Abonnements •nkm beim Qetlag und bffint triasnten Agenten entgegengenommen, und>war zum »orau» zahlbare« Vterleljuhrlprei» don: Mt. für Deutschlanda>über haben wir hier nicht zu sprechen. Genug, man sieht, wie Recht lieenigen Sozialisten hatten, die zwar den Boulangismus bekämpften, cbc: sich hüteten, gemeinsame Sache mit Herrn Ferry und dessen hinters Licht geführten Bundesgenossen zu machen. — Weitere Beitritts-Erlärn»gen zum Internationalen Kongreß der Bereinigten Sozialisten sind, wie wir hören, ein- gegangen: Von der U n g a r l ä n d i s che n Arbeiterpartei, vertreten durch nnsern beivährten Genossen Leo Frankel. Von der Gruppe russische- Sozialdemokraten, vertreten durch P. Axelrod, Georg Plechanow und Vera S a s s u- litsch. In einem Artikel der Wiener.Gleichheit" über den Internationalen Kongreß lesen wir: „Wenn der Aufruf der Possibiliten mitthcilt, sie hätten B e i t r i t ts- Erklärungen aus O c st c r: e i ch erhalten, so muß das ans einem I r r t h u m, möglicher Weise eirnm geographischen, beruhen. Wir glau- bcn so ziemlich zu ivissen, was in der österreichischen Arbeiterpartei vor- geht, und erklären mit Bestimmtheit, daß unseres Wiffens kein Ver- ein, keine Gruppe und kein Parteigenosse eine Beitritts- Erklärung zu dem possibilistischcn Kongresse abgesendet hat. Nur die Mittheilniig von Namen kann ims vom Gegcntheil überzeugen." — Der Hauptvorstand der dänischen sozialdemokratischen Ar- beitcrpartci erklärt in einem vom 31. Mai datirten Rundschreiben, daß die dänische Partei beschlossen hat, keinen der beiden Kongreffc zu besuchen, unter der Begründung, daß„die Abhaltung von zwei intcr- nationalen Arbeiterkongressen unter den jetzigen Verhältnissen ein Un- glück ist für die Arbeiterbewegung und in hohen« Grade nachtheilig und entlnuthigeild für den Geist der Solidarität, der die Arbeiter allcr Nationcn an einander binden sollte." Die Unterzeichner meinen, zwei Kongresse tragen in sich zugleich den Keim»euer Uneinigkeit, neuer Un- Verträglichkeit für die Zukmift"....„Es ist mit Recht zu befürchten", heißt es iveiter,„daß der eine Kongreß Beschlüffe fasse, die denen, ivelchc oer anocre gcchgc yui, emgegen(icycn u�-oen.«paicr, wenn die Beschlüffe in's Leben geführt werdeil sollen, wird dies die Wirkung haben, daß die sozialistischen Parteien der verschiedenen Länder in we- lcntlichen Punkten einander entgegen arbeiten werden infolge der Stel- lung, die ihre Vertreter auf dem Kongresse eingenommen haben. Wir wollen nicht Theil nehmen an Handlungen, die uns in ein gespanntes Verhältniß zu denjenigen, die wir von Herzen als unsere Kampfgenossen ffir die Dnrchführnilg des Sozialismus betrachten wollen, bringen können." Wir theilen diese Befürchtung nicht, glauben vielmehr, daß das Neben- einandertagen der beiden Kongresse, so bedauerlich es an sich ist, dem Zweck, zu dem sie cinberufeii sind, nicht nothwcndigerweise zu schaden braucht. Ebensowenig braucht es die vorhandenen Gegensätze— die doch nicht von heute datiren— zu verschärfen, es kann»nd, hoffen wir, wird im Gegcntheil dazu führen, daß die Fehler, die diesmal das einige Zusammengehen aller verhindert, in Zukunft vermieden werden. Wenn es alsdann im Rundschreibe» weiter heißt: „Wir sind nicht im Stande, entscheidend in dem Sttcite zu urtheilen, der die Einberufung der zwei.Kongresse bewirkt hat, da wir nicht deut- lich zu sehen vermöge», welche Gründe die entscheidenden speziell zur Einberufung des zweiten Kongresses gewesen sind. Nur so viel glauben wir aussprechen zu können, daß nach den Einräumungen, die das Na- tionalkomite des sozialistischen Arbeiterbundes in Frankreich den For- derungen der Haagcr Konscrenz gegenüber gemacht hat, kein hinläng- licher Grund für die Abhaltung des später einberilfencn Kongresses uns vorzuliegen scheint" müssen wir darauf antworten, daß unsre dänischen Genossen über den Verlaus der Verhandlungen eben nicht gut unterrichtet sind. Die„Ein- räuliiungen" des Nqtionalkomitc's der Possibilisten, von denen sie sprechen, sind ihnen zwar, wie wir aus dem„Proletariat" vom 25. Mai ersehen, in einer Weise dargelegt worden, daß wirklich„nicht deut- lich zu sehen ist, welche Gründe die entscheidenden zur Einberufung des zweiten Kongresses gewesen sind", zur Zeit aber, als der zweite Kon- greß noch nicht einberufen war, lauteten sie ganz anders, wie aus dem offiziellen Berichte des„Proletariat" über die Sitzung des Nationalkomite's vom 14. März 188!) hervorgeht. In i-nn Sitzung wurde über die von V o l d e r s(Brüffcl) überbrachten Haagcr Beschlüffe verhandelt. Da sagt der— wir wiederholen— offizielle Bericht (siehe„Proletariat" vom 23. März):„.. „Auf den ersten Vorschlag(daß die Einladung von allen sozialisri- schen und Arbeiterorganisationen unterzeichnet werden soll) antwortet das Konnte, daß es bereit ist, für die Unterzeichnung der auf den Kon- greß bezüglichen offiziellen Dokumente sich einige Delegirte der Pariser Syndikatskammeril und Fachgruppen beizugeseUen."—(Da die grogc Mehrheit der Pariser Syndikatskaiilmern possibilistisch ist, das National- Komite der nichtpossibilistischen Syndikatskammern iv B o r d e a nx, das der sozialistischen Fedcration in Trotzes seinen Sitz hat, so hiesz das, wenn keine direkte Ablehnung, doch eine thatsächliche Ver- n einung des betreffenden Vorschlags der Haager Konferenz.) „... Das Komite kann den vierten Vorschlag, was die Prüfung der Mandate bettifft,(daß der Kongreß mit Bezug auf diese souverän entscheiden soll) nicht annehme». Nur die nationalen Angehörigen sind kompetent, nur sie können über die Korrektheit(smceritö) eines Mandats entscheiden. Die Prüfung der Alandatc wird daher. auger in Spezialfällen, von den einzelnen Nationalitäten bewirkt werden.<4)» dem vorhergehenden Satz, der von den Konzessionen an die>utter Zwangsgesetzen stehenden Ländern handelt, hatte es geheißen:„�as den dritten Vorschlag anbetrifft, so ist das Komite entschloffen, sehr regelmäßige und in der für die Delcgirtcn, wo die Arbeiter- und sozia- lisrischen Organisationen frei schalten, von ihm bereit sfc st ge- stellten Form ausgestellte Mandate zu verlangen, 2C. Zc.) Wir denken, das ist eine ganz unzweideutige Ablehnung des de- treffenden Haager Vorschlages und zugleich eine sehr ausgesprochene Erklärung, daß die Possibilisten ihr Londoner Mandat nicht aus die Einberufung und Einleitung des Kongresses beschränkten, sondern, genau wie das ParlamentarischeKomite es im No- vember vorigen Jahresget hau, demselben auch weiterhin ihre Bedingungen aufzuerlegen gedachte». Daraufhin, und da das Possibilistischc Komite es„auch für seine Pflicht hielt, den fünsten Bor- schlag(Souveränetät des Kongresses in Bezug auf die Tagesordnung) zu verwerfen", blieb den Anhängern der Haager Beschlüffe nichts übrig, als selbständig vorzugehen. Aber erst nach langem Zaudern und nachdem noch weitere Vermittel ungsversuche fehl- geschlagen, entschlossen sie sich dazu. Und inm plötzlich, als die Einladung schon erfolgt war, lesen wir zn unserer nicht ge- ringen Verwunderung im„Proletariat" vom 25. Mai, daß auf eine Anfrage der dänischen Genoffen einer der Sekretäre(so wörtlich) des Nationalkomite geantwortet habe, und das Komite dies cinstimmig billigt: „Die Prüfung und Gilttgkeit der Mandate findet im Prinzip(I) durch die Nationalitäten statt. In letzter Instanz können die Juter- esscnten oder ihre Freunde die Prüfung der für ungiltig erklärten Man- date dem Kongreß unterbreiten. In diesem Sinne ist das Zirkulär des Komite zu verstehen, welches von den„speziellen Fällen spricht, die dem Kongreß zu unterbreiten sind." Wir brauchen den Leser blos auf den Wortlaut der oben zitirtcn eigenen Protokolle des Nationalkoiiiite's zu verweisen, und er wird sich überzeugen, daß dasselbe in seinem Brief cm die Dänen sich selbst in's Gesicht schlägt. Das, was es da in die Worte von den „speziellen Fällen" hineinlegt, war es grade, was Volders im Namen der Haager Konferenz von ihm verlangte: die Anerkennung des Kongresses als letzte entscheidende Instanz. Und diese erklärte es damals„nicht annehmen zu können." Und wie mit diesem Punkt, machen es jetzt die Possibilisten auch mit den Andern. Desto besser, sagen wir, denn es ist die beste Rechtser- tigung der Haager Beschlüsse, die auch wir seinerzeit freudig begrüßt haben; und es ist zugleich die be st e Rechtfertigung desVor- gehens der auf dem Boden dieser Beschlüsse stehen- den Genossen. Das werden die dänischen Genossen, über den wahren Sachverhält auf- geklärt, jetzt wohl auch zugeben. — In der den Pariser Possibilisten befreundeten Presse wird hartnäckig die Behauptung aufgestellt, die Possibilisten hätten»och nie Sozialisten aus irgend einem ihrer früheren Kongreffc ausgeschlossen, das von ihren Gegnern ausgedrückte Verlangen, von vornherein gegen etwaige Ausschließuiigsgclüstc geschützt zu sein, entbehre daher jeder Be- rechtigung. Selbst wenn der Vordersatz richtig wäre, würde der Nachsatz falsch sein. Denn es ist ein in sich gerechtfertigtes Verlangen, gegen jede böswillige Chikane geschützt zu sein, nicht von der Gnade, dem guten Willen Anderer abhängig zu sein. Wir proklamiren bei jeder Ge- legenheit den Grundsatz: Recht, nicht Gunst, und nun soll er plötzlich eine überflüssige Formalität sein? Zudeni aber ist der Vordersatz durchaus unrichtig. In einem soeben in englischer Sprache erschienenen Flugblatt Ed. Bernsteins, in welchem derselbe die Unwahrheiten des vom Generalrath der Sozialdemokratischen Föderation herausgegebenen Manifestes widerlegt, heißt es mit Bezug auf diesen Punkt: „Aber die Behauptung, daß die Possibilisten nie von einem ihrer früheren Kongresse eine sozialistische Sektion ausgeschloffen hätten, und daß auch kein Titelchen eines Beweises beigebracht worden sei, daß sie diesnial dergleichen zu thun gedenken, ist entweder eine ver- bluffende absichtliche Unwahrheit oder ein Beweis, daß unsere Aittorcn von Dingen reden, über die sie sich in der glücklichsten Unwissenheit be- finden. Auf dem dritten Rcgionalkongrcß der Föderation des Zentrums (von Frankreich) im Mai 1882, hatten sie— die Possibilisten— erklärt, daß der Kongreß allen Sozialisten offen stehe. Als aber im Vertrauen auf diese Erklärung dreißig kollektivistische(sog. marxistische) Delegirte sich einfanden, wurden sie ohne Gnade und Erbarmen aus- geschlossen unter dem lächerlichen Vorwande, daß sie durch Annahme des Titels„Fcderation des Zentrunis" der possibilistischcn Federativ- Union(des Zentrums) eine unehrliche Konkurrenz gemacht hätten. Und als im Jahre 1887 ans die fortgesetzt wiederholte Behauptung hin, daß alle Sozialisten eingeladen seien, zwölf kollektivistische Delegirte auf dem achten Regionalkongreß erschienen, wurden sie niedergeschrien und nulßtcn den Kongreß verlassen, und eine Resolution wurde angenommen, daß „die Marxisten nie wieder auf einem Kongresse(der Födcrattv-Union) zugeiaffen Werve» Meu. uno noch vkffcr, als Ii» Juhre töüx das mit der Organisation des possibilistischei! Äcgionalkongrcsscs in Trohes beauftragte Lokalkomite diesesmal drohte, die ewige Phrase von der Zulassung aller Sozialisten zur Wahrheit zu machen, ließen die Possi- bilisten, wie wir gesehen haben, lieber ihren eigenen Kongreß im Stich, als zuzugeben, daß ihre prahlerische Behauptung ausgeführt werde*'). Nach alledem ist es nicht zu verwundern, daß die Kollektivistcn über- zeugt ivaren, daß die Possibilisten mit der Absicht umgingen, sie ans- zuschließen und den Kongreß für ihre eigenen Zwecke auszunutzen." lind noch einmal, sie hatten ein Recht zu verlangen, und jeder un- parteiische Sozialist war verpflichtet, sie dann zu unterstützen, daß vor- her Garantien gegeben waren, daß auch nicht Einer ihrer Dclcgirtcn dem Fraktionshaß zum Opfer fiel. — Tic Blamage soll also wirklich noch vergrößert werden. Da die Schiveizerischc Bundesregierung sich im Bewußtsein ihres guten Rechtes konsequent iveigert, dem Spitzel W o h l g e ni u t h die ver- langte„eklatante Genugthuung" zu geivähren, mit anderen Worten, sich vor einem auf Schleichwegen ertappten Hallnnken zu demüthigen, so droht Bismarck dunch den Mund seiner Reptilien mit allerhand Wegen- maßregeln— eine immer alberner wie die andere. So belfert die Berliner„Post": „Glaubt der Schweizer Bundesrath nicht in der Lage zu fein, lieber- griffe dieser kantonalen Beamten zu rektifiziren, ist der Bundesrath nicht willens oder nicht imstande, sich von der revolutionären Herrsäiaft der Sozialdemokratie zu emanzipiren, so kann unseres Erachtens Deutsch- land nichts anderes übrig bleiben, als einerseits Repressalien zu üben und andererseits selbst Maßregeln zu treffen, welche einen Damm gegen die dem Rcichsbestandc aus der Schweiz drohenden Gefahren bilden. Wir würden uns nicht wundern, wenn Schweizer Beamte auf deutschem Boden ebenfalls eingesperrt und ihnen ihre dienstlichen Papiere in Beschlag genommen und vorenthalten werden, wir würden uns nicht wundern, wenn Deutschland gegen die Schweiz eine �erschürfte Paßkontrole einftihrt, keine Reisebillete nach der Schweiz ohne Vorzeigung eines gütigen Reisepasses verabfolgt und den Grenzvcrkchr durch strenge Paßordnung, den Zollverkehr aber durch minutiöse Durchsuchung aller ans der Schweiz herrührenden Güter, P a ck c t e und Briefschaften überwacht. Es ist richtig, daß die deutsche Großmacht, ohne Schaden zu leiden, eine ganze Reihe von Langmuth auch einer kleinen Macht gegenüber zeigen kann, allein auch für die Geduld gibt es eine Grenze, inid diese ist durch das maßlose Verhalten der schweizer Organe längst überschritten." Ein anderes Reptil droht mit Abberufung des deutschen Gesandten von Bern, der berüchtigte Badische„Landesbote" sogar mit der„Theilung der Schweiz." Alles das ist dummes Zeug und kann und wird hoffentlich die Schweizer sehr kalt lassen. Die einzige dieser„Repressalien", die ernst- hast in Betracht käme, die Erschivcrung des G ü t c r v e r k e h r s an der Grenze, brauchten sie blos in gleicher Münze zurilckznzahlcn, und Niemand würde mehr darunter leiden als der deutsche Handel, dessen Export nach der Schweiz, wir wissen nicht wie viel inal größer ist als der der Schweiz nach Deutschland. Es wäre ein Schnitt ins eigene Fleisch,-ebenso albern wie die Handlungsweise des Bauern, der um den Nachbarn zu ärgern, über dessen Gnmdslück er täglich gehen muß, den Steg niederreißt, der einen zwischen seinem und des Nach- bars Grundstück fließenden Bach überbrückt. Was die'Abberufung des Herrn Kaulbars-Bülow von Bern anbetrifft, so werden sich die Schweizer dieselbe nicht mehr wie gern gefallen lassen. Aber— so schnell schießen auch die Preußen nicht. Das ganze Ge» polier hat nur den Zweck, den kläglichen Rückzug zu verdecken. Da aber Niemand eine lächerlichere Figur spielt als ein Poltron, dessen Drohungen Niemand ernst nimmt, so vermehrt jede derselben die Blamage der Berliner Spitzelhehler. So sehr diesen die Lektion zu gönnen ist, so sehr ist es zu beklagen, *) Noch mehr. Im Pariser Gemcindcrath, der bisher alle Arbeiter- kongrcssc subventionirt hatte, trat der Possibilffti Chabert gegen den Antrag ein, für den Kongreß von Troyes eine— übrigens gering- fügige— Summe zu bewilligen. daß durch solche und ähnliche Vorkommnisse der deutsche Name im Aus- land immer mehr m Mißkredit geräth. Das aber ist der Fluch aller Unterdrückungspolitik. Tie schafft nicht imr„Reichsfeinde" im Innern, sondern immer neue Feinde des Reichs im Auslände. — In der bürgerlich freisinnigen Schweizerischen Presse ertönt lebhaft der Ruf nach einer gesetzlichen Regelung des Asylrcchts. Das Asylrecht der polizistischen, bczw. adniinistra- tiven Willkür entzogen zu sehen, ist ein ganz gerechtfertigter Wunsch, aber regeln und regeln sind zweierlei, ans das Wie kommt es an. Sehr richtig bemerkt auf eine Notiz der demokratischen Basler„National- Zeitung", worin es heißt: „wenn in diesem viesetze der Fundamentalsatz aufgestellt wird, daß unser Land den politischen Flüchtlingen aller Nationen Asyl gewährt, wohlverstanden aber unter der Bedingung, daß fie sich ruhig verhalten, so wird ein solches Gesetz von dem schweizerischen Volke mit erdrückendem Mehr genehmigt werden", der Verner„Sozialdemokrat": „Es komnit natürlich darauf an, was man unter diesem„ruhig der- halten" versteht. Allein, da der„National-Ztg." unsere„Traditionen" in dieser Beziehung nicht genügen, so ist wohl anzunehmen, daß sie eine wesentliche Einschränkung der Freiheit der Ausländer meint, wohl gar absolute politische Passivität ihrem Heimathlandc gegenüber (versteht sich: nur für Oppositionelle). Unsere Tradition, bis in neuester Zeit der Bundesrath mit ihr gebrochen hat, war, daß in der Regel nur Gewalt versuche gegen die Heiniathliche Regierung zu Maßregelnngen Anlaß gaben, abgesehen natürlich von an sich gesetzlich strafbaren Hand- lungen. Sollen»vir nun das Asyl in ein Gefängniß verwandeln und die Gefangeuwärter der fremden Regierimgcn werden? Das wäre wenig besser als Büttel th um. Rein, unser Asylrecht besteht eben in dem Rechte, politisch verfolgte und unterdrückte Angehörige anderer Staaten bei uns als freie Männer wohnen und an unserer Freiheit Theil nchnien zulassen. Die Beschränkung ist die Ausnahme und darf sich daher nur auf die schwersten Fälle der Benutzung des Asyls zu Angriffen auf die heimische Regierung erstrecken. Uebrigens halten es alle zivilisirten Staaten so. Glaubt man denn, daß die deutsche Regierung schweizerische Staatsangehörige, welche von deutschem Boden aus wisern Bundesrath in Wort und Schrift angreifen würden, vielleicht in aristokratischem Sinne, irgendwie maßregeln, resp. ausweisen würde? Von England, von Amerika und Frankreich wollen wir nur gar nicht sprechen. Sollen wir denn mit aller Gewalt für den politischen Flüchtling das unfreieste Land auf Gottes Erdboden werden? Und soll man denn die unkluge Politik, ohne Roth, ja zuvorkommend, imnier weiter zu schreiten auf der Bahn der Anpassung an den reaktiv- nären Geist der heutigen Nachbarrcgiernngcn, stets fortsetzen? Wohin sie führt, unsere ängstliche politische Polizeiwirthschaft, davon haben wir ja heute ein Beispiel, das uns wohl endlich eines Bessern belehren dürfte." Das meinen wir auch. Uebrigens gegen„ein Asylrecht", das den politischen Flüchtlingen einen stärkeren Knebel anlegt als selbst der des betr. Hcimathlandes, dürften auch die reaktionärsten Machthaher nichts einwenden. Außer wenn es sie einmal trifft. — Aller guten Dinge sind drei. Als wir in voriger Nummer unsere Notiz über die Angriffe der Reptilpresse wider die beiden Mit- «lieber der Kaiserdeputation der Bergleute, Bunte und Schröder, mit den Worten schloffen:„wir bedauern nur, daß der dritte so ganz leer ausgegangen," da ahnten wir nicht, daß dieser ebenfalls sein Theil schon weg hatte. Ihm konnte man freilich weder nachsagen, er sei einmal„Umstürzler" gewesen, noch daß er zur Zeit umstürz- lerisch thätig sei. Er war der Gemäßigtste der Gemäßigten gewesen und hatte s. Zt. seinen ganzen Einfluß dafür aufgeboten, daß die Strei- kcndcn sich zu einem Vergleich mit den Unternehmern bereit zeigten. Wohlan, diesem Dritten nun— sein Name ist Siegel— machen sie es so, daß man von ihm sagen kann: er wird sei»— natürlich„Umstürzler". Man lese nur folgende, von ihm in der Dortmunder„Tre- monia" veröffentlichte Erklärung: „Als ich gestern Morgen zur Zeche Zollern bei Marten ging, um die Arbeit wieder anfzunchmen, wurde ich vom Marken-Kontroleur zum Betricbsführcr Thüner geschickt, um mich dort zu melden. Derselbe sagte mir, daß in der Kaue von der Direktion angeschlagen sei, daß der, welcher bis zum 30. Mai die'Arbeit nicht wieder ausgenommen habe, seine Ablehr erhalte. Ich sei nicht am 30. Mai angefahren, folg- lich könne ich gleich meine Abkehr mitnehmen. Meine Einwendung, daß am 30. Mai, dem Himmclfahrtstage, überhaupt nicht angefahren sei und ich auch an diesem Tage nicht hätte anfahren können, blieb fruchtlos. Ich bin also ohne mein Verschulden gemaßregelt. Wie mir, ist es schon am Montag auf Zeche Zollcrn den drei Depu- tirtcn der Belegschaft und anderen Lkaincraden ergangen. Es genügt, dieses Verfahren zunächst der Ocffcntlichkeit zu übergeben, damit die- selbe bcurtheilen kann, was auf die Versprechungen unserer Zechcn-Vcr- waltungen zu geben ist. Alles iveitcre wird sich finden. Dorstfeld, ben l. Juni. Aug. Siege l." Die Direktion der Zeche Zollern— welch ominöser Name— hat natürlich diese infame Maßregelung, die in der Praxis auf A e ch t u n g hinausläuft— zu entschuldigen versucht, es ist ihr das aber so schlecht gelungen, daß sogar die„Kölnische Zeitung" sich davon„peinlich" berührt fühlte. Das wird freilich dem armen Siegel nicht viel helfen, aber die Augen öffnen wird's ihm und noch manchem Andern. — lieber den Bcllamy'schcn Zukunftsroman„Looking Back- ward"(Ein Rückblick), der bei seinem Erscheinen selbst in gut sozialistischen Kreisen etwas überschwänglich gepriesen wurde, veröffcnt- lichte die Stuttgarter„Neue Zeit" jüngst eine ausführliche Kritik, in der zwar die guten Seiten des Romans, die Klarheit und Kraft der Sprache, die oft vortrefflichen Bilder und überzeugenden Argumente, an- erkannt, zugleich aber auch die großen Fehler des Buches dargelegt wurden, die vor Allem dem Bestreben zuzuschreiben sind, den Sozialisnms dem bürgerlichen Philister mundgerecht zu machen, ihm den Eharaktcr einer Klassenbewegung zu nehmen. Daß dieses Urtheil in keiner Weise ungerechtfertigt, zeigt sich recht deutlich an und in den von Freunden und Verehrern Bellamy's in verschiedenen Städten der Ver- einigten Staaten gegründeten„Nationalisten-Klubs". Alle diese Klubs zeichnen sich dadurch aus, daß während das, was sie anstreben, Sozialis- mus reinsten Wassers ist, sie in ihren Kundgebungen dieses Wort auf's Peinlichste vermeiden. Sehr richtig bezeichnet die„New-Jorker Volks- Zeitung" dieses Versteckspielen als eine Schwäche der von Bellamy in's Leben gerufenen Bewegung. „Die gewaltige soziale Umwälzung", schreibt sie,„läßt sich nicht unter falscher Flagge einschmuggeln. Die amerikanische Gesellschaft mag in mancherlei Hinsicht ungebildet oder oberflächlich sein, so dumm ist sie ober nicht, daß sie nicht schließlich merken sollte, daß als Herr Bellamy noch in den Windeln lag, es einen gewissen Karl Marx und ver- schiedcne Andere gegeben hat, ohne deren Schriften„Dnaking Back- "vvard" nie das Licht des Tages erblickt hätte, und daß, was Jene ge- leistet, nichts„Anderes ist, als Sozialismus". Ebenso unzweifelhaft ist es, daß eine sozialistische Bewegung sich nicht im Parlor(Besuchszimmer) abspielen kann. Sie muß Klassensachc der Arheiter sein, oder garnicht sein. „Dieses verschämte, unaufrichtige, krankhaft exklusive Element in der Nationalistischen Bcivegung, diese krampfhafte Anstrengung, den Sozialis- nius partout„respektabel" zu machen, bildet, wie gesagt, die Achillesferse der neuen Organisation." Die Frage, ob die Bewegung in Folge dieses Fehlers sich als todt- geborenes Kind erweisen werde, beantwortet unser Brnderorgan wie folgt: „Dies hängt von der ihr innewohnenden Kraft ab. Besitzen in ihren Rethen die klardenkenden, bewußten Elemente das llebergcwicht über die verschwommenen,„gefühlssozialistischen", so wird die ncueOrgani- sation die obengcschilderte„Kinderkrankheit" überleben. Ja, dieselbe kann ihr noch zu Gute konimcn. Durch Vermeidung des Wortes Sozialis- snus können nämlich gebildete Proletarier, welche vor der Hnngerpcitsche chrer Ausbeuter noch weit mehr zittern, als die Handarbeiter, heran- gezogen werden. Und was den„Salon-Charakter" der Bewegung anbe- trifft, so dürfen wir nicht vergessen, daß im eingeborenen Volke dieses Landes ein gut Stück Autoritätsglauben und Bauchkriecherei vor„Pro- wincnzm" steckt. Wer weiß, ob die amerikanischen Arbeiter den Sozialis- mus nicht leichter verdauen, wenn er ihnen als„ur-amerikanisches" Produkt von„respektablen Citizens" vorgesetzt wird? „Wir wiederholen es: die Zukunft der„nationalistischen" Bewegung hängt von der ihr innewohnenden Kraft ab. Ist sie nur eine neue „Bostou craze", eine momentane Starren-Aufwallung einiger gutherziger Herren und Damen der„Gesellschaft", dann wird sie spurlos verrauchen und verschwinden, wie irgend ein anderes zerbrechliches Spielzeug der Satten, Müssigen und Gelangweiltcn. Entspringt aher die Bewegung einer echten, heißen Liebe zur Menschheit und Gerechtigkeit, beruht sie auf klarem Verständniß der herrschenden sozialen Uebel und der Ahhilf- mittel gegen dieselben, so werden schon die Gegner der Bewegung sie sehr bald zwingen, mit offenem Visir aufzutreten, aus dem„Parlor" in die Werkstatt, auf die Straße hinaus zu treten." So die„Volkszeitnng". Für den Fernstehenden ist es natürlich schwer, sich ein Urtheil zu bilden, denn was sich anderwärts vollzogen, kann nicht auf ein Land angewendet werden, wo die entsprechenden Vor- bedingungen nicht oder nur theilweise erfüllt sind. In Europa haben ähnliche Gebilde wie diese Nationalistenklubs in der Regel damit geendet, daß sie einige wenige tüchtige übcrzcugungstreue Elemente an die Arbeiterbewegung abgaben, während die Masse sich wieder an die alten bürgerlichen Parten anschloß, oder sich einer neuen Lieb- haberci zuwandte. Sinn hat aber Amerika zur Zeit keine ernsthast ins Gewicht fallende größere politische Arbeiterbewegung, von welcher diese Absorbirungsfnnktion zu erwarten wäre; die sozialistische Arbeiterpartei übt als eine hauptsächlich aus Ausländern zusammengesetzte Organisation leider eine noch zu geringe Anziehungskraft auf Amerikaner aus, es ist daher sehr wohl möglich, daß die„Nationalisten-Klubs" ein verhält- mäßig langes Dasein führen. Verhältnißmäßig— denn über eine gewisse Dauer gibt es kein Jdhll. Wie die„Volkszeitnng" weiter mittheilt, hat die Bewegung auch schon ein Organ, eine Monatsschrift,„The Nationalist", die in Boston erscheint. — Ein alter Bekannter. Wir lesen im Berl.„Volksblatt" vom 4. Juni:„Die vorzeittge Hundstagshitze macht sich in der Redaktton der„Kreuzztg." bemerklich, wie nachfolgender Erguß belveist, der dem gestrigen Abcndblatte der Patronin aller Nicht- Gentlemen entnom- mcn ist: „Berlin, 3. Juni. Von einer durchaus unterrichteten Seite geht uns die Mittheilung zu, daß die deutsche sozialdemokratische Reichstagsfraktion für Frankreich ein eigenes Preß- Bureau organisirt hat. Es ist unserseits mehrfach darauf hingewiesen worden, daß am 14. Juli in Paris zwei„internationale" Konkurrenz- Arbeiterkongresse eröffnet werden sollen, auf denen die„Possibilisten" unter Brousse und Joffrin zwar die Mehrzahl der französischen Arbeiter- Organisationen und der fremden Nationen auf ihrer Seite haben werden, die„Marxisten" dagegen unter GueSde und Lefargue durch die über- große Anzahl ihrer deutschen Gesinnungsgenossen zu imponiren gc- denken. In Deutschland, Oesterreich und der Schweiz ist man daher dabei, für die Zlbsendnng einer großen Schaar Delegirter zu sorgen. Die im Berliner Rathhause beantragte„Arbeiterdeputation" sollte ja auch nur die Zahl der Pariser Kongreßtheilnehmer vermehren. Ferner werden in Deutschland alle größeren Gewerkschaften, deren Zahl etwa auf 15 zu berechnen ist, Delegirtc absenden. Die Berliner Metallarbeiter und die Töpfer Teutschlands ldicse den ftüheren Regierungs-Banmeistcr Keßler, der nach seinem Ausschluß aus dem Verband der Maurer zu den Töpfern übergegangen ist), haben bereits ihre Vertreter bestimmt, ebenso mehrere Wahlkreise und die„Frattion" insonderheit die Abgeordneten Bebel und Liebknecht. Nach diese» Vorbcreittmgen zu schließen, dürften von Deutsch- land allein vierzig bis fünfzig Delegirte in Paris eintreffen, zu denen sich fünfzehn bis zwanzig Dentschösterreicher und Deuschschweizer gesellen Iverdcn.— Diese Schaar völlig ergebener Anhänger soll es nun den Herren Bebel und Liebknecht ermöglichen, sich in Paris zu Herren der Situation zu machen, und womöglich durch ihr llebergcwicht die ftind- lichen„Possibilisten" zu einer Pereinigung mit dem Kongreß der „Marxisten" zu zwingen. Auch den Vertretern der übrigen Länder hofft man durch diese stattliche Zahl zu imponiren. Bor allem aber gilt es nun, die öffentliche Meinung in Paris unter den Arbeiter- und klein- bürgerlichen Kreisen für die Person des Dioskurenpaares Bebel-Liebknccht zu gewinnen, zumal man sich bisher in Paris den beabsichtigten Arbeiter- kongresseii völlig ablehnend gegenüber gezeigt hat. Zu diesem Zweck eben ist das erwähnte Preßbnreau geschaffen worden. Schon bei der Besprechung des Falles Wohlgemuth fanden wir in einer Anzahl der kleineren, aber von den unteren Klassen um so mehr gelesenen Blätter Artikel, welche in ziemlicher llebereinstimmung den Abgeordneten Liebknecht und dessen nächste Parteifreunde als die Helden hinstellten, welche dem Regime des„eisernen Kanzlers" diese Niederlage und Blamage eingebracht hatten. Am ausfälligsten aber arbeitete man nach der letzten Rede Bebels bei der dritten Lesung des Altcrs-Vcrsichernngs- Gesetzes. Es liegen uns sechs Pariser Blätter(aber kcincstvegs sozia- listische) vor, in denen längere Stellen aus der Bcbel'schen Rede wieder- gegeben sind. Daß ein französischer Journalist sich nicht die Blühe gibt, denffche Reichstagsredcn, mit Ausnahme derjenigen des Reichs- kanzlers, auch nur in einzelnen Theilen zu übersetzen, bedarf keines näheren Beweises. Besonders fruktifizirt wurden begreiflicher Weise die Stelle», in denen Bebel die ftanzösische Revolution als den„Ans- gangspunkt der modernen Zivilisation" verherrlichte. Man wird daher gut thnn, in Zukunft die sozialdemokratischen Reden von der Tribüne des Reichstags nicht nur als Agitationsrcdcn an die deutschen Wähler- masscn, sondern auch an das deutschfeindliche Ausland zu bewachten. Die gleiche eingehende Behandlung widmen dieselben Pariser Blätter der Debatte in der Berliner Stadtverordncten-Persammlnng, betreffs Ab- sendung der„Arbeiter-Depntation" nach Paris.— Offenbar will man durch diese Bearbeittmg der Pariser Presse die deutschen Sozialdemokraten als die wahren Franzosenfreunde erscheinen lassen, denen alsdann wohl auch die verdiente Huldigung an der Seine werden wird." Wir haben das Machwerk vollständig abgedruckt, weil es so recht zeigt, wie die Polizei wider den verhaßten Internationalen Kongreß arbeitet, der mit Gewalt bei den Arbeitern verdächttgt werden soll. Ist es auch— das„Volksblatt" hat darin durchaus Recht— Blödsinn, so hat es doch Methode, und wir brauchen nicht weit zu suchen, um den Verfasser der obigen Denunziation ausfindig zu machen. Stil und Inhalt verrathen ihn zur Genüge. Ihr Urheber ist der bekannte Heinrich Obcrwindcr, der nachdem er jahrelang in Paris herum- gespitzelt, nun, nachdem ihm durch die von uns erfolgte Brand- marknng das Handwerk gelegt ist, offen in den Hafen der S t ö ck e r e i und P u t t k a m c r e i gesegelt ist. So ist er endlich an seinem Platz— ftt der Herberge aller Lumpen. — Brave Patrioten. Aus Hamburg wird der„Frankfurter Zeitung" geschrieben: „Der vor einiger Zeit vielfach besprochene und damals angeblich nicht ernstlich gemeinte Vorschlag,„Chinesen als Arbeiter" nach Deutschland zu bringen, ist nunmehr hier in Hamburg doch praktisch befolgt worden, indem die Deutsche Dampf- schiffs-Rhcderei zu Hamburg Chinesen zuerst nach Eng- land und von dort nach hier hat bringen lassen, die sie bis jetzt auf drei ihrer Schiffe als Feuerleute und Kohlentrimmer angestellt hat. Zuerst wurden von der„Frigga", welche am 25. Mai hier eingetroffen ist, am 26. desselben Monats die deutschen Feuerleutc und Trimmer abgemustert. Am 1. Juni erhielten die Leute Entlassungsscheine, auf denen denselben bezeugt wurde, daß sie in Bezug auf Fleiß, Nüchtern- hcit und Fähigkeiten das Prädikat„s ehr gut" verdient hätten. Als Grund für die Entlassung ist in den Scheinen wörtlich angegeben „DaS Schiff wird mit Chinesen besetzt." Außer diesem Schiffe sind jedoch schon die„Jphigcnia" und die„Elektra" mit Chinesen bc- fetzt worden. Auf letztgenanntem Schiffe waren die Hamburger Feuer- leute noch bis zum Morgen der Anmusterung beschäftigt und wurden dann Plötzlich entlassen. Weshalb die Rhederci sich zu einem solchen Vorgehen veranlaßt gesehen, ist bis jetzt von derselben nicht bekannt gemacht worden. Die„Hamb. Nachr." hatten allerdings eine Notiz in ihrem Tagesbericht, in welcher durch einen Berichterstatter mitgctheilt wurde,„daß die angekommenen Chinesen von der„Capella" nur mit auf hier gebracht worden wären, weil der Kapitän in China Mangel an Feucrlenten gehabt hätte." Allein dies erklärt weder die große Zahl der nach hier gebrachten Leute, noch deren Verwendung auf anderen. Schiffen. Viel wahrscheinlicher klingt die hier viel verbreitete Ansicht, daß die Maßregel gegen dieBestrebungen der beut- scheu Fenerleute, lhre wirklich sehr niedrigen Löhne zu verbessern, gerichtet ist. Einen ähnlichen Versuch soll übrigens die Firma„Akticn-Gesellschaft Woernianu" schon vor einiger Zeit ge- macht haben, indem sie fiir den Dampfer„Anna Wocrmann" Neger als Feuerleutc engagirte und die Hälfte der deutschen Feuerleutc und Trimmer entließ. Herr Woermann erklärte, als man ihm dieses Vor- gehen von Seiten der Leute vorhielt, daß ihm von diesem Porgehcn nichts bekannt gewesen sei und daß daher fein Maschiuen-Meister die Aenderung auf eigene Hand getroffen haben müsse. Ob er aber eine Aenderung verfügte, ist nicht bekannt geworden. Man erwartef dem- nächst eine Erklärung von Seiten der„Deutschen Dampfschiffs-Rhedcrei- Aktien-Gesellschaft" in der zuerst mitgctheilten Chinesen-Angelcgenheit� die viel Staub unter den Arbeitern aufwirbelt." Diese wird wohl auf" h warten lassen, und wenn sie wirklich er- folgt, wird sie die wahren Gründe der Einstellung der Chinesen hinter allerhand Ausflüchten zu verdecken suchen. Niemand wird sich aber dadurch täuschen lassen. Zu offenkundig ist es, daß lediglich der Profit die biederen Herren leitete, die eignen Landsleute außer Brod zu setzen und Chinesen, bezw. Neger einzustellen. Auf Festen, bei Wahlen, bei Pctteleien um staatliche Per- giinstignngen, da wissen sie von ihrer nationalen Gesinnung, von ihrer heißen Liebe zum deutschen Vaterland nicht genug Wesens zu machen.„Deutschland, Deutschland über alles" heißt es da; sobald es sich aber um ihren Geldbeutel handelt, sobald die Möglichkeit gegeben ist, den Arbeitslohn h c r a b z n d r ü ck e n, da kennen die Herren kein Vaterland, da werfen sie gefühllos den„deutschen B r n d e r" aufs Pflaster— mag er verhungern,— was kümmerts sie? Der Chinese schafft billiger und— ivas auch schwer ins Gewicht fällt— er hat als Ausländer weniger Rückhalt für feine Beschwerden, man braucht auf ihn keinerlei Rücksicht zu nehmen! Run, die Hamburger Arbeiterschaft wird bei den nächsten Wahlen den Herren, insbesondere Herrn W ö r m a n n, die passende Antwort auf dieses Attentat auf das deutsche Proletariat crtheilen. —„Es hat alles seine Ursach'." In der sehr loyalen„W c r k- m e i st c r- Z e i t u n g", dem in Düsseldorf erscheinenden Organ des deutschen Werkmeister Verbandes, lesen wir: „lieber das deutsche Jnnungswcfen find noch vielfach falsche Anschauungen verbreitet. Nach dem vom Biliidcspräsidcntcn der Innungen erstatteten Berichte bestehen im deutschen Reiche 782 Innungen mit 0000 Mitgliedern. Diese beschäftigen in Summa 15000 Lehrlinge und Gehülfen. Im Verhältniß zu dem von den Innungen ausgehenden Lärm sind diese Zahlen sehr bescheiden zu nennen, und mau muß sich in der That wundern, daß auf die Wünsche von nur 0000 Handwerks- meistern so unendlich viel Werth gelegt wird, während die Wünsche der >5000 industriellen Werkmeister an derselben Stelle unbeachtet liegen bleiben." Was das für Wünsche sind, wissen wir nicht, aber warum man in Berlin den 15000 Werkmeistern die 9000 Jnnungsmeistcr vorzieht, das ist doch sehr einleuchtend. Die Letzteren sind eben meistens keine Werk mcister. — Gerechtigkeit. Den Tagcsblättcrn entnimmt die Wiener„Gleich- hcit" folgenden, die moderne Gcrechtigkeitspflege charakterisirendcn B e- richt aus dem Schwurgerichtssaalc: Vor dem Schwurgerichte unter Vorsitz des Landesgerichts-Vizepräst- deuten Grafen Lamczan fand gestern eine Verhandlung statt, welche durch einen epileptischen Anfall der Angeklagten eine sensationelle Unter- brechung erlitt. Die Angeklagte, eine 22jährige hübsche Blondine, na- mens Aloisia Mosler, welche sich gegen die durch St.-A.-S. Zcisbergcr erhobene Anklage wegen Diebstahls zu verantworten hatte, wurde, weil sie an Epilepsie leidet, von einer älteren Frauensperson in Sträflings- klcidern in den Saal geleitet und außerdem folgte einer der Haus- ärzte, Ivelcher abseits auf einem Zciigenscsscl Platz nahm. Während der Verlesung der Anklageschrift bekam die Angeklagte einen heftigen epileptischen'Anfall. Der Arzt erhob sich und machte dem Gerichtshof ein Zeichen. Der Körper der Angeklagten begann zu zucken und leise Schreie entrangen sich stoßweise ihrer Brust. Arzt und Begleiterin ergriffen das Mädchen an beiden Armen, das nun, laute Schreie ausstoßend und den Kopf konvulsivisch hin und her schleudernd, aus dem Saale gebracht wiirdc� Durch die offene Tyüre des Saales konnte man noch sehen, wie das Mädchen, trotzdem es festgehalten war, zusammenbrach. Die Thür schloß sich, aber die krampfhaft ansgestoßcncn Schreie der Angeklagten schallten selbst ans der jenseits des Korridors befindlichen Zelle in den Gerichtssaal. Erst nachdem diese Schreie nachließen, konnte die Anklage zu Ende gelesen werden. Die Verhandlung wurde nun in A b w e s e nch e i t der A n g e-> klagten durchgeführt. Die Angeklagte wurde zu achtzehn Monaten schweren Kerkers verurthcilt. Dazu bemerkt unser Brnderorgan: Statt vor den A r z t— vor den R i ch t e r; statt in das K r an k e n- Hans in den— Kerker! Natürlich! Der verletzte, durch ein sieches Mädchen verletzte Eigcnthnmsbegriff ruft nach Sühne. Diese Sühne muß geboten werden. Was bedeutet da die Erwägung, daß ein elendes, schwaches, mit unheilbarer Krankheit behaftetes Menschenkind im brutalen Ellbogcnkampfe um die Existenz nothwendig erliegen und straucheln muß. Ein juristischer Begriff will sein Recht, und erbar- mungslos bringt man das verkörperte Elend vor den Richterstnhl. Man darf sich dann nicht wundern, wenn von jeder menschlich fühlenden Brust eine Gesellschaft verurthcilt wird, die ihre eigenen Sünden an anderen Opfern hestrast, und welche Entsagung und H c r o i s- m u s fordert, aber widerstandslose Krüppel und Schwächlinge zeugt und zieht. Freilich tiat zustitia, xvreat irrnudus! Es soll auch unser Kampfruf sein!" Diese sehr berechtigte Kritik eines schmachvollen Attentats auf das Recht und den gesunden Menschenverstand wurde, mit Ausnahme des Schlußsatzes, von der Polizei konfi szirt, im Jiitcrcsse der„öffcnt- lichen Ordnun g." Fiat ordo, pereat justitia! — Klasscujnstiz in Italien. Wir haben seinerzeit übersehen, der haarsträubenden Verurtheilung des sozialistischen Abgeordneten Andrea Costa zu drei Jahren Gefängniß wegen„Wider- setzlichkeit gegen die öffentliche Gewalt" zu erwähnen, die darin be- standen haben sollte, daß Costa, als am 20. Dezember 1888 die römische Polizei eine friedliche Demonstration in völlig ungesetzlicher Weise aus- einander zu treiben suchte, in seiner Eigenschaft als Abgeordneter den Gensdarmen entgegentrat und sie von Gewaltthätigkeiten zurückzuhalten suchte. Dieses infame Klasscnurtheil ist jetzt vom AppeUatiousgericht bestätigt worden, und so ist der mnthigc Vertreter des Sozialis- mus im römischen Parlament, der den Machthaber» so manche bittere Wahrheit zu hören gegeben, auf drei Jahre unschädlich gemacht— Dank einer liebedienerischen Justiz. Jndcß es gibt noch einen Gerichtshof, der sein Ilrtheil über diese Angelegenheit zu sprechen hat, und das ist das V o l k, in erster Linie die Wähler Costa's. Warten wir ab, was diese zu dem Gewalt- streich gegen ihren Vertreter sagen werden. — Es wankt! Im Londoner TradeS-Conncil(Zcntralverband der Londoner Fachvereine) ist bei der Neuwahl des Sekretärs zwar Herr S h i p t o n wiedergewählt worden, aber nicht wie bisher einstimmig, sondern gegen eine Minorität von 15 Stimmen, die auf das Mitglied Powell entfiel. — Eine zeitgemäße RemiuiSzcnz finden wir im Berliner„Volks- blatt."„Angesichts der leider immer noch vorhandenen Möglichkeit," schreibt es, fdaß zwei Arbeiterkongrcssc nebeneinander in Paris tagen werden, möchten wir an die Schlußworte des Aufrufs„An das deutsche Volk und die Sozialdemokraten Deutschlands" erinnern, den iniJSep- tember 1870, also direkt nach Sedan, die Vertreter der französischen Arbeitergescllschaftcn erließen. Diese Schlußworte lauten:„Sozial- demokratcn Deutschlands, die Ihr vor der Kriegserklärung gleich uns zu Gunsten des Friedens protestirt habt! Tic Sozialdemokraten Frankreichs sind sicher, daß Ihr mit ihnen an der Beseitigung des internationalen Hasses arbeitet, an der allgemcimhi Entwaffnung und der allgemeinen Harmonie." Unterschrieben war dieser Aufruf von: Bcslay, Blisner, Lachruch, Camclinat, Ch. L. Chassin, Chemale, Dupas, Herpe, Lcndeck, Lcvendays, Lonquet, Marchand, Perrachon, Tolain, Äaillant.— Hoffen wir, da ff der Geist der internationalen Brüderlich- Icit der ans den Worten dieses Aufrufs spricht, auch die Adgeordnetcn des diesjährigen Kongresses leitet und der Welt nicht das Schauspiel gedoteu ivird, daff 2b Jahre nach der Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation zwei Arbeitcrwcltkongresse nebeneinander tagen." Das wünschen auch wir. Doch sei es uns gestattet, auf die That- sdche hinzuweisen, daff merkwürdigerweise diejenigen der noch leben- den Unterzeichner des obigen Aufrufs, die überhaupt noch als Sozia- listen thätig sind— C a m e l i n a t, L o n g u c t, V a i l l a n t— sich dem Siongrcff der Vereinigten Sozialisten augeschlosscn haben. Longnet und Vaillant haben den Aufruf unterzeichnet, und Canielinat ist Mitglied der sozialistischen Gruppe in der Dcputirtcnkannner, in deren Namen Ferroul und Planteau den Aufruf unterzeichnet haben. — Tiefer hängen! Der Pariser„Temps," das Hauptorgan der französischen Opportun! st c n, der von jeher mit den Possibilisteu ans gutem Fuße stand, veröffentlicht in seiner Nummer vom 11. Juni einen Artikel über die beiden internationalen Arbeiterkongrcssc und am Schlüsse desselben den Wortlaut einer ihm zum Zweck der Veröffent- lichung von dem Possibilisteu I. Joffrin gelieferten Erklärung, die zu charakteristisch ist, als daff wir sie unfern Lesern vorenthalten sollten. Herr Joffrin sagt, nachdem er die durch nichts bewiesene, absolut aus der Luft gegriffene Behauptung aufgestellt, daff der „Deutsche(!) Engels der ivahre Anstifter des marxistischen Kongresses" sei: „Bevor ich weiter gehe, bemerke ich, daß die Unterzeichner des(Em- ladungs-) Manifestes nur eine Gcsammtheit von Persönlichkeiten bilden, und daß diese letzteren keinen Anspruch darauf erheben können, die deutschen, englischen, italienischen, holländischen:c. sozialistischen Arbeiter zu vertreten." Das ist denn doch ziemlich starker Taback. Ein Domela Nieuwen- huis, die deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten, die nicht nur hunderttausende sozialistischer Wähler hinter sich haben, sondern auch auf allen Parteikongrcssen einstimmig mit der Führung der Partei- gcschäftc beauftragt wurden, haben„keinen Anspruch darauf," die sozia- Wischen Arbeiter ihres Landes zu vertreten!" Die Behauptung ist zu lächerlich, um einer Widerlegung zu bedürfen, wir nageln sie hier nur an, und namentlich deshalb, weil sie hier zum ersten Nlal öf feilt- l i ch aufgestellt wird, nachdem sie lange genug privatim kolportirt worden war. Das ist ja überhaupt der Unterschied zwischen uns und der Gegenseite. Wir haben unsere Beschwerden offen und ehrlich aus- gesprochen, sie aber sind jeder bestimmten Erklärung ausgewichen und haben dafür desto mehr— sagen wir des rechte Wort— den Klatsch betrieben. Hören wir weiter: „Warum haben die Marxisten nicht zugestimmt, mit uns zu gehen'? Sie haben uns ihre Motwc nicht verheimlicht. Es geschah dies, sagen sie, weil die Possibilisteu sich, indem sie die Republik gegen Boulanger vcrthcidigen wollten, verbürgerlicht haben." Jeder weiß, und vor allen Dingen Herr Joffrin weiß, daff das nicht wahr ist. Trotz der unsozialistischen Taktik der Possibilisteu in der Frage Boulanger haben die„Marxisten" alles Mögliche gethan, mit den Possibilisten zu einer Verständigung zu kommen, und diese ist ledig- kich an der Weigerung der Possibilisten gescheitert, dem Kongreß seine Souveränität in seinen inneren Angelegenheiten zuzugestehen. Ilber es kommt noch besser. „Diese braven Marxisten," fährt Herr Joffrin fort,„die, um in d c n R e i ch s t a g z u g c l a n g c n, sich nicht scheuten, ein B ü n d n i ff ni i t d c n K l e r i k a l e n einzugehen, behaupten, daff wir keine Sozialisten mehr sind, weil wir Antibonlangistcn sind! Wahr- haftig, die Sache wäre höchst amüsant, wenn sie nicht der Sache., des Sozialismus schadete!" Unsere Leser haben hier ein Pröbchcn von der anständigen Kampfes- weise der Possibilfften. Kann man die Dinge mehr verdrehen, wie es hier Herr Joffrin in dem Bourgcoisieblatt thut? Kew Mensch, am wenigsten die deutschen Sozialisten, hatte es für unsozialistisch erklärt, Autiboulangist zu sein. Es wird hier ein unehrliches Spiel mit Worten getrieben. Ob ich den Boulangismus bekämpfe, oder ob tch unter dem Vorwand, den Boulangismus zu bekämpfen, die Geschäfte von Leuten besorge, die um kein Haar besser sind als Boulanger, das ist zweierlei. Und von welchem deutscheu Reptil hat Herr Joffrin die Lüge, daff die deutschen Sozialisten ein Büudniff mit den Klerikalen geschlossen? Will er uns einen sozialdemokratischen Abgeordneten nennen, der Dank einem Bündniff mit den Ultrainontanen,„in den Reichstag ge- kvmmcn?" Uebrigens hinkt der Vergleich außerdem. Die Ultrainontanen haben in Deutschland jahrelang gegen dis bis- marckische Pvlizeiwirthschaft scharfe Opposition gemacht und dieser ein Paroli geboten. Sie vertraten die politische Freiheit gegenüber dem junkerlichen Polizeistaat. Zu allen Zeiten und in allen Ländern ist es vorgekommen, daff sich Oppositionsparteien der verschiedensten Richtung gegen das herrschende Regime verbunden haben. Die Possibilisten aber Häven sich mit der Regierungspartei gegen deren Opposition verbündet und jeden d e n u n z i r t, der dieses Bündnitz nicht mitmachte. Das ist gefälligst zweierlei. Damit genug. Wir wollen die Polemik nicht in's Unendliche hinaus- ziehen. Wir gehen deshalb auch nicht aus die wunderbaren Zahlen-?c. Angaben ein, die Herr Joffrin macht, um die Thatsachc zu verdecken, daff außer den Engländern, die sich durch das Londoner Mandat für gebunden erachten, einigen nicht s o z i a l i st i s ch e n Amerikanern und Spaniern, die sozialistischen und Arbcitcr-Partcien des Auslandes dem Kongreß der Vereinigten Sozialisten zugestimmt haben. Nur ein Bei- spiel mag dieselben illnstriren. Wir haben...„die Schweiz für uns", sagt Herr Joffrin. Leider hat er vergessen, hinzuzufügen, auf welchen! Erdtheil diese„Schweiz" sich befindet. — Folgende sehr richtige Betrachtung fanden wir jüngst in der „Rew-gorker Lolkszcitung": „Die Gewaltthätigkeiten, welche während der f r a n z 3- fischen Revolution verübt wurden, werden von deren Gegnern — welche man selbst unter Vertretern der heutigen Bourgeoisie findet, die durch jene Revolution erst zur Geltung gelangte— stets dazu be- nutzt, nni dcni Volke Eins zu versetzen, wenn dasselbe die entschlossenen und rücksichtslos ihrem Ziele— Beseitigung der Knechtschaft— zu- strebenden Männer der damaligen Epoche verherrlicht. Den„Greueln" der französischen Revolution gegenüber treten bei ihnen eine ganze Reihe viel entsetzlichere— weil kalten Blutes verübte— in den Hintergrund. Die unendlich größere Zahl Schlachtopfer der sogenann- tcn„ruhigen" Regierungen— unter denen Rirchhofsruhc herrschte— wird kaum in Erwägung gezogen. So sehr man sich über dij Greuel der Französischen Revolution entrüstet, so wenig verspürt mau von dieser Entrüstung über die unzählbaren Opfer eines Napoleon. Die katholische Kirche hat ungefähr zehn Millionen Menschen direkt vernichtet; die Anzahl der indirett durch sie gctödteten Opfer ist nicht zu zählen. Sie ist unübertroffen an Grausamkeit in der Geschichte der zivilisirten Nationen, obwohl sie vorgab, die einzig rechtmäßige Ver- tretcrin der„Religion der Liebe" zu sein. lind bei Beurtheilung der Grausamkeit der Revolutionsmänncr ver- gessc nian nicht, daff diese Männer unter scheußlichen Zuständen aufgc- wachsen waren, daff eine wahnsinnige Unterdrückung glühenden, unans- löschlichen Haff in ihre Seele geprägt. Marat förderte 1792 nicht weniger als 100,000 Aristokratenköpfe. Fürchterlich, nicht wahr? Aber der geheime Unterhändler des Grasen von Provence(später Ludwig XVIII.) sagte 1795:„Ich will der Marat der Gegenrevolution sein", und verlangte— 400,000 Köpfe. Und die Königsgesinntcn zögerten nicht, das Wort zur That zu machen, als sie wieder ans Ruder kamen. Sie hatten ebenfalls ihre Schreckens- Herrschaft, bekannt unter dem Namen: ten-eur blanche. Das Volk jener Zeit verdiente Bewunderung statt Begeiferung. Wohl war es brutal, rücksichtslos, wo es sich um die Niederwerfung der noch brutaleren und rücksichtsloseren Unterdrücker handelte. Aber dieses Volk in Lumpen, dieses Volk der„Ohnehosen", das nicht lesen und schreiben konnte, stand nichtsdestoweniger in mehr als einer Be- Ziehung über dem Heutigen Volk in diesem Lande, das sich von seinen Unterdrückern und Ausbeutern mit einer wahren Lammsgeduld schin- den läßt und, trotz seiner besseren Erziehung. zehnmal weniger denk- sähig ist, wo es sich um Beurtheilung seiner Lage handelt. Das Volk der großen Revolutton opferte auf den Schlachtfeldern sein Blut für die Befreiung nicht nur seiner selbst, sondern der ganzen Menschheit, vom Joch der Tyrannei. Es verkaufte sich nicht und haßte die Verräther. Und das Volk der kommenden sozialen Umwälzung wird dieselben Eigenschaften haben; denn ohne diese erhebt es sich überhaupt nicht. Große Zeiten aber gebären nicht nur große Männer, sondern ver- anlassen einen Umschwung in den Geistern im Allgemeinen." — Aus Schweden.(Schluß.) Der Eindruck des ersten sozialistischen Parteitages Schwedens auf das Publikum war an und für sich schon ein bedeutender. Alle größeren Zeitungen publizirtcn ausführliche Berichte und konimentirten die nicht mehr zu verleugnende Thatsache, daff die noch vor wenige» Jahren so verhöhnten sozialisttschen Ideen eine schnell emporsteigende Macht auch in der hiesigen Arbeiterwelt geworden, mit der mau bald rechnen muffte. Die beste Anerkennung war uns jedoch von der Regierung vor- behalten. Ein Hochoffiziöses Blatt forderte schon während des Kongresses ein Sozialistengesetz nach deutschem Muster, Niemand glaubte aber daß ein solches wirklich eingebracht werden würde, denn der Reichs- tag war schon am Ende seiner Arbeit für dieses Jahr. Es sollte aber anders kommen. Auf ein Ausnahmegesetz verzichtete man— diesnial, im Laufe einiger Tage wurde aber eine Erweiterung des allgemeinen Strafgesetzes vom Justizminister Oerbom ausgearbeitet und„begründet", vom höchsten Gerichte akzeptirt und als Regicrungsvorschlag dem Reichstage vorgelegt. Daß hinter dem Justiz- minister Andere standen, der jevige reaktionäre Premierminister Bildt, früher durch lange Jahre schwedischer Gesandter in Berlin, und vor Allem der K ö n i g O s k a r s e l b st, der seine Ehre— gewiß eine sonder- bare!— darin sucht, sich stets wie ein Vasall der Hohenzollern zu geberden, das ist hier ein öffentliches Geheirnniß. Dieses neue Gesetz belegte mit Strafen von 5 Kronen Geldbuße bis auf zu 2 Jahren Gefängniß jede„Aufforderung zu Verbrechen" jcd- welcher Art; ebenso wird gestraft, wer in Wort oder Schrift„zu Un- gchorsamkeit gegen die Gesetze oder die Behörden zu verführen sucht, oder wer sonst zu Maßregeln aufwiegelt, die eine Drohung gegen die Gesellschaftsordnung oder eine Gefährdung deren Bestehens enthalten." Als Motive des Gesetzes hatte man sich a u s schließlich auf die sozialdemokratische Propaganda und ganz besonders auf den Parteitag berufen. Daß die gehäßigsten Lügen und Verdreh- ungen neben der„christlichen Liebe" zu den armen verführten Arbeitern sich in diesem elenden Pamphlet brett machten, ist wohl kaum nöthig besonders zu erwähnen. Dieses Gesetz war aber unseren Liberalen zu stark— und vor Allem zu vieldeutig! Konnte ja damit eben so wohl ein unschuldiger „Freisinniger" wegen der unschuldigsten Reformforderungen getroffen werden, wie die bösen Sozialdemokraten! Es half nicht, daß der Minister in den Motiven versprochen hatte— wohl als Illustration zur bekannten, vielgefeierten„Gleichheit vor dem Gesetz"— die sozial- demokratischen Agitatoren besonders mit„unerbittlicher Schärfe" zu ver- urtheilen;„dies ist ja kein Zlusnahmcgesetz!" brüllte man im Chorus auf dem rechten Flügel des großen liberalen Philisterthums, und be- sonders wurde der letzte Satz, der von„Drohungen gegen die Gesell- schaftsordnnng" und„die Gefahr deren Bestehen" handelt, am schärfsten kritisirt. Die mehr links stehenden Liberalen waren natürlich wie die Sozialdemokraten prinzipielle Gegner dieses gefährlichen Mtentats auf die elementarsten Rechte des Volkes: Rede- und Preßfreiheit. Im Volke gab es natürlich beinahe nur eine Meinung über das „Maulkorbgesetz", welches plötzlich alle andern Fragen in den Hinter- grund gedrängt hatte. Uebcrall wurden große Protestversaniinlungeu abgehalten, die meisten von Sozialdemokraten einberufen; in Stockholm wurde jedoch die Demonstration, die ohne Zweifel nach unseren Verhältnissen riesige Dimensionen angenommen haben würde, Polizei- lich verboten. Im Reichstage lagen aber zuerst die Chancen der Regierung sehr günstig. In der ersten Kammer, beinahe ausschließlich von Junkern, Großindustriellen und höheren Bcainten zusammengesetzt, war die Furcht einer Abrechnung vorn Volke den Herren so in die Glieder gefahren, daß sie sogar nach Verschärfungen schrieen. Hier wurde auch das Gesetz mit 89 Stimmen gegen 25 unverändert angenommen. Auch unsere zweite Kammer, wo die Bauern, wenn einig, ganz domimren, hat jetzt eine reaktionäre Mehrzahl aufzuweisen; Dank eines wohl ohne Seiten- stück in der parlamentarischen Geschichte dastehenden Wahlskandales Europas ist nämlich Stockholm statt von 22 Liberalen und Demokraten von eben so vielen schntzzöllncrischcn Reattionären und Muckern„reprä- sentirt", welche als„gewählt" erklärt worden sind, weil die Stimm- zettel der großen Majorität der Wähler als„ungiltig" nicht gezählt wurden! Hier wirkte jedoch die heilsame Furcht vor den Wählern dahin, daß. man die mit jedem Tage deutlicher aiisgedrückte Volksmeinung auch unter den besitzenden Klassen nicht ganz ignoriren konnte. Um der Regierung wenigstens den Schein zu retten, nahm man hier nach lebhaften Debatten mit 109 Stimmen den Vorschlag an, jedoch mit Ausschluß eben der wichtigsten und für die Freiheit am meisten gefährlichen Bestimmungen von„Drohungen gegen die Gesellschaftsordnung" k. 102 Stiinmeu wurden für die Verwersiing sau» xhrase abgegeben. Die erste Kammer mußte sich seitdem mit dem so„reduzirten Maulkorbgcsetz" begnüge«. Die schlimmste Gefahr für die Freiheit der Propaganda wurde also d i e s ni a l beseitigt. Wie mit dieser„Freiheit" schon heute eigent- lich hier in Schweden, welches von Festrednern der Bourgeoisie stets als„Stammort der Freiheit auf der Erde" verherrlicht wird, aussieht, kann man am besten danach beurtheilen, daß unsere Genossen wegen politischer Vergehen schon zirka 0 Jahre Gefängniß zu Gute haben. Daß man jedoch die bisherigen Verfolgungen als ganz unzu- reichend anerkannt, wie dies durch das Manlkorbgesetz von Seite der Regierung geschehen, kann uns natürlich nur freuen. Es ist uns ein Zeichen, daß wir auf rechtem Wege sind, und eine Aufmunterung zu frischer, fröhlicher Agitation zur„Untergrabung der bestehenden Klassen- gesellschaft." Hj. B r a n t i n g. — Amerika. Unsere Genossen haben in den letzten Wochen zwei ihrer Besten durch den Tod verloren. Am 3. Mai starb nach langem Leiden (Schwindsucht) der Genosse I. E d w a r d H a k l in der Blüthe seiner Jahre, und ihm folgte am 18. Mai der Genosse Peter Krebs, Zigarrcnarbeiter aus Oggersheim, Rhempfalz, der in einem An- fall von Schwerniuth über den Verlust einer Tochter seinem Leben selbst ein Ende niachte. Von I. Edward Hall schreibt der New-Porker„Sozialist", dag derselbe zu den„dünn gesäetcn charakterfesten Arbeiterführern englischer Zunge gehörte, die sich nicht scheuen, den Sozialismus offen zu predigen und muthig für ihn einzutreten. Es war eine bescheidene, denkende Natur, ohüc jeglichen äußerlichen Glanz, nur darauf bedacht, seiner Sache zum Sieg zu verhelfen, dabei aufopferungsvoll und unermüdlich thätig... Daß er bei seinem unbestechlichen Charakter arm gestorben ist, gehört zu den Dingen, dje sich von selbst verstehen." Zu seinen Ehren hielten die Genossen New-Yorks am 25. Mai eine Gedächtniß- feier ab, auf der A. Wakeinan, AI. Jonas. S. Shcwitzsch und L. Sa- nial das Wirken des Verstorbenen für die Sache de? Sozialismus, die Reinheit seines Charakters, die Klarheit seines Denkens, die ltner- schütterlichkeit seiner Ueberzeugung feierten. lieber Peter Krebs lesen wir in der New-Dorker„Volkszeitung": „Der Verstorbene war am 3. August 1838 in Oggersheim, Rheinpfalz, geboren. 1859 kam er zum Militär und diente in der Festung Landau, von wo er 1860 dcsertirte und nach Frankreich flüchtete. Dort ließ er sich in die Fremdenlegion aufnehmen, um zwei Jahre in Algier zu dienen. Von dort kehrte er nach Bayern zurück, wo ihm nächst einer kurzen Festungsstrafe volle sechs Jahre Dienst zudiktirt wurden. Beim Auftreten von Ferdinand Lassalle schloff er sich dem Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Verein an. Nach Beendigung de? Krieges von 1866, welchen er mitmachte, erlangte er 1870 seinen Abschied, weil er dnrch einen Bruch seines Schlüsselbeines dienstuntauglich wurde. Später war er in Anspach, Würzburg und Leipzig agitatorisch thätig, während er als Zigarrenmachcr beschäftigt war. In Leipzig, wo es ihm gelungen war, ein eigenes Geschäft zu gründen, wurde er durch fortgesetzte Ver- folgung gezwungen, das Geschäft aufzugeben und in Amerika eine Exi- stenz zu suchen, wo er 1880 mit seiner Familie anlangte. Hier ange- kommen, schloß er sich der Zigarrenmacher-Union an, ebenso der Sozia- listischen Arbeiter-Partei. Sozialistischen Liedertafel, der Socialistic Cooperative Publishing Associatton und vielen anderen Arbeiter-Gesell- schaften, in welchen er meistentheils Vertrauensposten eimtahm. In der Sozialistischen Arbeiter-Partei fungirtc er seit mehreren Jahren als Schatzmeister der deutschen Settion." Krebs wurde am 21. Mai unter zahlreicher Betheilignng von Dclegirten sozialistischer wie fachlicher 2C. Organisationen beerdigt. Eine große Anzahl prächtiger Kränze zierten seinen Sarg und legten Kunde davon ab, welcher Beliebtheit Krebs sich in weitesten Kreisen der New-Aorker Arbeiterschaft erfreute. Ehre dem Andenken der braven Kampfgenossen! Aus Dessau meldet man uns den To d ein es b rav en Ge- Nossen. Der Zigarrenmacher Hopp aus Bernburg, ftüher in Altona, ertrank beim Baden in der Saale. Er hatte das volle Verttauen der dortigen Arbeiter, und war von ihnen als Kan- didat für die nach st e Reichstagswahl bestimmt worden. Um ihn unabhängig zu machen, hatten seine Freunde die Mittel aufgebracht, ihm ein kleines Geschäft einzurichten, und dasselbe ließ sich in der kurzen Zeit seines Bestehens— vier Wochen— auch ganz nach Wunsch an. da machte der Tod einen Strich durch die Rechnung. Hopp hinter- läßt Frau und Kinder, die nun ihres Ernährers beraubt sind. Die Arbeitersache aber verliert in ihm einen treuen und muthigen Streiter. Ehre seinem Andenken. Briefkasten der Redaktion: Briete und Einsendungen erhalten aus Berlin IV, Essen, Göppingen, Paris. E. B. B. in Hottingen-Zürich: Für diese Nummer zu spät, daher in nächster. Gruß. der Expedition:---- Mitgldschft. Bern: Fr. 23. 60 Ab. 2. Qu. erh.— Blnithl. Deli: Fr. 5.— Ab. pr. 2. Sem. 89 pr. Nf. Httug». erh.— L. Witt, Zrch.: Fr. 50.— a Cto. Ab. erh.=- H-h. L.: Nr. 85 vom W. 88 ist nicht angek.; also erbeten. Gruß u. Dank für K.— Namenlos: Zum C. E. bedarfs einer speziellen Adr. Bstllg. folgt. Weiteres bfl.— Brauner Bär: Allerdings Ver- wechslung in Zwischenhand. Aber wannn denn gleich annektiren, da- durch wird Verwirrung noch größer. Weiteres notifizirt.— Manfred: Hoffentlich senden Sie speziellen Bericht betr. d. Schsts. Ad. jc. notirt u. bfl. Gewünschtes abgesandt.— Rother Hans: Schrftn. bereits auf anderem Weg besorgt. Adr. ze. notirt. Weiteres mit Nr. 23.— Ran- thias: Bf. u. ffbd. v. 4/6 kreuzten mit erfragter Nachr. Sphg. famos. Dank u. bfl. mehr.— Seidcnwurm II: Abrchng. v. 6/6 hier. Weiteres nach Wunsch u. bfl. Einmal u. deutlich", das wünschten wir auch Ihrerseits— Ahasvcrus: Mk. 9.— 316. 1. u. 2. Qu. Sch. erh. u. Pr. N. notirt. Ad. f. P. mit 25 dir. gesandt.— I. G. Fb. Mdftn: 3 Pc. f. Porto erh.— T. v. Main: Lld. gel. Weiteres versucht, indeff Erfolg ungewiß.— M. M.: Avis v. 10/6 hier. 3ld. eingerenkt.— Rother Gcldsack: Nehmen'Notiz v. Slufstllg. u. Bstllg. v. 6/6 u. ordnen Lldr. Reklamirtes meldeten schon einmal bfl.; sollte ein Bf. verloren sein? Bfl. Weiteres.— Claus Groth: 3llles geschehen, was irgend zur Beschleunigung möglich ist. W. werden besorgen u. bfl. weiter be- richten.— Rthr. Pstmstr.: Dank f. Nachr. u. Beil. v. 8/6. Alles be- achtet.— W. Lgnr. Chicago: Pfd. 1. 4. 8 Ab. 2. Qu. u. a Cto. Schritt erh. Sdg. am 11/6 abgg. Betrffds. L.-Bild listigst vergriffen. Adr. D. pr. P. K. mitgetheilt.— C. B. Ldn.: Sh. 1.— f. Schrft. erh.— E. Ftn. Beauvais: Fr. 10.75 f. Schrft. erh. Sdg. fort. Früheres erledigt. Gruß.— Trannicht: Mk. 100.— a Cto. Ab. 2C. erh. Erbetene Adr. f. d. dir. Sdg. ist unerläßlich.— Rother Wenzel: Bf. v. 10/6 kreuzte mit dem unsrigen v. 11/6. Slotiren?ldr. u. Bstllg. 2c. und senden für Reklamirtes einigen Ers.; Rod. Blum vergriffen. Bfl. mehr. — Carl Schwarz: Nachr. v. 10/6 erh.— Blöder: Warum nennen Sie denn diese 3Idr. nicht? Uebrigens wird Skekl. wohl noch eingetroffen sein. Beil. ist besorgt.— A. Strmstr. Edbgh.: Shl. 2—. Ad. 3. Qu. erh. u. 3ldr. gcord.— Steineiche: M. 131.80 Ab. 1. Qu. n. direlt. 1. u. 2. Qu. erh. 3ldr., Bstllg. 2c. vorgemerkt u. Weiteres bfl.— Mouchard Paris: Ihr Züricher Kollege„Ehrenspitzel" will den Schneider Lutz auch als Spitzel rcklamiren. Sie halten das für einen Fehlgriff im Ueber- eifer. Fügen wir hinzu: Begangen im„Riesenbrandt", dem natürlich der„lethargische Schlaf" des porcus patrioticua—„reinigend" folgen wird.— Rubikon:-sbd. dkd. erh. Warum kein Bericht? Deutscher Sozialdemokratischer Lcseklnb. Jeden Sonnabend, SIbends 9 Uhr, im Cakc Ue la Nouvelle P o 3 t e, au coin Rue Montmartre 33 et Ruc Etienne Marcel 36 Qeffcntliche Versammlung. Zeullcher Soi.-dem. kestdlub. Soeben ist in neuer WsjT" siebenter Auflage erschienen und durch Unterzeichnete zu beziehen: Die Jrcm in der Vergangenheit, Kegenlnart und Zukunft. Von A. Bebel. Preis: bei Bezug von mindestens 5 Exemplaren Mk. 1. 50(Fr. 1. 90) Einzeln Mk. 2.—(Fr. 2. 50) Durch Unterzeichnete ist zu beziehen: Die Cnttvicklnng des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. Preis: Fr.— 40. Mk.— 35. Sh.— 4. German Cooperative Publisliing Co. (S.©entstein& Co. 114 Kontish Town Road, London, N. W,(England.) Soeben ist in Neu-Anflage erschienen: Acht(Ojifet dcs ülullcnhakcs. Leben und Sterben der Chicagoer Arbeiterführer. Preis 30 Pf.— 40 Cts. Zahlreichen Aufträgen sieht entgegen Die Cxpedition des„Sozialdemokrat". » Bestellungen aus der Schweiz richte man an die bchristeil-Filiale der„KriieiterSiiam" i« Iiirich. Zähringer st raße 12. Printed Cor the proprietors by the German Cooperative Publishing Co« 114 Kentish Town Iload London A. W,