A4. Jahrgang. ♦ Sie. 5 öeilage zum»vorwärts" berliner Volksblatt Serttn, 4. Zebruar 7417 Heimatlanü. Don Otto Wohlgemut h. flch, wle liegst öu mir so tief imö schwer km Sinn, heilig HeimatlanS, wo ich geboren bin. Ihr umrauschten Serge, Surgen, alt und kühn, Täler meiner riebe, still im Sommerblühn, öu Ruhestrom grün. Wo mich hett're Zreuöe früh als stinö umfing, Vätersage raunend mir zur Seite ging. Ro en, Srombeerhagea überm grünen Hang, Silberquell im Hohlweg, heimlicher Gesang mich so durchdrang. Ghrsurchtschwere Erde l Tief im Stolleuschacht hast du mich in Schauern wissend hell gemacht, meine durstge Seele ging durch deine Zeit, trank aus allen Sronnen deine Seligkeit, und ach, dein Leid. Dorf im trauten Grunde, Haus am Serge du, winkst und fingst mir leise Jugendwonnen zu, Lindenweg, du fliter, führst mich nun hinan, auf den Kirchhofhügel, wo ich saß und sann und Reime spann. Du mein Heimathimmel l hüte treu und gut meine lieben Lande, wo mein Wesen ruht. Sleibe mir verborgen, fern und arm und schön, daß die Sehnsucht wohnen mag auf deinen höhn. Leb wohl, leb wohl!— sich, wie liegst du mir so tief und schwer im Sinn. fln dich muß ich denken, wenn ich ferne bin« Wenn die Donner rollen» wenn die Kugel pfeift, wenn mit Lust Entsetzen au die Seele greift. Heimat, Heimat! Virtschastsprobleme der Zukunft. Don Friedrich Stampfer. Der Kampf der Völker gegeneinander wird nach dem Kriege nicht aufhören, er wird aber viel mehr ein Wirt- s ch a f t s kämpf als ein Kampf mit militärischen Machtmitteln sein. Das Volk bleibt der eigentliche Sieger in diesem Welt- kriege, das sich aus der wirtschaftlichen Erschöpfung am frühesten erhebt, das den verschwenderlichen Verbrauch von Menschen und Gütern am raschesten ersetzt. Auch der mili- täriiche Sieger kann nach dem Kriege an wirtschaftlicher Er- schöpfung zugrunde gehen, und der Besiegte kann— wenn ihm der Frieden keine ihn wirtschaftlich allMschwer schädi- gendcn Bedingungen auferlegt— in dem folgenden Wettlaus um die Wiederherstellung der nationalen Kräfte die Spitze ge- Winnen. Darin liegt die ungeheure Bedeutung aller ökonomi- schcn Fragen in dieser Zeit. Der Staat wird Sieger sein, der am besten wirtschaften wird! So gilt es heute, über alle Sonderinteressen hinweg das Interesse der Allgemeinheit fest ins Auge zu fassen und die Vorarbeit fruchtbar zu machen, die auf diesem Gebiete vom wissenschaftlichen Sozialismus ge- leistet worden ist. Wenn uns der Krieg gelehrt hat, daß Menschenleben gegenüber dem staatlichen Gcsamtzweck nichts be- deuten, so wird uns die Zeit noch dem Kriege noch eindring- lichcr zu Bewußtsein bringen, daß Eigentumsrechte gegenüber dem Gesamtwirtschaftszweck bedeutungslos sind. Es kann sich nicht darum handeln, Eigentumsrechte aus bloßer Bosheit dcS Prinzips zu zerstören— Wohl aber wird der Grundsatz festzuhalten sein, daß für einen planmäßigen Wiederaufbau der Volkswirtschaft Privatinteressen und er- worbene Rechte keine Schranke bilden dürfen. Von diesem Grundsatz geht auch die Schrift aus. die der Verlag Vorwärts soeben der Oeffentlichkeit unterbreitet.') Sie behandelt in drei innerlich zusammenhängenden Arbeiten eines der brennendsten wirtschaftlichen Zukunftsprobleme, die Monopolfrage und bildet ei ne wertvolle Vorarbeit, an der die Gesetzgeber nicht werden vorüber gehen können. DaS Buch, das vom sozialen Aufbau handelt, ist weit- aus wichtiger als sehr vieles andere, das uns als sozialistisch- �wissenschaftliche" Kriegsliteratur vorgesetzt wird. C u n o w behandelt die Kartellmonopole, das heißt die aus der Kartellicrung hervorgegangenen Privatmonopole. deren geschichtlichen Werdegang er darlegt Er erkennt, daß die Umwandlung dieser Privatmonopole in Staatsmo.wpole schon •) Monopolfrage und Arbeiterklasse. Drei Abhandlungen von rich Tun ow. Otto Hu e und Max Schippet. Heraus- den und mit einem Nackwort versehen von Wilhelm I a n s s o n. in. 1S17. 256 S. eine Folge der enormen wirtschaftlichen Ansprüche ist. die durch den Krieg an das Reich herangetreten sind, und kommt zu dem Schlüsse: Die Frage lautet schon beule nicht mebr:.Sind Staats- monoPole eiwünickl?* sondern;.Welche Industrie und Handels- zweige e i g n e n» i ck a m b e Ü e n zur Umwandlung in Reicks- beiriebe. und wie wird je nach der Eigenart dieier Berrirbe rnner Berültsickiigung der gegenenen Finrnulage des Staate« die Monepolisicrung zum Nutzen der Bevölicrung am besten durch- geführt?* Cunow beantwortet diese Frage allgemein dahin: Ganz zweifellos ist. daß ück zur Uederiührung in den Eigen- beirieb des Staates vor allem jene Industriezweige eignen, tn denen die Rarrellierung iotvte die Betriebs- und K a v t t a l- konzeulrat ion am weitesten gediehen ist. und die anderer- teils am weitesten aur dem Wege zur Monopolisierung der un- entbehrlichsten Lebensmittel oder der wichtigsten tndustriellen Roh- und Hilfsstoffe vorgeschritten find. Dieser Gedanke wird dann leider nur für ein Gebiet. allcidings das wichtigste, nämlich die Mineral- gewinnung näher ausgeführt. H u e schreibt über die Verstaatlichung des Bergbaues, die er nachdrücklich verlangt. Die Reife seiner Ueberzeugung macbt ihn auch gegen die „Industriekapitäne" gerecht, deren Arbeitskrast und Orgaw sationsialent er hoch anerkennt. Gerade dadurch erweist er sich als echter Sozialist, der jede mensch l i ch e Leistung zu schätzen weiß, ihre Einordnung in den wirtschaftlichen Gesamtzweck aber desto entschiedener fordert. Er weist zugleich auch darauf hin. welche un gebeuren Gewinne aus dem Bergbau nicht als Eni schädigung für geleistete geistige Arbeit sondern als Frucht toter Besitzrechte gezogen werden. Hue begründet seine Forderung eines staatlichen Gewinnung smono Pols, das etappenweise im Kohlen- und Kalisalzbergbau eingelührt werden soll bei gleichzeitiger reichsrechtlicher Regelung der Arbeiter- und Beamtcnvcrbältnisse. Von einem Reichs Monopol will er absehen, weil er von langwierigen parla mentarischen Verhandlungen über ein neues Reichsbcrgrecht und über die bundesstaatlichen Rescrvatrechtc eine Vcr schleppung der dringenden Angelegenheit fürchtet. Außerdem will Hue ein Reichshandelsmonopol für Bergwerks Produkte und die Nebenprodukte des Bergbetriebs(Teer, Teer dcstillate. Gas usw.). von dem er immense Einnahmen für das Reich erwartet, um welche Summen eS sich dabei handelt, kann man daraus ersehen, daß Hue den Rohgewinn bei deutschen bergbaulichen Betriebe aus 800 bis 900 Millionen Mark jährlich schätzt. Die Erfordernisse des Reiches betragen freilich nach seiner Schätzung eine noch ganz andere Summe. nämlich 5 Milliarden jährlich! Schon daraus ergibt sich, daß Staat und Reich bei lieber nähme der Gewinnungs- und Handelsmonopole keine Geschenke in Form zu hoher Ablösungssummen machen können. Soll von einer Entschädigung geredet werden, dann könnten nach Hue nur die den Betreibern tatsächlich enistandenen Unkosten, abzüglich der erhaltenen Betriebsübcrschüsse in Betracht kommen — nicht aber die noch in der Zukunft liegenden Gewinn- aussichten. Mehr historisches Interesse hat die folgende Abhandlung S ch i p p e l S. die in.Parteigeschichtlichen Rückblicken" die Entwicklung der Monopolfrage in der sozialdemokratischen Diskussion darstellt. Heute wissen wir wohl alle, daß es keinen anderen Weg zum Sozialismus gibt als durch die Verstaat lichung der Wirtschaft bei gleichzeitiger Demokratisierung des Staates. Schippet läßt aber auch den überwundenen Bedenken geschichtliche Gerechtigkeit widerfahren, indem er am Schlüsse seiner Darstellung sagt:„Was man dem Staat auf einer ge- wissen Entwicklungsstuse des Wirtschafts- und Staatslebens mit Recht verweigert, kann man ihm aus einer höheren Stufe und unter bestimmten Voraussetzungen mit noch besserem Recht übertragen." In einem Schlußwort behandelt I a n ss o n die Monopol- frage vom gewerkschaftlichen Arbeiterstandpunkt aus. Er fordert die Sicherung des freien Koalitionsrechts in den Monopolindustrien, den Abschluß von Tarifvertragen, die Schaffung von paritätischen Arbeitsnachweisen, von Arbeiter- auSschüssen und Arbeiterkammern. Die Arbeiter sollen durch sachkundige Vertreter an der Gesamtverwaltung beteiligt sein. Der Streik bleibt ihnen dann als letztes Mittel, um ihre Ansprüche durchzusetzen. Die Krönung der Organisation bildet ein Reichsarbeitsamt, dem sämtliche Monopolfragen zu übertragen wären. Als Wirtschaftszweige. deren Monopolisserung in Er- wägung zu ziehen ist. bezeichnet Jansson neben dem Bergbau die Sprengstoff- und Waffenfabrikation, den Getreidehandel, den Rohstoffbezug aus dem Ausland, die Eisengewinnung bis einschließlich der Stahl- und Walzwerkproduktton, Kraftquollen, Kraft- gewinnung. Linienreedereien. Binnenschiff- fahrt und Tabakindustrie. Es wäre wünschenswert, daß alle diese Einzelfragen ebenso auch die des V e r s i ch e- rungsmonopols in ähnlicher Weise sachkundig bearbeitet würden wie der Bergbau von Hue. Sollen die Forderungen Jansson" verwirklicht werden. dann wird eS nicht genügen, einzelne wenige Monopole zu schaffen, dann wird vielmehr die staatliche Monopolisierung in großzügiger und weitgreifender Weise durchgeführt werden müssen. Sind nur wenige Monopole vorhanden, dann besteht die Gefahr, daß sie zu fiskalischen Zwecken wie Zitronen aus- gepreßt werden, daß der„Staatskapitalismus" mit dem Privatkapitalismus wetteifert in rücksichtsloser Profitmacherei. Das aber soll vermieden werden: die Mono- pole sollen nicht rein fiskalischen, sondern gesamtwirtschast- lichen Zielen dienen. Denkt man den Verstaatlichung� gedanken bis zum Ende durch, dann erscheint der ganze Staat als ein einheitlicher Wirtschaftskörper, und die Staatsausgaben sind nur noch die allgemeinen Un- kosten dieses Wirtschaftskörpers, ähnlich wie die Handels-, Reklame-, Versicherungskosten usw. für den privat- wirtschaftlichen Betrieb. Zu diesen allgemeinen Unkosten müßten aber alle Teile des gesamten Wirtschaftskörpers nach Maßgabe ihrer Bedeutung für das Ganze beitragen, um zu verhindern, daß ein Teil einem besonders starken Druck aus- gesetzt wird. Heute befindet sich der Sozialismus im Experimentier- stadium. Und wahrscheinlich verhält sich das. was wir heute an Sozialismus besitzen, zum wirklichen Sozialismus der Zu- kunft so wie die ersten Konstruktionen Lilienthals zu den modernen Flugzeugen. Aber auf diesem Wege gibt es kein Zurück mehr, je klarer wir ihn erkennen, je sicherer wir ihn beschreiten, desto schmerzloser wird sich der Uebergang ge- stalten. Den Rückweg nach St. Manchester, den das Privat- kapital sucht, wird es durch die Friedenknotwendigkeit emer geordneten Finanzwirtschaft gesperrt finden. Die Schaffnerin. Von Herminc Schmidt-Lahr. Es gibt Berufe, die dem bisherigen Betätigungsgebiet der Arbeiterin serner lagen als der S ch a f f n e r i n n c n- beruf. Der Krieg hat die Frauen in � weit fremdere Sphären geführt und ihnen Aufgaben zugewiesen, die an sich neuer, schirferer erlernbar, den weiblichen Körperkrästen noch weniger entsprechend sind. Und doch gibt es wohl keinen Bc- ruf, der von vornherein die große Oeffentlichkeit so lebhaft beschäftigte. Begreiflicherweise, denn diese Wandlung auf dem Arbeitsmarkt vollzog sich so sinnfällig vor den Augen des großen Publikums, wie kaizpt eine zweite. In der Presse fand kaum ein Frauenberuf so viel Beachtung. Skizzen wurden über duT Schaffnerin geschrieben. Lieder auf sie gedichtet. Mehr oder weniger schlechte Witze über sie gemocht. Auf Ansichtskarten, in illustrierten Blättern finden wir ihr Bild- Und doch ist dies alles mehr im Sinne der oberflächlich behaglichen Betrachtung einer Maskerade. Daß hinter dem neuen Schauspiel ernste soziale Fragen stehen, das beschäftigt die Gedanken der ungeheuren Menge, die täglich und stündlich die Dienste der Schaffnerin in Anspruch nehitten, nicht in überwältigendem Maße. Und wo sie sich einmal ernsthafter mit dem Problem der Schaffnerin beschäftigen, kommen dann unter Umständen solch schiefe Darstellungen zutage, werden iolch unsoziale Folgerungen gezogen, wie neulich in den bekannt gewordenen Auseirwudersetzungen in der„B. Z. am Mittag". Da werden, wie das immer so ist. wenn es sich um Frauen handelt, die einzelnen schlechten Erfahrungen zu einem verallgemeinernden Satz erhoben: Alle Schaffnc- rinnen tmrgen nichts. D i e Schaffnerinnen sind barsch und unhöflich. Und um die böse Zunft der grau uniformierten Frauen zu strafen und zur Befferung anzuhalten, schlägt-'in Einsender einer Zuschrift schulmeisterlich vor, den Schaffne- rinnen das Trinkgeld zu entziehen. Wenn die ganze tagelang währende Auseinandersetzung für die Schaffnerinnen verstimmend war, über diese„Moral von der Geschicht" haben sie sich nicht enthalten können, sich gegenseitig verständnisinnig zuzulächeln. Der Verlust war wahrhaftig zu verschmerzen. Möglich, daß der Einsender leibst, bevor er Veranlassung hatte, die Schaffnerinnen zu be- strafen, ein reichlicherer Trinkgeldgeber war als der Durch- schnitt, und daß er daher die Noblesse seiner Mitmenschen zu überschätzen geneigt war. Im allgemeinen aber machen die Trinkgelder der Schaffnerin die magere KriegSsuppc nicht fett. In dieser Beziehung ist das Erscheinen der Schafwerm auf der Btldsläche in eine höchst ungünstige Zeit gefallen. Allein schon der arge Kleingeldmangel, von allen anderen Kriegsverhältnissen abgesehen, verführt nicht gerade zu einem losen Handgelenk. Es soll nun wirklich nicht behauptet werden, daß alle Schaffnerinnen Engel an Liebenswürdigkeit wären. Die Ver- allgemeinerung nach dieser Seite wäre ein ebensolcher Unsinn wie die gegenteilige, daß sie alle grob und barsch seien. Aber etwas merkwürdig ist doch die Tatsache, daß dieser Vorwnrf öffentlich mit Nachdruck gerade in der Rcichshauptstadt er- hoben wurde. Der Berliner gilt bekanntlich im ganzen Reiche nicht als das Modell von Höflichkeit. Und vollends ist seine, im raschen Heranwachsen Berlins zur Großstadt begründete Unfähigkeit, sich den Erfordernissen des Verkehrs im allgemeinen anzupassen, oft besprochen und selten in Abrede gestellt worden. Auf diesen Mangel ist viel Zank und Streit zurück- zuführen. Und da sollen gerade die Straßenbahnschaffne- rinnen inehr von sich verlangen, als sie sehen, daß das Publi- kum von sich verlangt? Wer von euch ohne Sünde ist. wer nie am Anfang des Wagens im Gang stehen blieb, wo stch die Menschen zu Knäueln ballten, während iw Hintergrund noch Platz war. wer nie mit Ellbogenstößen sich auf eine heran- fahrende Elektrische durchfocht, wer nie in der Hockibahn bloß um seine Zeitung zu lesen längs stand, während siib alle andern wie Kieler Sprotten ouer-nsammenvressen muß- ten—, der werfe den ersten Stein auf sie. Ist es doch ein all- bekanntes Schauspiel, daß den Anordnungen der Sckmff- nerinnen man zu trotzen'wagt, was beim Schaffner böcbit selten vorzukommen pflegt. Es ist der Schmerz vieler Schaff- nerinnen, daß sie zur Grobheit einfach gezwungen werden. Nugunstlgec zur Anslmmng freundlicher Umgangs� formen— und wir finden ne mit einem köstlichen Humor gemischt auch selbst heute noch— war auch noch nie eine Zeit wie die heutige. Tie Schofsnmnnen traten aus den Plan, als schon die V e r k e h r s v e r h ä l t u i s se ungeheuer er- ichwert waren, alle üblichen Bequemlichkeiten für das Publikum sehUen. das Wageinnaterial der Eisenbahnen und Straßenbahnen miiGerwertiger. geworden, die Fülle der Per- kehrsgaste durch' Ausfall der Züge eine nie gesehene ge- worden war. Und wie hat sich all das seitdem gesteigert! Da- bei hat d�r Schaffner es früher und Hut es heute auch darin wesentlich leichter, daß ihn selbst unter den bescheidensten Ver- halt nisten nach der Tagesarbeit ein bereitetes Heim erwartet. daß für sein Essen gesorgt ist, daß seine Kinder und sein Heim ihm eine Quelle der Erholung werden können. Die ver- heiratete Schaffnerin hat nach ihrem schweren Dienst noch die auch wieder gegen früher ungeheuer erschwerte Nahrungs- mittelbcschanung. die Besorgung ihres Heims, die B e- t r e u u n g ihrer Kinder auf ihren Schultern lasten. Daß�sie davon übermüdet und erschöpft nicht leisten kann, was ein Schaffner leistet und des Publikums Mißstimmung durch eigene rosige Laune zu heben selten imstande ist, müßte jedem einleuchten und zur Geduld mahnen. Wenn sich das Publikum einmal die Mühe machte, sich ernsthaft mit den Lebensverhältnissen der Schaffnerin zu be- sassen, würde es ihr sicher nicht nur manches nachsehen, son- dern ihr auch ihren schweren Dienst etwas erleichtern. So hat sich neulich, als in Magdeburg die Straßenbahnschaffne- rinnen streikten, die allgemeine Empörung des seines wich- tigsten Verkehrsmittels beraubten Publikums sehr bald in lebhaft geäußerte, auch in der bürgerlichen Presse ausge- sprochene Sympathie verwandelt, als man durch den un- erträglichen Zustaird veranlaßt wurde, sich einmal des nähe- ren mit den Lohn- und Arbeitsbedingungen zu befassen und sich klar wurde, daß man sich förmlich mit- schuldig gemachr hatte an einer schlimmen Ausnützung der Jrauenkrast. Und die Direktion der Straßenbahn ist nicht zum mindesten dem Druck der öffentlichen Meinung gefolgt, als sie die Forderung der Schaffnerinnen, die acht- stündige Arbeitszeit wiederherzustellen— statt der neunstündigen und einer Dienstordnung, die oft nur vier bis fünf Stunden Nachtruhe gewähi-te— annahm. Auch in Berlin haben, wie bekannt, unlängst die Schaffnerinnen bei der Großen Berliner Straßenbahn eine Erhöhung ihrer Löbne erlangt, so daß der Stunden- lohn nunmehr io Pf. beträgt. Die Fahrerinnen erhalten bei einer Dienstzeit von 8 Stunden 4,60 M. täglich und eine Fahrtzulage von 6t) Pf., also 5.20 M. täglich. Trotzdem die bisherige Teuerungszulage wegfällt, bei Beibehaltung in- dessen der Zulage von 5 M. für jedes Kind unter 13 Jahren. erhöht sich durchschnittlich der Lohn pro Monat um 10 M. Tie Große Berliner Straßenbahngescllschaft. die in An- betracht der Masse der weiblichen Angestellten— zurzeit rund 4000— die ausschlaggebende der Berliner Verkehrs- gesellschaftgn ist, findet hoffentlich in ihrcin Vorgehen bei den anderen Gesellschaften Berlins bald Nachfolger. Vor allem ist aber auch zu wünschen, daß immer mehr Schaffnerinnen sich aus sich selbst besinnen und sich nicht nur langsam und schwerfällig durch den Druck der Not hoch- zwingen lassen, sondern in bewußtem und kraftvollem Zu- sammenschluß in den Organisationen an der Hebung ihres Standes mitarbeiten. Von den rund 4000 Schafs- nerinnen und Fahrerinnen der Groß-Berliner Straßenbahn sind zurzeit nur 1230 Frauen organisiert, von den Hoch- babnanaestellten 300. Der Deutsche Transvort- arbeiterverband. der unablästig und mit Erfolg be- mübt ist. die Lohnbewegungen in friedliche Bahnen zu lenken, kann aber nur dann hoffen, die endgültige An- erkennuna der Organisation von allen großen Unternehmun- gen zu erringen. Wenn auch die Frauen sich immer mehr darüber klar werden, welche Bedeutung die Organisation für ihr ganzes berufliches und menschliches Dasein hat Tie Er- fabrung in Magdeburg, wo die frühere scharfe Ablehnung sich seit dem Streik in Anerkennuna der Organisation ge- wandelt hat, ist bezeichnend und erfreulich. Die Kriegsversehrten und ihr Geschick. Von Waller Trojan. Fürsorgesctretär. Bor einiger Zeit erlebte ick folgendes Borkommnis: Ein junges Mädcken hat einen Bruder im Felde, der Offizier ist. Er ist von Beginn des Krieges an draußen, hat auck sckon einigemale Ver« wundungen erlitten, die aber immer leickter Art waren. Da kam die Nachricht, daß er ickwer verwundet sei. Welcher Art die Ver- wundung war, wußte die Schwester nickt. Eines TageS wird fie an den Fernsprecher gerufen und erfährt dort, daß ihrem Bruder die beiden Unterschenkel und die linke Hand weggertsien find, daß daS linke Gehör zerstört ist und daß Gesicht und Hände schwere Schrammen ausweisen. Zweifellos also eine der denkbar schwersten Kriegsverstiimmelungen. Da» junge Mädchen war den Tag über und den nächsten Tag, wie man so sagt, nicht zu gebrauchen. Immerhin war sie gefaßt und gab sich keinem baltloscn Schmerz hm. Nack einigen Tagen erklärte sie. daß sowohl die Mutter wie die Schwägerin die Nachricht verhältnismäßig ruhig und gefaßt hingenommen hätten.»Man ist ja eigentlich draui gefaßt, daß er gar nicht wiederkommt. Er hat ober schon selbst geschrieben, und daS hat unö alle etwa' getröstet. Schließlich ist doch die Hauptsache, daß er lebt. Und wir hoffen, daß er uns durch die Kunst der Acrzte erhalten bleibt." Es mag nicht wenig empfindsame Seelen geben, die aus der Haltung de» Mädchens und ibrer Angehörigen falsche Schlüsse aus die seelischen Eigenichatten dieser Menschen ziehen werden. ES muß ober gesagt werden, daß eS sich hier um sehr stille, vornehme Menschen handelt, denen Mitempfinden durchaus zur Natur gehört. Und doch taten diele Menschen da§ einzig Richtige, was unter den 'obwaltenden Umständen getan werden konnte. Dieses Beispiel soll, selbst mit der naheliegenden Einschränkung. daß das für den Osfizier Gesagte nun nicht für olle gelten kann, doch zeigen, worauf eS bei einer KriegSvelstümmelung oder Kriegs- vetkrüppelung ankommt. Selbstveiständlich ist das erste aus ur- ipiünglichen Tiefen der Seele emporquellende Gefühl Mitleid. Mit- leid mit dem Betroffenen selbst. Mitleid mä den Angehörigen. Nun ist die Tatsache einer Verstümmelung so unbarmherzig und grauen- hast, daß man eS wohl begreifen kann, wenn der Schmerz in irgend 'einer Weile nach einem Ausweg sucht, und sei eS auch nur in mit- empfindenden Redewendungen� Mag der Schmerz aber auch noch so groß, die Verzweiflung noch so furchtbar sein, sie bringen dock nun einmal auf keine Weise die Tatsache aus der Welt, daß dem geliebten Menichen ein oder mehrere Gliedmaßen fehlen. Und so bleibt natürlich nichts anderes übrig, als daß man sich mit der Un- erbittlickkeit auSiöhut. Ten meisten Menschen w'.ll daS im Anfang un- möglich erscheinen. Wer sich in einen Zustand der Erbitterung und Verzweiflung begibt, der befindet sich tat'ächlich bald in einer schlimmeren und gefährlicheren Lage al» der, um deffentwillen er sich solcher seelischen Verstimmung hingibt. ES muß sogar mit aller Deutlichkeit getagt werden, daß der betreffende bei einer derartigen Haltung schließlich den Gegenstand der Beranlasiung ganz aus dem Auge verliert und sich, rein egoistisch, nur mit sich seli st beschäftigt. DaS aber ist für den Kriegsinvaliden wie für seinen mitleidigen Angehörigen der schlimmste Zustand, der sich erdenken läßt. Denn dem Velstümmelten muß geholfen werden, und zwar sofoit. Nun möchten die meisten sehr gern helfen, aber sie haben praktisch gar nickt die Möglichkeit dazu. Denn der Betroffene ist der Heimat und der Familie fern. Die Mutter oder die Gattin kann al'o nicktS unternehmen. Trotzdem darf sie die Hände nickt in den SÄoß legen und trauern. In sehr vielen Fällen wird sie auck gar nicht dazu die Zeit haben, weil sie in irgend- einer Form im Beruf und tziwerb steht. Und dabei zeigt sich soiort der heilsame Einfluß der Arbeit, besonders der körperlichen, die das viele Grübeln und Nachdenken einfach nicht auskommen läßt. Trotzdem wird der Gedanke inmier wieder- kommen: Was wird nun weichen? Darauf kann nur eine einzige Antwort gegeben werden: Sie müsien Vertrauen und Zuversicht ge- Winnen, daß. soweit Menschenkräfte es vermögen, alles noch gut werden wird. Daß dieses Vertrauen nicht aus einem ungerecht- fertigten Optimismus ichöpfen darf, sondern sich einzig und allein von der Logik der Talsachen überzeugen laffcn soll, wird in dem Folgenden gezeigt werden. ES ist erwieien, daß eS auch schon in den Zeiten dcS tiefsten Friedens Verwundungen und Verkrüppelungen gegeben hat, die denen des Krieges keineswegs nachstehen, weder der Art noch dem Umiang und der Schwere nach. Täglich werden durch Unfälle aller Art die schwersten Verstümmelungen, Verletzungen. Zerreißungen, Ouen'chungen und Brüche verui sacht. Man bar deshalb nickt obne Grund von einem»Schlachtfeld der Arbeit" gesprochen. Bei der Schnelligkeit, mit der sich das moderne'Leben und Erleben abipielt, bekam der einzelne von diesen Ungiiiiissällen wenig zu sehen, zu- mal sich die große Mehrzahl weitab vom öffentliche» Leben, in den Werkstätten, Fabriken, Bergwerken und anderen mit Maschinen ver- sebenen Betrieben ereignete. Deshalb wußte die Oeffentlichken auch wenig oder gar nichts über die Hilfe, die man den derart Wer- wundeten, unter denen die Hand-, Arm- und Beinamputierten eine bc- deutende Rolle spielten, zuteil werden ließ. Ein besonderer Zweig der modernen Chirurgie, die orthopädische Chirurgie war eS. die es sich zur Lebensaufgabe gemächt hatte, derart Verletzte der Arbeit und dem Beruf wiederzugewinnen und fie damit vor den dauernden Schäden des Unfalles möglichst zu bewahren. Die ort ho- pädische Chirurgie verfolgt zweierlei Aufgaben, durch ge- eignete Operationen in Verbindung mit einer besonderen Heil- bebandlung erworbenes odee ererbtes Krüppeltum aufzubeben und dort, wo infolge Operation Hand, Arm, Fuß oder Bein hatten snt- fernt werden müsien, diesen Verlust durch geeignete Kunstglicder wieder wett zu machen. Die letzlere Weihode traf besonders auf die durch Unfälle Beschädigten zu, die erswre auf die vielen Menichen, die ihr Krüppeltum entweder ererbt oder ionsrwie er- worden hatten. Don diesen Krüppeln im eigentlichen Sinne bauen wir vor dem Kriege in Teurichland etwa ll()0chädigten'üriorge". Berlin W 10. Ein letzte» bleibt noch, und zweifellos daS wichtigste: Wie stellen sich die von der KriepSbeschädiguna nnmitielbar Betroffenen zu dein ihnen widerfahrenen Unheil und Leid? Je nach Schwere der Ver- letzung, nach Temperament und körperlicher Bchchaffenbeir verschieden. Am ehesten kommen noch die jungen unver hetraiclen Leute, sofern sie eine friicke heitere Veranlagung haben, darüber weg. wenn e» sich um Schäden handelt, die ir.cht so schwer sind wie die eingangs geschilderten. Schwerer nehmen e5 schon die Verheirateten, weil bei ihnen ftetS die Sorge um die wirtichastliche Zukunft alle Hoffnung und allen Trost zu vernichten droht. Während aber zu Ansang des Krieges fast Durchgehend eine Abneigung gegen die aus Wiederherstellung der ArbeiiSsähigleit gerichteten ärztlichen und pädagogischen Bestrebungen vorhanden war, hat sich umer dem Einfluß der vielfach aus der FriedenSzen vorhandenen lebenden Bei- spiele glückliche! weite eine Wandlung vollzogen. Tie Invaliden haben jetzt vollkommen begriffen, daß die Wiederherstellung zur erwerb- bringenden Arbeit auch in ibrem Jnteresie und dem ibrer Familie liegt und sie geben sich fast durchgängig die größte Mühe, die zu ihrem Wohl von den Aerzten, Lehreui und Füriorpern erdachten Methoden auszuüben. Ueber die große Mannigfaltigkeit dieser Metboden, die jedem Berus in besonderer Wciie angepaßt weiden, zu' sprechen, muß einer anderen Gelegenheil Lberlasien bleibe». Voraussetzung für die Rückkehr eines Kriegsinvaliden zur Erwerbs- arbeit ist immer sein Wille. Und diesen Willen zur Gesundung, zum vollen Leben, zur Arbeit m jedem auch dem scheinbar HoffnnngS- losesten wieder zu wecken, lasten sich in unausgesetzter Arbeit Aerzte und Erzieher angelegen sein. Von großer Wichtialeit ist in dieier Hinsicht ein Buch deS ErziebungSdirekrorS Hans Würtz: Die Schlittschuhe. Von Cecylia Kuhmerker-SirkeS. AuS dem Polnischen von Stesania Goldenring. Jemand zerrte ihn am Arm. »Bronc! ick habe durch dich genug Zeit versäumt, ich muß nock heute in die Stadt gehen", iagre die Mutter, in deren Stimme er- wartungsvolle Unruhe und verhaltene Vorwürse klangen.� Sie faßte ihn beim Arm. zog ihn an sich und sübrte ihn nach Hause. Der Knabe rieb sich die Augen, als wäre er soeben auS einem Traunr erwacht.»Hast du gesehen, Mama, hast du gesehen, wie sie lauien", riet er, indem er sich immersort nach der Schlittschuhbabn umsah, die auS der Ferne mit einer Reihe brenneiGsr Laternen leuchtete uud von der rhylhmiich-ftöhlichen Bewegung der Menge wogte. „Es ist schon spät, geh schneller", entgegnete die Mutter. Der Knabe verstummte und indem er sich bemühte init der Mutter Schritt zu halten, nahm er das bunt« Bild in die düsteren Straßen mit hinein: Bor seinen Auge» zogen immer neue Ge- stallen vorüber, die sich zu einer großen Kette vereinten. Bald aber begannen sich die einzelnen zuckenden Glieder der Kette zu verstricken und ver wirren, die Kette brach und bog sich, wurde immer matter und undeutlicher, bis sie sich zwischen den steinernen Häuserreihen ganz auflöste. Nur der silberweiße Glanz deS EiieS und daS blitzailige Glitzern der Schlittschuhe lebte unverändert in fernem Gedächtnis fort. In seiner neunjährigen Brust ging der Wunich, ein Paar Schlittichuhe zu besitze», allmählich in Leidenschaft über: die Sehnsucht nach diesem Besitz und der Anblick dieser Stahlfahrer verursachte dem Knaben einen körperlichen Schmerz; er suchte die in die Augen drängenden Tränen zu unterdrücken. MS er aus der Schule kam, blieb er trotz der Bitten und Drohungen der Mutter vor der Eisbahn sieben, um wenigstens ein paar Minuten zuzuichaucn. Er beobachtete mit glänzenden Augen die Bewegungen der Füße und sab nich'S außer den Schlittschuhen. Dieie Minuten wurden ort zu Stunden, die er rn begeisterter Be- trackiung verbrachte. S»litt'chube... Er gliticheite mit den Schulkameraden auf dem Glatteis, an froren Nachmittagen ginaen sie zur Stadt hinaus und liefen aui dem gefrorenen Teich obne Schltttschube. auf den Abiätzen, auf einem Faß gleitend.— aber was war das im Vergleich zu jenen Stahl- flügeln, auf denen man wie ein Vogel über das Eis fliegen konnte!.,. Schlittschuhe... Alle seine Kameraden träumten seit Beginn de? WimerS von Schlitiichuben, ober sie wußten alle, daß dieses Glück iür sie unerreichbar war. nur er allein batte heimlich einen Entschluß gefaßt und hoffte aus Erfüllung seine» Traumes. Eines Tage» betrat er einen Laden und fragte mit zitternder Stimme nach dem Preis kleiner, für seinen Fuß paffender Schlrtt- schuhe. Seit jenem Tag siel jeder Heller, den die Mutter ihm schenkte. in die Sparbüchse. Ein ganzes Jahr sammelte er bereits, ein ganzes Jobr lang verzichtete er tagaus tagein auf Roschwerk, Bonbons, Zerstreuungen, er veikousie keine Spielsachen und die unnötigen Hefte. Während d-S ganzen JahreS rang er mit sich, bekämpfte täglich oufsieigende Versuchungen und tvehrte sick mit aller Kraft gegen Lockungen aller Art. obwohl eS ihm manches Mal recht schwer fiel... Aber sein Schatz wuchs an. er wechselte dre Kupfermünzen in Hellerstücke und schließlich in Silbeikronen. Nur noch zwei Monate, dann würde er Schlilt« schuhe, eigene Scklittschuöe in den Händen halten. Bei dem Ge- danken an diesen Augenblick hämmerte ihm daS Herz in der Brust. Zwar würde eS in zwei Monaten schon warm scm. aber daS tut nichts, wenn er die Schlittschuhe nur besaß und an den Füßen 'ühlte.... Ei iah>m Gerste dre erslaunren Blicke der Kameraden und der Mutier.... Zu Hauie bemerkt er. daß die Mutter rote, angeschwollene Augenlider hatte. „Sie hat wieder geweint," dachte er. Seitdem der Vater ins Feld gezogen war. weinte die Mulier unaufhörlich. Er dagegen war stolz aus seinen Vater, war stolz aus die Auszeichnungen, die der Vater aui der Brust trug, obwohl er sich nach ihm oft sehnte. Seitdem der Bater das Haus Verlasien hatte, trennte eine liefe Schwermut, nach der er nickt zu fragen wagte, die Mutter ihm, sie schmiegte ibn nickt mehr an ihre Brust, nabm ihn nicht mebr am den Sckoß und liebkoste ihn nickt. Manchmal kam er sich vor wie eine Waste, ohne Bater und ohne Mutter. Auch beute ballen sie ickweigend das Abendbrot verzehrt; während er seine Schulbücher packte, beobachtete er die Mutter, die sich in der Stube zu schaffen machie. „Worum hat sie geweint?" Der Gedanke ließ ihm keine Ruhe. »Mama, bat die Post etwas gebracht?" ftagre er endlich. »Fa. einen Brief von Papa." »Ist er gesund?" »Ja." Er klatschte in die Hände, iprang in die Milte der Stube und umarmte die Mutter stürmisch, indem er einen hclßen Kuß aus ihre Wange drückte. Sie befreite sich sanft auS seinen Umarmungen. »Bronek, geh jetzt zu Bett. Ich bin gleich wieder da." Ein Schatten glitt über das Gesicht des Knaben, der mit ge- senktem Kops die Schulmappe weiterpackrc. ... Dock er sah. wie die Mutter ihre Schuhe auszog, die Sommerstiesel des BarerS herausnahm, sie mit Papier ausstopsle und anzog. Dann nahm sie noch etwa-Z auS dem Schrank und ging fort. Als die Schritte auf dem Korridrr verstummt waren, stand er auf und hob die zurückgelasienen Stiefel der Mutter ans Licht. Offene Löcker gähnten ihm entgegen, aus denen eine ickmutzige Flüssigkeit sickerte. Er blickte mechanisch aus seine eigenen Füße. ... Er hatte unversehrte, warme Stiefel an. während die Mutter vor einer Weile in diesen Schuhen mit ihm turch den Schnee watete.... In den Ledcrtisirn steckten noch weiße Äügelchen. „Sollte sie kein Geld babcn, um sich andere zu kaufen?" Manchmal war es kalt im Zimmer, die Mutter aß bei Tiich nicht, weil fie Zahnschmerzen hatte....„Sie hatte zwei Bilder von den Wänden genommen.. ging eS ihm durch den Kopf. Nach einer Weil- zuckte er die Achieln. „DaS ist unmöglich, ihm fehlte es an nichts, er bekam sogar Geld für Süßigkeiten,— übrigens log Mon a niemals, sie hatte die Bilder zur Reparatur gegeben und hatte auch wullich Zahnschmerzen.. Er lächelte traurig wie unter Tränen. »Geld harre fie sicher genug, aber fie sorgte nicht genügend für sich, sonst dachte Papa immer an alle?, als wenn sie beide seine Kinder wären Aber jetzt..." Er schaute mit funkelnden Augen die am Boden stehenden Schübe an. um die sich eine Pfütze gebildet hatte. »Wenn Papa daS geahnt härte..." ES schien ihm. als ob die Augen des BaterS ihn auS dem finsteren Innern der Schübe vorwurfsvoll anstarrten. »Du bist kein Kind mehr. Bronek. denke daran," sagte der Baicr. als er fortging und hing ihm wie zum Beweis ieine große silberne Kette um. Bronek richtete sich auf. Die Erinnerung an jenen Augenblick erfüllte ibn noch jetzt mit Stolz, das Vertrauen des Vaters hatte ihn zum Ritter geschlagen, er war kein Kind mebr... Bon der Uhr trennt« er sich nicht mehr für einen Augenblick, er hütete fie wie ein Heiligtum. »Der Wllv siegt.*(SleiKSverlag. Berlin V SS), in dem eine große Anzahl von TatiaScnberickiten, von Kriegskrüppeln selbst geschrieben, wiedergegeben werden. Das sind-wahrhaslc Dokumente, obne künsi- liche Farbe und Schminke. Einarmige, Emhändige, Einbeiner, Doppeltompmierle und Kriegsblinde schildern hier sachlich schlicht und wahlhaitig, was sie suhlten und dachten, als sie gum Bewußtsein ihres surchlbarcn Verlustes kamen, und wie sie sich aus dem Abgrund der Vergweislung, der Hoffnungslosigkeit, der Äugst vor der Zukunft, der Mutlosigkeit und trostlosen Verbisicnhcil langsam — oft aber auch überraschend schnell und leicht— im wahrhaslen Sinne des Wortes emporgearbeitet haben, bis sie wieder als Vollmensch gleichberechtigt unter ihren Mitmenschen standen. Das SU lese» ist nicht nur ergreifend und erschütternd, es ist auch erhebend und anfeuernd. ES sollte niemand ver- sehle». ein solches Buch einem Schwerverletzten in die Hand zu geben, denn es wird ihm den mühevollen Weg, sich wieder zurecht- vnd zurückfinden zu lernen, wesentlich«leichtern, Um aus das anfangs onpeiübrie Beispiel zurückzukommen: Wie der O'fizier seinen furchtbaren Verlust trägt, das weiß man nicht, wisien auch kaum seine Angehörigen. Wer jemals Ungeheures durch» gemacht bat, seien es köiperliche, seien es seelische Schmerzen, der weiß, daß ihm letzten Endes niemand anders helfen kann als er selbst nur ganz allein. Man trägt es oder man trägt es nicht. Mancher rief aus der Nackt der Schmerzen und der Verzweiflung den Tod an. als aber der Tag kam, kam auch die Hofmung wieder. Kütige Menschen halsen dann nach, und ganz allmählich kchrie da-Z Vertrauen zu sich selbst zurück. Eines Tages schätzt man die Aus- sichten der Zukunft ab und gelangt zu der Uebcrzeugung. daß man doch wodl noch diesen und jenen Trumps habe. Und dann geht es unauihaltsam vorwärts. Wenn nun aber die Soldaten selbst diese Ruhe und Gelassenheit zeigen, wieviel niekr sollten es die Daheimgebliebeuen. die Frauen, Müller, Schwestein und Bräute, Sie mögen nur immer bedenken, daß nicht sie allein, sondern daß das ganze Volk den Verlust erleidet, aber auch tragen hilft. Was das in Wirk- lichkeit in Teutschland hcißr, das kann man am besten durch Vergleiche mit den Zustäiiden im feindlichen Ausland ermesicn. Rußland bat überhaupt keine Kiiegsinvalidcnfüriorge und entläßt seine Kriegskrüppel aur die Straße zum Betteln und Vagabondiercnl Deutschland hingegen führt die seinen wieder der Arbelt und dem Erwerbsleben und damit der Aussöhnung mit ihrem Geschick cnl- gegen. Und wo die eigene Kraft versagt, wird die Allgemeinheit ausreichend für die Betroffenen und ihre Angehörigen zu sorgen haben. Das ist ihre Ehrenpflicht. Die Engiänüer vor öerlin. Es war am 30. Juni IklZt), da rasselten durch die Straßen Berlins die Lärmtrommeln, sämtliche Sladttore, wurden fest ver- barrikadiert und nur das Gerlraudliiche— an der heutigen Ger- trauttenbrücke— offen gelassen, das von fünfzehn„todesmutigen Bürgern' besetzt gehalten wurde. Die Bürgerschaft wählte einen AuS'chiiß auS ihrer Milte, der Tag und Nacht zu'ammeiiblieb und zwei seiner Mitglieder mir der schleunigen Organisation der ge« lamtei! zur Verfügung stehenden„Wehlkra't' beauftragte. Und was war der Grund vieler drohenden kriegerischen Ver- onstallnngcn? Berlin hatte die Kunde erhalte», daß 3000 Engländer, über Spandau marschierend, in Tempelhof ein- getroffen waren und sich rüsteten, der brandenburgischen Haupt- und Residenzstadt einen ünerbelenen©»such ab- zllstauen. Dieser Besuch aber— so meiiÄe mau— könne nichts Gutes bcdemen. Denn die Berliner halten damals ein schlechtes Gewisien. Einige Jahre zuvor war nämlich in ihren Mauern ein kleiner Put'ch gewesen: die luiherische Siavtbevölkernng haue sich gegen den reformierten Hof und die re'ormierte Dom- gcistlichkeil aufgelehnt, und in der Hitze des frommen Glaubensstreites war das Malbeur passiert, daß man den Markgrafen Johann Georg durch Sleinwürse verwundet hatte, so daß er noch am andern Morgen »nicht aus den Beine» stehen konnte'. Nun hieß es: Der Markgiaß der sich in Jägerndorf aufhielt, kommt mit feinen reformierten englischen Glaubensgenossen nach Berlin und will sich für die Stein- würfe rächen! Aber die Nachricht stimmte nicht. Der Markgraf saß ruhig in Jägeindori und' die gekürchteten Engländer waren— der Dreißigjährige Krieg baue damals gerade begonnen— lediglich aus dem Dulchmarich nach Böhmen begriffen, wohin sie ihr Landesvater Jakob l. als HilfStrupven für seinen Schwiegersohn Friedrich, den „Venn Papa da? sehen würde.. Schamröle glitt über sein Antlitz. So batte er ansgepaßt.. Die Schmutzlache am Fußboden wurde immer größer. Plötzlich schrie er aur: Ich kann nicht, ich kann nicht... Er rannte ans Bert, zog die Sparkaffe aus dem heimlichen Versteck heraus und drückic sie aus aller Kras: mit beiden Händen an sich. Dann starrte er wieder die Schübe an.... AuS den auf- gerisienen Spitzen blickten unversehrte, tauber geputzie Tckuhe heraus, die veS Morgens vor dem Bett der Mutler stehen würden.... Er sah ein erstauntes, freudiges Lächeln auf ihrem Antlitz. ... Er sah, wre sie die Arme zu ihm auSslrcckie, ihn an sich dinckie und wie früher mit ihm im Zimmer umherlanzte. Vor der Tür stand der Vater und klatschte in die Hände. Der Knabe lockte aus ganzer Seele und schüttete den Inhalt der Sparbüedse mit steifen Fingern in die Tasche. ... Da fiel ihm plötzlich ein, daß der Vater über alle Berge war und die Mutler immer in Trän)n aufgelöst umher- ging.... ... Es fiel ihm ei», daß er sich während des ganzen Jahres keinen Bonbon, keinen Apfel gekauft halle daß wenn die Kameraden mit dem Lehrer euren Ausflug mocklen. er im Garten wailele. bis die anderen, mit Blumen beladen, singend in die Siadt zurückkehrlen — nur um einen Seckn'er für die Sparbüchse zu sparen. Er sah das silberweiß glitzernde EiS uiid das blitz.nlige Swillern der Schlitischube, die in großen Bogen dahrniausten. Und er flüsterte ganz leite:.Ich kann nickit, ich kann nichr..." Ein Geräusch von Scbrilien wurde im Gang vernehmbar. Er stellte die Sckrnhe rasch zur Seite. Die Schritte verstummten. „Nein, es war nickzt die Mutter." „Morgen früh wird die Mutter sie wieder anziehen, weil sie am Tage nickit in Mäiineri'chuhen würde geben wollen; dann werden wieder Schneetlumpen eindringen. Er blickte die Sckubc an, als wollte er sie um Mitleid bitten, aber der Gedanke, auf die so leuer erkau'ten Ersparnisse verzickuen zu müsien. ließ seine Biust auf- schluebzen und ferne Fin er mir stummer Liebkösung das gesprungene, von Feucktigleit durckuränlte Leder umklammern. ... Von den zerrissenen Schuhen strömte zu ihm eine lange. wortlose Kunde, gegen die er sich aus aller Kraft wehrte, die er öfter rmmer wieder und wieder vernahm, bis er stblreßlich ausstand, die Lampe ausdrehte und die Schuhe zum Schuster in der Nachbar- schast brachte. Der alte Meister schüttelte den Kopf, als er sah, wie da die Schuhe zugerichtet waren, und nannte den Preis. Der Knabe wurde „Winierkönig", gesandt hatte. Sie bildeten übrigens keine allzu furchtbare Kriegsmacht. Das Hauptkonlingent dieses Falstasfischen Korps war nämlieb aus den Gefängnisseu aller euglischen Gras- schaften zusammengelesen, und da der Schwiegersohn in London sich den Spaß nicht viel kosten lassen wollte, so hatte er es für gut be- funden, den Verteidigern des evangelischen Glaubens keine Waffen mitzugeben. Aber immerhin waren es einige Tausend, und— die Berliner halten eben ein schlechtes Gewisien. So wurden die Lärmlr murmeln mit aller Kraft gerührt und die beiden Ausschußmitglieder der Berliner und Cöllner Bürger» schait brachten eine Wehr kraft auf die Beine, die den Engländern in der Hauptsache durchaus ebenbürtig war. Der damalige brandenburgische Kanzler gibt in einem Schreiben an den abwesenden Kurfürsten von diesem„Landsturm" folgende eindrucks- volle Schilderung:„Die Wache in Cölln war von zween angeführt, die ihrer Lebtage wohl keinen toten Mcnfcken im Felde gciehen. Da war ein Trommetfchlagen, Platzen, Schießen und Schreien in beiden Slädlen die ganze Nacht durch, so daß ihrer wohl wenige werden geschlafen haben. Denn es war alles besoffen, was da war! Der eine schoß die Lunte mit hinweg, dem andern entfiel der Ladestecken, dem dritten die Forchetl, dem vierten ver- sagte die Muskete zwei- bis dreimal, der fünfie sicckle die Naie gar in den Aermel, wenn er schießen wollte. Die einmal gefchosien hatten, konnten zu keiner Ladung mehr kommen, also voll waren sie. Summa: man hat nur lanier Schimpf gehabt. Wie es des Morgens drei schlug, liefen sie von der Wache ganz ungebärdig weg, und die wiederum an die Wache treten sollten, waren nickt vorhanden. Da rannte der Kerl über eine Stunde herum und macht? auf dem Kalbfell ein Gerassel, ehe er andere wieder zu» fammenbringen konnte. Eine andere Rotte dagegen, 70 Personen stark, bat sich da hinten auf dem Werder— dem heutigen FriedrichS- Werder vom Spitielmarkt im Süden bis zur Dorotheenstraße im Norden— �zu Hausen rottiert, und haben die hanze Nacht aus dem Dudeldei(Dudel'acki spielen lassen, auch eine Wagenburg um sich geschlagen und ein übergroßes Platzen und Schießen getrieben, da» durch auch für Euer Durchlaucht junges ungetailftes Herrlein"— der spätere„Große Kurfürst", der damals drei Wochen alt war— „in der Wiegen ziemlich erschreckt worden." Während aber dieses in Berlin sich zutrug, lagerten die Eng- länder in Tempelb of. Brrtz und Schönebcig und— standen die fürchterlichsten Aengste aus. Denn sie konnten sich nicht erklären, was das ichreckeneriegende kriegerische Gciöte hinter den Mauern Berlins bedeuten solle. Irgendwelche feindlichen Absichle» hegten sie ja nicht, ihres Herzens Wünschen und Streben war lediglich daran! gerichtet, gut verpflegt zu werden; denn sie besaßen einen ungehelicr- licken Appetit, das hatten sie auf dem ganzen Zuge längs der Elbe zum Leidwesen der deutschen Bauern bewiesen. Und nicht weniger verängstigt war das hohe„Geheime Rats-Äöllegium" in Berlin, das in der Abwesenheit des Kurfürsten als Regierung in den Marken regierte und die moralische Verpflichtung fühlte,. den englischen Glnubensstreitern die sremidlickisle Ausnahme zu bereiten. Vergebens lief der unglückliche Kanzler, der für alle? verantworilicki war, von PonliuS zu Pilaius, d. h. vom Cöllmschen zum Berlinische» Bürgermeister, und ietzie ihnen mit aller B«edtsamkert auseinander, daß von den gesürckuete» Engländern nickit die geringste Gefahr drohe und dabei die erschrecklichen Berleidigungsmaßregeln über- flüisig seien. Auch stellte er anheim, gefälligst zu erwägen, ob inan von der Wirksamkeil soloner Bürgerwchr im Einstsall irgendwelchen Erfolg erwarten dürfe. Aber die Häupter der Siadl waren machtlos gegenüber dem sah erwackuen miliiärischen Geist der Berliner. Drei Tage währte das kriegerische Treiben mit Sansen. Schießen, Trommeln und Dudelei, darrst ivard cS dem Kanzler, zu Viel und er erklärte den Stadlvälern, wenn der Uirilg nicht sofort aufhöre, werte die Kurfürstliche Residenz von Berlin ver- legt werden. Diese kluge Appell an die Geldbeuielmteressen der Spießbürger blieb nicht ohne Wirkung. Das kriegerische Feuer er- loich im Augenblick, die Stadttore wurden sofort geöffnet und mit klingendem Spiel— aus diesen Schlußeffekt wollte man denn doch nicht verzichten— zog die Wacke der„Todesmutigen" zum letzten- mal vor das Rathaus, wo trotz des strengen Verbotes»och einige Scküffe in die Atmosphäre abgegeben wurden. Dann löste die Sireit- macht sich auf. die Berlin vor der englischen Invasion Anno 1620 gerettet hat. Den Bauern von Tempelhof und Umgegend aber schärfte das hohe Rals-Kollegium ein, die Engländer aufs beste zu bewiricn. Nachdem dieses geschehen war, setzten die gesättigten britischen Goltesstreiler ihren Marsch über Köpenick und den Spreewald nach Böhmen fort. Hier sollen sie jedoch nicht mehr vollzählig blaß, der Betrag war doppelt so groß, wie seine Ersparnisse. Einen Augenblick stand er sprachlos, dann riß er die Schuhe an sich und rannte cms die Straße. Lebhafte Freude erfüllte sein Herz. Eine süße Wärme ergoß sich in seinen Gliedern, laute �ubeliöne drängten sich auf seine Lippen. ES war ihm, als hätte er«was unwiderruflich Verlorenes wledergeilinden. Er rannte schnell, das Geld brannte ihm auf den Fingern wie Feuer. Aui der Treppe blieb er stehen. Im dunklen Flur erfaßte ihn ein Gedanke, der feine Brust wie mit einem blitzartigen Pfeil durch- bohrte. Er wollte weitergehen, doch er konnte nicht. Ein unerträg- sicher Schmerz umflorte seine Auge». Ein Augenblick— trostlos wie die Einsamkeit— und er kehrte zu dem Sckmhmackter zurück. „Mama bat jetzt nicht mehr Geld," flüsterte er mit heiserer. keuchender Stimme, indem er das Geld auf den Tisch schüitele, „sie schickt die Uhr als Pfand, bis, bis..." Er brach ab. Die Worte blieben ihm in der Kehle stecken, seine bleichen Lippen zitterten kraftlos. Auf seiner ausgestreckten Hand lag das Geschenk des Vaters. die große, silberne Uhr in einem Lederbeutclchen, noch wann von seiner Brust. Der Schuhmacher sah ihn hinler der Brille hervor an, langie bedächtig nacki der Uhr, besah sie sorgfältig von allen Seilen und sagte, den Kopf iebülielnd: „Laß nur, ich kenn« die Mutter� icki werde warten." Wie an die Erde angewachsen, iah er. wie der Schuhmacher das Geld in die Schublade scharrte, wie er die Uhr aufzog und sie an die Wand bängte. Zusammengekauert, gleichsam kleiner ge- worden, am ganzen Körper zitternd, mit roten Flerke» ans den Wangen, schleppte er sich nach Hause. Der Soldat an den Dichter. Orrs Qngefogte zu verkvncken, was Jedes stäenldienkirn bewegt, die hellen flammen zu entzünden, tft dir in deine Brult gelegt. Die beiden Qfer zu verbinden, wenn Sturm die Brücken niederfegt..» bist du, o Berz, in diele« Coben, in dieTen Blutraufch hingestellt: So sei nur stark und kühn erhoben dem BrudertAnd, der ganzen Uleltl Musketier Max Barth eh eingetroffen sein. Denn es gab unter'ihnen mannig- fache nationale Zwistigkeiteu. und da sowohl die Eng- länder, wie die Schotten. Waliser und Iren dem Brauche huldigten, Meinungsdifferenzen sofort durch Prügel zu er« ledigen, so blieben in jedem Etäppenguartier mehrere Dutzend Leichen zurück. Der Rest aber kam noch rechtzeitig in Böhmen an, um die welthistorische Schlacht aus dem weißen Berge mitzumachen und Zeuge der Niederlage des Winterkönigs zu sein. Es scheint übrigens, daß die Engländer hier vollständig aukgeriebcn Wörde» sind, wenigstens erlischt von da an jede geschichtliche Knude vo« dem seltsamen Korps, das einst Tempelhof, Britz und Schöneberg besetzt halte' und bereits den Fleischtöpfen und Bierfässern Berlins gefährlich zu loerden drohte. _____ Lohn Schikowski. „Charlotte Stieglitz" von Hans Kpftr. Im Lessingtheater. Der junge wcstpreußische Dichter, der, von der Front Hz-..»» laubt, der Vorstellung beiwohnte, chatte durch sein erstes, vor einigen Jahren im Künstlcrtheatcr aufgeführtes Drama..Erziehung zur Liebe" große Hoffnungen geweckt. Schloß sich das Stück auch nicht zu einem völlig organisch gegliederten und gleichmäßig beseelten Ganzen zusammen, so war doch das Verhältnis des aus der Enge der Schule- sich hinaussehnenden Jüngling- zu der enthusiastisch angeschwärmten, mild-gütigen und klugen Frau Direktorin mit lebendiger Originalität ersaßt. Der Dialog beziehungsrcich und individuell geprägt. � Einstweilen aber in dem neuen.Werke sind solche Zukunftscrwarlüngen freilich ncxh unerfüllt geblieben. Er griff ein Thema auf, von dem ein sicherer-Bühncninstinkt ihm von vornherein hätte sagen müffen, daß das. was es psychologisch Jntcr- essantcs bietet, den engen Schranken eines szenischen Gesüges nickt einzupnffcn ist, chaß diese weitverzweigten Konflikte nur in den freien Formen des Romanes oder einer Nochelle zu �erschütternder und eindrucksvoller Darstellung gelangen können. - Charlotte Stieglitz, nach der sein'Stück sich nennt, iit jene me-rsivürdig verstiegene Leipziger Bürgerstochter, die. zu der Zeit de- jungen Teutschlands, in'den dreißiger Jahren, durch den wohl seltsamsten aller Opfertode.'allgemeine Sensation erregte. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, ihr Bräutigam, der junge Studiosus Stieglitz, trage die- Kraft in sich, zur Höchsten Dichtergröße aufzusteigen. In der.romantischen Vergötterung der Kunst und der Ver- achtung aller Lebensprosa aufgewachsen, träumte sie. von einer Ehe, in der sie anfeuernd ihn auf die Bahn'zu ewigem Ruhme führen werde. Indes, der Herr Oberlehrer und spätere Bibliothekar lieh als Gemahl von Ädlerflügesn nichts verspüren. Aber statt von dem glänzenden Trugbild« das ihre und vielleicht auch seine eigene Phantasie geboren, sich männlich loszusagen, scheint er die Rolle des verkannten Genieß,- das nur durch Zufall, durch Lasten de- Berufes und dergleichen an der Eutfaltungi seiner inneren Fülle vehindcot-sei, gespielt- zu haben. Eharlottens exaltierte Liebe, die Augen' schließend, spann sich in den Wahn- ein, die Weihe eines tief erschütternden Erlebnisses würde ihm. die Zunge zu göttlichen Gefangen lösen, und nahm sich im Gedanken, ihm dies Erlebnis so zu schaffen, sich selbst das Leben. Was an dem Gegenstand« einen Dichter locken kann, ist weniger die Frau, deren Ileberspanntheit auck durch intimste Seelcnzeichnung ein neues Interesse kaum erhalten dürfte, als die Figur des Mannes der in dem dunklen Gefühl, daß er dem Ideal der Frau riremals entsprechen werde, unter deren Größe und dem Opfermut dieser Liebe litt, des Mannes, in dem das peinliche Bewußtsein, einem betrogenen Gläubiger gegenüverzu- stehen, die Neigung in bedrückte Scheu und schließlich auch in in- strnktivc.Haßgcsühlc geioanbelt haben mag. So saßt auck Kyser das Probsem..' Aber diese sZSandlringen..die sich ähnlich auck in günz anderen� Vdrhältnisschivöllztehen können— wie will man sie. ohne ihn«!-da� �sentliche, den. Reiz- der Ucbcrgänge und all- mähsicher Entwtckelüng"zu.nebnlen. im Spiegel eines Bühnenbildes auffangen?'Ein solcher Versuch— und um so nichr. wenn jener Zustand der Gespanntheit, wie bei Khser. ohne jede Spur von anderer Handlung de? Dramas ganzen Inhalt' bildet— wird der Gefahr gewaltsamer Verrenkungen und monotone» Wiederholens sich schwer entziehen können. So weist tatsächlich seine Projektion Spuren arger Willkür auf. Da soll zum Beispiel Charlotte in fünfjähriger Ehe von der nnver- hohlenen Entfremdung und Feindseligkeit des Gatten, den Khser. obendrein als. launenhaft fatalen Egoisten zeichnet, gar nichts gemerkt haben! Offenbar. desHall', damit dann die En!- deckung später als ein besonderes dramatisches Moment verwertbar sei. Nicht weniger unglaubwürdig wirkt es. daß das Letzte, das Charlotte ans alle« scincuWorten nie herausgehört, seine Abneigung gegen sie und seinen Unglauben an sich'clbcr, er dem herbeizitierten Schwiegervatcht plötzlich ins Gesicht schreit. Erst froh, daß seine Frau sich endlich von ihm trennen will, schwört der Haltlose ijw dann von neuem seine Liebe zu. Das tröstet sie. Und glücklich in dem Glauben, ihn- durch den Schmerz zu dem, wovon, sie träumte, zu erhöhen, sticht sie sich das Messer in die Brust. Theodor Loos brachte die innere Zerfahrertbeii. den aus Verzweiflüng geborenen Zynismus des Dichterlings sehr gut. zum Ausdrucke, doch ohne daß er bei den vielen Widersprüchen dex Figur ein Wärmeres Interesse für sie.hätte wecken können. Und auch die Heldin, so viel schöne lwheitsvolle Würde Lina Lossen der Rolle lieh, blieb doch dem Mitgefühl fremd. 6t. f Norije». — Otto Wohlgemuth, dessen Heimatsied uniern Sonntag heute einleitet, ist vielen„BorwärtS'-Leiern kein Unbekannter mehr. Wir druckten eine Reihe kurzer erzählender Arbeiien seiner Feder, deren stärkstes aus einem phanlasieiic'eu Vcrsinnim in Erlebnisse hervorging, die daS Schaffen im Bergwerk der Seele zuführt. Denn Otto Wohlgemuth ist Grubenarbeiter: im Ruhrrevier ist seine ArbeitSbciiirat und sein dichlerisches Aussprechen bewegt sich in der gemütsschwer schanenden Art. die yuf jenem schwarzen Boden heimisch ist. Jetzt sieht er seit Jabr und Tag im Felde. AIS er die Keilhaue mit dem KriegSgewcbr ver- tauschte, schrieb er das Lied, das wir heute mitteilen. Es steht nun in dem unlängst von der Sckncllichen Buchhandlung in Warendorf verlegten Buch Wohlgemuthscher KriegSdichtnngen„Du bist das Sa n d". Auch dieieS Buch beweist mit einigen großen Kampf- daistellungen. daß Wohlgemuth eiaenartig stark ist als Enählcr. — GoetheS Götz im Schilterlbeate r. Das traft» volle, mannhafte Drama des junge» Goethe ist in den letzten Javren auf Berliner Theatern vielfach erprobt worden. Jetzt Hai auch das Schillertheater dieses ewig frische und in diesen Kriegszeiten uns besonders zu Herzen gehende urdeulschc Stück uns neu geboten— in wirksamer Inszenierung, irr wohlgerirndelen Bildern riird gutert Darstellung..Eberhardts lebenstriztzcnder Götz. Hedwig Pnlys warmherzige Elisaberh standen voran neben auch sonst VurchwcgS guten Leistungen. — Vorträge. Institut für Meereskunde. Dienstag Prof. Oestreich: Die große holländische Sturmflut des letzten Wmters; Mittwoch Dr. R. Pohle: Zentralrußlaud; Freitag Prof. ». Röthgen: Der Imperialismus der Vereinigten Staaten von Nordamerika.— Außerdem hält Prof. Penck seinen drillen Beitrag am Montag: Nach Süddeutschland und Tirol.— Ueber„Unser Wissen von den Sternenwe.lten" spricht. Dr. Archenhold am Diens- tag, abends 7 Uhr.>n der T r e p t o w- S t e r n w a r t y.— In der Urania wiederholt Dienstag Dr. Hauser auS Basel' nock einmal ieinen Vortrag„Der Mensch vor hundertlausend Jahren". Millwoch spricht Pros. Dr. v. Buchka über„Die Ueberwachnng des Nahrungs- mitielverkehrs während des Krieges".—' Im Z e n l r a I i rr ft i t u t für Erziehung und Unterricht spricht Mittwoch Prof. Peter Behrens über»Die Beziehungen der kSiistlmschen und technischen Probleme". "Direktion Max Reinhardt: HeutMcheH Tlienter 'i1!, Uhr: l'"isnpos ilorhzpit. Nachm. S'/j Uhr(kl. Pr.l: Hamlot. Montag T'/a Uhr: Dantors Tod. (sainmcrNpieie. T'/'j Uhr: Konzert. Nnohm 2'l, Uhr(kl. Pr.): Minna von Barnholm Hontag: Der Weibsteufel Votksbiihne.Theat.a.BSIowplatz U/z Uhr: stllteketli. Nachm. 3 Uhr ikh Pr). Nachtasyl. Montag: Armut Thealer in der Könipgrälzer Str. 7'/, Uhr; Erdgeist. Nachm. 3 Uhr: Kameraden. KoniUdienhaON. ' I, Uhr: Die verlorene Tochter. Nachm. 3 Uhr: Der 7. Tag. Berliner Theater. 7'/, Uhr Auf Flügeln des Gesanges Nachm. 8 U.; Wenn zwei Hochz. mach WM ßep Freien KolMta Sonntag, den 4. Februar IDU: N a ch m i 1 1 a g S 3 U H r: Volksbühne. Zhealei am Bülowplad: Naltwlhl. Tihiller-Tdealer. Charlotten bürg: Aohannisseuer. Künstier-Thealer: Schwarzer Peter. N a ch m i I I a g S 2ll, Uhr: i.'e'fing-Thenter: Tie gutgeschnillene Eile. TeutscheZ Opernhaus: Die Ei.lfüh- rung aus dem Serail. Abends 7-1, Uhr: Dolfsbühne. Z-Healei am Bülowpl itz: Montag: Armut tienslng und Mittwoch: Macbeth. Donnerstag: Die Natten. Freitag: Weh dem, der tügl. I'keatei' kür Sonntsx, 4, Februar. Neues Operetteniiaus Deutsches Opernhaus, Charlotlcnb. 2'/j Uhr; Entführung aus dem Serail. 7 Uhr: Friedrich-Wllhelmsfädt. Theater. 3 Uhr: Rigoietto. T'/jU.; Das UrciniUderlhaus Gebr. Herrnfeid' Theater Z'/, Uhr: Krieg Im Frieden. 7,/j Uhr: Der dcppelte Buchhalter. Kleines Theater 3'/z Uhr: detlehen Gebert. 8 Uhr: leeljsch. Komische Oper 3'/, Uhr: Staatsanwalt Alexander. u/, uhr: Der Puszta-Kavalier. Lustspielhaus 3 Uhr: t'harley« Tante. u'.u.: Der selige Balduin Metropol-Theater ~ II VJ 7 Uhr 10 Min, Uhr: Die Kaiserin. Die Csardaslfirstin. 'ff HM Circus fH ISiisck Sonntag 2 Borstellungen: 3>/, und 7'/, Uhr. In beibeu BorsieUnngrn: Die cifolgrcidie, beliebte giotze Prunk.AusstaltungS.Panlow Ime: Lie Beierprinziessin. Lorher das glänzende Februar- Programm. Nachmittags l Kind frei, weitere Ha�be Preise. Rente 2 Tarstollnngen. Nachm. Z Uhr: Xlcine Preise! Kinder die Hälfte. Abends 7'/, Uhr. In beldcnVonstellangcn Billebils Hochzeitsreise Aegypt. Burleske in 7 Bildern. Musik von Bizet. Inszenierung von Max Reinhardt. Hauptdarsteller: Hans Wassmann Uillebil Christensen. Katta Sterno, Ernst Matray. -- Das groBo Ballettkorps-- sowie d. große Februar-Spielplan u.a.;„Ahropolls" Meisterwerke der Plastik nach neuer künstler. Methode. Martin Kettner Kspollo fRIEPRICrUTR-AN• PER- KOOIJTB' lIlslv.ÄUEsJ W" Neues"W Varietdprogramm. Dazu Neptun auf Reisen. Ausstattungs posse i. 3 Bildern Stürmische Heiterkeit. Das Theater ist gut geheizt RoseoTheater. 3 Uhr: Der StOrenfrled. 7»;. uhr: Das Giilcksmädel. Walhalla-Theater. 3 Uhr; Wilhelm Teil. 7'/,u.: AasMuMallttlmadkl. 3 Uhr; Der Tosclhbndlcr. tu d.: Der Soidal der Marie. Residenz-Theater 3 Uhr Gebildete Renscbrn. nivvCifi Warschauer Zitadelle. «chlller-Ttienter O. 3 Uhr: Wilhelm Teil. 7v,u.: Alt-Heideiberg. debitier Tb.<1 nnoetenhg 3 Uhr; JoltanniHfeuer. ti, uhr: Götz von Berlicliiip. Thalia-Theater. 3 Uhr Itlondlnehen. TI, Uhr: Das Vagabundenmädel. Theater am � olleailartp. 3'l, Uhr: Immer feste druff! ti.v.: Blaue Jungens. Theater ewie»» 8j/4 Uhr: Ein Walzertraum. t'/.u.: Die Fahrt ins Glück mit Guido Thielschei Trianon-Theater S'/t Uhr; Die Waise aus Lowood. 7a/) Uhr: Willig Hochzeiistag. Zirkus A. Schumann Der Zirkus ist gui geheizt Tonnlag, den 4. Februar 1917: 3Groüe Vorstellungen Ä nachm. 3 Uhr u. abends T'/z U Nachmittags l angehör. Kind sie:. In beiden Vorstellungen: Das graste glänzende Zirkus- Programm und Sie SeerZubei". Große Ausstaliungs- Pantomime in 4 tlflen. v okj» t-T kl Sadste 58. Heute Banste. 58 Sonntag, den 4. Februar 1917: Nachmittags 3 Uhr: Der Geizige. AbendS 7 Uhr: Das Schlot! am Reer. Ab Montag, den 5 Februar: Griseldis, ein edles Frauenherz. Reielishaileu-Tlieaier. Stettiner Sänger. Heute nachmittag 3 Uhr und abends 7% Uhr: Caharet Feldgrau. Nachmittags: Ermag Prelle: Parfett 39 Pf. Balkon 75 Pf.. Logen 1 M.) Possen-Theater. Täglich 7'l, Uhr: Der fliegende Holländer. Der alte Wölfl. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 71/, Uhr. Um 7>/, Uhr: PunteS Programm. Um 8',, Uhr: Tie Schiagerpoffe Einzig in Mrou-Berlin LweiksNeSerliner Berliner Humor— Berliner Figuren Sonntag 4 Uhr: Einer vom U-Boot. Gerniaiiia-Praeliisäle,�""' C. Richter. Jed.Sonntg P. Mantheys Lust. Sänger u. Konzerl. Neues Prog. m Anf. ö'/i Uhr. Eintritt 50 Pf, 10 Steuer, Militär 30 Pf. JL Berliner Honzerthaus Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91 Heute: Gr. Konzert des Berliner Konserthaaa-Orcheaters Ueiter: Komponist Frz. v. Blon. An fang 4 Uhr. 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Spezlaliirma: Saeellnonhsu» Ssrnbsrcl 5«h«»r», Stifter ❖v » »v vy jpj y garbätVi iiiiiiiiiuTirjiiiMininiiiHitiiiiiiitiiiiiimimiiiiiiiiiiiiiinimiimruiiiiiuiUiiiiitiiii I !lllll(!HLfiaiH!IM K'HS'Ällö" ItlH! mm EiSSEfii i ilillli: iiiiiiliii'iliiiiiiiiiiiiiiiiiii'iii iiiiiilliiililiulliiiiiiuiiiiiiiuiiiii IN ALTER : /# Für Rheumatiker und Urrvenleideude! Wunderbare Genesung einer 82 jährigen. Herr I. C. Beckers in F. schreibt n. a.:.Eine alle Dame vo: 32 �abrcn, welche in meinem Hause wohnt, hatte vor längerem seb: starte Ischias und litt sehr an den Nerven. Sie klagte Tag und Nacht. Das eine Bein schwoll an uni sie wurde belliä erig. Wir schickten zum Arzt und diesei verlchricb Salizyimittcl und Schlaf- Pulver und meinle zu mir:»das Atter ist da, wo wohl nichts mehr Hilst und man sich aus alles gesagt machen muij*. Die alle Dame in ihren Schmerzen so leiden zu seh-n, lai mir sehr weh und so suchte ich mir in den Zeitungen Mittel aus, resp. Inserate, welche das Leiden zum mindeuen lindern veimöchlen. Unier dielen fand ich nuu auch„Togal" und cS war resp. roirtte wie ein Wunder. Die erste Probeflasche linderte schon die Schmerzen, nach der zweiten konnte die alle Dame, die nicht mehr zu gehen vermochte, Ichon das Zimmer verlassen und nach der 3tcn und 4leir Probe ist sie geheilt, und geht heute allein I wie voi Jahren, logar durch die oerkehrs- reichsten St- asten Hamburgs und Altonas." Leiden auch Sie nicht länger! Wenn m.I Togal bei einer tbjährigen ein derartig großartiger Eriatg erzielt werden tann, wird da Togal nicht auch Ihnen Helsen? Ebenso wie bei Jech as wirlt Togal ersadrungs» gemäst hiasai und dauernd bei Gicht Hcxcuschust, Rheuma. Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, sowie de: Nerven- und Kopsschmerzen, selbu in verzwcijetten Fällen. Hervorragende Aertte oerordnen Togal-Tabletten. In allen Apothelen erhältlich. >V: & ildmlrals?alast 1 Heute 2 Vorstellg., 4 u. 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