Heilage zum„vorwärts" Serlmer Volksblatt Sttlln, 15. �ptU 1�17 Sie find um uns... Sie sind um uns. wenn morgens slügelschncll Die Türen gehn mit schlaferwachtem Knarren, Sic sind um uns. wenn aufskeigt das Gebell Der Hunde an den milchdeladenen Karreu. Sic sind um uns. wenn aufwacht das Gestampf Der lastbeschwerten Tiere in den Gassen; Sic find um uns, wenn leicht sich hebt der Dampf Aus den gefüllten, warmen Frühstückstassen. Sic sind um uns in jedem Slundeuschlag. Sie schieben vorwärts alles Uhrwerks Räder. Sic wandeln Tag in Rächt und Rächt in Tag, Sic drängen zwischen Vogen sich und Feder. Sie drängen zwischen Zunge sich und Hirn. Sie wandeln Dort und klang in unfern Stimmen, Sie drängen sich vor Sonne und Gestirn, So daß ihr Litht uns wird zum motten Glimmen. Sie find um uns und werden um uns fein; Es werden ihre Wunden ewig bluten In unser Leben, und ein roter Schein wird unfern fernsten Tage noch überfluten. Eleonore Kallowsla. die russische und öie große französische Revolution. Lon Heinrich Cunow. I. Ter Sturz deZ ZaremumS und die keineswegs schon beendete, sondern vorläufig noch in ihrem Anfangsstadiuin befindliche zweite russische Revolution fordern geradezu zu Vergleichen mit dein großen RevolutionSdrama heraus, dal, sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf Frankreichs Äoden abgespielt hat. Tatsächlich finden wir� denn auch �in den Derartige historische Vergleiche können zweifellos, loeim der Unterschied der Zeiten, vor allein t4c Verschiedenheit der tvirtschastlichen Zustände und die VevölkcnmgSzusammcn- setznng. mit in Berücksichtigung gczogcil wird, sicherlich manches zum Verständnis der revolutionären Ereignisse in Rußland beitragen, wird doch der Eharaktcr historischer Erscheinungen in ihrer Besonderheit uns oft erst dadurch völlig klar, daß »vir sie mit ähnlichen Vorgängen früherer Zeit vergleichen; aber vielfach dient heute der Hinweis auf die große französische Revolution mir dazu, um künstlich zwischen dieser und der russischen Revolution Parallelen zu konstruieren und miS diesen zu folgern, die russische Revolution werde in ihrem weiteren Verlauf zu den gleichen Ergebnissen führen, lvie die französische._ Schon in ihren allernächsten Zielen weist die heutige rnsfische Revolution wesentlich andere Eharakterzügc auf. Worauf eS die heute in der provisorischen Regierung herrschen» den liberalen Parteien abgesehen hatten, tvar lediglich der Sturz des ZarcnregüncmS. Es ist ganz zweifellos, daß die bürgerlichen Parteigruppen des fortschrittlichen Dumablocks, als sie mit Unterstützung der Petersburger Ententediplomatie ihre revolutionären Vorbereitungen gegen Nikolaus den Letzten trafen, keineswegs eine Acndcrung der so- zialen Ordnung, eine soziale AolkSrcvolntion herauf» beschwören wollten. sondern lediglich eine Ersetzung der wankelmütigen, von jeweiligen Stimmungen«nd Einslüstcrungen geleiteten Zarenycrrschaft durch eine gemäßigt-konstitutionelle Monarchie mit einem verantwortlichen Reichsministerium und einer völlig unter dem Einftuß der Bourgeoisie stehenden liberalen Reichsduma. Selbst die konstitutionellen Demokraten, die sogen. Kadetten, unter MiljukowS Führung, haben sich bislang zum PcrnunftmonarchiSmus bekannt, und schwerlich wird ihre Absicht darüber hinausgegangen sein. Nikolai Nikola- jcwitsch oder irgend ein anderes liberal schillerndes SRuglted der Romanowfamilic ans den Zarenthron zu setzen. Wenn die Kadetten sich seit einigen Wochen, nämlich seit sie ihre Thronbesetznngsptäne scheitern sahen, mit eigenartiger An» passungSfähigkcit vom prinzipiellen Monarchismus znm prin» zipicllen Repnblikanismus durchgemausert haben, so hat diese schnelle Wandlung mit ehrlicher Ucbcrzeugnng nichts zu tun. Selbst alS eine aus der überfließenden Begeisterung der ersten Revolnfionstagc hervorgegangene SinncSivandlung kamt sie nicht gelten, denn so lange noch die Petersburger Arbeiter» schast und die zu ihnen übergegangenen Regimenter in den Straßen kämpften, ging die Forderung der ftadetten nicht über die Emchtnug einer konstitutionellen Monarchie hinaus. Erst nachdem die Massen gesiegt, der Arbeiterdclcgicrtcnrat am 27. Februar im Taurischcn Palast sein Hauptquartier aus» geschlagen und sich energisch gegen jede Berufung eines Roma- naiv auf den Zarenthron erklärt hatte, entdeckten die Kadetten ihre Neigung zum RcpublikanismuS. Ihre Wandlung i't nichts als ein Akt feiger Rechnungsträgcrci, um zu verhindern, daß die Revolution der Massen über sie hinwcgschrcUct. Und welchem Zweck sollte der Sturz des autokratischen ZarenreginlcntS dienen, der gar nicht als eigentliche Revo- lution, sondern als ein Staatsstreich von unten mit Hilfe der vom Kricgsindnstriellenkomitee abhängigen oder vom Zaren zurückgesetzten unzufriedenen höheren Offiziere geplant ivar? Nicht, wie in der franzäfischcn Revolution, der Ab- s ch a f f u n g der II e b c r r c st e d e S Feudalismus, der Niedcrzwingung des feudalen adeligen Großgrundbesitzes. Der grundbesitzcnde Adel ist in Rußland zu einem wesent- lichcn Teil selbst„liberal", und soweit er an alten feudalen Anschauungen festhält, hat er auf das politische Getriebe im ganzen nur geringen Einfluß. Seit der Revolution von 190ü hat die liberale Bourgeoisie in der RcichSdnina immer mehr das Uebergelvicht erlangt, aber bei dem Streben, ihre HerrschastSinteressen zur Geltung zu bringen, stieß üe überall auf daS bestehende burcaukratisch» zaristische RcgierungSshstem mit seiner GünstlingS- und Eliauen- Wirtschaft: ein RegierungSsystcm, das sich immer mehr als unfähig crwieS, nicht nur den lvichtigstcn»virtsckaftlich-politi- scheu Forderungen der Liberalen zu genügen, sondern auch den Krieg zu einein halbwegS günstigen Abschluß zu führen. Nicht die reaktionären Hof- und RegierungSkliquen haben den jetzigen Krieg gewünscht und gewollt, wenn sie sich auch machtlüstern dem Kriegstrcibcn überlassen haben, sondern die nach Ausdehnung und Schutz ihrer Interessensphäre drängende städtische Handels-, Industrie- und Finanzbourgeoisic, die ihre politische Vertretung hauptsächlich in den Gruppen der Oktobristen und Kadetten findet— und nun sah diese Bourgeoisie, wie die Unfähigkeit des zaristischen Regiments alle ihre schönen imperialistischen Hoffnungen vernichtete. Deshalb sollte das zaristische Willkürregiment durch ein gcniäßigt-liberaleS ersetzt werden, das der liberalen Bour- geoisie einen stärkeren Einfluß auf die Staatsmaschincrie sicherte und vor allein den Krieg mit aller Energie, ohne Rücksicht auf die Rot und die FriedenLstimmiuig der unteren VolkSklassen, fortführte. Ganz andere Ziele verfolgte da? französische Bürgertum zu Beginn der großeil französischen Revolution. Sein Kampf richtete sich zunächst keineswegs abgcn das Königtum, lvenn man auch vielfach eine konstitutionelle Monarchie»lach eng- lischem Muster»vünschte: eine Forderung, die übrigens keines- wcgS allein von den Liberalen gestellt lvurde, sondern auch bon einem großen Teil des land ständischen sranzöiischen Zendaladels. Sogar die radikalsten der französischen Revo- lutionäre lvarcn anfangs ausgesprochene Monarchisten, Marat war z. B. durchaus ehrlicher Monarchist, der in seinem „AolkLfrrund" und seincn Flugblättern wiederholt hervorhob, daß für Frankreich seiner ganzen bisherigen Geschichte nach nur die monarchische konstitutionelle StaatLform in Betracht käme. Erst die Flucht Ludwigs XVI. gab seinem Monarchismus den Genickstoß. Hebert trieb noch bis in die Mitte des Jahres 17st1 einen geradezu naiven Personenknltus mit Lud- ivig XYI., und Robespierre plädierte selbst noch im Mai 1792 in seinem„Oolousour üo 1a Constitution"('„VerJöffuugS- Verteidiger") für die volkstümliche RepräsentationSversassung „unter einem König" gegen den girondistischen Republik«- nismus.— Nicht gegen daS KönigSrcgiment richtete sich in ihren Grundmotiven die sranzösifchc Revolution, sondern gegen die Feudalrechte, gegen die Privilegien der Aristo- trotte und der mit ihr durch mannigfache I n t e r c ss c n v e r b u n d c u e n hohen G e i st l i ch k c i t. DaS Bürgertum stellte die Interessen dcS bürgerlichen Privat- eigentums dem Feudaleigentunt gegenüber und suchte daS letztere niederzutreten. Wirtschaftlich über die Feudal- institutioncit hinausgewachsen, trachtete nach Siehis Ausspruch die Bourgeoisie danach, auch politisch im Staate„alles" zu werden. Und dieser durchaus bürgerliche Eharaktcr der französischen Revolution blieb auch in den späteren Stadien der RevolutionSentwickluiig erhalten, als die RegicrnngS» gewalt von dem Großbürgertum in die Hände der klein- bürgerlichen Masse von Paris und dessen Vorstädte übergeht. Die srunzösiiche Revolution ist demnach im tvesentlichcn ein Kampf der verschiedenen Schichten des Bürgertums gegen die privilegierten Stände des Adels und der Geistlichkeit, ein Kampf der bürgerlichen Eigentums- ordnung gegen die feudale. In dieser Hinsicht unterscheidet sie sich aber durchaus Von der jetzigen russischen Revolution, in der der Kampf der bürgerlichen gegen die feudale Rechtsordnung eine ganz unter- geordnete Rolle spielt. Tie Revolution in Rußland ist viel- mehr, soweit sie von der russischen Bourgeoisie geplant und in Szene gesetzt worden ist, fast anSschtießlich eine Auflehnung gegen das bnreaukratische Willkürregiment Nikolaus II. mit seinem korrupten Eliquenwesen: eine Revolution gegen ein bestimmtes politisches Regie ruitgöstfftent. nicht zur Abschaffung einer bestimmten sozialen Wirtschafte- und Rechtsordnung. II. Durch die Absicht der russischen Bourgeoisie, lediglich einen Regierungswechsel herbeizuführen, das heißt die Er- Achtung einer konsttttttionellen Monarchie mit einem verant- lvortlichcn ReichSministerium zu erzwingen, hat jedoch die aufopferungsvolle Energie der Petersburger Arbeiterschaft einen dicken Strich gemacht. Nachdem die Arbeitermasseti in den Straßen Petersburgs mit Unterstützung der aus der Arbeiter- und Bauernschaft hervorgegangencii revolutionären Truppen das Zarcntum iiiedcrgekänipft hatten, haben sie nicht der Bourgeoisie bescheiden das eroberte Feld überlassen zur Errichtung ihrer Herrschaft und Durchführung ihrer Kriegs- Pläne, sondern neben der provisorischen Regierung eine anS dem Arbeiterdelegicrtenrat bestehende Nebcnregiernng ton- stttuicrt, die die offizielle Regierung vorwärtstreibt. Damit kommen wir auf einen anderen wichtigen Unter- schied, der zwischen der russischen und französischen Revolution besteht: auf die Verschiedenheit der Klassen- s ch c i d u n g und K I a s s c n g r u p P i c r u n g. Als die französische Revolution ausbrach, gab es selbst in Paris nur eine dünne Schicht in den Manufakturen beschäftigter Industriearbeiter, die zudem völlig unorganisiert und politisch indolent Ivar, während die zahlreichen Handwerksgesellen noch ganz in alten ziinftlerischcn Auschailungen befangen waren. Dagegen hat Rußland heute bereits ein zahlreiches Jndustrieproletariat, das seit langem sozialdemokratische Lehren eingesogen hat und sich seines Klassengegensatzes zur Bourgeoisie bewußt ist. Und dieses Proletariat, nicht die wohlhabende Gefolgschaft der Rvdzianko, der Gutschkow und Miljukow hat die Revolution gemacht und die großen Blut- opser gebracht. Es heischt daher auch Lerücksichligung seiner Klasseninterassen. Reben dieser Arbeiterschaft steht in Rußland eine Bauern- schaft, die, wenn sie auch ebenso wie einst die französische zu Beginn der großen französischen Revolution nach Aufteilung des staatlichen und privaten Großgrundbesitzes verlangt, doch eine andere Macht darstellt, als jene nur vom Hunger und dem Haß gegen den Adel geleiteten Haufen» die sich im Sommer 178!) im Elsaß, der Franche Eornts, in Burgund. der DauvhinS, Bcaujolais, Auvergnc usw. zusammenrotteten, die Schlösser des Feudaladels einäscherten, die Vorratshäuser plünderten und den ausgcsandtcn TrupPendctachementS form- liche Schlachten lieferten. Wie die Jndnstriearbeiterschaft ist auch die russische Bauernschaft zu einem beträchtlichen Teil durch die agitato- tische Tätigkeit der Sozialisten und der Trudvwicki(der aus den Sozialrevolutionären hervorgegangenen Partei des„lverk- tätigen" Volkes, die, wenn sie auch in den Städten ttitter den Arbeitern und Kleinbürgern manche Anhänger besitzt, doch in ihrer Masse eine Bauernpartei ist) für sozialistische An- schauungen und Forderungen gewonnen worden, wie denn überhaupt in Rußland zivischcn der Ardcitcrsckiaft und der Kleinbauernschaft ein weit engeres Verhältnis besteht als in Mittel- und Westeuropa, ist doch ein großer Teil der russischen Jndnstriearbeiterschaft ans der Bauernschaft hervorgegangen und unterhält noch immer freundschaftliche, familiäre Be- ziehungen zu dieser. Zudem arbeiten in vielen Gegenden die Kleinbauern zeitweilig in den Fabriken. Dazu kommt in Rußland eine breite Schicht der vrolc- tarischen Intellektuellen, die zwar in Frankreich zu Beginn der französischen Revolution nicht ganz fehlte, aber doch nur in Paris eine größere Bedeutung hatten und dort in den Kaffeehäusern des Palais Royal und später der Tuilerien. besonders im Gass de Fon. ihre Zusainmenkünste abhielt. Zumeist bestand diese PariserJntelligenz anS„Zugewanderten": denn als Zentrale des fraitzösischeu geistigen und politischen Lebens zog schon damals Paris eine große Zahl gescheiterter, deklassierter der geistigen Enge der französischen Kleinstädte entfliehender oder durch Erwerbslosigkeit in Not geratener Existenzen an. Aber dieses damalige französische Intelligenz- Proletariat dachte durchaus bürgerlich. Zumeist halte cS sich vollgesogcn mit den Lehren Rouffeaus. und tvo cS über diese hinausging, geschah das nicht in sozialistischer Richtung. sondern in der Richtung auf jenen aitarchistelnden radttul- liberalen Individualismus, wie er vornehmlich durch Jacques RönS Hebert und feinen„Pöre Duchcsnc" repräsentiert wurde, Dagegen bildet daS russische Jntelligenzproletariat eine iveit zcritreutc Masse, die zu einem großen Teil sozialiftiscki denkt und vielfach französisch- sozialistische, vornehmlich blanqnistische Lehren, gemischt mit mehr oder minder aus- gesprochenen marxistischeit Auffassungen in sich aufgenommen hat. Jette naive optimistische Ideologie der revolutionären Pariser Jntellektnelleit von i78!i.'iX), die vom Klassenkampf recht wenig>v»ßte und durch philosophische RäsonneuientL die Welt umstürzen zn können vermeinte, hat heute im rusitscheit Jntelligenzproletariat nur»och verhältnismäßig wonig Boden. Und diese GeisteSrichtung der russischen Intelligenz wird eine weitere Stärkung erfahren, je mehr sich der Strom der bis- her im Auslände lebenden russischen politischen Flüchtlinge über Rußland ergießt. Gibt eS auch unter diesen sicher manche naiv-revolunonärc Ideologen, die die Welt mit Kinder- äugen ansehen und sich durch schöne Phra»eu blenden lasen. so doch auch sehr viele, die in West- und Mitteleuropa eiftige sozialistische und volkswirtschaftliche Studien getrieben und so manche Schönheiten eines liberalen Bourgeois regiment aus eigener Anschauung kennen gelernt haben. Dazu kontutt noch ein anderer bcdcnti'aincr Unterschied. Als Frankreich 1780 in die Revolution eintrat, bestanden zwar ebenfalls zwischen den einzelnen Landesletlen, den alten Grafschaften und Herzogtümern, mamiigsache Gegensätze; aber dieser ProvinzialparttkulariSmuS wurzelte weit weniger in der großen Volksmaffe, ülS in den Um die Aufrecht- erhaltnng ihrer Vorrechte besorgten privilegierten Stände und daher gelang eö der Revolution, die eine neue einheitliche Verwaltmtgsetntcilung in Departements durchführte, vor- hältnismäßig leicht, die vorhandenen partikularistischen Sonderbestrebungen abgesehen von der Bretagne mtd cinigen Teilen dce Prövenco sowie den Notdpiirinäen— völlig zn überwinden. Die folgenden Angriffe des feudalen Europas gegen den nenbegründoten sranzösisch-nationalen Einheitsstaat und die daraus sich entspinnenden revolutionären Behauptnngskämvse der jungen Republik schmiedeten die einzelnen französische« LandeSteike dann vollends lest zu- sammen. so daß man in gewissem Sinne sagen kann, erst mit und durch die große Revolution sei das französische Volk zu einer Nation mit ausgeprägtem Nationalgefühl gc- wordett. In Rußland liegen die Verljaltnissa ganz anders. ES Gesteht aus einer Rciljc Rationen, die. durch Eroberungen dc:n Zarenreiche einverleibt, für sich ein besonderes nationales Leben führen und bisher nur durch brutale Gewalt zu- sainmengehaltcn werden konnten. Zwar wünschen die Ge- bildeten dieser Nationen meist keine völlige Abtrennung von Rußland, da sie erkennen, daß dann die abgetrennten neuen Staatsgebiete leicht zwischen den Großmächten zerrieben werden könnten und zudem manche nützlichen wirtschaftlichen Bc- ziehungcn zerrissen würden, wohl aber verlangen sie für ihre Nationen eine möglichst weitreichende Autonomie mnerhalb des großen russischen Staatsverbandes. Diese nationalistischen Kreise haben die russische Re- Uolution sofort dazu benutzt, mit aller Dringlichkeit ihre Autonomiesorderungen zu stellen, und die Revolutions- rcgierung hat der Strömung Rechnung tragen und sich be- reits zu allerlei Zusagen verstehen müssen, die sie kaum voll einlösen kann, tvenn sie sich nicht mit der großrussischen Bourgeoisie in Widerspruch setzen will, denn diese wünscht eine sogenannte Konzentration der russischen Kräfte, das heißt eine � Zusammenfassung der verschiedenen unter russischer Herrschaft stehenden Völker zu einer einheitlichen Staatsmacht, die imstande ist die von ihnen gewünschte imperialistische Politik zu verfolgen, nicht einen ans ganz- oder halb- autonomen Einzclftaatcn zusammengesetzten Föderativstaat. Zudem aber lassen sich in manchen Gebieten, wo die Be- völkcrung in nationaler Beziehung stark gemischt ist, die ver- schiedcnen sich gegenseitig widersprechenden Autonomie- sordcrungen schwer durchführen. Bestehen demnach zwischen den Verhältnissen Frankreichs zum Beginn der großen französischen Revolution und denen des heutigen revolutionären Rußlands auch manche Achn- lichkeiten, so steht doch die russische Revolution vor wescnt- lich anderen Klasiengruppicrungen und Klassengegensätzen, aus denen sich für sie auch natürlich aridere Probleme ergeben. Nur zu oft wird bei Vergleichen mit den Vorgängen in Frankreich während der Jahre 1789/86 übersehen, daß zwischen dem Damals und dem Heute denn doch eine mehr als hundertjährige gewaltige sozialwirtschaftlichc Entwicklung liegt und daß, tvenn Rußland auch gegenüber Mittel- und Westeuropa weit zurückgeblieben ist, doch nicht nur sein Agrnrsustcm ein ganz anderes ist als das vorrevo- lutionäre feudale Halbpachtsvftcm Frankreichs, sondern daß auch die moderne Großindustrie in Rußland ihren Einzug ge- halten hat— und mit ihr die modernen polirischen und sozial- philosophischen Anschauungen dsS Westens. Die Folge ist, daß gleich zu Beginn der russischen Revolution diese weit über das Stadium hinaus gelangt ist, mit dem in Frankreich 1788 die Belvcgung einsetzte. Neben der errichteten provisorischen Regierung hat sich als Vorwärtstreiber ein Exekutivkomitee aus Arbeitern, revolutionären Intellektuellen und Soldaten- Vertretern gebildet, das zu der offiziellen Revolutionsregierung der Gutschkow, Miljukolv, Llvow usw. in scharfem politischen Gegensatz steht. Und bei dieser Machtbeteiligung kann die Arbeiterschaft nicht stehen bleiben; sie muß die R c- v o l n t i o n über sich selbst hinau streiken, wenn sie nicht ans die Durchführung der wichtigsten ihrer Forderungen völlig ver- zichten und ihre Opfer umsonst gebracht haben will, denn den Vertretern des liberalen� Blocks in der provisorischen Rcgierung freie Hand für ihr Spiel zu lassen, bedeutet nichts anderes, als ihnen die Möglichkeit zur Konsolidierung einer gemäßigt �liberalen imperialistischen Bourgcoisherrschaft zu bieten. Soll die Revolution für die Arbeiter- und Bauernschaft wirklichen Erfolg haben, müssen beide, Gewehr am Fuß, stehen bleiben, stets den argwöhnischen Blick auf das Tun der Miljukow und Gutschkow und dessen ,. Stipendiaten" in der Armee gerichtet, das heißt ans die vor- läufig zur Revolution abgeschwenkten, begünstigten und be- ftochenen Generale des Kriegsindustriellen Komitees. Vor allem ist nötig, daß die revolutionäre Arbeiter- und Bauernschaft sich nicht durch die Miljukow und Konsorten in chne Kriegsrrcibcrei bineinzichen läßt, die die innere revolutionäre Gärung in einem Ausbruch patriotischer KriegSbcgcistcrung erstickt, und daß sie ferner baldigst die Einberufung einer auf allgemeinen gleichen Wahlen beruhenden Konstituante durchsetzt, an der voraussichtlich, wenn auch kaum die eigentliche sozialistische Arbeiterschaft, so doch die Trudowicki, die Partei der„Werktätigen", ein starkes Uebergewicht haben wird. Die Macht der unteren Volksschichten, die heute noch gewissermaßen eine illegale ist in der provisorischen Re- gierung ist die Arbeiterschaft nicht vertreten— gewänne damit eine breite verfassungsmäßige Grundlage.— Die§rau m öer rujflsthen Politik. Von Nadja Strasser. EZ ist nickt scklvcr, die Rolle, die die Frau in den politischen Kämpfen Rußlands spielte, zu verstehen, wenn man sich ver- gegenwärtigt, welche Stelle im Russen, bei seinem vorwiegend ge- fühlsmähigen Erleben der Welt, das Soziale überhaupt einnimmt. Der mit seinen religiösen Impulsen, seiner Phantasie, seinen Schasfensträumen stets an Soziales gebimden ist. Das Soziale ist in viel tieferem Sinne, als es für die Angehörigen anderer Stationen gilt, ein Stück seiner Persönlichkeit. In der Intelligenz fand diese Eigenschaft des russischen Volks- charakters ihren deutlichsten Ausdruck. Daher kommt es auch, daß sie im Protest, in der Kritik, in der tätigen Empörung ihr Größtes geleistet hat. Alles, was im politisch-sozialcn Leben geschieht, trifft nicht bloß ihr Hirn— trifft ihre ganze Seele, trifft sie ganz. In ihren Individuen, in sedem einzelnen ihrer Träger. Und weil das Soziale dem Russen in erster Linie Gefühls- und dann erst Denkangelcgenheit ist, konnte das Engagiertscin der Frau am politischen Leben dieselben Formen und dieselbe Inten- sität annehmen wie das des Mannes. Das gilt nicht nur für die Schicht der Gebildeten allein. In gleichem Matze trifft es auch auf die Frau aus dem Volke zu. So waren unter den 7000 Leibeigenen, die zur Zeit der Bauernbefreiung„wegen Vergehen gegen die guts- herrliche Gewalt" sich in Sibirien befanden, also unter den Skia- vcn, in denen die Sclbstwürde bis zur offenen Rebellion rege war, zwei Drittel Frauen. In der sogenannten Tschngujewschen Kosakenirevolte vom Jahre 1819 standen die Frauen mit an erster Stelle, und 20 von ihnen wurden zu körperlicher Züchtigung ver- urteilt. Als einer der Hauptbeteiligten zu Tode gepeitsckt worden war, brachte seine alte Mutter ihre Enkelkinder vor die Leiche des Baters und rief in Anwesenheit der Offiziere und Generale, die der Strafe bcigcloohnt:„Kinder, lernt von eurem Vater, wie man für das Volk stirbt!"— Nach dem Sewastopoler Aufstand im Jahre 1830 waren 375 Frauen zum Tod« verurteilt. Tie Frauen sollen mit den Kindern auf deni Arm oder sie an der Hand führend vor die Kanoncnläufe getreten fem. In den berüchtigten Militär- kolonien Alexanders I.(der sich seltsamerweise der Gesegnete nennen ließ) war es in Nowgorod zu einem Ausstand gekommen, bei dem die Frauen nicht nur in hervorragendem Nkaßc beteiligt waren, sondern als die eigentlichen Anstifterinnen galten. Der bekannte Schriftsteller Amfiteatrow. der sehr viel über die Lage und das Schicksal der Frau in Nußland sckrieb, sagt an einer Stelle.- „Starke Freiheitsregungen haben aus allen Gescllschaftsstufeu in den Herzen der Frauen immer ihren Widerhall gcfimdcn. Und hatte sich die russische Frau einmal zur Verteidigung der nieder- getretenen Rechte erhoben, übertraf sie die Männer durch die Energie und die Ctmidhasti-zlcit ihres beiligcn Fanatismus." Beruhten die politischen Leidenschaften im Volke, solange eS noch kein organisiertes klassenbewußtes Proletariat gab, nur auf Impulsivität, so kamen bei der Intelligenz Momente hinzu, die die bloße Lcidcnsckaft der Gefühle zur Leidenschaft der Gesinnung, zur kampfbereiten Weltanschauung machten. Was dieser Welt- anschanung ihre LNrmpfbercitschaft gab, war eben die Wucht der aus sie verwandten Gefühle, das Pathos dieser Gesinnung. Tarin ist der Russe— seinem Intellekt nach reinster Realist— reiner Romantiker. Nicht im ästhetischen Sinne, die sich in der Flucht von der Wirklichkeit zu einem Unrealen, unbestimmt als groß oder schön Empfundenen genügt. Sondern: Romantiker der Wirklichkeit. Der, ohne die Realität der Dinge im geringsten zu negieren, sie mit einem viel größeren, weiteren, fieseren Inhalt zn erfüllen versteht, als dem, den sie für die nüchtern und sachlich Reagierenden besitzen. Alan kennt als Einzelerschenrnng diesen Typus des Roman- tikers sehr wohl. Man nennt ihn oft, wenig zutreffend, den Idealisten. Der Fälligkeit nach, die Dinge der Wirklichkeit von einem inneren Zentrum heraus zu erleben, ist der intellektuelle Russe Romantiker. Und vielleicht in noch größcrem Maße die russiscke Frau. Das war es, was ihr den Mut zum ftampfe gab. Und die Kraft, Leiden zu tragen, ohne seelisch und geistig zn brechen. Im Gegenteil: sie wächst im Kamps und wird mit der Härte der an sie gestellten Ansprüche geschlossener und fertiger. Frauen wie Wera Figner und Ludmilla Wollenst ein muten wie ein Wunder an. Jede von ihnen— beide waren sehr hübsch, Erlöser Schnee. Von Paul Zech. Don den schlvarzen, halb in das Gebirge geschachtelten Baracken stufte sich der Knüppeldamm in Serpentinen durch einen dünnen Baumbestand. Tag für Tag gössen die Buchen wilde Regenschauer wie aus einer Brause herab. Das Stück- chcn Himmel in den Lücken der Astmaschen war von derselben Färbung wie Stämme und Wnrzelboden. Tag für Tag hämmerte sich mit dem Regen, mit den Fröstelfiebern durch- näßter Monturen das Grau-Schwarze des Lichtes, der Erde in aller Gehirne. Tag für Tag war gedunkelte Müdigkeit der Ausdruck von Auge und Haut. Tag für Tag klacktcn, begleitet vom Geräusch vollgesogenen Schuhwerks, stöhnten Flüche, Verwünschungen. Die Lust war geladen mit Beschimpfungen aller Heiligen, wenn die Ablösungen vom Knüppeldamm aus den Fahrweg rutschten, kraftlos in die Kniee sackten. O dieser Fahrweg! Räder, die ihn schnitten, gössen sich zu massiven Lehmscheiben aus. O dieser Fahrweg, den die abgetriebenen Gäule wie srischmodellierte Tonsiguren passierten. Dieser Fahrweg, der mit einem furchtbar zähen Brei sich in die Schäfte der Stiefel ergoß, die Ho>en bis zum Gesäß- boden panzerte und die Spanne eines Schritts minutenlang dehnte. Jeden Tag stelzte, klackte und danrpfte ein halbes Tausend Menschen durch diesen Kilometer barbarischer Lehmaual. Jeden Tag verdünnte, vertiefte der Regen den fast flie- ßenden Weg. Oktober... November kamen mit diesem nichtsnutzigen Regen.. Dezember begann mit diesem nichtsnutzig sranzostichen Regen. Und der Fahrweg rauschte jetzt wie ein Wildbach. Goß die zähen Abwässer in die Laufgräben, goß den gelben Brei gallischer Winter bis in die Unterstände. Was half es. daß schwere eichene Roste lagen, was half es', daß die Pumpen unnuterbrochen ächzten und den Menschen die Zungen herauswürgten, was hals es, daß man Gummi- mäntel trua, Oeltüchsocken, Lederwesteii trug: was half die dünne und üüwrliche WärnwÄr Immer brauste Sturm aus dem grauesten Westen, zcr- zwirnte die massive Ballung des Gewölks und häkelte Netze aus Schwermut um die lebendige Energie aller Kreatur. Stunde uni Stunde stürzten sich in rasenden Gesckwader- flögen die Geschosse der Mörser und Haubilzen in die Regenwölbung. Panzettverke aus Erde und Beton, Eisen und Stammlagen splitterten unter dem Dampfhammersturz der Erplosionen. In dem unsagbar grauen Hinrniel aber klaffte nie ein Loch, gähnte nie ein tödlicher Abgrund. Die sonoren 42er noch blieben wie spielerische Mückenrüssel in der un- durchdringlichen Regenhaut stecken. Die Musketiere hockten wie graugeschimmelte Mumien vor den Schießscharten. Selten reizte sie ein Feind, das Ge- wehr anzuschlagen. Der Feind, der in genau denselben Regen- löchern hinstumpfte, selten bewogen, zu schießen. Nicht einmal mehr Mut hatte zu schanzen und nur des Nachts bunte Leucht- feiler verschwendete, um das unerträgliche Grau zu schminken, um die graue Melodie seiner Heimat mit einem ekstatischen Rot, mit einem sausten Blau aus dem Gehirn zu lügen, um die blanke Furcht vor dem Jchsein, um die Qual mit einem Feuerwerk zu betäuben. Den Oktober, Noyember und halben T-ezember lang seufzten die Soldaten:„Wäre doch einmal Sonne, einmal Sicht von blauem Wald oder frohweißen Städten! Wäre doch, wenn uns nichts Liebes mehr zufließen mag— wäre doch Schlacht hier... klingendes Springen... ein Rot auf dem trostlosen Grau... ein Rot—: das unseren Herzen selbst entspränge!"_ Alle Soldaten... alle, hüben und drüben—:„Schreck- liches Gesicht des Bajonetts. Stahlaugen Kains, Blutlust mit eisigem Stich die grauen Wellen Unmut teilend..., schreck- liches Gesicht ans allen Höllen, mit allen Erzengeln der Grau- samkeit und allen Engeln des Hasses sich bewegend: komm? Ja, komm!" Es gab keine Träume mehr. Es gab keine Gesänge mehr. Es gab keine murrend Hungernden mehr, keine Hoffnungen mehr. Es regnete den Oktober, November und halben Dezcm» ber lang. In den Zeitungen aber stand von wildesten Schnee- stürmen im Osten. Bildchen kamen: Musketiere wie Schnec- männcr vermummt. Trollig! Herrlich! Ja, im Osten... In den Unterständen hier aber sprach niemand die ktin- gcndcs hclliVrmgctchestZstbei�. Schnee''..'.'Schilde'.'..Schucck" außerordentlich begabt— führte in ihrer ersten Jugend mehrere Jahre ein Leben, das wild abenteuerlich genannt werden könnte, wenn es nicht voll härtester Wirklichkeit gewesen wäre. Jede hat dann 22 Jahre in Einzelhast des höllischen Kerkers Schlüssclburg zugebracht. Und als die Tore des Kerkers sich endlich öffneten, traten sie in die Welt, die für sie völlig entschwunden gewesen, mit demselben sicheren und leichten Schritt der geistig und seelisch Ucbcrlegenen ein, mit dem sie einst, noch voll Jugend und Kraft durch sie gegangen waren. Als hätten sie die Zeit, die sich zwei- undzwanzig Jahre lang wie ein schwarzer, dicker, klebriger Brei, Tag um Tag, Stunde um Stunde, hinter ihrem Rücken dahinzog, mit hellen Schwingen überflogen. Als wären die von ihnen in diesen zwciundzwanzig Jahren erduldeten Marter, erdacht von Menschen, die sich von Natur zum Henkersamt berufen fühlten, für ihre physische und seelische Tragkraft gewichtlos gewesen. Das Leben Tausender, die den Befreiungskampf in Rußland auf ihren Schultern trugen, und so vieler Frauen darunter, war ein Leidensweg. Aber zugleich— und das ist das Wichfige dabei— in den meisten Fällen: ein Weg zur Höhe. Waren alle revolutionär tätigen Frauen(die, wie die offizielle Statistik der politisch Verurteilten mit bemerkenstverter Konstanz zeigt, stets ein Viertel der Gesamtzahl ausmachen) immer Aus- nahmcuaturcn? Von einer Sophia Perowski, Wera Figner, Wera Sassulitsch, von Sophia Bardin, Sophia Gtinzburg, Sophia Löschern und noch mancher kann es in der Tat gesagt werden. Hun- derte anderer aber waren Durchschnifisfrauen ihres Milieus. Doch war dieses Milieu selbst kein Durchschnittsmilieu. Peter Lawrow sagt in seinem Nachruf für Sonja Kotnaleivsti: „Unsere intellektuellen Frauen haben der Welt ein Excmpel geisti- ger Regsamkeit, ernsten geistigen Streben» gegeben, der die in anderen Ländern verbreitete Fabel von der natürlicken weiblichen Inferiorität zerstören muß. Wir haben allen Grund, auf unsere gebildete Frau stolz zu sein." Im„Unterirdischen Rußland" schreibt Stcpnjak:„Unsere Frauen waren es, denen die russiscke Freihcitsbcivagung ihre uiivcrwüstlicke Widerstandskraft, ihren Idealismus, ihre Gläubigkeit zu verdanken hat." Und wirklick, wenn man über manche Frau der ersten Herrn- scheu Revolufionsperiode(über die dank den damals noch öffentlich durchgeführten politischen Prozessen.viel Biographisches existiert) Näheres erfährt, selbst über solche, die sich kcincssalls irgendwie besonders hcrvorgetan haben, ist man jedesmal von neuem er- staunt und fasziniert. Man uwchte an sie wie das Kind an die Blumen die Frage richten:„Wer hat euch so schon gemacht?" Ihr Wollen und Streben, ihre Liebe, ihre Freundschaft, ihr Haß und ihr Glauben ist von einer so elementaren Wucht und zugleich von einer solchen Reinheit und Keuschheit, daß mau sich in ciuc andere Welt versetzt fühlt. Es ist hier nickt von den üblichen Frauen- tilgenden die Rede, die einzig und allein in Fügsamkeit und Gehör- sam einerseits, in der Fähigkeit, erotisch zu reizen andererseits ge- sehen werden. Zu diesem Ideal steht sie von vornherein i» gar keinem Verhältnis, da es sich um eine andere Schnittfläche de» Lebens handelt. » Nock wissen wir nicht, welche besondere Nolle die russiickc Frau in der letzten Etappc der russischen Revolution gespielt hat; aber wir wissen, daß die siegreiche Revolution vor allem auch das Werk ihrer jahrzehntclmvzeu heroischen Kämpfe und Lpfer ist. Nadja Strasser zeichnet mit eindringlicher Psychologie das Bild dieser Frauen(„Die Russin", bei S. Fischer, Berlin). Wir geben daraus diese generelle Schilderung wieder, aber darüber hinaus bietet das Buch ciuc Fülle von Einzclpcrsönkichkcitcn. � Sichtbare Bausteine öer Materie. Von Dr. O. D am m. Die Physik und die Chemie lehren, daß alle Körper aus äußerst kleinen, räumlich getrennten Teilchen bestehen, die sich nicht weiter zerlegen lassen. Man nennt sie deshalb Atome, von dem griechischen Worte aternos, d. h. uuficilbair. Es gibt so viele Arten von Atomen. als chemische Elemente vorhaudeu sind. Die Atome verschiedcnec Elemente vereinigen sich in bestimmter Anzahl und Anordnung zu Gebilden höberer Ordnung, den kleinsten Massenteilchen der chemischen Verbindungen, die die gleichen Eigenschaften besitzcir, wie der ganze Körper und don Namen Molekeln erhalten babenu Auch die Elemente selber bestehen aus Molekeln. Jujder Regel setzen sich die Molekeln der elementaren chemischen Stoffe nu-r aus zwei Atomen zusammen. Doch ficht man auch für gewisse Elemente die Molekeln als einatomig an. Danach erfüllen also die 5lörpcr den Raum, den sie einnehmen, nicht vollständig. Wir umfsen uns vielmehr die ganze Welt als eine Art Mosaik vorstellen. In den Unterständen begann der Balkenbau zu faulen. In den Unterständen faulte die Montur zu Kasch. Faulte und fiel von den Leibern. In den Unterständen jaulte das Brot und faulten die Gesichter zu einem trostlos faltigen Grau. Es gab Groggelage. Es gab Treibjagden, da die Läuse, Mäuse, da die Ratten vor Feistheit barsten. In den Unterständen flimmerte die Hitze in weißen Wallungen. Husten hackte wilde Geräu'che in allen Kehlen los. Aber niemand sang die klingende, hellspringende Silbe: „Schnee... Schnee!" Nicht, daß die Vorstellung von einem„Weiß" ausgelöscht war in den eingeregneten Gehirnen. Auf dem Rost der Wellbleche wucherten die weißen Schimmelpilze und Flechten. Sie troffen unerhört naß, wenn eine Hand oder ein Exzeß der Nerven daran rührte, troffen wie draußen der Himmel, die Gräben und daS Kraut. In den Unterständen'probte schon Wahnsinn die krummen Finger. Aber dann kam die eine Nacht, da die Mörser, Haubitzen, Grabenkanonen und Minenwerfer sich aufrafften und die schreienden Reiher aussandten, den Himmel kurz und klein zu Pflügen. In den Unterständen gab es Fuselrevolten. In den Unterständen dämmerten Ahmmgen wie ein rosiger Morgen. In den Unterständen begannen die Oefen in ein zischendes Weiß-Gelb zu glühen.. Es glühten die Gespräche. Es glühten die Gesichter. E» glühten die Tabakspfeifen. Im Rauch der Lungenzllge blieben Arabesken stehen. Ter aufsteigende Morgen zog eine Kurve aus den Arabesken dieser Nacht. Ganz plötzlich war Schnee gefallen. Schnee... und blieb, bis vom dumpfen Alarm des Gongs geweckt, das ganze Bataillon über das Schneefeld raste. Von den nnerhofften Segnungen Weiß geblendet, war in den Gehirnen aller eine infernalische Trunkenheit. War ein Taumel, der von den Fieberkurven einer Schlacht durchschauert' war. Der vorwärtsstürmende Soldat dehnte die Arme. Sauste in das hundertmal verfluchte, tagelang rinnende, glctschcrhast vorwärtsgleitende Gelände: durch den gelben, grünen, grauen. weißen, schwerfällig wölkenden Ranckslor der Explosionen. Sauste in weit ausbolenden Sprüngen über Trichter, Sckstuchten. Schrunde hinein in das Sperrfeuer der Minen Mid' Gratiatcn. Erlfort erlhebt fid» bic totiiige Frage, ob ma«n die einzelnen Gteindicn dieses Mosaiks zu sehen vermag. Die I>oage hat Wissen- sdvlstta und Laien seit langem in gleicher Weise beschäftigt. Sie muhte bis vor kurzem verneint werden. Erst die allevneuesten Forschungen geben uns die Berechtigung, daraus mit einem unbe- dingten„Ja" zu antworten. Tie Fortschritte, die sie gebracht haben, gehören zu dem Merkwürdigsten, was die moderne Physik und Ehemie überhaupt kennen. Wenn wir ton der Wahrnckmiung der?lwme und Molekeln durch das Auge sprechen, dürfen tote dabei allerdings nicht an ein Sehe»! im gewöhnlichen Sprachgebrauch denken. In diesem Sinne sind die einzelnen Bausteine der Materie weder mit dem blosien Auge, noch mit dem schärfsten Mikroskop zu erkennen. Dazu reicht ihre Größe bei weitem nicht aus. Trotzdem läßt sich behaupten, daß sie sichtl'ar sind. Um sie sichtbar zu machen, bedurfte eS aber gewisser iiunsigdf-fc. Bei'den Atomen bestand der Kunstgriff barin, daß man ihre Bewegungen strrdicrtc. Professor Geitel in Wolfenbüttel voran- schau licht den Grundgedanken der Untersuchungen durch folgendes Gleichnis: Wie eine Flintenkugel in einem größeren Abstände vom Auge nicht mehr wahrgenommen wird, wenn sie ruht, sich aber so- fort dem Auge bemriibar macht, sobald sie sich bewegt, indem sie z. B. ein Brett durchbohrt öder beim Ausschlagen aus den Boden die Erde emporspritzen läßt, so ist die physikalische Forschung im- stände, das bewegte Atom aus seiner Bab-n zu verfolgen und die Stelle seines Einschlagens zu erkennen. Danach nimmt man also die Atome wicht direkt, wohl aber indteekt, d. h. durch die Wirkungen wahr, die sie hervorrufen. Tie Atome, um die es sich hierbei handölt, werden ohne unser Jluiuii tind ohne Unterbrcchnlig von den verschiedenen radioaktiven Etosfeu geliefert, die die moderne llkaturwissenschast entdeckt hat. Als radioaktiv bezeichnet man solch« Körper, die selbständig, ohne durch äußere Einflüsse veranlaßt zu sein, dauernd Strählen aus- senden. Ter wichtigste radioaktive Stöfs ist das Radium selbst. Tie Strahlen, die die radioaktiven Stoffe ausscheiden, zeigen große Unterschiede. Tie Physik unterscheidet deren drei besondere Arien. Ter Einfachheit Halver werben sie mit den ersten Buchstaben des griechischen Alphabets als a sAlphal-Strahlen, ß sBeta)-Strahlcn und p(Eamma>-Strahlen benannt. Ter englische Physiker E. Rutbersord, der als der führende Geist auf dein Gebiete dar Radioaktivität gilt, stellte einen äußerst merkwürdigen B ersuch an. Er brachte etwas Radium in »iltc Gctßlcrsche Rohre und puuiptc diese so weit luftleer, dag selbst ein elektrischer Strom hoher Spannung nicht hiirdnrchging. Der Strom war unterb lochen, weil es an materiellen Trägern für die Elektrizität innerhalb der Röhre fehlte. Dann überließ er den Apparat einige Moimie sich selbst. Jetzt trat niorkwürdigertveisc die für Geißlcrsche Röhren charakteristische Lichterscheinung auf. Das Rohr mutzte sich also iiizwischen mit einem Gase angefüllt Halen. Wie die ipckkroskopische Untersuchung ergab, war das Gas töelium, jenes Gas, das man bis gegen das Ende des vorigen Jahn- bu ndertS nur als Bestandteil der Sonnenprotnberanzen und der Atmosphäre verschiedener Fixsterne kannte. DaS Helium tonnte aber nur dem Radium entstammen. Folglich mutzte sich das chemische Element Radium allmäbtich zersetzt haben. Diese Vor- siellmng widersprach ztvar den überkommenen Begriffen von der Un- Veränderlichkeit der chemischen Atome; sie war äber durch einwand- freie Bcrsuche bewiesen, und dcslialb ließ sich dagegen nicht ankämpfen. Später konnte Ruther so rd experimentell zeigen, daß das EKuiertal der Geschosse, die das Radium in den Alpha-Strahlcn ausschleudert, das chemische Element Helium ist. Läßt man die AIpha-Strahlen aiks einen Diamanten oder aui einen Jinlblcndekrijiall fallen, so leuchten die Kristalle hell ans. Bei Amvendung eines starken Radiimtpräparats erscheint das Licht flächenhaft, und man vermag Einzelheiten nicht zu erkennen. Nimmt man aber ein genügend schwaches Präparat, so löst sich der Lichtschimmer in eine Anzahl feinster Pünktchen auf, die sich mittels einer Lupe deutlich unterscheiden lassen. Jeder Punkt leuchtet iumrer nur einen Augenblick, dann verschwindet er wieder. Auch durch mechanischen Stoß lassen sich Diamant und Unk- blende zum Aufleuchten bringen. Ilm daS zu beobachten, braucht man nur ein Schrotkorn aus einiger Höhe auf die Kristalle fallen zu lassen.„Freilich ist das Verhältnis der Masse eines solchen Blcikilgclchens zu der eines Hcliumatomes ungeheuer groß; aber die Wucht des Aufpralles hängt außer von dar Viasse in noch höhcrem Grad« von der Geschwindigkeit der Bewegung ab. Diese beträgt aber bei dem AIpba-Strahl etwa daS 20 OOOsache von der Maximalgeschwindigkeit, die wir oincm Geschosse mitzuieilen ver- mögen. Eid« rechnungsmäßige Abschätzung der theoretisch in einem Nur vorwärts! Heraus aus dem Lebm! Hinein in den Slimcc. Unlstaubt von den Splittern. Sanmin auS Eisen und Treck. Ter vorwärtsstürmendc Soldat taumelte: die weiße Nacktheit der Erde zu küssen. So sinnlos ergriffen. Ganz hin. So. als ob es auf einen Tanzboden ginge. Tie Geschosse tobten Musik. Tie Hurras schurrten den Takt. Schauriger Totentanz. Der vormärtssturnieitde Soldat küßte das warm der- strömende Blut seines Herzens in den kalten, gransamen Schnee der Erde. Der Totentanz dauerte elne. halbe Stunde knapp. Der vorwärtsstürmende Soldat hatte den Mut, das schauerliche System des Krieges auszufüllen. Die Ströme seines Daseins waren zu Ende. Die Sonne aber, die mittags kam, drückte ihm eine große rote Rose in die abgeschiedene Hand. Und meilenweit lag nichts als Schnee. Erster Sonnentag. So juble Herz! Der erste Tag Ist sonnenklar geboren. Trum komme nun, was kommen mag; An Hoffnung nichts verloren. Durchs Fenster glüht der erste Strahl, Im Felde tanzt ein Blinken, Znni erstenmal, zum erstenmal Will uns der Frühling winken. Mit Diamanten vollbesät Sind tiefverschneite Weiten Und wie mit Sonnenluft durchweht Die Welt von allen Seiten. Und in der Seele wächst das Licht, Das Eis zerschmilzt im Herzen:— Der neue Frühling ist in Sicht, Er will schon heute scherze,!. fcau.h Petri.ch., ... D.«A-. L �----*.- Uv einzigen Alpha-Strahl zur Verfügung stehenden Wucht, fichrt zu dem Ergebnis, daß es möglich sein müßte, die aus dem Stoße her- vorgehende Lichtentwicklung zu sehen, wenn auch nur ein Prozent der Bewegungsenergie in sichtbares Licht verwandelt würde." (Geitel.) Aber zu dem ordnungsmäßigen Perlauf eines SchießenZ nach der Scheibe gehört auch, daß die am Kugelfange aufgelesene Zahl der Geschosse übereinstimmt mit der Zahl der Schüsse, die am Schützenstande abgegeben wurden. Soviel Alpha-Strahlen also ein radioaktiver Stoff in einer bestimmten Zeit aussendet, soviel Helium-Atcmc müssen in Freiheit gesetzt worden sein. Auch hier- für ließ sich der Beweis erbringen. Durch Messungen konnte festgestellt werden, daß etwas mehr als 0 Gramm Radium erforderlich wären, um im Laufe eines Jahres die äußerst geringe Menge von 1 Kubikzentimeter Helium- gas zu liefern.(Tie li Gramm Radium würden übrigens nach dem heutigen Marktpreis einen Wert von etwa 8 Millionen Mark repräsentieren.) Es war nun nur noch zu ermitteln, wieviele ein- zelne Alpha-Sirahlenschüsse diese Menge Radium in der ange- ncmmcncn Zeit abgibt. Einfache Zählung konnte selbstverständlich nicht zum Ziele führen. Man nahm daher eine möglichst kleine, aber genau abgewogene Menge Radium und zählte die Lichtpünkt- chen, die infolge der Strahlung im Lause einer Stunde auf einem Zinkblcndekristall aufleuchteten. Tann berücksichtigt« man noch die Anzahl der Scl'üffe, die fehlgehen mußten, weil der Kristall nicht in ihrer Flugbahn lag, und endlich rechnete man die gefundene Zahl auf das Jahr und aus die erforderliche Gesamtmenge an Radium um. So erhielt man die Anzahl Atome, die in 1 Kubik- Zentimeter Heliumgas enthalten sind. Nun hatte schtm lange vor dem Bekanntwerden der radio- aktiven Erscheinungen der Wiener Physiker Loschm idt ein Per- fahren gefunden, mittels dessen sich auf der Grundlage der Mole- kulartheoric' der Gase die Anzahl von Molekeln in 1 Kubikzenti- mcter eineS Gases unter den sogenannten Ziormalverhältnissen be- rechnen läßt. Man nennt den gefundenen Wert ihm zu Ehren die Loschmidtsche Zahl. Als genaueston Wert für die Loschmidtsibe Zahl nimmt man gegenwärtig 2,76. 101» an. Ties« Zahl läßt sich auch durch die Zahl 276 mit 17 Nullen am Ende darstellen und er- gibt 27,6 Trillionen. Somit enthält 1 Kubikzentimeter eines bc- iiebigcn Gas«» bei v Gräd und 766 Millimeter Druck 27,6 Trillionen Molekeln. Das Helium gehört nun zu den elementaren Gosen, bei denen der Begriff Molekel mit dem Begriff Atom zusammen- fällt. Folglich enthält 1 Kubikzentimeter Heliumgas auch 27,6 Trillionen Helinm-Atome. Die Zählung der Alpha-Teilchen, die nach den verschiedenen Methoden vorgenommen wurde, hat nun in der Tat zu der gleichen Zahl geführt: ein äußerst wertvoller Prüfstein für die Theorie, wie er besser gar nicht gedacht werden kann. Haben wir sonach die Möglichkeit, die Stelle zn sehen, wo das Atonigefchoß der radioaktiven Substanz einschlägt, so mutet eS fast wie ein Märchen an, wenn wir hören, daß der Physiker imstande ist, das Atom auf seinem Fluge genau zu verfolgen, jo sogar die Bahn, die es genommen bat, zu photographiercn. DaS Verdienst, die Methode hierzu gefunden zu haben, gebührt dem amerikanischen Phvsiker E. T. R. W i l s o n. Sie basiert auf der Nebelbildung. Nebel bestehen anS sehr kleinen Wasscrtröpschen, die in der Regel ein feinstes Staubteilchen als Kern besitzen. Das Staubteilchen bar als Ansatzstell« für das betreffende Ncbeltröpfchen gedient. Außer dem Staub gibt es aber noch eine zlveite Art van Kernen für die Verdichtung dcö WasserdampfeS: die sogenannten Jonen. Wenn die an» der radioaktiven Substanz mit großer Geschwindigkeit brranSgeschleudcrten Heklum-Atome durch die Lust fliegen, prallen sie aus die Molekeln Sauerstoff und Stickstoff, auS denen die Luft lxiuptsäckilich besteht, und zerschlagen sie in zwei Teile. Der eine Teil besitzt positive, der andere gleich starke negative elektrische Ladung. Diese Teile nennen die Physiker Jonen. Setzt man staubfreie, mit Wasserdampf gesättigt« Lust der Einwirkung von Alpha-Strahlen aus, so bilden sich Nebel, genau wie in Lust mit feinstem Staub. Die Tröpfchen entstehen jetzt um die Jonen, die die Alpha-Strahlcn dauernd erzeugen. Ein Alpha- Strahl bewirkt immer die Entstehung zahlreicher Jonen. Folglich uiüssen sich auch längs der Bahn zahlreiche Tröpfcken bilden, so viele, daß sie sich einzeln überhaupt nicht mehr unterscheiden lassen. Auf diese Weise entsteht ein feiner, aber dichter Nebelstreifen, den die photographische Platte festzuhalten vermag. An der indirekten Wahrnehmimg der Atome durch daS Auge läßt sich also nicht mehr zweifeln. DaS Atom der neueren Physik und Chemie ist also kein Phantasiegebilde; eS bezeichnet nicht etwa nur die untere Grenze, über die die Forschung nicht hinausdringen kann; es ist vielmehr selber zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung geworden. Wie die Atome, hat man auch die Molekeln in jüngster Zeit sichtbar machen können. Das Verfahren beruht aber auf ganz anderen Voraussetzungen, dt« von gewissen Erscheinungen in der Lichtlehre ausgehen. ES gelang, mit Hilfe der Röntgenstrahlen die bisher hypothetisch angenommenen Raumgitter der Kristalle auf die photographische Platte in Gestalt sternförmig angeordneter Punkte sichtbar zu inachen. Ter weiteren Erforschung der Struktur der Materie steht also nicht» mehr im Wege. Nur darf man nicht erwarten, daß auf diesem harten Boden die Früchte in rascher Folge reifen. Zur Weitcrsührung der Untersuchungen gehört große experimentelle Sorgfalt und nicht minder große rechnerische Ausdauer. Die Hauptfrage aber, ob die Materie tatsächlich aus Molekeln und Momcn besiehe, kann bereits heute im bejahenden Sinne als er- ledigt angesehen werdet!. öem Leben von Nikolaus II. Viele deutsche Blätter haben sich mit dem Lebenslauf des durch die neue russische Revolution gestürzten Zaren beschäftigt. Dabei kam man auch auf die Orientreise zu sprechen, die Nikolaus II. als Eroßsürst-Throitfolger in den Jahren 1860 und 1891 unternahm. Es hieß, diese Reise sei damals etwa» ganz Ungewöhnliches gewesen. Zwar habe man damals die Bedeutung dieses Unternehmens nicht erkannt, ober es habe doch ein gewaltiges Aufsehen in der ganzen Welt gemacht, al» man erfuhr, daß der russische Thronfolger, den ein griechischer Prinz begleitete, in Japan bei einem Ausflug von einein japanischen Polizisten überfallen und durch einen Säbelhieb verwundet wurde. Man wollte auch die Abneigung Nikolaus II. gegen die Japaner mit diesem Vorfall in Verbindung bringen. Daß dieser damals viel besprochene Vorfall heute solchergestalt dargestellt wird, hat seinen bestimmten Grund und es ist lehrreich und nützlich, darauf zurückzukommen. Die ersten Berichte über jene Affäre stellten sie ganz ander» dar, als es heute geschieht. Nach ihnen war der Zarensprößling in ein sogenanntes Teehaus, wie man in Japan die„feineren" Bor>- delle nennt, gekommen und hatte sich dort so übermütig und an- motzend betragen, daß man sich genötigt sah, einen Polizisten her- beizurufen, der denn auch gegen den Unfugstifter einschritt. Dieser widersetzte sich im Gefühl seines künftigen Selbstherrschertums, aber der Polizist, der über die Persöuiiä'keu, mit der er zu tun hatte� nicht oder nicht genügend informiert war, machte von seiner Waffe Gebrauch. Der Skandal hatte, wie nicht anders zu erwarten, ein diplomatisches Nachspiel, das dem pflichtgetrenen Beamten einen Rüffel oder, wenn wir uns recht erinnern, sogar eine Strafe ein- brachte. So wurde die Sache gemeldet. Erst lachte man in der polili- scheu Welt; dann aber begann in der deutschen, namentlich in der „liberalen" Presse mit eincmmal das Bestreben, den Vorfall zu be- schönigen und ihn zugunsten de» Großfürsten darzustellen. Nicht nur wurde alle Schuld dem Polizisten aufgebürdet, der den Groß- stirsten überfallen haben sollte, es wurde auch behauptet, die japani- scheu Tcehäuser seien gar keine Bordelle. Ein boshafter Journalist machte sich da» Vergnügen, im Meyerschen Lexikon den Artikel „Prostitution" nachzuschlagen und daraus zu zitieren: „Auch die Japaner betreiben Prostitution in großem Stil; unbemittelte Leute verkaufen ihre Töchter in die„Teebäuser", die unter dem Schutze der Regierung stehen; allein kein Schimpf ist mit dem Gewerbe verknüpft; die öffentlichen Dirnen sind sogar sehr gesucht als Frauen und leben später in der Ehe unbescholten." So wenig wir mit den Japanern über diesen ihren Geschmack streiten möchten, so wenig wollen wir ans spießbürgcrlicker Tugent- boldenhaftigkeit an das Teehausabentener des damaligen Groß- sürsten-Thronfolger» erinnern, lim so weniger, als heutzutage viele „moderne" Atenschen in Teutschland es als zur Kenntnis des sc>- zialcn Lebens gehörend betrachten, solche Lokale in Äugenschein ge- nommen zu haben. Das mag jeder halten wie er will. Worauf es hier ankommt, ist, die Liebedienerei zu kennzeichnen, welche dem russischen Zarentum zu erweisen früher ein großer Teil der deutschen Presse beflissen war. Aber es ist erreicht worden, daß sich der Vorfall heute in der Erinnerung ganz anders und durchweg zugunsten des Zarensprößlings darstellt. Da» Benehmen de» Zaren- tums vor und in dem Weltkrieg dürfte wohl bewirkt haben, daß jene Liebedienerei gegen das Zarentum in deutschen Blättern für absehbare Zeit ausgeschlossen ist.. C- Der»lachenöe Philosoph". In der literarischen Ucbergangsveriode, die von der klassischen Poesie der AufklärungSzoit die Brücke zu der Literatur der natio- nalen Ideen, der historischen Auffassung und der Betrachtung der inneren Zustände des Volks« und Familienlebens sckilägt, gewinnt die humoristisch-satirische Prosadichtnng zunehmend die Oberhand. Unter den dieser Richtung angehörenden Schriftstellern, die durch die scharfe Gcistesiviirze der Satire dem Geschmack der Leser einen neuen Anziehungsreiz zu geben bemüht waren, nimmt Karl Julius Weber eine zwar nicht gerade überragende, aber durch eigenartige Geistesphysiognomie fesselnde Stellung ein. Thümmel und Wicland sind die bevorzngten Vorbilder für seine hiimoristisch-salirischcn AllerweltSbetrackituiigen, die im Geiste der französischen Aufllärungs- zeit Land und Leute in leiästem Unterhaltungston Revue passieren lassen. Wielandsche Leichtigkeit und Anmut atmen insbesondere sein bekanntes Hauptwerk„DemokritoS", die unvollendet gebliebenen „Hinterlasscnen Papiere eines lachenden Philosophen", ein ebenso gefälliges wie pikantes Allerlei, Stegreifbetrachtungen über eine Menge Dinge aus allen Zeilen und Ländern, die auch heute noch gern gelesen werden. Der gleichen Gattung, die mehr durch den anzicbcndcn VortragSton wie durch tiefen Gehalt wirkte, gehören auch seine humoristischen Schriften„Deutschland, oder Briefe eine» in Deutt'chland reisenden Deutschen" an._ Allgemeinen Beifall fanden seinerzeit auch seine Bücher.Möncherei" und„Ritterwesen". Beide sind beute vergessen und veraltet und kommen al» ernst-n nehmende Geschichlswecke überhaupt nicht tu Frage. Wie Webcc i andere Bücher interessieren sie nur durch die Fülle anregender und häufig stark lasziv gefärbter Einzelheilen, die die ungemein groye Bclescnheit des Verfassers hier wahllos zusammengetragen hat. Karl Juliu» Weber wurde am 16. April 1767 zu Langenburg im tvnrttcmbergischen Franken gebore», studierte in Erlangen und Göttingen die Rechte und brachte sich dann nach der Sitte der Zeit als Hofmeister schlecht und recht durchs Leben. Im Jahre 1862 ivar c» ihm endlich gelungen, eine Steve als Hof- und Regierung»- rak in Jienblirgschen Diensten zu elhaltcn, die ihm die Pflicht aus« erlegte, den jungen Erbgrafen ans seinen Reisen zu begleiten. Der seiner Hut anvertraute junge Mann entfloh aber nnterwegS tir Berlin seinem Mentor, was diesen so aufregte und erbitterte, daß er seinen Abschied nahm und als Privatgelchrter in verschiedenen Orten lebte. Von 1818 bis 1821 vertrat er das Oberamt KilnzelSou in der Wnrltcmbcrgischen Ständeversanunlung. Er starb am 26. Juli 1832 in Kupferzell._ Spiritus aus �cetplen. Wie die„Zeitschrift deS Vereins Deutscher Ingenieure' mit' teilt, soll eS gelungen sein, Spiritus aus Acetylcn darzustellen. Wenn man da» Acetylen auf Ouecksilbersalze einwirken läßt, so bildet sich ein naher Verwandter des Alkohols, das Acetaldehyd. Behandelt man dieseö bei Gegenwart von katalytischen Substanzen, wie Nickel mit Wasserstoff, dann bildet sich daraus Alkohol. Der Alkohol ivird durch Ausfriercn abgeschieden, der überschüssige Wasserstoss abermal» zur Verwandlung von Acetaldehyd in Alkohol verwandt. Das Elektrizitätswerk Lomza in der Schweiz soll seitens der Schweizerischen Bundesregierung die Bewilligung zur Spiritus- gewinnung auf diesem Wege erhalten haben. Wenn eS jetzt oder später gelingt, nach diesem Verfahren Alkohol aus anorganischeil Rohstoffen in wirtschaftlicher Weise zu gewinnen, dann würden die großen Mengen Nahrungsmittel, wie Kartoffel oder Zucker, die bisher der SpirituSgcwinnung dienen mußten, für ErnährungS- zwccke stet werden. Wenn es aus diesem Wege gelingt, Alkohol darzustellen, dann bedeutet dies, daß die Darstellung anderer organischer Substanzen auf gleichem Wege sich anschließen würde. Skotize». — Der Berliner VolkS-Chor veranstaltet am Sonntag, den 15. April, abend? 7 Uhr, in der Singakademie einen MendelSsohn-Abend. Einlaßkarten zu 75 Pf. an der Abendkasse. — Eine Käthe- Kollwitz-Aus st ellung wird am Montag bei Paul Cassirer eröffnet. Theaterchronik. In der Volksbühne wird in der am Freitag zum Besten der Brandenbargischen Kriegsbeschädigten- bilfe des lll. A.-K. stattfindenden Erstaufführung von Karl Schön« Haus„Volk in Not' die weibliche Hauptrolle von Else Lehmann gespielt. Vortrage. In der Urania spricht Sonntag Prof. Schwabn über„Das Land der Mitternachtssonne". Montag und Sonnabend wird der Vortrag„Der Vierwaldstättcr See und der Gotthard", Dienstag und Freitag Direktor GoerkeS Vortrag„Heimatland und Hcimatliebe' wicderhnlt. Donnerstag spricht Pros. Hoetzsch über„Die Revolution in Rußland". Mittwoch Vortragsabend de» Wissenschaftlichen Vereins: Prof. Schleich über„Kriegschirurgie".— Eine zehnstündige astronomische Vortragsreihe„Bewohnbarteit der Welten" von Dr. Archenhold wird in der Treptow-Sternwarte am Dienstag, den 17. April, abends 7 Uhr, begonnen. — Die Wärme im Erdinnern wird von der kalten Temperatur an der Oberfläche nur in ganz verschwindend geringem Grade berührt. Der Frost selbst dringt nur etwa Iß, bis 2 Meter tief ein. In mehr als 25 Meter Tiefe ist überhaupt keine Ein- Wirkung der Sonnenwärme mehr zu verzeichnen. Von da an nimmt die Erdwärme dann langsam aber stetig zu; in etwa 3660 Meter Tiefe beginnt Wasser bereits zu kochen, in 8666 Meter Tiefe schmilzt Blei, in 50 Kilometer Tie'e Gold, in 250 Kilometer Tiefe Eifcu, in einer 666 Kilometer Tiefe ist die Hitze schon so stark, daß Plauu «wÄ-«u» =3 Sa ■ rf W ■ n B M 9fca/3~Cinfertifiun$ von eleganten Jacken- Kleidern, Straßen- Kleidern, Abend- Kleidern und Kleider' Röcken nach den neuesten Entwürfen in vornehmer Verarbeitung Damenbekleidung Jackenkleider aus modernen Stoffen. Seidenkleider fürNachnüttag und Abend Kleider au» Schleier- stoff. jugendliche Formen Taffet-Paletots flotte Ausführungen... Regenmantel imprägniert, viele Farben Regenmäntel Seide, elegante Formen Kleiderröcke aus guten Wollstoffen. Kleiderröcke Taffct-Seide 5900 9800 13500 16500 59007900 890011500 9751775 2550 3950 49005900 8900 9300 27503950 4900 69°° 59005900 7900 9800 25503550 45°° 5900 35503950 4900 5500 Korsetie Korsette au- champ. Leinen mit Hallem..................... II25 Korsette au- gem. Drell mit Haltern..................... 1425 1925 Korsette au« weiß Drell mit Haltern...................... 1750 Korsette au« champ. Batist mit Halten,..................... 2475 Weißwaren Kragen-Rchns mit gestickter Spitze an» Tüll Q25 H-Bootkrageu au»«k»- 025 batist und Dalenciennespitzen,.,. � Blusenkragen inverfchle. 1,. denm Ausführungen........... t. t. l. Tüll-Nnterblusen mitlangen CQn Aermeln...................... 390 D90 Damen-Wäsche Damenhemden«w» gutem RensorcS mit Stickerei........ Beinkleider aniefsrm, mit verschiedenen Sttckereien....... Nachthemden mit Ausschnitt �»25 aus gMen Stoffen.......... 1U Unterröcke mtt eleganter Etik- kerei garniert............. Batisthemden nck Spitz- und Stickerei reich garniert.... Batist« Rockbeinkleider A o5o mit Spitze u. Stickerei reich garniert ckl) 5« lO* 1550 "11°° 105° 1450 725 825 1250 1450 175° 2150 1650 20°° 20°° 25°° Kinder-Wäsche MLdchenhemden?aconschnittmit �„ Stickerei garniert, in l<)Größ.4Z— lOOcmlong 1 ot*/ Mädchen-Beinkleiderani-form 0.-5Q mit Etickerei-Ans atz, in S Groß., A>— KZ cm lang£ blS J Knaben-Hemden mit lang-nAermeln und Halspriese, in 6 Größen, 70—100 cm lang Jj bis/'5 Knaben-Nachthemden mit Besatz und Tasche, in 8 Größen, 00—120 cm lang 5 bis 5 Schürzen Hausschürzen au» guten Stoffen 4W 475 5 25 Blusenschürzen 475 625 85° Rockschürzen schwarz, Wiener Form...... 6°° Teeschürze Batist, reich garniert 325 425 490 Tändelschürze MÄ 225 275 375 Teeschürze fall gemustert mit Spitze garniert. 52® ■ Pelz-Aufbewahrung WWWW »ulilffiBIIIÜIi gegen Moiienschaden, Feuer, Wasser und Diebstahl. Verlangen Sie unsere Preisliste lerdZüilj der Freien WiDeD Com, tag, de» 15. April, Nachmittags 21/, Uhr; Deutsches Opernhaus: Tie Entstlh- rung aus dem Serail. Lessuig-Theatcr: Tie beide» KlwgS« berg. Nachmittags 3 Uhr: Volksbühne, Theater am Lülowplatz: Rose Vcrud. Schillcr-Theater, Chartottenburg; Kater ttampc. Schiller-Theater Oft: JohanntSfeuer. Deutsches Künstler- Thealer: Char- lotle Stieglitz. Lessmg-7keÄter. 7'/, Obr: Titode. dloutax: Peer Gjnt. fienfseh.jlünstler-Theater. Allabendlich 7'/, Uhr: Oer KamfflersBnger. Dücktion Max B einhardt. UeiitacheH Theater. 7 Uhr: Othello. Kttolun. 2';. ikleino Preise); Der Welbütenfel. Moma� 7, zum 1. IT.: Der Geizige. Kammerapiele. V'fjUhr: Powcliingr. Kachiu. 2'!,( kleine Preise): niun» von Uarnliclm. Montu�' 7',',: t'amchlng. VolKsbühno. Theat. a.Büiowplatz. 7!/3: Di«« Fumillo Schlmek. >..chin.o(kleine Pr.): Rose Bernd. Mi,'.. Da» Konzert._ Theater I. ö. Königgrätzerstr, Uir. C. Meinhard— R. Bernauer. 7 Uhr: Krdjjeist. Xacbm. 3 Uhr: Kameraden. Komödienhaus 7'/,: l>ie verloren© Toehter. A'äcim. 3 Uhr: Der 7. Tag. Berliner Theater ' J Uhr; Die toll© Komteli. Xohm. 3 ühr: Auf Flilgeln d. Gesang, Comfesse Mizzl. I.Klasse. Theater für Sonntag, den 15. April. Deutsches Opernhaus, Charlotfenb. s ���63 OperettenhaUS 3 Uhr; Der Vogelhttndler. iv. u.: Der Soldat der Marie. Residenz-Theater tv, u.: Die Wersch. Zitadelle. 3 Uhr: Der Weg zur IlUllc. Schiller-Theater O 3 Uhr: Johannlafeuer. tv, uhr: Hinter Mauern. 8ehIIIer-Th. Charlottcnb. 3 Uhr: Kater Liampc. Tv.r.: Johannes. Thalia-Theater SrnJasVagabundenmädel. 3 Uhr: Haaemanns Töchter. Theater am hiolleudortpl. 3';, Uhr: Blaue Jungens. Die Gulaschkanone, üi�UerPöstilliiaT.lMjiieaii. FrJedricb-Wilhelmstidt. Theater. 3 Uhr: Figaros Hochzelt. 7 7, uhr; Das Dreimäderlhaus. Gebr. Herrnfeld-Theatcr. Ii'/, Uhr: Die Khre. 7»/. Uhr : Ehe-Urlaub. Kleines Theater tv, u.; Raes im Sclmakeiilocli. 3 Uhr; Oer Raub der Sabinerinnen. Komische Oper «Min.: Gie Dose Sr. Majestät. ü'/jUhr: Der Puszta-Kavalier. Lustspielhaus 77.uhr: Die schöne Kubanerin. 3 U., neuoinstad.: Das Glücksmädel, Metropol-Theater Ä: Die Czardasttlrstin. V,3 Uhr: Die Kaiserin. RoseaTheater. 3 Uhr: Das Glücksmädel. ?>/. Uhr: Tos Findeltind. Montag. 7',', Uhr; TaS Ftndelkisd. Walhalla-Theater. 3 Uhr: Romeo und Julia. 7>/, Uhr; Der fidele Bauer. Montag TV, Uhr: Der stdele Bauer TV,U.: Theater des Westens ü'I4 Uhr: Flu Walzertraum. 77- Ua Die Fahrt ins Glück. Mit Guido Xielichcr. Trlanon-Theater 3'/, U.: Dreher i. D.a.Feinschmecker S U.s Dreher i. D. a. Feinschmecker, Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 77, Uhr. 77, Uhr: Das neue Zlpril-Progr. Segro, 4 Uemles. Fr. Steldl 87- Uhr: Allabendlich stürm. Beijall. ' Groher Hctterkeitserfolg Meiiv's Äbilufterl went. Sonntag 1 Uhr: Sri» Puppchcu. Keleh5hs!len-7hestsr. Stettiner Lünxer. Heute-HW nachmittags 3 Uhr: Vorstellung zu crm&Ulgten Preis.! (ParkottSöPf., Balkon 75 Pf, I.okoo 1 Mk.) Abds. 77, Uhr: Xabarett Feldgrau4 Büsch. Sonnta- 2 Torstellungen 3-i Kachmittag« tlrr 1 afi8- Kind I'hT hei! In beiden Vorstellungen auch nachmittags Riesen- Pracht-Wasser-Pantamime Je tersilene M" AaCerdczn vorher das ausgez. groBo Zirkus-Programm. Zirkus A. Schumann Heute Sonntag, 15. April 1917: 2 Kroße Torstellungen 4 Nachm. SUlir u. abds. 77- Uhr. Nuohm. 1 ar. geh. Kind frei! Jodes weit. Kmd halb. Preis. In beiden Vorstoliungen Das neue Programm Hie große Illusion! Gsbr Wittas Akroh. Die mjrst. Kiste. MusikaL-phantast. Akt. 4 Pcrs. Der equestrische Teil. Dio Prunk-Pantomimo Die Seeräuber. MOZART/AAL Äipollo PRttPBlCKSTR- AN• OCH- KOOOTS' Allabendlich 77, Uhr; Das vielseitige Variete-Programm! Die Kasse Ist ab 10 Uhr geSffnet l-ÜJ Vorstellungen Nachm. kleine Pr.! Kind. d. Hältte. in boide� Vörstellunff'ca l.ucy Klesclhauscn mit ihrem Ballett Faul Beckers mit neuen Vortrügen sowie der abwechslungsreiche V olgt-Tlieater. Badstr 58. Badstr, 53. Heute«achmittag 3 Uhr Jägerliebchen. SibeudS 7 Uhr Der Protzenbauer. ?!b Montag. IN. 4: Ter Tanzteufel.! ällmiralzpalazt. «ouis L Verstell., 4 u.1'1, Uhr. Abrakadabra CraSos phantastisches Ballett auf dem Eise. Nachm. kl. Pr. Vorzügl Küche. JU Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute: Großes Konzert des Berliner KonzertbanM-OrcheKters, Leiter: Komponist Frr.*. Blon. Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. Morgen, den 16. April 1917; IV. Vaterlündischer Vortragsabend, "'. Kameradon d. Inf.-Kogls, v. iidlpnugcl' VexaUstolt. y. Verein ehem. (ä. Exandenbaxgirthojj Ko. 4d. Gerfflania-Praeltsl,"rm C. Richter. Jod.Sonntg. P. Mantheys Lust. Singer u. Konzert. ____ Neues Prog. Auf. der Vorstellung 67, Uhr, Anitdcs�Conzert��T�Dhr� URANIA Tauben» tralio 48/19. 4 Uhr(halbe Preise); Der Balkanzag and dl» befreite Oonaa, 8 Uhr: Dir. Professor Dr. P. Schwahn: im Lande der Mitternachtssonne. Montag S Uhr: Oer VierwaldstSttersee u. d. Gotthard. HÄTION&L-TBEÄTER Siürmiseliep Erfolg!::iL Stuhcnteiiltcbdten. PoNe m'tS. u.-oz. i. 3 Att. SBus. p. W. Lromnie Sonnt, �7, äugend v. Max Halbe. Vorverk.: ab lg Ubr upunterbroch. _ ohne Gtbiihr. Tägl. 77, Sonnt. 37, u. 77, Kaztaplel Ocorg Baselt I Mit neuen Einlagen Die erfoigreicho. heit. Eovue: Berlin im Krieg Spezialarzt Dr. med. Colomann f.Geschleohtskrankh., Haut-, Harn-, Frauenleid., nerv. Schwäche. Beinkranke, Ehrllcb-Hata-Kuren (Dauer 13 Tage). Behandlung achnell, sicher u. schmerzloa oh.Berufsstör.i. Dr-Homevcr A Co. konz. Labor, f. iiiut- uuters., I' äden im Harn usw. FrWritlstr. Sl, SÄ WM H-äS, ÄSi. Spr. 10— 1 11. r.— 3, Soant. 10—1. Honorar mäSig. auch ToiUubl. - Separates Damenzimmar. Wie ein Wunder beseitigt 13080 DrJMrahls•$)IIIIÖsölbC| jeden H.uttaüsschlag, flechten, Hautiucken.dcs.Äeinschaven, »ramviadern der Frauen u. oergi. Originai-Dosen zu IX. 2,-, 0,30 u. 6,— versendet portofrei <«tefante»-Stvothrke Berlin r:eipziger«!r.74.(amDi»hotzpI. I�IUtl-i�SUI kaufe Hall, dliinoorUnUg., Sorlin WiVaelmstt. 10/17. ig