AVotmemettts «erden beim verlaz und dessen bekannten Agenten entgegen- genommen, und>n>ar zum »»rau«»ahlbaren VierteljahriPreil von: vlk.<40 ftr Teutschland(direkt Per«ries-llouvertj bwfl. 2,7b für Oesterreich
vas die Gemäßigten vor den Kopf stoßen und die Einigkeit der republikanischen Partei gegenüber dein houlango-nionarchistischen Stnrmlauf beeinträchtigen könnte. Die Opportunisten nehmen denn auch diesen lange erwarteten Augen- blick geschickt dazu wahr, mit die ganze Decke nach ihrer Seite zu ziehen. Ihr erster Akt war, gemeinsam mit der Rechten die Rekrutirungsvorlaaezu ändern... Auch in f i n a n z- politischer Hinsicht haben die O p p o r t u n i st c n den angenblick- lichcn W a f f e n st i l l st a n d zwischen den republikanischen Parteien für sich zu v e r w e r t h e n verstanden. Der Ausschuß für die E i n k o m m e n st e u c r v o r l a g e ivurde s. Zt. ebenfalls durch Ver- bindung der Monarchisten und Opportunisten aus einer Mehrheit der letzteren zusammengesetzt, die gestern ihre bereits früher ausgesprochene Venverfiiilg der Peytrat'-Borlage wiederholt und den ehemaligen fanatisch radikalen Redakteur der„Justice", jetzt nicht uiinder fanatischen Opportunisten I. Zioche, zum Berichterstatter ernannt hat. Für diese Gesevgebnngsperiodc ist djc E>ttrv.i.menstener unmöglich, denn wenn auch die Kammer dieselbe annähme, so würde sie ja der Senat verwerfen... Jedenfalls dürfte die„Einigkeit" weder im republikanischen Lager noch im nionarchisch-boulangistischen den 27. Januar lange über- dauern." Mit einem Wort, in der Kammer herrscht der Opportunismus. Das Gegenstück hat sich am Sonntag gezeigt. Der Radika- lismus wurde aufs Haupt geschlagen, weil er das Bündnis; mit den Opportunisten eingegangen, und mir werden uns schwerlich über die Herren Ferry.und Konsorten täuschen, wenn wir voraussagen, daß sie die Niederlage des Radika- lismus weidlich zu ihren Gunsten ausnutzen werden. Und von ihrem Standpunkt aus haben sie auch das Recht dazu. Bei Kompromissen hat immer der Rücksichtslosere den Vortheil, und wer der Rücksichtslosere ist, das hängt nicht etwa von den Doktrinen, das hängt lediglich von der Situation ab, in der sich die einzelnen Vertragschließenden' besinden. Jetzt er- laubt es den Opportunisten ihre Situation, rücksichtslos zu sein, und sie müßten keine„Gemäßigten" sein, wenn sie von dieser Möglichkeit nicht den ausgiebigsten Gebrauch machten. Sie putzen die Radikalen wie unfähige Schulbuben herunter, und lassen sich von ihnen zum Dank dafür die Kastanien aus den: Feuer holen. Sie haben die„Boulangistische Gefahr" geschaffen, man möchte fast sagen, erfunden, sie haben zuerst über die„zäsaristischen Gelüste" des Generals geschrieen, sie haben ihm durch ihre kleinlichen Verfolgungsmaßregeln die Sympathien der Masse verschafft, sie haben am lautesten geaeu ihn geheult, aber sie haben gar nicht angestandeu, eines Tages durch den Mund des„Temps" zu erklären: Wenn Ihr uns nur die Wahl lasset zwischen Boulanger und der Kommune, so werden viele unter uns Boulauger vorziehen. Und was ist in den Augen der Herren Opportunisten die„Kommune"? Die Zentralmairie von Paris und ähnliche, durchaus bürgerliche Forderungen. Run, die Radikalen sind auf den Leim gegangen und haben dafür büßen müssen, und je länger sie sich von den Herren Opportunisten an der Rase herumführen lassen, desto größer wird ihr Schaden sein. Von der Avantgarde der Satten hat Boulanger nichts zu fürchten. Leider hat die Avantgarde der Hungrigen, die muthige Schaar der Sozialisten, die selbständig in den Wahlkampf eintraten, um zugleich die zäsaristische Demagogie und die Stillstands-Politik der Bourgeoisie zu bekämpfen, nicht den Erfolg erzielt, der ihr zu wünschen war. 17,000 Stimmen für ihren Kandidaten B o u l v, das ist ein sehr dürftiger Erfolg angesichts ihrer eifrigen Thätigkeit. Aber die Mittel, über welche die Gegner verfügten, waren so enorme, der Auf- wand, mit dem diese ihre Wahlreklame betrieben, so kolossal, daß angesichts der beschränkten Mittel der Sozialisten auf einen größeren Erfolg von vornherein nicht zu rechnen war. In solchen Kämpfen wie der jetzt in Paris ausgefochtene, folgt die große Masse der Wähler dem Gesetz der Schwere. Bou- langer, als der Ausdruck der allgemeinen Unzufriedenheit, be- kam auch die Stimmen der mit dem Parlamentarismus un- zufriedenen Arbeiter. Wahrscheinlich wäre es anders gekom- men, wenn ihm die Gesammtheit'der Sozialisten von Paris als eine starke, einheitlich organisirte oder ivenigstens im Kampf geschlossene Partei entgegengetreten wäre. Aber grade die in Paris stärkste Fraktion derselben, die der Possibilisten, hielt es für besser, sich der Koalition der Radikalen und Opportunisten anzuschließen, und für diese Bourgeoisparteien die — drücken wir es gelinde aus— grobe Arbeit zu verrichten. Und nicht nur das. Kaum daß die Kandidatur Boule pro- klamirt war, so stürzten sich die Possibilisten mit einer wahren Berserkerwuth auf diese und führten einen Verleumdungs- feldzug gegen Boule und die für ihn eintretenden Sozialisten, wie er in der Geschichte der Parteikämpfe seinesgleichen sucht. Zur Zeit, da die Sozialdemokratie in Deutschland gespalten war, ist ja auch vielfach über die Schnur gehauen worden, aber es steht in keinem Verhältniß zu dem, was im„Parti Ouvrier" an Verdächtigungen und Verdrehungen geleistet wurde, und dann geschah es im offenen Kampfe gegen ein- ander, hier aber stand nicht sozialistischer Kandidat gegen sozialistischen Kandidaten, sondern Arbeiterkandidat gegen Bourgeoiskandidat, und die Possibilisten thaten ihr Möglichstes, den Vertreter ihrer eigenen Klasse, ihrer eigenen Forderungen zu schädigen. Sie haben es erreicht, aber nicht zu Gunsten des von ihnen empfohlenen Bourgeoiskandidaten, sondern zu Gunsten Boulanger's— sie haben mit ihrem sinnlosen Ge- bahren nicht gegen, sondern für den„Riedermetzler von Paris" gewirkt. Möge diese Erfahrung den Mitgliedern der possibilistischen Fraktion eine Lehre sein. Was nun die nächsten Folgen der Pariser Wahl sein wer- den, so ist es müssig, sich darüber in Spekulationen zu er- gehen. Wie der Telegraph meldet, hat Herr Floquet die Ab- ficht, erstens schleunigst das Atesser abzuschaffen, mit dem er und seine Freunde sich geschnitten, wir meinen die Listen- wähl; und zweitens eiu Ausnahmegesetz gegen Diktaturbestrebungen zu beantragen. Wir haben für die Listenivahl, wie sie jetzt in Frankreich besteht, nie geschwärmt und würden ihr ebensowenig wie unsere Genossen in Frankreich eine Thräne nachweinen— wäre Herr Floquet aber wirklich ein Mann des Fortschritts und nicht ein ganz geivöhnlicher Berufs-Politiker, so würde er eher an eine Reform der Listenwahl als an eine Rückkehr zum System der Kirchthumöinteressen denken. Und was gar das geplante Ausnahmegesetz anbetrifft und die Absicht, dessen Ausführung dem Senate zu übertragen, also die Macht dieser reaktionären Körperschaft zu verstärken, so wäre das eine Bankrotterklärung der Republik, wie deren Feinde sie sich nicht besser wünschen können. Aber freilich, nian muß ja der Welt zeigen, daß der Radi- kalismus regierungsfähig ist, und wodurch beweist eine Re- gierung ihre Stärke besser als durch Verfolgungen und Aus- nahmegesetze? Rur müssen die Herren hinterher sich nicht beklagen, wenn die Massen sich immer mehr von ihnen ab- und dem Manne zuwenden, dessen Pläne im Grunde auf nichts Anderes hin- auslaufen, als was sie selbst thun, und der den parlainen- tarischen Sündenfall noch nicht gethan. Nachschrift. Nachträglich wird die Meldung, daß Floquet ein Ausnahmegesetz einbringen werde, widerrufen. Aber die Absicht hat bestanden, nur haben sich noch nicht alle Freunde des„radikalen" Ministers zu dieser Höhe der Staatsmann- schaft aufgeschwungen. Zur Abwehr. Die Slotiz in Nr. 3 unseres Blattes über den W a l> l k a m p s in Paris veranlaßt das„Proletariat", das offizielle Organ der Possibilisten, zu folgendem„die Internationale" überschriebenen Ausfall: „Die Arbeiterpartei ist, wie man weiß, warme Beiürwortsrin einer Internationalen Verbindung der verschiedenen sozialistischen Parteien. Aber sie hat zu verschiedenen Malen durch ihre Kongresse zu verstehen gegeben, daß sie ihre volle Selbständigkeit zu ivahren entschlosseil ist. Nie hat sie sich in die Unternehmungen der ausländischen sozialistischen Parteien eingemischt, und sie verlangt von diesen, daß sie sich nicht in ihre Angelegenheiten einmischen. „Die deutsche Sozialdemokratie hat nie diese gegenseitige Unabhängig- keit der Parteien zll beobachten gewußt. „Wir lesen in ihrem offiziellen Organ, dcni„Sozialdemokrat", eine Notiz, die der„Eri du Peuple" reproduzirt. In dieser Note wird die Haltung der Possibilisten in dem gegenwärtigen Wahltampf streng ver- lirtheilt und die der„Freunde" des Herrn Liebknecht, der„Marxisten" und„Blanquisten" als die einzig den Prinzipien entsprechende bezeichnet. „Wir lenken die Aufmerksamkeit aller sozialistischen Parteien der Welt ans dieses Gebühren der deutschen Sozialdemokratie, sich in die Ange- legenheiten der sozialistischen Parteien anderer Länder zu mischen. „Was uns anbetrifft, so haben wir zu ivicd'erholtcn Malen geschrieben. daß wir ebensowenig für sozialistischen PangermanisniuS, wie für den Bourgeois-Pangernianismils sind. Und man kann in der Umgebung der früheren autoritärcn Führer der Internationale darauf rechnen, die französische Arbeiterpartei läßt sich nicht leithanimeln(rezenter)." Dies die Notiz. Unsere Genossen, und da das„Proletariat" ausdrücklich an sie appcllirt, die Sozialisten aller Länder, haben hier eine klassische Probe von deni Geist, der die gegenwärtigen Führer der als Possibilisten bekannten Fraktion der französischen Sozialisten crfilllt. Unsere Notiz soll eine unerlaubte„Einmischung" in die Angelegenheiten einer fremden Partei sein. Nun haben wir weiter nichts gethan, al» unsere Ansicht über die Haltung der verschiedenen Richtungen de- französischen Sozialisten im jetzigen Wahlkampf geäußert, und wi: l
Häven das gerade in Bezug auf die Possibilisten in einer überaus, wir könnten anch sagen übertrieben gemäßigten Form getham Wir haben ihr Verhalten unbegreiflich genannt, thatsächlich aber war noch ein ganz anderes Wort am Platze. Wir haben es nicht gebraucht, jedoch selbst wenn wir es gebraucht, so hätten wir damit das Recht der sozialistischen Kritik in keiner Weise überschritten. Die Herren Bronsse, Joffrin?c. dürsten mit ihrer An- schaunng, daß das politische Verhalten e i n e r P a r t c i eine geheiligte Privatangelegenheit ist, über die sich Niemand ein Urthcil erlauben darf, unter den Sozialisten der ganzen Welt so ziemlich isolirt dastehen. Nirgends noch als bei ihnen sind wir auf eine so kleinlich eng- herzige Auffassung gestoßen, nirgends ansein so autoritäres Ger bahren als gerade bei diesen Leuten, die bei jeder Gelegenheit das Wort autoritär, Antoritarisums als Popanz gebrauchen. In der vorliegenden Angelegenheit freilich begreifen wir ihre Ein- pfindlichkeit. Wir haben in der sozialistischen Presse aller Länder zwar sehr viele herbe Urtheile über ihr Verhalten ini jetzigen Wahlkampf in Paris gelesen, aber noch nicht Ein anerkennendes. Die„Ar- bcitcrstimine" in Zürich hat sich z. B. viel energischer als wir gegen die Taktik der Possibilisten anögesprochcn, ja selbst die Londoner„Justice", das Organ der mit den Possibilisten befreundeten„Sozialdemokratischen Fcderatjon" hat über ihre Stellung zur Wahl in einer Weise sich gc- äußert, die nach allem andern eher als nach Zustimmung ausschaut. Jndeß das ist Nebensache. Selbst wen» wir mit unscrm Ilrtheil allein daständen, hätten wir das Recht gehabt, es zu äußern. Und Niemand wird uns nachsagen, daß wir uns in einer unpassenden Form geäußert. Entbehrt somit der hitzige Ausfall des„Proletariat" auf unser Blatt jeder Berechtigung, so gilt das in dreifach vcrstärktein Maße von seinen Angriffen auf die deutsche Sozialdemokratie, da Herr Brouffe sehr gut weiß, in welchem Verhältnitz unser Blatt zu unserer Partei in Deutsch- land steht. Es geschieht aber nicht ohne Grund, daß er diese für eine Notiz verantwortlich macht, mit der sie gar nichts zu thun hat. Sie soll den Vorwaud abgeben, bei der Arrangirnng des bevor- stehenden Internationalen Kongresses gegenüber der deutscheil Sozial- demokratic, die der ehemalige Anarchist fanatisch haßt, das gleiche Spiel zu wiederholen, wie bei der Veranstaltung der famosen„Internationalen Konferenz von 1883". Auch zu dieser hielt Herr Bronsse die deutsche Sozialdemokratie nicht fiir Würdig, weil sich der„Sozialdemokrat" einer unerlaubten„Einnlischung in unsere Angelegenheiten" schuldig gemacht. Und worin bestand damals unser Verbrechen? Wir hatten— man höre— in einem Glückwunschschreiben an den St. Etienner Kongreß den Wunsch ausgedrückt, es möge dem Kongreß gelingen, die Einigkeit in der französischen Arbeiterpartei w i c d e r h e r z ii st e l l e n. Ein Kapitalverbrechen, für das der Aus- schluß der Partei noch zu gering war. Nun, an ein Ausschließen der deutschen Sozialdemokratie ist diesmal leider nicht zu denken. Heute kommt es mir darauf an, ihre leitenden Persönlichkeiten zu verdächtigen. Dieselben haben näm- lich Schritte gethan, daß anstatt der zwei nach Paris einberufenen Kon- gressc nur Einer, d. h. eine Verschmelzung des vom Kongreß von Bordeaux einberufenen und des von den Possibilisten geplanten statt- finde. Das konvcnirt aber Herrn Brousse nicht, und weil die deutschen Sozialisten sich kategorisch dahin geäußert haben, entweder auf Einen gemeinsam vereinbarten Kongreß zu gehen, oder auf keinen, so muß das Schlagwort„autoritär",„Einmischung" ec. herhalten, um, wie ge- sagt, sie von vornherein zu verdächtigen. Daher anch die lieber- schrift„Die Internationale", die Hcreinziehung Liebknechts in die De- batte und der Hinweis auf die früheren autoritären Führer der Jntcr- nationale, die zu verleumden Herr Bronsse allerdings sein Möglichstes aufgeboten hat.„O diese„autoritären Führer" hätten sich mir heraus- nehmen sollen, einem Internationalen Kongreß, wie es jetzt die possi- bilistische Arbeiterpartei in ihrer Einladung thnt, von vornherein seine Tages- und Geschäftsordnung vorzuschreiben, wie hätten da Herr Bronsse und seine Freunde Zetcrmordio über Vergewaltigung geschrieen. Jetzt thut man das ungcnirt, aber man ist und bleibt dabei„anti- autoritär". Wenn Herr Bronsse mit seinem Manöver bei seinen engeren Genossen Erfolg haben sollte, so können wir das nicht hindern. so sehr wir es bedauern würden. Aber wenn er glaubt, nüt dergleichen Finten auch die auswärtigen S o z i a l i st c n über die wahre Sachlage tän- scheu zu können, so wird er sehr bald eines Besseren belehrt werden. lind die Lektion wird keine unverdiente sein. Sozialpolitische Rundschan. London, 30. Januar 1889. — Der Anfang des Endes ist für den Exhausmeicr der Hohen- zollern gckonimcn— das kann jetzt keinem Zweifel mehr unterliegen. Es krieselt und kracht in allen Ecken, und dem Eisenstirnigen ergeht es wie allen Ertrinkenden: er greift nicht blos krampfhaft nach jedem Strohhaim, sondern beschleunigt auch die Katastrophe durch seine un- sinnigen, blindwilden Anstrengungen, sich zu retten. Er reiht in toller Werblendnng Fehler an Fehler; und jedem Attentat auf das öffentliche Rechtsgefühl und den einfachsten Anstand folgt sofort em neues, noch brutaleres Attentat, und der Urheber hält es nicht einmal für der Mühe Werth, eine Maske vorzunehmen. Höchstens den durchsichtigen Domino eines Reptils, dessen Beziehungen so bekannt sind wie die der verrufen- sten Dirne. Nachdem die Tessendorf'sche Anklageschrift der Welt nur den zwiefachen Beweis geliefert hatte, daß Tcssendorf noch heute der elende Jurist und streberhafte Büttel ist, als der er seine juristische Laufbahn eröffnet, und daß sein Brodherr Bismarck der eigentliche Verfasser des schamlosen und in letzter Linie gegen den vorigen Kaiser gerichteten Aktenstücks ist, hat der große Staatsmann, um welchen die Welt uns beneidet, es fiir nöthtg erachtet, in die rheinische Oberkloake ein neues Stückfaß voller Jauche und Unrath zu schütten— immer wieder in dem zur Manie gewordenen Bestreben, das Andenken des todten Kaisers zu besudeln, der sich ihm nicht zu Füßen hat werfen wollen. In diesem wahnsinnigen Treiben ist zwar keine Methode— denn ein Ertrinkender hat nicht die Zeit und nicht die Ueberlegung, nicthodisch zu handeln— allein es ist Einheitlichkeit darin: die Einheitlichkeit der f i x e n I d e c— der fixen Idee Macbeth s, der den B a n q u o getödtet hat und dessen Geist nicht abschütteln kann. Wenn das„E n t ni ü n d u n g s v e r f a h r e n", das der ExHaus- mcier der Hohenzollern gegen Geffken hat einleiten lassen, um den- selben der öffentlichen Verachtung oder Nichtachtung zu überliefern, statt gegen das Opfer gegen den Verfolger eingeleitet worden wäre, so würden die Irrenärzte wohl schwerlich zu dem gleich negativen Er- gebniß gelangt sein, wie bei Geffken: der Verfolgungswahn und der Größenwahn sind kauni jemals zu klassischeren! und ab- stoßenderem Ausdruck gelangt. So viel steht fest: die gegenwärtige Krise geht die Psychiatrie nicht weniger an, als die Politik— ja vielleicht in noch höherem Maße. Der Exhausmeicr der Hohen- zollern wird auch von seinen eifrigsten und lautesten Bewunderern nicht mehr für ganz zurechnungsfähig gehalten: der„Kladderadatsch", dieser Virtuose der plattesten Witzlosigkeit und ultrabyzantinischcr Bauch- rutscherei hat in seiner letzten Stummer ein Gedicht verübt, welches die Situation prächtig illustrirt. Das lauge Gedicht ist von der ersten bis zur letzten Zeile- von„Versen" kann man bei solcher Waare nicht reden— ein jämmerlicher Appell an das Mitleid:„�eid nicht so undankbar, Ihr braven Deutschen, den alten Mann, der Euch in seiner Ntanneskraft so viel Dienste geleistet hat, schnöde zu vergessen — und bei Seite zu werfen, mm, da er schwach gelvorden ist und vom Unglücke heimgesucht wird." Das— dem Sinne nach ist der Zuhält dieses denkwürdigen„Kladderadatsch"-Gcdichtcs. Die Freude, daß es mit dem„i-orn- old man"(dem„armen alten Mann") so weit gekommen ist, kann uns auch nicht geschmälert werden durch den Ekel über den heuchlerischen Zynisnius, der Mitleid und Mcuscheuliebc fiir ein Individuum fordert, welches niemals Mitleid und Menschenliebe gekannt, und zur Z.'it, tvo es die Macht hatte— ja noch im jetzig«! Augenblick, jeder Gcgrer seiner Politik, jeden Zweifler an seiner Unfehlbarkeit und übernlenschl.chen Größe in kleinlichster Räch- sucht bis iu's Grab, ja bis üler tasGrab hinaus verfolgt hat— ein Individuum, von de» wir schon vor Jahren gesagt:„Wir sind bereit, seinen Anhängern beizutretm, wenn sie uns einen ein- zigen großen und edlenGedenken nachweisen können, den er in seinem ganzen Leben gedacht. Und in feinem Fall ist dieser whe Verächter alles Großen und Edeln, dieser durch keine Rückicht gebundene Pfleger alles Nie- drigen und Gemeinen ebenso würdel's wie weiland im Vollbesitz der Macht. Er klammert sich an die Govalt nud den Milliardentops mit der Gier eines alten Geizhalses de: Komödie und sucht feinen zwei ungcrathenen Söhnen die Taschen noch tüchtig auf Staatskosten zu füllen, ehe die unvermeidliche Tremung von der gefüllten Krippe er- folgen nmß. Nun.— die Nemesis trägt zum Glück keine Glacehandschuhe. Sie packt tüchtig zu und versetzt den ihr anheimgefällenen Frevler Schlag auf Schlag. Ein Lorbeerblatt nach oeni andern wird aus dem blutigen Ruhmeskranz des Urhebers dreier Kriege gerissen und der stolze Bau, den er augeblich und vermeintlich fir die Ewigkeit errichtet, knackt in allen Fugen und zeigt klaffende Riss:, die den nahen Zusammenbruch vcrkündcii. Die dräuende Weltlage straft das freche Märchen von der Friedens- Politik Lügen, und läßt, gleich dem kläglichen Fiasko sämmtlicher„ko- lonialpolitischen" Schwindeleien, du ganze Stümperhaftigkeit der bis vor Kurzem in den Himmel crhobmen Staatskunst des unheilvollen Mannes erkennen, der sich vermessen hatte, das mittelalterliche Raub- rittcrthuin in moderner Verkleidung wiederherzustellen und die Ideen der Revolution, die vor 100 Jahren ihren Trinmphzug durch die Welt begonnen, theils in ein königlich preußisches Zuchthaus einzusperren, theils in einer königlich preußischen stascrne zu ersticken. In ivenige» Monaten wird die Welt den hundertjährigen Geburtstag der französischen Revolution feiern, und der gcwaltthätige Schlaumichel, der die Aera der Revolution für immer zu schließen und der Weltge- schichte ihre Bahnen vorzuschreiben �dachte, wird in nicht allzulanger Zeit ein überwundener Standpunkt sein. lind es ist sehr die Frage, ob du Verehrer der Dynastie Bismarck- Tyras, Welche heute am Grabe des leider vor einigen Tagen in der Blüthe des Hundelebens dahingeschiedenen Tyras patriotische Thränen vergießen, dann noch für den„Chef" des Hauses Bismarck viel Thränen übrig haben. — Hoch Vrcslau!— so schrieben wir in vorletzter Nummer, und Breslau hoch! wiederholen wir heute. Unsere Genossen in der Hauptstadt Schlesiens haben sich in der Stichivahl brillant gehalten. Mit Stimmen ist Genosse A. Kühn Sieger geblieben, wäh- rend der dcntschfreisinnige Fried'.nthal, trotzdem die National- liberalen für den Klassengenossen eintraten, nur 8237 Stimmen erhieit. Die Erzkoiiscrvativcn und ihr Anhaug enthielten sich diesmal stramm der Betheiligung. Die 9948 Stimmen gehören voll und ganz uns, der Wahlkreis ist ohne jede Unterstützung durch andre Parteien er- obert, Breslau-West ist eine Burg der Sozialdemokratie geworden. Der gewählte Vertreter, A. K ü h n in Laiigeubielau, ist ein altbe- währter Genosse, einer der ältcsteu und trenesten Mitkämpfer der Sozialdemokratie. Schon einmal war-r nahe daran, gewählt zu Werden, und zivar im Wahlkreis Reichcnbach- Netirode, zu dcni Langcnbielan gehört. Dank unerhörten Wahlbeeinflußungcn gelang es jedoch, ihn mit wenigen Stimme» ans dem Felde zu schlagen, und der Steichstag er- klärte hinterher die betreffenden Vorkommnisse zwar fiir„sehr bedauer- lich", aber nicht geeignet, das Wahlrcsultat umzustoßen, da die Beein- flußungeu nicht amtlich geschehen. Ans Breslau selbst wird uns unterm 23. ds. geschrieben:„Noch zwei Tage und die Wahlschlacht ist entschieden: der erste Tag hat uns zivar einen Triumpf, aber noch nicht den Sieg gebracht. Die„Stand- haftigkeit" der Schlcsier hat sich wieder einmal glänzend bewährt, und das Fiasko des Kartells und der kaisertreuen Kartcllbrüder läßt an Gründlichkeit nichts zu wünscheu übrig. Es ist nur zu bedauern, daß unser kaiserlicher Wahlagitator nicht noch vor der Stichwahl herkommt. Wir könnten dann die Hände vergnügt in den Schooß legen. Jndeß so ist's besser. Es wird tüchtig gearbeitet, und obgleich uns die größten Säle der Stadt„abgetrieben" sind, so ist es uns doch möglich, Ver- sammlungen abzuhalten, und die dichtgeschaarten Arbeiterbataillone, vor denen Kühn, uisscr Kandidat, und die Rcichstagsabgeordneten Singer und Liebknecht gesprochen haben, sind ein lebendiges Zeugniß da- für, daß die Geburtsstadt Lassalle's eine Hochburg der Sozialdemokratie ist. Die schlummernden Kräfte treten hervor— es ist als ob unsere Stadt aus langem Schlafe erwacht sei. lleberall regt sich's und überall begegnen wir fester Zuversicht und dem Entschluß, nicht blos zu siegen am 25. ds. Monats, sondern auch bei den bevorstehenden allgemeinen Wahlen den O st k r e i s wieder zu dem Westkrcis hinzu zu erobern. Und so soll's sein! — Bei der Stichwahl in Offeitburg- Kehl siegte der Zentrum s m a n n Reichert mit 9835 Stimmen über den Kartellbruder v. Bodmann, der 9235 Stimmen erhielt. Da der Wahlkreis am 21. Februar 1887 einen Kartcllmann in den Reichstag entsandte, so bedeutet diese Wahl einen weiteren Riß in die Hurrah- Majorität. Wohl bckomm's! Unsere Genossen haben sich, im Hinblick auf den St. Gallcr Beschluß und angesichts der schiefen Haltung des Zentrums, bei der Stichwahl der Stimmabgabe enthalte». — Es ist wirklich schwer zu entscheiden, in welcher Spezies des modernen Ausbeuterthnuis die R a u b t h i e r- N a t u r stärker cut- wickelt ist: im S ch l o t j u n k e r oder im Krautjunker. Bald möchte man dem Einen, bald dein Andern die Palme reichen. Heute liegen uns wieder einige klassische Beispiele dafür vor, Wie die Herren vom ehrwürdigen Grundbesitz vor den schmutzigsten Mitteln nicht zurückschrecken, ihr geheiligtes Recht auf Ausbeutung— Was sagen wir? die Ausbeutung ist ja gar nicht in Frage, auf A u s- Pressung des ländlichen Proletariates sicher zu stellen. In Ober- s ch l e s i e n haben sie es durchgesetzt, daß der„Minister der öffentlichen Arbeiten"— für diese Herren sind die Munster in Preußen ja immer schnell bei der Hand— gegenwärtig Umfrage hält, auf welche Weise am Besten der sog.„Sachsengängerei"(das Wandern der ober- schlesischen Arbeiter in andere Provinzen, namentlich die Provinz Sach- fen) am Besten abgeholfen werde» kann. Davon, die Arbeiter so zu stellen, daß die wahrlich sehr bescheidenen Löhne der andern Provinzen ihnen diese nicht mehr als verlockendes Eldorado erscheinen lassen, ist bei den Herren natürlich keine Rede, und so sollen denn die früher eingeführten Fahrpreis-Er Mäßigungen aufgehoben und zu- gleich womöglich polizeiliche Erschwerungen und Verbote des Wegzichens der Llrbeitcr eingeführt werden. Die Arbeit von Land- Proletariern ist nach den Anschauungen der Herrschaften ihr„E igen- t h u m" und wozu ist der Staat anders da, als um das geheiligte Eigen- thum zu schützen? In dieselbe Rubrik gehört folgendes, der„Arbeiterztg." ausZüter- bogk(Provinz Brandenburg! berichtete Stückchen: „Auf deni hiesigen Artilleric-Schicßplatze war es dem Publikum bisher erlaubt, Sprengstückc zu suchen und gegen Empfang von F i n d e r l o h n an die Vertvaltungskoinmission abzuliefern. Durch diese Vergünstigung War es bisher vielen Armen niid Arbeitsiinfähigen möglich, sich zu ernähren. Auch Schulkinder konnten an solchen Tagen, Wo Nachmittags keine Schule War, auf diese Weise den Eltern etwas helfen. Beim Sprcngstückcsuchen niußten die Leute vielleicht etwas ni c h r verdienen, als die Rittergutsbesitzer hiesiger Ge- geild ihren Arbeitern auszahlten, infolgedessen etliche Ar- beitcr aus der Arbeit blieben und Sprengstücke suchtcu. Vor einigen Tagen hatte ich nun Gelegenheit, ein Gespräch mit anzuhören, welches ein Gensdarm mit einem Amtsvorsteher in einem Gasthofe hatte. Er- sterer erzählte dem Amtsvorstehxr, daß nun endlich das Sprengstück- suchen seitens des Publikums aus dem Schießplatz aufhören iverde. Herr Bang u i er und Rittergutsbesitzer A p p o n i u s hätte es beim K�ricgsmi nister durchgesetzt, daß dem Publikum das Suchen' von Sprengstücken ans hiesigem Artillerie-Schieß- platze verboten würde, indem er keine Arbeiter mehr bekäme und er als Laudivirth nicht im Stande wäre, solche Lohne zu zahlen, als wie die Leute beim Suchen verdienten. Sollte sich dieses beivahrheiten (was wir ja im Frühjahre sehen werden), dann werden mindestens 300 Personen, ohne die Kinder, verdienstlos. Es ist das fiir die hie- sigen Arbeiter um so schlimmer, da Jütcrbogk sehr wenig Fabriken hat und es dem Arbeiter sehr schwer fällt, Arbeit zu bekommen. Ter Herr Banquier weiß dieses so gut wie ich. Also um 15 Arbeiter, die viel- leicht der Arbeit des Herrn Banquiers und Rittergutsbesitzers durch das Suchen fern bleiben, werden 300—350 Personen b r o d l o s ge- macht! Riecht das nicht nach Arbeitcrfreundlichkcit! Besagter Herr ist Mitglied des konservativen Wahlkomite' s." Selbstverständlich. Tie oberschlesischen Landprotzengehören ja auch zu dm k o n s e r v a ti v e n Stützen von Thron und Altar und wissen in ihren Aufrufen wunderbar schön gegen das herzlose Geldkapital zu donnern. Sinn, die Zeit ist hoffentlich nicht allznfern, wo nicht nur der Proletarier der Städte, sondern auch der schändlich ausgepreßte und in Unwissenheit gehaltene Proletarier vom Lande die Verlogenheit dieser Phrasen dnrchschaut und mit den Ersteren gemeinsam fiir die Befreiung der Arbeiter aus dem Joch der kapitalistischen Zkisbeutung kämpft. — Jedem das Seine. Zur Nachricht, daß Tyras todt ist, lesen wir in der Berliner„Volkszcittliig":„Die„Post" theilt dieses Ereigniß an der Spitze ihres lokalen Theiles— vor einer auf die Groß- Herzogin bon Baden bezüglichen Noliz— mit folgenden, von tiefer Ergriffenheit zeugenden Worten mit:„Fürst Bismarck hat einen für ihn sehr schmerzlichen Verlust erlitten. Seine schwarze Dogge, die mit rührender Treue und Liebe an ihrem Herrn hing, fft in Folge von Altersschwäche im Zimmer des Fürsten eingegangen. Unter den alten Bäumen des Parks am Reichskanzler- Palast wurde dem treuen Gefährtm ein Grab bereitet." Wir finden die Rangordnung, wie sie das Organ der Botschafter- parte! trifft, ganz in der Ordnung. Die Großherzogin von Baden ist zwar die Schwester des tobten Friedrich, aber was will das heißen gegen Tyras. den großen Tyras, den Hund des l e b c n d e n Bismarck, das Vorbild der einzig wahren Reichstreue, das unersetzliche Mitglied der heiligm Reichs-Dreicinigkeit? — Die Verkehrtheit der heutigen Moral- und RcchtSbcgriffe zeigt sich vielleicht nirgends so deutlich als in allem, was mit der ge- schlechttichen Prostitution zu thun. Die Prostitution wird offiziell verurtheilt, die Prostttuirten werden gesellschaftlich geächtet, unter die entehrendsten, brntalstcn Polizeivorschristen gestellt, aber diejenigen, welche sich der Prostituirten bedienen, trifft nicht der geringste Makel. In dem vcrhcuchelfften aller Staaten, in Preußen, bestrast mau sogar diejenigen, welche den armen Geschöpfen, die von, Verkauf ihres Körpers leben, Wohnungen vermiethcn, ivegen der damit verübten „Förderung der Prostitution" als Kuppler, läßt aber diejenigen, welche der Prostitution die stärkste Beihilfe gewähren, nämlich die sie b e- zahlen, vollständig unbehelligt. Geradezu klassisch zeigt sich das, wenn die Polizei eine sogenannte Razzia in einem Hause abhält, wo dem„Laster" gehuldigt wird. Da werden die Mädchen sistirt, die In- haber verhaftet oder„notirt". die männlichen Besucher aber höchst respektvoll„ignorirt"! Höchstens daß man sie als„Zeugen" aufschreibt; in dicscni Falle wird aber in rührender Rücksichtnahme dafür Sorge getragen, daß ihre Namen nicht in die Oeffenrliclikeit gelangen. Sic gehören ja meist den„besseren" Klassen an und haben daher die Entschuldigung der„physischen Nothwendigkeit". Es liegt uns selbstvcrständ- lich fern, die letztere zu bestreiten, aber was hier gekennzeichnet werden muß, ist die nichtswürdige Heuchelei, die in dieser verschiedenartigen Behandlung ein- und derselben Sache liegt. Aber damit noch nicht genug. Auch wo es sich um Tinge handelt, die selbst vor dem Standpunkt der natürlichen Moral nicht bestehen können, um den Mißbrauch minderjähriger Geschöpfe durch gewissenlose Wüstlinge und dergleichen, wird gewöhnlich jede Handhabe benutzt, um die eigentlichen Schuldigen— laufen zu lassen, sobald sie der herrschen- den Klasse angehören. Ein sch:cic»des Beispiel dafür liegt uns heut aus Amerika vor, und zwar aus einer Stadt, die sich cbeufalls ihrer Frömmigkeit rühmt. Wir lesen im„Philadelphia Tageblatt": „Vor Kurzem wurden vom Richter Thayer einige halberwachsene M a d ch e n in's ZusinchtshauS geschickt, weil sie mit„Geschäfts- l c u t e n", in deren Bureaus und Läden sie als Hansirerinen aus und eingingen, unzüchtige Dinge getrieben haben sollen. Thayer ist ein alter, erfahrener Richter und wird wohl nicht im Uebereiser ge- tjcinbclt haben._ Das ihm vorgelegte Bcwcismaterial muß also jeden- falls seine Entscheidung vollauf gerechtfertigt haben. Die Mädchen sind also in der Besserungsanstalt. Nun handelt es sich aber um die„Gent leinen", die„Geschäftsleute", die sich mit ihnen abgaben. Einige derselben wurden unter Anklage gestellt und sollten prozesstrt werden. Und sich' da: der Herr Distriktsanwalt Graham erklart auf einmal, er habe k e i n e B e w e i s e; die Mädchen, die Zuvor alles gestanden, leugneten nun alles ab, und so leid es ibin thätc zc., moralische Uebcrzcugnng sei keine juristische; kurz ,md gut. die Prozesse fielen in s Wasser, der Richter wies die Jury an. Verdikte aus nicht- schuldig abzilgcbcil und verschiedene„Gentlemen" sind gerettet! Gegen JÜ".Prostitution der Justiz in diesem Falle ist die der Mädchen die reinste Unschuld. Was da hinter den Koulisscn vor sich gegangen sein mag, kann man sich leicht denken. Tie Mädchen warm, wie gesagt, eingesperrt, Waren also der Beeiiiflussuiig entzogen, außer sie ge,chah mit Zustimmung und Hilfe der Leute, ivelchen ihre Ailfslcht übertragen war. Es kann gar nicht anders sein. Welches Motiv hatten nun diese Leute, dazu zu helfen? Und der„Anwalt des Rechtes", der Richter bietet die Hand dazu. Es ist schmachvoll. Dl- Mädchen sind eingesteckt, die Wüstlinge von„Geschästsleuten" laufeu als„angcschene Manner" umher. Die Tagesprcsse geht still über die Geschichte hinweg!" Natürlich, es betrifft eben„Gentlemen", z a h l u n g s fähige Leute, und darum ist es der zahlungsfähigen Moral nur Recht, wenn sie unbehelligt bleiben. Die mißbrauchten Mädchen sind in der Besserungs- a n st a l t, was will man mehr? — BuS dem deutsche» Reichstage. In der Sitzung vom 23. Januar nahm Singer das Wort, um über die Verhältnisse und die Behandlung der beim B a u d e s N o r d- O st s e c- K a u a l s bc- schaftigteu Arbeiter Aufklärung zu verlangen, ob etwa geniäß den albcruen Erklärungen des Herrn Bronsart von«chellendorf auch in Bezug aus den Nord-Oittee-Kanal verfügt worden sei. daß sozialdemokratische Ar- beitcr bei dein Bau desselben nicht beschäftigt iverden dürstm. Herr Bö t t i ch er erwiderte darauf, daß eine solche Verfügung anfänglich allerdings bestanden habe, daß sie aber im Reichsamt des Innern wieder gestrichen worden fei, nicht etwa aus Gerechtigkeitsgefühl, sondern weil man„solche Reden", Wie Singer sie eben gehalten, ver- in e> d e n wolle. Ein nettes Zugeständniß, das wir uns indeß gern gefallen lassen. Von der Regulirung eines M i n i in a l l o h n s bei Vergebung der Kanalarbeiten wollte der Minister nichts wissen. Der Lohn hinge von den Konjunkturen des Arbeitsmarktes, von Angebot und Nachfrage, ab. Natürlich, wo es sich um die A r b e i t e r i n t e r- esse» handelt, da wird munter der alte M a n ch e st e r g a u l weiter geritten, nicht weil es ohne ihn nicht geht— der Staat kann ganz gut bei den Verdingungen sagen, ich verlange, daß Ihr Euren Arbeitern mindestens so und soviel Lohn gebt,— sondern weil es gegen das Prinzip der Profitmacherei verstieße. Auch in der Sitzung vom 23. Januar, wo die Anträge B a u m b a ch, H i tz e, M i r b a ch zu Gunsten von Schutzgesetzen gegen die Kinderarbeit, wie gegen gesundheitsschädigende Frauenarbeit auf der Tages- ordnung standen, ritt Herr von Bötticher mit großem Eifer— leider können wir nicht sagen, init Eleganz, den Manchestergaul. Ihn jammerte der Verdienst, der den Eltern der Kinder entgeht— als ob man den Eltern nicht auf andere Weise helfen kann, er fürchtete, die Kinder irmrden durch das Vertreiben aus der Fabrik der H a u s i n d u st r i c zugetrieben, in der die Verhältnisse noch viel schliinmer sind als in den Fabriken. Als ob man nicht auch die Hausindustrie unter A u f s i ch t stellen und mit Hilfe der letzteren der Kinderailsbcutnng einen gewaltigen Riegel vorschiebe» könnte u. s. w. Herr von Bötticher bekam es sogar fertig, sich von dem Liberalen La u m a n n in der Frage des Arbeiterschutzes schlage» zu lassen. Sozialistischerfeits ant-
wartete ihm Di e i st e r, indem er namentlich die Verhältnisse in der Hausindustrie beleuchtete, und die Stellung der letzteren unter die F a b r i k i n s p e k t i o n forderte. In Bezug auf die Frauen- arbeit forderte Meister nur stärkeren Schutz der Wöchnerinnen und trat energisch für das Verbot der industriellen Nachtarbeit ein. Auf die Frage, woher die Beamten nchnien zu so vieler llcberwachimg, erwiderte er dem Minister: Wenn man genug Beamte hat zur weit- gehcndsten politischen Uebcrivachung und Schnüffelei, dann kann man, wenn man nur will, auch die Beamten zur Ueberwachung der Pesthöhlcn der lieberarbeit haben. Aber man will eben nicht. Am 27. Januar gab's die großartige K o l o n i a l d e b a t't e. Das heißt, sie sbllte großartig sein, fiel aber recht kleinartig aus. Ten Reichskomödianten ist der Schwung abhanden gekommen. Die Schläge in den Kolonien sind eben auch gar zu dicht gefallen. Um der deutsch- ostafrikanischen Gesellschaft, die durch ihre heillose Mißwirthschast nicht nur eine ganze Reihe von Menschenleben auf ihr Schuldkonto geladen hat, sondern auch ihr ganzes Kapital verschleudert hat, wieder auf die Strümpfe zu Helsen, auf daß die patriotischen Aktionäre— der alte Wilhelm hatte, um den Kolonialrummcl zu unterstützen, schweren Herzens eine halbe Million aus dem Kronfidcikommiß, der Slteichs- Hamster nach schwereren Herzens eine Vicrtelmillion gezeichnet— wieder auf die Kosten komnien, soll der Reichstag zunächst eine Summe von zwei Millionen— zur Bekämpfung der Sklaverei und zum Schutz der deutschen Interessen in Ostafrika bewilligen. Wenn's nicht reicht, muß noch nachbewilligt werden, die zwei Millionen sind nur der erste Bissen. Daß die Hurrahmajorität sich im patriotischem Eifer zu diesem Opfer— aus der Tasche des deutschen Volkes bereit zcigw, stand von voru herein fest, aber auch die ultramontaue Exzellenz Wtndthorst machte mit einigen nichtssagenden Verklausnlirungen den Schwindel mit. Die Kirche hat ja den Feldzug gegen die Skia- verei gepredigt. Ablehnend verhielten sich nur die Teutschftcisinnigen und die Sozialdemokraten. Für die Erstercn sprach Herr Bam- b e r g e r, der eine sachliche Kritik der Verhältnisse in den deutschen Kolonien lieferte, während Bebel den grundsätzlichen Standpunkt un- serer Partei der Kolonialftagc gegeniiber in schneidiger Weise begrün- dete und dabei die wirklichen Ziele der verschiedenen Aftikabeglückcr rücksichtslos kennzeichnete. Obwohl die Ja-Majorität gesichert� war, wurden die zwei Millionen doch nicht sofort bewilligt, sondern erst noch eine kleine Kvmmissionskomödic in Szene gesetzt, über deren Ausgang in dem Moment, da unser Blatt in die Presse geht, noch nichts Näheres vorliegt, llebrigens ist es auch sehr gleichgiltig, das Geld ist so gut wie bewilligt, der erste Schritt gethan, und wenn die Sache später schief geht, so hat nicht Bismarck, o beileibe nicht, sondern die deutsche Volksvertretung„den Neger in's Wasser geworfen"*). — Dürfte stimmen. Der„Frankfurter Ztg." wird aus Leipzig geschrieben: „Der„Antisemitischen Korrespondenz" ist es vorbc- halten geblieben, eine höchst charakteristische Erklärung dafür beizubringen, daß mit der Verleihung des Schwarzen A d l e r o r d e n s an Herrn v. Puttkamer die Zahl von 30 Ordensmitgliedcrn, wie sie in dem Ordensstatut von 1701 vorgesehen ist, überschritten wurde. Tic Vor- schristen jenes Statuts sind nämlich nach der Ansicht jenes Blattes deshalb vollständig gewahrt worden, weil zur Zeit nur 23 deutsche Ritter vorhanden seien und zwei von Kaiser Friedrich ernannte Ritter jüdischer Nation, nämlich der Jiistizininiftcr Dr. Friedbcrg und der Reichsgcrichtspräsidcnt Dr. v. Simson. Herr v. Puttkamer sei also im Sinne des Statuts erst d e r 29. Ritter, durch dessen Erwählung Kaiser Wilhelm der Inschrift des Ordens:„Jedem das Seine" die richtige Deutung gegeben habe." Wer da weiß, wie peinlich sonst in dem kindischen Spiel, Ordens- Verleihung genannt, die Satzungen beobachtet zu werden pflegen, für den hat diese Erklärung des Monitcurs der„radikaleren" Anti- semiten nichts Unwahrscheinliches. Für den unbezahlbarsten der Hohen- zollcrn sind die Herren Fricdberg und Simson„Luft", erstens weil sie von Inden abstauiincn, und zweitens weil sie sich der Gunst seines„heißgeliebten" Vaters erftcutcu. Tie Behängung des Ex-Spitzel- Ministers mit dem schwarzen Adler ist aber ein doppelter Fuß- t�r i t t auf das Grab seines tobten Vaters: erstens eine öffentliche Jnsultirung der von demselben Ausgezeichneten, und zweitens eine öffentliche Auszeichnung des Mannes, der den Vater mit Vorbedacht i n s u l t i r t c. Solch nobler Handlungsweise ist natürlich nur ein Mensch fähig, der von Scheitel bis zur Sohle„von Gottesguadcu" ist. Freilich täuscht er sich über den Effekt seiner Maßregel. Unter allen imabhängig Urtheilenden herrscht nur eine Stimme: daß die Herren E i m s o ii und F r i e d b e r g, die der herrstl, enden Reaktion so un- schätzbare Dienste geleistet, die ihnen jetzt zu Theil gewordene— Aus- Zeichnung nicht verdient haben. — Bei den bevorstehenden Debatten über den„kleinen" Pclagcrnngszustand wird, wie wir hören, im'Reichstag, neben den bckaiiulen stereotypen Praktiken, namentlich das Verfahren der Polizei gegen die freien Arbeiterorganisationen zur Sprache kommen. Daß die Sozialdemokraten als solche »i jeder Weise verfolgt, bchaussucht, in Untersiichnngshaft genommen, verurtheilt, ausgewiesen werden,— das sind wir gewohnt, und das entspricht ja bis zu'einem' geiviffcn' Grade dem offenbaren Zwecke des Sozialistengesetzes. Unter den Sozialistcuprozessen, die seit 1878 im Schwange sind und seit der Entlassung Pnttkamcrs von dessen„libera- leren" und„in der Form anständigeren" Nachfolger Herrfurth mit ganz besonderem Eifer kultivirt werden, nehmen die Prozesse gegen die freien Arbeiterorganisationen einen immer größeren Prozentsatz ein. Auch bei dieser Prozeß- Spezialität sind die Rollen zwischen Polizei, Staatsanwalt und Nichtern planmäßig verthcilt. Die Polizei verbietet den Arbcitcrorgamsationcn, sich zu versammeln, oder löst sie ganz auf. Rühren die Mitglieder sich trotzdem und suchen sie eine Korrespondenz mit ihren Kollegen herzustellen und eine Agitation zu veranstalten, so läßt das auf eine„geheime Verbindung" schließen, die Polizei„ent- deckt" einige Mitglieder oder Exmitgliedcr, die ohne polizeiliche Er- lchibniß beim Glas Bier sich unterhalten,— der Staatsanwalt sindet die Sache„hinlänglich" verdächtig, um die Untersuchungshaft anzu- ordneB, die Richter tüfteln nach dem bekannten Reichsgerichts- Rezept die nöthigcu„konkludenten Handlungen" aus,— die Verurthcilung folgt der GerichtSverhandlimg und der Vernrthcilung folgt, nach Vcr- lauf der obligaten Gefängnißstrafe, die obligate Ausweisung. Mit un- wesentlichen Abweichungen verlaufen so alle diese Prozesse. Man er- innere sich nur des Leipziger Stciiiinctz-Prozcsscs, der in seiner Art als klassisches Muster gelten kann. — Ein Mann, dem sicher noch Grostcs bcschicden ist, ist Herr Siegel, LandeLkommissar für die Kreise Lörrach, Freiburg lind O f f e n b u r g des Musterlandes der konstitutionellen Freiheiten: Baden. Besagter Siegel hat die von der Offenburger Polizei verfügte Beschlagnahme des Wahlflugblattcs unserer Offeuburger Genossen in folgender klassischer Weise begründet: „Ter Ausruf, betitelt:„An die Wähler des 7. bad. Reichstagswahl- Ecises", beginnend mit den Worten:„Wie vor der letzten Reichstags- Wahl" und endigend mit den Worten:„das Arbeiter-Wahlkomite" ist iliirch die darin enthaltenen inaßlofen Angriffe, namentlich gegen die besitzende Klasse, durch absichtliche Entstellung von Thatsachcn und durch leine anfrcizende Sprache darauf berechnet, unter den Arbeitern und bei den minder Bemittelten Unzufriedenheit zu erregen und ihnen die Anschaunng beizubringen, als werden sie von der besitzenden Klasse ans- sicbciitet und als werden die wachsenden StaatSansgaben vornehmlich ihnen zu Gunsten der letzteren aufgebürdet. Im Gegensatze hiezu wird lhncn die Lerwirklichnng der sozialistischen Ideen, deren destruktive, anf den U m st u r z der b c st e h e n d e n Staats- und Gesell- lchastsordnung gerichtete, die Eintracht der Be- Völker nngsklassen gefährdende Tendenz sattsam be- icinnt ist, als das zu erstrebende Ziel hingestellt, indem gesagt wird: -.Die Sozialdemokratcu verlangen eine Sozialreform anf flcsctzlichcin Wege, welche eine vernünftige nnd gerechte Ver- *)„Ich habe den Neger ja nicht in's Wasser geworfen"— rief der llroßc Mann, als Herr Bambcrger erzählte, wie ein Angestellter der dentsch-ostafrikanisch'en Kompagnie einen Neger, nm ihm billigere Preise M erpressen, binden, windelweich prügeln und dann in's Wasser werfen lwß. Die Bestie hatte sich hinterher noch ihrer Hcldenthat gerühmt. theilung der menschliche» Arbeitsprodukte an diejenigen er- möglicht, welche durch geistige oder körperliche Arbeit die nützlichen Wcrthc erzeugen." Daß Forderungen wie die letztgenannte nur auf dem Wege des gewaltsame« Nm- sturzeS der bestehenden Staatsordnung durchfiihrbar sind, bedarf keiner weiten Ausftihrung. Aus diesen Gründen wird gemäß Z 11 und 12 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verfügt: Es sei die von dem Gr. Bezirksamt Kehl unterm 8. d. M. vorläufig erlassene Beschlagnahme des gedachten Wahlaufrufs zu bestättgcn und demgemäß diese Druck- schrift zu verbieten. Siegel." Der Kunstkniff, von irgend einer Forderung zu b e h a u p t e n, daß sie nur durch gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staats- ordnung durchfiihrbar sei und daraufhin ein Verbot zu begründen, ist in keiner Weise neu, in den ersten Jahren des Sozialistengesetzes wurde er allgemein geübt, sintemalen man sonst der sozialistischen Presse nicht an den Hals gekonnt hätte. Zlber seit Jahren ist man von ihm abgc- kommen und es ist daher das Verdienst des Herrn Siegel, die alte be- währte Praktik wieder ausgegraben zu haben. Anscheinend eine be- scheidene Leistung, aber heutzutage kann man für dergleichen Ober- Reich San walk mit der Anwartschaft auf das Rcichs-.Justiz- Ministerium werden. Für die Erklärung aber, daß eine vernünftige und gerechte Vertheilung der menschlichen Arbeits- Produkte nur durch den gewaltsamen Umsturz der heuttgen Staatsordnung zu erreichen sei, daß also heute die Vertheilung der menschlichen Arbeitsprodukte eine unvernünftige und u n g c- rechte ist, für dieses Zugeständiiiß hat Herr Siegel zugleich Anspruch auf die E h r e n in i t g l i e d s ch a f t in unserer Partei. — Ei« guter Bekannter. Ter„Kreiizzeitting", wohlgemerkt der frommen, ch r i st l i ch- k o n s e r v a t i v c n„Krenzzeitung", wird von einem Herrn Gottlieb Adam Krause aus Aiwoda im deutschen Togogcbiet unterm 9. Dezember wörtlich folgendes berichtet- „Der Karawanenverkehr zwischen Salaga, Kpando und Lume, sLiine, Lome, Bey Brach) an der deutschen Togoküste nimmt zu. Da der S k l a v c n v e r k a u f an der englischen Goldküste und Sklaven- küste nur im Verborgenen bettieben werden kann und zudem gefährlich ist, so wenden sich die Sklavenhändler jetzt mit Vor- liebe der Togo küste zu. Anfangs Dezember ist in Lume eine Sklavenkarawanc aus Salaga angekommen. Sie führte gegen 50 Sklaven bei sich. Unter den Sklavenhändlern waren zwei, die ich auf meiner letzten Reise kennen gelernt habe. Es sind der schwarze Araber Scherif Jvrahim, welcher 10, nnd der Bornu-Mann Bcbcdschi, welcher 7 Sklaven mit sich führte."— Die„Frsg. Ztg." knüpft hieran folgende Frage: „Im deutschen Togogebict ist der Sohn des Exministers von Puttkamer, so viel wir wissen, Reichskommissar. Dort wird auf R e i ch s k o st e n eine Truppe von 50 Polizeisoldaten, Hanssahs, unterhalten. Wie kommt es nun, daß gerade deutsches Gebiet als Sklaven markt eine besondere Anziehungs- kraft ausüben kann zu einer Zeit, wo der deutsche Kanzler alle zivili- sirtcn Staaten Europas aufruft, um in Ostasrika den Sklavenhandel zu unterdrücken kk" Der Sohn des Puttkamer, von dem hier die Rede ist, ist natürlich Jesko, unser Jesko mit dem guten Geschmack. Der arme Junge hatte selbst die gutgesinntesten Prüfungsbehörden nicht von seinem enii- nentcn Wissen überzeugen können, und so ging er denn„nach Afrika, nach Kamerun?c." Wozu hat man Kolonien, wenn Reichsminister ihre hoffnungsvollsten Söhne nicht dort iintcrbringeii können? Jesko hat ein Einkommen, mindestens sechsmal so groß, als wenn er daheim alle Examen bestanden und die regelmäßige Beamteiilanfbahn eingeschlagen hätte. Btit dem Amt kam auch der— Verdien st. Daß nun grade Jesko für den Sklavenhandel ein so mildes Auge hat, kann niemand überraschen. Jesko müßte ja ganz ans der Art gc- schlagen sein, wenn sein Verwaltungsbezirk nicht ftir Sklavenhändler eine besondre Anziehungskraft ausübte. — Auch nach der Ansicht der a n h a l t i n i s ch e n und der b r a n n- s ch w e i g i s ch e n„L a n d w i r t h c" sind die ländlichen Arbeiter noch nicht genug versklavt. Die Herren haben ihre Regierungen gebeten, sie möchten den Reichskanzler ersuchen, Maßregeln gegen den Kontraktbruch der ländlichen Arbeiter„in Erwägung zu ziehen". Die armen Gutsbesitzer seien gegenüber den übermüthigen Arbeitern„f a st v o l l st ä n d i g macht- und schutzlos." Natür- lich wird der'Reichskanzler diesem'Rothschrei seiner Klassen- oder sagen wir lieber Leidens genossen bereitwilligst Folge leisten und so werden wir wohl bald von einem neuen— A u s b e u t e r s ch u tz g e s e tz hören. Wenn diese Wirthschaft in Deutschland noch lange so fortgeht, dann erbarmen sich vielleicht eines Tages die Araber der deutschen Arbeiter und gründen in ganz Aftika Vereine zur Abschaffung der Sklaverei in Europa. — Trauriges Schicksal eines Lockspitzels. Aus E h i c a g o wird unter dem 9. Jan. berichtet: Frank Chleboun, der bcrüch- tigte Anstifter nnd Staatszengc in dem Dynamitprozeß Hronek, der mit der Vcrurtheilung des Letztgenannten zu 12 Jahren Zuchthaus endete, klagte heute im Gericht, daß er seit s e i n e r Z e u g u i ß- a b g a b e als ein Ausaestoßencr behandelt werde und daß seine Freunde(?) ihn öffentlich gehöhnt, insultirt und sein Leben bedroht hätten. Letzten Sonntag sei er in einem Saloon an May und 18. Street schrecklich geschlagen worden. Er erwirkte einen Hastbefehl gegen einen gewissen Hula. Die Verhandlung der Klage wurde auf den 15. Januar anbcraiimt." Da über die verächtliche Handlungsweise des Ehleboyn selbst unter den Freunden der„Ordnung" nur Eine Stimme herrscht, so kann man ihm die erhaltenen Prügel wohl gönnen. — Einem trefflichen Artikel der Wiener„Gleichheit" über den „Krcuzzng widcr den Sklavenhandel" entnehmen wir folgende, gerade für unsere Genossen in Deutschland besonders interessante Stellen: „Sie(die jetzt�von Bismarck geschürte Bewegung» richtet sich zwar nicht gegen den Sklavenhandel, wohl aber gegen die Sklavenhändler, gegen eine bestimmte Sorte von Sklavenhändlern, die sämmtlichcn handeltreibenden Stationen Europas ein Dorn im Auge sind, an deren Niederwerfung sie alle ein Interesse haben. Man bekämpft sie nicht, weil sie Sklavenhändler, sondern weil sie erfolgreiche Kon- kurrc nten sind und überhaupt den Prosit schmälern. Aber das braucht man ja dem„Pöbel" nicht zu sagen. Den empfindsamen Spießbürger zu ergreifen, rührt man die Trommel zur Befreiung der armen Sklaven, die ohne Niederwcrfiing der gehaßten Konkurrenten nicht vor sich gehen kann. Daß aber auch die Kirche an diesem Kreuzzug theilnimmt, hat seinen guten Grund darin, daß dasselbe Element, das die europäischen Kapi- talistcn in Afrika gcnirt, dort auch das mächtigste Hinderniß der Aus- breitung des Ehriltenthums ist: es ist der Islam. Wo die mohammedanische Religion in Aftika hindringt, da hört sofort jede Möglichkeit einer Bekehrung der Eingebornen zum Ehristen- thnm auf. Gleichzeitig damit beginnt auch ein bewußter und energischer Widerstand derselben gegen alle Versuche kapitalistischer Ausbeutung. Es ist ein Malheur für das Christcnthnm, daß es heute in Afrika nicht auftreten kann, ohne vom Kapitalismus gefolgt zu sein. Wo immer ein christlicher Missionär sich niederläßt, da findet sich auch gleich einer jener zahlreichen Handlungsrcisenden ein, die heute den dunklen Welttheil nach allen Richtungen durchqueren. Ihm folgen der Schnaps, mitunter auch die Syphilis, die einheimische primitive Industrie erliegt der Konkurrenz der eingeführten billigen Fabrikate, die Eingebornen verfallen der Schuldsklaverci, die Handelsstation wird ein befestigter Punkt, die verschuldeten Eiiigeborcncu werden zur Arbeit herangezogen, wenn sie sich wehren, verjagt man sie, ganz oder zum Theil, mischt Fremde unter sie, konfiszirt ihr Land, ftihrt Kontraktsklave» ein, be- ginnt den Plantageuban. Dies ist der Gang der kapitalistischen Zivi- lisation in Ost- nnd Westafrika, an den Küsten beginnend, nach nnd nach in's Innere fortschreitend. Sie bedeutet für die Eingeborenen ihre soziale, moralische nnd physische Degradation, Aufhebung ihres primi- tiveu BodcnkommuuiSmus, Auflösung ihrer Gentilverfassung, damit Be- scilignng jeglichen festen Haltes, Untergang oder Proletnrisirnng. In ihrem Fortschreiten begegnet aber die kapitalistische Ansbeiitung dem Islam, der in Aftika von Ost nach West, von Nord nach Süd unaufhaltsam fortschreitet. Der Islam ist eine Religion des Welthandels in seinen Anfängen, wo noch einfache Waarenproduktion herrschte, neben und unter der die urwüchsigen Produktionsweisen sich forterhalten. Er rninirt sie nicht, er hebt sie; er löst den Gentilverband nicht auf, er macht ihn nur wehrhafter und kraftvoller, indem er ihm die Waffen der Neuzeit in die Hand drückt. Er schützt den Neger vor der Schnapspest, so weit es möglich, er schützt ihn äuch vor der Versklavung. Das Gesetz Mo- Hammeds verbietet nicht blos den Genuß geistiger Getränke, cs vcr- bietet auch, einen Mohammedaner in Sklaverei zu halten. D c r N c g e r, der z uni Islam übertritt, wird dadurch geschützt vorder Sklaverei. Der Neger, der das Christcnthnm annimmt, entgeht damit keineswegs der Kontrakt- oder Schuldsklaverei. Der Islam hebt aber auch die Widerstandsfähigkeit der Negerstäimnc gegenüber der europäischen Ausbeutung. Er macht sie nicht nur wehrhafter, wie schon oben erwähnt; er hebt sie nicht blos militärisch und ökonomisch, er befteit sie auch von ihrer urwüchsigen Jsolirung. Sie werden durch seine Annahme Mitglieder jener ungeheueren Gesell- schaft, die von Marokko bis nach China reicht, vom Zambcsi bis nach Turkestan, und in der die Kcnntniß der europäischen Verhältnisse nnd die Einheitlichkeit im Vorgehen stetig wächst, indeß sie gleichzeitig durch ihre Kämpfe mit den Europäern, die sie bald hier, bald dort führt, im Sudan und in Afghanistan, die Kcnntniß ihrer Kriegfiihrung sich an- eignet. Der Islam bietet den Eingeborenen Afrikas so große Vorthcile, daß wir uns nicht wundern dürfen, daß er überaus rasche Fortschritte da- selbst macht nnd die christliche Propaganda überall zurückdrängt nnd überflügelt. Wir dürfen uns aber auch nicht wundern, daß zwischen ihm und den europäischen Kapitalisten und ihren Vertretern in'Afrika ein immer verbitterter Kampf sich cntpinnt: heißt doch das Vordringen des Islam Verkleinerung des Gebiets der kapitalistischen Ausbeutung durch Handel nnd Plantagcnwirthschast. Ter Islam beseitigt nicht die Hausklaverei bei den Stämmen, zu denen er dringt, er beseittgt daher auch nicht die Sklavenjagden und den Sklavenhandel, die dieselben übten, che sie noch mohamcdanisch wurden. Im Gcgentheil, dadurch, daß er die Stämme, die ihm an- hängen, militärisch und ökonomisch hebt, vermehrt er ihr Ilcbcrgewicht über die vom Islam noch unberührten Stämme, macht die Sklaven- jagden und den Sklavenhandel leichter und lohnender. Daran ist kein Zweifel. Indeß verengt der Islam durch sein rasches Vordringen selbst das Gebiet seiner Sklavenjagden immer mehr. Er vermehrt aber durch sein Vordringen auch die Punkte, auf denen er mit Christeilthum und Kapitalismus feindlich zilsammentrifft: am Senegal mit den Franzosen, am Kongo mit den Belgiern, im Sudan mit den Engländern, in Ostafrika mit diesen, den Portugiesen und Deutschen. Kein Wunder, daß sie alle sich znsammcnthun, dem gc- fährlichcn Konkurrenten zu Leibe zu rücken. Indeß ist die Sache nicht so einfach als Mancher denkt. Die schönen Zeiten der Eortez, Pizzarro nnd Clive sind vorbei, wo man mit einer Handvoll Abenteurer mächtige Reiche erobern nnd plündern konnte, die europäischen Kauflcnte selbst bringen um des lieben Prosits Willen europäische Waffen zu den Bar- baren; die Ilcberlegcnheit der Bewaffnung und Taktik anf europäischer Seite wird immer geringer, und hat sich in letzter Zeit nicht immer hinreichend erwiesen, die Vortheile der lleberzahl, des tropischen Klimas, der Kcnntniß des Landes seitens der Eingeborenen zu überwiegen." Ter Artikel schließt: „Bereits hat die Politik der kolonialen Abenteurer in Frankreich, England, Holland und Italien Ministerien gestürzt oder erschüttert. Trotzdem ist man nicht gewarnt. Es scheint, als solle sie ihren Theil dazu beittagen zum Bankerott des ganzen Systems." — Die Borbcrcitnngcu für die Wahlen, schreibt man uns, sind jetzt überall im Gange, nnd wenn eine Auflösung des Reichstags schon in allernächster Zeit erfolgte, würde unserc Partei nicht über- rascht sein. An den meisten Orten ist auch die K a n d i d a t c n f r a g e bereits g e l ö st, und wo es nicht der Fall ist, da sind schon die»öthigen Bcrathungen und Verhandlungen in Fluß. Mittlerweile haben die Wabrschciiilichkcitcn einer Auflösung sich wescnt- lich vermehrt. Jede neue Wahl liefert den schlagenden Beweis, daß es mit dem Einflüsse der Kartcllbrüdcr und ihrer Lenker nnd Leiter rasch zurückgeht, und daß die Empörniig über die schmachvollen Zu- stände, mit denen die Kartellbrüdcr sich identisizirt haben, immer tiefer wird und immer weitere Kreise ergreift. Die Wahl in B r c s l a u, wo der herrschenden Schandwirthschaft ein wuchtiger Faustschlag in's Gesicht versetzt ward— und unmittelbar darauf die Wahl im Offen- b u r g c r Kreis, welcher der Kartcllsippe glücklich entrissen wurde— das sind rnernento niori! die auch der dickschädlichstc Patriot nicht Mißverstehen kann, und die den Trägern des jetzigen Systems die Roth- Ivendigkeit aufzwingen, für die nächste allgemeine Wahl ganz außer- ordentliche Mittel anzuwenden. Wir wollen hier nicht wiederholen, was wir schon ftühcr in Bezug auf diesen Punkt gesagt haben. Genug, die von uns entwickelten Ansichten werden jetzt, auch außerhalb unserer Partei, in den weitesten Kreisen getheilt, nnd mehr und mehr befestigt sich die lleberzengung, daß nach passend inszenirter Auflösung des Fa- sching-Kartcllreichstags noch im Laufe dieses Jahres die N e ii w a h l c ii stattfinden werden. — Chronik der Tozialistcnprozcssc. In Berlin hat sich am 23. nnd 24. Januar wieder einmal ein G e h e i in b u n d s p r o z c ß abgespielt mit all dem Apparat, der diese Spezies von Prozessen, die das deutsche Volk dem Schandgesetz verdankt, charaktcrisirt. Polizisten, die Alles„wissen", aber ihre Quellen nicht nennen dürfen, nnd be- schlagnahmtes„Material", das alles Mögliche beweist nnd somit that- sächlich nichts beweist. Dazu ein Schutzmann, der Spitzel zu werben sucht— diesmal hieß der Edle F c l d h a h n— und wenn cs ihm mißlingt, den Spieß umdreht und den Betreffenden nachsagt, sie liätten ihm ihre Dienste angeboten, nnd eine Frau, die aus Eifersucht alle möglichen phantastischen Aussagen macht. Mehr kann man wirklich nicht verlangen. Von den Angeklagten wurden drei, H. Lau, Tischler, A. Kuhn, Tischler, und R. Volkmann, Tischler, zu je 4 Monate», und 5, Karl Schubert, Schuhmacher, Emil Kann, Tapezierer, Paul B r n n s ch, Arbeiter, F. Schulz, Tischler und G. B r ö d c n- f e l d, Tischler zu je lt Monaten Gefängnis) verurtheilt. Einer, der Tischler Leu gfeld, wurde freigesprochen. Allen Vcrurthciltcn wurde je ein Vi o n a t Untersuchungshaft in Anrechnung ge- bracht. Ein Antrag auf vorläufige Freilassung der Angeklagten wurde „wegen Fluchtverdachts" abgelehnt, selbst von einer Freilassung gegen Kaution wollte der ehrcnwcrthe Gerichtshof nichts wissen. Dame Justitia hatte es mit der Bcstrafnng des unfindbnrcn— Verbrechens eben sehr eilig. — Ein schmachvolles Stück Partei- und Klassenjustiz wird aus Dresden gemeldet. Genosse Franz Donath als Verleger, und Genosse S ch ö n f e l d als Drucker eines Flugblatts zur zehn- jährigen Feier des Schandgesetzes wurden am 14. Jan. vom Landge- richt jeder zu acht Monaten Gefängnist verurtheilt, weil der Gerichtshof„annahm", daß beide Angeklagte mit voller Kcnntniß der Strafbarkeit(!) die That gemeinschaftlich ausgeführt. Die strafbare „That" besteht aber darin, daß der Gerichtshof in dem Flugblatt eine öffentliche Verächtlichmachung bestehender Staatseinrichttingen durch Verbreittmg erdichteter und entstellter Thatsachcn gefunden hat.„E r d i ch t e t" sei es, daß das Gesetz nur dazu geschaffen sei, die Arbeiterbewegung zu unterdrücken und die Bahn für die wirthschaftlichc Ailsbeuttmg frei zu machen(die ganze Schily- zöllnerei, die Zünftlcrci, die brutale Niedcrhaltiuig der Gewerkschaften existirt auf dem Monde, aber nicht in Denrichland) und zum Mindesten Entstellung sei cS, daß das Schandgesetz oft ungerecht und über den Willen der Gesetzgeber hinaus angewendet worden sei (die Lasker, Rickcrt:c. haben nie wider die Handhabung der Bestim- mungen des Gesetzes ihre Stimme erhoben). Da die Vernrthcilten beim Reichsgericht Revision eingelegt, hat man sie am 18. Jan. beim ersten Dlorgcngranen über Hals nnd Kops verhaftet und in's Landgerichtsgebäudc iiberfiihrt. Diese Eile kennzeichnet das ganze Verfahren als ein nichtswürdiges Jnstizver- brechen.
— Eine nanz treffende Bemerkung über die Aussichten s e l b st h ü l s l e r i s ch e r G e n o s s e» s ch a f t c n enthält der letzte Jahresbericht des A r b e i t S st a t i st i k c r s von Minnesota._ Gs wird bort über verschiedene mehr oder minder gelungene GenossenschaftS- Unternehmungen aus Minneapolis und St. Paul berichtet und schlich- sich gesagt: „Das Prinzip ist überall leicht anwendbar, wo es sich»m Stuck- arbeit geschickter Handwerker handelt, schwieriger schon in Industrien, bei denen da« Kapital vcrhältnißmäßig iveit mehr Bedeutung hat, als die Arbeit, deren Qualität weniger in Betracht kommt; wo der Erfolg mehr von den geschäftlichen Vortheilen des Marktes, der Speku- lation abhängt, als von dem inneren Wcrthe der Arbeit. Deshalb wird es schwierig sein, das Prinzip z. B. in der Eisensabrikation und anderen Industrien anzuwenden, in welchen die vielfache Ncrtheilnng der Arbeit mittels zahlreicher Maschinerie nur eine untergeordnete Klasse von Handreichung erfordert." Mit anderen Worten heißt das, die selbsthülflerische Genossenschaft versagt gerade da, wo die Arbeiterklasse ihrer bedürfte, und sie ist da möglich, wo der Arbeiter ihrer am wenigste» bedarf. Denn es braucht hier nicht erst ausgeführt zu werden, daß jemehr das Kapital, die Spekulation, die Schmmikuiigcn des Marktes in einer Industrie von Bedeutung sind, umso schlechter die Lage der in ihr beschäftigten Arbeiter ist, und daß eine Industrie nach der andern diesem Schicksal verfällt. Wahrscheinlich ohne es zu wollen hat der Verfasser des Berichts mit seiner Erklärung ein Z e u g n i ß abgegeben für den Utopismns der s e l b h ü l f l e r i s ch e n Genossenschaften. llcbcrflüssig eigentlich noch zu bemerken, daß die„blühendeil" unter den Genossenschaften von Minneapolis selbst wieder Lohnarbeiter beschäftigen, lleberall dieselbe Geschichte. — Aus Rumänien. Die neueste Nunimer des„Mumcitoriul" berichtet uns die erfreuliche Nachricht von einem neuen Sieg u n- s e r e r rumänischen Genossen. Am S./18. Jan. wurde in der dritten Wählerklasse(jede Klasse wählt direkt in die Kammer) des Bezirks von R o m a n(Moldau) der sozialistische Kandidat Lascar Veuiamin mit 2'M Stimmen von 301 zum Abgeordneten gewählt. So- mit sitzen alle drei Redakteure des Muncitoriul: Joan Nadcjde, V. G. Mortnn und L. Benjamin in der rumänischen Kannner. — Die Tklavcnbcfreinng in Brasilien hat nach einem Bericht aus Rio Janeiro eine bedeutende Erhöhung derWaaren- einfuhr zur Folge gehabt. Die Sklaven, in freie Lohnarbeiter ver- wandelt, haben nlaunigfachere Bedürfnisse zu befriedigen gehabt. In Kleidern, Hemden, Schuhen, Regenschirmen und Waffen ist die europäische Einfuhr im dritten Quartale erheblich gestiegen. Man ersieht daraus, daß die bisherige Sklaverei, eine niedrigere Form als die freie Lohnarbeit, thatsächlich bestandene Bedürfnisse niedergehalten hat, andern- falls führt die Form der freien Lohnarbeit, deren Basis die Gcldwirth- schaft ist, zu neuen Bedürfnissen, deren Befriedigung durch die Zahlungs- form des Geldlohnes erleichtert wird. So profitirt in c i n e in g e- wissen Grade der Weltmarkt auch an der Aufhebung der Sklaverei, ein ihm viel wichtigeres Moment als die Deklamationen von der lln- inoralität und llnsittlichkcit des Sklavcnvcrhältnisscs. Gewiß ist die Aufhebung der Sklaverei, wie und Ivo sie auch immer erfolgen möge, als ein>eulturfortschritt anzusehen. UebrigcnS betont der Bericht noch, daß die Sklavenbcfreiung weniger Nachthcilc fiir die heimische Produktion gehabt Habe, als anfangs befürchtet wurde. Die Störungen in den Arbeitsverhältnissen seien durch die sehr ergiebige Ernte an Kaffe mehr als ausgeglichen. Korrespondenzen. Alt- und NeugcrSdorf(2. sächsischer Wahlkreis), 24. Januar. Bei den im Dezember des abgelaufenen Jahres stattgehabten G e- in c i n d c r a t h S w a h l c n haben sich hier in beiden Gemeinden zum ersten Male die Sozialdemokraten bcthciligt, natürlich in der Klasse der Ilsi ansässigen. Mit dem erreichten Erfolge dürfen wir durchaus zu- frieden sei». In Altgersdorf brachten wir unfern Kandidaten mit großer Stimmenmehrheit(133 gegen 41) durch, in NcugcrSdorf gelang es uns zwar diesmal noch nicht, den Sieg an unsre Fahne zu fesseln, doch hat uns das keineswegs überrascht. Angesichts der bei der Wahl vorgekommenen schamlosen W a h l b e e i n s l u s s u n g e n von Seiten der kartcllbrüderlichcn Fabrikbesitzer und der Art der Stim- mcnauszählnng dursten wir aus noch Schliiiimeres gefaßt sein. Die Wahl des Sozialdemokraten sollte hier, koste es, was es wolle, ver- eitelt werden, und nni diesen Zweck zu erreichen, wurden die Arbeiter aiif jede mögliche Weise einzuschüchtern versucht, und als die Drohungen die versprochene Wirkung größtentheils verfehlten, die g e h e i m e Stimmenauszählung angeordnet. Während der Stimmen- onszählung wurde das Wahllokal geschlossen, so daß es außer dem Wahlvorslande, der aus lauter eingcschworenen Kartellbrüdern be- stand, keinem Wähler möglich war, der Stimmenauszählung beizu- wohnen. Mit solchen Mitteln werden heute die Wahlen gefälscht— wir sagen gefälscht, denn außer einigen verbissenen Ordnungsban- ditcn glaubt hier Niemand an den wirklichen Sieg des Kartellkandidaten. Noch müssen wir dem Organ der Ilnterdrücktcu etwas über die brn- tale Behandlung der Arbeiter durch die hiesigen Fabrikbesitzer berichten. Erst vor kurzem wieder erhielt ein Arbeiter von dcni Fabrikanten R e i n h o l d Hoffmann,— der Herr ist Reichstagsabgeordueter— acht Ohrfeigen, weil er ans schlechtem Material keine fehlerfreie Waare machen konnte! Vor einigen Jahren wurden die Arbeiter in der C. G. Hoffmann'schcn Fabrik mit Vorliebe mit Prügeln traktirt. Dies hat erst etwas nachgelassen, seit wir derartige Fälle, wenn sie uns zu Gehör kommen, in die Ocffcutlichkeit bringen. Dar würdige Onkel unseres würdigen RcichStagsabgeordnetcn, der Koninierzicnrath Julius Hoffmann, zerschlug einmal an einer hochschwangeren Frau einen Regenschirm und ein anderes Mal an einer Weberin das Web- schiffchen, von den zahllosen Ohrfeigen und Faustschlügen, mit denen er die Arbeiter zu traktircu pflegte, gar nicht zu reden. Der Fabrikbesitzer Theodor Hoffmann schlug einem Färber mehrmals die Wolle an den Kopf. Diese Vorfälle mögen genügen, um die hiesige Aus- beutcrbande in ihrer ganzen Rohheit und bornirten Denkart zu zeigen, eine verworfenere Gesellschaft, wie diese Blutsauger, die jeden Anstand und jedes Schamgefühl abgelegt haben, kann es wohl schwerlich noch irgendwo geben. Nim, die Wirkung ihres frechen Gebahrens ist, daß unsere Partei hier immer weitere Fortschritte macht, denn jeder Ar- beitcr sehnt die Zeit herbei, da dem anmaßenden Ausbeuterthnm das Handwerk gelegt wird. Zum Schluß noch eine Warnung. Der Flcischermcister Hauptmann in Nengersdorf hat einen seiner Nachbarn wegen des am 2. Dezember v. Js. hier verbreiteten Flugblattes dcnunzirt und demselben drei Polizeibüttcl in die Wohnung geschickt. Wir warnen daher hiermit vor diesem Schufte und bitten alle Arbeiter, insbesondere die in der C. G. Hoffmann'schen Fabrik Beschäftigten, sein Geschäftslokal nicht mehr zu betreten. Die K o t t in a r w a ch t. Kiel. Am 12. Januar d. I. kam der seit Langem vor der Straf- kammer des hiesigen Landesgerichts anhängige Sozialistenprozeß zum Anstrag. Angeklagt waren: Schneider Schwärze!, Schneider- meistcr D i t t in e r, Tischler Dilz und Schreiber D a n k e r wegen wurde von N e n m ü n st e r an D i t t m a r eine Kiste abgesandt, am 3. September 1687 kam wieder eine Kiste an Dittmar, welche von Schwärzel uud einem Dienstmann von der Bahn geholt wurde. Ani 13. September 1867 wurde erst bei Dittmar und dann bei Schwärzel gehanssucht und beide gleich verhaftet. Bei beiden wurden Exemplare oeS„Sozialdemokrat" und sonstig- sozialistische Schriften gefunden. Dann folgten M a s s c n h a n s s n ch n n g e n in Kiel und der Ilm- .egend. Am 8. Oktober 1887 wurde Tanker auf die Aussage Dittmars hin verhaftet. Dilz, bei dem am 17. September 1887 gehanSsncht wurde, verhaftete man am 10. Oktober 1837. Dann folgten wieder HanS- suchungen und Vernehinnngen mit allen möglichen Drohungen. Schtvärzel wurde 77 Tage, Dittmar Sb, Dil; 28 und Danker 49 Tage in Unter- suchnngshaft behalten. Am IS. September 1388 hatte mein endlich eine Anklage zurechtgebraut, welche an lächerlichen Darlegungen und Folgerungen fast alles Dagewesene überbietet. Beweise waren über- Haupt nicht da, von der Kiste und dem vermeintlichen Inhalt war nichts gefunden worden, da die Polizei fünf Tage zu spät kam. Doch wozu braucht ein Staatsanwalt Beweise? Daß eine Kiste an Dittniar gekommen, welche fiir Schwärze! bestimmt war, und von deren Inhalt Danker etwas geholt haben soll, und daß bei Dilz ein Stück Packpapier, nnt I. H. W. Dietz gezeichnet, gefunden wurde, das genügte zur Kon- sttuirnng emer geheimen Verbindung. Wenn bei den Ange- klagten verbotene Schriften gefunden wurden, so müssen sie natürlich welche verbreitet haben, und durch den Bezug derselben haben sie obendrein die„Beihilfe" verbrochen. Doch auch eine Visitenkarte eines bekminten Sozialdemokraten, bei Danker gefunden, bewies schon die „Verbindung". Es würde zu weit gehen, allen Blödsinn der 14 Seiten starken Anklageschrift hier vorzuführen. An, 4. Dezember 1888 sollte nun die Verhandlung stattfinden. Nachdem die Ocffentlichkeit ausgeschlossen war, damit sich Dame Justizia nicht öffentlich zu blamiren brauche, stellte sich heraus, daß einer der Richter auch als Nntcrfuchungs- richter fungirt hatte. Somit mußte eine neue Verhandlung anberaumt werden, welche nun am 12. Januar 1389 von Morgens 10 Uhr bis Nachmittags'/«ö dauerte. Auch hier wurde die Oeffentlichkeit ausge- schloffen. Für die Anklage, d. h. die gefährdete"Ordnung" fün- girte der Staatsanwalt Muhle, als Vertheidiger für drei der An- geklagten Rechtsanwalt Niese und ffir Tanker Rechtsanwalt Thom- s e n. Der Staatsanwalt, ein bekannter Sozialistenfresser, that sein Möglichstes, den Staat zu„retten" und eine exemplarische Vernrtheilung zu erzielen. Die Angeklagten, welche sich selbst gut vcrtheidigtcn, wurden durch ihre Anwälte, besonders durch Niese, sehr gut unterstützt. Schtvärzel und Dilz bekannten sich zur Partei, während Dittmar, der nur um sich frei zu machen, als Angeber aufttat, überhaupt die Schuld an dem Prozeß ttägt. Ein Konimissar und zwei Polizisten traten als„Zeugen" auf, von ihnen zeichnete sich Polizist A n g e r st e i n als pflichtgetreu er Beamter im Puttkamer'schcn Stil aus. Der Staatsanwalt beanttagte fiir Schwärze! drei Monate, für Dittniar vier Wochen, für Dilz vier Wochen und fiir Tanker drei Wochen Ge- fängniß, der Vertheidiger Niese, da den Angeklagten nichts bewiesen ist, Freisprechung, ini schlimmsten Falle aber Verhängnng einer kleiner Geldsttafe. Das Gericht verurthciltc Schwärzel zu 14 Tagen, Dittmar zu einer Woche, Dilz zu vier Tagen Gcfängniß und sprach Tanker frei. Die Kosten müssen zu Y« die Vcrnrthciltcn und der Staat bezahlen. Im Ganzen beträgt die Untersuchungshaft 209 Tage und die Strafe 25 Tage. So hat nun Kiel auch seinen Geheinibnudsprozeß gehabt. Vcrur- thcilungcn wegen Verbreihingen sind hier Legion, doch die geheime Ver- Hindling liegt unserm Staatsretter Muhle nun im Magen. Nun, die nächste Reichstagswahl wird zeigen, wozu solche Prozesse fiihren und gut sind. Briefkasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen erhalten aus: Berlin (Dank für„Kaiserblunie"), Gent, G e r s d o r f, Paris.— A. Bl. Bl. in G.: Ihre Mittheilungen werden mit Dank in nächster Num- mer verwendet. Lassen Sie doch öfter etwas über die dortige Be- weguug hören. der Expedition:--- Arb.-Bild.-Ver. Wnfldn.: Fr. 2— Ab. 1. Qu. erh. Kostet jetzt Fr. 2 25.— R. K. Lnbrg.: Mk. 4— Ab. Dez. u. Jan. erh. Bstllg. folgt.— Frhrdt. SchffHsn.: Fr. 25— a Cto Ab. ec. erh.---- Mouvement: Mk. 18— Ab. 4. Qu. erh. Bstllg. notirt.— Iserlohn: Soll geschehen. Ihre Einwände werden zur Kennttiiß des Betreffenden bringen. Bfl. Weiteres.— W. B. London: Sh. 4— Ab. 1. u. 2. Qu. erh. u. 2 Pcc. Strafporto bezahtt, was Sie künftighin verhüten wollen.— Pickelhaube: Pfd. Stg. 7--- a Cto Ab.-c. erh. Haben's nicht anders, das Weitere folgt.— Sch. K. L. Hll.: Mk. 9— Ab. 1. Qu. erh.— Prof. S. v. W. Strbg.: Mk. 4 45 Cto. Vbhdlg. erh. Bstllg. nach Wunsch besorgt.— Th. Rdtk. S. Francisco: Sh. 8—(2 Toll.) Ab. pr. 89 erh. Gruß!— Wahrer Jakob: Mk. 28 50 Ab. 4. Qu. 88 u Schft. erh. Sie haben Recht. DaS Direkte(M.) gehört noch dazu. Alles unterwegs.- Vi. Lz. Bsgh.: Mk. 17 00 Ab. pr. 1889 n. Mk. 282 40 pr. Ufd. dkd. erh. Gewünschtes pr. D. angewiesen.— Gazelle: Mk. 10— a Cto Ab. 1. Qu. erh. II. Ihr Guthaben v. Mk. 5 50 dem As. hievon dkd. zugew. Bstllg. u. Weiteres dkd. notirt.— v. d. Eider: Mk 70— a Cto Ab. jc. erh. Beil. besorgt. Bfl. Weiteres betr. d. Reklamirtcn.— Dante: Mk. 100— a Cto Ab.?c. erh. Adr. u. Bstllg. notirt. Bfl. mehr.— Spreeguelle: Mk. 14— a Cto Ab. 2C. erh. Adr. „otirt. Alles fort, wie berichtet.-- atore: Mk. 14 80 Ab. 1. u. 2. Qu. Dfl. u.-esca erh. Also in Ordnung.— Rothbart III: Pfd. Stg. 5g-- a Cto Ab. jc. erh. Dank für Weiteres u. bfl. mehr. Letzter Bf kreuzte mit unserem.— Cowie u. Co. London: Sh. 2— Ab. 1. jQj! erg._ Regulns: Mk. 20— a Cto Ab. jc. erh. Warum Deckadr. nicht benutzt? Bfl. mehr.— A. Stnistr. Edbg.: Adr. so richtig?— Lconidas: Nachr. v. 28/1. hier? Warum nicht an neugcsandte Adr.? Und trotz zweimaliger Reklamation(siehe Bfk. Nr. 2 und Bs.!!) wieder keine Haus n n in m e r! Das ist stark! Verliute von Briefen je. sind da iiiipermeidlich. St u m m e r ist Ihnen wiederholt gesandt worden.— Brüssel: Gut, wenn er versorgt ist. Aber 27 haben sie doch bestellt. Werden indeß ausgleichen. Gewünschtes in Dtschld. bei einem unserer Abgeordneten erftagcn. Können nicht dienen.— A. B. Gaud: Sdg. am 29/1. fort. Gruß!— Th. W. N.: Mk. 20— Ab. 89 je. erh.— 7/9. N.: Mk. 20— Ab.-Rest 4. Qu. 88 u. pr. 89 je. erh.— Sithr. Pstmstr.: Mk. 115— pr. Ggrchg. belastet n. a Cto.— : Mk. 75— gutgebr. Abrchg. erwünscht.— Pfaffcnfeind: Auszug schon am 18/1. pr. Beil. fort. Bstllg. erh. Aber— so schnell ist das Reich Gottes" nicht erobert. Bfl. mehr.— Schlachtfeld: Gut. Die Sache ist nicht C a l c u l. sondern technisch einfach unmöglich. Näheres bfl. abermals eingehend.— Alte Garde; Pr. P.-K. v. 27,1. Gemeldetes werden demnächst weiter brauchen.— Karl Schwarz: So- weit noch möglich, Adr. besorgt. Bstllg. je. vorgemerkt. Ein sonderbarer Heiliger, dieser Kritiker. Unsere Freiwilligen sind eben keine Hand- schriftcnkünstler.— Carbonari: Wird noch kommen. Adr. notirt. Bfl. mehr.— Lionel: Avis n. Bf. v. 26/1. hier. Gutes altert nie. Rekla- inirtcs wird gcordn. Bf. folgt.— Heinrich: Bstllg. folgt, ebenso Bf. Adr nottrt.— Utopia: Nachr. v. 26/1. hier. Erfragtes noch immer in Arbeit Dckl. folgt, baldigst. Betr. des Weiteren kommt Bf.— H. D. St. I.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh. Bestellen Sie nach unserem Schriften- Verzeichniß im„S." 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VonWilhelmWolff. Abdruck aus der„Neuen Rheinischen Zeitung" Ntärz bis April 1849. Mit Einleitung von F r. E n g e l s.— 40 Sosialpolitilihe Lortroge von Joseph Dietzgen.— 25 1) Stationalökoiwmisches. 2) Die bürgerliche Gesellschaft. Ver iodte Schuhe gegen den lebende» Lollolie. Aus dem Berliner„Sozialdemokrat" 1868.— 50 Her aitthschafliiche Woierialiomu» noch den Änschanniigen von starl Wart. Von P. L a f a r g n c.— 30 Ärbeiierprograinm. Ueber den besonderen Zusammen- hang der gegenwärtigen Geschichtspcriodc mit der Idee des Arbeiterftandes. Von F. Lassa llc.—20 Wilhelni Weitling. Seine Agitation und Lehre im geschichtlichen Zusammenhange dargestellt von E m i l K a l c r._ gz sshrillcnlhum nnd Sonolisnm». Eine religiöse Polemik. Separatabdruck aus dem„Volksstaat" 1873/74.— 15 Zur Wohnnugssrage. Von Fr. Engels. Separat- Abdruck ans dem„Volksstaat" 1872._ 50 lbrarchns Löbens und die Verschwörung der bleiche». Von G. Deoille. Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von E. Bernstein._ 55 vie Willtuschost uud die Arbeiter. Eine Vertheidigunas- Rede von F. L a s s a l l e.— 25 vir Chariilirnbewegung in knglaud. Mit Anlagen a) Rede von Jos. Rayner Stephens, gehalten am 10. Febr. 1839 in Staleybridge. h) Beschlüsse der Chartistenkouferenz v. April 1351— 40 chochoerrath nud Reoolution. Von W.Liebknecht.— 40 Streisinge eines SonaliSe» in das vebiel der Erbenntuih- theorie von I. D i c y g e n.— 45 voo Rrchi ans Faulheit. Von P. Lafargue.— 25 Arbeiierltsednch. Von F. L a s s a l l e.— 40 Sines.Irbritero Widerlrguog der nationalökonomischen Lehren John Stuart Mill'S von I. Gg. Eccarius— 65 Wissen ik Wacht, Wacht iss Wissen. Von W. Liebknecht— 40 vleine Aussätze von F. Lassalle. 1) Die französischen Ztationalwerkstätten von 1848. 2) Antwort an Herrn Professor Ra». 3) Lassalle und die Statistik von W. Wackernagel 4) Herr Wackernagel oder der moderne Herosttatus 5) Erwiderung auf eine Rezension der Kreuzzejtung— 25— 20 Zur Criuurrung fiir die deutscheu Mordspoirioteu. 1806 bis 1807. Von S. B 0 r k h e i m. Mit einer Einleitung von F r. E n g e l s........ Reber die politische Stellung der Soiioldemodraiie. Von W. L i e b k n c ch t........... Sozialdemokratische Bibliothek. Band I. und II. gebunden —— Einbanddecken ö........... Sozialdemokratie, Graf zu Eulenburg und die deutsche—. Verhandlungen des deutschen Reichs- tags vom 27. Jan. 1876 über den§ 130 des deul- schen Reichs-Strafgesctzbuchcs....... Sozialdemokratie. Herr Tcssendorf und die deutsche—. Sozialistönprozeß zu Berlin am 16. nnd 18. März 1875..........— 40— 35 Sozialistengesetz. Das neue—, vor dem deut- schen Reichstage. Äcrathung zur Verlängerung des Gesetzes gegen die Sozialdemokratie 1880. 5 Hefte 2— Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichs- tage. März 1881...........— 40 Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichstage Februar 1886. 5 Hefte......... 2 20 Sozialwissenschaft. Jahrbuch für—, von L. F. Richter. 3 Bände, 1879—1881 n.... 2 50 Soziali st entödtcr. Herr v. Treitschke, der—, und die Endziele des Libcralismns.....— 25 Stiebcrs Verdruß, Geheimschrift zur Sicherung des Bricfverkehrs in und mit Deutschland...— 15 U n t e r st ü tz n n g s w 0 h n s i tz, der, vor dem sächs. Landtage am 25. Nov. 1879.......— 10 Verhandlungen über den Antrag Liebknecht und Genossen, bett. die Aufhebung sämmtlicher im deut- schen Reiche existircnder Ausnahmegesetze in der Reichsiagssitzung vom 11. Jan. 1883.....— 20 Volksschule, die, und die Lage ihrer Lehrer in Preußen..............— 10 vollmor,(6., Der isolirte Staat, eine sozial-ökon. Studie— 25 — Waldverwüstling und Ueberschwemmuiig....— 25 — Der gegenwärtige Stand der Waldschutzsrage..— 30 Wahlen zum deutschen Reichstage. Vergleichende statistische llebersicht von 1801—87..— 25 Wandte, Drei Jahre aus meinem Leben.(Eine Helden- that Stiebers)............ 1 50 Wntzman», F., Die Wucherfrage, historisch- kritisch be- leuchtet............... 1 23 Wölls, W., Die schlesische Milliarde. Mit einer Einlei- tung und der Biographie Wolffs von Fr. Engels— 65 Was die Sozialdemokraten sind und was sie wollen.— 05 Rorb, Sh.. Die industrielle Arbeiterfrage.....— 25 Die 11 c» e Zeit. Revue des geistigen und Lffent- . lichen Lebens. Jahrgang ä........ 7 50 Zeitgeist. Eine Studie über Nationalökonomie, Po- litik, Kunst, Wissenschaft, Gerechtigkeit....— 25 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 20 20 15 45 30 35 20 40 25 15 50 15 40 45 20' 35 35 40 20 35 50 35 — 50 — 25 6— — 50 — 25 — 40 — 20 4 80 i — 40 I 20 1 60 — 30 1 80! 2-1 — 20 1 — 15 i — 10 15 — 10 — 20 — 20 — 25 — 20 1 20 1— — 50 — 05 — 20 20 Prmted for the proprietors by the German Cooperatire Publishing Co. 114 Kentish Town Road London V. W.