34. Jahrgang. ❖ Nr. 27 Beilage zum �vorwärts" Serliner Volksblatt Serlin, 8. Juli im Das Lieö öer Straßen. Werke sind wir eurer Hochgedanken, Mühsam werden wir durch eure Hände— Aber nur den Anfang, nicht das Ende Gebt ihr uns— denn wir sind ohne Schranken! Leblos scheinen wir wie Stein und Mauer Unter Sonnenbrand und Swrmeshieben. Doch wir leben! Denn wir können lieben, And wir liegen immer auf der Lauer! Mer Freunde sind wir lieber. Gatten. Eingeweihte aller Heimlichkeiten— Eurer Fenster späte Schimmer gleiten Ueber uns und alle eure Schatten. Eure Dirnen. Bresthaften und Armen, Die um falscher Ordnung willen schmachten, And die Einsamen, die euch verachten, Suchen uns— denn wir sind das Erbarmen! And wir dulden eure Narrenzüge. Eurer harten Füfte blindes Treten, hinter heiligen und Trugpropheten. Euren Göhendienst vor Macht und Lüge. Siegeszeilen eurer Schlachtenlenker, Bühnen demagogischer Gelüste. Tragen wir Triumphe. Blutgerüste, Krönen heute, und sind morgen Henker. And wir dauern noch, wenn längst zunichte Eure Macht von Fürsten und Tribunen— Andre Völker deuten dann die Runen Ansrer Steine— wir sind die Geschichte! Anton Wildgans. Die im Von Friedrich Stampfer. Der Leipziger Ratio nalökononi Prof.$arl Bücher hat kurzlich seine zweite� Streitschrift gegen die deutsche Presse er- scheinen lassen.") � �.eine erste, im Frühjahr 191? erschienen (Unsere Sacke und die Tagespresse), hat viel Aufsehen erregt und einen hitzigen Federkrieg hervorgerufen, dessen Fort- sehuilg von Büchcrs Seite nun die zweite bildet. Sie setzt sich mit den zahlreichen Kritikern auseinander und bildet eine .Verteidigung der These der ersten Schrift, die folgendermaßen lautet: „Die Presse hat in allen Ländern ohne ÄuS- nähme sich den Anforderungen des Krieges nicht gewachsen gezeigt. Sie hatern beschämend geringes Bewußtsein vo'n ihrer Pflicht offen- bart, der Wahrheit und nur der Wahrheit zu dienen. Dazu ist sie überall in den kriegführenden Ländern einer strengen Zensur unterworfen worden, gegen welche die *) Karl Bücher. Die deutsche Tagespresse und die Kritik. Tü- bingen 1915. Verlag von I. C. B. Mohr. Ausgegeben ApriMSI?. Amerikaner, soweit England in Betracht kommt, sich vergeblich aufgelehnt haben. So konnte dem wirklichen Kriege ein Preß- feldzug zur Seite treten, in dein mit den verwerflichsten Mitteln gekämpft wird und die schmerzlichen Wunden des Schlachtfeldes immer weiter aufgerissen und vertieft werden. Gegen diese Flut des Völkcrwahnstnns und der Bosheit auf- zutreten, mag leicht als ein fruchtloses Beginnen erscheinen. Muß jeder derartiger Versuch doch mit dem Verzweiflnngsschrci beginnen, daß, was wir seither als eine der besten Früchte der Kultur betrachtet haben, die Zeitungspresse, dieses Namens un- würdig, daß sie ein Tummelplatz der Unkultur ge- worden ist." Es ist begreiflich, daß dieses Urteil einem sehr großen Teil der deutschen Zeitungsinänner scharf auf die Nerven fiel. Die Rezensionen klangen, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht eben freundlich. Verschiedene Presseverbände protestier- ten, und Herr Gottfried Stvffers in Düsseldorf ließ sogar eine besondere Streitschrift, der Presse zum Schutz, Bücher zum Trutz erscheinen. Ob dieser Herr Stoffers nur der rechte Mann war, die Sache der Presse gegen einen Mann von der wissenschaftlichen Bedeutung und der schriftstellerischen Kunst Büchers zu verteidigen, mag dahingestellt bleiben, aus der Ab- fertigung, die ihm in der neuen Gegenschrift zuteil wird, ge- wimrt man diesen Eindruck nicht. Bücher hält seine Anklage in allen Punkten aufrecht, und er steigert seine Kriktik schließlich zu folgendem positiven Pro- gramm: Die große Umwälzung der sozialen Wertbegriffe, die schon jetzt dieser Krieg nach sich gezogen hat, kann am wenigsten an der Tagespreise vorübergehen. Bei dem ungeheuren Einfluß, den sie auf das Geistesleben der Völker erlangt hat, wird sie geradezu eiu Gradmesser ihrer Kultur und ein Maßstab, nnt dem wir alles künftig Erreichbare zu messen haben. Was wir in den ersten Monaten des Krieges an Ver- hetzung und Herabsetzung erlebt haben, darf nicht ein zwcites Mal wiederkehren. Soll es uns aber erspart bleiben, so kann es nur auf dem Wege geschehen, daß wir selbst für eine in jeder Hinsicht hochstehende Tagespreise sorgen, daß wir der st r e n g st c n Wahrhaftigkeit in der öffentlichen Meinung eine Gasse bahnen, nickt aber durch die plumpen Mittel der Beeinftussung des Auslandes, welche gewöhnlich vorgeschlagen werden. Die Hebung der Presse wird damit zw einer nationalen Aufgabe ersten RangeS..v:,_. Uoberflüssig zu sagen, daß jeder sozialdemokratifche Schriftsteller und jedes sözialdemokrcitlschc Blatt' die Kritik Büchers als vollberechtigt anerkennen muß. Oder vielleicht dock nicht ganz überflüssig? Bücher selbst hätte anerkennen müssen, daß die sozialdemokratische Presse— sehr vereinzelte Entgleisungen ausgenonimen— von seiner Kritik nicht ge- troffen wird. Manche Stelle seiner Sckrist ober läßt darauf schließen, daß er, wenn er von der Presse spricht, cm die Exi- stenz einer sozialdemokratischen Presse überhaupt nicht denkt. So schreibt er: Ich kenne kein Blatt in Deuffchland, das einem Artikel Raum gewähren würde, der an unserer Presse Ausstellungen zu machen hätte. Ein derartiges Uebcrselien eines auantitativ beträchtlichen und politisch doch keinesfalls unerheblichen Teils der deutschen Presse muß an einer Schrift, die sich mit der„deutschen Tagespresse"(und nicht etwa bloß mit der bürgerlichen Presse oder ihrem übelsten Teil, der chauvinistischen Hetzpresse) zu be- schäftigon vorgibt, als ein schwerer Mangel empfunden werden. In der Kriegspertode vor fünfzig Jahren war es auch ein Leipziger Professor, der ganz ähnlich, wie heute Bücher, gegen die Presse zu Felde zog. Das war der Historiker und Großdeutsche Heinrich W u t t k c, und sein Buch,„Diedeutscheu Zeitschristen", das in mehreren Auflagen erschien, griff noch gründlicher in das Wespennest. Manche Auffassung Wuttkes ist durch die geschichtliche Erfahrung widerlegt, sein großdeut- scher Preußenhaß ist überlebt, das geschichtliche Material, das er über den moralischen Zustand der Presse in den Jcchren 1866 und 1870/71 ausbreitet, hat aber seinen Wert nicht verloren. Vergleicht man die Darlegungen Büchers und Wuttkes,. so erkennt man, wie aus gleichen Ursachen gleiche Wirkungen entstehen. Der Krieg, der uns als höchste«Steigerung aller männlichen Tugenden gepriesen wird, hat die Korruption der Presse zur unvermeidlichen Begleiterscheinung. Er ist ihr moralischer Ruin. Wuttke hat schon 1873 der damals noch jungen, in den Kinderschuhen steckenden sozialdemokratischen Presse Beachtung geschmkt. Um so mehr hätten wir von Bücher erwarten dürfen, daß er nicht einfach an ihr vorübergegangen wäre. sondern ihre besondere Art gewürbigt hätte. Damit soll nicht gesagt sein, daß es die Ausgabe des Kritikers gewesen wäre, für die sozialdemokratifche Presse die Roklametrom- pete zu blasen. Aber ein unparteiischer Vergleich zwischen der bürgerlichen Kapitals presse und der sozialdemokratischen Organisations presse hätte doch vieles zugunsten der zweiten in Erscheinung treten lassen, worüber zu schweigen unrecht ist. Erst in den letzten Tagen ist die Korruption s- gefahr, in der die denffche Presse schwebt, durch die Veröffentlichungen der„Münchener Post"(„Vorwärts" vom 6. Juli) in ein Helles Licht gerückt worden. Eine von Kriegsgewinnen überguellende Gesellschaft, an deren Spitze die Vertreter der Rüstungsindustrie stehen, will die ganze deutsche Presse an die Kette von Jnseratenverträgen legen. Die Angelegenheit ist von so ungeheurer Bedeutung, daß sich die Faktoren der Reichsgesetzgebung je früher, desto besser mit ihr beschäftigen müssen. Denn wer ein Gegner von Eroberungskriegen ist, der kann auch nicht wünschen, daß Teutschland in diesem Weltkrieg vom A in e r r- kan i s mu s innerlich erobert wird, er muß nach Kräften die Entwicklung zu einem Zustand bekämpfen, der die gesamte öffentliche Meinung unter die Herrschaft einer Gruppe kapi- talsHewaltiger Trustümgnaten bringt. _ Es. ist bedauerlich, daß diese Zuf a imrtenhäng e erst zu einer Zeit aufgedeckt werden, da Büchers Schrift schon abgeschlossen war. Ihre Erkenntnis hätte vielleicht auch ihm den Gedanken aufgedrängt, daß eine von der Kapitalsmacht miabhängige Organisationspresse, wie die sozialdemokratische Presse, mag an ihr auch noch soviel zu bessern sein, ein wichtiges Stück geistigen Nationaleigentums ist, an dessen Ausbau und Förde- rung letzten Endes das g a n z o d e u t s ch e B o 1 k das stärkste Interesse hat.__ Heinrich Mann. Ein Oricntierungsvcrsuch von Curt Moreck. „Nickt die Kunst und die Werke machen den Künstler, sondern der Sinn und die Be- geisterung und der Trieb." Schlegel. Der Roman als Kunstwerk ist die Ausdrucksform denwkratischen Empfindens für das in der Seele des Dichters sich vollendende Weltbild. Romanische Völker erkannten und würdigten ihn eher in seiner kulturellen Notwendigkeit. Als beschreibende Darstellung realer Vorgänge entstand er, da die Masse eine höhere Bedeutung im Wclibetrieb gewann und die Neuordnung der Zustände kritische Maman. Von Paul Zech(im Westen). Auf der langen vielfach gekrümmten Chaussee, die nach C. führt, bewegten wir uns schon vier Stunden. Der Wind blies feinzerstäubten Schnee von den Bäumen herab. Die Luft aber war klar und von der Sonne durchwärmt. Wir sangen eine ganze Strecke lang. Da überholten wir einen mit Hausgerät und einigen Sacken schwer bepackten Wagen. Einen klappernden morschen Handkarren. Ein Weib in dünnem Kattunrock und mit nackten Füßen in Holzschulien, drückte ihren Oberkörper keuchend in die Hknterwand des Gefährts. Vorn ächzte ein Mädchen von zehn oder cls Jahren in den Zugstricken. Sein Gesicht hatte die Röte von Erdbeeren. Blauschwarzes Haar klebte in rauschenden Bündeln auf der Stirn. Unser Zugführer herrschte die Frau an. Schimpfte: daß eS eine Schande sei, ein Kind so zu quälen. Das Kind hauchte paarmal„Maman!" Sehr müde und zerschlagen. Das Weib fegte den Zipfel der Schürze durch das Gesicht, stellte sich vor den jungen Offizier und riß sich mit einem Ruck das Wolltuch von der nackten �Schulter. Zwei tiefrote Rillen standen da auf der gelben Haut und Streifen verkrusteten Blutes bis auf die welken Brüste hinab. Das Kind hatte sich bis an den Rand des Karrens vor- geschoben, ließ die mageren Aermchen hängen und weinte mit offenen Augen wieder dieses tiefe, müde: Maman... Maman... Der Zugführer wandte sich ab, senkte die Brauen und kniff den Mund fest ein. Es tanzte vor unser aller Augen: Wagen... Menschen ... Wunden und Weinen. Landschaft tanzte vor unseren Augen in Blut und Rauch. Da bückte sich die Frau nieder. Ihre Silhouette klumpte zusammen. Die Räder knirschten. „Maman" schluchte es alle Minuten vor uns im Wind. Zwei von unseren Leuten sprangen vor, einer hob das Kind auf den Karren und spannte sich selber hinein. Der andere drängte die Frau fort und stemmte die Fäuste in die Kastenwand. Wie eine Trommel schlugen jetzt die Räder. Sah man sich um. hockte das Kiud wie ein aufgeplusterter Vogel auf den Wcidcnkörben. Die Frau hielt sich mit beiden Händen an der hinteren Runge. Mir schien, als ließe sie sich schleifen, so, wie ein Ski- fahrer sich zuweilen von Pferden einen Berg hinaufziehen läßt. Um ihre Holzschuhe wirbelten Schnee und Staub. Dann wurden wir einen Augenblick von dem jäh ge- wechselten Bild der Landschaft hinbezwungen. Ruinen eines Dorfes standen zu beiden Seiten der Chaussee. Hinter breiten Gürteln schwarzgescngtcr Stoppeln�lagen Flächen, gepanzert mit pechtriefenden Stacheln—: Stümpfe von Obstbäumen und der furchtbare kalte Geruch von verkohltem Korn. Ich dachte mir, daß dadrinncn in dem Oeden die un- begrabenen Toten jeden Abend wandern mußten, eine schwarz- wogende Prozession von Schatten, hüpfend und tanzwirbelnd um das Geröll von Stein und Knochen, durch aschengefüllte Schluchten— in diesem Inferno die Schatten derer, deren Seelen zu heiß gebrannt hatten, che sie selbst Kohle wurden. Schauerlich hallte das Gekreisch der Räder, das hohle Stampfen minutenlang. Es war eine sichtbare Erleichterung für alle, daß bald ein paar wirkliche Häuser kanien. Ragende und lustig rote Mauern, die den Rauch warmer Lebendigkeit aus den Schorn- steinen in die Dämmerung atmeten. Da die Frau mit dem Karren gleichfalls nach Gent wollte, nötigten wir sie. mit uns in das Wirtshaus zu gehen. Sie winkte barsch und breitete sich mit' dem Rücken gegen das Gefährt. Der Offizier bat noch einmal. Sie sah auf seinen knabenhaft bettelnden Mund. Sie sah in seine offenen Augen, in denen ein verängstetes Mitleid schimmerte. Und sagte dreimal dieses harte:„No!" Daß wir aber das Kind mit hineinnahmen, mochte sie doch nicht verhindern. Der Zugführer ließ dem Mädchen etwas Warmes vor- setzen. Es saß mit nach innen gerichteten Augen vor der Schüssel.>vic in tiefer Einsamkeit, und die Männerstimmen umher, bittende, fragende, scheltende, hatten kein Echo darim, Die stille Angst wich nicht aus den blanken Kohlenaugen. Wir brachen wieder auf. Das Kind hatte schnell einen Laib Brot vom Tisch ge- griffen und brachte ihn Maman. Das Weib drehte sich duckend um, mit verwischten, wirren Blicken. Lauertc. Riß dem Kind das Brot unter dem Schürzchen fort. Die beiden Männer stemmten sich wieder in den Karren. Mit qualmenden Zigarren. Der Wind fegte Funken aus den glühenden Stengeln. Der junge Offizier wollte das Kind partout auf daS Pferd nehmen. Fragte:„Willst Du?'. Das Kind zeigte nur die seltsame Angst in dem Gesichtchen. Die Frau aber blickte aus dem fast blöden Lauern scheel auf. den Offizier und plärrte:„No.... bazolle soll wieder den Karren ziehen." Da hoben die Männer an den: Wägelchen die Alte hin- auf und das Kind saß. noch che sie sich aus dem verrückten. Wehren und Schimpfen gelöst hatte, bei dem Zugführer und- klammerte die Hände in das Mähnenhaar des Pferdes. Schrecklich kreischten die Räder aus den schnelleren Dreh- ungen heraus. Die Kühle strich härter über unseren Gesichtern. Am Himmel zerriß die Wolkendecke. Ein Loch, rund und groß� wie an einem eingestoßenen Kathedralenfenster entstand; füllte sich silberglänzend. Der Karren blieb immer weiter hinter uns zurück Wir(ayen nur die roten Glühköpfe der Ziganvn um eine Flucht von vielen kleinen Sternen daraus. Das Kmd aus dem Gaul weinte leise: Womau... Betrachtung IjeräuSforb'crfe; er wurde naturalistisch, als er die WiMichkeit in sich aufnahm, experimentell, als er sich mit objektiven Feststellungen begnügte, und als er, ein Kulturbild anstrebend, die soziale Welt in typischen Charakteren prägte, folgte notwendig der Desillusionsroman, der die unvollkommenen Einrichtungen dieser Gesellschaftsordnung ihres Scheins entkleidete und ihr unwahres Wesen enthüllte. In Heinrich Mann, der der deutschen Literatur unserer Zeit den Roman großen Stils gab, sind die für unsere ganze neuere literarische Entwicklung entscheidenden Einflüsse ro- manischer Kunst nicht restlos aufgelöst. Die Zucht seines Verstandes und die Gründlichkeit seiner Logik aber deutschen diese fremden Elemente ein und machen den Künstler repräsentativ für den deut- schen Geist. Schlegel, der Dichter der Luzinde, meint, alle Ro- mane eines Autors gehören zusammen und bilden gewissermaßen nur«inen Romain Die Erfahrung gibt ihm recht und die Viel- fältigkeit eines Gesamtwerks ist letzten Endes eine nur äußerliche Gliederung, wie in der„Menschlichen Komödie" und in„Rougon- Maequard", wo sie zusammengefaßt wird durch die Einheit des Titels, bei Mann, wo sie noch in der Vollendung begriffen ist, eine neue Komödie des Menschengeschlechts. Gesteigerte Intelligenz ist die ursprüngliche und überwiegende Eigenschaft in der Schöpfung Heinrich Manns. Der Geist, der aktiv werden will, schuf sich das Wort als Mittel der Verwirklichung. In vielen Zügen seines Werkes fühlt man stark, es ist die physische Unmöglichkeit gewaltsamerer Entscheidungen, die seinen Willen zum geistigen Handeln drängt. Heinrich Mann mag bewußte Tendenzen ebenso wenig wie Gustave Flaubert verfolgen, unbewußt wirkt eine ethisch« Absicht unfehlbar aus ihm und strebt zu Zielen, die deut- erkennbar sind als eine Befreiung des Menschlichen aus der dumpfen Versklavung durch soziale und kulturelle Vorurteile zur unbedingten Schönheit, eine Erhöhung des Lebens über die Form heutiger Wirklichkeit hinaus. Heinrich Mann zerstört in seinen Romanen den gefälligen Schein jener Wirklichkeit, um aus der Asche behaglicher Beschaulichkeit den Funken der Sehnsucht anzu- blasen, der verzehrend aufflammen soll, eine Brandfackel des Ideals. Seine Weltbetrachtung kommt au» dem Pessimismus, der sich bei ihm aus dem Gegensatz des in seine Vorstellungen versponnenen Künstlers zu seiner Zeit und Umgebung, dann aber— tiefer begründet— au» dem Mißverhältnis zwischen der vorgefundenen Wirklichkeit und den geistigen Ansprüchen, dem Bewutztwerden des Unterschieds zwischen dem was ist, und dem was sein sollte und könnte. Wie einst Zola im„Fall DreyfuS" die Verpflichtung be- griff, aus seiner Mission für die Ziele Wahrheit, Freiheit, Ge- rechtigkeit die Folgerung zu ziehen und seine Aufrufe durch die Tat zu verwirklichen, so ergriff, vielleicht an einer inneren Ent- scheidung stehend, Mann jenes historische Motiv der„Madame Legros", um in der Gestalt der holden Besessenen, der fanati- schen Agitatorin für Menschenrecht, seinen Willen zum Kampf für die Befreiung des Menschlichen zu verlkünden. In diesem Dichter, an dem voreilige Beurteiler nur die hoch- mütige Gebärde deS Aestheten festzustellen vermochten, ist ein für die Ideen der neuen Jugend wirkender Vorläufer erstanden. Manche seiner Leser beklagen eS, daß Mann in der Kälte seiner Analyse so mitleidlos sei und ohne Liebe für den Gegenstand. Dieser Irrtum entspringt der BeobachtungSiveis«. Mann liebt das Menschliche und verachtet den Menschen; er verteidigt das Menschliche gegen die Menschen. Verehrung als Sehnsucht ist in ihm nur für die großen Ausnahmenaturen, die Kraft ihres geistigen Ranges tat- befugt und uneingcengt in den KoSmoZ ragen. Hier übertreibt er die Form, gibt seinen Menschen die Größe Michelangeloscher Ge- stalten. Er liebt die Großen, die Einsamen, in denen sein Ideal vom Menschlichen wirklich geworden ist. Alles andere verfolgt er mit seinem Spott, der ebenfalls ein Ergehnis seines Pessimismus ist. Mann ist Spötter kraft feiner geistigen Ucberlegenheit, Sa- tiriker aus der Feindschaft gegen das dem Geiste feindliche Bürger- tum, aus dem Haß gegen Reaktion und Konservatismus. ES ist «in Haß auS Liebe, der ihn produktiv macht. Sein Pessimismus aber endet nicht in einer unbedingten Verneinung des Lebens, er verkündet endlich, im hellen Glänze der letzten Werke, den durch die Güte des Geistes vorbereiteten Triumph des Menschlichen. So ist gesteigerte Geistigkeit hier die Ursache künstlerischen Schaffens. Zugleich aber ist sie die Begrenzung dieser Kunst, die in Abstraktionen zuweilen erstarrt, mehr Hirn als Seele hat und ihre monumentalen Matze doch nicht ins Ewige auszudehnen ver- mag. Hier ist da» durch gesteigertes Denken abgenutzte Gefühl für die großen Empfindungen fast unfähig gemacht, das Seelische narkotisiert durch die starken Dosen des Intellekts, so daß all dies Mangelnde wieder ersetzt ivcrdcn mutz auf denkmcchanischem Wege. E» gibt keine Grenze für dieses Können, da es eine vollkommene Technik beherrscht. Deshalb ist Heinrich Mann, wie Gustave Flau- bert, nur in beschränktem Sinne Dichter zu nennen, da ihm nicht auS unbewußten Gründen die Ströme des Dichterischen elementar Maman... Der Ofstzicr sang ihm irgend ein Liebchen. Vielleicht»var eL:„Morgenrot... Morgenrot.. Da wurde es stiller. Spitzte das Mündchen, wie wenn es mitsingen wollte. Der Offizier drehte das Kind herum, so daß cS ihm Auge in Auge saß. Fragte ganz leise:„Warum weinst Du immer?" „Weil Du mich töten willst", platzte cS ganz ernst heraus. „Wer sagte Dir daS?* „Maman 1" Pause. Der Offizier zerbiß sich die Lippen. Nach einer Weile:„Hast Tu denn keinen Vater?' Das Kind schluchzte. Der Offizier fragte noch einmal. DaS Kind:„Getötet I" „Wer?" „Vater!" „Wer hat ihn getötet?' „Du!" Ter Offizier setzte dem Pferd die Sporen ein, daß es hoch aufbäumte. Es war ein paar Minuten lang still, dann sagte das Kind wieder mit verweinter Stimme:„Warum willst Du mich töten?" Im selben Augenblick dröhnte ein wahnsinniger Knall. AuS der Chaussee schoß cS heraus wie eine gewaltige Lcucht- fontäne. Dann dichter weißer Rauch... eine Jagd von Funken und daS Echo des Knalls von den Feldern her. Als wir an der Stelle waren, Ivo die Bombe eines eng- tischen Fliegers explodiert war, lagen nur glimmende Fetzen Tuch, Holz und Eiscnteile—: die armscltgcu Flüchtlings- stücke einer Witwe, die ihr Dorf brennen gesehen hatte, die Balken der Stube, wo das Soldatcnbild eines Mannes um- flort an sder Wand hing, die traurigen Reste einer Frau, di« heimatlos durch die Ruinen ihrer Heimat geirrt war, irgend einem unsicheren Asyl entgegen. Das völlig verfinsterte, irre Kind schafften wir in ein Spital. Das tiefe schluchzende„Maman... Maman.. ver- folgte uns wochenlang wie ein tausendfaches Gespenst. hervorbrechen. Deshalb kann er keine aufreißenden seelischen Er- fchütterungen geben, fondern nur die Nerven zwingen, den Verstand erregen. Manns hochbegabter Geist ist an freier Phantasie arm, und dies ist ein Merkmal romanischen Einschlags in seiner Per- sönlichkeit, deren zwiespältiges Wesen auf Rassenmischung zurück- zuführen ist. Es ist interessanter, diesen Zügen nachzuspüren, als in der Vergangenheit des Kunstschaffens die Meister aufzuweisen, deren Einflüsse in MannS Kunst zusammenströmen und an deren Vorbild er seinen Stil orientiert hat. Bei den französischen Mei- stern des Romans hat Heinrich Mann die erprobte Methode ge- funden, die Flaubert zur Vollkommenheit führte. Wie dieser hat er seine Sprache zu einer seltenen Klarheit und starken Bildkraft entwickelt, so daß man auch von seiner Dialektik sagen kann, daß jedes Wort wie eine blitzend« Damaszenerkling« mitten in das Herz der Dinge trifft. In seinen Sätzen klingt Musik, sprühen alle Farben in höchster Leuchtkraft; Ausdrucksfülle, Wucht, suggestive Macht sind ihre Eigenschaften. Der ersten und oberflächlichen Betrachtung offenbaren sich Heinrich Manns Roman« vielleicht nur als Darstellungen eines höheren, gesteigerten Lebens zwischen Menschen, die auf die Ueber- maße starker, gewissenloser, abenteuerlich gearteter Renaissance- Vorbilder stilisiert sind und deren Handlungen bewußt, ja heraus- fordernd die bürgerlichen Moralbegriffe sprengen. Vereinzelte dieser Gestalten scheinen bloße Verdichtungen der Leidenschaft, vul- konisch erfüllt von einer Kraft ohne gleichen, eine krasse Verschmel- zung von Körper und Hirn. Ein Jahrzehnt hat der Dichter es sich gefallen lassen müssen, daß der Stoffhunger eine? Publikums sich an den glühenden Erregungen seiner Schöpfungen sättigte, bis endlich auch eine breitere Schicht von Lesenden in der grellen Viel- fältigkeit geschilderten Leben« das Symbol der Gegenwart erblickte. Sein bisheriges Gesamtwerk ist nicht wie die Fülle von Bal- zaes„Menschlicher Komödie" und Zola« epocheumspanncnder Ge- schichte einer Familie ein kolossales Massiv, feine einzelnen Romane find Gipfel, in denen fein Denken und Erkennen und feine darüber hinauszielenden Ideen sich auftürmen über die Ebene bürgerlicher Mäßigkeit. Der früheste, kaum noch bekannt« Roman(„In einer Familie") des damals Zweiundzwanzigjährigen war ein« erste Stellungnahme zu der Moral der Gesellschaft, ein Zurechttasten in den Problemen des Lebens, noch in melancholischem Verzicht aus- klingend. Hier schon die Feststellung:„Im geistigen und morali- schen Leben gibt es nur darum ein Hinab, damit sofort ein Hinauf folgen kann." Dann kam, als erster Niederschlag sozialer Betrach- tung und ablehnenden Spottes die große Brandmarkung des zeit- genöffifchen Bürgertums, der„Roman unter feinen Leuten":„Im Schlaraffenland", in verblüffender Parallele Balzacs„Ver- larenen Illusionen"(Ein großer Mann aus der Provinz in Pari?) unbewußt nachgebildet. Der Ekel vor der Unzulänglichkeit dieser Welt, Abscheu vor ihrer Ordnung, verzerrte ihre Umrisse hier ins Unwahrscheinliche, übertrieb sie bis zur Karikatur und stilisierte sie, in schamloser Entblößung ihrer Verderbtheiten, zur Groteske. Mann kritisiert diese Welt emporgekommener, fratzenhafter, ge- mästeter Bürger durch die vernichtende Kraft seiner Darstellung, durch die enthüllte Tatsächlichkeit ihres Wesens. Inmitten der Gruppe der Parvenüs und der Parasiten des modernen Kapitals stehen, isoliert noch und als unaufgesogene Fremdkörper, Vertreter des Proletariats als Versuchsobjekte für die zersetzenden, degene- rierenden Einflüsse des Luxus: Bienaimee, die Kupplerin Kalinke, Vater Matzke. Auch in ihnen wird ein Stück unserer Schcinwelt demaskiert, ein« Gesinnung entpuppt sich in ihrer Dürftigkeit und Charakterlosigkeit. Auf dieses überexponiertc GescllschastSbild, das ein Kulturbild hätte werden können, wenn«s über die Enge des Milieus wäre hinausgeführt worden, folgte das monumental angelegte Werk: „Die Göttinnen", die drei Romane der Herzogin von Assh, das nach feinen äußeren Dimensionen, in strotzender Fülle und Pracht für den Künstler Mann typische und charakteristischste Werk. Hier ist mit einer großen Gebärde der volle Eindruck des reichen Lebens, das auf den zum Sehen erwachten Künstler einströmte, zur Kunst gestaltet. Die Schönheit südlicher Meere und Länder, die UnsterbAchkeit der Renaissance und die aus ihr geborene Sehnsucht nach dem Menschen der Tat, nach Leidenschaft, Sinnlichkeit. Kraft, Lebensfreude, verdichten sich hier zu einem Gebilde von kaum vorstellbarer Gegenwärtigkeit gesammelten Lebens. In die bürgerlich geordnete, nüchterne, schönheitsarme Welt dichtet er die Mythen der Leidenschaft, und seine Träume werden wirklich in Violante von Assy, die daS Leben in der Vertvandlung dreier Göttinnen erlebt: in der Verkörperung DianenS zum Ziel der Freiheit strebend, in der Minervens die Erfüllung der Schönheit genießend, endlich in dritter Gestalt— Venus— daS Mysterium des Blute? in einer Zusammenfassung aller Leidenschaften erlebend. Im Zentrum einer entfesselten Welt steht diese Frau, einsam wie ein unfaßbares und selbstverständliches Wunder; der ruhende Pol, um den die Tumulte der Ereignisse drehen. An ihrer in Hingabe und Abenteuern bewahrten Unantastbarkeit prallen die Elemente des gemeinen Lebens eindruckslos ab, und in der WefenSdreieinig- keit dieser Göttlichen versinnbildlicht sich daS ewige Geheimnis ihres Geschlechts. Hier ist, in herangeführten Individuen und Massen, eine Erneuerung des Menschengeschlechts vorhergesehen und schon historisch fixiert, eine Renaissance durch den Geist in ihren Möglich- ketten aufgewiesen. Den grandiosen Stil dieses Werkes abwandelnd zur ironisch- objektiven Schilderung bürgerlicher DaseinSbezirk« schickte Mann als Satyrspiel jene im Tempo orgiastischen Rausches gehaltene „Jagd nach Liebe" nach. Dieser, durch die Ereignisse atemlos hinstürzende, vor dem Ziel zerschmettert und verendende Jüngling Claude Marehn, der in dem schönen Weibe von lockender Glieder- Pracht, Ute, das Leben selbst mit seinen Erfüllungen und unermeß- lichem Inhalt greifen will, ist mit seinem Fieber und Lebenshungcr der alle Menschen dieser Gegenwart in sich zusammenfassende Typ. Der kritische Geist ist dem Treiben der Menschen gegenüber gütiger, nachdem er erkannt, daß sie in ihrer Existenz das Produkt einer durchaus desorganisierten Zivilisation sind. Er ist hier schon mehr der wissenschaftlich objektive Analytiker, der die Krankheit seiner Zeit untersucht und ihre Ursprünge feststellt. Seine Ironie verliert die Bitterkeit des Hasses, die sie, im nächsten Werk, dem„Pro- fessor Unra t", wo persönlichste Erduldungen gestaltet sind, noch einmal in vollster Stärke wiederfindet, um das Blendwerk einer tyrannischen Macht bis auf die Knochen zu enthüllen. Wenn Ironie die Antwort der Feinfühligkeit auf die Herausforderung des Leben» ist, so ist Satire die Rache für ihre enttäuschenden Erfahrungen. Hier bekämpft Mann mit den stärksten Waffen des Spottes die Macht, die sich in der Gestalt eines brutalisierenden Schulmeisters verkörpert, als den Feind des Geistes. Die große überreale Kampf- Handlung ist im Roman auf das kleine Format grotesker Alltäglich- keit vermindert und kommt doch zu einer starken Monumentalität. Aber nur die seelisch und körperlich feiner Gearteten leiden an dieser ihr übergeordneten Macht, die sich in Professor Unrat zusammen- ballt, die ursprünglicheren, kräftigeren Naturen widerstehen ihr und zwingen sie zu Zugeständnissen, führen sie dann zur Entartung und helfen unbewußt der Zersetzung durch Mißbrauch nach. In einer Komödie von zeitlos gültiger Bedeutung wird hier die Vor- stellung der Macht entlarvt und damit(durch eine Tat des Geiste») vernichtet............., 1 Das von PaScal fanatisch verdammte, von Flaubert ängstlich verhüllte Ich de» Künstlers kann von keinem Schaffenden aus seinen Dichtungen ferngehalten werden. Auf dem Grunde jeder Schöpfung, die nicht in naturalistischer Kopie die nackte Wirklichkeit wiedergibt, findet man die Selbstbiographie des Urhebers. Am deutlichsten offenbart Mann die Artung seines Ich in jenem Roman, der das eigene Problem der Blutmischung in derDeutsch-Brasilianerin Lola Gabriel aus„Z w i s ch e n d e n Rassen" zur Entwicklung stellt. Fortschreitend auf ansteigender Linie der Entwicklung setzt er als bisher letzten Gipfel, alle anderen übersteigernd, de« schon ganz dramatisch gegliederten Roman„Die kleine Stadt". Nichl mehr in einem Individuum, einer markanteren Gruppe, beruht Handlung und Erlebnis, eine vielgesichtige, gegensätzlich entwickelte Masse ist Held dieses Buches, in dem Manns demokratische Tendenz durchdringt bis zu den Einzelheiten des Stils. Aufgerissen auS ihrer Alltäglichkeit, enthüllt eine ganze Stadt plötzlich ihr Wesen, getroffen von der Bewegung, die eine Operntruppe(als Verkörpe- rung der Kunst) in ihre Dumpfheit bringt. Jäh entwickeln sich m dxeser die Leidenschaften begünstigenden Atmosphäre die schlum- mernden Triebe und Kräfte der Menschen, stoßen als politischer Kampf, als Begierde, Eifersucht, Verrat, Neid aufeinander, ballen sich zur Schuld und führen durch Schmerz und Leid, Enttäuschung und Tod zum Frieden versöhnender Gemeinschaft. Die Züge dicstc Menschen zeichnete nicht mehr die Verachtung des Enttäuschten, sondern die lächelnde Güte des Verstehenden. Zwischen die hier bezeichneten Romane fügen sich die in den Bänden„Stürmische Morgen" und„Flöten und Dolche" gesammelten Novellen ein, die zum Teil Themen der großen Werke aufnehmen und va- riieren oder angeschlagene Probleme in knapper Fassung zu neuer Lösung bringen, darunter als Wesentlichste„Pippo Spano", in dessen Gestalt sein Ich das verhüllende Symbol findet. Die No- velle als Kunstwerk höher entwickelnd, folgen die Sammlungen „Das Her z" und die„Rückkehr vom HadeS", deren In- halt Einzeldarstellungen menschlicher Schicksale sind. In allem diesem ist Mann der Historiker seiner Zeit, der ihr Wesen als Wirk- lichkeit zwischen den Perspektiven der Vergangenheit und der Zu- kunft feststellt. Er spricht den Dialekt einer morgen vielleicht schon selbstverständlichen Sprache, wo er heute, wie in den Werken der letzten Jahre, den für den Rhythmus der neuen Zeit noch nicht Empfänglichen befremden mag. Mit dem Pathos der Prophette weiß er zu verkünden, daß der Weg der Menschheit aufwärts geht, und mit der Geste des Sehers weist«r den Massen der Elenden, wie er sie in einem letzten Werk gestaltet hat, die Richtung zum hellen Anbruch ihres Morgen» in„das verjüngte Leben hinein, das Demokratie heißt". » Heinrich Manns Romane und Novellen erschienen in einer ein- heitlichen schönen Gesamtausgabe von 1l) Bänden im Verlag Kurt Wolfs zu Leipzig._ Die Gper im Schiller-Theater M. und 50 Pf. für den Platz bewegen. So wird es auch der Arbeiterschaft möglich sein, diese Opernvvr- stellungen zu besuchen. Allem Anschein nach haben wir es da mit einem aus tüchtigen, ja zum Teil erstklassige» Gesangskräften ge- bildeten Ensemble zu tun, wie die Aufführung des zur Eröffüung gewählten„Loh engr in" am- Tonnerstag gezeigt hat. Schon die Wiedergabe der EinleitungSmnsik ließ ein, wenn auch kleines, doch vorzügliches Orchester mit prächtigen Bläsern er. kennen. Fast sämtliche Solopartien weisen eine äußerst glückliche Besetzung auf. Die Titelpartie hat in Karl Jahn einen hervor? ragenden Vertreter. Wohlklingender Heldentenor, dramatisches Spiel runden sich zu einer schönen Leistung, die im Schlußalt, in der Brautgcmachszene sowie hernach in der GralSerzählung zu Glanz und weihevoller Kraft emporstieg. Dort war auch Lilly H a e d l e r als Elsa dem Gralsritter stimmlich wie darstellerisch ebenbürtig, wie sie denn überhaupt vorteilhaft auffällt. Ihre selige Hingabe und Verzückung, ihre Zweifelsucht und Begier, hinter da« Geheimnis zu kommen, hatten echt weibliche Züge. Die rcalpolitischen Kritiker de»„Lohengrin"-MythoS: da» Ehepaar Telramund und Ortrud wurden von Harold C h a l I i S und Frieda Fürst gut chorakierijiert. An leidenschaftlicher, dramatischer Ge- staltung ließen es beide nicht fehlen. Theodor Simons(König Heinrich) war uns schon von früher her bestens bekannt, und Arnold Fried(Heerrufer) befriedigte im ganzen. Bei allen aber gab es klar verständlichen Sprechgesang. Kurt Soldan bewährte sich als feinnerviger Dirigent, der Orchester, Solisten und Chöre in gegeneinander wohlabwägender Gewalt hat. ek. Notizen. — Käthe K o l l w i tz feiert heute ihren fünfzigsten Geburtstag. Als Enkelin von Julius Rupp, dem Mitbegründer der Freien Gemeinde, wurde Käthe Schmidt— dos ist ihr Mädchen- name— in Königsberg geboren. Ihr Vater war in seiner Jugend Jurist gewesen, hatte dann aber seiner demokratischen Ansichten wegen die Beomtenkarriere aufgeben müssen und war Maurermeister und zugleich Prediger der freireligiösen Gemeinde geworden. So wuchs Käthe Kollwitz in einem Familienkreise auf, dessen frei- heitlicher Geist es ihr leicht machte, sich zu der überzeugten S o z i a l i st i n zu entwickeln, die sie heute ist. Schon im drei- zehnten Jahre erhielt sie bei dem Königsberger Kupferstecher Maurer ihren ersten Unterricht. Sie setzte dann ihre Studien zu Berlin in Stauffer-BernS Künstlerinnenschule und später in der Künstlerinnen-Werkstatt Ludwig HerterichS zu München fort; sehe starken Eindruck machte auf sie die Kunst Max KlingerS. Nach kurzer Tätigkeit in ihrer Vaterstadt folgte sie 1891 als Gattin dem Arzte Dr. Kollwitz nach Berlin, wo sie ihre Kunst dann zu der Höhe und Eigenart entwickelte, die wir neulich bei der Be- sprechung ihrer Ausstellung eingehend charakterisiert und gewürdigt haben. — Ein Jubiläum de» Esperanto. In diesem Monat sind rund 30 Jahre vergangen, seitdem der Schöpfer der ver- breitetsten internationalen Hilfssprache, der kürzlich verstorbene Dr. Zamenhof in Warschau, sein erste» Esperanto-Lehrbuch heraus- gab, und zwar im Selbstverlage, da es keinen Verleger fand. Es verstrichen 18 Jahre, bis ver erste Efperantokongreß die Anhänger der Kunstsprache versammelte. Er nahm jedoch einen so erfolgreichen Verlauf, daß von jenem Jahre— 1905— ab alljährlich Esperanto» kongresse in den verschiedenen Ländern zusammentreten konnten. Der letzte fand 1914 in Paris statt und zählte nicht weniger als 6000 Teilnebmer. — Treptow-Sternwarte.„Graf Dohna und s e i n e M ö w e" mit erläuterndem Vortrag von Direktor Dr. Archen- hold wird in der nächsten Zeit bis auf weiteres Montags, Mittwoch» und Sonnabends um 5 und 8 Uhr und Sonntags um 3, 5 und 7 Uhr im großen Vortragssaal der Treptow- Sternwarte vorgeführt. Dienstag, den 10. Juli, abends 7 Uhr, spricht Direktor Dr. Archen- hold an der Hand zahlreicher Licht- und Drehbilder über:„Geheimnisse des Welten baues und Mitteilungen über die letzte totale Mondfinsternis". Mit dem großen Fernrohr werden bei klarem Wetter täglich von L Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends die neuen interessanten Sonnenflcckcngruppen, die größer als 30 Erdkugeln find, beobachtet. Von abends 8 Uhr ab ist ein Doppelstern oder der berühmte Ringnebel in der Leier zu sehen. — Di c Urania-Sternwarte ist nn Juli an klapen Abenden am Sonntag, Dienstag und Freitag von 8 bis Mll Uhr für das Publikum geöffnet,_ t"»entgehe« Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Mai Paüenberg Schb in Familie imek. Kamniersplele. Heute u. folgende Tage 7'/» Uhr: Die T&nierin (mit Leopoldine Konstantin). Velkcbiihne.Theat. a.BDIowplati. Untergrundb. Schönhauser Tor. Heute u. folgende Tage 7'/. Uhr: der LdH. Dir. 0. Meinhard— R. Bernauer. Komödienhaus 8 Uhr: Wie(essle ich meinen Mann? Berliner Theater 7— Uhr: Die tolle KomteB. LcHsing-Thoater. Heute u. folg. Tage"•/. Uhr: Marie Ottmann u. Hans Waemann in MSnloa Oper. v.0. Blumenthal. raiuMtSa jfasi]c v 0sk StraMI URANIA Tanbenstr&Be 48/49. 4 Uhr(halbe Preise): im U-Boot gegen den Feind. s uhr: Die Insel Rügen. V oig�-Theater. Badstr. 5«. Badstr. SS Tägli�ii große Extravorstellung. Pieper und Sperling «rftklasftge« Spezinlitötkn-Program«. Ans. Sonntags 4, wocheni.»jfi Uhr. [RoseaTheater. 7'(.UHr: Martenb. Barlin wia ea liebt u. halt. Theater für Sonntag, den 8. Juli. Dentachos Opernhaa« T'/.tJ.: Nauon. Frledrich-Wilhelmsfädt. Theater. 7. Arbeiter-Voi Stellung: 3 Uhr: Der Tronbador. 7'/.vhr- Das Dreimaderliiaus. kleines Theater S'/t Uhr: Am Tcct lach. » uhr-. im Baiinwärterliaus. Komische Oper_______________________ yiuh�DielDoseSr. Majestät. 7'/,uhr: Sonnwendzauber. Lustspielhaus 3'/« Uhr: In Vertretung. T*/4Uhr: Die blonden»ildcla __ vom Lilndenhof. Metropol-Theater T'/.uhr: Die Czardasfürstln. Neues Operettenhaus SchiSbd. 4a. Kassentel. Nord. 281 wf.u.t Der Soldat der Marie. Zirkus A. Schumann, Bahnhof FriodrichstraDe. Rauchen gestattet 2 Große Vorstellungen 2 Nachm. S1/. u. abends 8 Uhr. Nachm. 1 Kind frei unt 12 Jahren sowie Gratii-Ponjr-Relten für Kinder v. Logen- b. Mittelbolk.- Besuchern. Zlrhs-Farieli-g�m. U.a.: Auf der Alm. Halali rP'- Jagd. MM GASTSPIEL Hermfeld-Theater Kommandantenstr. 67. DIE LEDIGE EHEFRAU iT'/.Uhr, Berliner Praler-Theater Kastcnicnallee 7—9, Heul«: Aha— famos! •roj e Ausstatlung«« Dpercttcnhofjc Sttlcn mit Gelang und Tanz. Acrher da« grede Variettgrcgrarnm. Anfang i'l, Uhr. Ailmiralspalasi. 2 Vorstellungen, 4 u. 7*/, Uhr. Nachm. kleine Preise. Abrakadabra. V Ang Großes phantastisches Ballett auf dem Elte. Abd. Einlaß? U. Verzgl. Küche, enahmer kühler Aufenthalt Reiehsballen-Theater. Stettiner Sänger. Cabaret „Feldgrau" Ansang 7ll, Uhr. Walhalla-Theater. K: Zigeuner. Gartenbiihiie: Vorstellung. Tägl. T/t Sonnt 3'/, u. 7'/. R. Staldl. A. Müller-Linoke, Gertr. Grübner, B. Lehnheff in„Der Herr ohne Wohnung". Dazu: Afra, die Seltsame naw. RcsIdeBB-Thcater t*/, uhr: Der Wog zur Hölle. Scblllcp-Thcater O 8 Uhr: Der Tronbador. 7 uhr: Lohengrin. Schlllep-Th. Charlottenb. �.u: ilt-Heidelberg. Thalia-Theater Uhr: Seemanne Brautfahrl. Theater am Nollendortpl. 3'/, Uhr: Immer(eete druff! 7',.u.- Die Gulaschkanone. Theater de« We«t«a« S'/t Uhr: Haaemannt Tßchter. 1*1* u.: stolze Thea. Trlanon-Theatcr S'/j Uhr: STora. TU Uhr: Der Htar. NATIONiL- THEATER. Köpenicker Str. B3 TSgl.«/«S Uhr Die Mw Des MosiMn VoltSstUck in 7 Slldern B. Nneilrl. (In erster Besetzung.) vornerfaus ab 10 Uhr ununlerbr. 300 Gr. Militär- Konzert. 2»o.. cn Pf Kinder Aqna 1«""■■« die Hälfte Zoo ab 6 Uhr 50 bzw. M5 Pf. Aqnarlnm. Beschlagnahmefreie Sektkorken bis 25 Pfennige, Weinkorken 4 Pfennig sowie alle anderen Sorten gebrauchter u. neuer Korken Film-Zelluloid kauft W. Nelke, Berlin. Krausenstraße 75 (neben Kempinski) Bülowstraße 24 Ecke Potedamer Str. Prenzlauer Straße 29 direkt«m Alexandorplatz Steglitz, Bergstraße 2. 9-1, 8-6. 6032L» in den Preislagen von 180,— 11. bis 600,— M., sortiert, werden noch in jedem. Quantum"bge- geben. Goldenes Haus;.: Fried rlchatr. 89 und Artlllerlcatr. 10. + Amtlich gflritftf, modern eiagerichtete JL| Heilanstalt für amhulator. Sthandlaas. 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Von Geschwulst und Abszcst an alter OperatiouSuarbe mit lS Be- Handlungen geheilt.— Frl. M. Muschick, Bln.-Tchvneberg, Sedan- strax« 77 7l bei Friebick. Von«Icschtonlst«. Nervenschwäche ln 4 Wochen geheilt. Vorher dringend zur»peratton geraten.— Herr 91. Tchlabitz, Berlin, Caprivistr. 24. Bon GestchtslnpuS in 1 Monat vollständig geheilt. Vorher 8 Wochen mit Nabuxm in einer Berliner Klinik ohne Erfolg behandelt.— Frau E. Popp. Lichten- berg, Gärwerstr. 10. Von chron. FrauenlciScn, Herzschwäche n»d Berftopsung geheilt.— Sohn de» YiärtnerS H. stänig. Pankow, öit 6 Wochen von veralleier Beinläbmung geheilt. Vorher anderweitig jeder Eijolg abgelprochen.— von Nervenschwäche In vier Wochen geheilt. Erklärt sich selbst sür ganz gesund.— Herr Milch- Händler Eckert, Berlin. Grelsenhagencc Sir. 23. Von Richtisch- rhrnmat. Schmerzen in Bein n. Futzgelent geheilt. Sehr zusrieden. Herr A. Brase, Berlin-Maricndors, Streicher Str. 11. Von chroni- nischer Riickenmarkentziindnng und Läbmnng geheilt. Vorher sür unheilbar erklärt.— Herr R.Zöllner. Reinlckenbors-vst, Provinz» strage 117. Von Lungenbluten und Katarrh geheilt.— Frau I. Herold, Berlin, Ramlerstr. 28. Von Bronchialtatarrh geheilt. — Zwei Kinder des Kohlenhändlers Herrn Stnke. Berlin, Strelitzer Straße 3. Vor 9 Jahren von Lungenleiden gehellt, heule noch ge» stmd.— Herr G. stoppe, Bln.-RummelSbura, All-Borhagen 8. Von doppelseitigem Luiigcnsplhenkatarrh gehellt.— Herr O. Neu- mann. Lichicnbcrg, Blumciiibalstr. 13. Von Renrastbonie und ner- vöser Magenschwäche geheilt.— Frau(S. Grosse. Berlin, Zwingli. straße 28. Von Leberletden geheilt.— Frau Restaurateur Hering. Berlin, Schönhauser Alle« 87. Von Basedowscher Krankdett ge- heilt.— Herr Geich Bock, Berli», Slendaler Str. 17, IV. Bon S!tercn-u.'Blasenleiden, Wasteesucht. allgemeiner grcßer Schwache geheilt, vorher im Krankenhause ersolgloS behandelt. Jetzt Fliegersoldat. Getrennte Behandlungsräume fite Dame« und Herren! Sprech- u. BehandlungSzeit 2-1, 4-7'/, Uhr. Sonnt, u. 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Otio Reichet,»rrttn«S,«isrnbahnsnahe 4. zurück: Dr. med. Dreow Spat.-Arn fßr Haut- und Geschlechts- krarihettsn, Potsdamer Str. 3t a.* sHgrtrh« 8 aus Hypoihelem 5 i'U Tellr ückzahiung gibt Bankverein. Tbarlvttcnburg.WiimcrSdorserstr. 183. Im Baer, Badstr.Zßpnn�ic, Herren- und Knaben- Moden, Bernfskleidung. Einsegntmgs-Anzßge, Joppen. Gr. Ststflagcr, «leg. Maßanfertigang, Billigst«, fests Preise. LEINE RNZEIGEN HESESEDSi LeihhaiS stivsentater Tor. Anienstrah? 203/4. Ecke Rosentbaler» stratze, verfbust neue HerrtNgarb«. robeu, PelzsivlaS, Muffen. Golden«, silberne Heieenuhren. Damenubren, Kellen, Schmucksachen, Brillanten, Stlbertaschen. Aus Uhren breilährigen GaraniieschriN Eigen« Werkst, itt. � Tevvfch-Tht'maS» Onmienste.»4 spottbillig larlseblerbaite Teppiche, Gardinen. Voni'ärtSIesrrn 5 Prozent Extrarabatt._ 259R* Lieferwagen, Klnppspvrlwagen, Hvlzräder, all» Reparaturen a>t Kinderwagen, Ivotdmacher Weiblich. vrunnenstratz« 98. LMU Leihhaus Warschmversiraxe 7. 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Berlin W 50, Tauentzienstraße 21/24. 2545t* Kräftige Arbeilsburschcn verlangt Kasten, Greisswalderstr. 209. f12 Schrifthaucr, einer, und cm Sandfleinarbeiicr werden sosort ver- langt, Franz Rüdiger, Miilleritr. 135. Haudvergolder. tüchtigen, sucht fahren, Vergoldeanstalt, straße 80. Mauer- 2895b Poslkartenlager. Lageristinnen inöglichst aus der Branche verlangt Martin Schlesinger, Fcnnstraßc 49. Verkäuferinnen und Lehrsräulein ver sofort verlangt. Wilhelm Reschke, Kurzwaren cngros. Neue Friedrich- straße 71. 3l04L Botenfrauen verlangt sofort AuS- gabestelle Greifcnbagenersttaße 22.* Flotte Garniererin sür Tapisserie waren suchen Benno Franken u. Co.. O-27, Magazinslraße 7. 233/8 Reinemachefrau findet dauernde Stellung. Arbeitszeit 8— 6 Uhr. Gebrüder Äscher, Wallstraße 23.24, Hof rechts, II Treppen, 2880b 29 junge Mädchen sür �leichte Arbeit. Schmidt u. 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Diamant-Gasglühlicht, Gubcnerilraße Nr. 47. 51052* Junge Mädchen, ungelernte Ar- beilerinnen, sür leichte Arbeiten sucht Verlag..Lustige Blätter", Markgrafen- straße 77. 2S00b Zeitungsausträgerinnen können sich melden.„Vorwärts"-Ausgabe- stelle, Lausitzerplatz 14/15.* Frauen zum Zeitungsauslrvgen sucht„Vor-wärls"-Slusgabeslclle All- Boxhagen 56, Laden._* Zeitiingsträgeriil soiort verlangt Spedition Lichtenberg, Wartenberg- straße 1, Laden. Zeitungsausträgertn verlangt Berendscc, Steglitz, Monimsenstr. 59. ZeitnngsauSträgerin jür große Tour mit Hilfe soiort einzustellen. Vorwärtsspedttion Moabit, Wilhelms- havenerttraße 48, von 11— 14/, und 41/,— 7 Uhr.__* Zeitungsträgerin Lcrlangt Neu- kölln, Neckarftraßc 2._* Botenfrau, Tour lltcütitkendoöf- West, stellt em Kienait, Borstgwawc, Räuschsttaße 10,.Vorwärts"- Spedition. Boteilfrau ttelli ein„Vorwärts"- Spedition, Neuiölln, Siegsried- straße 28/29.* Zeitungsbotin per l. 7. 17 ver» langt.„Vorwärts"- Zlusgabeitelle Berlin-Niederschöneweidc, Brücken- straße 10 II>., Unruh.* Zeitungsausträgerin verlangt „Vorwärts"- Spedition Schöneberg. Mciningerittaße 9.* BotrlAAMtzN wdiÄen eincfestellt „Vorwärts", Charlottenburg, Sesen- hcimerstr. 1._* ZcitiiiigMflsträgertn sojort ver- langt„Vorwärts"-Spedition Pankow, Mühlenstraße 70.* ftÄiiarlieileriiSB, TraiisperWer, Klempner sofort gesucht. Maschioenfabrik Mölln?; 7: Neukölln, Bergstr.104. itrtii|!naf|)rrfi,c3tci"Sructcrei Schmiede auf HeercSarbeiten sHusschmicd und andere), Schirrmcister jür einsachc Arbeiten verlangt 1472 Xlex. hermsa v. Berlin-Tenipelhof- Kaiser-Wilbelm-Straße 10/11. Ha»lswart oder nmsicht. tüchtige Fi au sür Grundstück 80. sosort oder Ottober gesucht. Meldungen lioole, ISachstr. 4. 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