''IL %nn f'l'jl, iiliiii'iilwiiStiiiiifjfiliiljiiijiiii! MS is liilB .SuAiii.iJk Z4. Jahrgang. ♦ Nr.?s Seilage zum �vmVarts" berliner Volksblatt Serlin, 2. September 1917 Kioibaffs. Von Friedrich Stampfer. Ich weiß nicht, warum ich in diesen Tagen, in denen so- diel vom parlamentarischen Regierungssy st em die Rede ist, immerzu an den Bauer Kiolbassa denken muß. Dieser Bauer Kiolbassa war im Jahre l8t8 von irgend einem oberschlcsischcn Wahlkreis in da§ preußische Abgeord- netcnhaus gewühlt worden und war wahrscheinlich kein besserer und kein schlechterer Volksvertreter als sonst der brave Durchschnitt. Für jemand, der diel Zeit hat, wäre eS vielleicht sogar eine dankbare Aufgabe, den historischen Spuren dieses Mannes nachzugehen und un? sein wirkliches Lebensbild zu geben an Stelle des lustigen Zerrbildes, das uns allein von ihm überkommen ist. Man wurde dann sehen, mit wieviel Recht oder Unrecht die Memoiren-Literatur den oberschlesischen Bauerndeputiertcn zum Helden einer parlamentarischen Kessel- slicker-5tomödic gestempelt hat. Auch ohne diese bc- schivcrliche Untersuchung möchte ich aber zu behaupten wagen, daß nur wenig von dem wahr sein mag. was spottsrohe Kreise der Berliner Gesellschaft von 1848 über den wackern Mann zu erzählen wußten. Ich glaube nicht, daß der Abg. Kiolbassa seinen Einzug in das Parlament wirklich barfuß gehalten hat, rnit den Stiefeln in der Hand. Ich glaube auch nicht, daß er beim Empfang seiner ersten Diäten vor Freude über die vielen blanken Taler dem aus- zahlenden Kassierer die Hand küßte. Auch daß er einen förmlichen Kontrakt niit seinen Wählern hatte, der ihn verpflichtete, die Hälfte seiner Tagegelder an sie ab zu- liefern, scheint wenig wahrscheinlich. Schon eher glaube ich, daß er bei einem Empfang im Hause des Finanzministers Hansemann in seinem Bestreben, rechtzeitig an das Tcebrett zu kommen, einige Verwirrung anstiftete, worüber sich dann die gute Gesellschaft der Hauptstadt mehrere Wochen lang klatschend amüsierte. Aber du lieber Gott, ist eine um- geworfene Schüssel im Hause eines Ministers wirklich Schuld genug, um dafür als lächerliche Figur auf die Weltgeschichte zu kommen Nein, in den zahllosen Anekdoten, die über den Bauern Kiolbana erzählt wurden, spiegelt sich der D ü n k el einer h e r r s ch e n d e n K l a s s e, die in dem schönen Bewußtsein ihrer angeborenen RegierungS» und Gesellschaftsfähigkeit mit lachendem llnversrand auf die gewählte Krapüle ans der Pro- vinz herabsah. Man darf ohne tveiteres annehmen, daß Kiol- bassa manchen seiner Bespöttlec an Mutterwitz überragte— wie wäre er sonst gewählt worden?—, deswegen blieb er aber doch der komische Kerl, der sich nicht einmal richtig zu schneuzen voitßte und der nun nach Berlin gekoinmen war, um Gesetze zu machen. So ist der anekdotische Kiolbassa jedenfalls doch intcr- essanter als der historische. Der historische war vermutlich ein sehr gewöhnlicher Mensch, der anekdotische aber ist ein Spmbol, und der deutsche Palamentarismus sollte sich dieses Stamnwaters nicht schämen. Wie wenig bedeuten gesellschaft- liche Manieren, wo es auf wirkliche L e i st u n g c n an- kämmt, wieviel bedeuten sie trotzdem noch inlmer in der Politik! Man darf den Satz wagen, daß die Beherrschung der ge- sellschaftlichen Formen zu den Mitteln der Klassen- Herrschaft und des Klassenkampfes gehört. Welch ein Unterschied, ob scheue, geduckte Proletarier ihrem Lohnherrn in seinem Kontor ihre Beschwerden vortragen, oder ob Ar- beitcr- und Arbeitgebcrvcrtrcter als gleichberechtigte Parteien am grünen Tisch mit einander verhandeln I Da sind die un- sichtbaren Drähte schon überwunden, die jede herrschende Ge- sellschaftsschicht den aussteigenden Klassen über den Weg spannt, die unsichtbaren Drähte der gesellschaftlichen Konvention. Bebel, der sicher aus einem andern Holz geschnitten war als der Bauer Kiolbassa, schildert in seinen Erinnerungen das nicht geringe Herzklopfen, mit dem er, der junge Drechsler, zum erstenmal den RcichstagSsaal betrat. In der Tür trifft er einen hochgeborenen Herrn, und er denkt bei sich:.Da begegnet sich der auf der sozialen Stufenleiter Höchste mit dem Niedersten". So stark war das Gefühl des„gesellschaft- lichen Abstandes" selbst bei einem Manne, dem demokratisch- revolutionäres Empfinden und Selbstbewußtfein gewiß nicht sehlten. Man könnte eine Geschichte der Demokratie schreiben als eine Geschichte der Ueberwindung gesellschaftlicher Abstände. Wirkliche Demokratie haben wir doch erst, wenn jeder mit jedem als mit Seinesgleichen umzugehen versteht, wenn eS im Verkehr der Menschen miteinander weder Hochnäsigkeit und Dünkel auf der einen Seite, noch Schüchternheit und Befangenheit auf der anderen gibt. Wenn eS keinen Respekt mehr gibt vor Titeln und Nanicn, sondern nur noch Respekt vor wirklichen Leistungen. Es ist noch gar nicht so lange her, daß sich jeder Ab- geordnete einen Heitcrkcitscrfolg sichern konnte, indem er in öffentlicher Rede seinen Gegner so apostrophierte:„Wenn der Herd Kollege X. Minister wäre.. Der Gedanke, daß ein simpler Abgeordneter Minister werden könnte, kam den Ab- geordneten"selbst damals noch komisch vor. Man soll also nicht so tun. als ob das Kiolbassa-Problem für uns erledigt wäre. Wir stragen noch immer Reste davon mit uns herum. Aber erst dann, wenn wir uns ganz davon ftei gemacht haben werden, werden wir wirklich ein freies Volk sein. Für die aufsteigenden Gcsellschaftsschichten eröffnet sich hier ein nicht leichtes Problem der S e l b st e r z i e h u n g. Sie erniedrigen sich, wenn sie die Manieren der oberen Schichten sklavisch nachäffen, und sie tun sich aus der anderen Der Soldat an ö!e Cröe. Mir Soldaten müssen ganz der schirmenden Liebe entrate«. flehen allein mit unserer Not in der Well, denn kein 5)immel baut um uns fein sicheres Zell. Da bist du. heilige Erde* gekomme« und hast dich mütterlich Anzeigt. hast dich liebend zu uns grneigt und uns in schützende Zlrnte genommen. Wir Soldaten sind im bitteven Todesspiele nur Ziele. Doch will der Tod auf uns Soldaten halten. kriechen wir. Erde, in deine Winkel und Aalten. dürfen wir enggeprcßt an deir.em herzen liegen, Kindern gleich, die sich in ZUuh'er» Rock verschwiegen. Erde, du stellst dich zwischen uws und den Tod, trägst unser Leid, kennst unsere blvftge Rot. Lust ist uns Aeind. der Himmel schickt keine Wehr, du aber ragst wie ein Schild zwischen Heer und Heer. Alle müßken wir längst in Stahl und Blut ertrinken, dürften wir nicht in deinem duldenden Leib versinken. Aeberall hast du uns gedeckt. Deine Güte ist nicht mit Grenzen abgesteckt. hast so oft unser Leben gerettet, hast so weich unsere Toten in deinem Schoß gebettet. 3m wütenden Graus hälst du die Schläge des Todes ergeben ans und dein herz ist von lausend Schiverteai zerschnitten. Schmerzhaste ZNutter, was hast du mit uns und für uns gelitten? Dafür wollen wir auch deine Wunden pflegen, wollen dich gern als unsere hellige Muttor hegen. Bleib un» nur gnädig bi» auf den Tag gesinnt. Erde, ich bin dein Kindt N tri Pr8 u« r. Seite selber Unrecht und Schaden, wenn sie Demokratie mit Fleezigkeit und Unmanier verwechseln. Und man wird um so weniger fürchien, durch Hösiichkcit gegenüber den Gegnern Schaden an seiner Seele zu nehmen, je stärker man sich fühlt. Heutzutage halten eS selbst vereinzelte Sozialisten fiir zeitgemäß, auf„das 48er Erbe bürgerlich-dem akratischer Tra- dition� etwas verächtlich herabzusehen. Uns andern bleibt jenes Erbe wertvoll als der Ausgangspunkt einer gewaltigen Entwicklung, wertvoll auch in seinen Einzelheiten und selbst in seinem Anekdotenkram. Darum durfte heute hier auch vom Bauer Kiolbassa die Rede sein, der durchaus nicht zu den Helden des tollen Jahres gehört, sondern nur zu seinen episodisch- heiteren Figuren. Auch seine Gestalt gibt Anlaß zu allerhand nachdenklichen Betrachtungen. Ja, ich könnte mir denken, daß sich ein späteres mächtiges deutsches Parlament statt aller heroischen Schinken lieber von einem großen Künsller ein Bild des Bauers Kiolbassa malen ließe, so wie ihn die Legende schildert: wie er bedächtig eine breite teppichbelegte Marmortrcppe emporsteigt, darfuß mit den Stiefeln in der Hand. Zur krziehungsausgade öer Arbeiterbewegung. Bon Toni Sußmann. Den vortrefflichen Ausführungen von Heinrich Schulz („Erziehungsaufgabeu der Arbeiterbewegung". Nr. 33 des „Sonntag") möchte ich ein Ergänzungskapitel anschließen. „Wir haben gewissermaßen vom Giebel angefangen zu bauen, statt von der Grundlage", sagt Schulz, und wir Pflichten ihm bei. Ich betrachtete mir daraufhin die Grundlage, die wir jetzt bebauen wollten und war über die Größe des Bauplatzes recht entsetzt. Dies Riesentcrrain kann unmöglich auf einmal in Angriff genommen werden. Ich machte den Versuch, das Baugrundstück in niehrere Teile zu zerlegen. Nach diesem Muster betrachtete ich die Kinderschar und versuchte, sie nach ihrer Hilfsbedürftigkeit in Gruppen zu ordnen. Da streckten mir zuerst all die K r a n k e n und Schwächlichen ihre Händchen entgegen. Viele tausende Kinder, die körperlich oder geistig(und ivie oft beides!) er- krankt waren und dringend der Pflege und AbWartung be- dursten, wenn sie nicht ganz verkomnien sollten. Da wollte ich zuerst die körperlich Schwachen und Erholungsbedürftigen an die Hand nehmen und sie aus der Stadt hinausführen ins Gebirge, denn dort oder am Meere liegen unsere Heime für schwächliche Kinder. Arzt und geschultes Pflegepersonal, ge- sunde Ernährung und nicht zuletzt die Luft der Höhe tun das Ihrige, um oft in kurzer Zeit aus den bleichen Kindern mit den trüben Augen frohe und kräftige Menschen zu mache». Aber ach, wie wenige solcher Heim? gibt es und wie diele Kinder, für die solch ein Heim eine Daseinsfrage ist! Wie sind solche Heime zu schaffen? Vor mehreren Jahren machte ich hier im„Vorwärts" den Vorschlag, diesem Problem durch A n g l i e d c r u u g an die V o l k s f ü r s o r g e näher zu rücken. Dann könnten Arbeiter durch eine Art Kinder- Versicherung ihren Kindern zum Zwecke der Genesung den Aufenthalt in einem Erholungsheime verschaffen. Genosse Elm hatte sich seinerzeit dieser Anregung gegen- über sehr wohlwollend geäußert. DaS Ganze wäre ja auch nur ein Rechenexempel, welches zu lösen wohl keine un- überwindlichen Schwierigkeiten bringen würde. Ich erzählte damals auch von den Kinderkolonicn der französischen Gewcrk- schaftler. Diese Kinderkolonien sind Ortschaften, die von den Funktionären der Gewerkschaften ausgewählt werden, um dort die Großstadtkinder in Pflege zu geben. Die Ausgaben für diese Kolonien werden durch Extrabeiträge bestritten, wie unsere Beiträge für die Kranken- und Arbeitslosenunter- stützungskassen. Wi? viel könnten unsere starken Gewerkschaften aus diesem Wege leisten! In absehbarer Zeit wird es schwer möglich sein, in großer Zahl und Artverschiedenheit Kinderheime zu bauen. Da sollten wir, wie ich glaube, vor allem an diejenigen denken, die geistig gut entwickelt sind, aber körperlich an ihrer sozialen Lage zugrunde gehen. Hier ist der Einwurf verfehlt, daß nur zugrunde geht, waS lebensuntüchtig ist. Handelt es sich doch oft genug um sehr begabte Kinder. Unterernährung und ungesunde Wohnungen sind aber freilich keine Förderer der geistigen Fähigkeiten. Da tut ein Ferienaufenthalt von sechs Wochen Wunder. Wir wollen nun zu einer anderen Kindergruppe übergehen; zu den g e i st i g schwachen Kindern. Da höre ich schon den Einwand:„Ja, sollen wir Arbeiter denn auch stir solche Kinder Heime bauen oder sie versichern? Das wäre doch Wirkich städtische Angelegenheit." Ganz recht. Davon will ich auch nichts wissen. Da wir aber über Kinder- pflege und-Erziehung sprechen wollen, so möchte ich folgendes zu erwägen bitten: Die Tatsache, daß ein Kind geistig nicht normal ist, wird meist nur in ganz schweren Fällen vor dem sechsten Jahren des Kindes erkannt. Das ist ganz ver- stündlich: denn keine Mutter tvill zugeben, daß ihr Kind dumm ist. Erst bei der Einschulung oder während der ersten Schulwochen wird diese betrübende Tatsache festgestellt. Bis dahin sind die kostbarsten Jahre ungenutzt vergangen. Ein anderes Beispiel aus der nächsten Kindergruppe. Hier handelt es sich um Kinder, die im allgemeinen körperlich- ge- sund sind. Geistig sind sie begabter als der Durchschnitt und oft mit einem bestimmten Talente ausgezeichnet. In der Familie machen sie sich aber so unbeliebt wie nur möglich: sie sind in höchstem Grade widerspenstig und unsozial.„Mein Junge hat so seine Eigenheiten, mit dem ist nicht gut fertig zu werden", sagt die Mutter, so lange er noch klein ist. Wenn er älter ist, drückt sie sich drastischer aus. Das Kind ist un- glücklich und die Eltern sind es auch, und Kind und Eltern machen sich gegenseitig das Leben schwer. Ich wenn man da Hilfe wüßte I Ich habe absichtlich diese zwei Kindcrtypen hier gegen- über gestellt: Das geistig anormale unb das an Charakter anormale Kind. Bei beiden Kindern schleichen sich die Eni- wicklungshemniungen so langsam ein, daß sie oft nur dem geübten Auge erkennbar sind. Und doch kommt hier alles darauf an, daß die anormale Art des Kindes gleich im Anfange erkannt wird. Damit darf nicht bis zur Ein- schulung gewartet werden. Denn dann ist es oft schon zu spät. Dazu kommt noch, daß wir in den Schulen für Kinder mit anormaler Charakteranlagc nur selten Hilfe finden. Häufig gehen gerade diese eigenartigen Kinder, in denen so viel Kraft und Begabung steckt, bei unserem Schuldrill zu Grunde. Was also tun, da- mit auch diesen Kindern früh genug geholfen werden kann? Ich schlage vor: Berat ungs st unden für Mütter einzurichten. Und zwar in der Art von festen Sprechstunden. die von Kinderärzten, Heilpädagogen und Psychologen abgc- halten werden. In diese Sprechstunden kämen dann die de- sorgten Mütter mit ihren Kindern. Die Kinder würden dort geprüft werden und die Mutter bekäme Verhaltungsmaß- regeln fürs Haus mit. Es würde sich da wohl ein Stamm von Müttern bilden, die lange Zeit diese Beratungen in An- spruch nehmen. Um Mißverständnissen vorzubeugen, möchte ich noch betonen, daß ich bei diesen Sprechstunden keineswegs nur an vorschulpflichtige Kinder denke. Der Versuch der Stadt Berlin, eine pädagogische Sprechstunde einzurichten, könnte als erster Stein zum Ausbau nutzbar gemacht werden. Diese Sprechstunde»« würden den Nebencrfolg haben, daß auch bie Mütter erzogen werden. In vielen Fällen liegt die Urjiache der kindlichen Hemnumgen am Unverständnis der Mutter. Die Arbeiterschaft sollte viel mehr als bisher daran denken, Äatz es nicht nur auf die soziale Lage ankommt, in der ein Kiind heranwächst. Ein gefüllter Geldbeutel ist bei der Kindererziehung gelriiß nicht zu verachten, aber er kann niemals das Verstehen der kindlichen Seele ersetzen. Daher kommt eS, daß wir bedrückte, unfrohe Kinder in allen Be- völkernngsschichten finden. Die Arbeiterschaft ist besonders intcrcsstert am Nachwuchs von freien, frohen Menschenkindern, denn nur solche können den auf- strebenden Geist ihrer Klasse erfassen»md ihm gerecht»verde:». Meine Ausführungen sollten nichts als eine Ergänzung zi» den Aufgabm sein, die sich Heinrich Schulz gestellt hatte. Vielleicht wäre die Einführung solcher Beratungsstellen am geeignetsten, um�die ganze Erziehungssrage■ bei uns- in Flug-' zu bringen. Die pflanze a!s Na!er. Von Dr. O. Damm. Der ästhetische Eindruck, den Pflanzen auf unS machen, ent- springt der Wahrnehmung ihrer Formen und ihrer Farben. Form und Farbe sind untrennbar verbundene Eigenschaften der Pflanzen. Sie wirken daher auch stets zusammen. Den vornehmsten ästhetischen Wert der Pflanzen aber hat die Farbe. Bei den Tieren liegen die Verhältnisse etwas anders. Hier treten zu den Formen und Farben noch die Bewegungen hinzu. sswar machen lebhafte Farben auch beim ersten Anblick eines Tieres oft einen stärkeren ästhetischen Eindruck als die Form! aber die Form ist dennoch von höherem ästhetischen Werte als die Farbe: fie bildet die Grundlage für die Hallung und für die Bewegungen, aus denen wir auf den seelischen Zustand eines Tieres schließen. Formen» schönheit hat einen reicheren und tieferen Inhalt als Farben- schönheit. Die Farben der Tiere entstehen auf die verschiedenste Weise. Da gibt es Farben, die sich auf Farbstoffe oder Pigmente zurück- führen lassen, sogenannte Pigmentfarben, ferner Farben dünner Blättchen, Gitterfarben, Farben trüber Flüssigkeiten usw.: alles Farben, die durch äußerst komplizierte Einrichtungen erzeugt werden und einen ungeheuren Reichtum an Effekten bewirken. Bei den Pflanzen dagegen lassen sich die Farben fast ausschließlich auf Färb- stoffe zurückführen. Es ist geradezu, als habe die Natur bei der Her- stellung der Farben alle ihre Kunstgriffe auf die Tiere verwendet, und als wären ihr die Gedanken ausgegangen, als es sich darum handelte, die Pflanzen zu schmücken. In der Farbenpracht selbst aber stehen die Pflanzen den Tieren kaum nach. Der Reichtum der Pflanzenfarbsioffe ist sehr groß, und alle diese Farbstoffe haben von den Botanikern einen bestimmten Namen erhalten. Von Bedeutung für das Zustandekommen der Pflanzenfarben find im Grunde genommen aber nur drei Farbstoffe: daS Blattgrün oder Chlorophyll, das Blütenblau oder Anthocyan und das Blütengelb oder Anthoxanthin. Man wird nicht gerade be- haupten können, daß das eine besonders reich ausgestattete Palette wäre. Die Farbstoffe der Pflanze« gehören zu den kompliziertesten chemischen Verbindungen, die eS gibt. Kein Wunder daher, daß ihre Natur lang« Zeit nur wenig geklärt war. Erst die neueste Forschung hat hier Wandel zu schaffen vermocht. Was wir gegen- wärtig über die chemische Natur der Pflanzenfarbstoffe wissen, trägt im Grunde genommen eines Meisters Stempel. Dieser Meister ist der Professor R. Will stätter. der Schüler und Nachfolger des kürzlich verstorbenen Professors Baeyer in München. Seine Unter- suchungen über das Chlorophyll und das Anthocyan gehören zu den glänzendsten, die die moderne Chemie kennt. Früher nahm man an. daß es eine sehr große Zahl von Arten des Blattgrüns gäbe. Das trifft jedoch nicht zu. In der ganzen Natur kommt nur ein einziges Chlorophyll vor; dieses besteht aus zwei Komponenten, die in ihrem chemischen Bau nur sehr wenig voneinander abweichen. DaS Chlorophyll setzt sich aus den chemi- schen Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff. Stickstoff und Magnesium zusammen. Es stellt eine salzähnliche Verbindung einer äußerst komplizierten organischen Säure dar. Als Anthocyan bezeichnet man Farbstoffe, die im Saft der Zellen gelöst vorkommen und entweder blau oder rot aussehen. Sie bestehen nur aus den chemischen Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Reagiert der Zellsaft sauer, so besitzen sie eine rote Farbe; bei alkalischer Reakrion färben sie sich blau. Die Aenderung der Farbe aus Rot in Blau und umgekehrt aus Blau in Rot ist so charakteristisch, daß sich das Anthocyan nach Art von LackmuSfarbstoff verwenden läßt. Beim Kochen zerfällt der Farbstoff in zwei Bestandteile: in eine Zuckerart, die farblos ist und in einen zweiten chemischen Körper, die eigentliche Farbstoff- lomponente. In wie bunter Mannigfaltigkeit auch die Pflanzenwelt vom Frühling bis zum Herbst uns entgegentritt, die roten und blauen Farbstoffe, die sie in den Blüten und Früchten verwendet, sind nicht gerade abwechselungsreich. W i llstä t t er führt sämtliche Anthocyane auf einige wenige Stammsubstanzen zurück. Bisher hat mau deren nur drei gefunden, und es läßt sich mit großer Wahrscheinlichkeit voraussagen, daß die Zahl nur um ein geringes anwachsen wird. In den Blüten und Früchten kommt das Anthocyan ausschließ- lich in den Zellen der Oberhaut vor. Der Farbstoff bildet hier, wie der Maler sich ausdrücken würde, eine Lasurfarbe, im Gegensatz zur Deckfarbe, die gefärbte feste Teilchen enthält. Streichen wir Der Maurer. Von Artur Zickler. Auf einer Bank am Seinekai— unweit der Pont neuf— saß die Privatlehrerin Yvette Lareur. Sie war trotz der kühlen, feuchten Abendstunde ohne Hut und Mantel; das schwarze hals- geschlossene Kleid und das madonnenhaft gescheitelte, dunkle Haar erhöhten nur den fast dürftig einfachen Eindruck ihrer Person. Die Enden eines um die Schultern gelegten Schals in die im Schöße geballten Fäuste gepreßt, starrte sie unbeweglich vor sich hin und Achtete nicht des zeitweise mahnenden Glockenschlags, der ernst vn'o vernehmlich das hier gedämpfte und verebbende Lärmen der Weltstadt übertönte. Der breite Uferrand lag im Finstern; denn das bleiche Laternenlicht verfing sich im dichten Laubwerk der Lindenzeile, die den Bürgersteig säumte. Ueber dem Schattenriß der Häuserblocks gloste die Glut und warf ihren zitternden Licht- reflex an den Nachthimmel. Paris— Nvettcs Gedanken waren nicht hier, sie wanderten die Wege ihrer Kindheit. Die beschauliche Stille der Prcwinzstadt war um sie, die Traute des Heims, das sie mit ihrem Vater, einem karg besoldeten Stadtsekretär, geteilt hatte. Sie war kaum den Kinder- schuhen entwachsen als er starb, und seiner Sparsamkeit verdankte für die Möglichkeit einer seminaristischen Ausbildung, von der sie hoffen konnte, sich bald auf eigene Füße zu stellen. Nach einigen Jahren fleißiger, allen Freuden der Jugend entsagender Arbeit in den Räumen eines früheren Klosters wurde ihr durch die In- stitutsvorsteherin eine Stellung als Hauslehrerin auf einem Schloß in der Auvergne vermittelt. Dort blieb sie lange Zeit, bis sie die weitgehende Meinung eines der Herren Söhne des Hauses über die Pflichten einer Erzieherin zum Aufgeben ihrer Stellung zwang. Damals— das war vor Monaten— ging sie nach Paris. Dvette zuckte zusammen, ein Zug des Ekels und alternder Müdigkeit trat in ihr feines blasses Gesicht. Die Erinnerungen ihres Pariser Aufenthalts zogen, ein Kaleidoskop von Qual,, Hoffnungen und Enttäuschungen, Sorgen, Entbehrungen und Erniedrigungen an ihrem geistigen Auge vor- über. Mit Tausenden von Leidensgenossen hatte sie auf den großen Zeitungshöfen der noch druckfeuchten Blätter geharrt, nach allen Richtungen hatte sie die Stadt bis in die fernsten Vororte hinaus durchkreuzt. Tie letzten Sous verwendete sie für Bcwerbungs- schreiben oder verfuhr si� auf der Metropolitain— alles ohne Erfolg. eine Lafurfarb«. zum Beispiel eine Lnikinfarblösumg, auf ein Stück Glas und legen das GlaS auf einen schwarzen, Grund, so sehen wir nichts von der Farbe; legen wir es auf weißen Grund, so tritt die Farbe deutlich hervor. DaS mit Lasur fo.rbe belegte Glas auf schwarzem Grunde zeigt keine Farbe, weil alles Licht von dem Grunde verschluck! oder absorbiert wird. Fällt dagegen daS Licht, das den Farbstoff durchsetzt hat, auf eine weiße Unterlag«, so wird es dort zurückgeworfen oder reflektiert und gelangt auf diese Weise in unser Auge. Das Anthocyan, daS sich in saurer Lösung be- findet, befitzt nun wie alle roten Körper die Eigenschaft, von dem weißen Sonnenlicht sämtliche Strahlen bis auf die roten zu verschlucken; das rote Licht läßt e§ hindurch, und deshalb erscheint eS eben rot. Da das weiße Licht bei dem Versuch den Farbstoff zweimal, passieren muß, ehe es in nnser Auge gelangt, ist das Verschlucken mn so vollkommener, und es färbt sich dadurch um so intensiver rot. Genau so kommen die Farben vieler Blüten zustande. Man kann sich davon sehr leicht überzeugen. Reißt man z. B. ein Blüten- blatt einer rot gefärbten Pelargonie— vom Publikum ungenau Geranie genannt— guer durch, so beobachtet man eine mittlere weiße Schicht, der innen und außen eine viel dünnere rote Schicht anliegt. Die rote Schicht läßt sich bequem abziehen. Unter dem Mikroskop erkennt man, daß sie aus einer einzigen Lage gefärbter Oberhautzellen besteht. Die Färbung dieser Zellschicht macht jetzt, wo sie von der Unterlage abgehoben ist, einen viel weniger intensiven Eindruck als vorher. Hält man ein Schachbrett so weit vom Auge entfernt, daß man die schwarzen und weißen Quadrate einzeln nicht mehr erkennen kann, so gewinnt man den Eindruck etmer Fläche von mittlerem Grau. Rot und blau gesärbte Quadrate würden die Empfindung von Violett hervorrufen. Es summiert sich hier also der Gesamteindruck der Flächen wie bei größeren Feldern auf einer rotierenden Farben- scheide. Man hat diese Farben deshalb Additionsfarben genannt. Sie kommen sehr häufig im Pflav.zenreich vor. So wird z. B. das Violett vieler Blüten durch ein Nebeneinander von roten und blauen Zellen der Oberhaut bedingt. Addilionsfarben entstehen m/lch dadurch, daß die zwei Farbstoffe, deren Farben sich summieren, in Gestalt von Körnchen in«in und derselben Zelle liegen. Sie iaffen sich besonders schön bei der Kapuzinerkresse, beim Goldlack und beim Gartenstiefmütterchen beobachten. Die Pflanze verfährt hier wie die Pointtllisten, jene Gruppe französischer und belgischer Maler unter den Modernen, deren Hauptvertreter Signac, Ciroß, Luce und Valtat sind. Was sie als neueste Maltechnik preisen: die Farben unvermischt in kurzen Strichen und in Punkten nebeneinander aufzutragen, das ist im Grunde genommen ein uratlteS Naturgeheimnis. Aus der Nähe be- trachtet, machen die Bilder der Pointillisten den Eindruck eines willkürlichen Mosaiks, und erst aus beträchtlicher Entfernung vermag man die einzelnen Gefzensiände zu unterscheiden. Die neben- einander gestellten Punkte und Striche geben den Bildern etwas Unruhiges, Zitterndes. Darin unterscheidet sich die Pflanze wesentlich von den Pointillisten. Ihre Farbenklexe sind so fein, daß von einem unruhigen Eindruck nicht die Rede sein kann. Sie vereinigen sich im Gegenteil zu deu zartesten Uebergängen und verleihen dadurch ihren Trägern jenes anmutig Weiche, das wir au den Kindern Fkoras immer wieder bewundern. Außer den Additionsfarben haben auch die EubtrakttonSfarben eine große Verbreitung bei Pflanzen. Kein Geringerer! als H. v. H e l m h o l tz war eS, der zuerst auf den Unterschied hinwies, der zwischen der Mischung zweier Farben auf der rotierenden Farbenscheibe und der Art der Farben- Mischung obwaltet, wie sie Maler ausführen, indem sie zwei pulverisierte Farbistoffe zusammenbringen und dann auftragen. Im letzteren Falle verschluckt der erste Farbstoff von den im weißen Licht enthaltenen Strahlen einen gewissen Anteil, und von dem zurückbleibenden Reste erfolgt durch den zweiten Farbstoff abermals Verschluckung. Was dann von dem weißen Lichl noch übrig bleibt, ist bestimmend für den Farbeneindruck, den es auf unser Auge macht. Der große Physiker nannte diese Farben deshalb Sud- trakrionsfarben. Der Vorgang läßt sich durch einen einfachen Versuch veranschau- lichen. Man nimmt eine grüne und eine rote Glasscheibe und hält sie hintereinander gegen das Licht. Weil Grün und Rot auf der rotierenden Scheibe Weiß ergibt, könnte jemand auf den Gedanken kommen, daß auch hier Weiß entsteben müßte. Statt dessen er- scheinen die beiden Gläser zusammen fast undurchsichtig, also schwarz. Sie hätte auch gern jede andere Möglichkeit eines Broterwerbs angenommen, aber niemand traute ihren schmalen, zarten Händen ernsthaftes Anpacken zu.... Gestern nachmittag mußte sie ihr Logis verlassen. Den Korb mit Wäsche und Büchern hatte die Frau als Pfand für drei Wochen Miete einbehalten. .Was, keinen Verdienst? Freilich, wenn man ein frommes Zierpüppchen sein will! So ein hübsches Lärvchen wie Sie.. Das waren die letzten Worte der Wirtin gewesen. Die Kälte griff dem jungen Weib durch das dünn« Kleid. Was wollte sie hier?' Sie stand auf und ging langsamen Schrittes der Stelle zu, wo die Kaimauer senkrecht in die Seine siel. Einer mattglänzenden Perlenkette gleich schwangen sich die Lichter der Pont neuf in leichtenr- Bogen über den Strom. Das Wasser plätscherte und gurgelte unter den Füßen Uvettes. Nicht weit davon lag die schwarze kompakte Masse eines Kohlenkähns im Wasser. Eine rote und eine grüne Laterne warfen ihre Licht» kegel, die gleich Irrwischen auf der FliL tanzten. Holz und Unrat schwammen durch den trüben Schein, einmal aber kam ein Dunkler Körper, stieß schwer an die Bordwand des Schiffes und drehte sich wieder allmählich in die Finstexnis. Ein heißer Schreck fuhr der Lehrerin zum Herzen, sie nahm die Hände vor das Gesicht und lief das Ufer entlang den Pfeilern der Brücke zu. Sie spürte den Druck der Erschöpfung in den Knie- kehlen, aber die Angst vor der Finsternis faßte sie an der Kehle und trieb sie die Freitreppe der Brücke hinauf. Dann aber nahm die Apathie das überreizte Hirn gefangen. Sie eilte rm Laternen- licht einsamer Vorstadtstraßcn, sah wohl ihren Schatten neben sich, doch war eS ihr gleichgültig, wo sie war und wohin sie ihr Weg führen mochte. Im Gehen schloß sie die Augen und war bald so erschöpft, daß sie sich an den Häusern entlang lehnen mußte. Lange mochte Uvette Lareur so gewandert sein, als sie in einen offenen Flur fiel. Wobl hatte sie sich nicht allzu wehe getan, aber ihre Glieder waren so steif vor Kälte und Ermattung, daß sie sich nur schwerfällig an einer Wand emportasten konnte. Nachdem sie versucht hatte, ihre Srnne zu sammeln, vernahm sie das Klingen von Gläsern und lautes rauhcS Männerlachen. Plötzlich wurde ihr gegenüber eine Tür geöffnet, und indem Ivette in den hellen Schein blinzelte, sah sie vier Arbeiter in gestreiften Blusen und mit schweren kotigen Schuhen, bje lärmend und wohl etwas an- getrunken den Laden eines Budikers verließen. Ein Hauch von Wärme streifte Fvcttc, die Nähe von Menschen belebte und erregte sie und sie wußte nicht« lpie es daß sie den letztes der Männer Die Erscheinung erklärt sich daraus, daß daß rote GlaS von allen Strahlen nur Rot, das grüne fast nur Grün durchläßt. DaS durch daS rote Glas allein durchgehende rote Lichl kann also durch das grüne GlaS nicht mehr hindurch; eS vermag also überhaupt kein Licht mehr zu pasfieren. Anders verläuft der Versuch, wenn Rot und Grün sich auf der rotierenden Scheibe befinden. Hier werden nur die Farben- empfindungen gemischt. Da geben denn z. B. auch Blau und Gelb in richtiger Mischung nicht Grün, sondern Weiß. Man darf also die Mischung der Farbstoffe nicht mit. der Mischung der Farben- empfindungen verwechseln. Das Uebereinanderlegen und Durchschimmernlassen von Farben bildet für den Maler die wichtigste, schwierigste und mannigfaltigste Arr des Farbenaustragens. Es erfordert die größte Ueberlegung, die ausgedehnteste Erfahrung und hat in den Zeiten lebendiger Kunstüberlieferung deren wesentlichen Inhalt gebildet. Also auch hier arbeiten Pflanze und Maler nach dem gleichen Prinzip. Auf dem Wege der Farbensubtraktion entsteht zunächst in den weitaus meisten Fällen das Schwarz vieler Blüten, wie z. B. beim Mohn und beim Gartenstiefmülterchen. Hier liegen regelmäßig zwei Farbstoffe übereinander, von denen der unterste immer alle Strahlen verschluckt, die der obere hindurchläßt. Ein Farbstoff, der etwa wie schwarze Tusche alle Strahlen des weißen Lichts gleich- mäßig verschluckt, ist bei Blüten bisher einwandfrei nicht nach- gewiesen. Auch anderweitige Farbentöne kommen durch Subtraktion zustande. Allerdings bewegen sich die Farben nur innerhalb enger Grenzen. Das erklärt sich aus der relariven Armut der.Farbstoffe, die eine größere Anwendung bei den Blüten finden. Da außerdem durch die Subrraltion die Helligkeit vermindert werden muß, so find es die nach dem Braun zuneigenden stumpfen Farben, mit denen man es hier hauptsächlich zu tun hat. Pflanze und Maler— beide verdanken also ist letzter Linie das Zustandekommen ihrer Farben dem Sonnenlicht. Wie eine Königin thront die Spenderin des LichtS im Mirtelpuntt des Weltalls, um- geben von goldenem Strahlenkranze. Sie ist es. die Tieren und Pflanzen ihre Märchenschönheit verleiht. Durch die Natur geht ein geheimnisvolles Sehnen nach dem Zentrallkörper des Alls: ein schönes Bild der Weltenharmonie. Stroz.') Eine Type aus dem Stadtleben Warschaus. Noch schlimmer dran als ein Berliner praktischer Arzt, der alle vier Tage mal nachts aus dem Bette muß, um einem neuen Welr- bürger zum Leben zu verhelfen, ist der Warschauer Stroz, zu deutsch Portier— pardon Türbüter! Als ich am ersten Tage meines mehrere Monate dauernden Aufenthaltes in Warschau endlich ein halbwegs reinlich aussehendes, nicht zu teures Zimmer gefunden hatte, tat ich die in solchem Falle übliche Bitte des Berliners:.Also nu jebcn Se ma bitte Drücka und Hausknecht tt, worauf ich die prompte Antwort erhielt:.HauS- schlüsiel gibt es hier nicht!* In diesem Augenblick überfiel mich eine Heidenangst, daß man in Warschau nach zehn Uhr nicht mehr daS HauS Verlasien dürfte oder nur unter großen Schwierigkeiten hineinkönnte. Lächelnd sah meine Wirtin— eine Reichsdeutsche— sich den Schrecken ob ihrer Antwort auf meinem Gesicht malen; aber menschenfreundlich— wie sie nun einmal ist— beruhigte sie mich und erklärte mir die ebenso einfache wie praktische Anwendung des Wortes:„rtrornms machine", indem sie auf den'Stroz als auf den wandelnden Hausschlüssel in der Nacht hinwies. Ja, dieser Mann, den du entweder auf einem Bänkchen hinter der' Haustüre oder hinter einer kleinen, oft zerbrochenen Fensterscheibe in einer kleinen Bude im Hausflur sitzen siehst und der dich die ersten Tage taxierend ansieht, meist recht schlechl gekleidet ist. oft in dem kleinen Raum noch seine Frau und mehrere kleine Kinder beherbergt— das ist der Stroz. In Warschau bei Nacht— eine der Haupt« Persönlichkeiten. Du hast gebummelt und kommst um 2 Uhr nach Hause, klingelst an der Hausrür; hat sie eine Scheibe— meist bat sie ein vergittertes Kuckloch— so wirst du das Licht in der Bude des Stroz aufflammen sehen, du siehst, wie er sich schnell notdürftig bekleidet; und nun den großen Schlüssel in der einen, ein Licht in der andern Hand, kommt er angeschlursr oder angetrappst und schließt dir auf. Dafür erhält er ein kleines Trinkgeld, für das er sich je nach Höhe lief verbeugt und„vzisrrknjs(Danke!) •) Sprich: Strusch. am Arm faßte. Inzwischen hatte der Budiker die Tür hinter den späten Gästen geschloffen. Der Mann schien verdutzt ob der im- verhofften Berührung und blieb stehen. Ivette fühlte, seine schwic- ligcn, tastenden Finger aus ihrem Arme und folgte ihm, da er sie bei der Hand nahm, willenlos nach der Straße. Seine Kameraden waren schon ein Sttick Wegs vorauf, ehe sie ihn vermißten; als sie das Paar an der Laterne stehen sahen, lachten sie kurz auf und gingen weiter. Unschlüssig musterte der Arbeiter seine neue Bekanntschaft, Ivette machte ihm wahrscheinlich nicht den Eindruck eines Straßen- mädchens. .Wissen Sie nicht, wohin?" fragte er endlich mit einer Stimme, die weich sein wollte. Da sie leise nickte, nahm er sie wieder kurz entschlossen bei der Hand, und so kiesen die beiden um mehrere Häuserquadrate. Vor der Haustür einer fünfstöckigen Mietkasernc machten sie Halt. Beim Aufschließen sagte er:„Ich heiße Charles Dubois und bin Maurer. Hier in der vierten Etage habe ich eine kleine Wohnung, und wir müssen uns bchelfen, so gut' es geht." Dann führte er sie knarrende Holzstiegen hinauf, und.'bald saß Ivette in einer geräumigen Stube und aß von den Vorräten, die der Maurer einem Schubfache entnommen. Charles Dubois nahm, nachdem er mit Wasser verdünnten Branntwein auf Spiritus gesetzt hatte, ihr gegenüber am Tische Platz und zog an einer kurzen Pfeife und lauschte schweigend der Erzählung des traurigen Geschickes der Lehrerin. Sie' sah dabei in ernste, weiche Augen, die den ihren mit Achtung und verhaltener Neugierde begegneten. Das belebende Getränk nabm die Unsicherheit und den Druck apathischer Verzweiflung von ihr; sie verhehlte sich nicht, daß die Situation seltsam war, und nur die befangen zurückhaltende Art Charles' gab ihr das Gefühl ruhigen Per- trauen». Mochte ihm nun die unverkennbare UeberlegenHeü ihres Wesens imponieren, oder hinderten Ritterlichkeit und Mitleid ihn, die schlimme Lage des Mädchens auszunutzen— kurz: er sprach mit mühsam höflichen Worten zu ihr, indem er öfters mit der Hand über den dichten braunen Bart fuhr, stellte ihr das Bett im Hintergrunde des Zimmers zur Verfügung und begab sich mit einem Gutenachtgruße im anstoßenden Alkoven zur Ruhe. Ivette war zu müde, um sich noch Rechenschaft über Erfahrenes und Zukünftiges abzulegen, sie kleidete sich aus und schlief sofort ein. Einmal vernahm sie im Schlafe das surrende Geräusch eine? ablaufenden Weckers, ohne davon vollständig zu erwachen. Als sie die Augen aufschlug, stand die Sonne schon hoch im Tage. Ivette crjchral ob der ihr unbekannten Umgebung, und fie brauchte Zeit, F murmelt. Hm nächsten Tage war ti schönes Setter, tm Kst an der Weichsel zum SaSka Kenpa gewandert und hast dich der« spStet. Es ist elf llhr, als du vor der Haustür stehst. Sie ist seit zehn llhr verschlossen. Also klingelst du wieder und hast das» selbe Schauspiel wie gestern. Der Warschauer Stroz mutz unter seinen vielen Eigenschaften die eine besitzen, wenn er seinen Beruf erfüllen will: er mutz einen Hasenschlaf haben. Es gibt aber auch solche, die wie die Murmel« tiere schlafen, und es soll nicht zu den Annehmlich» keiten dieser Welt gehören, in strömendem Regen vor der Haustür seinen Groschen schon seit einer Viertelstunde in der klamm ge» wordenen Hand haltend zu stehen, ab und zu wütend zu klingeln, gegen das verschlossene Tor zu polteru und dabei das seelruhige gleichmätzige Schnarchen des Stroz auZ seinem Verlietz heraussägen zu hören. Aber nicht allein dies ist des Stroz Aufgabe, sondern autzer der Reinigung der Treppen und Flure und der Versorgung der Haus- beleuchtunz auch die Reinhaltung der Stratze vor dem Hause. Warschau ist infolge der hohen Lage und des Landklimas eine trockene Stadt. Die Holzpflasterung, die in den meisten Stratzen der inneren Stadt durchgeführt ist, tut im Sommer das ihre, Staub zu erzeugen. Aber Warschau kennt bis heute keine Sprengwagen. Also, was geschieht? Früh morgens um 6 Uhr hat man ein eigen- artiges Bild: die Stratzen find dann meist noch menschenleer, hin und wieder nur wandert ein Jude mit einem Bündel raschen Schritte? dahin, vor jedem Hause aber steht der Stroz, einen grotzen Wasserschlauch in der Hand, der aus einem an jedem Hause an- gebrachten Wasserhahn gespeist wird, und sprengt ganz ordentlich Bürgersteig und Damm und, wenn er ein übriges tun will, auch den unteren Teil des Hauses. Es ist ein unvergeßlicher Anblick, so eine Stratze entlang all diese in weitem Bogen spritzenden Stroz? zu sehen. Nichtsdestoweniger aber kann eS, wo irgendwo Feuer aus- bricht, vorkommen, datz man, trotzdem ein famos gehaltener Schlauch und Wasseranschlutz in jedem Hause ist, ihn nicht in Anwendung bringt, sondern es lieber eine halbe Stunde brennen läßt, bis die Feuer» wehr angerasselt kommt und ihre Schläuche anlegt. Eine weitere löbliche Beschäftigung des Strooz ist autzer dem Wassersprengen, das im Sommer meist mehrere Male am Tage vorgenommen werden mutz, die Reinhaltung der Stratze von aller» Hand Schmutz, Kehricht. Papier. Zu den Requisiten des alten. deutschen Nachtwächters gehörte Horn und Spietz, zu denen des mo- Kernen Warschauer Stroz gehört ein mächtiger Besen und eine ebenso mächtige Schippe. Läuft wo ein Pferd vorbei und läßt waS fallen, so wird man, falls der Stroz nicht an der Tür sitzt und auf dieses die Eintönigkeit seines Lebens belebende Ereignis lauert, den Milizmann (Stratzenpolizist). der immer irgendwie in der Nähe steht, flugs auf das durch'das Pferd also ausgezeichnete Haus losgehen, die Haus- klinge! in Bewegung setzen und dem erscheinenden Stroz mit pathetisch hinweisender Handgebärde anzeigen fehen, datz dort etwas geschehen sei, dessen Vertilgung in seine Ämtsbesugnisse gehöre. Ist dies schon bei dem augenblicklich immerhin noch regen Wagen» verkehr sehr wichtig und gibt es der ganzen Stadt ein Aussehen lobenswerter, peinlicher Sauberkeit, so wird es bei Zeiten starken Schneefalls, wie etwa im letzten Winter, geradezu zum Segen der Stadt. Denn im Nu sind die Stratzen gereinigt, wenigstens die Bürgersteige, und man kann durch nichts behindert seine Spazier« gänge(und der Pole geht viel spazieren) wie im Sommer auch mit .kaputen" Stiefeln unternehmen. In Deutschland ist das, was in Warschau der einzelne für sich oder in bezug auf den Hausschlüssel für alle tut, entweder verallgemeinert, öffentlicher Pflege unterstellt oder mechanisiert. Das erste hängt mit der Russenzeit zusammen, die so etwas wie städtische - Verwaltung ungern aufkommen lieh, das andere ist ja auch z. B� in Paris und Petersburg zu finden. Früher hatte der Stroz noch eine grotze Obliegenheit: er mutzte die Hausnummern, die an einer blauen Laterne mit transparenten, weitzen Ziffern angebracht sind, erleuchten— eine ganz ausgezeichnete Einrichtung, die aber jetzt fortgefallen ist, wohl um Licht zu sparen. Der Stroz wüßte über den Lebenswandel, wenn er klatschen wollte, eines jeden Mieters genau zu berichten, er kennt die Stuben- Hocker ebenso gut wie die Bummelanten— aber er tut es nicht: er empfängt seinen Obolus, macht seine Verbeugung, murmelt fein„DÄonkujs", ist aber im übrigen stumm wie ein Grab. DaS ist, wir wollen es nicht verschweigen, sondern dankbar anerkennen— eine der schönsten Eigenschaften dieser einzigartigen Type im Warschauer Stadtleben. 0. W. F. sich des Vergangenen, das sich in fast traumhafter Erinnerung barg, zu entsinnen. Nachdem sie sich angezogen hatte und schon die Wohnung der» lassen wollte, kam ihr die Idee, wie sie dem abwesenden Maurer ihren Dank bezeugen wollte. Kurz entschlossen suchte sie sich ein Stück Tuch zum Vorbinden und holte sich in einem Eimer Wasser auf dem Korridor. Dann säuberte sie den Fußboden, die Stühle Und den Tisch, reinigte die der Säuberung sehr bedürftigen Fenster und das Geschirr und ordnete und putzte alle Dinge des Hausrats in gründlicher und gefälliger Weise. Auf der Kommode lagen Bücher herum: mehrere sozialwissenschaftliche Werke von Marx uird Bakunin, sowie einige Hefte syndikalistisch-polemischen Inhalts. Wenn das Mädchen auch nicht viel davon verstand, so verstärkte doch die Tatsache, daß sich Charles n.'t so ernsthaften geistigen Dingen beschäftigte, die gute Meinung, die yvette von ihm gefaßt hatte. ES war fast am Dunkelwerden, Dvette wollte gerade aus dem Haustor treten, als sie auf den Maurer stieß. Er hatte einen Laib Prot unter den Arm geklemmt und ein gerupftes Huhn in der Hand. Er bat sie freundlich, doch mit ihm das Mahl zu teilen. Anfangs zögerte sie, aber der Hunger gab schließlich doch den Aus- schlag, daß sie wieder mit ihm hinaufging. Charles sagte nichts über ihre Arbeit, aber fein« Freude und fein Wohlbehagen steckten auch die Lehrerin an, und als sie zu zweit eifrig das Abendbrot richteten, waren sie wie gnte Kameraden, die sich schon lange kannten. Während der Mahlzeit stellte ihr der Maurer vor. wie gefährlich eS für sie sei, so von allen Göttern verlassen in Paris zu stehen. Er habe keinen Anhang, verdiene nicht schlecht und eS sei ihm ein leichtes, für das, was sie brauchte, einstweilen aufzukommen. Wenn sie ihm dafür die Zubereitung der Mahlzeiten und die Instand» Haltung der kleinen Wirtschaft besorgen wolle, so sei er reichlich entschädigt. Es sei ihr ja darum unbenommen, sich inzwischen um eine Anstellung zu bemühen. Ivette lictz sich überzeugen, und am anderen Tage löste Charles ihre Habseligkeiten bei Madmne Durand ein.... Wochen verstrichen im besten Einvernehmen. Da war es an einem Sonnabend, als Ivette in einem kleinen Kramladen der Gasse stand. Sie lehnte im Gespräch mit der Krämerin am Laden- tische und konnte so ein Stück der im letzten Tagschein liegenden Gasse überblicken. Gegenüber hockte Susann«, eine breitnäsige all- bekannte Prostituierte im Torweg, sprach vorübergehende Männer an und beantwortete ihr zugedackite und wahrscheinlich zotige Be- merkungen mit einer gemeinen Lache, die bis herüber zu hören xoaz, Auf xulmal sah Ivette ihren Maurer die.Ggsse herunter» Der Sturm auf öte Duma. Bon dem historische» 17. Jnli. de« erste» Tage der PeterS- burger Revolution, zeichnet Panl Exio im.Pariser Journal� vom 26. d. folgende Bilder, die dentlich seine Animofität gegen die .Anarchisten' zur Schau tragen: Seit dem frühen Morgen ist man sich klar darüher, datz der Tag nicht ohne Blutvergießen vorübergehen wird. Um 8 Uhr ist es schon voll auf dem NewSkh-Prospekt. Kosaken- Patrouillen fordern die Neugierigen auf, sich zu zerstreuen, aber niemand folgt der Weisung. Alle Läden find geschlossen. Wo am Abend zuvor die Schaufenster eingedrückt wurden, werden Bretterverschläge ge- zimmert und vorgenogelt. Die Alifrührer, die die ganze Nacht über schießend die Straßen durchzogen haben, sind überreizt. Beschmutzt und zerzaust wenden sie sich unruhig bald hier, bald dorthin. Man fühlt, daß sie zu allen Gewalttaten bereit find. Wo das Publikum mit ihnen ins Gespräch kommt, zeigen sie sich voller Mitleid. Nur die Anarchisten bleiben arrogant. Mit drohendem Ton antworten sie auf die Vorstellungen nervös gemachter Leute, die ihnen zum Vorwurf machen, datz sie den Bürgerlrieg entfesseln. Um v Uhr rücken die Matrosen, die Anarchisten und die Garnison von jironstadt ein. Mit Massen von Bannern und Schildern, auf denen die wildesten Forderungen der Bolschewiki zu lesen find, steigen sie auf dem Nikolausquai von ihren Schiffen und nehmen in größter Ordnung Ausstellung. Bald aber lösen fich die Reihen. Die Soldaten marschiere» auf den Taurischen Palast zu. die An- archisten ziehen dem NewSlh entlang und die Matrosen halten ans das Palais der KoschesinSkaji zu, in dem unter starker Bewachung der Generalstab der Bolschewiki seinen Sitz hat. Mit ihnen trifft auch noch da? erste Neserveregiment der Oranienbaumer Grenadiere und das dritte Reserderegiment aus Pcterhos ein. Vor dem Palais der Koschefinskaja ist der Andrang enorm. Viele Tausend Soldaten, Seeleute und Arbeiter umdrängen das Hauptquartier LeninS. Die Kronstadter Matrosen werden mit lautem Jubel begrüßt. Aber eS ist nicht möglich, in da? Palais einzudringen, so voll find alle Säle von den Leuten, die dort die Nacht verbracht haben. Man verlangt Lenin zu sehe::, der aber nicht anwesend ist, da er unerkannt im Automobil fich einen Ucber- blick über die Lage verschafft. Kaum zurückgekehrt, hält er vom Balkon herab eine Rede, um die Aufrührer aufzufordern, vor den Taurischen Palast zu ziehen und zu verlangen, datz die RegierungS- gewalt an den Arbeiter« und Soldatenrat übergehe. Um Mittag ist der ganze Newski-Prospekt von der auftühre- rischen Soldateska erfüllt. Man hat den Eindruck, daß die Stadt in den Händen wilder Plünderer ist. Das Schießen wird immer heftiger. Ohne Veranlassung feuern die Bolschewiki auf die Menge und die kiosakenpatrouillen, die noch nicht versuchen, ihnen die Waffen zu entreißen. Man kann sich nichts Traurigeres denken. Um 2 Uhr knattert heftiges Schützenfeuer von der Sadowaja her. Mit Bannern, auf denen:»Tod den Kapitalisten!'»Nieder mit der provisorischen Regierung' zu lesen steht, ziehen die Soldaten zum Taurischen Palais. Da fällt ein Schutz unter sie. Wer hat ihn abgegeben? Man fragt nicht erst. Sofort setzt das Gewehr- feuer ein. Die Aufrührer ziehen nach allen Seiten. Wo ein Fenster offen ist, überschütten sie es mit Kugeln. Automobile eilen zu ihrer Verstärkung herbei. Unter dem Publikum ist die Panik enrsetzlich. Wie schon am Abend vorher, trachtet die Menge in Eile einen Unterschlupf zu finden. Haustüren werden eingedrückt, Schaufenster zersprengt. AIS die Kosaken ange- ritten kommen, können sie nur noch den Verwundeten Hilfe leisten und sechs Leichen fortschaffen. Von überall sieht man Gruppen von Anarchisten und Soldaten auftauckien, die Haussuchung halten gehen. Mehrere Wohnungen werden dabei ausgeräumt. Vier oder fünf Panzerautos durcheilen mit anderen Maschinen- gewchrautoS die ganze Stadt und eröffnen das Feuer auf alle Kosaken, denen sie unterwegs begegnen. Vor der Kasan-Kathedrale, auf der Juchowskaja und der Fontanskaja liegen die Leichen von Reitern. Um 2il1 beschießt eine Kroftwagenkanone die AutoS des Spionagedienstes, in die sich die das Auw besetzt haltenden Soldaten vergeblich Einlaß zu verschaffen suchen. Dann hält das Amo an der Moiva und feuert auf die Gebäude des Generalstabs. Aus einem benachbarten Lazarett wird das Feuer erwidert. Der Lenker wird getötet, ein anderer Fahrer ersetzt ihn, und der Wagen verschwindet. Um den Taurischen Palast herrscht eiue Konfusion und Auf» regung sondergleichen. Die Meuterer, denen die Direktive fehlt, kommen. Auf die Lockung Susannes blieb er erst wie überlegend stehen, um ihr dann widerstrebend in den Torweg zu folgen. Ivette hatte bewegt ihre Handtasche gefaßt und war auf die Straße hinausgetreten. Mochte ihm nun sein Entschluß doch leid geworden sein, oder hatte er sie gesehen; sie hörte Charles Schritte hinter sich, ohne daß er doch bestrebt war, sie einzuholen. AIS er in die Stube trat, sah er Ivette im Finstrrn am Fensterkreuz stehen. Schritt für Schritt kam er schwer auf Ivette zu. Da er nun schweigend vor ihr stand und sie in die vom Mondlicht getieften Züge sah, die Schweiß und hartes Leben in sein Gesicht gegraben hatten, erfüllte auf einmal ein inniges Gefühl ihre Seele, das sie bestimmte, ihm das Haar zu streichen und seine schweren Hände zu suchen. /lrbdterfage. Von unfern Vätern schallt zu uns Not, Schmach und Leid Und wird in der Seele der Enkel zu klagender Sage: Unsere Väter, vorzeit, Lebten verbannt von den Menschen tief unter tagt Werkleute waren sie, Schürfer und Häuer, Und lösten das lagernde Gold aus dem tragenden Schacht, Erde mar ihr Dach und Gemäuer, Erde die Luft, Erde die Nacht, Erde war der Himmel, der ob ihnen lag,— Sie hörten die Ströme rauschen, die Winde wehn, Sie hörten die Schritte zu ihren Häupten gehn Und wähnten, man tanze droben im Tag. Doch an jedem Abend ein jeder mit klingenden Schlägen, Stufen um Stufen brachen sie aus den Gelägen Und hieben gemach Treppe und Tor Empor. Deren Väter jahrhundertelang in Tiefen gefront, Geblendet senken manche scheu ihr schmerzend Gesicht. Doch wir sind längst im blanken Tage eingewohnt,— Wie in Panzer kleiden wir uns in das Licht. Ernst Lissauer (in der Auswahl:»Der brennende Tag' im Berlage v o« Schuster u. LöjfUcj. tzertltttK ganz de» Kopf. Auf dem Platz vor dem Palais und alle» angrenzenden Straßen wogen mehr als 20 Ml) Menschen, die fich schimpfend»nd schreiend gegen das Zerquetschtwerden wenden. Am meisten Lärm schlagen die Kronstadter Seesoldaten, weil sie nicht in die Duma gelassen werden. Alles spricht auf einmal, ereifert sich, wird aufbrausend. Die von allen Seiten in der Stadt knatternden Salven tragen nicht dazn bei, die Gemüter zu beruhigen. Eben fordern die Anarchisten die Matrosen auf, die Banken zu plündern, da erscheint— im kritischsten Augenblick— der Landwirtschaftsminister Tschernow. Er will reden, aber die Aufruhrer gestatten ihm nicht, sich zu erklären. Sie werfen ihm vor, sich den Reichen verkauft zu haben, und verlangen, datz er augenblicklich die Zu- sicherung abgibt, alle Güter würden sofort aufgeteilt werden. Ehe er aber noch den Mund austun kann, wird der Minister umringt und geschlagen. Seine Kleider hängen ihm nur noch in Fetzen am Leibe herab. Man wirft ihn in ein Automoail und erklärt, datz er als Geisel an einen sicheren Ort gebracht werden wird. AuS den Fenstern de? DumapalasteS hat man die Verhaftung TschernowS mitangesehen. Tscheidse verlangt, datz die anwesenden Bolschewiki ihren Einflutz aufbieten, um den Minister zu befreien. Martow, Ramcnew, Stexlow treten in den Garten, von einem all- gemeinen Hurra begrüßt.»Alle Minister müssen geköpft werden!' schreit man ihnen entgegen.»Sie stehen alle im Solde der Reichen.' Gleich daraus ist die Palastwache überwältigt und Hunderte von Soldaten und Matrosen ergießen sich in die Duma. Ein Gedenktag der modernen Naturw!ffenschast. Das Jahr 1812 ist durch eine tiefgreifende Umwälzung auf dem Gebiete naturwissenschaftlichen Denkens gekennzeichnet. Da- mals erschien in Liebigs»Annalen der Chemie und Pharmazie' ein Aufsatz»Bemerkungen über die Kräfte der unbelebten Natur'; sein Verfasser war ein ziemlich unbelaunter Arzt, Julius Rodert Mayer, und der Inhalt nichts weniger als die erste Erkenntnis der All- gemcingülligkeit des Energiegesetzes, vielleicht des wichtigsten aller Naturgesetze, die die Physiker kennen.* Mayer war auf ziemlich merkwürdige Weise zu seinem Gesetz gekommen, nämlich nicht durch physikalische Versuche, sondern durch ärztliche Beobachtung. Er war— so schildert sein Biograph Dr. Ernst Jenlsch— Arzt an Bord eines Schisses; das Leben an Bord ließ ibm Zeit, über allerhand naturwissenschaftliche Gegenstände nach- zugrübeln. die ihn schon lange beschäftigten; eine Krankheit, die an Bord ausbrach, als das Schiff auf der Reede von Bamvia lag, brachte ihm die Lösung eines Rätsels; er behandelte zahlreiche an Grippe erkrankte Matrosen durch Blutentziehung, wie es damals üblich war, und zu seinem lebhasten Erstaunen mutzte er sehen, datz aus den Armvenen Blut floß, das eine ungemein rote Farbe hatte, als sei es das Blut einer Schlagader. Diese Bcob- achtung machte außerordentlichen Eindruck aus Mayers er be- ickäftigte sich fortan in seinen Gedanken ausschließlich mit diesem Gegenstände, die fremden, ungewöhnlichen Eindrücke der Tropen- landschaft gingen spurlos an ihm vorüber, und ständig grübelte er oder saß über seinen Büchern, um die Lösung des Rätsels zu finden. Auf der Reede von Surabaja hatte erZ dann weitere.Gedankenblitze' zu seinem Gegenstande, und schließlich war ihm klar, datz der Farbenunterschicd des Blutes in den Schlag- und Blutadern unter sonst gleichen Umständen um so geringer ist, je näher die Außentemperatur der des Körpers liegt, je kleiner der Sauerstofsverbrauch, je schwächer der Verbrennungsvorgang des Körpers ist. Auch durch Versuche verschaffte er sich Klarheit in dieser wich- tigen Frage, die ihn schließlich gefesselt hielt, und nach seiner Rückkehr schrieb er das Ergebnis seines Nachdenlens und seiner Untersuchungen in Form eines Aufsatzes nieder, den er an Poggendorss»Annalen für Physik und Chemie' sandte. Hierin hatte er schon auSpeiprochen, daß Kräfte, unzerstörbare, wandelbare, imponderable Objekte, nicht zu Null werden, sondern nur in eine andere Form übergehen könnten. Die Zellschrift brachte jedoch den Aussatz uichr, und auf eiue Anfrage erhielt Mayer leine Antwort. Doch ließ er sich hierdurch nicht entmutigen. Mit Hilfe Baurs, mit dem er einen wisienschastlichen Briefwechsel führte, gelangte er zu immer größerer Klarheit über seine Entdeckung; deren Bedeutung erkannte er nach einer Unterredung mit dem Heidelberger Forscher Jolly; er arbeitete seinen Aufsatz nochmals durch, fügte eine Mitteilung über den von ihm inzwischen aiifgefundenen mechanischen Aequi- valentwert der Wärme hinzu, und LiebigS Zeitschrift veröffentlichte diesen Aufsatz vor 75 Jahren. Die wichtige Entdeckung Mayers wurde von der Gelehrtenwelt nicht sogleich anerkannt; die Versuche Joules in den vierziger Jahren, vor allem aber die mathematisch« physikalische DaiKellmig, die Hekmholtz im Jahre 1317 gab, per« schafften dem Satze von der Erhaltung der Energie die An« erkeimung._ Nöthen« — Musikchronik. Am 9. Sept., abends llß llhr, führt der Berliner Volkschor in der Garnisonlirche unter Leitung von Musikdirektor Max Eschke und unter Mitwirkung deS Phil- harmonischen Orchesters Haydns»Schöpfung' auf. — Vorträge. Dienstag, abends 7 Uhr, spricht Dr. Archen- hold in der Treptow-Sternwarte über das Thema:»Ein Ausflug in die Sternenwetten'. — Deutsche Heimat-Lichtspiele. Uns wird geschrieben: Zur Eindämmung des Schädlichen im Kino, verursacht durch SensalionS- und Schauerfilme, schlägt dle Gesellschaft für künstlerische Lichtspiele»Deutsche Heimat'(Berlin äV g), besondere Wege ein. Sie will den Kampf gegen die Aus- wüchse im Kinowesen dadurch unterstützen, datz sie den Lichtspielbühnen eine Reihe fesselnder Filmschaustücke bietet, die spannend genug sind, dabei aber auch alles vermeiden, waS an den den Markt beherrschenden»Filindramen' zu beklagen ist. Der erste Film wird im Herbst an die Oeffentlichkeit gebracht werden. Der Verein will Verständnis und Liebe für die deutsche Heimat durch das vollstümliche Mittel der Lichtspielbühnen Pflegen. Er wird nicht nur Geschichtliches und den reichen Schatz deutscher Sagen, sondern auch daL Volksleben, Naturbilder und Bilder aus der Technik behandeln. — Ein Mann mit einem halbe» Gehirn. In der Pariser Akademie für Medizin hat unlängst der Chirurg Dr. Guöpiil einen Vortrag über eine ausgedehnte Gehirnoperation gehalten, die ihm geglückt ist. Es handelte sich dabei um einen Soldaten, dem die linke Hirnhälfte fast vollständig entfernt werden mutzte. Der Mann ist vollständig ausgeheilt, er hat seinen Beruf als Gärtner wieder aufgenommen und füllt ihn auch aus; es ist nicht der ge- ringste Unterschied zwischen ihm und einem Menschen mit voll- ständigem Gehirn zu bemerken. Die ärztliche Literatur enthält eine geringe Anzahl ähnlicher Fälle mit gleich günstigem Ausgange, und daraus zieht Dr. Guöpin den Schluß, datz die Entfenrnng einer Hirnhälfte möglich, ja nicht einmal allzu schwierig ist und ein Menschenleben retten kann. — Für die Mineralwasserbersorgung der Truppen, diese während der Sommermonaie, zumal in Anbetracht der vielfach recht mangelhaften Trinkwasserverhältnisse in den feind- lichen Ländern so außerordentlich wichtige praktische Fürsorge, hat der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke in diesem Jahre bis jetzt bereits rund 10 000 M. eriamnielt und an die Mineralwasserabteilung des Roten Kreuzes abgeführt. — Kein Marmor. Die Bergwerke von C a r r a r a, die den Künstlern der ganzen Welt den besten Marmor lieferten, teilen mit, daß sie die Ausfuhr einstellen müssen, da die Eisenbahn, die sie mit der Welt verbindet, infolge von Kohlcnmangel den Verkehr eiogeftelli hat. VfÄvC f ws* 7 X'' DM AoMM sonders �.merkenswert, � ��nmngkeiien zmn »fS�.3r»Ä Tro�, � cA�fffen OßS �■ lse,i rtn aediegenem rvngen zu*nö hardieiet. kW Aus« es fich �huen �niensühru«S un � Zhrew ?�n7nl»'° ,U7ÜN� uwg�« st... «ÄSK-S» JIM».- 6onnioä59«W� Gnforbkges Z»FeMeid In entzückendes, neuartiger Form, moderner, hochstülpborer Kragen, reiche Etepperei-Derzierung und der tUische Echieiftngürtei 'lSÄ.so Elegante« StraßenNew mit großem schalaetigeo, hochstülp. baren Kragen, flotten Seuteltojchen und besonoere beachtenewertem Schoßansah 1S9.- VeM öer FrVoMönei Sonntag, n a ch« i Nolksbüdne � Schiller-Th. Novella d Schiller-Th Künsller-Th. Lcsfing.TH.: Ab en Volksbühne Freitag: den L. September, ttag« S Uhr: : Lumpengesindel. Charlottenburg: Andrea. 0: Hinter Mauern. : Der Herr Senator. Das Kind. d s VI, Uhr: : Vom Montag bis Lumpengesindel. DVektion: Max Keinhardt, IVcatachcit Tiieater. VI, Uhr: Soldaten. Moet. 7: Sommernachtstraum. Kammerapiele. 8 TTbr: Ida» Konzert. Montag: Wetterleuchten. Volksbühne. Theater am Bülowpiatz. TTntergnmdb. Sohönh. Tor. 7'/, Uhr: Das Wintermärchen. Kachm. 3 Uhr: Vorstellung für. die Neue Fr. Yolksb. Montag zum ersten Male: Lumpengesindel. Lessing-Theater. Zum 25. Male: VI, Uhr: Montag: Liebe Beotselies Künstler- Theater. Allabendlich ��8. Theater I. d. Könlggrätrerstr. Rühr: Künstlerische Tänze. Die Frage an das Schicksal. Abschiedssouper. Nachm. 3 Uhr: Kameraden. Komödlenbans. VI, Uhr: Erdgeist. 2 Uhr: Die verlorene Tochter. Berliner Theater. T�jütDle tolle Komteß. Nachm. 3 Uhr: Filmzauber. Walhalla-Theater. Uhr: Zigeuner. (BartenhüHnc: Borftellung. Rose»Theater. VI, Uhr; Tie Stunde des BertrauenS. Gartcnb.: Seemannsliebehen. Admiralspalast. 2 Vorstel!., 4». Vi, Uhr. Nachm. kleine Preise. Abrakadabra. Gr. phantastisch. Ballett auf dem Eise. Abd.Einl.7. Vzgl. Küche. Angen. Theater für Sonntag, 2. September. Dentaehca Opernhaus t u�: Tannliäuser. Frledrich-Wilhelmst. Theater 3 Uhr: Oer Troubadour. Vi, Uhr: Das Oreimäderlhaus. Kehr. Herrnfcld-Th. Operetten-Gastspiel �ühr: Die ledige Ebefrao. Kleines Theater 7 uhr: Belinde. 3'/, Uhr: Liebelei. Komische Oper lüg n.: Seliwarzwalilniädel. S'l, Uhr: Die Dose Sr. Majestät. Metropol-Theater 7i/jUhr: Die EzanlMM. Neues Operettenhaus Schiflbd. 4a. KaBsent.Nd. 281 �uhr: Der Soldat der Marie. Lustspielhaus Zum 125. Male: 7.i m,. D'0 blonden Mädels ' /«unr. vom L|n()enhof 3'/,Ua Herrsch. Diener gosoeht. KeMidenz-Theater 8 uhr: Die Veröüllle. SchUIer-Theator O 3 Uhr: Hinter Hancrn. T'/.uhr: Vora andern öler. Schlller-Th. Charl. 3 Uhr: Novella d'Andrea. VI, Uhr: Thalia-Theater uhr; Egon nnd seine Franen. 3 Uhr: Charleys Tante. Theater am Nollendortplatz ti. Die Citeltone. 31/, Uhr: Immer feste druff I Theater de» Weaten» 7'/, Uhr: Der verliebte ttorzog mit Guido Thielscher. S'/tU.; Der Raub d. Sabinerinnen. Forsiellnnnen 2 '/, Uhr kl. Preise,] Nachm. ß'j. Kinder die Hälfte, abends 7il, Uhr. Der eflolgrelclie Spielplan. Dazu: 9 Uhr abends Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmoeller IM i AwW. Bahnhof Friedriohstraße. Rauchen gestattet 2 große Yorsteliungen 2 Nachm. 3'/. n. abds. 8 Uhr. Nachm. 1 Kind frei unt. 12 J. und Grafis-Pony-Reiten für Kinder v.Logen- b. Mittel- balkon-Besnohem. u. a.; 3 Turmkünstler 3 die rotierende Leiter der nrkom. Fangkünstler. Hololf Parforce- ilaiq.ll. Schnitzeliagd. 2Hento Vorstellungen � 811 Nohm. jed. Emv.'71! 12 1 Kind frei, i �2 In beiden Vorstellungen: liste Uei in dem Sojdatensohwank: „Der Stolz 3. Komtiii." Femer: Senta Söneland, Maxstadt, Isabella n.Bnth ßchwarzkopf, 4 Sylphi- den, Merkel nsw. rRelehsliallen-Tlieatef Heute nachmittag 3 Uhr m und abends 7'/, Uhr Stettiner Nachmitt. ermäßigte Preise Logen- u. Orch.-Sitz 1 M.. Sänger. . Herrl. Progr.l AlTihtn pj OÄ � - ss ItuTfflrttm« Rollen- 2;" PV&— darnm 26, dorfplap, S«saB NN grtedrichstraße. Unter den Linden:>>(e_ ZifmMchslz 7��= im Roman einet Cirkasreiterin:~ | Des Lebens nngemiscMe Freude. 1 H Alexanderplatz: S *—= Die Im Schatten leben.. Z» « mitEllen Richter. RcflicRIehirdElcbberB S Z= WeindergSweg:~ p Des ProKurators Tochter.= Moritzplatz, Hasenheid«, SchSneberg: D M Psilander r Dertanzende Tor. S ™ Jn alltn 3 Theatern m den Vorfihniafen-— C— mm 0 und 8 Uhr mit Gesangsrortrag, rrr tESffW tziewickendorserstraße:~ BDn nr Die laehs des Avenarlus mit Lotte Neomann.— 898 ~ Panik mit Psilander, ZZ. i;,,-.. j ÜfnzrrniKniiKifiiriiiiiiiiuinnnHinininiiiim«M UNION-THEATER '.Metern••.. MMMlMOHMiimiiiiiiniiniimim Ii®4? | Der srosse Erfolg! i- SieimSchallenleben �Kulturfilm der Qesellschafi :: für[Mutier- u.[Kindes-fiiedä • 1 Hauptrolle: Ellen Richter ip *' Regie? Richard Eichberg �MHUttluiiw URANIA Sonntag 4 Uhr(halbe Preise): Tirol einst und Jetzt. Sonntag 8 Uhr: Die Befreiung Ostgallziens und der Bnkowina. Montag 8 Uhr: Die Befreiung Ostgallziens nnd der Bukowina. Casino-Theater Lothringer Strafet 37. Täglich'/48 Uhr: Wirtlicher Humor I Gr. Erfolg! Die Schlagerposse f>eiraten mutzte! orher der neue bunte TeiL Sonnt. 4 Uhr: Gaste, die Perle. Voixt-Theater. Badstr. 58. Eadstr. 58. T2glich: Große Extra-Vorstellung. Sei WIzeilW. Vorher: Erstklassiges Spezialitäten-Programm. Ans. wochent.*1,6, Sonnt. 4 Uhr. Berliner Praier-Theater. Kastanienallee 7— 9. Zum 98. Male: Aha— famos! Gr. AuSslatwngs-Operettenvosie in 3 Akten mit Gesang u. Tanz. Vorher d. gr. Varistcgrogramm. Ansang d'/j Uhr. Trianon-Tiieater a. Bht. Friedrlchstr. Tel. 214927 Anf. ,/48 Oer Anf. ,/)8 reizeitdeBdrian Sonntag nachm. 8'/, Uhr bei. ermäßigten Preisen: lohannlsf euer von Sndermann. Germania-Pracht- SSIe Chansseestraße 110. Gf. Erfiflßiingsi'orstellüng der PanlHanflieysliisflg. Sänger M und Konzert. Anf. des Konzerts 6 Uhr, Vorstellung 7 Uhr. Jeden Sonntag die beliebten lustigen Säuger u. Konzert. Heute: Gr. Militärkonzert. Zoo je 30 Pf. Aqua Aquarium. M ein Marl beseitigt[18082* hllllssaidk| San.-Rat Dr. Strahls jed.Hautausschlag.FIechten. Hautjulten, bes. Vein- 1 schäde«, Krampfadern 1 der Frauen u. dergL Zusendg. ersolgt per Nach nähme in Dosen a 2,20, 1 8,85, 6,60. Elefanten-Apotheke, Berlin,| Leipziger«tr. 74 (am Dönhoffplatz). kauft Hall, Müuzenhdlg.. Berlin, Wühelmstr. 46/47.* September von 1— 3 geschlossen. Meine Lager in Teppichen, Möbelstoffen, Gardinen, Läuferstoffen, Tisch- und Diwandecken usw. sind reich sortiert! iM-Spezialliaos Emil Lefevre Berlin-Süd. Seit 1882 nurOranienstr.lSS Mein allbek. Haus hat keinerlei Beziehung zu ähnlich laut Firma