Bit Zairische Reaktion gegen das Reich. Berlin, 2. September.(Bericht des„Sozial-- deniokrat"). Die reaktionäre Regierung von Bayern lehnt sich ofsen gegen die Maßnahmen der NeichSrcgicrnng zum Schuhe der Republik auf. Tie Reichsregierung hatte zwei der schlimmsten Hetzblätter, den„Micsbachcr An- zcigcr" und den„Teulschvölkischcn Bcobach- ter", die offen zuin Morde gegen die Führer der Linken aufforderten, verboten. Tie bay- rischc Landesbehörde weigerte sich jedoch, die- ses Verbot auszuführen und so erscheinen die beiden Blätter nicht nur ungehindert weiter, sondern sie verhöhnen noch offen die Regierung des Reiches. Tic bayrischen Arbeiter sind schon dabei, einen Selbstschutz zu schaffen, der die Verbreitung dieser nationalistischen Hehorganc verhindern soll. Darüber hinaus ist das Pro- lctariat Bayerns entschlossen, den entscheiden- den Kampf mit der Kahr Regierung aufzunehmen. In N ü r n b e r g fand eine von 50.000 Deilnchnicrn besuchte Veranstaltung statt, die in einer Resolution folgende Forderungen ge- stellt hat:„Wenn nicht in kürzester Zeit auch in Bayern verfassungsmäßige Zustünde cintre- rcn und die Wiedergutmachung aller der unter den: zweijährigen Ansnahmszustandc zustande gekommenen Ungercchtigkiten, insbesondere die Freilassung der hinter Kerkermauern schmachtenden politischen Gefangenen durchgc- führt wird, so soll die nordbayrischc arbeitende Bevöklcurng z:r S e l b st h i l f e schreiten. Die »ordbayrische arbeitende freiheitlich und sozia- listisch gesinnte Bevölkerung ist nicht länger willens, eine Gemeinschaft mit der moralisch, sittlich und kulturell entarteten Gesellschaft, wie sie in München und Südbaycrn bewußt gepflegt und unterstützt wird, ausrecht zn erhalten. Aus zur Rettung der Republik, zur Siche- rung und Erhaltung des Sozialismus!" Vorläufig haben die Vertreter der bayri- schen Regierung erklärt, daß sie sich einer von der Reichsregierung verfügten Aufhebung des seit zwei Jahren in Bayern herrschenden Aus- nahmezustandes nicht fügen würden. Sic wol- len sich lediglich in Verhandlungen Über diese Frage einlassen. In einer Ausschußsihung des Reichstages kam es deswegen am Freitag zu erregten Auseinandersetzungen. Genosse Ditt- >u a n n verlangte die Säuberung der Verwal- tung von den reaktionären Elementen. Wenn die nordbayrischc Regierung nicht den Aus- nahmSzustand beseitigt, müsse eine Reichscyc- kutivc gegen sie eingeleitet werden. Ter Reichs- kanzlcr, der in der Debatte das Wort nahm, erklärte, daß die Reichsregierung u n- ter allen Ilm stäuben die Republik s ch ü tz e n werde. Die Regierung habe sich in ihren Verhandlungen vorwiegend von außen- politischen Gesichtspunkten gleiten lassen und es fei ungeheuerlich, wie von den Rechtsparteien die Anßcnpolik des Kabinetts sabotiert werde. Mv die Aufhebung des Äns- uahmeMaudes in öaiern. Berlin, 2. September. Heute beschäftigte sich der sogenannte Ueberwachungscmsschuß mit der Frage des Ausnahmezustandes in Bayern. Der bayrische Gesandte Prcgcr führte u. a. aus, der Reichsminister dcS Innern habe am 28. Juni erklärt, er würde es für uner- träglich halten, wenn von reichswegen gegen den Widerspruch großer Länder der Ausnahme- zustand eingeführt oder aufgehoben würde. Er möchte wünschen, daß die Reichsregierung auch jetzt noch.auf diesem Standpunkte steht und sich nicht durch das Treiben gewissenloser Parteien verleiten läßt, die bayrische Regierung in eine Lage zn versetzen, in der sie genötigt wäre, ge- gen ihre bessere Uebcrzcugung in einer für Bayern sehr wichtigen Frage, sich einem Partei- Politischen Machtsprnch einer linlsorientierten Reichsregierung zu fügen, oder es ans die bc- rühmte Reichscrekntion ankommen zn lassen. ES wäre der Gipfelpunkt der Tor- h c i t, den Versuch zn machen, die bayrische Verordnung über• den Ausnahme z u- stand gegen den Willen der bayrischen Rc- gierung a u f z n h e b c n. Ter R e i ch s k a n z- l c r sprach die Hoffnung aus, daß es auf dem Wege freundschaftlicher Verhandlungen gelin- gen werde, mit der bayrischen Regierung eine Einigung zu erzielen und sie zur Aufhebung des Belagernngsznstandcs zu veranlassen. Für die Mc h r h c i t s s o z i a l i st e n sprach Abg. Braun, der sich dein Antrage T i t t m a n n anschloß. Tic bürgerlichen Parteien (die deutsche Volksparici, das Zentrum und die Demokraten) brachten folgenden gemein- samcn Gegenantrag ein: Tic Reichsregierung wird ersucht, die Vc r Hand lu n g e n mit der bayrisch cnRcgiernng über die Aufhebung des Belagerungszustandes in Bayern so r t z u- s c tz c n und dem Reichstage baldigst Bericht zn erstatten. Tic Verhandlungen werden morgen fortgesetzt. Die Magyaren steilen lü- Mgsliedlngnngen. Ein Bericht des dentschösterreichischen Bundes- kanzlerS. Wien, 2. Septcmbc r. Bundeskanzler S ch ober berichtete im Nationalrat über die von der Negierung unternommenen Schritte und gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die von der Regierung befolgte Haltung in den letzten Tagen bereits in i cd cr B c- ziehung Erfolg hatte(?). Ein großer T c i l d c s Burgen lau dcS fei heute schon n n te r öst errcich ische r Bcrwa ll n ng und d-e Bevölkerung in diesem LandeStcilc be ruhige sich. Gegenwärtig stehen 2.500 Gcndar- mcn im besetzten Gebiete. Tic Mitteilungen des Bundeskanzlers über die gestrige u n g a r i s ch c 2t o t c, worin eine strenge Untersuchung und Bestrafung der Schuldigen in Aussicht gestellt sowie die Mit- Wirkung der ungarischen Regierung an der Herstellung der Ordnung angeboten wird, wer- den von den Sozialdemokraten mit Heiterkeit und Ztvischenrnfen ansge- Nammen. Ter Bundeskanzler gab sodann der Hoffnung Ausdruck, daß die Ernüchterung auf ungarischer Seite anhalten und die Bereitwil- ligkcit, mit Ungarn nach vollzogener Ucbergabe des Oesterreichs zugesprochenen Landes zu einem Einvernehmen zu gelangen, endlich auch in die Tat umgesetzt werden könne. Volk Par- lamcnt und Regierung seien nicht gewillt, wc- gen der gegen die Verträge verstoßenden Hal- tung der ungarischen Regierung das Leben österreichischer Soldaten oder Gendarmen zn gefährden, sondern verlangen nichts anderes als die Durchsetzung ihrer und er- äußerlichen Rechte. Tie österreichische Regierung werde int Vertrauen ans die bis- herige Haltung der drei Großmächte nicht ra- stcn, bis idc so frevelhafte Unterbrechung der U c b c r n a h m c des Burgen lall des mit Erfolg beendet sein werde. Wien, 2. September. Nationalrat Schluß. An die Ausführung des Bundeskanzlers schloß sich eine Debatte. Ter Redner der Sozialdemokraten Dr. Bauer wünscht nach Durch- führung der Ucbergabe des Bnrgcnlandes Volksabstimmung dortsclbst. Die So- zialdemokraten wünschen nicht den Eintritt Oesterreichs in die Kleine Entente, haben aber immer der Tatsache Rechnung getragen, daß trotz aller sonstigen Verschiedenheiten und Ge- gensätze eS eine Reihe von Fragen gibt, in denen eine wirkliche Interessengemeinschaft zwischen Oesterreich, der Tsche chossowakei und Jugoslawien besteht. Diese Interessengemeinschaft ist gerade gegenüber der gegenwärtigen monarchistischen Reaktion in Ungarn tief begründet. Wenn man den Mut gehabt hätte, dieser Tatsache Rechnung zu tragen wäre eine Interessengemeinschaft daraus hervorgegangen, die sicher so wirksam gewesen wäre, daß Ungarn das Abenteuer der letzten Tage überhaupt nicht gewagt hätte.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Forderungen an Deutschösterrcich, die nicht im Friedensvertrag enthalten sind. Budapest, 2. Septcmbc r. Wie„Pesti Hirlap" von kompetenter Stelle erfährt, hat sich die ungarische Regierung in der wcstnngarischen Frage mit einer Rotc an die Entente gewendet und gebeten, sie möge Garantien da- für schassen, daß Oesterreich seine Ungarn ge- genüber bestehender Verpflichtungen erfüllen werde. Tic ungarische Regie- rung setzt in der Rote detailliert auseinander, daß es sich um solche Forderungen handle, aber eben deshalb sowie mit Rücksicht auf die finanzielle Lage Oesterreichs bittet die ungarische Regierung, ihre Ansprüche aus eine durch das internationale Recht gesicherte Weise zur Geltung bringen zn dürfen. Die ungarische Regierung anerkenne nur eine solche Lö- sung, welche die ZahlungSvervflichtnng Oester- reiche feststellt und zu deren Erfüllung Garan- ticn bietet. Ei» österreichischer„Aeneralst.llöbcricht". ^ Wattersdorf, 2. S" Pteml> er. Vom N o rd a b s ch n i t t c keinerlei neue Nachrich- tcn. Tic Lage ist unverändert. S t e i r i s ch e r A b s ch n i t t: Gendarmerielandesdirektor Or- nauer fährt beute im Auto nach Hartberg, wo er mit den Führern der Gruppen Fürstcnfcld, Hartbcrg und Fehring sowie Ententcoffizieren zu einer gemeinsamen B c s p r e ch u n g über d c n V o r m a r s ch zusammentreffen wird. Rußland. Die Hilssaltio» HoovcrS und des Obersten Rates. Berlin, 2. September. Die Blätter meiden ans Paris: Tic vom Obersten Rate eingesetzte H i l f s k o in m i s s i o n kam ge- stcrn zu dem Beschluß, so f orteine Nntc r- suchungskomMission nach Ru ß- l a n b zu entsenden und an die Moskauer Re- gierung mit dem Ersuchen heranzutreten, die- scr Kommission den freien Eintritt nach Ruß» land zu gestatten. Ter amerikanische Vertreter Brown erklärte aber bereits, daß daS amcri- rikauische Hilfswerk sich durch die Beschlüsse der Pariser Kommission n i ch t g c- b u n d c n erachte. Während die europäischen Delegierten das Problem nur theoretisch lösen, womit den Sterbenden in Rußland nicht ge- dient sei, wird die H o o v c r in i s s i o n ihr eigenes Programm durchführen, Sie will nicht theoretische, sondern prak- tische Hilfe bringen. Tschechoslowakische Delegation nach Rußland. Prag, 2. September. Sonntag früh begibt sich die tschechoslowakische Handelsdelegation mit dem Warschauer Schnellzug nach M o S k a u. Führer der Delegation ist Ingenieur I.(£. Srom, Vizesekrctär des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten. Die Delegation wird vorläufig ihren Sitz in Moskau habe»!, wo ihre Tätigkeit vom Herrn I. Girso geleitet werden wird. Ein Teil der Mitarbeiter wird nach Charkow, dem Sitze der ukrainischen Sowjetrcgiernng, abgehe». Die Delegation, welche außer wirtschaftlich-informatorischer Tätigkeit de» Boden für die Hilf S- a k t i o n vorbereiten und die Repatriierung»- arbeit, die vom Ministerium für Nalionalver. teidigung geleitet wird, beschleunigen soll, nimmt fünf Waggons Lebensrnittel und Gegenstände des notwendigsten Bedarfes mit sich, durch die sowohl die Versorgung der Delegation als auch die nötige Hilfe'ir die zurückkehrenden tschechoslowakischen St«.^ungehörigen gewähr- leistet vuexix. soll. Dämmerung? Beginnt sich das tschechische Voll in seine Rolle zn schicken, die ihm das Diklat von Versailles auferlegt hat: einen Staat nicht allein zertrümmern zu helfen, sondern an seiner Stelle mit der Werhckraft praktischer Vernunft einen neuen aufzubauen? Vollzieht sich im tschechischen Volke die große Wandlung aus der „staatsbildcnden" Nation zn einem Staats- Volke, dessen Wirken auch über fein unmittel- barstes nationalistisches Interesse hinausgreift? Roch sind es Einzelne erst, Pioniere für eine Verständigung der tschechischen Nation mit den Völkern, die daS Diktat von Versailles in die. scn Staat hineingezwungen hat, wenige Intel- lektnclle, die ungebunden durch Parteidisziplin, für eilte redliche nationale Verständigung plä- dicrcn. Noch hat sich keine tschechische Partei und keine ihrer zahlreichen Zeitungen zu einer wahrhaft demokratischen Betrachtung des Na tioualitätcnproblcmü durchgerungen. Die sich Demokraten nennen, sind im Nationalismus besangen, wäs bei den Nationaldcmokraien selbstverständlich, bei den Sozialdemokraten ein Verleugnen der eigenen Vergangenheit ist? die Kommunisten aber, deren russischen Partei- freunde den ganzen Orient mit der Idee der Selbstbestimmung erfüllt, weichen diesem Pro- blcm hierzulande gar ängstlich aus. Und so sind es bedauerlicherweise bis jetzt nur tschechische Außenseiter, die sich ungcschcut der nationalen Frage in diesem Staate nähern. Es gehört beute Mut dazu, in einer Prager tschechischen Zeitung die Fehler der nationalen Politik der Tschechen so unumwunden aufzu- zeigen, wie es der Journalist Gustav Stern im Leitartikel der gestrigen„Tribuna" getan hat. ES gehört Mut dazu, zn sagen, die So- k o l n h ä t t c n n i ch t n a cy R c i ch e u b c r g reisen dürfen und zu erklären, daß die Radikalisierung der dcntsYen Spieß- bürger nur die T sch eche» sc!bst v c r- s ch u l d c t h a b c n, cS gehört bewunderungs- würdiger Mut dazu, das sinkende Vertrauen der Deutschen zum tschechischen Staate au» sei ner Stellung zur Kricgsanlcihcfragc zu be gründen und zu rechtfertigen. Herr Stern, der einige Wochen lang unter der deutschen Bcvöl kerung dieses Staates sehend und hörend gelebt hat, weiß auch von ihrem guten Willen zur gesellschaftlichen Arbeit zn berichten. Und trotz dem findet er zu seinem Bedauern, daß die Deutschen den Staat nicht auch als ihren eige nenn betrachten, daß sie in ihm nur eine Hei mal des tschechischen Volkes selten. Wie beda» erlich, daß Herr Stern seine Betrachtung mit einem fenilletonistischeu Einfall dort schließ!, wo sich die mutige S ch lußfolgeru n g hätte anreihen müssen. Und diese^Schlnßfordernng hätte laute» sollen: Dreieinhalb Millionen Deutsche müssen ans Grund der augenblicklichen Machtverhält nissc in unserem Tlante leben. Um sie für u» scren Staat zu gewinnen, sie gleichsam mit einer Staatsidce zu beseelen, dürfen wir nicht die unsinnige Nationalitätenpolitik des feu- baten, zusammengebrochenen und von uns so übel beleumdeten Oesterreich nachahmen, sondern wir müssen den Deutschen die Möglichkeit national-kultureller Entwicklung gebe». Als wir gegen Oesterreich ankämpften, forderten wir Autonomie, das ist das Recht, unsere nati- vitalen Angelegenheiten im Nahmen es Staa- tea, nicht durch andersnationale Beamte im Wege des Diktats regeln zu lassen, sondern tut- sece ureigenen Angelegenheiten selbst zu regeln. Air forderten damals— und überall baben uns die österreichischen Sozialdemokraten un» terstützt— demokratische Selbstverwaltung. Wenn wir Oesterreich innerlich überwinden wollen, müssen wir sie auch heute für alle Völker unsere» Staates, wie ehedem für die öfter- rcichischen, fordern. Wir müssen dazuschaueu, „daß cS keine Feinds gibt", wir müssen in kluger Voraussichr. wie man den Staat.erhält, Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen NrbsitmPartei in dsrtschechofloWakischenWePAblM. Redaktion und Verwaltung! Prag II Havliäkovo ntlrn. 32. I Einzelvrris 70 Heller. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hand oder bei Bring durch dir Bog monatlich 16'— Kc Telefon«795, nacht?«797. Telegramm.Adresse: Sozialdemokrat Prag. vierteljährlich 4g'— Kc, halbjährig 9«'— Kc, ginn,Iking 192— Kc. Für TentschSsterrrich monatlich 120— OK, für Teutschland IG'- Mk Postsparkassakonto 57544.> Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Samstag, 3. September 1021. I. Jahrgang. Nr. 3. Seite Zi. Sozialdemokrat veplember ILA! den nationalistischen Schreiern ans allen Sei- teil mannhaft entgegentreten. Was aber ferner Herr Stern nicht gesagt hat, was die tschechische Sozialdemokratie nicht eingestehen und»in tvas sich Schmcral mit Krcivich herumgedrückt haben, das ist, das, die großzügige Regelung der na- t i o n a l c n Fragen in der? s ch e ch o- s l o>v a k e i ein Problem unmittel- barer Aktualität i st. Die Slowaken, die Tcntschcn, die Karpathorussen verlangen mit immer größerer Heftigkeit die Sclbstver- waltung. Das tschechische Polk wird sich, wenn es diesen Staat will, diesem elementaren Per- langen nicht entziehen können. Die größten Nachtragsbudgets für das Heer, die tüchtigste» BezirkShauptleute, können den Wunsch nach Autonomie für reise Völker nicht unterdrücken. Die Kunst, einer staatsmännisch begabten Na- tion, zu der sich das tschechische Volk bedauer- tichcrweisc erst drei Jahre Gelegenheit zu cnt- wickeln hatte, müßte dahingehe», seine eigene ihrer Grenzcn bewußte Kraft mit der der an- deren Nationen zu dessen Entwicklung zu ver- einen. Diese Einsicht ist die Lebensfrage des tschechischen Volkes und ihres Staates. rade sie sollen die Streitfrage prüfe». Aver zu meinen, daß es in Obcrschlcsicn anders wie das tun, ohne dadurch den Wie- kommen würde? WaS wäre das Schicksal der dcraufbau des europäischen Wirtschaftslebens zu Polen fallenden Bezirke? Ihre die Betriebe in der Wurzel zu treffet!? ohne also nicht nur leitenden Männer, zil 97 Proz. Deutsche, wür- Deutschland, ivas man ja allzugern mit in den den sie großen Teils verlieren, die deutschen Kauf nähme, sonderen auch den eigenen Markt Arbeiter, des nationalen Haders müde und unheilbar zu schädigen? Die Verhältnisse ltc- dem Druck des neuen„Hcrrenvolkes" sowie gen da für jeden eindeutig klar. Seitdem seiner Geldentwertung ausweichend, würden Friedrich Ik. den Habsburger» 17-15 Ober gleichfalls in Massen flüchten, und Ersatz aus schlesien fortnahm, namentlich aber seit der sich selbst heraus zu schaffen, sind die Polen, Mitte des vergangenen Jahrhunderts haben die die wenig Techniker und Fcinarbciter besitzen, Deutschen das Land mit bewährter Präzisions- einfach außerstande. Und wenn sie dieses Un Das oderschltsische Problem. Der Rat des Völkerbundes hat vom ober- steil Rat ein Danaergeschenk überwiesen erhal- ten: Er soll, was den hemmungslos cnt- scheidenden Mächten der FricdenSkonfe- renz in ihrer Sünden Maienblüte, was Ministcrbcratunegn und Sachverständigen- gutachtcn nicht glücken wollte, auf ein- mal leisten und die Welt von dem bösen Angst- träum der„oberschlesischeu Frage" befreien. Er soll. Aber es wird und kann ihm nicht gc- lingen, weil er um zu seinem Ziele zu gc- taugen, das Unmögliche möglich machen und innerhalb der kapitalistischen, d. h. innerhalb der auf schärfster Jntercsscnpolitik aufgebau» ten Weltordnunng die Aussöhnung hart wider- streitender Interessen zustande bringen müßte. Vor allem einmal macht es schon das Gc- strüpp des Wesen- und Inhaltlosen, das sich nni die Frage erschreckend dicht hcrningcrankt hat, beinahe unmöglich, zum Kern des Pro- Mernes zu gelangen. T» bürgerlich.- WJt, welche die Lehren acr Geschichtsforschung je- derzeit an sich blind und taub vorübergehen läßt, ist nicht umsonst in der romantischen Ehrfurcht vor allem geschichtlich Gewordenen" erzogen worden, als daß nicht ihre im Völker- bnnd mitbcratendcn Vertreter nach außenhin versuche» sollten, vor den wesenloseste!: aller Argumente den„h i st o r i s ch c n Ansprüchen" und dem nationalen Prestige", ihre Reverenz zu machen. Wie windig es auf polnischer Seite mit diesem Argument steht, wo doch Ober- schlesien vor 900 Jahren von ihnen erobert und 200 Jahre später von ihrem Fürsten La- dislaus LaSkonogi sreiivillig aufgegeben wurde wollen wir nur nebenher bemerken, weil wir geschichtliche Sentimentalitäten grundsätzlich dorthin verweisen, wohin sie gehören: auf den Friedhof der abgestorbenen Ideen. Aber die bürgerlichen Politiker, die in der Prcsic ihre Schäfchen an solchem Baude zügeln, werden zu den: Unsinn trotzdem feierliche Gesichter schneiden und auch diese Hecke respektieren müssen, die das unselige Dornröschen„ober- schlcsischcs Probien:" umgibt. Und da nun läßt sich nicht leugnen, daß die Deutschen das Land und seine Schätze erschlossen, daß sie auch viele andersstämmige Bewohner für ihre Kul- tur gewonnen haben. Der beste Beweis dafür liefern die Ziffern der V o l k s a b st i m in u n g vom 20. März dieses Jahres, bei welcher sich 707.488 Stimmberechtigte, bzw. 1G83 Gemeinden für Teutschland und 479.36p, Menschen bczw. 597 Ge- meindcn für Polen ausgesprochen haben, wäh- rend die Volkszählungsergebnisse von 1919 ein für die Polen weit günstigeres Resultat erwarten lassen konnten. Daß im übrigen die Abstimmungsziffern bei den Beratungen des Völkerbundes irgendwie den Ausschlag geben könnten, glauben wir nicht. Zahlen sind ge- duldig und mit dem Argument von heimisch- polnischen und von deutschen Auswanderer- stimmen, von: polnischen Land und der beut- scheu Stadt läßt sich vor dem Spiegel sehr hübsch fechten. Auch gibt es Antidemokratcn vom Schlag des Herrn Vriand Gelegenheit zu der erwünschten, an ihm lediglich verlogen wirkenden demokratische«: Pose, daß der arme Landarbeiter genau soviel zählen müsse wie der deutsche Kohlenbaron. Immerhin ist das in den Stimniziffern ausgedrückte„Sclbstbe- stimmungsrccht der Völker" lwcr lacht da?) auch einer von den Geistern, die von des Ka- PitaliSmnS Gnaden ans jahrelang in der bln- tigen politischen Kinderstube des Weltkrieges umherspuckcu durften, und heischt also ein freundliches Vnckerl. Der Dill«, Polen zu bevorzugen, ist bei einer Anzahl völkerbuudmstgliedcr gewiß Vorhan. den, jedenfalls gelten Belgien und Spanien tcchnik zu einem vollendeten Wirtschafts- organismus ausgebaut, dessen kleinste Rädchen reibungslos ineinandergreifen und der sich zugleich als Ganzes den: ProduktionL- Prozeß des Staates aufs innigste einfügt. Das mögliche schon leisten könnten, so hätten sie in: eigenen Land, wir erinnern an die angc- führten Zahlen, für die erzeugten Waren viel zit wenig Absatz. Dazu leiden sie wiewohl ihre schlechte Valuta den Export begünstigen gilt schon von der Grundlage des Verkehres, würde, an einen: derartig großen Mangel an den Wasser- und Landstraßen. Das durch Vcrkehrswagen und-Mitteln, daß sie große Kanalanlagcn planvoll ergänzte Fluß- Anslandbestcllungen garnicht ausführen költn- softem der Oder, die dem Landesstron: bei- ten— ganz zu schweigen von dem für sie un- geordneten Hauptstraßcnzüge und im gleiche» wahrscheinlichen Kredit zum Einkauf der Sinn angelegte Eisenbahnlinien ermöglichen entbehrlichen Rohniatcrialien, namentlich der die Verladung der reichen Rohprodukte Schle- schwedischen Qnalitätsciscnerzc. Wie der Pol- sicns nach den meist nahgclcgcnen Verarbei- Nische, so verlöre auch der bei Deutschland ver- tnngsstättcn sowie den Transport in größere bleibende Teil des Industriegebietes, seiner Fernen. Im Jahre 1913 verfrachteten die organisch angepaßten Hälfte beraubt, jedes in- Bahnen allein 52 Millionen Tonnen Waren, ncre Leben und stünde zum Teil ohne Qncl- davon rund 13 Millionen in: Binnenverkehr, lcn, zum Teil ohne Absatz da, der dein Reich 32.8 Millionen Tonnen gingen hinaus und aufgebürdete Zwang, mit einem Male aus 6.3 Millionen Tonnen kamen herein. Für den dem Ausland herbeizuschaffen, was früher deutsch-polinschen Streit ist dabei bezeichnend, dicht nebenan zutage gefördert wurde, könnte daß Galizien und Kongrcßpolen nur zwischen sogar die einstige Rcichtumkqucllc des deut- 3 bis 19 Prozent der nach Deutschland cxpor- schcn Staates in einen schweren Ballast ver ticrtcn Warenmengen aufnahm, z. B. gingen 1913 an Roheisen: 699999 To. nach Deutsch land und 69999 nach Polen, bei Eiscncrzcug nissen betrug das Verhältnis gar ni:r 741.5: 23, bei Zink 159.5: 14, bei Blei 22.5: 1.5. bei Kohle 31.4: 16.7. Die diesen Berhältnisziffcrn entsprechenden tatsächlichen wandeln. Dieses niit Sicherheit zu erwar- tende Ergebnis hat bekanntlich zuerst die Eng- ländcr nachdenklich gestimmt, aber auch die Franzosen können sich der Einsicht nicht ver- ichlicßen, daß aus einen: stetig vcrarniendcn Deutschland die heiß begehrten Reparation?- gcldcr nicht herauszuholen sind. Aus langjäh- Zahlen geben eine ungefähre Vorstellung von r.iger Konkurrcnzzcit geborener Haß und Ver- dem iinposaiiten Reichtum des Landes., Ein nichtnngswille auf der einen, Habsucht auf Vierteil aller deutschen Kohlen, nämlich 43.8 der anderen Seite streiten in der französischen Millionen Donnen, wurden vor dem Kriege Bourgeoisie um den Vorrang, die dem eigenen hier gefördert, doppelt so viel als in Belgien Markt und dessen Absatzgebieten geltende» oder Rußland, 359 Schächte beschäftigten kaufmännischen Erwägungen Englands treten 199.999 Arbeiter. Mit seiner Zinkproduktion als weitere Kraft auf den Schauplatz des kapi von mehr als 179.999 Tonnen überflügelte talistischcn Jntcrcssenkricgcs und die Kampf Kronen erhält. Der Stiunnung dieser kleinen Landwirte gaben die-Abgeordneten Genossen Leibi und S ch w e i ch h a r d t in einer V o r- spräche Bei in Ministcrpräsiden- t e n Dr. Ccrnh an: 2. September beredten Ausdruck und crsitchtcn ihn, dahin Zu wirken, daß in allen Fälle», wo nachweislich ohne Gc- fährdung der Existenz eine Ablieferung nicht möglich ist, Rücksicht geübt werde. Der Mi- nisterpräsidcpt, welcher sich dahin aussprach, daß die vorgeschriebenen 49.990 Waggons auf jcdei: Fall au'gebracht werden müssen, konnte aus eigenem ermessen kein bindendes Versprc- che» abgeben, sagte jedoch zu, daß er sich mit den Augenblick abwesenden Ressortministern ins Einvernehmen setzen werde. Die Erfolge der tschechisch-chauvinistischen Schulpolitik. Brünn, 2. S e p t c n: b e r.(Tsch. P.-B.) In der heutigen Sitzung dcs Stadtrates gab Bürgermeister Dr. M acha das vorläufige Er- gcbnis der Einschreibungen an den tschechischen und deutschen Volks- und Bürgerschulen in Brünn(Innere Stadt)»ach dein Stande von: 1. September d. I. bekannt. In die tschechi- schen Volksschule» wurden 5.692, in die Bürgerschulen 3293, zusammen 8895(Vorjahr 8784), in die deutsche«: Volksschulen 3289, in die Bürgerschulen 2999, zusammen 5379(Vorjahr 5932) Kinder eingeschrieben.— Tic Tschechen haben etwa ein Drittel der Brünner Schu> gen aufgelöst und die bestehenden in die für den Jugendunterricht unmöglichsten Lokalen unter- gebracht. Dann haben sie für alle Kinder der städtischen Angestellten und sonstigen von: Staate und Lande Abhängigen den tschechischen Schulzwang dekretiert. Und trotzallcdein ist es ihnen nur gelungen, einige Hunderte von der deutschen Schule fernzuhalten. Bilder aus der Slowakei. Obcrschlcsien jedes andere Land Europas und musik dazu besorgt dcs Kapitalismus fürchtcr- steuerte 17 Prozent der Wcltproduktion dieses lichstcr Sohn, der Nationalismus in Gestalt Mctallcs bei. In der Eiscnvcrarbcitnng waren dcs polnischen und dcs deutschen JmPcrialiS- ihn: innerhalb Deutschlands zwar Westfalen muS. Widerlich sind alle beide. Aber der Pol und die Rheinland«: überlegen, immerhin Nischen Hcrrenklasse blieb es vorbehalten, die brachten 1913 scchzigtanscnd Arbeiter 959.999 nationale und StaatSidcc voll und ganz zu Tonnen Roheisen und anderthalb Millionen prostituieren. Sie hetzte und hetzt durch las Tonnen Stahl in den Verkehr, 38 Hochöfen, mystische Zauberwort„Vaterland" Taufende 24 Eisen- niid Stahlgießereien, je 16 Stahl- und Abertausende in Ruin, Aufruhr und Tod. und Walzwerke standen in: B triebe. Gab die Schwerindustrie 399.999 von den zwei Millio neu Bewohnern Brot, so beschäftigte die Er zeugung von Chemikalien, Kali, Baumatcria licn, Koks usw. einen weiteren gewaltigen Ar beiterstab und all diesen Werktätigen droht lind das nicht etwa, weil die Herren Schlach zizcn fanatisch au ihr Idol glauben, sondern weil noch weitere hundert oder tausend von ihnen an die Schüssel kommen und ein Land mehr zum Heil des eigenen Bauches aussaugen wollen. Wenn jemand, so haben sie einen nicht eben als Freunde Deutschlands und g<> durch eine Teilung des Landes eine schwere heiligen Traum, die Befreiung eines gcknech- Erschütterung ihrer Existenzgrundlagen. Wo tetcn Volkes, erbarmungslos geschändet. Wir Geschlechter daran gearbeitet haben, ivas Na- sagen das mit Erbitterung, weil diese Wirk tur erschuf und Mcnschengeist und-Kraft er- lichkeit gewordene Befreiung Polens ein kras- sannen und leisteten, mit einander in mög- scr Beweis dafür ist, wie der Kapitalismus lichste Uebereinstimmung zu bringen, da muß alles und jedes, auch die hehrsten Ideale, in ein noch so vorsichtig geführter Schritt eine seine schmutzigen Kreise zieht. Derselbe Kapi- Unzahl von Zusammenhängen stören, muß talisnms, der sich jetzt anschickt, zwei Millio- hier lähmen und dort eine jedes Abflusses bc- ucn Obcrschlcsicr durch irgend ein Proviso- raubte Ucbcrproduktion erzeugen. Ein Bei- rinn: unglücklich zu machen, um sein Dasein spiel, das für viele spricht und das Dr. Malter fristen zu können. Aber was ihn augenblicklich Schotte in der Schrift„Die Zukunft der ober- zu retten scheint, beschleunigt in Wirklichkeit schlcsischeu Wirtschaft" anführt, möge gcnü- nur seinen Tod. denn ein notdürftiger Jntcr- gen, un: das eben Gesagte zu illustrieren: Tie I csseuausglcich vermehrt nur die Gegensätze und „Oberschlcsischc Eiscnindustric-A. G." mi mit dein macht die Zukunft noch unhcilschwangerer. Ob <-itzc in Glciwitz betreibt ihre in: östlichen Teil Deutschland, ob Polen als Sieger ans dem des Jndustricdreiccks, Kreis Kottewitz, gelcgc- Kampf hervorgehen oder ob, was das Wahr- nei: Werke mit Koks aus dem Kreis Rybnik, schcinlichste ist, das Ergebnis hinter beider weil die in: Osten geforderten Kohlen nicht Wünschen zurückbleiben wird, jedenfalls er- vcrkoksbar sind. Für die Stahlhütte Baldion weist sich das heutige Machtstaatensystcm an in: Kreise Kattowitz wieder lieferte der Kreis dem obcrschlcsischcn Problem als unhaltbar, Benthe» das Roheisen und abermals Rybnik cils den eigentlichen Feind der Völkcrvcrsöh- den Koks. Wie'soll auch nur einer der genann- nnng. Nicht um Grenzen für_ ihre ten Betriebe eine Teilung überdauern, ganz Ausbcntniigsgcbiele sollte die Menschheit gleichgültig nun, ob irgend ein Sforza- oder streiten, sondern die Grenzcn nieder- Lloyd Gcorgc-Plan oder ein Geemcierkunst- reißen. Die Staaten müssen»erben, damit stück, das der Völkcrbundrat ausheckt, zur Ver- ,-dcr Staat" auferstehe, in welchem die Sonne wirklichnng gelangt? Das vorsichtigste Chi- des Sozialismus so den Völkern wie den Ein- rurgenmesser müßte hier versagen, aber die zelnen leuchtet und in dem nicht mehr die operierenden Herren sind gar keine Chirurgen, Klassenherrschaft tr iumphier t, sondern grobe Fleischhackcr. Haben sie doch ihre. Ä..... Kunst schon einmal bewiesen, als es das Habs-^ Schutz der kleinen Landwirte, burgikche Monstrum zu zerschneiden galt/jeder„Unter den kleinen Landwirten dcs deutschen fti- fP- V.V..I.I*.»-•--■ Genosse blutet heute dank der barbarisch durch- Randgebietes herrscht große Erregung über die geführten Operation aus tausend Munden,&.?cm. AG. dorn ig Äugust^d. J.verfügte jeder Großbetrieb unserer so jämmerlich„na- turlich" erwachsenen Republik zappelt traurig> eine Gesamtackcrfläche .— Art der Ablieferung an Getreide an jeder Großbetrieb unserer so jämmerlich„na- h^n Staat. Bekanntlich ist für Landwirte, die türlich" erwachsenen Republik zappelt traurig eine Gesamtackerfläche von 3—5 Hektar be- zwischen Tod und Leben! Und was erst recht sitzen, eine Quote von 39 Kilogramm per Hck die Teilung eines geschlossenen Jndustriegc- lar, und für solche mit einer Ackerfläche vo: bietcs anlangt, spricht das Schicksal Ostschlc- 5-29 Hektar eine Quote von 69 Kilogram:: sieus eine furchtbar warnende. Sprache, pro Hektar vorgcschnc von Schicksal Ostschlc- 5—29 Hektar eine Quote von 69 Kilogramm warnende. Sprache, pro Hektar vorgeschriebe::.^ In minder ertrag- Trzynietz verkümmert und Witkowitz geht ein,$ Arbeiter und Beamte verlieren mangels jeden.unmöglich. ^ V7r7 die vorgeschriebene Menge abzuliefern. Cnt- Absatzes chre Stellen. Ter polnische Teck leb:, dadurch seine Ernährung von einer den Patriotismus durch den Kot pcfa^rbct, ober er müßte sich im freien schleifenden Beamtenschaft ausgebeutet, über-~*-~ müßte sich im freien «..».v m.rÄ-'V 7*,'/ IT"-|'2 ani)C I Getreide um 499"Kronen für den Haupt nicht mehr, Welcher kW senkende wagt j Zentner kqufen, Nwsip fS tzSW FtMe M- Cinc Naticncn-Unt.rsuchungskommisjion. Preß- bürg, 1. September 1921. In Kaschau wallet eine sogenannte Nationen-Unlcrsnchungs'ommis- sion. Diese Kommission stellt die Nationalität der Kinder fest und nur behördlich gcaichte ungarische Kinder dürfen ungarische Schulen besuchen. Die Kinder, von denen die Kommission behauptet, daß sie Slowaken sind, müssen in slowakische Schulen gehen. So wird die Zugehörigkeit zu einer Na- tion von der Obrigkeit fcstgcscvt. Das Ende der ungarischen Hochschule in der Slowakei. An der juridischen Fakultät der Preß burger Universität wurde bisher ungarisch vorgelesen. Laut der Vereinbarung von: 25. September 1919 zwischen den Univcrsi!ä!sbc- hörden und den Vertretern der Regierung sollten die ungarischen Vorlesungen bis zum 31. Juli 1922 fortgesetzt werden. Die ungarischen Vorlesungen wurden aber jetzt von der Rc- gicrung einseitig abgebrochen. Gewiß war die Prcßburgcr Hochschule, wie die ungarischen Universitäten überhaupt, eine Hochburg der Rc- aktiv». Die reaktionäre Gesinnung der Pro- fcssorcn ist aber kein triftiger Grund für die Ver» nichtung dcs nngarischcn Hochschulwesens. Die Ungarn der Slowakei und Karpathorußlands werden nämlich in der Zukunft keine H o cki- schule haben. Ans den Trümmern der nngari» schcn Kultur will man die slowakische aufbauen. Ter Fleischtvucher in Nrcßbnrg. Einundzwanzig Mctzgermeister der Prcßburgcr Markthalle ston- den vor dem hiesigen Wuchergcricht wegen Preis- trciberci. ES wurde festgestellt, daß sie im März d. I. von Großflcischhanern Fleisch zu 11 K per Kilogramm einkauften und dasselbe für 18—39 K per Kilogramm verkauften. Sechzehn von ihnen wurden zu e i nni o n a t i gcr Kerkerst r a fe, einer zu drei Wochen Kerk-r und 2999 K Geldbuße verurteilt, vier wurden freigesprochen. Solche Flcischwuchercr gehören in Preßburg nichi zu den Seltenheiten, Wohl aber solche Urteile. Die Korruption in Karvathornßland. Ter gewesene Oberstadlhauptmann von M u n k a c s, Svacha wurde verhaftet. Er hat große Sum- inen unterschlagen. Unter den verschwundenen Posten figuriert auch einer von 10,000 Dollar. Da auch die Führer der PercgZzaSzcr Polizei al-Z gewöhnliche Verbrecher entlarvt wurden, muß die Sicherheitsverwaltung Karpathorußlands ein« äußerst zuverlässige sein. Der Miste Ziomstenkongreß. Seitdem Theodor Hcrzl in seinem„Jude n st a a t" die Juden aufgerufen hat, sich ihrer nationalen Einheit bewußt zu werden und, nicht als einziges Band ihrer Gemeinschaft das mosaische Glaubensbekenntnis zu betrachten, ist die Schar der Zionisten von einem kleinen Häuflein zu einer Masse angewachsen, hat sich die Losung der Partei:„Sicherung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für jene Juden, die in den Wirtsvölkern nicht auf- gehen können oder wollen", Beachtung erzwungen. Wundern kann uns die Bewegung nicht, weil die bewußte Betonung dcs Volkstums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert? eine der wichtigsten Triebfedern der Geschichte geworden ist. Der zwölfte Kongreß, der gc- genwärtig in Karlsbad tagt, kann auf einen Erfolg zurückblicken. Lord B a l f o u r hat 1917 in einer Deklaration Palästina den Juden als Siedlungsgebiet zugesprochen und die meisten Weltmächte haben sich dieser eng- lischen Erklärung angeschlossen. Freilich fielen in den Freudemwein viele WermutStropfsn, denn die einheimischen Araber wollen von der MHlW.Mest MH Men stütz die 8. September 1921. Soztaid Seit« d. europäischen Voircr werden sich. mit immer schroffcrem Haß gegen die ungebetenen Gäste, auf deren geduldigen Rücken sie nebeil den vielen tatsächlich jüdischen Sünden auch die eigenen Verfehlungen abladen. Denn Wucher und Schiebertum gedeiht ebensogut unter dem Davidschild wie im Schatten desKreuzes. Ter Besprechung des Erfrcchlichcn tvie des Bitteren gelten die bisherigen Kongreßreden, Im cinzel- ncn sachlich Wichtiges brachten nicht nicht. Die russische Hungerkatastrophe. Moskau, 2. September(Funkspruch). Bis zum 31. August wurden im Ganzen 11,109.40-1 Pud Brotsrucht aufgebraucht, sodass die Win- t e r a u s s a a t in den H u u g c r g c b n gesichert erscheint. Wie jedoch aus vcr- schicdcncn Aufrufen und Artikeln der„Pravda" hervorgeht, ist die Lage der Bevölkerung in den Hungcrgebietcn noch immer verzweifelt. Die Regierung hat nämlich einen Teil des auf- gebrachten Getreides auch für die Versorgung der Industriearbeiter im ganzen Staate und für die Spitäler verwendet. Gin Telegramm Kalenins aus den Hungergcbicten besagt, das; dort noch immer die St e r b l i ch k e i t in- folge Hungers recht hoch fei. Die Lage der Kinder in der Kirgifcnrepnblik ist entsetzlich. Verzweifelte Eltern verlassen ihre Kinder auf offener Straße. * Kopenhagen, 2. September.„Berlinskc Ti- dende" meldet ouS Helsingfors: Zwei Dampfer mit 12.000 Tonncn Lebensmittel aus der amerikanischen Hilfsmission sind in Riga eingetroffen. Nach Moskau sind bereits 2 2 Eise»bah»Waggons mit amerikanischen Lebensmitteln abgegangen. Tic Mitglieder der amerikani- sehen Hilfsaktion reisen in der nächsten Woche nachMoskau ab. Keine Polnisch-magyarlsche» Legionen. Die Pol- nische Gesund« sehasl in Prag ersucht um Vcr- öffentkichung folgender Mitteilung: Mit Rücksicht auf die ständig sich wiederholenden Nachrichte» über die Bildung von poluisch-maayarisch.'ii Le- gioneii in Polen erklärt die Gcsandlschnst der polnischen Ncpnblik in Prag nochmals, das; diese Nachrichten ebenso wie diejenigen über ein diplomatisches Einschreilen in dieser Angelegen- heil nicht ans Wahrheit beruhen. Widerspruchsvolle Nachrichten vom griechisch- türkischen Kriegsschauplatz. Bngora, 2. September.(Havas.) Amtlich wird gemeldet, dag die Griechen nach zweitägiger Schlacht östlich vom Sakaria vergcb- lich versucht haben, die türkische Front zu durchbrechen. Sic beginnen lanasam zu- r ü ck z n w c i ch c n und die Türken b c r c i- tcn ihre Verfolgung vor. Athen, 1. September. Die siebentägige Schlacht, die mit den, Znrückwci ch e.n der Türken endete, fand bei den starkbcfcstigtcn Anhöhen des nördlichen Ufers der Flüsse G ö k und K a d r n n d j i statt. Die Schlach'linie er- streckte sich ans der Front vom Dorfe Etrek am östlichen Ufer des Sakaria bis 00 Kilometer oft lich davon. London, 2. September. ES scheint, das, d!c G riechen einen Fortschritt erzielt haben und die fliehenden Türken vcr- folgen. Die Griechen sind 5> Meilen östlich des Sakaria vorgerückt und man glaubt, das? sie die Türken ans dem größten Teil der östlichen Bcrgpositionen vcrtric- bcn haben., Die Gefahr derMalanaverbrcitung. Voü Privatd zcnt Dr. Hugo Iltis(Brünn). Zu den Segnungen des Weltkrieges gehört auch die Überflutung unserer Hemmt durch In malariaverscuchtcn Gebieten(Albanien, Wol- hynicn etc.) erkrankte Soldaten. Die Malaria oder das Wcchsclficbcr wird nicht, wie mau früher glaubte, durch die Sumpfluft, durch „Miasmen" hervorgerufen, sondern durch winzige, mikroskopisch kleine Schleimtierchen, die Plasmodien, die sich im Menschenblute rasch vermehren und, indem sie in bestimmten Zcitabständen in ungeheurer Menge die menschlichen Blutkörperchen anfallen und vernichten, ein regelmäßig nach bestimmten Zeiten(nach 24 oder 48 oder 72 Stunden) auftretendes, den Körper schwer schädigendes Fieber erzeugen. Als diese Tatsache im Jahre 1880 vom französischeil Militärarzt Lovera entdeckt worden war,.wußte man noch nicht, wie diese winzigen Parasiten in das Men- schcnblut hincingclangen. Erst durch weitere Forschungen, vor allem durch Roß, Grassi, Schaudine u. a. wurde festgestellt, daß diese winzigen Ficbcrcrrcgcr nur durch den Stich gewisser Mückcnarteu, der Fieber- oder Gabel- mückcn(lateinisch Auophelcs) dem Menschen eingeimpft werden können, aber auch nur dann, wenn diese Mücken vorher das Blut eines Malariakranken saugten. Durch die M ü ck e wird also die Krankheit b oin kranken auf gesunde Men- scheu übertragen. Vor dem Kriege war über daS vorkommen der Fiebermücken in unserer Heimat nur wc« nig bekannt. Denn einerseits gab es ja fast keine Malariakranken bei nnS somit auch Wate^Malariagcfahr und daher nur wenig Blutige Zusammenstöße bei einem Streik in Virginia. Charleston(Virginia), 1. September. Aus 2 o- g a ii wird gemeldet, daß sich niedrere Zusammenstöße der Polizei mit den seit mehreren Wochen streikenden Bergleuten ereignet haben. ES wurden Schüsse gewechselt, wobei ein P o l i z i st und ein Bergmann g e- tötet wurden. Der Streik soll sich auch ans die staatlichen Bergwerke des Ohio a u S- dehne it. Agrarische Gewissenlosigkeit. Sic wollen die Arbeiter aushungern. Die staatlichen Ernährungswirtschaft ist ein Hohn für die Bevölkerung,'wonach die Regie- rung erst den Kreis der Personen, die auf die staatliche Versorgung Anspruch haben, genau umschreibt, um dann in einer zweiten Verord nniig zu sagen, daß für die Geltendmachung der Ansprüche auf die öffentliche Versorgung nichts anderes entscheidend sei, als die bereit stehenden Vorräte. Mitten im Ernährungschaos rüsten die Agrarier um den Preis des Getreides möglichst in die Höhe zu treiben, der ganzen Bevölkerung den Brotkorb höher zu hängen. Die Tctscheuer Bezirksleitung des Bundes der L a n d w i r,t c erließ— wie wir unserem Bruderblatt, dem„Nordböhmischen Volksbotcn" entnehmen— au alle ihr an- geschlossenen Lokalorganifationcn einen Aufruf, in dem es unter anderem heißt:„Den Partei- Mitgliedern ist nahe zu legen, nach Tünlichkclt mit dem Gcircidedrusch zuzuwarten, weil cL dermalen vorteilhafter erscheint, das Getreide möglichst im Stroh zurückzuhalten, zuiliinde- stens aber das gedroschene Getreide, um nicht durch Massenverlauf jetzt zu Beginn des Herb- stcs prcisdriickend zu wirken. Auf alle Fälle wird aber vor übereilten Friihkäufen gewarnt. Ein jeder möge das übrige Getreide der Lager- hausgenosscnschast verkaufen, um sich dadurch selbst zu helfen." Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß es sich hier um einen wohldurchdachten Plan handelt und der Bund der Landwirte diesen sauberen Rat nicht nur seinen Mitgliedern im Tctschner Bezirk, sondern überall gegeben hat und daß die tschechische» Agrarier wahrscheinlich mit ihren deutschen Klcisscngc- Nossen im Bunde sind. Man bedenke nun die ErnährungSlage, in der sich die Bevölkerung befindet. Die Hälfte wird ans der öffentlichen Versorgung ausgeschieden und muß den land- wirtschaftlichen Produzenten jeden beliebigen Preis zahlen, den die Agrarier auf Grund ihrer guten Konjunktur— die gute Konjunktur der Agrarier ist nämlich der Hunger der anderen— verlangen. Die andere Hälfte der Bevölkerung bekommt staat- lich bewirtschaftetes Mehl— jo lange der V r- rat reicht..>;e Agrarier sorgen schon setzt da- für, daß keine Vorräte hier sind, damit die gc- samtc Bevölkerung ihnen Wucherpreise für Brot und Niehl zahlt. Tic Großbauern und Gcircidchändlcr sind hungrig nach Profiten, sie wollen ungehemmt von jedem staatlichen Zwang verdienen und die Masse der Vcvol- lcrniig muß entweder zahlen oder kann vcr- hungern. Der Bund der Landwirte scheut sich nicht, die Bevölkerung direkt in eine Hunger- katastrophe hinzutreiben. Aus den geschwcich- ton Leibern uittcrcrnährtcr Arbeiter, Arbeiter- freuten und Arbeiterkinder will der Bund der Landwirte Profit münzen. In diesem Augenblick des Zusammenbruchs der Eriiähruiigs- wirtschaft, da die Sorge um ein bischen Mehl und Brot jeden Arbeiter und jede Arbeiterfrau erfüllt, tritt der Bund der Landwirte mit einem so schändlichen Schreiben an seine Mitglieder herbor. Auf der einen Seite stellen sich die Interesse für die das Fieber übertragenden Stechmücken. Durch den Weltkrieg aber wurden, wie erwähnt, malariakrankc Soldaten in' großer Zahl(nach Martini nach Deutschland über 100.000!) in unsere Heimat gebracht, so daß die Malariagcfahr bei uns in die Nähe ge- rückt erscheint. So wurde denn die Frage, ob die Malariamücken bei uns vorkommen, bczw. hänsig sind, auf eintna l wichtig.— Andererseits hat man in früherer Zeit die Fiebermücken nicht an den richtigen Orlen gesucht und daher oft auch dort, wo sie häufig waren, übersehen. Die Fiebermücken(Alto- pheleS) findet man nämlich bei uns am Tage nicht oder nur selten— außer bei massenhaftem Vorkommen— im Freien, sondern ineist in dunkeln, schmutzigen Ställen und Wohnungen an dcrTecke oder an den Wänden, am liebsten an Spinnweben sitzend. Die Fic- bcrniücken sind von den gewöhnlichen Stech- mücken— bei uns Gelsen genannt— dadurch zu unterscheiden, daß die Weibchen— nur diese saugen Blut— neben dem Säugrüssel zwei lange Taster aufweisen, während die Taster der gewöhnlichen Gelsen nur ganz kurz sind. Ferner sind sie auch an der Art, wie sie an der Decke der Ställe sitzen, leicht zu erkennen: sie hängen nämlich, nur mit zwei Beinen befestigt, senkrecht hinunter, während die andern Müllen mit allen sechs Beinen wagrecht an der Decke haften. Von unten gesehen, erscheinen also die gewöhnlichen Mücken nie tlcine schwarze^Striche, die Fiebermücken wie dunkle Punkte. Da, wie gesagt, über da? Vorkommen der Fiebermücken bei uns nur wenig Sicheres bekannt war, ging ich im Vorjahre daran im Bevei« mit mehveren Mitarbeite«,--»• vor allem den bekannten Fachleuten-Direktor Karl Ezizeh und Fachlehrer Karl Londroch Agrarier, die doch die Bundesgenossen der Herren Lodgman, Knirsch und Kafka sind, die mit den übrigen dcntschbürgcrlichipi Parteien im deutschen parlamentarischen Verband brisant- mcnsitzcn, als nationale Partei hin, betonen fortwährend ihr Deutschtum, spielen sich als die Retter des deutschen Volkes ans und ans der anderen Seite tun sie alles, um die Massen des deutschen Volles, die deutsche Arbeiterschaft verhungern zu lasten, Uns Sozialdemokraten nennen sie„Nationövcrrätcr", dabei aber hungern sie das deutsche Volk, das meistens in Industriegebieten wohnt, ans. Nicht das Deutschtum, sondern der Mammon ist ihr Gott. Wir werden auch sehen, ob die Regie- rnng gegenüber den Agrariern, die frech jedes Gesetz verhöhnen und ausgesprochenen Wucher treiben, so energisch vorgehen wird, wie gegen streikende Arbeiter. Tages-Uenlgktlttn. Protestkundgebung gegen die neue Erniihrungövcrordnung. TciNschgclbc Provokalion in Fiigcrndors. In Jägcrndorf fand am Montag eine große Protcstvcrfaminlung unter freiem Himmel gegen die Einschränkung der Brot- und Mehlvcrsor gnng und gegen die Erhöhung der Mehl- und Brotprcisc statt. In Tausenden waren die Ar> Heiter ans den Betrieben ansinarschiert, um gegen die neue Verordnung der Regierung Siel- lung zu nehme». ES wurde eine Abordnung gc- wählt, die dem Landespräsidentcn die Fordern»- gen der Arbeiterschaft überbringen sollte. Wäh- rend der Rede des Abgeordnete» Genossen Heeger beging nun der nationalsozialistische Gemeinderat Schmidt a»S Mcißkircb die Frechheit, vom Fenster der Gemeindelanzlei der ohne- hin erregten Aienge zuzurufen, c S sei olles Blödsinn, Unsinn: was da gcsprorfien Iv i r d, und provozierte die Massen ditrcb höhnisches Ccläclper und abfällige Handbctvegung. Die Aufregung wurde sa gewaltig, daß Hunderte von Menschen die Polizei, die vor dem Rathanse stand, beiseite drückten und einen Sturm auf daS RathanS unternahmen, um diese» Frechling herauszuholen und ihn zur Verantwortung zu ziehen. Di- Menge stürmte in die AmtSkanzlcien, von dort in daL Zimmer des Ant'SleilcrS, um- ringle den sauberen Patron, der, bleicli und an allen Gliedern zitternd, Wor'e der En'scbukdignng zustammcln versuch'«: und der Lvnchinstiz nur entgina, weil die Vertran-nsmänncr ib» vor dem Ausrisse bewahrten. Nach längerem Verhandeln erklärte sich dieser Held bereit, den Arbeitern vom Balkon des Rathauses Abbitte zu lcilt-n, worauf sich die Messen etwas beruhigt zurückzogen, um die Erklärung abzuwarten. Tic Polizei se'bli de- nftt'tc dieS, um dcS Rathaus cbmsocrreu. Schmidt erschien nun am Backen des Rathauses, von Schmäh- und Pfui-Riifen empfangen, ver- suchte dort eine Erklärung n:V aber eine Abbitte heruuterzustammeln, was die Mmge nicht befriedigte und zu einem neuerlichen Sturm auf das Nathans Atckaß gab, da? aber in der Zwischenzeit von einem Polizeikordon abgesperrt wurde. Stundenlang noch wogte die errca'e Masse auf der S'raße auf und ab und eS bedurfte der größten Anstrengung der besonnenen Elemente, die M-nge vor übereilten Schritten zu- rückzuhalteu. Man hä'te Schmidt, fa^z man «einer habhaft geword-n wäre, buchstäblich er- schlagen. Bis in die späten Ab-udstiinden mußte der Frechling in« Gcmeiudcbause verwahrt hsel- beu, um sich dann im Dunkel der Nacht davon- •»schleichen. Tic Menschen zerstreute» sich erst dann, als der Vertreter der Behörde, Herr Dr. Herzig, sich chrenwörtlich verpflichtete, ge- gen Schmidt die Anzeige zu erstatten.— Dienstag vormittags sprach dann die Abordnung beim die Verbreitung der Anophle 5 : z n st II d i e r e n.(Die ausführliche Abhandlung erscheint in den Berichten des mährischen Laiidesmuscilin). Wir ginge» beim Fang der Mücken in der Weise vor, daß wir kleine, breithalsige, zum Teil mit Spiritus gefüllte Flcischchcn vorsichtig unter die an der Stalldccke hängenden Mücken schoben, worauf die durch den Spiritnsdampf betäubten Tiere in die Flüssigkeit sielen. Zuerst zogen wir das wasserreiche und durch die Mückenplage verrufene südmährische T h a y c g e b i c t in den Bereich unserer Untersuchung. In allen durch- forschten Orlen, so in der Umgebung von Znaim, Grußbach, NikolSburg, den Pollaner Bergen, Eisgrub, Lundenburg u. a. fanden)vir die beiden bei uns vorkommenden Arten der Fiebermücke Anopheles inacnlipennis und A. bifnrcatuS, stellenweise in sehr großer Zahl. In den Grenztcichen und Thahatnmpcln gelang es uns auch die Larven der Fiebermücken nach- zuweisen. Auch im mittel mährischen S ch a r z a w a g e b i e t, also in der Gegend um Brünn herum und in Brü n u selbst gelang es uns, die beiden Malariamücken über all, wo wir suchten, festzustellen. Endlich wurde noch da? hochgelegene Gebiet dcS w c strichen böhmi f ch-mährischen H ö- h e n z u g s also die Gegend um Teltsch, Jglau, Neustadtl etc. durchforscht. Auch hier in die- sein durch seine zahlreichen, großen und kleinen Teiche gekennzeichneten Landstreich, dessen Ort- schafte» meist zwischen 500 und 000 Meter Mccrcshöhe aufweisen, sind die Fiebermücken fast überall häufig. Die andern Teile Mährens, namentlich du: Norde« und der Osten wurden zwar von uni«och nicht«in er gründlichen UriteAuchnrig imtcnzogen. Ab«- auS dsn voreinzeuckn Funden, die wir und andere Forscher auch in den anderen mährischen Landcspräsidcnten vor und unterbreitete die Wünsche, Forderungen und Beschwerden der Ar- bcitcr. Nach längerer Aussprache gelang es. einige Härten der Verordnung in ihrer Ausle- guug zu milder», worüber den Vertrauens« mäunern der Arbeiterschaft in einer Plenarver- sammlung Bericht erstattet wird. Am Mittwoch fand eine Volksversammlung in Neutitschein statt, die sich ebenfalls mit der neuen Verordnung beschäftigte und anss Schärfste gegen diese Regierungsmaßnahme protestierte. Eine scharst Protestresolution gegen die Er- nährungSverordnnng faßte am Dienstag eine Konferenz der Gemeindevorsteher und Approvi- sionierungsleiter des Bezirkes K o m o i a u, die als gesetzliche Vertreter der gesamten Bevölkerung die vollkommene A»f li e b u n g d i e s c r Verordnung verlangten. Diese Verordnung macht nicht nur dem schwer arbeitenden Volke die Existenz fast unmöglich, sondern sie zeigt auch, daß die Regierung nicht gewillt ist, den Wucher mit den wichtigsten Lebensmitteln zu unter- drucken. Die Resolution verweist darauf, daß der- art tiefeinschneidcnde Regelungen des Ernäiv rnngswcscns n» r ans pari a m c» tar>- s ch cm Wege beschlossen werden dürfen und fordert daher die sofortige E i n b c r»s n n g des Abgeordnetenhauses. Ter beschlagnahmte Marx. Eine Reichender- gcr Buchhandlung erhielt dieser Tage einige Bände von Marxens„Kapital" zugeschickt. Und diese Sendung hat der Reichenberger Staatsanwalt beschlagnahmt. Das„Kapital" wird nun höheren Orts auf seine StaatSgcfähr- lichkcit geprüft werden und falls sich gegen den Autor Bedenken geltend machen, wird wahr- scheinlich auch seine Verhaftung in Reichcnberg verfügt werden. Gegen den Täter liegt noch anderes schwer belastendes Material vor. So soll er angeblich ein kommunistisches Manifest herausgegeben haben, das bedauerlicherweise den zuständigen Behörden noch nicht in die Hände gefallen ist. Doch der Reichenberger Staatsanwalt wird alles daransetzen, sich in den Besitz dieses Pamphlets, von dessen Existenz er schon gehört hat, zu setzen. Es liegt über Haupt der Verdacht nahe, daß der besagte Marx in Reichenberg staatsgcfährliche Propaganda zu treiben beabsichtigt, wie überhaupt eine ganze Reihe ungarischer Juden das Territorium nn- scrcr Republik, die sich doch eben anschickt, eine s-zialc zu werden, geradezu überschwemmt. Im übrigen ist der Reichenberger Staatsanwalt einer großangelegten Verschwörung ans die Spur gekommen. Es sollen sich in unserer Re- publik noch mehrere Individuen herumtreiben, die mit dein Programm des obengenannten lä- stigett Ausländers übereinstimmen. Der Ret- chcnbergcr Staatsanwalt wird sich ohne Verzug im Einvernhmcn mit dem Untcrsuchungs- Achter mit dem Studium des konfiszierten „Kapital" befassen und gegen den inkriminier- len Karcl Marx und Genossen dos Strafverfahren einleiten. Die Vergewaltigung de« d-ntschen Schulwesens in Trovpau, wo bei Durchführung des letzten Erlasses die Deutschen 40 Klassen beraubt würden, hat die Erregung der dortigen Arbeiter- schuft ans? höchste gcstcigcrc. Die organisierte» Arbeiter beschlossen in einer Vertrauensmänner- versamlmung om Dienstag, den Kampf gegen diese tschechoslowakische„Kulturpolitik" mi! allen Mit'eln zu führen und beriefen für den gestrigen Freitag eine große Arbeitcr-Protestversammlurig ein. Der deutschen Bevölkerung TropPauS ist es bitlerer Ernst um ihre Protestaktion.' Gebieten, so im Flußgebiet der March (Mährisch- Schöttbcrg, Olmütz» Krcmsicr, Gösling) und im Nordosten(Mährisch Weißkirchen, Mährisch-Ostrau) gemacht halten und nach ähnlichen Ergebnissen, zu denen man auch in Böhmen gelangt ist(von B. Dr. Brehm in der Umgebung von Franzensbad, Prof. Dr. Trojan n. a.) ist m i t S i ch e r h c i t d i c a l l- g c in e i n e B c r b r e i t u n g d c r a l s M a- la ria ü bcrt rä gc r in Betracht ko m- men den Mückcnin»n scrcr Heimat zu entnehme n. Nun befinden sich seit dem Kriege, wie erwähnt, in säst allen Teilen nn- srer Heimat ehemalige Soldaten, die auf den Kricgsplätzcn an Malaria erkrankte». Zwar wurden fast alle mit Ehinin behandelt und gc- heilt. Aber für die bei uns am häufigsten aus- tretende Form der Malaria, das Dritlagsfieber oder die Tertiana, ist es charakteristisch, daß trotz der Ehininbchandlnitg von Zeit ztt Zeit, oft erst nach mehreren Jahren Rückfälle, Rezidive, austreten, die, da sie meist von keinen schweren Erscheinungen begleitet werden, von den Heimkehrern vielfach allein behandelt oder auch ganz vernachlässigt werden. Da wir nun- jetzt wissen, daß namentlich iit wasserreichen Gegenden die malariaübertragendcn Mucken sehr häufig sind, so erscheinen die beiden Haupt- bcdingnngcn für die Ausbreitung des Wechsel- ficbers, jiir die Entstehung von Malariacpidc- inien, gegeben und es wird die Frage aufzu- werfen sein, ob nun tatsächlich eine u n mittelbare M a l a r i a g e f a h r b r- droh e. In früheren Zeilen bis zur Mitte des vo- rigen tzahlhundertK war dia Malaria in Mil-' de» Fornw,« diele«©He* Deutschlands tf*r Oesterreichs dalcbreitet. Hie war?. Z5. t« der Umgehung von. Göding(Hodonin) an der in meiner Heimat Mähren eiilgc-' Seite 4. VcrbRliflUNj) her Pressetelegramme»ach Jugo- iiaiuien. Der Tarif für Pressctclcgramme nach Ingozlaivien wurde, wir daS tschechoslowakische Postminlsterillm mittrill, auf Grund einer Per- einbarnng mit der Tclegraphenvcrwaltnng des Königreiches 2bZ. vom J. September an von I A'."o i, auf00 h für das Wort herabgesetzt. Pom t. Ski ober an werde» auch die Telephon- gebiihren nach Zngoslawlc» herabgesetzt iverdc». Diebstahl. Ter Eigemümer der Apotheke„U Spasitele" in der Pysehradvka trida, Mag. PH. Silva, machte bei der Sichcrhcitsabtciluna die t'I»zeige, daß ihm in der lebten Zeit 4000(stück iran.vsijcher"lvpu'imitlcl im Werte von nngc- fahr£5.000.Krone» entwendet wurde». Detektive pellten fest, dar, die Arzneimittel von dem gewc- senen russischen Gefangenen Maxim Gregs- rvwie aus Wilna gestohlen worden seien, drr in der Apotheke als Laborant beschäftigt war. Die entwendeten Arzneimittel verkaufte dann sein Trennd, der Postassistcm Wentel SalerinS, ivelcher den tprcgorowic nach dessen Angabe zu dein Diebstahl verleitet hatte. Beide wurden dem Landesstrafgerichte eingeliefert. lUchtc Chronik. Demonstrationen in Heidelberg. Aus Heidelberg wird gemeldet: Bei den Kundgebungen am D onnerstag kam es zu einigen Zwischenfällen vor den, Gefängnisse, das zurzeit keine politischen Gc« sangenen, wohl aber Schwerverbrecher beher» bergt. Tie Alcnge verlangte die Freilassung der ld-esangenen. Starke Posten der Sicherheitspolizei hielt?» die Tore besetzt. Die Arbeiterführer bc< '" igten die Menge. Ihrem Eingreifen verdankt es auch die„Baltische Post", in deren Gebäude d'.: Demonstranten eindringen wollten, dasz le- diglich die Torscheibe» eingedrückt ivnrdcn.^ Po,»(Ziscnbnhnzng getötet. Mittwoch abend» wurde bei der Haltestelle der Staatsbahn in .tt o m o 1 a ii der Kaufmann Ludwig K o h n aus .koniotau im schwerverletzten Zustande aufge- fiind.'ii. Kohii wuiche ins Bezirkskranicnhans lidirfiihrt, wo er seinen Verletzungen erlag. Er Italic angegeben, das; er in Görkail in den Zug >.»gestiegen sei und von jcinanden an der sallstelle ans dem Zuge gestoßen ii'u.ve. Z.wei diensthabende Kondnklcurc und der Bahn- ivääiter gaben bei ihrer Einvernahme an, nichts gesehen zu habe». Die Angabe.Nohns scheint nn- richtig zu sei». Da er schon einmal einen Selbst- Mordversuch unternehmen wollte, nimmt man an, das; es sich um einen Selbstmord handelt. Eine vollständige Aufklärung dieses Dalles wird erst durch die GcricvtSkomiiiission erfolgen. ^ Blutiger'Ilanbiidersall in Paris bei hellichtem Taoe. P a r i s, 2. September. Den Bläitern zu- folge wurde gestern Rachmittag am helle» Tage ein Steuere in nehm er in Cettc, der 1,000.000 giranke» bei sich halte, auf der Strohe n i e d e r g e s ch l a g e>t und b c raub t. Passan- ien»nd Gendarmerie versolgicn die drei Räuber. .In der Nähe des Bahnhofes entspann sich eine S ch i e fi e r e i, wobei ein Polizist und zwei Näu- Oer niedergeschossen wurden. Der dritte ergab sich. E i>i N ä n b e r ist t o t, der andere schwer vcr- letzt. Iranenarbeit in Amerika. Bei de» amerikanischen Bahnen sind ungefähr 100.000 Frauen bc- scliäftigt. Voriges Jahr befanden sich unter zwei Millionen Angestellten 5 Prozent Frauen, und diese Zahl erhöht sich ständig. Die Frauen find meistens als Bedienerinnen, Abwaschfrane», Ar- beiterinnen, Telephonistinnen u. ähnl. bcschäf- tigt. Wasserstand: Hohensiirt+ 2, Bndmcis— 32, Tabor+ 8, Moldautem—10, Pisct+15, Ka> mhk— 5, Stechowic— 54, Poritschen am S. 18, Beraun—40, Rlodran—84, Prag+11, Karolinenlal 10, Pardubitz—05, Brandcis — 54, Melnik+18, Laun—70, Leitmcritz ;- 51, Aussig—71, Tctschen—81.— Voraussage für den.'!. d. M. Aussig—72, Tetschcn — 80 Zentimeter. March so häufig, daß sie von der Bevölkerung als„Hodsuka"(Göoingcr Fieber) bezeichnet lvurde. Durch Flußregulieningen, Entsump- fiing und die damit verbundene Abnahme der Zahl der Fiebermücken, vor allem aber durch die allgemeine Besserung der h y- g i cuischcn Verhältnisse wurde aber die Malaria allmählich zum Schwinden gc- bracht, so daß unmittelbar vor dem Kriege nur noch ganz vereinzelte Fälle auftraten. Bor allem>var es e i n Umstand, tvclchcr der lieber- tragung der Malaria auf den Menschen eine «Grenze setzte. Die Malariamücken brauchen als Ruheplätze zivar trockene und zugfreie, aber schmutzige, dunkle, spinnwölbige Räume. Da nur infolge der Besserung der Wohnnngsver- Hältnisse solche Orte in Wohnungen selten, dagc- gen hänsig in Ställen sich finden, sind die Fiebermücken bei uns Stalltiere geworden und haben sich an das Saugen des Blutes der Haustiere gewöhnt, denen der Ma- lariaparasit nichts.anhaben kann. To auch die Tcmperaturvcrhältnisic in den meisten Gegen- den unserer Heimat, wenn sie auch die Entwick- lung der Malariaparasitcn ermöglichen, doch zu niedrig sind, um die Ausbreitung der Krankheit besonders zu begünstigen, so erklärt es sich, daß vor dem Kriege die Malaria bei uns fast ganz erloschen war und daß auch heute, trotzdem malariakranke Heimkehrer in allen Teilen unserer Heimat wohnen, die nn- mittelbar« Gefahr einer raschen Verbreitung dieser langwierigen Krankheit nicht gegeben erscheint._ Aber es wäre anderseits verfehlt, die Möglichkeit der Entstehung von Malaria- Herde« zu übersehen uno die. dagegen notwen- digen Maßregeln zu vernachlässige». Wurden dock), wie meine Erkundigungen ergaben, in den letzen drei Fahren an mehreren Orten «cuerworbene Fälle von Malaria deobachlci, Soziale VerbandStag der Staats-, Landes-, öemks- und Gemeindeangesteltten. Festhalten am Deutschen Gewcrkschaftsbundc. Der Verband der Staats-, Landes-, Bezirks- und Geniciiidcangestellteil hielt am 27. und 28. August 1021 in Prag einen außerordent- liehen VerbandStag ab. Der Verband ist als eine gewerkschaftliche Schöpfung der Nach- kriegozeit im allgemeinen Aufstieg unserer Gc- wcrkschaftsbelvcgmig entstanden. Ter Schaf- knng des Verbandes, welcher mit starker Hilfe der damaligen Landcsgcwcrkschaftskommission aufgebaut wurde und dem Deutschen Gewcrk- schaftsbunde in der Tschechoslolvakci angc- schlössen ist, liegt der Gedanke zu Grunde, eine Organisation zu bilden, in der alle Berufe der öffentlichen Angestellten vereinigt sein können. Darin soll sich der Verband als moderne"Gc- werkschaftSorganisation vor allem von den früheren Vereinen der im öffentlichen Dienste stehenden Angestellten unterscheiden. Auge- ficht der Schwierigkeiten die diese organisatorische Tätigkeit begleiten, muß schon die ansang- liche Entwicklung des Verbandes als eine gün- stigc bezeichnet werden und der vorjährige erste VerbandStag konnte mit Recht in der Hoffnung einer weiteren günstigen Entwicklung und mit der Aussicht ans fruchtbare Arbeit seine Verhandlungen schließen. Der zweite VerbandStag abpr fand nn» geraume Zeit vor Ablauf der Tätigkeitsperiode statt, um über einige schwierige Fragen zu entscheiden, die sich im inneren Organisationslcbcn während des vergangenen Jahres eingestellt hatten. Der VerbandStag setzte sich aus ungefähr 00 Vertretern, die etwa 8000 Mitglieder vertraten, den Mitgliedern des Verbandsvorstan- des und der Kontrolle zusammen. Für die Zentralgewerkschaftskommission des Deutschen Gcwcrtschaftsbundcs nahmen Abgeordneter E r n st G r ü n z u c r und der Sekretär Frau z M a c o n n teil. Vom tschechischen befreundeten Bcrvande war ein Vertreter an- wcscnd. Tie /Tagesordnung umfaßte in der Hauptsache die Berichte des VerbandSvorstan- deS, Statutenänderung und Bcitragslcistuiig, die Forderung der öffentlichen Angestellten und ihre Stellung zu den Betriebsräten und Neuwahlen. Nach dem vom BcrbandSob- inann erstatteten BorstandSberichte nahmen nach den Ausführungen über die gewerkschaftliche Tätigkeit, die beiden Fragen, Entlassung des Bcrbandssekrtcirs Rudolf Timm und das Verhältnis zur Zcntrc> lge- lv e r i s ch a f t s k o m m i s s i o n des Deut- scheu Gcwcrkschastsbundcs einen breiteren Ran>n ein. Der Sekretär des Verbandes wurde nach dem bekannten De z c m b c r- st r c i k, als er sich in einre von der kommunistischen Streikleitung in Rcichcnberg einberu- senen Versammlung der öffentlichen Angestell- ten gegen den Streik im Sinne der Stellung- nähme des Deutschen GewcrkschaftSbunde wen- dete, in einer kurz darauf abgehaltenen Sitzung des Berbandsvorstandes von seinem Amte als Sclretär suspendiert, lveil er angeblich durch fein Auftreten gegen den Streik in der gcnann- ten Versammlungen dein Verbände Schaden zu- gefugt habe. Später erfolgte dann in der Nach- Wirkung dieses Vorkommnisses die Entlassung des Vcrbandsckrctärs S i m m. Diese perso- nale Angelegenheit führte auch in den Bc- ratnngcn des Vorstandes zu scharfen Angriffen gegen die Zcntralgcwerkschciftskommiffion und zu Bestrebungen, die auf die Ablösung vom Deutschen Gcwcrkschaftsbnnde abzielten. Diese Ereignisse haben schließlich in der Einberufung des außerordentlichen Bcrbandtages gemündet. so n. a. von Stadtphhsikus Dr. Manrctter in Jglan, und ganz besonders in dem sumpfigen Gebiet um die Polaner Berge. Hier hat in den Fahren 1010 und 1020 der Distriktarzt Dr. Reiniger meherere Fälle von Malaria bei Kindern festgestellt, die mit ihren älteren im Krieg gewesenen Brüdern beisammen wohn- ten. In solchen Gegenden, namentlich nach- denc das Massenvorkommen der Fiebermücken dortsebst festgestellt worden ist, wird von Sei- ten der Sanitätsbehörde der Malaria beson- derc Aufmerksamkeit zuzuwenden sein. Die Ma- laria ist seit 1018 anzeigepflichtig. In ollen festgestellten Fällen wäre die obligatorische und, wenn nötig, unentliche Chinin-Behandlung durchzuführen. Wenn sich die Fälle tu einer Gegend mehren, wäreil alle Malaria- kranken in ein Malariaspctal abzugeben, das nach Tunlichkeit in einer Gegend zu errichten wäre, in der die Fiebermücken fehlen oder fel- ten sind(Gebirgsgegend, Sudeten, Böhmer- wald!). Bor allem würde es sich empfehlen, wenn auch hei uns, wie es in großzügiger Weise schon in Amerika, aber auch während des Krieges in Deutschland(z. B. in Elsaß- Lothringen) geschehen ist, die Bekämpfung der Stechmücken im allgemeinen, der Fiebermücken im besonderen, organisiert würde. Beseitigung der Brutplätzc, Entsumpfung, Vernichtung des Pflanzenwnchses, Abtönungen der Larven und der entwickelten Insekten in den Ställen und die wichtigsten Mittel der Bekämpfung. Es wäre an der Zeit, wenn sich Volk und Staat ans die kulturellen Aufgaben besännen und lvenn allmählich wenigstens ein Teil der für den Krieg und seine Borbereitung verwende- ten Mittel zur Heilung der durch ihn hervorgerufenen schweren Schäden herangezogen würbe. Der Berichterstatter des Berbandsvorstandes bemühte sich, festzustellen, dasz für die Entlas- sung des Sekretärs noch wichtige andere Gründe maßgebend gewesen sind. Nach der Erstattung der Borstandsbcrichte ergriff als erster der Vertreter der ZcntralgcwcrkschaftL- kommission Maeoun das Wort, um zu den Aus- führungen des Verbandsobmannes im Sinne des Deutschen Gewerkschaftsbiindes Stellung zu nehmen. Er betonte zunächst, daß es selbstverständlich Sache jedes Verbandes sei, über die Entlassung von Angestellten der Organisa- tion wegen mangelhafter Pflichterfüllung oder ungenügender Qualifikation zu entscheiden. Jnc vorliegenden Falle aber handelt es sich darum, daß die Suspcndicrung und spätere Entlassung des Verbandssekretärs aus einem Anlasse prinzipieller Natur erfolgte, der den Auffassungen aller übrigen GewerlschaftSlei- tuiigen, die dem Deutschen Gcwcrkschaftsbnnde angeschlossen sind, widerspricht. Die Enthc- billig und Entlassung des Sekretärs Sinim deswegen auszusprechen, weil er einen B e- schluß der Zcntralgewcrtschafts- kommission in jenen s ch i ck s a l s- chweren Dezcmbcrtagen vertreten hat, muß als ein schweres Unrecht bc- zeichnet werden. Trotzdem hat die Zentralgewerkschaftskommission erst dann zn der Sache Stellung genommen, als sich Schwierigkeiten äir die Verbandstätigkeit ergaben und nebst icm betroffenen Verbandösekretnr auch endlich die Verbandslcitung durch den Obmann mit der Zentralgewerkschaftskommission in dieser bösen Angelegenheit Verbindung gesucht hat. Die Zentralgewerkschaftskommission hat dann ihre guten Dienste zu einer Vermittlung ange- boten, um den schon vom Verbandsvorstandc geplanten Verbandstag zur Bereinigung dieser Angelegenheit zn vermeiden. Die Bermitt- lung der Zentralgewerkschaftskommission lvurde durch einen Beschluß der BerbandsleitungS- Itzling unmöglich gemacht. Ter Verbands- vorstand sendete vielmehr eine Darstellung des Falles hinaus, die einseitig wirken mußte, wäh- rcnd dem Bcrbandssekretär Simm die Auf« nähme seiner Erklärung im Verbandsorganc verweigert wurde. Als ihr die Bcrinitllung unmöglich gemacht lvurde, hat dann die Zeil- tralgcwcrkschaftskvmmissioii, an welche schon eine größere Zahl Ortsgruppen sich um Auf- schluß wegen des Falles Simm gewendet hat- ten, die Ortsgruppen des Verbandes von der Unmöglichkeit ihres Eingreifens verständigt. Macoun besprach dann, wie sich auf der einen Seite die Entlassung des Sekretärs Simm und die Auslassungen gegen die Zentralgewerk- ichaftskommission unter teilweise kommnnisti- scheu Einflüsse entwickelten, während sich von anderer Seite diese Gelegenheit benützend, rcak- tionäre Bestrebungen für die Ablösung von« Tentschcil Gewerkschaftsbnndc, siir die Ausscheidung des Verbandes aus der modernen Gewerkschaftsbewegung geltend machten. Die letzteren fanden ihren Höhepunkt in einem Ar- tikel der Mainummet dieses Jahres im Ver- bandSorgons„Der Neue Weg". Ter Verlrc- ler der Zentralgewerkschaftskommission begrün« dete eingehend, daß es sich seiner Körperschaft nicht nm die Vertretung einer persönlichen An- gelrgenhci!, sondern um die Stellung des Verbandes zu wichtigen prinzipiellen Beschlüssen in dc'■ besprochenen Frage und auch zu späteren Beschlüssen der Vorstänoekonferenz handle. Er bittet in Erinnerung des vorjährigen Beschlusses den VerbandStag, klar zu entscheiden, ob der Verband weiter im Deutschen GclverkschaftS« binide zu verbleiben habe. In der Debatte ver- teidigtcn die Delegierten Hannig und Trostel die Haltung des Verbandsvorstandes, während die Ausführungen aller übrigen Delegierten sich im Sinne der Ausführungen des Vertreters der Zentralgewerlschaftskoinmission bewegten. Es lvurde eine lOgliedrige Kommission zur Beratung des Falles Simm-Deutscher Ge- werlschaftsbiuid eingesetzt, die dem Verbands- tage bestimmte Vorschläge zu erstatten habe. Hierauf erfolgte die Verhandlung des Punktes „Statutenänderung", zu welchem Kreschcl das Referat erstattete, wonach in reger Debatte eine Reihe zwecksmäßiger Aenderunge« des Statuts beschlossen wurden. Am zlvciten Vcrhandlungstage wurde in Umstellung der Tagesordnung zunächst der Punkt„Die Forderungen der öffentlichen An- gestellten" behandelt und gleichzeitig mit dem Punkte„Betriebsräte" verbunden. Für den Äcrbandsvorstand erstattete Sekretär Wer- ner das Referat, worauf der Vertreter der Zentralgewerkschaftskommission Abgeordneter G r ii n z n c r zu den im Referate ausgestellten Forderungen eingehend Stellung nahm und dabei in interessanter Darlegung die Forde- rungen der öffentlichen Angestellten in den par- lametitarischcn Verhandlungen, inbesondcre den Gang der Dinge im Staatsangestellten- Ausschuß besprach. Redner sprach aber auch aus der Fülle seiner Erfahrungen über die Praxis der gewerkschaftlichen Organisationen der öffentlichen Angestellten und legte dem Per- bandstage nahe, den Gedanken einer Gesamt- organisation nicht nur vom Standpunkte, allen Gruppen Konzessionen zn machen, zu behandeln sondern sich darauf einzurichten daß der Verband als der einzige, der sich in die Gesamt- organisation der freien Gewerkschaften einge- reiht hat, die Führung innehaben soll. Er er- örterte dann noch die Notwendigkeit als ge- meinsamen Kampfes mir der Arbeiterschaft um das System der Betriebsräte. Die Ausführungen des Abgeordneten Griinzner wurden mit groger Aufmerksamkeit angehört und am TchluKe-von lebhaftem Beifall begleitet. Hier- ... September 1021. auf erstattete die Kommission, welche zur Ent- schcidung des Falles Simm, Deutscher Gewerk- schaftsbünd eingesetzt war, ihren Bericht. Die Kommission hatte zunächst die Entlassungs- gründe der Berbandslcitung, die außer dem Tezcmbcrstrcik von der Verbandsleitung anpe- führt wurden, auf das sorgfältigste gcprnf». dann die Frage der Entlassung ans dem An« lasse des Vorganges am 1kl. Dezeniber und schließlich die daraus entstandenen Differenzen zwischen der VerbandSleitniig und dem Deutschen Gcwcrkschaftsbnnde. Das kurz wieder gegebene Ergebnis der Kvmmissionsbera- tung war: 1. Die angeführten Gründe, die aus der organisatorischen und administrativen Tä- tigkcit des Sekretärs Sinn« entspringen, sind nicht hinreichend, nm die Entlassung auszn- sprechen. Einige der angeführten Fälle fallen auch nicht in das Gebiet der Berbandstätigieit. 2. Als Hauptgrund der Entlassung mußte die Kommission das Verhalten SunmS wahrend des Generalstreiks, bzw. in der Reichenberger Versammlung ain Iii. Dezember 1020 erkcn- neu und kam zu der entgegengcsctzen Auffassung wie die Verbandslcitung, daß die Stellungnahme SimmS nicht nur keine Schädi- gung des Verbandes bedeutete, sondern im Interesse der gewerkschaftlichen Gesamtorgani- sation gehalten war.— Daher muß die Kommission dem VcrbandStage vorschlagen, die Entlassung nicht gutzuheißen. Tic im Falle die- scs Beschlusses sich ergebenden Folgerungen werden der neuen Berbandslcitung zur Bc- liandlung und Entscheidung übertragen. 3. Die Kommission spricht sich für das F e st h a l t e n im Deutschen Gewcrkschaftsbundc cmS, was nicht nur eine Formsache sein darf, sondern auch in der Anerkennung der Grund' sähe und Beschlüsse des Gewerkschaftsbiindes seinen Ausdruck finden muß. Die Annahme dieses neuerlichen Beschlusses verpflichtet die VerbandSleitniig bzw. das Vcrbaiidsorgan auch zur Veröffentlichung der Beschlüsse der Vorstäiidckonfercnzcil, was in der letzen Zeit in einem sehr wichtigen Falle nicht geschehen ist. lieber die Vorschlage der Kommission wurde getrennt abgestimmt. Tie Anträge über die Entlassung Simm wurden mit 42 gegen 32 Simulien angenommen. Ter Beschluß über das Verbleiben im D e n t s ch e n G e w e r k- s ch a f t s b u n d c mit den dazu gehörenden Zusätzen lvurde einstimmig vom VcrbandStage angenommen. Hierauf crfolgicn die Neu-- lv a h l c ii. Die Mahlkommission hat gemäß dem Auftrage, den Verbandsvorstand nur noch zum Teil ans Angehörigen der Reichenberger Ortsgruppe zusammenzusetzen, ihre Kandida- tenliste ausgestellt, ans welcher trotz des ange- führten Bcschluszes eine Anzahl der bisherigen Reichenberger Vorstandsmitglieder mit dein bisherigen VerbandZobmaiine standen. Die Vorschläge der Wahlkommission wurden vom VcrbandStage einstimmig angenommen. Nach der Wahl aber lehnten die aus Rcichenbergs gewählten Mitglieder die Wahl ab. Die Wahl- kommission mußte ihre Vorschläge erneuern. Tic erstattete dann ihren zweiten Bericht und wiederholte dann auch den Antrag, die Wahl des BerbandsobmanneS und seiner Stellvcr- tretcr der konstitiiicrcndcn Sitzung der Bcr- baildskcitung zu überlassen. Der als Vorsitzen- der ftuigicrendc Vcrbandsobniann stimmte aber dann nnr noch über den Gcsamtvorschlag der Wahlkommission ab und erklärte, daß er NUN den Vorsitz niederlege. Er richtete noch Abschiedslvortc vornehmlich an jenen Teil der Delegierten, die bei den entscheidenden Bc- schliisscn auf der Seite des Berbandsvorstandes standen und verließ dann, nachdem ihm auch seitens des Verbandes der Tank für seine Tä- Ligkeit ausgesprochen war, gefolgt von den früheren MitglicdcrMdcs Vcrbandsvor- standes den Verbandtag. Nachdem durch diese Handlung die Fortsetzung des Bcrbandtages in Frage gestellt war, forderte der Vorsitzende der Wahlkommission zur Wahl eines Vorsitzen- denken für den Rest des Vcrbandstages auf. Sämtliche Teilnehmer zeigten auch den ein- hcitlichen Wunsch, durch die vorangegangene Episode den VerbandStag nicht frühzeitig aus- cinaiidcrgchcii zu lassen und wählten den Tele« gierten Bösiniillcr-Gablonz zum Vorsitzenden. Dieser führte in rascher Reihenfolge die noch vorliegenden Geschäfte des BerbandstagcS der Erledigung zu, vornchnclich die mit großer Mehrheit angenommene Erhöhung der Ver« bandsbciträge. Inzwischen war die Wahlkom- Mission auf Grund der geschaffenen Situation, nochmals zusammengetreten und schlug als Ergebnis ihrer Beratung am Schlüsse des Berbandstages zum Verbandsobmann Wenzel B ö s m ü l l e r-Gablonz vor. Die Wahl ergab die vom Verbandstage mit lebhafter Zustim- mung begleitete einstimmige Wahl des neuen Vcrbandsvbmannes. Dieser erklärte in einer kurzen, wirkungsvollen Ansprache, daß er die Notwendigkeit erkennend, die Wahl annehme und seine Kräfte dazu verwenden werde, die Leitung des Verbandes mit Hilfe der übrigen Funktionäre ans den Weg einer guten, klag» losen gewerkschaftlichen Tätigkeit zu bringen. Dann wurde der Vcrbandstag mit einem Hin» weis auf die creigniSvollen Verhandlungen ge- schlössen. lieber den VerbandStag hat auch die kam« mnnistische Parteipresse einen Bericht gebracht. Ter Reichenberger„Vorwärts" beschäftigt sich in der Besprechung des BerbandStageS Haupt- sächlich damit, daß die wichtigsten Verhand-. lungSpunkte in„der blinden Angst der Zen»' Iralgewerffchastskommissioii vor dein Komm»-. IL SePteuH« 1W1. niSmuS" beraten würben und daß der.Kampf gegen die LoSlrcn»nngsl>cstrcbilngcn des Ber- bände« vom Deutschen GewcrkschaftSbunde Ge- spcnstcrschcrü sei. Wir brauchen nicht« an-- dercs zn tun, al« auf die Berichterstattung im ^Vorwärts" zn verweisen, um glaubwürdig zu «lachen, wie richtig e« ist, daß gerade im Vor- stände« dieses Verbände«, der e« am wenigsten vertragen kann, kommunistische Methoden eine bestimmte Nolle spielten. Wenn dem Berichterstatter des„Vorwärts" über den Vcrbandstag daran gelegen ist, noch nähere Erklärungen dafür zn haben, kann damit auch gedient werden. Die neuerliche schiefe Be- mcrknng über den Begriff„unpolitische Gewerkschaften" wundert uns beim„Vorwärts" nicht weiter. Genosse Grünzner hat das gesagt, waS jeder Gewerkschafter, der die Fra- gen versteht, seit langem sagt und was auch richtig ist: Daß die Gewerkschaften von ihren Mitgliedern kein unmittelbares Parteibekennt- nis verlangen, daß die Gewerkschaften als Or- gamsation unabhängig von der politischen Partei ihre Tätigkeit ausüben, daß aber bei ihrer Tätigkeit, besonders in den höheren Fra- gen der Gewerkschaftsbewegung, die Gewerkschaften ideell und sachlich niit der sozialisti- scheu Partcipolitik verbunden sind. Der„Vor- wärts" legt den Begriff„unpolitische GeWerk- schastcn" aber gerade so falsch auS, wie jene Kreise der öffentlichen Angestellten, die wegen der Verkennnng dieses Begriffes sich noch nicht zum Eintritte in den Verband cntschlie- ßen können, der sich in die freie Gcwcrkschafts« vcwcgung eingereiht hat. Die Wcglasiung cini- acr nicht unwichtiger Einzelheiten und kleine Mißhandlungen der Wahrheit bei manchen Stellen des kommunistischen Verbaiidstagsbe- richtcs finden in unserem vorstehenden Be- richte ihre Richtigstellung. Der internationale Genossen- schaftskougreß in Lasel. , Während die politische und gewerkschaftliche Internationale der Proletarier aller Länder gespalten ist, dem internationalen Gcwcrk- schastSbund in Amsterdam in legier Zeit eine komnninistische Zentrale gegenübersteht, die politische Internationale sogar in drei Grup- Pen zerfällt, ist als einzige die internationale Gciiosscnschoftebewegung bisher einheitlich ge- blieben. Auch der internationale Genossen- schaftskougreß, der vom 23. bis 25. August in Basel getagt hat, hat an der Einheit der Ge- nosscnschaslsinternationale nicht gerüttelt. Die Idee, Genossenschafter verschiedener Länder rn einer gemeinsamen Organisation zusammenzufassen, ist mehr als ein halbes Jahrhundert alt. Schon auf dem ersten allgc- meinen Kongreß der britischen Gcnvsienschas- tcn, welcher im Jahre 1809 stattfand, hat eine größere Anzahl ausländischer Genossenschafter, Deutsche und Franzosen, Dänen und Schwei- zcr, teilgenommen. Immerhin dauerte es noch mehr als zwei Jahrzehnte, bevor eine inter- nationale genossenschaftliche Organisation ent- stand. Am 19. August 1895 wurde der inter- nationale Genosscnschaftsbund konstituiert. Seither versammelten sich die Genossenschafter aller Länder öfters zu Beratungen: so 1893 in Paris, 1397 in Dclft(Holland), 1900 anläßlich der Weltausstellung wiederum in Paris, 1902 in Manchester, 1904 in Budapest, 1907 in Cremona, 1911 in Hamburg und 1913 in Glasgow, wo eine Entschließung für den Frie- den angenommen wurde, in der ausgeführt wurde,„daß ein Krieg nicht nur die unterlege- nen Stationen schwächt, sondern in gleicher Weise den Sieger." In Glasgow wurde be- schlössen, den nächsten Kongreß 1915 in Basel abzuhalten, die große europäische Katastrophe bewirkte jedoch, daß erst 1921 ein internatio- aaler Kongreß zusammentrat. Zwar sind die Bziehungen unter den Genossenschaftern aller Länder durch den Krieg eigentlich niemals un- terbrochen worden,— im Gegensatz zur soziali- stischen Internationale— aber es dauerte auch hier längere Zeit, bis die Voraussetzungen zu einem internationalen Kongreß gegeben waren. Auf dem jüngst stattgcsuiidcncn Kongreß wurde eine Reihe wichtiger, für die Genossen- schaftsbcwcgung entscheidender Fragen ver- handelt, die der Entwicklung der Genossen- jchaftsbewegung neuen Antrieb geben werden. Zunächst erstattete der internationale Sekretär Ieinen Bericht über die Tätigkeit des Gcnos- enschastsbundeS seit dem letzten internationa- lcn Kongreß, woraus hervorging, daß der Bund 42.050 Genossenschaften mit 24,295.520 Mitgliedern umfaßt, daß also— die Familienmitglieder mit eingeschlossen— etwa 70 Millionen Menschen von der genossenschaftlichen Organisation erfaßt sind. In der Debatte über den Bericht kam es zu einer Auseinandersetz- ung über die Frage der Vertretung der russischen Konsumvereine. Als die rechtmäßigen Vertreter des allrussischen Verbandes sahen sich Genossenschafter an, die bei der lieber- nähme der Rcgierungsgewalt durch die Bol- schewiki eingekerkert, später freiglcassen wur- den und nun gezwungen sind, im Ausland zu leben. Dem gegenüber betonten die Vertreter des ZentrosopiS, daß niemand anderer das Recht habe, die russischen Genossenschaften zu vertreten, als sie und der Kongreß beschloß auch, die Letzteren als die Vertreter der russi- schcn GenossenschaftSbcwcgung anzuerkennen. In den Vorstand deS internationalen Gcwcrk- schaftSbundcs wurde unter anderem auch der bekannte Vertreter der Sotvjetrcgierung in Pondon, Krassin, gewählt. üiiun lieber die Revision der GkaSgower Friedens« resolution berichtete der frauzösische Genossen- schafter Charles Gide. Die Resolution wurde in der Richtung ausgebaut, daß es jedem Genossenschaster zur Pflicht gemacht wird, nicht nur für die organisatorische und Wirtschaft- liche Entwicklung der Vereine unausgesetzt tätig zu sein,„sondern auch die staatlichen Faktoren des Genossenschaftswesens gegen jede ge- Waltsame Auseinandersetzung zwischen den Völkern, ebenso gegen die wirtschaftliche und politische Unterdrückung auch nur eines unter ihnen bei jeder erwünschten Gelegenheit gel- tcnd zu machen." Bedeutsam ist es auch, daß in der angenommenen Resolution zunächst die Beschränkung der Militärlastcn auf das not- wendigste Maß und zugleich verlangt wird, die vollständige Abrüstung' aller.Staaten zu Land und zu See in die Weg? leiten. Em Fortschritt, der für die gesamte internationale Arbeiterbewegung von Bedeutung ist, erscheint uns die Feststellung, daß eS der Internationale Genosscnschaftsbund als notwendig erachtet, „die Genossenschafter aller Länder, selbst der- jcnigcn, die sich als Opfer eines ungerechten Angriffs betrachten", auffordert, sich zu einer gemeinsamen Aktion zu vereinigen, um den nitiaen führenden Mächten den Abbruch der Kämpfe durch SchiedSgerichtSentscheidnngen aufzuzwingen. ES wurde also gründlich mit der Jdeeologie der Landesverteidigung gebro- chen und beschlossen, auf jeden Fall sich gegen neuerliche Kriege zu wehren, selbst wenn man dem angegriffenen Lande angehört. Zu einer Auseinandersetzung kam eS, als eS galt, die Stellung des internationalen Genos- senschaftSbundcS zur allgemeinen Wirtschafts- Politik festzulegen. Während der französische Genossenschafter Albert ThomaS die Möglichkeit mäßiger Schutzzölle zulassen wollte, setz- tcn sich die deutschen Delegierten, insbesondere Genosse Dr. R e n n e r, für den Freihandel und den unbehinderten wirtschaftlichen Verkehr zwischen allen Nationen und Staaten ein. In ver zu diesem Punkte angenommenen Resolu- tion wurde auch eine Kontrolle über die inter- nationalen Monopole und Truste verlangt und der Kongreß sprach den Wunsch anS, der Wirtschaft«» und Finanzausschuß de« Völkerbundes solle so bald als möglich ein internattonalcs statistische« Amt einrichten, das damit bcauf- tragt wird, alle zweckdienlichen Erkundigungen über Erzeugung, Vorräte und Bedürfnisse der verschiedenen Länder zu sammeln und zu ver- öffentlichen. Von Interesse ist auch, daß sich der Kongreß dafür aussprach, daß innerhalb jeden Landes zwischen den organisierten Ver- brauchcrn und den Vereinigungen der land- wirtschaftlichen Erzeuger ein inniges Verhält- nis hergestellt werde, das auch international auszugestalten sei. Eine Frage, die in der Diskussion vor dem Zusammentritt deS Kongresses eine große Rolle spielte, war die Errichtung einer internationalen GroßeinkaufSgesell- s ch a f t. Es wurde vorläufig beschlossen, daß die englische GroßeinkaufSgcscllschaft mit der Agenda einer internationalen Großeinkaufsge- scllschaft betraut werde, daß aber später ein,n- tcrnationalcr Verband der GroßeinkaufSgcsell- schaften alS Kapitalsgcsellschaft, registriert in England, zu errichten sei. Diese soll dadurch in organisatorische Beziehungen zum interna- ttonalen Genosscnschaftsbund gebracht werden, daß eine gemischte Kommission bestehend aus je drei Mitgliedern beider Körperschaften über gemeinsame Angelegenheiten verhandelt. Schlcßlich wurden noch einige kleiner« Re- solutionen angenommen, von denen die eine, daö enge Zusammenarbeiten von Gcnossenschaf- ten und Gewerkschaften betont. Eine andere verlangt die Demokratisierung des Völkerbundes eine dritte eine Vertretung der organisierten Konsumenten im internationalen Arbeitsamt. Ueber die Vorgänge, die sich bei der Beratung über eine Entschließung abspielten, die sich gegen den ungarischen weißen Schrecken wen- det, haben wir bereits berichtet. So ist die genossenschaftliche Internationale aus diesem Kongreß gestärkt hervorgegangen und eS war bezeichnend, daß gerade der Ver- trcter der reichsdeutschcn Genossenschaften, Ge- nosse Kaufmann, auch von den Delegier- ten der Ententeländer, mit stürmischem Bei- fall aufgenommen wurde, als er die Rcdnertri- büne bettat. Zum Präsidenten des Bundes wurde der Hollander Goedhart gewählt, ein Mann, der sich während des ganzen Krie- ges bemüht bat. die Faden, die sich zwischen den Genossenschaftsbewegunsien der einzelnen Länder spannen, nicht zerreißen zu lassen. In seiner Wahl zum Präsidenten deS internatto- nalen GenossenschaftSbundeS haben die Genos- senschafter aller Länder zum Ausdruck siebracht, daß ihnen der Gedanke der Jnternattonalität der höchste ist. In den vielen ttaurigen Erschei- nungen der Gegenwart, in denen die Zerrissen- heit der Arbeiterbewegung zum Ausdruck kommt, ist der Genossenschaftskongreß Trost und Hoffnung zugleich, daß die internationale Solidarität siegreich hinwegschrettet über die Ruinen deS Hasses, die aus dem Kriege noch immer in unser« Zeit hinüberragen. Volkswirtschaft und Sozialpolitik. Sturmzeichen im Ostrau-Karw«ner Revier. Die Organisation der Bergarbeiter in Mcihr.- Öftrem haben den Unternehmern den Entwurf zu einem neuen Kollektivvertrag vorgelegt. Darin wird vor allem die sechsstündige Are beitSzeit am Samstag und die Beibehaltung der bisherigen Höhe des DurchscknittSverdien- steS gefordert. Ferner verlangen die Berg- arbeitet die Beibehaltung der bisherigen Be- kleidungSbeittägc und der Kinderzulagen so- wie eine Regulierung des Quartiergeldes. Das Hauptargument der Unternehmer ist, daß die Durchschnittsleistung der Bergarbeiter gegen- über dem Jahre 1918 gesunken ist, woraus die Direktoren die Berechtigung einer Lobnhcrab- sctzung ableiten. Die Fadcnscheiiiigkcit dieses Argumentes lehrt der Bericht eines kapitalistischen Blattes, der„Bohemia", worin mitge- teilt wird, daß die Kohlenförderung im Ostrau- Karwincr Revier in der letzten Augnsiwoche 1,032.055 Mtz. betracgn habe, demnach gegen die Vorwoche um 449.357 Mtz., also um fast 30 Prozent gestiegen sei. Die„Bohemia" selbst bemerkt dazu, daß dies„ein Zeichen der er- höhtenLeistuugSfähigkcitdcrAr- b e i t e r sei.— Die Unctrnchmcr wollen also, wie sie sagen, die Leistungsfähigkeit der Arbei- tcr erhöhen, daS heißt, der Arbiter soll das Letzte auS sich herauspressen, um nur den Un- tcruchmern ihre fetten Gewinne zu sichern. In Wirklichkeit leisten die Bergarbeiter, wie der Bericht der.^Bohemia" zeigt, das Menschen- möglichste, sie werden eS nicht dulden, daß bei steigenden Leistungen die Löhne herabgesetzt werden. Wenn die Unternehmer den Kampf haben wollen, so werden sie die Bergarbeiter deS Ostran-Karwincr Reviers gerüstet finden, wie eine Reihe von Kundgebungen in der letz- tcn Zeit bezeugt. Der Textilarbeiterstreik in Grottan. Wir haben gestern darüber berichtet, daß die aus ihrer Gewerkschaft ausgetretenen Grottauer Textilarbeiter in den Streik gcttcten sind. Die Uncvn der Textilarbeiter hat eine Mitwirkung bei diesem Streik abgelehnt und beschlossen, daß der geltende Tarifvertrag am 1. September nicht zu kündigen ist.„ES sprechen", heißt es in einer Kundmachung der Union„eine Reihe wichtiger Gründe dafür, daß wir noch eine zu- wartende Haltung einnehmen, bis wir voll- ständig klar die Situation aus dem LebenSmit- tclmarkt und den Beschäftigungsgrad in unserer Textilindustrie überblicken können". Selbst- verständlich zog der kommunistische Reichender» ger„Vorwärt«" gegen die Union der Textilarbeiter los, sprach seine alten Beschwörungsformeln von den«Sozialverrätern", die bei diesem Stteik nicht mittun wolle» und rief die Arbeiter zum Kampf auf. In der Nummer vom 1. September aber weiß der „Vorwärts" mit gewohntem Geschick und Ge- sinnungSlosigkcit plötzlich umzulenken. Er fängt wie eS im kommunistischen Sprach- schätz heißt,„zu bremsen" an. Er schreibt: „Gerade die Erkenntnis aber, daß der Grot- tauer Kampf nicht als isoliert aufflackernde, als eine lokale Erscheinung gewertet werden darf, sondern als ein Symptom allgemeiner Unruhe und Kampfeslust im gesamten Prole- tariat der Republik, seht dem mit so viel Heldenmut geführtem Kampf der Grottauer Ge- nossen die Schranken... Die For- derungen der Grottauer Textilarbeiter sind mehr als gerecht,... aber sie sind n i ch t geeignet, größere Arbeiter Massen auf ihrer Plattform zu verein i- g e n". Der„Vorwärts" sagt also nunmehr dasclbe wie die Union der Textilarbeiter". Erst beschimpft er maßlos die Organisation der Tex- tilarbcitcr, dann aber bläst er zum Rückzug, nachdem jede« Kind sieht, daß ein Stteik unter Umständen, wie er in Grottau begonnen wurde kaum siegreich beendet werden kann. Die Hal- tung des„Vorwärts" wird die Arbeiterschaft darüber aufklären, wie uncnrst die in aller Welt hinausgeschriecncn Parolen der Konunu- nisten sind, daß d i c K o m m u n i st c n d i c s e Parolen selbst nicht ernst nehmen, weil sie diese spater selb st ver- raten. Die deutschen Gewerkschaften 1920. Dem „.Korrespondenzblatt des Allgemeinen Deut- schen Gewerkschastsbundeö" entnehmen wir, daß die Zahl der im Deutschen Gewerkschaft«- bunde organisierten Arbeiter auch im Jahre 1920 gestiegen ist. War da« Jahr 1919 ge- kennzeichnet durch eine stürmische?luftvärtsbe- wegung der Mitlgiederzahl der freien Gewerkschaften, so stand daS verflossene Jahr im Zei- chen der Befestigung des gewaltigen Machtzuwachses. Am 31. Dezember 1919 betrug die Anzahl der Mitglieder 7,347.354, davon 1,015.999 weibliche. Am Ende deS Jahres 1920 stieg die Anzahl der Mitglieder auf 8,052.082, davon weibliche 1,097.939. Dem Gcwerkschafts- bunde waren im ganzen 52 Zcnttalvcrbände angeschlossen, deren Gesamteinnahmen 747,114.439 Mark und deren Ausgaben 543,814.015 Mark betrugen. Der Vermögens- Nachweis ist leider nicht vollständig, da der große Metallarbeiterverband und auch der Landarbeitcrverband keine Angaben über ihre Bestände machten. Die übrigen Verbände weisen zusammen eine» Kassenstand von 208,409.522 Mark auf. Deutsch- Italienisches Handelsabkommen. Vor einigen Tagen hat Deusschland mit Jta- lien ein Handelsabkommen abgeschlossen, dessen wesentlicher Inhalt die gegenseitige Erlcichtc- rung in der Eretilung von Ein- und Ausfuhr- bewilligungen beider Staaten ist. Das Abkom- men bedeutet keine Abänderung der bestehen- den Zölle, es wurde vielmehr nur vereinbart, daß die gesetzlichen Bestimmungen im Handels- verkehr zwischen Teutschland und Italien wohlwollend angewendet werden sollen. Die beiden Regierungen verplfichtcn sich, keiner lei Verfügungen zu treffen, wodurch die sich auS dem Abkommen ergebenden Vorteile ganz oder teilweise wieder aufgehoben werden. Seite& Deutschland erhält Konzessionen in Grnp» nie».„Gast Europa" meldet, daß die Vertre- tcr Deutschlands und Grusiniens einen Ver- ttag unterschrieben haben, wonach die Deut- schen die Konzessionen zur AuSnützung der Wälder in Grusinien erhalten. Die Konzession gilt auf 40 Jahre. Die Deutschen verpflichten sich, in den Waldern Grusiniens Parkett- und Fournierfabriken zu errichten, Wetters ein Elektrizitätswerk von 300.000 Pferdestärke und der Sowjetregierung von den fertigen Erzeug' nisscn 15—20 Prozent abzuliefern. Die Arbeitslosigkeit in Amerika dauert weitet an. Es ist zwar eine gewisse Verbesserung der Lage in der Textilindustrie eingetreten, da- gegen sind die Verhältnisse in der Metallindu« strie schlechter geworden. Es ist interessant, daß, so wie bei uns, die Textilindustrie und die Bauindustrie in Amerika gegenwärtig mehr zu tun haben, während die Metallindustrie den Tiefpunkt der Krisis noch nicht überschritten hat. Auch im Bergbau sind die Verhältnisse ähnlich wie bei uns. Tic schlechteren Kohlen- sortcn gehen nicht, die Produktion geht zurück, dagegen hat sich die Produktiv» der' besseren Kohlensorten, insbesondere des Anthrazit, ge« hoben. Erhöhung de« Paplerprcise» in Deutschland. AuS Berlin wird gemeldet: Die Aerhaiuumgen zwischen den ZcitungSverlegern und den UeitiinaS» drmkpapierfabrike» führten zu einem Ergebnis. Der Papierpreis wird für die Zeit vom 01. Oktober bis 31. Dezember d. I. um 17.59 Mark für >99 Kilogramm, also durchschnittlich aus rund 313 Mark erböht. Der Wert der Krone. Es kosten heilte: 100 holländische Gulden 2663.50, 100 deutsche Mark 95.50, 100 schweizer Franken 1428.50, 100 italienische Lire 374.—, 100 französische Franken 053.50, 1 englisches Pfund 311.—, 1 Dollar 82.50, 100 serbische Dinars 180.50, 100 rumänische Lei 95.50,100 bulgarische Lev 07.— 100 Wiener Kronen 7.021-, 100 polnische Mark 2.35, 100 südslawische Kronen 45.10, 100 un- garische Kronen 20.00. Russischer Hilfsfonds. Sammelansweis Nr. 3.(26. August 1921 bis 1. September 1921.) Union der Bergarbeiter, Tcplitz-Schönau<1. Rate) Ki 25.381.10, Sekretariat der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei 29.—, Gewerkschaft der Tabakar- bcilcr, Ortsgruppe Teicha» 509.60, Arbcitcrturn- verein, Proschwitz 199.—, Gewerkschaft der Ta> bakarbciter, Ortsgruppe Iglau 737.50, Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei, BczirkSorga- nisation Weipert 299.—. Franz I. Fellinghauer, Weipcrt(für August) 20.—, Union der Bergarbeiter, Teplitz-Schvnau 59.249.79, Tunke und LooS, Mähr.-Ostrau 752.—, Tunke und Loos, Troppau 657.—, Gewerkschaft der Maurer, Ii- tschin 569.—, GcwcrkschaftSkommissivn Gablvuj 100.—, Sekretariat der tschechoslowakischen sozialistischen Partei, Prag II 1999.—, Angestellte der Firnia Svitak, Karolinen««! 160.60, Arbeiterschaft der Firma Tanck, Karolinental 7449.—, R. Bcidrich, Tabnkfabrik LandSkron 1.782.—, Arbeiterschaft der Tobaksabrik Landskrnn 200.—, Tabakarbciter, Baulsch 1111.—, Sozialistische Kultnrvcreinignng, Snchomasty 500.—, Sozialdemokratische Organisation, Wisotschan 556.16, Arbeiterschaft der Firma Waldes u..Ko. 8.436.28, Verein„tschechischer Auswanderer", Gucsnein bei Donai, Frankreich 2.516.—, Organisation der tschechoslowakischen klcinlandwirlschaftlichcn Sir« heiter, Eista 56.—, Organisation der Tabak- arbeitcr, Iglau 668.99, Verband der Slrbeiter in Gewerbe und Industrie, Ortsgruppe Iaucmig 55.—, Klub der Abgeordneten der lscheihoslowa- kichen sozialdeniokral. Slrbeiterpartei 14.400.—. Dazu bereits ausgewiesen 43.662.16, Summe 165.683.97.— Stile Partei- und Gewerkschaft«- blätler werden um Nochdruck ersucht. Sildmigsarlieit. Eine KreiSbildnngskonferenz in Trobpan ftn- det Sonntag, den 4. September statt. Diese Kon- ferenz soll sich mit der Regelung de« BilbnngS- Wesens in der kommenden Zeit beschäftigen und den mit der Durchführung des Bildungswesens betrauteen Genosse» Ratschläge und Hilfsmittel eben. Die vorläufige Tagesordnung lautet: . BezirkS-Arbciterschnlen und Vortragszyklen, 2. Vorträge»nd Vorlesungen, 3. Lichlbildervor- träge, 4. SlnSgestaltung»nd Benützung der Bibliotheken, 5. sonstige BildungSmittcl. Ans der Partei. Eine erweitert« BezlrkSkonferenz für Ostfchle- steu findet am 8. September in K a r w i n statt. Zusammenkunst der Prager Vertrauensmänner und Ausschußmitglieder Samstag abend« 9 Uhr im Goldenen Kreuzet, Prag, Retazanka. Einberufung des BerbanbStageS nach Teplitz. Der Vorstand des Sozialistischen Jiigeiidverban- deS für die deutschen Gebiete der Tschechoslowa- tischen Republik(Sitz: Teplitz-Schvnau) hat be- schlössen, für die Zeit vom 16. bis 12. Septem- der 1921 nach Teplitz-Schönau, Kaise» bad-Beranda, den ersten ordentlichen VerbandStag einzuberufen und schlägt hie- für folgende Tagesordnung vor: 1. Berichte: a) deS Verbandsvorstandes und des VerbandSsckretariatS(Berichterstatter Paul): b) der Redaktion(Berichterstatter Hofbauer): c) der Verbandskontrolle(Be- richlerstatter Gold back): 2. Unser Programm(Referent Hofbauer): 3. Die Jugendinlernationale(Ref. Heinz- Wien): 4. Die wirtschaftlichen Fragen der Slrbeiter- jngend(Referent Hocke): 5. Unsere künftig?« Slufgaven Referent P a u l): 6. Wahl de? VcrbandSvorstaiideS und der Ver- bandSkontrolle: 7. Allgemeine Anttägc. BBte/' 5M>I»»tv e m»f tox 3.©epteut&cx lflßl. Der Perbandstaa setzt sich ans den von den Mngliedern gewühlten Delegierten, dem?cr- bandsdorstand, dem r'llvann, dein Qlimniiiislcll- Vertreter der AerkandSkon»rolle zusammen. i»„f je IfiO Mitglieder rntfiillt ein Delegierter. Ausserdem l>a> jede»kreislcitnng daS N'ilit, einen strminbcrcchtigten Delegierten zu entsenden. Die Wahl der Delegierten erfolgt auf Krc>s« und Peztrkskonfecenzen. Theatenmchrichteir TkeneS Theaier. H nitc 10 Uhr"iachtVo r- ltellung der„P fa r r h a u S k o in ö d i c". Morgen nochmittog Gastspiel Pepi Glöckner« Kram-r„DaS Sperrsechserl", abends die Operette„Der Tanz ins A! u(?lb. anfg.). „Die Scheidung« reise", der Operetten« schwank von Hugo L>: rsch, wird Sam'tug nnd Sonntag, de» N. September zum ersten Mal aufgeführt. Gastspiel Aline Sauden— Richaed Kubla. j Montag(Ab. ansg.)„Carmen" mit Kam.^ mersängcrin Aline Sande» ni der Titelrolle und Richard Knbla als Don Jose. 5. Philharm. Konzert. Heute 7 Nhr. Dirigent Di'. Heinrich Jalowetz. Programm: Mozart: Notturno für I Streichorchester, Mahler: Kinder« totenliedcr(Ges. Max Klein) nnd 4. Symphonie 'Solo Piaria Müller). Das Orchester des Dent- schen LandcStheatcrs. Hm-nnSinMeftnWaftSito* t_ Optiker f'DeXotscfx \ Q raten, 2S< P:';f* r Wi' Ä' VV ß i W I SlM'SfBB&BzmmiBm aus: Haupttreffer Kfc IOOO*— entfallt auf die Marke Nr. 100. i II. Treffer KS 500.- entfltlt auf die Marke Nr..SO. Acht III. Treffer n KL 250.— entfallen auf die Mar-' I ksi Nr. 10, 20. 30, 40, 60, 70. 30, 90. 90 kleinere Treffer» bestellend aus einer Schnhputz-; karreitc, Diirstc, Flanell, Crime usw. entfallen auf die übri-( gen Marken. Die Verlosung wird folgend geschehen: In eine jede. tausendste Dose„Lihe ni n"-Scliuhcrdme,„Libin a-Metall- putomlttcl,„LibcnlaMVaschblau, wird vor Zeugen auf den Boden der Dose eine Marke mit Nummer versehen gelegt.| welche mit Angabc der genauen Adresse an die chemische, Fabrik„LI ben in", Prag VIII., einzusenden ist, worauf der betreffende Treffer umgehend eingesandt wird. 12 fl ,fJ&7M}>p3£ m* amerik. Roll-Flachpiiltc, Registraturen, Kassen, Regale, Vcrkaufspiiltc, Gasthausmöbel etc. offeriert den p. t. 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