Kvonnemeuts mn�tn t»!,» Dttlei und d«ff,» Ittoinittn K 1 1 n t< n mtacgcx« ((nommtn, und|»ot jum »»r««» V«ljahr»Pr«i» von: »i. i.iO für Itulfölonfc(dlrdt f:t tjritf'Couont) twfl. 8,75 für Lrstrrreich stlrekt per �«ief-Souvn» Khill, klr olle üdripen Linder 5«» Writpdstvertiu» tkreujband). f Ziserite > die dreigesp-lten« Peti'i-il, > Pence--- 85 Psg.---- 80 s und zwei Jahren Ehrverlust vernrtheilt. Der Staatsanwait— einer der„Edelsten und Besten"— Freiherr v. Secken- dorff, hatte sogar vier Jahre Gefängniß und vier Jahre Ehrverlust beantragt. Ein Mitangeklagter, Kiefer, der der gleichen Handlung überführt war, kam mit vier Monaten Gefängniß davon, die durch die Uiltersuchniigshast für verbüßt erklärt wurden. Warum? Er hatte Wunderlich, der Arbeiten von ihm mehrnials, weil schlecht ausgeführt, zurückgewiesen hatte, ans Rache! demuizirt. Das bewies für das Reichsgericht die Ehrenhgftigtett seiner Motive. In Bezug anf Wunderlich aber erkannte es„von— rMechts— wegen": „In der Frage, ob Festmig oder Zuchthaus, wurde bei Wunder- lich auf Zuchthaus erkannt. Denn eine ideale. Ausfassung der! Lebensverhältnisse, die ihn irre geleitet haben könute, ist bei ihm nirgends hervor getrete». Er besaß eine seinen Verhältnissen ent- sprechende Stellung, genoß die Anerkennnng seiner: Arbeitgeber und hatte mithin keinen ersichtlichen Grund, für sich oder Andere eine Acndcriing der Verhältnisse zu erstreben,.geschweige auf ge- wählen, den 20. Februar, in einem Wahllokale zu H e ch l i stattgefunden, hatten fich por einigen Ta�pi 21 Arbeiter vo sigen L a n d- S chw n r g« r i ch t wegen z». vMiitwprten/ Der Bosga nominynen Zeugen, nach der Abende de» 20, Februar, stirzi lmig,. entstand auf der Straße Lärm. Eine Anzahl Arbester w larW MwnaWch eit boUden icht bondcni Heute Landfrieden. midjmft des ftit' chwß abllokal t der Gaftl aHoW u. I hefffgeni LärinZn's „Heute kricgenhdre Kartellbriider was auf den R nier, ivaren. die Angeklagten, dff bald Meter Wahllokal drangen. Dem Wahlvorsteher gelang es wohl, auf kurze Zeit die Ruhe wieder herzustelle», als jedoch das Wnhlresnltat verkündet war, wonach Geheimer Rath Oechelhäuser eine größere Stimmenzahl als der sozialdemokratische Kandidat Bremer erhalten hgttc, begqgn der Tuniiflt von Neuem. Die erregte Menge rief:' D a s i st B e t ni g! Runter mit dem Wahlvorstand!" n. s. w. E i n i g e n a n w e s e n o e n sozial we in akratischen Vertrauensleuten geka mg- c s wohl, die Menge zu beschwichtigen. Als- aber erzählt wnrde, daß am Tage der Wahlvorsteher den s-ozialdemok-r attischen Vertrauensleuten verboten hatte, stch im Wahllokale zu setzen, war die Menge nicht mehr zu h»l- t e n. Der Tisch, an dem der Wahlvorstand Platz genommen hatte, wurde um und auf die sich flüchtenden Mitglieder des Wahlvorstandes gewoxfen. Noch ehe die Wahlvorsteher sich zu flüchten vermochte», wurden sie mit Bierseideln geworfen, die Wahlvorsteher selbst über den Tisch gezogen, die Hängelampe, die Tischlampe und schließlich auch der Wahlvorstaudstisch zerbrochen. Die Wahlzettel begannen zu brennen, die Wahlakten lagen zerstreut am Boden. Dem Wahlvorsteher ging die Menge derartig zu Leibe, daß ihm ein Nockärmel abgerissen wurde; die Mitglieder des Wahlvorstandes vermochten schließlich mit Hilfe mehrerer hinzugceilter Polizeibeamten durch die Fenster eines Nebenzimmers zu enlkommen. Ein Theil der Angeklagten bestritten die ihnen zur Last gelegten Haudluugen, während andere sich schuldig bekannten mit dem Benierken, daß sie an jenem Tage sinnlos betrunken gewesen seien. Die Geschworenen sprachen 20 Angeklagte des Laiidfriedeusbruches schuldig und bejahten bezüglich 8 derselben die Frage der Rädelssührerschaft. Nur einem Angeklagten wurden mildernde Umstände zugebilligt, ein Angeklagter wnrde freigesprochen. Der Staatsanwalt bean- tragte Zuchthaus st rafe von 3 bis6 Jahren und G e- fängniß st rasen von S Monaten bis 3 Jahren.— Die Bertheidiger bemerkten: Wenn der Gerichtshof auch nicht eine Kor- rektur des Geschworenen-Verdikts vornehmen könne, so möge derselbe doch die gesanimten Verhältnisse, unter denen die Exzesse geschehen, in Betracht ziehen und durch seinen Urtheilsspruch dazu beitragen, die Gegensätze zu versöhnen, anstatt sie zu verschärfen. Der Gerichtshof erkannte in? Fällen aus Zu cht Haus st rafe von 1 bis 2 Jahren, in 13 Fällen aus Gefängniß st rafe von 4 bis 8 Monaten, und sprach einen der Angeklagten frei. Nur den zu Gefängniß st rasen ver urtheilten An geklag- ten wurde die erlittene Untersuchungshaft in An- r e ch n u n g gebracht." Ein K l a s s e n u r t h e i l, wie es im Buche stehst Nach der vorstehenden Darstellung, die, wohlgemerkt, einem Kartell- b l a t t entnommen ist— denn das ist die„Nationalzeituiig"— hatten die Tumnltiianteu für ihr allerdings thörichtes Beginnen eine Reihe sehr gewichtiger M i l d e r n n g s g r ii n d c. Vor allen den, daß der Wahlvorstand wider die Vorschriften des Wahlgesetzes ihren Vertrauens- ma PN aus dem Wahllokal gewiesen und so selbst dem Verdacht Vor- schnb geleistet hat, daß es bei dem Wahlakt nicht mit rechten Dingen ziigegangen, daß B e t r u g verübt worden sei. Dies in Verbindung mit der natürliche» Erregung am Wahltaze hätte, wenn nach Lage der Dinge eine Verurtheilung stattfinden mnkte, die m i l d e st e Äliiweiidiing des Gesetzes erfordert. Statt dessen wird in siebe» Fälle» auf Znchthaiisstrafc erkannt, derjenigen Strafe, die für die schwerst ein Fälle festgesetzt ist, die die Betroffenen der entwürdigenden Behandlniig als ans der Gesellschaft A n s g e st o ß e n e überliefert. Das ist Klassenjustiz, und sei deshalb hier als solche gebiandmarkt. Wir wollen nun sehe», wie im Fall der Blumberger Bauern der Landsriede n sbr ii ch geahndet werden wird. — Und auch das nennt sich„Recht". In Dresden wnrde Redakteur Sommer von der„Sächsischen Arbeiterzeitung" vor ciuigen Wochen vom dortigen Schöffengericht wegen groben Unfugs zu acht Wochen Haft vernrtheilt, weil er i» einem Bericht über eine andere vorausgegangene Schöffengerichtssitziing, i» welcher er ebenfalls als Angeklagter snngirte, die N a m e» der Schöffen und deren Stand n n d W o h n n» g angegeben hatte. Einer Kritik hatte Sommer jenes frühere Urtheil in keiner Weise unterzogen. Dennoch erblickte der Gerichtshof in dieser Angabe der genaue» Adresse einen Boykottvers nch, den er mit jener hohen Haststrafe ahnden zu müssen glaubte. Die von Seiten des Ver- unheilten eingelegte Berufung wurde vor einigen Tagen vom Land- gericht v e r w o r s e n." ?iat jusiitia, pereat irnuidus— es geschehe die Gerechtigkeit und wenn die Welt darüber zn Grunde gehen sollte, so sagten die alten Juristen. Diese sächsischen Rechtsverkündiger aber sagen: pereat, jusrUia, salvetur mundus— nieder mit der Gerechtigkeit, auf daß die Welt waltsame Weise herbeigeführt z» sehen. Sein Handeln läßt sich nur ans innerer Hiniieigiing und Billigung der Gcsimiungeii er- klären, wie sie in den verlesenen Slrtikeln der„Freiheit" zu Tage getreten und welche in der Verfolgung und Verachtung alles dessen gipfeln, was in unserm heutigen Staate, in Gesellschaft und Kirche hoch und heilig zu halten ist." � Es sei hiezu bemerkt, daß Wunderlich kein Anhänger der„Freiheit war. Er war. wie man es damals nannte, Anhänger der Züricher Richtung, las aber auch die Londoner„Freiheit", und gab wohl auch, aus Gefälligkeit, seine Adreffe für dieselbe heri Das war Alles. Im Uebrigen würde jeder Kommentar die Wirkung diese« lirkeunt- nisses nur abschwächen. Der Ilngcklagte hat kein«rsiäitlichci, �er- sönliches Interesse an der Aendmmg der Verhältnisse, di« er er- strebt, folglich ist er ehrlos und gehört in's Zuchthans l So etwas macht den Namen eines Tribunals unsterblich. lind Wunderlich wanderte in's Zuchthaus. Oder richtiger, er wurde ans der llnterstichniigshaft in's Zuchthaus transportirt. Die Eiudriicke, die er dort empfing, die Dinge, die er dort erlebt, bilden den Inhalt seines Tagebuchs, das beiläufig nicht mir ein nicht»»bedeutendes Form- Talent verräth, sondern auch, was die eingestreuten Bemerknngen an- betrifft, auf erhebliche Belesenheit und eigenes Denken schließen läßt. Jndeß müssen wir doch von dem Abdruck des ganzen Plannskripts absehen. Vieles, was es schildert, ist allgemein bekannt, nnd seine Vorführung würde daher die Wirkung dessen. was kritisirt zu werden verdient, abschwächen. Es hat mehr persönliches wie allgemeines Interesse. Und darum müssen wir uns ans auszugsweise Wiedergabe beschränken. Immerhin hoffen wir, daß die Leser des„Sozialdemo- krat" es nicht für unlieb nehnien weiden, wenn wir den Bctradstiinge» unseres„Zuchthäuslers" einen breiteren Raum widmen, als es die cigentlidi politischen Aufgaben unsekcs Blattes erheischen würden. Es ist freilich kein Fritz Renter, der seine Erlebnisse„ut mitte Festnngstid" erzählt, es liest sich nicht so fesselnd g-müthlich— mit dem Proletarier Wunderlich wurde eben etwas anders iimgcsprnngen als mit deni Stn- deuten Rentcr— aber mich dem sozialistischen Arbeiter fehlt, wie es sich zeigen wird, der Überlegene Hinnor nicht, wenn gleich die VerbiUening bei ihm iiaturgemäß eine viel inleiisivere ist als bei dem Burschen- schaster nnd Demagogen. Und, weit entfernt, hier abzuschwächen, haben wir da, wo die deut- sckien Preßgesetze dem Gebrauch des gebührenden Wortes im Wege standen, vom Verfasser ermächtigt, dieses aus unferin Eignen ergänzt. Red. d. S. B o r tv o r t. Wenn künftige Historiker die Rechtsverhältnisse und die Justizpflege nnscrer Zeit zu schildern niiteruehmen, so wird die unrühmliche Rolle des deutschen Reichsgerichts und der unheilvolle Einfluß, d.n dasselbe als tonangebender Gerichtshof auf die Rechtsentwicklnng der Gegenwart ausübte, ein hervorragendes Kapitel ihrer Uiitersnchiing zu bilden haben. Ohne Zweifel, das Reidisgeridst besitzt einen Ruf, und den hat es sid> redlich verdient. Den Anstoß, der ihm Gelegenheit bot, sich als Klassen- und Partei- gerettet werde! Wornnt ihre, der Rcchtsverkii thiimS zu verstehen ist. NraLM�.M''" Praxis öder.ihrtn! Kapitel. nicht die. Welt schlechtweg, sonder» t, die Weltordnung des Besitzbürger alte» Juristen waren Ideologen, die neuei »tzcchige Praktiker. Was sie aber mit ihre« ken ausrichten, daS steht auf einem andere» - Ein si Artikel im lngesichts� beinerkenScherther,„Gewehr bei Fuß" überschriebe»« ZerUltiz Bolksbiatt�empfiehlt den deutschen Arbeitern, . geMIvärtigen Lagedes Arbeitsmarkte«, die ganz deut' lich eine rückläufige Bewegung der Geschäfte erkennen läßt, sowie de« taglich offener zn Tage tretenden Feldzngsplans dcS Unternehmer« hnms, von jedem nicht iinvermcidlichen oder ihnen aufgezwungenen Streik ab zusehen, und ihre ganze Thätigkeit der Stärkung und dem Ausbau ihr« Organisatjopeu, dem Sammeln aller Kräfte nnd Hilfsmittel zu spätere» Kämpfen, � soitzie— augenblicklich— der Unterstützung der in Hamburz im Kampf liegenden Organisationen zu widmen. Es heißt in dieser Hinsicht: „ES ist- hier— in Hamburg kein Kampf der Maurer, Zinimerer, Schlosser, Schlächter, Steinmetzen u. s. w., sondern ein Kampf des Unter- lieylnerthiinis gegen die gesammten deutschen Arbeiter. Ei» Kampf, gegen den alle anderen kleineren Ausstände vollständig wesenlos sind. „Es ist heute ganz einerlei, ob hier oder da ein kleiner Ausstand ge- Wonnen wird oder verloren geht. Hamburg ist heute das entscheidende schladiffeld. Ji „Gelingt es. der Arbeitersache dort zum Siege zu helfen, dann habe« wir einen großen Sieg errungen, der uns den Kampf an anderen Orte« wesentlicki erleichtern wird. „Geht der Kampf in Hamburg für uns verloren, dann steht ein« ganze ilieihe neuer Kämpfe in Aussicht, die das übenuüthig gewordene Unternehmerthum dann hervorrufen würde, auch gegen den Wille« der Arbeiter." Wir können das nur nuterschreiben. „Nun aber hat", heißt es dann weiter,„dieser Kampf die Mängel der Gesamiiitorganisation der deutschen Arbeiter sehr deutlich gezeigt. Wir können nicht sdiuell genug Mittel und Hilse an die bedrohte Stellt bringen, es fehlt der Zusammenschluß der verschiedenen Gcwerke. „Die Fachorganisation muß die natürliche Grundlage bilden, sie muh entivickclr und gefördert werden. Aber neben ihr muß eine Gesanmit- Organisation geschaffen werden, die die allgemeine Solidarität sänimt- licher Arbeiter zum prakt!sd>en Ausdruck bringt. „Wir glauben, daß der Weg, den man mit den Geiicralkommissione« und Zentral-Streikkonnnissionen an einzelnen Orten einziifchlagen be- ginnt, der richtige ist, daß er verfolgt und verbreitert werden muß.... „Der Klassenkampf, die weite Ausdehniiiig, die heule die Unternehmer dem Kampfe zn geben bemüht sind, machen eine solche Gesaninitorgani sation dringend nothwendig. „Wäre sie schon vorhanden gewesen, dann hätten den Hamburger AilSgcschlosscnenen ganz andere Mittel zur Versügiing gestanden, alt heute. Die Unternehmer hätten sicki dann wohl sehr besonnen, de« Ausstand hervorzu rufen. Um eine solche Organisation zu säiaffen nnd durchzubilden, bedarf es der Zejt und der Ruhe. Sie muß überlegt und erprobt werden. Es ist Agitation nnd Belehrung nöthig. Das ist nur in der Ruhe zu machen." Aus diesen Gründen, und um die Kräfte der Arbeiter nicht zu zersplittern, müsse auf dem Gebiete des Lohn- zc. Kampfes gegenwärtig die Parole lauten:„Gewehr bei Fuß!" Auch wir glauben, daß die Zeitverhältnisse nicht danach sind, auf Siege im Sturm, diird> die bloße Kraft der momentanen Koalition, zu rechnen; wo nicht eine bewährte, wohlanSgerüstete und umfassende Orgaiiisalio» besteht, sind solche so gut wie ausgeschlossen. Wir halten auch uns daher für verpflidstet, vor allen Streiks zu warnen, wo nicht die obencntwickelten Bedingungen zutreffen. Und noch einmal: der Kampf in Hamburg ist die Sache der gesammten deutschen Arbeiter schaft. Darilin thne jeder, was in seinen Kräften steht, den wackeren Hamburgern im Kampfe beizustehen. — Drei Jnhre Gefängniß lautet das Erkeniituiß der ehren werthen Richter des Pariser Kriminalgeriditshofes mit Bezug anf die sieben rnssischen„Terroristen", welche für schuldig cradstet wurden, Vcr- siiche mit Sprengstoffen angestellt zu haben. Der vermnthliche Lock- spitzet Landeiseu wurde zu fünf Jahren vernrtheilt— in eontumaeiaw was bckanntlidi nicht wehe thut. Drei Jahre Gefängniß für eine Hand- linig, die eigentlich erst durch ein Spezialgesetz zn einem Vergehen ge stempelt worden ist. Das Strafmimmiim, welches dieses Gesetz vor- sdireibt, beträgt sechs Monate. Die Herren Richter sind also ganz bedeutend über dasselbe hinausgegangen, trotzdem die Uiitersnchniig nichts ergeben hat, was auf ei» bestimmtes Komplolt zu schließen gestattete Von Tag zu Tag war das Anklageniaierial mehr znsainiuengeschmolzen, und doch— drei Jahr« Gefängniß für Neinstein, LavrciiiilS; Levow, Stepauow, Nakaschidze und Kadsdiiuzen. Sinn, jedermalin weiß, daß das Strafmaß diktirt wnrde von dein Wunsch, dem Zaren zu gefallen. Und Votcrd>eii hat auch bereits seine Zufriedenheit mit deiiiselben zu erkennen gegeben. Renter'S Tclegraphcnbnreau meldet sogar, daß die„öffeutlidie Meiiiuiig in Ruß- laud das Urtheil sehx günstig anfgenomnien" habe. Es eulhält sich jedock) klüglich, hinzuzufügen, daß die„öffentliche Meinung" in Rußland gericht zu erweisen, gab das S o z i a l i st e n g e s e tz. Die sogenanute» „Hochverrathsprozcsie"(revolutionäre Umlriebe und Verbreitung rcvo- lulionärer Sdiriften) leiteten die horrenden Urlheilssprüche und will- kürlichen Gesetzesauslegungen ein, die in den Diätenprozessen nnd in der Zievisioiisverhandluiig des bekannten Chemnitzer Sozial iste-i- Pro- zesscs ihren Kulminationspunkt erreicht haben. Hat das Reichsgericht in dem Chemnitzer Prozeß in der Knust der Gesetztsinterpretirung un- sterblidien Nnhm erworben, so bei den HochvcrrathSprozessen durch die ausgeprägteste Parteijnstiz, indem es fast alle Angeklagten, die ihm zugeführt wurden, in das Zuchthaus schickte. Wie oft es auch bestritten wurde, die jogenaunten Hochverräther waren Opfer des Sozialistengesetzes. Es ist dies keine Vergewaltigung der Log k. Wären die Sozialisten nicht unter ein Ausnahniegesetz gestellt worden, so hätte Most keine Ursache gehabt, in London die„Frei heit" zu gründen, imd es hätte überhaupt kein Material zu solchen An klagen gegeben. Daß mau de» Angeklagten ehrlose Gesiunung imputirte und Znchthaiisstrafe anwendete, ist bezeid,ne»d für das Reichsgericht, nicht für die Venirtheilten, denn das waren nicistens politisch recht unerfahrene, aber- von den besten Absichten beseelte Metifchc«,„leicht- gläubige junge Leute, deren Eifer im umgekehrten Verhältuiß zu ihrer Urtheilskraft stand". * Und warum soll ich es läugnen, der ich ein zu Zuchthaus Ver- nrtheilter mar? Ich wollte, ich hätte wegen einer besseren Sache ge- litten. Aber uns niichrcnhafte Motive uiiterznschieben, dagegen muß ich mich ganz entschieden verwahren. � Nun ein Wort über die Berechtigung, diese Schrift der Oeffentlich- keit zn übergeben. Im Großen und Ganzen weiß das Volk sehr wenig von de» Zuständen im Zuchthanse. Und das hat seine guten Gründe. Jeder, der einmal im Zuchthause gesessen. hat Ursache, es zu verheimlidien, am liebsten strich er diese Jahre ganz aus seinein Leben. Solch- Rück- sichten fallen bei mir hinweg. Einmal Hab' ich, wie man sich in dieser Schrift überzeugen kann, andere Ansichten über das Berbrecherthnm, als die heute landlänsigen, und zweitens halte ich mein angeblid, begangenes„Verbrechen" für ein politisches, dessen ich mich nicht zu schämen brauche— trotz der großen Autorität eines Reichsgerichts. Die deutschen Arbeiter haben zwar eine Vrosd>üre(Mösls verbotene: Bastille am Plötzensec), welche das Gefängllibwesrn behandelt, aber ist an nnd für sich schon ein Unterschied zwischen Gefängniß und Zudil- Hans, so ist dieser Unterschied nod) viel größer zwischen der BeHand- lung Most's und derjenige», deren wir uns zn erfreiic» halten. Most wurde inimer noch als ReichStagsmitglied respcktirt und nahm gewissermaßen eine exklusive Stellung ein; wir hingegen wurden im Zucht- Hans tief»nter der Dnrd>sd>nlttsbeha»dl»ng der Züchtlinge gehalten. Schon in der Uutersiichiingshaft zu Hanau a. M., wo ich die gleidie Behandlniig verlangte, die de» anderen Gefangenen zn Theil winde, erbielt ich von Staatsanwalt Sdiuhniann den Bescheid:„Ihr seid schlechter als Mörder nnd Räuber und werdet danacki behandelt." Diese io zynisch ansgesvrochcne Anssassnlig und deren Ueberjetzung in die Praxis war die Richtschnur der Behandlung während»nserer ganzen Strafzeit. Belege dafür findet man in vorliegender Schrift.� Wenn ich zuweilen die Form der Erzählung wählte und Zwiegespräch« niemand anders ist, als die dritt« Abtheilung, d. h. die za r i s ch e G« h kim pol i zei.■'' I Ihre Ömift erworben zu haben, welches Glück für Leute, dir„im • Namen der große» Prinzipien von 17W"— R e ch t sprechen l — Eine Zentral-Ztrcikkommisfion, wie sie im obenstehcndeu Artikel empfohlen wird, ist in Berlin bekeitS in Funktion getreten. In der konstituirenden Sitzung derselben waren 7 0 G e w e r k's ch a f- ten durch 14« Delcgirte, darunter 4 Frauen, vertreten. Bon 43 weiteren Gewerkschaften waren Delcgirte anwesend, av?r ihre Legi- timationcn wäreii nicht ganz in Ordnung, weshalb dieselben noch- nicht -anerkannt werden konnten. Die Versanmielteu wählten einen geschästs- ■führendeit Aitsschiiß von 19 Personen, darunter 3 Frauen, au den sich die Gewerkschaften in alle« Streikfällen zu richten haben, der die Sach- läge mitersucht und die Angelegenheit alsdann dem Plenum unter- breitet, dem die endgültige BesMlußfassung unterliegt. So hoffen die Berliner Arbeiter planlosen Streiks entgegenwirken zu können. — Ein sinrsus über Gesetzlichkeit. Wo mag das stehen? „Diese falschen, nun schon Hunderte von Jahren immer wieder er- ueuerteu, mit allen Mitteln, selbst dem blutigsten! Fanatismus, eingeschärften und ausgebeuteten Lehren, haben nachgerade.in den Massen den Gedanken heimisch gemacht, den Jivilgesetzen gebühre immer und unter allen Umständen Gehorsam. Auch nichtige Gesetze, d. h. solche, die von dem(Iharakter eines wahren Gesetzes nichts an sich haben, weil sie Gegenstände behandeln, welche der Zivilgewalt ihrer Nattir und Wesenheit nach fremd sind, oder weil sie geheiligte Rechte offen verletzen, oder weil sie auf das nnzweidetitigste das allgemeine Wohl schädigen,— erfreuen sich leider der Bezeichnung als„Gesetze" und tragen so zur Aufrechterhaltnng der eben gekennzeichneten traurigen Berirrungen bei. Man Äird sagen: Dura lex, sed lex. Man hat die lleberzengnug, daß die...... diesen vermeintlichen Gesetzen das Beispiel des Ge- horsams geben innßten. Diese Meinung ist nicht mir hei den Anbetern des Slant-GotteS, sondern auch bei vielen...... verbreitet. Der Götzendienst und Fctischkult mit der„Gesetzmäßigkeit" ist uns derart in Fleisch und Blut übergegangen, daß wir beinahe auf der Höhe der Große» am Hofe des Medcrkönigs Darins angelangt sind. Nachdem sie den Ltönig vermocht, ein Gesetz zu erlassen, dessen Dummheit größer war, als seine Bosheit, widersetzten sie sich dem Borhaben des Königs, die Dummheit zu beseitigen; sie sagten ihm:„Wisse, o König, daß das ein Gesetz der Meder und Perser ist."(Dan. 6, 15) Die„Legalität" soll in der großen Volksmasse auch unfern Zeitgenossen ein Deckmantel für all- Verbrechen, Nichtswürdigkeiten und Ungerechtigkeiten sein...." Das steht in irgend einem anarchistischen oder mindestens in einem revolutionären Schriftstück, meint der Leser. Weit gefehlt. Das ist zu lesen in den sehr loyalen Düsseldorfer„Christlich-sozialen Blättern", Jahrgang 1830, zehntes Heft. Die ausgelassenen Worte heißen nicht etwa: Anarchisten, Ncvolutiouäre, sondern schlicht und einfach: K a t h o- I i k c n. Den gläubigen Anhängern der alleinseligmachenden Kirche wird eingeprägt, daß die Zivilgesctze, d. h. die Staatsgesetze, nicht das höchste für sie sein dürfen, und es wird ihnen vorgehalten, daß auch heute noch die„Legalität", die Gesetzlichkeit, de» Deckmantel ab- geben muß„für alle Verbrechen, N i ch t s lv ü r d i g k e i t e n und Ungerechtigkeite n." Alles das nicht etwa beiiättfig, als literarische Floskel, ffondern in vollem Ernst und sehr nachdrücktich, nicht etwa von irgend einem her- gelaufeneu Individuum, fondern in Erklärung und Betonung einer kürzlich erschienen Enzyklika Leo III, als vom unfehlbaren Papst ver- kündete„S o z i a l l e h r e". In der Thal heißt es in dieser intercs- santen Enzyklika von den„vorzüglichsten Pflichten der Christen": „... Welchem aber von den beiden Herren müssen wir im Wider- streite gehorchen? Das kann nicht zweifelhaft sein. Unerlaubt fürwahr ist es, den Menschen zu Liebe den Pflichten gegen Gott uutrcu zu werden; Sünde ist es, die Gesetze Christi zu übertreten, um irgend einer irdischen Obrigkeit, zu gehorchen, oder die Rechte der Kirche zu opfern, um nicht ein weltliches Gesetz zu mißachten zu scheinen.„Man muß Gott mehr gehorchen als de» Menschen." In solchcyiLglle müßte ein Jeder stets und ohne Zandern dieselbe Antwort geben, welche Petrus und die übrigen Apostel der Obrigkeit gaben, die Unerlaubtes von ihnen forderte. Ganz gewiß darf weder im Kriege noch im Friede» ein über- zeugnngstrcner Christ an Vaterlandsliebe von Jemanden sich übertreffen lasse», aber trotzdem müßte er bereit sein, eher alles, eher den T o d z u c r d u l d e n, als die h e i l i g e Sa ch e Gottes und-seiner Kirche zu verrathen." „Diejenigen aber, welche eine solche Anschauung hinsichtlich der Pflichten nicht billigen wollen oder gar alle treuen Katholiken, welche danach handeln, als Unbotmäßige und A n f r tt h r e r brandmarken, tv i s s c u nicht, was eigentlich die Gesetze sind, von welchen sie reden, und was von Rechts wegen dazu gehört, daß solche Bestimmungen wirklich Gesetzeskraft beanspruchen dürfen. Was Wir da berühren, das ist euch bekannt, und öfters haben Wir davon ge- sprochc». Eiix Gesetz ist doch offenbar nichts anderes, als diejenige Anordnung, welche die rechtmäßige lüewall den Grundsätzen der Ver- nunft entsprechend zum allgemeinen Besten erlassen hat. Nim aber ist nur diejenige Gewalt eine rechtmäßige, die von Gott stammt, deni ersten cinflocht, so glaube ich damit den LcserN einen Gefallen zu erweisen. � Eine methodische Schilderung des Anchthauscs würde allzu trocken aus- gefallen sein, mtd der Leier würde bei den ersten Seiten schon die Schrift bei Seite legen. Dafür habe» diese Dialoge den Vorzug, daß sie,»lindcstens dem Sinn nach, wahr sind, und die Gesinnungen der Zuchlhansbcamten, der Anstaltsgeistlichen und Sträflinge besser wieder- spiegeln, als das die scheinbar unpersönliche Schilderung vermöchte. Im Mai 1883. Wolfgang Wunderlich. Die Einlicferung. woM ich sich»ttZAgkit, Und ich glaubt', ich Iiiig il nie; Und ich Hab'-« doch gelragen— Aber fragt mich nur nicht i wie? Heine. Das Znchthaus! Ein unbehagliches und unheimliches Gefühl bc- schleicht uns, wenn wir an diese Institution, an die tiuentbehrliche Kehrseite i» dem System unserer heutigen Gesellschaftsordnung, crinuert werden. Aber weit kann dies wundern? Nur mit innerem Wider- streben lassen sich unsere Sinne auf Dinge richten, welche sie unange- ncht» berühren, man fühlt sich bedrückt bei einem Kranken, und das Ztichthausivefen. überhaupt unsere ganze StrasvollzngSpflege, ist eine der wundesten Stellen an unserem kranken Gcsellschastskdrpet. Wohl nur wenige Leser möge» von dem Marterleben der nnglück- lichcn Sträflinge eine Vorstellung haben, die der Wirklichkeit auch nur annähernd entspricht. Im Frühjahr 1888 berichteten die Zeitungen, der Sozialist Schtthmann aus Leipzig— er hätte tvegen angeblichen Aufruhrs, an dem er obendrein ganz uttschttldig war, mehrere Jahre Zitchthansstrafc zu verbüßen— sei im Znchthans zu Wäldheim einer ttnttiettschlicheit Hansordunng zum Opfer gefallen. Von Hans aus ge- smtd. soll er sich dort sehr rciiitcut gezeigt, dann längere Zeit gekränkelt habe» und plötzlich gestorben sein. Bittere, herbe Worte und Urtheile mögen damals von Seiten seiner Freunde und Gcfinnnugsgcnossett über seine Behandlung in der Anstalt gefallen sein. Aber was er erduldet und gelitten haben muß, bis seine Körperkräfte gebrochen, bis sein trotziges Proletarierhcrz in ohnmächtiger Wuth sich aufgezehrt, das zu eruicsscu vermag nur Derjenige, der selbst in ähnlicher Lage sich befand. lind ich war in ähnlicher Lage, ich weiß«in Lied davon zu singen. Den 5. Oktober 188ü wurden mir vom vereinigten II. und III. Straf- Senat des ßicichsgerichis zwei Jahre Zuchthaus zndiktirt. Jntcrefsaut sind die Gründe, auf Grund deren ich des Zuchthauses Bürgerrecht erworben. (Folgt Wiedergabe des in der Einleitung von itnS angeführten Er- kenntuisfes. Red. des S.-D.)--- Ein melancholischer freundlicher Herbsttag war der 7. Oktober 1882. Ein Leipziger Polizist wanderte mit mir eine wenig belebte Straße zu Halle an der Saale unserem Ziele, dem Zuchthause zu. Doch es wollte nichts in Sicht kommen, was einem derartigen Gebäude ähnlich sah, und obersten Herrscher, der allein einem Menschen über einen ander» Menschen Macht verleihen kann; auch kann offenbar von Beobachtung der durch die Vernunft diktirten Gr» tt b- sähe d a nicht die Rede scin, wo gegen die Wahrheit und das göttlich« Gesetz verstoßen wird; endlich kann, was dem höckfften und unveränderlichen Gill widerspricht und die Menschen der Liebe Gottes entfremdet, wahrlich Niemanden in Wirklichkeit er- sprießlich sein. „Wohl sind also auch die Macht ttttd das Ansehen � der Irdischen Obrigkeit den Christen verchrnugswürdig; wohl erblicken sie in ihttctt, selbst wenn ihre Träger derselben weniger würdig sein sollten, einen gewissen(sehr gnil) Abglanz der göttlichen Macht und Majeffät� Ivohl liegt es gerade Ihnen am Herzen, die Gesetze zu ehren und zu beffstgeu, nicht etwa bloß aus Furcht vor Strafe, sondern um des Gewissens willen;„denn nicht den Geist der Furcht hat Gott in unser Herz ge- legt"(Tim. 1, 7): allein weun die S ta a t s g e setz e offenbar vom göttlichen Gesetze abweichen, wenn sie den Gesetzen der christlichen Rai- gion und der Kirche widerspreche», tvenn sie die Auwrität Jesu Christi selbst in Seinem obersten Stellvertreter und Hohenpriester verletzen, dann ist es Unrecht, ihnen zu gehorchen, Pflicht, ihnen zu w i d e r st e h e n, und das nicht bloß im Interesse der Kirche, sondern auch im eigensten Interesse des Staates selbst, zu dessen Per- derben ja alles gereichen muß, was geschieht zum Nachtheile der Ne- ligion....." So spricht der Papst, und von seinem Standpunkt ans auch durchaus folgerichtig. Nach seiner nnd seiner Anhänger Ansicht vertritt er das„Gesetz Gottes". Was er, was die Kirche sagt, sagt„Gott". Und„Gott" ist die höchste Autorität. Für den Gottglättbigen, gewiß. Es gibt aber Leute, die einen anderen Glauben, eine andere lieber- zeugung habe», eine andere Gottesvorstellnug oder eine Weltattschaiittng ohne Gottcsbegriff. Diese Ueberzengung ist ihnen ihr höchstes Gut, ans ihr leiten sie ihre Rechts-, ihre Moralbegriffe her, und wenn die Staatsgesetze diesen Rechts- und Moralbegriffen im Widerspruch stehen, ihnen auf's Schroffste widersprechen, haben sie nicht dasselbe Recht zu sagen: die absolute„Legalität" ist ein Fetischdienst, wir folgen der Moral unserer UeberzenguNg, nicht deni formalen Gesetz?„Man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen"? Nein, sagt der Papst, diese haben nicht das Recht, so zu handeln. Es gibt nur Einen Gott, und daS ist der der katholischen Kirche, und dieser Gott äußert sich einzig und allein durch den Mund dieser Kirche. Für Katholiken mag das maßgebend sein, wer aber nicht Katholik ist, sagt: was dem Einen recht ist, ist dem andern billig. Was die katholische Kirche für sich fordert, dürfen andere Genteinschaften, andere Menschen auch für sich in Anspruch nehmen. Hören wir die„Christlich-sozialen Blätter" weiter': „Und wenn der Christ bisweilen den Fürsten und Gesetzgebern den Gehorsam versagt, so geschieht das„hinsichtlich der Gesetze, welche aller Autorität entbehren, tveil sie gegen die Gott schuldige Ehre er- lassen sind, folglich außerhalb aller Gerechtigkeit stehe!, und mit wahren Gesetzen gar nichts gemein haben." In der That, das Gesetz ist nichts anderes, als ein Gebot der rechten Verttttttst,„gegeben von der dazu berechtigten Gewalt zmn allgeiuciueit Wohle." Ein Gesetz, welches nicht alle diese wesentlichen Merkmale in sich trägt, ist kein ivahres Gesetz. Nun aber ist das dem göttlichen Gesetz sich etttgegenstellende „Gesetz" kein Gebot der rechten Vernunft, weil es in Widerspruch mit der höchsten Vernunft steht; es geht nicht von einer dazu berechtigten Macht aus, oder es entsteht nicht aus der berechtigten Ansübting der Gewalt; denn rechtmäßig ist diejenige Gewalt, welche von Gott her- kommt, und von Gott kamt keine Gewalt koinmen, die sich feindlich gegen ihn wendet; das Gesetz ist nicht zum allgemeinen Wohle: denn „der Staat büßt an seinem Leibe jede Unbill, die der Religion angethan wird." Und übrigens geht ein solches„Gesetz" gegen das Ziel der Gesellschaft, welches sie in erster Linie verwirklichen soll. In solchem Falle gibt es also keine rechtmäßige Autorität und kein wahrhaftes Gesetz. Der Widerstand ist nicht Auflehnung." Eine wunderbar bcqneme Deduktion. Ein Gesetz, das den Interessen der Kirche nicht entspricht, ist kein„wahres Gesetz", der Widerstand dagegen also auch„nicht Auflehnung". Aber warum sollen Andere, z. B. wir Si�ialdemokraten, da? nicht auch sagen können? Es folgt nun eine hübsche Auseinanderjetzung, welchen Gesetzen der Katholik Widerstand zu leisten hat, und schließlich eine reizende kleine Abhandlung über das erlaubte„Erdnlden" von falschen Gesetzen,„um der schweren Quälereien willen, denen man sich andernfalls aussetzen würde." „Das kann," heißt es,„eine durch die Klugheit gebotene Maßnahme fein, die von den Umständen selbst crztvttngen werden kann und die folglich erlaubt und verdienstlich für diejenigen ist, welche unter dem Gesetz leiden, obgleich dieses an sich»ugerechtsam und schlecht bleibt." Aus dem priesterlichen in gutes Deutsch übersetzt: wenn's nicht anders gel)!, haben wir noch eine Hinterthür. Ans dem Duldeit eines schlechten und ungerechten Gesetzes machen wir je iiachdem eine ver- d i e n st l i ch e Handlung. Wir lassen mit uns handeln. Aber— wenn unser Kontrahent in der Patsche sitzt, kommen wir wieder. „Es wäre indeß nicht unnütz zur allgemeinen Erbauung, daß ma» von Zeit zu Zeit a u f e i n e M gut a u s g e tv ä h l t e n Terrain und bei erneuter Herausforderung der Gegner einen energischen priu- und so war der Polizcimatin wiederholt genöthigt, die uns begegnenden Passanten nach der Strafanstalt zu fragen. Er erhielt die wider- sprechendste AttSknnst, wurde bald den Weg nach dem Zachthans, bald nach dem Gefängniß zu gewiesen. Mein Transporteur fluchte weidlich über die dummen Hallenser, während ich, vergnügt über diese Ver- zögerung, neben her schritt. Die rechte Hand trug ich stets in der Tasche, sie wurde mir in Leipzig mit einer Kette an den Leib ge- schloffen,— blos der Form wegen, wie mein Führer sagte. Indeß verdeckte der zugeknöpfte Stock Kette und Schloß. Ein des Weges kotnntcndes Mädchen zeigte uns wiederum die Rich- tting nach deni Gefängniß, woher wir eben kamen. „Wir wollen ja in'S Znchthans, liebes Kind", mischte ich mich ein. „So, das hätte» Sie gleich sagen sollen. Am Ende dieser Straße kotttmett Sie an eine hohe Mauer, gehen sie neben derselben her, sie führt an das Zuchthausthor." „Sie sagen das in einet» Tone, als ob Jeder, der da hinein muß, unrettbar verloren ist?" bemerkte ich nach dem Bescheid, nnd erhielt die Antwort:„Sie werden es schon erfahren!" Bald standen wir vor dem Thor. Umvilllürlich blickte ich empor, ob nicht Dante's Worte darüber zu lesen seien:„Wer hier eintritt� lasse alle Hoffnung draußen l" Der Pförtner öffnete, um hinter uns gleich wieder zu schließe». Adieu Welt! Mein Führer rapportirte:„Zuwachs aus Leipzig!" „Schön, freut mich, freut mich", schmunzelte der alte graue Pförtner; er tvies uns»ach dem Direktionsgebände. „Ter freut sich auch noch, wenn Jemand das Unglück hat, in das Zuchthaus zu kommen", brummte niei» Leipziger. Ziemlich lange standen wir in dem Korridor der Direktion. Rur einmal kam ein Mann in Zivilkleidcrn mit einem Bund Schlüssel in der Hand nnd erkundigte sich nach unscrni Woher. Es war der Ockonomie-Jttspektor.„Du bist der Wunderlich?" wandte er sich an mich, als ihm der Transporteur die nöthige Auskunft erthcilt hatte. „Kerl, was ivillst Du beim hier? Wir haben schon eine Anzahl solche Kerle; wo sollen wir Euch mir alle hinstecken?" Nun kam der Sekretär des Direktors. Ihm wurde ich von tneittetn Leipziger Führer übergeben, dessen Mission damit beendet war. Zu- nächst wurde ich in das Zivilstands-Register der Anstalt eingetragen, wobei ich auch die Namen meiner nächsten Verwandten mit angeben mußte. Dann ging es in Gesellschaft eines Aufsehers nach der Hans- vaterei, um die nöthigen Effekten für einen zweijährigen Aufenthalt in Empfang zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit wurde ich gewogen und zu leicht befunden. Der anwesende Hausvater, der mich bis Dato nicht beachtet hatte, drehte sich bei Angabe des Gewichtes verwundert nach mir herum und sagte: „Was, 46 Kilo? Kerl, was ist denn mit Dir geschehen?" Auf meine Antwort, daß ich bereits eine 7nio»atliche aufregende lluter- suchungshast hinter mir habe, erhielt ich den billigen Rath:„Siehst Du, die Gesetze hübsch achten, fleißig arbeiten und beten, dann kann man in keine solche Lage konttnett." Von da in's Badezimmer. Eine Kolonne Sträflinge war gerade fertig mit Baden, als ich eintrat und dem daselbst diettstlhttettdett Auf- zipicllctt Widerstand gegen solch«„Gesetze" leistete, die„außerhalb aller Gerechtigkeit gegen die.göttlichen Eutrichttttigett erlasse» wurden, die itichls mit wirklichen Gesetzen gemein haben." Die sehr berechnende, kluge V e r h a l t u n g s l i n i welche man gegenüber der »ji, seligen revolutionären„Legalität" innezuhalten hat, indem tnan die gegen göttliche Eitirichtnngen gerichteten Gesetze er- trug, hat leider dazu beigetragen, die Attschattuttgett breiter Volksschichten z i falschen. So hat die obligatorische Zivilehe und ihre Abvla.chnng vor der religiösen Ehkschließttttg sich»ach und nach in vielen rellgioien Familien eingebürgert und die Idee verbreitet, die wahre Eheichließnug erfolge vor dem Bürgermeister. Wenn man eine solche �dee in einem Kopfe sich vorstellt, welcher von dem Bürgermeister nur eine sozialistisch« Anschauung hat, wo bleibt damr»och.eilte Spur von Ordnung? Die Eitirethting der Geistliche» ferner unter das Militär hat bei vielen Katholiken den Rest der kirchlichen. Attschatmttgett über die Jiumuuität göttlichen Rechtes zerstört, die das Sakrament der Plieftcriveihe dein Priester verleiht."., Planen die Herren einen Vorstoß gegen diese �schlechten Gesetze"? Es sieht nach dem Schlußsatz fast so aus. Dieser aber ist eine wahre Perle:•'••ridijiyiiti ipün«•»><> B'ntj tinnnck „Belehren durch Worte genügt nicht mehr, tvenn der Jrrthuut in den Thatsache» und öffenslichen Einrichttitigen sich mehr nnd mehr ver- körpcrt. Wenn heute die Sozialistett an den Fttttdaitmitett der öffentlichen Ordtinng rütteln, jede Belehrung hohnlächelnd abschütteln, mit der„Legalität" ihres Vorgehens den radikalen Ilutstttrz, die Rcvolntion, vertheidigen mtd siegreich in immer weiteren Kreisen befestigen, so ist das eben die natürliche Frucht des fast hmidertjährigett Kampfes der blödsinnigen„Legalität", die heute dazu herhalte» muß, den Selbstmord der z e i t g e n ös st s ch e n G e s e l l s ch n f t selbst angesichts der radikalen Erhebnugen der Sozialisten, zu uerdecken." Geiing. Nachdem oben von der„unseligen", der„revoltttionären" Legalität gesprochen, wird»uninehr die Legalität sogar als blöd- sinnig gebrandmarkt. Nietn Liebchen, was willst Du noch mehr? lind, durch Jnuehalinttg dieser Gesetzlichkeit werden die Anschauinigeti breiter.Lölksmaffen g c f ä l s ch t! Also— Nieder mit der Gesetzlichteit! Nun, wir Sozialisten, vor denen man auf diese Weise die Gesell- schaft retten will, können es ja»titaitsehen. Wir, bis in die neueste Zeit einem schmachvollen Attsnahmegesetz iiitterstelll, mtd einer Gesetzes- aiitvendimg iiittcrtvorfc» die meist nur eine andere Form der Willkür ist, tverden gern bei diesen Gescllschaftsrettern in die Schule gehen. Demi, daß es nicht übersehen wird, die Weisungen der so cxplizirten Enzyklika Leo's XIII. bilden eine Pflichtenlehre, „deren genaue Erfüllnng auf staunenswert he Weise beitragen loürde, die Gesellschaft z» retten! — Mehr politische Polizei und weniger Fabrikiiispektorcu — das ist der Inhalt einer„Petition der In d tt st r i c l l c tt nnd Gewerbetreibenden N o r d b ö h in e n s an d t c h o h e k. k. Regierung wegen Regelung der A r b e i t s v e r h ä l t» i s s c." Was das Wort„Regeltmg" ttt der Vorstellung einer richtigen Fabri- kantenscelc heißt, weiß man nachgerade— es bedeutet die Beseitigting aller Schranken, die der Fabrikantendespotic im Wege stehen. „M e i n Wille geschehe"— heißt es im Fabrikantettkatechisuttts,„und Ich will, daß nicht nur iunerhalb der Fabrik, sonder» auch außerhalb derselben der Arbeiter M i ch als seinen Herrn und Gebieter betrachtet. Dafür zu sorgen, ist die Aufgabe der Staatsregiernng; dazu ist sie da, dafür bezähle Ich sie, und für nichts anderes! Die Wiener„Arbeiterzestiing" widmet der Petition eine ziemlich ein- gehende Besprechnng, und auch wir wollen dem lullurhistorlsch intet- essanten Machwerk einige Augettblicke widmen. Es verlangen also die Herren nordböhuiischen Industriellen: 1. Schutz der Fabrikanten gegen Angriffe in der Arbeiterpresse und Ll rb e i t e r v e r s a in m l u n g e n. Man höre mir: „Derartige Exzesse der Agitation und der Publizistik unter de» Schutz der Rede- undPreßfreiheit stellen zu tvollc», welche die auf dem Boden der gelteiiden Nechtsordnniig stehenden Parteien jeder- zeit für Ihre Ennnziationen in Anspruch nehmen dürfe», und die auch einer sachlichen Kritik der bestehendeii Rechts- und Gesellschaftsordnmtg seitens der sozialistischen Partei nicht verkümmert werde» soll, tväre ein ebenso unverantwortlicher, als verhängnißvoller Fehle r. „Die durch die vorbezeichneten Umtriebe Gefährdete» haben ein Recht aiif die Anwendung der§§ 302 und 308 des geltenden Strafgesetzes, der Staat die Pflicht hierzu. Die herrschende, diesbezüglich laxe Praxis droht dahin zu führen, daß die Jndustriebezirke Oester- reichs, wie sich dies bei der Bewcgtmg des 1, Mai gezeigt, zum Lieb- lttigsanfenthalte und Agitationsherde für fremde a tt S I ä» d i s ch e fetzet wird, welche in deni leider gr'oßcnthcils im Vergleiche zu eutj,hland geringeren Bildniigsiitvean der Arbeiterschaft einen frncht- baren Boden für ihre Zwecke verrnuthen und finden." Mit anderen Worten, wer einem Fabrikantev an seiner— ach, so enipstiidlichen Ehre zu nahe tritt, die Zuslände in einer Fabrik einer mißliebigen Kritik unterwirst, soll als Staatsverbrecher— als „Hochverräther, Attentäter"— von Amtswege» zur Rechenschaft ge- zogen werden. Eine theoretischen Angriff gegen die„bestehende Rechts- scher, der auch Wunderlich hieß, überwiesen wurde. Ich sollte ein Bad »ehmctt, dann eingekleidet und in Flügel C 3 in die Domzelle provt- sorisch einquartirt werden. „Et, Dil heißt Wnnderlich?" meinte mein neuer Vorgesetzter,„mache imr lein so betrübtes Geficht, zwei Jahre sind bald herttnt. Betrachte Dir diese Kerle hier, hat jeder schon fünf Jahre auf dem Rücken, und die Meisten noch fünf vor sich." - Die Sträflinge horchten befremdet auf, solche tvarnte Worte hatten sie von diesem tviderhaarigen robuste» Gesellen noch nicht gehört. Die weiche Stimmung des Aufseher« gab das Signal zu vielen, theils wohl- wollenden, theils spöttischen Bemerktmge». „In zwei Jahren lernst Du das Znchthans nicht einmal ganz kettttett," sagten einige, mtd während sich an mir die Metamorphose jtt eineni Sträfling langsam vollzog, bemerkte ein Anderer:„Das haben sich Deine Locken auch nicht träninen lassen, daß sie einst unter der Scheere eines Züchtlings fallen müssen." �Itach dem Bad vertauschte ich meine Kleider, die in einen Sack ge- steckt wurden, mit dem Zuchthansanzug, nnd ein neuer Züchtling war fertig. Hn! wie ist mir denn? Bin ich nun wirklich dieJttkarttattott eines Zuchlhänslers? Nicht blos dem kahlen Kopfe ttitd der Kleidung nach, sondern auch in der Gesinitmtg, jener rohen, allen mettschliche» Gefühls baren Gesinitnng, welche ja das charakteristische Merkmal jedes Zucht- Häuslers sein soll? Wendet sich meine gnle Mutter mit Abscheu von mir ab? Ilnd zählen meine Freunde mich nicht mehr zu den Ihre»? Btit Richte». Tiefbekünttnert reichten mir dieselben in Leipzig beim Abschied die Hand, mir Trost und Muth zusprechend, nnd tagtäglich betet meine Mutter in ihrem frommen Wahn zu Gott, daß er mich ihr gesund und unversehrt wieder zuführen möge. Freilich, häßlich nnd abschreckend genug sieht der Sträfling ans in seiner dunklen kurzen Jacke nnd der dunklen Tnchmütze ohne Form nnd ohne Schirm. Abschreckend gemig, um initer dieser Jacke ein verwor- fcnes mtd verkoinniene« Subjekt, verkommeit an Herz nttd Gemüth, ver- mtithen zu lassen. O wie erscheint mir Alles so fremdartig, nnd am fremdsten ich mir selber! Ich wagte nicht, die schon arg abgenützten Kleider mit der Hand zu berühren, mtd trug sie doch ans dem Leib. Antreten und abmarschiren nach Flügel C.! kommandirte der Aufseher. In der dritten Etage des Flügels C wurde mir eine Zelle znin Schlafen angewiesen. Morgen sollte der Direktor wdUr über mich ver- sügen. In dieser Zelle interessirle mich vor Allem die prachtvolle Ans- ficht durch das niedrig angebrachte Fenster. Unter meinem Fenster be- fand sich der frenndliche Garteii des Anstalts-Lazareths; über die An- staltsmauer himvea sah ich die Saale durch eine reizende, veg.'tations- reiche Landschaft fließe», nnd in der Ferne zeichneten sich dentltch die Umrisse des Harzgebirges ab. (Fortsetzung folgt.) «nd Gesellschaftsordnung" würden die Herren allenfalls hingehen lassen — Theorie, schmerzt ja nie— wehe aber, wenn an die bestehenden Ansbenterpraktiken getastet wird, dann ist sofort das Vaterland in Nöthen. 2. Darum sollen es fich die von der R e g i e r» n g u n t e r h a l t e- neu Blätter, von denen einige ihrer Billigkeit wegen in Arbeiter- kreisen stark gelesen werden, zur besonderen Aufgabe machen, die Arbeiterfrage.regelmäßig, ruhig und sachlich zu besprechen, d. h. den Arbeitern nahelegen, wie gut es ihnen eigentlich geht; daß Zufrieden- heit die höchste Tugend ist; und daß es keine größere Sünde gibt, als sich gegen den Arbeitshcrr» aufzulehnen, der imnier nur das Beste seiner Arbeiter will. Wollen das trotzdem die Arbeiter nicht einsehen, so soll 3. bei Arbeitseinstellungen, sobald die Arbeiter nur mucken, .sofort nachdrücklichst mit bewaffneter Macht" ein- gegriffen werden. Weiter sollen Staat»nd Gemeinde bei„ge- waltthätigen Streiks" zum„Schadenersatz" verpflichtet werde», und„bei jtontraktbrüchen der rückständige Arbeitslohn als tkonventionalstrafe verfallen." „Arrest bis zu drei Monaten, welchen das geltende Gesetz androht", benierkt dazu die„Arbeiterztg.", genügt diesen Herren nicht, sie wollen Geld sehen l" Natürlich,»nd das ist sogar die Hauptsache. Was hat der Fabri- kant davon, wenn der Arbeiter hinter Schloß und Riegel kommt? Ist der Gefängnißdirektor in falschen Hnnianitätsvorstellungen befangen, so ist er der dabei allein Geprellte. Ganz in diesem Sinne fordert die Petition weiter: 4.„Einschränkung der sonntäglichen Tanzunter- h a I t n» g e n und d e r F e i e r t a g e."„Sehr richtig", sagt die „Arbeiterztg." hierzu.„Der Fabrikant hat die ganze Arbeitskraft des Proletariers gekauft, er duldet nicht, daß man ihm davon etwas durch Tanzen und Beten defrandire." Noch selbst durch Brummen, erlauben wir uns hinznziisehen. Die charakteristischste Stelle der Petition aber Ist die folgende: „Der Jnstitiltion der Gewerbe-Jnspcilion als solcher gebührt unsere volle Sympathie. Wenn wir hieran den Vorbehalt knüpfen, daß die ihrer Anlage nach segensreiche und Arbeitgebern wie Arbeitnehmern gleich willkommene Einrichtung gefährlich und verderblich werden kann, wen» einzelne Inspektoren das Maß ihrer Befugnisse sich nicht gegenwärtig halten oder gar die Vorbedingung einer gedeihlichen ver- inittcliiden Thätigkeit, die Unparteilichkeit, verletzen, so berechtigt uns hierzu leider die Erfahrung. In dieser Hinsicht sollten die den Gewerbe- Inspektoren crtheiltcn Instruktionen jeden Zweifel ausschließen." Wie das gemeint ist, darüber ist auch„jeder Zweifel ansgeschlosscu". Die Herren wollen keine wirkliche Inspektion, sondern eine Inspektion, die nur sieht, was die Fabrikanten ihr zeigen, die nur thut, was die Fabrikanten sie zu thnn heißen, die sich nicht einbildet, ein eigenes Urthcil zu haben. Der Anfang des folgenden Satzes beweist das ganz deutlich: „Aber auch vollständig bona kicks, ans der aufrichtigen Absicht zu vermitteln, kommen Mißgriffe vor." Darum weg mit der„bona ticke«"! Auf wen aber geht der Vorwurf der Parteilichkeit, der mala ticke«? Die„Arbeiterztg." sagte es den Urhebern der Pe- tition offen in's Gesicht: „Der Inspektor aber, welchen die Herren dennnziren, ist kein Anderer als der beste Inspektor, den Oesterreich heute hat: Herr M a l e k, der seit Beginn dieses Jahres von Reichenberg nach Olmntz verseht wurde. Die Ausbeuterkliqne des Reichenberger Kreises hatte„leider die Er- fahrung" gemacht, daß Herr Malet unbestechlich und energisch sei. Daß er nicht etwa parteiisch zu Gunsten der Arbeiter vorgegangen, be- weisen seine wiederholten Konflikte mit denselben; aber zum Bedienten der Reichenberger Fabrikanten hat er sich freilich nie hergegeben. Da- für konnte auch Herr B o h a t y, der Abgeordnete der Reichenberger Handelskammer, laut frohlocken:„De n h a b e n w i r h i n a u s g e- bissen!" Genug. Mehr zur Kennzeichmmg des Machwerkes zu sagen, wäre Papierverschwcndniig. Man sieht, das Fabrikantenthuni ist zur Rettung seiner Selbstherrlichkeit an der Arbeit—„in Oesterreich, wie in Pren- ßen"! llnd seine Stimme findet in Reglmiiigskreiseu nur zu willige? Gehör. Denn genau im Sinne dieser Fabrikautenpetition, fast wörtlich ihre Phrasen wiederholend, drückt sich ein Leitartikel des hochoffi- z t ö s e n„Wiener Fremdcnblatts" ans, auf den die Wiener„Arbeiter- ztg." nachdrücklichst ihre Leser aufmerksam macht. Wie es scheint, fühlen gewisse Leute wieder einmal das Bcdürfniß, Staat und Gesellschaft zu retten. Schade nur, daß dafür Oesterreich ein so undaiikbares Terrain ist. Es ist da schon so viel gerettet worden, daß wirklich herzlich wenig zu retten übrig ist. Es kann beim besten Willen der Negierung in Oesterreich nicht viel schlechter werden als es schon ist. — Der Fabrikanteiipctition stellt die„Arbeiterztg." ihrerseits eine Geacnpetition gegenüber� Sie schreibt mit treffendem Sarkasmns: „Auch wir haben eine„Petition" einzubringen. Der Haiidelsniinister Marquis Bacqnehein reist im Augenblicke in Nordböhmen und be- sucht dort Fabriken. Das ist hübsch von ihm, denn alles kann man schließlich ans solchen Petitionen doch nicht erfahren; am Ende haben sich doch Ungenauigkeiten eingeschlichen. Wenn aber Seine Exzellenz di« Idylle, welche die Schafwollmagnaten und Kattnnkavaliere dort ge- schaffen haben, gehörig genossen hat, möge er so freundlich sein, dahin geht unsere Petition, sich auch in die Arbeitervereine zu ver- fügen und dort die offene Darlegung der Arbeiterverhältnisse verlangen. Vielleicht werden die Potcnikinffchen Dörfer, die man ihm gezeigt hat, dadurch an Reiz verlieren; vielleicht findet er beim Besuche der Arbeiter- viertel, daß die Fabrikantcnsprößlinge denn doch im Ganzen besser ge- nährt sind, als die Arbeiterkinder, daß die„günstigen Lohnverhä tnisfe" eine eigentlich luxuriöse Lebensweise nicht zulassen, und daß die skia- vische Abhängigkeit der Fabrikanten von ihre» Arbeitern noch nicht gar so drückend ist. Wenn der Minister solche Eiusicht gewinnt, wird das den Arbeitern wahrscheinlich nicht viel nützen— denn die Wollindu- strielle» sind mächtige Herren im Staat— aber Seiner Exzellenz wird es gewiß nichts schaden, er würde dann Fabrikantenpetttionen lesen lernen." Eine gleiche Lektion könnte beiläufig auch andern Leuten nichts schaden. — Ein Genoffe schreibt uns: In der Nacht vom 28. auf 29. Juni ging der BclagcrungS- zustand für Leipzig und Umgegend zu Ende. Nur wenige unter den„Ausgewiesenen" kehrten sofort in die Hciinath zurück. Viele sind im Elend zu Gninde gegangen, und Viele haben ein anderes Heim ge- finiden, das sie nicht aufgeben wollen oder können. Der Mensch vergißt leicht Druck und Ilnrecht, sobald eine Wendling zum Besseren eintritt— lind sei die Besserung noch so gering. Diese Eigenschaft der Menschen- natur hat Ihre großen Aortheile— in die Politik aber gehört sie nicht. Für Verbrechen, wie das S o z i a l i st e n g e s e tz, gibt es kein Vergessen, keine A ni n e st i c. Wir dürfen nicht vergessen, daß das Sozialistengesetz den niedrigsten Motiven cnlstanimte und einzig und allein erlassen wurde, inn das bankrotte Regiment des Fürsten Bis- marck wieder auf die Beine z» bringen und um den großen Raubzug des indnstriellc» und agrarischen Ranbritterthnnis gegen das deutsche Volk sicher in Szene zu setzen. Fürst Bismarck und feine Mitstrolche wußten so gut wie wir, daß die deutsche Sozialdemokratie niemals Vcrschwörililgen und Attentate gemacht oder auch nur geplant hatte— und trotzdem dieses infame Gesetz! Nun— der Pfeil ist auf den Schützen zurückgeschnellt, der Sozialdemokratie ist das Sozialistengesetz ein Born unbesiegbarer Kraft geworden und den Urhebern die Quelle untilgbarer Schmach. Der Hauptsünder ist von der Nemesis ereilt worden und seine Herrlichkeit ist in Trüumier gegangen; allein im Siegesrausch dürfen wir die Pflichten nicht außer Acht lassen, welche dicOpfer des Sozialistengesetzes uns auferlegen. Keine Amnestie den Urhebern u n d H a n d l a n g e r n des S o z i a l i st e n g e s e tz e s, bis die Zeit gekommen, wo wir, wie von einem sozialistischen Redner einst im Reichstag angekündigt ward, diese Verbrecher persönlich haftbar machen können.— — Der VcrnichtnngSknmpf gegen die Sozialdemokratie wird immer g e h ä f s i g e r und zugleich inimer kleinlicher geführt. Ein Arbeiter in Wechselb« rg, Königreich Sachsen, der sich bei der jüngst stattgehabten Steiier-Einschätznng zu hoch eingeschätzt glaubte und Reklamation eingelegt halte, erhielt von der königlich sächsischen Bezirks-Stcuereinnahme in Rochlitz einen abschlägigenBeschetd, der unter Anderm durch folgendes Argument„begründet" wurde: „Es kann dem Reklamanten auch nachgewiesen werden, daß er außerhalb seiner Thätigkeit als Steinmetz, sich gutlohnende Be- schäftigung sucht und thatsächlich gehabt hat, wie beispielsweise gelegentlich der Reichstags- und anderer dergleichen Wahle n." Die„gutlohnende" Beschäftigung„beispielsweise gelegentlich der Reichs- tagswahl je."— schreibt dazu das„Berliner Volksblatt"—„bestand darin, daß der betreffende Arbeiter den Kartellbrüdern bei der letzten Reichstagswahl in einigen Versammlungen entgegentrat. Das ist nach den Begriffen der sächsischen Kartcllbrüder offenbar ein„Luxus", welcher zur verdienten Folge hat, daß der Sünder mit der Eiiikoinmensteuer emporgeschraubt wird. Strafe muß sein. Man sieht eben, wie in einem Land mit so entwickelten Klassengegensätzen, wie Sachsen es ist, alle Staatseinrichtungen in den Dienst der Klassenherrschaft gepreßt werden." Stimmt. Aber Alles begreifen darf hier nicht heißen, Alles ver- zeihen. Für solch nichtswürdigen Mißbrauch der Amtsgewalt ist kein Wort der Veriirtheilung scharf genug. Wer so, wie es in diesem Fall geschehen, einen politischen Gegner zu schädigen sucht, ist ein Schurke, und wenn das in Deutschland nicht ausgesprochen werden darf, so soll es wenigstens an dieser Stelle zum Ausdruck kommen. Noch einmal, dieser kleinliche Racheakt der betreffenden Säch- jischen Steuerbehörde ist ei» ehrloser Schurkenstreich, für den seinen Urhebern das Brandnial der Infamie gebührt. — S. E. Schcwitsch, der langjährige Mitarbeiter und zeitweilige Ehcfrcdaktenr der„New-Aorker Volksztg.", ist vor sieben Wochen aus der Redaktion des genaiiiile» Blattes ausgetreten, und hat vor etwa vierzehn Tagen den anierikanischen Boden, wie die„Volksztg." schreibt, auf Jahre hinaus, vielleicht für inimer verlassen. Unser Brnderorgan widmet ihm einen sehr warmen Nachruf, dem wir folgende Sätze ent- nehmen: „Was Schewitsch als besonderes Verdienst nicht hoch genug ange- rechnet werden kann, das sind zwei Seiten seines Wirkens. Ganz wesentlich ihm, seiner Beherrschung des englischen Idioms, seinen Agi- tationsrcden in englischer Sprache, seiuein Verkehr in englisch-sprechcn- den Amerikancrkreisen:c. verdanke» wir, was unsere Idee», was unsere Bewegung während des letzten Jahrzehnts in jenen Kreisen an Ver- ständniß, an Entgegenkommen, an Boden gewonnen haben, verdanken wir znin Thcil auch wohl die größere Beachtung, welche die amerika- nischc Presse seit Jahr und Tag iinfcrcn Bestrebungen schenkt. Er, der Slave von Geburt und Rasse, verkörperte so als Vermittler zwischen dem englischen und deutsche» Element in seiner Person gleichsam die Jntcriiationalität unserer großen Sache. „Das Hauptverdicnst des Scheidenden um die hiesige Arbeiterbewe- gung fällt aber in das Jahr 1886, das Jahr der Henmarttbombe, der New-Uorker Boykottprozesse, des Anarchistenprozesses und der George- Kampagne. Nie so deutlich als in jenem Jahre ist Schewitsch's hohe Begabung zu Tage getreten, in schwierigen Momenten ohne Zögern, mit scharfem Blick, das Richtige zu treffen und entschlossen dnrchzusühre». Damals, wenn je, war er der rechte Mann am rechten Platze; der Mann auch, welcher sich nicht scheut, wenn es sein muß, der Gefahr persönlich in's Auge zu schauen. Die Leser, welche sich der Theiß- boykotter-Periode erinnern, werden wissen, daß damals für die Arbeiter- bewcgnng Alles auf dem Spiele stand, wenn nicht die„Volkszcitiing" unentwegt die Arbeitermassen znsauinienhielt und sie rücksichtslos vor- wärts trieb, ungeachtet aller gegnerischen Drohniigen, an denen es wahrlich nicht fehlte. Diesen kurzen, aber schweren Kampf, unter be- ständiger Gefahr für die eigene Person, hat Schewiisch mit eiserner Energie meisterhast durchgeführt. Und wenn er selbst alle jene sonstige» Verdienste um unsere Sache, welche wir ihm»achrühmen konnten, nicht hätte, das Eine dürfen, das werden die Arbeiter Neiv-Uorks ihm nie vergessen!" Wir unsererseits glauben den, hinzufügen zu sollen, daß wenn ivir auch hin und wieder in einzelnen Punkte» mit der Auffassung Schewitsch's nicht itbcreinstiminten, wir doch nie Aulaß hatte», uns über Mangel an Loyalität seinerseits zu beschweren, und daß auch nach unserer Ansicht der Mnth und die Energie, die Schewitsch während der Hätz des Jahre» 1886 an den Tag gelegt, ihm den Anspruch auf die Anerkennung aller Sozialisten und Freunde der Arbeitersache sichern. —? Wir lesen im„C o m m o n w e a l":„Berichtigung. Das aus Delegirten der S. L. l„Socialist Leagne") und der Gruppe„An- tonomie" zusammengesetzte Konnte, das auf Ersuchen der Gruppe„Au- tonomie" eingesetzt wnrde, um die gegen Pcukert im Commonweal erhobene Beschuldigung zu untersuchen. ist in seiner letzten Sitzung zu dem Rc- sultat gekommen, daß kein Beweis zu Händen ist, der die erhobenen Beschiildigiingen rechtfertigt, und die Delegirten der S. L. haben des- halb folgende Resolution aufgesetzt und unterzeichnet:„Da wir sehen, daß kein Beweis z» Händen ist. der thatsächlich I. Pcukert als Polizei- spion überführt, so drücken wir unser Bedauern aus, daß eine dahin- gehende Behaiiptiing je im Commonweal erschiene» ist. Das K o m i t e." Der Rede Sinn ist etwas dunkel. Das Konnte hat keinen Beweis zu Händen", der zc.?c. Da wird man wohl die Frage aufwersen dürfen, was für Schritte denn dieses Konnte gcthan hat, um sich zu vergewissern, ob solche Beweise cxistireu oder nicht? Au.uns, die wir uns viel energischer über Penkert geäußert als das„Commonweal", hat man sich nicht gewendet. obwohl man unsere Adresse doch kennt. Die Mitglieder des Konnte mögen freilich ihre Gründe dafür gehabt haben, und es ist anoererscits auch ziemlich fraglich, ob wir dieses Konnte als die geeignete Körperschaft zur Uiltersuchung der Angelegenheit Penkert hätten anerkennen köiiiieii; aber das steht auf einein andern Kapitel. Es fragt sich vielmehr, wenn nicht an uns, an wen sonst hat das Konnte sich gewendet? Wir haben nirgends eine Auffordernnfl gelesen, Beweisstücke gegen Penkert einzusenden, nirgends eine Mittheilnng, daß von Neuem eine Untersiichnng stattfindet. Die Erklärung, daß„kein Beweisstück zu Händen ist", ist unter diesen Umständen von sehr p r o b l e in a t i s ch e m Werth, ganz abgesehen davon, daß die„Be- richtigung" über die notorischen Handlungen Peukert's, die den Anklagen gegen denselben zu Grunde liegen, kein Wort verliert. Wir unsererseits nehmen von dem, was wir über Penkert geschrieben» kein W o r t z n r ü ck. � �. Neugierig sind wir aber, was die Herren Viktor Dave und I. Most zu dieser„Berichtigung" sagen werden. Briefkasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen erhalten ans: Burg, Ealing, Elberfeld, Genf, Gent, Wien. Burg: Wenn der Verfasser nicht ciiimal die Stadt genannt haben will, wo die Brutalität ge- schab, hat die Veröffentlichung keinen Werth. Solche Dinge pnssiren ja nur zu oft.— A. M. in B.: Brief folgt.— Ferd. G. in Ldn.: In nächster Nr.— Schw.-Hall: Nächste?tr. der Expedition: � Di". Schdt. Flntrn.: Fr. 2.25 Ab. 3. Qu. erh.— W. Adfhn. Zrch.: Fr. 2.— Ab. 3. Qu. erh.— H. B. Winter- thur: Fr. 25.—„Griindergewinn" für die Hamburger dkd. erh.— A. Hllr. Obstraß.: Fr. 2. 65 Ab. 3. Qu. erh.— L. Flksn. Riesbach: Fr. 2. 25 Ab. 3. Qu. erh.— H. Hvr. Httgn.: Fr. 2.— Ab. 3. Qu. erh.— K. P. Sion: Fr. 4. 50 Ab. 3. u. 4. Qu. erh.— R. D. U.: Fr. 5. 50 Ab. 3. Qu. erh.— M. Jnwn. Httgn.: Fr. 2.— Ab. 3. Qu. erh.— I. B. Rs.: Mk. 3.— Ab. 3. Qu. erh.— Raimund: Bestllg. v. 30/6 am 3/7 abgg. Gruß I— 21. Lfrni. Chicago: 4 Pfd. a Cto. Ab. ic. erh. it. Bedarf vorgemerkt.— 21. H. Lunghoj: Natürlich»mß es ab 1/1 bis 1/7 heißen. Sh. 4.— per 3. u. 4. Qu. u. 5 Py. per UfdS. haben am 3/7 dkd. erh. Gruß!— Meßdiener: Mk. 5.— per Ab. 3. Qu. ii. auf Altes erh. Bfl. Weiteres betr. R.— E. Bin. Leeds: Sh. 2.— Ab. 3. Qu. erb.— G. S. 2311.: Mk. 4.— 2lb. 3. O». u. S'chstn. erh. Sdg. am 4/7 bewirkt.— P. Pxa, Dijon: 7 Fr. f Ab 3. Qu. erh. u. Fr. 6. 25 f. d. Russen und Hamburger dkd. ver- theilt.— Hcxcnlhuri»: Mk. 25.— a Cto. Ab. 2. Qu. x. gutgebracht ii. Adr. geordnet. Rcklamirtes recherchirt. Beigabe Anlangendes d. dl. anheimgestellt.— E. St. Lzn.: Mk. 6.— Ab. 3. u. 4. Qn. erh. — C. Slka. Murlanwclz: Sh. 2. 4 f. Schstn. erh. u. Sdg. am 5/7 bewirkt.— G. Scht. Bradsord: Sh. 9. 6 f. Ab. 3. Qu. n, Schstn. erh. Bfl. am 5/7. Weiteres.— T. v. M.: Mk. 4. 40 per Ab. 3. Qu. erh. Alles unterwegs. Bfl. mehr.— D. B. a. Sp.: Das ist ja ein ganz wunderbares Ding. Selbstverständlich berechnen wir nur Empfangenes. Mk. 17. 35 per Vcrläge sind gntgebr. Näheres bfl.- O. E. Hier: 2'/, Py. f. Schft. erh.— E. Fortin BrauvaiS: In Nr. 27 wurden irrthttmlich statt Sh. 3.— nur Sh. 4.— quittirt. Bstllg ist am 7/7 abgegangen.— W. Lgr. Chicago: Dank für Nachr. 0.-26/6 u. Weiteres erwartend. Ihre Aufsassung betr. dem Dkml. f. d. A. ist sehr richtig.— Rothfink: Mk. 6000.— a Cto. Ab. jc. erb. u. Adr. geord. Bfl. am 7/7 mehr.— C. Hwg. Ldn.: Sh. 2.— 2lb. per 3. Qu. erh.— Samps. Low u. Co. Ldn.: Sh. 4.— Ab. 3. u. 4. Qu. L. B. Rom erh.— I. W. G. Amsterdam: Sh. 16.— per Schrft». erh. Sdg. abgg. Engl. Blätter folgen mit heut. No.— Phönix: Mk. 15.40 f. 5 div. Ab. 3. Qu. jc. erh. u. Lfrg. nach 2Vunsch bewirkt. Bstllg. folgt u. bfl. Weiteres. G. werden nach Ihrem Re« Zcpt behandeln. Gruß!— W. W. Glenshaw: Doll. 1. 13 Ab. 3. u. 4. Qu. u. Schftrcst. erh.— E. C. Lp.: Mk. 9.— Ab. 3. Qu. u. Schrftn. erh. Notq folgt. Nachlfrg. nur soweit thnnlich.— C. A. B. Ver. London: 5 Pfd. a Cto. Ab. zc. erh.— Roiher Geldsack! 24. 50 per 5 dir. u. 1 indir. Ab. 3. Qu. erh. 2lvisirtes erwarte» Bstllg. folgt.— S. D. A. B. V. Brüssel: Fr. 55. 50 a Cto. Ab. ii. Schrft. erh. u. Mehrbestellung besorgt. Weiteres siehe Spezial� -luttg. �—„Theo": Sh. 6. 3'/t a Cto. Ab. u. Schrft. erh. Lfrg. „Frau" folgt, sobald Neuauflage versandfcrtig. Deskription angenehm. — Dr. G. Krs. Hnll.: Sh. 2.- 316. 3. Qu. erh.-?llter Fritz: Nachr. v. 5. u. 7/7 erh. Mk. 70.— pr.(4) Ggr. ins Ganze gntgebr. Weiteres wird cingerenkt. Betrffde Adr. mußten Sie übrigens längst ansmarzen. Bfl. Weiteres.— Gscheidle: Schon wieder ein llnfran- ' er gemeldet. Ei! ei! 2ldr. notiren.»Natürlich stehen wir und n'cht St. solchenfalls hinter Ihnen. Das ist der Sinn unserer Notiz. Grnß!— Kilian: Das war eine sehr verspätete llebcrraschnng. Unser rechtzeitiges Llvis erfolgt stets zn dem Zweck, den NächstM-rcssirten auf Kommendes vorzubereiten und das war Ihre Sache., Bfl. am 3/7 Weiteres.— Steineiche: Avise lt. Bf.-Vorlage v. 6/7 erh. und Fort- sctziing in Gang gebracht. Grnß!— Lübeck: Gut. Dank!— Hlgr. Josef: Avis v. 4/7 erh. Sorgen Sic bald für Verlagsnote und Mo- neten.- Onkel: Bstllg. v. 1/7 folgt. Tischst, in Zwischenhand verwechselt. Bfl. am 3/7 Näheres.-- Trau, schau. Wem: Mk. 2.55 pr. Ggr. gntgebr. u. bfl. am 3/7 weiter berichtet. Dschst. folgt.— Nthr. Cerberus: 2ldr.:c. lt. Vorlage v. 1/7 vorgemerkt n. am 5/7 bfl. ge- antw.— Möniis: Hoffcntl. haben sich die„2lnssichte»" auf unseren Bf. v. 5/7 aufgeheitert. Gruß!— Claudius: Alle Wünsche erfüllt, wie bfl. am 5/7 dargelegt.— Rthr. Teufel: Adr. u. Bstllg. nolirt und am 8/7 bfl. Weiteres gemeldet.— Donnersberg: Bf. v. 4. am 8/7 be- antw. Bstllg. n. 2ldr. notirt.— Fenerbach: Adr. lt. Vorlage v. 5/7 geordn. ii. Nöthiges betr. H. vorgesehen.— Pastor Müller: Bstllg.». Ers. folgt, wie bfl. ani 8/7 berichtet.— Ibsen: Mk. 50.— a Cto. Ab. zc. erh. Adr. u. Bstllg. notirt. Wer besorgt denn aber die Sache? S i e bestellen doch.— Soz.-Dcm. Club Lavillettc: Fr. 12.— Ab. 2. Qu. erh. Warum machen Sie das Geld nicht bei der Xentisb Town Road Post Office zahlbar? Bitte dies beim Einzahlen stets bcisügen zu lassen!— C. Ppsc. Bkrst.: Sh. 1.07 f. Ab. 3. Qu. erh. — Manfred: Mk. 100.— a Cto. Ab.:c. erh. n. Mk. 2.70 pr. Ggr. gebucht. Bfl. Weiteres.— Mouchard, Zürich: Dritte Quittung über genossene Hosenspanne pünktlich eingetroffen. Ungeheure Heiter- keit! Nachdruck des Rezeptes inimer noch erlaubt! Prosit! Für die gemnsjregelten Streiker in Hamburg sind»ns zur U e b e r ui i t t l u n g ferner zugegangen: Qnitlirt in Nr. 27....... Gesangssektion des C.?l. B. Uxrein London 2 Pfd.. Gesammelt bei dessen 2llisflilg nach Epping-Forest 7 Sh. Pix« und Gen. in Dijon Fr. 3. 12. Sxndicat des peiutres in Brüssel Fr. 10.— Nach Schluß der Liste des Soz. A. B. Verein Brüssel eingegangen Fr. 1.—., Mk. 1268.75 .. 40.- 2.50 s.- ..-.80 Mk. 1327.05 Bitte. Bis zum 1. Oktober ds. Js. bitte ich alle Zusendungen für mich nach Leipzig, S ü d p l a tz 11. zu adressiren. Leipzig, 6. Juli 1890. W. Liebknecht. Kommunistischer Arbeiter-BildungS-Vercin WIIMl'll* 49 Tottenham Street. Samstag den 12. Juli, 2lbeiids Punkt 9 Uhr, Vortrag von Bürger Fischer über„Rcvolutiou'ärk Phrase." Zu zahlreichem Besuch ladet ein Das Konnte. Die in letzter Nummer irrthümltch wieder aufgeführten Wathschtäge für die sozialistische Agitation. sind bis aus wenige Exemplare vollständig vergriffen, was wir zu beachten bitten. � Durch uns ist zu beziehen: Acrs'Urolokoll des Internationalen Arbeiter- Kongrelses zu Paris. Abgehalten vom 14. bis 20. Juli 1889. Deutsche lleberseyiing. Mit einem Vorwort von W. Liebknecht. 9 Bogen. Groß-Oktav. Preis 50 Pfg. Bei Partienbezng gewähren wir großen Rabatt. Wir empfehlen diese Broschüre, dt- ein historisches Aktenstück der internationalen sozialdemokratischen Bewegung bleiben wird, insbesondere auch den im Ausland lebenden deutschen Genosse», weil sie durch die Berichte über die soziale Lage und Bewegung ans den verschiedensten Läckdcrn und durch die Referate über die brennendsten Tagesfragen eine Fülle von Agitationsmaterial bietet, das in dieser Vielseiiigkeit— nach der historischen wie öronomischen Seite hin— in keiner anderen Broschüre vereinigt ist. * ** Der Arbeiterschuh besonders die internationale Arbeiterschuygeseügcbttng und der Achtstundentag. Bon tlarl Kautsky. Preis: 30 Pfg. Diese, bereits in zweiter Auflage erschienene Broschüre ist linter den anläßlich der Pariser Kongreßbeschlüsse und der Maiieier über dieses Thema erschienenen Schriften nnzweiselhaft die gründlichste und zur Charakterisirung der im deutschen Reiche jetzt betriebenen sogenauiitcn „Sozialresorm" unerläßlich. Bei dem raschen 2lbsatz der ersten Auflage war es uns bisher im- möglich, unsere ausländisch« Besteller zu bediene»; die Lerseudnng der zweiten Auflage hat bereits begonnen, und sehen wir weiteren zahlreichen 23estelliingeil entgegen. S. örrnsttiu& Co.. 114 KentiBh Town Road, London NW. Frlotad for Ol» proprl.tora by tbo Qernj»» Copperatnö PubiisbiDy Co. Kantub Town Bo*d II* Liindon. NW.