� s4f 34. Jahrgang. ❖ Nr. 2 Seilage zum �vorwärts� Serliner Volksblatt Serlin, 14. Januar 1917 Sefuch öer Nutter. Zkoch irennk mich die Tür und ein banger Blick Von seinem Schmerzenvlager. Vielleicht schrecke ich kraftlos zurück, Weil er so bleich ist und Hoger... Vielleicht kommt mir wieder das Weinen Heist Zn die Augen gestiegen, And er zürnt über die Tränen und will mich leis Und voll tiebe zu einem CScheln besiegen... Oder er jubelt mir mit dem fachen entgegen, Das er als Junge lachte, wenn er im Baume fast And die Kirschen, den roten, saftigen Segen. 2n sein durstiges Wündchen ah... Oder ich sinke an seinem Lager nieder And wühle mein Haupt in die Kissen ein. Oder wir sehen uns in die Augen wieder und wieder And wollen beide nur voneinander geliebkost sein... Mein herz, mein ganzes Sein erbebt... Ich Sffne die Tür... ich muh ihn sehen... herz, ich glaube, dein hämmern ist jubelndes Glück, dost er lebt! herz, ich weih: Es wird ein stummes Umarmen geschehen... Hon««athmann- preußische Vasallen. Von H a n S C c u fc. Aelch ein Irrtum unserer Pätor, daß der alte Staat des Lehenrcchts dem neunzehnten Jahrhundert erlegen sei! Zwar die F o r in o n deö Feudalst aatS haben sich nur noch in Wtecklenburg erhalten, wo das Feudalrecht nicht nur das Eigentums- und Erbrecht noch immer durchsetzt. sondern auch die Grundlage der Verfassung, hos Staatsrechts bildet! aber daö innerste Wesen des Lehenrechts, deS Feudal staarcs, hat sich der neuen NcchtSformen Preußens bemächtigt und erlebt seit einem Menschenalter eüre Renaissance. Die preußischen Vasallen haben zwar keine„Stände" mehr, ime am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Diese hat Hardenberg ihnen mit Gewalt entrissen, als selbst die äußerste Not des preußischen Staate? nach Jena die Selbst- sucht, Anmaßmig und Beschränktheit des Landadels tn Preußen nicht überwinden konnte. Auch da? erbliche N i ch t e r a m t auf den Gütern hat der preußische Staat seinem Adel genommen, und angeboren ist dem Gutsherrn„nur" noch das Recht Gutsvorstand zu fein und das Recht einer de sonderen Vertretung bei der Gesetzgebung— im Herrenhanse Was der Landadel an weiterer M acht aus dem Zusammen� bruch seiner Rechte gerettet hat, das genießt er auf Grund eines neuen Staats rechts durch Auftrag der Staats- macht, durch bis Staats einrichtungen und das Gewicht der wirklichen Verhältnisse, Ueberlieferungen nnd Gewohnhetten. Der Lehenstaat. Feudalstaat ist tot. aber die Gesetze des „neumodischen Judenstaates", wie b. d. Marwitz vor 100 Jahren polternd schrieb, haben dem Landadel die Mittel und Wege eröfstiet, seine Macht im Feudalstaat durch eine kaum minder große im Staate des neunzehnten Jahrhunderts zu ersetzen. Der Geist des alten Lehenrechts überlebte die Formen dtessL Rechts, bemächtigte sich der neuen Formen und ist in unserem VersassungZstaat noch immer so über- mächtig, daß kein Stand, keine Klasse dem Landadel an Macht gleichkommt; daß der Reichskanzler sselbst der mächtige Bismarck) dieses Adels Widerstand fürchten mußte und muß! daß alle Reichskanzler bisher, auch Bismarck, nicht ohne ent- scheidende Mitwirkung dieses Adels gestürzt worden sind; daß auch der König seine eigenen Absichten(Kanal und Wahl- rcchtSrcform) nicht gegen jenen Hot durchführen können. WaZ immer an Vcrbcsierungen des preußischen Staats recht» durchgesetzt worden ist. das ist dem Aval mit Gewalt abgerungen worden, und was noch durchgesetzt werden soll uns muß. da? kann auch nur Recht und Wirklichkeit werden durch einen neuen Zusammenstoß der Staatsmacht und der Krone selbst mit dem Adel. Dieser neue Etaatsprozeß mit dem Adel würde in der sünf- hundertjäbrigen Geschichte der preußischen Hohenzollern der sechste sein. Erinnern wir uns bei diesem Anlaß der fünf, die schon der Geschichte angehören! Der Historiker Otto H i n tz e erleichtert uns den Rückblick durch seinen sünsviertel Jahr vor dem Kriege in der Deutschen Geiellschaft zu Bromberg gehaltenen Vortrag„Die Hohen- zollern und der Adel", der im ersten Kriegsjahre in isybels ljctzl Fried». Meineckes)„Historischer Zeitschrift" abgedruckt worden ist. Dieser Aufsatz verdient größere Aufmerksamkeit, als er bisher gefunden hat. Der Anfang ist gefärbt durch den Wunsch deS Verfassers, sich gegen den Perdacht einer Parteilichkeit gegen den Adel zu wehren! Otto Hintze versucht das mit der Bemerkung, daß das landläufige Urteil in unserer demokratischen Zeit dem Adel zu ungünstig sei, und weiter durch eins Verwahrung gegen Max Maure nbrechers Hohenzollernlegende. Aver er mutz doch unmittelbar fortfahren mit dem Satz, es könne nicht geleugnet werden, daß nicht jeder Zug in dem von Maurenbrecher entworfenen Bilde falsch sei, daß ein berech- tlgter Kern in seiner Auffassung stecke. Diesen nun schält Hintze klar heraus und man hat bemach den Eindruck, daß sich das von Hintze entworfene Bild der Vorgänge nicht sehr von dem Maurenbrechers unterscheidet. Der erste Zusammenstoß zwischen den Hohenzollem und ihren Vasallen entwickelte sich sofort, als der Burggraf von Nürnberg ins Land kam, in ein verwildertes Land, in dem der Adel eine Schreckensherrschaft betrieb, von Raubzügen, Fehden und Brandschotzungen lebte. Der mächtigste Mann der Mark, Jaspar HanS zu Putlttz, lehnte es ab. des neuen Herrn Vasall zu werden, und die kleineren Edellente sagten. der Jaspar sei ihnen„Markgraf genug", sie brauchten keinen andern. Als sie mit sanften Mitteln zum Vasalleneid ge bracht waren, dachten sie nicht daran, ihn zu halten. Gewalt war nötig. Als der Krieg begann, den wir jetzt erleben, war genau ein halbes Jahrtausend verflossen, seitdem der Burg gras in wenigen Tagen die Schlösser der berüchtigten Raub xittcr vernichtete. Durch den Krieg sind wir um die inter- essante Halbtaussndsahrfeier gekommen. Der Burggraf, Markgraf(bald auch Kurfürst) Friedrich I, hat sich gegen den vom Raub lebenden Adel ebenso durch gesetzt, ivie Landgraf Friedrich von Thüringen. Als dieser einmal durch Erfurt ritt, rief ihm der Graf von Orlami'mde nach:„Fritz, Ivo willst Du hin?" Friedrich antwortete:„Du sollst mich wohl noch Herr heißen!" und er hielt Wort. Auch der märkische Adel war gezwungen, den ersten hohenzollexnschen Friedrich Herr zu heißen, aber er rettete auS dieser Unter wcrfung doch sehr viel von seiner Macht. DaS Ergebnis deS ersten Kampfes war ein Vergleich, der nicht einmal daS Fehderecht des Adels beseitigte. Dieses Recht au Raub wurde von einem Teils des märkischen AdclS auch weiter ausgeübt. Erst der vierte Nachfolger Friedrichs. Joachim t, brach dieses Raubrecht. Am Widerstande dagegen beteiligte sich zwar nicht mehr der ganze Adel, aber doch ein großer Teil („zahlreiche Mitglieder des StandeS", heißt es bei Hintze). Die„Hsrrentage" der Ritterschaft widersprachen nicht mehr, als Joachim durch„massenhafte Verfolgungen nnd Hinrichtungen adliger Freibeuter doch auch den Körper deS ganzen Adelsstandes erschütterte", lesen wir bei Hintze, der fortfährt:„In den heftigen Zuckungen werden wir die Agonien des alten kriogS- und fehdelnstigen, gesetzt losen und verwogenen Feudaladels sehen müssen, die Begleit erschetnvng des großen VorwandlungSprozesses, durch den der Edelmann aus einem Ritter zum Landwirte wurde" sogen wir: anstatt von Raub und Brandschatzung. von einer Arbeitsleistung zu leben gezwungen wurde. Soziale Zrauenberufsarbeit. Bon Hedwig Wachenheim. Tie besondere Eignung der Frau zur sozialen Fürsorge täügkeit wird heute kaum mehr bestritten.- Ihre Fähigkeit, Pflegerin und Hüterin zu sein, prädestiniert sie ganz be- sonders zu dieser Arbeit. Ihre Eingliederung in eine bewußt vorbeugende Sozialpolitik ist deshalb auch notwendig. Und sie ist auch möglich. Eine gesunde Sozialpolitik versucht durch Schutzmaß nahmen, durch hygienische Einrichtungen und durch Volts erziehung die gesundheitlichen und sittlichen Kräfte des Volks zu heben und ihrem Verfall vorzubeugen. Wo denn- noch Schaden eintritt, sucht sie den Betroffenen wieder einer seftistänoigen Elislenzinogtichkeit zuzuführen oder rhm eine ge- sicherte Aussicht auf Versorgung zu geben. Entspricht auch unsere Sozialpolitik noch nickt diesem Ideal, so müssen doch gerade die Frauen, die in der Sozialftirsorge ihren Lebensderuf suche», an der Ausgabe mitarbeiten, sie diesem Ideal nachzugestolten. Sic dürfen nicht bei der überwunde- nen Form der Wohltätigkeit beharren bleiben. Sie müssen auch erkennen, daß die Privatwohlfahrtspslege nur dort am Platz ist, wo sie Pionierarbeit für neue Aufgaben leistet, die ahne sie viel später begonnen würden. Denn nur dann kann es erträglich sein, daß die soziale Fürsorge ausgeübt wird ohne eine öffeittlicho Kontrolle. Zu einer ersprießlichen sürsorgerischen Tätigkeft ist eure systematische Schulung der fürsorgerischen Kräfte ersorder- lich, Di? Organe und ihre Helfer müssen Sinn und Zweck der Sozialpolitik erfaßt hoben, die Sozialgesetzgebung und ihre praktische Ausführung kennen und in ber Arbeit immer ihre Wirkung für den einzelnen und die Gesamtheit vor Auaen haben. Dazu gebort nicht nur soziales Verständnis und Kenntnis der sozialen Gesetzgebunp sondern auch spezialisiertes Fach- wissen. In den meisten sozialen Berufen fehlt es heute noch an der bestimmten Berufsschulung. Heute werden die sozialen Gesetze zumeist von dem Nur-Bureaukroten angewendet, der über die formale Kenntnis der Gesetze verfügt, ober doch viel- 'ach nickst mit dem eigentlichen Sinn der Fürsorge vertraut st. Daher wohl fordert Professor Schmittmann in seinem im„Vorwärts" schon besprochenen Aussatz die Vermittlungs-' organe zwischen Bureaukratw und Leben, Erfolgte die Be,- setzung der das Gesetz anwendenden Stellen mit sozial für- sorgerisch geschulten Kräften, bedürfte es besonderer Ver- nitttlungSorgane nicht. Do sie leider nicht erfolgt oft aus rein äußeren Gründen muß die Frau als Vermittlungs- organ eintreten. Man sehe einmal in die Armen- und Vor- mundschaftSbureauS der Genieinden hinein! Junge Kanzlet- beamte, Gerichtsaktuare versehen häusig hier den Dienst in den unteren Stellen, die den verantwortungsvollen Verkehr mit den Hilfesuchenden haben. Hier fehlt oft jedes Verständnis für die Möglichkeit, das Schicksal eines einzelnen oder einer Familie aufzubauen. Der Bureaukrat hat genug getan, wenn er festgestellt bat, ob die gesetzliche Möglichkeit zur Unterstützung gegeben ist oder der formell in Betracht kommende Vormund bestellt ist. In diesen Stellen, für die ein Universitätsstudium mit Recht nicht verlangt wird, ist die sozial geschulte Frau an ihrem Platz; hier in der Fürsorge für Kinder, Frauen, Bedrückte und Gefährdete kann sie neben ihrem Fachwissen die besonderen weiblichen Eigenschaften ver- werten. Das gilt auch für die spezialisierten Fürsorgegebiete, die Schwangerenfürsorge, die Kriegsfürsorge, die Äufstchi über daS Haltekinderwesen, die Trinker, Tuberkulosen- und Säuglingsfürsorge. Die Jugendfürsorge braucht heute Kräfte, die Verständnis für den sozialen Fortschritt chaben, der in den Jugendgerichten, in der Möglichkeit deS Strafaufschubs bei Wohlvsrbalten. in Schutzaufsicht bei Familienpflegc an Stelle von Anstaltserziehung liegt, und die als Hilfsorgane des Jugend- und Vormundschaftsrichters im Sinne dieses Fort» schritts wirken können. Die Schulpflegerin muß die sozial- hygienischen Maßnahmen für die ihr anvertrauten Kinder ausnutzen können. Die Wohnungsinspektion braucht nicht nur Techniker, sondern Beamte, die einen Blick für die Be- dürfnisse der Familie haben, in die sie ihr Beruf führt. Ar- beitsnachweiS und Gewcrbeinspektion, Berufsberatung, die Lebensmittelfürsorge der Gemeinden im Krieg brauchen Menschen, die die ganzen sozialen Folgen ihrer Berufsleistung übersehen können. Diese Aufstellung soll keinestvegs eine vollständige Auf- zÜhlung aller Möglichkeiten sozialer Arbeit geben. Durch sie. sollen auch nicht alle diese Arbeitsgebiete allein für Frauen in Anspruch genommen werden. Es soll auch nicht der An- schein erweckt werden, als ob eine große Anzahl Stellen zu besetzen sei. Viele dieser Stellen müssen noch geschaffen, an vielen Orten mit den richtigen Menschen besetzt werden. ES soll damit nur gezeigt werden, daß unsere lstutige Sozial- Politik Menschen braucht, die mit klarem Blick und warmem Herzen arbeiten können, und die soviel soziale Schulung haben, daß sie die Bddeutnng ihrer Arbeit für den Fortschritt der Menschheit bewerten können lind dieses Ziel mit ihrer Arbeit verfolgen. Hier ist immer nur von der beruflichen sozialen Arbeit gesprochen worden. Die Ersahrungen in der Armenpflege und Vormundschaft haben eigentlich gezeigt, daß die ehren- amtliche soziale Arbeit nur dort Sinn hat, wo gerade im Ehrenamt die Bedeutung liegt, wo Menschen aus verschiedenen Berufen herangezogen werden sollen, damit ihre verschiedenen Erfahrungen verwertet werden können, oder dort, wo be- stimmte Bernfsgrnppen ihre Interessen vertreten müssen, wie bei Arbeitsnackstveis. Berufsberatung und Sozialversichc- rung. Auch die gemeindliche Selbstverwaltung braucht ehren- amtliche Kräfte. Nicht nur miS Gründen der Gleichberechtigung. sondern weil es sich um ein Gebiet handelt, das ihrem Wesen besonders entspricht, muß der Frau die Möglichkeit gegeben werden, in die Stätte der Selbstverwaltung sozialer Einrichtungen einznIiebcn, Für diese ehrenamtliche Arbeit ist natürlich keine Berufs- schulung nötig, hier genügen einführende Kurse, denn diese Arbeit soll ja gerade aufbauen auf den verschiedenen Be- ruft- und Lebenserfahrungen verschiedener BevölkcrutigS- klasscn. Für beruflich arbeitende Kräfte sst schon heute neben dem Hochschulstudtum eine Ausbildnngsmöglichkeit gegeben, die ganz speziell auf die soziale Arbeit gerichtet ist. Es be- stehen zirka 32'Schulen, an denen eine Austzilduna erfolgt, doch nur etwa ein Viertel von ihnen kommt für eine solche ernstlich in Betracht. Bedauerlich ist, daß durch die hohen Kosten Frauen aus der Arbeiterklasse die Gelegenheit ge- nominen ist, eine solche Ausbildung in natürlich konfessionell und politisch unabhängigen Schulen zu suchen. Zu fordern ist. daß, wenn die Notwendigkeit der sozialen Schulen mehr anerkannt wird, die Gemeinden diese in ihre Hand nehmen und Frauen aus allen Bevölkerungsklassen den Unterricht ermöglichen.. Tic geschulte Sozialfürsorgerin hat nicht nur für die Ausführung der bestehenden Sozialgesetze Bedeutung. Ihr Wissen und ihre praktische Erfahrung geben ihr die Möglich- keit und machen ihr zur Pflicht, an der Fortführung der Sozialreform mitzuarbeiten, denn wie die Webbs sagen: „Soziale Umbauten erfordern ebensoviel Spezialkenntnis und dauernde Studien, als Brücken- und Eisenbahnbau, die Auslegung der Gesetze oder die Fortschritte der Technik und der Maschinenkunde... ..... Ist doch im wesentlichen aller Fortschritt der sozialen Reform abhängig von der zukünftigen engen Verbindung zwischen den beiden großen sozialen Mächten, dem Staats- bürger, dessen Gemeinsinn den öffentlichen Willen beherrscht, und dem Spezialisten der Sozialwissenschaft. der sich der systematischen Durchdringung und der Verwirklichung deS soziale» Zweckes widmet. Aus dieser Verbindung erwächst auch die Kraft zur Verhütung der Armut." Wintersthonheit. Von Ferdinand Avenarius. Ja, der deutsche Wald ist auch im Winter schön. Still ist es darin, aber still lebendig. Es knistert unter deinem Fusj von Reisig und von all den gefrorenen Blättern, du mutzt ganz vor- sichtig auftreten, willst du den Bergkhang hinunter das Wild im Tale belauschen/ Hier neben dem Busch ist deutlich zu sehen, wie der Boden aufgetaut war, hier hat Hochwild, ein Hirsch oder eine Hirschkuh vor kurzem noch gelagert. Drunten müssen sie über die Lichtung wechseln. Eine Ausschaustelle, nun warte. Die Zeit wird nicht lang, wieviel ist derweile zu-sehen! Am Boden ist alles weitz umstickt. Die roten Toten, das grüne Lebendige, das sich zwischen ihnen hinauswagt, die gelben Halme vom Vorjahr noch, der Efeu an den Stämmen, die Zweige der Büsche sind alle mit feinen Kristallen besetzt, ein jeder anders, und, tvo der Edelstein taut, wird er zur Perle, und die Perle wird zum Diamanten... Horch, da kommt er, der Hirsch! Ist das das nämliche Tier, das im Zoologischen Garten so gelangweilt langweilte? Dieser von Schnauze zu Schwanz erregte Gesell, der jetzt so vorsichtig äugelt und sichert, bei jedem Schritt bedacht, datz er nichts verrate, ganz und gar, so scheint's, seiner Verantwortung als Gatte, Vater, Herr und Führer bewutzt! Und die Hirschkühe und die Kälber! Ach, da spüren sie uns! Eins nach dem andern Satz auf Satz dort über den liegenden Stamm, dann hinter dem niedrigen Damm dort, in einer Reihe trapp, trapp, trappj du siehst nur die Köpfe, davon in den Nebel, der kühl heranschleicht. Es wird Abend. Geh heim, morgen wird der ganze Wald in Rauhreif stehen. Ja, der Winternebcl. Hast du den in den Bergen schon«in- mal miterlebt? Das kennst du ja sicher, wie die Stadt drin aussieht, wenn dir beim Ausgang der spatzende Nachbar rät, das grotze Brotmesser mitzunehmen, datz du ihn besser zerschneiden kannst! Spatze du, Nachbar, was U-eitzt du Stubenhocker davon? Ein paar Statiönlein Bahn, dann ausgestiegen und jetzt bergauf. Immer noch nur das graue Nichts, in dem da und dort etwas dunkelt und wieder versinkt. Eine halbe Stunde weit höher, so ist es ein weitzeS Nichts, und drohend schier treten von rechts und links abenteuerliche Riesengestalten zu dir heran und wieder zurück. Der Pfad wird steiler, sieh: ein Weiher Mond zirkelt sich droben an. Nun achte Wohl, denn Schritt für Schritt jetzt kann das Herrliche geschehen. Es geschieht— aufjauchzen willst du, aber der Jubel löst sich in Andacht. Ein wallendes Meer liegt unter dir, brandend mit seinen gewaltigen Wogen gegen schneeige Ufergelände, und in seinem Branden und Schäumen erstarrt. Was dir Sommers so vertraut war, nun scheint es fremd wie von einem andern Stern. Weitz umbrandet vom Urmeere ragen selige Inseln goldumlichtet ins Blau der Unendlichkeit. Verweile, dann wirst du sehen, wie mit der steigenden Sonne in die trägen Massen ein Empören kommt, jetzt verhatten noch, dann in offenem Auf- rühr, ein Sturm in seinen Wogen, während sich doch kein Windlein regt, ein Bäumen und Zerreihen. Und nun ein Zerflattern. Datz die Talgründe aufleuchten und wieder überspannen und überspült werden. Und nun bleiben. Bleiben, indes in den äutzersten Schluchten das Spukmeer mit seinen letzten Fetzen zerrinnt. Aber in der nächsten Nacht kriecht es wieder aus allen dunkeln Stellen auf und gespenstert sich zu Scharen und gietzt sich auS den Schwärmen wieder zur Masse zusamnien. Kommst du früh herauf, wenn der abnehmende Mond noch glänzt, und siehst du den in Einsamkeit kalt herrschen über dem grauen weiten, weiten Tod, du vergissest eS nie. Das Wasser ist des Winters Kaiser. Das Wasser in allen seinen Formen. Das Wasser von dem Dunste ab, den du als solchen nicht erkennst, der dir nur Sommers ungesehene Fernen Winters in blauem Duft« heranträgt, vom Dunsie über den Nebel zum Reif, über den Regen zum geschwollenen Strom, über den mit hunderterlei Kristallen von mikroskopischer Zierlichkeit stickenden und schmückenden und mit Hauben und Mänteln kinderlustig mummen- den Schnee zum Flutz auf Flutz und Bucht auf Bucht thrannen- hart bezwingenden Eise, das meilenweit durch die Nächte donnert, wenn es im Froste springt. Willst du aber sein Reich unbeschränkt sehen, so gehe Winters anö Meer. Nicht weil du dort einen der Winterstürme erleben könntest, deren Erhabenheit zu dem Grötzten gehört, was unser Planet überhaupt mitzuerleben hat. Ich will nur vom ruhigen Meere sprechen. Der Strand, der zur Sommerzeit„Promenade" ist, jetzt ?on. Sittenbild aus Bukarest. Von Mite Kremnitz. In das grotze Hospital von Bukarest wurde ein Kind ein- geliefert: ein Knabe von kaum sechs Jahren, der vor der Markthalle hingefallen und dem ein Lastfuhrwerk über den kleinen mageren Arm gegangen war. An zwei Stellen schien der Knochen gebrochen zu fein. Der leitende deutsche Arzt, der im Begriff stand, � nach vierstündiger Tätigkeit das Hospital zu verlassen, kehrte sofort um, als das Kind auf schmutziger Bahre anlangte. Er war ein großer, starker Mann, aber Kinderleid konnte er nicht er- tragen: für ein armes Kind, und nun gar ein so elendes, schmächtiges, hatte er immer Zeit, das überlieb er keinem Assistenten. Er forderte von den Männern, die den trotz der Kälte nur mit einigen Lumpen bedeckten Kleinen einlieferten, Bericht, wie und wo das Kind verletzt worden sei, wem es gehöre. Auf die letzte Frage wußte niemand Auskunft: der Junge hause immer zwischen den Abfällen des Marktes, hieb es. Der Knabe selbst schwieg: nicht einmal ein Laut der Klage kam bei der notwendigen, aber sehr schnrerzhaften Unter- suchung über seine feinen Lippen, aus seinen großen schwarzen Augen tropften nur langsam Tränen. Der Arzt bewunderte diesen Heldenmut und fragte den Knaben freundlich, wie er heiße. Das Kind antwortete nicht, sondern blickte ihn scheu an. Sollte der arme Kleine, der in einem unbeschreiblichen Zustande körperlicher Vernachlässigung war, auch noch taub oder stumm sein? Vorsichtig wurde er gebadet, die krausen Haare wurden ganz kurz geschnitten, damit der arme kleine Kopf auch geseift werden konnte: dann steckte man ihn in Hospitalkleider und legte den Arm in einen Verband. Der Arzt beobachtete unterdessen mit feinen durchdringenden Augen das Kind scharf: taub oder stumm war der Knabe nicht, aber er war in einer Verwilderung, wie sie selbst ibm, der so vieles gesehen, noch nicht vorgekommen war. Dies Kind war irr vor Angst.,. � „Heißt Du Jon?" fragte der Doktor schließlich, auf gut Glück den gebräuchlichsten Namen wählend und streichelte dabei den kleinen Vatienten. Eine unbeschreibliche Verwunderung malte sich auf dem Antlitz des Kleinen, dann sagte-er mit heiserer Stimme:„Jon." „Tut Dir etwas weh?" fragte der Arzt weiter, um seinen ersten Erfolg auszunutzen. Das Kind verstand die Frage ist er der Vorhos der See und weiter nichts, ein breiter, wellig fester Vorhof, auf dem leisi. die langen Wogen hinauflaufen, um abzulegen, was sie nicht mehr wollen. Nichts beherrscht ihn nach rechts und links ins Unendliche hin, als das Meer. Das selber ist leer von Schiffen, aber einjam isi es nie. Wenn du in den blaugrauen Duft darüber blickst, wie seltsam, so blitzt es plötzlich wie ein Silbernebel am Himmel hin und erlischt wieder und blitzt wieder auf. Jetzt begreifst du erst, woher das kommt: ferne See- schwalbcnflüge sind's— wenn sie sich wenden, daß die Sonne das Weiß der Gesieder trifft, dann jedesmal erglänzt am Himmel der Schimmer. Und welch Vogelleben überhaupt. Vom Norden sind die Wintergäste gekommen, in unzähligen Scharen, in all den verschiedenen Arten die Enten und Gänse und sonstiges Flügel- getier. Dicht am Ufer kannst du die Enten sehen, die unermüdlich muntern Gesellen, die schnattern, tauchen, sich zanken und spielen, wie hier zur Hochsaison nur die lustigsten Menschlein, während würdevoll ein Höckerschwan als Goliath zwischen dem Kleinzeuge rudert. Heut ist ja hier in der Bucht das Wasser noch eisfrei, nur die Steinblöcke, die bor Uralters auf Gletschern und EiS- bergen dahergereisten, haben sich gewaltige weiße Kapuzen auf- gesetzt. Freilich, schon knistert es Mischen ihnen, und immer mehr ummanteln und umpanzern, umstacheln und umzapfen sie sich. Wohl morgen schon ist die Fläche ein Stück hinaus von Scholle an Scholle bedeckt, und träge nur hebt sie sich, wenn die Wogen unter der dünnen Schilderschicht verlangsamt herankriecken. Uebermorgen aber ist alles vieUeicht schon starr, eine feste Eis- ebene meilenweit hinaus, dann bleibt nur am Horizonte vom Brandungsgischt ein Streif vor. Silber und, steht die Sonne dar- über, von Gold. Dahin zieht auch all das Vogelvolk hinaus. Aus weiter Ferne hörst du dann nachts ein Bellen wie Rüdengeläut, oder ein Geräusch zum Täuschen genau, als lärme dort draußen eine Großstadt. Das kommt von den Tausenden und aber Tau- senden von Wildgänsen des Nordlands. Plötzlich erhebt es sich und naht und verstärkt sich und wächst und braust über dir durch's Dunkel, und nun ist eS ganz, ganz wie ein wildes Heer... Aus dem bereits besprochenen AvenariuS-Buch von W. Stapel(München, Callway), das viele der besten Aufsätze des Knnstvermittlers und Kulturpolitikers enthält. Die Erfindung der Dpnamomafihme. 1867— Januar— 1917 Bon Artur Fürst. Die menschliche Kultur könnt« da?, was sie heute ist, nicht sei« ohne di« Einwirkung und Mtwirkung des elektrischen Stark- stromZ. Die Möglichkeiten, die uns die Ausnutzung der Natur- kraft Elektrizität in dieser Form erschlossen hat, sind so zahlreich und so innig mit dem gesamten Dasein und Treiben der heutigen Menschheit verwebt, daß das zwanzigste Jahrhundert ohne sie nicht denkbar wäre. Starkstrom-Elektrizität treibt gewaltig« Maschinen an; sie gestattet— und das ist ihre ureigenste grandiose Eigenschaft— Energie, die an einem geeignete« Punkt erzeugt wird, weithin zu leiten und überallhin zu verteilen; da? elektrische Kraftzentrum liefert nach Belieben vier Formen der Energie: Kraft, Licht, Wärme und chemische ZerspaltungS- oder Verbindungsenergie. Elektrische Bahnen find das beguemste und vorteilhafteste Be- förderungSmittel geworden. Der Elektromotor bebt die schwersten Lasten. Die Elektrometallurgie scheidet Metalle aus dem Erz, die elektrochemische Industrie bereitet das Aluminium, sie ent- nimmt Stickstoffverbindungen aus der Luft. Millionen und ober Millionen Menschen sind bei der Fabrikation elektrischer Maschinen und aller derjenigen Einrichtungen beschäftigt, die durch sie erst möglich geworden sind. Fast die ganze zivilisierte Menschheit ge- nietzt heute die Segnungen, die von den elektrischen Leitungs- drähten ausgehen. Nicht lange mehr, und kein Ort in einem Kulturstaat wird ohne öffentlich nutzbare Elecktrizitätsguelle sein. Daß wir diese unvergleichliche Kraft zu unserer Verfügung haben, verdanken«vir Werner Siemens. Er hat die Ma- schine erfunden, durch die allein es bis zum heutigen Tag möglich ist, nutzbare elektrische Ströme nn großen zu erzeugen. So wenig wie in irgendeinem anderen Bezirk entspringt im Reiche der Technik ein großer Gedanke plötzlich und unvcrmfttelt nicht: es hatte sich wohl noch nie jemand um seine Schmerzen gekümmert! Auch der Begriff von Vater, Mutter und Haus schien ihm zu fehlen. Als man ihn jedoch fragte, wo er sich abends niederzulegen Pflege, zeigte er auf den Marktplatz. Ms der Doktor eine Notiz für die Polizei geschrieben, mußte er den kleinen Stummen verlassen: der pflegenden Schwester hatte er befohlen, dem Jungen möglichst kräftige Nahrung einzuflößen: benn er schien halbverhungert. Beim Nachmittagsbesuch war der erste Gang des Arztes zmn neu eingebrachten Kinde: das Bett war leer, und die Schwester erklärte unwirsch, es sei unmöglich, den Khraben darin zu halten, drciinal sei er ihr bis in den Hof entschlüpft, jetzt liege er in einer Ecke des Korridors! Der Doktor setzte ihr auseinander, sie niüss« sich in die Seele dieses kleinen Wilden, der gewiß noch nie in einem Bette gelegen hätte, ver- setzen. Vielleicht sei er auch davongelaufen, um seinen Anzug, den er mit so viel Ehrfurcht angefaßt hatte, in Sicherheit zu bringen, weil er ihn wieder zu verlieren fürchtete? Der Doktor hatte inzwischen Jons Lagerstätte, unter einer Treppe, gefunden: elend zusammengekauert lag das fiebernde Kind da. Der Arzt nahm ihn behutsam in den Arm und trug ihn in sein Bett,„Jon wird hier liegen bleiben," sagte er be- stimmt. Dann erkundigte er sich, was der Knabe gegessen. habe.„Nichts," entgegnete die Schwester,„er schiebt alles fort."„Wahrscheinlich hat er noch nie gekochtes Essen ge- schmeckt." meinte der Doktor,„holen Sie mir einen Apfel und eine Tasse Suppe." Bis beides zur Stelle war, besuchte der Arzt die anderen Kinder, die in demselben Saale lagen. Jon verfolgte ihn gespannt mit den Augen. Der Doktor nickte ihm hin und wieder zu und rief:„Ganz still liegen!" Jon verharrte auch regungslos, bis die Schwester mit dem Apfel an sein Bett trat: nach dem streckte er die unverletzte Hand aus. Von der Suppe wollte er nichts wissen, man flößte ihm einige Lössel ein, er schauderte vor Widerwillen. Den Avfcl, als er ihn endlich bekam, verspeiste er mit Stumpf und Stiel, wie ein Aeffchen nagend. „Wenn Jon in einer Stunde drei Löffel Suppe ißt, be- kommt er das," sagte der Arzt und zog eine Kupfermünze aus der Tasche. Des Kindes Augen leuchteten: sogar mit der Hand des kranken Armes suchte er sie zu fassen. Das kannte er, das schätzte er! Entzückt nahm er die Ällünze und suchte sie in einer Falte seiner ungewohnten Bekleidung zu verstecken. Endlich hatte der Doktor ein Mittel, um sich zu verständigen, dem Gehirn deS Menschen, wie Athene fertig gepanzert dem Haupt des Zeus emftteg. Generationen sind gewöhnlich nötig, um das Feld zu düngen, aus dem dann endlich die Wunderblume des ab- schließeirden genialen Gedankens erblüht. Es ist erstaunlich, daß der ganze Werdegang der Dynamomaschine vom ersten Aufblitzen des theoretischen Gedankens, der zur Grundlage ward, bis zu ihrer Fertigstellung kaum Möhr als drei Jahrzehnte gebraucht hat. Arago hatte entdeckt, daß elektrische Ströme Eisen, das sie in darumgelegten Windungen umfließen, magnetisch machen. ES währte mehrere Jahre, bis der geniale Entdecker der elektrischen Induktion, Michael Faraday, aus den Gedanken kam, daß diese Wechselwirkung zwischen Elektrizität und Magnetismus auch um- kchrbar sei. Durch bloße Ueberlcgung erkannte Faraday, daß, wenn Elektrizität Magnetismus zu erzeugen vermöge, Magnctis- mus auch imstande sein müsse, Elektrizität hervorzurufen. Im Jahre 1881 vermochte er diese Behauptung durch ein Experiment zu beiveisen. Faraday fand, daß ein Magnetstab, den man in eine Draht- spule hineinstößt, in dieser einen Strom erzeugt, und daß das- selbe geschieht, wenn man den Magnet wieder herauszieht. Mäh- rend der Magnetstab in der Spule ruht, entsteht jedoch kein Ttron;. Man vermag ebenso eine Stromerzeugung zu bewirken, wenn man einen weichen Eisenkern, der fest in der Spule steckt, abwechselnd magnetisiert und wieder entmagnetisiert. Aber bald wurden von anderen Maschinen gebaut, welche die- magnet-elektrische Induktion ausnutzten. Der Franzose Pixii und der Italiener Dal Negro konstruierten schon im Jahre 1832 Ma- schinen, bei denen die Magnetinduktion dadurch hervorgerufen wurde, daß Induktionsspulen den Polen von Magneten durch Dre- hung fortwährend genähert und wieder von ihnen entfernt wurden. 1853 gelang es Rollet, eine sehr grotze Maschine dieser Art zu bauen. Nachdem sie durch Holmes verbessert und ausgestaltet worden war, geschah es am 8. Dezember 1856 zum erstenmal, daß Strom für elektrisches Licht durch Maschinenkraft erzeugt wurde. Es brannte in dem Leuchtturm auf South-Foreland. Die so gebauten Maschinen erlangten bald eine gewisse Be- deutung. Der ihnen zugrunde liegende Gedanke war, die von daueriaden Stahlmagneten erzeugten Kraftfelder zur Jnduzierung von Strömen in Spulen"zu benutzen, die durch die Magnetfelder hindurchgedreht wurden. Den drehbaren Teil, auf dem die Spulen saßen, nannte man Anker. Da man den dringenden Wunsch hatte, recht starke und dau- «rnde elektrische Ströme zu erhalten, so wurden immer umfang- reichere magnet-elektrische Maschinen gebaut. Man««ahm jedoch bald wahr, daß deren Leistungsfähigkeit durchuas nicht im Ver- hältnis zu ihrer Größe wuchs. Es wurde im Gegenteil die Kraft der induzierten Stahlmagnete durch den im Anker entstehenden induzierten und entgegengesetzten MagnetiSorus immer mehr ge- schwächt. Daraus erwuchs der Gedanke, an Stelle der Stahlmagnets Elcktromagnete zur Erzeugung der Induktion zu benutzen. Man versuchte dies zuerst in der Weise, daß man die Elektromagnete durch Botterieströme erregte. Aber auch hier arbeitete die Ma- schine sich selbst bis zu einem gewissen Grade entgegen. Wilde in Birmingham benutzte dann an Stelle der Batterie zur Erregung der Elektromagnet« ein« kleine magnet-elektrische Maschine, die mit SiemenSschem Doppel-T-Auker ausgerüstet war. Hierdurch konnte man schon recht kräftige Ströme erzeugen, aber eine ge- nüge>«de Steigerung»ar auch hier nicht möglich. Die richtige An- ovdnung brachte erst das dynamo-elektrische Prinzip. das von Werner Siemens im Jahre 1866 gefunden wurde. Siemens faßte den großartigen Gedanken, daß man für die Erregung der Magnete, di« dann im Anker der Maschine den Strom hervorrufen, doch nicht notwendigerweise von außen her gelieferten elektrischen Strom verwenden müsse. In jedem ein- mal magnettsierten Eisen, also auch in den Erregern, bleibt immer etwas Magnetismus zurück. Dieser genügt, um im Anker, wenn man ihn dreht, elektrischen Strom hervorzurufen. Führt man nun diesen schwachen elektrischen Strom um die Wicklungen der er- regten Magnete herum, so mutz deren Magnetismus verstärkt werden, wodurch«run wieder die Stromentwicklung im Anker ge- steigert wird. Das wirkt von neuem aus die Erregermognete, von da wiederum auf den Anker, und so muß sich immer weiter eine Steigerung der Maschinenleistung ergeben, bis die für ihre Bauart höchstmögliche Leistung erreicht ist. Das Ergebnis war, als Siemens das Prinzip praktisch aus- probte, in der Tat so, wie er es erwartet hatte. Er nannte den gefunden! Er zeigte dem Kleinen noch eine zweite Kupfer- münze und sagte ihm. daß er sie bekäme, wenn er bis morgen früh im Bette bliebe. Weder Alter, noch Herkunft, noch Namen konnte man auf das Brett über seinem Bette schreiben. Auf der Polizei hatte niemand sich nach einem vermißten Kinde erkundigt. Abends fuhr der Doktor noch einmal in sein Krankenhaus, er wußte selbst nicht, warum es ihn so dorthin zog. Schon vor der Pforte sah er einen Auflauf. Richtig, die Leute um- standen einen Knaben, und der Knabe war Jon! In einem unbewachten Augenblick war er, geschmeidig wie ein Kätzchen, entwischt, hatte sich für sein Kupfergeld Rüben und Kohl ge- kaust, die er gerade roh verzehrte, als er eingefangen wurde. Die törichten Leute fuhren ihn hart an, der Doktor konnte noch beizeiten eingreifen. Der Verband war verrutscht: wenn man den kkranken nicht zur Ruhe brachte, konnte er fürs Leben den Gebranch des Armes verlieren. Der Doktor überlegte, wie er das be- Werkstelligen könnte, ohne das Vertrauen Jons, der ihm wie ein gefangenes, in der Menschenhand zitterndes Vögclchen vorkam, ganz zu verlieren. Er mochte ihn nicht festbinden, sondern setzte eine Schwester ans Bett, die nichts anderes tun sollte, als auf ihn aufpassen. Jon blieb nun liegen, aber schlafen konnte er nicht im Bett. Augenscheinlich war es ihm so unbehaglich, wie es uns fein würde, unL auf ein Beet blühender Blumen auszustrecken: er war gewohnt, sich auf dem Erdboden zusammenzukauern. Am folgenden Tage gab man ibm eine beruhigende Arznei ein, die eine unvorhergesehene Wirkung ausübte: er schlief volle 24 Stunden. Sowie er zu sich gekommen, sckaute er gespannt auf die Tür. Erwartete er den freundlichen Doktor oder eine zweite Kupfermünze? Diesmal kam der Arzt mit zwei blanken Münzen— enttäuscht wandte das Kind sich ab. es kannte nur blindes, schmutziges Geld, nur solches hatte ihm dazu verholfen, sich hin und wieder an einer gerösteten Kürbisschnitte zu sättigen! Langsam sing der kleine Patient an zu sprechen, aber nur mit dem Arzt. Aus seinen Erzählungen und den Nach- forschungen, die der Dostor an Ort und Stelle machen ließ, kam die furchtbare Wahrheit ans Licbt: dieser steine.Knabe hatte seit Jahren kein Obdachl Im Winter verkroch er sich in Lumpen oder Säcken unter irgendeinem Tisch der Markthalle während der langen Stunden der Dunkelheit, im Sommer pflegte er auf der Straße zu schlafen. Mit den Hunden uin fo entstandenen Wunderdaren Apparat dhnamo-elettrisldc Maschine,' von dem griechischen Wort Dynamis � Arbeit, weil hier die' Ar- Veit, die dazu verwendet wurde, um den Anker zu drehen, sich direkt in elektrischen Strom umsetzte. In trefflicher Weise ist die An- ordnullg in der Maschine so getroffen, daß der Magnetismus immer den Strom und der Strom den Magnetismus verstärken muß. Technische Konstruktionen sind, wie Graetz sagt, immer genial und hervorragend leistungsfähig, wenn sie es verstehen, Anordnungen zu treffen, durch-welche sich Ursache und Wirkung gegenseitig ver- stärken. Das ist bei dieser Maschine in besonderem Maße der Fall. Kurz vor Weihnachten des Jahres 1866 führte Werner Sie- mens seine neue Erfindung den Professoren Dave, Magnus und Du Bois-Rehmoird sowie wahreren anderen ersten Physikern Ber- k:ns vor. Professor Magnus erbot sich sogleich, der Berliner Aka- dcmie der Wisienschaften eine Beschreibung der Erfindung vorzu- legen. Dies konnte jedoch wegen der Wahnachtsferien erst am 17. Januar 1867 geschehen. In der Arbeit, die Professor Magnus damals der Akademie übergab, schrieb Werner Siemens am Schluß: „Der Technik sind gegenwärtig die Mittel gegeben, elektrische Ströme von unbegrenzter Stärke auf billige und bequeme Weise überall da zu erzeugen, wo die Arbeitskraft disponibel ist. Diese Tatsache wird auf mehreren Gebieten derselben von wesentlicher Bedeutung sein." Das ist auch in großartigster Weise eingetroffen. In England wurde die Erfindung dadurch bekanntgemacht. daß Wilhelm Siemens am 14. Februar 1867 einen Vortrag darüber in der Rcwsl-Society(Sgl. Gesellschaft) unter dem Titel „lieber die Umsetzung dynamischer in elektrische Kraft ohne Hilfe von permanentem Magnetismus" hielt. Er gab hierauf eine Beschreibung des Apparats. Und dann geschah in der Versammlung etwas, das in der Geschichte der Er- findungen ewig denkwürdig bleiben wird. Unmittelbar nachdem Wilhelm Siemens seinen Vortrag be- endet hatte, stellte Professor Wheatstone der Royal Society einen Apparat vor, der gleichfalls auf Grund des dynauio-elektrischen Prinzips gebaut war. Die Erfindung war also von ihm fast gleichzeitig gemocht worden. Ja eS stellte sich heraus, daß bereits im Dezember 1866, also gerade in den Tagen, in welchen Werner Siemens seine Maschine vollendete, ein Ingenieur namens Varley ein englisches Patent auf den gleichen Apparat nachgesucht und hierbei dem Patentamt eine provisorische Beschreibung in ver- siegeltem Umschlag eingereicht hatte. Es war also, wie man das bei großen Gedanken nicht selten beobachten kann, die Zeit der Reise für diese Erfindung gekommen gewesen. Nun mußte sie der Menschheit in den Schoß fallen. Das Verdienst von Werner Siemens wird hierdurch nicht im geringsten gemindert. Jeder, der sich nicht durch nationalistische Betveg- gründe in seiner Meinung beirren läßt, muß zugeben, daß dem deutschen Meister das Recht de» Priorität zusteht. Es ist kein Zweifel, daß der Gedanke, den Werner Siemens im dynamo-elektvischen Prinzip ausgesprochen hat, uns heute außerordentlich nabeliegend erscheint. Aber gerade die großen Vereinfachungen pflegen stets zuletzt gefunden zu werden, und eben sie bewirken durch ihre unvergleichliche Klarheit, daß die Konstruktion dann selbstverständlich erscheint. Durch die Schaffung der Dynanwmaschine erst gelang es, die Elektrizität aus dem Anfangsstadium herauszuheben, in dem sie nur, Gedanken über- mittelte, gewissermaßen nur den Kommandeur spielte. Von jetzt ab konnte sie auch Kraft übertragen und selbst dienstbar schaffend dem Menschen zur Hand gehen. Die erst« Anwendung, die Werner Siemens von der neu er- fundenen Maschine machte, war die Konstruktion eines Zünd- apparats für-Sprengkapseln. Verbcsserie Vorrichtungen dieser Art werden noch heute zu taufenden in Bergwerken und bei der Armee angewendet. Am 16. Juli 1868 wurde dann zum ersten- mal auf dem Artillerieschießplatz bei Berlin das elektrische Licht eines Scheinwerfers durch einen Strom erzeugt, der von einer Dynamomaschine verrührte. Alsdann mehrten sich die Anwcn- düngen autzerodentlich rasch. Auch der große und für die Jetztzeit so überaus wichtige Ge- danke der Uebcrtragung von Kraft, die durch die Dynamomaschine «rzeugt wird, über weite Strecken wurde nicht sehr viel später gefaßt. Es ist Wilhelm Siemens, der ihn im Jahre 1877 wohl zum erstenmal ausgesprochen hat. Er>var damals zum Prasi- Öenteil des Iron and Steel Institute gewählt worden uitd wies in seiner Antrittsrede darauf hin, daß für eine gewisse spätere Zeit eine Abnahme der Kohle drobe, und daß man rechtzeitig dafür Sorge tragen müsse, sie durch Wasserkräfte zu ersetzen. Er machte die Wette sanrmelte er sich, was er fand, um seinen Hunger zu stillen und seine Blöße zu decken. Für kleine Hilfeleistungen, die er den Marktleuten gewährte, erhielt er manchmal das Höchste und Schönste, was er kannte: eine kleine Kupfer- münze! Seit seinem dritten Lebensjahre schien er dies Leben geführt zu haben. Wer seine Eltern gewesen, ob er ans der Stadt oder vom Lande stamintc, konnte nie in Erfahrung ge- bracht werden. Das erste Glück seines Daseins üwr der Lastwagen, der ihm den Arni zerbrach! Nun konnte seine annc kleine Seele mit seinem kranken Körper genesen. So hoffte wenigstens der Arzt. Wie der kleine Knabe bei dem Hundeleben, das er geführt, nicht wird und bösartig geworden, sondern sanft und fügsam, standhaft und stumin gegen den Schmerz geblieben, war eigentlich ein Wunder. Keine Tücke, nur tiefes Leid lag in den schwarzen Augen und daneben eine Angst, die jedem ins Herz schneiden mußte. Wovor mochte er sich der- art fürchten? Nun hatte er unter seinem Kopfkissen schon ein ganzes 5kcst von Kupfermünzen: denn für jede geleerte Tasse Milch, für jeden Verbandwechsel wurde er vom Doktor belohn:. Ge- spannt horchte das Kind auf das Rollen der Wagen; seine Sinne waren fo viel schärfer als die gewöhnlicher Menschen. daß er unter hundert anderen den Wagen seines Arztes heraushörte. Einen ganzen Tag hatte er schon vergeblich gelauscht, die Nacht brach an, Ion konnte nicht schlafen: was war geschehen, daß der freundliche Doktor nicht kam? Sollte er die Schwester fragen? Er wußte nicht, wie... Am anderen Morgen früh begann er wieder zu horchen— gegen Mittag kam ein fremder Mann und verband ihn,.. Jon verstand nicht, warum... Er hörte nur. daß der Fremde sagte:„Der Junge kann bald entlassen werden!" Jon horchte noch einen Tag vergebens. Da erfuhr er es, ganz zufällig. Wer hätte sich auch die Mühe gegeben, es ihm zu sagen?... Jon wußte genau, was„tot" bedeutete—: nie wieder würde er seinen gütigen Beschützer sehen! So nahm er seine Kupfermünzen, streichelte sie, wie der Doktor ihn gestreichelt hatte, schlüpfte aus dem Zimmer, aus dem Hause, keiner achtete mehr auf ihn. Am nächsten Morgen fand man eine Kinderleiche im frischen Schnee des öffentlichen Gartens. Die Hände des kleinen Er- jrorencn hielten krampfhaft einige Kupferniünzen umschlossen. dabei insbesondere auf die Niagarafäklc als eilte ricscnhafie natür- liche Kraftquelle aufmerksam und sagte: „Es würde nicht schwierig sein, einen großen Teil dieser Kraft mit Hilfe von Turbinen und Wasserräder» nutzbar zu machen, die an den Ufern dcS Flusses unterhalb der Fälle errichtet und durch Gräbcu längs der Uferränder gespeist würden. Dagegen würde es unmöglich sein, die Kraft an Ort und Stelle auszunützen, da der Bezirk keinen Reichtum an Mineralien oder anderen Natur- Produkten besitzt, welche die Errichtung vorteilhaft erscheinen ließen... „Im Lauf der Zeit dürften sich wohl wirksame Mittel finden lassen, um Kraft auf große Entfernungen zu übertragen-, doch kann ich nicht umhin, schon jetzt auf ein Mittel aufmerksam zu macheu, das meines Erachtens wohl der Beachtung würdig ist, nämlich auf den elektrischen Leiter. Man nehme an, Wasserkraft werde verwendet, um eine dynamo-clektrische Maschine in Be- wegung zu setzen, so würde eiu sehr starker elektrischer Stroin erzeugt werden, der durch einen metallischen Leiter von größeren Dimensionen auf eine bedeutende Entfernung fortgeleitct und dann wiederum benutzt werden könnte, um elektromagnetische Maschinen zu treiben und die Kohlenspitzen elektrischer Lampen zum Glühen zu bringen oder die Scheidung von Metallen auS ihren Verbindungen zu bemirken. Ein Kupferleiter von 3 Zoll Durchmesser würde imstande sein, 1666 Pferdekräfte ans eine Entfern uitg von etwa 36 Kilometern zu übertragen, und diese Kraft- menge würde genügen, um Leuchtkraft von einer Viertetmillion Normalkerzen zu liefern, womit eine mittelgroße Stadt erleuchtet werden könnte." Pole schreibt in seiner Schilderung des Lebens von Wilhelm Siemens, daß diese Aeußcrung die Zuhörer in höchstem Grad überrascht habe, und daß diese Zukunftshoffnungen nur mit einem Lächeln des Unglaubens aufgenommen worden feien. Wir wissen heute, tn wie großartiger Weife die Erfindung von Werner Siemens die Hoffnungen feines Bruders auch auf dem Gebiet der Kraftübertragung erfüllt hat. Die erste Dynamomaschine, die Werner Siemens baute, war noch mit seinem Doppel-ll'-Anker ausgerüstet. Antonio Pacinotti hatte aber schon 1866 für die magnet-elcktrische Maschine den Ringanter erfunden, der eine gründlichere Ausnutzung der In- duktion gestattete. Er ist unter dem Namen Grammescher Ring weit verbreitet gewesen, weil der Belgier Zenobius Gramme es war, der die Paeinottische Erfindung in die Praxis übertrug. Ein weiterer wichtiger Schritt in der Ausbildung der Dynamo- Maschine geschah, als der Leiter des Konstruktioitsbnreaus der Firma Siemens u. HalSke, Friedrich von Hefner-Altencck, den Trommelanker konstruierte, der gewissermaßen die Vorteile des Doppel-T-Jiiduktors und des Pacinotti schcn Rings vereinigte. Bei dem Trommelanker sind die Wicklungen über den Mantel eines Zylinders so gezogen, daß die erregende Eintvirkung der Polmagnet« fast vollständig ausgenutzt werden kann. Mit diesem..Wunderknäuel", wie man Hefner-AlteneckS Er- findung bei ihrem ersten Auftreten nannte, hatte die Tyitamo- Maschine die Form bekommen, in der sich noch hentc benutzt wird. Tie Abmessungen aber, wie sie in unseren Tagen bei den gc- waltigen Turbogeneratoren bis 68- ja 86 666 Pferdekräfte« er- reicht worden sind, hat wohl auch Werner Siemens noch in seinen letzten Lebensjahren kaum geahnt. « Der 166. Wiederkehr v«n Wer, er Siemens' Geburisi«g ist in kuvz-en Zwischenräumen das Jitbiläum der epochemachenden Er- fmdung der Dynamomaschine gefolgt. Ter Gcdcnkartikel ist ein gekürztes Kapitel aus dem von Uns bereits besprochenen Werft: Werner v. Siemens, der Begründer der modernen Elektrotechnik von Artur Fürst. Das Buch, das bei der Deutschen Berlagsanstalt in Stuttgart erscheint, hält sich bei aller Leichtvcrstäiidlichkctt und guter Darstellung durchaus auf gleicher'Höhe. Die Neue Volkstümlichkeit. Von Kurt H i l l e r. Aller Werte oberster Wert ist der Geist: aber Geist bliebe spie- lerttch und leer, der nicht genährt und durchtränkt wäre von der Idee deS Paradieses— keines vergangenen, in mythische Vorzeit znrückverlegten, sondern eines ftitchteitd-zukünftigeit, eines Stein- bildS der gesollten Welt. In je weiterer Ferne dieses Paradieses Wirklichkeit schimmert, mit desto hartnäckigerer Leidenschaft inüsseit«vir es zu verwirklichen trachten. Unmöglich ist dem denkenden, unmög- lich dem wollenden Menschen nichts; das schwierigere Werk: die lockendere Ausgabe; nur für Utopien lohnt sich's zu kämpfen. Denn waS heißt Utopie 7 Ein Zustand, der nirgends statthat. Ersehnen wir nun das. was irgendschon i st? Bewahre! Das, 'was ist, enthüllte sich längst als Quelle unserer Qualen; folglich müssen wir sehe» cS zu ersetzen durch das, waS sein soll— wi-wohl eS noch nirgends ist. Glaubt aber jemand, das Semsollende sei unerringlich und die Welt könne von Ewig- leit zu Ewigkeit gar nicht ander» ausfallen als so. ivie sie ist..., dann gehe er hin und erledige sich, fehlt's ihm hierzu an Mut. so lade er wenigstens sein Bewußtsein mit der Vorstelltmg, daß er als Vieh lebt und nicht als Mensch; denn„Mensch" ist: der Welt- ändernde. Mensch ist das Wesen der Vernunft, die sich gegen das Tatsächliche.... deS Wertes, der sich gegen die Wirklichkeit..., der Knliur, die sich gegen die bloße Natur kehrt; nicht tim das Tatsächliche in Abrede zu stellen, die Wirklichkeit zu zertrümmern, die Natur zu ertöten; das wäre irrig, irrsinnig, verrucht; sondern um sie zu bearbeiten, zu bändigen, zu meistern, um sie machtvoll hin- zuleitken zu den Zielen der Sehnsucht. Menschsein heißt geistig sein; das dumpfe Tier vermag die Grenzen der Topie, der Gegebenheit, nicht zu durchbrechen,— der Mensch ist Utopiker(oder er ist auch nur Tier). UtopiSmuS als Schimpswort indes und als Spoitvokabel war von jeher die Waffe aller Satten, Zufriedenen, Trägen, Privi» legierten. Zynischen... gegen alle Glühenden und Gotiertüllten, gegen alle Empörten und Empörer.„Das ist utopisch 1" soll besagen: ivaL ihr da fordert, kann niemals erreicht werden; in Wahrheit besagt es; wir wollen nickt, daß ibr's erreichet. Hohn— ist die Maske, hinter der die Angst sich verbirgt, etwaS z» vertieren, daraus man kein Anrecht hat. Ironie— die Fraye der Wut, die sich nicht vorwagt. Jeder Forlschritt in der Menschheitsgeschichte war, bis er ertrotzt wurde, als Utopie verleumdet. Man stempelt eine mißliebige Idee lächelnd zur unvollziehbaren, um dann, tobald sie vollzogen, hochmütig zu erklären, man selbst habe sie im Grunde ja immer gewollt. Der hämische Verzögerer möchte hinterher niemand gewesen sein— besonders derjenige nicht, der sich schon anschickt, einer neuen Idee die Bahn zu verlegen. Die macht man eS nun, den Trägheitsnenner des geschichtlichen Geschehens auf sein mögliches Mindestmaß herabzusetzen; die Steine aus jenem Wege zu räumen, der zur Freiheit, zur Verbrüderung. zur Herrschaft des Geistes führt; das Sei» so umzubauen, daß sein Bild dem paradiesischen Bilde sich nähert i— Hier steigt das Problem der Erziehung auf. .Erziehung"..., man erschrecke nicht! Dies Wort nahm nachgerade einen stechenden Blick an, und in seinem Klange zischen Peitschen. Es weckt Erimtertingen an engstirnige Würde und brutale Nüchternheit, an den gehobenen Zeigefinger und das Gekeif bebrillter Frciheitsfcinde, an Dunkelmänner und böse Jungfern, und übrigens auch an die Pfaffen und Nonnen des„gesunden Menschenverstandes". . Aber der Begriff, in der Frische seiner Unschuld, ist holder als das verknitterte Wort.„Erziehung"— man befreie sich von allen häßlichen Asioziationen und bedenke: So sehr eS gilt, die Realität. das Zusiändlicke, die Dinge zu ändern und nicht die Seelen snämlick sie etwa durch„religiöse" oder sonstige Suggestion dahin zu bringen, daß sie demütig-entsagnngsvoll sich den Zuständen inuerlich anbequemen, beugen, tmterwerfett; Theotie von der gottgewollten Sklaven- Wirtschaft), so sehr bedarf es doch einer Äenderung der Seelen. damit erst der Wille und die Kraft in ihnen erzengt werde, die Dinge zu ändern. Der Inbegriff aller Methoden, diesen Willen und diese Kraft herborznzauberii, heißt aber Erziehung. Gegenstand der Erziehung sind demnach nicht bloß Kinder lund Rekruten), Gegenstand der Erziehung ist das ganze Volk. Als seine Erzieher haben wir jene Tieferen itnd Verantwortlicheren zu betrachten, die, unter alle Sckichtcn gestreut, weder Priester noch Lehrer, weder Redner noch Schreiber, im kleinen Kreise jeweils wirken— ohne eigentlich wirken zu ivollen. Die Summe dieser im einzelnen psychologisch oder gar statistisch kaum zu fassenden Klcinwirkungen ist sehr beträchtlich: doch ein besonders starker und jedenfalls koit- trollierbarer Strom erziehlicher Energie geht naturgemäß von den Jnstittitionen ans. Von Kathedern und Kanzeln ergießt er sich über die Gcmeinschast, und von der Presse. Es soll in diesem Zusanniten- hang nicht untersucht werden, woher eS rühre, daß heute das ge- sprockene Wort an Macht bedeutend zurücksteht hinter dem gedruckten: die Tatsache läßt sich schwer leugnen; und tiessinnige, von gewissen Romantikern immer wieder geplärrte Hymnen auf jenes gotische Zeitalicr, in dem es anders war, ändern au ihr nichts» DaS Mittel- aller ist endgültig vorbei, und die Erfindung Meister Gutenbergs läßt sich nicht ungeschehen machen. Um so gewaltiger wächst aber die Verantwortung derer, die schreiben und publizieren. Legen wir einen Querschnitt durch daS Schrifttum der letzten Jahre vor Kriegsausbruch, so zeigt sich, daß der Grad de? Gefühls von dieser Verantwortung recht gering war. Die Mittelmäßigen schrieben mittelmäßig, und die Köpfe schrieben für die, die eS schon wußte». Wir hatten eine Popularität, die, jeden Zusammenhangs mit den geistigen Bewegungen bar, dem Volke das künstlerisch Fadeste und das denkerisch Flachste bot(Heimalkunst und Monismus: noch die Höhepunkte dieses Jammertals!); wir hatten eine Exklusi- vität, die ihre ethische Leere hinter großartiger Undurchdringlichleit des Ausdrucks verbergen mußte, um wenigstens die Beachtung der geistigen Geckenschoit zu finden. Dem, waS wirklich Geist war. mithin, ohne von der Tiefe etwas preiszugeben, in die Breite strebte, fehlte eS an Widerhall, wenn nicht gar an Stätte,... bei aller Beliebtheit, ja Verehrung unter Kennern. Das Keimertum galt den Schreibenden selbst als Instanz. Nicht bewußt, womöglich gegen ihr Bewußtsein, aber so lag eS ihnen einmal im Blute. DaS Kennerlmn bildete jenes imaginäre Publikum, da» sie sahett, wenn sie formulierten. So kam eine Literatur aller- höchsten Ra«geS zustande, em Stil, unendlich gestuft, vornehm, zu- sammengedrängt, lieber immer ein Wort zu wenig als eines zuviel, mn Gottes willen leine triviale Wendung, keine Wiederholung dessen, waS nicht oft genug betont iverdett kann, dagegen lauter Neuheiten, UeberraschettdeS, Verblüffendes, Schwieriges. Hochgeschraubtes— eine Literatur für Kenner. Nun scheint mir der Standpunkt: für den Kenner ist, und sollte selbst die Gesamtheit dabei zu kurz kommen, das Beste gerade gut genug,.. immerhin sympathischer als jene Praktik„volkstümlicher" Schmierfinken, nach der, filr das Volk, das Schlechteste offenbar noch nicht schlecht gemtg ist; aber wie wär's mit einer ganz netzen Uebung, wonach das Beste gerade sür'S Volk gut genug sein würde?— Hierzu freilich bedürfte eS einer Willensanspannung hüben mzd drüben. Der Schreibende müßte sich neu einstelleit und der Lesende. Ter Schreibende hätte die Aufgabe, da» war eS zu sagen hat, eifrigst von allen bloß- bildrmgsmäßigen VoranSsetznitgeii los- zulösen; nicht in der Art, daß er etwa ohne diese Voraussetzungen ichriebe: vielmehr hätte er sie nur unsichtbar zu machen; sie so zu verarbeiten, daß sie dem Ergebnis zwar innewohnten, es aber da- durch der Einsicht des Lesers, dem sie fehlen, nichr entzögen. Ich rede hier keiner Vcrsitiipelung und Verflachung daS Wort, im Gegenteil! Ilnsichtbarkett von Voraussetzungen fordern, heißt doch: zunächst einmal ihr Dasein fordern. Daß man sie dort nicht de- merkt, wo sie gar nicht vorhanden sind, ist weiter kesit Kunststück; und wer ihrer ermangelt, wäre der letzte, dem es zustünde, anderen vor« zuwerfen, daß sie sie nicht zu verstecken wüßien. Aber schließlich handelt es sich um den Geist, nicht um die Bildung; um Denken, nicht um Kernten; und Geist und Denken sind daS, was der Anlage nach in stdent steckt, was nur klug Berührt sei» will, damit eS in jedem aktuell werde. DaS kluge Berühren muß der Schreibende lernen; von allen Resten eines Hochmuts gegenüber dettett, die immer guten Willens und, ohne Schuld, immer zu arm an Zeit ivaren, als daß sie in der Terminologie fest fein könnten, muß er sich gründlich säubern. Der Lesende indes hätte die Pflicht, sich von allem WerkmamtS- Hochmut gegenüber dem Geiste zu befreien. Ein Haß- mtd Rache gejübl mag angebracht sein, Ivo der andere traft ungerechter Gunst des Schicksals etwas besitzt, dessen man selber nie teilhaftig werden kann. Aber des Geistes sind wir alle teilhaftig, du wie ich und er wie du; ans wem er sich in Worttormen herau-siellt, daS ist Zufall und entspringt keiner sozialen Ungcrechlig- keit, sondern einer Gnade, dt« sich ans Ar»>e wie Reiche herabsenkt(wenn auch auf wenige) und die tibngettS schwer erlauft wird. Der-Mann ans dem Volk, zumal der junge, streife den Alltag von sich und, mit dem Alltag, den Schmutz der alltäglichen Phrase: er tauche tief in sich selbst hineilt— voll Ehrfurcht vor diesem ticseu Selbst; und iubrüilstig öffne er sich Ungewohntem, da? einströmt. Er lausche auf jedes Wort, als borte er feinen Schall zum ersten« male; er greise es ohne Hast, betaste es um und um, touttdre sich, versenke sich, greife das tiächsie, betaste es wieder bald wird des Ganze» Sinn ihm erstrahlen. Eine geringe Anstrengung wäre solche? nicht; aber sie ist. neben der(gleichfalls unberkömmltchen) verdeittlichungSanstrengung des Schreibenden, die Vorbedingung dessen, was ich die neue Volks- tümltchkeit nenne. Bedeutete die alte: Jntensitätsvcrlust des Geistes. so bedeutet die neue: ExtenstiätSgewinn. Hieß Popularisieren ehemals v e rw ä s s e r n, so würde es fortab, da ja die philosophische, biologische, politische, ästhetische Darstellung nickt mehr ihrer Kraft und threS Saftes, ihrer Tiefe und ihrer Verwickelungen, sondern nur noch ihrer sachlichen Gerüste beraubt werden soll, ungefähr ent-sachen heißen. Entfachen! Welch herrliche Zweideutigkeit in diesem Wort. Die Sensationsposse des Apollo-Theaters JEPTÜH ADF REISEN". Jnä OlpoIIo-Zl>e-itei. an befftn jeht Direktor �r»ii� Eteiner s»ht, bat siine» EchlaAer. Di« be» «rrliin'r» durch ibre jüngstr» großen Ersoigc bekannte DoppeUAirma Franz SImvld-Enist Puck init den, j,i>i. sinnige» Non>pontsteii Kudoit Nelson, ngt eine gla», reuöe?I»Siiatln»a»t,osse t» drei Bilder» geschriebsn. .'Ilkabendlich sindet Neptun ans Neisen- einen ranichen, den Erfolg uar einem oollbeietzien Hauie, und dieser Drlolg ist ehrlich peidient, den» alle beseitigten Zgktoren »Nd beteiligt an ser backenden Wirkung, die tOglich nuSgesüvrt wird, iji" uekbiüssender Bübnenessekt Iroibt »eu andll-n mw die ljnbörcr und Lulj«»rr kämmen 'anm»»Z de», �tunnkn heraus. Nun sieh, zuerst de» »Isen Neptun, der in altehrwijrdizrr Weite inmitten 'egier Pächter, Nipcn ims Nalnde» ein beichonlicheS Nsgiment sttdrt. NisS seiner behaglichen Rttbe aber ist er seit den, zniegSbeginn»usgerutkitl tvorden, und Nieisr sind es die EiiglKnder, die ihm»sei z» schassen mache» und PI» ihn in seiner Bedag!ich!c!t daüeind nur«», sie find sogar soweit gegangen, sich zu den Beherrschern des MeeroS anszuwersen, und das kann dür aste Dreizack-Zchwinger nur sclsr schwer likcr- winden. Er beklagt sich Miter des seinen drei schönen 'ächten» und des»eii übrigen Rir/n und Najaden. und Milien diiiesii in diese» hrrwm'dlichasliiche.'Zivi«« gesprach kommt schon der eiche Beweis ssse sein««ort«. Ei» rnudeS roies Ding lammt hinunter gerauickt »nd uull tlnisehcn wendet sich altes, als der mkamssche Portier Neptuns des chäliels tiösung iiringl mid jenen«ezensiand als einen barm- lose» Edamer chüie erkennt, der im» i» die lisrobtiun dtax ltsmbüräd, 7'/, b'br! ß-'toktei'e»'« aa««>t»>>«»It. Xuos,»,. 2>l, L'hi-(kl. rr.): Hamlet. ICniniiiernpi«!«, 71/, Ukr: ch>«int. Niiflhn). ii'i« l'1ir(kl. I'r.): Minn» van Barithelm. VolkhbHIino. Theat. a.BUlowplalz. T1/, Uhr: Dio 00«t»<>r> Xm bpl. S's, u.(kl, pp.)- rghemana Hsnoehol. bereit» wohigisüllie Speisekammer Neptuns zu deren willkominencr Peroicherung wandert. Dann aber wird die Sache doch ernst»«. Mit wildem Me» tose nähert sich«n deutsches Hgnd«l»»V-Hoot jenem T-it deS Meeresbodens, den sich Neptun als.bomben- sicheren Unterstand' erivähit hat.— Zuerst voller gingst— dann aber neugierig betrachten die Meeresbewobner daß selijame EtwaS»nd alS dann yar Leben in dem großen Kasten euideckt wird und stch in fröhlichster Lonne ein Mensch zum»rsten Male den erstaunten Nngen all der schöne» Sttxen und Najaden zeigt, steigt deren Stimmung bis zum Sied«ou»t>. schnell ha» der schneidige l-'-Boot-Kapitän MüV-r die Serzen der drei schönen NeptiinSiöchier stir sich gowomwi und um flch nicht mehr von ihnen trenne» zu mWll,»iuinii er sie mit in seinem U-Boot an die Eberfläche Natüriich ist auch Pater Neptun mit von der Parti« nno so gr ianat die ganze' lreksen wir" unze lustige ttieseltschaii»ach Perlin. Hier Neptun, Kapitän Müller und die leben»- Milien aus dem Mini der Freien MMnen Sonniag. den l k l» g S?'/, Uhr:, PoltSbühmr, Tbegler am Bülompiah: lustige und liebeebtingrig- Thelis Schlohplntz in nächtlicher-Jlunde per dem Neptun«. bruunen. Hier enlwtlkeln sich die drolligsten Szenen. Perwechttimgen und Komplikationen. Nepin» ist ens- zücki über die Berehrimg, die ihm pi« Verliner zollen, indem fte ihm den herrlichen NedlunSbrunnc» er- richiet haben.„nd er ist hoch ersr-ut, denielden persönlich in Augenschein nehmen zu können«nd dabei oielchzeltig seinen bärtigen.Porlrotor für Perlt» und Porpete' kennen z» lernen. Die sideie Mesellschasi hegibl iich dann I» eine nahe gelegene»tehbierhalle und ai« sie dann zurNckkommen, behauptet Neptun, >Vsl!is!ls--skegter. g Ubr: 0!» 0ollaeprio»,»«ia. vi, u.: Das Musikantanmidel, Schlller-Thealer, tthari»itenb»rg, Die geibo RachllaaL. 5 chiller-Z heaiee Ojl: IobannlSsener. 1'Iieator In cker Kiiniggrnirer Str. T'/.U.: Jan eiern Wunelfplinro dkanstm 1 Uhr: KvmeraOen. KoniOeHenknua. TL Uhr: Die»erlerone Toohter. Xnostm.•/,» Uhr; per 1 Tag Kcrllnt-r stfii»«»»»>, T'/jUhr: Auf Flilgsln liea 0«*«ng«t \ucjrui.'/,;); Wen»**«1 Hoch«. miUilt Mittw. st'/, Ulir: k'tl'» MSrclienreiae.( THeater'fuip* So n nta'g, 14. Januar. Ueutsches Opurnhauu, Charlndenb. 7 tur: goKiaaiis Erzilunp. Fricdrich-Wlilipimstailt, Thoanr. ! Uhr: Kuoil tt». Tl, vku: Pia Oreim*tlerlhaMS. tlebr. fluhrmam» Henichei. chiller-Thealei Die gelbe Na "M»fM I Leismg-Dheaier: Di« gnigeschniiiene Leutsibes Opernhaus l D!« Sirt-. sübrnng aus dem Keralt, Kiinstler- ä heaier i Schwarzer Peter. «bend« U llbri Purgersaal de« NaibauIeS: Borlrag zritliti» Bad: aion der Berliner Killinr. Abends VL Hör: Volksbühne, Zbeater am tvniowhlatz: Dienstag. TounerSiag. Jreiiag: Di» sttalton, Psoutog«nd Wii- wach: Nos« Bernd. ist/. Übe, Bar HiiUenbeeiteer 7'L Uhr Oer doppelte euchhaller. fo-sse mit Qeaanir uext Kleines Theater - thr: Am Teellscb. : Paul u.Paula. lottchens Geburtsl. Komische Oper »V, Ulw: III«' llunbenlcirche. 71/, uhr: Der Puszta-Kavalier, Lustspielhaus Der selige Balduin"Ä :l UJir: Die deutschen Kleinstädter. Thalin-Thünrer. »Ihr: zN«»«Iii>e Ire'». 7'/, Uhr: Da» Vagahundenmädel- Tp|nn«»n-Th«'Äter i1,'. i hn Di» Wala» am lewood. 7"/ Uhr; Willi» Hocheeilalaj .U, Metropol-Theater io%.: vi« Csanlagfärstin. V Ohr: ai«p VchzteUsttmdler. v/,v.i Dar Solfiat dar Maria. Residenz-Theater ;i Uhr««»bilel�tn)i<.ii««hPB. A M Warschauer Zitadelle. ne hlllpr The-Jkter O. U Uhr: J«»h«nnluf# u»«p. 7.uhr: Will und Wlebke. Kchlllop-Tb.Chchrlottenbm. 3 Uhr; DI« z«!bo Naehtijall vi,v., Der Faniitentag. Thratpr asin lVolIeHi. 3'/, Uhr: Inmwr f«ai« druff! vi,v.: Blaue iungens. THente-P Up» Wpxten» vi, u,: Die Fahrt Ins Glück mit Guido Thi«l»ch«r, 5'/, Uhr; Ei« Waiiertraurn daß er zwar mit drei Zacken weggegangen wäre, aber nunmehr mit einem.Zacken- wiedergekommen sei, aber dieser eine wäre auch richtig und aus. reichend.— Selbstverständlich verlieds sich die lustige Teihis auch des weiteren noch ln den U-Boot-Kapilän. Ein prickelndes Mondscheinpueit mit dUmorpoSe» Bühnenbildern und einer anmutigen. leicht und sgsort Im Ohr bleibenden Musik stillen dieses Bild aus. Diese Meiodl« dürste zweiiellos d>e beste sein, die Rudois Nelson e ingesallen jsl und bald wird st, zum eisernen Bestand der Schlager-Po'.räl, des frohen Berlin ge- bören. Das driise«ild zeiai ein ganz modenirs WobltäligkettSsest prachtooll« Ti>>l»iten schöner Frauen geben diesem Viide ein reizpolles(«epräge und hier Kaisen auch die Herren Maier u. Goch durch die Kam- Positionen der vollendeten Kostüme den Eindruck wirk- sam zu erhöhen, stsn diesem 3. Bilde, bei dessen Be- ainii va« elegante Dänzervaar S r r n und Morph einen raisigeii modernen Tanz sehe» läßt und dasür eine» ertra Erfolg mitnehmen dan, löst sich auch die spannende»Handlung aus. natürlich in Wohlgesalle», indem der alte Neptun den Zweistern die Ueberzeugunz lehrt, daß er noch immer die alte Macht desstzh denn ein einziges enngischeS illuisioßen mit seinem Dreizack läßt den ganzen wundersamen«chuk verschwinden und die ganze Sache stellt sich als ein pbaiiiasi, volle« bunt- ichillernder Traum de» schlasonden idopilänS dar, der in der«oje seines aui dem Meeresgrund stehende» U-Boote« eingeschlafen ist. Diese drei Bilder bieien dem Zuschauer reichlich Gesezendei», sich von dem Sstrnd der modernsten«übnenlinist hinlänglich zu überzeugen, Kose-ThSÄtel'. 3 Uhr: Gastspiel der Schlierseer: Ter Amcriknsepp'l. T/, Uhr: 8». Qeorg der PraehentOtir, denn alles, was an Lstekie»»nd Wirkungen möglich ist. wird in diesrni knappen Rahmen in verschwende»- rischer Fülle geboten und miiten M diesen reizvollen Szenen sieht man erstklassige Darsteller das Ganze «im Srsolge sichren,— Franz Arnold bat kür sich als Neptun»nunlerhrochen die Lacher aus seiner Helle imd ichon ein Austritt wirkt unsagbar komisch, seine uuerschülterliche Ruh« bei den ausgelassensten Scherzen erhöh» noch die Wirkung beim Publikum. Ein eni- zückenden Honbretleiitrio i die Damen Pollh Koß, Gisa Bund ,»nd Magdalena Nladoleine sind mit Temberaniept die sümmbegabten Töchter Neptuns. Der ü- BooU lenlnanl Müller wird von Fratz Langendors schneidig und rassig verkörpert. Ein auSgeiucht schöner Chor umrahmt die Hauptdarsteller und hebt so den Gesamt- cindrnck aus das vorteiihasteste.„Neptun aus Reisen- -rringt durch das Zusammenwirken aller setner iträste allabendlich Natürlicherwelse einen sensatianellen Er- solg, der sich von Abend zu Abend steigert. Dem Htsick vorans gebt«i» glänzender Barietssprelptan. aus dessen Reichhaliiakeii»ir nur die Namen Gebr. Stanleh als Salon-Atrobaten, Rasayetie mit setnen bewundernnas- werten Hunbedressuren. Anita Berber, dio jugendlich- anmulige Zanzkünstlerw, Zoe in ihrem Zabnkrastakt, Weimer Goldmann, dem populären Humoristen, und endlich»>. D. Brhs stimmungsvolle und mit fein- sinniger Kunst zulammengesiellie lebende Bilder heraus- greisen. Man ersieht schon au» dieser abwechselungS- vollen Reichballlgkeit, daß das Npollo-Thogter jedem Besucher einen unbedingt gennßretchen Abend bietet. V. w. Berliner Konzerthans. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/81. =r Heute: Großes Konzert= des Kcrllnep KmnKcrthnnn-OrchenteM Al f:'.'v: ♦ V iir. X.ritCJ': Komponist. Fr?,». B(»n. Anf»ns4ühr. in: on: dSr. Konxort. veranstaltet vorn Verein ehenmli�er linn.ornden des Leib-Grenadier-ReBirnents König Friedrieh Wilhelm III. <3. Brandenb. Nr. 8) zum Besten de* Hinterbliebenen von Kämpkern des Begiments und der Familien der zum Heere« dienst ewgexogenen Angehörigen des Vereins. Der deutsche Schmied ein vaterländische«! Spiel. Oer Verdegang der Veulschen Waffe Gpieltollung! Or. Vruck Zirkus Schumann 27. und 29. Januar Otsses? 7«»r(fnt||«|ts 9.« Utzr 2000 Dlilu: konde, U. 0*.— wwmnwuMW! Hanf! Amstädt, Vildt, Bölichoe, Slowlna, volbosq, Tilla vurieuz, Zaikenflein, Heidemaim. Hofor, ttugti,». febeSeur, Miihlhoser, Nigeri, Paasch. peer,Henng Porten, Schmidchäßlor, «chosten, Schröter, Nespermann, Vastauer, Weg euer, B. Wtlv«. «kg>. Ballett- Bruno Nlttel'scher«Hop— Gr. Orchester Messenausziig« e» s ee•«•••••«H«H»eeeHeee««i 3um Besten der Kriegshilfe Kommundanlur Zerlitt atHlrflWfMlen et Man Slort. JI»r«cl«n(«n d«! Thn»�»»si« d» K»BM»«e»«t>n, Am Schinddpli»«, 01. Weichetm IT-"■' und OsMllOtskank. Uiiitr et« Ii. «.».».Y. Circu« XS Busch. Sonntag 3 Borste«, ingeu: ll'/j und Tl, Uhr. In beide» Borstellungen: Di-«rsolgreiche, beliebie große Priink-AuSstaitiingS-Panionnme: Sie Seierprin�ezzin. Becher da« glünzende Programm. O-achmitiagS 1 Kind frei, weitere halbe Preise. Eßlo Deutsch« Ersalzmiilel-Aussteiiuno verbunden mit Lebensmittelmesse EineLriegsschau deutschen Geweibefleilies AUSSTiXI.L.VttM. HALtUK An ZOO« JCsolunittega 4—7 Uhr; lionxert. X&glich 10 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet. Sin tritt BO PI Heute zwei Vorstellungen. Nschm. 3 Uhr; KUtae Preise! Kinder die HRlft«. Abend« 7'/, Uhr. Jn beide» Vorstellungen: „Die grüne Flöle" BtlJevtpantomime. Isiztniorung»es Max Reinhardt sowie der neue, abwechslungsreiche Variet�Spieiplan. Zirkus A. Schumann Heule Lwmitaz, 11. Januar er. «D Grofte 4D Borstellunge»«V nachm. 3 Uhr u. abends 7'/j U. Nachmiiiags 1 augehör. Kind frth Jedes weitere Kind halben Prete. Jn beiden Lorstellungen: Das große glänzende Zirkus« Programm und Sie Seeräuber. Kroße AusstattilngS'Pantomime in 1 Aken. URANIA TaÄ.tr' Penning 8 Uhr, Alice ßcJislefc: 3 Monate an der isonzofront Monteg 8 Uhr: Winler In der Schweiz. Hörsaal 8 Uhr: Dr. A- Keßnor: Erttarrungsvorginge und Leküg,. au, bau der Legiorungen, Sössing-TheaSer. I Direktion- Victor ßsrnowaky. | 7 Uhr:.luliu« CAisar, ' N'aohm.'J'l,: Die tzuigeschnltt, Eck«. Dentscli. Künstler-Theater. AllsbendUob 71/, Ubr: WAlfi« in«>«.? Vai-Iit. Sehwarzer Peter. Chausaee- atr. 110. Richter. Jcd.Sonntg. P. Mantbay« Lust, Sänger u. Konzert. ____ Neues Prog. Anf O1/. Ubr. Kintritt 50 P?. tPSjeuarj�ilitsr�O�t�i Possen� Theater. TJglleh PI, Uhr: Des littwen Erwacb�n Ent oder weder Hoffinann'« Hchmu». FHtdrlehrir. 218. »5& 2 Vorstellungen: Keobm.SU., abends 7 Uhr 15. In beiden Vorstellungen: Das Mache KariWrogr. DkUU Neptun auf Reisen Aesgtaitnngeposoa von Arnold und Bach. Musik von K. Nelson. KSmirsls?s!sst llojnte* Vorntellungon 1 Scblittschuhläufcr ballett «ua der Oper ,Dor Prophet"( und Frau Fantasie. .VeriO«! KOeheaufeUan P Hitzen. Reichshallen-Theater. Stettiner Sänger. Honte nachmittag 5 Uhr und abends 7'/, Uhr: Nachmittags: tLrmäß. Preise: " M 3» lallou 76, Loge» 1 SR. Anfang T/* Sonnt. 8'l, u. 7'/, „Berliner Bilder" Otto Rentier u. d, große Januar-Programni. oigt-Th eater. Badetr.»s Badstr. Bl. Kaffeneröffn. y'/zU. Ansang 7'.', U. Sonntag» Ahr: Else Frau ahne Herz, , 7 Ubr: Richters Millionen Ab Montag, d. 12. 1. 1317: Goldfuchs. Casino- Theater Lothringer 8tr. 87. Täglich T/, Uhr. Um 7>s.»hr: iyuntoS Progrn««. Um B'i, Uhr: Die Scklogcrposte Ölnjtg in Kros,.SerIiü Zwei Kelle SerUner Bezimari Sonntag! sumor-. Berlwer Figuren Uhr: Wefhnaohteurlaub. 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