Aöcvuemeuts eerttn itim Dtrlag uni dessen bekannien Agenten entgegen- genommen, und zmar zum «orau»»ahlbar«« Dierteliahripre!» von: v!k. 4.<0 für Deutschland fdlrelt per Brirs-Sonuee» itrfl. 2,7!! für Leüerretch stlrelt per!prief-lloll»lit> Chtll. 2,— für alle übrigen Länder dei Wettpostverein«(ilrenzdandf. Inserate die dreigespalten« Petitiell« »Pence--- LS Pfg. S» St». Der mmldcmckmt Erscheint wöchentlich eittwal in London. Aertag Organ der Sozialdemokratie deutscher Junge. der unter ihnen köiniten etwas leisten, mären sie weniger von der Vollkommenheit ihxer augenblicklich erreichten Entwicklungs- stufe überzeugt. Mögen sie einsehn, daß ihre— ohnehin einer gründlichen kritischen Selbstrevisivn bedürftige—„aka-: demische Bildusig" ihnen kein Offizierspatent Mit Anspruch aus entsprechende Anstellung in der Partei ausstellt; daß in liusrer Partei Jeder von der Picke auf dienen muß; daß Vertraneiisposien in der Partei erobert werden nicht' durch bloßes literarisches Talent und theoretische Keiintnisse, selbst wenn Heide zweifellos vorhandeil, sondern daß dazu auch Verträittheit mit de»' Bedingungen des Parteikamp ss und Eingewöhnung in seine Formen, erprobte persöntiche Zuver-; lässigkeit und Clmratt-rtüchtigkeit, uitd schließlich willige Ein- ordmmg in die Reihen der Kämpfenden gehört— kurz, daß sie, die.„akademisch gebildeten". Alles in Allem viel mehr voil den Arbeitern zu lernen haben, als. diese von ihnen. London, 7. September 1890. Friedrich Engels. . Polemik. Unsere Aiisführnngen über die Stellung der Presse inner- halb der Partei haben Freund Steck in Bern in, höchsten Grade mißfallen. Er erklärt, daß wir mit der Idee, die Presse aus einem kapitalistischen Jnstimt in ein soziales, in einen ö s sc n tischen Dienst umzuwandeln,„eins, zwei, drei, die ganze Preßfreihcit es- kainotirten". Nun, das sind Ansichten. Wir sind durchaus nicht versessen darauf, der Zukunft unsere Ideen über das Preßwesen aufzudtltircn, und könn- ten daher Alles, was Steck über die Presse in der zukünftigen Gesell- schast jagt, auf sich beruhen, bezw. diese Frage die Zuknnftsbnrger mit- ciiiander ausfechten lassen. Um aber uuserm gestrengen Kritiker zu zeigen, daß wir keinesivegs so leichtfertig, wie er uns unterstellt, das Recht der freien Ansübniig des gedruckten Wortes preiszugeben gc- denken, wollen wir ihm mir Folgendes zu erwägen geben. Daß es in zukünftigen Genieinwesen Meiiinngsvcrschicdenhciten und Meinungskümpfe geben wird, glauben auch wir und sagen mit Steck: glücklicher Weise. Was wir aber nicht glaube», ist, daß es Parteien iiu heutigen Sinne geben wird. Schon heute sehen ivir, daß je mehr sich die Staaren in demokratischer Richtung entwickeln, die alten Parteien sich auflösen und die Tendenz sich immer mehr gel- tcnd macht, die einzelnen Fragen des öffentlichen Lebens selbständig, getrennt vom Partci-Zntercsse, zu behandeln.» Grade in der Schweiz macht sich diese Tendenz oft in drastischer Weise geltend, und auch i» England läßt sie sich in neuerer Zeit verfolgen. Daß sie nicht völlig znin Dnrchbriich kommt, verhindert das Forlbestehen der Klassen- Gegensätze. Wie immer wir nun uns die sozialistische Ziikimfrsgesellschaft vorstellen, in Einem sind ivir lvohl alle einig: von Klassen interessen wird und kann in ihr keine Rede mehr sein, die Aushebung der Klassen ist ihre Voraussetzung. Damit hört aber auch das Parteiwefen im heutigen Sinne ans. In Bezug auf bestiinmte Fragen, bestimmte Einrichtnngen werden sich Parteien bilden, aber nur von Fall zu Fall. Leute, die in Bezug ans die Eine Frage ziisanimengchen, werden in Beziig auf eine andere entgegengesetzter Meinung sein und dem auch Ausdruck geben, sie werden sich nicht, wie das heute geschieht und oft gar nicht anders sein kann, in dieser zweiten Frage dem„Partei- In- tereise"»»lerordnen. lind das wird auch bei den Wahlen der Fall sei». Damit hören aber die Beamten, die ja auch sonst blas noch zur Verwaltung von Sachen da sind, auf, P a r t e i bchörvcn— ja, überhaupt Behörden zu sein— es gibt kein dauerndes behördliches Interesse mehr. Die Souderinteresseii, die noch fortbestehen, sind durch- ans individueller Ralnr, die einzelnen Verwnitiiiigskörper werden zu ihren bestimmten Funktionen gewählt nnd stehen in keinem besonderen Jnteressenverband zu einander. Die Presse in einen öffentlichen Dienst verwandeln, kann dann auch nicht heißen, sie unter die Aoimäßigkeit der Behörde zu stellen, sintc- inalen bou„d e r" Behörde überhaupt mcht die Rede sein ka»». Sie würde ein besonderes Institut werden, uiit dnrchails selbständigen Organen. Weil» Steck n»s also mit Redensarten z» schrecken glanbt, wie:„In der sozialistischen Gesellschaft darf es also nnr noch Staatsmoniteurs geben, mir staatlich besoldeten und koiitrolirten Nedaktenren,„so irrt er sich. Das sind leere Worte, die voraussetze», daß es in der sozia- listischeii Geksllschast genau so zugehe» wird, wie im heutigen Staate. Wie aber der Staat heute schon in der Schiveiz ganz anders aus- . schäilt, als in Dtulschland, i» England anders als in Rußland,»in ivte viel anders ivird er anSschane», soweit das Gemclnwese» diesen Naiiien noch verdient, wenn es nicht mir keine Herricher von Gottes- und Bevorrechtete von Gebnrts-, solider» auch keine Ausbeuter von Kapitals Gnaden mehr geben ivird. Wenn Freund Steck unsere An- ficht nicht plansibel erscheint, sö mag er dagegen einweiidcn. was inimcr il»li beliebt, aber uns zu inipntiren, wir dächten a» eine Presse nach Art der heutigen Staatsmoniteurs— diesen billigen Kunstgriff hätte er sich sparen käiine». Jedeitsalls ersieht er ans den vorstehenden Darltgimgen, die nnr Wicverholniigcii sind von Aiisemanderietzmigeii, die wir schon vor Jahren im„Sozialdemokrat" gemacht, daß es keineswegs nur die Sorge„lim Bebel's Hans" gewesen ist, wie er freundschaftlich nnler- stellt, die»ns beim Niederschreiben des vo» ihm befehdeten Artikels geleitet hat. Ist es zli viel verlangt, wenn wir an Freund Steck die Bitte richten, doch vo» dencil, die iu Parteisachen anderer Meinung sind, wie er, nicht ohne Weiteres voransznscyen, daß sie gesinmiiigslos ins Blaue hineinschrciben, mir um eines Freundes„Hans" zu retten? WenN ivir die Art, ivie eine Anzahl junger Leute, die von Partei- Aiigelcgciiheitcii noch blutwenig verstehe» und für die Partei auch»och gar nichts geleistet haben, über einen Mann von der Tüchtigkeit und den Verdienste» sines Bebel hergefallen sind und ihn wie einen her- gelaufenen diimmen Jungen nbgelanzelt haben, wenn wir die bodenlose An in aß»»ig eines Haiis Miiller nnd die fortgesetzten hämischen Per- dächtignngen in der„Sächsischen Sjrbeilerztg." schroff zurückgewieseli habelr, i so geschah das allerdings im. Interesse eines„Hauses", aber des Hauses, in dem ivir alle wohnen: unserer Partei. Wir ge- höre»»icht zu Denen, die es mit der größten Seelenruhe ansehen können, wie Leute, die ein ganzes Menschenaiter im Dienste unserer Sache gekänipst, m> t S ch Iii ntz beworfen werden, aber sofort tu die demokratischste Eiitriistiing geralhen, wen» den Schmutziverfern ge- sagt wird, daß ihr Benennen' das von Gassenbuben ist. Jeder ehrliche» Ueberzengnng ihr Recht, aber das wird man wohl noch von Leute», die sich Genossen»ennen, verlangen dürfen, daß sie den Ton ihrer Erörternngen so halten, daß überhaupt ein gemein- sames Arbeiten noch inögiich ist. Darum hat es sich in Dresden, Magdeburg mid Berlin gehandelt, und nicht etwa, ivie vo» interessirter Seite beharrlich vorgegeben wird, um die Niederhaltuug abweichender Mcinnngcn. lwd.»nn ein Wort über das„unrichtige und„undemokratische" Auf- treten Bebels. Es ist ja richtig nnd ein Erforderniß der Demokratie, daß der Mensch »m so weniger das Recht hat, �ich seiner Haut zu wehren, je mehr er gearbeitet nnd geleistet hat. Wenn Bebel, ans den ein so großer Tbeil der Thät gkeit für die Partei entfällt, der die Last fast der ganze» Ge- heilubnndsprozesfe Md nauientlich ides großen Elberselder Prozesses zu trage» chatte, der von fenenl Prozeß direkt i» die Wahlagitation, von dijsser zur Reichstags- nnd Landtagsthähigkeit»Nißte und nebenbei für seinen Unterhalt zu arbeite» hatte, iveun dieser Bebel schließlich darüber etivas nervös ailgegriffen ist, so gibt das ihm nicht den leisesten Anspruch ans irgend welche Rlicksichteli. Im Gegenlheil, er muß erst recht die Ehrenrührigsten Perdächl!g»ngen über sich ergehen lassen. Ein„guter Parteigenosse"— und die Leute von der„Sächsischen Arbeiterzeitniig" sind solche gute Parteigenosse»— stichelt dann grade, und Nummer für Nummer, mit solchen gegen ihn. Also, Bebel— wir gebe» es zu— vergaß sich. Er vergaß, daß ein Mann wie er das lllecht verivirkt hat, ein Mensch zu sein: er ivurde grob. Mehr noch: statt sich an das gute Beispiel seiner Angreifer zu fzalten uno.ollgemeüie Vecdächstgilngezi, nnbestimmle Andentnngea Zc. in die Welt zu schleudern, entblödete er sich nicht, die Angreifer direkt heraiisziifordern, von ihnen Beweise für ihre Behauptungen zu ver- langen. Das war ein geradezu schreiendes Unrecht, und Bebel wird sich hoffentlich die Verweise, die er für sein uuqiialifizirbarcs Verhalten erhalten hat, zur Lehre dienen lassen. Er wird in Zukunft die ehren- rührigsten Beschuldigungen ruhig ans sich»nd seine» Kollegen sitzen lassen. Nicht ivahr, so erfordert es die Demokratie, Genosse Steck? Wir haben wenigstens in Ihrem Blatt direkten nnd indirekten Tadel des Bebel'schen Verhaltens, aber noch nicht die leiseste Mißbilligung der völlig unbewiesenen V e r d ü ch t i- g n n g e» und der frivolen Lügen gefniiden, die von denen um und mit Dr. Wille in die Welt gesetzt worden sind. Sozialpolitislijc Nundslhau. London, 10. September 1890. — Der Kongreß der englischen(«cwcrkvcreiuc, der vorige Woche in Liverpool tagte, war nicht nur der b e st b c s n ch t e, den England je gesehen, er war auch zugleich der am weitesten vorgeschrittene. Wir glauben»icht zu viel zu sagen, wenn wir erklären, daß nach nnserer Ansicht dieser Kongreß»icht nur für die Arbeiterbewegung Englands, sondern für die Arbeiterbewcgling aller Länder das wichtig st e Ereigniß dieses Jahres bildet. Selbst die gewaltige Demonstration der deutschen Sozialdcinokraiic am 20. Februar d. I.. selbst die große Demonstration des Proletariats aller Länder am 1. Mai übertreffen seine Bedentung»ichtz. Mit diesem Kongreß tritt die organisirte Arbeiterschaft Englands wieder ans dem fehlerhaften Kreis Heraiis, in dem sie sich so lange Zeit bewegt hatte, und der sich in den Worten erschöpfte: Gute Geschäftszeit— Streik — Aufschwung der Löhne— Schlechte Geschäftszeit— Streik— Rnck- gang der Löhne. Sie hat in ihrer Mehrheit erkannt, daß die Befrei- ung der Arbeiter unmöglich d>ir6> den Kampf in einzelne» beruflich gc- treiinten Gruppen bewirkt werden kann, sondern es der gemeinsamen Aktion des klassciibeivnßten Proletariats bedarf und sie hat dieser Aktion den Weg eröffnet, indem sie ihr das Ziel amvies: Eroberung der politischen Macht und Benutznitg derselben für die sozialen Bedürfnisse der Arbeiterklasse. Denn das ist der Geist, in dem sie die Forderung des g e s c tz l i ch e Ii A ch t st n n d e n t n g e s zum Beschluß erHobe» hat. Mit 193 gegen 133 Stiiiiiilen ist dieser Beschluß nach vorherge- gangencr heftiger Redeschlacht am vorigen Donnerstag aiigciiommen worden. Verzweifelt haben sich die Anhänger der alte» Geweckvcreins- Politik gegen diese» Bruch mit der bisherigen Tradition gewehrt, alle Waffen, über die sie ueringten, gegen ih» in's Feld geführt— es half ihue» alles nichts— der neue Geist, den sie im Vorjahre»och spielend abgewiesen— war zu mächtig. Sie glaubten, sciiic» Sieg verhindern zu können, indem sie einen Permittlniigsaiitrag hintertrieben, der schritt- weises Vorgehen»ach Gemrrkcn, die die Fordernng anerkannt, empfahl, und sie bcwirltcn mir, daß ihre Niederlage noch größer wurde. Seien ivir nicht nngerecht. Es gibt Vornrthcile, die ihren Bekenner« mehr zur Ehre als zum Vorwurf gereichen. Ein solches ist auch der Gedankc, daß es eines freien Manncs unwürdig sei, den Schutz der Gejetzgebiing für die Verkiirznng der Arbeitszeit iu Anspruch z» nehmen. Aber es ist dcshalb'doch Vornrtheil. Denn die wirthichaftlichen Juter- cssenkänipfe werden durch Faktoren entschiede», die außerhalb der Kon- trole der Einzelnen liegen. Sie mache» den Mnthigen abhängig vom Feigen, de» Charakterfestesteu vom Charakterlosen, den freien'Mann vorn Sklaven. Der gesetzliche Arbelterschiitz ist nur eine Weiterbildung des Gesetzes, das die Sklaverei verbietet, das dein Einzelnen ver- bietet, sich als Sklaven zu verkaufe». In einer Gesellschaft von Freien, wie sie die Menschheit ans einer Stufe der Barbarei gekannt, und wie sie sie ans jener Stufe der sozialen Vervollkomirnimig, die wir erstreben, wieder kcmieil wird, hat ein solches Gesetz keiiien Sin», weil es etivas Uiideilkbares vorsieht, heilte, in unserer Gesellschaft des Kapitalismus und der Lohiikncchlschnst, jst es nur zn berechtigt. Gleichsam als ein Shmvol der Revolution in der eiiglische» Trade- Unionbeivegiiiig ist der Wechsel in der Person des Sekretärs im Par- lamciitarischeil Komite zn betrachten. Der alte Broadhnrst ist zurück- getreten und an seine Stelle der Bergarbeiter-Abgeordnete Fe» w ick getreten, einer der Führer der großen Bergarbeiter- Föderation, die den gesetzliche» Achlstnndcntag ans ihre Fahne geschrieben. Es mangelt mis der Ramn, ans die Eiuzelnheiten der Kongrcßver- Handlmigen cinzngehcii- Wir überlqssen dies der Tagcspressc. In dem obigen Beschluß haben wir diejenige Thatsache aiigegeben, die ihm seine höhere Bedentmiz vor allen früheren verleiht. Es ist ein g r o ß e s I a h r für die Geschichte des Proletariats, das Jahr 1890. Im erste» Quartal brachte es den Riesenwahl- erfolg der deutsche» Sozialdemokratie, im zweiten die i in p o s a ii t e» M a i d nu o n st r a t i o» e n, im dritte» die bedeutsame Vormärtsbewegling des bisher konser- vativsten Ar heiter Heeres der z i v i t i s i r t e» Welt. Hoffen wir, daß sich das vierte Quartal seiner Vorgänger würdig eriveist., 457 Delegirte waren in Lkvcrpool anwesend mit 1,427,000 organi- sirten Arbeitern hinter sich. Fast die gleiche Zahl wie die Wähler, die an, 20. Februar in Deutschland für die Fordermtgen der Sozial- demokratie ihre Stimme abgaben. Es ist ein großes Jahr! — Aus Deutschland wird uns geschrieben: Das rasche nnd gründliche Ende der„P.arteispal- t U n g" ist für iuisere Gegner ein iiniosbares Rälhsel, weil sie sich von derselben ganz falsche Vorstellnuge» gemacht hatten, und von dem We- sen iiiiierer Partei keine Ahnung haben. Soweit sie überhaupt eine Vorstestniig hatte»— und nicht blind darauf loslogen— ersthien ihnen die Opposition als die hcranflürmende„Jngcnd", die das bedächiige „Alter" über den Hanfep rennen, und der Fraktion gegenüber nngcfähr die näuiüche Rollo spielen wollte, � wie weiland in der französischen Re- volntion die Jakobiner gegenüber de» Girondisten.� Daß das Gleichnis;»ach jeder Richtmig hin mizntreffeiid war nnd daß der Kampf der Sozialdemokratie gegen die bürgerliche Gesellschaft sich unter ganz anderen Bediugungcu vollzieht»nd folglich auch ganz andere Formen amiehmen � nmß als der Komps des Bürgerthums gegen die Reste des Feudalismus, das.waren böhmische Dörfer für diese schadensrohen Ängmeier. Sie hedaelueu nicht, daß die Grunde, ivelche die Spal- tungen innerhalb der siegreichen französischen NevoUltionsparteien herbeisnhrleu. nicht möglich geivesen wären, wenn die Bomgeoisie sich noch in der O p p o i i t i o» nnd Minorität befnnden hätte. Unter ähnlichen Verhältiiissen würden vielleicht auch bei uns ähnliche Partei- spaltungen vortoimnen. Würde der heutige Klasienstaat durch irgend eine Katastrophe, ähnlich wie weiland die französische Gottes-Guaden- Monarchie bot Bourbonen, zu Boden geschmettert, und würde die Ar- beitsrklasse, Khniich wie vor 100 Jahren die französische Bourgeoisie, dazu berufen, den sozialistischen Staat auf und aus den Trümmern des Klassrnstaats(i stf zurichten, so ist es durchaus nicht nnwahrschein- lich, daß über das Wie? ernstliche Meinungsverschiedenheiten entstehen, und dag das, was seht von der„schärferen" und„milderen Tonart" phantasirt wird, sich verwirklicheil könnte. Freilich auch dann nicht in dem Maaße und Uuifaug, wie bei dem kämpfenden Bürgerthnm der frauzöfischen Nevolution. Denn das Bürgerthum war damals über sein eigenes Wesen noch nicht ganz im Klaren und noch nicht vollstän- big"zur scharf abgegrenzten Klasse entwickelt— es bestand aus ver- schiedcnep Abstufungen und Interessengruppen, die mit einander in in Konflikt geralhen mußten, sobald die Verschiedenheit der Interessen zum ÄMrnck iam,— wohingegen das moderne Proletariat, welches die, Armee der Sozialdeiuokratic bildet, eine scharf abgegränzte Klasse mit klaren! lilassenbelvnßtsein und folglich mit klarer Zielbewugtheit ist, und ein bestimmtes Programm hat, dessen Verwirklichung von jedem SvMdemokraten angestrebt wird. Im Gegensatz zu der französischen Bourgeoisie von 1789, welche sich über sich sclbstJllusionen machte und die(Stkenntnkß der thatsächlichen Verhältnisse durch utopistischc Phanta- litil trübte, weist das Proletariat, soweit es überhaupt in Vewegnng steht und gerechnet werden kann, genau, was es will— weiß, daß es die besitzenden Massen aller Spielarten zu Feinden hat— weiß, daß die kapitalistische Produktion umgestaltet und durch die sozialistische Gemein- Produktion ersetzt werden muß— nnd weiß, daß es zu diesem Zwecke sich, d. h. das arbeitende Volk, zusammengefaßt in dcni Staat oder der organisirten Gesellschaft, in den Besitz sänimtlicher Arbeitsmittel setzen, und der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, und da- mit der Unterdrückung und Knechtschaft in jeder Weise vorbeugen muß. Darüber herrscht.Einheit nnd Einstimmigkeit. Eine Meinnugsverschie- dcnheit koniite nur i» Bezug ans die Mittel zur möglichst raschen und gründlichen Erreichung des Zweckes entstehen; allein gerade lueil in Bezug auf das Ziel allgcmcinc Uebcrcinstiuimnng herrscht, würden diese MeirningSdifferenzen niemals annähernd die Leidrnschastllchkeit und Stärke erlangen können, wie die Meinungsverschiedenheiten im Schooße der revolutionären Bonrgeoiste Frankreichs, bei der die Meinungsver- schicdcnheiten nicht bloß Fragen der Taktik, sondern auch I n t e r- esse n fragen betrafen, welche die verschiedenen Gruppen des Bürger- thnms trennten. Genug— die ganze Unwiffenheit unserer Feinde gehörte dazu, um an ernstliche Differenzen im Schooße der deutschen Sozialdemokratie und an die Möglichkeit von Spaltungen zu glauben. Thatsächlich war der ganze Lärm ein blinder Lärm— much ado about nothing— viel Geschrei nnd wenig Wolle, oder gar keine. Nur der Lärm war groß. Dank den gewaltigen Reklametrommeln nnd stleklaiiictrompeten, mit denen die Zeituugen unserer Feinde einen höllischen Spektakel machten. Tie„Opposition" hatte ausgespielt, sobald sie vor die fatale Roth- wendigkeit gestellt ward, zu sagen, was sie wollte. Man erinnert sich des geheinuiißvollen Tischgastes, von dem DIs- r a e l i oder Jemand anders erzählt. Durch geheimnißvolle Andeutmi- gen g.h.imnißvollcr Thatcu, die er verrichten werde, hatte der geheim- inßvolle Manu sich in den Ruf gebracht, ein wunderbares Genie zu fei»; inid staunend, erwartungsvoll betrachteten th» die übrigen Gäste, hoffend, daß er endlich sein großes GeHeinmiß verrathen werde. Gedankenvoll warf er die Blicke um sich, aß dabei wie ein Drescher— alle Augen hingen an ihm. Wird er reden? Was wird er reden? Endlich bewegt er die Lippen— er will reden! Die Spannung ist auf's pochste gestiegen, lind— wahrhastig, er redet, nnd über de» Zaun der Zähne stiegt das geflügelte Wort:„Senfgnrkcii esse ich lieber als Salzgurken." Sprach's und schloß wieder den Zaitn der Zähne. Das große Gehennuiß war heraus; der große Unbekannte aß lieber Smfgnrlen, als Salzgurken. Das Salz, namentlich das attische, war nicht nach seinem Geschmack. Genau so ist es mit der„Opposition" ergangen; sie behauptet, die Senfgnrke.n seien besser als die Salzgurken. Das war ihr großes Gc- heimniß. Und ob dieser Enthüllimg ist die Ncklamcpresse unserer Feinde so verdutzt, daß sie es vergessen hat, die Reklametrommeln zu rühren nnd die Neklamctronwcteil zu blasen. Doch Scherz bei Seite. So„ganz ohne" war der Streit zwischen den„Alten" und„Jlingen" doch nicht. Nur war es kein Streit um die Wille-Napolconischc Heerdeiitheorie, und auch nicht ein Sturmlaiif junger Genies nnd verkannter Giganten gegen die alt gewordeiien Götter des Fraktionsolymps— es war— nnd i st noch zum Theil— etwas, das mit jenen abgcthanen Geschichten gar nichts zu thmi hat. Wir meinen eine gewisse— und wir wollen, um kein Mißverständniß ailskoiiiu'.en zu lassen, gleich hiiizlisügeit: durchaus nicht unberechtigte Eifersüchtelei zwischen der jungen und der alten Garde der Sozialdeuiokratte. Tie junge Garde, welche» a ch Erlaß des Sozialisten- gesctzes, als so manche der alten Garde die Flinte ins Kor» geworfen hatte, innthvoll in die Breschejrat, und während der zwölf Jahre des Schandgesetzes die Fahne der Sozialdemokratie hoch hielt und den Fein- den stolz Niid trotzig die Stirn bot, sieht es hier lind da mit Uninnth, daß jetzt alte Genossen, die 12 Jahre lang durch Abwesenheit glänzten, sich wieder hervorwageit—»ud die Jmiaeli fürchten,»lan wolle sie Nun als Mohren, die ihre Schuldigkeit gcthan, am 1. Oktober bei Seite schiebe»! Dieses Moment, Über das ich mich heilte aus verschiedenen Grün- den nicht länger auslassen will, hat hier und da— n i ch t Überall, und nicht einmal an vielen Orten, zu kleinen Verstimmungen geführt, die jedoch nirgends einen, die Einigkeit der Partei auch nur entfernt bc- drohenden Charakter angenoiiinien haben. Das Gerechtigkeitsgefühl, das unseren Genossen inneivohiit, wird die leichten Wölkchen, die so auf- gestiegen sind, rasch wieder zerstreuen; lind den Genossen, die sich so trefflich nliter dein Sozialistengesetz bewährt haben, wird sicher auch»ach dem l. Oktober das Vertraue» erhalten bleiben, welches sie in so hohem Grade verdient.— Was für sonderbare Heilige sich an ulisere Partei angedrängt haben, erhellt aus dein Umstand, daß es von gewisser Seite angeregt worden, 10 Jeuilreton. Aus dem Tagebuch eines politischenZnchthänslers. Die ZuchthauSarbeit.(Schluß.) Das„jahrelang Ernährtwerden" hat einen Haken. Daß sie ernährt werden, wollen die verstockten Sträflinge nicht Wort haben. Umgekehrt sagen sie, sie ernähren dem Staat eine Anzahl Beamte, und trotzdem sie ehrtos sind, genießen sie als Züchtlinge die Ehre, Millionäre züchten zii�dürfe». Daß das Zuchthaus dem Staate noch keine Ueberschlljse abwirft, noch nicht„rentabel" ist, kommt weniger daher, weil die die Unternehmer zu wenig für die Sträflingsorbeit bezahlen— die Anstalt bekommt für die Sträflinge 60, 70 auch 80 Pf. pro Arbeits- tag, dagegen belaufen sich die Unterhaltlingskosten eines Slräflings auf kaum 90 Pf. täglich— als daher, daß eine Anzahl überflüssiger Be- amten herumlungern, und weil trotz der ziinchnleiiden Zentralisation immer neue Beamtenstcllen geschaffen und besetzt werden. Die Tendenz der privatkapitalistischen Produktionsweise, die für die Arbeiter ist: Bei steigender Produktivität sinken die Löhne, ist auch die Tendenz für die Sträflinge. Auch die Anstalt verfährt nach der Maxime: Erhöhung des Tagespensums, um den Miethprcis der Straf- lingc erhöhen zu können, und Verringerung der Unterhaltungskosten. Zu Ansang meiner Strafzeit bekam die Anstalt vom Tagespensnin eines Striimpfstrickers 60 Pf., der Sträfling hatte 6 Paar Frauen- strümpfe oder Vj* Paar Herrensocken zu verfertigen. Es währte nicht lange, da ließ sich der Direktor von den Fabritanten pro Mann und Tagespensnin 75 Pf. bezahlen und die Leistuiig wurde erhöht, bei den Socken ans 10'/» und bei den Strümpfe» auf 9 Paar, also um'/». Viele Stricker brachten infolgedeffen ihr Pensum nicht mehr fertig und bekamen keine Prämien. Dieser Tendenz analog ist die Aiistaltskost. Erbsen, Bohnen, Linsen ii»d Granpen, alles roh zugerichtet»»d mit Kartoffeln gekocht, das ist der jährliche Speisezettel. Eine Ausnahme macht der Herbst. Die Anstalt betreibt nämlich auf den Höfen eine ausgedehnte Oekonomie; mehrere Sorten Gemüse und Rüben werden gezogen und die Felder mit den Exkrementen der Sträflinge gedüngt. Und das gibt wirtlich fetten Kohl und außergewöhnlich große Rüben. auf dem Partei-Kongreß einen Antrag zu stellen, der dahin gehen soll, das G e h e i m n i ß d e r ,E i s e r n e n M a s k c" zu lüften. DaS Merkwürdigste ist: Leute, die ernst genoiimien sein wollen, haben sich mit dem Plan einverstailden erklärt.�) Wie wenig das Gros der Partei selbst in Berlin von den haß- lichen Streitigkeiten des vorigen Monats berührt wurde, wird am besten durch die Thatsache festgestellt, daß in einer großen Versamm- lu»g von Wählern des VI. Wahlkreises am 8. d. Mts. nach einem Vortrag Liebknecht's ein einstimmiges Votum prinzipiellen Ein- Verständnisses mit dem Organisattonsentwnrf gefaßt wurde. Seit die Gehässigkeiten verschwuiiden nnd die Hetzer zur N»he gebracht sind, wundert sich Jeder, daß der Entwurf überhaupt zu yestigen Debatten hat Anlaß geben können. Wer Bssercs vorichlagen laiin, mag es thwi. Das ist Jedermanns Recht und Pflicht. Wozu.aber um so Seibstver- ständliches in leidenschaftliche Erregung geralhen? N a t ü r 1 i ch war das nicht und schließlich auch keine Hexerei, wenn schon ein kleiner Hexensabbath.— Ob sich zu den E i n z u g s f c st e n, die am 1. Oktober den heimkehrenden Ausgewiesenen gewidmet werd Kilogramm dieses selben Mehles 85 Pfennig koste»!... Nun sind wir aber leider von Oesterreich durch den Przemsa-Fliiß getrennt, und die nächste Brücke über denselben ist außer der eine Blertelstiiiide hinter dem Meile von hier belegenen Dorfe Brzezinka nur die etwa zwanzig Mliiiitcn von der Stadt Mys- lowitz belegene bohe Eisenbahnbrücke der Kaiser Ferdinands-Rordbahn für die Stecke Myslowitz-Sczakowa-Trzebinia. Dieselbe ist bisher Jahre lang unbeanstandet auch als Fußweg benntzt ivorden, nnd die Steuer- behörde selbst hatte dies anerkaniit, indem sie diesen Uebergang als er- lmibten Nebenweg behandelte... Run hat aber plötzlich vor einige» Tagen die Direktion in Krakau den strengen Befehl erlassen, die P r z e in s a- B r ü ck e bei Jensior für das P n b l i k» in z» s p e r- r e n, auch dem armen Teufel von Bahnwärter, der an derselben wohnt, ausgegeben, den durch den starken Verkehr beschädigten Bahndamm ans seine Kosten wiederherstellen zu lasse». Der Bahnwärter würde wohl kaum im Stande sein, den unaufhörlich fluthenden Berkehr zurück z» halten, wenn er nicht durch österreichische„Finanziers" wie durch preußische Zollbeamte fortwährend darin u n t e t]= st ii tz t würde. Und nun geht Alles unten durch die Przemsa h i n d n r ch. Man sieht 8 bis 10jährige Kinder, denen das Wasser dabei inindesteiis bis ans Kinn geht, das kostbare Mehl oben ans dem Kopfe tragend, d u r ch d e n Fluß waten... Natürlich verhindern die Grenzbeamten nach Möglichkeit das Turchschreite» des Flusses; aber ehe die Leute den stiindenlangeii Umweg über Brzeziiika mache», warten sie hier Stunden lang, um schließlich doch die Wachsam- keit der Beamten zu täuschen oder zu ermüden. Wie das B r o d aus O e st e r r e i ch, so wird das Fleisch ans Rußland geholt, da ja der deutsche Großgrundbesitz in den letzten Jahren viel Besseres nnd Lohnenderes zn thnn hatte, als dem Bedarf des Inlandes an ans- reichendem Schtachtvieh in verständiger, aber mühsamer Weise eiitgegen zu koiiimen. Allerdings darf das Fleisch nur in gekochtem oder ge- *) Dem Manne oder den Männern kann geholfen werden. Red. d.„Soz.-Dem." Die Sträflinge warten sehnsüchtig, bis die Früchte herangereift sind und sie„ihren vorjährigen Dr.. zn fressen bekommen". Man hört sehr oft prahlen, in dein Zuchthmise werde dem Sträfling ein Handwerk gelehrt, welches er später draiißen ausüben könne, und so ihm sein Fortkoinmen erleichtert. Grundfalsch. Wie jeder Privat- Unternehmer, läßt sich auch die Anstalt durch geiiieiiie Ansbentiiiigs- mid Profi tsvcht leiten; die Rücksichten auf das fernere Fortkoiiimeii der Sträflinge nillssen, wo erstere in Frage kommen, zurückstehen. Die 80 Sträflinge z. B., die in Halle mit der Striimpfstrickerci beschäftigt sind, können diese Arbeit in der Freiheit nicht bekominen, weil draußen dazu ausschließlich Frauen und Mädchen verwendet werden. Dieses trifft bei andern Fabrikationen auch zu, überhaupt sind die Gewerbe, welche in der Anstalt hervorragend vertreten sind, so auf dem Hund, daß sie ihren Mann in der Freiheit auch nicht halbwegs ernähren. Und gerade die Zuchthansarbeit hat nicht wenig dazu beigetragen, sie dahin zu bringen. Gewerbe aber, die noch lohnend sind, werden den Sträflingen nicht genügend gelehrt, denn die Theilarbeit ist in der Anstalt in hohem Grade durchgesührt. Ende. Das erste Jahr meiner Strafzeit verlief, wie man gesehen, theilweise recht stürmisch und aufregend, aber ich entwickelte mich dabei zu einem zünftigen Züchtliug. Ohne mich dessen rühmen zu wolle», kann ich mir das Zenginß ausstellen, daß ich es im Laufe des zweiten Jahres zu einem Miistersträfliiig brachte. Ich kann dafür die größte Autorität ans diesem Gebiete als Zeugen aufriifen, nämlich den Direktor selbst. Kam er bei seinen wöchentlichen Niiiidgängeii durch die Anstalt in meine Zelle, so war immer seine erste Rede: „Wunderlich, Du bist sehr fleißig, hältst auch Deine Kleider und Deine Zelle in Ordnung; wenn Du nur die verrückten Ideen nicht im Kopfe hättest!" Ja, die Ideen! Wenn das Zuchthaus die ausrotten könnte, dann wäre ja Alles auf's Beste besorgt. Die Diszipliiiarstrasen, die ich niir während des zweiten Jahres zu- zog, waren wenig nnd unbedeutend. Zweimal bin ich wegen Sprechen gemeldet worden und bekam 5, beziv. 3 Nächte Arrest, und 1 Tag Pöckeltem Zustande herübergebracht werden, nnd zwar nur 2 Kilogramm von einem Einz-liieii. Aber da das etwa vier Fiinftel des preußischen Pfundes beirngettde polnische Pfund Fleisch drüben diirchschmttüch nur 30 Pfennig kostet, so kann man sich nicht wiindern, wenn die Bevölkerung, und zwar nicht nur die ärmere, in ganzen Schaaren von dieser Erlaub- niß Gebrauch macht." Ein herrliches Bild, nicht wahr? Und Alles im Interesse der noth- leidenden— Laudjuicker. — Einer der Hanptvertreter der journalistische» Dcmimonde, welche die Acra Bismarck zwar nickt geschaffen, aber bis zu einer in Deutschlaiid vorher unerhörten„Vollkonimeiiheit" entwickelt hat, war oder, ist Herr, P a u l L i.ll d a u, Theaterdichter, Kritiker, Nomanschrift- steiler, Redakteur— kurz, alles, was inaii von einem„Manne der Feder" nur verlangen kann. Seine schriftstellerische Nontine gestattet ihm, in allen TonSrßcn nnd in alle» Artikeln seines„Geschäfts" sich zu bethrfttgen. Heut, in der Aera drS'tiittiirknmpfeiid-ii Liberaltsimis, ist er witzelnder Zyniker, mötgen, in der Aera der Erhaltimg der Rc- ligion, moralifirender Sitteiischildercr. Heut schreibt er Äesellichafts- komödien— moigen �sozial« Roman«", wie es gerade die Mao- ver- langt. Dieses Anpassungsvermögen ist überhaupt sein stehendes Kapital — sonst besitzt er nichts, absolut nichts. Alles an ihm ist erborgt nnd erlogen. Erborgt die„Ideen" seiner Komödien, erborgt sein Witz— oder sagen wir ljeber seiup-Späße—. erborgt die Gnmdgedmikeii seiner Romane. Er ist geschickt genug, um Nicht gerade heraus als bloßer Abschreiber izn figurtcen obgleich er auch dabei schon ertappt ist— er versteht das Gesthast, und schreibt oder dichtet„um". So hat er aus franzönschen Stoffen deutsche Dramcil ziigeschnilten, die man bei- nahe für Originale hälien konnte, so geschmacklos waren sie. Das Borgen, bezw. Stehlen ist seine zweite Natlir, so daß er selbst von sich borgt— ein fader Wortwitz; den er eiumal im Briefkasten eines der von ihm gearngd.cten Blqtter gerissen, wurde in eincin Theaterstück beinahe ziim Mutet jniilft der Handlung. Aber lassen wir den Schrift- steller, n»d nchincii wir den Menschen. Als solcher hat Herr Lindau die korruptesten Gestalten des französt- scheu Bas-Empire noch überboten. In den siebziger Jahren begnügte er sich damit, dlos der politische Spaßmacher des„gebildeten" Bürger- thnnis zu sein, denn damals zahlte sich das. Ende der siebziger Jahre sing aber das Geschäft an, schlechter zu gehen, auch wurde die Kon- knrrenz imbeqliem, neue Spaßmacher käme» in Mode, die zwar auch nicht viel taugte», deren Späße aber etwas weniger abgestanden und fade waren, als die des Herrn Lindan. und so sucht und findet Herr Lindau ein neues Mittel, sich seine„Position" zn sichern— er attachirt sich an die Familie Bismarck. Zn welch niedrigen„Liebesdiensten" er sich dafür hergab, der„Freund" eines Bill Bismarck sein zn dürfen, wie er diesen hoffnungsvollen Staatsmann in den Budapestcr Bordells hernmslchrte zc. zc., sei hier nur beiläufig erwähnt. Genug, die Sache glückte, er wurde persona grata bei der Bismarck-Dyiiastie, lind damit der Mittelpunkt des literarischen Sttederchums. Leider reichte der Einfluß der Bismarck« nicht soweit, Herrki Lindaus höchsten Wunsch zu erfüllen, nämlich ihn zmu Intendanten der töniglicheiiTbeater In Berlin machen; die Hoheiizollern'scheii Begriffe von Hoffähigkeit ließen das nicht zu. Welche Machtstellung sich aber Herr Paul Lindan in dieser ganzen Zeit allmählich zu erschwindeln, wie er die Fäden der literarischen Verbindungen in seinen Hände» zu kouzcnkriren gewußt hat, so daß er noch sescstaud, als sestie Beschützer schon ins Privatleben eutlaffen wor- den waren, das ist erst neulich zur Kernuniß des weiteren Publikums gebracht worden. Der Berliner„Volkszeitg." gebührt das Verdienst, diese Blase ans- gestellt, Herr» Lindau in seinem ivahren Licht, d. h. als ehrlosen Schuft, und diesen Schuft als Beherrscher der großen Bühnen Deutschlands bloßgestellt zii haben. Sie that das, indem sie sich der Sache einer Dame, einer Schauspielerin, annahiii, die sich de» Haß des Herrn Lindau zugezogen hatte und der derselben deshalb sowohl die theatralische, wie die literarische Lansbah» iiiimöglich zu machen suchte. Die Aktenstücke, die die„Volksztg." in dieser Sache bisher veröffent- licht hat, sind von überzeugender Beweiskraft. Sie beweisen, daß Herr Lindau sich seiner Herrschaft über Presse und Theater so sicher wußte, daß er sich herailsnahin, der Dame den Befehl zugehen zn lassen, b i n n e ii spätestens 48 Stunden Berlin zu verlassen, widrigenfalls sie sich den größten künstlerischen Kränku»- gen ansjetze und sicher sein dürfe, an keiner der größeren Bühnen Deutschlands A» st e l l u n g zu finden. Das einer Dame, von der feststeht, daß Herr Lindau sich noch kurz vorher seine dramatischen Gutachten hatte anfertigen lassen. Anfangs versuchten Herr Lindan und seine Mitschuldigen, die Sache todtznschweige», bezw. sie als bloße Sciisationsmache mit einigen weg- werfetiden Nedrnsarlcn abzuthUN. Aber sie hatten die Nechnuiig ohne den Wirth gemacht. Die„Volksztg." bezw. Herr Mehring, ließen nicht locker, bis ein Blatt nach dem andern sein Schweigen gebrochen, bezw. in seiner Art Farbe bekannt hat. Desgleiche» hat Herr Mehring sich auch nicht ans's Glatteis locken lassen— die Sache im Verein der Berliner „Presse" der Gefahr des Vertuscht- oder gar Begrabenwerdens anszu- setzen. Ei» Herr Konrad Alberti, den auch wir schon zu kennzeichne» Gelegenheit hatten, hatte nämlich im besagte» Verein den Antrag ge- stellt, Herrn Paul Linda» auf Grund der Enthülllingen der„Volksztg." auszustoßen. Diese aber hat den Burschen, der, von der Dreistigkeit des Auftretens abgesehen, literatisch nur ein Diniinntiv-Linda» z» sein scheint, ganz gehörig abfahren lassen und erklärt, sie, bezw. Fräulein von Schabelsky stünden HcrrnLiiidau vor den ordeiitlicheil Gerichten des Landes zur Verfügung. Wie richtig das war, geht daraus hervor, daß der Vorstand des „Vereins der Berliner Presse" vor einigen Tagen— nicht etwa die bedingte, sonder» die unbedingte Absolution ertheilt hat. Das war, auch wenn Fräulein von Schabelsky das Forum dieses Ver- eins zurückwies, schon auf Grund des veröffenttiänen Brieses»niiiög- lich. D. h. uiniiöglich für Leute, denen die Presse etwas mehr ist als die„tüchtige Kuh, die sie mit Butter versorgt". Dunkelarrest hatte ich abzusitzen, weil bei einer Revision ein Bleistift in meiner Zelle gefiliide» wurde. Außer diese» Strafen mußte ich noch einen Verweis von dem Oberausseher über mich ergehen lassen auf dem Oekonomiehof und in Gegenwart einer Kolonne Sträflinge, und zwar — bedeutsam genug für meine Oiialifiziriing als Sträfling— wegen Uebereiser in der Ausführung eines Befehles. Das kam so. Werden Sträflinge in Gruppen oder einer allein Über die Höfe ge- führt, oder befinden sich solche in der Freistunde, und es begegnet ihnen ein Oberbeamter, so haben die Sträflinge diesem ihre Referenz zu er- weisen, der Aufseher koiiimaiidirt:„Mütze ab!" Run winken die be- treffenden Oberbeamten gewöhnlich sofort dem Aufseher zu, das Honncur zu beenden, und gleich darauf folgt:„Mütze ans!" Nur der neue Oberaufsehcr machte hiervon eine Aiisnahme. Er ließ uns im Winter in der grimmigsten Kälte mimiteiilang mit dem bloßen Kopf stehen, ehe er dem Aufseher Gegenbefehl ertheilt«. An einem solchen Tage war's, daß ich, als das langg-dehnte„Mütze auf" anhub. schon bei„Mü.." die Mütze aufsetzte. Das verdroß den Oberansseher, der es bemerkte, und er kanzelte mich wegen begangener Ehnnrchtsvcrlemmg nach Roten ab. Wocker hat mich nach dem AnStrag unseres Zwistes in Ruhe ge- lassen, meine Briefe schickte er mir in die Zelle. Nur einmal noch streckte er sein Fühlhorn aus; der Kaplan Peter kam, ungefähr ein viertel Jahr vor meiner Entlassung, zu mir. Seiner Anfrage:„Nun, Wunderlich, wie geht's?" setzte ich entgegen: „Gut. Meine Lage läßt unter den obwaltenden Umständen nichts zu wünschen übrig." „Gut?" sagte er erstaunt,„das hört man hier selten." Meine nnvermiithete Antwort hatte ihn offenbar überrascht. Sie brachte ihn aus dem Text. Die Anstaltsgeistlichcn sind gewohnt, Klagen zu hören, die ihnen dann Gelegenheit geben, ihren Trost anzu- bringen; den Klagen wirklich abzuhelfen, daran denken sie nicht. Die Pfaffen brauchen die Unzufriedenen und Unglücklichen mehr, als die Sozialisten. Mit zufriedenen Menschen wissen sie nichts anzufangen. Langsam rückte die Zeit der Entlassung heran. t4 Tage vor dem Abgang wurden mir noch einmal die Haare geichmiten; ich hatte dagegen protestirt, aber vergeblich. Der Aufseher bestimmte:„Dir wer- den die Haare geschnitten, Du kannst Dich aber hernach beim Herr» Direktor beschweren, sofern Du Lust hast." p.'—- Reklame in der Literatur. Unter diesem Titel brachte die Berliner„Volksztg." in ihrem Henillcton jüngst einen Artikel, dessen einleitende Sätze folgendermaven lanteten: „In der Niimmer 26 der Zeitschrift„Freie Bühne für modernes Leben" lesen wir die Mitcheilung. das; Hermanu Bahr und sieben Ne- nassen erklärt haben, sie hätten ihre Nerbittdnng mit der Wochenschrift '„Freie Bühne" abgebrochen nnd könnten dies Blatt nicht mehr als Organ ihrer Auschannngen anerkennen. Die Redaktion der„Freien Bühne" begleitet diesen Absagebrief mit einigen Randglossen, in welchen sie unier andern„in aller Kürze erklärt, daß Herr Hermann Bahr an dieser Zeitschrift nicht mehr mitarv'cite» wird", und erzählt, daß einige Geister, denen sie die Fähigkeit zutraute, die zweite Geige zu spielen, die Priuie beansprucht hätten. Dieselbe Zeitschrift hatte noch vor wenigen Wochen mit detii Abdruck eines Roinancs von Hermann Bahr �»Die gute Schule" begonnen und hatte in einer Ankündigung desselben, welcher es an Ueberschivenglichkeiten der Lobeserhebungen nicht fehlte, den Glauben an das hervorragende Talent des Verfassers jener„seeli- scheu Zustände"(mit diesem geistreichen„Untertitel" war der Roman versehend, in alle Winde zu verbreiten gesucht. Ter ganze Zwist.... � rann uns an sich ganz gleichgültig sein. Man überschätzt diese ganze i literarische Veweguug nngchencr,.ivenn man die„Werke" dieser � modernsten„Dichter" ernsthaft nimmt. Da niast aber auch von ihnen � lernen kann, so möchten wir, aiikuüpfend an die oben mikgetheiltc, an sich, wie gesagt, völlig belanglose Thatsache eine ErscheinNNg näher in's Auge fassen, die sich in der Literatur nnd namentlich in der literarischen Kritik unserer Tage schon seit Jahren, fast könnte man sagen, seit Jahr- zehnten bemerkbar macht. „Die Zahl der Dichter und Schriftsteller des jüngsten Deutschland ist, öcrglichen mit derjenigen der heute lebenden und noch wirkenden ' Dichter und Schriftsteller männlicksen und weiblichen Geschlechts über- Haupt, eine sehr kleine; noch viel kleiner unter ihnen ist die Zahl der wirklich auch nur annähernd crwähncnswcrthcir Talente, nnd doch füh- rcn sie nicht nur, wo sie unter sich sind, sondern in der deutschen Presse Überhaupt das große Wort uild machen so viel von sich reden, daß selbst die ernsthasleste Zeitschrift oder ZcitnNg nicht umhin kann, sich gelegentlich mit ihnen zu beschäftigen und sie zu licnncn. Läßt man sich einmal dazu verleilen, ei» Puch eine? dieser modernen Stürmer und Dränger zu lesen. so ärgert man sich während der Lektüre über das geschmacklose, triviale, inhaltslose und langweilige Zeug nnd fragt sich am Schlüsse— wofern man es fertig gebracht hat, solch ein neben-- her auch noch stilistisch schlecht geschriebenes Buch wirklich bis zum Schlüsse zu lesen— erstaunt, wie es möglicf, sei, daß der Name des Verfassers eines solchen Machwerks als der eines angeblich sehr talentvollen Schriftstellers heutzutage fast in aller Mnnde ist. Die Sache erscheint verwunderlich, und doch ist der Hergang ebeisso klar wie ein- farl,. Als in den ersten achtziger Jahren das einst mit Recht hoch- angesehene„Magazin für die Literatur des In- nnd Auslandes" von Herrn Blcibtrcn herausgegeben wurde, waren die Hanptmitarbeiter des Blattes neben dem Heransgsbcr Max Kretzcr und üronrgd Alberti, nnd alle drei schrieben fleißig Romane, Novellen und Dramen. Da besprach nun in dem Blatte Herr Bleibtren einen Roiucni von Max Kretzer nnd dann wieder Btax Kretzer ein Drama von Bleibtreu, Konrad Alberti eine» Roman von Max Krctzcr und Max Krctzer eine Somm- lnng von Erzählungen Konrad Alberlis und so immer vice versa mit Grazie in infinitum. In diesen„kritischen Besprechungen" bildeten Ausdrücke wie„grpßartiges Talent",„säiarfe und sichere Charakter- reichnnng",„emincnte Erfindungsgabe" u. s. w. entweder die geringsten Nbescrhebnngen oder sie kehrten In gekchmackvoller Abwechslung alle zwei bis drei Zeilen der meist spaltenlangen Abhandlungen iviedcr. An die Stelle cmcr ernsthaften Kritik war eine reklantenhafte Anprei- jung getreten. Wie Brandt'? Schweiztrpillen nnd Hoff'sches Malz- extrakt wurden die Romane nnd Novellen des jüngsten Deutschland dem Publiknm innncr wieder und wieder angepriesen; den nnctschüttcrlichcn Glanben an ihr eigenes Talent hatten die„Dichter und Schriftsteller" neuester Schule, und durch stete Wiederholung von lobhudelnden Rede- Wendungen brachten sie das Pnblilnm schließlich dahin, wenigstens einen Theil des Gelesenen zu glailben. Durch diese„literarische Bersichernngs- gcjellschaft ans Gegenseitigkeit" wurden sie„gemacht"; so wurden die Gcrhn i bt-Hmiptmmw, Hermann Bahr, Konrad Alberti nnd wie alle die Herren der neuen Richtung sonst noch heißen mögen, zu großen, Vielversprechenden Talenten gestempelt." Bis soweit wörtlich. Es wird alsdann auseinandergesetzt, daß„über- Haupt an Stelle einer sachgemäßen Bnchkritik fast a n S n a h in s l o s d i e R e k l a ui e u o t i z, die k r i t i k l o s e A n p r-c> s n» g" getreten sei. Wir sind mit dem Verfasser dieser Notiz in verschiedenen Punkten nicht eiiivcrstandcn. vor allen Dingen können wir sein unbedingt ab- sprechendes Ilrtheil über die Richtung der von ihm als„stingstes Deutschland" bezeichneten Schule nicht unterschreiben, sowenig wir ihren Ucbcrtrcibnngen Geschmack abgewinnen können, auch läßt sich einzelnen Airer Vertreter, z. B. grade Hauptmann, iinsercs Erachtcns Tal ein nicht abstreiten. In Bezug ans die große Mehrheit aber hat er Recht. Das sind„Genies", d. h. mit großer Anmagniig anftre- tende Mitteluiäßigketten, die ein an sich richtiges Prinzip in's Absurde Übertrelbcn und dem Publiknm wclßmachen wollsii, das sei„konsequente Weitcrcntwickelimg". Aber Uebertrcibnng und Weitcrentwickelnug sind zwei sehr verschiedeiie Dinge. Das Erstere erfordert gar keine, das Zweite sehr viel geistige Arbeit. Doch dies nebenbei. Wir baben es hier nur mit der Reklame zu thnn, die diese Leute betreiben, und in diesem Punkt stiinmen wir dem Schreiber des obigen Artikels unbedingt zu. Die„Reformatoren des deutschen Schriftenthiims", wie die Herren sich bescheiden iiewien, haben es in Bezug ans die Reklame herrlich weit gebracht. Mit min- bestens dciiisctbc» Recht, wie jenen Titel, könnten sie sich den als„Rc- formatoren des deutschen Marktschreicrlhunis" beilegen. Die„Reform" ist ja auch hier wie dort dieselbe. Sie haben die Unsitte der Markt- schreierei„konsequent weitexentwickelt", d. h. in's Bodenlose übertrieben. Wenn sie überhaupt je an einander Kritik übten, so geschah es mir, um sich erst recht zu verherrlichen. Ein bischen Tadel, Natürlich da angebracht, wo er nicht wehe thut, erlaubt um so schamlosere Lob- Hudelei. Wenn A seines Freundes B Werk als vollendet, als nnver- Bei dem nächsten Nniidgang fragte ich den Direktor, ob es hier, ent- gegen anderen Zuchthäusern. Brauch sei, daß die Eiitlasseiien mit kahlem Kopf in die Welt geschickt werden." Er belehrte mich:„Du häitest bei mir vorstellig werden und um das Stchciilasscn Deiner Haare bitten sollen, dann hätte ich angeordnet, daß sie nicht geschnitten werden." „Muß man erst bitten ihn Dinge, die sich eigentlich von selbst ver- stehen S" entgegnete ich; aber er zuckte die Achsel und ging. und ich hatte meine Haare im Zuchthaus gelassen. Der letzt- Tag war da, er währte mir am längsten. Auf die Frage, wohin ich entlassen sein wolle, nannte ich Halle � � .Da wird nichts d'rans", hieß es.„In Halle darf kein Entlassener bleiben. Du mußt entweder in Deine Heiipath oder nach Hanau." Ich meldete mich zur Entlassung in die Hcimath. Bei der Slbrechmmg des Arbeitsverdienstes bekam ich 33 Mark her- aus; aber es wurde mir gleich eröffnet, daß ich davon die Fahrkoslen der Reise zu bezohlen habe. Ich prolestirte wieder: Erst diese nnmoti- virte Aufenthaltsbeschrättknng, und dann soll i» die Hälfte dW sauer erworbenen Verdienstes gleich wieder dem Staat in den Rachen werfen. Und diejenigen Entlassenen, die nichts verdient haben, würden ja auch von Staatswegen befördert. Nutzte nichts, ich uiiißte berappen. Gin Aufseher begleitete mich zur Bahn. löste ein Billet und zahlte mir den Rest des Geldes aus. Wie sonderbar mir diese Münzen er- schiene»! Und wie schwer sie in der Tasche lagen. D-r Zug dampfte ab, fort ging es über Lcipig durch Sachsen nnd Bayern, nach dem stillen weltabgeschiedenen Fichtelgcbirge und meiner � W-�jedoch glauben wollte, ich hätte a»fgelanchzt in unbändiger, end- loser Lust. würde sich i-hr irre». Zwei Jahre Ziichthansleben lassen sich nicht mit eiueiii Strich ans dem Gedachtnib löschen. Scheu drückte ich mich im Konps in die Ecke, als konnte jeder Mitreisende mir an- sehen, woher ich komm-! schüchtern blickte ich nmher, ob nicht das finstere Gesicht eines Aufsehers anftanche, der mich hart anließ. Und vor mir die Zuliinft mit der»iiabiveisbaren Frage: Was»im? Mitten in der Nacht kam ich zu Hause an. Vor sechs Jahren war gleichlich preist, so könnte das doch Manchem verdächtig erscheinen: darum macht er etliche Aiissetzungen an NcbNisächlichleiten, imi als- dann fortzufahren:„Im Ganzen verräth auch dieses Werk des Herrn B., daß der treffliche Schriftsteller, dem wir schon so manche Leistung ersten Ranges verdanken, sich aus der vollen Höhe seines SÄiaffens befindet: sein(folgt der Titel) ist cm Kabinetsstück sorgfältiger Charak- teristik und kühner Sittenschildening— etwas zu kühn vielleicht, aber ein B. schreibt eben Nicht für höhere Töchterschulen"— und wie die verlogenen Redensarten sonst noch lauten. Das sieht nach Kritik ans, und ist doch S ch w tn d e l. Weshalb wir der Sache hier erwähnen, ist, weil diese ganze„neuere Nichtimg" mit der in Denischland zu einemMacht gewvrdeiren Arbeiter- bewegüng„Fühlung" zu halten sucht. Die Einen nennen sich Sozia- listen und glauben vielleicht auch, solche zu sein, die Andern halten sich ihre Bahn für alle Fälle frei und lassen nur von Zeit zu Zeit die Sonne ihrer Gnade ans die Sozialdemokratie fallen, wofür dann diese die VcrMichtniig hat, die literarischen Znknnftswechsel dieser Herren für baare Münze anzunehmen. Es gibt ja zum Glück inimer Leute, die sich durch Redensarten beschwatzen lassen. Im Nothsall wird an das Mitgefühl der Arbeiter für alle linterdrückten nppellirt. Literatus A. wird von der herrschenden Bourgeoisie � nicht genügend gewürdigt, sie versagt stüieni Genius die gebührende Anerkenming, weil sie„die Stiiltnie der Wahrheit nicht vertragen kann". Als ob es Ein Gebiet gäbe, auf dem die Bourgeoisie so viel Wahrheiten vertragen kann, als auf dem des Roman's und des Drama's. Als ob nicht in dieser Be- ziehung jeder Bourgeois ähnlich cnipfiiidet, wie der bekannte Berliner Äanqiiicr,.der vom Ppssendichter Kalisch in der Fianr des„Zwückaner" auf hie Bühne gebracht wurde. Als dieser Hcstr nänilich sein Konterfei auf der Bühne sah, amüsirte er sich königlich und fragte üachher, beim Verlassen des Saales, einen guten Freund:„Haben Sie gesehen, wie der Komiker hat karrikirt den— Bleichröder?" Natürlich fällt es inis nicht ein, behaupten zu wollen, daß nicht wirklich Leute, die Bedeutendes leisten, oft vergebens nach Anerken- nuiig ringen, sei es, weil sie dem herrschenden Geschmack nicht genügend Rechnnng getragen haben, sei es, iveil sie von den literarischen Kotcrieu geboykottet werden. Aber nicht jeder, vor dem nicht gleich alle Thüren anssvringcn, ist deshalb solch ein Opfer der Tagesgötzen. Manches dieser verkaiinteii Genies ist lediglich das Opfer seiner eigene» Einbildung und Ueberhebnng. Je mehr er von dieser löblichen Eigenschaft hat, um so maßloser seine Ansprüche, und schließlich können die eigenen Freunde ihn nicht mehr genug preisen. Dann gibt es einen Krach, und ans der Vetterichast Ä zweigt sich die Vetterschaft B ab, die als- dann jene erste auf's Heftigste befehdet nnd umgekehrt. Solange das in der„Kiwstlerschaft" bleibt, hat das mm wenig zu sage». Die Kunst ist„frei", d. h. sie ist iiidividnell. Jeder Künstler vertritt zuerst seine Persönlichkeit. Er wird als Künstler immer ein schlechter Parteigänger im politischen Sinne fein. Wer Andres von ihm verlangt, thnt ihm Unrecht. Nichts verkehrter, als die Verquickung von Kiiiistbcstrebiiiigen mit politischen Tendenzeii, bczw. von Parleibeftre- Hungen mit Kimstrichtnngen. DaS heißt Künstlerkrakehl in die poli- tische Partei hineingetragen, heute die Reklame und morgen die Ran- küne. In Berlin wird im Augenblick viel in„Verbrüderung von Arbeiter und Kunst" gemacht. Wir geben zu, es ist ein schöner, ein bestechender Gedanke. Aber er ist nicht so einfach dnrchznsnhrcn, wie die bctref- -feiidtii Genossen sich vorzustellen scheinen. Wir glauben, sie unter- schätzen die fiiiaiizicllcn Anforderimgcii und wir glauben serner, sie unterschätzen die Gefahren, welche ans dieser Verbrüderung mit der Kunst für das Parteileben erwachsen. Eine dieser Gefahren haben wir im Bpxstehcnden geschildert, mögen sich die Genossen vor ihr hüten, und jede Verquickniig der Partei mit tllerarischen Koterien— mögen sie sich nenncii, wie sie wollen, die eiikzeliicn Mitglieder persönlich noch so ehrenhaft sein— schroff von sich weisen. — Ein Vorschlag. Aller Voraussicht nach wird der Parteitag in Halle nicht mir sehr zahlreich beschick! werden, sondern es werden die Debatten auch sehr lebhafte sein, die Geister werden ganz gehörig auf- eiiianderplatzen. Das kann an sich garuichts schade»:>m Gegentheil, die Meinungen sollen sich kläre», und das geschieht nur durch ein offenes Aussprechen der vorhandenen Gegensätze. Je gründlicher das geschieht, NM so leichter nachher die Verständigung. Daß diese erfolgt und in gedeihlichen Beschlnsscii ihre Bekrästigmig findet, ist der Wunsch Aller, die es mit dem Wohle der Partei ehrlich meinen, wie immer sie über die einzelnen streitigen Punkte denken. Unser Bestreben muß also darauf gerichtet sein, für einen möglichst geregelten Verlauf der Debatten zu sorgen, dieselben von allem Ballast zu befreien, der ihren Fortgang beeinträchtigen könnte. Als ein solcher Ballast sind». A. die berühmten G c s ch ä ft s o r d n n n g S k o n- s l i k t c zu bezeichnen, die sich gewöhnlich gerade einstellen, wenn die Geinüthcr am meiste» erhitzt sind, und dann auch mit einem Eifer und einer Erbitterimg diskutirt werden, die ineist im umgekehrten Verhält- »iß zur Wichtigkeit der betreffenden Gcschästsordmmgs-,, Frage" stehen. Ein guter Vorsitzender kann gewiß hier oft bessernd eingreifen, aber schließlich ist er auch nur ein Mensch, und auch seinem Können ist eine Grenze gezogen. Wir möchlen daher den deutschen Genossen eine Einrichtung empfehlen, die wir in England beobachtet, und die uns durchaus praktisch er- scheint. Wir meinen die Einsetzung einer ständigen Geschäftsord- N u n g s k o m m i s s i o»(standinA Orders committee), die während der gänzen Dauer des Kongresses mnlirt, und an die alle Fragen ver- wiesen werden, die den geschäftlichen Gang der Verhandlungen betreffen, und die das Bureau, bezw. das Plenum des Kongresses, selbst nicht ans Grund der beschlossenen Geschästsordnung ohne Weiteres entscheiden können. Dazu gehört vorerst die Prüfimg der Mandate, bczw. von Mandatsstreitigkeiten. Alsoami die Prüfimg und Zusammenstellung der in Bezug auf die Gegenstände der Erörlerimg eingelaufenen An- träge, worin auch die Begutaditinig der Frage inbegriffen ist, in welcher Reihenfolge die Anträge zur Abstiimnung kommen sollen. Weiter die Vorberathnng aller neuen Vorschläge, die sich auf die Tagesordiinng ich ausgezogen, den Kopf voll glänzender Illusionen, wie sie eben ein junger Bnrsch, dem die Welt offen steht, im Kopse hat. Und jetzt kam ich ans dem Zuchthaus; die Jünsionen waren längst verflogen, Kopf und Herz waren leer. Und in der That: kaum 2 Tage wieder in der Freiheit, und schon wurde mir unverblümt zu verstehen gegeben, daß ich ein Geächteter, daß es eigentlid) eine Anmaßung sei, meiiie Person anständiger Gesell- schast anzudrängen. Ging idi da mit meinem Bruder in eine Wirth- schaft, deren Jnliaber ein früherer guter Fremid von mir war. Der gute Mann stellte mich feiner Frau mit den Worten vor:„Das ist der Wunderlich, er kommt vom Zuchthaus: erst vor 14 Tagen wurde Büttner's Andreas auch entlassen. Sie sind die zwei einzigen Zucht- häiislcr von nnserem Ort, und der Andreas trat so keck hier auf und benahm sidi, als wäre er unseres Gleichen." Idi verstand den Wink, veranlaßte meinen Bruder, das Bier aus- zutrinken, und drang auf's Heimgehen. Aber auch da wartete meiner ciue Ueberraschnng. Daheim saß ein Gensdarm nnd hatte einen Amtryg vom Bezirksamt Berneck an mich ansznrichten:„Ter Herr Landrichter hat Avis über meine Anknnft erhalten, er sdsickt mir den Rath, sein Landgerichtsgebiet fo bald wie möglich zu verlassen, denn er wünsche nicht, daß dasselbe mit der Pest des Sozialismns infizixt werde. Ich ließ ihm sagen:„Der Wunsch des Herrn Landrichter kann zwar mir ein Wunsch bleiben, es fehlt ihm jede Handhabe, demselben Nach- druck zu verschaffen, denn ich bin ein Bayer und ortsangehörig. Aber Sie könneii ihm die Beruhigung bringen, ich werde in den nächsten Tagen schon abreisen." Meine Mutter war über meinen Entschluß sichtlich erschrocken; sie wollte von meiner Abreiie nichts wissen. Ich sollte den Winter über bei ihr bleiben und mich erholen. Es hielt mich indeß mdzt In einigen Tagen war ich in Hanau in der Mitte jubelnder Freunde und Genossen; da ging mich mir das Herz auf, und ich vergaß auf Stunden alle ausgestaudeiicii Sorgen und Leiden.— des Kongresses beziehen k. k. Natürlich behält sich in allen diesen Dingen das Plenum die schließliche Entscheidung vor, aber in den meisten Fällen werden die Gutachten und Anträge der Geschäftsord- iiuiigskomimssion debattelos angeiiommen, und selbst wenn sich gegen irgend einen Vorschlag Widerspriid; erheben sollte, so liegt schon in dem Umstände, daß die Kommissionsberichte vor Eintritt in die Tagesord- nung zur Erledigung kommen, eine Gewähr, daß die Debatte darüber ruhig und schnell zu Ende kommt. Wird so das Bureau all der Nebenarbeiten, die ihm sonst zufallen würden, enthoben, so kann es mit um so größerer Kraft und Umsicht seiner eigentlichen Aufgabe, den Gang der Verhandlungen zu leiten, nachkommen. Theikung der Arbeit sichert auch hier bessere Arbeit. Eine nach Hunderten zählende Versainmlung zu leiten und, wenn end- lich Schluß der Debatte angenommen ist, aus vielleicht einem Dutzend cingelaufener Anträge gleiä; hcransfiilden, welche ziisammengehören und in welcher Reihenfolge sie abzustimmen sind, ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Und ehe man es sich versieht, ist die schönste Geschäfts- ordnnngßdebatte da. Oder aber es kommt zmn Schluß zu Abstim- miingen über Hals, über Kopf, wie das im vorigen Jahre in Paris der Fall war. Hätte man damals neben dem Bureau ein solches Ge- schästsordnnngskomite gehabt, es wäre vielleicht dem Kongreß manche iinmigeiiehille Szene, dem Bureau mancher ungerechte Vorwurf und der Anßemvelt manche peinliche Polemik erspart geblieben. �Natürlich muß ein sold)es Komite, soll es gut fungircn, eine Art Spiegelbild des Kongresses sein, d. h. es iniissen die verschiedenen Richtungen, die auf demselben vertreten sind, auch dort ihre entsprechende Vertretung haben. — In unserer Note zur Nundschaunotiz„Ans Deutschland" in voriger Nummer, in der von Herrn Emil Krüger die Rede ist, sind aus Bersehen bei den Worten„die rni-gehenerlicheil Lügen imd-Eiitstclliiilgen" die Aiisührinigsstridie fortgeblieben, so daß der ironische Sinn, in dem wir jene Worte gebraucht, nidzt voll ziim Ausdruck gekoinmen ist. Die Sache ist die: in einer Erklärung in der„Magdeburger Volks- stimme" spricht Herr Krüger mit Bezug auf die Urtheilc Auer's und Grjllenberger's über seine Thätigkeit in Zürich von„imgeheuerlichen Lügen und Verdrehungen", denen diese Genossen zum Opfer gefallen seien, und die er zum Gegenstand einer Beschwerde an zuständigem Orte machen werde. Das konnten wir um so.mehr mir ironisch nehmen, als in Nr. Ä der„Magdeburger Volksstimme" die Freunde des Herrn Krüger, Hans Müller und Panl Kauipffincyer, diesem eine Reihe von Verdiciisten um die Entlarvung der Spitzel Ehrenberg, Friedcmann und Trautncr zu- sprachen, die theils reine F ü b e l, theits das direkte Gegen- thcil des ivahren Sachverhalts sind, und weil die Herren Msiller und Kampffmeyer, die zur Zeit, als Krüger sich jene angeblichen Verdienste um die Partei erworben haben soll, noch gar nicht in Zürich waren, für dieselben keinen andern Gewährsmann haben, als— Herrn Eiiiil Krüger. Wir wollen auf Einzelheiten hier nicht eingehen, und bemerken daher nur, daß Herr Krüger, wie zuvor mit dem Spitzel Schmidt, so auch mit Trautner, Friedcmann und Ehrenberg noch Freundschaft hielt, als dieselben schon längst von dcN erfahreneren Genossen in Zürich als verdächtig bczw., wie es in der«zu. Erklärung heißt, g c- m e i ii g e f ä h r l i ch für die B e w e g n h g gemieden wurden. Weit entfernt, Herrn Krüger zuiu Verdienst für die Partei gereichen, war die Arr, wie er diese Leute, obwohl gewarnt, im Gegensatz zu den Genossen protegirte, einfach cm Skandal. Im Ucbrigen sei, da Herr Krüger die Miene der beleidigten Unschuld aussetzt, hier nur noch festgestellt, daß er seinerzeit— ebenfalls ehe die Herren Kampffmeyer und Müller nach Zürich kamen— von der Mitgliedschaft deutscher Sozialisten in Zürich einstimmig(mir die Angestellten des„Sozialdemokrat" enthielten sich) ansgcschlosscn wor- den ist. — In dem in unserer vorigen Nummer erwähnten Brief Bcbcl's wird zunächst bestätigt, daß die von Chicago an»us zur Weiterbesör- dernng gesandte Summe von Pfd. Strlg. 102.05— Mk. 2045.-- am 24. Nov. v. I. in Deutschland eiugclrossen ist. Im Ganzen, heißt es weiter, sind bei»us 5300 Mk. für die Sache der Bergarbeiter eilige- gangen, die— weil der Ausstand mittlerweile zu Ende mar— für die gemaßregelten Bergleute und deren Familien, theilweise auch zur Deckung von Prozeß kost en, verivendet wurden. Es folgt dann eine d c t a i l l i r t e A n f st e l l u u g der Sil vi- nie n, die an die einzelnen Komites, bezw. an Vertraii-nslente der Berg- leutc zu diesem Behnfe überwiesen wurden. Da einzelne dieser Posten sich nach unserer Ansicht nicht zur Veröffentlichung eignen, weil diese möglicherweise weitere Maßregeln zur Folge haben könnte, so unter- lassen wir die ganze Anszahlniig uiid stellen mir Fest, Faß in 3 Räten 16 solcher Posten von zusaiiimen 5350 Mark abgesandt worden sind. Außerdem wurden einige kleinere Beträge direkt an besonders bedürf- tige Familienväter gesandt, so daß im Augenblick»od, rund 500 Mark vorhanden sind, die in gleicher Weise Verwendung finden,„da jeden Tag— so erst heute(27. August) von zwei Seiten— man ans wei- tere Ansprüche gefaßt fein muß." Die Vcrtheiliing findet entweder durch Komites oder, auf eingezogene Erkiiudigungcn, direkt an die Hülfesuchenden statt. Wenn in Chicago Leute behnupten, daß das für die Bergleute gesammelte Geld in den Wahlsoiid der Partei geflossen ist, so sei das einfach iiiiverschänit Ganz abgesehen von der E h r e n r ü h r i g k c i t einer solchen, durch nichts bewicsenen Behaupfinig, komme noch Hinz». daß die Partei so ausreichend ausgestattet war, daß sie zu solch er- bärmlichen Mitteln, wie die verniutheteii, nicht zu greifen nöthig hatte, um ihren Wahlkampf zu schlagen. D-r Brief schließt mit den Worten: „Wciin man uns künftig wieder mit solchem Mißtrau-ii behaiMI, so ist es besser, man unterläßt die Hülfcscnduiigen an uiiS ganz." So Bebel. Wer sich in seine Lage versetzt, und die Scheerereicn und Arbeiten Nachwort. Ich bin am Schlüsse meiner Schilderimg. Nicht in jene Regionen, wo die reinen Formen wohnen, führte ich den freimdlichen Leser; tief, sehr tief stiege» wir hinab in den Abgrund der Gesellschaft, jener Hölle zu, die die Christen in's Jenseits verlegen. Man braucht nicht in's unbekaimte Jenseits zu gehen, die Hölle ist mitten unter uns. Als wäre de« Elends nicht genug a»f Erden, zusammengedrängt in ganze Arbeiterviertel der Großstädte und zerstreut durch große Distrikte der Heimarbeiter, mutz als grausige Ergänzung das Zuchthaus hinzu- treten. und Tanscnde nnd Abertausende werden aus den Reihen der Proletarier jährlich da hinabgeschleudert. Sie sind uiitcrgcgaiigen im Verzwesflungskampf um's Lebe». Ver- gebellt strecken diese Armen ihre Hände empor, für sie ist keine Hilfe und keine Rettung, bis ihre Zeit uin ist, um in dem imheilvollen Kreis- lauf— Elend, Roth, Verbrechen— beim Zuchthausc wieder anzn- langen. Ein trauriges Bild. Der Menschheit ganzer Jammer packt uns an. Richten wir lieber vorwärts nusern Blick. Wie die Pyramiden des NillandcS als stumme, aber beredte Zeugen eines versklavten und geknechteten Volkes dastehen, so wird eine künftige Generation uiisere heutigen Kirchen-, Kaierncn- uudZnchihäiiserkolosse, wenn dieselben längst ihren setzigen Bestiiiimnngeii entzpge» sind, als ein überkommenes Denkmal eines barbarisdien und rohe» Zeitalters betrachten. ' Und sie müssen, sie werden ihrer heutigen traurigen Bestimiming ent- zogen werden, dafür gibt uns unsere ganze Kiiltnrenl Wicklung die über- zeugende Gewißheit. Das Proletariat, das heute vorzugsweise die Opfer liefert, weidie den drei innigverwaiidten Molodicn vorgeivorfcn werden, dieser junge Riese reckt bereits seine sehnigen Glieder. Jiiiiucr mehr wachsen seine geistigen Kräfte, nimmt die Erkemitiiiß jcincr Lage und seiner geschiditlichen Mission zu. Möge er bald stark genug sein, Hin, wenn die Verhältnisse reif geworden— mit Altem, was vernidi- tungswerth sich erweist, tabula rasa zu machen. berücksichtigt, die ohnehin ans solchen Aufgaben erwachsen, wird die SÄluhworte nicht scharf finden. Wir sind aber überzeugt, daß es znm geringsten Thell die wirklichen Geber sind, welche dieses Mißtranen ausgesprochen, sondern daß die Verdächtigiingen bon ganz andern Leuten ausgingen. Wer Unterstütznn- gen gibt, pflegt damit nicht den Wunsch zu verbinden, die Nafnen der ilntcrstützten vor die Oeffentlichkeit z» schleppe» und dein Unternehmer- thnin und seinen Agenten in die Hände zu spielen. Wohl aber gibt es eine Sorte von„Anarchisten", für die keine Nückjichteu existircn, wenn es gilt, die Sozialdemokratie und ihre Vertreter zu verdächtigen. —„Zjife in Utopia"—„das Leben in Nirgendheim" ist der Titel eines Werkchens, das demnächst auf dem englischen Büchermarkt heranskommeu wird. Verfasser desselben ist einer der älteflen Vetera- nc» des Kommunismus, Johann P e b l e r, dessen 1880 in Zürich erschienene„Soziale Baukunst" vielen unserer Leser bekannt sein dürfte. Wir erwähnen des Buches hente schon, weil sein Verfasser, da sein Ge- suiidheitszufland einen Wechsel des Klimas erfordert, in nächster Zeit England und zngleiäi Europa sür immer verläßt. So wollen lvir ihm, nebst imfern besten Wünschen sür sein ferneres Wohlergehen,»och die Versicherung ans den Weg geben, daß alle diejenigen, die ans den frü- Heren Schriften Petzlers sein warmes Herz für die Sache der Enterblen, feinen scharfen Blick für die Schäden uyd Mängel der heutigen Gesell- fchaft schätzen gelernt und, trotz verschiedentlich abweichender Ansichten, ans ihnen viel Anregung gcschöpst haben, auch seiner neuesten Arbeit das sympathischste Interesse eulgegenbringen werden._ „Life in Utopia" erscheint znm Preis von einem Schilling im Ver- läge der Hutboro Cooperative Publishing Co., 20 St. Bride Street, London. Es enthält 183 Druckseiten. Eine Besprechung des Inhalts wird an anderer Stelle erfolgen. — In eigner Sache. Es kaufen wiederholt Anfragen bei uns ein, ob wir den Genossen nicht einen Ersatz für den eingehende» „Sozialdemokrat" cmpschlen können, bezw. welches Blatt sozusagen die Nachfolge desselben antreten werde. Die Anfrage setzt Mls in einige Verlegenheit. Die Wochenblätter, welche zur Zeil in Deutschland erscheinen, sind entweder reine Lokal- blätter oder doch Privatnnternehmungen Einzelner, bezw. lokaler Ko- mites. Es steht uns nicht zu, in Bezug auf diese Organe eine Aus- wähl zu treffen. Auch möchten wir nicht gerne den Beschlüssen des Partcikongresses vorgreifen. Anderseits begreifen wir es jedoch, daß unsere Leser, und namentlich die auswärtigen Genossen, die Lücke, die mit dem Eingehen des„Sozialdemokrat" geschaffen wird, nicht bis Zu dem Tage offen zu lassen wünschen, wo das von dem Kongreß zu schaffende Zentralorgan erscheint. Unter diesen llinffändc» glauben wir die Anfragenden auf die, vom ersten Oktober ab wöchentlich erscheinende„Neue Zeit" auf- mcrksani machen zu sollen. Diese steht außerhalb der Konkurrenz mit der sonstigen Partcipressc. Sic hat einen eigenartigen Charakter, und wenn sie auch kein eigentliches Kampförgan sei» wird, sondern Vorzugs- weise Organ der Theorie bleibt, so wird sie doch in ihrer neue» Ge- stalt den Ereignissen und Fragen des Tages besondere Anfmerksamkeit schenken. Wie der Verleger bereits bekannt gemacht hat, hat Genosse A. Bebel es übernommen, eine regelmäßige politische Wochenrnnb- schau für die„Nene Zeit" zu schreiben. Ferner werde» vom I.Oktober ab M a x S ch i p p e l, der bisherige Nedaktenr der„Berliner Volks- tribüne", sowie Ed. Bernstein als ständige Mitarbeiter für die „Neue Zeit" thätig sein, der Letztgenannte u. A. in Briefen über die politischen, sozialen und litcrarisdien Erscheinungen Englands. Chef- Nedaktenr der„Neuen Zeit" bleibt, nach wie vor, Karl K a n t s k y. Für weitere Miltheilnngcn?c. wollen sich die Leser an den Verleger der„Neuen Zeit", Genosse I. H. W. Dietz in Stuttgart, wenden. Wir wiederholen aber: die„Nene Zeil" wird kein Kampforgan sein, also auch nicht die Stelle zur Partei und in den Kämpfen der Partei einnehmen, wie der„Sozialdemokrat". Sie soll nicht, wie Manche meinen, der„N a ch f o l g e r" des„Sozialdemokrat" sein. Wir fühlen uns um so mehr veranlaßt, dies ausdrücklich festzustellen, weil es uns ohnehin nicht leicht ankommt, die llleserve z» durchbrechen, die dieThat- fache, daß der Redakteur dieses Blattes in Zukunft zur„Neuen Zeit" in persönliche Beziehungen tritt, uns auferlegt. Wir glaubten jedoch, unser» Lesern die vorstehende Darlegung schuldig, zu sein. Mit ihr sei auch die Meldung widerlegt, die seinerzeit durch die Blätter lief und von einem große» Theil der Genosse» des Auslandes auch geglaubt wurde, nämlich daß mit dem ersten Oktober der Ncdak- tenr des„Sozialdemokrat", Ed. Bernstein, nach Deutschland übersiedelt. Daran ist vorerst nidst zu denken. Er wird von England aus über England berichten. Korrespondenzen. Basel.(Korr.) Ich fühle mich verpflichtet, bevor uns das Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge ans dem Gesiditskreis verschwindet, Ihnen noch einige Zeilen von der schweizerischen Grenze zu senden, und zwar über die am Sonntag den 31. August stattgehabte Tobten- Feier Ferdinand Lassalle's, nasereS Vorkämpfers. Grade als Schweizer ist es mir eine Herzenssache, des Mannes zu gedenken, der auf Schweizer Boden sein Leben beschlossen. Gegen 1000 Per- sone», Schweizer und Deutsche, hatten sich zu der anf Sonntag Nach- mittag angesetzten Gediichtnißfeier eingefunden. Zahlreich erschienen auch die deütfchen Genossen der llnigebnng. So z. B. rückte von Frei- bürg i. B. ein Kontingent von über 40 Genossen ein— sie wurden vön der Polizei an den Freibukgör Bahnhof begleitet, anf daß ihnen nschts passirte, und gefragt, wohin die Reise gehe; ebenso stellten sich die Lörrachcr, die Mülhanscr u. f. w. in Basel wohlgtfliulh ein. Ge- nossc Ad. Geck von Offen bürg hatte bereitwilligst die Festrede übernommen. Uebcr die Feier lassen wir den Bericht des demokratischen„Basler Tagbl." mit einigen formellen Aelideningen folgen: „Gciwsss'B'i cke l eröffnete die Verfaniminng mit dem Hinweis anf die Wichtigkeit der Lassalleseier in der gegenwärtigen sdmelllebigen Zeit der Gährung und des Siegeslaufs der sozialdemokratischen Ideen. Eine Mahnung an die Vertreter der„Herrcnpresse", sachlich zu referiren, erregte Beifall. Es ist dies immer nöthig. Nach der Absingung der zwei Lieder„Völkerfreiheitssturm" und „Das rothe Banner" durch die GesangSscktion des deutschen Arbeiter- Vereins und des Posamenter-Männerchors, sowie der Deklamation„An Lassalle's Grabe" durch Genosse S e i tz begann die Festrede. Genosse Geck wurde sehr sympathisch begrüßt, wofür er einleitend in ange- uiessencn Worten dankte. Ihm gelte cS als Ehre, in der freien Schweiz reden zu dürfen, da dies in Deutschland unter dem Drucke des So- zialistengesctzcs und der Spitzelgarde nicht möglich fei. Die 26. Ge- denkfeier an den großen und gewaltigen Vorkämpfer der Sozialdemo- kratic, Laffalle, bot ihm Gelegenheit, über die Vergangenheit, den Zeitraum von 1864 bis jetzt nm'afscnd, einen von vielem Beifall unter- brockcnen Rückblick lind Ausblick zu geben und bei den wichtigste» Er- cignissen, wie Marx' Manifest, der letzte Pariser Jnlikongreß, der Fall Wohlgeuinth, die Erlasse des deutschen Kaisers, der Rücktritt Bismarcks, der 20. Februar 1820, etwas weiter auszuholen und die Situationen klar und fesselnd, da und dort mit rhetorischem Schwung, zu kenn- zeichnen. Auch die Schweizer Wallfahrer zu Bismarck wurden ge- kennzeichnet. Wir können die gedankenreiche und mit Feuer gehaltene Festrede in diesem engen Rahmen nicht eimnal skizzircn. Sie war eine feinge- zeichnete und scharf umschriebene Elchraktcristik der gegenwärtigen Zeit- strömung und eine psychologische Kontcmplatie der zukünftigen Gefcvicke der deutschen Sozialdcmvkratic inmitten des Gewirrs des bürgerlich- politischen Kampfeseifers zur Unterdrückung der weltgeschichtlichen Ideen des Sozialismus. Unter mächtigem Applaus schloß der Redner, der pietätvoll an' die Mahnen Lassalle's appellirtc, den gewaltigen Sturmes- lauf der Sozialdemokratie inst als ihr Werk anzusehen. Nachdem noch einsge schwungvolle Lieder vorgetragen worden, schloß die imposante Feier." ***. Seitdem die Dynastie Bismarck gestürzt, ist es auch bei uns in der Schweiz im Punkte der hohen Politik stiller geworden. Natürlich legen wir die Hände nicht in den Schooß, das gibt's nicht, wir haben genau wie früher, ja eher noch mehr, mit der Bourgeoisie zu kämpfen. Wir schweizerischen Genossen werden zu einem großen Theil den mit 1. Oktober nid>t mehr erscheinenden„Sozialdemokrat" recht ver- missen, denn derselbe hat uns viel Stoff zur 5tritik der Zustände geliefert, welcher den Spalten der schweizerischen Arbciterblätter ein- verleibt wurde. Auch sind wir der Ansicht, daß der„Sozialdemokrat", nachdem Minister Herrfurth wieder mit Pnttkamer'jchcn Erlassen ge- kommen ist, von Rechtswegen weiter erscheinen sollte, denn die in Deutschland erscheinenden Blätter sind und werden wie unter dem Schandgesetz geknebelt. Doch die Konsequenz verlangt, daß das Wort gehalten wird:„Mit dem Schandgesetz soll auch der„Sozialdemokrat" eingehen." Aber von uns aus rufen wir den deutschen Genossen zn: „Bewahret den Titel auf!" Auf 1. Oktober(rcsp. 4. Okt.) soll zwischen den Lörrachcr und Bas- ler Genossen eine'Zusammenkunft stattfinden, allwo das Banner, welches 12 Jahre auf dentschem Boden nicht mehr wehen durfte, denselben wieder betreten und feierlichst in die Hände der Lörrachcr gelangen wird. Dies meine letzten Zeilen vor dem Eingehen des„Sozialdemokrat"; ich hätte noch lange gerne 2 Fr. 25 Cts. bezahlt. Hoch die Sozialdemokratie! Basler Grenzwacht. Aus Holland. Zur gefälligen Beachtung! Es besteht in Holland seit einem Jahre nntcr dem Namen„Steeds vortvaarts"(Immer vorwärts) eine Vereinigung der Eisen- bah narbeiter, welche die Initialen 8. V. führt, und welche neben der Förderung der Fachinteresse» und Erkämpfung der politische» Rechte der Arbeiter die Verbesserung der gesellschnftlickien Verhältnisse erstrebt. Obgleich sie noch nicht der sozialdemokratischen Partei beigetreten ist, arbeitet sie doch mehr und mehr in unserer Riditung und sind die meisten ihrer Mitglieder Sozialdemokraten. Ter Bund hat sich außerordentlich rasch entwickelt. Ende Februar 1889 vereinten sich 8 Eisenbahnangestellte, welche im März mit 32 anderen ein vorläufiges Konnte bildeten für die Gründung einer Or- gauisation. Am 1. Juli 1890 zählte die neue Vereinigung mit 10 Sektionen und ungefähr 40 Abtheilungen 2000 Mitglieder. Das Organ der 8. V.„De Scingevcr"(Der Signalgeber) ersäieint alle vierzehn Tage einmal. Unsere Eisenbahnarbeiter bedanern sehr, daß man bis jetzt noch nicht mit Kraft an die Bildung eines internationalen Eisenbahn- arbeitervereins Hand angelegt hat. Wenn wir z. B. die Blicke ans die Bergarbeiter richten, die sd)on international vereint sind, so müssen wir die Zeit gekommen achten, wo auch die Sklave» des Dam- pfes dem Beispiele ihrer Brüder, die unter dem Erdboden schaffen, Folge leisten. Es wenden sich daher die Vorstandsmitglieder der S.V. an die Fachgenossen im Auslände mit der dringenden Aufforderung, zur Gründung einer internationalen Federatio» die Hand zu reichen. Beauftragter der 8. V. ist: J. Hoekstra, Roggeveenstrat 54,'s Gravenhage. (Holland.) Es wird gebeten, auf der Adresse dem Namen die Initialen 8. Y. hinzuzufügen. Eisenbahnsklaven aller Länder, vereinigen wir uns! Aufruf. Mein Bruder Edmund Dalchow, gebürtig ans Ellrich bei Nordhousen a. Harz, wird dringend um Nachricht gebeten. Scmr letzten Lebenszeichen datiren ans Burlington in Amerika. Er arbeitete damals alsKo ch bei einem R e st a u r a t e u r Neinart. Vater und Mutter sind seither gestorben, die Schwester spurlos ver- schwnudeu. .Ich versuche deshalb mit Hilfe meiner werthen Genossen und be- sonders der befreundeten Presse in Amerika die Auffindung meines Bruders auf dem letzten mir belasseneu Wege der Oeffcntlidikeit und danke im Voraus für jede Handreichung, die mir werden mag. Wimbledon(England), Ende August 1890. Hermann Dalchow. Nr. 2 Market Place, Durham Noad. Achtung! Die Warnung in Nr. 35 1837 gegen den Schneider Fritz Klotz aus D e s s n u erlassen, tritt hiermit außer Wirkung. Klotz hat seine Verpflichtnug jetzt erfüllt und wird seine Wiederanerkcn- nnng als Genosse unserseits hieiuit ausgesprochen. Dessau, 4. Sept. 1830. Die Dessauer Genossen. Briefkasten der Redaktion:„Tran, schau, wem": Grade weil der„Sozial- demokimt" das Organ der G e s a m M t Partei ist, hat er in dieser Sache Partei ergriffen. Daß cS Leute gibt, die bewährte Mitstreiter für vogelfrei, jeden hergelaufene» Großhans aber für heilig und un- antaftbar erklären möchten,; war uns bekannt, auch ehe wir Ihren Brief erhielten. Doch bedauern wir, solchen Sentimeutalitäten keine Rech- Nnng tragen zu können. Wir halten nichtsvon einer„Objektivität", die den Verleumder schont»nd an dem Verleumdeten Splitterrichterei übt, die es n. A. fertig bekommt, zn behaupte», daß»act� dem Berliner Beschluß„keines- der sogen.„Opposilionsblätter" die Sache mehr be- rührt habe". Verdächtigende Anspielungen und Insinuationen scheinen Ihnen nichts- zu sein, aber ein offenes Wort ein Verbrechen. Daß wir jode Kritik an den Fraktiousbeschlüssen verpönt und als lächerlich hingestellt, ist eine llnterstellnng, die wir als unwahr ganz enlschie- den zurückweisen. Wir haben n. A. kein Wort verloren über die Kritik Vollmar's in der Münchener„Post", obwohl wir sie für falsch hielten, noch über die Bodenken, die in verschiedenen Versammlungen gegen den Entwurf geltend gemacht wurden. Ehrliche Kritik, auch wenn sie irrig ist, werhen wir stets achten, frivole Absprccherei aber stets zurückweisen. Und nie war das mehr unsere Pflicht, als im gegenwärtigen Moment, wo die Partei vor so folgenschweren Entscheidungen steht. Wenn Sie das nicht zu würdigen wissen, so thnt cS uns. leid, aber wir können es nicht ändern. Wir folgen unserer Pflicht, ivie wir sie verstehen.— R. in London: Natürlich liegt an der betreffenden Stelle ein Druck- fehler vor. Es muß heißen:„In dieser Hinsicht ist das Ergebuiß der Volksversammlung vom 25. Anglist gar nicht m i ß znverstehe». Einsendungen?c. erhalten aus: Anßcrsiyl-Zürich, Barre Mills.(Wisc.), Buenos-Ayres, Kopenhagen, London(R.), Paris, Wiiubledo». der Expedition: E. St. n. Co. Ldn.: Sh. 1— f. Schft. crh. — W. Hffm. London: 1 Pfd. a Cto. S.-D. erh.— Rother Kämpfer: Mk. 30.— a Cto. Ab; it. crh. u. Bstllg. notirt. Nene erwarten in Bälde. Bfl. Näheres betr. Ilbwicklnng.— Pickelhaube: Ihre Anfrage v. 26/8 am 4/9 bcantwi- Prtk. u. Miste, dürften inzwischen angelangt sein. Gruß!— Barre Mills: Bf. v. 26/8 ist(als Doppelbrief) mit 5 Py. Strafporto angelangt, da Sie nur 5 Cent», statt 10 auf- klebten. S. folgt. Mit Ihren Zweifeln betr. der„Ehrlichkeit" der Reglerungsabsichten stehen Sie nicht allein. Dennoch muß es versucht Werdern Gruß.— Saucrländer: Mk. 20.— zum Ausgleich des alten Rest erh. u. Lfrg. f. d. überschießende» 80 Pfg. bewirkt.— Heiliger Josef: Avis v. 30/8 ist eingetroffen.— Rother Teufel: Dank für Ermittlung W.'s. Bstllg. n. Adr. haben wir»otirt». Dckadr. nebst Weiterem am 2/9 abgesandt. Sie werde» gut thnn, von nnsrer Offerte rechtzeitig Gebranch zn machen. Avisirtes erwartet.— Lorley: Brf. v. 30/8 am 2/9 beanim.— C-x-Roninnns D.: Sie reisen ab und lassen uns ruhig an die alte Adresse schreiben. Bf. kam zurück. Am 2/9 schrieben wir nun an Pi. S.— Pharao: Das Gewünschte wird besorgt. Absatz 3—5 nnsrer Offerte spreckicn es doch deutliä) ans, daß Neues anderseits nicht eher unternommen werden kann, als bis man hinsichtl. des„alten Cours" draußen klar sieht.„Ver' k a u s s st e l l c n" können solche Rabatte nicht gebe:,, wie die von uns heute noch gebotenen, weil sie ihre Existenz davon machen müssen und Koste» haben. Wer heute nicht zugreift, zahlt später K a t a- l.o g p r e i s e für Altes wie Neues. Und das sollte borten nicht als Chance für alle Fälle begriffen werden wie ander- wärt»? Bfl. Weiteres u. Gruß!— Ch. Hdlch. St. Paul: Sdg. v. 25/8 kreuzte mit unsrein ffbd.(Nr. 36) v. 4/9. Weitere? siehe Spezialqnttg. Grüße allseits.—— uu—: Vom 20/5 reftirten noch Mk. 1.10 f. Dkschrft., so daß in Summa Mk. 2.80 f. Schrftn. offen .find, die wir an Ihrem Guthaben von Mk. 2.— znzügl. Sh. 7.10 n. 32 Oere ftir Lsslle. verrechnen. Somit Alles glatt.— Phönix: Mk. 10.— f. Schft. erh. u. Bstllg. notirt. Sie vergessen immer wieder, daß die Dinge unterwegs nicht so glatt liegen wie auch wir wünschten. Sdg. nach Wunsch. Gruß!— Clans Groth: Mk. 200.— a Cto. Ab. 2C. erh. ii. Mk. 24.50 per Ggr. gntgebr. Nota folgt. Schftbstllg. er- warten in Bälde.— Fuchs: Mk. 100.— a Cto. Ab.:c. erh. Lieferung folgt nach Wunsch. Adr. eingerenkt. Gruß!— Wohlgemnth: Mk. 100.— a Cto. Ab. it. erh. Hoffentlich schließt Ihre Erivarinng auch den Schriftenvertrieb ein.— G. Trebitz So. Paolo: Mk. 23.30 a Cto. Schft. per C. B. E. erh. Bfe. kreuzten. Neue Ordre erwartet.— Society Vooruit Gent: Pfd. 1.16.1 f. Schrft. abziigl. Fr. 25.— für gewechselte Marken u. Porto dkd. gntgebr. Leider führt Keinen der Weg dorthin. Gruß!— L. u. Co. Rom: Sh. 15.10 f. Schft. erh. n. Bstllg. abgesandt.— Wm. Lang» er Chicago: Pfd. 3.3.8 a Cto. Ab. u. Schft. erh. n. Bstllg. besorgt. Mögt., daß Sic betr. Waffen- stillstandes recht haben; dann das Weitere. Ersatz werden vermitteln. Gruß.— Much u. Kraft: Nadir, v. 7/9 erh. u. Ggr. erwartet. Gruß. — Tran, schau, Wem: Dlsp. bfl. Adr. geordnet.„Fr." unterwegs. — Merlin: Mk. 400.— a Cto. Ab.:c. erh. Nach Wunsd> weiteres Zirkulär abgesandt. M. Anlangendes w. besorgt.— Nomanns D.: Bisher Bezahltes ist stets unter„R. D." quittirt worden. Auszug folgt bfl. nebst Näherem.— D. B. a. Sp.: Bstllg. v. 6/9 folgt. Rabatt haben Sie schon in dem rcduzirtcn Preis der„L a s s a l l c". Lt. Zirku- lär gibt's anf unsere eigenen Verlagssachcn sehr hohe Rabattte. Sdg.�an B. vorgemerkt.— Strebe Vorwärts: Nein, aber wir denken, daß Sie uns mißverstanden. Wir signalisiren eben so oft, als wir Signal erhalte», das Uebrige aber liegt nidit in nnsrer Hand. Komplet- tirnng wird besorgk. Weitere Bstllg. lt. Zirkulär'erwartet.— Feuer- badi: Offenbar sind mit der„Fr." Störungen unterwegs' eingetreten. Bstllg. u. Adr. notirt. Katalog u. Zirkulär folgen. Nur auf eigene Verlagssackien versteht sich der erhöhte Rabat. Preis anf„Lassalle' ist bereits rabattirt. Gruß!— Rother Apostel: Schöne Gegend das. Wie steht's denn mit dem„Evangelinm"? Bfl. am 3/9 Weiteres. Gruß!— I. B. Brüssel: Sdg. v. 10/9 lt. Spczialqttg. besorgt. Wie stehts denn aber mit dem Längstavlsirten?— Brauner Bär: Mk. 24.45 f. Sdist. erh. u. Weiteres besorgt.— Meßdiener: Mk. 20.— f. Ldb. erh. Bis auf Weiteres wenden Sie sich ruhig an die bekanntc Adr. Gruß!— Vorwärts, Buenos Aires: Alles berücksiditigt. Der höhere Bezugspreis der„N. Z." rührt vom Doppelporto her, das mau nach dorten zahlt. Bstllg. folgt.— Auf Wunsch geben wir folgende ö f f e n t l i ä) e Quittung: Mk. 400.— zur Unterstützung des Genossen S. dankend erhalten zu haben besdieinigt hiermit — e— i—, 3./9. 90. Der Empfänge r. Für die gemas�regelten Streiker i« Hamburg sind uns zur Uebermittlung ferner zugegangen: Quittirt in Nr. 35....... Mk. 1751,45 St. Paul(Minil.) Sektion der sozialdemokr. Arbeiter- parle! durch Ch. Hadlich 1 Pfd.....„ 20.— Brüssel: Von Herrn Zanßen, Verleger des„Vreicn Wort": Fr. 5.— f. d. gcmaßregeltcn S. D... 4.— Mk. 1775.45 rt*t Kominunistischcr Nrbcitcr-Bildnugs-Pcreiu 49 Tottcnham Street. Samstag den 13. Sept., Abends Punkt 9 Uhr, Bortrag von Bgr. W. Hoffmann über Die englische Arbeiterbewegung und der letzte Trabes- UnionS-Kongrest. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Das Komite. Huiltungs-Warken znm qnittiren von Beiträgen. jicherstts kontrollmitlk! für Srrcine und SnlTkn. Pcrforirt und gummlrt zum Abtrennen und Aufkleben empfiehlt Konrad Müller, Druckerei Sd)kcnditz bei Leipzig. Prcis-Listcn gratis und franko. Für Amerika. Unser bisheriges von Genosse A. Höhne für uns betriebenes Jeiitilil-LWkr foMliftislhkr üchriftc» in Amerikn, 184 William Street New- Uork, ist mit heutigem Tage in persönlichen Besitz von N. Höhne über- gegaugeu. 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