Lvonnements ««r>«n beim Berl»g und drssen «kannlen Agenten entgegen- genommen, und zwar zum vo r a u» zahlbaren vierleljahriprei»»on: >ll, 4.40 fite Deutschland ldirekt per tvries-Couvcrt) !wfi. L,7S sür Oeslerreich(dlrelt per»rles-SouPeil) Khll. sür alle übrigen Linder de» llScltpostveretn»(itreuzdands. Inserite die dreigespaltene Petitzelle LPence----- 25 Pfg.----- 30 CtZ. Der SoMdemckrat Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Junge. Erscheint wöchentlich einmal in London. Dcrkag der (Zsrman(Zooperativsl'udUsdinx c?o, E. Bernstein& Co., London N. W. 114 Kentiah Town Road. Voflstndllllzcu frank» gegen franko. Gewöhnliche Brief» »ach England kosten Doppelport». Jk 37. Briefe an die Redaktion und Erpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat' wolle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lasten. Zn der Regel schicke man un» die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadresten. In zweiselhasten Fällen eingeschrieben. 6. Juli 1889. Wider die Hetzer in Berlin. Bismarck fährt fort, mit der Wuth eines gereizten Mfch- Weibes auf die Schweiz loszukeifen. Nummer für Nummer bringt seine„Norddeutsche" einen wahren Schwall von Schimpfergüssen wider die unbequeme Alpenrepublik, alle er- denklichen Schändlichkeiten werdeil ihr angelästert, Drohungen über Drohungen wider sie ausgestoßen. Wäre mit diesem Lästerfeldzug nicht die kaum mehr geheime Absicht verbunden, einem ganz anderen Feldzug vorzuarbeiten, Stimmung zu «lachen für dm brutalsten aller Gewaltstreiche, die die ikeuere Geschichte kennt, man könnte ihn wirklich nur hunioristisch nehmen. So benimmt sich Niemand, der sich seines guten �Rechtes bewußt ist, so tobt und schmäht das ob seiner moralischeit Niederlage zur höchsten Wuth getriebene Unrecht, so zetert das zur Ohnmacht verurtheilte Verbrecherthum. Es ist eine alte Erfahrung, daß wo ein Laster zur Ge- wohnheit geworden, auch die Fähigkeit verloren geht, die- jenigen zu begreifen, die dieses Laster nicht pflegen. So merkt der Gewohnheitssäuser gar nicht, daß er beim Nichtsäufer Eckel erregt, so hat der Gewohikheitslugner schließlich gar keinen Maßstab mehr dafür, ob seine Lügen gläubige Hörer finden oder nicht. So geht's auch dem Gewohnheitshetzer und-Verleumder Bismarck. Es ist ihm alles Gefühl dafür abhanden gekommen, was er andern Leuten in dieser Hinsicht bieten darf. So gewohnt ist er, zn hetzen und gleichzeitig zu verdächtigen, so sehr ist es ihm zur zweiten Natur ge- worden, mit frecher Stirn schwarz weiß zu nennen. Andern just die Streiche und Tücken vorzuwerfen, die er selbst be- gangen, daß er diese Waffen auch da gebraucht, wo ihm die Macht fehlt, seinen Verdrehungen und Fälschungen wenigstens — wie im Neich— den Schein des Geglaubtwerdens zu erzwingen. Wenn er im deutschen Reichstag der Opposition vonvirft, sie treibe Wahlbeeinflußung und unterdrücke die freie Ausübung des Wahlrechts, welche die Negienmg— feine Regierung— zu schützen bestrebt sei, so weiß zwar jeder, daß das eine schamlose Verdrehung der Wahrheit ist, aber Niemand sagt es. Man vertheidigt sich vielmehr„fach- lich" gegen den„ungerechten Vorwurf", d. h. man läßt sich aus der Offensive in die Defensive jagen. Wenn aber Bismarck durch den Mund seiner„Nord- deutschen" in demselben Augenblick, wo der, wir wiffen nicht wie vielte seiner Lockspitzel, die er in die Schweiz zum„Wühlen" entsendet, als solcher entlarvt worden ist, die Schweiz als eine Herberge des Umsturzes, als eine Gefahr für den Frieden Europa's denunzirt, da weiß nicht nur jeder, sondern da sagt auch jeder, daß das eine ebenso freche wie dumme Lüge ist, und anstatt daß das denunzirte Land seine Position verschlechtert sieht, sieht es sie verbessert. Bismarcks Verdächtigungen verschaffen ihm neue Freunde, tragen ihm aber nirgends in der Welt Feindschafteil ein. In der Schweiz hatte man das emm Augenblick verkannt und sich im ersteil Schrecken zu Konzessionen bereit gezeigt. Aber allmählig ist auch dort die Besinnung zunickgekehrt lind man läßt das Kanzlerblatt keifen, ohne sich auf sein Gezeter lang und breit einzulaffen. Das allgemeine Gefühl ist: „Wirbelwind und trocken Koth Laß' sie drehn und stäuben!" Damit ist natürlich nicht gesagt, daß man alle Lügen und Verdrehungen unbeantwortet passiren laffen, ihnen quasi etilen Freibrief ausstellen muß. Das hieße wiederum dem Ver- leumder das Spiel erleichtern. Ihn, wo man ihn auf krummen Wegen ertappt, zu packen, fein Spiel bloszulegm und dadurch möglichst zu vereiteln, das ist nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht der Angegriffenen, wie aller Freunde des Rechts. Aus diesem richtigen Gefühl haben auch unsere deutschen Genossen in der Schweiz ihrerseits das Wort in dem Konflikt ergriffen und den unverschämten Lügen der Bismarck- scheu Soldpreffe über die Schweiz als Unruhestifterin eine Zusammenstellung wirklicher Unruhestifter in der Schweiz entgegengehalten, die sammt und sonders S ö l d- liilge der deutschen Polizei waren. Wir lassen dieses Manifest, seiner parteigeschichtlichen K, Bedeutung wegeil hiermit seinein vollen Wortlaut nach folgen: An unsere deutsche» Partei- und Gesinnungsgenossen und an die Bevölkerung der Schweiz. „Seit vielen Woche» erregen die bekannten Vorgänge mit dem dentschen Polilcikoinmiisar Wohlgemuch und die deutscherseits sich daran knüpfen- den Forderungen die öffentliche Meinung der Schweiz und Deutschlands und finden Beachtung in der ganzen kiiltivirte» Welt. Das seltsame Verhalten Deutschlands anlählich des Falles Wohlgemuth und die Zu- lnuchungen, die Deutschland der Schweiz darauf hin zu itellen wagte, haben mit Siecht die Entrüstung der schweizerischen Bevölkerung hervor- Sernfen.. Was uns deutsche Sozialdemokraten in der Schweiz aber veranlagt, ebenfalls in diesem Streite zwischen den Acaierungen der beide» Länder das Wort zu ergreifen, das sind die Beschuldigungen und Anklagen, welche Teutschland gegen die Handhabung des Asylrechts in der Schweiz erhebt. Danach sollte man glauben, die Schweiz sei der Unterschlupf für alle Attentäter Europas und als sei speziell die iuucre Ruhe Dentfchlands durch die Gewährung des Asylrechtcs an die in Deutschland politisch Geachteten und Verfolgten der höchsten Gefahr ausgesetzt, als würden von hier aus hoch- und landcsverrätherische Pläne geschiiliedet, um den Untergang des armen mächtigen Dentschen Reiches herbeizuführen. Diese Beschuldigungen erinnern an die bekannte Fabel vom Wolfe und dein Lamm. Das letztere hatte nach Ansicht des Wolfes unten am Bache dem Wolfe oben das Wasser getrübt und dafiir muffte es gefressen werden. Wir werden beweisen, daß dieses Gleichniß voll- kommen stimmt. Partei- und Gesinnungsgenossen, Bürger der Schweiz. Nachdem im Jahre 1873 in Deutschland das Sozialistengesetz erlassen worden, sahen sich eine Anzahl dentscher Sozialdemokraten in der Schweiz ver- anlaßt, den„Sozialdemokrat" in Zürich herauszugeben, der am 1. Ok° tober 187!) erschien. Das Blatt erwarb durch die scharfe Sprache, in welcher es die Zu- stände in Deutschland und die jeitenden Personen kritisirte, allmählich einen großen Leserkreis und damit in Verbindung auch die übrige, meist niisscnschastlich gehaltene Broschürenliteratur, die ebenfalls durch den Verlag des„Sozialdemokrat" in Hattingen-Zürich herausgegeben wurde. Daß dieses Blatt und die sonstige Literatur in Deutschland den Macht- habern unangenehm wurde, ist ohne Weiteres zuzugeben. Wie immer aber die Haltung des„Sozialdemokrat" seitens seiner Gegner beurtheilt werden mag, zu hoch- und landcövcrriitherischcn Unternehmungen, zu Attentate» ans gekrönte Häupter und inächtigc Personen in Deutschland hat derselbe nie, weder direkt noch indirekt, aufgefordert. Wohl aber hat er Pläne, wie sie dnrch die Most'schc„Freiheit" und andere anarchistische Organe unterstützt und befürwortet wurden, bekämpft. Der„Sozialdemokrat" hätte selbst in Deutschland aus solche„Ver- brechen" hin von keinem Gerichte oernrthcilt werden können. Daff dieses in Deutschland gewisse Leute ärgerte, ist erklärlich, und so kamen frühzeitig Spitzel nach der Schweiz, welche cimnal die Art, wie die in Deutschland verbotene Literatur über die Grenze geschmuggelt wurde, nusjpioniren sollten, sowie ob nicht hoch- und landesverräthcrischc Pläne gegen Dentschland geschmiedet würden. Zu alledem zeigte sich nirgends unter uns Neigung. In Berlin brauchte nian aber solche Verschwörungen, einmal, um das Asylrecht in der Schweiz diskrcditircn zu können, dann, um in den Besitz von Material zu gelangen, das die immer wieder von Neuem geforderte Verlängerung des Sozialistengesetzes im Reichstage begründen könnte. Ein Theil der Spitzel wurde jetzt zu Lock- und Hetzspitzeln ge- macht, welche die Thaten zu fördern suchte», zu denen sich deutsche Sozialdemokraten nicht hergeben wollten, und dies geschah unter Billi- guug und Anstiftung der Leiter der politischen Polizei in Deutschland. So erschien im Jahre 1881 der aus Berlin und Leipzig ausgewiesene F r i e d e m a n n, um für die„Propaganda der That" zu wirken. Friedcmami wurde in Zürich 1884 als Polizeispion entlarvt und muffte eiligst die Schweiz verlassen. Desgleichen der Dresdener Elias Schmidt, der in demselben Geiste lvirkte und die Gründung eines AtteiitatsfviidS befürwortete, zu dem er selbst die ersten Li) Franken zn steuern sich erbot. Er wurde schon 1882 als Polizeispion entlarvt und beeilte sich, den Schweizcrboden zu verlassen. In aller Gedächtniff ist ferner die Vcrurtheiluug des Klempner Weiß aus Dresden zu sechs Monaten Gcfängniff, ivcil er Plakate, welche die Thaten Stell- machers verherrliciiteu, in Licstal anklebte und dabei erwischt wurde. Durch die gerichtliche Untersuchung wurde Weis; als preußischer Polizei- spion entlarvt und nach Verbüffnng seiner Haft aus der Schweiz aus- gewiesen. Noch weit mehr Aufsehen als die Thaten der bisher Ge- nannten erregten die Thaten der Schröder luid Haupt, der K a u f m a n n und P c u k e r t, des Herrn von Ehrenberg, die sammtlich ebenfalls im Dienste der preußischen Polizei standen und in ganz besonderem Maße die Zlufgabe hatten, dic Schtveiz als den Herd von Attentaten, Hoch- und Landesvcrrathen gegen die Monarchien Europas hinzustellen. Schröder stand, und was wir hier anführen, ist alles aktcninaffig erwiesen, seit 1881 im Dienste der preußischen Polizei. Schröder wurde mit Hülfe von preußischem Polizcigelde Schweizer- Bürger. Schröder stand mit dem Berliner Polizcirath Krüger, dem Leiter der politischen Polizei, unausgesetzt in schriftlichem und persönlichem Verkehr. Schröder hatte die Aufgabe, in zahlreichen Versammlungen»nd Vereinen und in den Zusammen- fünften den Feurigen und Hetzenden zu spielen und auf die Nothmcndig- kcit der Gewalt und Revolution hinzuweisen. Schröder stand nebst Kaufmann in intimen Beziehungen zu Stellmacher, Kämmerer, Kumitzsch K. Im August 1883, wenige Monate vor den Attentaten in Wien, Stuttgart und Straffburg, organisirte er mit den Spitzeln Friedemann und Kaufmann eine Konferenz in Zürich, an welcher er als Vorsitzender fungirte und fast alle die Genannten Theil nahmen. Es ist demnach mit Sicherheit anzunehmen, daff unter dem Vorsitz des preilffischen Polizei-Agenten jene Verbrechen berathen und beschlossen wurden und mit seinem Wissen zur AuSfiihrung gelangten. Schröder hat mit preußischem Polizeigelde eine Anzahl Nummern der „Freiheit" bei Bührer in Schaffhauscn drucken lassen. Schröder war Kolporteur des„Rebell". Schröder war auch im Besitze einer Kiste Dynamit(und zwar mit Wissen des Berliner Polizeirathes Kriiger), die zu Attentatszwecke» Verwendung finden sollte. Mit preußischem Polizeigelde beherbergte Schröder zahlreiche anarchistische Ausgewiesene und Flüchtlinge und unterstützte er polnische und russische Kompro- mittirte. Eine ähnliche Rolle wie Schröder in Zürich, spielte Haupt in Genf. Der Polizeirath von Hacke gab Haupt persönlich den Rath, unter die Anarchisten zu gehen. Haupt mußte sich namentlich in das Vertrauen der Russen und Polen schleichen. Dazu gab ihni Polizeirath Krüger den Rath:„Sie sind ein baumstarker Mann, saufen Sie die Kerle nur nieder, führe» Sic dieselben nach Hause und bleiben Sie in ihrem Zimmer über Nacht, so bekommen Sie das Nöthig." Dann ricth er ihm wieder: Er solle sich nicht von Hnmanitäts- riieksichtcn plagen lassen, das werde sich schon verlieren, er solle nur weiter arbeiten." Und von Hacke schrieb ihm:„Man sei un- znftieden mit ihm, seine Berichte seien nichtssagend, man müsse mehr haben." 1885 schrieb Krüger an Haupt:„Er wisse, das; das nächste Attentat gegen den Czaren von Genf ausgehen werde, darüber brauche er Berichte!" Die gleiche Rolle spielte Kaufmann als intimer Ver- trauter Stellmachers und Kammerers, und dann Pcnckert, beide im preußischen Polizeidienste. Letzterer gab im Februar 1884 in Winter- thur, wo er sich als radikaler Anarchist öfter aufhielt, zn, daß er da- für gewesen sei, durch Mord von Geldlcntcn Geld für a n- a r ch i st i s ch e Zwecke zusammen zu bringen. Und mit Rücksicht auf die Erschießung BlöchS äußerte er:„Er wünschte, daß der Schuß höher, weit höher gegangen wäre." Ein Hetzspitzel schlimmster Sorte war auch der Hauptmann a. D. v. Ehrcnbcrg.-Er hatte seine Berichte au von Hacke in Frankfurt zn liefern. Er hatte die Aufgabe, die deutschen Sozialdemokraten in hock)- und landesverratherifche llnternehmiiiigcn mit Frankreich gegen Deutsch- land zu verwickeln. Ferner führte er sogenannte Handakten, in welchen er angebliche Unterhaltungen mit sozialdemokratischen Führern nieder- schrieb, alle im gefährlichste» hoch- und landesver- r ä t h c r i s ch e n Sin nc. Zweck ivar, diese von ihm verfaßten Akten, Auftufe und Briefe beim Ausbruch eines Krieges der deutschen Regierung zur Verfügung zn stellen, um die Führer der Partei unter der Einwirkung der allgemeinen Auftegung ans Messer zu liefern. Ferner hat Ehrcnbcrg seine Freundschaft zu Schweizer Artillerieoffizieren dazu benutzt, um Kenntniff von den Gotthardbefestiguugcn zu erlangen und diese an Italien zu vcrrathen. Partei- und Gesinnungsgenossen, Schweizer Bürger! Alle diese Hand- lungen preußischer Polizeiagenten zeigen aufs lleberzcugcndste, wer Diejenigen waren, welche die Schweiz zu einem Herd hoch- nutz landes- verrätherischer Unternehmungen machen sollten. Nicht einem unserer Parteigenossen vermöchte man Aehnliches nachzuweisen. Die preußischen Hetzspiyel allein hatten dieses Geschäft übernommen. Die Thatsache, daß alle diese schönen Pläne hauptsächlich durch die Leute und Herausgeber des Züricher„Sozialdemokrat" ans Tageslicht gezogen wurden, erweckte den höchsten Zorn Deutschlands gegen diese. Sie sind diesem Zorn zum Opfer gefallen, sie wurden im Mai vorigen Jahres ausgewiesen. Man hatte glauben sollen, daß damit Deutschland gegen die Schweiz nichts mehr einzuwenden hatte. Die ihm verhaßten Personen waren ausgewiesen, staaisgefährliche Agitattonen gegen Deutschland vermockste man nirgends in der Schweiz unter den dentschen Sozialdemokraten nachzuweisen, was hatte Deutschland für Interessen, die Schweiz noch politisch überwachen zu lassen? Gar keines, sollte man meinen! Und nun doch der Fall Wohlgemuth! Ein deutscher Polizei-Juspeftor wirbt einen vermeintlichen Spion und gibt diesem den Rath:„Wühlen Sie nur lustig darauf los!" Man mußte glauben, nach all' den srü- Heren Vorkonunnisseu hätten es die deutschen Staatsleiter für ihre erste und dringendste Aufgabe halten sollen, ihre Agenten in der Schweiz anzuweisen, sich aufs Strengste aller Hetzspitzelhaudlungeu zu enthalten. Aber statt daß Deutschland die völkerrechtliche Handlung Wohlgemuths aufs Schärfste verurtheilt und bedauert, entschuldigt es diese und ver- theidigt ihn. Das gibt zu denken. Für uns sind die Pläne Deutschlands auf die Schweiz nicht mehr zweifelhaft. Die Reuttalttät und die Selbstständigkeit der Schweiz liegen Deutschland im Magen. Die militärischen Operationen Italiens und Deutschlands in einem Kriege gegen Frankreich werden durch die zwischen beiden verbündeten Staaten liegende Schweiz gehindert. Dieses Hinder- mß soll beseitigt werden und zugleich der letzte und einzige Hort des demokratisch- republikanischen Prinzips der vereinigten Koalition des wieder neu aufstrebenden Selbstherrjcherthnms zum Opfer fallen. Damit dies aber öffentlich vor Europa sich einigermaßen recht- fertigen läßt, muß die Schweiz vor den Augen Europas diskreditirt und als eine Gefahr für die monarchischen und sozialen Justitutioncn Europas hingestellt werden. Das kann nur geschehen, wenn es als Herd der sozialen Revolution erscheint, und diesen Glmibc» zu erzeugen, war die Aufgabe der Lock- und Hetzspitzes. Der Untergang der Schweiz als selb st ständiger Staat ist das Ziel dieser Politik. Das soll und darf nicht geschehen! Wer Augen hat, zu sehe», der sehe. Partei- und Gesinnungsgenossen! Unsere Aufgabe kann es nicht sein, den monarchische» Machthaber» in Deutschland und Italien i» die Hände zn arbeiten. Der klar vor Augen liegende Plan verpflichtet uns, nichts zn thun, was Deutschland oder Italien eine Handhabe bietet, ihre Absichten gegen die Schweiz zu verwirklichen. Wir und Ihr Alle, wir haben bisher nichts gethau, das die Schweiz zu kompromittircn vermöchte, wir werden es auch ferner nicht thun. Aber es erwächst uns noch eine weitere Aufgabe. Wo und miter welcher Gestalt und Form Pläne und Vorschläge an uns heraütrcten, die geeignet sein könnten, der Schweiz zu schaden, packt die Versucher am Kragen und überliefert ihre Namen und Thaten sofort der Oeffent- lichk-it, es sind entiveder Narren oder H e tz s p i tz e l. Wir nützen damit uns, unser» Brüdern und Gesinnungsgenosseu in Deutschland und dem Lande, dessen Gastfreundschaft wir genießen. Das sozialistisch-republikanische Prinzip wird in letzter Instanz doch trinm- phircn über die dunklen Machinationen des völkcrverhetzcuden Pespo- tismus. Der LandeSanSschuß der deutschen Sozialisten der Schweiz. Es ist ein gehöriges Sündenregister, das hier den Berliner Hetzmeistern vorgehalten wird, mehr als ausreichend, den vollgültigen Beweis zu liefern, daß s i e auf die Anklage- bank gehören, wenn von politischer R u h e st ö r u n g, von Attentaten auf die innere Sicherheit eines be- freundeten Staates die Rede ist. Aber das Register ist noch lange nicht erschöpft. Das Manifest hätte den drei- fachen Umfang annehmen müssm, hätten unsere Genossen alle Thatsachen zusammenstellen wollen, welche über die Umtriebe der preußisch-deütschen Spitzel in der Schweiz und im Aus- lande überhaupt, sowie über das ganze Spstzelsy stein in Preußen-Deutschland im Laufe der Jahre an's Tageslicht gekommen sind. So ist z. B. die Thatsache unerwähnt geblieben, die ewig bezeichnend bleibt für den Geist, der die Stützen der Ordnung in Deutschland beherrscht— daß zu einer Zeit, da Most im Delirium des extremsten Anarchismus sich erging und fast jede Nummer seines Blattes zu Attentaten jeder Art, zu den ärgsteil Gewaltthätigkeiten auffordene, der Minister der preußischen Polizei(den Sozialdemokraten gegenüber) erklären durfte: Most ist mir viel lieber als Sie! Der Minister, der diesen Ausspruch that, war N. v. Putt kamer, der Schwager und damals der Vertraute, die rechte Hand des Leiters der deutschen Politik. In einem ihrer Schmähartikel wider die Schweiz hat die „Norddeutsche" die Schamlosigkeit, die Flugblätter„Elektrischer Funke",„Der schlechte Arbeitslohn",„Ein Wort zur Auf klärung",„An das arbeitende Volk" als von gleicher Ten denz wie der„Sozialdemokrat" zu bezeichnen und ihre Her stellung in der Schweiz diesem Lande zum Vorwurf zu machen. Wohlan, diese Flugblätter sind erstens nicht von der gleichen Tendenz wie der„Sozialdemokrat".— sie sind anarchistische, zweitens richten sie sich durchaus nicht mehr gegen das deutsche Reich wie gegen die Schweiz, und drittens ist ihr Druck in der Schweiz vermittelt worden durch de» Lockspitzel des Berliner Polizeipräsidiums, Gchröder. Wie intim das System Bismarck-Puttkamer mit dem Lock- spitzelthum verwachsen ist, wie solidarisch es selbst sich mit ihin fühlt, geht aus der Art hervor, wie es jede Blas- stellung einer dieser Kreaturen als ein Staatsvergehen hoch- sten Ranges zu ahnden sucht. Die Entlarvung des Lockspitzels I h r i n g- M a h l o w, der den Verliner Arbeitern Unterricht im Anfertigen von Dynamit ertheilte, weil es„mit dem p a r l a- mentarischen Wege zu langsam" geht, wurde mit der Ausweisung und der damit verbundenen enormen geschäftlichen'Schädigung Paul Singers, mit der Ausweisung Jens Christensen und der Jagd des- selben durch ganz Deutschland ,- und schließlich mit der g e- r i ch t l i ch e n V e r f o l g u n g a l l e r A r b e i t e r, die bei der Entlarvung niitgeivirkt, gerächt. Die Entlarvung des Lockspitzels Schröder wurde mit der beim Schweizerischen Bundesrath verlangten und auch durch- gesetzten Ausweisung des ganzen Stabes des„Sozialdemokrat" aus der Schweiz bestraft! Die Entlarvung des Spitzels W o h l g e m u t h soll jetzt— ja womit denn? llllit der Ausstreichung der Schweiz aus der Reihe der Lebenden gebüßt werden. Drastischer kann man es nicht konstatiren, daß die Wohlgemuth, die Jhring- Mahlow, die Schröder—„W i r", das Reich sind. Und das „Reich", will sagen das System Bismarck, hat sich mit ihnen solidarisch erklärt, nachdem ihre Lockspitzeleien an den Tag gekommen. Lockspitzel Schröder war Schweizer Bürger geworden, uni„lustig weiter drauf loswühlcn" zu können. Die„Rück- sichten gegen einen befreundeten Nachbarstaat" hinderten Preußen- Deutschland durchaus nicht, einen Schweizer Bürger als Spion zu unterhalten. Und schwerlich wird es bei dem Einen geblieben sein, schwerlich wird man bei dem Eingekauften Halt gemacht haben. In den letzten Wochen ist dem Schweizer Bundesrath, wie es scheint, endlich ein Licht aufgegangen über die wahre Bedeutung der sortgesetzten Schimpf- und Hetzartikel im „Stadtbote" des Herrn Cd. Attenhofer in Zürich. Er soll nach dem„Winterthurer Landboten" zweimal die Frage er- örtert haben, ob nicht Eduard Attenhofer wegen... Ber- breitung fälschlicher Nachrichten und von D e- nunziationen, die von deutschen Blättern reproduzirt und zum Stützpunkte ihrer Angriffe gegen die Schweiz gemacht werdyn— strafgerichtlich zu verfolgen sei." Die freien Einrichtungen der Schweizer boten dazu keine Handhabe, zum Glück möchten wir beinahe sagen, denn:„was Ihr dem Geringsten unter ihnen gethan, das habt Ihr Mir gethan." Der Preßbandit Ed. Attenhofer gehört zum System Bismarck. Das Geschrei wäre mit verdoppelter Intensität von Neuem losgegangen. Borläufig ist's allerdings noch gar nicht verstummt und wird auch so bald nicht verstummen. Der„Sozialdemokrat" ist aus der Schweiz fort— die Art, wie die„Norddeutsche" jetzt dem Bundesrath für diesen Liebesdienst Bismarcks Tank abstattet, ist sehr hart" aber wohlverdient— die russischen Freiheitskämpfer sind ausgewiesen, aber Bismarck gibt keine Ruhe. Er kann und wird der Schweiz nicht verzeihen, daß sie— die Schweiz ist. Durch sich selbst ist sie eine beständige Bedrohung der Ruhe und Ordnung in Preußen-Deutschland. Der despotische Militärstaat kann keinen freien Staat als Nachbar dulden. Und darum wird fortgehetzt werden. Hoffen wir, daß das Schweizervolk trotz alledem muthig Stand hält. Wo er auf einen entschiedenen Willen stößt, kann auch der Eisenstirnige sehr schön klein beigeben. Mag's daher mit dem Generalauwalt— dem übrigens vom Nationalrath, wie mir zugestehen müssen, die Nägel etwas be- schnitten worden sind— genug sein. Die Schweiz hat noch manchen Trumpf in der Tasche, und wenn die Hetzineister an der Spree Gelüste zeigen, sie zu verschlucken, so gibt es kein besseres Mittel, ihnen dieses Gelüste zu vertreiben, als wenn man ihnen zeigt, daß der Bissen selbst für ihren Mageil unverdaulich ist. SozichMsche Rundschan. London, 3. Juli 1889. — Zum Internationalen Kongreß der Vereinigten So- zialifte» liege» folgende weitere Zustimmungen vor: Griechenland: Für die Gruppe der griechischen Sozialisten! Platon F. DrakuliS, Redakteur des sozialistischen Organs„Arden" in Athen. Norwegen: Karl Jeppesen für die sozialdemokratische Partei Norwegens. Aus Italien sind noch folgende Beitrittserklärungen eingegangen: Aldissto S a m n i t o für die sozialistischen Gruppen Siziliens, O. G n o c ch i-- V i a n i für die sozialistischen Gruppen Mailands. Die llNgarländische Arbeiterpartei wird, wie wir aus der„Arbcitcr-Wochenchronit' ersehen, außer durch Leo Frankel noch durch A. I h r l i n g e r in Parts vertreten sein. Bon deutschen Delegationen werden noch folgende ge- meldet: I. K l ü ß- Elmshorn(Schuhmacher von Barmstedt), W. Bock- Gotha(gewählt von den Schuhmachern in M a g d e b n r g in der Erwartung, daß die Schuhmacher an andern Orten Deutschlands diese Wahl unterstützen). S ei tz- Berlin(Berliner Zimmcrlente), Karl L c g i e n- Berlin(Berliner Drechsler), Karl Schulze, Berliner Ailsgewiescncr(K ö n i g s b e r g e r Arbeiter.) Karl Ullrich Darm- stadt). Die Vorrichter, Zuschneider tc. Berlins haben in einer Rcsolutton dem Kongreß ihre Sympathie ausgedrückt� aber von einer Delegirung Abstand genommen, weil die deutschen Arbeiter anderweitig genügend vertreten sein werden. Für die Tischler Deutschlands wird wahrscheinlich Karl Kloß- Stuttgart nach Paris gehen; seine Wahl ist in Vorschlag gebracht und bereits in verschiedenen Städten ange- nommcn worden. Von, Hauptvorstand der dänischen sozialdemokratische« Partei geht uns ein Schriftstück mit der Bitte um Veröffentlichung zu, in welchem die Gründe, welche die Haltung der dänischen Partei in der Frage des Internationalen Kon- grosses bestimmten und noch bestimmen, des Weiteren dargelegt werden. Leider fehlt uns der Raum, das etwas sehr umfangreich gerathene Schreiben seinem vollen Wortlaute nach abzudrucken, wir müssen uns vielmehr daraus beschränken, seinen Inhalt in zusammengefaßter Forni wiederzugeben. Zunächst weisen die Genossen darauf hin, daß die dänische Partei, deren Delegirte auf dem Londoner Internationalen Kongreß von 1888 anwesend waren, durch deren Votum mitverantwortlich seien für den Be- schluß, den französischen Possibilisten die Orgauisirung des 1889er Jnter- nationalen Kongresses zu übertragen. Zu einem Rücktritt von der daraus sich ergebenden Verpflichtung läge nur dann eine zwingende Veranlassimg vor, wenn zugleich der überzeugende Beweis vorläge, daß die Possibilisten ihr Mandat übertreten oder umgangen hätten. Der Forderung der Haagcr Konferenz, daß auch die anderen sozialisti- scheu und Arbeiterparteien die'E i n l a d u n ss z u m Kongreß unter- schreiben sollten, legten die dänischen Genossen nur untergeordnete Be- deuttmg bei. Es komme weniger darauf an, wer zu eineni Kongreß ein- lade, sondern welche Fragen auf ihm diskutirt werden und wer an ihui theilnehme. Die von anderer Seite geäußerte Befürchtung, daß die Possibilisten den von ihnen angesetzten Modus der M a n d a t s p r ü s u n g dazu benützen würden, die niarxistischcn und blanqnistischen Delcgirten auszu- schließcu, habe das Natioualkomite der Possibilistischen Partei mit Ent- schiedeuheit zurückgewiesen und für die dänische Partei kein Grund bestanden, irgend welches Mißtrauen gegen das Natioualkomite zu hegen. Trotzdem habe sich, angesichts der Wichtigkeit dieser Frage, der Vorstand der dänischen Partei veranlaßt gesehen, zu einer Zeit, wo der andere Jnter- nationale Kongreß noch nicht ausgeschrieben war,— 20. April— einen Versuch zur Vermitteln ng zu machen und habe den Possibi- listen vorgeschlagen, daß gegen die llngiltigkeits-Erklärung von Mandaten durch die nationalen Komites die Anrufung der Entscheidung des Kongresses zugestanden werden möge. Auf diesen Vorschlag habe das Natioualkomite der Possibilisten in cinemSchreiben, datirt vom 8. Mai, zu- st i m m e n d geantwortet. Da gleichzeitig die dänischen Genossen er- fabren hätten, daß Genosse Volders-Ärüssel, der den Possibilisten die Beschlüsse der Haager Konferenz unterbreitete, keine andere Zugestand- nisse in dieser Hinsicht verlangt hätte, so hätten sie sich der Ansicht hin- gegeben, daß in diesem Punkte alle Schwierigkeiten gehoben seien. JnBezug auf die Frage der Tagesordnung desKongresses thciltcn die dänischen Genossen im Prinzip den Standpunkt der Possi- bilisten, daß die Tagesordnnng so lange vor dem Kongreß �bekannt gemacht werden müsse, daß diejenigen, die denselben beschicken, Stellung zu den einzelnen Fragen nehmen und ihre Dclegirten dahin instruiren können. Die Forderung der Haager Konferenz dagegen, daß die Tages- ordnung vom Kongreß selbst festgesetzt werden solle, würde dahin führen, daß ein Thcil der Zeit des Kongresses selbst dazu in Anspruch genommen werde, die Tagesordnung festzusetzen, ehe man zu den Debatten übergehe, und ein rechtzeitiges Studium der zu behandelnden Fragen verhindern. Doch haben auch in diesem Punkt die dänischen Genosse» zu vermitteln gesucht und vorgeschlagen, daß wenn drei Nationen eine Frage behandelt verlangten, diese der Tagesordnung hinzugefügt bczw. dem Konoreß überwiesen werden solle. Auch dieser Forderung habe das Nationalkomite der Possibilisten in dem vorerwähnten Schreiben zugestimmt. Ucbcrhaupt habe das Nationalkomite die von der Haager Konferenz vorgeschlagenen Punkte der Tagesordnung hinzugefügt und so hätten nun beide Kongresse ganz dieselben Fragen auf der Tagesordnung. Nachdem so in den Hauptpunkten alle Schwierigkeiten beseitigt worden seien, welche einer Verständigung im Wege gewesen, könnten die dänischen Genossen nicht zugeben, daß Gründe von hinlänglicher Bedeutung vor- liegen, gleichzeitig zwei Internationale Arbeitcrkongresse abzuhalten, bezw. zu der damit verbundenen Spaltung der Kräfte der Arbeiter im Kampf zur Förderung ihrer Interessen, und hätten somit sich die dänischen Genossen konsequenterweise dem von den Possibilisten einberufenen 5fongreß, zu dem sie selbst mit das Mandat gegeben, anschließen müssen. Angesichts der Bitterkeit, mit der auf beiden Seiten die Streitfrage des Kongresses erörtert und überhaupt polcmisirt werde, Beschuldigungen hin und her erhoben werden, müßten die dänischen Genossen sehr sau- gninisch sein, wenn sie sich dem Glauben hingeben sollten, daß der Streit mit dem Zusammentritt beider Kongresse aufhören werde. Im Gegen- thcil werde die Nothwendigkeit, vor dem Kongreß die Gründe des Ver- Haltens darzulegen, auf beiden Seiten dahin führen, dort die Polemik zn wiederholen. Es heißt alsdann wörtlich: „Wenn lvir an dem von marristischer Seite cinbernfenen Kongreß Theil nähmen, müßten wir also befürchten, daß wir einer Mißbilligungs- erkläruug wider die Possibilisten gegenübergestellt werden würden. An einer solchen können wir nicht Thcil nehmen. Schon was wir in dem Vorhergehenden gesagt haben, beweist, daß wir einen solchen Stand- Punkt nicht einnchmcn können. Wir haben aber auch andere Gründe. Wir sehen in den Possibilisten Genossen, die die nicht nur für Frankreich, sondern für die ganze Welt bedcntnngSvollc Aufgabe, die Arbeiter in Paris zu organisiren, zu lösen vermocht haben. Ihr Programm sagt uns, daß sie diese organisatorische Arbeit auf einer sozialistischen Basis ausgeführt habe». Wir können nicht umhin anzuerkennen, daß sie als Genossen den Feind bekämpfen, den wir auch bekämpfen, nämlich den Kapitalismus, und der Gesellschaft zustreben, der auch wir zustreben: der sozialistischen Gesellschaft. Wenn wir an dem von den Possibilisten einberufenen Kongreß Thcil nähmen, würden wir gewiß einem Mißtrauensvolum gegen die andere Seite hin gegenübergestellt werden. An diesem können lvir aber auch nicht Thcil nehmen. Wir können gegen die übrigen französischen Sozialisten, die divcrgirender Anschauungen sind, einen entschiedenen Standpunkt nicht einnehmen, sondern nur die vorhandene Spaltung bedauern. Hierzu kommt, daß ans der marxistischen Seite unsere deutschen Genossen stehen, Leute, mit denen wir häusig in Berührung getreten sind und deren Handlungsweise wir kennen. Können wir ihnen ein Mißtrauensvotum geben? Nein, und wiederum Nein! Die heroische Weise, mit der sie unter den brutalen Verfolgungen, lvelche die Macht- haber gegen sie richten, für unsere Sache kämpfen, verbietet uns, Miß- trauen gegen sie zu hegen. Wir wollen überhaupt an keiner Mißtrauens- erklärung gegen Sozialisten Theil nehmen, die für unsere gemeinschaftliche Sache kämpfen, selbst wenn wir über einzelne Fragen eine andere Auf- fassnng als sie haben." Weiter fürchten die dänischen Genossen, daß die beiden Kongresse möglicherweise über die zur Vcrbandlung stehenden Fragen heterogene Beschlüsse fassen und daß dies dem späteren Zusammenarbeiten hinder- lich sein möchte. Dazu, an beiden Kongressen Theil zu nehmen mit der bestimmten Forderung, daß sie zu einem Kongreß verschmolzen lverdcn, können sich die Genossen aus dcui Grunde nicht entschließen, iveil, wenn der Versuch mißlänge, sie und alle, die ein solches Mandat erhalten, gezwungen wären, die Kongresse zu verlassen, das würde aber noch viel mißlicher sein als die gegenwärtige Sachlage, denn es würde eine Sprengung beider Kongresse sein, mid dazu könnten sie nicht die Hand bieten. Ist es unvermeidlich, daß zwei Kongresse stattfinden, dann mögen sie wenigstens zusammenbleiben, bis sie ihre Tagesordnung er- lcdigt haben. Die dänischen Genossen gäben sich aber der Hoffnung hin, daß es noch immer möglich sein werde, beide Kongresse, bevor der Zusammeniritt statlsindet, zu vereinigen. Sie haben ihrerseits alles Mögliche gethan, dieses Ziel zn ermöglichen, die Hindernisse, die der Vereinigung im Wege standen, zu beseitigen. Und die dänische sozialdemokratische Partei habe ihren Vorstand beauftragt, noch weiter für dic Einiguug thätig zu sein. „Es ist unsere Ueberzeugung," schließt das Schriftstück,„daß dies ohne Demüthigung geschehen kann und ohne daß die Interessen, die man durch den bisher vertretenen Standpunkt zu vercheidigen geglaubt hat, ans irgend eine Weise hintenmigesctzl werden. ES ist gesagt worden, daß wenn nicht gegen die Art und Weise, wie das possibilisttiche Nationalkomite den Kongreß einberufen und orgaui- sirt hatte, protestirt worden sei, es dann geschienen haben würde, als ob das Nationalkomite die einzige Arbeiterpartei Frankreichs rcpräsentire. Das kann jetzt nicht mehr gesagt werden. Die Zuftimmimg, die die übrigen sozialistischen Arbeiterorganisationen Frankreichs für den Kongreß, zu dem sie die Initiative ergriffen haben, gefunden haben, zeigt, daß diese Organisationen nicht allein existiren, sondern auch ein erhebliches Ansehen genießen. Hierdurch und durch die Einräumungen, die das Nationalkomite gemacht hat, ist ihre Gleichstellung unserer Meinung nach völlig anerkannt worden und Niemand wird ihnen in der Zukunft den Einfluß, zu deren Ausübung sie berechtigt sind, streitig macheu können. Mit Beziehung auf diese unsere Darlegungen richten wir noch einmal die dringende Aufsordernug cm. unsere Genossen auf beiden Seiten, die zwei Kongresse zu vereinigen. So bald dies geschieht, und sobald wir Nachricht davon erhalten, wird die dänische Sozialdemokratie unver- züglich ihre Repräsentanten schicken, um an der gemeinschaftlichen Arbeit, die gerechten Forderungen des unterdrückten Arbeiterstandes zu fördere Thcil zu nehmen. Mit sozialistischem Gruß und Handschlag Im Namen des Hauptvorstaudes der dänischen Sozialdemokratie P. K n u d s e n, Kopenhagen K, Römersgade 22. So die Leitung der dänischen Sozialdemokratie. Wir halten bei dem vorgerückten Stadium'der Kongreßfrage eine Erneuerung der Polemik nicht für zweckmäßig und gehen daher über die nach unserer Ansicht irrigen Punkte in ihrer Darstellung hinweg, indem wir die Leser aui unsere frühere» Mittheilungen in dieser Sache verweisen. Nur zivet Bemerkungen seien hier angefügt. Wir anerkennen durchaus die guten Absichten unserer dänischen Freund« bei ihrem Vermittlungsversuche und geben zu, daß die ihnen gemachten Zugeständnisse der Possibilisten solche waren, daß auf ihrer Basis eine Verständigung leicht hätte erzielt werden können. Dazu war aber nöthig, daß diese Zugeständnisse von den Possibilisten öffentlich in einer nicht mißzndcutenden Form zur Kenntniß aller Betheiligten gebracht worden wären. Das ist aber nicht geschehen. Im Gegcntheil haben die Possibilisten noch nach dem 11. Mai wiederholt öffentlich erklärt, daß sie nicht gewillt seien, von ihrem einmal eingenomincnen Standpunkt abzulassen. Das war doch sicher nicht geeignet, die andere Seite zum Aufgeben des durch die ur-sprünglichc Weigerung der Possibilisten noth» wendig gewordenen zweiten Kongreß zu veranlassen. Der Zweifel unserer dänischen Freunde an der Wahrscheinlichkeit einer Verschmelzung beider Kongresse nach deren Zusammentreten, ist nach unserer Ansicht nur unter der Voraussetzung gerechtfertigt, daß die Possibilisten auch alsdann noch auf ihrem Schein beharren. Denn vort der andern Seite sind, denken wir, Beweise genug erfolgt, daß niai» auf der Basis eigentlich selbstverständlicher Grundsätze der Billigkeit zu einer Vereinigung bereit ist. Durch ein entschiedenes Eintreten für dieselben würden die dänischen Genossen die Sache der Verschmelzung weit mehr fördern als durch gänzliches Fernbleiben vom Kongreß. Aber selbst angenommen die Verschmelzung käme nicht zu Stande, so können wir den schwarzscherischen Standpunkt unserer dänischen Freund« nicht theilen. Bedauerlich wie diese Eventualität wäre, brauchte sie doch keineswegs die Verschärfung der nun einnial vorhandenen Gegensätze zur Folge haben. Im Gegcntheil, oft erzielt ein friedliches Nebeneinander- arbeiten viel günstigere Resultate als ein erzwungenes, bezw. künstlich erzieltes Miteinander-Arbciten. Es ist ja kaum anzunehmen, daß in den Fragen, die die Tagesordnung beider Kongresse ausmachten, heterogene Beschlüsse gefaßt werden sollten, und wenn es doch eintritt, so würd« die Wirkung keine andere sein, als wenn auf einem einheitlichen Kongreft in diesen Fragen eine, sagen wir rein gewerkschaftliche Minderheit eine» sozialistischen Mehrheit gegenübersteht und unigekehrt. Aber, wie gesagt, wir befürchten das nicht, und könnten uns daher auch mit der Thatsach« abfinden, daß beide Kongresse selbstständig ihr« Tagesordnung erledigen und, worauf wir viel größeres Gewicht legen, als dann am Schluß zu einer großen F r i e d e n s- D e m o u st r a t i o n zusammentreten, un» der Welt zu zeigen, daß wenn auch in einzelnen Punkten Meirniugs- Verschiedenheiten unter den Vertretern der organisirten Arbeiterschaft obwalten, sie doch in Bezug ans das zu erstrebende Ziel übereinstimme«, und namentlich einig sind in dem Widersrand gegen alle Völkerver« hctzung, in dem Eintreten für einen großen Fricdensbund der Völle» aus der Grundlage des freien Selbstbestimmungsrechtes. Dies unsere persönliche Auffassung, was wir, um Mißverständ- nisscn borzubeugcn, ausdrücklich hinzufügen. — Zur Verkommenheit der herrschenden Klassen und des herrschenden Systems. Es ist eine bekannte Thatsache, daß gcwnlt- thätige Menschen, sobald sie, in Folge schlechter Erfahrungen, die sie gemacht, an der Allmacht der Gewalt' irre zu werden beginnen, sich de» Muckerei und dem Mystizismus in die Arme werfen. Der Glaube an Gott, an den Teufel, an irgend übernatürliche Kräfte niuß ihnen de« schwindenden Glauben an die eigene lkraft ersetzen. Die Aa ubr.it te» wurden fromm, als sie vom bürgerlichen Strick sich bedroht sahen, de» lüdcrliche französische Adel ergab sich nach der Sündfluth von 1789 dem schwärnicrischste» Mystizismus, Äe freigetstizzc Bourgeoisie hat sich zn Jesus Christus und seinen protestantischen und katholischen Heiligen und Wundern bekehrt, als sie inerltc, daß in Gestalt des Pro- letariats„der Henker an der Thüre" steht, der eines schönen Tags ihrer Herrlichkeit ein Ende mit Schrecken bereiten wird, lind das neueste Wunder, welches die Sozialdemokratie in Deutschland hervorgebracht hat, ist die V e r st ö ck e r u n g und V e r nin ck e r u n g des M i l i- t a r i s m u L. Seit der tollen W ö l l n e r-Pcriode unter dem viehischen Friedrich Wilhelm II.(„halb Sckiwein, Haid Narr") ist die preußische Armee In religiösen Dingen bis zur neueren Zeit ziemlich indifferent oder neutral gewesen; es gab versoffene Generale, die im Katzenjammer oder-lolirnu» trameii» sich von Engeln und Teufeln umringt sahen, oder wie Bisnjarck „vor ihrem Herrgott" auf den Knieen hcrumrutschte»(wie er selbe» � einmal erzahlt hat), aber das waren nur Ausnähmest; die preußischen Offiziere im Allgemeinen ließen Gott einen guten Mann sein, und viele von ihnen, die sich in den modischen„Fricderizianismus" vertieften, wurde» sogar ausgesprochene Freigeister nach Art des„Alten Fritz". Seit wi» aber einen neuen„alten Fritz" bekommen haben, ist das Alles anders geworden. Thcils in Folge eigenthümlicher Naturanlage, theils in Folg« von Exzessen, denen seine schwächliche Konstitution nicht gewachsen ivar. ist der Betreffende, noch ehe er das sprichwörtliche Alter erreicht hat („junge H—, alte Betbrüder") bis über die Ohren in den„S u m p i der Stöckerei" und Muckerei geratheil, welcher heutzutage„Waldersee" heißt. Dieser Waldersee, jetzt Chef des Generalftabs, Kanzler>>> spo. l mit anderen Worten:„der k o m m ende Man n" ist ein sehr schlaue» und ehrgeiziger Patron, der die Situation richtig erfaßt und vermittelst geschickter Ansiiützung der himmlischen Heerschaaren das Kunststück fertig i gebracht hat, den Enkel des ersten Wilhelm, sobald man die Gewißheit erlangt hatte, daß„unser Fritz" höchstens noch als Sterbender auf de» Thron gelange» könne, vollständig für sich mit Beschlag zu belegen und den Umarmungen der Bismarck-Polypcn zu entziehen. Seit 3 Jahre» gehört der neue alte Fritz dem Waldersee, welcher den Bismarck sc», i h a ß t,»nd den Bismarck junior verachtet— und sich auch nicht die Mühe nimmt, diese» seinen Haß und und diese seine souveräne Ver- � achtnng in drastischster Weise zum Ausdruck zu bringen. Graf Waldcrsec ist ein Manu von scharfem Verstand und großem Wissen:»nd obgleich psychologisch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen Ist, daß er eS mit der Muckerei und Stöckcret ernst meint,— Personen mit einseitigem Talent für die sog. exakten— bei Militärs allein in Frag» kommenden— Wissenschaften, verfallen notorisch sehr leicht dem Mysti-■ zisnms—, so halten wir es doch für weit lvahrscheinlicher, daß der kommende Mauu macchiavcllistische Komödie spielt, und auf di« Stöckerci und Muckeret lheils mit Rücksicht auf den Geistes und Körper- zustand des»cucsteii„alten Fritz", theits aber auch in der wohlbegründcte» llebcrzcugung versallen ist, daß das herrschende System sich mir noch durch die Perdunimungspolitik im Bund mit der rücksichts' lojesleu Unterdrück nngspolitit erhalten läßt,— wenn cS überhaupt zu erhalten ist. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß bei Hof und in dem Palais des Grafen Waldcrsee das T i s ch r ii ck e n und ähnlicher spiritualislischet Blödsinnsspuk ä la Resau, wo ein pfiffiger Baucriilümmel den„Geist" s» erfolgreich gespielt hat, daß eine ganze Literatur daraus entstanden ist und die Gerichte viel Arbeit bekoinmcn haben, heftig betrieben wird; un» daß der Originalspuk von Resau in der Person eines Dr. M ü l l e r, der vor einiger Zeit im„großen General st ab" arbeitete, und mit dem Graf Walde rsee und dessen Leute i» nächster Beziehung stehen, einen glühenden Vertheidiger gesunde» hat. Es sind das„Zeichen der Zeit", über die man lachen kann, dere» Bedeutung jedoch nicht unterschätzt werden darf. i Vor einigen Tagen starb im Jrrenhans(bei Berlin) der EK staatsauwalt und Kamnicrgcrichtsrath Frehsce. Es ist dies derselbe Justizscherge, der weiland mit bluthimdischem Eifer im Prozeß Lieskc die Anklage vertrat und dessen streberhaften Anstrengungen es auch ga»! wesentlich zu verdanken ist, daß der II n z w c i s e l h a f t schuldlose Lieske als Mörder Rumpff's zum Tode verurtheilt und hingerichtet wurde. Als dys Todesurtheil verkündigt ward, sprang Lieske auf u»i> rief uiit gellender Stimme seinem Mörder zu:„Sic werden Nie in and mehr z umTode v e ru r t h c i l e n!" Der Feigling glaubte. das solle ihm seine Hinrichtung durch Genossen Lieske's ankündigen! und er tief; sich schleunigst Sott Frankfurt sofort als Kammergerichtsrath nach Berlin versetzen, wo er sicherer zu sei» glaubte. Er hatte das Wort Lieske's nicht verstanden. Er hatte nicht gedacht, das, noch etn Rest von Gewissen in chm wohnt, und daß er sein Opfer nicht werde abschütteln können, auch nachdem dessen Kopf abgeschlagen. Lieske wich nicht mehr von seiner Seite, er ging mit ihm zu Gericht, zu Tisch, in's Bett. Immer und überall Lieske. Und Lieske erhob immer drohender die Hand und schrie immer lauter:.Du w i r st Keinen m ehr zum Tode V e r u r t h e i l e u!"— bis der Mörder selber zum Opfer wurde und, von seinem Opfer gepeitscht wie von den Furien des Muttermörders Orestes, ins Irrenhaus flüchten mußte. Und da ist er denn gestorben. Er war hart bestraft— nicht zu hart. Wir sprechen gerade von der Verkommenheit des herrschenden Systems. Ein iveiteres Beispiel aus unerschöpflichem Vorrath. Am 26. ds. Mts. traten in Berlin ein Dutzend Herren zusammen, und wer von ihnen eine Zeitung vorn vorhergehenden Tag zur Hand hatte, der las darin:.Morgen hat der Bundesrath seine letzte Sitzung vor den Ferien; er wird u. Sl. den Antrag der sächsischen R e- gierung auf Verlängerung des Belagern ngszu- st a n d e s für Leipzig und Umgebung annehme n."„Annehmen"— nicht: zu bcrathen haben. Es handelte sich um Annahme, »m Registrirung— denn fraglich war die Sache nicht. Das Dutzend Herren war der B u n d e s r a t h. Sie rauchten Havannazigarren, sprachen vom Wetler und von Wettrennen, und als der Vertreter Sachsens seinen„Antrag" einfach mit den Worten:„Sie kennen den Antrag und werden mir eine Motivirung ersparen",„begründet" hatte, koustatirle der Herr Vorsitzende die einstimmige Annahme. In weniger Zeit, als das Lesen dieser Notiz erfordert, war die Sache ab- gemacht, waren 30,600 sozialdemokratische Wähler wieder auf ein Jahr politisch rechtlos gemacht und an Händen und Füßen gebunden, der Laune beschränkter Polizisten überliefert. Kein Versuch, die Nothwendigkeit der Verlängening nachzuweisen.„So paßt's uns in den Kram, so wollen lvirs,— was schadcts, wenn Dutzende von Existenzen zerstört, Tansende in der Ausübung ihrer hefligsten Rechte gehindert werden?" — Diese affenartige Geschwindigkeit, mit welcher am 26. Juni ds. Js. der Belagerungszustand für Leipzig und Umgegend vom deutschen Bundesrath erneuert wurde, darf nicht vergesse» werden, wenn von der absoluten Verkommenheit des herrschenden Systems und der heutigen Machthaber die Rede ist. Es ist um so nothwcndiger, sich solche Schandthaten fest ins Gedächtniß einzuprägen, weil sie häufig sind, und wir deshalb Gefahr laufen, uns daran zu gewöhnen und die volle E in p s i n d u n g für die enorme Nichtswürdigkeit zu verlieren. — In dem Berichte Berliner Zeitungen über einen Prozeß gegen Armeelieferanten, die durch Bestechung-c. von Z a h l- m c i st e r n sich Aufträge zu Lieferungen zu verschaffen pflegten, wie das beiläufig bei diesem Geschäfte altchrwürdiger Gebrauch ist, finden wir eine Stelle, die Werth ist, im„Sozialdemokrat" notirt zu werde». Nicht sowohl wegen des Lichtes, das sie auf die sittliche Beschaffenheit der zur Blüthc des patriotischen Musterbürgerthums gehörenden„Zeugen" wirft, als vielmehr wegen der Art, wie in diesem Falle der Gerichts- Präsident seinen ganzen Eiser darauf verwendet, die„Zeugen" vor einem Metneid zu schützen. Man höre nur: „... Der nächste Zeuge, der ehemalige Zahlmeister Gröbener ans Neu-Ruppin, will nie Geld von der Firma Wollank erhalten haben, er räumt nur ein, daß seine Ehefrau mehrfach anonyme Geld- sendungen erhalten hat, er habe aber keine Ahnung davon gehabt, wer der Absender sei nnd auch nicht darnach geforscht. Vergebens weist der Präsident den Zeugen auf das Unglaubwürdige dieser Angaben hin, er sowohl wie die Vorzeugin, Frau Ätüller, erklären, ihre Aussagen beschwören zu wollen. Der Staatsanwalt widerspricht der Vcr- eidigung, der Gerichtshof findet aber keinen gesetzlichen Grund, dieselbe abzulehnen. Noch einmal vermahnt d e r P r ä s t d e n t die Zeugen, mit sich zu Nathe zu gehen, in e i n d r i n g l i chst e r Weise st e l l t er ihnen die Folgen des Meineids vor, sowohl Gräbener wie Frau Müller erklären sich zum Schwur bereit. Schon erhebt der E r st e r e die Hand zum Schwur, da erklärt der An- geklagte Wollank, daß sein Gewissen ihn dränge, eine Erkläning abzugeben:„D e r Z e u g e kann den Eid n i ch t l e i st c n ," er- klärt er,„es ist einmal ein Schreiben von Frau Gräbcuer an die Finna gekommen, in welchem die Absenderin sich über die Geringfügigkeit der übersandten Summen beschwert und ansrägt, ob sie nicht etwa blas ein anstatt der üblichen zwei Prozent von den Menagegeldern erhalten hat. Dies muß mein Schwiegersohn Lücke bestätigen."— Vors.: Nun, Zeuge, was sagen Sie zu dieser Erklärung, wollen Sie noch den Eid leisten?— Zeuge: Jawohl, ich weiß nichts von dem Briefe und von wem die Gelder kamen.— Bors.: Bedenken Sie auch, daß wir den Kaufmann Lücke zwingen können, hierüber Zcugniß abzulegen?— Zeuge: Ich muß dabei bleiben, daß ich von nichts weiß. Wieder hebt der Zeuge die Hand zum Schwur, da beantragt der S t a a t s a n w a l t, seine Aussage zu Protokoll nehmen zu lassen. Der Gerichtshof muß diesem Antrage Folge geben und die Aussage des Zeugen wird wie nachstehend niedergeschrieben:„Vom November 1882 bis Juli oder August 1885 hat meine Ehefrau zuerst monatlich, dann in längeren Zwischenräumen eine Reihe von Geldsendungen ohne Begleitschreiben unter„eingeschrieben" empfangen. Diese Sendungen kamen alle mit dem Poststempel Berlin, doch habe ich nie ermittelt, wer der Absender des Geldes gewesen ist. Die Geldbeträge, welche auf diese Weise ein- gegangen sind, haben in keinem Falle, soweit meine Frau mich recht unterrichtet hat, den Bettag von 60 Mk. überschritten. Meine Frau will diese Gelder, so hat sie mir gesagt, an ihre Mutter abgeführt haben, um diese in ihren ärmlichen Verhältnissen zu unterstützen. Es wird mir gesagt, daß meine Frau im Laufe der obengenannten Zeit einmal an die Firma Wollank in Berlin geschrieben und darüber Klage geführt hat, daß ihr bei der letzten Sendung statt der üblichen 2 Pro- zent nur 1 Prozent Gratifikation zugeschickt worden sei, ich meinerseits versichere, daß ich von dieser Beschwerde meiner Ehefrau auch nicht die germgste Äenntniß habe nnd bleibe dabei, daß ich niemals erfahren habe und nicht weiß, von wem und wofür die in Rede stehenden Gelder geschickt worden sind."— Vors.: Zeuge, dieses wollen Sie Alles be- schwören?"— Zenge: Ja.— Der Vorsitzende ermahnt ihn noch einmal ernstlich, er bittet ihn, d i e F o l g e n z u b e- denken. Endlich erwidert der Zeuge: St e i n, i ch w i l l n i ch t schwören, ich will die Wahrheit sagen. Und nun gibt er den Inhalt der Anklage zu. Nicht minder Schwierigkeiten hat der Präsident, die Zeugin Müller von der Begehung des Meincids-Verbrechens abzuhalten. Endlich g e st e h t auch sie, daß sie jenen Brief an Hagemann, worin sie um dos Geld bittet, da sie hinter dem Rücken ihres Mannes Schulden gemacht habe, einer anderen Person in die Feder diktirte, und daß sie von jener Zeit an regelmäßig Geldzuwendungen von Hagemavn erhielt.".., Dies der Bericht. Er zeigt uns Leute, die in der Absicht, einen Meineid zu schwören, dessen Tragweite sie sehr wohl zu beurtheilen im Stande sind, vor den Richter treten, die diesen Meineid leisten wollen, um einen nnsaubern Handel, der sich als Untreue aus Eigennutz qualifizirt, zu verschleiern. Ilnd der Richter bietet sein Möglichstes auf, sie vor diesem Meineid zu behiiten, er stellt ihnen eindringlichst die Folge n vor, die die Ableistung desselben für sie be- deute, und diesem wiederholten Hinweise gelingt es schließlich, nachdem der eine Angeklagte, der seine Sache schon verloren sah. bereits die Wahrheit gestanden, das moralische Verantwortlichkeitsgesühl— nicht doch, das Bewußtsein, daß sie sich z w e ck l o s der Z u ch t h a u s- strafe aussetzen, in den„Zeugen" zu wecken, sie bleiben vom Zucht- Hans verschont, ihr Zengniß wird-«, Zukunft»»geschwächte Beweislrnst haben. Wie anders ist man seinerzeit gegen unsere Genossen verfahren, die vor Gericht standen, nicht in Prozessen wegen Bestechungen und Be- trügercien behufs eigener Bereicherung, sondern in Prozesien wegen Bethätigung ihrer politischen U e b e r z e u g u n g, wegen einer Thätig- keit im Interesse des Wohles der Gesamnitheit. Sie stellte man vor die Zwangslage, politische Denunzianten zu werden, und wenn sie. um keinen Verrath zu begehen, eine falsche Aussage gemacht, daun nöthigte mau ihnen h inte r per den Eid ab— mau preßte sie förmlich zum Meineid. So geschah es in Landshut, so geschah es in Chemnitz, so geschah es an andern Orten. Hier kannte» Richter nnd Staatsanwalt keine Bedenken, die Eidesle stnng vornehuik» zu lassen— ob sie auch zehnmal wußten, in welcher Zwangslage sich die Zeugen befanden. Hier fanden auch nicht jene eindringlichen Er- mahnungen statt, sich doch ja nicht ins Verderben zu stürzen, obwohl es sich meist um Proletarier handelte, die in den Gesetzbüchern nicht i entfernt so zu Hause sind, als die Herren Regimcntszahlmeister und ihre geschäftskundigen Ehehälften. Das Opfer ward, obnc daß man es recht zum Bewußtsein kommen ließ, in die Falle getrieben, diese dann zugeschlagen— und hinterher schimpfte das tugendhafte Prozent- Patriotenthum in pharisäischer Entrüstung über die verderbten Sozia- listen, die so„unerhörte Meineide" leisten und ihre Gesinnungsgenossen, die„Meineide" geleistet, nicht in Bausch und Bogen verdammen. Eine solche Partei habe den Anspruch darauf verwirkt, daß man dem Zeugniß ihrer Angehörigen irgendwie Glauben schenkt." Stände morgen in einem Sozialistenprozeß der Herr Ex-Zahlmeister Gräbener einem Sozialisten als Belastungszeuge gegenüber, die Aussage des Letzteren, und wäre sein Ruf noch so fleckenlos, würde federleicht in die Wagschale fallen gegenüber seinem„Zengniß". Er gehört ja nicht einer Partei an, die„den Meineid verherrlicht". Herr Gräbener ist ein Ehrenmann, genau wie die beiden Ehrenmänner I h r i n g- M a h l o>v und N a p o r r a, die frei herumwandeln, während Arbeiter, die gegen sie gezeugt, des Meineids schuldig ge— s prochen wurden. llnd das nennt man Justiz— auf deutsch Gerechtigkeit! — Ter Ncncgat CriSpi erklärte neulich im italienischen Senat in Hinblick auf den Bismarck'schen F e l d z u g wider d aS Asylrecht, die frühereu Verbannten— das heißt aus der Zeit, da Herr Crispi noch Revolutionär war, dürfen„nicht mit denen von heut- zutage verglichen werden, welche die Gesellschaft und den Staat an- greifen nnd Vaterland nnd Eigenthum verneinen." Natürlich, die Herren Carbonari, die vom sicheren Boden des Aus- landcs E r p r e s s u n g s in a n ö V e r organisirtcu, waren allesaninit Stütze» des heiligen EiaenthumS, und die Herren Mazziniancr, die den politischen Mord in Theorie und Praxis kültivirten, die nicht davor zurückschreckten, ganz harmlose Leute, blas weil sie„teckosobi" waren, hinterrücks feige zu erdolchen, das waren auch zu ihrer Zeit wahre Säulen der herrschenden— denn um diese handelt es sich jedesmal— Staats- und Gesellschaftsordnung! Thatsächlich haben selbst die Stellmacher, Kämmerer und Genossen nicht solche Schreckensthatcn verübt, wie seinerzeit die italienischen Ver- schwörer, die ganze Lehre von der„Propaganda der That" ist nur eine Answärmuug der der geheimen Gesellschaften, deren„vorbereitender Thätigkeit" das heutige Italien seine Entstehung verdankt, und wenn es nicht aus anderen, prinzipiellen Gründen wäre, daß wir diese Lehre verwerfen— um die illustren Beispiele, sie zu vcrtheidigen, brauchten wir nicht verlegen zu sein. Aber, wie gesagt, wir verwerfen sie, die deutschen Sozialdemokraten, deren Duldung auf dem Boden der Schweiz Herrn Erispis Patron derselben zum Vorwurfe macht, haben den Boden der Eidgenossenschast weder zum Anstiften von Morden, noch von Geld- crpressuugcii mißbraucht, und insofern unterscheiden sie sich wirklich von den„früheren Verbannten". Nichts Ekelhafteres als ein Parvenü, der wider diejenigen eifert, die sich in derselben Lage befinden, in der er einst gewesen. Nichts widerlicher, als die Regierung eines Landes, das seine Existenz der Revolution verdankt, wider die Revolutionen dcklauiiren zu hören.[ — Krauts freigesprochen! Der Henker, dein das Malheur passirt, einen Mitmenschen ohn� obrigkeitliche Erlanbniß vom Leben zum Tode zu bringen, von aller Schuld an diesem„rollenwidrigen Seitensprung" freigesprochen— von einem Schwurgericht freigesprochen- das ist an sich schon ein kulturgeschichtlich hochinteressantes Ereignis;. Noch interessanter aber gestaltet es sich durch die Schlagschatten, die aus das Leben und die„Moral" dieses obersten Repräsentanten des preußischen „Rechtsstaats"— denn das ist der Henker, der Vollstrecker der haute« oeuvres— der hohen Werke der Justiz— geworfen worden sind. Streit zwischen Meister nnd Gehilfe um einer Konkubine willen, chroni- scher Ehebruch, Wirthshausprügclci, Völlerei, viehische Rohheit— kurz genau die Atmosphäre, aus welcher die Opfer des Herrn Krauts hervorzugehen pflegen— und um in diese Schrnuygeschichte etwas Humor ciiizuflechten, das Geständnis; des obersten Vertreters der preußi- scheu Justiz, daß er schon zweimal wegen Beamtenbeleidigung und ein- mal wegen Widerstands gegen die Obrigkeit bestraft war. Ein Wunder, daß der Vorsitzende des Schwurgerichts den Biedermann Krauts nach dessen staatsgcsährlicher Sündenbeichte nicht auch geftagt hat, ob er keine sozialdemokratischen Unisturzvergehen auf dem Gewissen habe. Hätte der Mann nicht Krants geheißen, die Frage wäre unzweifel- hast gestellt worden. Jedenfalls ist der preußische Rechtsstaat gerettet — Krauts kann weiter tödten. — Aus Tachscn schreibt'man uns über die Wettinfeier: „Reisen und Feste werden jetzt so zahlreich und mit einem Pomp nnd Glanz veranstaltet, als ob man es wie beim Verfall des„heiligen römischen Reiches" fiir nothwcndig hielte, dem Volk« für das mangelnde Brod in der Äefricdigiing der Schaulust einen zornstilleuden Ersatz zu bieten. Diese Absicht ist auch bei Veranstaltung der Feier des angeblich 800jährigen Bestehens des Hauses Wettin offenbar mit maßgeblich gc- wesen, denn erstens ist es noch sehr zweifelhaft, ob die Wahl dieses Jahres eine geschichtliche Berechtigung hat, dann aber hätte das Ar- rangemcnt des ganzen Rummels an dem Geldbeutel der Macher beinahe Schiffbruch gelitten. Es war Großartiges geplant, allein der Prozcntpatriotismus fand die Sache zu thcuer und nur mit großer Mühe wurde die schwindende Thcilnahmc Derer, die für solchen Hum- bug die näthigen Mittel besitzen, vor dem Verlöschen bewahrt. Freilich hat man andrerseits aus dem Steuersäckel unverschämte Summen auf- gewendet und so das Volk wider Willen den Aufwand bestreiten lassen. So ist denn nun in Dresden das„Hauptfest" zu Stande gekommen. Aber von einer Begeisterung oder von einem Aufblühen des inonarchi- scheu Gedankens im Volke, das zu Hunderttausendeu Spalier bildete, kann schlechterdings nicht die Rede sein. Es gewährte dem sozialdemo- ttatischen Beobachter große Befriedigung, die kühle Stimmung der Massen zu sehen, sowie manch' treffendes kritisches Wort zu hören, welches das Gcgentheil von monarchischen Gefühlen bekundete. Nicht am wenigsten trug zu dieser Stimmung bei, daß der servile Landtag mit allen gegen die vier Stimmen der sozialdemokratischen Abgeordneten— Vollmar war beurlaubt— dem Könige drei Mil- liouen Marl aus dem Steuersäckel schnitte, während in manchen Theilen des Landes dauernder, durch die Wolkenbrttche noch erhöhter Nothstand herrscht. Um die Empörung nicht z» stark zu schüren, hielt man es für zweckmäßig, eine Nothstaudsvorlage für die Wafferbeschädigten zu machen. Bei Berathung derselben wurden beiläufig Dummheiten zu Tage gefördert, die im ganzen Lande Helles Gelächter erwecken mußten. Die Regierung verlangte die Ermächtigung der Kammer, den durch die bisherigen Wasserschäden Betroffenen materielle Hilfe leisten zu können, wenn die Privatwohlthätigkeit nicht ausreiche. Ein Zusatzantrag der Sozialdemokraten wollte diese Ermächtigung auf die im Laufe des Sommers etwa noch aus gleichen Ursachen ent- stehenden Nothständc ausgedehnt wffsen. Die Kammer war schier ver- blufft über den Antrag, und als der mumienhafte Minister des Innern, v. N o st i z- W a l l w i tz, der auch ganz verdutzt war, die Sprache wieder fand, erklärte er, sachlich nichts gegen den Antrag einwenden zu können, aber er wünsche nicht, daß die Kammer denselben annehme. RtansollcdieLorsehungntchtgleichsamprovoziren. Diesen Blödsinn applaudirte die Kammer und lehnte den sozial- demokratischen Antrag mit allen gegen zwölf Stimmen ab. Einige Stunden später fiel bei Chemnitz ein Wolkenbrnch, und andern Tages traten Wasserschäden bei Grimma nnd Zittau ein. Wer hat nun die „Vorsehung provozirt"? Die Sozialdemokraten mit ihrem Anttage oder die ablehnende Kammer? Diese Frage können sich jetzt die Gelehrten der„göttlichen Weltordnnng" vorlegen. Göttlichen Unsinn gab ferner der Abgeordnete Opitz zum Besten, der beiläufig seine blödsinnige Schwatzerei aus dem Stenograiniu ge- strichen hat; er faselte von einer„Fügung der Vorsehung, welche die Wasserschäden verhängt habe. damit der König, der die durch Wolken- bräche beschädigten LandeStheile zum Thcil besichtigt hat, seine Fürsorge für das Volk beweisen könne." llnd das darf ein Abgeordneter in dem sonst so gerühmten„fortgeschrittenen" Sachsen sagen, ohne das Ausehen bei feinen Wählern zu verlieren. Der WahlzensuS ist wahr- hastig eine Prämie der Dummheit, davon zeugen die Kamnicrreden. Leider ist es auch schon lange her, daß es noch in den„fortschritt- lichen" Reihen Abgeordnete gab; die ein freies Wort zu reden wagten: jetzt ist die Versumpfung der„sächsischen Fortschrittler" gradezu haar- sträubend. Ilnd so schaart sich denn, wer Charakter und Freiheitslicbe besitzt, um das Banner der Sozialdemokratie, das glücklicheriveise für die Massen eine weit stärkere Anziehungskraft besitzt, als das der Wcttiner und der ganze damit verbundene Plunder. Wäre es der Sozialdemokratie gestattet, einmal Heerschau in festlichen Umzügen veranstalten zu können, wir sind iibexzengt, an Flittcrkram würden diese Umzüge dem Dresdener Huldigungsznge hintauslehen, aber an Z a H l der Thcilnehiner und an B e g c i st c r u n g für die Partei würden diese Umzüge den monarchischen Rummel thnrnihoch überragen. Nichts lächerlicher, als das Bestreben,„Furore machen" zu wollen und dabei das Publikum auffordern zu müssen: Schreit doch hoch!— wie es die Jnnungsbrüder thatcn, die ihre Einfalt in dem Festzuge mit zur Schau trugen. Noch jämmerlicher sind Umzüge in den Provinzialstädten ausgefallen; dort war der amtliche und ge- schäftliche Zwang auf den Vcrlegenhcitsgesichtern der thcilnehmenden Philister mit Frakttir aufgeprägt. Wenn Fürsten nnd Fürstcudicncr am äußern Prunk eine Beruhigung gefunden haben, so gönnen wtt ihnen diese; wir jedoch erkannten die innere Leerheit des Schangcprängcs nnd fanden in der Wahrnehmung derselben eine Befriedigung, die uns mit gesteigerter Zuversicht an unsre gewohnte politische Arbeit gehen läßt, wie immer auch unser persönliches Loos fällt." lieber das gleiche Thema haben wir noch andere Berichte erhalten, welche das vorstehend Gesagte nur bestätigen. Die alten monarchischen Götter sind saiumt dem Glauben an das Gottcsgnadeuthum längst zum Teufel gegangen— wenigstens in den Landern, die einigermaßen von der Kultur beleckt sind. Thalsache ist: die ganze Wettincr Feier war eine gemachte Theatervorstellung und eine gewöhnliche Spekn- l a t i o n: Spekulation im rein geschäftlichen Sinne des Worts, und auch das Geschäftliche rein im Geschäftssinn genommen. Alle Ver- anstalter wollten etwas verdienen: Geld und Kundschaft die Meisten, Orden und Beförderung eine privilegirtc Minderzahl, die auf das Geld nicht so direkt zu sehen hat. Der Menschcnzuflusz von Außen entsprach bei Weitem nicht den gehegten Erwartungen— von Berlin war nicht einmal ein Extrazug gekommen; dagegen hatte sich ein ge- wisser schicßlustiger Herr nach dort eingefunden, der die„gcmüthlichen" Dresdener dadurch, daß er sofort weglaufen wollte, nachdem die Sol- daten-Parade beendigt war, in nicht gerade bewunderndes Erstauneii versetzte. Am Unverschämtesten äußerte sich die Servilität in der Geschichts- f ä l s ch u n g, die hei dieser Gelegenheit verübt wurde. Natürlich hat es während der 800 Jahre, die„gefeiert" wurden, nichts gegeben als „Wcttiner": d. h. Fürsten von glänzeuden, übermenschlichen Eigen- schasten— so etwas Aehulichcs ivic ein Volk war nicht vorhanoen. Die Geschichte der 800 Jahre stellt sich als eine lauge, ununterbrochene Reihe von Wundern dar, die von den Fürsten aus dem Hause Wettiu fiir den dummen, solche Wohlthatcn eigentlich gar nicht ver- dienenden Plebs bewirkt wurden. Daß unter diesen gottbegnadeten Wettincrn abscheuliche Landcsverräthcr waren, wie Bernhard von Weimar und M o r i z von Sachsen— daß die Wettincr die Reformation nur in ihrem dynastischen Sonder- Interesse annahmen und auszubeuten suchten, nnd daß sie die Rcsor- mation verriethen, sobald die katholische Jagellonenkrone(Polen) ihnen winkte— davon schwieg selbstverständlich des Sängers und des Festredners(auch Fest s ch r c i b e r s) Höflichkeit. Doch lassen wir das. Mit einem Wort, die Wettincr Festfeier war in ihrem frostigen, lang- weiligcn Verlans cm neuer frappanter Beweis, daß die Zeiten des monarchischen Köhlerglaubens vorüber sind. Und unser Korrespondent hat gewiß Recht, wenn er meint: hätte die sächsische S o z i a l d e m o- kra ti e ein Volksfest gefeiert, es wäre ohne kostspielige Vor- bercitungcn weit großartiger ausgesallen als dieses Fürstensest. — Unser Lcizigcr Polizeipfiffikus hat offenbar ein mächtiges Be- dürsniß nach Unsterblichkeit. Nicht zufrieden mit seiner neulichen Leistung, die wir gebührender Maßen im Museum des„Sozialdemokrat" ansbe- wahrt haben, verübte er dieser Tage eine neue Großthat in den Spalten der„Leipziger Zeitung". Er schreibt da: „Leipzig, 27. Juni. Die hiesigen Lokalblätter enthalten die Ver- öffeutlichnng eines Beschlusses des Polizeiamts, nach welchem das Ein- s a m m e l n sowie die öffentliche A u s s o r d e r u n g zur Leistung von Beiträgen, welche zur Deckung der durch die Ent- scnduiig von Delegirten zu dem in Paris stattfindende» i n t e r n a t i o- nalcn Arbeiterkongreß entstehenden Kosten bestimmt sind, auf Grund von is 16 des Sozialistengesetzes verboten wird. Die Zeich-. unng dieser Beiträge geschieht auf Sammellisten, welche in Hunderten von Exemplare» i» Umlauf gesetzt worden sind. Nach dem ans den Listen oorgcdruckten Aufruf sollen die Namenszeichnungen gleichzeitig die Auftragsertheilung au vier Personen zur Vertretung der Leipziger Arbeiterschaft ans den, Pariser Kongresse ausdrücken. Diese vier Per- sonen sind: der Vorfitzende des Vereins für volksthümliche Wahlen, Tischler Pfeiffer, und der Former S ch i e m a» u in Leipzig, der bekannte frühere Reichstagsabgeordncte Zigarrenfabrikant Geyer in Würzen nnd der ausgewiesene Lithograph P i n k a u in Borsdorf. Wir hatten mithin Recht, als wir kürzlich behaupteten, daß die Wahl der Delegirten längst vollzogen nnd die Einberufung von Versammlungen zu diesem Zwecke eine leere Form sei. Die Zentralsammelstelle für Leipzig ist die Expedition des„Wähler", dessen gestrige Nummer den ganzen Sammelmodus mit keinem Worte erwähnt." O heilige Einfalt! Also„wir" hatten gesagt, drei würden gewählt werden, weil es im„Sozialdemokrat" gestanden, und jetzt, da vier gewählt werden,„haben wir Recht gehabt". Und weil die Wahl der Delegirten nicht öffentlich vorgenommen werden kann, nachdem Herr Müller und Konsorten es verboten haben, ist die Vornahme der Wahl durch Sammlung von Unterschriften, wie es von der Fraktion öffentlich vorgeschlagen worden, ein Beweis dafür, das; Alles vorher geheim abgekartet worden— natürlich ein„Geheimbund". O heiliger Müller! Uebrigens macht Sachsen„ Sch u l e". Auch in Breslau sind Sammlungen zum Zweck der Beschickung des Pariser Kongresses verhoteu worden. Und dasselbe geschah in München mil Ver- sammlungen behufs Wahl von Delegirten zum Kongreß. Das böse Paris liegt den Herren arg im Magen. — Aus Württemberg schreibt man uns:„Was für Janiinerkerle die schwäbischen Königlichen H o f d c in o kr a t e n sind, hat neulich wiederum der Abgeordnete Schnaidt von Ludwigsbnrg bewiesen. Das Ministerium hatte einen Entwurf vorgelegt, wonach das Nichtsthuergehalt— Apanage genannt— des in Aussicht genommenen Thronfolgers, Prinzen Wilhelm(beiläufig, eine durchaus triviale Per- sönlichkcit), das bisher sich ans den Hnngerleiderbetrag von 100,000Mk. pro Jahr bclief, auf den Stand eines Kronprinzengehaltes erhöht werden sollte— mit dem Nadelgeld fiir seine Frau um 27,000 Mk. Feierliches Schweigen in der Kaminer. Da erhebt sich Schnaidt, der sonst in allen Geldfragen die äußerste Linke repräsenfirt, und spricht; „Ich erkläre, daß ich es mit meiner demokratischen Gesinnung voll- ständig vereinbaren kann, wenn ich für die Vorlage stimme. Ich fühle mich gedrungen, zu zeigen, daß d e r B e z i r kL n d w i g s- bürg nnd sein d e m o k r a t i s ch e r Ä e r t r e t e r monarchisch gesinnt(sie!) sind, und der Dynastie furchtlos und t r e u a N h ä ii g e n. Ich bitte Sie, ohne Weiteres der Vorlage zuzu- stimmen." Sprachs und setzte sich,»nd die Vorlage wurde mit allen gegen die einzige Stimme des katholischen demokratischen Land- richters Gröber angenommen. Am Schlüsse der Sitzung gab der Demokrat Haußmann die Erklärung ab, er sei geschäftlich verhindert gewesen, der Berathung anzuwohnen; er hätte sonst gegen die Forde- rung gestimmt. Wahrscheinlich hat ihm aber erst Gröber Kourage gemacht. — Heilig ist die Familie und Ehe. Ein Freund schreibt uns aus dein S a a r g c b i e t Folgendes, was er bei einem gelegentlichen Besuche daselbst in Arbeiterkreisen berichten hörte: „Wo Einer sich hier als Sozialdemokrat oder auch nur als unabhängig zeigt, wird er aus dein Erwerb verjagt wie ein wildes Thier. E i n c r w u r d e sogar von Frau und sechs Kt n- dern weggerissen, weil er kein Herrcndiencr war. lind der fa- inose B ü r g e r in e i st e r von M a h l st a d t entblödete sich nicht, zu sagen:„Es ist gut, daß der fort ist. Für seine Familie werden wir schon sorgen." Ist es da nun keine Schande, sich noch Deutscher zu nennen, wo die Herrschenden solche Bestialitäten begehen? Wenn man einen Bogel vom Nest und den Jungen wegfängt oder verjagt, so wird gleich das Bogelschutzgesctz herangeholt und das ist Recht. Für einen redlichen Arbeiter aber gibts kein Schutzgesetz. Man wirft sich noch in die Brust und schreit„wir versorgen die Familie", nachdem man sie zerrisien und ins Elend gejagt hat. Wir sind Christen, gute königstreuc Christen! Jawohl— und heilig ist Euch Ehe und Familie, heilig das Eigeuthuin und das Brod des arincu Mannes und der Seinigen!?— Den Teufel über Euch, Ihr Hyänen der Ordnung, die Ihr die Liebe und das Recht predigt und die Leiber derer dem langsamen Marter- tode preisgabt, die Eurer Schande cm Ende machen wollen. Und da wundert man sich noch, wenn die Geduld des Volles endlich zum bösen Ende kommt." So der einfache Arbeitsmann. Was gibts dem noch beizufügen? Richtig! Der Mann stand im Verdacht, Sozialdemokrat zu sein, sitzt jetzt bereits drei Monate in Untersuchungshaft. Was man mit ihm machen will, Ivcitz man noch nicht. Also,— was gibt es da noch bei- zufügen? Ein Amen zu solcher Umsturzarbcit, ein dreifach gesegnetes Amen, Amen, Amen! — Im Rcw-Vorkcr„Sozialist" lesen wir:„Genosse Lutz, der durch die Wohlgcmuth-Affäre bekannt gewordene Spitzcl-Entlarvcr, ist glücklich auf a m c r i k a n i s ch c in B o d e n g e l a n d c t, nach- dem er ans der Schweiz, natürlich ehrenhalber, ausgewiesen war. Die deutsche Polizei hätte ihn gar so gerne in Empfang genommen; wenig- stens hat sie bei der Auswandcrungöagcntur alles Mögliche aufgeboten, zu verhindern, daß er ein Ueberfahrtslicket erhalte. Der deutsche Konsul in Basel erkundigte sich sehr angelegentlich, wohin er und wann er reise, und soll auch gedroht haben, kriniinaliter gegen diejenige Agentur vorzugehen, welche Lutz unter einem falschen Nanicii forthelfe. Augenscheinlich beabsichtigte man, den Gehetzten in Castle Garden in Empfang zu nehmen und unter irgend einem Vorwande nach der deutschen Heimat wieder abzuschieben, damit er die Süßigkeiten des thcnren Vaterlandes koste. Diesem lächerlich angelegten Plan hat Lutz ein Schnippchen gc- schlagen. Onkel Sam hat ihn unbehelligt passiren lassen und wir hoffen, daß sich Genosse Lutz unter den amerikanischen Genossen wohl fühlen und kräftig an dem Werke der Emanzipation des Proletariats weiterarbeite." — Das Nationalkomite der Possibilisteu veröffentlicht ein neues Rundschreiben, über den von ihm einberufenen iiougrcß, in dem es unter Anderci» heißt: „Die offizielle Sprache des Kongresses wird die ftanzösische sein. Die fremden Delegirten können sich ihrer betreffenden Sprache bedienen. Die Uebcrsctzung ins Französische wird durch Uebcrsetzcr geschehen, welche dem Nationalkomite bereits zur Verfügung stehen." Danach würde ein deutscher Delcgirtcr, der weder genügend englisch noch französisch versteht, nicht erfahren, was ein englischer Delegirtcr, ein englischer in ähnlicher Lage nicht, was ein.spanischer gesprochen u. s. w., u. s. w. Selbst die Herren Broadhurst, Shipton x. setzten für den von ihnen ciuberufenen Kongreß zwei offizielle Sprachen fest: Englisch und Französisch, und die possibiiistischcn Delegirten in London wachten sehr sorgfältig darüber, daß ihnen alles, was die Engländer verhandelten, in ihre Sprache übersetzt wurde. Um so cigenthümlicher nimmt sich jetzt ihre Anordnung aus. Wie die Dinge heute liegen, muß ein Internationaler Arbeiterkongrcß, der auf diesen Namen wirk- lich Anspruch hat, mindestens drei offizielle Sprachen haben: Deutsch, Englisch und Französisch. Die Delegirten aus den Niederlanden, den skandinavische» Ländern zc. Pflegen meist genügend deutsch oder eine der Ävei andern Sprachen zu verstehen, um den Debatten folgen zu können. Dasselbe gilt von den italienischen, spanischen zc. Delegirten mit Bezug aus die französische Sprache. Was die S l a v e n anbetrifft, so brauchen diese bei dem gegenwärtigen Stand der Arbeiterbewegung in den sla- vischen Ländern noch keine spezielle Berücksichtigung. Die österreichischen Slaven verstehen nicist Deutsch, die für diesen Kongreß in Betracht komiucndcn Polen und Russen entweder Deutsch oder Französisch. Aber ein Internationaler Kongreß mit Einer offiziellen Sprache— das ist ein merkwürdiges Ding. — Oesterreich. Die Genossen Viktor Adler und L. A. Bret- schneid er, als Herausgeber und Redakteur der„Gleichheit", vcr- öffentlichen in der..Sozialdemokratischen Monatsschrift" einen Protest wider die von der Wiener Polizei und chren Prcßmamelucken zur Beschönigung des Verbots der„Gleichheit" ausgehackte Lüge, daß dies« die Tumulte in Steyr angezettelt habe. Es heißt darin u. A.: „An deui Gesindel(d. h. der aiitisemitischen, ultramoutaneu zc. zc. Deiiunziaiitcnprcsse) liegt uns gar nichts. Wohl aber sind wir vcr- pflichtet die sozialdemokratische Partei und ihr bisheriges Organ die „Gleichheit" von dem Vorwurf zu reinigen, sie hätten mitgewirkt bei Dingen, welche das Parteiintcrcsse nur ernstlich gefährden können. Ein gerichtliches Verfahren über die Einstellung der„Gleichheit", welches Klarheit schaffen würde, gibt es nicht, wir mußten also Ersatz schaffen. Zu dem Ende hat unsci Vertreter, Herr Hof- und Gerichts-Advokat Dr. Wolf-Eppinger, in unserem Namen folgende Eingabe an dick. k. Staatsanwaltschaft in Wien gerichtet: „Ju einigen Wiener Tageblättern wurde die Behauptung auf- gestellt, daß die„Gleichheit" resp. deren Herausgeber mit den Unruhen in Steyr in Verbindung stehen, resp. daß dieselben von dieser Seite ans„angezettelt" worden seien. Da uns mit einer einfachen Berichtigung solcher denunziatorischer und vollständig un- wahrer Behauptungen nicht gedient sein kann, wir viclmchr ein berechtigtes Jntercfse daran haben, unzweifelhaft klar zu stellen, daß diese Behauptungeu erlogen seien, erlauben wir uns hicmit, die Aufnierksamkeit der k. k. Staatsanwaltschaft auf diese Nach- richten zu lenken und daran die Bitte zu knüpfen, die etwa gegen uns vorliegenden Verdachtsgründe zu erforschen und zum Anlaß einer strafgerichllicheu Untersuchung gegen uns zu nchliicn, deren Resultat nur die Klarstellung der Wahrheit, d. i. des Umstandes, daß die„Gleichheit" und wir auf Entstehen und Verlauf dieser Unruhen nicht den geringsten Einfluß genommen haben, sein kann. Durch unseren bereits ausgewiesenen Vertreter stellen wir sohin die ergebene Bitte: Die hochlöbliche k. k. Staatsanwaltschaft wolle über diese Ein- gäbe das Geeignete verfügen. Dr. Viktgr Adler. L. A. B r e t s ch n e i d e r." Wir hoffen, daß die Staatsanwaltschaft, welche viel leichter wiegende Denuiizinlioueii oft zum Anlaß mchrmouatlichcr Untersuchung und Unter- stichuugshaft nimmt, es auch hier an der erforderlichen Energie nicht wird fehlen lassen. Entweder die Behörde glaubt die Beschuldigungen gegen uns— warum verhaftet sie uns nicht? Die„Kollusionsgefahr" ist dringend. Oder die Behörde weiß, daß Alles erlogen ist— warum wird dann hie„Gleichheit" eingestellt??" Und weiterhin: „... Dem fügen wir bei, was wir seither erfahren haben. Unsere Parteigenossen in Steyr haben sich an den Exzeffeu i n keiner Weise und nicht ein Einziger von ih n e n bcthciligt. Ob- wohl man sie genau kennt, ist ein Einziger von ihnen verhaftet worden, ebensowenig irgend ein Ausschußmitglied der beiden Arbeitervereine. Während der Exzesse am Dienstag Abend hielt der Ausschuß des Arbeiter- Lese-»ud Gesangvereines ahnungslos und ruhig seine gewohnte Sitzung ab. Wir erwähnen, daß Genosse Friemcl zu derselben Zeit zu Hause war und schlief; das ist touftatirt. All das hinderte natürlich nicht, daß d i e Vereine s i st i r t und etwa 20 bekanntere Genossen von der Waffenfabrik entlassen und � von Steyr entfernt, nichl ausgewiesen, wurden. Man mußte eben irgend etwas thun; und bequemer lebt sich's ja unstreitig ohne Sozial- demokraten. Wir erhielten folgende Korrespondcnz-Karte mit dem Poststempel St. Valentin, 21. Juni:„4. Station. Werthe Genossen! Wir sind „gegangen worden." Warum? werdet Ihr bereits wissen. Daß wir mit diesem Unsinn nichts gemein haben, ist selbstverständlicki. Näheres folgt. Mit Gruß: Friemcl, Pölz, Kutil. XU. Viele folgen noch. Wir die ersten." Und„II n s i n n" in der That wäre es gcivesen, würden die Steyrer Genossen ihre Vereine, ihre Organisafton, ihre Arbeitsgelegenheit auf's Spiel gesetzt haben, ohne jede Aussicht auf irgend einen Gewinn für unsere Sache, ja mit der Gewißheit, ihr zu schaden. Daß sie davon- gejagt wurden, beweist nicht, daß sie schuldig sind. Den eigentlichen Thäier, den dumpfen Groll der unaufgeklärten Volksmasse über die Zustände kann man nicht, die Zustände will man nicht abschaffen, so schafft man einstweilen die Sozialisten ab.-- Das ist die Wahrheit über die Sache. Die Bourgeoispreffc hat ge- handelt, wie zu erwarten war, gemein und perfid gegen die Sache des Volks, feig gegen einen gefallenen Vertreter derselben. Die„N. Fr. Presse", die Gerechtigkeit zwingt uns das zu sagen, hat eine Ausnahme gemacht. In einem bei ihr ganz ungewohnten Anfall von Ehrgefühl brachte sie einen für ihren politischen Standpunkt recht vernünftigen Artikel über die Einstellung der„Gleichheit". Daher beschuldigen uns die„Vereinigten Christen" einer geheimen Beziehung zu diesem Blatte. Und nun mögen die Hunde weiter heulen! Sie werden sich des ge- lungenen Streiches nicht lange zu fteuen haben. Wir aber im Namen aller der Genossen, die mit uns gearbeitet, die mit uns die„Gleichheit" zu einer guten Waffe für die Sache des arbeitenden Volkes geschmiedet haben, wir erklären: Wir bleiben die Alten. Und allen den Feinden der Sozialdemokratie rufen wir zu: „Ihr hemmt uns, doch Ihr zwingt uns nicht! Unser die Welt, trotz alledem!" Dr. V. A d l e r. L. A. Bretschneider." Weiter theilen die genannten Genossen mit, daß sie mit den Heraus- gcbern der„Sozialdemokratischen Monatsschrift" ein Abkommen dahin getroffen haben, daß den Abonnenten der„Gleichheit", deren Wonne- nient noch läuft, für solange die„Sozialdemokraftsche Monatsschrift" zugesendet wird, als der für die„Gleichheit" erlegte Betrag reicht. Abonnenten, die diesen Ersatz nicht wünschen, können die entsprechenden Beträge zurück beziehen. Die„Sozialdemokratische Monatsschrift" ist ein seit Ende Januar bestehendes Unternehmen. Herausgeber und Verleger ist der Genosse A. G r o ß e in Wien. Die Adresse der Redaktion zc. ist Wien VI., Gumpcndorferstraße 79. Am 27. Juni wurden von dem Ausnah mcgcrichtshof für anarchistische Vergehen Adler zu vier Rtonaten Arrest und 100 Gulden Kauftonsverlust, Brettschneider zu einer Geld- strafe von 30 Gulden vcrurtheilt. Das ist die Rache des Klassen st aats für die in den Ostcrtagen ausgestandene A n g st. Feigheit und Brutalität Hand in Hand. Internationaler sozialistischer Kongreß in Paris. Wir erhalten folgende Zuschrift: Ich ersuche die Delegirten noch einmal, mir in möglichst kürzester Frist Mittheilung von ihrer Wahl zu machen, damit die Kommission für Unterbringung der Delegirten die letzten nothwendigen Schritte be- Hufs Sicherung von Quartieren vornehmen kann. Die Ausgaben für Logis und zwei Mahlzeiten belaufen sich auf ungefähr 0—7 Franken pro Tag. Jndeß muß in Anbetracht der son- stigen Ausgaden der Durchschnitts- Verbrauch auf 10—12 Franken (8—10 Mark) pro Tag angesetzt werden. Die Delegirten sollten sich so einrichten, daß sie am 13. Juli hier eintreffen. Der Kongreß wird seine erste Sitzung am 14. Juli im Laufe des Tages abhalten, damit die Delegirten den Veranstaltungen zu Ehren des Natioiialfestes beiwohnen können. Der Kongreß wird in der Salle Pctrelle, Ruc Petrcllc*) tagen. Paul Lafaraue Le Perreux, Paris, Banlieue. *) Im Norden von Paris, in unmittelbarer Nähe des Nordbahnhofs und des Bahnhofs der französischen Ostbahn, zwischen der Ruc du Fanbourg Poissoniere uud der Rue lltochechouart gelegen. Korrespondenzen. Chur, 17. Juni 1889. Die neueste Schiveizerhetzc der Bismarck!- scheu Preßh— erren hat die in der Schweiz lebenden Parteigenossen gar nicht überrascht: vielmehr haben sie schon lange irgend eine General- gemeinheit erwartet. Es gab nämlich allerhand„Anzeichen", daß irgend etwas m der Luft lieg-, seit geraumer Zeit, abgesehen von den öffeitt- lichen oder veröffentlichten„Vorfällen". Dahin gehört ziiiu Beispiel die massenhafte Gründung von sogen. Deutschen Reichs-Fechtschulen an fast allen größeren Schweizerorten. In diesen Vereinigungen wird neben dem Bettel für deutsche Waisenhäuser— das Reich selber ist bekanntlich dafür zu arm— deutscher Byzantinismus gepflegt. Alles deuftch, nur deutsch! Und dabei gibt es auch recht abgeschmackte Titel zu erwerben: Fechtincistcr, Oberfechtnicister, Generalfcchtincistcr— echt deutsch!— wodurch man sich in gewissen Kreisen in guten patriotischen Geruch setzen kann. Die widerliche Dcutschmichclei, welche die Reichs- betteljungcii bei ihren zahlreichen Festeu entivickelten, und welche für unpolitische Leute häusig genug geradezu provokatorisch wirkte, hatte offenbar den Zweck, den Gegensatz zwischen Schweizettl und Deutschen zu schüren. Sonst kehrten auch gar zu wenig Monarchisten aus der Republik wieder! Hätlcu die eingeschlagenen Mittel und Wege zu dem gewünschten Ziele geführt— hätten die pluuip(jelegten Leimruthcn die vermeintliche Zug- kraft besessen, so wären jetzt in der Schweiz stall Protcstationcn gegen das Reptiliengelichter von Seite Deutscher sicher schon NuSschrcitungen zu verzeichnen. Aber auch der verbohrteste Michel entwickelt sich— ganz unvermerkt— bei relativer Freiheit anders als unterm Polizeiknüppel. Besitzt er einigermaßen ein bildsames Gehirn, so wird er von den Arbeitervereinen angezogen, und dort wird ja incist dafür gc- sorgt, daß wenn der Rcichsbnrgcr die. imJntercsse der Rcichspädagogik gratis abgegebene Wochcn-Ausgabe der„.Kölnerin" lieft, den Expek- torationcn des würdigen Blattes die gebichrenden Kominentare nicht fehlen. So verfehlt dieser gratis noch zu theure Wisch seine Mission. Aber selbst der indifferente und denkfaule Deutsche in der Schweiz findet es nach und nach doch bequemer, daß er nicht bei jedem Quark polizeiliche Erlaubniß nöthig hat. als wenn ihm der Büttel beständig auf dem Nacken sitzt. Das begreift einer bcini gröbsten Egoismus. Aus Egoismus— weil er an der Landsuianuschaft eine Stütze zu haben glaubte— ging er zu den Fcchlschülern: die 50 Cts. Jahresbeitrag drückten ihn gar nicht schwer. Aus Egoismus protcstirt er heute, weil er sciue Stellung beeinträchtigt oder bedroht sieht. Der Michel im Natioiial-Zuchtlzaiis Deutschland ist eben der Spatz in der Hand— der Michel in der Schweiz die Taube auf dem Dache. ES muß Ihr besseres Futter gestreut werden, soll sie sich kirre zeigen! Es gäbe wohl noch andere Vorbereitungen zu einem deutsch-schweizerischen Konflikt, die im Geheimen betrieben wurden. aufzuzählen, und hierher gehört sicher auch die beharrliche Zusendung und mitunter inasseuhafte Verbreitung gewisser Organe der„Propaganda der That". Doch wollen wir nicht Mücken säugen. Etwas Anderes aber wollen wir im Vorbeigehen noch erwähnen— die erfreuliche Thatfache nämlich, daß man auch in bürgerlichen Kreisen in der Schweiz z» begreifen beginnt, das System, welches ihnen königlich preußische Lockspitzel auf den Hals schickt, heiße nicht„System Pultkamer, soudern„System Bismarck!" Auch ein Fortschritt! Nachruf. AuS Berlin.(Verspätet.) Am 12. April starb unser treuer Freund uud Gciwssc Friedrich Kidotv aus W e r ch o w bei Kala» im Alter von 2l Jahren an der Schwind- sucht. Er hatte sich die Krankheit hauptsächlich im G e f ä u g u i ß�Z«- gezogen, als er gelegentlich des sogenaunten„Rothe Zettel- Prozesses" in Untersuchungshaft genommen wurde— ein Opfer mehr, das nnsre blindwüthigcn Feinde ans dem Gewissen haben. Ehre seinen, Andenken, Haß und Verachtung scineu Verfolgern! Tie Genossen des IV. Berliner Reichstagswahlkreises Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und(Semaßregelten nicht! Briefkasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen erhalten aus Kopeu- Hägen, Middelburg, München, Paris, Verden. der Expedition:=- D. Schz. Hrslndn.: Fr. 2.— 2. Qu. crh. — Brngl. A'sihl.: Fr. 2.— Ab. 3. Qu. erh.— W. A'fhrn. Zrch: Fr. 10.— a Cto. erh.— Der Alte vom Berg: Fr. 2. 35 Ab. 3. Qu. erh.— I. Ks. Zrch.: Fr. 4. 50 Ab. 2. Qu. erh.- A. K. Hrschbrg.: öwfl. 3. 60 u. 20 Pfg. Ab. 3. u. 4. Qu. erh.— Prg. Rsbch.: Fr. 2. 35 Ab. 3. Qu. erh.— Alte Garde: Brf. v. 25. am 27/6 erh. u. beantw. Panschalrechnung unthnnlich it. zwar in beiderseitigem Interesse. Also sofort nach Besorgg. Vorläge melden. Gruß!— Vorwärts BuenoS-AireS: Adr. E. B. u. Co. genügt(ohne Coop.) Bestllg. folgt. Zhlg. Ks. f. B. kann hierher erfolgen. Cassa erwartet. Bf. o. 31/6 kostet 7'/, Pce. Strafporto, da Doppel gewicht und nur mit 12 Cents- v o s frankirt war. Bf. folgt.— W. Wegin., Gleushaw: Doli. 3.— Ab. 3. ii. 4. Qu.«. Schft. erh. Bstllg. folgt.— A. H. New-Aork: Doll. 158. 15 in Baar u. Ggr. am 27/6 crh. u. Bstllg. notirt. Bfl. Weiteres. Rmtt. erwartet.— Mönns: Mk. 90.— a Cto. Ab. zc. erh. und Bstllg. notirt. An Glschtn. nichts unterwegs.— Hexeuthurm: Mk. 20.— Ab. 2. Qu. u. a Cto. crh. u. Mk. 9. 39 von früher dem Afd. dkd. zugewiesen. Ldb. müssen stündl. eintreffen. Sonst Alles fort. Bfl. mehr.— Gracchus W.: Mk. 25.— a Cto. Ab. zc. crh. Wir rechnen bestimmtest auf monatliche Fortsetzg.— Muth u. Kraft: Adr. verwenden nach Vorschr. Alles fort. Bfl. mehr.— W. H. Z.: Mk. 3. 50 Ab. 3. Qu. u. Schrft. erh.— Fuchs: Mk. 500.— a Cto. Ab. zc._ erh. u. nach Vorschr. mit 400/a und 100/n gebucht. Reklam. sollte längst dort sein; Recherchen wiederholt bewirkt. Dort auch? Zugesagtes erwartet. Gruß!— Felix III.: Mk. 35. 90 baar und Mk. 8.— pr. Ggrg. a Cto. Ab.?c. erh. u. Adr. eingerenkt, sowie Alles Weitere beachtet.— Max: Mk. 100.— a Cto. Ab. zc. erhalten. Dank ftir Refz. Bstllg. kommt. Bfl. das Gewünschte.— Rodcrich: chbd. v. 25/6 crh. Progr. u. Porto gutgeschrieben. Besten Dank!— Wolfus: Einverstanden. Speesen vergüten wir. Hoffentl. ordnet sichs kürzest. Gniß!— Blank: Refzbf. am 27/6 dkd. erh. Schöner Drei- klang das! Gruß!— C. Sch. H. a. N.: Mk. 30.— Ab. 3. u. 4. Qu. u. Schrft. erh. Bstllg. folgt.— Mouvcinent: Mk. 30.— Ab. 2. Qu. zc. erh.— Clans Groth: Mk. 100.— a Cto. Ab. zc. erh. u. Mk. 8. 50 pr. Ggr. gutgebr. Bcstllg. notirt. Bfl. Weiteres. Wie war's, wenn Sie zu den vieren die fünfte Etappe bildeten?— Schippe: Das wäre der größte Fehler, denn wer das Eine nicht zahlt, zahlt auch das Andere nicht. Adr. geord. Bfl. mehr.— Rothe Vehme: Wir wissen, daß Sie j worthalten u. verstehen das Weitere, wie Sie verstanden, was es in erster Linie jetzt gilt. Adr. renken ein u. bringen Mk. 14. 10 pr.> Ggr. gut. Betr. Mb. stimnits. Gruß l— Th. B. Hxfti.: 6 Pce. f.; S. D. erh. und Nota pr. Beil. gesandt.— E. B. L.: Mk. 6.— W. 3. Qu. u. a Cto. erh. Reklmts. u. Antw. bfl.— Zopyron: Mk. 31.30 I a Cto. Ab. zc. erh. Adr. geord. u. Bstllg. noftrt.— Blöder: Mk. 20.— I a Cto. Ab. 3. Qu. crh. u. Adr. eingerenkt.— Hlg. Josef: Mk. 80.— a Cto. Ab. 4. Qu. 88 u. 1 dir. 1. Qu. erh. u. Adr. notirt. Auch I w i r müssen wissen, was mit dem C. los war. Bfl. mehr.— G. H. T.: Mk. 1. 40 f. Schrft. erh. Sdg. indir. bewirkt. Der„G a n z e" wird l mit frdl. F i d u z i t pr. F. E. erwidert!— I. B. R.: Mk. 3.—| Ab. 3. Qu. erh.-- er—: Mk. 20.— pr. Ab. k. erhalten. Nicht Mk. 13.— sondern nur Mk. 16. 20 sandte S. am 3. April. Adr. geord. Haben Sie nicht Lust auch zuzugreifen, um die Zwhde. noch I „mehr auf den Schwung zu bringen?" Bfl. mehr.— Bukarest: öwfl. 165.— a Cto. Ab. zc. erh. Notinmg bfl., sobald umgesetzt.— I. I.: I Sh. 13.4 Cto.-Vbbdlg. u. Sh. 3.3 Cto. D. v. 27/6 erh.— Hebe: Bf. v. 27/6 am 1/7 beantw.— Donucrsberg: Mk. 14.— pr. Ggr. gutgebr. u. Ad. gcordn. Bfl. am 1/7 mehr.— Sicbencr: Nachr. v. 28/6 am 1/7 erh. u. beantw.— X. 3. V.: Brf v. 30/6 hier. Couvert l miserabel. Beilage besorgt u. Bstllg. vorgemerkt. Bfl. Weiteres.— j Manfred: Gut. Aufenthalt Hs. unbekannt. Wünschten ihn auch zu wissen. Bfl. mehr.— Rthr. Cerberus: Ist uns unerklärl. Näheres betr. d. A. bfl.— C. A. B. V. London: Pfd. 5.—.— a Cto. Ab.: zc. erh. ii. Weiteres nach Zusage erwartet.— Rubikon: P. K. v. 29. j n. Bf. zc. v. 30/6 erh. Betr. Ihrer Wünsche haben geeigneten Ortes Notiz gegeben. Weiteres dkd. verwendet.— Babylon: Nachr. v. 30/& erh. u. Ad. geord. Weiteres folgt bfl.— G. B. Bs.: Fr. 20. 25! Ab. pr. Ende 89 n. dir. Schrft. erh. Sdg. mit 27 fort.— Lorley:! Bstllg. u. Ad. notirt. Jrrthiim unsererseits am 1/7 bfl. erklärt. Brf. v. 30/6 hier. M. berichtet soeben, daß unausweichbare Reise Grund l| zur Stauung war. Bfl. Näheres.— E. H. Paris: Sldr. vorgeinertt. l! Ersatz an G. mit 27 gesandt u. Weiteres nach Vorlage v. 1/7 besorgt. — Ludwig P.: Fr. 9.— f. Schrft. v. 27/6 crh. Warum denn aber I nicht zahlbar auf XentisliTowaRoad Post-Office?'| — E. St. Lzn.: Mk. 6.— Ab. 3. u. 4. Qu. erh. E. R. kann an Ort und Stelle haben was er will.— Abel: Nachr. v. 30/6 hier. Bstllg. besorgt. Bfl. Weiteres.— Elsterstraiid: Adr. vorgeinerkt und I bfl. am 2/7 Näheres betr. Cto. berichtet.— Albaftoß: In welcher I Form Sic das abwickeln wollen, bleibt Ihnen überlassen. Richtig ist der Posten u. datirt aus der Zeit wo Sie direkt bezogen. Bfl. Näheres. Betr. Nz. erwarten Aufschluß.— Schlafhaube: Bf. v. 30/6| erhalten ii. Beil. desorgt. Derart ists doch Ihre Schuld und nicht andere Schuld,„wenn gemurrt" wird. Scheints Lokalkrankheit.— Der alte Rothe: OrduuugShalber erbitten künftig soforftge Gcgrnrcchnung u. notircu„Bedarf". Na, na! Sonderbares Wachsthuni das, in diesen gesegneten Gauen!— Vorwärts Melbourne: Sdg. v.'Anfang April am 22/4 hier angelangt und in Nr. 17 quittirt. Weiteres erwartet und Bstllg. fort. Ihre Engländer haben nicht so ganz Unrecht betr. der k. k. Cowboy-Gcnialität.— M. M.: Ihre Auffassung ist absolut richtig. Für örtliche Säumnisse lehnen wir jedes Entgegenkommen ab.. Kann der Erfragte keine sicheren Referenzen gcben� so lehnen Sie ihn entschieden ab, bis wir Aufschluß von erwähnter Seite haben. Berufsangabe sof. melden. Bfl. mehr.— Rtgn.: Mk. 10.— Ab. 2. Qu. erhalten u. Adr. gcordn.— Lionel: Nachr. v.—» am 2/7 erhalten, ebenso die Ihrige. Weiteres deinnSchst bfl.— Kilian: Bf. v. 30/6 am 2/7 erh. u. Avisirte» erwartet. Bstllg. unterwegs. Bf. folgt.— Der rothc Peter: Mahnbrief u. Zahl, kreuzten allerdings, wie auch Quittung in Nr. 26 lehtt. Gruß.! — Veritas: Mk. 35: a Cto. Ab. zc. erh. Gegenr. zc, werden aufstellen und bfl. nachweisen, daß seit Jahresfrist anf keinen Auszug rcklamirt, dagegen immer vertröstet wurde.— Tanthias: Briefe v. 1/7 kreuzten. Betr. des Erftagten demnächst Näheres.— I. ff. Kcnsgtn.: 8 Pence f. Schriften crh. Sdg. abgeg.— Alte Garde: Mk. 15.— pr. Gegenr. I gutgebr. Die bezügl. Porfts belasten Sic uns.— PH. W. Bw.: Mk. 4. 50 f. Schriften u. Ab. crh. Weiteres folgt anderseitig.— A. Schdr. Nort- humbrld.: Shl. 6.— Ab. 3. Qu. erhalten.— F. I. in E.: Mk. 2.—| Ab. 2Oln. erhalt. Sendg. u. Beil. f. n. Wunsch. Ihr Vorgänger im Ab. hat das 2. Qu. noch nicht bezahlt.— Karl Ähwarz: Mk. 110.— a Cto. Ab. zc. erh. it. Weiteres nach Wunsch dispouirt. Spezielles hat Sl. gar t nicht erwähnt. Bitten also stets direkt in solchen Fällen. Ggr. notirt. Bfl. mehr.— Pharao: Dank f. Referenz M. Mittwoch Abend Ein-[ treffendes kann nicht mehr quittirt werden, da Blattschluß schon Mittag stattfindet. F.-Adr. unabänderl. Gewünschtes Avis zc. bfl.— Scorpion.[ Betreffender W. nicht verwendbar und deshalb pr. E. retournirt. Adr. l notirt. Dank für Sldr. B.— vkutslher 5ojialij!rllklub. 8v ♦ Unser Klublokal befindet sich � 28 Eue du Kol de Sicile und laden wir Freunde und Genossen zum Besuche ein. Sozialistische Zeitungen liegen aus. jgg- Jeden Donner st ag Abend Versa nimlung."Ttl Das 5tomite. krioteä 5or prcprietors by tbe German Coopefative Publiabinf Co. 114 Kentisb Town Road London N."W.