Abonnements ®et>tn beim Verlag und dessen bekannten Agenten entgegen- genommen, und zwar zum vsra üb zahlbar«« VierteljahrSpreiS von: Mk. 4,40 für Deutschland(direkt per Brief-Eouvert) »wfl. S,75 für Oesterreich(direkt per Vrief-Couvert) Lhill. 2,— für alle übrigen Länder de» Weltpostverein»(Kreuzband). Zistrite die dreigespaltene Petiltell« »Pence— 25 Psg.— SO St>. Der oiialöfinolirat Erscheint WSch«ntl ich einmal 'N London. Nrrkag Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Junge. der (Zorman kooperative pubUadlng Co. L Bernstein& Co., London N. W. 114 Kentiah Town Roai»ldemolrat' wolle man unter Deodachwng äußerster Vorsicht abgehen lasten. Zn der Regel schicke man uni die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadrestea. Zn>weiselhasl!N Fällen eingeschrieben. 3. Mai 1890. Klippen. ii,*) ES wird wohl schwer halte», auch»ur einen einzige» Sozialdemokraten aussindig zu machen, der sich dem Wahn hingäbe, die nahezu anderthalb Millionen Stimmen, welche unsre Partei am 20. Februar erhalten, rührten sanlint und sonders von überzeugten Anhängern unsrer Bestrebungen her. Es lockt uns immer ein Lächeln ab, wenn unsere Gegner mit einer Miene, als hätten sie soeben Amerika entdeckt, die große Weisheit verkünden, die gewaltige Zunahme der sozial- demokratischen Stimmen sei blos ein Ausdruck der Unzufrie- denheit und Oppositionslust, die Wähler, die für die Sozial- demokraten stimmten, verpflichteten sich damit noch keines- wegs für den„utopislischen Zukunftsstaat" der Sozialdemokratie. Bis zu einem gewissen Grade ist das ganz richtig, ist auch nie von uns bestritten worden, aber was damit für unsre Gegner gewonnen sein soll, das vermögen sie wahrscheinlich selbst nicht anzugeben. Ein dümmerer Trost wie der vor- stehende ist nämlich gar nicht denkbar. Der Wahlakt ist immer nur für einen Theil der Wähler die Bekräftigung einer ganz bestimmten politischen, bezw. sozialen Theorie, bei einem großen Prozentsatz ist er lediglich der Ausdruck der jeweiligen Stimmung, hauptsächlich des Vertrauens in eine bestimmte Partei, bezw. in deren Vertreter. Das gilt von allen Parteien ohne Ausnahme,»ur daß das Verhältniß der überzeugten Anhänger zu der— nennen wir es freien Gefolgschaft, obwohl dieselbe bei den Ordnungsparteien oft sehr unfrei ist— in keiner Partei ein so günstiges ist als grade in der Sozialdemokratie. Was also ist für unsre Gegner gewonnen, wenn sie er- klären, nicht alle Wähler der Sozialdemokratie sind Anhänger der Vergesellschaftung der Produktionsmittel, der staatlichen Organisation der Arbeit, der freien Liebe und sonstiger Gräuel, die sie uns mit Recht oder Unrecht nachzusagen lie- den? Gar nichts. Die Thatsache, daß diese vielen Wähler trotzdem für die Partei stimmten, derm finstere Pläne ihnen von allen bürgerliche» Parteien in rührender Eintracht als der Abscheu alle» Abscheu's, der Wahnsinn allen Wahnsinns geschildert wurden, verliert damit nichts von ihrer nieder- schmetternden Wucht für eben diese bürgerlichen Parteien. Sie zeigt, daß immer größere Massen des Volkes das Ver- trauen in sie verlieren und dieses Vertrauen auf die Sozial- demokratie übertragen. Soweit die anderthalb Millionen so- zialistischer Stimmen kein ausgesprochenes Mißtrauensvotum gegen die ganze bürgerliche Gesellschaft sind, sind sie ein un- bedingtes Mißtrauensvotum gegen die Gesamnttheit der bür- gerlichen Parteien, und ein Votum des Vertrauens in die Partei des gesellschaftlichen„Umsturzes". Diese Thatsache verhehlt sich Niemand in unfern Reihen, wohl aber ist die Gefahr vorhanden, daß ihre Bedeutung für die Taktik der Partei unterschätzt wird. Solange die Partei nur eine winzige Minderheit im Par- lanient bildete, hatte das nicht viel auf sich. Ob sie mochtm oder nicht, den sozialdemokratischen Abgeordneten blieb im Grunde nicht viel mehr übrig, als eine im Großen und Ganzen negative, protestirende Haltung. Freilich sind sie nie so doktrinär gewesen, sich ausschließlich auf den Protest zu beschränken, sondern sind bei passender Gelegenheit auch mit positiven Forderungen an die Gesetzgebung hewngetreten, aber «S fehlte dieser positiven Thätigkeit, die übrigens der prote- Htrende» Stellung unserer Partei dem heutigen Staat gegen- über durchaus nicht widerspricht, nothgedrungen das Syste- matische. Die protestirende Stellung der Sozialdemokratie ist. bei- läufig nicht zu verwechseln mit dem Protest etwa der Ver- treter einer widerrechtlich annektirtcn Provinz, der Vertreter verletzter dynastischer Interessen ic. Diese können sich aus die Aufgabe beschränken, das formale Recht des Bestehenden zu bestreiten, wir aber, die wir nicht für die Wiederherstellung eines vergangenen Zustandes, sondern für die Fortentwicklung des Bestehenden in einem bestimmten Sinne kämpften, d. h. deren Protest nicht retrograd, sondern durchaus revolutionär ist, wir würden durch absolute Enthaltung von positiveip Forder ungen die Wirkung unseres Protestes nicht nur nicht stärke», sondern sogar schwäche».�) Positiv und positiv ist jedoch zweierlei. Für die Vertreter der heutigen Gesellschaft heißt positiv thätig sein, dastir zu arbeiten, daß der Bestand der heutigen Gesellschaft_)o viel als irgend möglich gesichert werde, Stärkung der Staats- geivalt auf der einen, Versöhnung der Volksmgsieii mit dem Bestehenden auf der andern Seite. In diesem Sinne kaim natürlich von einer positiven Thätigkeit der� Sozialdemokratie nicht die Rede sein. Wir sind die.Partei der lliizPriedeii heit mit deui Bestehende!«, und«veisi« es anch lächerlich ist zu sagen, daß wir von der Erregung der Unzufriedenheit *) Sieh- Nro. 15 des„S.-D." **) Das ist oft von solchen Leuten verkannt tvorben, die ans den Reihen der bürgerlichen Opposition, blos um der schärfere» Berompmng. des Bestehenden willen, zur Sozialdemokratie übertraten oder doch bei ihr hospitirtcn. Auch der sonst so klare Denker: Ioh: Zakoby~ von dein die vorstehende Einschränkung übrigens nicht gilt— verfiel»»diesen Fehler. bei der Masse lebe», so knüpfen wir doch überall an diese Unzufriedenheit an, die wir aber nicht erst zu schaffen Habel«, sondern die da ist, wenn auch vielfach in« latenten Zustande,««m Käiupfer für eine bessere Gesellschastsordnung zu gewimiei«. Und unsere positive Thätigkeit geht darauf a«ls,««icht die Staatsgewalt, sondern die Volksgnvalt zu stärken, auf daß die zur Durchführung dieses Kampfes berufene Klasse, das arbeitende Volk, ihn auch mit Kraft und Nachdruck führen kaiti«. Unser positives Programm in der heutigen Gesellschaft gruppirt sich daher mn die z«vei Haupt- gruiidsätze: Erweiterung der Volksrechte und m a- terielle Hebung der arbeitenden Klasse, soweit es unter den bestehenden Verhältnissen möglich ist. Das«var bisher so, und soll auch fortan so bleiben. Prin- zipiell kai«n sich in dem Verhalten««««serer Partei nichts än- der», ob sie zehn oder zwanzig oder hundert Vertreter ii« den Reichstag entsendet, ob Huiiderttausend, eine halbe Million oder zivei Millionen Wähler hinter ihr stehen. Wohl aber kann sich und muß sich nach unserer Ansicht, entsprech- end dein Wachsthum der Partei, auch die Art der Geltend- machung der vo«« ihr vertretenen Grundsätze«nodifiziren. Für eine Partei, die nur emei« winzigen Bruchtheil der Bevölkerung vertritt und sich soinit mehr als eine Sekte darstellt— so wenig sie sektirerisch veranlagt sein mag— genügt es, von Zeit zu Zeit in allgemeii«eii Uinrissen ihre abiveichenden Ansichten darzulegen, mehr braucht sie nicht und mehr bewilligt man ihr auch nicht. Mit dem Wachsthun« an Zahl der Anhäi«ger wachsen aber ihre Rechte und«nit den Rechten auch ihre Pflichten. Die generelle Kritik ge- nügt nicht mehr, jetzt gilt es, überall einz>lgreisei«,«vo die Interessen der vertretene«, Klasse in Frage komme««. Sie hat das Recht, Anträge zu stellen, Interpellationen einzubringen, in den Konimissionen vertreten zu sein, und wir sind der An- sicht, daß sie von diesem Recht den ausgiebigsten Gebrauch machen muß. Wohl verhehlen wir uns nicht, daß damit auch allerhand Gefahren verknüpft sind, vor allem die Ge- saht der Ueberschätzung der parlamentarischen Vorgänge, die Ansteckung von dem Gifte des parlamentarischen Kretinismus, aber diese Gefahr muß eben übenvunden«Verden. Nicht da- durch beweist nian seine Kraft, daß man einer Thätigkeit, die«nit Gefahren verbunden ist, fernbleibt, sondern dadrlrch, daß man diesen trotzt und sie überwindet. Wir haben es schon früher gesagt und.«vjederholen es hier: wer der par- lämentarischen Ansteckung erliegt, der«vürde auch über kurz oder lang den korrumpirenden Einflüssen erliegen, die das Leben außerhalb des Parlaments in so«nanifigfacher Aus- wähl darbietet. Wir sind also der Ansicht, daß die stärkere Zahl der sozial- delnokratischen Abgeordneten eine stärkere Betheiligung der- selben an den Verhandlungen i«n Parlament zur naturgemäßen Folge haben«vird. Bei der Möglichkeit der Arbeitstheilung erwächst damit den einzelnen Abgeordneten noch keine größere Arbeitslast, und darum sollte auch nach dem Gnmdsatze der Arbeitstheilung verfahren«verde». Wir stehen nicht auf dem Standpunkt der absurden Gleichheitstheorie,«vonach Jeder zu Jeden« befähigt ist, aber für jede neue Kraft wird sich ein Wirkungsfeld bieten, auf dein sie«nit gutem Willen Tüch- tiges zu leisten verinag. Es muß der Ehrgeiz der Partei sein, dem Vertrauen, das anderthalb Millionen Wähler in sie gesetzt haben, in jeder Weise gerecht zu werden. Toujoui-s en vedette! ist die Parole. Stets auf Posten,«vo es ein Volksrecht zu wahren, stets auf Posten, wo es ein Unrecht zu geißeln, stets auf Posten,«vo es Schutz für die Schivachen, stets aus Posten, wo Trutz gegen die Mächtigen gilt. Die politische Konstellation in Deutschland ist eine solche, daß der Einfluß des Reichstags auf die Geschicke des deut- schen Volkes voraussichtlich eine«vesentliche Stärkung erfahren wird. Das erhöht die Aufgaben derjenigen Partei auch im Reichstage, die der natürliche Anivalt aller Ausgebeuteten und Unterdrückten ist. Sie im Hinblick aus unsere grundsätzliche Gegnerschaft gegen die bestehende Staats- und Gesellschafts- ordnung zi« verkennen oder zu unterschätzen, halten wir für eine der verhängnißvollsten Klippen, die es zu vermeide» gilt. Gehen«vir daher auf diese Aufgaben noch etivas näher ein. Die„Freiheit der Arbeit". Der„Termisimis der Arbeiter", der„Mißbrnnch des Koalitiviis- rechts",.der„grobe Unfug" der„Verrnsserklänmg seitens der Arbeiter" — sie bilden das stehende Thema in der sich Organe der Ordnung nciiiienden Sokdpresse des Ansbenterthiuns. Die Regierung lbird bc- schworen, strenge Gesetze zur Abhilfe gegen diese llcbelstände zn schaffen, denn nnr durch solche allein könne die„Freiheit der Arbeit" gerettet werden. Bis solche Gesetze aber geschaffen werden, mögen die Behörden die bestehenden i» der strengsten Weise zur Anwendung brin- ge». Und die Regierung schenkt diesen Rufern in der Roth ein nur zn«villfähriges Ohr, überall fallen ihre Organe de» Arbeitern in den Arm,«venn sie sich gegen llilternchmerwillkür zur Wehr setzen,«venu sie nhre Sainerade» davon abzuhalten suchen, durch Besetzung frei ge- wordenen Stellen das. ausbenterischc Fabrikantenthun« zu unterstützen. Das ist eine Berletzung der Freiheit der Arbeit, heißt es, und diese darf»nter keinen Umständen angetastet werden. Die Freiheit der Arbeit! In ihrem Namen werden Tag siir Tag dir schanilosesten Ge«val takte verübt. In ihrem Name» werden die Arbleiter geknebelt,«vird ihnen die Bleikugel aller möglichen Polizei- gcsctze au die Füße geschmiedet,«verde«« den Arbeitern Fallen und Schlingen gelegt, in die sie sich unfehlbar verfangen müsse««, sobald sie sich zur Besserung ihrer Lage z» erhebe«««vage». Im Namen der Freiheit der Arbeit«vird die Freiheit der Arbeiter erdrosselt,«Verden die Arbeiter zn Unfreie««, zu Bürger» zweiter Klasse erklärt. Und«vas heißt diese„Freiheit der Arbeit"? Was soll sie vor- stellen? Diejenigen, die das Wort beständig im Munde führen, die Regie- renden und die Ansbentenden, behaupte», es sei die Freiheit jedes Einzelnen, seine Arbeitskraft so gut als möglich zn veriverthen, es sei die Freiheit, die Arbeit zn wählen, die dem Einzelnen am Besten be- hagt. Nur diese Freiheit garantire das höchste Wohl des Einzelnen «vie der Gesamnitheit, und es geschehe im Interesse des Wohls der Gesellschaft«vie jedes Einzelnen, daß sie aufrechterhalte»«verde. Frei sei der Arbeiter ii« der Wahl seines Berufes, in der Beriverthung seiner Arbeitskraft! Wie herrlich das klingt. Wie huinan. Wie arbeiterfrenndlich. Nur Aufhetzcr und Böslvillige könne«« behaupte», daß diese„Freiheit der Arbeit" nur das pomphafte Anshängschild sei für die Freiheit de» Ausbeutcrthnms, daß sie lediglich de» Z>veck habe, den Ausbeutern die möglichst große Ansivahl von Arbeitern zn sichern, daß sie dazu be- stimnit sei, ihnen möglichst billige Arbeitskräfte zu verschaffe», de» Preis der Arbeit h e r a b z n d r ü ck e n,«vas gleichbedeutend ist mit der B e r s ch l e ch t e r u l« g d e r L a g e der Arbeiter. Elende Verle»i»d«»ig, demagogische Verdrehung, Aufreizung durch Entstellnng der Thatsache»!— tönte es auf allen Seiten Dem cut- gegen, der zn behaupte«««vagi, daß das«vahre Motiv der Liebe, mit der Staat und Kapitalisten an den« Prinzip der„Freiheit der Arbeit" hängen, lediglich das der Verbilligung der Arbeit, der Unter- s 0 ch u n g der Arbeiter sei. Einzelne, verblendete Unternehmer mögen solche schlechte Gedanken hegen, heißt es alsdann,«vie es ja auch verblendete Arbeiter gibt, die zu»« Mißbrauch»eigen, aber die Mehrheit der Unternehmer, und vor allen Dingen der Staat, haben einen höheren Begriff von ihrer Aufgabe. Ach ja, der Staat, dieser Muster-Unternehmer, dieser„über den Klassen und Parteien" schivebende Staat, er ist in der That die rechte Schniiede, an die sich«venden muß,«ver den richtigen Begriff davon erhalten«vill,«vie die„Freiheit der Arbeit" zn verstehe» ist. Es liegt nnS ein Dokument vor, das in dieser Beziehung ganze Bände erzählt. Und zu Nutz und Frommen Aller, die es angeht, der Staatsmänner und der Gesetzgeber, die sich damit beschäftigen, Gcsctze ausziiklügeln, um die.„Freiheit der Arbeit" zum Heile Aller zu sicher», sei es hier mitgetheilt. Man höre: „Spandau, den Ll. August Der Postillo» Felchner der hiesigen Station beabsichtigt, lediglich dcS höheren L s h u e s wegen, bei einem der hiesigen Kgl. Institute als Arbeiter einzutreten und hat z» diesein Ztveck sein bisheriges Dienstvcrhält- »ist gekündigt. Da durch den Abgang des Felchner für den Postdienst Verlegenheiten entstehen würden, so»vird die Kgl. Tirek- tion ergebenst ersucht, den Genannte» nicht in Veschäf- tigung nehme» zu wollen. Kaiserliches Postamt gez. Hülsenkamp." Kurz und eindrucksvoll, nicht wahr? Und dieses Machiverk, für das keine Bezeichnung scharf genug ist, ist an die Direktionen s ä m m t l i ch e r S t a a t s>v e r k st ä t t e n in Spandau verschickt ivorden. Ein Arbeiter nimmt den Satz von der„Freiheit der Arbeit" für baarc Münze und versucht, seine Arbeitskraft möglichst gut zu veriverthen. Er kündigt seine Stelle ordnungsgemäß, und— siehe da, eine hohe königliche Behörde, eine Behörde im Dienst desselben Staats, der die„Freiheit der Arbeit" für unantastbar erklärt, versendet einen Unasbries, der dem Arbeiter die. Absicht,„lediglich des höhereu Lohnes wegen" seine Stelle«vechseln zu wolle», unmöglich machen soll. Er hat kein Recht darauf,„des höheren Lohnes tvcgen" die Stelle zu kündige««, Schon die Absicht ist ei» Verbrechen. So steht es, Ihr Herren Gesetzgeber! So steht es, Herr Minister! Und so steht es,„arbeitersreundlicher" Kaiser! So steht es, dkntscher Arbeiter! Und»un fragt einmal,«vas Eure Gesetzgeber, was Eure Minister, was Euer arbeitersreundlicher Kaiser zu dieser Infamie sagen! Zur Grinnermtg an Wilhelm Bralke. in. Wer ohne Voreingenommenheit die von Bracke an dem Lassalle'schen Vorschlag geübte Kritik prüft, der wird zugeben iiiüsscn, daß sie zwar die gegen denselben zu erhebenden Einivände nicht erschöpft— das«var in einer, in„fliegender Hast", wie es in der Vorred« heißt, abgefaßten Gelegenheitsschpift auch iiicht gnt möglich ab« doch die schivachen Punkte in der Lassalle'schen Deduktion richtig markirt. In der Thät «vürden die Prodnktivgenossenschaften, als mit den privatkapitalistischen lfilteriichmnngcii koukurrireilde Anstalten,»»d als solche figuriren sie in dem Lässalle'schen Vorschlag, sich denselben Anforderungen unterwerfen müssen, die die Gesetze der wirihschaftlichen skonknrrenz heute an diese stellen und ebenso auch die gleichen Chancen zn laufen haben, den Schwquknngen des Marktes ganz ebenso sich anpasse» müssen. Es scheint aber daß Lassalle u. A. an die Krisen ii« der heutigen Konkurrenzgesellschaft ganz iiud gar ntcht gedacht.hat: das Kreditkystci», das er für die Produjiiv- Assoziationen vorschlagt,«vürde. bei der geringste» Prodiiktionsstörmig zu einem Krach führen, der es«ilit den schpusten Grii uderkrache» anf- »chiiici« könnte. Er vergißt un Eifer sogar ganz die M ag e n f r a g e. Er läßt Prodjiktivgeiiossestschaften ganz ohne Kapital gründe», nur ge- stützt darauf, daß sie von ander» chrc Maschinen und Rohstosse auf K r c d i t beziehe««. Aber er pergißt, hiuzuziifügen,«vovo» die Mit- 'glicder der neuen Assoziation l e b e n sollen, bis sie ihre Waare» an den Mann gebracht, und wöbon die Mitglieder der alten Assoziationc» leben sollen, bis die andern sie bezahlt haben. Dies naiürlich mir beiläufig, beim die Speisung der Assoziationen aiis dem Kredit ist nicht das Wesentliche des L a s s a l l e'scheu Vor- schlagcs, sondern nnr eiste Folge davon, daß Lassalle zu viel hatte beiveisen«vollen. Aber cS zeigt doch,«vie wenig Lassallc die Materie, die seinem Vorschlag zu Grunde liegt, durchgearbeitet hatte, sonst«väre es ihm unmöglich geivesen, solche Bchmiptungen i» die Welt zu schicken. Daß das Genossenschaftswesen im Schooße der bürgerlichen Gesell- schaft, wo es um seiner selbst«Villen und nicht als Mittel für allge- meine Zwecke betrieben wird. nur geeignet ist, die b ü r g e r l i ch- individualistischen I» st i n k t e zu stärken, ist eine so be- kannte Thatsache, daß es kaum nöthig ist, noch spezielles Material zum Beweise dafür zu erbriirgeu. Immerhin sei daraus hingewiesen, daß erst in diesen Tagen wieder ein englischer Schriftsteller, Herr D. F. Schloß, iu der„Contemporary Review" an der Hand eines reichen Materials nachgewiesen hat, daß die Produktiv- Genossenschaften in England nichts weiter sind als Aktiengesellschaften im Kleinen, und in ihrer großen Mehrheit ihren Angestellten, die nicht Mitglieder der Ge- nossenschaft sind, dieselben Jammerlöhne zahlen, wie die Kapitalisten. Ueberhaupt findet man fast nirgends Genossenschaften, in denen jeder Mit-Arbciter schon durch sich selbst Mitglied der Genossenschaft wird, wenn mich vielleicht in den ersten Jahren mit etwas niinderen Rechten. Im Gegentheil. Auch wenn eine Genossenschaft ursprünglich nach demokratischen Grundsätzen eingerichtet war, werden diese nach und nach über Bord geworfen, und dos Ende ist eine Korporation von Klein- kapitalisten, die vor allem darauf bedacht sind, Profite zu machen. Diese Tendenz war Lassalle bekannt, und er hat sich mit großer Schärfe gegen das Zerrbild von„Arbeitern mit Kapitalistcngesinnnng" ausgesprochen. Er glaubte, in der Größe der Assoziationen ein Mittel gegen diese Tendenz gefunden zu haben. Aber wenn selbst zugegeben werden soll, daß, je weiter der Kreis der Assoziirten, um so langsamer der bürgerliche Egoismus zum Dnrchbrnch kommt, so handelte es sich doch auch hier nur um die Gradunterschiede; über kurz oder lang wer- den die Konkurrcnzgesetze der bürgerlichen Gesellschaft sich selbst in der größten Assoziation geltend machen. Der wirthschaftliche Selbsterhal- tnngstrieb drängt dazu. Die heutigen, ihre Arbeiter ausbeutenden Genossenschaftler sind ja auch keine„schlechten" Menschen, sie lassen sich eben nur von ihrem Interesse leiten und folgen einem Räsonnement, das in der bürgerlichen Gesellschaft sogar den Anschein der Gerechtigkeit hat: warum sollen andere miternten, wo wir gesäct haben? Und nicht blos den später eingetretenen Arbeitern gegenüber zeigt sich die Ausschließlichkeit der Genossenschafter. Aus dem jüngsten Jahres- bericht des Arbeitsinspektors des Staates Minnesota, der zum Theil einer Untersuchung der Entwicklung des Kooporativwesens in den Städ- ten Minneapolis und St. Paul gewidmet ist, geht nicht nur hervor, daß alle dortigen, zum Theil florlrcnben Gesellschaften Arbeiter ausbeuten, sondern daß das Bestreben, einen Verband, einen„Trust", der Genossenschaften herbeizuführen, an dem Widerstand gerade der älteren besser fnndirten und größeren Gesellschaften scheitert.„Da kommt überall", heißt es in einem Artikel des„Philad. Tageblatt",„der Egoismus zum Vorschein und über kurz oder lang wird ihm auch die Konkurrenz folgen. Hier hat man den Beweis, daß diese Asso- ziationen sogar dem Geist der Arbeiterbewegung zuwider laufen können, ja müssen. Der U n t e r n e h m e r- S t a n d p u n kt siegt über den des Arbeiter s". Bracke sagt am Schlüsse dieses Kapitels: „Man sieht: Der L a s s a l l e' sche Vorschlag i st— wenn nicht absolut unausführbar— so doch unausführbar in der Weise und niit der Wirkung, wie Lassalle es sich gedacht hat; keineswgs könnte er die ökonomische Gesellschaft mit zwingender Nothwendigkeit der- art umwälzen, daß schließlich die Emanzipation der Slrbeiterklasse vollbracht und Lohnarbeit und kapitalistische Produktionsweise aufgehoben wären. So stellt sich die ökonomische Bedeutung dieses Vorschlages dar.— Nicht, daß ich ein Feind der Prodnttivgcnossenschaften wäre! Ebensowenig wie ich ein Feind der Konsum-, Rohstoff- und Kredit-Vereine bin. Aber so wenig d i e s e der Arbeiterklasse wichtige Dienste zu leisten verniögen, so wenig vermag dieProdnktivgenossenschaft dem Proletariat dauernd und radikal zu helfen. Und wenn auch die hier und da entstehenden Produktivgenossenschaften das Gute haben, zu zeigen, daß die genossenschaftliche(republikanische, gemeinschaftliche) Forni der Produktion ebenso gut möglich ist, wie die kapitalistische(monarchische, individuelle), so muß doch die Arbeiterklasse nachdrücklichst davor gewarnt werden, in der Produktivgenossenschaft ihr E r l ö s u n g s m i t t e l zu suchen. Sie muß nachdrücklichst davor gewarnt werden, sich— wie das Marx von den analogen Bestrebungen des Pariser Proletariats nach der nicderkartätschten Juni-Jnsurrektion sagt-„auf doktrinäre Experimente, Tanschbankcn und Arbeiter-Assoziationen zu werfen, also in eine Bewc- Sung, worin es darauf verzichtet, die alte Welt mit ihren eigenen gro- en Gesainmtmittcln umzuwälzen, vielmehr hinter dem Rücken der Ge- sellschaft, auf Privatwclse, Innerhalb feiner beschritnHen Exsstenzbedln- gungen, seine Erlösung zu vollbringen sucht, also nothwendig scheitert." (Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte. S. 8)." Was aber hat zu geschehen, um die Emanzipation der Arbeiterklasse zu bewirken, und die sozialistische Gesellschaft herbeizuführen? Jiidein Bracke auf die Beantwortung dieser Frage übergeht, bekämpft er zunächst den Sekten- und Sektirergeist in der Arbeiterbewegung, der sich damals namentlich im„Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" geltend machte. AuS den früher ausgeführten Gründen gehen wir auf dieses Kapitel nicht näher ein, können jedoch nicht umhin, die Schluß- sätze desselben, die sich heute wie eine Prophezeiung lesen, hier abzu- drucken: „Als Sekte überhaupt hat der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein keine Zukunft. Der Lassalle'sche Vorschlag gilt ihm als unantastbar und iinverletzlich.— obschon Lassalle selbst(s. Arbeiterlebnch S. 41) davon sprach, daß noch viele und ganz andere Mittel im Laufe der Zeit nothwendig werden würden; dieser Vorschlag ist keiner Entwick- lung fähig und zwingt zum Stillstand. Das allem schon ist eine un- abänderliche Ursache früheren oder späteren Zerfalls. Davon rettet den Verein auch nicht der bei seinen Mitgliedern häufig hervortretende Fanatismus, der, mit dem religiösen Faiiatisnius eng verwandt, alle dessen Einseitigkeiten und Eigenthllmlichkeiten besitzt, der das starre Dogma niemals der lebendigen Entwicklung aufzudrängen und der die sehlende Rachhaltigkett und Tiefe der Bewegung nienials zu ersetzen vermag. Dagegen schreitet die Klassenbetvegung in Deutschland unaufhaltsam vorwärts. Mitten in dem Leben fußend, das in der Slrbcitermasse pulsirt. bahnt ihr auch die kapitalistische Produktion selbst die Wege. Ihr bester Bundesgenosse ist das Entwicklungsgesetz der modernen Gesellschaft." Diese schildert Bracke im folgenden Kapitel, dessen Hauptinhalt die bekannte Stelle ans dem„Kapital" von Marx bildet, die„Geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Produktionsweise" überschrieben, in klassischer Weise darlegt, wie die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise zu imiiicr größerer Konzentration der Produktionsmittel und des Pro- dnktionsprozesscs drängen, bis das Kapitalmouopol zur Fessel der Pro- dnktionsweisc wird, die mit und unter ihr aufgeblüht ist, und diese selbst die kapitalistische Hülle sprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privatcigcnthums Ichlägt', heißt es bei Marx,„die Expropriateurs werden expropriirt.'"",, Hieran knüpft Bracke und schreibt: „So stellt sich objektiv die geschichtliche Entwicklung dar. Wenn einst die kapitalistische Produktion der sozialistischen die Wege geebnet, wenn dabei gleichzeitig die Ungerechtigkeit in der Vertheilung des gesellschaft- lichen Rcichthums ihre höchste Höhe erreicht haben wird, dann ist die Zeit gekommen, wo die Volksmasse jene Wenigen aus ihrem ungerechter Weise so lange gehabten Befitze vertreiben wird. Ungerecht, weil er dem Schweiße fremder Slrbeit entstammt! Dann wird das Privat- eigcnthum an den Produktionsmitteln abgeschafft und damit wirklich die Emanzipation der Arbeiterklasse vollzogen werden. Damit findet die Volksmasse die fertigen Bedingungen vor, jene eine große P r o d u k t i v g e n o s s e n s ch a f t zu organisiren, welche Lassalle als letztes Endziel seines Vorschlages herbeiwünscht. Was sich aber nicht k ü n st l i ch erzielen läßt, durch keinen Vorschlag, durch keinerlei Mittel, das schafft das Entwicklungsgesetz der kfipitalistischen Produktion von selbst, ohne alle Absicht. Man mag wollen ddermlcht, diese Entwicklung wird sich vollziehen. Es ist das kein Plan, den Jemand aufstellt, kein Vorschlag, der zu befolgen ist— es ist eine mitleidslos- Einsicht in das Wesen der Dinge. Die'Anstifter dieser Revolution find aber nicht dlc?lrbeiter und ihre tiihrcr, sondern die großenKapitalisten selbst, oder besser: das große apital. Auf also mit diesen nach HubertnSbnrg! Die Arbeiterpartei spricht nur aus, waS das Kapital angezettelt hat. Angezettelt freilich ohne alles Bewußtsein davon und ganz wider stinen Willen! „Großen, folgenschweren Umwälzungen gehen wir entgegen. Mögen diese sich friedlich vollziehen odet mag die herrschende Klasse die»nans- hallsame Entwicklung im Blute Dertr zu crtöänkeil'ftiche»(Paris 187 l), welche bewußt ans Seiten dieser Entwicklintg stehe».— für däS Pro- letariat ist es von ungeheurer Wichtigkeit, klar zu sein darüber, was sich— ob mit, ob gegen seinen Willen— mit Nothwendigkeit und un- abwendbar vollziehen wird. „Mit weit weniger Geburtswehen wird einst diese Umwälzung vor sich gehen, wenn die Arbeiterklasse weiß, was da vorgeht. Begriffe sie es nicht, so würden viele vergebliche Anstrengungen gemacht, viele vergeb- liche Kämpe gekämpft, viel Blut vergeblich vergossen werden. „Und deshalb ist es nicht nur für die Proletarier, sondern auch für die bevorzugten Klassen selbst von der höchsten Bedcntnng, d a ß d i e Arbeiterklasse ihre historische Anfgabc begreift, daß die Kla ssen beweg u ng sich vollzieht— bewußt, klar, bestimmt, fest das Auge auf daS gewisse Ziel g e r i ch t e t."— Der Klassenbewegung selbst ist das nächste Kapitel gewidmet. Nach kurzer Kennzeichnung ihres Wesens, wendet sich Bracke zunächst zum Kampf der'Arbeiterklasse innerhalb der heuti- gen Produktionsweise. „Es ist selbstverständlich, daß die Arbeiterklasse, auch wenn sie zu der Erkenntniß durchgedrungen ist, daß die kapitalistische Produktion mit Nothwendigkeit sich selbst das Grab gräbt, einer gerechteren Ge- scllschaftsordnnng die Wege bahnend,— gezwungen ist, so lange die heutige Produktionsweise besteht, für ihre Interessen einen fortwähren- den Kampf zu führen. Und dies sowohl auf sozialem, wie auf politi- schem Gebiete." Der Kampf auf sozialem Gebiet ist die natürliche, unmittelbare Folge des Gegensatzes der Interessen der Kapitalisten- und der Ar- beiterklasse. Nach objektiver Gegenüberstellung derselben sagt Bracke: „So entwickelt sich der Kampf um den Lohn und den Normalarbeits- tag, beides ein Kampf von der höchsten Bedeutung für die Arbeiter- klaffe, ein Kampf, in welchem sie jedwede Sympathie und Unterstützung verdient. Die hohe Bedeutung dieses Kampfes hier darzulegen, dazu ist leider nicht der Ort. Zu diesen beiden wichtigsten Fragen gesellen sich andere, um welche der Kampf unaufhörlich tobt. Da ist die Konkurrenz der Zuchthausarbeit; die Frauen- und Kinder- arbeit in den Fabriken, in der Landwirthschaft; da sind schlechte Fabrik- ordnnngen; da sind die Fabrik-Krankenkassen und Aehnliches; da sind üble Gewohnheiten der Unternehmer bei Auszahlung der Löhne und vieles Slndere. Auf der ganzen Linie ist sie fortwährend im Kampf.' Sozialpolitische Rundschan. London, 30. April 1890. — Wenn der 1. Mai, was wir wünschen und hoffen, ohne Stö- rungen verläuft, so ist das zu allerletzt das Verdienst der deutschen Behörden und des deutschen Fabrikantenthums. Was diese in ihrer verbissenen Wuth gegen die zum Selbstbewußtsein erwachten Arbeiter an Verboten, Drohungen, Chikanen aufgeboten haben, nm ihnen die friedliche Feier des Maitages unmöglich zu machen, um sie zu reizen und zu erbittern, das übersteigt wirklich alle Begriffe. Wir können hier natürlich nicht alle Polizciinfamien und Unternehmerbosheiten annageln, aber einige Beispiele, aus der Fülle des in Bezug auf die letzteren vorliegenden Materials herausgegriffen, seien doch zur Kennzeichnung des in diesen Kreisen herrschenden Geistes hier mitgetheilt. In Berlin haben sänimtliche, dem Verein Berliner Eisen- gießereien und Maschinenfabriken», angehörenden Fa- briksleitnngen folgenden Ukas erlassen: ,1)'Am 1. Mai wird in sämmtlichcn VereiuSwcrkstätten bis zum Schluß der regelmäßigen'Arbeitszeit gearbeitet. 2) Wer dem nicht nachkommt, wird entlassen und darf vordem?. Maiin keiner Werkstatt wieder Annahme finden. 3) Es wird eine List« der am 1. Mai in den Vereinswertstätten Feiernden sämmtllchen Mitgliedern des Vereins zugestellt. 4) Es wird allen am 1. Mai Arbeitenden ausdrücklich Schutz auf Grund des§ 153 der Ge- werbeordnung zugesichert. � 153 der Gewerbeordnung lautet: Wer 'Andere durch Anwendung körperlichen Zwange«, durch Drohungen, durch Ehrverletznngen oder durch Vcrrnfserklärungen bestimmt oder zu be- stimmen versucht, an solchen Verabredungen theilzunchmen, oder ihnen Folge zu leister oder Andere durch gleiche Mittel hindert oder zu hin- dern versucht, von solchen Verabredungen zurückzutreten, wird mit Ge- fängniß bis zu 3 Monaten bestraft, sofern nach dem allgemeinen Straf- gesctze nicht eine härtere Strafe eintritt.' Sehr richtig hat bereits das Berliner„Volksblatt" hervorgehoben, daß der Beschluß, die Arbeiter für die Frechheit desFeicrnS am 1. Mai durch a ch t t ä g i g e n A u s s ch l u ß zu bestrafen, wirklich ein treff- sicher Beweis ist für den„Schaden", den nach der Behauptung der Herren der Eine Tag'Arbeitsruhe der Industrie zufügte, bczw. zu- fügen würde. Die Drohung mit der„Liste" charaktcrisirt sich selbst und ebenso die Zusicherung des„Schutzes" des Z 153 der G.-O. Die Herren hoffen damit einen Keil zwischen die Arbeiter zu treiben, indem sie die falschen Brüder in deren Reihe geradezn ermuntern. Streit zu provozircn. Aber die Herren in Berlin werden von ihren Kollegen im„kemiedh- lichen" Sachsen noch überboten. So hat sich z. B. der F a- brikanten-Slusschuß in Leipzig über folgende„Beschlüsse" geeinigt: „1) Jeder„Arbeitgeber" ist verpflichtet,„mit aller Entschieden- h e i t und Strenge" gegen diejenigen Arbeiter cinzuschreite«, welche sich am 1. Mai an der Arbeitstinstelliing bethciligcn sollten. Er hat 2> die die Pflicht,„etwaige Gesuche von Arbeitern um Beurlaubung für den l. Mai abfällig zu bescheiden." 3) Fehlen am 1. Mai nur einzelne Zlrbeiter, so hat er diese sofort oder baldigst„zu ent- lassen". 4. Feiern zwei Drittel der Arbeiter, so darf der„Arbeit- geber" je nachdem seinen Betrieb„vollständig zu schlichten".«. Arbeiter, welche anläßlich des 1. Mai entlassen werden, dürfen während der folgenden sechs Wochen in keiner anderen Fabrik Slufnahme finden. Der schönste Paragraph ist aber der fünfte:„Wegen'Ärbeitsverweige- rung am 1. Mai entlassene Arbeiter dürfen nur mit r e d n z i r t e in Lohne und nur von ihrem alten Arbeitgeber wieder eingestellt werden." Utile cum dulei— das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden. Die'Arbeiter werden bestraft und dabei wird noch ein Profitchen ge- macht, das ist— wir wissen kein schärferes Wort— das ist in der That echt s ä ch s i s ch- o r d n u n g s p a r t e i l i ch! Nun, bei alledem haben die Herren die Rechnung ohne die Arbeiter gemacht. Wo diese einig sind, den ersten Mai zu feiern— und nur unter dieser Bedingung hat das Feiern einen Sinn— da würden die „Arbeitgeber" mit der Durchführung dieses Beschlusses sich nur in's eigene Fleisch schneiden. Denn das Kunststück sollen sie erst noch fersig bringen, Tausende von Arbeitern im Hnndumdrehen zu ersetzen. Im günstigsten Falle würden sie gerade das provoziren, was sie gerade vermeiden wollen: einen allgemeinen Streik, und zwar von einem Umfang und einer Heftigkeit, wie kein gleicher zuvor. Vielleicht ist der ganze Beschluß darauf berechnet, vielleicht hoffen die Herren, daß sich die Arbeiter in ihrer Erbitterung zu unbesonnenen Schritten hinreißen lassen— wer zu solchen Schritten fähig ist, dem ist alles zuzutrauen. Und im gleichen Geiste verbietet die Leipziger Polizei den Arbeitern der Pleißestadt einen genieinsainen Ausflug ins Freie, oder vielmehr erläßt eine Verordnnng, deren Wortlaut es ihr ermöglicht, überall und bei j c d e r Gelegenheit dieselben auseinanderziitreiben. Fallen und Schlingen überall. Trotzdem hoffen wir, daß es der vielbcwährten Einsicht und Disziplin der Genossen gelingen wird, alle diese Manöver zu Schanden zu machen. — Angesichts der Aufmerksamkeit, mit der die T a g e s p r e s s e die Bewegung für die M a i- D e m o n st r a t i o n verfolgt, verzichten tuir darauf, einen detaillirten Bericht über die Vorbereitungen zu der- elbcn in den verschiedenen Ländern zu geben, znmal die Bewegung er- freulicherweise eine so allgemeine ist, daß der Ranni dieses Blattes für eine nur einigerniaßen genaue Darstellung derselben kaum ausreichen würde, mid da weiter, infolge der Berbote und sonstigen seitens der Re- gierungen der Feier in den Weg gelegten Hindernisse, noch fortwährend Aenderungen in den ursprünglichen Dispositionen stattfinden. Wir be- halten uns jedoch vor, nach dem ersten Mai eine gedrängte Uebersicht über diese große internationale Manifestation der zur Erkenntniß ihrer Klassenlage gelangten Arbeiterschaft folgen zu lassen. — Der k. Mai 1890— so schreibt uns ein Genosse aus dem Reich— ist, ganz abgesehen von seiner politischen Bedeutung, in kulturgeschichtlicher Hinsicht ein epochemachendes Ercigniß. Er hat nämlich die Wirkung gehabt, Alles, was von barbarischer Dumm- hvt und Rohheit noch im letzten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhim- derts in unserem alten Europa steckt, an die Oberfläche zu treiben. Dem verblüfften Optimisten und Idealisten wird so recht greifbar ack oculoa demoiistrirt, daß die gerühmte„Zivilisation" blas„Hautties' ist, und daß ein großer Thefl der Menschheit, und zwar naiuentlich der den„gebildeten und höheren Ständen" angehörige, in xuneto der intellektuellen und kulturellen Entwicklung um kein Haar breit höher steht, als die sogenannten„Wilden", die bei den einfachsten, ihnen je- doch unklaren Vorgängen in sinnlose Angst gerathen, welche im Hand- umdrehen, falls irgend etwas in den Weg kommt, in sinnlose Wuth umschlagen kann. Der 1. Mai hat auf unsere„gebildeten und höheren Stände" genau so gewirkt, wie das Eintreten einer Solinenfinsterniß auf die Znrückgebliebcnsten der Wilden. Sie sind buchstäblich ganz ans dem Häuschen. Sie v e r st e h e n die Sache nicht, und denken nicht daran, daß Alles mit natürlichen Dingen zugeht und daß ein vernünftiger Mensch nur bemüht sein muß, das Unbegreifliche zu ver- stehen— statt sich davor zu entsetzen. „Der 1. Mai— wir wissen nicht, was diese Sozialdemokraten mit ihm wollen! Aber sie sind Umstürzler, Gottscibeiunse, und da muß es also etwas Fürchterliches, Grauenhaftes sein!"— denlt— nein winselt, denn Denken ist dem Volk ein unbekanntes Geschäft— winselt der„gebildete" Philister und Ordttiingsmensch Nr. 1. „Gewiß— etwas Furchtbares, Grauenhaftes! Ällgemeiner Um- stürz! Alles wird verrungenirt! Fenster eingeworfen, Thüren einge- schlagen, Häuser geplündert, Menschen todtgeschlagen I" jaminert der „gebildete" Philister und Ordnnngsmcnsch Nr. 2. „Menschen todtgeschlagen, Weiber geschändet, allgemeine Plünderung und Theilung, allgenieine Zerstörung, Untergang der Welt!"— heult der„gebildete" Philister und Ordnungsmensch Nr. 3. Und so weiter in's Unendliche. Einer immer toller wie der Andere— Einer den Andern ansteckend mit seiner Hasenherzigkeit und Gespensterseherei— wie die Hämmel und Rinder einander anstecken mit ihrer panischen Furcht. Sie verschließen die Augen, zaubern sich immer tollere Schreckgestalten aus ihrem geistigen Chaos und schreien Zeter. Die Angst der Hämmel und Rinder ist aber natürlich ein gefundenes Fressen für die HH. Wölfe, die dabei vortreffliche Geschäfte machen und den'Aiigstmeicrn immer mehr Angst einjagen. Es ist ein denkwürdiges Schauspiel, welches die d e u t s ch c P r e s s« — und mehr oder weniger die aller übrigen sogenannten Kulturländer— im gegenwärtigen Angenblicke darbietet. Diese Aufregung, diese Ge- spensterseherei, dieses Gehetze! Und warum? Die Arbeiter aller Länder wollen an einem bestimmten Tag ein« bestimmte Forderung stellen. Keine„maßlose" Forderung: Ar- beitcrschutz! Das heißt etwas, dessen Nothwendigkeit die meisten Regierungen auf der neulichen Konferenz in Berlin anerkannt haben. Und die Forderung soll nicht in g e w a l t t h ä t i g e r Weise, nicht drohend gestellt worden.'Rein, in der denkbar friedlichsten Weise, in Form eines Appells an die gesetzmäßigen Behörden. Nicht einmal ein allgemeiner Feiertag, d. h. Tag des Feiern«, wird beabsichtigt, von dem man allenfalls meinen könnte, er werde in den großen Städten Hunderttansende auf daS Straßenpflaster locken und zu Konflikten zwischen Volk und bewaffneter Macht Gelegenheit bieten. Nichts von alledem. Auch nicht die leiseste Gefahr eines Zusamincnstoßcs, eines Ausbruchs der Leidenschaft ist vorhanden. Nur daß es A r b e i t e r sind, welche einen Theil, einen winzigen Theil ihres Rechts fordern! Das ist die'Angst, daS ist der Schrecken, das ist das Gespenst, welches die bürgerlichcGesellschaft ans dem.Häuschen bringt. Etwas'Aehnliches hatten wir voriges Jahr im Mai, bei dem RIeseiiausstand der Bergarbeiter, der dem entsetzten Spicßbürgerthnm die elementare Gewalt der Arbeiterbewegung enthüllte. Und jetzt hebt der Riese mit seinen mächtige» Armen nicht blos die Bergmerksreviere Deutschlands, jetzt hebt er alle Länder der Erde, in denen es'Arbeiter gibt— h e b t sie, nicht mit der zerstöreiiden Kraft des Erdbebens, nein, sanft, wie man einen Schlafenden aufhebt, um ihn zu wecken; das Proletariat der Welt wird aus den« Schlummer geweckt— in allen Ländern der Erde regt es sich und reckt die Glieder; und am 1. Mai wird es zum großen Maifest der Arbeit an- treten, ruhig, friedlich, fest. Ja, polterte, st ü r m t e das arbeitende Volk, feierte es Orgie» der Brutalität— das würde weit weniger Schrecken verursachen. Wozu haben wir die herrlichen Mordgewehre und Mordkanonen? Ein paar Salve», und„die Ruhe ist wieder hergestellt". Gerade die selbstbewußte, sichere, besonnene Haltung der'Arbeiter ist es, was haS Bürgerthum erschreckt. Da ficht es sich einer Macht g e g'e n ü b e r, die es nicht begreift, und von der es nicht begreift, daß es sie nicht todtschicßen kann. Lioole at thi.s picture and at t h i a— Betrachtet Euch dieses Bild und jenes. Hier die angsterfüllte, sinnlos hin- und hertaumelnde bürgerliche Gesellschaft, die den Glanben an sich selbst verloren hat und nur noch an die Macht der Flinten und der Kanonen glaubt. Dort das ruhig und stolz vorauschrciteiide Proletariat, da« sei» Ziel kennt und sein Recht fordert— Wo ist die Barbarei? Und wo Ist die Zivilisation? — Die Nemesis— so schreibt man uns ans Deutschland— ist doch kein überwundener Standpuukt. Das merkt jetzt der unfreiwillig« „Privatmann" von Friedrichsruhe.„Eine Rübe interessirt ihn mefstk, als alle Politik", sagte vor einem Jahr seine«'iattin, irgend ejus der geflügelten Bierworte des gestrengen Hausherrn wiederholend, find siehe da, es hat sich herausgestellt, daß der gestrenge Hausherr sogar beim Bier gelogen hat. Denn alle Rüben der Welt sind ihm voll- kommen„Wurst", seit er von Berlin„ a n S g e wtes e n" worden ist— er, der Vater des Sozialistengesetzes! Ganz richtig aus- gewiesen, ja hinaus geworfen aus dem Känzlcrpalais, das ex für die„Dynastie" eingerichtet hatte. Und das KanzlerpalaiS ist ihm Berlin— auf den Rest pfeift er. Slnsgewiesen— wie bos- hast doch die Nemesis ist! Und mit dem Ausweisen war's noch nicht genug. Er sollte begraben werden! Das geht noch über's Sozia- listengcsetz hinaus.„Ein B e g r ä b n i ß erster Klasse!", wie er selbst es ingrimmig nannte. Begraben unter Rosen! „Verna m'etouflez sous des roses!"„Ihr erstickt mich unter Rosen I" stöhnte V o l t a t r, als er vor hundert und dreizehn Jahre» das letzt« Mal nach Paris kam, und von den begeisterten Bolksmasscn mit Blumen- sträußen überschüttet ward. „Ihr erstickt mich unter Rosen I"— und wenige Monate darauf war er todt, aber nur sein gebrechlicher Leib— der Geist lebte fort und wurde wieder Fleisch in der f r a n z ö s i s ch e n Revolution, die er beherrschte und lenkte— weit mehr als der Geist des anderen Dioskuren: Rousseau. „Ihr begrabt mich unter Rosen!", knirscht der ausgewiesene Hausineier a. D.;„aber ich will nicht begraben sei»! Ich bin nicht todt l— Ich lebe, und ich will Euch zeigen, daß ich lebe! Und er zappelt und strampelt und pustet unter der Rosenlawine, die sein kaiserlicher Herr und Meister über den„getreuen Vassallen des Kurfürsten von Brandenburg" gewälzt hat. O der beizenden, ätzenden, grausamen Ironie. Wer war es, der sich seiner Vassallentreue so laut gerühmt, so salbungsvoll betheuert hatte, daß er keinen anderen Willen habe, als den des Herrn und Meisters? Und»un sagt der Herr und Meister:„Du bist todt und begraben! Hlort et oute r r e, wie weiland der„Malbronk" des französischen Volkslieds. Todt und begraben bist du,— und bist du nickst stolz? Ich Hab' dir ja ein Begräbniß e r st e r K l a s s c gewährt— mein Liebchen, was w i l l st du noch mehr? „Aber, zum Teufel, ich bin ja nicht todt; ich pfeife auf die Rüben, und wenn ich sie zwanzigmal als niein Lieblingsideal bezeichnet habe» — ich kenne nur e i n Vergnügen: Hmismeicr zu sein und am Staats- Milliardelitopf zu sitzen. Der Henker hole die Rüben und das Be- gräbuiß erster Klasse— ich lebe und ich will zurück in mein Palais in der Wilhelmsstraße!" O, wie Voltaire lachen würde, hätte er diese Variation, diese Travestie seines berühmten Worts gehört:„Ihr erstickt mich unter Rosen!" Er, der leuchtende Genius des 18. Jahrhunderts— und dieser stall- dufteude Fuselfabrikant(„Auch ich bin Schnapsfabrikant"), der von dem Genius seines Jahrhunderts keine Ahnung hat, und der Nichts ist, wenn ihm der Milliardentopf aus den Fingern genommen ist und wenn er nicht mehr auf den Knopf drücken kann, der eine Armee von Soldaten, Polizisten und Spitzeln in Bewegung setzt. „Ich bin nicht todt!" keucht er, zischt er, brüllt er— ich bin nicht todt; ich will nicht begraben sein I Ich habe das Recht, zu pro- testiren, zu nörgeln, Opposition zu machen,— und ich will dieses mein gutes Recht ausüben!" „Aber, mein lieber Mann", kichert es dagegen— kennst du nicht das noMcsss oblige 9 Hast du vergessen, was du selber so oft gc- sagt, dast ein gefallener Minister zu schweigendem Dulden verurtheilt ist? Willst du als Heuchler und Komödiant vor der Welt stehen? Haft du nicht selbst tausendmal wider die nörgelnde Opposition gedonnert? Hast du nicht tausendmal erklärt, daß, wer den Kanzler angreift, den Kaiser angreift und ein verdainmungswürdigcr R e i ch s f e i n d ist? Also hübsch ruhig! Pscht! Pscht! Mache dich nicht lächerlich! Füge dich in dein Schicksal— du b i st nun einmal todt und begraben. Und— es ist ein B e g r ä b n i ß e r st e r K l a s s e I" „Ich ersticke— tönt es von unten— aber nicht von den Rosen, sondern vor W u t h! Habt Ihr vergessen, wer ich bin? Der Her- k u l e s des neunzehnten Jahrhunderts? Der O c d i p u s, der die Sphynx der sozialen Frage zum Selbstmord getrieben hat, weil er ihr Räthsel löste. Der größte Staatsmann, der jemals ge- lebt hat. Und Ihr undankbaren Gelbschnäbel und Zwerge— mich den Weisesten der Weisen, den Pfiffigsten der Pfiffigen, den Kühnsten der Kühnen, den titanischsten der Titanen— mich wollt ihr unter den Rosen eines Leichenbegängnisses erster Klasse begraben? Uff! Fort mit den Rosen! Freie Bahn dem Flügelschlage meiner exhausmcierlichen Seele. M i ch nach dem Maaßstabe gemeiner Menschen messen? Von mir verlangen, daß ich mich in das Prokrustesbett stecken lasse, welches ich für die vilo multitude hergerichtet habe? Das werdet Ihr bereuen! Ihr werdet mich wiedersehen! Ich habe ge- waltige Waffen! Ich kenne große Geheimnisse."—-- „Pscht 1 Pscht! Still Freundchen. Arnim. Arnim?", flüstert es leise.—„Spiegclberg, wir kennen Dich!"— Und der Oedipns, Herkules oder wie sonst er sich hat tituliren lassen, knurrt unverständliche Laute, und zappelt unter den Rosen seines Leichen- begängnisscs erster Klasse. Unter ihnen. Mit sanftem Drücken halten sie ihn nieder, und hat er die Besinnung noch nicht ganz verloren, so denkt er des französischen Sprichworts: Is ridicule tue. Immer und für Alle ist es ja nicht wahr, daß das Lächerliche tödtct. Aber für H a n s m e i e r a. D. ist es wahr. Er ist lächerlich geworden, dieser zappelnde, strampelnde HauS- Meier a. D., der gar nicht einsehen will, daß er todt ist, und daß er selber höchst eigenhändig die Waffen geschmiedet, mit denen seine Gegner ihn abgethan haben. Und diese Gegner Zwerge uud Kn'aben! O du armer lächerlicher Riese! Die Nemesis hat ihm nichts erspart. All seine stereotypen Kniffe und Pfiffe, in denen seine Talmi-Größe bestand, wenden sich gegen ihn. Er selbst hat die Stricke gedreht, die ihm, dem gewaltigen G u l i v e r um Brust, Beine, Arme und sogar um die(langen) Finger gewickelt sind: und die sie ihm umgewickelt und die ihn eingewickelt haben— es sind Liliputaner! I e tz t erst sieht der Hansmeicr a. D., wie wenig dazu gehört,„groß" zu sein, wie er es war,— und wie erbarm- l i ch klein er ist. _ Jedes Schlupfloch ist ihm verstopft— ist ihm verstopft mit irgend einer Zauberformel, die er selber einmal gegen einen wirklichen oder vermnthlichen Nebenbuhler ansgehcckt hat. Und um aller Unwürdigkeit und Lächerlichkeit die Krone aufzusetzen: die Welt hätte von der ganzen so entsetzlich blamablen Geschichte gar nichts erfahren, wenn der arbcits- müde Halbgott, oder Ganzgott— die Götter des Olymp konnten sehr gut müde werden, wie Jeder von ihrem Busen-Frcunde Homeros er- fahre» kann— der sich zn seinen„Rüben" zurückgezogen hatte, nicht plötzlich aufgesprungen wäre und das verblüffte Publikum angeschrien hätte:„Aber ich bin j a nicht arbcitsmüde l Ich hätte noch gern meine Finger im Milliardentopf und meinen hinteren Menschen auf dem Reichskanzlerftuhl— aber die Racker wollen mich los sein— man will mich begraben." Und die Welt lacht. Tu l'as voulu, Georges Daudin! Und wohl oder übel wird er Rüben zu bauen Haben— und vielleicht ein bischen Parlaments kohl. Harmlosen Kohl. Denn es hat einen Arnim gegeben.— S o jammervoll, s o possenhaft hat sich niemals der Sturz eines sogenannten„Großen Mannes" vollzogen. Und daß er selber der Herold seiner Blamage und seiner Schande ist, daß er, ähnlich jenem Hahnrei, der mit der Pistole durch die Straßen der Stadt lief, jeden fragend: Hast Du den Schuft 3E. gesehen, der mir Horner ausgesetzt hat?— daß er ähnlich jenem Hahnret in alle Welt hinauSschrcibt und hlnansschrcit: ich bin nicht freiwillig gegangen, ich bin gegangen worden. Das ist eine ausgesuchte Malice der Weltgeschichte. In nicht ganz hoffttnugsloser Erwartung einer tragischeren Schlußszene sind>vir einstivcilen mit diesem komischen Satyr- spiel von Herzen zufrieden. Und auch jetzt passirt dem„Herkules" N. s. w. a. D. das Pech, welches ihn sein Leben lang verfolgt hat: daß er die Arbeit seiner Feinde verrichtet. JäBic er im Kulturkampf für den Pabst, in dem Feldzug gegen die Sozialdemokratie für die S o z t a l d e m o- t r a t i e gewirkt. so jetzt für den nü: u e n K a n z l e r u n d d e s s e n Herrn— also für seine Gegner und Feinde. Er macht sie wider Willen populär bei alle» Denen, die i h n hassen und verachten,— und das ist, wie der 20. Februar gezeigt hat, die große Mehr- zahl des deutschen Volks. Und auch die demokratische Ent- Wicklung der Dinge in Deutschland wird gefördert, denn die neue Re- gierung ist durch die demagogische Opposition des„Z i v I l- W a l l e n- st e i n" genöthigt, sich auf die V o l k s m a s se n zu stützen. Insbesondere der Sozialdemokratie kommt die Rebellion des bockbeinigen Vasallen, der durchaus nicht auf die Rübenzucht beschränkt sein will, ganz vor- trefflich zu statten. Und wären die moralischen Defekte des Mannes nicht gar zu flagrant, so wäre die deutsche Sozialdemokratie wahrhastig verpflichtet, den: pustenden und knurrenden Hausmeier und Reichswauwau a. D. auf den Blumcnberg seines Begräbnisses erster Klasse als„Krönung des Gebäudes" ein Blatt Papier zu legen: das Diplom der Ehren- Mitgliedschaft unserer Partei— die P a r t e i d e s U m- st u r z e s dem U ni g e st ü r z t e n. — Neben den verschiedenen deutschen Behörden zeichnen sich nament- lich die d ä n i s ch c, die italienische und die französische Regierung in Berbotcn und provozirenden Tichcrheitckmast- regeln gegenüber der Maifeier aus. Von den beiden erstgenannten kann das nicht Wunder nehmen— Herr Eftrnp, für den beschworene Volksrechte Papierfctzcu sind, handelt da ganz in seiner Rolle, und Rabagas-Crispi muß sich für die Blamage der Journalisten-Auswei- sung und der erbärmlichen Maßnahmen gegen Costa, die für letz- teren eine glänzende Wiederwahl zur Folge hatte, durch eine kleine Gescllsdiaftsrettnng— weiter blamiren. Daß aber die Regierung der französischen Republik sich nicht entblödet, in Unterdrückungsmaß- regeln gegen eine friedfertige Deinonstralion mit den reaktionärsten Regiernngcu zu wetteifern, das ist eine Schmach, die die schärfste Brandmarkung verdient. Als Vorwand für die Verbote, Verhaftungen K. werden anarchistische, doulaagiftische und orleanistische„Verschwör- nngen" angegeben. Nu», die Herren brauchte» alle dies« nicht zu fürchten, wenn sie sich endlich einmal entschließe» würden, ans das ewige Vorsehnng-Spielen zu verzichten und bi* Arbeiter ihre eigene Po- lizci ausübe» zn lasse». Nicht immer hat man das Glück, einen Bonlanger zum Gegner zn haben, und wen: Partei diese« Rranrigen Helden es am letzten Sonntag in P a r b immer über 100,000 Stimmen gebracht hat, dann ist etwas sehr faul im Staate — Frankreich. — Mit großer Gcnugthuung nehmen auch wir von der That- fache Kenntniß, daß die Arbeiterpresse in Deutschland von Quartal zu Quartal— man möchte fast sagen, von Woche zu Woche— sich weiter ausbreitet. Mit Beginn dieses Quartals sind wieder sieben neue Organe in's Leben gerufen, und trotz der Konkurrenz der neuen nehmen die„alten"— wie der gut informirte Korrespondent der Wiener„Arbeiterzeitung" schreibt— an Lesern bestän- dig zu, und die neuen erobern sich in kurzer Zeit einen Leserkreis, der die kühnsten Erwartungen übertrifft. So bekam z. B. ein in Mittel- dcutschland neu erscheinendes Wochenblatt binnen einer Woche über 5000 Abonnenten, und Aehnliches ist anderwärts vorgekommeil. Mehrere früher bestchende Wochenblätter haben sich in Tageblätter um- gewandelt, ohne an Zlbonnenten einzubüßen, andere Wochenblätter werden diesem Beispiele später folgen. Dieser Prozeß— heißt es am Schluß— würde sich noch rascher vollziehen, wären die nöthigen gel- stigen Kräfte in gewünschter Zahl vorhanden." Soweit wir die Verhältnisse übersehen, ist die Ilrbeiterpresse schon jetzt der vor Schaffung des Sozialistengesetzes bestehenden an Zahl der Organe mindestens ebenbürtig, während sie dieselbe in Bezug auf die Verbreitung ganz erheblich übertrifft. Und was den Inhalt anbetrifft, so wollen wir nur soviel sagen, daß auch dieser im Großen und Ganzen dem der früheren Organe nicht nachsteht. Wohl entziehen sich geivisse Fragen unter den obtvaltenden Verhältnissen fast ganz der Diskussion, wohl leidet die Kritik unter den, dem freien Wort gezogenen Schranken, aber dafür hat die Presse sich in einem wichtigen Punkt vorwärts entwickelt: den ökonomischen Vorgängen wird heute eine viel größere Aufmerksamkeit geschenkt, und im Illlgemeinen auch ein viel größeres Verständniß entgegengebracht, als ehedcni. Wir haben sdion früher hervorgehoben, und können hier nur wieder- holen, daß unter wenn diesen Verhältnissen die Aufgaben des„Sozial- demokrat" zwar nicht aufhören, aber doch sich wesentlich verringert haben, wir weit entfernt sind, dies zu bedauern sondern uns dessen nur freuen können. Ein Blatt von dem Umfang des unsrigen kann schon ans technischen Gründen nicht daraus Anspruch erheben, ein umfassendes Bild der gewaltigen Bewegung zu geben, als welche die deutsche Sozial- demokratie heute sich darstellt. So ruft denn auch der„Sozialdcmo- krat" den neu hinzugetretenen Slrbeitsgenossen ein herzliches Glück- auf zu! — Die Turner und die Achtstundcnbetvcgung. Was sagen unsere Leser zu folgender Meldung? „In der letzten Sitzung des Vororts des Turn erVerbandes wurde nachstehende Resolution eingebracht und einstimmig angenommen: „In Zlnbetracht, daß nach Abschnitt 5 der„Prinzipiellen Beschlüsse des...... Turnerbundes" die Turner Verkürzung der Arbeitszeit und die Einführung des achtstündigen Nornial-Arbeitstages anzustreben durch ihr Manneswort verpflichtet sind. In Anbetracht, daß die Achtstundenbeweguiig gerade jetzt einen neuen kräftigen Aufschwung nimmt, da große Arbciter-Organisationcn be- schlössen haben, in der nächsten Zeit die Ausführung des achtstündigen Zlrbeitstages zu verlangen, Sei es beschlossen, daß der Vorort es gerade jetzt für die geeignete Zeit hält, die Turner des Bezirks an die oben erwähnten prinzipiellen Beschlüsse zu erinnern und sie aufzufordern, keine Gelegenheit zu versäumen, d e n Sl ch t st u n d e n- K ä m p f'e r n a l l e m ö g- liche moralische und thatkräftige Unterstützung zu gewähren." Vortrefflich, nicht wahr? Schade nur, daß es bloß der— n o r d- amerikanische Turnerbund ist, von dem dieser Aufruf ausgeht. Die deutschen Turner haben zu so etwas keine Zeit. Sie haben Wichtigeres zu thun: Patriotische Lieder absingen, Fackelzüge zu Ehren des Kaisers einstudiren und sich für Wahlschlepperei für reichstreue Kandidaten einüben. Sie sind dafür auch echt„national". — Wer lacht da? Bismarck hat einer Deputation seiner Gc- treuen die Befürchtung geäußert, daß die von Wilhelm II. eingeschlagene Sozialpolitik„der Sozialdemokratie neue Anhänger zuführen werde". Das hoffen auch wir. Aber der Mann, unter dessen Regime die Sozialdemokratie es zu einer Partei von 1,400,000 Wählern gebracht hat, ist schwerlich der Rechte, über sozialdemokratische Agitatoren wider Willen„Bedenken" zu äußern. Wilhelm II. ist ein guter Agitator und hat noch eine» recht hübschen Spielraum, bis er Bismarck, unfern „Besten" blas eingeholt, geschweige denn überflügelt hat. — Die Thesen Uber die Berufsgenosscnschaftcn, welche der schweizerische Slrbeitersckrctär Greulich dem Oltener Arbeitertag vor- legte und die auch dort Annahme fanden, laute»: A. Arbeiter-Gewerkschaften. 1. Sobald in einer Gemeinde oder in einem Bezirk aus de» Personen des gleichen Berufes oder einer Gruppe verwandter Berufe sich eine Gewerkschaft gebildet hat, welche die Mehrzahl der Bcrufsgenossen um- faßt, wird dieselbe aus ihre Anmeldung hin von der zuständigen Be- Hörde als maßgebende Bcrufsverbindung anerkannt. Die Gewerkschaft erlangt durch ihre Slncrkennung folgende Rechte: a. Begutachtung aller Gesetze, Verordnungen und Verwaltungs-Maß- nahmen, welche den bezüglichen Beruf oder die Berufsgruppcn betreffen, insbesondere der Begehren um Bewilligung von Uebcr- zeit-, Nacht- und Sonntagsarbeit, sowie des uniuitcrbrochcnen Betriebes. d. Begutachtung der Ortsgebräuche bezüglich Arbeitszeit, Lohnzahlung, Kündigungszeit und anderer streitiger Punkte des Dienst- Vertrages. o. Vertretung der Arbeiter der Berufs oder der Berufsgrupp« vor Gericht, soweit berufliche Interessen in Frage kommen. d. Das Recht, für die Arbeiter als Vertragspartei mit de» Ge- werbsinhabern über die Arbeitsbedingungen zu unterhandeln und Dienstverträge zu vereinbaren, die für alle Arbeiter des Berufs oder der Berufsgruppe verbindlich sind, die Einhaltung derselben zu überwachen und Zuwiderhandelnde mit Geldbuße zu belegen. 2. Die anerkannten Gewerkschaften sind verpflichtet, sobald drei lokalö Gewerkschaften des gleichen Berufes oder der gleichen Berufsaruppe bestehen, einen schweizerischen Verband zu bilden. Dieser hat für das ganze Vereinsgebiet dieselben Rechte, wie die lokalen Gewerkschaften auf ihrem Territorium. S. Arbeiter-Kanimern. 3. Die Gewerkschaften aller Berufe eines Kartons wählen einen gemeinsamen Vorstand, der die kantonale A r b e i t e r- K a m m e r bildet. Für seitabliegende Gemeinden und vereinzelt vorkommende Be- rufe können allgemeine Arbeitervereine gebildet werden, welche zur Thcil- nahme an der Wahl der Slrbeiter-Kammern berechtigt sind. 4. Die kantonalen Arbeiter-Kanimern haben folgende Befugnisse: a. Begutachtung aller Gesetze, Verordnungen und allgemeinen Vcr- waltnngs-Maßnahmcn, welche die Arbeitsbedingungen und die Stellung der Arbeiter überhaupt betreffen. d. Begutachtung aller Fabrik- und Werkstatt-Ordnungen: Unter- suchungcn über die Einhaltung der Arbeiterschutz-Vorschriften durch Zeugenverhör und Augenschein; Vorschlagsrecht für die Wahl kantonaler Jnspektionsbeamter. o. Erhebungen über alle wirthschaftlichen Verhältnisse der Arbeiter- klaffe mit dem Recht, Zeugen zu verhören uud schriftliche An- gaben zu verlangen. 5. Die kantonale» Slrbeiterkammern sind der zuständigen Regierungs- abtheilung beigeordnet, welche ihre Kosten und Sitzimgsgelder bestreitet. 6. Die kantonalen Arbciterkamnier» wählen Abgeordnete, welche eine schweizerische Arbeiterkammer bilden. Diese hat die glei- che» Befugnisse auf eidgenössischem Gebiete; sie ist dem zuständige» schtveizerischrn Departement beigeordnet, welches ihre Kosten trägt. C. Gemischte Gewerkschafts-Kammern. 7. Wenn auf gleiche Weise wie bei de» Arbeitern anerkannte Ge- werkschaften der Gewerksinhaber zu Stande kommen, so haben sie für ihren Kreis die gleiche» Rechte wie die Arbeitcr-Gewerkschasten. Die Gewerkschaften der'Arbeiter und Gewerbsinhaber des gleichen Berufs haben Abgeordnete in gleicher Zahl z» wähle», welche vereinigt g e- mischte Gewerkschaftskammern bilden und je einen Prä- sidenten wählen, der weder Arbeiter noch Gewerksinhaber ist. 8. Die gemischten Gewerkschaftskammern haben das Recht, Beschlüsse zu fassen, welche für alle Berufsangehörigen verbindlich sind; sie können Zuwiderhandelnde mit Buße belegen und haben das Recht, die erlau- senen Kosten auf die Berufsangehörigen zu vertheilen. Beschlüsse dieser Art find nur dann verbindlich, wenn die Abgeordneten der Arbeiter und der Gewerksinhaber in gleich großer Zahl vertreten sind. v. I n d n st r t e- K a m m e r n. 9. Wenn die Gewerkschaften der Gewerksinhabcr verschiedener Berufe zu gleichen kantonalen und eidgenössischen Vertretungskörper» gelangt sind, wie es die Arbeiterkammern für die Zlrbeiter-Gewerkschaftcn sind, so bilden diese Körper mit gleicher Mitgliederzahl von beiden Seiten kantonale I n d u st r I e k a m m e r n und cüie schweizerische I n d u st r i e k a m ni c r. Den Vorsitz in dieser Kammer führt der Vorsteher des zuständigen kantonalen oder schweizerischen Departements. 10. Die Jndustrie-Kammern haben für ihren Wirkungskreis folgende Befugnisse: a. Organisation von Gewerbeschiedsgerichten und Beaufsichtigung ihrer Thätigkeit. b. Bildung von Einignngsämtern zur Verhütung von Arbcitsein- stellnngeli und Arbeiterausschlüssen. c. Begutachtung aller Fragen, aller Entwürfe von Gesetzen, Ver- ordnnngen und Verivaltiings-Niaßnahiiie», welche Industrie und Geiverbe betreffen. d. Errichtung gemeinsamer Institutionen zum Nutzen nnd zur För- derung gewerblicher AnSbildnng und gciverblichcr Interessen. 11. Konfliktfälle nnd Beschwerden werden ni erster Instanz durch die kantonalen Jndustriekanimerii nnd in letzter Instanz durch die schwel- zerische Jndustriekammer entschieden. E. Allgemeiner Grundsatz. 12. Der Beitritt in die anerkannten Gewerkschaften der Arbeiter und der Gewerbsinhaber darf von der bernflichen Befähigung und von der persönlichen Ehrenhaftigkeit abhängig gemacht werden. Es ist jedoch unzulässig, denselben durch hohe Eintrittsgelder oder sonstige uner- schwingliche ökonomische Anforderungen zn versdiließe». Direktoren und Geschäftsführer von Gesellschaften werden als Ge- werbsinhaber betrachtet. »ie »»* Soweit diese Thesen die Organisationen der Sl r b e i t e r betreffen, können wir ihnen im Großen und Ganzen nur anerkennend zustimmen. Nur der Passus, der von der Slufnahiiie in die Geiverkschaften hau- delt, erregt unsere Bedenken.„Berufliche Befähigung" ist ein sehr dehnbarer Begriff und kann leicht zu Mißbräuchen i» z ü n f t l e r i- s ch e m Sinne führen, eine Möglichkeit, die bei großen Arbeiterkate- gorie» leider nicht ausgeschlossen ist und daher auch nie außer'Augen gelassen werden sollte. Warum nidst einfach sagen„Nachweis der Äe- schäftigung im betreffenden Beruf"? Mit Bezug auf die„E i n i g u n g s ä m t e r" k. haben wir iinsre großen Zweifel, zumal uns die gleiche Berücksichtigung der Arbeiter und Gewevksiiihabcr in den Gemischten Gewerkschafts-, bezw. Jndnstrie- kammern keine genügende Garantie gegen llebervortheilung der'Arbeiter bietet. Wir kommen auf dieses Thema gelegentlich zurück. — Die sozialdemokratische Fraktion ist, wie wir hören, a»f Montag, den 5. Mai, zu der ersten ordentlichen Fraktionssitzung be- rufen, nnd wird sich,»ach erfolgter Konstitnirnng, über ihre geschäft- liche Thätigkeit im Reichstag(Theilnahme an Konimissionen». s. w.) verständigen, nnd die einzubringenden Slnträge durchberathen. Außer dem Arbeiterschutzgesetz wird auch ein Antrag zum Unfallver- sicherungsgesetz, soivie ein Antrag auf Ailfhebnng der Kornzölle sofort zur Berathung gelangeil. Aus Frankreich wird uns geschrieben: Nachdem die franzö- sifche Regierung durch den Mund des Herrn„Fanstministers" Eon- st ans erklärt, daß sie am 1. Mai keinerlei Manifestation dulden werde, tonnten possibilistische Führer»idst umhin, den französischen Arbeitern von der Betheiligniig an der Maifeier a b z u r a t h e n nnd letztere zu v e r u r t h e i l e». Herr I o f f r i n hat dies in zwei„Interviews" mit Reportern des„Radical" und des„TempS" gcthau. Seitdem der Genannte nämlich in der Kammer sitzt, ohne in dieselbe gewählt worden zu sein, fühlt er das dringende Bcdiirfniß, die im Palais Bourbon ungesprochen bleibenden Reden den Reportern auf die allzeit Nachrichten- hungrige Seele zu binden, und der beifallklatschendeu Bonrgeoiswelt in der Form von Interviews verkünde» zn lassen, wie so„vernünftig", ach io sehr vernünftig, wie in so inniger Seclenharmonie mit den Constans und anderen gonvernementalen„Mädchen für Alles" der Nichterwählte, aber vom Präfekten Berufene, von Montmartre zn denken pflegt. Daß seine Erklärung mit Anfwärmung der alten Lüge vom „Kongreß, der nur Gcneralstäbe ohne Truppcn hinter sich vereint" habe, beginnt, versteht sich von Seiten des Herrn Abgeordneten wider seinen — Wahlkreis von selbst. Nach diesem schönen Anfang kaut denil Herr Joffrin die Gründe gegen die Manifestation wieder, welche Herr Co»- stan« und die kapitalistisdie Presse bereits vorgekaut habe», iiänilid>: die Manifestation könne dem französischen Temperament zufolge leicht ans- arten, die Reaktion, besonders der Boulangismns, werde ausschließlich aus ihr Nutzen ziehen?c. er. Alles dteS ist nicht überraschend, lieber- raschen muß es dagegen, wenn sid) Herr Joffrin, nadidem er die Mani- festatio» verdonnert und widerrathcn hat, plötzlich als von jeher eifriger Verfechter des Achtstundentages proklamirt und zum Beweis auf seine Thätigkeit im Gemeinderath für Verkürzung der A rbeitszeit der städti- schen Arbeiter hinweist. Gab es nicht einen gewissen Joffrin, der im Dezember 1881 bei seiner Kandidatur in Clignancourt für den Stadt- rath die Forderung deS'Achtstundentags(mit weiteren Forderungen zusammen) als„hon possible" aus seinciu Wahlprogramm gestrichen hatte? Gewiß, im Pariser Stadtrath ist eine Kampagne für Verkür- zung der Arbeitszeit geführt worden, nnd Joffrin ist auch für die For- derung cingekreten, hat mit Chabert zusammen für dieselbe gestimmt. Slber die Kampagne ist und bleibt der Hauptsache nach V a i l l a n t s Werk, der durch seine ausgezeichneten Berichte über die Frage, durch sein unermüdliches Eintreten für sie, dieselbe entschied. Herr Joffrin hat— ein schlechtes Gcdächtniß, wollen>vir annchiiic». Im„Proletariat", dem offiziellen Organ der possibilistischen Partei, macht ein Herr Joindy den Versuch, die Manifestation vor der Gefolgschaft des Blattes wissenschaftlich todtznschlage». Der Kongreß von Paris, bestehend aus Delegirten ohne Mandat— ohne diese Lüge geht es nicht— habe unter dem Einfluß der deutschen Sozialisten die Manifestation zu Gunsten des Achtstundentages beschlossen. Das Zu- standekomnien einer derartigen friedlichen Manifestation sei vielleicht bei der trefflichen Organisation nnd Disziplin der Partei in Deutsch- land möglich, in Frankreich dagegen fraglich. Die deutschen Sozialisten hätten dies erfahren, wenn sie sich an die wahre französische Arbeiter- parte!, die Possibilisten, gewendet. Statt dessen sind sie zu ihren„theo- retischen Schülern", den Marxisten, aekommen,„die sich stets durch eine allgemein ungeschickte und von Seiten Etlicher sogar infame Haltung ausgezeichnet haben". Dadurch haben sie die Sache des internationalen Proletariats schwer geschädigt, und Herr Joindry ist so freundlich, ihnen den dafür gebührenden moralischen Nasenstüber zu ertheile». Dod) da- mit nicht genug. Herr Joindy muß den stanzösische»'Arbeitern be- greiflich machen, warum die deutschen Sozialisten gerade z» den ttt'lstnrxiftcn und nicht zu den im Schooße der alleinseligmachenden Kirche sitzenden Possibilisten gekommen. Und da Joindy ein— findiger Kopf ist, so hat er das Räthsel in genialer Weise gelöst. Man höre nnd staune. Der deutsche Sozialismus befindet sid> nämlich noch heutzutage unter dem Einflüsse des Impulses, der ihm Lassalle gegeben hat. I» der Folge erstrebt er soziale Reformen, welche durch die ökonomische Entwicklung nahegelegt werden. ohne die Religion und die politisthe Form der Regierung anzutasten. Es ist also leicht möglich, daß der »ene deutsche Kaiser danach strebt. nnd daß es ihm auch gelingt, die Geschicke des deutschen So;ialisni»s zu leiten. Aehnliche Doktrinen und Bestrebungen finden sich nun unter den franzöjisd,en Sozialisten bei Denen, welche einen Slugenblick hofften, sich der boickanMisdien Be- wegiffig zu bedienen, uni eine sozialistische Aktion ansjnube». Daher also das Einvernehmen zwischen deutschen Sozialisten nnd französischen Marxisten. Nachdem noch Herr Joindy die üblichen.vernünstige» Gründe" gegen die Manifestation entwickelt, und eS sreirndlich den Kruppe» überlassen, ob sie sich an der Maifeier bethciligen, nicht be- theiligen oder einen Mittelweg wählen wolle», schließt er mit dem famofcii Scch:„Was»lan besoaders in Erwägung zichrn niub, ist, daß welche» irgendbeliebigen Beschluß auch den deutsche» Sozialisten anzunehmen gefällt, dies Itichts hat, was uns beeinflußt." Wir wollen nicht erst auf die mit Geineinplätzen hcransgepntzten Un- richtigkeiten und— Jrrthnmer eingeben. Aber Eines muß gesagt werden. Es ist infam, den �ongreßbeschluß der Manifestation, der ein- stimmig von allen Nationalitäten gefaßt und, machen Sie die Ohren auf, Herr Joindy, von dem Amerikaner Bnshe nd den Franzosen eingebracht wurde, als das Werk der deutschen Sozialisten hinzustellen und immer wieder darauf znrnckznkommcn, daß die deutschen Sozialisten die Manifestation beschlossen haben. Es sieht dies einer Spekulation auf den Chauvinismus verteufelt ähnlich. Es ist infam, den deutschen Sozialisten zäsaristische Tendenzen zu unterstellen, es ist infam, die französischen Marxisten mit einem Theil fahnenflüchtig gewordener Blanqniste«>U identifiziren, um ihnen chauvinistische Tendenzen unter- schieben zu können. Ausführnnge» solcher Art, welche die Arbeiter mit durchaus falschen Vorstcllunge» erfüllen, welche sich Behauptungen nähern, die seinerzeit von der deutschen Polizei in Bezug auf die Be- Ziehungen der Sozialisten»nd der Bonlangisten znsamniengelogen wnr- den, Ausführungen solcher Art, verdienen mit einem kräftigen„Pfui Teufel" tiefer gehängt zu werden. — Die Lorbeer» der französischen Possibilistcn haben wie es scheint ihre englischen Bundesgenossen, die Herren Hyndman».Genossen, Nicht schlafen lassen. Gleich jenen haben sie zuerst die ganze Angele- genheit der Ntaidcnioustration todtgeschwiegen, nachdem dieselbe jedoch trotzdem bei der Masse der englischen Arbeiter angeschlagen, thun sie nicht nur Alles, die Bewegung auf ihre Mühle zu leiten— das wäre ja an sich verzeihlich— sie leisten aber auch in diesem Bestreben Denen hülfreiche Handleistung, die der Demonstration ihre Kraft, ihre prin- zipielle Bedeutung zu nehmen bestrebt sind. Der Londoner Trabes Council, in seiner Mehrheit aus Vertretern der alten Trabes Ilnions bestehend, hat, da auch er sich der gewaltigen Strömung für die Demonstration nicht entziehen konnte, unter völliger Zgnorirung des Jnitiativ-Komites, das die ganze Bewegung in Fluß gebracht, auf eigene Faust auf den von jenen« Komite vereinbarten Tag — den 4. Mai— eine Demonstration nach Hyde Park einberufen, über die er sich die ausschließliche Leitung vorbehalten hat. Alle Or- ganisationen, die nicht im Trabes Coungil vertreten sind, haben sich seinen Anordnung zu unterwcrseu, unter seinen Fahnen zu marschiren und die lllesolutionen anznnehinen, die in seinem Schooße ausgearbeitet worden, und iu der die Forderung eines Achtstunden g e s e tz e s«veg- gelassen ist. Lediglich für die sozialdemokratische Fcderation wurde eine Ausnahme gemacht und ihr eine Tribüne eingeräumt, auf der dieselbe nach eigenem Belieben schalten kann: alle andern Körperschaften, die großen Geiverkschaften, Klubs und Vereine, die hinter dem envähnteu Jnitiativ-Komite stehen, ivurden mit der Erklärung abgefertigt: Ihr habt Euch uns bedingungslos anzuschließen, und wenn Euch das nicht konvcuirt, nm so schlimmer für Euch. Von den konservativen Gelverkschaftlern im Trabes Council ist dieses Verhalten, so unbillig es ist, immerhin begreiflich. Es entspricht ihren von jeher vertretenen Grundsätzen: die Drummond, Shipton?c. handeln in ihrer Art Ivenigstcns kousequent. Anders die Leiter der sozialdemo- tratischen Föderation. Sie, die bisher stets für eine gesetzliche Verkürzung des Arbeitstages eingetreten, schlagen sich selbst ins Gesicht und verläugnen ihre Grundsätze, wenn sie die Hand dazu bieten, daß diese Forderung beiseite geschoben«vird. Und das haben sie, solveit es«» ihren Kräften stand, gethan. Und in der neuesten Nummer der „Justice"«vird dem Trabes Council gleich an der Spitze des Blattes das Lob ertheilt, daß er sich in der Frage der Achtstnndcndenionstration g n t aufgeführt habe. Und anf dieses Lob folgt unmittelbar ein Ansfall anf die„Nlarxisten", die als Urheber des„iinsiimigen(foolish) Vorschlages" hingestellt«verde», die Demonstration am t. Mai statt- finden z» lassen, der jetzt so großes �Fiasko" niache. Natürlich weiß Herr Hyndnia» sehr gut, daß der„inisinnige" Antrag in Paris anch von seinem guten Freunde, dem amerikanischen Delegirten Bushe gestellt«vorden«var, daß außer in England überall der I.Mai als Tag der Denionstration anerkannt«vorden ist, daß in E««gia>«d selbst diejenige», die er„Nlarxisten"»u nennen beliebt, an, 4. Ntai dcmon- striren, nachdem sich der l. Mai diesmal als uiuhuiilich herausgestellt hat, und daß die Einzigen, die anch in England an dem Gedanke«« des I.Mai als Feiertag festhalten, Mitglieder der— Sozialdemokralischen Föderation sind. Aber er wirft alle diese Thatsachen durcheinander, verdreht hier«nid Verschiveigt da, um eine A«!srede zu haben sisr seine nnlviirdige Stcllnngnahnie. Schade nur, daß sie ihm nichts nützt. Trotz seiner Fahnenflucht«vird London am nächsten Sonntag eine große Denionstration für das Achtstnudeugesetz sehen, nicht feindselig gegen die Denioi«stration des Trabes Council, aber s e l b st st ä n d i g neben ihr, eine freie Demonstralion, an der sich jeder Arbeiterverein betheiligeu kann, der apf dem Loden dieser Forderung steht, und nicht bloß die, die sich zufällig in die Gunst von Leuten gesetzt, welche sie bisher nicht scharf genug angreife» konnten. — Die V«irgcoisprcsse gibt sich eine riesige Mühe, den Leuten Angst zn niache» vor dem 1. Mai. Nun— sie erreicht dadurch bloß, daß die öffentliche Meinung sich einzig und allein uiit den« 1. Mai beschäftigt— und trägt so nur zu dem Erfolg des erste» M a i bei. Schon heute kann festgestellt werden, daß die Man.! festat io», «velche der Internationale Kongreß voriges Jahr beschlossen hat,«veit, «veit über Er>v arten gelungen ist. Eine solche intern atio- na le Feier hat die Welt noch nicht g« s e h e n,»nd es zeigt sich tnimer mehr, daß nicht in einer bestinnnten Form der Maut- festatiou, sondern in der Allgemeinheit die imposant«, >v e l t b e w e g e n d e Bedeutung der Maifeier liegt. — Nnstland. Ucbcr die nenlichen Stndcnten-ltnruhcn geht der Budapestcr„Arbeiter-Wochen-Chrouik" folgender Bericht aus Peters- b»rg zu: �/ � zinv fli yttmiLv,:'. jüd«ö» „Die-Studeilten-Unrnhcn,«velche gegenwärtig die öffentliche Ausmerk- samkcit von ganz Nnßland fesseln, brache» zuerst in Moskau aus und verbreiteten sich rasch nach Petersb>«rg, Kasan, Warschau, Kuno, Char- ko>v und Odessa. Die dadurch hervorgerufene Baisse auf der Börse brachte den Finanzmintster ans dc»« Häuschen,«velcher gerade eine große Finanzoperation vorhatte. Zun« Verstäudniß der hiesige, f Stu- dcntenverhälinisse möge hervorgehoben«Verden, daß die nieisteti der Stndente«« im Elend lebe«: nnd arbeite»«nüfscu ,\»»i stch zu erhalte», oft auch ihre Eltern und Faiuilicn inlterstiitzctt müsse». Ihre Sl>in- pathiet« haben denn auch iiniuer den« Volk angehörti und das heiße Blut der Jugend«nachte ihnen das Joch der Tyrannei unerträglich. Seit dem Jahre l&ttj ist die rnssnche Negierung«niansgesetzt durch die russische» Studenten beunruhigt«vorden. Dieselbe'«var bestrebt, jede» dciiiokratischcn Zug auszurotten, die Wissenschaft, insbesondere die Philo- sophie, solvie die politische«« und sozialen Wiffcnschnsteu in eine Karri- katur zu vcr>va>«dcln, indem sie den berühmten Prosessoreii das Unter- rlchtsprogeannn vorschrieb, unabhängige und populäre Professorcn be- seitigte, alle Stude»te>«-Verbludnuge» und Gesellschäste»,.selbjt die»ür zur Hebung des materiellen Wohles der Studenten dieneirderr perbot, Bibliotheken nnd Lese-Kabiuete schloß, und zahlreiche Slndnite» ans den harmloseste» Aulässcn auslveisen, einsperre«« oder llach Sibirieit de- portireu ließ. Diese Attentate der Ncgicrnng auf die Freiheit der Wiffenschast uird der Universitäten erreichte«« 18Ö5 ihren Höhepunkt. Trotz aller dieser Geivaltlhätigkeiten der Ncgicrnng«nid ihrer Kosaken, Polizisten und Gcnsdarincn,«vollte die Ruhe nicht cintreten. DosVpU selbst ergreift offen die Parte« der St>«dcnten. Ende Februar dieses Jahres brach an der landlvirthschäftlichen Aka- dcniie in Moskau, wo die neue» Statuten ciugesnhrt«verde» sollte««, ei» Konflikt ans: man arrctirte 200 Studenten. Die Uuiversität in Mos- lau manifestirte ihre Solidarität mit der �Akademie,«vas die Sistirnng von 550 Personen zur Folge hatte, deren Zahl bald at«f 1000. sich be- lief. Proklamationen wurden von hier an die Kaiüeradeu der übrigen Universitäten Rußlands erlassen. A» diese Proklaniationen schlössen sich friedliche Neformprojekte an, welche dem sreiheitlicheu Sin» der. Stu- deutenschcrft alle Ehre machci«; das durch die lnimeuse Majorität der Petersburger Studeutcuschalt angenommeue Niejenprograuii» wurde in Begleitnil«« einer Petition durch den berühniieu Professor der Cheiui«, Mcudelejcff, dem UutcrrichtSinstzister übermittelt. Aber man würdigte sie nicht eminal einer Antwort. Nachdem man einige Zeit gcivartct, ergriff einer der Studenten das Wort und sagte zu einem der Pro- fessoren:„Wir sind also in den Augen des Ministeriums ärger als die Sträflinge, weil selbst diese das Recht haben, Klagen bei ihren Vorgesetzten vorzubringe»!" Hier beginnt die klägliche Rolle der Professoren: sie alle sind Ver- räther geworden. Die Manifestationen wurden fortgesetzt, was wieder die Verhastu««g von 300 Hörer» der Universität, 270 Polytechnikern und lll Studenten der landwirthschastlichen Akademie zur Folge hatten. Als die Studenten sich von der Polizei umringt sahen, stimmten sie ein Lied von Nekrassoff an, welches von den Leiden des Volks spricht, und welches sie auf dem ganzen Transport von der Universität bis zur be- nachbarten Reitschule sangen. Der Polizeipräfekt, welcher von einer Estrade aus die Jugend harangniren wollte,«vurde verhöhnt. Dem Direktor des Polytechnikums, welcher den Studenten anzeigte, daß er sie der Polizei ausliefere, erwiderte ruhig ein Student:„Uns thut das nichts: wir«verde» einfach eingesperrt werden, aber Sie haben sich vor Europa mit Schmach bedeckt I" Eine Beifallssalve folgte biesen Worten. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich vor dem Polytechnikum gestaut. So oft ein Wagen mit arretirten Studenten«nieder erschien, brach das Publikum in ein begeistertes Hnrrah! aiif die Studenten aus.„Sic haben eine wahre Wuth arretirt zu werden", bemerkte ein Polizist,„und sie gehen ins Gefängniß, als sollte es zur Hochzeit gehen!" Sechs Tage wurden die Studenten unter den unmöglichsten Verhält- nissen gefangen gehalten. Angesichts der riesigen Menge von Angehö- rigen»nd Freunden,«velche die gefangenen Studenten besuchen«volle», entschied der Polizeipräfekt, daß mir den Eltern der Zutritt gestattet «verde. Die Ausweisungen und Deportationen haben bereits begonnen. Selbstverständlich ist die Behandlung eine um so strengere, je«nehr Sympathien sich die Verhaftete» seitens ihrer Kameraden erfreuen, nnd je mehr sie wegen ihrer demokratischen und arbeiterfreundlichcn Gesin- nungen bekannt sind. Der Pariser„Temps" hat seinem, übrigens zutreffenden Berichte über diese Stndentenunruhen hinzuzufügen für gut befunden, daß die Inden die Urheber der Bewegung sind, indeß unter 300 llniversitäts- Hörern mir 2—3 Israeliten verhaftet«vurde». Die Meisten«varen Russen, ferner anch sehr viele Polen. Die Chauvinisten in Petersburg sind wüthend darüber, daß die Studenten gegen die Abschaffung der Friedensrichter und gegen die reaktionären Maßregeln gegen die Zemst- Ivos, protestiren. In Petersburg, wo man aufgeklärter ist, heißt es, daß die Studenten die gegenivärtige Regierung nicht«vollen. Ein Kutscher sagte mir:„Ich«veiß schon, was man«vill: Denke nur an Dich: und sobald Du das Wohl Anderer willst— bist Du ein Ber- brecher!" Während dieser Zeit begab sich der Zar in eines der Gefängnisse und befreite, gelegentlich des Osterfestes, eine gehörige Anzahl von Dieben nnd Mördern. Selbstverständlich beivnnder» die Journale seine Großherzigkeit. Laut einein an sämmtliche Redaktionen ergangenen Zirkular, war es denselben strenge verboten, über die Slndenteniniruheu etivas zu schreiben, was auch strenge beobachtet wurde." Richtigstellung. In dein Artikel„Ucber die Propaganda unter den russische» Arbei- tern" in vor. Nummer hat sich ein fataler Druckfehler eingeschlichen. Auf der ziveite» Spalte, Zeile 23, von oben muß es statt„geschrieben" geschrieen heißen. Und ebenso weiter unten in der Replik des Ber- fassers aus die Beck'schcn Angriffe. Der Berfasser legt auf diese Richtigstellung Werth, weil gerade der Ausdruck„innozo llA�ala" in Plechanow's Borrede bei Beck und dessen Frennden so großen Anstoß erregt hatte. — Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagöfraktion veröffentlicht folgende Quittung, die auch für ilnserc Leser von Interesse sein dürfte: Vom 1. Januar bis zum 31. März d. I. erhielten die Unterzeichneten: ». Für den U>« t c r st ü tz u n g S f o n d: Von Braunschiveiger Genosse» Mk. 600.—, Bielefeld 150.—, Pots- dam 21.50, Brandenburg 25.—, Buckau 35.85, Buckau 41.—, Buckau 53.25, Wiinsiedel 9.—, Potsdam 25.—. b. Zur Unterstützung der Elberfelder Angeklagten nnd t h r e r F a in i l t e n: H. G. Schmölln Mk. 5 10, Dresden N. 100.—, Maulwürfe von Golzcrn 10.—, Oberlnngivitz 20.—, Witzfelden 20.—, I. B. 20.—, W. F. Br. 13.40, Ronsdorf 25.—, Augsburg 20.—, Osterode a. H. 25.—, Z. St.—.70, L. Pforzheim K.—, Itzehoe 10.—, ein anti- sozialistischer Reichstagsabgeordneter 20.—, Osnabrück 25.—, Jenstedt 1.—, Remscheid„Schafskopf" 5.—, Rcichcnbach i. B. 50.—, H. K. Görlitz 15.—, Bielefeld 100—, Kiel 100.—, Pinneberg 6.—, Eller- deck b. Kiel 17.30, Bornstedt 20.50, Kellinghusen 12.—, Itzehoe 110.—, Lägerdorf b. Itzehoe 54.—, Wilstcr i. Holst. 14.40, Reninimstcr i. H. 50.—, G. Greiz 6.50, O. Peine 4.50, Former Lübecks 15.80, Pr. Nürnberg 20.—. c. Für den Wahlfond: L. Falkenberg Mk. 20.—. Leipzig 500.—, Glasmacher Brunshausen b. Rade 35.70. Sphinx 2400.-, Unbekannt 500.—, Dr. G. B. 5.—, L. Luxemburg 4000.—. B. K». Warnsdorf 4.—, Sphinx 5000.—, Berliner Genossen 5000.—, Ungenannt 6900.—, Dr. G. 5.—, A.'s Rentenbeitrag 730.—, H. 150.—, Schwarzkünstler Berlin 200.—, Schwarze Brüder Berlin 75.— A. F. Solingen 8.—, Still vergnügt Ölten 100.—, von einem jungen Parteigenossen 5.—, Ungenannt Budapest 3.40, Ulm 100.—, Cottbus 52.—, Holländische Parteigenossen fl. 160—— Mk. 269.45, 6. sächs. Wahlkreis 300—, Köln 200—, Ungarische Parteigenossen Budapest fl. 22= Mk. 37.85, P. B. Berlin 200.—, Deutsche Parteigenossen in der Schweiz 1. Rate 800.—, sozial- demokratische Freimaurer Leipzig 2000—, Mann im Mond 1393.— B. in Proschwitz 5.—, deutsche Genossen in den Vereinigten Staaten durch Schl. Ncw-Bork 2070.—, S. Frankfurt a. M. 200.—, Sozial. Bankiers Grüiidergeivinn 2. Rate 25.000-, Ungarische Genossen Buda- pest fl. 20.—= Mk. 34.40, Reichenberg i. B. fl. 20.-— 34.65, Ottensen 10.—, Arbeiter ans Bant 50.—. Tchm. Dresden 2.—, Remscheid 100.—, Z. Berlin 40.—, deutsche Genosse» in Bukarest 320.—, Dr. B. München 100.—, holländische Genossen 2. Rate fl. 80.—— Mk. 134.75, iliigarische Geiiosse» Budapest fl. 12.—— Mk. 20.40, deutsche Genossen in de» Vereinigte» Staate» durch Schl. Neiv-Vork 8200.—, deutsche Genossen in der Schweiz 2. Rate 800.—. ungarische Geiiossen Budapest fl. 10—— Mk. 17.—, deutsche Genoffen in Paris (Leseklub) 645.95, Verein russischer Studenten in Z. 40.—, Ungenannt 500.-«--, Ungenannt 100.—, Maiirer Ottensen 22.—, B. Dr. 100.—, P. H. Berlin 50.—, Mann im Mond 400.—, A. Bl. Berlin 30.—, I. K. Zürich 61.85, Dresden A. 500.—, Mcminingen 10.--, E. S. Berlin 100.—, rnm. Genossen Bukarest durch Nadeyde 19.90, Mttt- Weida 150.—, dcnlsche Genossen Bukarest 80.65) Wald bei Solingen 200.—, Gr.-Ottersleben 300.—, Chemnitz 500.—, Chemnitz 196.—, Lohr Fl. 120.—, österreichische Genossen(Sammlung b. d. Wiener Ärb.-Ztg.) 1000.—, Stillvergnügt Ölten 50.—, Görlitz 100.—, Salmm- lnugsertrag des Londoner„Sozialdemokrat" 10,000.—, deutsche Ge- nassen in der Schweiz 3. und 4. Rate 800.—, deutsche Genosse» in Paris(Leseklub) 2. Rate 201.75, Redaktion des Volksfreund Brünn 18.30, Solingen 350.—, K. W. 20.—, Sphinx 500.—, Dr. 10.—, Parti ouvricr Paris 1.«md 2. Rate 380.—; R. P. Hamburg 15.—, Potsdam-Osthavelland 50.—, Döbeln 20.—, E. Sch. Berlin 50.—. dentiche Parteigenossen i» der Schweiz 5. Rate 400.—, Wald bei Solingen 25.40, deutsche Parteigenossen in den Vereinigten Staaten 3. Rate durch Schl. New-?)ork 2070—, Deutscher in G-ilf 100.—, ungarische Parteigeuosseu Budapest fl. 25.—— Mk. 42.50, belgische Parteigenossen Brüssel. 440.—, Äntwerpeucr Genosseu 160.—, E. P. Hamm 15.—, A. E. Froukcnhauseu i. Tb. 10.—, Dessau 50.—, A. B. Plauen 40.—, Parti ouvrior Paris 3. Rate 37.60,. Delmenhorst 35.—, Kiel 226.—, Gaarden 130.—. Buckau 492.75, holländische Parteigeiiosscn Haag fl. 60.- � Mk. 100.80, Ski. Johann 44.—, B.ckau 100—, «kl. Johann 30.—. B c r ich ti gn n g. In ber Quittung pro IV. Quartal sind irr- thümlicheriveise ans Nürnberg Mk. 300.— zu viel quittirt. A.Bebel. C. Grillcnverger. W. Liebknecht. H.Meister. P. Singer. Nachruf. Am Donnerstag, den 17. April, starb llnser Genosse rr-m-e Scholz, Tischler, an der Proletarierkrankheit, im Alter von 25 Jahren. Wir verlieren an ihm einen t r e n e n K ä m p f e r, der stets für die Sache des Proletariats gestritte» und gelitten hat. Die Berliner Genossen haben dem Verstorbenen in imposantem Zuge am 20. April das letzte Geleit gegeben und ehren sein Andenken in diesem Nachruf und allezeit. Die Genossen des IV. Berliner Wahlkreises. Briefkasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen erhalten ans Bant- Wilhelmshafen, Berlin, Commentry, Ealing, Elberfeld, Genf, München, Paris, Philadelphia, Ro«n, Zürich.— Pr. A. L. in Rom: Besten Dank für Sendungen. Wir sehen dem Versprochenen mit Spannung ent- gegen.— G. P. in Ge»f: Für diese Ro. leider zu spät. der Expedition: Dante: Auf Vorlage v. 21/4 haben Adr. geordnet u. Dkschft. 2 vorgemerkt. Bfl. am 23/4 mehr.— Ferrum: Mk. 20.— a Cto. Ab. jc. erh. u. Adr. eingereiht. Im Weiteren betr. Bfexpl. Ihr Wunsch berücksichtigt. Abivicklung in vorgeschlagener Weise akzeptiren wir. Hoffentlich machen die Freunde aber anch sonst noch«vas„locker". Bei über 10 Expl. Preis 1. 80. Bestllg. vor- gemerkt.— Rodensteiner: Mk. 15.— per Ab. 2. u. 3. Qu. u. Schrft. solvie fbd. u. Weiteres dkd. erh. An«ven«vor den» der Bestellzettel um Nachlieferung gerichtet? Seit März 89 haben sich die Herren an jenem Platz auf über Mk. 300.— bei uns hlngepnmpt u. keine» Knopf bezahlt, trotz allem Mahnen k.„Spekuliren" scheint's in Lumpen damit. Ist das nicht tragisch!— Phönix i. B.: Mk. 3.70(nicht Mk. 3.80) f. Ab. 2. Q». erhalten. Vetreffendes ist in nnsrcr Hand. Näheres zur Zeit noch unbestimmbar. Bfl. Weiteres.— Anton: Mk. 20.— a Cto. Ab. erh. Mit Fortsetzung nach Vorschlag einver- standen. Bestllg. folg«. Lieferzeit können nicht garantircn.— Sozd. Leseklub Paris: Fr. 208.95 a Cto. Ab. 1. Qu. u. Schst. erh. u. Ad. vorgemerkt. Bfl. am.23/4 Quttg. an Kpl. abgesandt.— Armer Konrad: Ad. lt. Vorlage v. 21/4 geordnet. Geldsdg. erivartct. Gruß! — C. A. Schivzr. London: Sh. 2.— f. Schst. erh.— Hexenthiirm: Mk. 30.— a Cto. Ab. 2C. erh. Gcivüiischtes folgt bfl.». Bestllg. deninächst.— D. B. a. Sp.: Mk. 50.— a Cto. Ab.?c. erh. Warum Geschäfts- statt Deckadresse?— Rübezahl: Mk. 73. 60 a Cto. Ab. jc. erh. u. Bestllg.»ach Wunsch besorgt.— Rother Hussite: Mk. 18.— Ab. 2. Qu. erh. u. von Weiterem Notiz genommen. Nach dieser Verdoppelung hätte uns eine Vervierfachuug Ihrer Aufträge auch nicht überrascht.— Rothcr Geldsack: Mk. 530.— in Baar u. Mk. 35.90 per Ggr. gntgebr. Adr.?c. nach Vorschrift transferirt. Grüße herzl. u. dkd. erwidert.— Nother Knopf: Mk. 12.— a Cto. Ab.«c. erh. Bfl. Weiteres.— A. H. Neiv-Aork: P. K. v. 15/4 kreuzte mit unsrem Brief. Sdg. erfragter Nachlfrg. S. D.«vird nun dort sei».— W. E. Charleston: Bf. v. 11/4 erh. u. weitcrbesorgt.— Meßdiener: Bbthk. Slnlaiigendcs«vird geordnet. Das Alte vermitteln}«« helfen ist auch Ehren- u. PflichtsacHe der dortige» Freunde. Ihren Emfiiiß dahin niit Ausdauer geltend zu machen, ist Alles was wir von Ihnen erivartcn dürfen. Bfl. Näheres.— I. Shpi. Suunyside Rd.: 1 Py. f. 2 S. D. erh. Sdg. am 26/4 abgg.— Rother Teufel: Mk. 200.— a Cto. Ab. k. erh. u. Bestllg. vorgemerkt. Adr. eingerenkt. Bfl. mehr. — Knurrhahn: Mk. 51.80 a Cto. Ab. zc. ciiischlßl. 1 Dir. per 90 erh. n. Bestllg. notirt. Adr. geordnet. Fehlendes nnerklärlich. Bfl. Näheres.— E. Sch. Brüssel: Sh. 18, 11 a Cto. Ab. 2C. erh. u. Rest per Nachlaß ausgeglichen. Weiteres finden Sie unter Wfd. n. R. speziell quittirt. Bfl. am 29/4 Weiteres.— Neckarspitze: Fr. 1.20 (96 Pfg.) per Usd. mit E. Sch. t. Br. verrechnet u. dkd.«vciterbesorgt. — Elsterstrand: Mk. 8.20 sind Ihnen per Verlg. gntgebr. Gewünschtes folgt bfl.— AnvcrS: Sh. 15. 9(Fr. 20.—) a Cto. Ab. 2C. u. Bf. v. 24/4 erh. Antw. folgt.— L. Pedsn. Kophg.: Sh. 11.9 Ab. 2. Qu. erh.— Dr. G. A. Fdg.: Sh. 5. 10 f. Schst. erh. Sdg. am 29/4 abgg.— Donnersbcrg: Mk. 175.— i. Baar n. Ggr. erh.». Bestllg. »olirt. Ad. geordnet. Fehlendes scheint In Zivischenhand verschivundeii. Bfl. mehr.— Der Alte Lgz: Mk. 35. 10 a Cto. Ab. 4. u. 1. Qu. x. eth. Nachlfrg. folgt.— S. Austr. Allg. Dtsch. Verein Adelaide: 1 Pfd. a Cto. Ab. erh. Weiteres nach Wunsch.— Nr. 2002: 5 öfl. (Sh. 8.—) a Cto. Ab. jc. erh. Bestllg folgt.— Heinrich: Mk. 35.— a Cto. Ab. 2c. erh. n. Alles beachtet. Wären Sie die Einzige», so hätten wir-selbstverständlich kein Wort verloren. Aber es sind eben Viele, die unsrer Krücken bedürfen. Gruß!— Veilchenstein: Nachr. v. 25. u. 28/4 erh. u. Beil. besorgt. Alles Weitere beachtet n. bfl. mehr.— Rother Cerberus: Adr. ordnen». berichten bfl. das Erfragte.— Onkel: Bestllg.»olirt. Lsrg. franko.— Nother Peter: Zum Avisirten vermissen Angabe des Absenders, dafern Posteinzahlnug käme. Ad. ge- ordnet». Fortsetzung baldigst erwartet. Bfl. mehr.— Ambos: Nach- richten v. 24. ain 29/4 bfl. erwidert n. Beigabc besorgt.— Hebe: Adr. u. Bestllg. notirt. Bfl. am 29/4 mehr.— Pfadfinder: Adr. ein- gereiht. Weiteres«vird mit Nächstem besorgt.— Wohlgemuth: Bf. v. 28/4 erh. u. Adr. geordn. Dank für Referenz. Gruß l— K. Rfr., Paris: Fr. 4.— f. Ab. 2. Qu. u. Schst. erh.— G. Sc. Bradford: Sh. 12.— s.«Schst. erh. Sdg. am 30/4 abgeg.— Die Rothen H.-H.: Mk. 75.— a Cto. Ab. u. Schst. erh. Restsbg. erwartet.— Khn., London; Marx„Kapital", französische Ausgabe, ist noch in einem Ex. bei mrs auf Lager. ---- Bnghsn. Zch.: Fv. 2.— Ab. 2. Qu. erh.— M. I. Zch.: Fr. 2— Ab. 2. Qu. erh.— Röhrli: Mk. 48.— per M. I. für div. Abon. 4. u. 1. Qu. erh. Warum Gegenrech,«nng nicht abgezogen? Gruß!— I. Kpps« Zch.: Fr. 4. 50 Ab. 1. Qu. erh.— Rslr. O'straß: Fr. 2.25 Ab. 2. Qu. erh.— Stillvergnügter: Fr. 9.90 Ab. 1. 2. 3. Qu. er- halten.— Durch Unterzeichnete ist zu beziehen: Sozialdemokratisch-- Vibliothek Heft XXIX: T vuh- Eisenltivn. Elsithmschrs aus Plltjllamkruu. � Ein vierblätteriges Broschürenkleeblatt von Vetter Niemand. I. a) Anarchismus, Sozialdemokratie und revolutionäre Taktik» b) Warum verfolgt man uns? Preis: 30 Pf. 35 Cts. Die verschiedenen Aufsätze, die unter obigen« Gesanimttitel vereinigt sind, wurden seinerzeit in« Auftrag von Hamburger Arbeiiern verfaßt und in Hamburg bereits vor mehreren Jahren einzeln verbreitet. Durch Einverlcibniig in die„Soziäldemokraiische.Bibliolhek" inachen«vir sie hiermit den Genossen allerivärts zugängig und empfehlen sie zur weitesten Verbreitung. ♦* ♦, Sozialdemokratische Vibliothek Heft XXX.: Trutz-Gifenstirn. .. II. V„,;; Umsturz und Parlamentarismus I n. II. Diese Broschüre empfiehlt sich insbesondere zur Massenverbreitung und gewähren wir bei Enluahme von 100 Exeiiipl. eiitsprecheudeii Rabatt. Preis 35 Pfg.— 45 Cts. E. Vernstein Ii: Co. 114 Ecntish Towti Road London NW. Priated for th« proprietora bv tue Germaa Coopemtiv« Publisbiog; Co. 114 Kentish fown Road. London NW.