i Abottnements isteben beim Verlag und desse» brlannttn Agenten entgegen- genommen, und zwar zum voraus zahlbar«« Lierteljahrspriig von: Ml, M0 jiir Deutschland«direlt Per Brief-Couvert) iwfl, 2,7b s!Ir Oesterreich(direlt per Vries-Coudert) Zhill. fstr alle übrigen Llinder dei Weltpostvereini lltreuzbandj. Inskrate die dreigespaltene Petitzeile• »Pen-«--- 25 Psg.— 30 Cl». Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Junge. Erscheint wich«ntltch«in mal in London. Aerkag der iZermnll c?ooperat»re?ubIisdiQ»Oa- L. vennstoln& Co., London H. W, 114 Kentish Towu Road, Koststlldinge« sranlo gegen franko. Gewöhnliche Briefe «ach England kosten Doppelport». M 53. Briefe an die Redaktion und Erpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen, Sozialdemokrat' wolle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lassen. Zu der Regel schick« man UN» die Briefe»icht direkt, sondern an die bekannten Deckadressen. In zweifelhasten Fällen«Ingeschrieben. LZ. Dezember 1888. Zur Nachricht. Mit Rr. 52 sch ließt der Jahrgang 1883 und erscheint 3!r. 1 1889 in der ersteil Woche des Januar. Nie RkdaKtioll 4 elpedition des ,LoMldrmollrat". Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemahregelten nicht! Krieg auf Erden. Eine Weihnachtsbetrachtung. Friede auf Erden— wird es am 25. Dezember, denl Tag, an ivelchem die Christenheit die Geburt ihres Heilands feiert, von allen Kanzeln ertönen, die Christenheit selbst aber unter- bricht keinen Augenblick ihre Rüstungen, bis der„Krieg auf Erden" zur Nothwendigkeit, zur Thatsache geworden. Dieser Gegensatz datirt nicht erst aus unfern Tagen, lnaii könilte sagen, er ist so alt wie das Christenthuni selber. Un- zählige Male ist er schon gekennzeichnet wordeil— von Gegnern wie von Exaltirten des Christenthums, von Satirikern wie von Schwärmern und Moralisten. Es stiegt nicht in unserer Absicht, die Zahl der sentinim- talen'Betrachtungen über diesen Gegenstand noch um eine zu vennehren. Schon deshalb nicht, weil wir ihn für durchaus natürlich� im Wesen der Sache begründet halten. Es ist durch- aus kein Zufall, kein Widerspruch, daß grade zu einer Zeit, wo niehr wie je für die„Erhaltung der Religion", worunter natürlich die christliche gemeint ist, gearbeitet und geworben wird, die Kricgsrüstungeii mit besonders großem Eiser betrieben werden, und zwar Beides überall von denselbeil Leuten. Das Christeilthum hebt die Klassengegensätze, welche die moderne Gesellschaft spallen/ nicht aus, so ivcing es die Klassen' gegensätze der alten und mittelalterlichen Welt aushob. Seinen ersten Gründern maz dieses Ideal vorgeschwebt habm, und von ihnen auch der Ruf stammen: Fried, e auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Aber es ist bekannt, wie bald das Christenthum aus einem Evangelium unterdrückter Sklaven Religion für Alle, für Reich und Arm, und schließlich Staatsreligion wurde. Von diesem Augenblick an hatte es nur noch die Mission, die Klassengegensätze zu vertuschen, den Reichen etliche Almosen zu Guiisten der Armen zu ent- locken und die Armen durch moralische Tröstungen mit ihrem Loose zu versöhnen. Diese Mission ist in der Geschichte delitlich zum Ausdruck gekominen. Jedesmal, wo Staat und Ge- sellschaft durch ernsthafte Versuche der arbeitenden Klassen, ihre Ketten zu sprengen, in Gefahr geriethen, aus dem Leim zu gehen, hat sich das Christenthunr als Vertheidigungsmittel zu bewähren gehabt— in den meisten Fällen erst, nachdem vor- her ein„wohlthätiger Aderlaß" praktizirt worden war. Bedarf der Klassenstaat der Religion, um die sozialen Gegensätze zu vertuschen, so bedarf er des Herres, um diesel- ben aufrechtzuerhalten, um den Besitzenden und Ausbeutenden ihre Privilegien zu sichern. Die Kanonen sind die letzten Gründe der Könige, sagt ein bekanntes Sprichwort, und das gilt natürlich auch von den Königen der Industrie, des Hau- dels, der Landwirthschaft, der Finanz. Sie brauchen Kanonen, Bajonnette, um ihre gesellschaftlichen Ansprüche zu unterstützen, und sind daher begeisterte Anhänger und Stützen der stehen- den Heere. Solange der moderne Klassenstaat mit seinem wirthschaft- lichen Kampf Aller gegen Alle, mit seiner Ausbeutung der großen Blasse der besitzlosen Produzenten durch die besitzenden Richtsthuer besteht, ist aber außerdem an Beseitigung der Kriege von Nation gegen Nation nicht zu denken. Wo Aus- beutung ist, entsteht Krieg— daheim zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten, draußen zwischen den Ausbeutern unter- einander um die Ausbeutungs gebiete. Hinter allen poli- tischen Herrschaftsfragen, so fern sie dem wirthschaftlichen Konflikt zu stehen scheinen, steckt in letzter Instanz doch das Aus- bentcrinteresse. Die Bourgeoisie ist international—„diesen Kuß der ganzen Welt", schwärmt sie, und sendet ihre Kattune und Phantasieartikel nach Afrika, um die Sieger in Stand zu setzen, sich zu schmücken, und läßt sich Arbeiter aus der Kassubei oder sonstwoher konimen, um den heimischen Arbeiten, die Lust nach den schönen Dingen, die sie produziren, zu vertrei- ben; aber sie ist zugleich sehr national: das Interesse des Handels erfordert es, daß sie draußen„schneidig" aufzutreten vermag sowohl ihren Käufen, als ihren Konkurrenten fremder Rationalität gegenüber. Die Größe der Rationalität setzt sich draußen in die Größe des Profites um, in Handelsprivilegien, in direkte Monopole. Dieser„Zwiespalt der Stutur" bewirkt es, daß sie gleichzeitig für den Weltfrieden schwärmt— uni keine Störung im Geschäft zu erleiden— und doch den Chau- vinismus nährt und dem Kriegsmoloch Hekatomben opfert. Wie der Profit die nationalen Beziehungen beeinflußt, ja gradezu diktirt— zeigen die jüngsten Wandlungen in der Hältung der deutschen Bourgeoispresse gegenüber England. Als die Aktien der Eroberung Afrikas noch hoch standen, als der Reichsphilister sich noch in dem Wahn befand, er brauche nur ein paar Gardelieutenants nach Afrika zu schicken, und der ganze schwarze Erdtheil werde in Furcht vor dem großen deutschen Reich erbeben, da kannte das Gehetze gegen England keine Grenzen. Wie konnten die Engländer es wagen, auch noch Interessen in Afrika zu haben? Daß dieser unverschämten Nation sobald als möglich das Handwerk gelegt werden müsse, wurde nationaler Glaubenssatz, über den der Leser der„Köl- Äschen Zeittmg", der„National-Zeitung" 2c. zeitweise sogar den„Erbfeind in, Westen" ganz vergaß und cm liebsten mit dem„Schelnifranzos" über das„perfide Albion" hergefallen wäre. Nachdem sich aber gezeigt, daß es in Afrika Leute gibt, die so unzivilisirt sind, sich durch protziges Auftreten nicht imponiren zu lassen, nachdem das famose Deutfch-Ostasrika nicht nur finanziell, sondern auch moralisch verkracht ist, weil man, mit einem Wort, die Rechnung ohne die Araber gemacht, da erwacht plötzlich in den deutschen Gemttthern die Erkennttnß, daß, da man doch eigentlich nur nach Afrika gegangen ist, um es der europäischen Zivilisation zu erschließen, auch alle europäischen Stationen an diesen, Kulturwerk einträch- tiglich Hand in Hand arbeiten müssen. Der Reichsbourgeois sieht nun auf einmal in dem Engländer nicht mehr den perfiden Egoisten, der so gemüthlos ist, nicht sofort die Segel zu streichen, wo der ideale deutsche Konkurrent ihn, entgegen- tritt, sondern den christlichen Bruder, der gleich ihm— wenn auch vielleicht„icht von der gleichen Höhe der Gesinnung— die humansten Zwecke verfolgt. Und der Verinchter der Koa- littonsfreiheit der deutschen Arbeiter, der Schwärmer für Kontrakt- und Zwangsarbeit, der Verehrer der Peitsche als Erziehungsmittel für die„faulen Neger", schließt einen Bruder- birnd mit dem„Unterdrücker Irlands", um— den Sklavenhandel auszurotten. Und in den deutschen Kirchen wird am Weihnachtstage den Gläubigen vorerzählt werden, eine wie herrliche Sache es doch um das Christenthum sei, das den armen Stepern die Freiheit bringe.„Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen." Ja wohl, Friede auf Erden! Und wenn den christlichen „Befreiern" Afrikas das Feuer nicht mehr auf den Nägeln brennt, dann wird von Neuem gehetzt und von Neuen, ge- wühlt und um die fetten Bissen gerauft, daß es nur eine Art hat. Nein, solange der Kapitalismus besteht, solange die mensch- liche Gesellschaft gespalten ist in Besitzende und Nichtbcsitzende, solange der Profit regiert, solange wird auch der Krieg nicht aufhören. Glück und Wohlstand der Völker zu bedrohen. Wie die Konkurrenz ini Kleinen den Menschen zum Feinde seines Nebenmenschei, macht, ihn in dessen Ruin seinen Vor- theil erblicken läßt, so treibt sie die Völker inimer wieder zum Kampf gegen einander, streut sie den Samen der Zwietracht zwischen den Stationen. Und indeni das Christenthum das Privateigenthum heiligt und es für eine„göttliche" Institution erklärt, die zu bekäulpfen eine Sünde ist, heiligt es den Krieg, erklärt es ihn für eine göttliche Einrichtung, das- selbe Christenthum, das den Frieden predigt. Dank diesem Widerspruch haben ihm neunzehn Jahrhunderte nicht gereicht, diesen Frieden zur Wahrheit zu machen, und wird es ihn überhaupt nicht zur Wahrheit machen. Bis an die Zähne bewaffnet stehen die christlichen Nationen einander gegenüber. Je mehr der Konkurrenzkampf in dem Schooße der Gesellschaft sich zuspitzt, um so mehr spitzen sich auch ihre Beziehungen zu. Wie das Untemehmerthum schließen auch sie zeitweise Verträge ab, um irgend einen dritten Kon- kurrenten zu meistern, sich Märkte zu sichern oder die Massen in Schach zu halten. Aber wie jenes, so sinnen auch sie nur darauf, diese Verttäge im gegebenen Moment wieder zu brechen— die Gesetze der Konkurrenz, des Profits, verlangen es so. Ausbeutung auf Erden, Besitzende und Besitzlose auf Erden, Ausbeuter und Ausgebeutete auf Erden, individueller Kampf ums Dasein auf Erden— Krieg auf Erden. Krieg, Krieg und wiederum Krieg. Mitten in die Choräle der Frommen, in die Predigten der Gottesmänner ertönen die Signale des Hasses und der Zer- störung. Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl- gefallen, heißt es in den Gesängen und den Kanzeltexten, Krieg auf Erden und den Menschen Opfer und Entbehrung, Roth und Tod— das sind die Aussichten, unter denen die Christenheit ihr Weihnachten feiert— im Jahre des Heils Eintausend achthundert und achtundachtzig. Lockspitzel Ehrenberg vor dem Reichstage. Rede Bebels in der Sitzung vom 4. Dez. 1S8S. (Aus dem stenographischen Bericht.) »Ich komme nunmehr auf eine andere Angelegenheit zu sprechen: eS ist das der Fall Ehrend erg. Als ich am 30. Zanuar d. I. hier im Hause bei Bcrathung der Verlängerung des Sozialistengesetzes die Person von Ehrenbergs in die Debatte zu ziehen genöthigt war, da werden Sie sich erinnern, daß der damalige preußische Minister des Innern, Herr von Puttkamer, mir zurief und später auch in einer Rede ausführte, ich würde Gelegenheit haben, alle die Anschlildigirngeu und Anklagen, die ich gegen den Hauptmann a. D. von Ehrenberg in diesem Hause erhoben hätte, vor Gericht als Zeuge bestätigen zu können. Meine Herren, ich habe damels den Herrn von Ehrcnbcrg landes- und hochvcrrätherischcr Unternehmungen bezichtigt; ich habe unter anderem darauf aufmerksam gemacht, daß Herr von Ehreuberg einen von ihm oerfaßten Aufruf an unsere deutschen Parteigenossen in Paris gesandt und dieselben aufgefordert hat, denselben drucken zu lassen und zu ver- breiten. In diesem Aufrufe wurde einestheils gegen die sozialdemo- kratische Reichstagsfraktion als die Vertreterin der Gesetzlichkeit, anderen- theils gegen die Redaktion des„Sozialdemokrat", die ebenfalls nach Ansicht des Herrn von Ehrenberg der gemäßigten Richtung angehörte, Front gemacht und gehetzt. Es wurden aber zugleich auch in diesem Aufruf die deutschen Arbeiter aufgefordert, mit der sozialdemokratischen Fraktion, mit der Redaktion des Züricher„Sozialdemokrat" anfzuräu- inen und sich ans die Gewalt vorzubereiten, da nunmehr es doch jedem klar sein müsse, daß ans dem parlamentarischen Wege die Ziele der Partei nicht zu erreichen seien; es gelte also die Gewalt an Stelle der parlamentarischen Thatigkeit zu setzen. Alsdann hat von Ehrenberg einen zweiten Aufruf verfaßt, betitelt: „An alle muthigen Männer, welche ein besseres Loos der ausgebeuteten Volksklasscn herbeiführen»vollen." Meine Herren, die Tendenz dieses Auftufs ergibt sich klar und deutlich ans dem Schlußsatz desselben. Der- selbe lautet: Der allerunversöhnlichste, momentan stärkste und grausamste, aber auch feigste Feind ist das deutsche Gottesgnadenthum und an seiner Spitze das Räubcrgeschlecht der Hohcnzollcrn (Unruhe— Glocke des Präsidenten) mit deren Knechten, den übrigen flirstlichen Verbrecherfamilien Deutschlands—— Vizepräsident Dr. Buhl: Ich bitte den Herrn Redner um Ruhe, ich habe ihn zu unterbrechen. Ich kann dem Herrn Ltedner auch nicht in Form von Zitaten zugeben, derartige Worte hier im Reichstag vor- zutragen. (Lebhafter Beifall.) Abgeordneter Bebel: Meine Herren, der Grund, der mich dazu bewegt— ich habe damals in der Debatte vom 30. Januar ds. Js. darauf Verzicht geleistet—, diese Stelle vorzulesen, ist kurz der: es ist gegen Herrn von Ehrenberg das Gerichtsverfahren eingeleitet worden, es ist bewiesen worden, daß Herr von Ehreuberg diesen Ausruf verfaßt hat, nachdem er es zuvor geleugnet hat. Es ist dam» Herrn von Ehrenberg dieGelegenhcit gegeben worden, trotz dem erdrückenden Bewcismaterial, was fiir seine hoch- und landesverrätheri- schen Unternehmungen vorlag, die Flucht zu ergreifen, sodaß, nachdem mehr als sechs Monate die Untersuchung gedauert hatte, am 25. September d. Js. im„Iicichsanzciger" ein Steckbrief erschien, der folgendermaßen lant:t: Der hier wegen Hoch- und Landesverrath zur Untersuchung gezogene Hauptmann a. D. Alftcd von Ehrcnbcrg, zuletzt im l. badischen Fcldartillerie-Rcgiment Nr. 14. seit 1880 verabschiedet, 42 Jahre alt, evangelisch, von klemcr Statur, hat sich durch Flucht der Untersuchung entzogen und an unbekannte Orte be- geben. Es wird ersucht, denselben im Bctretnngsfalle zu ver- hasten und an die nächste Militärbehörde abzuliefern. Königlichen Gericht des 14. Armeekorps . in Karlsruhe. Meine Herren, es gilt nun für mich, Ihnen heute zunächst zu be- weisen, daß schon im ersten Stadium der Untersuchung die Thatsachcn und Aktenstücke, die gegen Herrn von Ehrcnbcrg vorgebracht wurden, so konkludent waren für die von mir behaupteten hoch- und Vaterlands- verrätherischen Unternehmungen, daß auf Grund der bestehenden Be- stimmungen der Ntilltärstrafprozeßordnuug derselbe sofort in die Unter- suchungshaft hätte abgeftihrt werden müssen. Daß dies nicht geschah, ist im höchsten Grade verwunderlich. Weder geschah dies auf Grund der Aktenstticke, die ich damals im Reichstage vorzutragen oder miczu- theilen die Ehre harte, noch auf Grund anderer Aktenstücke, die ich im weiteren Laufe der Untersuchung beigebracht habe. Der zweite Aufruf nun, aus dem ich soeben die Stelle verlas, deren weitere Zitirnng der Herr Präsident untersagte, lautet an seinem Schlüsse: Dann, Proletarier aller Länder, vereinigt Euch alle zum einigen und ivohlvorbereiteten Handeln gegen den gemeinsamen Feind, gegen die Verbrccherbande auf den deutschen Thronen. Unterzeichnet:„Das Jnsurrcktionskomite." Ich glaube, diese Stellen sind deutlich. Außerdem war ich in der Lage, damals schon gewisse Aktenstücke dem Militärgericht mitzutheilen, die ebenfalls bewiesen, daß auch der schweizer Bnndesrath in Bern auf Grund der ihm vorliegenden Aktenstücke und Thatsachcn zu der Ueberzeugung gekommen war, daß Herr von Ehren- bcrg einen gegen das deutsche Reich gerichteten Gewaltakt ge- plant habe. «... Ich hatte neben den revolutionären Aufrufen, die ich Ihnen in aller Kürze auszugsweise hier mitthcilte, danials auch angegeben, daß Herr von Ehreuberg gelegentlich einer mchrmonatlichcn Festungs- Haft, die er zu verbüßen gehabt, in Wesel die Gelegenheit benutzt habe, um die dortigen Fortifikattonen genau kennen zu lerneu, daß er einen Plan von Wesel cntivorfen und ihn mit genauer Instruktion, wie Wesel zu überrumpeln sei, an die französische Regierung zum Kauf angeboten habe. Ferner hatte von Ehrenberg zugleich mit diesem Kaufangebot dem französischen Kriegsniinisterium die Mittheilung zugehen lassen, daß im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich er(Ehren- berg) gegen Auszahlung mehrerer hunderttausend Franks sich anheischig mache, die deutsche Sozialdemo- kratie zu insurgircn, damit sie in Gemeinsamkeit niit dem ftan- zösischcn Heere im Rücken des deutschen Heeres arbeite und die Nieder- iverfung der deutschen Armee möglich uiache. Also Landesverrath in höchster Potenz und mit den nichtswürdigsten Mitteln herbeigeführt I durch Bezahlung mit Geld. ..... Weiter, meine Herren, habe ich hier das gerichtlich bcglau- bigte Zeugniß des eidgenössischen Obersten Karl Blunischli, welcher an- gibt, daß er Ehrenberg bereits im Jahre 1867, als er noch Lieutenant war, auf dem Waffenplatz Frauenfeld kenne» gelernt habe, daß später Ehreuberg, als er nach der Schweiz kam, sich bei ihm vorgestellt und sich erboten habe, für die schweizerisch- Zeitschrist über Artillerie Ar- tikel zu schreiben, die er auch geliefert habe; allmählich aber sei ihm der Umgang mit Ehreuberg sehr widerwärtig geworden, weil Ehreuberg fortgesetzt über den deutschen Kaiser und dessen Regierung in den schwer- ften Beschimpfungen sich erging. Es wird dann weiter von dem Ober- st-n Bluntschli angeführt, daß Ehrenberg eine Reihe von Artikeln in der schweizer Zeitschrift„Arbeitcrstimme" veröffentlichte, welche daraus hinausgingen, zu lehren und zu unterweisen, in welcher Weise man im Falle eines Ausbruchs einer Revolution mit dem Militär im Straßen- kämpfe fertig werden könne. Diese Zeitungsartikel hätten iu der schwei- zerischen Ofstzierswelt Aufsehen und böseS Blut erregt und wesentlich dazu beigetragen, daß man Ehrenberg aus der Gesellschaft derselben ausschloß. .....Meine Herren, Sie werden mir zugeben, daß alle diese von mir erwähnten Aktenstücke, die ich dem Militärgericht zu Karlsruhe mitthellte, in Verbindung mit den drei von glaubhaften Persönlichkeiten gemachten eidlichen Aussagen Thatsachcn waren, die es selbstverständlich hätten erscheinen lassen, daß Ehrenberg sofort gefaßt und hinter Schloß und Riegel gebracht worden wäre. Vergleichen Sic den Fall Ehrenbcrg mik dem Fall Gcfften. Herr Geffken hat in guter Treue einige Ar- tikel aus dem Tagebuch des Kaisers Friedrich—— (Glocke des Präsidenten) Vizepräsident Dr. Buhl: Ich muß den Herrn Redner hier unter- brechen. Die vorigen Ausführungen mußte ich nach der bisherigen Uebung des Hauses als zur Sache gehörig betrachten und habe ich ihn deshalb nicht unterbrochen. Er scheint aber jetzt von dem hier vorlie- gendcn Gegenstand zu lveit abzugehen. Abgeordneter B e b c l: Ich habe den Fall nur beispielsweise an- führen wollen. Soweit meine langjährige parlamentarische Erfahning reicht, weiß' ich, daß Beispiele anzuführen immer in solchen Fälle» sei- teus der Herren Präsidenten gestattet wurden. Indessen, ich muß mich fügen. Run, nicine Herren, als nun Ehrenbcrg all diese Dinge vorgelegt wurden, hatte der Herr die Unverschämthett, nicht nur dieses alles zu leugnen, sondern zu erklären:„Alles das, was Bebel gegen mich aus- sagt und zu beweisen versucht, hat er mir vorgeschlagen." (Hört!) Das Umgekehrte sollte also wahr sein: ich sollte ihm den Vorschlag gemacht haben, er(Ehrenberg) soll der militärische Leiter der künftigen deutschen Revolution iverden u. s. w. Er ging noch weiter und erklärte frech:„Bebel hat mich sogar gefragt, Ivie man es machen muß, daß unsere Leute in der Armee, die Sozialdemokraten in die Offizierskasinos als Diener hineingebracht würden, um dort genau alles aushorchen zu können." Meine Herren, ich bin nie Soldat gewesen, ich habe keine Ahnung, wie es in den Militärkasinos zugeht,— und da legt dieser Mensch mir eine solche Frage unter. Selbstverständlich ist, daß nur ein solcher Gedanke vollständig fern lag. Run, dieses Leugnen des Herrn von Ehrenbcrg schien aber auf das Militärgericht einen gewissen Eindruck gemacht zu haben. Nicht allein, daß er trotz aller entgegeustchenden Beweise nicht verhaftet wurde— ich wurde aufgefordert, weitere Beweise herbeizuschaffen und nament- lich die Originale der von mir abschriftlich eingerichtcn Aufrufe cinzu- reichen. Diese letztere Forderung fand ich gerechtfertigt. Ich habe diesen Wünschen nach bestem Willen und Vermögen genüge geleistet und muß sagen, ich war mit dem Resultate meiner Anstrengungen sehr zufticdcn. Vor allen Dingen hielt ich es aber für angemessen, gegen- über den cigenthümlichcn Verdrehungen des Herrn von Ehrenberg, der die Thatsachcn aus den Kopf zu stellen versuchte, den Wunsch auszu- sprechen, das Militärgericht möge mir Gelegenheit geben, Herrn von Ehrenbcrg gegenübergestellt zn werden, um Gelegenheit zu haben, auf seine Aussagen sofort die entsprechenden Antworten geben zu köiiuen. Dem ist auch von Seiten des Militärgerichts Folge geleistet worden, indem am 20. August zwischen ihm und mir eine Gegenüberstellung in Karlsruhe stattfand, auf die ich noch näher zurückkommen werde. (Unruhe. Zuruf rechts: Das ist uns glcichgiltig!) — Ja, meine Herren, ich bringe diese Sachen vor, mag es Ihnen noch so glcichgiltig sein. Hier ist ein allgemeines Interesse im Spiel. (Abgeordneter von Kardorff: Rein!— Glocke des Präsidenten.) Vizepräsident Dr. Buhl: Ich bitte, den Herrn Redner nicht zu unterbrechen. Abgeordneter Bebel: Also Herr von Kardorff, wenn es sich hier um Hoch- und Landcsverrath handelt, ist kein allgemeines Interesse im Spiel tz Das ist in der That wunderbar. Wahrscheinlich nur, weil es sich u m c i n c n„d e r E d e l st e n der Nation" handelt, ist kein allgemeines Interesse im Spiel. (Zustimmung links.) Hätte es sich um einen Sozialdeniokratcn gehandelt, so wäre nicht der zwanzigste Thcil dessen, was ich eingereicht habe. vorzubringen nöthig gewesen, und er wäre verhaftet, angeklagt und von: Reichsgericht ver- urrhcilt worden. Für mich handelt es sich darum, das höchst cigcnthümlichc Verfahren des Militärgerichts zn brandmarken. Ich will von dem Herrn Kricgsministcr eine Antwort haben, wie er dieses Verfahren des Mili- tärgerichts gegenüber den vorliegenden Thatsachcn für Hoch- und Landesverrath zu rechtfertigen vermag. (Schluß folgt.) Sozialplitischc Nnudschau. London, 20. Dezember 1883. — Ans dem Reichstage. Die Sozialdemokraten sind das Salz des Reichstages.„Ohne die Sozialdemokraten wäre cS im Reichstag vor Langeweile kaum auszuhalten", gestand neulich unter vier Augen ein sehr„gutgesinnter" Rcichsbote,— und der Mann hat Recht.„Es ist", schreibt man uns,„als wenn allen übrigen Parteien das Hirn eingcftorcn, jede schöpferische Kraft abhanden gekommen wäre. Und thatsächlich ist das auch der Fall. Die Leute der herrschenden Klasse werden immer denkunfähiger. Man vergleiche z. B. die Rede, welche Bennigsen in der letzten Etatdcbatte gegen Liebknecht hielt, mit der Rede, welche derselbe Bennigsen 1878 für das Sozialistengesetz hielt— welcher Abstand! Damals hatte der Mann doch noch Ideen und eine» Standpunkt. Jetzt hat er beides verloren. Die ödeste Phra- scudrescherei und flachste Prinziplosigkeit— auch nicht das leiseste Auf- flackern von Geist und Charakter. Es ist das übrigens eine ganz na- türliche Erscheinung: die besitzenden Klassen werden durch das mehr oder weniger klare Bewußtsein gelähmt, daß sie gegen ihrebessere Ueberzeugung handeln— daß sie thun, was sie innerlich ver-. dämmen, und daß sie unterdrücken, was sie innerlich fiir recht halten. In solcher Lage sucht man sich das Denken möglichst abzugewöhnen und setzt Alles auf die Karte der hrutalen Gewalt, die nicht denkt und das Denken weder duldet noch verträgt. Die Debatte über das Altersversicherungs�esetz hat drei Tage gedauert, ohne daß es den Vertretern der Regierung gelungen wäre, die von sozialdemokratischer Seite geltend gemachten Argument« gegen den Entwurf irgend erschüttern zu können. Die Sachlichkeit der Rede G r t l l e n b e r g c r'S, der den Gegenstand meisterhast beherrschte, wird auch von einem Theile der Kartcllprcsse eingestanden. Trotzdem wird die Mehrheit für alle Gründe der«Gerechtigkeit und Humanität taube Ohren haben. In der Kommission, welche den Entwurf zu prüfen hat, sitzen lauter Feinde einer vernünftigen und wirklichen sozialen Reform. In einer großmüthigen Laune hatten Mitglieder der Rtajoritätsparteien den Plan gefaßt, den Sozialdemokraten einen Platz in der Kommission einzuräumen, indeß die Großmuth dauerte nicht lange, und die biederen Herren haben es vorgezogen, unter sich zu bleiben, woran sie auch sehr gut thun. Der Entwurf wird nur in.un- wesentlichen Punkten abgeändert werden— von den gerügten Mängeln wird nicht ein Einziger bescittgt werden— namentlich wird das Ar- beitsbuch bleiben. Der Befähigungsnachweis beschäftigte den Reichstag eine ganze Sitzung hindurch; den Zünftlern wurde von F r o h m e der Zopf tüchttg ausgeklopft. Für die pfiffigen Kartellbrüder hatte die Debatte den großen Vorthcil, daß die Diskussion über die Wahl des berüch- tigtcn Dr. Götz-Li«den au(im Leipziger Wahlkreis) ver hin- dert wurde und der Gegenstand infolgedessen vor de» Ferien gar nicht mehr zur Besprechung gelangte. Sinn— geschenkt soll ihnen nichts werden. — Vor der eignen Thür. Die Enthüllungen über d i e K o r- ruption in Frankreich sind bekanntlich von dem deutschen Reichs- Pharisäer mit einem wahren Jndianergeheul begrüßt worden. . Gaben sie ihm doch Gelegenheit, sich nach Herzenslust in schöner Ent- rüstung über so viel Schlechtigkeit zu ergehen und hinterher in geho- bcucm Gefühl sich vor die Brust zu klopfen: Das ist doch imr in einer Republik und bei den verkommenen Franzosen möglich, so etwas kommt bei uns tugendhaften monarchischen Deutschen doch nicht vor. Ganz recht, so etwas kommt bei uns nicht vor— nämlich nicht vor das Publikum. Diejenigen, die es wagen, den Schleier zu lüften von dcn.Durchstcchcreicn und Finanzoperationen deutscher Wilsons, stoßen auf eine so wohlorganisirte Phalanx von Schutz— engeln, daß ihnen ent- weder die Fortsetzung ihres Wagnisses gründlich verleidet oder aber sie sich im Kampf mit den Hütern der beleidigten Beamten- Unschuld er- schöpft haben, noch ehe sie dazu gekommen sind, ihr Anklagematcrial dem Publikum zugängig zu machen. Verleger, Buchhändler und die Zeiwngsredattioncn sind durch die Gerichts- und Polizcipraxis in diesen Dingen so eingeschüchtert, daß sie enisthafte Angriffe gar nicht aufneh- men— mit einem Wort, wir brauchen nur an das Schicksal des Herrn Rudolph Meyer und feiner Schrift„Polittsche Gründer und die Kor- ruption in Deutschland" zu erinnern, sowie an den ruhmvollen Aus- gang der vom Reichstag in der Mitte der siebziger Jahre eingesetzten Untcrsuchungskomniission über die Eisenbahngründnngcn, und man wird begreifen, warum die späteren Migucliaden, Blcichröderiaden:c. keinen Meyer, sondern höchstens antisemitische Kläffer gefunden haben, deren sittlsche Entrüstung nicht weiter reicht, als der betheiligte Jude in Be- tracht kommt. Ein halber Angriff ist aber, wie jeder weiß, gar kein Angriff. In den siebziger Jahren hatte das Junkerthum nicht mit am„großen Topf" gesessen oder vielmehr nicht nach Maßgabe seiner Ansprüche aus ihm zugewiesen bekommen, es bekam infolgedessen den Tugcndrappel, und, unterstützt durch die Verbindungen, die es in allen Ministerien:c. besaß, begann es, ans der Schule zu plaudern, bis— Bismarck ein Einsehen hatte und die Aera der Korn- ic. Zölle eröffnete. Da wurde aus dem entrüsteten Saulus ein gar christlich- liebevoller Paulus— siehe den braven Landrath a. D. von Diest- Dabcr, der mit virttwscr Geschwindigkeit ans einem Don Quixote der alten Ritterehre ein nüch- tcrner Realpolitiker wurde und heute Stein und Bein auf Bismarcks Uneigennützigkeit schwört. Auch das Zentrum hat, wie jeder weiß, vom Baum der Erkcnnttiiß genascht, es ist noch in der Opposition, aber zahm, sehr zahm, es wagt sich höchstens an irgend einen armen Schächcr, an dem Herrn dagegen geht es ehrfurchtsvoll vorbei. Der Freisinn thut aus ähnlichen, sowie den oben entwickelten Gründen desgleichen. Dies sind aber die Parteien, welche die W i s s e n d e n in ihrer Mitte zählen, und so kommt es denn, daß Alles fein hübsch vertuscht wird und bleibt, was Diejenigen thun und treiben, die um den großen Topf herum sitzen. Trotzdem fehlt es an Beispielen nicht, die da zeigen, wie unsere christlich-germanischen Rcgierer und ihre Freunde das„Pfeifen- Schneiden" verstehen. Herr Wilson ist ein reicher Mann, aber an den Reichthum des stillen Kompagnon des Herrn Bleichrödcr reicht der seine nicht im Entferntesten, und ob Herr Ronvier es mit Herrn Miguel aufnehmen kann, möchten wir sehr bezweifeln. Ja noch mehr, fiir das Verwerfliche gewisser Durchstechereien, welche in anderen Ländern als ein unerhörter Skandal gegeißelt würden, fehlt den deutschen Macht- habern der Sinn bereits vollständig, gewohnt, ihre Günstlinge mit allen Vortheilen auszustatten, welche sie' ihnen vermöge ihrer Stellung ver- schaffen können, verüben sie dieselben am hellen Tage—„wächst sie aber und macht sich groß, dann geht sie auch am Tage bloß." Man höre z. B. den folgenden Schmerzensschrci, den jüngst die ultra- montane„Germania" über den Handel mit Gesetzentwürfen ausstieß, den preußische Minister ihren Offiziösen frei- geben: „Die offiziösen Berliner Politischen Nachrichten sind früher in den Besitz des R e i ch s h a u s h a l t s- E t a t s gelangt, als der Reichstag selbst. Der heute hier eintreffende Han- novcr'sche Kourier und die gestern Abend hier angekommene Magde- burgischc Zeitung bringen bereits den(Rat und die Marincdenkschrist aus den„Bcrl. Pol. Nachr." Es waren daher nicht nur dem of- f i z i ö s c n Organ, sondern auch d e n Vi e d a k t i o n e n der gc- nannten Blätter Vorlagen des Reichstags eher zugänglich, als dem Reichstage selbst. Das ist ein Mißstand, auf welchen immer und immer wieder hingewiesen werden muß. Er widerstrebt dem A m t s g e h e i in n i ß, verletzt die Würde des Reichstags und kann zu allerlei llngchörigkciten, z. B. geschäftlichen Spekulationen, ausgenützt werden. Gerade dieser Tage sandte der vielseitige Redak- teur der Verl. Pol. Nachr. ein Anschreiben an hiesige große Bank- Justitutc, in welchen er dieselben zwn Abonnement auf seine Berl. Pol. Nachr. für den ofsiziöS-bescheidenen Preis von 600 Mk. a u'f forderte. Die Klage über den Handel mit Gesetzentwürfen ist schon oft vorgebracht worden, ohne daß es etwas genützt hätte; viel- leicht könnte einmal im Reichstage mit Nachdruck darauf hingewiesen werden." Gewiß könnte es das, und wird es hoffentlich auch, ob es aber etwas nützen wird, ist eine andre Frage. In diesem Punkte wie in vielen andern haben alle Resolutionen des Reichstags,— selbst wenn der Kartell-3!eichstag sich zu solchen aufschwingen sollte— nur den Werth schätzbaren Materials fiir den— Papierkorb des Reichskanzlers. Indeß was werden wird oder nicht, ist für unsere Betrachtung neben- sächlich, hier handelt es sich darum, festzustellen, was geschieht. Ilnd wer nicht nur in, sondern auch zwischen den Zeisen zu lesen versteht, dem sagt die Notiz der„Germania" genug. Der Offiziöse eines preußischen F i n a n z m i n i st e r s erhält wichtige Nachrichten früher als die Körperschaften, für die sie bestimmt sind, und verkauft sie für schweres Geld vor der offiziellen Publikation an große Bankhäuser. Es gilt natürlich auch für alle A l a r m- und Beschwichtigungs- Artikel, die dem Herrn Schweinburg ans dem Ministerium zu- gehen oder die er sonst zu publizften für gut befindet. Was das aber fiir diese Abonnenten heißt, liegt auf der Hand. Eine Nachricht eine Stunde ftühcr haben, als sie in den Blättern erscheint, heißt so und so viel Tausende von Mark in der Tasche haben, und derjenige Bankier, an den die Notizen des Herrn Schweinburg— dies der Name des Offiziösen— zuerst gelangen, kann dem Herrn dreist das zehnfache, das hundertfache des obigen Abonncmcntspreises zahlen, er kommt dabei immer noch brillant auf die Kosten. Das weiß natürlich Nie- wand besser als sein hoher Gönner, der Herr von Scholz, aber er findet keinen Anlaß, ihm das Handwerk zu legen. Warum nicht? Nun, das ist sein Gehcimniß, die Welt aber weiß, daß die Verbindung der Politik mit Börsenspekulationen, diese ärgste aller Korrnp- ttonen, in Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und wcr's nicht glaubt, zahlt 600 Mark— an Herrn Schwcinburg. — In Leipzig, so schreibt man uns unterm 14. ds. Mts., findet morgen wieder ein großer Sozialistcnprozcß statt. Die Züchter haben sich schon in die richtige Stimmung versetzt, das Messer des H ä n t s ch e l ist gewetzt und die Abschlachttmg in Form Rechtens kann vor sich gehen. Und die O p f e r? Was haben sie gethan? Es ist die 3 lte Geschichte. Zehn oder elf Genossen wurden Abends in einem Wirths- aus gefiinden— zwei Tage später sollte der jüngste deuffche Kaiser nach Leipzig kommen, um der Einweihung des neuen Zentralschlachthofs fiir Recht und Gerechtigkeit, vulgo Reichsgericht, die nölhige Feierlichkeit zu verlechen, und da mußte die Leipziger Polizei doch beweisen, daß auch sie es verficht, den Staat und die Gesellschaft: den Kaiser s e l b st zu retten. Die zehn oder elf Sozialdemokraten wurden verhaftet, zwei andere, um das Dutzend vollzumachen, wurden npch aufgegriffen, und den folgenden Tag schlüpften geheimnißvolle Notizen in die Presse, andeutend, daß der Leipziger Polizei irgend eine große Entdeckung ge- lungen, und daß das Vaterland vor einer großen Gefahr bewahrt wor- den seil-... Seitdem sind 7 Wochen verstrichen,»nd morgen kommen nun die Fäden, welche ini Geheimen gesponnen worden, an das„Licht der Son- gen". Oder auch nicht, denn die Ocffentlichkeit wird wahrfcheinfich ausgeschlossen, weil die Sonne nicht sehen darf, daß die fein gesponnenen Fäden einfach aus Luft gesponnen sind. Verdonnert wird aber— das steht mit mathematischer Sicher- heit fest. Die Leipziger Richter, einst stolz auf ihre Unabhängigkett und Unparteilichkeit, sind jetzt stolz auf das Ge gentheil. Sie haben den Geist der Zeit begriffen; sie sind von der Weisheit durchdrungen, daß Parteilichkeit hie wahre Unparteilichkeit ist, und daß der reichstreue Richter vor Allem die große Mission zu erfüllen hak, Hand in Hand mit der Polizei den Staat zu retten und die Reichsfeiud» hinter Schloß und Riegel zu bringen. Sic haben auch eingesehen, daß der alte Satz: nur Handlungen, nicht Gesinnungen seien zu strafen, ein überwundener Standpunkt fft und unserer modernen Polizei- imd Soldatenkultur nicht mehr entspricht. Der Leipziger Richter fft „fortgeschritten" gemig, um über„juristische Zwirnsfäden" nicht zu stolpern: seine«Ueberzeugung" ist ihm die einzig richtige Rechts- grnndlagc, und nach seiner„Ueberzeugung" be- und verurtheilt er jeden Reichsfeind im Allgemeinen und— mit doppelter Wollust— jeden Sozialdemokraten im Besondern. Also die Zwölf, welche morgen vor Gericht kommen, sie sind besorgt und aufgehoben.„Handlungen" liegen nicht vor; Beweise sind nicht vorhanden, aber die„Ueberzeugung" der Richter ist felsenfest, und sie heischt, daß jeder Sozialdemokrat fiir schuldig erklärt wird. Einerlei was er gethan oder was er nicht gethan. Angesichts dieser Sachlage ist die Frage angebracht, ob vor sol- chen Richtern, wie den Leipzigern, die stets die „Ueberzeugung" haben und stets die höchsten Strafen verhängen, überhaupt eine Bertheidigung noch einen Sinn hat? Die Anwälte wissen von vornherein, daß ihre Vertheidigung umsonst ist. Die Angeklagten wissen von vornherein, daß ihre Verurtheilung sicher ist. Wozu da noch sich vcrtheidigcn oder ver- thcidigen lassen? Es ist die reine Farce. Man sollte in der That mit dieser Tradition brechen. Wenn die Angeklagten gleich zu Beginn der Verhandlung erklärten: „Wir wissen, daß wir verurtheilt werden; wir wissen, daß man unseren Versicherungen nicht glaubt. Unter solchen llm- ständen halten wir es für eine unwürdige T h o r h e i t, ein Wort zu unserer Vertheidigung zu sagen oder einen Reichtsbeistand zu nehmen. Thun. Sie, was Ihres Amtes ist: verurthcilcn Sie!" Wäre eine solche Erklärung nicht wirksamer, wäre sie nicht beschä- mcuder für unsere Richter, eindrucksvoller auf das Publikum als die glänzendste Vertheidigung'? Und die Angeklagten würden sicher nichts dabei verlieren. Apropos, Sie erinnern sich noch des jungen Tölcke? Er ist jetzt bei seinen Eltern und wird wahrscheinlich genesen. Sticht so glücklich war einer seiner Lcidensgenosscn, Fabrikarbeiter Kittler, der in dem Flngblattprozeß zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt ward. In Folge der Aufiegung und der schlechten Behandlung verfiel mich er dem Wahnsinn und vor 8 Tagen ist er g e st o r b e n.— Und einer der„Auftübrer" von 1886, der vergangene Woche aus dem Zucht- Haus zu Waldheim entlassen wurde, wo er dritthalb Jahre gesessen«weil er verdächtig war, bei einer durch Polizisten veran- laßtcn Prügelei einen Polizist gestoßen zu haben!), ist plötzlich in Raserei verfallen und soll unrettbar sein! O diese Verbrecher! Und die Mörder unserer Genossen, sie fließen über von Humanität fiir die Schwarzen in Afrika und wollen einen Kreuzzug zu ihrer Befreiung unternehmen! Verworfenere Heuchelei hat die Welt nie ge- sehen. Am 14. bs. hat der Itcichstag seine Weihnachtsfcrien begon- nen, nachdem die kartcllbrüderliche Mehrheit noch eine kleine Farce zu Gunsten nationaler—!k o l o n i a l p o l i t i k in Szene gesetzt hatte. Es agirtcn dabei nur die Kleinen. Statt Bennigsen der W ö r m a n n, statt des E i s c n st i r n Bismarck der Herbert Bismarck. Letzterer l a s eine Rede, die der fürstliche Papa ihm hatte auffetzen lassen, vom Blatt ab, und blieb trotzdem ein paar Hundertmal stecken. Gestottert hat er ebensogut wie der Alte. Auch ebenso genial sich geräuspert und gespuckt. Dieser„jüngste Staatssekretär" war ftir den aufmerksamen Beobachter eine köstliche Studie. Eine spaßigere Kar- rikatur auf den Hausmeicr und Reichshamstcr konnte nicht erfunden werden. Und daß der H a u s in e i e r n n d R e i ch s h a m st e r selb st sie crfilndcn hat, das macht das Spaßige doppelt spaßig. Nun— die Affenliebe ist blind und der Pascha von Friedrichsrnhc scheint keine Ahnung zu haben, wie grausam er sich und seine Wirthschaft in seinem hoffnungsvollen Sohn und Nachfolger in sxo verspottet. — Tic Tchnlc der Verwilderung. Der liberale„Reichsfreund" hat. Kenntniß erhalten von einem Rundschreiben des Obersten einer Gendarmericbrigade, in welchem derselbe die«tzendarmen bei Strafe verpflichtet, eine ihnen zugefügte thällichc Beleidigung auf der Stelle mit der Waffe zu erwicdern. Weil dies ein Fnßgendarm nicht gethan, wird er mit drei Tagen gelindem Arrest be- straft. Es handelte sich um einen Streit zwischen einem Gendarm und einem Förster im Wirthshause. Letzterer besprach tadelnde Acußerungen einzelner Personen über Strafanzeigen des Gendarmen. Darüber ent- stand ein Wortwechsel, in welchem der Gendarm ein Schimpfwort auf den Förster ausgesprochen haben soll. Dieser verlangte die Zurücknahme, und da sie nicht erfolgte, gab er dem Gendarm eine Ohrfeige. Der Gendarm stand auf und ging in's Nebenzimmer. Inzwischen hing der Förster sein Gewehr um und setzte sich wieder an den Tisch. Der Gendarm kam zurück. Vermittelungsversuchc der übrigen Anwesenden wurden von beiden Thcilen abgewiesen. Der Förster ging dann fort. Es heißt nun in dem Rundschreiben des Obersten in Bezug auf diesen Vorfall wie folgt:„Es fft schmachvoll für den Soldaten, wenn er einen solchen ihm angethanen Schimpf auf sich sitzen läßt. Mochten die Folgen sein, welche sie wollten, X. durste sich unter keinen Umständen eine derartige schmähliche Behandlung ge- fallen lassen, sondern mußte sie auf der Stelle und zwar mit der Waffe erwidern. Wenn er in dem Wortgefecht zwischen B. und ihm in seinen Ausdrücken grob, beleidigend wurde, so mußte er sich auch mff die Folgen gefaßt machen und mußte männlich dafür einstehen. Zur Bcurthcilung dieses schlaffen und weibischen Benehmens ist es ganz glcichgiltig, ob B. überhaupt den ganzen Skan- d a l durch sein ungehöriges Bekritteln und taktloses Benehmen her- vorgerufen hatte." Also entweder zur Flinte greisen, die schießt, oder zum Säbel. der haut. Das Mittel ist probat. Was aber vom„Volk in Waffen" gilt, muß das nicht auch von: Volke gelten, das in Waffen aufgewachsen? «flewiß. Was für einen Soldaten schmachvoll, kann für einen rechten Deutschen, auch wenn er des„Königs Rock" ausgezogen, nicht ehren- voll sein. Darum: Es leben alle Messerhelden, alle, die da hauen, stechen, schießen. Und wer's nicht thut, muß in's Loch. — In Chicago ist der Anarchist Hronek, bei dem man eine kleine Quantität Dynamit gefunden, z» zwölf Jahren ZnchthauS verurtheilt worden. Nach der Behauptung des StaatSzeugcn E h l e- b o u n sollte nämlich Hronek die Absicht gehabt haben, mittels dieses Dynamits den aus dem großen Anarchistenprozeß bekannten Richter Gary umzubringen. Obwohl sich nun bei den Verhandlungen her- ausstellte, daß dieser Chleboun ein ganz verlogener Bursche ist, der bei der Affäre als Agent Provokateur gehandelt, schenkte die Jury doch seinen Angaben Glauben oder chat sie so, als ob sie ihm Glauben schenke, um an dem unglücklichen Hronek„ein Exempel zu statuircn". Zu diesem echten Klassen- llrthell bemerkt die New- Zjorkcr„Volks- Zeitting": „Gäbe es hierzulande eine Rechtswissenschaft, gäbe es Juristen, die noch mit einem Funken Schaui- und Stmides-Elirgefühl behaftet wären, so hätte vom rein juristischen Standpunkte ein solches Urtheil a l l g e- meine Entrüstung erwecken sollen. Nach allgemein menschlichen, von der Gesetzgebung aller zivilisirtcn Länder akzcptirten Rechtsvegriffen kann nämlich ein Mensch erst dann zur Rechenschaft gezogen lverdcn, wenn er entweder eine strafbare Handlung begangen oder wenig- stens irgend welche vorbereitende Schritte dazu gethan. Nun lag aber gegen Hronek, selbst wenn man alle gegen ihn vorgebrachten „Beweise" gelten lassen will, absolut nichts Anderes vor, als die Aus- sagen des von Bonficld offenbar gekauften Denunzianten Chleboun, Ivel- chcr behauptete, Hronek hätte die A b f i ch t ausgesprochen, das in sei- nem Besitze befindliche Dynamit zu einem Attentat anf Gary. Bon- field zc. zu bemitzen. Für eine Absicht— zwölf Jahre Zucht- Haus. Bald werden wir- in diesem freien Lande so weit sein, wie es im Mittelalter die heilige Jnguisition war, nach deren Richterspruch ein Plann lebendig verbrannt wurde, weil er gebeichtet hatte, er habe ge- träumt, daß er den Papst umbringen wollte. Ein Ungeheuer, das Sol- chcs träumen könne, dcdnzirtc der Richter, sei auch im wachen Zustande gefährlich und deshalb sei es lveit sicherer, ihn aus dem Weg zu räu- wen. Wie man sieht, der Unicrschied zwischen dem Inquisitor uub un- seren Bourgeois-Juries ist kein großer." Wir können das nur unterschreiben. Der Prozeß ist aber auch nach einer andern Seite hin lehrreich, und wir können nur wünschen, daß diejenigen, die es angeht, seine Lehren begreifen und beherzigen. — Daß eS Gesetze gibt, welche z u ü b e r t r e t e n in den Augen der Gesetzeshüter viel weniger strafbar ist, als das Dringen auf ihre B e f o l g u n g, haben in den letzten Wochen unsere Wiener Genossen erfahren müssen. In den Ziegeleien der„Wienerb erger Ziegel-Fabr iks-und B an-Gesellschaft", die chrenAk- tionären 12 Prozent Dividende, ihren Arbeitern Wochen- löhne von 6—7 Gulden im Sommer und 4—6 Gulden im Winter zahlt, wurde, obwohl dasselbe durch das Gesetz verboten ist, das Trucksystem in unvcrhülltcster Weise praktizirt. Die Arbeiter erhielten ihre Löhne in Blechmarkcn aiisbezahlt, die natürlich nur bei gewissen, mit den Beamten der Gesellschaft in Verbindung stehenden Wirthen, Händlern in Zahlung gerwiuuicn wurden, mit P r e i s a u f- schlagen bis zu 2ä Prozent? Für B r o d, das am Ort vier Kreuzer kostet, mußte der Arbeiter der Ziegelei fünf Kreuzer in Blech- marken zahlen u. s. w. Und dabei spottete die Beschaffenheit der Lebensmittel aller Beschreibung. Im Hochgefühl seiner Macht äußerte der Wirth der Kantine der Gesellschaft einmal einem Arbeiter, der sich über die Beschaffenheit der vorgesetzten Kost beschwerte:„Und wenn ich in die Schüssel sch...., müßt Jhr's auch fressen." Die schmachvollen Zustände, die Gesetz und Recht in's Gesicht schla- gen, brachte die Wiener„Gleichheit" in ihrer Rümmer vom 1. Dezbr. zur öffentlichen Keuntniß. Die von ihr mitgetheilten Thatsachcn waren nicht zn bestreiten, dem Gesetz war in frechster Weise Hohn gesprochen worden, aber die Gesetzesverletzer und ihre Komplizen, die Wirthe, die Partienführer, die Leiter und VerwaltungSräthe der Gesellschaft blieben auf freiem Fuß. Dagegen machten die Wirthe und Partieenführer, mit Prügeln bewaffnet, Jagd auf Arbeiter, bei denen sie Exemplare der„Gleichheit" vermutheten. Bei dieser Suche sollen sie sogar von Gensdarmen unter st ützt worden sein. Ein Werk- führer verkündete ein besonderes Ausnahmegesetz für die„Domäne" der Gesellschaft:„Wer Zeitungen— wohlgemerkt, nicht etwa diese oder jene Zeitung, sondern überhaupt Zeitungen— liest, oder an Versammlungen und Vereinen theilnimmt, wird sofort entlassen." Eine Anzahl Arbeiter, welche, nachdem sie vernommen, daß die Auszahlung in Blech ungesetzlich sei, es gewagt hatten, die Annahme der Blechmarkcn zu verweigern, wurden sofort ohne Kündigung entlassen. Und schließlich wurden die Arbeiter Raab und Hader,>veil sie Exem- plare der„Gleichheit", in denen der Bericht stand,„unbestigterwcise" an Arbeiter verschenkt hatten, verhaftet und nach 5, bezw. 10 Tagen llntersuchungshaft, ebenso wie der Herausgeber der„Gleich- hcit", Dr. V. Adler, zu Geldstrafen verurthcilt. Das Blechmarkensystem mußte freilich, Dank dem Eingreifen des Gewerbe-Jnspektors, der, was übrigens auch bezeichnend ist, erst durch den Artikel der„Gleichheit" von der Schandwirt schaft erfuhr, eingestellt werden, aber die Herren von der Gesellschaft wissen sich zu helfen. Sie haben verfügt, daß die Arbeiter ihr Geld — dreimal täglich 2t) Kreuzer— in der Kantine verzehren müssen, bei Strafe der Entlassung. Das ist kein Trucksystem, das ist s, freier Arbeitsvertrag". Kein schamloser Wucher, sondern„so- ziale Fürsorge." Einem Hostgcber, der die entlassenen Arbeiter vorläufig inVerpflegung nahm, wurde dies von derGensdarmerie bei Strafe der Konzessionscntziehuug verboten. Die »och beschäftigten Arbeiter, welche bei ihm zu kaufen wagten, wurden vom Partieführcr unter Bedrohungen und Beschimpfungen in die Kantine zurückgeholt. Die Sklavenhalter thnn, als seien sie die in ihren Rechten Gekränkten, sie haben einen Preis anSgc boten für Denjenigen, der ihnen den Arbeiter Hader, von dem sie anuch- »icn, daß er ihre Schandwirthschast an's Licht gebracht, gebunden in die Kanzlei liefert. Warum sollten sie sich auch genircn? Sie haben ja gesehen, wie ungefährlich es ist, die G c s e tz e zu v e r- letzen— wenn es Gesetze zum Schutze der Arbeiter sind. Richt die Gesetzesverletzer wurden i n's G e f ä u g n i ß geschleppt, sondern die, welche gegen die Gcsetzesverletzung„gewühlt". Aber frei- lich, sie hatten ja gegen eine formale Vorschnft des Preßgcsctzcs verstoßen. Und wenn ein Gesetz verletzt ist, so muß das gesühnt werden. So verlangt es die heilige Rechtsordnung. Und die Gleichheit vor dem Gesetz ist in Oesterreich garantirt— o»s dem Papier. .— Das Volk des Kantons Zürich hat am vorletzten Sonntag einen Schnlgcscticntwurf, der eine Anzahl sehr wesentlicher Reformen aus dem Gebiet des Schulwesens enthielt, u. A. die U n e n t gc lt li ch keit der Sekundärschule ch a f t l l che Interessen oder Vorn rth eile m Betracht kommen. — Und trotzdem k Wir lesen in der Berliner„Volkszeituug": „Aus dem in der„Wcser-Ztg." niitgctheilt-n Pr vatbries eines Man- ues. welcher die Verhältnisse im ostaftikani�en«cx chgeb.cte naher z.: besichtigen Gelegenheit hätte, erhalt man recht hüb, che Aufschlüsse über das Treiben dieser modernen Eroberer. Die Orgam>at..n der Gejell- schaft im Sckwtzaebiete hat Dr. Peters wahrend der vergnügten Tag- welche er in Sansibar im Auftrag der Gesellschaft gefeiert hat, ciugclcitet Es ist daher nicht zu verwundern, daß dieselben sc.ir eigen- artiger Natur ist So gicbt es dort„ein Departement für W c a e und E i fc n b a h n b a n", ein„Departement für F o r t i- ii k a t i o» e n"� einen"„ C h e f f ü r die politische Abthei.ung" "'scfwVfü?'die hohe und niedere Spitzelci gesorgt, iind doch ver- k r a ch t. Merkwürdig, höchst merkwnrdrg! —«kironit der Eozialiftcnpro.zcssc. Wir haben noch das Urthcil ans dem D ü s el d o rfe r G c h e i m b» n d s pr oz eß nach- zutragen. Auf Grund der Zeugenaussagen des bereits gekennzeichneten Spitzcltrifoliums Schmidt-Münnich-Dictrich wurden verurthcilt-"eh- t» n ii n zu 6 Monaten Gefangmß, Held»£ i c t j e,« ch i f fc r s und T c w c s zu 3 Monaten, L i n x w c i l e r zu 2 Monaten, E b e r t zu 6 Wochen, Esser und Horn zu 1 Monat, W i t t k o v zu 3 Wochen, Riekmann zu 1 Woche Gefängniß. Die Kosten wurden den Angeklagten als Gemeinschulden zur Last gelegt, Lehman 2 Monate der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Sänimtliche Ver- urtheilten haben Revision angemeldet. Ob's etwas helfen wird? Warten wir ab. — Deutsche Blätter haben ausgerechnet, daß im E l b e r f e l d e r „Geheimbunds"-Prozeß, der gegen weit über hundert Angeklagte geführt werden wird, sind vom April bis Juni d. I. 1663 Tage Untersuchungshaft verbüßt wurden. Die Summe der(nicht verzinsten) Kautionen beträgt 10,000 Mark. Dazu kommen die zeittaubenden Vernehmungen und Haussuchungen. Im Freiburg er Sozialisten- Prozeß betrug für die Angeklagten: die Untersuchungshast 130(!) Woche» 3 Tage, die erkannte Sttafe 22'/, Monate, wovon 17 Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet wurden. Gerechtigkeit ist eine schöne Sache, es gibt aber auch— Justiz. — Anarchistisches. Dem Gerechten müssen alle Dinge zum Guten gereichen. Das reakttonäre Verhalten der konservativen englischen Ge- wcrkschaftlcr aus dem Internationalen Gewerkschaftskongreß ist der anarchistischen„Revolte" ein schlagender Beweis für die Nichtsnutzigkeit der— sozialdemokratischen Doktrin. An diesen verzünstelten Leuten ist durchaus noch nicht Hopfen und Malz verloren, im Gegcntheil sie wären für die Sache des revolutionären Sozialismus zn gewinnen ge- wesen, wenn sie— an Stelle von Anhängern des staatlichen Sozialis- mns Anarchisten sich gegenübcrgcsehen hätten. Beweis: ihre Zustim- mung zur Resolution des Anarchisten Tortelicr gegen die Forderimg der gesetzlichen Beschräickimg des Arbeitstages. Eine glänzende Beweisführung in der That. And gradezu überwäl- tigend ist es, wenn die„Revolte" schreibt: „Sie, die Gewerkschaftler Englands, geben sich Nicht der wunderbaren Illusion hin, durch die Macht ihrer Stimmen die Gesetzgeber der Welt zwingen zu können, sich über einen einheitlichen Plan in Bezug auf die Dauer, Bedingungen und die Entlohnung der Arbeit und damit des Preises und Austausches zu verständigen. Sie wissen sehr wohl, daß g r a.d c auf d e n ll n t e r s ch i e d e n v o u L a n d zu Land in den'Atodalitäten der Arbeit das hentigeSystem der Produktion und des Handels beruht, daß diese Unter- schiede es sind, von denen die Kapitasistcn, die Monopolisteii, die Ausbeuter leben, deren beständige Sorge darauf gerichtet ist, sie zu ver- schärfen, wo sie bestehen, und sie zu schaffen, wo sie nicht bestehen." Wir würden es für Nauiuverschweudung, sowie eine Beleidigung un- serer Leser halten, wollten wir uns auf eine Widerlegung dieser, dem plattesten Manchesterthum entlehnten Sätze einlassen, es genügt uns, sie als Eharaktcristik der ökonomischen Weisheit eines Blattes wicdcrzu- geben, das unter den Anarchisten sich eines besonderen Auschcus— fast hätten wir gesagt, einer besonderen Autorität— erfreut, und auf uns Sozialisten mit der ganzen souveränen Verachtung herabblickt, die Menschen gebührt, welche„die große soziale»ud kommnnfftische Be- wcgnng auf eine einfache Frage des Mehrwerths zurückstihren" wollen. Wir konstatiren das, wir beschränkten Mchrwerthsbckämpfer, die wir „die Größe der Probleme vergessen haben, die sich herausstellen, sobald ein Angriff auf das individuelle Eigenthum der Bürger geschehen"— wie die„Revolte" uns in einer andern Nummer erzählt, ohne freilich hiiizuzufügen, von wannen ihr diese Wissenschaft kommt. Aber eine Bemerkung mag gestattet sein: Wenn sich das alles so verhält, wie die„Revolte" mit solcher Sicherheit behauptet, wenn nicht der Mchrwcrth, sondern die Verschiedenheit der Arbeitsbedingungen?c. in den verschiedenen Ländern die Ursachen der Ausbeutung, der Mono- pole:c. wären, hätten die Arbeiter nicht doppelte Ursache, die Aus- gleichung dieser Unterschiede durch internationale Schutzvcrträge zu er- streben und daher von den Gesetzgebern zu verlangen, gleichviel ob diese Lust haben, darauf einzugehen oder nicht? Aber versuche es Einer, in die wunderbare Logik der Anarchisten ein- zubringen. Da druckt die„Revolte" in einer ihrer jüngsten Nummern mit großeni Behagen an erster Stelle einen Artikel, der den„Streik der Wähler" empfiehlt, aus dem— Pariser„Figaro" ab. Wenn dieses Blatt des gebildeten Philisters und der Tchöngeistcrei seinen Le- fern die Enthaltung vom Wahlkampf empfiehlt und sie auf Nordau imd Schopenhauer verweist, so ist es in seiner Rolle, die Bourgeoisie ist im geistigen Verfall begriffen und ihr Hauptbedürfniß ist Ruhe. Aber aus der Wahlmüdigkeit einer im Rückschritt begriffenen Olesellschasts- klaffe für das im Aufstreben begriffene Proletariat einen Gmnd herzuleiten, gleichfalls auf den Wahlkampf zu verzichten, dazu muß mau allerdings die Entdeckung�gcmacht haben, daß„die Monopolisten von den Verschiedenheiten üi den Modalitäten der Arbeit von Land zu Land leben." —„Tchtvcincrci".„Uebrigens aber habe ich d i e T ch w c i- nerei endlich satt", schnarrte, mit dem Fuß heftig aufstampfend, der neueste Vize-Zar aller Preußen, bei jenem bcriihmten Empfang der „Brunnendeputation". Schnarrte es und wandte den verdutzten Stadt- vätern den Stücken, die sich sprachlos vor Furchi und Entsetzen—nicht vor Zorn— davon trollten. „Uebrigens habe ich die Schweinerei endlich satt", nämlich, daß der Vater von den Parteigenossen der Herren, welche die Mehrheit der Bruuneiideputation bildeten, gepriesen und verherrlicht wird. Ein Sohn, der es für eine„Schweinerei" erklärt, daß sein Vater, und»och dazu sein unter unsäglichen Leiden und den denkbar tragischsten Umständen verstorbener Vater lobend und liebend erwähnt wird— und dieser Vater ein deuttcher Kaiser, und dieser Sohn ein deutscher Kaiser.—.das ist ein Stück Geschichte, wie wir es uns am Vorabend des chuvdextjährigcn Gedenktages der„großen Rcvolu- tion" nicht besser und nicht klassischer ivünschcn können. Das Wort aber ist als wahr verbürgt. Es wurde vom Sprecher selbst, der sich der That laut rühmte, im Kreise der Vertrauten erzählt, imd„die Winde, sie trugen es weiter." — Zwei soziatisttsche Kongresse werden noch vor Ablauf dieses Jahres zusammentreten. In Frankreich wird in der Woche vom 23. bis zum 30. Dez cjn altgcmcincr französischer sozialistifcher Arbeite r k o» g r e ß stattfinden, und zwar in Trohes(Departement de l'A u b e). Diese Stadt war ursprünglich von den Possibilisten zur Abhaltung ihres diesjährigen Arbeiterkongrefses bestimmt, als es aber dazu kani. ihn vorzubereiten, erklärten die Vertreter der dortigen Ar- beitcrvereine, sie wären- imr bereit; für-einen unabhtingtgen Ar- beiterkongreß, der alle Soziatistm ohne ltutcrschicd der Parteischattirung zulasse, die Vorbereitungen zu übernehmen. Darauf wollten sich die Possibilisten nicht einlassen. sie zogen sich zurück. und haben auch im Variier Gemeniderath gegen die Bewilligung eines Beitrages für die Kosten der Telegätton von Paris gestimmt. Ob ihre Anhänger in der Provinz den Standpmckt thcilen, wird sich wohl erst auf dem Kongreß zeigen ebenso wie stark die Zahl der außerhalb der possibilistischen Par- tei stehenden organifirten Sozialisten m Frankreich. Die Tagesordnung des Kongresses ist eine sehr umfangreiche, und betrifft sowohl Fragen der prakkischcn Arbeitcrpotitik als der-sozialistischen Theorie. Weiter ist die Organstatton einer- großen nationalen Fedcratton auf die Tages- ordnung gestellt, sowie die Gründung eines Organs, in dem alle sozia- liststchen Theorien ftci disftittrt werden können. ! Wir wünschen dem Kongreß, den wir-als eine Etappe zur Vereinig- ung der franzosischen Sozialisten in eine-starke und unabhängige Partei betrachten, den besten Ersolg.— � O r t und Tagesordnung des Kongresses unserer Genossen in Oesterreich werden ebenfalls jetzt'veröffentlicht. Der Kongreß wird mi d-n bereits früher festgesetzten Tagen(30. Dez. bis 1. Januar) in H a i n f e l d bei st. Polten m N i c d e r- O e st e r r c i ch mit fol- aender Tagesordnung stattfinden: 1. Programm; 2. Die politischen Rechte; 3. Arbeiterschutz uüd So'zialrcform; 4. Presse; 5. Unterstütz- imgsmcsen; 6. Geiverkschästlfche Orgänisation, mid eventuell: 7. Ar- bcitcrtämmern; 8. Die Schule. Wir können unsern Glückwunsch, den wir in einer ftuhcren Nummer bereits unseren österreichischen Genossen zu dicscm Kongreß ausgedrückt, r- ali'IV�Ä�rholc'J. Möge der Kongreß sich für die Partei in jeder Hinsicht fruchtbar erlvcffcn!--'' —„Eftttbchrtingslohtt" heutiger Millionäre.„Sieben Acres Land Mischen der Neunten und Zehnten Avenue und der 64. und stst. Straße, New-Aork, lesen wir in amerikanischen Zeitmigcu, brachten nahezu zwei Millionen Dollars. Im Jahre 1808 kaufte Jsaac Johnes dasselbe Land für 3120 Dollars. Es hat sich also in den achtzig Jahren im Werthe mehr als ver s e ch s h u n d c r t f a ch t." _ Nun, das ist doch hoffentlich nicht zuviel für die Entbehrung, die sieben Acres Grund und Boden nicht aufgefressen oder gar in den Mond geworfen zu haben? Die Besitzer haben ihn fürsorglich„ g c- spart" und ernten für diese Bescheidenheit im Interesse der Gesell- schaft jetzt den obigen Lohn. Merkt's Euch, Ihr Arbeiter, und thut desgleichen. — Amerika. Daß die Anarchisten Most'schcr und Peukert'scher Observanz in heftiger Fehde leben, dürfte den Lesern des„Sozial- demokrat" bekannt sein, und sie werden sich leicht vorstellen können, welcher Art die Schmeicheleien sind, die in diesem Bruderzwist hinüber und herüber fliegen. Jedenfalls liegt fiir uns kein Anlaß vor, dieselben an dieser Stelle zu rekapittiliren. Schimpfereien beweisen nichts, und haben daher für die Genossen in Deutschland kein Interesse. Wichtig und vor allen Dingen lehrreich scheinen uns dagegen einige That- fachen zu sein, welche in einer Versammlung Most'schcr Anarchisten jüngst über das Thun und Treiben der Pcukert'schcn Anarchisten und über deren Hintermänner mitgetheilt wurden. Man höre u»r, was die„Freiheit" darüber berichtet: ...„Genosse Pommer bemerkte, daß unter den jüngeren Mit- gliedern der Internationale die Verhälttiisse, ivelchc hinsichtlich einer gewissen Londoner Sekte obwalten, nicht genügend bekannt seien. Wür- den diese Leute wissen, was da schon Alles vor sich gegangen ist, so könnte ihnen heute gewiß Keiner mehr ein X für ein U vormachen. Er theiltc mit, was die Genossen von Nürnberg seiner Zeit ansgefundcn haben. Die Gründer der„Autonomie" hatten denselben ganz frei und offen gesagt, daß der Zweck ihres Thun und Lassens darin bestehe, den Einfluß Most's zu brechen, da derselbe eine Autorität spielen ivolle. In Wien sei Jemand bereit, sofort 500 fl. zur Förderung dieses edlen Zweckes herauszurücken und später weitere 500 fl. zu spenden. Eine hierauf angestellte Untersuchung habe ergeben, daß der Oicber dieser Gelder ein gewisser Hamburger— notorischer Polizci- literat und Spitzel der österreichischen Regierung— war. Das lasse mich crrathen, iver wohl heute das Defizit der„Autonomie" deckt, welche ja nur in einigen hundert Exemplaren gedruckt wird. Auch in anderen Beziehungen habe er, Redner, recht hübsche Erfahrungen Mit dieser Klique gemacht. Einmal wurde einem Genossen in Nürn- b c r g von London aus einfach d i c in i t„Das Re volution s- toinite" untcrzeichneteOrdre gegeben, einen dortigen Sozialdemokraten abzumurksen, was jedoch der so Kommanditte hübsch bleiben ließ. Jetzt gehe die Bande ja auch mit dein Plane um, Most in irgend einer Weise uni die Ecke zu schaffen— in wessen Interesse, das könne wohl ein Blinder einsehen. Als die Schreierei betreffs Straßendemonstration am 10. November im Gange ivar, habe sich eine Rotte von drei Mann gebildet, die sich vorgenommen hatte, erst einen Streit mit der Polizei zu provoziren und hernach— ehe iiian sich gegen die Polizei kehre, Most zu erschießen. Derartige Tinge seien wohl geeignet, die strengste Vorsicht vor cincr solchen Bande, die da unter dem Deckmantel des Anarchismus der Reaktion diene, rathsam erscheinen zu lassen. Mehrcrc andere Genossen bestätigen, daß der schöne Plan, die Abmurksung Most's betreffend, auch ihnen zn Ohren gekommen sei, indem die fragiichen Kerle öffentlich damit prahl- ten. Most sagte, seit sechs Jahren habe ihm eine gewisse Sorte von „Revolutionären" schon mindestens zwölf Mal den Tod geschworen, aber er kenne seine Pappeuhcimer; es seien lediglich Sckircicr, die durch solche Drohungen ihre ohnmächtige Wuth austohen wollen. Sie glichen den Nattern, welche man fest am Halse gepackt hat, und die in Folge dessen zischen." Ist das nicht überaus charakteristisch? Man schmiedet Pläne, sich todtziischlagen, man gicbt Ordre, Gegner„abzuniurlsen", und alles um— Meinungsverschiedenheiten willen. Und das nennt man„abso- lnte Freiheit des Individuums." — Nichtigstcllnng. Wir werden ersucht, zir berichtigen, daß es in dem Zirkular der Reichstagsfrakliou unter der tlkubrik H a s e n c l c v e r- F o» d s nicht heißen soll: Durch K. Brauuschiveig 226, sondern: von den Braunschweigcr Sozialdemokraten 226 Pik. Korrespondenzen. — Lübeck. Wie langjährige treue Dienste von dcr Kapitalistcuklasse belohnt werden, zeigt so recht deutlich wieder ein Fall, welcher jüngst hier in Lübeck passirte. Ein im Dienste des reichen Inhabers einer Jchiffswcrfte, der Firma Th. H. Evers vor dem Holstenthor, er- grautcr Arbeiter, ivelcher in den letzten Jahren mehr zu häuslichen Ver- richtuiigen als auf der Werst selber verwendet worden ivar, wurde durch fortgesetztes Schikanircn und Traktircn mit beschimpfenden Re- dcnsarten seitens des Millionärs Th. H. Evers dazu getrieben, seine seit 22 Jahren innegehabte Arbeitsstelle zu verlassen. Dem ivirklich sonst geduldigen Arbeiter war es unmöglich, oder besser gesagt unmög- lich gemacht worden, seinen hohen Verdienst von 20 Pfg. per Stundc länger festzuhalten. Eharakteristisch ist hierbei, daß diese künstlich erzielte Entlassung dem Millionär nur die freudige Bemerkung entlockte:„es ist wohl ebenso gut, Du hälft auf", und daß der Mllionär sich nicht gcnirtc, in dieser Jahreszeit den nahe an 70 Jahre alt gewordenen Arbeiter nach 22 Jahren treuer Arbeit einfach wie einen ausgekochten Suppenknochcn auf die Straße zu tverfen, unbekümmert um dessen ivciteres Schicksal, nur um in diesem Falle die an den Arbeiter zu zahlenden 20 Pfennige per Stundc, die bei einer täglichen Arbeitszeit von 7 Stunden im Winter die Summe von 8 M. 40 Psg. per Woche ausmachen, zu sparen. Sollte ivirklich bei dem Millionär die benannte Summe in Betracht koniinen, gegenüber den Kosten der von ihm so oft arrangirtcn großartigen Fest- lichkcitcn? Den Arbeitern in Lübeck und andernorts mag dies ein Beispiel sein, wie schlecht die so oft vorkommendc Vertrauensseligkeit von Arbeitern, die längere Zeit für einen Ilnternehmer schaffen, bclolmt wird. Die ihnen im Alter in Aussicht gestellte Berücksichtigung ist ein harter Prüfstein. Seid vielmehr Eurer Kraft bewußt, Arbeiter, schaart Euch bei der � nächsten Reichstagswahl um das Banner des Arbeiter- kandidaicn, welcher dafür eintritt, daß Euch nicht Mildthätigkeit, auch keine Verhungerungsrente, sondern ein Recht der Existenz für das Älter gesichert wird. Stuttgart, im Dezember. Da iin„Sozialdemokrat" schon seit längerer Zeit kein Bericht über die hiesigen Parteiverhältnisse erschienen ist, so will ich es unternehmen, den Genoffen ein gedrängtes Bild über die Vorkommnisse im Lause des Jahres zu geben. Ist zwar die Situ- ation hier voy derjenigen im ganzen Reiche der Gottesfurcht und ftommcn Sitte nicht viel verschieden, so soll doch näher initgetheilt sein, was die Arbeiter alles— Dank dem schmachvollsten aller Gesetze— unter der Aera des Eiscustirnigen, der Stöcker, Jhriiig-Mahloiv und Konsorten über sich ergehen lassen mußten. Die hiesigen Vettern des Jhring- Mahlow hatten zeitweise vollauf zn thun, denn Stuttgart mußte doch auch seinen„Geheimbundsprozcß" haben und neben der be- ständigen Beanfsichtiguiig und Bcschuüffelnng der bekannteren Genossen ivaren inassenhafte Haussuchungen vorzunehmen— einnial gegen 30 an einem Tag— frellich immer ohne den gewünschten Erfolg. Unter imsern„Nichtgcntlcmen" zeichnet sich durch Dummheit und llnverschämt- hcit— Dummheit und Stolz wachsen bekanntlich auf cinciil Holz— immentlich der„Fahnder" E n d c r I c aus. Ihm würdig zur Seite steht sein Kollege M a i e r, der sich früher, bevor er„(ßchcimcr" wurde, die Gunst seines Herrn dadurch zu erwerben wußte, daß er sich vor- züglich auf Bcischaffung von„frischcni Fleisch" zur Befriedigung der Gelüste seines„Gnädigen" verstand. Doch verlieren wir wegen solcher Subjekte nicht viel Worte t sie sind ihrer höchsten Leiter und des ganzen V Systems würdig. Die Haussuchungen hatten zahlreiche Sistirungen und Verhaftungen zur Folge; die meisten der Sistirten wurden jedoch nach einigen Tagen entlassen, während zwei Genossen nach za. V» jähri- gc r Untersuchungshaft wegen„Geheimbündelei" zu vier- resp. zweimonatlichen Gefängnißstrafcn verurtheilt wurden. Die Untersnchungs- Haft hatte den Zweck, das zur Verurtheilung noch etwa nöthige Material herbeizuschaffen. Dies ist denn auch gelungen, Dank dem bekannten W a i b l i n g c r, der der Polizei für einen Judaslohn das gewünschte Material in die Hände lieferte. Durch Verwechslung eines an die Polizei gerichteten ÄriefeS nnt einem andern ist dieser Schüft jedoch iu seine eigene Falle gcratheü und hat sich aus diese Weise selbst cnt- larvt. Unter solchen Umständen ist der Bursche natürlich von der Polizei in Zukuiift nicht mehr gut zu gebrauchen und da derselbe in'hiesiger Stadt für sein leibliches Wohl fürchtet, so ist er so rasch wie möglich nach H e i l b r o n n»ingezogen. Durch ein Flugblatt wurden die Gc- nosseu vor diesem Subjekte gewarnt.— Unsere„Hochwohllöbliche" scheint neuerdings auch wieder lebhaft in V e r s a m m l u n g s v e r- boten machen zu wollen. Eine für den unteren Stndtthcil(Stöckach) ausgeschriebene Volksversammlung, in der Karl F r o h m e als Redner auftrat, konnte stattfinden und verlief selbstverständlich in schönster Ord- nuug, da die Polizeiorgane sich anständig aufführten. Gerade dieser schöne Verlauf war es wohl, der der Behörde Anlaß gab, eine auf den andern Tag angekündigte Volksversammlung in der Stadt zu ver- bieten und das Lokal zur festgesetzten Zeit mit zahlreichen Schutzleuten und Geheimen besetzen zu lassen; wenn dies auch ganz überflüssig war, so hofft die Polizei doch wenigstens den Wirth schädigen zu können. Ganz besonderen Respekt scheint man in unserem Distrikt aber vor G r i l l e n b e r g e r zu haben, denn die für Stuttgart und Eßlingen angekündigten Volksversammlungen, in denen derselbe über Schubzölle, Sozialreform imd dergleichen rcferircn sollte, wurden zum Voraus ver- boten, während er in G m ü n d unbeanstandet sprechen konnte. Dafür wurde einige Wochen später, jedenfalls auf höhere Veranlassung, ein ini dortigen' Arbeiterverein angekündigter Vortrag des Genossen Blos verboten. Die stadtschultheißcnamtliche Motivirung ist ein llnikuin an Geistrcichigkcit in ihrer Art. Daß dadurch die Ausbreitung der Ideen des Sozialismus nicht verhindert werden kann, das dürfte selbst ein Polizcischädcl begreifen.— Im Januar finden die Neuwahlen zum Landtag statt. In mehreren Wahlkreisen werden eigene sozia- listische Kandidaten aufgestellt, in Stuttgart Schreiner Klotz. Selbst wenn die Aussichten auf einen Sieg in den einzelnen Kreisen nicht sehr groß sind, fo muß diese Gelegenheit doch benützt werden, die Ideen der Sozialdemokratie in inimer weitere Kreise zu tragen. Wenn ich hier kurz das Hauptsächlichste über die Parteiverhältnisse geschildert habe, so kann ich nicht umhin, ani Schluß meiner Betrach- tungcn auch die obligaten Hofneuigkeiten zu erwähnen. Der llmstaud, daß König Karl des Jahres außerhalb Stuttgart zubringt, hat ihm in den Kreisen der Geschäftsleute— selbstverständlich n u r aus dem Grunde, weil ihnen dadurch ein Profitchen entgeht— zahlreiche Feinde geschaffen. Nun derselbe aber gar mit Ausländern— Amcrikancrii Verkehr pflegt und dadurch dem Hof nahestehende Bauchrutscher— die sich doch, gleich den Amerikanern, gern zu Allem verwenden ließen— nicht recht aufkommen können, so unternahm es eine mit den Verhält- nisten wohl vertraute Feder, in den Münchener„Neuesten Nachrichten" die Verhälkniffe am württcmbcrgischen Hofe in nicht gerade schmcichel- haftcr Weise zu schildern. Selbstverständlich hierauf große Entrüstung der Bauchrutscherprcsse(nachdem absolutes Todtschweigcn nicht mehr anging), einer Presse, der keine Lüge zu groß, keine Verdrehung zu gemein ist, um dem auf diese Weise so schwer angegriffenen„System" Loblieder zu singen. Die spiritistischen Sitzungen sind eitel Hnmbug, die. enormen Schulden sind Lüge, das Ministerium hat nicht demifsio- niren wollen, die Amerikaner haben sich ganz„freiwillig" von ihrem Frcuudc entfernt, die bekannte Zähzornigkeit des geliebten„Karle" ist bösartige Verläumdung— jetzt erst recht wollen die servilen Speichel- lecker zeigen, daß sie ihm immerdar treu sein werden!— ES ist er- klärlich, daß die Enthüllungen um so unangenehmer empfunden wurden, als ja ini nächsten Jahr die Feier der Löjährigcn Regierung des Karl stattfinden soll. Die Mordspatrioten sind denn auch bereits daran, lustig den.Klingelbeutel zu schwingen, um das Fest würdig begehen zu können. Jeder Beamte erhält seinem Einkommen entsprechend so und so viel abgezogen und die Amtsversammlungen werden angewiesen, so und so viele Taufende zu„spenden", und das nennt nian dann in Württemberg eine„freiwillige" König-Karl-Jnbilänni-Stiftuug! Die Arbeiter und jeder ehrliche Mensch wenden sich mit Abscheu von einer solchen hundcmäßig devoten Kriecherei ab, hoffend, daß einer solchen Mißwirthschaft ein baldiges Ende bereitet werden möge. Dem Weuesten! Ein niunteres Herrchen, dieser Preußcnkönig Und deutsche Kaiser, der den Thron besteigt! Ein Jubelruf begrüßt ihn unkentönig Aus Mamelukenniund— die Masse schweigt. In Rührung sucht die Presse hinzuschmelzen Und liest in seinen: Auge Geist und Stolz— Die Masse sieht nur einen Lientnant stelzen, Geschnitzt aus morschem Hoheuzollernholz. Man war gespannt bei Friedrichs Throiibesteigiinz Und die Bedienten schauten bänglich drein, Doch ein Monarch von bürgerlicher Neigung Kann imnierdar nur Episode sein. Er konnte nicht, er durfte nicht genesen, Denn schon sein Dasein war ein bitt'rer Hohn; Der Mann ist ja kein Korporal gewesen— Er paßte nicht für Preußens Königsthron.• Dann kam der Sohn— die Plenipe au der Seite Und eine dicke Bibel unterm Arüi; Da war erlöst vom bittern Widerstteite, Der sie erfüllte, der Loyalen Schwärm. Der kranke Vater machte sie beklommen, Die Pfropfen knallten, als sein Auge brach— Schwamm über ihn! War doch der Sohn gekommen, Der da die volle Schncidigkeit versprach. Hier war von Spannung gar nicht erst die Rede; Ihn kannte man und pochte darirn dreist Auf seinen Schutz für jede Junkerfehde Und Pfaffensünde wider Licht und Geist.> Er war ein Bild der Hohenzollerntugend, Die betet, Kinder macht und exerzirt— Zudem der reinste Typus jener Jugend, Die nian feit Siebzig sich hcrandressirt. „Dem König Heil!" erschallt es ans den Reihe» Der Garden Stöckers, die zum Dome ziehn; „Wir werden täglich eine Kirche weihen Und unsern Schäflein auf die Näthe knieen. Von Kirchenzucht war wenig nur zu spüren, Gott sei's geklagt-- wir hakten keine Macht, Der junge Herr wird so das Szepter führen, Als hätte er das Lutherthum erdacht." „Dem König Heil!" Fort mit dem Phrasennebel Von„freier Presse"— sie ist oberfaul, Schon liegt bereit ein ursolider Knebel, Den stopfen wir der frechen in das Maul. Was soll das Reden über Dinge nützen, Die wir geklärt mit prüfendem Verstand?" Vom grünen Tische, wo des Staates Stützen Gesetze kritzeln, schallt es so in's Land. „Dem König Heil!" Von seinen Myrmidoncn, Aus den Kasernen gellt es weit und breit. „Wenn die Kanaille lechzt nach blauen Bohnen— Er wird sie füttern und wir sind bereit. Ein schneid'gcr Herr— nicht aus der Art geschlagen Der ganze Großpapa— wie er kein Licht, Doch rücksichtslos— wenn sie zu mucken wagen, So läßt er schießen— und er fackelt nicht." Ihn wird sogar der Zammerlaut nicht stören, Mit dem Erschoss'ne sinken in den Staub— Dergleichen brauchen Fürsten nicht zu hören Und er ist mif dem einen Ohre taub. Wozu auch zwei? Das eine wird genügen Für Orgelschall, zu dem der Dompfaff fingt, Und für der Schranzen honigsüßes Lügen, Das früh und spät bestechend ihn nmklingt. So stehts, in cm prince!*) In solchem Lichte schauen Die Massen Sie, am Anfang Ihrer Bahn, Und mit Paraden und mit Kirchcnbaucn Und solchem Schnickschnack ist da nichts gethan. Sie, wie Sie einmal sind, gewinnen nimmer Die Massen, die verbittert und vergrämt, Und das, mon prince, ist ganz bedeutend schlimnier, Als wäre auch Ihr rechter Arm gelähmt! *) Mein Fürst(französisch). Briefkasten der Expedition:— Lustigen Brüder i. E.: Fr. 19 60 Ab. 4. Qu. u. Schrft. crh.— Gurt. Aarau: Fr. 17 40 Ab. 4. Qu. u. a Eto. Schrft. crh. Bestelltes abg.— Eckhardt Richmond; Fr. 50— erh. Ars. erwartet.— H. Stlpe. Zrch.: Fr. 7 80 a Eto. erh.— Buenos-Ayres „Vorwärts": Fr. 568— a Eto. Ab. it. Schrft. crh. u. Fr. 3'2— dem Eto. R. S. gutgebr.— F. Thies Genf: Fr. 10— letzte Rate a Eto. Paris u. Fr. 2 25 Ab. 1. Qu. erh.= Ldk. C. a. Rh.: In Nr. 50 sind(pr. Druckfehler) irrthümlich Mk. 100— a Eto. qnittirt. Muß heißen Mk. 150—,— Rthr. Apostel: Nachr. v. 15/12 erh. P. Proben zur Ansicht pr. chband erbeten bfl. niehr.— Lionel: Das war allerdings Glück und ist noch nie dagewesen. Bstllg. iwtirt u. theilweise unterwegs. Erfragtes kreuzte mit der An- frage.— Pickelhaube: Am 16/12 sandten das Reklamirtc nochmals in 90 Exemplaren ab. Weiteres folgt.— Beelzebub: Mk. 440 Ab. 1. Qu. ebenso chband dkd. erh. Alter Freund, auch für Sic besteht die Vorschrift ganzjähriger Vorauszahlung. S i e sparen damit Alk. 1 20 Porto und Einschreiben und wir haben*/* weniger Schreiberei und Quittirerei.„Quock erat". Gruß.— H. P. H.-Hfdc.: Mk. 17 60 Ab. pr. 1889 erh.— Kronos: Fr. 50— pr. Rückzhl. vom 20/3 a. c. dkd. erh., bfl. Weiteres.— F. Sttmstr. Ldn.: Pfd.—. 15. 10 für Schrft. erh.— Romulus: Ersatz ging am 19/12 ab. Adr. eingerenkt. Ihr Brf. zeigt deutlich geschrieben die Nr. 5, also? Weiteres a. d. N. abgeliefert.— Lionel: Alles soweit thunlich unterwegs. Weiteres bis W. unmögl. Richtigstellung besorgt.— Pfaffcnfeind: Mk. 30— a Eto. Ab. 2t. erh. Auszug folgt.' Weiteres besorgt. Katalog wird im S. fort- setzungsweise veröffentlicht. Dan» folgt Extra-Zusammenstelluug.— Arabi-Pascha: Adr. Betreffendes am 18/ 12 crh.— Lasse: Verzögerung R. ist uns unerklärlich. Bstllg. notirt. Was an uns liegt, geschieht stets. Die Angelegenheit E. ist bereits Anfangs ds. I. eingehend dar- gelegt worden. Näheres bfl.— Veilchcnstein: Adr. geord. n. Weiteres dkd. ad notam genommen, bfl. betr. Recl. Näheres.— Muth und Kraft: chband am 14/12 erh.— Rochcfort: Nachr. v. 12/12 hier. Er- fragtcs folgt bfl.— Roland U.: Nachr. v. 17. hier. Da Sic Eingc- ttoffcnes konsequent verschweigen, ist RückdiSposition auf etwa Laufen- des unmögl. Bett, erhält 44.— Forst N.-L.: M. 200.— per llfds. dkd. erh.— Nother Eerbcrus: M. 100.— baar und M. 61.80 pr. Ggr. a Eto. Ab.?c. crh. Addr. notirt. Bfl. mehr.— Elara: Was hindert Sic denn daran, eingeschrieben zu senden? Unbegreiflich! — Auti-Hitze: Bf. v. 18/12 erh. Ist doch längst quittirt. Bfl. wird sich die Sache aufklären.— Rthr. Boigtldr.: Gut. Uebrigens ist Ihr Vorschlag auch kein Schutzmittel gegen die Laugfinger von obcnher.— Tie uns allseitig gewordenen G l ü ck w u n s ch e z n m I a h r e s- Wechsel erwidern wir in alten Treuen auf's Herzlichste. Der„Sozialdemokrat". üchMm-vttjrichH. 2. Sozialpolitisches, Parlamcntsbcrichte, Geschichte:e. Amtsmißbrauch der Gerichte und Poli- zei bei Wahlen; Reden der sozialdeniokrati- scheu Slbgeordnetcn Bebel, Freytag, Lieb- kuecht im sächsischen Landtag am 9. Febr. 1882 über Ausführung des Sozialistengesetzes in Sachsen (stenographischer Bericht» Arbeiterfrage, die ländliche, geb..«.,« Äveling,(f., Die Darwin'schc Theorie, geb.... 3tolr»d, V-, Die sozialrevolutionäre Bewegung in Ruß- land................ Lahr. herm.. Die Einsichtslosigkcit des Hrn. Schäffle, Drei Briefe an einen Volksmann als Antwort auf „Die Aussichtslosigkeit der Sozialdemokratie".. Ltdel. A.> Der deutsche Bauernkrieg mit Berücksichtigung der hauptsächlichsten sozialen Bewegungen des Mittelalters.............. — Die Parlament. Thätigkeit d. deutschen Reichstages u. d. deutschen Landtage v. 1874/76 it. die Sozialdemokratie.............. — Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft...«(•»»•«••••* — Dasselbe gel).............. 4 — Die Entwicklung Frankreichs....... — Das Rcichsgesnudheitsamt und sein Programm. — Charles Fourier, geb.......... — Glossen zu„Wahre Gestalt des Ehristenthums". — Die mohamcdauisch-arahische Kulti-pcriode.., — Rede zum ReichS-Militäretat vom?,. März 1880 — Rede zum Reichsetat von 1880....... — Rede über das Unfallversichcrungs- Gesetz, vom 4. April 1881............ — Die Sonutagsarbeit........... — Unsere Ziele............. Lecker, Zoh. PH., Vorbote, soz.- politische Monatsschrift, 6. Jahrg.(1866— 71).......... — Wie und Wann?........... Lecker, L., Der alte und der neue Zesuitismus... -t- Die Reaktion in Deutschland gegen die Revolution von 1848.............. — Briefe deutscher Bettelpattiotcn....... — Geschichte der Agitation Fcrd. Lassalle's.... — Gefchichtc der revolutionären Pariser Kommune 1789—94............. •Sliio, W., Unsere Preßzustände........ — Die Revolution in Mainz........ Lordheim, S.,Zur Erinnerung für die deutschen Biordspatrivten. 180t!— 1807.... Üracke, KI., Die Verzweiflung im liberalen Lager.. — Der Lassallc'schc Vorschlag Fr. eis. M. Pf. 50 2 50 40 50 — 50—40 1 50 1 20 2— 1 60 — 45— 35 2 50 2— 20 10 3— 30 25 15 15 15 15 15 25 35 — 15 1— 30 10 3 50 8— 2 40 — 40 50 50 75 2— 10 50 60 10 40 50 15 65 40 15 50 Zur rechtzeitigen Kenntnißnahme. Für die Schweiz erhöht sich mit Beginn 1889 der vierteljährliche Abonneliientspreis auf Fr. 2.25 pro Exemplar, da der Ein-Rappen- Porto-Ansatz, sowie die Zu- läsiigkeit von P o st- A b o n n em e n t s nur in d e r S ch w e iz herausgegebenen Blättern zukommt. Die Ächristen-Tiliale der„Arbeitcrjlimmr" in Zürich. Zähringerstraße 12, trägt also fortan diejenigen bisherigen Abonnenten, welche unser Blatt nicht abbestelleit, auch für das laufende Quartal vor uild erhebt sofort nach Ausgabe von Nr. 1 1389 Nach- nähme, sofem die betreffenden Aboimementsbeträge nicht zuvor eingesandt wurde». London, im Dezember 1888. vic Administration& Erpedition des„bonaldemokral". Abollne»lc»ts auf dcn„Sozialdemokrat" iverdcn außer beim Verlag und dessen bekannten Agenten— sowohl auf einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgegengenommen bei folgenden Filialen und Verkaufsstellen: Zürich Schriften- Filiale der„Arbeiter st inime", Zähringerstraßc Nr. 12. Deutscher Arbeiterverein Eintracht. Mitgliedschaft der deutschen Soziali st en im „Schivanen". Winterthur Deutscher Arbeiterverein, Haldcnsttaße 1026. Aarau E. G e n n e r t, Rainstraße 884. KWek Deutscher Verein, Schwanengasse 4. D e u t s ch e S o z i a l i st e n, Untere Rheingasse 12. Beru Deutscher Verein. Biel E. Schmiedel, Deutscher Verein. F. Pflaum, Buchdruckerei Manatschal und Ebner. Deutscher Verein. Fraaenfcld Deutscher Verein. Deutsche Sozialisten,„zur Morgensoune V «t.(Lallen Linsenbühl. Allgent einer Arbeiterverein. Genf Deutscher Verein. Lausanne Allgemeiner Arbeiterverein.„Hotel Winkel- ried", Rue Merceri. Allgemeiner Arbeiterverein. I. Marbach, Reußthal, Emmenbrücke. Neuenbürg Deutscher Arbeite rbildungsver ei». Schaffhansen A l l g e in. Arbeiterverein,„zum Löwen". Zug Allgemeiner Arbeiterverein. Wir bemerken ausdrücklich, daß diese Adressen nicht als Deckadressen für Deutschland dienen! Deutscher Leseclnb, Cafe de la nouvelle Poste, Rua " Etienne Marcel 36. La Billette Paris „Deutscher Sozialdemokratischer Elnb La Billett e", Rue d'�IIemazne, Ifr. 2/1, Ecke Boulevard La Yillette. Paris Deutscher Soziali st enclub, 176 rue 8t. Rouore. H. Rackow, 35 Charlotte Street Fitzroy Square W. Co mm unistisch et Arbeite r-B ildungsverein, Dottenham Street 49 W. Mr. Schweitzer, Buchhandlung, 43 Commercialroad E. S ch ö n l e b c n, Friseur, 3 Edwards treet, Wardourstr. W, London Daubenspeck, 168 City Road. H a n st e i n, Tobacconist, 51 Charlottestreet, Fitzroy- Sqnare W. E i t y Elnb, 42 Sun Street Finslmry Square. W. Hoffmann, Buchhandlung, 13 Fraueis Street, Tot- tenham Court Road. (Saftleford(Uorkshire) Theobald Völkel, 1 Dentonterrace, Glasgow Charles D e r w a l d, Nr. 35 Kyle Street, St. Rollox. Kopenhagen K C. Hördum, Rümersgade 22 Stueu. Brüssel bei bekannten Adressen. Lüttich Cafe des quatre natious, rue Chapelle des Cleres. Berviero Eharles P i c r e a U x, Nr. 20 rue de Luxemhourg, Andrirnont. Amsterdam I. A. Fortnjin, Boekhandel, Tuiustraat 54. Antwerpen Lokal de„Werker" K., Dieppestraat 146. Bukarest TypO'Litografia, Caleo Victorieü 28, Casa Lahovary. I o h N Heinrichs, 130 Third Street. Easi. H. 91 1 tz f ch e, 548, 9. Avenue, City. I. Strauß, 355 1. Avenue. " A. Höhne, care of„New Yorker Volhszeitung", 184 William Street. W. Bäthke, City 536, 16. Street, W. F. Schmidt, Nr. 613 CallowLill Street, care of„Phil. Tageblatt". A. Lanfermann, Nr. 76 fifth Avenue. W. Sangner, 649 W. 18. Street. Philadelphia Chieago(Zll.) ro l C. Schumann, 16 Mercer Street. (itnetnuan(O.) w W n e h l e r, Walnut Str. 690. Charleston(S. C.) W. Eberhard, 48 Auson Street. St. Louis(Mo.) Gebr. H e r m i u g h a n s, Nr. 2002 Wash Streetz Buenos Aires Sociedad„Vorwärts", Calle Comercia 880 nuevo. Porto Alegre Carl Grimm, Rio Grande du Sul Brazii. Verein„Vorwärts", Adr. Golden Fiees Rötel, Melbourne Rüssel Street. Sidney Petersen, Pitt Street 393. Sao Paolo(Brasilien) G. Trebitz, Rua San.lose 63. Die Gxpeditio« des„Sozialdemokrat". Printcd for fhe proprietora by the German Cooperatire PublUkinf Co. 114 Kentish Town Road London K. W, MSW .■