54. Jahrgang. ♦ Nr. ö Seilage zum �vorwärts" Serliner Volksblatt öerlio, 11. Jebruar 141 7 Volt, metn Volk! wir habe« gekämpft vor den Räden», Werktische««ad Ränken. Tag für Tag ohne Ruhe vm Brot«ad Licht: wir durfte« un» nicht a« Soane und Freude verschenken. in Sorge und Schatte« bargen wir unser Gesicht. Da klagte die Heimat: Ihr meine aachtschürsenden Söhne, horcht, das Verderben donnert an Grenze und Tor! wir blickten auf: im Ahnen blutiger Löhne schwuren wir in das Feuer der Sterne empor: wir find nur V röteten, aber wir lieben die Erde, die unfern Schweif, ht rauschenden Strömen trinkt: fort- in die Schanzen, hoch aus die scharrenden Pferde, wenn auch der Tod mit der sausenden Sense winkt! Nicht gezagt und gewankt, wir wollen das Ende erwarten, als Made« wir ruhig in Bergwerk oder Fabrik; aeben den Fahnen heben sich uasre Standarten, «n» nur zur Sicht, verkündend ein bessre» Geschick! ________ Alfons P e tz o l d, Mes schon dagewesen. Aon Wilhelm Bio« - AngenchtS des zurzeit tobenden Parteistreits kommt uns wenigen noch vorhandenen Mitgliedern der alten Jnter- nationale besonders lebhaft eine ähnliche Krists in Erinnerung. die sich irr den letzten Jahren jener 1864 gegründeten Ver- Hindling abgespielt hat. Tic Ktisis in der Internationale wurde wesentlich hervorgerufen durch den russischen Anarchisten Michael B a k» n i n. der erst in der internationalen �lüchtlingsschast und dann in der deutschen Revolution von 1848 und 1849 eine Rolle gescheit hat. Nach Sibirien verbannt und von dort entflohen, liest er sich 1867 in Genf in die meist aus bürgerlichen Phü'anthropen bestehende Friedens- und FreiHeits- ligc aufnehmen und versuchte, diese Verbindung mit der von Marx und Engels geleiteten Internationalen Arbeiter- Assosiation zu veiH'inigen. zu welchem Zweck er in die letztere eintrat. Ter Kochgrest der Internationale zu Brüssel 1868 Vcrivari diesen Vo? schlag und nun begannen die Wühlereien und Intrigen Baru>>nns gegen den Generalrat der Jnter- nationale resp. gegen Marx und dessen Anhänger. Zu deren Bekämpfung gründet�' Bakunin 1868 die öffentliche ..Allianz der sozialistischen Demokratie". welche eine g e h e i nr.e Organisation in sich barg, über welche Bakunin als eine Ärt Diktator verfügte. Das Programm der Allicvz war ein anarchistisches und verlangte eine allgemckxe Revolution...damit zunächst in ganz Europa und äami auf der übrigen Welt kein Stein mehr auf dem ankern bleibe." Es proklamierte die Zerstörung des Staates uvd daran schlössen sich Phrasen,>oie dast der wahre Revolutionär„unersättliche Zerstörung" bc- treiben und„den Teufel im Leibe" haben müsse. Bei den romanischen Völkern fand illakunin Anhänger, da dort der Anarchismus von jeher verbrxttet war. und nun beantragte er. dast die„Allianz der so�alistiichen Demokratie" in die Internationale Arbeiter- Assoziation aufgenommen werde. Da die Allianz eine befondeoe Organisation in der Jnter- nationale bilden wollte, wurde ffn Aufnahmegesuch abgewiesen. Die Bakuninschcn Wühlereien gegen den Generalrat und gegen Karl Marx hatten schon so viel Verwirrung angestiftet, dast selbst der alte brave Johann Philipp Becker, sonst einer der treuesten Anhänger des Generatrats. ob der Abweisung Bakunins heftig entrüstet war. Nun bediente sich Bakunin eines bösartigen Kunstgriffs: er stellte in Aussicht, dast die Sekhioven der Allianz einfach in Sektionen der Internationale! umgewandelt werden würden, und zeigte dieS auch dem Generalrat an. Darauf- hin erfolgte die Aufnahme der Allianz in die Jnter- nationale. Die geheime Organisation inner- halb der Allianz wurde a.ber beibehalten. Tie Allianz bildete sonach die Minderheit der Jnter- nationale. Dieie anarchistische Minderheit bot nun alles auf. die Mehrheit in der Internationale m gewinnen und an Stelle des im Kommunistischen Manifest und in der Marx- schcn Jnauguraladresse begründeten wissienschastlichen Sozia- lismus den Anarchismus sowie an Steiße der öffentlichen Propagierung der sozialistischen Theoricm die alte Ver- schwörungs- und Putschtaktik zu setzen. Die Politik der Mehr- heit sollte durchkreuzt, die Position des Ganeralrats sollte unterhöhlt werden. Die Zerstörung der Organi- sation der Internationale von innen her- aus sollte den Anarchismus zur Herrschaft bringe n.') Von den Bakunisten wurden gegen den Gmeralrat und gegen Marx und seine Freunde in Zeitungen. F'ngblättern und Reden die heftigsten Angriffe gerichtet. Das ganze Register der Schmähungen und Verdächtigungen, die heute gegen den Partelvorstand und Fraktionsmehrheit ergehen, wurde auch damals gezogen. ') Eingehend« Darsullung dieser»ämpf« in der. alte» Jnter- national« im Bolls-Lexikon von Em. Wurm. Marx erkannte die von dieser Seite drohende Gefahr sehr bald. Er hat nachher seine Auffassung von den„Aufschneide- reien über die sofortige Abschaffung des Staates" zusammen- gefaßt: „Die Anarchie ist das große Paradepferd des Meisters Bakunin, der von allen sozialistischen Systemen nur die Auf- schriften aufgenommen hat. Alle Sozialisten verstehen unter Anarchie dieses: Ist einmal das Ziel der prole- tarischen Bewegung, die Abschaffung der Klassen, erreicht. so verschwindet die Gewalt dcS Staates. welche dazu dient, die große produzierende Mehrheit unter dem Joche einer wenig zahlreichen Minderheit zu erhalten und die Re- gierungsfunktionen verwandeln sich in einfache Verwaltungs- funttionen. Die Allianz greift die Sache am umgekehr- t e n E n d e an. Sie proklamiert die Anarchie in den Reihen der Proletarier als das unfehlbarste Mittel. die gewaltigen, in den Händen des Kapitalismus konzen- trierten gesellschaftlichen und politischen Machtmittel zu brechen. Unter diesem Vorwand verlangt sie von der Internationale in demselben Augenblick, wo die alte Welt sie zu zermalmen strebt, daß sie ihre Organisation durch die Anarchie ersetze." Auf dem Baseler Kongreß von 1869 strengten sich die Bakunistcn aufs äußerste an, die Oberhand zu gewinnen, aber ohne Erfolg. Sie steigerten daraufhin ihre Schmähungen und Verdächtigungen. Infolge der Zeitereignisse konnte 1876 und 1871 kein internationaler Kongreß abgehalten werden, au dem man hätte zu einer Entscheidung gelangen können. Inzwischen machte Bakunin während des Krieges von 1876 seinen bekannten Putsch in Lyon, bei dem„der Staat abgeschafft" werden sollte. Bakunin erliest nämlich zu Lyon jenes„berühmte" Dekret, dessen erster Paragraph besagte. dast die Verwaltungs- und RegierungSmaschine des Staates abgeschafft sei. Zwei weitere Paragraphen bestimmten, dast die Gemeindeverwaltungen kassiert und durch„Komitees zur Rettung von Frankreich" ersetzt werden sollten. die alle Macht„unter der unmittelbaren Kontrolle deS Volkes" ausüben sollten. Delegierte dieser Komitees sollten einen„revolutionären Konvent" zur Rettung von Frankreich bilden. Aber gleich nach Entstehung des Putschcs erschien der „abgeschaffte Staat" in Gestalt der bewaffneten Macht und unterdrückte ihn. Der..Volksstaat' schrieb damals mit gutem Humor „Jedenfalls hätte diese Proklamation Bakunins im Berliner Prestbureau nicht passender für Graf Bismarck gemacht werden können." Das ganze Unternehmen ähnelte dem so oft verspotteten Struvc-Putsch von 1848 zu Lörrach. Die geniale Idee, die tief in Frankreich eingedrungene deutsche Armee durch Aus lösung aller staatlichen Organisation, also auch der sranzö> sischen Armee, und deren Ersetzung durch nebelhafte„Komitees zur Rettung Frankreichs" zu überwinden, steht auf gleicher Höhe mit der Strategie gewisser„Radikaler" von heute, welche die Franzosen bis an den Rhein und die Russen bis an die Oder vordringen lassen und dann erst mit der„Landes Verteidigung" beginnen wollen. Die Unniögiichkeit. einen internationalen Kongreß abzu< halten, liest den Bakunisten zu viel Spielraum und die Ver wirrung steigerte sich. Endlich kam 1872 im September der Kongreß im Haag zustande. Karl Marx erschien daselbst. Bakunin. der großspurig angekündigt hatte, dast er auf diesem Kongreß ein„Ehrengericht" abhalten werde, erschien nicht. Marx hatte an Sorge geschrieben, dast es sich auf diesem Kongreß um Leben oder Tod der Internationale handle. Auf dem Kongresse wurden Bakunin und der schweb zerische Anarchist G u i l l a u m e, nachdem ihnen ihre Aus� höhlungS- und Zcrstörungsarbeit und die geheime Organi sation nachgewiesen, aus der Internationale mit 27 gegen 6 Stimmen bei 9 Enthaltungen ausgeschlossen. Die Jnter nationale konnte keine Sonderorganisation innerhalb der eigenen dulden. Zugleich wurde der Generalrat nach New Jork verlegt. weil Marx fürchtete, dast dieser in London unter den Einfluß der B l a n q u i st e n kommen werde. Diese an der alten VerjchwörungS- und Putschtaktik festhaltende Sekte war inzwischen durch die vielen Kommuneflüchtlinge verstärkt worden. Marx hatte auf der ganzen Linie gesiegt, aber es war ein Pyrrhussieg. Mit der Verlegung des Generalrats nach Amerika siel die Internationale auseinander. Marx hatte das vorausgesehen. Aber als ein tapferer Kapitän sprengte er lieber sein Schiff in die Luft, als daß er eS in die Hände des Feindes fallen liest. Die allgemeinen Zeitun, stände hatten verhindert, dast rechtzeitig Mastregeln gegen die Zerstörungsarbeit der Baku- nisten getroffen wurden. So ging die Einheit und die Orga- nisation der ersten Internationale zugrunde. Die Bakunistcn richteten dann in der spanischen Revo- lution noch viel Verwirrung und Unheil an. wie in einer vortrefflichen kleinen Schrift von Engels geschildert ist. Worin sich die damalige Krisis der Internationale und die heutige Krisis in der deutschen Sozialdemokratie gleichen, das kann sich jedermann selbst sagen und seine Lehren daraus ziehen, der den Gang der Ereignisse mit einiger Aufmerksam- keit verfolgt hat. Es fällt uns nicht ein. die Opposition insgesamt als Bakunisten zu bezeichnen, wenn sich auch namentlich in den beiden„radikalsten" Gruppen zahlreiche Anarchisten und Anarchosozialisten befinden, die zu den treibenden Kräften der Oppositionsbewegung gehören. Der Same, den man den holländischen Anarchisten Pannekoek in der Partcipresse solange streuen liest, ist herrlich aufgegangen. Aber die Taktik der gesamten Opposition ist genau nach bakunistischem Muster auf die Zerstörung der Partei- organisation von innen heraus gerichtet. Der Unterschied aber ist: Damals war es zu spät. Heute ist es noch nicht zu spät. Der preußische Polizeistaat. Bon Han» Leu st. Zur Anerkennung der Landesherrschaft überhaupt ge- zwungen durch Kurfürst Friedrich l., zur Achtung vor dem Landfrieden durch Joachim I.. zur Unterwerfung unter den neuen Militärstaat durch den großen Kurfürsten,— versuchte der Adel unter dem Könige Friedrich Wilhelm I. sich der Finanzhoheit des absolutistischen Polizeistaates zu wider- setzen, um die adligen Steuervorrechte zu be- h a u p t e n. Der König drang mit seinem Angriff gegen diese Vor- rechte nicht überall durch. In Pommern und in der Neu- mark mußte er vor den Vasallen den Rückzug antreten. Seine Erfahrungen aus diesem Kampf mit dem Adel spüren wir im politischen Testament, das der König für seinen Sohn und Nachfolger niedergeschrieben hat. Darin kennzeichnet er nach seinen Erlebnissen mit den Vasallen den Adel in den ver- schiedenen Provinzen. In Ostpreußen müsse auf die Fincks und Dohnas ein wachsames Auge gerichtet werden; die beiden Familien hegten noch die alten preußisch-polnischen Privilegien im Herzen, wenn es ihm. dem König, auch gelungen sei, den oft- preußischen Adel in der Steuerfrage unter seine Bot- Mäßigkeit zu bringen.(Bei diesem Anlast ist das bekannte Wort gefallen:„Ich ruiniere die Junkers ihre Autorität und stabilire die Souverainits wie einen rdfcüer von Bronce.") In Cleve-Mark seien„die Vasallen dumme Ochsen, aber maliziös wie der Deuffcl". Am Niederrhein seien die Vasallen mehr holländisch oder kaiserlich als preußisch; besonders dem Marquis Hoensbroech müsse Friedrich den Daumen auf das Auge halten. Aehnlich urteilt der König über die Vasallen in anderen Provinzen. Die in Pommern und der Neumark lobt er, aber Friedrich müsse nichts darauf geben, wenn sie klagen sollten;„es ist so ihre Landesgewohnheit". Auf den Adel der Altmark schilt der König sehr kräftig—„schlimme ungehorsame Leute gegen ihren Landesherrn. Die Schulenburgische, Alvenslebenichc, Bismarcksche Familien sein die vornehmste und schlimmste". Diese Vasallen hatten nämlich den König beim Reichshofrat verklagt. als er die LehnSeigenschaft der Güter aufgehoben und für diese Erweiterung der Eigentümerrechte und für den Wegfall der Verpflichtung zur Stellung eines Pferdes verlangt hatte, die Adligen sollten dafür jährlich den LehnScanon von 46 Talern zahlen. Friedrich der Große hat den Rat seines Vaters nicht befolgt, sondern den Adel sehr b e g ü n st i g t. Zn dieser Gunst hatte Friedrich Wilhelm I. den Grund selbst ge- legt. Die Staatsaufgaben und Staatsstellen wuchsen uyter dem Absolutismus an. Das Heer brauchte Offiziere. Friedrich Wilhelm I. liest den Edelleutcn ihre Söhne mit Gewalt weg holen, steckte sie in Kadettenhäuser und erzog sie zu Offizieren. Diese ihnen so gewaltsam aufgezwungene Staatslaufbahn schlug zu ihrem Vorteil aus, besonders als Friedrich der Große den Stand zu hohen Ehren brachte und ihn austerdetn zu einem Privileg des Adels machte. Auk diesem Wege verschob sich daS Verhältnis zwischen dem Könige und seinen Vasallen durchaus. Der Adel fing nun an, ein inneres Verhältnis zu dem Staate zu gewinnen. dem Friedrich so viel Ansehen verschaffte. In seine in politischen Testament empfahl der König ganz im Gegensatz zu seinem Vater dem Nachfolger die Konservierung des Adels. Auch er kennzeichnet die Vasallen der einzelnen Provinzen, aber durchaus günstig, außer die clevischen; die seien.imbecil und konfus" und durch Trunk degeneriert. Der König führte sogar das adlige Vorrecht wieder ein, dast Rittergüter nicht durch Bürgerliche erworben werden durften, und daß einmal vorhandene bürgerliche Ritterguts- besitzer die Privilegien der adligen Grundherren nicht ge- Nossen. Friedrich der Große ist der Gründer der ersten Kredit- institute für die adligen Güter, der Landschaften. Auch im Zivildienst nahm der König die höheren Beamten ausschließlich aus dem Adel. Er brachte eine vollkommene Umwälzung in das Verhältnis zwischen dem LandeSherrn und„seinem" Staat auf der einen und dem Adel auf der anderen Seite. Aus der Feindschaft war eine dicke Freundschaft geworden, bei der sich die militärischen und politischen Zwecke des Königs ebenso gut standen wie die Interessen des Adels. Dieser wußte die Gunst der Stunde zu schätzen und zu nützen. Dem Geist, dem Willen und dem Ansehen des Königs hätten die Vasallen ihren eigenen oft so trotzigen Willen ent- gegenzusetzen nicht einmal in den verzweifelten Tagen des siebenjährigen Krieges wagen dürfen. Ausgestattet mit eineni Instinkt für solch' eine unanfechtbare Ueberlegenheit ebenso wie für das Gegenteil, handeln die preußischen Vasallen gegen ihren Herrn immer nach dem einfachen Rezept: Alles zu seiner Zeit! Ist der König günstig gesonnen, und bieten die Umstände und Einrichtungen neue, gute Gelgcnheiten, dann ist der Adel nicht jenem Staffel gleich, dem der Löffel fehlt, wenn es Brei regnet. Ist gegen überlegenen Willen und überlegene Macht„nichts zu machen, nicht einmal zu wollen". dann bescheidet fich der sonst so natürlich, unbeugsam uud instinktiv sich geberdende Troß ganz ebenso natürlich. Aus dieser instinktiven Einschätzung der Gelegenheit, die das Wesen einer Pcrsön- lichkeit und ihrer Willenskraft richtig wertet, beruht die' höhere Stufe von„Banernschlauheit", mit der unser Grundadel im Werden und Wachsen Preußens seinen Rang und seine Macht im Lande und über das Land erhöht und befestigt hat.'Einem schwächeren Willen und einer minderen Macht gegenüber wird d e � Geist lebendig, den Friedrich I., Joachim I. und selbst der große Äursürst kennen gelernt haben, als diese Fürsten den rüstigen, urwüchsigen Trotz m der Mark und in Preußen zuerst bändigten. Tie Regierung Friedrichs des Großen, die soviel Be- förderung und Vorrechte sür den Adel geschaffen oder er- neuert Hai— im Dienst, in den Eigemunisrechtcn auf dem Lande und selbst in den ständischen Bestandteilen des Staats- vcrwaltungsrcchts— mußte demselben Adel auch unbequem werden. Das Interesse deS Militärstaates verlangte Soldaten:— das Bauernlegen duldete der König nicht. Der Adel fügte sich, mußte sich fügen, und war froh, daß der König die Hörigkeit und Frondienste nicht antastete. Die Kriege Friedrichs kosteten Geld: die Finanzpolitik, die Wirtschaftspolitik des Königs waren dem Adel lästig— er mußte sie in den Kauf nehmen—. das Wollausfuhrvcrbot ebenso wie das Kornmonopolsystem des Königs, der die Preise bestimmte und nicht über das erträgliche Maß steigen ließ. Das Musikleben von heute. Bon Dr. Georg Kaiser. Das deutsche Musikleben hat sich in den letzten Jahrzehnten riesig entwickelt. Die Vielheit seiner Einzelerichcimmgen ist staustiich mehrfach mit imposanten Zahlen bezeichnet worden. In Berlin sind Wocken mit dreißig bis vierzig Konzerten tünftleriichen Charakters durchaus keine Seltenheiten, auch andere Großstädte haben im Winter durchschnittlich jeden Tag zwei oder drei musikalische Auf- führungen. Alle Arten von Konzerten find dabei vertreten. Auch die Oper hat einige Pflegstätten gefunden. Bergkeichen wir zahlenmäßig unsere Zeit mit den Zustände vor fünfzig oder hundert Jahren, 10 werden wir sagen dürfen, daß wir es herrlich weit ge> bracht. Es stagt sich jedoch, ob der Zahlenbegrisf irgendwie maß- gebend sein kann sür die Bewertung auch des musikalischen Gehalt« der Darbietungen. Dem Einsichtigen ist es längst klar geworden, daß da? Musikleben zum größten Teile in einen Musikbetrieb verfallen ist, den Millionen Menschen gedankenlos mitmachen und durch ihre Anteilnahme in seinem immer weiter vom reinen Ziele ab- fiibrenden Geschästswuchcr fördern helfen. Der Agent hat sich die unpiaklische Veranlagung der Musiker und das Gefallen des Publikums am äußeren Klang und an rellaniebaner Anpreihmg alles käuflich Erwerbbaren zunutze gemacht und sich als Makler zwischen Künstler und Zuhörer einen selbständigen, meist sehr einträglichen Beruf geschaffen. Mit wenigen Ausnahmen geht heute' alles durch feine Hand. Er sorgt dafür, daß daS Interesse des Publikums an gcw'sien Konzerte» nicht erlahmt, die ihm und auch seine» Ange- stellten, den für diese Zwecke gedungenen Künstlern, Geld bringen uud er hat Mittel und Wege genug, auch ungezählte, völlig reizlose Konzertabende zu„arrangieren�, in denen selbst die Inhaber von Freikarten oft gelangweilt ihre Zeit verbringen, die aber in ziemlich beträchtlicher Zahl, natürlich durchuS auf Kosten der Musiker, unter- nommen werden müsien, um nach außen den Anschein eines regen. vielbewegten Musiklebens zu erwecken. Als der Betrieb einmal nachzulassen drohte, wurde daS sogenannte Elite-Konzert erfunden, in dem gewöhnlich drei Künstler von besonderem Ruf abwechselnd ihre„zugkräftigsten" Rummern vorführen. Dieser geschäftliche, kunstfeindliche Kniff hat seine Wirkung auf das Publrkum nicht ver- fehlt, und da der Agent ein sehr zahlungskräftiger Mann und im übrigen auch einer ist. den man sich nicht zum Feinde machen möchte, fanden sich selbst Mnsiter von ernster Kunstaufsasiung bereit, Lohn- diener einer Sensationen kaufenden, innerlich vollständig morschen Zuhörerschaft zu werden. Man nehme nur einmal das SonntagS- blatt einer Berliner Zeitung in die Hand, um sich an? den wirklich in die Hundert gehenden Konzertanzeigen ein Bild von diesem Musikbetrieb ,u machen, dem wir verfallen find. Leider, und dies Mei Hannes geht uff Noncp! Bon Emil U n g e r. Der„Hannes" war mein Schulfreund, und der so sprach, sein Vater. Er hieß Filzer. wurde aber in Erinnerung an seine Soldatenzeit bei den Franzosen nur der„alte Troupier" genannt. Seine Drechslerwerkstatt befand sich neben unserer Wohnung und ging nach dem kleinen Bach hinaus, der hier vorüber und dem Rheine zueilt. Man konnte durch die kleinen Fenster des Ateliers an der alten, gotischen Kirche vorbei hiuauf in die Kuppen des Wasgaueö sehen, und oft genug haben Hannes und ich dagesesien, besonders an Wintertagen. Der alte Troupier hielt sich lieber im„Rcbstöckel" auf dem Marktplatz auf, allwo er meist weinvergnügte Trink- gcnossen fand. Sein Lebensprinzip war: nur für den einen Tag sorgen. Nicht mehr arbeiten, als nötig ist, um für den Augenblick leben zu können. Und dieses Prinzip führte er auch mit unerschütterlicher Konsequenz durch. Er konnte es, denn eS war keine Konkurrenz am Orte, und seine Arbeit war gut. Vormittags. Punkt halb elf, legte er fein Werkzeug hin und schüttelte seine grüne Schürze aus, dann fuhr er mit zwei Fingern in die linke Backenhöhle, die im Lause der Zeit nach außen die Form einer gespaltenen Billardkugel angenommen hatte, und schleuderte den ausgelaugten Kautabak mit einem geschickten Griff in weitem Bogen heraus. DaS Päckchen mit gewöhnlichem Pfeifcnknaster stand schon bereit, damit die Füllung erneuert werden konnte. Wen» daS geschehen war, wurde noch der kurze Nasenwärmer gestopft und angezündet, und der alte Troupier war marschbereit. Er hatte einen merk- tvürdigen Gang. Die rechte Schulter etwas �nach vorn ge- rückt, den Kopf geneigt, tvährend die flache Schirmmütze fast in den Augen saß. so tänzelte er mit leichten, elastischen Schritten die Straße entlang. Die sonderbare Haltung der Schulter sei von seiner siebenjährigen Dienstzeit zu Pferde zurückgeblieben, behauptete er. andere aber, die ebenfalls bei der Kavallerie waren, lachten ihn dann jedesmal aus. so daß er ganz wild werden konnte und den Spöttern nicht gerade die delikatesten Kosenamen an den Kopf warf. Sonst aber war der alte Troupier ein gern gesehener Tischgenosse, der immer amüsant und spaßig zu plaudern wußte. Seine Frau. die Liiett. hatte er schon zehn Jahre vorher begraben, und von seinen Kindern war ihm auch nur der kleine, schmächtige Hannes geblieben. Den hütete er wie seinen Äugapfel. Und Drechsler sollte er nicht werden.„Des isch kein Metier sür meine Hannes."(Der Alte spickte seine Rede gern mit fran- höfischen Brocken.) Wenn er so sprach, dann folgte aus der I läßt für die Zukunfi noch Schlimmes befürchten, ist e-Z der Zeil« I stimmung gelungen, auch einen großen Teil der musikalischen Kritik sich unterwürfig zu machen: man hat die Festhaliung an den haup:- iäwlichstcn Normen einfach aufgegeben mit der verlogenen Aus- rede, daß cS hirnverbrannt sei, gegen solche Zcitmächie anzu- kämpfen; und da man aber irgendwie die kritische Feder spüren lassen muß. sieht man in oft kleinlicher Weise dem ausführenden Musiker auf die Finger, um durch solchen Eifer den Mangel am Willen zur Kultur zu verdecken, der sich etwa in der Prüiuiig der dargebotenen musikalischen Werte lProgramm-Bedeutung usw.) aussprechen könnte. Goltlob gibt es noch klarsehende und mutige Köpfe auch unter dies?» beruflich in den MusilbetriebSstrudel gezogeneu Kiitikern. und das vor>oe»igen Wochen erschienene Buch des bekannten Beethoven- biographe» Paul Bekier: DaS deutsche Musikleben IBerlog von Schuster u. Löffler in Berlin. Preis 7.50 M. geb.) leuchtet tief in die Hintergründe unseres Konzert- und Opcrnbetriebcs von heute hinein. DaS in einem vorzüglichen Deutsch geschriebene Buch ist die Frucht der geistigen Konzentralion, die dem Verfasser im Heeresdienst möglich war; abseits von jeglicher eiligen kritischen TageSarbeit ist es ihm gelungen, die Gefahren des heuligen öffent- lichen Musikinachenö in deutlichster Schärfe vorzuführen, unS diese Herunter-Entwicklung als logische Folge der Gescllschaftsentwicklung darzustellen und schließlich in umfassender Weise in großen Umrine» wie auch in einzelnen praktischen Vorschlägen den Weg zur Ver- tiesung unseres Musiklebens anzudeuten. Die Bekkersche Dar- stellungsweise ist verankert in der Wiffenschart des Aesthe tischen; der Verfasser hat seine Aufgabe>o von Grund aus allseitig kulturhistorisch anzusasien gesucht, daß man seinen oft ins Abstrakte ab- schweiienden AuSiührungen mit dem Aufgebot des ernsten FntereneS folgen muß. Er bat sich offensichtlich bemüht, eine festfundierte Eni- Wicklung seiner wertvollen Gedanken zu geben, in dem Bewußtsein vielleicht, daß man von gewisien Seiten gegen ihn anzustürmen ver- suchen wird. Also eine populäre Darstellnngsform darf man von ihm hier nicht erwarten. Zunächst gibt Bekker in längeren Ausführungen ein über- zeugende» Bild von der Form des musikalischen Werkes als eines gemeinsamen Erzeugnisses von Gesellschaft, Musiker und Kritik. Er weist nach,-daß diese Form immer, zu jeder Zeit, der Ausdruck eine? bestimmten GcsellschastttvillenS war; daß sie nichr der Musiker seiner Schöpfung etwa unbeeinflußt aufdrückt, daß dieser vielmehr bei der Konzeption an die AusiLbrungs- und BerstehenZ- Möglichkeiten zn denken habe; daß die lebendige Form überhaupt erst beim Zusammenwirken von Gesellschaft, Musik und Kritik dem Werke gegeben wird, in der Ausführung. Wir haben in der Musik- pflege die Vorherrschaft der Kirche gehabt(Bach-Zeit), die der ihre Kapellen haltenden Adelsfamilien(Mozart- und Haydn-Zeit), die der bürgerlichen Konzerigesell'chaften(Mendelssohn- und Schumann« Zeit). Wir finden, daß die Gestaltungssätze tür den Musiker nicht, wie es die Formaläsihetit behauptet, auf innerorganischer Gesetz- lichkeit beruhen, sondern daß sie vielmehr abhängig sind von der Wechselwirkung der Materie und dem Wahrnehmungsvermögen der Zeii-Gesellschaft. Die Gcstaltungsprinzipien des Musikers find soziologisch bedingt. Diese verschiedenen Gesellschaften haben nach- einander abgewirtschaftet. Klägliche Reste von ihnen sind nur noch vorbanden. Der AbsolutiSmil-Z der Herrscher findet beispielsweise noch einen schwachen AuSklang in den Hostheatern, die freilich der Gesellichaftswandlimg so starke Konzessionen gemacht haben, daß sie teilweise geradezu in da« ihren eigentlichen Zielen entgegen- strömende Fahrwasser des GeschäftemachenS getrieben sind; die Bürger-Geiellschaslen tGewandbauS in Leipzig) beharren auch nur noch in einzelnen letzten Erscheinungen aus ihrem ehemaligen Willen als herausgehobene Gruppe. Nun bat uns der Krieg vollends an einen Punkt gebracht. Ivo Gesellichastsmacht und Gesellschastsbewußt- sein in Zerfall geraten sind; wir können vorläufig nicht sagen, wie eS weiter gehen wird. Bekker vertritt nun die Meinung, daß wir alle der gemeinsamen Grundlage unseres TunS und Seins uns bewußt werden können, der Idee der völkffchen Gesamtheit. j)cS Staats. Und dieser Staats- einheit müsse nun. und hier entwickelt Bekker eine Menge positiver Vorschläge, als der Wurzel des gemeinsamen Seins, auch die Form unsrer Kunst und also unsrcS Musiklebens entspreche» und erwachsen. Wir sollen nicht mehr nur oberflächliches Ver- gnügen an V'.rtuosenleisiungen, nicht mehr nur Genuß an guter Musik haben, sondern binauSstreben über diesen paisiven Tischrunde mit tödlicher Sicherheit, die Frage(dieweil alle Nnlsitzenden verständnisvoll sich mit den Augen zuzwinkerten): „Na. Trvuvier. was ivit denn ÜS dinncm Hannes mache?" Und ebenso sicher schlug dann der Gefragte mit dem Rücken seiner rechten Hand auf die Jnneuflächc seiner linken, daß eS klatschte und sprach das gewichtige Wort: „Mein Hannes geht uff Nangssi, Kon—, stark isch er nid, aber rußlig(flink, lebhaft) wie c Maikäfer, Kon!" Er ließ sich auch durch das regelmäßig darauf einsetzende Gelächter nicht abhalten, immer wieder in derselben Art sein Sprüchlein herztlsagen. Für den kleinen Hannes war dies indes nicht gut. Tic Schulkinder hatten das Wort längst aufgefangen und ahmten es mit allen Feinheiten und scharf akzentuiert nach. Aller- wegen. Wo Hannes stand und ging, tönte es ihm entgegen: „Mein Hannes geht uff Nangssi. Kon,— stark isch er nit, aber wußlig wie en Maikäfer, Kon!" Und wenn, er auch in aufflammender Wut seinen Holz- schuh in die johlende Spötterschar schleuderte, daß er klirrend über das Pflaster tanzte, es half nicht viel, einige Schritte weiter erklang es schon wieder:„Mein HanneS geht uff Nangssi, Kon!" Kam a5er dann zufällig der alte Troupier dazu und sträubte ihnen seinen dicken braunen'Schnauzer entgegen, so genügte das. um alle Spötter alsogleich wie vom Erdboden verschwinden zu lassen. „Losse babble, Hannes," pflegte er hierauf zu sagen,„die Herrgottsnundidjes könne jo Dich nit foppe. Tu gehst doch liff Nangssi. juschtement!" Dabei blieb's auch. Der Troupier hatte in Nanch einen Bruder, in dessen gutgehendem Geschäft der Neffe sich zum „Epicier"(Krämer) heranbilden sollte. Nicht daß Hannes zu schwach oder ungeschickt gewesen wäre, um das Handwcrt seines Vaters auszuüben, im Gegenteil, er war schon ein halber Drechsler, und die Puppen zu tlnscreu Kasperle- theatern, die er selbst gedreht, zeugten von seiner Austelllgkcit. Aber der Troupier war der Meinung, daß der Trcchslerberus keine aussichtsreiche Zukunft mehr habe und im Niedergang begriffen sei. Außerdem befürchtete er auch, sein Hannes könnte in des Vaters Spuren treten, und so heilig ihm selbst auch sein Lebensprinzip war— sein einziges Kind wollte er doch vor der gleichen Lebensauffassung bewahren. Und dann: Epicier war ein feines Gewerbe, und sein Hannes würde nicht iu der«-schürze hantieren, sondern in Kragen und„Schmisetle" umhergehen. In solchen Momenten konnte der Troupier geradezu in Rührung geraten und mit feuchtem Blick auf seinen Bub hin- schauen: Zustand zum tätigen Erleben. Bekker hat bor allein in dem einen recht: daß das zu solcher schöpferischen Mitarbeit befäbigte und be- rusene Publikum noch draußen vor den Türen der Oper und der Konzertsäle stehe. Es hat noch gar nicht begonnen, am Musikleben teilzunehmen. ES mußte für sich eigene gelegentliche Aufführungen mühselig zusiandebringen öder sich von zufällig bewilllgten Volks- konzerlen seinen Musikhunger vorübergehend kärglich stillen. Wohin man blickt, sieht man GeielliÄaslSgruppeu verschiedener Art ihr Be- dürsnis an Musik oder ihr Virtuosenvergnügen befriedigen; der Mufisinakler hat es an der Hand, geräuschvolle, bunle Künstlerichau zum Verderb olleS ästhelisckien FübleuS darzubieten, die Presse ist ihm nicht übel darob gesiunt, da er große JnscitionSabietilüsie macht. und der vom Verleger meist gefährlich abbängige Kriliier getraut sich nicht, gegen diese Kreise des zahlungsfähigen ElnepublikuniS aufzutreten; er würde auch bald unschädlich gcma-vt werden. Der Künstler gehört aber in seinen Werken der Welt. Wo ist jedoch die große Allgemeinheit, die sich an diesen Werken erfreut, erbebt, die wiederum den Künstler in seinen. Schaffen zur bedeutsamen An- spannmtg seiner Kräfte anspor»? � Wo ist vor allein auch das KonzerthauS, das dieser neuen Geiellichartssarm enlipräche, für die nach BeiterS Meinung Mahler seine achte Sinfonie gewissermaßen vorauögeschaffen hat? Der Staat und die Stadt sollen nach Belker« Vorschlag in dein neuen Musikleben, da« diesem Geschäftsbetriebe folgen soll, die leitenden Mächte sein. Ein andres Musiklehrergeschlecht muß heran- gezogen werden, für deren Tätigkeit der Staat gewisse Sicher heilen übernimmt. Tie Bedeutung der Mufii muß überhaupt innerhalb deS StaarsorganiömuS uneingeschränkt anerkannt werden. Der Staat soll die Hoftheater endgültig übernehmen uird deren Leiter aus fachmännischen Kräften erwählen. Ein nicht absolutistiicher, sondern konstitutioneller Führer hätte auch dem Sladltheater vor- zustehen. Eine Musikergenosienschait hätte alle Anordnung von Konzerten im Interesse de« jeweiligen konzerrgebendcn Künstlers» zu treffen, daö Machthaberivstem müsie beieirigt werden. Der Agent werde sein Geschäft emsiellen. wenn ihm das gehobene Slandes-- bewußtsein der Musiker und jene an seine Stelle tretende Genossenicrast überflüssig gemacht habe. GenoffenschastStbeaier und genossenichaitliche Konzerte, die Genosienichast auch als Verleger, der BeruiLlruiler mir dem Willen zur Kultur— sollen das nur Phantastereien bleibeu� Es wird lange dauern, bis sich Belkers Hoffnungen eriSllen werden. Vieles wird wohl auch ganz anders kommen, als es sich Bekker gedacht hat. Er ist in mancherlei Hinsicht weil stärker von seiner Sehnsucht nach Besserung geleitet in diesen au'bazejiörn Teilen seines Buches als von der nüchternen Belrachtmig de? Tal- fachen. Dennoch wäre es töricht, hier gerade von vornherein dem Drange de» Idealisten ein kalte»: Langsam! zuzurufen. U»d her- vorragende positive Werte deS Buche? zeigen sich auch Lbcrrill da. wo Bekker schonungslos, mit grimmiger, schatter Klarheit dm lln- Wahrheit des jetzigen Treibens entschleiert. Indem er verneint, verwirft, verdammt, schafft er im Leier ein richtiges deutluves� be- schämendes Bild von den Zuständen, ruit er das Berlanjtz.-n wach, an der Aufwärtsentwicklung mitzuwirken. Kaum idacvtswo sind über die zahlreichen verderblichen Fakloien unseres Mu'ÄZIedenS in ihrer unsatirischen, objektiv abwägenden Art so vernichtend bloß- stellende Worte geschrieben worden wie in dem Belkeri�a a Buch, ur dem keine einzige noch so kleine Seile dieser wichtigen, das ganze Volk angehenden Angelegenheit uubsrücksichtigl gelastet ist. lieber gar manche Einzelheit könnte man wohl mit dein Veifasser sich kritisch auseinandersetzen: allein es dünkr inir im Uahincn dieier räumlich beschränkten Besprechung kleinlich, anderes: hervorzuheben als den bedeutsamen ethischen Werl, den Belkers Llutruf unsere» Willens zur musikalischen Kultur darstellt. Moderne chemische Forschung und En!- Vickinngslehre. Don Dr. O. Dam m. In der Lehre vom Leben sieben gegenwärtig zwei Richtungen einander schroff gegenüber: die mechanistische und die vitalistische, genauer neomtalistische, zun, Unterschiede von dem älteren Vitalis- muS. Begeben wir unS einmal in das Heerlager der Mechamsien! Man duldet unS nur, wenn wir beschwören, daß es möglich sei. die Formen und die Erscheinungen de£f Lebens auf Arund kom- „Ja, ja. der Hannes, deS isch c"Teifelskexl c ganz ver- flirtcr— na, der alt Troupier müßt jo nit sin Vatter siu— jo, jo. f-ar.rc nom de Dien!" Endlich kam die Zeit, da Hannes und ich die Schule verließen uud das erste Abendmahl empfingen. Für den Nach- lnirtag hatten mir unS einen Aussflug ins Reißbachtal, das sich wie ein klaffender Spalt in dön V'ogescnwald hincingrub, vorgenommen. Die Sonne stand bereits schräg am Himmel als wir den--Stadtwall erreichten. Hir r warf Hannes sich Plötz- lrch ins GraS und schluchzte einige Male tief und heiß auf. Dann wälzte er sich cv.if den Bauch und stützte den Kopf in die Hände. In dem'kleinen, blassen Gesicht arbeitete etwas und der schmale Mund bebte wie im Schmerz. Ich ließ mich an seiner Seite nickoer und nahm dieselbe Stellung ein wie er. Keitler spracch ein Wort. Stumm starrten wir in die versinkende Sonne, deren Feuerbrände wie mit tausend Ricsenfackeln über die Kuppelt lohten, nm nach und mach zu verbleichen. Drüben, von ber Stiftskirche, läuteten die Abend- glockcn.�die alten Pulvevtürme und Trutzwehren ragten in kalter Starre auf. uud dahinter breiteten sich die Wiesen aus, vom Abglanz des Abend-rots umflossen, daß sie wundersam gewebten Teppichen g&kheii. Unten im Stadtgraben gluckste das Wasser, und wenn ,es an die schmale Brücke kam, begann es im Kreise.sich zu drckhen. bis cS dann mit weißen Schaum- krönen an der Oberfläche erschien und wild davonstürmte. So oft hatten wir da hinunter geguckt, so manche Stunde hier verspielt, verträumt, jetzt packte uns der Zauber dieses Fleckchens Erde wiekrr mit neuer Kraft. Besonders bei Hänues mochten diese GefüIKc überwiegen, sollte eS doch ain nächsten Tage tiach„Nangssi"' abgehen. Da kreisten noch einmal die Erinnerungen und Begebenheiten in seinem kleinen Hirn, und das junge Kmderhqrz wallte auf in wehem Schmerz. Endlich öffnete er die zusammengepreßten Lippen: „Tü—" „Morse xckßu's fürt!" „Ja." „Dü bliedsch de." ..Ja." HattneL Potte tief Atem, dann sagte er, immer gerade aussehend:. „Tü,'3* Pfischter-Finncl hat mcr e NaLtüchcl g'schenkt— fein g'stickt/" „So-.!" „Ja.«lin Andenke. Später will's au uff Nangssi komme. Wenn ich vi de Soldate war, hierat ich's ginncl, welsch.. Als ich nichts sagte, spann er seinen Gedankenfaden plazierter pHhsüalisch-chemiscSer Bedingungen zu vegreifen. Damit strebt diese Richtung die höchste Erkenntnisstufe an, die es auf natur- wissenschaftlichem Gebiete überhaupt gibt. Der andere Heerhaufen, der der Vitalisten, ist wesentlich kleiner. Seine Parole lautet: Geheimnis des Lebens! Im Gegensatze zu dem Mechanismus vertritt der VitaliSmus die llebcrzeugung, daß das physikalisch- chemische Geschehen der anorganischen Natur für das Begreifen der Organismen nicht ausreiche, dast in der Welt der Lebewesen vielmehr ein besonderes Geschehen vorhanden sein müsse. Der eigentliche Begründer der mechanischen Beirachtungsweiie auf dem Gebiete der Formenbildung im. Tier- und Pflanzenreich ist kein geringerer als Charles Darwin. Er hat, genützt auf eine Fülle von Material, den großartigen Versuch gemacht, in seiner Theorie vom Ueberleben des Passendsten im Kampfe ums Dasein die Entstehung der Lebewesen auS einfacheren Formen rein mechanisch zu erklären. Die Beweise für die Darwinsche Theorie stammen aus den verschiedenste» Gebieten der Natur wistenschasten, vor allem aus der vergleichenden Anatomie und Entwickelungsgeschichte, aus der Paläontologie sLehre von den Versteinerungen) und aus der Tier- und Pflanzengeographie. Neuerdings bietet auch die Chemie ihre Hilie an. Es geschieht das im Anschlüsse an Untersuchungen, die über die Chemie des Blattgrüns oder Chlorophylls angestellt wurden. Ueber die Natur des Blattgrüns waren wir bis vor kurzem rccht mangelhast unterrichtet. Erst die neueste Forschung vermochte hier Wandel zu schaffen. Ramentlich der Münchener Professor 3i. Willstätlcr hat sich um die Er'orschung des Blattgrün? große Verdienste erworben. Seine zahlreichen Arbeiten brachten eine er- staunliche Fülle neuer, wichtiger Tatsachen, und schon heute, wo sich die Frage noch im Flusse befindet, kann man diese Unter- slichungen den berühmten Arbeiten Emil Fischers über die Zucker- arten und über die Eiweißstoffe ruhig an die Seite stellen. Die Blattgrünkörper der grünen Pflanzen enthalten nach den Unterfllchungeii Willstärters r�elinäßig vier verschiedene Farbstoffe; zwei nahe verwandle Cblorophylle und zwei gelbe Farbstoffe. Die beiden Chlorophyllfarbstosfe nenn: Willstätter den Chlorophyll- anteil a und den Chlorophqllantcil K. Beide Anteile bestehen aus den chemi'Sen Elementen Kohlenstoff, Wafferstoff, Sauerstoff. Stick- stoff und Biagnesium. Man bar lange über die Frage gestritten, ob das Blattgrün auch Eiken enthalte. Bekanntlich spielt da? Eisen im Leben der grünen Pflanze eine große Rolle. Kultiviert man z. B. eine Pflanze in einer Nährflüssigkeit, der das Eisen fehlt, so nehmen die Blätter eine weiße Farbe an; sie werden bleichfuchstg und sterben ollmählich ab. Sobald man aber eine geringe Menge eines Eisensalzes in die Lösung bringt, ergrünen die Blätter, d. h. sie bilden Blattgrün. Das Eisen ist also zur Bildung des Blattgrüns unbedingt nötig; es beteiligt sich aber nicht selbst am Aufbau des Farbstoffs. Der Rück- stand, den man beim Verbrennen des Blattgrüns als Asche erhält. besteht immer nur auS Magnesiumoxyd, ohne Eisen. Im Gegensatz zu dem Blattgrün oder Chlorophyll enthält der rot« Farbstoff des Wirbeltier- und MenschenbluteS, das Hämoglobin, stets Eisen chemisch gebunden. Hierin besteht ein wichtiger Unter- schied in der Chemie beider Farbstoffe. Die Tatsache, daß das Chlorophyll gegenüber dein Hämoglobin kein Eisen, wohl aber Magnesium«uthäll, sucht Willstätter aus der diametral cntgegcugesetzlen Funktion beider Farbstoffe zu erklären. Bekanntlich kommt dem Blattgrün die Aufgabe zu, unter dem Ein- flufie des Lichtes aus Kohlensäure und Waffer Zucker und Stärke aufzubauen. Der rote Blutfarbstoff dagegen fungiert als Transport- mittel für Sauerstoff und als Sanerstoffüberträger. Willstätter nimmt nun an, daß die Aneignung der Kohlensäure eine Wirkung des MelalleS Magnesium ist. Zu der zergliedernden Tätigkeit des Hämoglobins dagegen wird Eise« benötigt. Willställer. unterscheidet darum zwei Arten von Leben, die sich nebeneinander fortentwickeln: das ausbauende Leben mit Magnesium und daS zerstörende Leben mit Effcn. Wenir der Chemiker den Bau einer komplizierten Verbindung ermitteln will, so baut er sie schrittweise ab. Auf diese Weise erhält er immer einfachere Produkte, bis er endlich zu bereits bekannten chemischen Verbindungen gelangt. Tie Versuche über den Abbau des Hämoglobins und des Chlorophylls führten nun zu dem über- raichenden Resultat, daß beide Farbstoffe, so sehr sie sich auch äußerlich unterscheiden, eine charakteristische chemische Verbindung gemeinsam haben. Diese Verbindung heißt Pyrrol. Sie stellt ge- wisiermaßen die Basis dar, auf der sich beide Farbstoffe aufbauen. Hieraus folgt aber, daß daS Chlorophyll, dem die Wissenschaft die Rolle des großartigsten SynthetikerS zuschreibt, nahe verwandt. ist mit dem großartigsten Analytiker, dem Hämoglobin. Die bekannte Erfahrung der Aerzte, daß bei gewissen Fällen von Blutarmut die Bildung von rotem Blutfarbstoff begünstigt wird, wenn der Patient neben Eisenpräparaten größere Mengen von grünem Gemüse zu sich nimmt, findet hierdurch ihre Begründung. Der Organismus bekommt auf diese Weise das zur Bildung des Hämoglobins erforderliche Pyrrol. Die eben skizzierten Forschungen über das Chlorophyll und das Hämoglobin sind von großer Bedeutung für die Entwicklungslehre. Bekanntlich gründet sich die Lehre Darwins von der Entstehung der Arten auf die Veränderlichkeit der Formen im Kample ums Dasein unter dem Einfluß verschiedener Lebensbedingungen- Die Mannigfaltigkeit der Organismen kommt jedoch nicht nur in der äußeren Form zum Ausdruck; sie äußert sich auch in dem chemischen Charakter der Verbindungen, die die lebenden Zellen zu- sammensetzen. Von diesen Verbindungen aber ist die Natur der Stoffwechielprozesse abhängig, die ihrerseits wieder die Gestalt der Zellen und ihre Differenzierung in Organe bestimmen. Mit anderen Worten: die Gestalt der Zellkomvlexe, aus denen die Organe be- stehen, wird durch den Stoffwechsel bestimmt, wie ihn die einzelnen Organe im Kampfe ums Dasein ausgebildet haben. Will man für die Entwickelungsgeschichte der organischen Welt ein tieferes Ver- ständnis gewinnen, so darf man daher nicht nur die Formen, sondern man muß auch die chemische Zusammensetzung der Zellen und ihren Stoffwechsel zum Vergleiche heranziehen. Nach Untersuchungen des russischen Forschers WinogradSky be- sitzen gewisse Bakterien die Fähigkeit, auS Kohlensäure und Wasicr organische Substanz aufzubauen. Sie verhalten sich also wie die grünen Pflanzen. Bei den grünen Pflanzen liefert das Licht die Energie, die zur Durchführung der Aneignung der Kohlensäure nötig ist; bei den genannten Bakierien geht die Aneignung der Kohlen- säure auch im Dunkeln vor sich. ES muß ihnen aber genügend Ammoniak zur Verfügung stehen. Hieraus bilden sie mit Hilfe von Sauerstoff geringe Mengen Salpetersäure und salpelersaure Salze oder Nitrate. Man nennt sie deshalb nitrifizierende Bakterien. Die durch die Oxvdation des Ammoniaks gewonnene Energie spielt bei ihnen die Rolle, die cher Licktenergis bei den grünen Pflanzen zukommt. Auch verschiedene Schwefclbakterien vermögen die Kohlensäure zu verarbeiten. Tie weitaus größte Zahl der Bakterienarten da- gegen ernährt sich wie die Tiers don fertigen organischen Ver- bindungcn. Wir finden also bei diesen chlorophyll- und hämo- globinlosen Organismen die größte Mannigfaltigkeit im Stoff- Wechsel: cinerseils nach dem Typus der pflanzlichen, andererseits nach dem Typus der tierischen Organismen. Die Bakterien mit der Fähigkeit der KohlensSureaiieignimg ge- hören zweifellos zu den ältesten Bewohnern unseres Planeten. Die Kohlensäuremengcn, die sie zu verarbeiten vermögen, sind aber gering. Um den Prozeß vollkommener zu gestalten, bedurste es in der weilereu stlpnmeSgeschichtlicheu Entwicklung der Organismen eines besonderen Farbstoffs, eben des Blattgrüns. Ans der Mutter- substanz des Blattgrüns entstand dann in einer viel späteren Periode der Erdgeschichte innerhalb deS Körpers der Wirbeltiere der rote Farbstoff deS Blutes. So weisen die neuen Untersuchungen über den roten Blut- farbstoff und das Blattgrün auf einen gemeinsamen Ursprung der Tier- und Pflanzenwelt hin und beleuchten die cntfcrittestcn Mo- mente der Entwicklungsgeschichte der Organismen. /luge unö Hirn. Bei Paul Eassirer sind Bilder von dem verstorbenen Waldemar RöSler zu sehen; im KllnstlerhauS gibt es eine Gedächtnis- auSstellnng für OSkar Zwintscher. Wenn man diese beiden Künstler nebeneinander betrachtet, so erfaßt man ein entscheidendes Problem der Malerei: den Gegensatz zwischen einer Kunst, die in den Sinnen und den Gefühlen wurzelt, und jener ander«, die aus dem Gehirn und den Gedanken kommt. Diese beiden Arten der Kunst sind einander seind; eine Feindschaft, die sich durch alle Kunstgeschichte hindurch beobachten läßt, und die für die Künstler eine un- versöhnlicke Gegnerllbaft bedeutet, während der Betrachter wohl weiter:„Ja. des isch abgemacht,'s wird mci Frau, mir mache e Epicierlade uff— in Nangssi oder daheim, sel isch noch nit sicher." „Wissen'S ihre Eltern?"— „Die— die brauche das jetzt noch nit zu wisse, deS bleibt ganz unter uuS. verstände?" Jckf nickte zustimmend. „D'r Äavpö-Güschtel hat sin Auge uff'n Finnel---" aber er soll sich in acht nehme— Jetzt zitterten die dünnen Handgelenke meines Freundes heftig und über seiner Nasenwurzel richteten sich drei Falten auf.— Es dämmerte schon stark. Die Glocken läuteten längst nicht mehr. Die Kuppen der Vogesen rückten lvie schtvarze Riesen heran. Fledermäuse umkreisten unS im Zappclflug. Hannes erhob sich langsam. „Wo werde mir in zehn oder in zwanzig Jahr sein," nleinte er sinnend und klopfte sich die GraShalnie von den Klcident. „Wer kann'S wisse, wo uns der Wind hinschmeißt," sagte ich beim Weitergehen. Plötzlich blieb Hannes stehen und ergriff hastig meinen Arm: „Dü weischt doch..." rief er gedämpft. „Was denn?" „Na ich mein, daß Dil still bischt.. „Ich versteh nit." „Daß's Finnel mei Frau wird, das bleibt unter uns." „Selbstverständlich..." „Schwör!" rannte er mir ins Ohr. Seine Stimme klang rauh.! „Ich schwör's!" versicherte ich. Er schien beruhigt. Ein paar Schritte weiter sagte er tnit vibrierender Stimme: „E Nastüchel' hctt's mer g'schenkt, fein g'stickt, zum An- denke.— Dü, schreib mir immer und paß' mir uff de Kappe- Güstel uff..." t Er drückte mir die Hand. Wir waren zu Hause angc- laugt. Noch einmal winkte er, dann verschwand er in dem finsteren Torbogen. Am andern Morgen ging ich mit nach der Bahn. Dem alten TroUpier griff es hart ans Herz. Als ihn aber am Bahnhof ein Bekannter traf und fragte:„Na. was wird's, wo soll's hin?" da reckte er sich stolz auf/ klatschte mit dem rechten Handrücken in die linke Handfläche und sagte so selbstbewußt lvie je: „Mein Hannos geht uff Nangssi. bon— stark isch er nit, aber wußlig, wie e Maikäfer, bon!" Die Jahre vergingen. Der Hannes blieb in Nancy. und ich trieb mich in der entgegengesetzten Richtutig umher. Als ich tvieder einmal heimkam, trug das Pfichtcr-Finnel ein Kind auf dem Arm, und ihr Mann, der Kapvö-Güstel, ging nebenher und führte ein anderes an der Hand. Damals er- fuhr ich auch, daß der Hannes eine Cousine geheiratet hatte und immer noch alS Epicicr im Geschäft seines Onkels tätig>var. „Wo werden wir in zwanzig Jahren sein?" hatte der kleine Hannes einst, als ivir abends auf dem Stadtwall lagen, gefragt'. Das Schicksal hat die Frage für ihn beantwortet: genau nach zwanzig Jahren saß der arnie Hannes irgendivo, tief im Französischen, in einem Jntcrniertenlager— verlassen, krank, ohne Familie, ohne Heim, ohne Existenz. Länger als siebzehn Monate, bis eine schwere Erkrankung seine Umgebung überzeugte, daß er für den deutschen Militärdienst ganz be- stimnit nicht mehr in Frage komme, und ihm den Weg in die Heimat bahnte. So oft ich aber cm ihn denke, kommt mir der alte Tronpier in den Sinn, wie er in die Hände klatscht und sein Sprüchlein sagt: „Mein Hannes geht uff Nangssi, bon,— stark isch er nit, aber wußlig wie c Maikäfer, bon!" Cm dichter an die Soköaten. MaxBarthcl gewidniet. Die Kraft in euch, die liebt, ist tief verwandt dem Gott, der aus deS Dichters Seele singt vom Glück der Erde und dem'starken Liebcsband, das sich dereinst um alle Menschen schlingt. Der Kuß, den ihr als Kind vorn Muttermund empfingt, Ter Dichter sieht auf eurer Stirn ihn eingebrannt. und ihr, die ihr mit aller Kraft uru Frieden ringt, habt diesen Kuß auf eurer Feinde Stirn crkanitt. Kein Weltbrand löscht ihn aus. den Menschenmutterkuß auf allen Kämpserstirnen, und kein noch so haßgeschwollnes Wort vertilgt ihn und kein noch so grauser Brudermord. Er brennt sich tiefer nur ins Fleisch, der heiße Kuß, und wird dem Dichter, der die Menschen liebt, ein heiliges Geschenk, das er beglückt behält und doch an alle weitergibt. Hans G a t h m a n n. beiden Gattungen gerecht zu werden vermag. Immerhin wird auch der Betrachtende sich entweder mehr für die Kunst der Sinne oder mehr für die der Gedanken entzünden lasten; die Kunst kennt keine absoluten Werte, eindeutiger als siir die übrigen Vorgänge des Lebens gilt für sie das Rccht der Persönlichkeit. Was mich betrifft, so halte ich cS mit der Kunst der Sinnlichkeit; womit ich zugebe, daß, was die Gchirnkunst betrifft, mein Urteil besangen, vielleicht sogar ungerecht sein wird. Ich will auch gar nicht Richter sein; ich berichte von den Eindrücken und Erleb- nissen.l Da habe ich nun, was diese beiden, RöSler und Zwintscher, betrifft, mitzuteilen: von Röster fortgehend, empfinde ich Grün, Grün in einer besonderen Intensität, wehend, quirlend, atmend, er- regt, brausend, flatternd, nervös aufgewühlt. Verlasse ich Zwintscher, so beschäftigt mich Symbolik und Mythologie, Kunstgeschichte und Psychologie. Vor Rösler fühle ich mick, befteit, versührt, erlebend; vor Zwintscher komme ich in einen Zustand des Gequältseins, ich fühle mich verpflichtet, Rebusse zu lösen, Geheimnisse aufzudecken, zu vergleichen, nachzudenken. Nun hat auch solcherlei gewiß seine Reize; daS crstere aber ist mir lieber. RöSler malt ganz gleichgültige Dinge, einen Baum, zwei Bäume, einen Wald, eine Chaussee, ein paar Menschen, irgend ein verlorenes Vorstadtgelände. Zwintscher ist viel anspruchsvoller; auch wo er scheinbar uur ein Stück Natur wiedergibt, will er weit mehr zeigen, eine sentimentale Episode, eine Weltanschauung, eine Religion, Die Menschen, die er als Bildnis malt, blicken gedankenschwer. grübelnd, sehnsüchtig, geängstigt. Aber auch seine Bäume und Blumen, seine Wolken und Steine haben den gleichen Aus- druck. Das wird mancheiner für besonders tief halten, mich stört es. Schließlich bin ich nicht verpflichtet. mich mit Zwintscher? Schwermut aiiSeinanderzusetzen, zumal, wenn mir solche Schwermut ein wenig simpel, gartenlaubenhast und traktätelnd vorkommt. Zwintscher strengt mich an; Rösler steigert meine Kräfte. Vor den Bildern dieses Malers, der nichts anderes tun wollte als malen, der in die Natur hinabtauchtc. um dann, beglückt und zugleich erschüttert, seine Geschichte in gefühls- schwangeren Hieroglyphen, noch nie dagewesenen, doch den Kindern verständlichen, niederzuschreiben, konimc ich mir selber, zugleich der Natur und einein Znstand des Wettumfasiens näher. Nicht durch Uebcrlegcn und Analysieren, sondern durch Witterung, durch eine Art tierischer Gcistigkeit. Zwintscher ist wie eine akademische P>>»»-> lesung, Röster lvie ein Bad, ein Spaziergang, ein Flug. Zwintscheto Bilder ließen sich auch durch Worte darstellen; für RöSler gibt cS nur zwei Medien: die Farbe und daS Auge. Der Gegensatz ist deutlich t'.iid uralt. Falsch ist es nun, die Malerei, wie sie Zwintscher betreibt, als besonders deutsch zu loben; Rösler aber als französisch zu tadeln. Ls wäre leicht zu beweisen, wie Zwintscher mit Norditalicnern Verwandtschaft hat. Da beide Maler Deutsche sind, so ist solche Rassen- kritik, die nur den Einen gelten lassen will, ganz unangcnicstcn. Bei allen Völkern und zu allen Zeiten sondern sich die Maler in solche des AugeS und des Hirns. Und überall und stets gibt eS spinn- sierende Magister und leidenschaftliche Eroberer. R. Br. »der Herr im Haufe". Lustspiel von Paul Linöau. Eine muntere Rufführimg im Charlottenburger Schillertbeatcr verhalf der verschollenen Komödie— einer der spätesten des einst so viel gespielten Autors— zu starkem Heircr- keitSerfolg. Das Stückchen, das in manchen Wendmrgen Züge in- timerer psychologischer Ironie trägt, behandelt das alte Lustspiel- thema deS dreieckigen Verhältnisses; indesten. darin liegt eine ge- wisse' Originalität, ohne alle erotischen Ehebruchspointcn..Der Hausfreund, der sein Zelt bei. einem Ehepaare ansgeictflngen, ist ein Biedermann von onkelhaften Anlagen und dem Bedürfnis, fein Wohlwollen mit ewigem Dreinreden und grilligen Junggesellen- Nörgeleien zu ivürzen. Er wohnt in der Familie seines lieben Berufskollegen' Hettstädt, und alle Beteiligten— nicht zuletzt die junge Frau— sind übereingekommen, in diesem Ziistaude mit all seinem unvermeidkichen Kleinkrieg den Gipfel der Geinütlichteit zu sehen. Heinz©enger gab dem schnurrigen Patron auch ein sympathisch geruhsames Phlegma, eine Farbenmischnng, die vor- trefflich daS Entstehen dieser drolligen Einbildung verständlich machte. Eine alle wektkluge Tante, die von einem hübschen jungen Mädel Unterstützung erhält, werbt die Verkletinug' auseinander. Senger brachte die steigende Erwärmung und-Verliebenswürdigung des BrummbörS im Umgang mit dem neuen Gast, der Seleltaumn. in der er einen Feind und Störenfried des Bundes wittert, sehr amüsant zum Ausdruck. Doch als der Junggeselle selber, von Bräutigams- Hoffnungen geschwellt, da' Hans verlast«« möchte, gibts bei allen den anderen eine große Revollttioil. In der eifersüchtigen Empörung der jungen Frau tritt eS zutage, daß ihre Freundschaft, die sie so lange für völlig harmlos hielt, doch schon bedenklich de: Gefahrzone der Liebe sich näherte. Das ist mit sicherem Auge gesehen. Selbst- verständlich löst sich alle? hübsch zufriedenstellend auf. Der brave Hettstädt wird es ohne Ehekampagnen in seinem Hause künftig bester haben._; Frl. M a r k o I f, eine ebenbürtige Partneri» S e n g e r s. erfreute als kleine Selektancrin durch ganz natürlich wirkenden, an- mutig schelmischen. Humor. Auch das Ehepaar war durch K a r l Starick und Gertrud Dettmann gut vertreten; desgleichen ein Mitgift jagender, schwadronierender Salonjüngling durch Herrn Braun, und die Taute durch Frau R»p r i ch l. ckt. Rotize». — Die riesigen San i»eu flecken, die hier bereits an- gezeigt wurden, haben inzwischen noch zugenommen. Nach Mitteilungen der Sternwarte Bamberg nimmt gegenwärtig fast den zehnten Teil des Sonnendlirchmessrrs eine Fleckcngruppe ein. die mir etwa 120 voll Kilometer Lüngenausdehnung ungesähr neun- mal so groß wie die Eide ist. Starke magnetische.Stürme sind au? der Erde zu erwarten, die in heftigen Schwankungen der Magnet- nadel, in Stelgerungen der Erdstrvme bei telegraphischen Leitungen und in starken Polarlichtern zum Ausdruck kommen dürften. — Vorträge. In der Urania spricht am Dienstag noch einmal Dr. Hauser über„Der Mensch vor hundcrttauicnd Jahren". Am Mittwoch spricht Dr. Christian von Hofe über„Miluärsern- röhre und ihre Entwicklungsgeschichte". Von Freitag ob wird ein neuer Vortrag von Rudolf Zabel mit zahlreichen farbigen Bildern „Der Balkanzug und die besreilc Donau" gehalten.— Im I n st i- tut für Meereskunde. Dienstag: E. Engelhardl-Homburg. „In Hawaii bei Ausbruch des Krieges". Mittwoch: Dr. R. Pohle. „Polen". Freilag: Dr. Wallroth,„Gegenwart und Zukunft de? deutschen Osiieebandels".— In der Berliner Sezession spricht Dr, Ernst Cohn-Wiener über„Probleme deS Futurismus und Kubismus" am 13. Februar. — Aufgehobener B ü h n c n b o y k o t t. Der Verband deutscher Bühncnschriftsteller hat den über den Mannheimer In- tendanten Karl Hagemann verhängten Bohkott wieder aufgehoben, nachdem er seinem Mitgkiede Genugtuung verschafft hat. — Ein Mittel, um die Strümpfe zu schonen, empfiehlt Professor Lasior Cohn in der.Zeitschrift für Äbfallver- Wertung". Damit die Wollslrümpfe nicht so rasch Löcher bekommen. rät er, alle Paar Tage einen Löffel Tatkuin in die bereits äuge- zogenen Stieiel, nach Zurückziehen, der Hinteren Strippe, zu schürten. Für 10 Pf. Talkum reichen so etwa sechs Wochen. Das Innere der Stiefel wird dadurch bald wie poliert, und die mit Talkum ge- lränlte und dadurch ebenfalls weit reibungsloser gemachte Wolle gleitet in ihnen ganz leicht hin und her. Ortskrankenkafse Sehloff er e »nd UfrwnnStc« Gewerbe zu Berliu. Bekairutmachung betreffend iW Wabl von 20 Vor trctorn sowie 40 Orsavmiinnrrn fitrielbar auä der M»Ie der Ucr» cherte» zum Slaejchotz der»äffe x die Zeit biS 31� Dezember 1017 Tie aiff Elimtnen unterzeichnet(da Die cinreliien Bewerber sind unter fortlaufender Nummer auszuführen, reiche die Reihenfolge ihrer Be» nenn nng ausdrückt und nach Familien- und Bor»(Ruf-) Namen, Beruf und Wohnort zu bezeichnen, bei Ber- »icherlen ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt find, anzugeben. Ait den Wahlvorjchlägen ist von cdcm Beweiber eine Erklärung dar- über vo, zulegen, daß er zur Annahme oer Wahl bereit ist. jedem Wablvorfchlag ist serner «in Bertrrter deS Wabwo fchlages und ein Ltcllverlrcter für ihn aus der Mitte der Unterzeichner zu be- zeichnen. Ist dies unterblieben, so zill der erilc Unterzeichner als Bei- itdct deS WablvorfchlageS, und, lo- weit eine Reihenfolge erkennbar Ist, der zweit« als fein Ttellvertreter Der WadlvorfchlagSvertreter ist be- rechtigt und oerpflichtet, dem Vorstand die zur Befeiltgung etwaiger Anstände erforderlichen ErNSrungen abzu- geben. Die zugelassenen Wahlvoi schlägt können von den Wählern im Kaffen- bureau während der Kassen stunden oon 8—1 Ubr eingesehen werden. Lind aus gültige Wahloorfchläge im ganzen nur so viele wählbare Be- merder benannt, wie Berlreler bezw. Ersatzmänner zu wählen find, so gellen sie als gewählt. Sind weniger Bewerber vorgeschlagen, so gelten diese ebenfalls als gewählt. Ter Wähler erhält«inen der Um- 'chlage, die mit dem Stempel der taffe versehen und im Wadlraum deteilzuhallen sind, tritt sodann an einen abgesonderlen Tisch, wo er -einen Slimmzeltel unbeobachtet in den Umschlag legt und übergibt hler- aus den Umschlag unverschlossen unter Neiifltonz seine» NanrenS dem Bor- sitzenden oder dem von dtelem be- -eichneten anderen MUglied des Wadsi aussckusseS. Dieser läßt die Abgabe des stimmzeitelS vermerken und wirst dann de» Umschlag in dt« Wahlurne. Wähler, die durch körperliche De- brechen behindert find, ihren StimMl zetlel dgenhändig toi den Umschlag zu legen und dem vorfibenden de» Wahlausschusses zu Übergeben, bürf uch der Beihilfe einer Vertrauen». perfon bedienen. 274fS Berlin, den 11. Februar 1S17. Ter Vorstand der OrtSkrankeukaffe der Schlosser und verwandten Gewerbe zu Berlin. K. Polzin, erster Borfitzender. Georg Müller, Schriftführer. JSaefnerrAciden \ (c|ii»lnilichiiella.echmerii durch Myrobalanam, elehsr b«w&nr- l-'-to ioaserl. AnwenJuug M. 2.dO OtieReichel.BtrllnitclMnbahnsir 4, Direktion Mus K einbardt: ■leuiarhea l'v<-at«r T'/, Uhr; l-'learoa llorhzrit. Nachm. 2,/5 Uhr(kl. Pr.): Hamlet. Montag 7'/, Uhr; Danions Tod. KnmmrrKpiele. T'/j Uhr: Dum Konaert. Norhrn 2l\t Uhr(kl. Pr.): Minna von Barnhelm Montag: Das Konzert. Volksbühne. Theat. a. Bülowplatz 7'/, Uhr: Weh dem, der lügt! Nachm. 3 Uhr(kl. Pr.l Nachtasyl Montag: Weh dem. der IBgt! Theater In der Kimiigräizer Str. 7'/, Uhr: Ei-elgr-iat. Nachm. 3 Uhr; Kameraden. KomOdientiaaM. 71/, Uhr: Die verlorene Tochter. Nachm. 3 Ubr: Der 7. Tag. Berliner Theater. 7'/, Uhr: Auf Flfigeln des Gesanges. Nachm. 3 U.: Wenn zwei Hochz. mach FerW öer Freieo folksMlineD Sonntag, den 11 Februar 1917: Mittags 12 Uhr: BolkSbiihue, Thealer am Bülowplatz: Konzert. Rachmittag» 8 Uhr: Bollsbühne, Theater am Bülowplatz: �Rachtaih:. Salber-Tdeolcr Ost: Vohannisfeuer. Schiller-Tdealer. Eharlotienburg: Kater Lampe. Künstler-Thealer: Schwarzer Beter. Nachmittag» 2'/, Uhr: Leifing-Thealer: Die gulgefchnitlene Elte. TculfcheS Opernhaus: Tie Eutsüh- rung auS dem Serail. A b e n d S 8 Uhr: Gymnasium zum Grauen Kloster: Leieabend. Abends 7',, Ubr: Volksbühne, Theater am Bülowplatz: Montag bis Miltwoch-und Frei- log: Weh dem. der lügt! Don- nerSlag: Die Rallen. Tliestei' für Sonntag, 11. Februar. Oeatscbes Opernhnns, Charlottcnb. 7 uhr: Die Königin von Saba, rriedrich-Wilhclmstädt. Tbeater. TLXJ.: Dan Drr IniiicIerihauB 3 Uhr: La Traviata. Kleines Theater scir: im Teetiseh. 3'/, Uhr: Henriette Jacoby. Komische Oper vi, uhr: Der Puszta-Kavalier. 3"/, ü.: Sünna von Barnliclm. Lustspielhaus ti.ü.: Der selige Ealduln 3 Uhr: Oer Bibliothekar. Metropol-Theater loMin. Die Csardasidrstin. 2*/. Uhr; Die KaiMerin. Neues Operettenhaus 3 Uhr: Der Vogelliiindlcr. t'/iü.: Der Soldat der Marie. Gebr. Berrnfeld-Theater 3'/, Uhr: Krieg Im Frieden. 71/, Uhr: Der doppelte Buehhalter Residenz-Thealer 3 Uhr: Die Hanbcnlerche. n7�': Die Warschauer Zitadelle. Sehlller-Tlreater U. 3 Uhr: Johannlnfener. Tv. uhr: Götz m fierliebiBgen. Sohiller-Th.t'larloltenbj; 3 Uhr: Kater l,ampe. vi. uhr: Der üerr im hm Thalia-Theater. 3 Uhr HIoneiinrhen. T'i u.: Das Vagabundenmddel, Theater am\ ollendorfpl. 3'/i Uhr: Immer teste druff! Ti.v,: Blaue Jungens. Theater«ie». tztz essen. vit u.: Die Fahrt ins Glück mit Gnido Thielechor S1/« Uhr: Ein Walzertraum. Trlanon-Theater 3'l, Uhr; Die Walte aus Loweod. 7';4 Uhr Willis Hochzel.stag. deutsche Lustkriegsbeute- Musstellung Ausstellungshallen am Zoo Schirmherr Sein« Königliche Hoheit Prinz vo» Preußen Eröffnung öemnächft. HAGENBEOi Heute Sonntag zwei Vorstellungen »in S'/i Uhr nachmittags and 7'!, Uhr abends. Vorrerk. Hagenbeckkasse, Kottbuser Str.6 u. Wertheim. Zirkus A. Schumann feute Sonntag, den 11. Februar: atörofte 6} Vorstellungen � nachm. 3 Uhr u. abends 71/, U. Aachnnllags 1 Kind frei. Sebeä weitere Kind halben Preis Jn beiden Borftellungen: Das vollständige groste Zirkus-Programm und die AuSnaliungs Pantomime nie Seeräuber. JBüsdi. Sonntag X Vorwtellnng; OJ Die beliebte MUrchen- O 1 " i» Prunk• Pantomime*ß* Die Geierprinzessin. �2. 0 ne,ie Rlesen Praehl- � i • T Wasser-Pantom.me• T Die versunkene Stadl in I Vorspiel und 4 Akten nach der Vineta-Legende frei bearbeitet und inszeniert von Panla Rasch. Vorspiel: Die Fischerhötte und Ihre Bewohner 1. Akt: Elna's Menschwerdung 2. Akt: Die Stadt Vineta und ihr Untergang 3. Akt: Im Reiche d. Wassergeister 4. Akt: Das Nixenballett i. weilen» bewegten Wasserd. Arena ,(Patentamtlioh geschützt) Da« neeresleachten, Der Uleftenwasserfali nnd die herabsebwebenden Nasaden. In beid. Vorstellungen vorher: Dag große Zirkus-Programm! Admirals-palasf 1 Heute 2 Vorstellg., 4 u. Tj, Uhr. SdilUublüuIer-iialiett ' aus der Oper„Oer Prophet'' und Frau Fantasie. > VerzBgl Küche auf allen Pützen.■ Gerniania-Practilsäle,c.h,aru"T C. Richter. 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Hmte nachmittag 3 Ubr Vorstellung zn rrmästigten Prelle»' hm Prografflin! Abend» 7«, Übt: Cafcsret Feldgrau. Possen-Theater. Tlglich Vlt Uhr: Der fliegende Holländer. Der alte Wölfl. National- Theater. *1,8 täglich, tiöpenicker Ztraß« 68. KtndentenUebchen. Overette tn 3 Alt Rus. v. Bromme. »'.ub�Zitsiaubtulrrcht. Da» gut gebeizte Theater! Casino- Theater Lothringer Str. 87. Täglich 7«/, Ubr. Um Vi, Uhr: Punte» Programm. Um 8>i, Uhr: Die Schlagern offc Einzig tot«ron-Lerlin Zwei helle Berliner Berliner Humor— berliner Figuren Sonntag 4 Ubr: Ewer vom U-Beot Voigt-Theater. Bedetr 5fe Badttr. SB. Heule Sonntag, den ll. Februar. nachm. 3 Ubr: Da» Schick am Heer. Abend» 7 Uhr: Griseldis, ein edles Frauenherz Ab Montag, den 12 Februar: 1» I-«ld nnd Frend. Ä Heute tp To ratel I n n(en& 31/ Nachm. jod. Er»."Wl/ 't 1 Kind frei.■'t In beiden Vorstellangen; „Hallo, wer dort?" nnd das neue Februar- Pro gr.| SpeziaUrzt Dr. med. Colemsnn f GoechlechUkrankh, Haut-. Harn.. Frauenleid., nerv. 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