1. Ä-hkMz.« t. JJ. Sonntag, 2. Minder 192L Sozialöenwkmt ? ra^ ar Ö ander deutschen sozialdemokratischen Arbelter partei in der tschechoslowakischen Republik. Zelesou K79b, nach» 67L7.?elegramm.Adrk^:°So>taldemokat"Ncaa? tJeitiL 6 f V. e b' n n u" n en'*® fi stustelluna in«£iau4 oder bei Beniq durch die Post monatlich 16'- Ke, Postsvarlasjakomo 57644.™ B". V'tttehährlich 48— Kc, h-lchShriz 96— Kc, ganuübni, 192 Kc. Für Teu,lchS9erreich monatlich 120— 6K, für Teutschland lg— k. ———■ 1
Teui''be„. insoeson':"- e'.—r A"i ibrrnng sprachen werden müsse, als bisher und daß! des tschechischen und deutschen arbeitenden es allerhöchste Zeit sei, ihnen neben anderem( Volkes daS Wort geredet. Sott der Weg Technik und Theater zu nehmen und schon aus den nationalen Wirrnisse» zu srucht erklingen in tschechischen wie deutschen Zci-. barer wirtschaftlicher und sv'ialcr Arbeit gc- tungen einschmeichelnde Melodien, die mau Zünden werden, soll da» Proletariat aus Zcr Für Friedensschalmelcnklänge halten könnte, s splitterung und Ohnmacht zur Vereinigung Dein Ministerpräsidenten Benesch wird die und?» iencm Einklnß gelangen. de» es sei- »er Stärke und Lctzeucuug i.ach bcanspru- ^ chen kann, dam« imiü in der Tat das, was besondere Mission zugesprochen, eine Aen derung des bisher gegen die Deutschen ge ^. i v\ j richteten Kurses zu vollziehen und gerade I es heute trennt: die Nichtverstäiidigui'g über uLitMNZ ÖCS"ßUir^Cn IfltlüCS OUtt») das Ministerium der allnationalcn tschechi-! die nationalen Streitfragen, beseitigt wer- die Entente? Römische Meldungen. Rom, 30. September. Die„Tribuna" schreibt zur italienischen Vermittlung in der 'hiirgenländischen Frage. Unbeschadet der Vcr- mitllung besteht das Ultimatum der Entente. Ungarn muß vis 4. Oktober Westungarn räume». Erst dann, in einem zweiten Zeitpunkte, wen» die Vermittlung einen günstigen Boden für beiderseits zu gcwähende Konzessionen sche» Koalition soll es sein, das die Eig-^de». Zeit und Verhältnisse sind reif dafür, nung besitzt, das Verhältnis zu den Deut-j Unsere Partei ist In jedem Augenblick be- scheu aufzuklären und den Boden für neue! reit, sich mit de» tschechischen Genossen an politische Gebilde vorzubereiten.! de» BeratünaStisch z» setzen und alle Por- Man ist in diesem Staate drei Jahre rechts schlüge, die eine Einigung ergeben können. anSgiebig zu», Pessimismus erzogen»vor-, j« Beratung z» ziehen. Wir verhehle,, uns den und gerade wir, deren mühseliges, vonsnicht: die Erfüllung der Aufgabe, die dem Enttäuschungen begleitetes Wirke» für dem Proletariat«: dieses Staates gestellt ist, um nationalen Frieden eigentlich nur die Fort-, feine lang genug zerrissene Einheit zu be setzung dieser in Oesterreich viclgeübten gründen, ist nicht lcjcht, aber Entschlossen 'finden wird, wird vielleicht ein Plebiszit in! Trctmühlenarbcit ist. habe» Anlaß, gegen-, ijcit und guter Wille«verde» uns zum Ocdenbnrg ftnttfinbcn. Tie Ententemächte über den von allen Seiten ertönenden Fri«- Ziele führen. Wohlan, wir sind bereit! werden da? geräumte Gebiet provisorisch be setzen oder die innere Verwaltung übernehmen durch die Versetzung von englischen, französi- scheu und italienischen Offizieren in die lokale Gendarmerle. Diese würden auch die Freiheit '»es Plebiszites garantieren, das wie man glaubt, stattfinden wird. Rom, 30. September.(Jtal. Prcßbüro.) Neber die Situation iin Burgcnlande und die diplomatische Aktion Italiens schreibt„Gior- nale d'Jtalia", Italien wolle jede Komplikation in den Donaitlän- der» v e r m e i d e n. Es handle im Einver- nehmen mit der Entente. Die Perträge, die die durch die Habsburger unterdrückten Völker befreit haben, haben in Mitteleuropa ein neues Gleichgewicht geschaffen, daS Italien t,m jeden Preis erhalten wolle. Die Verbün- beten sind mit Italien einig, wie auch Italien mit k""« in ihrer Politik, die dahin zielt, den germanischen Imperialismus im Zatune zu chaltcn. Em abgeschlagener Landenangriff. Wien, 1. Oktober. Amtlich wird gemel. dct: Am 30. September abends hat eine un- garische Abteilung die steirische Grenze an der Eisenbahnlinie St. Gotthard-F-hrmg über- •(2 Kilometer dcnswünscben, Unglauben zu bewahren. Zu oft haben wir die einsichtigen und besonne- llllul Gvi'lln. »en Schichten der tschechischen Ration'. ts ebenso wie früher jene der deutschen, vor W,e der Berliner"Sozialdemokrat,sche Par- dem Einfluß der Phrase und dem Terror tcidicnst" mitteilt, hat die sozialdemokratische der Straße mutlos zurückweichen gesehen.! Ncichstagsfraktioit am^ Freitag in spater als daß wir die jetzt da und dort aufflat- Abendstunde sv.n>..gesaßt: schritten und bei Hohenbnlgg.( von der alten Grenze) auf ste,r.sch-m Boden Maschinengewchrfcuer eröffnet. Em« unserer Patrouillen hat die Bande nach kurzem Feuergefecht und HZiikfl ernenne ternden Friedenstauben so leicht für Vor- boten des Willens zur Anbahnung friedli- cher Beziehungen zwischen den Nationen de» Staates halte» können. Daß die Er- kenntnis von der Nutzlosigkeit und Verderb- lichkelt des nationalen Kampfes— die bei den Bürgerlichen b-ider Lager wohl die Voraussehung des Erwachen» des Willens zur Verständigung wäre— sich Bahn ge- brachen hat. dafür bieten ein paar freund- lich abgestimmte Zeitungsartikel und vcr- einzclte Reden keine ausreichende Gewähr. Wenn der Wille wirklich vorhanden ist. daS Verhältnis der Nationen des Staates zu- einander klarzustellen und nach den For- m«n ihres Neben- oder Zusammenlebens zu suchen, worüber die halb- und ganzamtlt- chen ZeitungSlobercien für daS neu« Mini- sterlum gar nichts besage», dann kann der Glaube daran nur erstehen, wenn die Re- glerung und die Parteien seihst sich ent Tie sozialdemokratische ReichStagSfraktion erklärt zu der Frage der Umbildung der Re- gierung: 1.) Zu einer gesamten Demission deS KabincttcS Wirth ist keine Veranlassung. ES kann sich bei einer eventuellen Erweitc- rung der Regierung vielmehr um eine Um« bildung de» Kabinette« Wirth handeln. 2.) Bevor die Umbildung der Regierung vorgenommen wird, muß eine Einigung über den Teil deS RcgicrungSProgra-'»es erzielt sein, der die Stellung der Regierung zur d«mokratisch-r..>ublikan!schcn Staats- form und die zum Schutze der Republik zu ergreifenden Maßnahmen klarlegt. 3.) Eine Entscheidung über die eventuelle Umbildung der Regierung kann die Fraktion erst fällen, wenn da« gesamte Steuerprograu.m vor« liegt. Die Fraktion beschloß weiter, an den Vor« stand der U. S. P. D. heranzutreten, um fest- zustellen, ob und unter welchen Bedingungen schließen das Gebiet der allgemeinen Re- diese eventuell bereit sei, in die Reichs- und densarten zu verlassen und Anbot wie An-! Preußische Regierung einzutreten, sprüche klar und unzweideutig zu umschret-, Dieser Beschluß der ReichStagSftaktlvn stützt ben Nur so können dle Streitteile einan- sich offenbar auf das Ergebnis der VerHand. zurückgeworfen, wobei 1 Wehrmann leicht!^x'genähert werden, wenn g-nap erstchtlickz lungen mit den anderenParteien über die Um- verwundet wurde. Unsere Patrouille ver->-~^toi.*«\u tcilagsbcschluß richtet, scheint nun bewirkt zu haben, das; die sezialdcmokratische llicichstags fraktion wenigstens die Unabhängigen fragt, ob und unter welche» Bedingungen sie in die Re gierung einzutreten bereit wären. Es sprechen viele Anzeichen dafür, daß der Görlitzcr Koa- litiansbcschlns; tatsächlich eine Uebcrraschung auch für die sozialdemokratische Parteiöffent- lichleit bedeutet. Tatsächlich waren die Erörterungen der Partei vor Görlitz nur erfüllt von den Diskussionen über die Programmrevi- siem. ES wurde nicht, wie das sonst in der deutschen Sozialdemokratie üblich ist. in allen Par teikonfercnzen, die zum Parteitag Stellung n Anteil, über dir Frage der RegiemngSbil düng diekutiert und beschlossen. Wenn der Par tcivorstand dadurch, daß er hierüber nicht recht zeitig einen Antrag der Partciöffentlichkeit zur Erörterung vorlegte, den Parteitag tasäch lich überrumpelt hat, es wohl den bekannten KoalitionSbcschlnß mit größerer Mehrheit dnrchzubringcn, so machen sich nun doch die Folgen dieser Porgangswcise deutlich bemerkbar. Wenn so ähnlich wie in Berlin in a»de° ren großen Parlcizentren die Parteimitglieder gegen den Görlitzer Beschluß Front machen, so wird der Partcivorstand und die ReichStagSfraktion wohl nicht imstande sein, den Be schtnß durchzuführen. Um sich offenbar die Si tnation zu erleichtern, hat nun die Fraktion beschlossen, an den Vorstand der U. S. P. her- anzutreten, um festzustellen, ob und unter wetz- chen Bedingungen diese eventuell bereit sc!, in die llteichS- und preußische Regierung ein zntrcicn. Wir sind der Meinung, daß zwischen zwei sozialistischen Parteien nicht solche„Fest- slellungeit" zu machen wären, sondern es Höne müssen vor dem Görlitzer Parteitage in aller Oefscnltichkcit zwischen der S. P. T. und der 11. S. P. verhandelt werden. Dann hätte es am Parteitage eine klarcSitnation und keine Ucberraschungcn gegeben, und es tväre ein ParteitagSbcschlns; zustande gekommen, hinter den« wirklich und unbewußt die Mehr hcit der Partei steht und infolgedessen auch hätte in Vollzug gesetzt werden können. Wen» es aber der ReichStagSfraktion vielleicht über Haupt nur darum zu tun ist. die U. S. P. zu befragen, weil sie weiß, daß sie nein sagen wird, also diese Feststellungen nur zur Einla stung und zur Rechtfertigung des Görlitzcr Be schlnsscs erfolgt, wäre die? ein Vorgehen, das immerhin zwischen sozialistischen Parteien die her nicht geübt wurde und daS wohl auch nick.« dem Sozialismus, dem Befreiungskampf de- Proletariats dienen kann. * Berlin, 1, Oktober. sDrahibericht de- „Sozialdeniokrat".) Tie Fra'lion der N. Z. P- hat einen Beschluß gesaßt, worin ertläi> wird, daß die N. S. P. D. den Bestand der Nr- publik sichern werde und daß dad bisherige i'.a binett Wirth bleiben könne. Um den Eintritt der BolkSpartei in die Rrgternng zu dahin- dern, erklärt die U. S. P. D., das Kabinett Wirth zu unterstützen. Um die Heranziehung der Arbeiter der sozialdemokratischen Parte! und der Masten zum Schutze der Republik auo führen zu können, stellt die U. S. P. D. sgt gend« Forderungen aus: Heranziehung der v« sitzenden Klassen zu den Steuern, wirksame Maßnahmen zum Schutze der Republik, Sozia- lisierung de« Kohlenbergbaues und«in: ver- nünstige Führung der auswärtigen Politil. Unter diesen ved'nai'ngen wäre dl« U. S. P. entschlossen, da» Kabinett Wirth zu unter- pvtze».
Seite t. Sozialdemokrat 2. Oktober 1921. vag vernewerte Österreich. Als unsere Zeitungen berichten durften, das; Lemberg noch in„unserem" Besibe sei und daß sich die glorreichen Truppen des Erzherzogs Friedrich noch rückwärts Fon« zentrierend immer mehr und mehr dessen Tcschcner Schlosse näherten, kurz als Öfter- reichs Schicksal besiegest wurde, da ivar der § ß5, lit. a des ehrwürdigen österreichischen Strafgesetzes vom Jahre 1808 die Waffe, mit welcher Oesterreichs Machthaber dessen Feinden Widerstand leisten zu können glaubten. Wer in jener herrlichen Zeit in was immer für einer Eigenschaft bei einem der vielen Landwehrdivisionsgcrichte tötig war, hatte die Möglichkeit, wahrzunehmen, in welch kunstvoller Weise die plötzlich als Mi- litöranwälte säbelrasselnden früheren Staatsanwälte, stramme und strebsame Richter. ehrgeizige Advokaten und sonstige Hinterlandsheldcn diesen Barograph zu dre- ben verstanden, um harmlosen^asthauSge- sprächen den Charakter von Staatsverbre- chcn beizulegen und simvlc Staatsbürgers Zivisi>'ci! und Soldaten hinter den Mauern des MilitärgefängnisseS darüber nachgrü- beln zu lassen, wieso sie durch ihre Aenße- rui'gcn zum Hasse wider den einheitlichen Staatsverband, wider die Regierungsform oder Staatsverwaltung aufzureizen suchten und sie sich auf diese Weise der Störung der öffentlichen Ruhe schuldig gemacht haben koii Ilten. Ist es nur ein Zufall, daß man, wenn man in den letzten Tagen das Amtsblatt der„LeskosloveiiSkü Nepublika" liest, den dielen KonfiSkotionSerkenntnissen, die dort veröffentlicht werden, immer wieder auf den ehrwürdigen 5 65 a Str.-G. stößt; gewiß wird jedermann sich jene glorreiche Zeit 1914—1915 ins Gedächtnis zurückrufen and Vergleiche anstellen, die für diejenigen, die sich auch jetzt dieser Waffe de? odiosen Paragravhs bedienen zu müssen glauben, lcincswcgS schmeichelhaft sind. Als unser Blatt am 18. v. M. wegen zweier Notizen bcschlagnabmt wurde, waren wir wohl recht neugierig zu erfahren, welche Ecseßtsstellc der Zensor anzuwenden versu- chcn würde, um die Beschlagnahme zu recht- fertigen: unsere Neugierde verschwand je- dach, als wir dessen gewahr wurden, daß sehr viele von den Herren, die seinerzeit bei dem Präger und sonstigen Landwebr- und HecresdivissonSgerichten da? hehre Amt deS Schlitzes des österreichischen Staates gegen Störungen der öffentlichen Nuhe bekleideten, ibre Tätigkeit in daS Gebäude am Karlsvlaß. Pardon, Korlovo nämLstt— verlegten. Jetzt wußten wir gewiß, daß auch wir nns des Verbrechens der Störung der öffentlichen Nuhe gemäß? 65 a St.-G. schuldig gemacklt haben, als wir jene beiden Notizen aufnehmen wollten und daß wir eigentlich dem Herrn Staatsanwalt dafür dankbar sein müssen, daß er uns nicht ob unserer Mißetat sogleich hinter Kerkermauern sehte, wie dies in den glorreichen Tagen der Kriegsbegeisternng 1914—1915 mit so vielen seiner Konnationalcn geschah. Unsere Vermutung wurde bestätigt, denn aus dem uns. zugestellten Erkenntnisse des Feuilleton, pauline Metternich. Man tut den Sozialisten unrecht, wenn man behauptet, daß sie vom Kampfe ihrer Klasse gegen das Bürgertum und die Reste des Feudalismus abgestumpft dem Sterben der alten Kulturwelt gefühllos zusehen. Im Gegenteil' weil sie mit der dahinsiechenden Gesellschaft nicht durch Bande deS Klassenbewußtseins und der Ucbcrliefcrung verknüpft sind, sehen sie Wohl am Lager der sterbenden alten Welt schärfer als die Leidtragenden; doch unsere Trauer geht um den wahren Wert des Hingeschiedenen. Mit der alten Frau, die man morgen ins Grab legen wird, ist ein vornehmer Mensch aus einer uns fremden Welt gestorben. Ein Stück dieser Welt, die noch ruinenhaft in un- ser Leben hincinstarrt und die selbst einmal aufschäumendes Leben und Lieben war, diel- leicht ein Pfeiler der Ruine Oesterreich ist mit Pauline Metternich dahingesunken. An ihrer Wiege stand Clemens Lothar Wenzel Fürst von Metternich, der Kanzler Europas. Ihre erste Kindhcitserinncrung, die sie vor Jahres- srist in einem Bande veröffentlicht hat, ge- denken dieses Mannes, den die Welt deS auf- strebenden freiheitlichen Bürgertums tätlich haßte, mit kindlicher Liebe. Der Tyrann, der al» Inspirator deS geisteSarmen sadistischen Franz des unbedeutenden Ferdinand nur mit Landes-, als Strafgerichtes vom 20. Sep- tembcr 1921, mit welchem die Beschlag- »ahme unsere? Blattes bestätigt wurde, er- sehen wir, daß wir tatsächlich das Staats- verbrechen der Störung der öffentlichen Ordnung beginge», indem wir angeblich in unserem Artikel:„Wenn Masarhk aus Reisen acht" zur Verachtung und-um Hasse wider die Staatsverwaltung aufreizen suchten. Reuevoll, wie wir schon sttid, haben mir jenen Artikel nochmals gelesen und beim besten Willen keine Stelle gesunden, in welcher wir uns überhaupt mit der Staats- Verwaltung beschäftigten, es wäre denn, daß die Reden des Drünner Bürgermeisters Mark» und die Anordnungen des Zexemo- niemeisters des Präsidenten der Republik als Aeußerungen der Staatsverwaltung zu betrachten wären, welche unter dem besonderen Schutz der Gesetze stünden. lind noch einer strafbaren Handlung sol- lcn wir uns gcinäß dem Beschlagnahmter- kenntnisse durch jene Notiz schuldig gemacht haben: Der Beleidigung eines öffentlichen Beamten, den wir angeblich dem öfscntli- chen Spott: aussetzten. Bei der Achtung und Wertschätzung welche lvir deutsche Sozialdemokraten der Person deS Präsidenten Masarhk seit jeher und insbesondere in der Zeit, in welcher er Von seinen Konnationalcn pcrfchmt war, entgegenbrachten, wird wohl niemand wa- gen können zu behaupten, daß wir die Ab- ficht haben und ausführen tonnten, ihn zu beleidigen oder dem öffentlichen Sootte auszusetzen. Waö wir taten war jeder, der nur lmlbwegS der deutschen Sprache mäch- tig und nicht zufolge der krampfhaften Sucht, eine künstliche Mauer um die Person Masaryks zu errichten, blind ist für die ein- fachstcn stilistischen Satzgefüge der Surache, auf den ersten Blick wahrzunehmen in der Lage, nämlich, daß wir kennzeichnen woll- tc«, was die Umgebung des Präsidenten und viele von denen, die ihm früher gar nicht aus den Namen kommen konnte», und heute vielleicht noch im Geheimen gegen seine Hradschiner„Burgpolitik" iutriguie- re», ans diesem einfachen, allem äußeren Prunke und Firlefanz so abholden Manne zu machen suchen und daß es nur diese Kreise sind, welche ihn zufolge der Aeußc- rungen ihres BvzantiniSinuS dem öffentlichen Spotte aussetzen und dafür von den- jenigen zur Verantwortung gezogen werden sollten, denen an dem Rufe der Republik ge- legen ist. Vor Kurzem äußerte sich der Präsident, daß' er ein freimütiges Wort gern vcr- nehme; wir empfehlen denen, die es plötzlich als ihre Aufgabe betrachte», den Präsiden- teu Masarhk gegen Beleidigungen zu schützen, dafür zu sorgen, daß er unseren an- geblich für ihn beleidigenden Artikel selbst lese; wie wir ihn kennen, würde er den jetzt o eifrige» Beschützern seiner angeblich ge- rankten Ehre ins Gesicht lachen und sich energisch dagegen verwahren, wen sie ver- langen sollten, daß ex sie dazu ermächtige, für ihn einzutreten und ihn kriminell und namentlich durch Beschlagnahme von Zei- tungsartikeln zu schützen.— Die zweite, gleickuall? der Beschlagnahme verfallene Notiz:„Verbrechen des tschecho- slowakische« Militarismus", soll den Tat- den Mitteln eine? tschechoslowakischen Mini- steriumS, mit Kerkern, Gendarmen und Zenso- ren regieren konnte, von dem erzählt Pantine Metternich:„Großpapa war gütig, freundlich, liebevoll, zärtlich, väterlich. Großpapa war fromm und milde, mit jedem Tag nach oben blickend, besser. Und als einmal ein Kind vor seinen Füßen spielte, rief er tiefbewegt aus: „Mein eigentlicher Beruf war der, Kinderfrau zu fein." Und er war nach seiner Art Pauli- nens und Europas Kinderfrau... War er doch von der Lehre durchdrungen,„daß es den Fürsten allein zustehe, die Geschicke der Völker zu leiten, daß die Fürsten außer Gott für ihre Handlungen niemand verantwortlich seien" Aus dieser Welt kam Pauline Metternich. Und sie hat sie eigentlich trotz ihres Wissens von ih- rer Umwelt nie verlassen. Aber nicht daß, -man, sondern w i e man in einer Welt lebt, ist wesentlich. Und die Metternich wußte mit viel Anstand, Kultur und Vornehmheit zu leben. Seinem Leben Stil zu geben, ist nicht allein eine Sache des Vermögens, das man hiezu verwendet. DaS reich gewordene industrielle Bürgertum Deutschlands hat sich geradezu in Stil- und Ideenlosigkeiten ausgetobt, und wenn man vom Adel als einer Gesellschafts- in Europa noch sprechen kann, so ist er teils im Ererbten erstarrt und ansonsten verbür- gerlicht oder verkommen. DaS Proletariat je- doch ist materiell und geistig noch zu mittel- loS zu stilvollem Leben, zu arm zur Muße. So vegetieren wir in einem Zeitalter und Erdbestand de? Verbrechens der Aufwiegelung durch Schmähungen, unwahre Angaben oder Entstellung' von Tatsache» gemäß § 290 St.-G. bilde». ES ist richtig, daß wir es als sclbstver- stündliche Verpflichtung des OrgancS der deutschen Sozialdemokratie betrachten, verschiedene Tatsachen, die wir für Auswüchse des Militarismus halten, cutsprcched zu kennzeichnen und überhaupt den Militaris- NluS als System und undemokratische Ein- richtung zu bekämpfen; gegen diesen Mili- tarismuS und dessen Auswüchse war unsere Notiz gerichtet und gegen ihn werden lvir stets kämpfen, ohne Rücksicht darauf, ob dieser Kanivf den Beifall der Machthaber dieses Staates finden wird oder nicht. Den Nachweis werden sie und ihre Zensoren trotz oller Paragraphenkünste nicht zu ex- bringen in der Lage sein, daß auch der Mi- litarisnlus als solcher zu jenen Organen der Regierung gehört, deren Tätigkeit unter dem besonderen Schutze des ö st c r r c i- ch i s ch e n Strafgesetzes und dessen Bestim- mungen über Aufwiegelung stünde. Nicht wegzuleugnende Tatsachen durch Beschlagnahme der unbegucnien puülizi- stischcn Kritik verheimlichen zu v-rsuchen, sondern dafür zu sorge» und dafür zu wir- ken, daß sich solch- Vorfälle nicht ereignen, das sollte als wichtigste Aufgabe allen den- jenigcn in diesem Staate vorschweben, die sich so kramphaft zu„entösterreichern" bemühen, jedoch in Wirklichkeit noch ärgere Österreicher oder wie sie es nenne»:„Ra- kiisöci" sind, al? wir sie in den Zeilen des schwärzesten Oesterreich zu kennen und zu bekämpfen gewohnt waren. Die„iitienmtwnalt, Ift^cvuc, b!ut- yieriye Kiaise". Ein Ausruf Henry BarbnsseS an die ehema- ligen Kriegsteilnehmer aller Länder. Der französische Dichter und Sozialist Henry Barbusse, der leidenschaftlichste Kämpfer gegen Militarismus und Völkermord, der Schöpfer des gewaltigen, bezwingenden KriegSromanS „DaS Feuer", der Organisator der Internationale der Kriegsopfer, bat an die ehemaligen Kriegsteilnehmer aller Länder, die heute in Wien ihren zweiten internationalen Kongreß beenden, folgenden revolutionären, aufrütteln» den Ausruf gerichtet: Kamradcn! Ich richte an euch einen b r ü d e r l i ch c n, i ii b r ü u st i g e u, lv o h l d u r ch d a ch t c n Aufruf, um durch einen Kongreß, welcher in diesem Jahre in Genf tagen wird, die„I n- t e r n a t i o u a l c der alten K ä m p s e r" zu verwirklichen. Bereinigungen oder einzelne, welche? auch eure Sprache sein mag, ich bitte euch, die Sprache der Vernunft und der G e- rechtigkeit anzuhören, mir eure Zustimmung zu geben, um mit uns diese große Versa mm l u» g des neuen Orden S vor- bereiten zu helfen, da nun einmal die Ziele des Menschen nur auS gemeinsamer Kraft her- vorgehen können. Wir sind Tausende und?ll'ertauscude von Soldaten und Offizieren und wissen, waS das Wort„Krieg" bedeutet. Der Jammer und da§ Blutbad, welchem wir durch einen glücklichen Zufall lebend entkommen sind, haben unS teil der Stillosigkeit. Aber hier starb ein sechs- nndachtzigjährigcr Mensch, der von frühester Jugend an Stil hatte. Weint ihr greiser Leib in dem Grabe in der Pußta Cyarmak vermodert sein wird, wird man noch immer von Pauline Metternich wis- sen, daß sie Richard Wagner und mit ihm sei- ncn„Tannhällser" nach Paris gebracht hat. ?lber dieses einzige Wissen um sie erschließt vielleicht die Kenntnis ihrer ganzen Person- lichkeit: sie war von auserlesenem künstleri- schon Verständnis und von tätiger HilfSfreu- digkeit. Wenn diese aber die peinlichen For- men von WohltätigkeitSfesten annahm, so entspricht dieS mehr dem Wesen der wohltuend- genießenden Bourgeoisie als ihrem eigenen. Wenn sie in jungen Jahren glanzvolle Feste an den Höfen von Dresden und Paris und in ihrem eigenen GesandtschaftSPalais feierte, so tat sie es auS Lust an Toiletten, Parfüms, Männern, Blumen, Champagner, aber nicht der bürgerlichen Wohltätigkeit zuliebe. Wie tief muß die Verachtung dieser feinfühligen Adeligen gegenüber den vor ihr scharwenzeln- den Frauen von Pollak gewesen sein! Diese Frau sah zwei Gesellschaftsklassen aus den Tiefen der Geschichtslosigkeit zur Macht emporsteigen. Sie sah ein von Metternich ver- achteteS Bürgertum in seiner revolutionären Wallung, sie sah es in seiner feige« Anbiede- rung an den Hof und Adel. Mit ihrer eigenen Jugend jedoch gebuchte Pauline Metternich in ihren Erinnerungen auch der romantifche» verstümmelt, selisch gebrochen oder der Ver- ärmung preisgegeben; und dennoch, sie haben unser Herz bereichert und das Verbrechen gezeigt, wo cS wirk- lich war. Jetzt wissen wir es klar, der Krieg ist ein Werkzeug in den Händen einer inler- »alionale», lüsternen, blutgierigen Klasse, um schnöden Mammon und Ruhe zu stehlen durch unzählige Hände der Armen und Dahinge- opferten. Wir sind überzeugt, daß, solange die genannte Kaste ihre eigenen Ziele verfolgt, ohne Rücksicht auf die lebende Menschheit, ei» Krieg auS dem ander» hervorgehen wird, bis zum e u d g ü l t i g c u N i e d e r g a u g, bis zum ewigen Schweigen. Unser Ideal, erhellt durch das Leid, erhebt sich von iiuil an über alle heuchlerisch-» Lösungen des Weltclcnds, über lügnerische Berechnungen und geheime Zcrmonien und ErprcssungSvcr- träge, zusammengestellt von Herren, welche, um ihre Truhen zu füllen und die großen Massen zu zermürben, den Krieg nötig haben und Pietätvoll der Welt erhalten. Unser Ideal er- fordert den Sturz des ausgcbliche« ncn S Y st e m s. Nach soviel Jahrhunderten der Kultur, Ivel- che eigentlich nur Jahrhunderte der Barbarei waren, vorwerfen wir endlich den beschämenden Glauben, zu welchem sich die Menschheit hat herunter- ziehen lassen durch die Tyrannei sowie die ka- pitalistische, imperialistische und militaristische Legende. Wir lassen uns nicht mehr blenden von den Götzenbildern auf den aufgepflanzten Standarten, hinter welchen sich die Bl u t- s a u g c r der Menschheit verbergen und mit ihnen die Gewinnsucht, der diebische und schnrkenhafte Egoismus, die moralische Zer- sctzung und daS Raubwcsen und alle Umwälzungen, bis zum letzten Umsturz, welcher naht. Wir trachten nach der vollendeten fruchtbaren Vereinigung, welche ihrer Parasiten entledigt ist. Unser Ideal ist befestigt, weil es gerecht ist, weil es keinerlei Lücken weist, weil es ganz harmonisch ist. Unser Idealist revolutionär, weil eS angesichts des furchtbaren Chaes des gcgenwär- tigcn Systems, welches die Welt von Schlacht zu Schlacht führt, bis zum Sieg des Todes, d-r Vcriiuft zum Siege verhelfen wird. Jenes Ideal, Kameraden, wir haben es oft ausgc- sprechen, wir haben darüber geschrieben, wir haben eS hinauSgeschriecn, ja wir haben mehr getan. Vor einigen Monaten, es war während dcS Kongresses der republikanischen Verein!- guug der ehemaligen Kriegsteilnehmer, wo dreihundert Sektionen vertreten waren, ba haben wir uns nicht mit Protesten zufrieden gegeben, mit Hoffnungen, leeren Worten. Wir haben gehandelt. Wir haben den Grundstein zu einer Wcltliga der„ehemaligen Kriegsteilnehmer" gelegt. Wir babcn die Verpflichtung übernommen, angesichts der Welt durch einen Kongreß und durch ein organisches dauerndes Gesetz, welches wir gemeinsam bcrausgebcn, d i e Armee der U c b c r l c b c u d e n a u f z u- baue n, das Heer des Lebens, um der Kühn- heit und der Reinheit der gewaltigen Lehre willen, die dieses ausstrahlen wird. Unsere Internationale der Kriegsteilnehmer ist keine Verdopplung der s o z i a l i- st i s ch c u Internationale, auch nicht der Internationale, die unsere Brüder Clarta für die Verbreitung der Vernunftschre zusam- lncnrufen. Unsere Internationale handelt in brüderlicher Parallele mit dem Sozialismus. Kinder jähre des Sozialismus: kannte sie doch Robert Owe n, den sentimentalen Fabrikan- tcn, der den alten Metternich zu seinen Ideen bekehren wollte, und erinnerte sich Pauline auch Louis Blattes.„Eines Tages", so er- zählt sie in ihren Memoiren,„ließ sich sogar der„berühmte" Sozialist Louis VGnc anmelden, worüber die Großmutter empört war. Sic nannte eS eine Vcnncssenheit. daß sich ein solcher Spitzbube unterstände, das Haus zu betreten; aNein es half nichts, der Großpapa er- klärte, daß eS ihn sehr interessieren würde, Louis Blanc seine Theorien entwickeln zu hören, und man bat ihn, zu kommen. Ter Re- Präsentant^ des ultrakonscrvativen Prinzips und der Führer des Ultraradikalismus hatten eine lange Unterredung miteinander; sie über- zeugten sich gegenseitig nicht; doch soll sich nach dieser Zusammenkunft Louis Blane geäußert haben, daß es ihm immerhin schwer gefallen sei. die Argumente des Fürsten Metternich zu widerlegen... Auch Großvater äußerte sich über die Persönlichkeit Louis Blaues in sehr anerkennender Weise. Großmutter war dar« über empört." Bon ihrer Großmutter hatte Pauline das Temperament geerbt, von ihrem Großvater die liebenswürdige Lebensart, die so kraß zu der gewalttätigen Idee, der er diente, in Wi- derspruch stand. Man behauptet auch sie hätte am Hofe von Paris als Frau des österreichischen Botschafters Politik getrieben. Jeden- falls verstand sie cL geschickter als mancher
*. Oktober tv-".. Sic verstärkt durch eine aus einer»* ftr linier fre m ffin u c," cr tec Wr Sozialdemokrat tu 111 Ci) L n. yo ide rz che t n, einen Zauber aa&ÄÄ«SÄ& s>- . V...„./^D Vi V 41'i'nm; r. tsil! hinterbringt ihrihre Schreie, ihre Verwundungen, ihren schweren Todeskampf und br oorhcrahiiendcs Eindrücken von dort unt n beiten!°'br Innerstes...?zuar- Kameraden! Im(Leiste eines zähen und schaffenden Willens wenden wir n»s an euch, damit ihr alle aus dein Dunkeln hervorkommt denn die Aera der Wirklichkeit muß beginnen' V C r Ä C, a b" Unn bc* Geistes, der große Wunsch des Herzens muß irdische Angelegen, he.t und ganze Wirklichkeit werden. Mögen sich doch unsere Hände unter den allgemei- nc« Trümmern finden, sich drucken und nicht mehr von einander lassen! Viele unter euch haben uns von allen Ecken Europas aeant- trottet. Aber noch nicht genug. Jon 30 Millionen Soldaten gibt es noch viele Millionen zurückgebliebene. Wo sind diese?_ Was machen sie? Werden fte geinechtet? Sind sie stumm oder töricht? Wir sind hier fünftausend. Wieviel seid ihr» Und die trauernden Witwen und Mütter. Ivo lind sie? Und wo sind ihre Herzen? Unsere Zahl muh von Tog zu Tag wie ein Orkan aufschwellen und die Wahrheit die Welt be- Völkern. Und diese Tinge sagen wie mit be- sonderen» Ernst unseren alten deutschen und österreichischen Kämpfern, die reaktionäre und militärische Reaktion versucht euch, Kameraden, die ihr gestern unS gegen- über getrieben war», den Sinn des Krieges w fälschen, denn die Fälschung i st i h r Mi t t e l z u m R- g i e r e n. Sie steht euch haßerfüllt in ihre Arme. Sie will euch mit ihr verbinden und»nS bor euren Augen mit denen, die hier regieren. Sie will euer Den- len vergiften wie vorher, ja wie immer, um mit dem Einsah eures Lebens ihre eigenen Kriegs-, Finanz- und Kaufmannsinteressen zu mischen. Sie läßt euch neue Kriege hosfeil und verspricht euch eure Katastrophen. Hütet euch vor den Abgründen, in die sie euch mit nationalen Phrasen, deren alte Zauberkraft ans keinen mehr von uns wirken, stürzen will, denn es gibt nur zwei Nationen» die.der Ausbeuter und die der Ausgeben- t e t e n. Tie mächtige ist die Gefangene der anderen und wir gehören alle, Proletarier der Schlachten, zu der besiegten; das ist tragische, sinnlose, beschämende Wirklichkeit. AllcS an- derc sind nur ungesunde, veraltete Sophismen, die das Ende der Welt durch diese Al- bernbeiten herbeiführen, wenn sie Sklaven bleiben. Kommt zu uns,«in an der Befreiung des großen, allgemeinen Vaterlandes der Armen zu helfen, damit wir die g e m e i n s a in e n Götzen zerbrechen, damit wir eines Ta- geS auS diesem feindlichen, zerstreuten Volke, das nnS in allen Sprachen befiehlt. Gefangene der heiligen und einzigen Gerechtigkeit ma- che«, damit wir gegen die verächtlichen Ränke- tnaschinationen der heutigen Mächtigen die einzige unbesiegbare und ewige Macht vorbereiten: d i e Macht der Menschen. Inland. Das schlechlsihende StaatSkleid. Im Znsam- menhang mit der Erörterung des deutsch-tsche- chischen Problems wird gegenwärtig in der tschechischen Presse eine Diskussion darüber gefuhrt, ob die Tschechoslowakei ein Nationalstaat oder ein Nationalitätenstaat ist. Darüber " 6G N'bt gar feilten v) n'CijCi, oaß wir einen Staat wollten, in dem stchechoslowakische Nation hätte machen kön- '• c"' toaä sie wollte, cS gab keine anderen Vorstellungen von diesem Staat, wir wollten einen Staat, der fühlbar und gehorsam auf alle Regungen der tschechoslowakischen nationalen Seele reagiere und wir dachten, daß vieler Staat wie angegessen dem Körper der tsche- choslowakischen Nation paffen wird. Jetzt, nac? drei Jahren, bemerken wir endgültig, daß der Rock schlecht genäht ist, daß er in unschöner Weise absteht und Falten macht. Wenn wir nnS mit diesem Vroblem zum Schneider hege- ben würden, würde er uns offenbar sagen, daß alle die Fehler begreiflich sind, weil wir ihm anbefohlen haben, auf den Anzug alles Tuch zu verarbeiten, das wir brauchten, nicht bloß soviel, wie für unsere Statur nötig wäre: Da- her das^ Abstehen und die Falten: sonst hätte er weniger Stoff nehmen muffen. Verlaffen wir nun den Vergleich mit dem Schneider und dem Rock, können wir also sagen: Indem wir darauf bestanden haben, daß dieser Staat im historischen Umfang der Länder der tschcchi- scheu Krone erneuert wurde, bekamen wir in unsere Grenzen so viele fremde Elemente, daß der Wille der tschechoffowakischen Nation, sich in persönlicher und eigener Art zur Geltung zil bringen, einem ziemlich fühlbaren Wider- stand begegnet. Ter Staat ist nicht so geschaf- fen. daß cr wie ongegoffen dem Körper der ihn oeschaffcnen Ration vaßt, das Uebermaß an Material engt seine Bewegungen ein. Wenn eS das höchste Ziel ist, die volle und kompromiß- lose Beweglichkeit des tschechoslowakischen Willens zu sichern, hätte man weniger Material nehmen soffen. Oder: Dieser Staat ist größer, als die tschechoslowakische Nation.... Es scheint, daß wir bei der Schaffung d'efeS Staates nicht genug Zeit hatten, seine künftigen inneren Berhältniffe. inL- besondere, Ivos die deutsche Frage betrifft, zu durchdenken. Wir haben sicher nicht gedacht, daß wir ziemlich bald große Schwierigkeiten mit dem Zusammenkratzen der Reaiernngs- Mehrheit, welche doch die erste Vorbedinguna iedes Staatslebens ist. haben werden. Die Schwierigkeiten der Regierungsmehrheit zeigen klar, dem wir uns die Verhältnisse m-ht oenua plastisch vorstellen konnten und daß die Vorstellung dieses Staates als eines nationalen nicht richtig i st." 9l» ütonWae L publik drei Jahre»ach stirer Begründung ge- schloffen sind, Tic Klerikalen, die sehen, daß sie die Durchführung des Gesetzes mit Geschrei und Intrignen nicht mehr hindern kön- neu. die auch durch die Ergebnisse der letzten Volkszählung in der Tschechoslowakei geheilt sind, sind vom hohen Rosse einer staatSfeind- lichcn Politik herabgestiegen und haben zwei Vertrauensmänner in den Ministerrat der Republik entsendet und so wird die Republik das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat nickt ohne Einfluß der röm. lath. Klerikalen machen. Der römische Papst hat schon durch den Mund seines Vertreters seinen Standpunkt zu dem Gesetz bekanntgegeben, als dieser vor einigen Monaten mit dem Minister des Acußcren und jetzigen Ministerpräsidenten Dr. Benesch konferierte.«Gerade jetzt unternehmen die Klerikalen aus Böhmen und Mähren eine pompöse Prozession t'chcch slowakischer Katholiken nach Rom und tragen Wohlde« Plan des Gesetzes über die Trennung von Kirche und Staat mit. Sicher ist. daß in Rom die Kardinale und MonsignoreS den klerikalen Führern alle möglichen raffi- nierten Forderungen Roms vorlegen werden, damit ihre Vertreter im Ministerrat entspre- cheud bandeln, bis bei uns die lck'were und mühselige Operation zwischen Kirche tind Staat dnrchoeführt werden wird." DaS „Bravo Lidn" kommt also auch schon darauf, daß eS dech cinigcmtaficu schwer sein wird mit dein Monsignorc S cki r a m c f zusammen antiklerikale Politik zu treiben. Austritt ans der tschechischen Agrarpartei. Die tschechischen Blätter melden von bedenk- lichen Vorgängen in der tschechischen Agrar- vartci: Es bandelt sich um die Rebellion de'' kleinen Landwirte gegen die bisherige Fnb- mng der Partei. Die kleinen Landwirte sind mit dem schleppenden Gang der Bodenreform unzufrieden. Die führenden Männer der Oenfschl-nid. Wieder eine Mörderorgauisntion. München, 1. Oktober.(Drahtbericht des „Sozialdemokrat^. Die„Münchner Pcht" bringt heute ausführliche Enthüllungen über eine Derschwörerorganisa- t i o n, die unter dem Deckmantel„Wurslom- mando" eine ausgesprochene Mörderzcn- l r a 1 c errichtet hat. Sie gliedert sich in ver- schiede»? Abteilungen: eine Spion agcab- t e i l u n g gegen feindliche Ausländer, eine E i n b r u ch s a b t e i! u n g zur Entwendung von Akten, eine Beseitig»ngö- und Neb erwach ungSabteilung gegen männliche Diplomat des BallhansPlaheL, fremde Herzen im Fluge, im Tanze zu ge- Winnen: die auswärtige Politik der Monarchie war dann in erprobte Füße gelegt.... Mit ihrem Herzen aber trieb sie Sozialpolitik. Zahllos«st die Reihe der Feste, deren Patro- nesse sie war.^urch milde Gaben dachte sie im guten Glauben der Wcltennot steuern, tanzend die soziale Frage lösen zu können. Sie war gleichsam die Patronessc eines Bürgertums, das dem Aufstieg des Riesen Proletariat fremd gegenüberstehend, ihn durch milde Gaben zu besänftigen suchte. Sie war die Fcstdame des österreichischen Bürger- tums von gestern. Dann brach dieses Oesterreich auseinander, der Kaiser wurde fortgejagt wie einst ihr Groß- bater Metternich, und eine neue, fremde, ihr geradezu feindlich scheinende Welt stieg auS den Ruinen ihrer alten empor. Da begann sie ihre Memoiren zu schreiben. Es war eine Flucht in die Erinnerung an verrauschte Feste, ein wehmütiges Gedenken»iner Greisin an die Jugend, die immer schön und bei ihr, der be- wüßt und reich Erlebenden, noch viel schöner und länger als bei anderen Erdenkindern war. Ec- gibt nichts traurigeres, als in dem Boden- kram seiner Seele zu klauben. Aber sie tat eS «tu feiner Heiterkeit und letztem fr- 1 Genuß. Und dann legte sie sich hin und schlum- merte auS dcr ihr fremdgewordenen Welt in eine noch fremdere hinüber. F r i e d r i ch Bill. Orgovan. von Andor Gabor. Im Wald von Orgovan bei.KecSkc- met haben SorthNS Offiziere, vor allen der berüchtigte Maffenmörder Iwan HeijaS, Hunderte von Unschuldigen zu Tode gemartert und dann an die Bäume gebangt. Die geknebelte nnga- rischc Preffe mußte schweigen, bis in der Nationalversammlung«ine Jnter- pcllation eingebracht wurde— frei- lich, ohne die Zustände Horthp-Un- garnS zu bcffcrn. DaS folgende Gedicht stammt a»Z einem in Wien erschiene- neu Bande dcS Dichters Andor Gabor. Das ist der Walt, der, wenn der Wind sich hebt, von Gräueln raunt und vor sich selbst erbebt. Wo aus dem kleinsten Zweig, knickt ihn der Wind. ein purpurroter Tropfen niederrinnt. Der Wald, in dem der Morgensonnc Licht sich statt im Tau in blnt'gen Tränen bricht. Der Wald— ein riesiges Medusenhaupt—, der, seiner Schmach sich schämend, nicht mehr glaubt, daß je ihm neue Frühlingswinde nahn: Orgovan! Ehr Wald in Ungarn— nicht im Märchen- fand. Herr Horthy erntet hier mit eigner Hand. Und rauscht der kalte Nachtwind tu den Zweigen. dann heben Knochenbeiiie sich zum Reigen. Die Tänzer wiegen leicht sich im Geäst, ein rotweißgrnner Strick hält jeden fest. Ein neuer Tanz, den Horthh sich erdacht. Man tanzt ibn unermüdlich Nacht um Nacht. Die Glieder schlenkern hoch auf lust'gcm Plan: Orgovan! Du Unhold mit vertiertem Angesicht, kannst du noch schlafen? Flieht der Traum dich nicht? GibtS noch ein Bett, daß dich nicht ausgespielt? Noch einen Gott, der Ruhe dir verliehn? Noch eine Sonne, die ihr Licht dir sendet? So fragen Die, die deine Hand geblendet. Scherzt du mit Frauen noch, keck und galant? So fragen Die, die deine Hand entmannt. Wann trinkt er dich, der blut'ge Ozean? Orgovan! Hoch überragt die Burg das blut'ge Meer. Dort steht ein Thron— was, Horthy?— der ist leer? Doch hoch und höher steigt die rote Flut. Langst nach der Krone du, mit frechem Mut? Aasgeier, Totengräber du! Vermeffner Tropf! Der Königsreif auf eines Henkers Kopf? Nein, Weihrauchduft zieht nie in deine Lungen, der KrömingSchor, dir wird er nicht gesungen. Tief unterm Throne endet deine Bahn: Orgovan! Noch stehen Bäume viel in Ungarns Garten, die alle, Horthy, dich, nur dich erwarten. Devote Bäume! Sieh, wie sie sich biegen, um dich auf ihren Arsten sanft zu tvigf— Seit« 3. Kleinbancrnorganisation„Dmnovina", Ja- teuf, Pavlnt, Senk und KrolmuS, haben ein Flugblatt Herausgegeben, worin sie die tschechische Agrarpartei des Verrates au den Interessen der kleinen Landwirte beschul digen. Die Genannten haben die Absicht, eine eigene unabhängige Organisation zu gründen, haben zu diesem Zweck ein Sekretariat errichtet und werden ein Tagblatt„D o m o v i n a" herausgeben. Für die tschechische Agrarpartei bedeutet dies eine ernste Gefahr und in seinen Folgen auch eine Gefährdung der jetzigen Re> giernngsmehrheit und damit des Ministen- mnZ. Unzuverlässige in den eigenen Reihen, sowie eine Spionagcabtcllung gegen politische Per- sönlichkeitcn, und eine Abteilung für ausländische Spionage. Die Organisation dersiigt über Waffen aller Art. Ihre Zentral« ist in Breslau. Der Führer ist Haupt- mann von Cesscl, der schon lange von der Polizei gesucht und heute verhaftet wurde. Diese Verschwörerbande hat in I n n S- brück eine Werbe stelle errichtet. Diese Enthüllung steht im Zusammenhange mit dem, was der Reichskanzler in der Frcliagfitzung 'iber das Bestehen einer Verschwörerorganifa- iion angedeutet hat. Vertagung des Reichstages. Berlin, 1. Oktober.(Drahtbericht des„So zialdemolrat"). Ter Reichstag hat sich heute vertagt, um dem Steneralisschnß Zeit zur Bo- eatnng der Steuervorlagcn zu geben. Die kommunistische Zersplitterung. Berlin» 1. Oktober.(„Drahtbericht des„So- zialdemokrat".) Im Reichstag traten heute -wei Kommunisten al« Führer verschiedener Frakwnen ans. Klara Zetkin sprach für die Fraktion der kommunistischen Partei. Paul L e v y für die kommunistische Arbeitogemein- schaft. Die„Rote Fahne" von heute sagt der neuen Fraktion den schärfsten Kamps an. Die K. P. D. müsse den Kampf ausnehmen, da ihr der Fehdehandschuh ins Gesicht geschteuderl werden sei. Die Bffdnng der neuen Partei HTe sich demnächst v"llziel>en. ES ist klar, daß dies. w'eder eine Abiplitternng der kommunisti- schon Bewegung bedeutet und daß eS mit der kommunistischen Bewegung in Teutschland schnell und unautbaltsam weiter gehe. Die simmunistischon Grnvven gleichen beute eher wirren Haufen, die sich geradezu selbst zer- fleischen. Die N"t des Saar-wbiets. Gens, 80. September.(Sckiw. Dcp.-Aa^ Heute traf hier eine Abordnung der saarlandi Vor nnstrm Fluch, Durchlaucht, muß dir nickst banaen: die Baume lind eS nur. die nach dir langen! Und einer schwingt dich hoch in sein Geäst: dos wird der Wälder llnoarns schönstes Fest Wer weiß— eö naht, eh' dreimal kräht der Hahn: Orgovan! Gesäuge der Zeit.*) Wir fühlen nnS in Stein«nd Eisen, In starker Baume Frühlingssaft. Wir sind der Erde junges Kreisen, Das immer neues Werden schafft. Uns ward ein Reichtum übergeben Bon Erdenkräften, stolz gebändigt. Wir wollen zu den Sternen streben Im stolzen Flug, der nimmer endigt. * Ha, richtet auf ihr euren Kerker Und richtet auf ihr euren Tod: Ist doch der harte Wille stärker Als alle Macht, die ihn bedroht. Vergießt nur unser Blut in Bächen: Wir haben einen Ozean. Die Sturmflut kommt und wird sich rächen Und wird sich brechen stolze Bahn. Bruno Schönlank. *) Unter diesen» Titel ist im Verlag der ver- liner„Freiheit" eben ein Gedichtbändchen Bruno StfiönlankS erschiene». Diesem Bäudche» ent-
Seite 4 Sozialdemokrat 2. Oktober 1921. idicit Bevölkerung ein, die ftdi ans Vertretern sTtcr politischen Parteien und wirtschaftlichen Kreisen des Saargcbicles zusammensetzt. Tic Lbordnung will beim Völkerbünde wegen der wirtschaftlichen Not des Saargebietes vorstel- iig werde». Hochverratsversahren gegen Jagow und Wangenheim. Berlin, 3V. September. Auf eine kommu- nistische Aniraae bin wurde non einem?cr- Weier des RcichSinstizministeriumS geantwor- !et, daß gegen den früheren Polizeipräsidenten oon I a ij o w und gegen den früheren Ober- Präsidenten W a n g c n b e i m das Hanptvcr- chhreu tvegen Hochverrates bereits eröffnet ist »nd daß die Verhandlung bar dein Reichsgerichte in Leipzig voraussichtlich Ende C f t o- he r stattfinden wird. T'e militärischen Sanktionen. Paris, 30. September.„Petit Parisien" schreibt anläßlich der Aufbebung der Wirt- schaftlichen Sanktionen, daß es keinem Zwei- scl unterliege, daß auch die militärischen Sanktionen aufgehoben wurden, wenn die beut- sche Regierung, die von General Rollet bin sichtlich der EntMilitarisierung der deutschen Polizei verlangte vollkommene Beruhigung g: geben habe. (Obrrfdilcficit. Ein Kompromiß. Paris, 1. Oktober.(Volff.) Tie beiden Sachverständigen Professor Herold vom Polytechnikum(Zürich) und der tscheckosio- wakilche Industrielle H o d a t s ch seien gegen- wärtig mit der Abfassung eines Porentwurfes beschäftigt.?a? von der Kommission eingeschlagene Verfahren sei völlig verschieden von dcnzcnigcn des Obersten Rates. Es handle sich um ein Kompromiß, da« nicht mehr die Unteilbarkeit des Industricdreiecke Beuthen, Kattowitz, Glciwitz zur Grundlage Hab. * Der Friedensvertrag mit den Mittelmächten im amerikanischen Senat. Washington, 1. Oktober. Nach einer gestern spät abend? zustandcgckammenen Vereinbarung wird der Senat bei den Verhandlungen über die Friedensverträge mit Teutschland, Oesterreich und Ungarn die Redezeit für jeden Senator auf eine Stunde beschränken. Tie Debatte wird am 14. Oktober beginnen. Annahme der englischen Einladung durch De Valera. London, 39. September. In der Antwort De ValeraS an Lloyd George heißt es: Wir haben Ihre Einladung zu einer Kon- fercnz erhalten, die in London am 11. Ok- tobcr stattfinden soll. Wir nehmen die Ein- ladung an. Unsere Delegierten werden mit Ihnen an dem erwähnten Tage in London zusammentreffen, um sedc Möglichkeit einer Einigung durch persönliche Besprechungen zu erforschen. London, 30. September. Die irischen B e- voll m ächtigten auf der Londoner Kon- fercnz werden sein: Außenminister des Sinn- fcincrkabincttS Griffith, Finanzminister Eo- lin, Wirtschaftsminister Barton sowie Duggan und Duffy. Die britischen Delegierten werden wahrscheinlich sein Llovd George, Birkenhcad, Grcenwood, Wortington Evan, Churchill, Short. Dublin, 1.-Oktober.(Reuter.) DaS irländische Parlament hat einstimmig die Antwort de Balms an Lloyd George genehmigt. England schützt sich gegen Einfuhr. London, 1. Oktober.„Daily Mail" meldet das Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutze der Industrie. Die Folge wird ein bedeutendes Nachlassen der ausländischen Einfuhren sein. Einzelne Gegenstände werden mit einem Drit- tcl ihres Wertes verzollt. Nußlandhilfe und Völkerbund. Genf, 80. September.(Woiff.) Am heutigen Nachmittage schloß die VölkcrbnndSversammlnng die Debatte über die Hilfsaktion für Rußland ab. Infolge des Antrages S p a l a j k o v i c(Ingo- slowicn), der das bolschewistische Svstcm ans da» schärfste verurteilt und deshalb verantwortlich an der Hungersnot erklärt, erhielt die Aussprache eine starke politische Färbung. Großen Eindruck nwchtc die ruhige Rede des englischen Delegierten Fisber. Er wandte sich gegen die Annahme der Resolution Spalaskovie und ersuchte ihn um die Zurückziehung derselben. England werde sich durch keinen etwaigen Zwist mit der Sowjetregier»ng davon abhal- ten lassen, dem russischen Bolke jii helfen. Lord Robert Ereil(Südafrika), La- f o n t a i n e(Belgien) und M o t t a(Spanien) sprachen sich ebenfalls gegen die Resolution Spa- lajkovic auS, insbesondere Motta, der jede Ein- Mischung in RegierungSangelegenheiten eines anderen Staates verurteilt. Der französisch« De- legierte H a n o t a u x äußerte sich m einer lan- gen und maßvollen Rede überhaupt nicht über den ResolutionSantrag de? jugoslawischen Vertreters. Spelajkovic xoz schließlich seinen Antrag zurück. Tic K o m m i s s i o n S a n I r ä g e wur- den schließlich einstimmig angenommen. Sic betreffen u. a. die Notwendigkeit einer Hilfsaktion und ihre Ausdehnung aus Armenien, Georgien und Asserbes- dschan lind fordern die Heranzieb'mg aller Länder und Hilfsorganisationen. Auf eine eigene Aktion und einen Appell an die Regierungen, Kredite für das Hilfswerk z» g e- währen, verzichtet die V e r s a ni m« lnng angesichts der Weigerung verschiedener Regierungen, gegenwärtig o f f i• i 1 11 mitzu- wirken. Am Slb'.ulle der Versammlung wurde -in- Dankadresse an den Papst für seinen Aufruf zurr-üen Rußland? nach einer Ansprache d.-s Delegierten einstimmig angenommen, Endü.-b stimmte die Versammlung dem Antrage der ä,.Kommikn.m zu, das nnag. riillae Aicknavm*gen:ch auf die Tagesordnung der nächsten Verkamm'nng y: fetzen. »e*T,:V, d-r.(?.■•••''"•) In der hcnlig-u Sitzung der Vriierbi-nd-'nersammlung wurde »der die Hilksaktian für Rußland verhandelt. R s r. l e i dielt eine große, erschütternde Rede n der er die VolkerbimdSversammlung und d'? Rk-ierunaen auf die stirchlbarc Veront» w.'rn.in'. gu'merklam machte, die auf ihnen laste, wen« sie 20 Millionen Menschen dahinsterben ließen. Di: Welt sei reich an Transport- und Radrun'smitteln. alles sei da, Rußland zu delün, Dpalastovic(Jugoslawien) hielt eine hcf- :iae Rede gegen die Bolschewisten. Er verlangte die Annahme einer Resolution, in der daj bolschewistische Regime verurteilt und dessen Vcrant- wormng für die Hungerkatastrophe in Rußland gebrandw.arkt wird.— Trotzdem Nansens Rede nick:»alle Zustimmung fand, wurde ibm die Svmpaibie der Versammlung in einer Rcjolu- tion ausgesprochen. Eine gescheiterte 5-usstand-HilfSaktiou. London. 1. Oktober.(Reuter.)„Morning Post" meldet aus Kopenhagen, daß von einer dänischen HilfSexpedition für die hungernden Kinder Rußland? mit Rücksicht auf die unmöglichen Bedingungen der Sowjets abgesehen wurde. Landiiberweisnngen in Rußland. Paris, 30. September. Havas meldet aus Rcval. Nach einem Telegramme auS Moskau wird in der Umgebung des WirtschaftSratcS erklärt, daß bei der nächsten Ueberweisuna von Land (wahrscheinlich im Oktober) die Bauern Pri- vateigentümer deS ihnen überwiesenen Lan- deL werden sollen. Eine Note Rußlands an Polen. Moskau, 1. Oktober. Der Volkskommissär für auswärtige Angelegenheiten der ukraini- schen Republk hat an die polnische Regierung eine Note gerichtet, in der er die Ausweisung der sogenannten„cRgierung der ukrainischen Naiionalrcpliblik" verlangt. Amerika ignoriert den Wkerlzund. Genf, 1. Oktober.(Tsch. P.-B.) Gestern sind beim Gencralsekrctariatc deS Völkerbundes 15 Noten des Staatsdepartements für auS- wärtigc Angelegenheiten in Washington ein- getroffen, in denen einfach der Empfang von zahlreichen Mitteilungen und Dokumenten deS Sekretariates bestätigt wird. Der Souderberichterstatler der„United Preß" in Genf sieht darin die erste offizielle Anerkennung deS Völkerbundes und schreibt: Bis jetzt ignorierte Washington den Völler- bund vollständig und hat sogar die üblichen HöflichkeitSformen Unterlasten und den Eingang der Schriftstücke des Sekretariates des Völkerbundes überhaupt nicht bestätigt. In Völkerbundskrciscn erblickt man in diesem Schritte eine Wendung in den Beziehungen zwischen dem Völkerbünde und den Vereinig- ten Staaten und eine amtliche Anerkennung der Existenzberechtigung de? Völkerbundes durch Washington sowie seines Rechtes auf die üblichen diplomatischen Rücksichten, wie sie gegenüber allen Regierungen geübt werden. Der Streit inns Lurgeulond. Eine Note der tschechoslowakischen Republik. London, 30. September. Die tschechoslowa- kische Regierung hat an die Miierien eine Note gerichtet, in der ein Protokoll über die jüngsten Besprechungen zwischen B e n e s ch und dem österreichischen und dem u n- garischen Delegierten enthalten ist. In der Rote wird betont, daß den Hauptge- genstand der Besprechungen die Räumung der westliche« Komiiate Ungarns und eine sried- liche Einigung zwischen Oesterreich und Nn- gar« gebildet habe. Die tfchechosiowakische Regierung werde mit den alliierten Mächten zusammenwirken, um die Durchführung des Friedensvertrages sicherzustellen. Schwedische Kabinettsbildung. Stockholm, 30. September. Das Ministe- riiim von Sydow beabsichtigt sein RiicktnttSge- such ani Dienstag einzureichen, an welchem Tage das Gesamtergebnis der Reichstagswah- len vorliegen dürste. Der König wird vor- auSsichilich Brantiug, der sich noch in Genf be- findet, mit der Kabinettsbildung beauftragen. Der Rücktritt der Regierung ist eine Folge des Ausganges der Wahlen, die der Sozialdemo- kratie eine stark erhöhte Vertretung verliehen haben. Der Finanzpla» der österreichischen Arbcitcr- schaft. Wien, 1. Oktober. Der von den führenden Körperschaften der politischen, gcwerlschaftli- che» und geuoiscuschastlichen Arbeiterbewegung ausgearbeitete Finaiizplan ist heute dem Bim- deSlanzler überreicht worden. Eine we'lßrusiWe üsttftrcm tu Prag. Geoen Polen und Sowjetrußlanb. Prag, 80. September. Die weißriissischc ua- uonalpolitische Konferenz hat folgende Eni- schlicßungcn genehmigt: In der Frage des Ri- gaer Friedensvertrages steht die weißriissischc nationalpolitische Konferenz auf dem Stand- punkte der llnabhängigkeilserkläning vom 25. März 1918 und erklärt, 1. daß sie auf dem weiteren Kampfe für die Selbständigkeit Deißruß- l a n d S besteht, 2. daß sie sämtliche früheren gegen die Teilung Weißrußlands erhobenen Proteste bestätigt. Die Konferenz fordert sämtliche Kräfte zum weiteren NcvoliitionSkampfe gegen die Teilung Weißrußlands auf und erklärt jederma-, der den Rigacr Friedensvertrag anerkennt, als Feind deS wcißriifsischeu Volkes. Hinsichtlich der Situation Weißrußlands unler der Okkupation führt eine weitere Resolution an: 1. Die bolschewistische Okkupation erstreckt sich auf ein Gebiet von über 200,000 Qiiadratkilo- meiern, wovon die Bolschewiken auf einem Ge- biete von 53.000 Quadratkilometern eine fiktive weißriissischc Regierung eingesetzt haben, wo- gegen sie da? übrige Gebiet der Sowjetmacht unterworfen haben, wo sie die wcißrussische Bc- wegung pcrsckilticren. 2. Tic Polen haben 100.000 Quadrat- k i l o m c t e r w e i ß r u s s i s ch e n V o d e n S besetzt, üben daselbst ein: harte Versal- g u n g der Weißrussen aus und polarisieren d->S Land durch Ausrottung der we i ß r u s s i- schen Kultur. Die weißrussische nationalpoli- tische Konferenz wendet sich daher an den Völkerbund und an sämtliche zivilisierten Nationen, sie mögen gegen diese Erdrückuiig ein- schreiten und Polen in seine ethnogra- pbischen Grenzen weisen. In der Wilnaer Frage erklärt die Konferenz, daß ohne Vekraoen der weisirnssischen Ve> völlcrung, welche 80 Prozent beträgt, über die Angliederung d-S Wilnaer Genele» an Litauen vom Völkcrbiindkrate entschieden worden ist, welche Lösung die weißrnssisch: nationalpolitische Konferenz für eine provisorische erachtet bis zu dem Zeitpunkte, wo die w e i ß r u s s i f ch e k o n st i t ii t i o n i c r c n d c N a t i o n a l v c r- s a m m l u n g einberufen wcrd-n wird. Die weißriissischc nalionalpolitischc Konferenz pro- testiert dagegen, daß die weißriissischc Nation im Wilnaer Gebiete als eine Minorität betrach- tet wird, die Konferenz anerkennt jedoch, daß die litauische Nation immer ein Freund Weißruß- landS gewesen war und hofft, daß die beiden Stämme auch künsiighin in freundschaftlichem Einvcrncbmeu leben werden. Die alte Hauptstadt des weißriislisch-litaiiischen Fürstentums Wilna wird da? Bindeglied beider Stämme bilden. Die weißriissischc nationalpolitische Konferenz hofft, daß da» litauische und w c i ß r n s s i s ch c Volk gemeinsam gegen den p o l n i- scheu Imperialismus kämpfen werden. In einer weiteren Resolution protestiert die Konferenz gegen die Belastung dc? Gebietes von Gr od ii o in polnischem Besitz und erhofft die baldige R ii ck st c I l n n g d? S Gebietes an Weißrußland. Hinsichtlich des Ausbaues dcS w c i ß r ii s s i s ch c n Staate? stellt die Konferenz fest: 1. daß Weißrußland ein Staat de? arbeitenden Volke» werden muß, 2. daß Weißrußland unteilbar und unabhängig, mit eigener Orientierung bleiben muß, 8. selbständig geworden wird Weißrußland Beziehungen mit den Nachbarstaaten aussuchen. Als die einzige gesetzgebende Macht Weißrußlands licht die nationalpolilischc Konfe- rcnz den Rat der Volksrepublik an, entstanden durch die Proklamation des Kongresses von 1917. Als einzige gesetzliche Regierung erkennt sie die- ienige an. die gewählt wurde vom Rate der Volksrepublik, und fordert alle weißriissischc« Po- litischen Parteien auf, sich um diese Regierung zu gruppieren. Da in Weißrußland letzter Zeit Pogrome stattgefunden haben, konstatiert die nationalpoli- tische Konferenz: 1. dos; in Weißrußland, trotzdem die Weißrussen durch Jahrhunderte mit Juden zusammen wohnen, eS niemals zu AuSschrcitim- gen gekommen ist, 2. daß die zuletzt stnttgefuiidc- neu Pogrome durch die bolschew isti- schen Okkupanten bewirkt worden sind, be- sondcrS durch Bonden SawinkowS und Budscii- ny». Die wcißrussische nationalpolitische Konfe- renz protestiert gegen diese Vo- grome, weiche nicht obne schlechten Einfluß auf die Bevölkerung bleiben, und fordert die weißriissische Nation zum Kampfe gegen diese Banden auf. Die nationalpolilische Konferenz konstatiert weiter, daß sie die Pol- nische und bolschewistische Regierung aufgefordert habe, gegen diese judenfeinMichen Pagroms zu Prolestieren, aber vergeblich, ohne daß auf die Aufforderung eine Antwort eingelangt wäre. Die Verantwortung für die weite- ren Pogrome fällt daher auf die Ok- k ii p a n t e n. S a w!* f o w wird ein bloßer Vorkämpfer der Pol-'lchen und russischen Reaktion genannt, welcher in Weißrußland Pogrom» und provoka. tive Aufstände hervorruft und im Westleilc eine notifizierende Politik betreibt. Die Konferenz tze- zeichnet Sawlubiw als Provokateur und Feind des weißrussischen Polles. Was den General Bat ach»witsch anlangt, erklärt die Kanse- renz, daß der genannte die Unterstützung der wei«russischen politischen Organisationen nicht findet, das; sein Name durch N ä u b c r c i c n be- sudelt ist, das, er sich eigenmächtig zun, Führer d c S wcißrussische n.Heeres ernannt und sich das Recht der Staatsakte angc- maßt hat. Der Kongreß fordert daher Balacho- witsch auf, sich vor der wcißrussischeii öffentlichen Meinung zu rechtfertigen und erklärt ihn für einen Usurpator und Abenteurer. Was die wirtschaftliche Seite anlangt, erklärt eine andere Resolution der Konferenz die HandlungS. weise der Okkupanten von Weißrußland, der P o- l c ii und der B o l s ch c w i k e n, als Raub, protestiert 1. gegen den Verkauf wcißrussischer Wälder, 2. gegen die Erteilung von Konzessionen, vor deren Erwerb-sie warnt, 3. gegen die Kolo. nisation weißriissischc« BodenS durch polnische Soldaten. Weißrußland wird gegen eine solche Polonistcrimg kämpfen und niemals die Polin« schen Kolonisten als seine Bürger anerkennen. Kommunisten gegen die dritte Jitternationale. Ter Kampf, den die kommunistische Arbci- terpartei Deutschlands gegen die dritte Jnter- nationale führt, wird immer schärfer. Vor kurzer Zeit fand der Parteitag dieser Partei statt, der einen Aufruf erließ, indem gegen die dritte Jiilcrnalionalc ganz nach dem Vor- bild, den diese im Kampfe gegen die Sozial- demokratie gegeben hat, folgendermaßen ge, wcitcrt wird:„ES gibt eine dritte Jnternatio- nalc... Aber die Moskauer Internationale ist nicht revolutionär: sie begann als aufrüt- tclndc Fanfare, sie schwenkte ab zur prinzipicl- len Verwendung der Parlamente, d. h. zur Unterstützung des demokratische!! Betruges, sie ztvingt ihre Mitglieder in den Amsterdamer Gewerkschaften zu bleiben und damit die Lüge der Zusammenarbeit der Klassen zu unterstützen, Und jetzt durch ihren dritten Kongreß hat die Moskauer Internationale sich unwi« dcrrnflich und unabänderlich festgelegt auf die Mitwirkung an der Rettung des Kapitales. Ihre Lektionen verkünden, daß die Arbeiter die Produktion heben müssen— jetzt im kapitalistischen! System! daß alle gesetzlichen Möglichkeiten, benutzt werden müsicn—— damit ist unlöslich verbunden, daß die Gesetze des kapitalistischen Staates respektiert werde» sollen; und diese'Sektionen sind selbst aufae- baut»ach dem allen OrgaiiiastionSPrinzip der bürgerlichen Gesellschaft, nach welchem die Führer, die„Vertreter", allcS, die Massen nichts zu sagen haben. Abhängig ist diese dritte Internationale, materiell- und geistig von der Russischen Kommunistischen Partei. Von der gleichen Partei also, die als regierende Partei in Rußland jetzt offen und auSdrllck, lich den Kapitalismus einführt, den Handel freigibt, die Privatbanken wieder arbeiten läßt, und die. solange sie Regierungspartei ist, den europäischen und amerikanischen Kapita- liSmuS in Ruhe lassen muß, damit er die ruf« fischen Bauern ungestört mit Iiidustrieerzeug- uisscii beliefern kann. Wenn damit die rus- fische K. P. als Regierung eine objektive kapitalistische d. h. konterrevolutionäre Politik treibt, so folgt sie zwar den Notwendigkeiten, die sich auS den russischen Verhältnissen erge- ben, aber sie wendet sich zugleich gegen die Interessen der Arbeiter der ganzen Welt d. h. gegen die proletarische Revolution. Und in der dritten Internationale hat sie kein Gegen- gewicht gegen diese Politik geschaffen, sondern sie hat als die unbestritten herrschen« Partei die gesamte Internationale ihren Regierungs- iittcrcsseu entsprechend umgestellt. Die offi« zicllen kommunistischen Parteien, Sektionen der dritten Internationale, sind heute nichts mehr als reformistische Parteien mit reicher revolutionärer??hrascologie. Die gleiche Ruf- fische Kommunistische Partei leitet praktisch auch, z. T. durch di» dritte Internationale, die Vereinigung der Fi-chvcrbäude, die als„Rote Gewcrkschafts-Intcrnationalc" im Juli 1921 in Moskau gegründet wurde. Sie ist in Wahr- heit hauptsächlich eine Bereinigung von Zel- len, die noch zu Amsterdam gehören und der neuen Kampf- und Bctrngsmethodcn des Kapitals nichts entgegenzusetzen wissen."— Unterschrieben ist der Aufruf von dem außer- ordentlichen Parteitag der Kommunistische!! Arbeiterpartei Deutschlands, der Kom- mnnistischen Arbeiterpartei Hollands, da Exekutive der linkskommu»istischen Gruppe» Bulgariens und von den revolutionäre» Kommunisten Jugoslawiens. Die Exe- kntive der kommunistischen Internationale Hai mich schon gegen diese Linkskommunisten de« Bannfluch geschlendert. Auch sie macht ihnen den Vorwurf der gegcnrevolntionären Hal- tung und nennt sie Verräter. Argu- mcnte gibt eS in diesem Kampfe wenige, abci desto mehr Schimpfwort-. Bemerkenswert is! auch, daß sich der Parteitag der kommunisti- schen Arbeiterpartei Deutschlands gegen die Gewerkschaften, die Beteiligung an Parlamen- ke« und gegen die Betriebsräte gcstcll! hat. Der Name der offiziellen Moökaue,
L. Oktober 1931. Sozialdemokrat nur noch cm Hohn aus die wirklichen Zustände in der Eommunif, rfchcit Bewegung Deutschlands. Aus der rechte» und linken Seite brök- kelt die Partei ab. ***" f.,■■, im, (Drodrjiifttiiöu der geilen Arbeit. Von Dr. Guido Glück(Brünn). desto billiger n.üßte sich der Kostenpunkt der Herstellung und der Anschaffung stellen. Alle gemeinnützigen Büchereien in Schulen, Ver- einen, Gemeinden usw. mühten mit einer eut- sprechenden Zahl dieser Ausgaben versehen werden, damit ihre Verbreitung eine möglichst allgemeine sei. ArbeitsMllng und Sozialismus. — ic eigentliche Vermittlung setzt erst ein, m^.>vo eine gemeinsame Vielheit von Aufnehmen- Die Redaktion de*„Sozialdemokrat" hat in den in Betracht kommt. Im Falle de? Schrift- einer Kopfnotezu meineni am 35. September i tumS ist sie am leichtesten. Die leicht käuflichen an dieser Stelle veröffentlichten Aufsah„?>r- Anöwahlbändc und selbständigen Werke liegen gamsation ecr geistigen Arbeiter", in der sie! in Büchereien oder gar im Eigenbesitz vor und gleich mir eine unserer kulturellen LebenSnot-! lesen kann schliesslich jeder. Vorträge über Dich- wcndlgkeitcn erblickt, bemerkt, das; sie nur durch ter und Dichtungen sind leicht zu erzielen, Vor- d,c Autonomie zu erreichen sei.! lesnngeii ans ihren Werken durch berufene Vcr- Ich gestatte mir. dieses„mir" durch ein„am^'itlcr nicht minder. Da hier der Aufwand an sichersten und besten" zu ersetzen. So dringlich! Personen der geringste ist, e i n wirklich bern- unserc Autonomie erscheint, nicniand kann:^ner Vorleser gar vieles leisten kann, der wissen, wann mir sie erhalten. Ich glaube, das; Vanm weiter keine Schwicrigkeiteil bereitet, lvir keinesfalls so lange warten dürfen. Wenn bft sich doch fast im lebten Dorf ein geeigneter wir nicht sozusagen von oben herab,"durch Tclmlranm vorfindet, läßt sich die Suche sezu- eine reichanSgestattetc und ausgestaltete öfleut-! von selbst machen. Schwieriger ist schon liche Stelle, unsere geistige Arbeit organisic-. bie Vermittlung musikalischer Werke. Mit reu. Sind ja doch da und dort Keime und Au- cim' Violine wird man sich nicht begnügen sätzc vorhanden, deren unausbleibliche Berkum- fbnncn l,nb cin Klavier ist schon ein erschwe- merung dadurch hintangchaltcn, deren Zusaiii-^'" b" Umstand. Doch auch damit wäre nach nieutvachscu dadurch gefördert werden muß lienug getan. Ueber Soloklavier und Be- das, man das schon Vorhandene zusamm'n-^eitklavier zu Instrument oder Singktimmc faßt und organisch ausbaut. Diese Vorarbeit hinaus müssen wir wohl an Kammermusik kann keineswegs vergeblich oder gar schädlich I(^'o, Quartett. Quintett) denken. Ties gibt sein, die Erörterung alles Für und Wieder niag' tS f tf> 0n ba ltnb bc