Abonnements •nktn beim Verla» anb dessen bekannten Agenten entgegen» genammen, und zwar zum vorau» ,ahlb«ren BierteljahrSprei»»an: Stf. 4,40 für Deutschland ldirelt Per Htries-Souvert) öwfl. 2,7b für Oesterreich(direN per Vrt»1-vir die Haltung des Staatsanwalts an- nageln, der seiner Sympathie für den„schneidigen" Mörder mit zynischer Offenherzigkeit Ausdruck verlieh nnd von vornherein zugab, dag cin o t h st a n d der Ehre" bestanden habe— mit anderen Worten, daß der antiscmisische Studiosus als Mensch„von Ehre" dem Duell nicht hätte ausweichen können, weil er von: jüdischen Sttidiosns bc- schimpft worden sei. Und worin hatte die fürchterliche„Beschimpfung" bestanden? In der Acußcruug, daß der Antisemitismus cin Hohn auf unsere Zivilisation sei! Einen: Antisemiten die Wahrheit zu sagen, berechtigt diesen zur Ermordung eines Menschen! Fürwahr ein sauberer Staatsanwalt! Und welcher Unsinn, dieser„Nothstand der Ehre!" Als ob die„Ehre", welche in einen„Nothstand" kommen, das heißt bedroht und ge- fährdct werden kann, einen Schuß Pulver werth gewesen wäre. Die Herren von:„Ehrcnstandpnntt" mögen es sich merken: wer Ehre hat, den: kann sie nicht genommen werden: und wer es nöthig hat, seine „Ehre" durch ein Duell oder sonstige Hilfsmittel des„Ehrcnpunkts" herzustellen oder zu verthcidigcn, der hat keine Ehre. Wie thurmhoch stehen doch die deutschen'Arbeiter über diesen cnitisemitischcn Sludcutchen und den anderen Rittern des„EhrcnpmiNs". Sic haben keinen Begriff vom„Ehrenpunkt", aber sie haben Ehre im Leib. Sozutzolitische Lulldflha«. »» l'�AAJBJWy- London, 7. Februar 1899. — Ein MtNtcttto! DK Monarchcnzunft hat Unglück, und daS LooS der„Götter auf Erden" ist kein beneidctiswerthcs mehr. Schlag ans Schlag trifft sie das Schicksal— oder sollen wir lieber sagen: die Nemesis?— und zeigt ihre Hinfälligkeit, ihre Vergänglichkeit der zuschauenden Welt. Rcnlich war's— um in Deutschland, der frommen Kinderstube und dem monarchischen Paradies zu bleiben— neulich ivar's ein Sproß der Wittelsbachcr, des ältesten der deutschen Köuigs- gcschlcchtcr und eines der..ruhmreichsten", welcher, nachdem er sein Volk anderthalb Jahrzehnte lang in: Wahnsinn„regiert" hatte, weil der Rcgicrungskomödie im. Interesse einer mächtigeren Dynastte cin jähes Ende gemacht ward, im Wahnsinn sich enränkle. Gestern war es cin Sproß des..ruhmreichsten" der deutschen Fürsten- geschlcchter, einH o h c n z o I l e r— der Erbe des n e u c n Kasserthrons— der von seinem getreuen Vasallen, den berufenen Hütern und Stützen des monarchischen Prinzips, ans Leben und Tod, zum Theil mit den infamsten Mittel» bekämpft ward, weil er für die Ideen der neuen Zeit Verständniß hatte. Und wir sehen, wie selbst der Tvd, der ihn von dem kann: bestiegenen Thron wieder hcrabriß, den Haß der Hohenpriester des Furstenkulttis nicht hat abstumpfen können. Und heute ist es cin Sproß des Hanfes H a b s b u r g, der Erbe des alten Kaiserthrons, der, wie offiziell erklärt wunde, durch Selbstmord — oder nach Anderen durch die Kugel eines„Rächers seiner Ehre"— cin jähes Ende gefunden hat! Daß diese Schläge einander so rasch folgen, daß der Blitz mit solcher Vorliebe die Paläste sich aussucht, das ist kein Zufall. Der Monarchis- mus steht mit der modernen Kultur in so scharfem Widerspruch, daß die Stellimg der Monarchen eine anormale, eine unnatürliche geworden ist. Ein Fürst, der n i ch t dentt, wird zur Z ä s a r e n t o l l h c i t ge- trieben, und ein Fürst, der denkt und sich seiner Ueberfiüssigkeit und Gcmeinschädlichkeit bewußt wird, muß sich selber verachten, zum min- besten an sich zweifeln, und er geräth auf die schiefe Ebene, die hinab- führt zmn Wahnsinn nnd zum Selbstmord. Und daß dieses memento mori gerade jetzt kommt, wo die Zäsarcn- tollheit ihre tollsten Orgien feiert, das liegt nur im Wesen der Dinge, gibt ihm aber eine verdoppelte Tragik. „In den allerhöchsten Kreisen" haben die Nachrichten aus Wien mtch einen ntcdcrschincttcrnden Eindruck hervorgebracht. Das fühlen die Herren, die sich bisher freventlich über das gemeine Mcnschcnthum und über das gemeine Menschenloos erhaben düntten— das fühlen sie, daß die eherne Faust des Schicksals nach ihrem Herzen, nach ihrem Lebensnerv greift.— Beiläufig glaubt selbst in Oesterreich Niemand an den S e l b st m o r d des österreichischen Kronprinzen. Er soll bei einem Licbcsabcntencr von dem beleidigten Gatten erschossen und die Komödie des Selbstmordes blos erfunden worden sein, nn: größeren Skandal zu verhüten. Was auch immer das lUichttge sei— die Lehre für die Völker nnd fiir die Monarchen ist die gleiche: ein memento mori für die Monarchie I — Aus Wien schreibt man uns mit Bezug auf den gewaltsamen Tod des Kronprinzen: „Die Aufregung hier können Sie sich vorstellen. Die Liberalen sind außer sich über den Tod Rudolf's, der ihre beste Hoffnung war. Er war doch ein„liberaler Kronprinz", aber der jetzige Thronsolger, der Mann, der Über die Särge sprang, ist von vornherein nichts als ein brutaler Kommisknopf. Die Liberalen haben keine Aussicht mehr, daß ein Wechsel von Oben ihnen wieder ans die Leine hilft. Die Masse der Bevölkerung aber ist namentlich erregt über das Ge- hcimuiß, das über den: Plötz! ch-u Tobe Rudolf's liegt. Daß er einer Schußwunde erlegen, hat man nothgedruugcn offiziell cingesraitden, ob er aber wirklich selbst.Hand an sich gelegt oder erschösse,: worden. darüber laufen die widersprechendsten Lesarten um, die aber sämnttlich darauf hiiiaiistnnren D a h i n t c r st e ck e in Weib! Dazu kommt, daß nur eiuigc wenige Hofbeamte die Leiche sehen dursten und Niemand nähere Auskunft über die Todcsart und die Umstände der Auffiuduug der Leiche erhielt. In Kreisen, die mit der Aristokratie und dem Hose Fühlung haben, erzählt man, Rudolf habe in dem einsamen Jagdschloß ein Verhältnis! mit der Frau eines Försters unterhalten. Der Mann habe das Paar in flagranti ertappt und den Kronprinzen niedergeschossen. Die Geschichte klingt plausibel, das ist auch Alles, was mnn darüber sage:: kann. Einiges Licht dürste in die Sache noch kommen: indeß wird die österreichische Presse kann: komproinittirendc Thatsachen dringen, eher die englische. Sic bürsten also besser unterrichtet sein als ich. Was ich konstatircn kann, ist die Haltung der B c v ö l k c r n n g. So weit ich sehen kann— und ich habe mit Leute der versclüedenstein! reise und nicht blos Parteigenossen gesprochen— glaubt, wie gesagt, Jeder an gewa l t s a n: c n Tod, veranlaßt durch eine Frauenzimmer- Affäre. Klärt sich die Sitiiatton nicht noch zu Gunsten Rudolf's auf, dam: kann mau sagen, daß auch dies Ereiguiß wieder eine Erschütte- n»ig des m onarchnschen Beivußtseins bedeutet, und das ist eigen:- lich wichtiger als die Kenntniß der Todcsart Rudolf's. Es sollen auch schon Verhaftungen wegen Majcftäts- b e l e i d i g u n g c n vorgekommen fein. Es steht wohl nicht im Wider- sprach zur Erschütterung des monarchische:: Bewußtseins, daß mau den alten Franz Josef allgemein bedauert. Man bedauert die Allen und schimpft auf die Jungen." Die mittlerweile eingelaufenen Meldungen widersprechen sich noch in den Einzelheiten, darüber aber stimmen sie alle übercin, daß Rudolvb in: Anschluß an cin Liebesabenteuer ums Leben gekommen Daß die Einen das Weib eines Försters, die Andern die Schwei:� eines österreichischen Für st e n, die Dritten die Tochter eines Baron» als die Dame des Trama's mit Bestimmtheit nennen, ist ein Beweis, wie wenig der Erbe bcr apostolischen Majestät seinen Kultus der freien Liebe tdicses Greuels vor den: Herrn) und des s c ch st'c n Gebots zu verhennlichen ftir nöthig hielt. Er that aber in diesem Punkt nichts. was nicht seine Standesgcnossen, das ganze von der Rückführung de» Lölkes zur Religion schwatzende Aristokratenpack ebenfalls im aleichen Maße thut. Aber konstatirt muß es werdet: gegenüber dem verheuchclten Geschrei von der I m m o r a l i t ä t der Sozialdemokratie, die es wagt, die ge- heiligten Fundamente der Ehe und Familie anzutasten. Im klebrigen stimmen wir durchaus Denen bei, welche hervorheben. daß Rudolf neben seinen Licdcsaffärcn noch Sinn ftir geistige Interessen hatte und sich darin vortheilhaft z. B. von seinem Ex-Frcund Wilhelm II. unterschied. Diesen soll der Tod des verhaßten„Professoren- Prinzen" eine Zeit lang sehr nachdenklich gestimmt haben. Ist es doch noch gar nicht lange her, daß eine Hofdame, die Tochter eincc Gutsbesitzers aus der Provinz Posen, den Berliner Hof verlasse mußte, weil es sich nicht länger verbergen ließ, daß sie von dem fron, men Helden ans dem Hohcnzollcrnthron— gesegnet wurde.„Ao dem elenden Buben ist keine sicher"— soll der Vater der Dame au dem Bahnhof in Brombcrg wüthcnd ausgerufen haben, aber vo- einer Anklage auf Atajcstätsbcleidtguug hat man nichts gehört. Warum sollte man auch? Ist's nicht ein Ruhm, der„Unwtdcr stchlichc" der Frauenwelt zu sein? — Zu der vorige Nummer mitgetheiltcn skandalösen Verurchei- Innfi unserer Genossen Donath und Schönfcld in Dresden schreibt man uns von dort: „Was der„Sozialdemokrat" in Nr. 4 von den Posen« Richter i, ichte. gilt auch von den Nichtern der zweiten Strafkammer des Landgerichts Dresden, sie sind ehrlose Schufte. „Das in Frage kommende Flugblatt zur Feier des zehnjährige:: Bc- standcs des Sozialistengesetzes war zwar scharf, aber es enthielt kein? Kritik der deutschen Zustände, die nicht in unzähligen Rede:: und Zeitungs- artikclu über die einzelnen im Flugblatt besprochenen Punkte gcgußctt worden wären. Auch waren keine beschunpfcnden Ausdrücke in dcm- selden enchaltcn. Trotzdnn erfolgte Anklage auf$ 131; Verächtlichmachung von Staatscinrichtungen k. wider besseres Wissen. .Letzteres anzunehulm von Leuten, die sich nicht scheue», zu dein Inhalt durch Unterzeichnung als Drucker und Verleger sich zu bekennen, ist schon eine Infamie. Die Anklageschrift des Staatsanwalts war so dürftig, das; Laien und Juristen erklärten, darauf kö»ne keine Vcr- nrtheitnnx erfolgen. Und doch erfolgte sie. Um nach Belieben hinter geschlossenen Thüren mogeln zu können, wurde die Ocffcntlichkcit ausgeschlossen. Tic Beweisaufnahme fiel so aus— troydein die Zeugen der.Angeklagten ftmmtlich abgelehnt wurden— daß der TtaatSan- Walt bezüglich Schönfclds als Drucker keine,» Straf- autrag stellte, sondern das Befinden über ihn d c in Gerichtshof a n h e l m gab. Und doch erfolgte das schamlose Urthcil, zu dem man sich extra eine Woche„Bedenkzeit" genommen. Diese Zeit ist, wie positiv versichert wird, benutzt worden, um voll oben wie von anderer Seite in der nachdrücklichste!! Weise einzuwirken� und die Richter waren Wichte genug, diesem Driick iiachzugebeii ündftvcik höher zu ver- urlheilcn, als anfangs beabsichtigt war. Denn zu verurtheilen, dazu war mau von Anfang an bereit gelvcjen. Was der Staatsanwalt zu beantragen nicht geivagt, das führten die Herren Richter unverfroren durch: sie verurthcilten den Drucker zu derselben e x o r b i t a u- taute».Strafe wie den Verleger. Und nun die k l e i n l i ch- b r u t a I e N a ch e für das Anrufe u der Sievision durch schleuniges V e r h a f t c n der Verurthcilten! Sie charatterisirt sich am besten dadurch, daß jede Kautions- st e l l u u g abgelehnt lvurdc! Obgleich das Urthcil schon nahe- zu drci Woclien gesprochen, die Haft schon an die 11 Tage dauert, ist die Uvthcilckbcqriindnnq noch nicht anSgcfer- tigt, und kann daher der Verthcidlger die Revisionsschrift nicht ein- reichen. Man ist niederträchtig genug, de» Opfern der Rechts- Verdrehung eine' Freiheitsberaubung von!> bis 10 Wochen extra anzu- hängen. Alles das ist die Folge der masftoscn Wuth in den Kreisen der sächsischen Regierung über den Ausfall der G c m e i n d c r a t h s- Wahlen und den so gut wie verbrieften Krach der Kartell- Herrlichkeit bei den nächsten R e i ch s t a g s w a h l e n. Tie An- griffe gegen die.sächsische Regierung im Reichstag haben das Ucbrige gethan. Die Nostizc, Zlbeckeu zc. sind vor Wuth ivie besessen, und was ist ein besseres Mittel, diese Wuth an den Mann zu bringen, als die„Rechtsprechung?" Soweit der Ginsender. Inzwischen Isr, wie wir sächsischen Zeitungen entnehmen, die Urthals- begrnndnng endlich eingetroffen. Sie ist so— vorsichtig abgefaßt, daß die Vcrurtheilten auf den Rath ihrer Verthcidigcr d i c Revision zurückgezogen haben. Je abgefeimter die Gauner, desto mehr verstehen sie sich auf die F o r m c n. — Mit der Ansarbeitnng des„verschärften" Strafgesetz- brich 0, welches das Sozialistengesetz in sich aufnehmen und Pflöcke zum Zustopfen vcrfchiedencr„Lücken" enthalten soll, wird, wie dic Offi- zlösen erzählen, jetzt Emst gemacht. Die Gelehrten da- Rechrsdrechsler- zunft-erbrechen sich bereits die Köpfe, wie man die Allmacht d c r Polizei, die doch nun einmal im heiligen deutschen Reich nncntbehr- lich ist, paragraphenweise in die verschiedenen Abchcilnngen der ordcnt- lichcn Gcsctzacbmig cinschnchteln kann, ohne daß sie— dies die uncr- läßliche Bcdingimg— auch nur den geringsten Schaden erleidet. Eine Aufgabe, des Schweißes der Edlen Werth. Aber nach dcni Hamburg'- scheu Korrespondenten schwitzen die Edlen ganze Ströme, ohne das Problem lösen zu können. Wir svollcn den Aermstcn zu Hilfe kommen. In eincni dreimal wöaientlich erschallenden Blatte finden wir in drei aufeinander folgen- den Rummcrn, d. h. aus einer Woche, folgende Zusammenstellung: „Frankfurt a. M. Am 17. Juni Versammlung aufgelöst wegen angeblich strafbarer Acußerungcn eines Redners.— In S o n n e-b c r g am 14. Juni gehaussucht und SO Schriften(Neue Welt ee.) beschlagnahmt.— In H a in b n r g bei A. und O. Kapell gehaussucht.— In M e e r a n e Volksversammlung am 18. Juni verboten.— Langen in Hessen. Arbeiterfest am 23. Juni untersagt.— Berlin. Zwei Studenten wegen Verdachts der Zuge- Hörigkeit zu einer geheimen Verbindung*) verhaftet.— In slutt- gart Wahlflugblatt beschlagnahmt.— Berlin. Der Redakteur der„Berliner Freie» Presse" am IS. Juni verhaftet.**)— In Dortmund die Sozialdemokraten Tölkc zu«!, Kühl zu 4 und Ostermann zu 2 Monaten vcrurthcilt wegen Preßvergehens.— In Berlin wegen angeblicher Maicstätsbclcdigung in Folge Denunziation mehrere Personen verhaftet.— Leipzig. Der Redakteur des„Vonvärts" wegen Preßvcrgchcns zu 8 Monaten Gcfäugniß verurtheilt.— Glauchau. Der Vorsitzende der dortigen Genosscnschafls-Buchdmckcrci und der Redakteur des Blattes vcrk>aftcl.— In Schnecberg Haussuchnng bei dem Genossen Dittrich, Polizei 6 Mann stark, darunter 2 Gensdarmen mit Flinten.— In Berlin am 21. Juni Maffenhausfuchungen. — In Breslau Versammlung zum 20., in Gera Volksfest znnl 30. Juni verboten.— Den Drchorgclfpiclcrn das Spielen der Marseillaise verboten.— In F i n st c r w a l d e und in Hamburg Maffenhaussnchungcn.— Drei Berliner Krimi n a l k o m m t s s ä r e machen eine Schnüffelrcise durch Deutsch- land.— Die Kaffeekränzchen Berliner Frauen, die Sozial- demokraten zu Männer haben, werden wegen„geheimer Vcrbin- dnng" unter Anklage gestellt.— Der Zahntechniker Super- c i n 8 k y' in Berlin ivftd wegen einer vor 2 Jahren angeblich gefallenen Majestätsbeleidigung in Hast genoinmcn.***)— In Barmen Wählerversamnilung ausgelöst, weil mehrere jüngere Männer in derselben anwesend waren.— Redakteur Milte in Berlin 3 Monate Gefängniß wegen Preßvergehcns.— Redakteur Schäfer in Frankfurt a.M. wegen desselben Vergehens ebenfalls 3 Monate(tzcfängniß.— Der Redakteur Härder in H a l l e a. d. S. am 4. Juni verhaftet.�)— Der Sozialdemokrat Palm in Siegburg wegen Majestätsbeleidigung in zweiter. Instanz zu d r e i I a h r e n vcrurthcilt. In der elften Instanz hatte der Richter auf zwei Monate erkannt. Zwischen der ersten und ziveiten Verhandlung lag das Robfling-Aitcn«t.— Richard Wolf in Barmen als Opfer einer schmachvollen Denunziation seines Haüswixthcs wegen Majestätsbeleidigung zu 18 Moiiaten Gefängniß vcrurihcili." ftf) Nicht wahr, eine erhebende Blumeuleje? Und dabei kann sie, Ivic die betreffende Redaktion versichert, nicht einmal auf Vollständigkeit An- spruch niachcn. Und all' diese„schneidigen" Maßregeln gegen die An-. Hänger der Ilmsturzpartei erfolgten ohne Ausnahmegesetz, nur auf Grund des„gemeinen Rechts". Wir brauchen nicht erst zu sagen, welches das glückliche Land ist, wo das möglich war, noch das Jahr, in ivelchcm das geschah. Es>var in Deutschland und im Sommer vor Inkrafttreten des Schandgesetzes, und es ist der Leipziger„Vorwärts", der in drei aufeinanderfolgenden Rumniern des Juni 1878 diese Zusamniciistellungen brachte. Man ze-ge uns Eine Epoche aus der Aera des Sckmndgescycs, in der im gleichen Zeitrauni auch nur Annäherndes geleistet wurde, und dann sage man uuS, daß die heftige„Ordnung" mit de» Waffen, die daS „gemeiue Recht" in Preuße»- Deutschland ihr bietet, hilflos ist. Wie man es verstand, auch das Vereins- und Versammlungsrecht illusorisch zu machen, dafür nwgen hier einige der„Gründe" angeführt sein, deren man sich bei VsrsainmlungS-Auflösungen in Berlin bediente. Auflösungen erfolgten: *) Der„Mohrenklub", ein ganz unschuldiger Verein, gegen den die erhobene Untersuchung später fallen gelassen werden mußte **) Später gegen 3000 Alk. Kaution auf freien Fuß gestellt, flüchtete Sch. der Alles in Allem zu 3'/- Jahrm Gefängniß verurtheilt wurde. ***) Eine schuftige Denunziation, die sich später als Lüge herausstellte. ft) Von dem dort erscheinenden Arbciterblatt würde mit jeder Rum- mer, die erschien, der Redakteur verhastet, so daß schließlich genau so viele Redakteure saßen, als Nummern erschienen tvarcn. Es war dies ein Mittel, ein Blatt auch ohne AuSnahuiegesetz zu unterdrücken. ftft) Wolf, der schon krank in das Gefängniß kam, starb dort. 1) weil der Mittclgang im Saale nicht ftei war(ein in Berlin sehr beliebter Grund); 2) weil ein Fenster offen>var und der überwachende Beamte dadurch zur Ueberzeugung gelangte, es tage eine Versammlung unter freian Himmel; 3) weil Menschen hinter einer verschlossenen Glasthüre standen und in den Saal— hineinsahen(der Beamte löste„im Rainen des Gesetzes" auf, da jene Alenschen möglicherweise eine Scheibe eindrücken konnten); 4) iveil ein Anwesender während des Vortrags das Wort:„Lächer- lich" genifcn halte; 5) weil einzelne Anwesende bei einer Aeußcrung des Redners gelacht hatten; 3) weil sich ein Hund in die Versammlung verlaufen hatte. Eine derartige Händhabimg des Auflösungsrechtcs>var in Berlin möglich, wo die übenvachenden Beamten immerhin»och etwas Rücksicht auf die öffentliche Kritik nehmen wußten. In den ländlichen Bezirken, wo diese Rücksicht nicht geboten war, herrschte die reinste Pascha- wirthschaft. Mit einem Wort, die Herren können sich die Mühe ersparen. Was sie vergeblich suchen, ist längst da, sie sehen es nur noch nicht. Der Buchstabe ist nichts, der Geist ist Alles. Und in Prcußcn-Deutsch- land herrscht der Geist der Polizei, ob mit oder ohne Aus- nahmegcsetz. So steht es, und was uns anbetrifft, nun, ob man uns aus- nahmcgesctzlich erwürgen oder strafgesevlich erdrosseln will, das ist»NS ganz gleichgiltig. In jedem Falle halten wir es init dem guten Spruch unsres Bracke und„pfeifen auf das Gesetz". — Einer weniger. Der Meineidmichel von München ist gestorben. Wir werden ihm in nächster Nummer einen Nach- ruf widmen. Für heute nur der Wunsch: Mögen ihm seine Mitschufte bald folgen. — Ans dem deutschen Reichstage. Am 29. Januar gelangten die zwei Millionen zur Unterstützung und Förderung von Kolonial-Abcntcncrn in 2. und am 30. in 3, Lesung zur Annahme. Rur die Tcntschftcisinnigen und die Sozialdemokraten stimmten da- gegen, nachdem Genosse Sabor noch einmal den Standpunkt unserer Partei entwickelt. Am 31. Jan. gab'S eine„Arbeiter- Schutzgesetz"- Debatte, und zwar aus Anlaß einer Resolution der Illtramoutanen L i c b e r- H i tz e ans Revision der Vorschriften über die Sonntags- arbeit. Nachdem Bismarck durch den Mund des geh. Raths Loh- mann versichert hatte, daß er fest entschlossen sei, Alles hübsch beim Alten zu lasscii und der kapitalistischen S o n n t a g s- H c i- ligung nicht den geringsten Stein in den Weg zu legen, zeigte sich der Reichstag bis auf den letzten Kartcllbrudcr furchtbar arbeiter- freundlich und erklärte, der Resolution freudig zustimmen zu können. Auch der Gerechte erbarmt sich zuweilen des— Papierkorbes. Ter Standpunkt der Sozialdemokratte in der Frage der Sonntags- ruhe wurde von Genosse Harm unter scharfer Polemik gegen die faulen und verlogenen Ausreden der Relchsregicrnng vertreten. Alsdann kam am gleichen Tage der Antrag unserer Genossen Singer- S ch u m a ch e r auf Aushebung der Gctrcidczöllc zur Verhandlung und wurde von Bebel in längerer, durch reiches Material unterstützter Rede auf's Gründlichste motivirt. Wir behalten uns vor, auf seine Ausführungen noch zurückzukommen. Nach Bebel sprach der Junker K a r d o r f f. die Autorität der Schntzzöllner, und brachte die alten ab- gedroschenen Redensarten von der„Nothlagc der Landwirthschaft", dem „Schutze der nationalen Arbeit" k. x. wieder vor, zur großen Erbau- iiiig der Junker und Pfaffen.„Lebhafter Beifall rechts und im Z c Ii t r» m*, verzeichnet der Bericht. Die Herren vom Himmels- Manna müssen sich die Bauern warm halten. Fortsetzung der Debatte am 4. Februar, worüber bei Redaktionsschluß der Bericht noch fehlt. Natürlich wird der Antrag abgclchtit werden,»ud das a r v c i- tende Volk in Teutschland muß weiter für die L a» d p r o tz c n die Hunger ft euer zahlen. Bei den nächsten Wahlen wird es die A n t>u o r t e r t h e i l e n. —. Unverschämt. Die Vorlage auf Lohnerhöhung für den preußischen.König und deutschen Kaiser ist im prcußi- schen Landtag— wo Dank dem Drciklasscnwahlgesctz kein Vertreter der Arbeiter die Stimme zu erheben verinag— eingebracht worden und wird u. A. begründet mit dem„Steigen der Preise". Das ist geradezu der Gipsel der Unverschämtheit. Seit Jahren wird den deutschen Arbeitern grade von Seiten der Regierung und ihrer Preßmamclukcn bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit vorgehalten, wie vortrefflich sie doch daran sind Dank dem F allen aller Preise, eine ganze Reihe von L o h n r e d« k t i o» e u in st a a t l i ch e n Betrieben sind mit dem Hinweis auf die gesunkenen Preise begründet worden, und hier, wo es sich darum handelt, einem Menschen zu einem Einkommen, bei dem sein Vorgänger jährlich über zwei Millionen Mark auf die Seite legte, noch drei und eine halbe Ai illio n Aiark aufzulegen, hier redet uian plötzlich wieder von gestiegenen Preisen. Es ist weit gekommen in Deutschland, daß in einer Zeit, wo Hun- derttauscnde und Abcrhunderttauscnde ihr Einkommen von Jahr zu Jahr geringer werden sehen, man dem Volk ein derartiges Attentat auf seinen Stcuersäckcl bieten darf. Aber freilich, Schmarotzer und seine Vettern haben das Heft in der Hand, sie koiumandircn das Heer, sie regieren die Presse, sie lenken die Gesetzgcbungsmaschine und die Polizei gehorcht ihren Befehlen, wie sollte da ein anderer Widerstand möglich sein, als ein schwacher papicrner Protest, über den sie höhnisch lachen? Jndetz, mögen sie nur lachen, es kommt dock) die Zeit, da ihnen das Lachen vergeht, und je schamloser sie es treiben, um so eher kommt sie. Stach dem Prinzip:„EineHand wäscht die andere" geschehen die Dienstleistungen zwischen den Bismarcks einer- und dem jetzigen Preußcukönig andererseits, heißt es in der„Eontcmporaru Re- view". Da werden wir wohl bald von etlichen Rangerhöhungen zu hören bekommen. Wird's jetzt mit dem Herzog Ernst werden? Oder dürfen wir hoffen, Bill demnächst als Minister des In- nern begrüßen zu können? Warten wir bis zum— e r st e n April. —. Zur Beachtung. Bei Streiks um Lohnerhöhung oder gegen L o h n h c r a b s c tz u n g empfehlen wir den deutschen Arbeitern folgenden Passus nicht zu vergessen: „Seit dem Erlaß des Gesetzes vom 27. Januar 1838 hat in Folge des inzwischen eingetretenen weiteren Steigens der. Preise eine allmälig gewachsene und unabwciölich gewordene Erhöhung des Bedarfs für die persön- l i ch e n und sachlichen Ausgaben sich geltend gemacht.".... (Begründung des Entwurfs eines Gesetzes betreffend die Er- höhung der Krondotation, Preuß. Gesetzblatt, Jahr- gang 1889.) Einer Bestätigung so autoritärer Natur wird kein Unternehmer cnt- gcgenzutrcten wagen. Jede Anzweiflung fällt unter deu 8 95 des deutschen ReichSstrafgcsctzbuches. - Den deutschen Kapitalisten, die von Zeit zu Zeit sehn- süchtig nach chinesischen Arbeitern verlangen, von deren Bedürfnißlosigkeit ihnen von ihren Soldschrcibern Wunder- dinge erzählt worden sind, diesen braven Mnsterpattioteii wären in gewisser Hinsicht die chinesischen Külis ganz wohl zu gönnen. Hat es nämlich mit der Bedürfnißlosigkeit derselben allerdings seine Nichtigkeit, d. h. kann der Ehinese, wenn er will oder muß, mit bedeutend weniger existiren als das Gros der europäischen Arbeiter, so ist damit durchaus nicht gesagt, daß er mit jedem Lohn fiirlieb niiWt, den man ihm giebt, und nicht da mehr zu erlangen sucht, wo er in der Lage ist, seine Forderungen durchzusetzeu. Das haben zum Beispiel, wie wir einem jüngst in der San Franziskoer„ Arbeiter- Zeitung" erschienenen 'Artikel cntnehmcu, die kalifornischen Hopfen-Pflanzcr sehr zu ihrem Verdruß erfahren müssen. „Die Ehinescn," lesen wir da,„find nämlich o r g a n i s i r t und es gibt bei ihnen keine Scabs, weil solche nöthigcnfalls von dazu bestimmten Komitcs todtgeichlagcn werden. Das weiß jeder Chinese und darum hält er fest zu seiner„Union". Wenn ein Arbeitgeber sein? Chinesen ungebührlich behandelt, so wird er g e- boykottet und es ist ihm unmöglich, irgendwo Chinesen zu bekommen. Bei der letzten Ernte verlangten die Ehincscu im ganzen Staate mehr Lohn, und die Arbeitgeber waren gezwungen, daraus einzugehen; wo sie früher 1 Dollar per Tag bezahlt hatten, mußten sie letztes Jahr Dollar 1.35 bis Dollar 1.50 per Tag bezahlen. Da die Ernte sich nicht aufschieben läßt, war keine Zeit vorhanden, um andere Arbeiter aufzutreiben, aber mit Hilfe des Board of Trade von St. Franziska und der gesammtcu kapitalistischen Presse wurde der Versuch gemacht, Kinder anzuwerben und sie alsSkabs gegen die Chinesen in die Obstgärten zu schicken! Es meldeten sich auch viel mehr Kinder, als verlangt wurden, aber da die meisten von ihnen verwahrlost waren, die entweder gar keine oder eine schlechte Heimath hatten, so waren sie für die Arbeit ungeeignet, wenigstens er- klären die Besitzer der Obstgärten, daß sie keine Experimente mehr mit Knaben und Mädchen machen wollen." So die„Arbeiter-Ztg." Das Organ unsrer Genossen in Kalifornien führt dann weiter aus, warum die Chinesen immer noch die dortigen weißen Arbeiter unterbieten; ihre Lebensweise ist eine in jeder Hinsicht schlechtere als die der Letzteren. Jndcß das ist eben in Kalifornien, wo der Arbeiter im Allgemeinen denn doch noch ganz anders gestellt ist als in einer ganzen Reihe von Industrien und Industriezentren dcS Landes der praktisch-christlichen Sozialrefonu. Wir denken da gar nicht an so schmachvolle Extralcistungcn auf dem Gebiet der Arbeitcransbeutung wie die in der Korrespondenz aus Wolfen- b ü t t e l geschilderten, obwohl dieselben keineswegs so vereinzelt dastehen als man gemeinhin anzunehmen scheint, nein, selbst das, was in ganzen Distrikten Oberschlesiens, Sachsens, Thüringens, Frankens, der Mark zc. als alltäglich, als das normale Dasein der Arbeiter bekannt ist, steht der Lcbensfristnng der Chinesen hundertmal näher als dem, was man als das Mininiuni der Lebensausprüche cincS Kulturmenschen bezeichnen kann. Und doch sind die Ausbeuter grade dieser Arbeiter- kategoricn damit noch nicht zufrieden. Und doch hören sie nicht auf, die Löhne zu drücken, und doch schreien sie über die Uubotmäßigkcit, über die Unzufriedenheit ihrer Arbeiter, und doch werden sie nicht müde, die„Anspruchslosigkeit" der Chinesen zu verherrlichen. Wahrlich, hält man ihrem Geschrei die eben initgcthcilte iThat fache gegenüber, so drängt sich Einem unwillkürlich der Gedanke auf: Möchte» ihnen doch unsere deutschen Arbeiter zeigen, daß sie auch von den Chinesen— Lehren anzunehmen bereit sind. — Man schreibt uns: Tie Fortschrittler sprengen ans, in Breslau hätten die Kartell- brüder, so weit sie stimmten ,' für den sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt, und diesem dadurch zum Sieg verholfcn. Das ist ein unverschämtes Ans den Kopf stellen der Wahrheit! Die Kartellbrüdcr haben, soweit sie überhaupt stimmten, für die Fort- s ch r i t t l e r gestimmt, von denen sie ja förmlich angebettelt wor- den waren, und zu denen das B o u r g c o i s h e r z sie auch hin- z o g. Die Sozialdemokraten hatten von vorn herein kfipp und klar in öffentlicher Volksversammlung ausgesprochen, daß sie die Stimmen der Kartellbrüder weder brauchen noch wünschen. Bei der Brcslaner Stichwahl hat sich wieder einmal recht deutlich gezeigt, wie unmöglich es für die Fortschrittler ist, den alten BourgeoiS-Adam nnSzuziehen; und wie sie, im kritischen Moment, mit den„reaktionäre n" Bour- gcois stets e i n Herz und eine Seele sind— sich. Eins mit ihnen fühlen. Und ist das denn nicht auch ganz natürlich? Es ist aber ein Umstand, den wir nicht vergessen dürfen, auch wenn die fortschrittliche Parteileitung bei den nächsten Wahlen, was sehr wahrscheinlich, die Parole ausgeben sollte, bei Stichwahlen für den Sozialdemokrat und Reichsfcind gegen den Kartellbrüder zu stimmen. Eine solche Parole würde von dem Gros der fortschrittlichen Wähler einfach nicht be- folgt werden. — Der Schrifsetzer G r ü u e b e r g c r in Leipzig hat einen sonderbaren Vertheivigcr gefunden, nämlich einen bekannten Leip- ziger Polizisten, der sich Sozialdemokraten gegenüber im Privat- gcspräch große Mühe gab, zu beweisen, daß uian Grünebcrg durch die 'Notiz im„Sozialdemokrat" schweres Unrecht gethan habe— derselbe sei kein Spitzel. Daß die Polizei einen ehrlichen Sozialdemotrat in den Ruf zu bringen s u ch t, ein Spitzel zu sein— das ist sicher oft vorgekommen; daß sie sich aber bemüht, eine» ehrlichen So- zialdemokrat vom A e r d a ch t des S p i tz c l t h n m s zu r c i- »ige u, das ist noch nicht dagewesen. Und der betreffende Leipziger Poiizcibcamte gehört jedenfalls nicht zu denen, die, wenn das Pulver nicht leider schon erfunden wäre, die Welt durch Erfindung desselben betrüben würden. Korrespondenzen. Wolfenbüttel.(S i t n a t i o n s- B e r i ch t.) Nach langer Pause wollen wir wieder einmal den Raum unseres Organs bcnützcn, um einen kurzen Bericht über die hiesigen Bcrhältnissc zu geben. Wir wollen eben nur einige der markantesten Vorkoninmissc herausgreifen. Tie Arbeitsverhältnisse sind hier die denkbar schlechtesten und sie werden immer noch mehr herabgcdrückt durch die hier bestehende Zucht- Hausarbeit. Schuhmacher-, Zigarren-, Tischler-, Schneider- selbst Konditorarbeiten werden hier im großen Maßstabe aus dem Zuchthaus geliefert und der Wettbewerb der Zuchthäusler macht sich dem„freien" 'Arbeiter an seinem kärglichen Lohn immer cuipfiiidlichcr bcnicrkbar. Doch selbst auf dem eigentlichen Arbcitsmarkt wird dem Arbeiter durch die Zuchthäusler Konkurrenz gemacht. Da stellte man z. B. beim Bau der katholischen Kirche einige 40 Sträflinge an, trotzdem es Winter und ein großer Thejf der Arbeiter arbeitslos war, und so ficht man auch bei vielen Privatbauten Sträflinge beschäftigt, weil die Verwaltung nur 75 Pfennig für den Manu beansprucht. Auch dem Landarbeiter wird durch die Zuchthaus-Vcrwaltung der ortsübliche Tagelohn von Mark 1,20 noch geschmälert. In langen Zügen sieht mau morgens die Sträflinge auf's Feld ziehen in Begleitung von Wärtern, um die armen Großgrundbesitzer von dem übermäßig thcurcu Landarbeiter zu befreien. Einer der rabiatesten Ausbeuter ist der Ritterguts- b c f i tz c r von Kaufmann in L i u d c n, der sich, weil ihm der Tagelohn von Mk. 1,20 zu viel ist, regelmäßig Sträflinge kommen läßt. Eine wahre Mustcranstalt für Auspressung der Arbeiter ist die S ch w e i h a g c n' s ch e Ziegelei. Eine 13 bis 1 8 st ü n d i g c Arbeitszeit gehört dort zur Tagesordnung. Um nun den Arbeitern den weiten Weg zur Arbeitsstätte, d. h. sich zelbst den Ansbeutungs- Verlust, zu sparen, läßt der Besitzer Wohnuiigeu, richtig gesagt Ställe einrichten. Einen Estrich gicbt's nicht, die Erde wurde einfach fest- gestampft. In der Mitte der Decke bildet ein hervorstehender Balken den Kleidcrbchälter, an deu beiden Seiten dieses Balkens werden die Kleider aufgehängt und theilcu dann so den Stall— nicht doch, das„Arbciterhcim". lltcchtS und links stehen je zwei Bett- stellen von roh zusammcngcschlagcncii Brettern mit Stroh und ein paar Decken ausgefüllt, und hier soll der Arbeit« nach 13stüudigcr rastloser Thätigkcit seinen Körper ausruhcu zu neuer Thatigkeit, inmitten der ans der Erde und den getragenen Arbcitskleidnugsstücken ausströmenden gesundheitsschädlichen Dünste. Run, den armen Zieglern ist auch der Stempel der Roth und Entbehrung aufgedrückt: bleich, abgehärmt frühzeitig gealtert, so wanken sie einem frühen Tod entgegen, ein trauriges Bild von der Ausbentiing des Menschen durch den Menschen. Arbeiter, aufgewacht, crkäiiipst Euch ein besseres Dasein! Laßt Eure Brüder, welche schon in diesem Kampf wirken, nicht isolirt dastehen! Wenn wir alle, Mann für Mann, kämpfen, dann wird es ein Leichtes sein, unser Ziel zu erringen. Wie bekannt, haben die Branuschwcigcr Fabrikanten ihre Former, welche ihr Arbeitsnachweis-Büreau nicht aufgeben wollten, fänimtlich cutlasse». Die Herren wandten sich an die drei hiesigen Gießerei- Besitzer,'Arbeiten für sie zu übernehmen, was ihnen auch zugesagt wurde. Darauf traten die betr. Former hier zusammen und faßten den Beschluß, ihre Arbeitgeber anszufordcrn, das zu nutcrlasse», sie be- zeichneten es als unehrlich, ihre Kollegen im Kampf gegen die iingc- rechten Forderungen der Fabrikanten im Stich zu lassen. Ihr Be- gchren wurde auch von zwei Prinzipalen anerkannt. Die Direktion der Z i ck r i ck' s ch c n M c t a l l w c r k e aber entließ als Antwort ihre Former ebenfalls und so ist die Ja hl der Ausgesperrten noch der- nichrt. Es ist wohl Ehrenpflicht eines jeden Formers, diese Stätte bis auf Weiteres zu m c i d e m Am Sonnrag, den 15. Januar, wurde unser bewährter Mitkämpfer Genosse Albert S a l z m a n n, Gelbgicßer, unter großer Bc- thciligung zur letzten Nuhestätte geleitet. Alan konnte an dem langen, ernsten, zirka 800 bis 1000 Personen zählenden Zug sehen, daß Wolfen- büttcl cineu herben Verlust erlitten. Seit langen Jahren einer der Ersten in unseren Reihen war der Bcrstorbene ununterbrochen thätig für die Ausbreitung unserer Prinzipien. Seine ganze Kraft widmete er unserer Partei; dafür haben ihn auch unsere Gegner gedrückt, wo es nur irgend ging. Endlich unterlag auch er. Entbehrungen und seine nnerniüdliche Thätigkeit untergruben seine Gesundheit, und er starb noch nicht:!8 Jahre alt im Dienste der Arbeiterschaft. Ehre seinem Attdcntcn! Tic'Arbeiter haben aber auch durch ihre zahlreiche Bcthciligung ge- zeigt, daß sie ihre Tobten zu ehren verstehen, denn Wolfcnbüttel hat ein solches Bcgräbniß noch nicht gesehen. Die löbliche Polizei erwies dem Begräbniß selbstverständlich ihre liebevolle Fürsorge, indem sie ihre sämmtlichen Mannschaften dahin abordnete unter Leittmg des Polizei- Wachtmeister Nitz s ch ke, der denn auch, als ein prachtvoller Lorbeer- kränz mit rother Schleife und der Inschrift„Dem Kämpfer für Freiheit und Recht" im Namen der Wolfenbüttlcr Sozialdemokratie niit einigen Widmnngswortcn am Grabe niedergelegt wurde, das Reden verbot und so den Staat rettete. Nun, der Herr ist noch jung und kennt die Gesetze schlecht, deshalb ließen sich die Parteigenossen wenig stören, und es wurden Kränze ans B r au n fch w e i g, S ch ö n i n g e n, Helm- st e d t und H c r g h c i m mit entsprechenden Widinnngcn niedergelegt. Auch die ausgesperrten Former B r a» n s ch w c i g s brachten ihrcin früheren Mitarbeiter einen Kranz, dann ebenso verschiedene Vereine von Wolfenbüttel. Wir aber werden unseren verstorbenen Genossen dadurch ehren, daß wir umso unermüdlicher das Ziel zu erreichen suchen, für welches er kämpfte, das er aber nicht mehr verwirklicht sehen sollte. Darum Arbeiter, rufen wir Euch zu: Tretet ein für die Ausbreitung unserer Prinzipien, das wahre Heil für uns liegt in der Verwirklichung der Forderungen der Sozialdemokratie. Darum auf Mann für Mann, zum Kampf und zum endlichen Sieg! Hoch lebe die Sozialdemokratie. Die Rothen. Proletarier-Lied/) Mel.:„Kaiscrblume", Unsereiner liebt am meisten Freiheit, Wahrheit, gleiches Recht! Weil's für unser eigen Dasein Unumgänglich nöthig ist. Doch wir sind mit Sklavenkettcn An die Arbeit festgeschraubt! Weil man uns die gold'nc Freiheit Und das gleiche Recht geraubt. Täglich Abzug, inimcr runter Wird der karge Lohn gedrückt. Schlug' gleich eine Bombe drunter In demselben Augenblick. Soll einem da das Blut nicht starren, In den Adern stille steh'n; Wenn man sieht wie heut' die Reiche» Mit dem armen Mann nmgeh'n. Doch was kann die Wahrheit nützen, Die so traurig für uns klingt, Das Beweinen und Bedauern Uns ja nicht zum Ziele bringt. Handel n heißt ja ims're Losung Ilcberzcngt Euch allesamiilt; Denn des Menschen Wohl und Wehe Ruht fast stets in seiner Hand. Darum flatt're, roihe Fahne. Rother Adler flieg' voran, Und entflamm' der Menschheit Herze» Daß sie kämpfen Mann für Mann. Brecht der Freiheit cine� Gasse Werfet ab das Sklavcnjoch; Fort mit allem Zank und Hasse: Hurrah? Freiheit lebe hoch? *°) In den preußischen Schulen und Kasernen ward und wird den Kindern ein Lied zur Perhcrrlichnng Wilhelm l. eingepanckt daS den Dnlzcnddichter O. Mylius zum Verfasser hat und dessen Geist und zu- gleich Geistlos, gkett bereits durch die Einlcitnngsströphen: „Unser Kaiser liebt die Blnincn, Denn er hat ein zart Gcmnth" zur Geniige charatterisirt wird. Will man noch eine zweite Probe, so mag folgender Vers als Beweis dafür dienen, welch horrenden Blöd- sinn der Servilismns hervorzubringen und zu erttagcn vermag: „Nicht umsonst hat der Franzose Aufgereizt des Kaisers Zorn, Denn Held Moltke war die Blume, Die die Feinde nahm auf's Korn"— Welch' sinniges Wortspiel! Blume— Korn, da haben wir die Kornblume, die der„echte Preuße" in's Knopfloch zu stecken nie vergißt, denn dies Blümchen Ist ihm der höchste Orden Weil's dcS Kaisers Liebling ist. Nim, wir wollen nicht bestreiten, daß der alte Wilhelm eines guten „Kornes" rechte Blume stets zu würdigen gewußt hat. Es war das Schlinunstc nicht, was man ihm nachsagen kann. Die deutschen Arbeiter aber, die das„zarte Gemüth" des Korn- bl»mcn-K aisers in Form des schändlichstei! aller Ausnahme- Gesetze gründlich kennen zu lernen Gelegenheit hatten, stellten dem„Korn- blmuen-Licde das obige„Proletarier-Lied" gegenüber, das allerdings der Glätte der Form entbehrt, aber den Gegensatz zwischen serviler Süßholzraspelci und den, muthigen Geist ungebrochenen Rebellen trotzcs in wohlthuender Weise zum Ausdruck bringt. Wie aus der in Nr. 1 unseres Blattes veröffentlichten Korrespondenz ans Magdeburg hervorgeht, hielt der dortige Staatsanwalt das Lied für so„gckähr- lich". daß er seinetwegen Verhandlung hinter verschlossenen Thiircn beantragte, und die Richter pflichteten ihm gehorsamst zu. Grund genug, »nsern Thcil dazu beizutragen, dem Lied die weiteste Vcrbreittuig zu sichern. Zur Beachtung. Unterzeichnetes Konnte setzt hiemit alle auswärtigen Vereine und Freunde in Scnntniß, daß der Tag der Einweihung des Denk» nialS unseres unvergeßlichen Kämpfers und Genossen Ioh. PH. B e ck e r endgiltig ans den 17. März d. IS. festgesetzt ist. Wir ersuche» die Genossen von nah und fern. durch möglichst zahl? reiches Erscheinen zum Gelingen der Feier beizutragen, da die festliche Einweihung des Denkmals selbstverständlich nur der Sache dienen soll, die nnscr Genosse vertrat, der Emanzipation d e r A r b c i t c r- k l a s s c Unserseits wird nichts verabsäumt werde», die Feier dieses Zweckes würdig zu gestalten, sowie wir auch, soviel in unscru Kräften liegt, für die entsprechende Aufnahme der auswärtigen Genossen sorge tragen werden. Alles Weitere wird den Vereinen und Freunden noch bekannt gegeben werden.,,, Zum Schlüsse ersuchen wir alle Vereine und Freunde, besonders d,e im Auslände befindlichen, denen seinerzeit Subscriptionslisten und Zu- schriftcn zugegangen, dieselben bis spätestens 1. März an den Kassierer des Zcntralkomite's Georg Jakob, mo Rotisserie 9, Gens, einzusenden.(Wir ersuchen noch insbesondere die Genossen un Auslände, obige Frist zu beachten.) Wir hegen die Hoffnung, daß sich die Genossen ani 17. März zahl- reich einfinden werden und schließen mit dem Rufe: Es lebe dic Eman- zipation der Arbeiterklasse! Mit sozialdemokratischem Gruß Die Kommission des Bccker-Denkmals, j Das Zcntral-Komite. Ossip Zetkin f Ein treuer, uneigennütziger und unermüdlicher Kämpfer für die Be- freiung der Unterdrückten aller Länder ist ans dem Leben geschieden. In der Nacht vom 29. auf den 00. Januar verstarb in Paris nach schwerem Leiden im Alter von 06 Jahren Ossip Zetkin, Sprach- lchrer und Schriftsteller. Von Geburt Russe, war Zetkin ein Welt- bürgcr im vollen Sinne des Wortes, der sein Vaterland nicht da suchte, wo es ihm gut gehen, sondern Ivo er für die Sache wirken konnte. Jede chauvinistische Ader war ihm fremd, und wenn er für die Be- frcinngsbcwegmig in irgend eincni Lande eine besondere Vorliebe em- Pfand, so war'S fiir die deutsche Sozialdemokratie, in deren Mitte er lange Jahre gelebt und sich durch sein ruhiges, verständiges Auftreten, seine seltene Uncigcnnützigkcit viele Freunde erworben. Einer begüterten Familie in Südrußlaud cnstaimncnd, hatte der begabte Jüngling der Bewegung alles geopfert: Heiinath, Familie, Vermögen, seine ganze Existenz. Als er Rußland verlassen mußte, wandte er sich nach Leipzig, dort seine Studien fortzusetzen. Aber sein Verkehr mit den thätigcren Genossen machte ihn der Polizei verdächtig und Ossip Zetkin gehörte zu den ersten Opfern des Leipziger Belagerungszustandes. Nach kurzem Versuch, eine andre Stätte seines Wirkens in Deusschland zu suchen, ging er nach Paris, und versuchte, durch Stnndengcbcn und literarische Arbeiten sich eine Existenz zu erkämpfen. Aber trotz seiner und seiner Frau— einer gleich begabten und gleich hingebenden Gc- nossin, die er in Leipzig kennen gelernt— eifrigen Bemühungen ge- lang ihni dies nur in unzulänglichem Maße, er mußte daS Elend des Exils schwer empfinden und schließlich unterlag er ihm. Ein schweres Rückcnmarkleidcn warf ihn vor 1'/- Jahren auf's Krankenlager, von dem er sich nicht mehr erholen sollte, bis ihn der Tod als Erlöser von seinen schweren Leiden befreite. Der„Sozialdemokrat" verliert in Ossip Zetkin einen treuen Freund und Mitarbeiter— das Kampforgan der deutschen Arbeiter war das einzige Blatt, das er während der letzrcn Wochen, da er noch Bewußtsein hatte, noch las.'Aber auch die Wiener„Gleichheit", die„Reue Zeit" und andere sozialistische Blätter' zählten O. Zetkin zu ihren geschätzten Mitarbeitern. Selbstlos wie nur Wenige, bescheiden bis zum Acnßerstcn, wollte Zetkin nie mehr sein als ein einfacher Soldat in Reih und Glied der großen Befrciiingsarmcc, stets bereit, den Anforderungen des Kampfes zu entsprechen. Das Proletariat aller Länder schuldet ihm ein dank- bares und ehrenvolles Andenken. Waruung. Der in Nr. 1 unter Magdeburg als D e n u n z i a n t mehrerer Genossen gekennzeichnete Schuh in a ch e r Hermann Behrens, gegenwärtig in B c r n b u r g(Anlialtl„beschäftigt", wird hiemit der besonderen Aufmerksamkeit der Genossen aller wärtS cmpsohlcn. Auf Wunsch hier nochnials sein Signalement an aufmlligercr Stelle. Statur mittelgroß: Haare und Schnurrbart blond: Rase stumpf; Mund gewöhnlich; Alter 04 Jahre. Behrens ist aus Eottbus gebürtig. Aufforderung. Ter Markthelfer Hcntschcl, früher inVolkmarsdorf, zur Zeit in Gcringswalde(Wahlkreis Leisnig- Döbeln). wird hierdurch ernstlich ersucht, alle seine Angelegenheiten in Volkmarsdorf schleunigst abzuwickeln, um iveitere Unannehmlichkeiten zu-verhüten. Briefkasten der Redaktion: Briefe?c. eingetroffen aus: Bunzlau, Dresden (Philo», St. Gallen, Gclscnkirchen(Iütläudcr». Gent, München, New- Bork»„Grs." St. sLcrd wünscht Ihre Adresscs», Paris(A. S.), Paris Ewige Leipziger Genossen sucheil den gegenwärtigen Aufenthalt eines gewissen..„. Knicth, Bchiffskapltan a./D., in thunlichftcr Bälde zu erfahren und bitten, Nachrichten an ims gc- langen zu lassen. �....__, Tie Expedition des„Soz»aldemokrat. �'in Zuschneider gesucht für Männcrcoufcktion von der E ooperativc-Torialiste»Boornitt in Gent. Parteigenossen mit ciitsvrcchcudcn Referenzen, Kennt- niß des Französischen, Flämischen(oder auch Plattdeutschen) wollen sich melden per Adresse: L o c a 1„V o o r u 5 t", Marchs au fil In Gent (Belgien.) Devtscher Verein„Eintracht" Zürich. Unser Vcreinslokal befindet sich jetzt am Ncumarkt S, 1. Etage, 2/1 Ter Vorstand. Aufruf. Der Uhrmacher Ernst Rudolf aus Dresden wird dringend ge- beten, uus seine Adresse umgehend hierher zu melden, um ihm>o i ch- tige Mittbeilungen in Familien- Angelegcuhetten zugängig machen zu können. E. Bernstein& Co. 114 Kentish Tovvn Koad London 17. W. Schnstm-NttMmß. S' M.»s. Bilder und Photographien. Triumph o 1 Order(Masscnerschicßmig der Kom- Mlinarden) PHotogr. Kabinct....... 1—— 80 Die Marseillaise(Von Gustav Dore) Pendant zu obigem............. Aug. Geib, Lithogr. W. Bracke.............. Ioh. Philipp Becker......... Diverse Photographien, Visit,(Marx, Lassalle, Geib, Bracke, Kayser, Weitling, I. PH. Becker, die gcheiittcn rnssi scheu Märtyrer: Solowieff, der Pi- stolenattcutätcr, und die Bombeiiatteiitäter Sophia Pcroivskaja, Schcljabow, Ryssakoff, Silchanow und Genossen) ä............. Marx, gr. Kabinet, PHotogr.(Original),.,. — do. Kabinet............. — do.„ Holzschnitt.......... D i c verurtheiltcn Ehicagocr Arbeiter- Führer(Spieß, Parsons und Genossen) Kabinet— 50— 40 1— — 50 — 50 — 25 — 25 1 25 — 40 — 25 — 60 — 40 — 40 — 20 — 20 1— — 25 — 20 4, Englische Schriftcn. A v e Ii n g, Edward and Eloonor Marx, the la- bour movement in America. Bebel, A., Womau in the past, present and future Translated by H. B. Adams-Walther.,,, B e 1 fo r t- B ax, E., The Religion of Socialism, bd. CapitalismonTrial. lu. 2 ä..,. Campbell, W. H. F., The Robbery of the Poor Cook, Ch. H. IV., The true Solution of the iabour questipn......... I> e v i 1 1 e, G., Genesis of Capital...... D o u a i, A., Better times......»<• Engels, Er., The Condition of the working-class in England in 1844........., —; The Laboux' Movement in Amerika.,.. Fair m au, F., Herbert Spencer on Socialism — Principles of Socialism made piain.,,, G r o n l ü n d, L a Qr e n c e, The Co-opcrative Commonwealth...........,,. — do. The Co-operative Commonwealth; chcap edition............... — Qa Ira! or Danton in the French Revolution, — Insufficicncy of Henry George's Theory... —- Socialism»r Taxreform. An answer to H. George George, Henry, Progress and Povcrty. ckith. — Social Problems.........., Hyndman, H. M., Socialism and Slavery,, The Social Ri'construction of England.,. — The Coming Revolution in England.... — The Historical Basis of Socialism in England. — and William Morris, A Summary of the Priitciples of Socialism Joynes,.1. L., The Socialist Catechism... L a s s a I I e, F e r d., The Working Man's Programme, translated hy E. Peters..... M a r x, K a r I, Capital, edited hy F. Engels.. — Wage-Labonr and Capital, translated by J. L. Joynes..... — and Fr. Engels, Manifest of the Communist Party............... S k e t c h 1 e y, J-. A Review of European Society Socialism and A u a r c h i s m...,., Sorg c, F. A., Socialism and the Workc'r,., Socialism madeplain,..,.. r Weydemeyer, Otto, Extracts from„the Capital" of Karl Marx 5. Französische Schriften. B r i s s a c, H., Vive la repuhliquo curopeenne! D e v i 11 e, Gabriel, Le Capital de Karl Mai 1 25 1— 6 50 6 25 — 25 1 50 — 80 — 10 — 30 6 25 5— — 15 1 25 5— 1 50 6 25 — 80 — 50 2__ 1 50 — 75 — 75 — 75 11 25 — 50 — 15 — 75 13— 5 5- — 20 1 20 — 65 — 10 5— 5— — 15 1— 1 26 5—■ — 25 — 46 1 50 1 20 — 60 — 60 — 60 9— — 40 — 15 — 60 10 50 — 90— 25 — 2-» 2 50 — 25 — 25 — 15 50 — 20 2— i — 20 — 20 — 15 — 80 40 2 40 10 Marx — L'anarchismc............— 10— — Cours d'econoraie sociale. L'evolution du capital, einq brochures: 1) genese du capital; formation du Proletariat; 3) Cooperation et manufacturc; 4) maehinisme et grande industrie; 5) fin du capital......— 60— 50 — Philosophie du Socialismo........— 25— 20 Dormo y, Jean, Rapports et Resolutions des congres ouvriers de 1876 ä 1883.....— 40— 35 Engels, Er., Socialisme utopique et socialismc seien- tifiquo...............— 60 45 G u e s d e, J u 1 e s, Services publies et socialisme— 30— 25 — Le collectivisme au College de France..,— 20— 20 — La loi des salaires et ses consequenccs.,.— 30— 25 — et Paul L a f a r g u e. Le Programme du parti ouvrier, son histoire, ses considerants, ses articlcs 1—— 80 Lafargue, Paul, Le droit ä la paresse...— 35— 30 __ Cours d'eeonomie sociale. Le materialisme eoo- nomique de K. Marx, trois brochures: 1) LTdea- lisme et le Materialisme dansl'histoire; 2) le Milieu natttrel: theorio darwinienne; 3) le Milieu arti- liciel: theorio de la bitte des classes....— 30— 25 — La religion du capital— 25— 20 L a s s a 1 1 e, F., capital et travail...... 2— l 60 P o 1 1 i e r, Eugene, Poesies d'Economie Sociale —■—„„ Sonnets— 10— 10 Privat, J., Une voix du peuple......—30— 25 Septieme congrcs national du Parti ouvrier tenu ä Roubaix.........— 10— 10 Sq.häffle, A, E., La quintessence du socialismc 1 50 1 20! Wo nicht anders angegeben, sind die in diesem Katalog verzeichneten Schriften broichürt. Lieferung erfolgt nur gegen Voraus b c z a H l u ii g. oder gegen Postilachiiahme. Wicdcrvcrkänfcr. erhalten Rabatl. 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