ Und so sieht denn auch Herr Blocher ihre Rct' ng nicht etwa in der Aufhebung des Fabrikgesetzes, im Gegentheil tritt er, und das mögen sich die Freunde des„freien Arbeitsverttages" merken, gerade als Mann derPraxis für einen A u s b a u. eine Ergänzung der Fabrikgesetzgebung im Sinne der Pflege der Wohlfahrt der Arbeiter, für eine Kräftigung der A r b e i t e r k l a ssc ein. Man sieht, das genaue Gegentheil von dem, worauf heute in Deutsch- lanb von dem Univerfalheilkünstler für soziale Schäden hingearbeitet wird. Alles ehrliche Arbeit. Die„Soeiöte des Metau" in Paris, die Hauptmacherin der famosen Kupferschwänze, über die wir seinerzeit berichteten, hat für das verflossene Jahr nicht weniger als gegen 13 Millionen Mark Gewinn erzielt. Alles der Ertrag ehrlicher Arbeit. Aber wessen? Welche Frage! Voran der geistigen Arbeiter, der Direktoren und VerwaltungSräthe und alsdann der physischen Arbeiter, der Aktionäre. Ihnen wird reicher Lohn für ihre schwere Mühe zu Theil, verdientermaßen, denn an der Börse zu operiren, erfordert enormen Aufwand von Wissen, und die Arbeit des Couponsabschneidens rackert den physischen Menschen bis zur Erschöpfung ab. Sie sind es. die alles schaffen, und die Nichtsthuer, die den lieben langen Tag in den Gruben herumschlendern oder sich an den Schmelzöfen die faulen Glieder wärmen, können froh sein, wenn man sie überhaupt in der menschlichen Gesell- schaft duldet. — Ein Amerikaner über Bismarck. Ein Amerikaner, lesen wir im„St. Louis Tageblatt", der Deutschland und Frankreich bereist hat, schreibt aus Amsterdam an den„New-Uorker Herald": „Mir scheint, daß unsere deutschen Freunde in Wolkenkncknksheiin wohnen. Deutschlands Herrscher haben das Volk gelehrt, sich auf noch einen großen Krieg gefaßt zu halten: die Deutschen erwarten daher be- ständig einen„Schlag", einen Angriff, sehen aber Keinen, der sie an- geblich hauen will. Das ist eine unerträgliche Situation, besonders für ein Volk, das nicht in Krieg vernarrt ist. Die Deutschen lassen sich das aber gefallen, weil der große Bismarck sagt:„es geht nicht anders", und der junge Kaiser mit seinen jungen Generälen aus persönlichem Ehrgeiz das Volk fortwährend alarmirt. Wir Amerikaner, die wir selber einen großen Krieg durchgemacht, wir wissen, welch' noblen Ehrgeiz jener Krieg eriveckte, aber die beut- schen Herrscher haben voltsfeindliche Ziele im Auge, rein persönliche und dynasttsche Interessen, welche wir Amerikaner für unberechtigt halten. Während des 1870er Krieges hatte Deutschland meine Sympathie wie die der meisten Amerikaner, weil Deutschland im Rechte war. Nun aber sind die Sympathien aller Amerikaner, die einer Volksregierung ergeben sind, auf Seiten der Franzosen. Englische wie deutsche Blätter diskreditiren fortwährend die französische Republik und kündigen ihren Sturz an; in Deutschland allerdings nur die offiziösen. Bismarck war ein Junker, ist ein Junker und wird ein Junker bleiben: Er iit der grimmigste Freihcitsfeind der Welt. Es giebt Deutsche, welche gern eine freie Regierung in Deutschland sehen möchten, aber sie sind vorderhand hoffnungslos; sie sehen, daß der Strom gegen sie ist; daß der junge Kaiser von seinen Lehrmeistern zur Rolle eines Stierochsen abgerichtet wird, der mit dem Kops gegen die Wand rennt, sie schen die unaufhörlichen Kriegsrüstungen und die Gefahr, die daraus entspringt,— aber sie können nichts dagegen thun. „Neulich zeigte ich einem deutschen Freunde ein deutsches Buch, das Mir sehr gefiel:„Tie Nation in Waffen".— Mein Freund sagte: „Interessant ist das Buch freilich, aber Sie sehen wohl, daß es ledig- lich mit großem Geschick den überwiegenden Militarismus feiert; das Buch beruht auf der Theorie, daß uns noch ein und zwar ein größerer Krieg bevorsteht und daß für diesen Zweck alle Kräfte angespannt werden müssen. Wir bilden thatsächlich eine große Kriegsmaschine aus. Unserem jungen Kaiser macht es Spaß, uin Mitternacht Generalmarsch schlagen zu lassen und große Revuen abzunehmen: aber es erscheint Vielen, daß unsere Maschine zu. gut„genxt" wird, gleichwie mancher englische Preis- kämpfer zu viel geschult wird. Unsere Machthaber denken an weiter nichts als an Krieg. Möchten sie doch auch ein Wenig an Frieden denken!" Und dieser Deutsche ist im Kriege gewesen. Ich glaube, wenn das deutsche Volk gehört werde» könnte, es würde sich nicht für weitere Kricgsrüstungcn, sondern für Frieden und tHttwaffnung erklären. Man sagt mir, daß Friedrich III. die Abficht hatte— Elsaß- Lothringen, unter Garantie der europäischen Mäckte, zu einer nenttalen Zone zu erklären, um dem französtsch-deiitschen Streike ein Ende zu machen; aber der Sohn, der jetzt Kaiser ist, sagte neulich, er würde lieber alle 48 Millionen Deutsche auf dem Schlachtfclde verbluten sehen, als einen Zoll Bodens abtreten. Solches Geschwätz ist sicherlich eines Regenten unwürdig, und ich freue mich, daß die Presse des republikanischen Frankreich inil einer einzigen Ausnahme es unter ihrer Würde hielt, mit einer Gegcn-Rado- montade zu antivorten. Wir Amerikaner haben allen Grund, auf dgs republikanische Frankreich stolz zu sein und ihm Gutes zu wünschen." Einige Stellen des Brieses, die eine Unterhalttmg des Bricft'chreibers mit einem russischen Offizier wiedergeben, können wir übergehen, da ein russischer Offizier nicht nnvarteiisch über Teutschland denken kann. Das Einzige, das wir am Briese bedauern, ist die Erklärung des Verfassers, daß die in Europa iveilenden Amerikaner ihre Sympathien Deutschland entzogen und aus Frankreich übertragen haben. Wir wissen nicht, ob das Letztere wahr ist, aber wenn so, ist es ein Zeichen, daß das deutsche Volk die Sünden seiner Machthaber zu biißcn beginnt. Der„New Aorker Herald" begleitet den Brief mit folgenden Be- Merklingen: „Das Schreiben kommt von einem hervorragenden Amerikaner, der Deutschland mit offenen Augen imd Ohren bereist hat; unser Lands- mann schreibt vom rein amerikanischen Standpunkt aus; er ist kein Amerikaner von der Sorte, die in Paris ultta-royalistisch denkt, in London blaublütig torystisch sich färbt und in Berlin hohenzollerischer als die Hohenzollern wird. Unser Landsmann hat ein scharfes Auge und er stellt zum ersten(!) Malen in deutlicher, nicht mißzuvcrstehender Sprache dar, was die Gesinnung aller denkenden Deutschen ist." Nun, das ist sicher übertrieben, aber der Brief an sich verdient alle Beachtung. Er ist ein bedenkliches Zeichen der Zeit— bedenklich für die, die nicht denken wollen. — Die Reptilien nennen jetzt offen Bismarck junior als künftigen Nachfolger des Bismarck senior.„Wilhelm der Zweite und B i s m a r ck der Zweite—'das gehört zusammen!" hnrraht ein begeisterter Patriot. Und zu den beiden— fügen wir hinzu— gehört als Dritter im Bund Turas der Zweite! Tyras der Zweite, Wilhelm der Zweite und Bismarck der Zweite, das ist eine Drcieinig- "eil, um die uns die ganze Welt beneiden wird.— üorrespolldevzeo. Aachen, l0. Oktober 1888. Folgende, im hiesigen„Politischen . Tageblatt"(Reptilicnblatt) erschienene Notiz verdient weiter bekannt gemacht zu werden: „Eine Toppel-oOjäbrige Jubiläumsfeier. Eine der ältesten Firmen hiesiger Stadt, die weltbekannte Firma Wagner und Sohn Nachfolger, konnte gestern eine fteudige Feier begehen. Es wurde zwei der ältesten und tteucsten Arbeitern, welche 50 Jahre im Fienste der Firma waren, das vom Kaiser verliehene Allgemeine Ehren- zeichen überreicht. Die Feier wurde dadurch, eine besondere, daß der Königl. Polizei-Direktor Freiherr von Funk den beiden Jubilaren im Beisein der Familie der Geschäftsinhaber und der Beamten und sänimt- lichen Arbeitern der Fabrik das Erinnerungszeichen übergab imd dabei in kräftigen Worten die Verdienste dieser Arbeiter hervorhob. Tie jüngeren Arbeiter wurden zu gleicher Ausharrung crmahnt und dabei als Beispiel treuer Pflichterfüllung die unverdrossene Arbeil unseres jugendlichen Kaisers betont. Die erhebende Rede schloß mit einem Hoch ani den Kaiser. Hierauf brachten die gerührten Jubilare ein lebhaft Beifall findendes Hoch aus den Herr Polizeidirektor und die Firma Wagner und Sohn Nachfolger aus. Reich beschenkt verließen die beiden ausgezeichneten Arbeiter für den gestrigen Tag die Arbeit mit dcmBe- ivußtsein, daß sie für die fernere Zeit ihres Lebens gesichert seien, wo- fiir die als wohlthättg bekannten Arbeitgeber gesorgt hatten." Wir knüpfen hieran folgende Fragen: 1. Ist es eine Ehre, wenn man Arbeiter nach 50jähriger, schwerer Dienstzeit staatlicherseits damit abspeist, woniit man„pflichttreue Be- amtc",(Jhring-Mahlow!) für erlogene Berichte auszeichnet? 2. Ist es nicht eigentlich ein Majestätsverbrechen, die„Spielerei" eines Fabrikarbeiters mit der„unverdrossenen Arbeit" des jugendlichen Kaisers auf Reisen zu vergleichen? Man könnte über diesem Vergleich selbst ganz„jugendlich" werden. 3. Für wie lange wohl das„reiche Geschenk" der Firma gereicht haben mag? Folgendes Tag's lagen nämlich die„glücklichen Arbeiter" mit„jugendlichem" Eifer wieder ihrer Arbeit ob. — Paris, 12. Ott. Der Wind der Reattion, welcher über alle in- dustriell entwickelten Länder fegt, in denen sich der Klassengegensatz zwi- schen Proletariat und dem Rest der Gesellschaft in einer bewußten Ar- beiterbewegung äußert, hat auch Frantteich heimgesucht und im„ttassi- schen Lande der Revolution" eine neue Polizeimaßregel reifen lassen. Nachdem die Schweiz, nachdem Amerika durch Maßregeln gegen ausländische Sozialisten den Beweis geliefert, daß die Regierungen einer bürgerlichen Republik so gut wie die der Monarchien in letzter Instanz nur Diener der privilcgirten Klassen sind, hat die ftanzösische Republik das Gleiche gethan. Wenn der neue Erlaß sich auch nominell auf alle Fremden bezieht, so sind es doch in Wirklichkeit nur die Vertreter der proletarischen Rcvolutton, welche eventticll dessen Schärfe zu kosten be- kommen werden. Das Dettet, welches der ftanzösische Ministerrath am 2. Ottobcr er- lassen, legt allen Ausländern unter Androhung polizeilicher Stta- fen, resp. der Ilns Weisung die Verpflichtung auf, sich binnen einem Monat in Paris bei der Polizeipräfektur, in der Provinz bei dem Bür- germeisteramt anzumelden, Namen, Alter. Geburtsort.'Namen der El- tern, von Frau und Kinder, Beruf und Einttinste anzugeben, seine Iben- tttät durch Dokumente(Geburtsschein, Paß) nachzuiveiscn. Damit sind den Fremden, welche in Frankreich auf unbestimnit lange Zeit aufent- hältlich sind oder sein werden, nicht mehr Verpflichtungen auferlegt, als es, und sogar meist in weit schärferer Gestalt, in den übrigen Ländern der Fall. Aber es ist und bleibt doch bezeichnend für die gesammte Sittmtion, für den Geist der Zeit, daß überhaupt dort eine Stellung der Fremden unter Polizei-Aussicht geschaffen ward, wo bis jetzt keine bestand, und weiter sind die Folgen bedenklich, welche sich vorkommenden Falles an dieselbe knüpfen können. Die polizeiliche Eintragung der Fremden, besonders der Passus in Betteff des Berufs und der Em- künsre kann in der Hand eines rcattionären>v!inisteriums, eines ftre- bersschen Polizeiprätetten zu einem bequemen Vorwand werden. nnbc- quemc Ausländer jederzeit und ohne Angabe des wirklichen Grundes auszuweisen. Wie verschiedene kapitalistische Organe zur Beruhigung aller reichen'und vergnügungsdnrstigen Bourgeois versichern, welche in Paris, Mm und andern Brennpunften des High-Life(das Bummelleben der eleganten Welt),; in den Händen von Nana's und Croupiers das aus Elend und Entbehrungen msamincugeschweißte Geld lassen, verfolgt der Erlaß den Zweck, ausländische Sozialisten, welche sich an Streiks und der Arbeiterbewegung bctheiligen, stets unter polizeilicher Aufsicht zu kalten und beim ersten Lebenszeichen auszuiveisen. Zu diesem Zwecke allein hätte es jedoch keines besonderen Erlasses bedurft, die ftanzösische Regierung ist durch de» ihr von Napoleon III. hinterlassencn Apparat von Polizisten und Spitzeln meist vorziiglich über alle Vorgänge und Persönlichkeiten der sozialistischen Arbeiterwelt unterrichtet. Auch ohne das Dekret hat sie im Lause der Jahre eine ganz? Reihe ausländischer, deutscher, russischer, polnischer„Aufwiegler" zu finden gewußt und aus- gewiesen. Erst kürzlich wurde der Luxemburger Joseph Viktor olffic jeden andern Grund, als daß er sich beim Stteik der Pariser Eid- arbeitcr zur Sache der Arbeiter gehalten, ausgewiesen. In der Regel ttafen die polizeilichen?ttisweisungen harmlose, oft sogar in der Be- wegung.ganz unbekannte Leute, welche eben nur ans den erlogenen Be- richt eines iiatioualen oder internationalen Spitzels hin als Sühnovser auf dem Altar der Reaktton geschlachtet wurden, um die Freundschaft mit den übrigen Mächten tvann zu haltch. Der neue Erlaß hat also wahrscheinlich noch einen anderen Zweck m Ange, er soll möglicherweise die Basis fiir eine Besteuerung der Fremden mit einer A uff- enthaltstaxc bilden, wie dieselbe in vielen Ländern üblich ist. Be- kmmtlich ist die letztere Frage seit lmigeni und mehrfach diskntirt wqr- den, hauptsächlich von dein Gesichtspuntt ans, die Konkurrenz a u s- 15 n bischer Arbeiter unmöglich zu machen, rcip. den Zorn der Arbeitcr von den Ursachen des Nothstandes, dem Ausbeutungssystent auf andere Ausgebeutete abzuleiten. Anerkannt muß iverden, daß das vorliegende Dekret sowohl von deNi großen Theil der Bevölkerung als auch der Presse, mit Ausnahme ua- türlich der vom Reptiliensonds zehrenden Blättcr iuit entschiedener Miß- billigung aufgenommen worden ist. Selbst so reaktionäre Zeitungen wie das„Journal des Debats" und der„Temps" haben nicht angestanden, die Maßregel als inikonstitutionell, iingerechtfertigt und zwecklos zu be- zeichnen, als einen Bock, den Floquet„in der Einfalt seines Herzens" geschossen, und wodurch er den hundertsten Gedenktag der großen Re- voliition und das Prinzip schände,"'j Die festländischen Großstaaten haben sich natürlich uni so weniger darüber zn beschweren, daß ihren„Angehörigen" oder„Unterchanen" eine derartige Verpflichtung auferlegt wird, ats bei ihnen daheim meist weit unbegueinere Maßregeln für Ausländer bestehen. Wohl aber hat das ftanzösische Volk Recht, seine Unzuftiedenheit über den Erlaß kund- zugeben, da derselbe Frantteich einer Ueberlcgenheit beraubt, ihm einen Vorzug nimmt, den es vor seinen'Nachbarn voraus hatte. Nicht cr- stannen, ivohl aber mit ticseni Abscheu erfüllen, muß die schanilose Heu- chclei, mit welcher die deutschen reaktionären Preßkosaken über das De- kret Heulmeiern. So schmutzige Blätter wie die„Kölnische Zeitung", die „Norddeutsche Gemeine" 2c. werfen sich plötzlich zu Rittern der armen in ihrer Freiheit bedrohten Ausländer in Frantteich aus, während sie im eigenen Lande, den eigenen„tteuen Landeskindern" gegenüber die Vorkämpfer der wüstesten Polizeiorgicn, von Ausnahmegesetzen, Belager- ungszuständen, Grenzscheerereien, Vagabondengesetzen?c. sind. Wahr- haftig, es wäre zum Lachen, wenn es nicht so unsäglich widerlich und verächtlich wäre. Ihre Tartüffcrie ist um so eckelhafter, als sie sehr genau ivissen, daß nur arme Teufel von Sozialisten eventuell unter dem Erlaß zu leiden haben, und daß gerade sie selbst es waren, welche nicht müde wurden, der ftanzösischcn Regierung in Lügensudeleicn die aus- ländischen Genossen zu denuuziren, als gefährlich zu verdächtigen. Na- ttirlich, um diese ist ihnen nicht zu thim, ihr Zorn hat eine ganz andre Klasse von Ausenthaltern im Auge. Das Ausland und Deutschland ins' besondere schickt ein gutes Konttngent Persönlichkeiten nach Frantteich' welche nicht nur das Ansehen der Republik durch gewerbsmäßig bettie- benes Lügen systematisch zü untergraben suchen, welche alle ftamösischett Einrichtungen mit Koth bewerfen, die sinnlosesten und gemeinsten Räuber- geichichtcn zusammenklauben, ja fogar durch ihre gefälschten Berichte den Frieden gefährden, und ivolltc die Republik sich dieser liebenswürdigen Gäste entledigen, so müßte die Regierung die meisten Korrespondenten der großen miSländischen Zeitungen von hier ausweisen, von der„Times", „Nowoje Wremja",„Kölnerin" an bis zu gewissen Organen der„De- mokratie" hinab. Aber die Herren haben Nichts zu fürchten; sie stehen unter dem besonderen Schutz ihrer bctteffenden Gesandschaften, deren Zuträger, polittsche Agenten, Lockspitzel, wohl auch Börscnagcnten sie sind, von denen sie den Austrag, resp. die fertigen Schmäh- und Lügen- artikel gegen Frantteich beziehen, mit welchen sie durch die Kanäle ihrer Preßkloaken die öffentliche Meinung verpesten. Im Interesse der mora- lischen Reinlichkeit sollte unter den Blowitz. Beckmaim(der berüchtigte Korrespondent der Kölnischen Zeitung", welcher schon 1850 im Kölner Kommunistenprozeß als„preußischer Kronzeuge" fnngirte), Pawlowsk? Und anderen gründlich ausgeräumt werden. Aber wie gesagt, wozu gibt es Gesandtschaften? t>— n. Zur besonderen Beachtung. Bei allen Postcinzahlungcn für uns lasse man stets vermerken: „Zahlbar 1>y Kentish TownRoad Post-„Office." Jede erfolgte Einzahlung ist uns sofort zu avisiren und der Absender-Name zc. genau mitzuthcilen, da ohne dessen Nemung durch uns, Gelder von der Post nicht verabfolgt werden. Zwei Bettäge» ca. Mk. 50.— vom 10. und 15. Okt. mit unbekannten Absendern liegen derart hier fest. Papiergeld oder größere Bettäge in B a n k w e ch s e l auf hier gelangen per„Eingeschrieben" prompt. an bekannte Geld- Adressaten, auf welche die etwaigen Wechsel zu verlautbaren sind. Durch Nichtbeachtung dieser Vorschriften entstehende W e i- t e r u n g e n und N a ch t h e i l e hat sich Jeder selbst zuzuschreiben. *) Das ist im Munde des„Journal des Debats" nichts als eine vcrhcuchelte Phrase. Tic Gründe, warum dieses'Mundstück der hohen Finanz die Maßregel bekämpft, sind erstens polittsche Fraktions-, bezw. Klicken-, und zweitens kapitalistische Interessen überhaupt. Das Kapital braucht einen überfüllten Arbcitsmartt, das ist Alles. Red. Wriefkasten der Expedition:— F. Paepke, R.- Janeiro: Bestllg. notitt Avisirtes erw.— Gen. i. Lzau: M. 3— Ab. 4. Qu. u. M. 3— P Ufd. dkd. erh.— Herbert: Alles hier. Bf. v. 7. ttcuzte leider mü dem Ihrigen. Bf. v. 8. hier. Bfl. mehr.— Rother Geldsack: M- 4 40 Ab. 4. Qii. f. Sch. erh. Adr. geändert. Alles hier, auch Dkschst Adr. notirt.— K. in Z.: Fr. 20— p. Ufd. dkd. erh.— Lasse: Bs. v. 5. d. hier. Rekl. bett. bfl. mehr.— Werden weiter recherchiren. Rothe Schwefelbande: Fr. 39—(M. 32—) a Cto. Ab.?c. erh. Ag- Lbre., Paris: Fr. 2 50 Ab. 4. Qu. erh.— Akai: Auskunft dkd. erh. Bfl. mehr.— K. in Htg.: Fr. 2— Slb. 4. Qu. erh.— E. in Z.- Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— Schbt. Szekely: Fr. 2—(öw. fl. 1—) a Cto. Schst. erh. Bstg. nottrt.— Rother Hussitc: M. 18— Ab. 4. Queich. Weiteres bfl.— Rpcht. Bttst: Wenn möglich, werden Ersatz lie- fern. Bfl. mehr.— Ap. Zch: Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— Schmdl Biel: Fr. 38 50 Ab. 3 Qu. erh.— Stp. Zch.: Fr. 2.— Ab. 4. Qu- erh.— Herbert: Bf. ü. 7. hier. Kreuzte. Bfl. mehr.— Schndl. Biel: Fr. 38.50 Ab. 3. Qu. erb.— Blutnelke: Mk.13.— 3 Ab. 4. Qu.». Schft. erh.— Paepke: Ri. d. I. Fr. 70.— ä Cto. Ab.?c. erh.- Le Sout: Paris. Fr. 2.50 Ab. 4. Qu. erh.— Dll. Srb.: Mk. 3.- Slb. 4. Qu. erh.— Leopold: Mk. 9.— 3 Ab. 4. Qu. erhalten. 7 Brßhvr. Bttst.; Fr. 10. 10(öwfl. 5. 05) Ab. 4. Qu. und Schst erh.— N. C. F. H.: Mk. 4. 40(Fr. 5. 50) Ab. 4. Qu. erh. A Smstr.: Glasgow: Sie theilcn das„Schicksal" aller unserer Leset. Die Verspättmg von Nr. 41 und 42 ist dem Ilmzug und der Nev Einrichtung unseres Geschäftes geschuldet, wobei unberechenbar: Zwischenfälle ivalten. Mit 43, spätestens 44 hoffen wir in der HauM fache im Schritt zu sein und nach Wunsch liesern zu können.— Ich- London; R. H. Paris und diverse andere Reklamanten: Wollen aist Sie von Vorstehendem Kenntniß nehmen und stets festhalten, daß wir nichts versäumen der neuen Verhältnisse schleunigst Herr zu werden. Mhmr. Gen.: Nachr. v. 14./10. hier. Weiteres nottfizirt u. bfl. mehr — Th. Radtkc S. Franziska; Adr. gcord. Gruß.— Phil: Bergen- 2 Kr. Ab. 4. Qu. erh. u. Beil. besorgt. Weiteres siehe Glasgow jc. f3 später.— Karl Schwarz: Mk. 4. 40 Ab. 4. Qu. erh.— Ttschr. S�i- Klub Paris: Fr. 34.50 Ab, 2 u. 3. Qu. erh. Weiteres' nottrt. 5iata- log in Ncumifiage vorbereitet.— Raimund: öwfl. 83.— u; 70 Pft Bfnik. ä Cto. Ab. k. erh. Bstllg. u Adr. notirt. Z. war längst aw gewiesen Ihnen Da. zuzuweisen. Bitten dorthin monireff Gruß. Major Eduard: Nachricht v. 11-/10. p. Z. �erh. Selbstverständlich. Alle: hierher. Weiteres besorgt u. bfl. mehr. Avisirtes dringend erwartet. � v. d. Eider: Nachr. v. 12./10. hier u. beachtet. Bestllg. notftt. Bst Weiteres.— Kilian: Bf. u. P. K. V. 11. u. 13-/10. erb. Adr. uid Bstllg. notirt. Beachten Sie Glasgow oben. Bfl. mehr. Versprochen� fe eher, je lieber.— Blocksberg: Brs. u. Mk. 50,—(pr. Pfd. A. 2. 9.—) am 12., AO. ä Cto. erh. Reklninirtes wird geordnet. Adr.»o- tirt.— II. F. G.: Adr. vorgemerkt. Dazu ist doch Ad. mitgetheist Adressiren Sic aber genau nach Vorschrift. In Ihrer AuftAge liabc» Sie den Namen verstümmelt. Nachlesen u. umgehend senden!— Wob fus: Erwarten Zugesagtes 11. besorgen Weiteres. Baar voraus ist da- bei eine alte Regel u. mit dem Anderen nicht zu lange hintendreiN Gruß.— Felir I: Was ist denn das für ein Wirrivarr mit Rtlg.* Beruft sich auf F. K. u. M. u. dich. Ausschluß. Grüße.— Knurthahnt Mk. 50:10 ä Eft. A6. x. erh. Zwischcnhand nionirt.— Lionel: D� Eine thut uns ailch Leid und das Slnderc Roth. Besten Gnift.— Rotlst Geldsack: Dkschst.-Material. v. 10./10. erb.— Miemück: Mk. 80.— M 4; Qu. dir. erh. 20 Pfg. lagen nickst bei. Adr. geordnet. Weiteres siehe obck unter Glasgow. Brs. folgt.— Schnaitter Wacht; Mk. 40.—-i Cto-- Ab. p. L. erh.— AnVers: Pfd. St. 1. 1.11(Frs. 27. 75) Ab. 4. L». Schst. ii. Mrken erh. Bestllg. folgt.— Rothbart: Denkschriftenmatcriai v. 101/10. u. Nachr. v. 15./10. hier. Beilage besorgt. Bfl. mehr, eidenwurm: Nachr. v. 13./10. hier. Unbegreiflich. Adr.«. nottrt. Bil' am t m 1 in"' mehr.— Spreeqnclle: Mk. 27. 75 ä Cto.?lb.?c. erh. Adr. u. Bstlll notirt. Bfl. Weiteres.— A— c Gent: Adr. geändert. Ohne sch liche Legittttmation Niemand vcrttanen. W. C. ist übrigens keine ferenz von Verlaß. Fauler Bruder.— Nike. Ldn: Hier Folgt wörtlick in 44.— Achtung! Die D e st i l l a t i 0 n F e u st e l in Berlin, S k a l i tz c r st r a n' Nr. 72, dient der Polizei als Spivelanmcldepunkt. 3>bi'® Feustel soll die Verbindung zwischen den neuangeworbenen und dck angestellten Spitzeln hergestellt werden.— Dies zur Kenntnißnah� und Warmmg imscrer Genossen. Spreewacht. tfüllle der„AriieltMmm". Unser V e r k a u f s l 0 k a l befindet sich jetzt in der Zähringcrstrastc Nr. IS Zürich. Wir bitten alle Bestellungen ans Schriften und„Sozialdeniokr� gefälligst direkt dahin und nicht erst an das Hauptgeschäft in � Oetcubachsrraße richten zu wollen. Tic Obige. Pn'ntcd and jubliaUed by E d, B e r n 8 t e i n& C o., 114 Keatlsa Towu Bo3d lA London, X. W.