1091 a.21 An die Kreisgewerkschafts Kommission Boltihedamt 57544. Juferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 2. Jahrgang. Fischern Lastenstr.87. ldemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Sonntag, 13. August 1922. Die Moskauer Blutrache. Das Kompromiß schwer gefährdet. In den vielen Jahrhunderten der Entwid. lung der menschlichen Gesittung ist dem Kulturmenschen die Todesstrafe zum Abscheu gewor den. Insbesondere haben alle revolutionären, aufstrebenden Klassen, die sich anschickten, eine verrottete und verfaulte Gesellschaftsordnung durch eine höhere zu überwinden, den Kampf gegen die Todesstrafe geführt. So verabscheute es schon das aufkommende Chri ftentum, einen Menschen, sei es auch für das größte Verbrechen, zu töten, und auch das Bürgertum hat in seiner revolutionären Zeit es bekämpft, vergossenes Blut wieder durch Blut zu jühnen. Die edelsten Geister des Bürgertums, Klopstod, Lessing, Herder, Schiller, Wilhelm von Humboldt, haben in ihren Schriften die Todesstrafe bekämpft, der theresianischjosefinische aufgeklärte Absolutismus, der von den Gedankengängen des revolutionären Bürgertums beeinflußt war, hat die Todesstrafe aufgehoben. Auch die bürgerliche Revolution bon 1848, als deren stolze Erbin sich die revo lutionäre Arbeiterklasse von heute fühlt, hat die Todesstrafe in den Grundrechten des deutschen Voltes vom 27. Dezember 1848 abgeschafft. Und es war ein Zeichen der Erstarkung der Reaktion, als 1851 die Todesstrafe in Deutsch land wieder zur Einführung gelangte. Selbst im zaristischen Rußland, in demselben Rußland, wo die Bolschewiki vor einigen Tagen über vierzehn Sozialrevolutionäre die Todesstrafe verhängt haben, hat die erfte Duma im Jahre 1906, da noch die Revolution des Neue Drohung mit einer französischen Sonderaktion. London, 12. Auguft. 20 Uhr.( Reuter.) Die Verhandlungen des Expertenausschusses find beim Antrage betreffend die Kontrolle der deutschen Gruben und Wälder ins Stocken geraten. Diese Frage muß neuerdings den Ministerpräsidenten vorgelegt werden. Die Kluft zwi schen den Alliierten ist tiefer als je zuvor. Frankreich drängt darauf, daß das Deutschland gewährte Moratorium am 31. Dezember 1922 beendet sein müsse, wogegen die bri tischen und belgischen Delegierten eine noch längere Frist beantragen. Der französische Standpunkt bleibt unverändert, da Poincaré, der die deutschen Versprechungen für gänzlich ungenügend hält, die Gewährung eines Moratoriums verwirft. Wenn Frankreich diese Garantien nicht erhält, so behält es sich Handlungsfreiheit vor. Paris, 12.( Havas.) Poincaré ließ gestern von seinem Programme in teiner Weise ab, sondern blieb unverändert bei seiner Meinung, daß ein Moratorium nur dann annehmbar sei, wenn Deutschland Garantien gebe, die sofort produktiv wären. Die englische Regierung hat, wie es scheint, die Grundsäße dieses Programms angenommen, doch die in ihrem Gegenvorschlage angeführten Garantien scheinen Poincaré gänzlich ungenügend zu sein. Es tam zu feiner endgültigen Einigung. Gegenüber einigen Blättermeldungen ist es nötig zu bemerken, daß Poincaré in Uebereinstimmung mit dem Standpunkte von Louis Dubois ursprünglich in der Reparationskommission verlangt hatte, daß Deutschland ein Moratorium verweigert werde. Mit Rüdficht auf die Absichten der anderen Verbündeten war die französische Regierung aber genötigt, für das Moratorium einzutreten, verlangte aber und wird auch weiterhin gweddienliche Garantien und Pfänder verlangen und sich freie hand vorbehalten, falls fie jene nicht erhalten sollte. * Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus ober bei Bezug durch die Post " monatlich.. Kč 16.vierteljährlich 48.halbjährig ganzjährig 192• 99 " 9 Rüdtellung 96.von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Nr. 189. Schau trugen, vergleiche man nun die Wür. belosigkeit der Ankläger und derjenigen, die das Todesurteil zu rechtfertigen suchen. Dabei haben sich die Moskauer Nichter gleich Qualen ausgedacht, die der mittelalterlichen Tortur so ähnlich sehen, wie ein Ei dem anderen. Man will die Verurteilten quälen und seelisch zugrunde richten, lebt doch jeder in der Ungewißheit weiter, ob nicht im nächsten Augenblick sein Leben ein Ende finden wird. Dadurch hat sich die Sowjetregierung den barbarischesten Despoten aller Zeit an die Seite gestellt und das Regime der blutigen Romanows noch übertroffen. Unter den fleinen Seelen, die ob dieses Todesurteils ein jämmerliches Verteidigungsgestammel versuchen, befindet sich natürlich auch der Reichenberger Vorwärts". Dieses einst tapfere Kampfblatt der Reichenberger Arbeiterschaft, das allgemach jeden Verbrecher verteidigt, sobald er nur auf die Moskauer Parole schwört, spricht von einem Wutgeheul der Konterrevolutionäre". Wir möchten an den„ Vorwärts ,, die strikte Anfrage stellen, ob denn Maxim Gorki, Anatole France und der große französische Revolutionär Henri Barbusse, der vielleicht wie feiner im Kriege das Gewissen der Menschheit aufgerüttelt hat und sich selbst zur kommunistischen Partei bekennt, auch so wutheulende Konterrevolutionäre sind und ob die französische kommunistische Partei, deren Zentralorgan sich mit Leidenschaft gegen die Blutjustiz der Moskauer gewendet hat, aus lauter Konterrevolutionären besteht? Hat doch selbst Saboul, der französische Kommuniſtenführer, seiner Rede vor den Moskauer Richtern die Erklärung abgab: Jahres zuvor nachwirkte, sich mit großer Ent. Moratorium an Deutschland volle Unterstüt Die Sachverständigen treten im Laufe des heutta Machthaber gewarnt, indem er am Schluß Lloyd George hat freie hand. der Staatsbergwerke und der Staatsforste auf dem London, 12. August.( Reuter.) In der linken Rheinufer geht weiter. Auf englischer Seite heutigen Vormittagssigung des britischen erwägt man die Möglichkeit einer Kontrolle, abinett 3 wurde einstimmig beschlossen, welche die Sachverständigen noch näher von der loyd George in den Verhandlungen über das technischen Seite festzustellen beauftragt wurden. bem Premierminister in dieser Angelegenheit vollung zu gewähren. Weiters wurde beschlossen, tommen freie Hand zu lassen. Da der Sachver ständigenausschuß bis jetzt die Prüfung der ihm überwiesenen Vorschläge noch nicht beendet hat, wird die nächste Sigung der Konferenz nicht bor Montag stattfinden. gen Nachmittages und morgen Vormittag zusam men. Sie werden ferner den Teil der englischen Vorschläge prüfen und näher feststellen, der sich auf die Möglichkeit der Ausgabe der Anleihen für die Reparationen bezieht. Die drei Regierungshäupter hatten noch eine längere juristische Deschiedenheit gegen die Todesstrafe gewendet. Die Sozialdemokratie, die Partei der revolutionären Arbeiterklasse, hat immer und immer wieder auf das Barbarische der Todes strafe hingewiesen, der internationale sozialistische Kongreß in Kopenhagen hat sich 1910 für ihre Abschaffung im Namen des gesamten Milderung der Gegenfäße in London. batte betreffend die Ausführung des Vertrages. sozialistischen Proletariats der Welt erklärt. Die deutschen sozialdemokatischen Abgeordneten London, 12. August.( Amtliches Radio.) En französischen Kreisen ist man sehr zurückhalhaben im Wiener Parlament 1911 ihre Ab- berten prüften gestern abends die britischen tend. Man verzichtet jedoch nicht baschaffung gefordert und unsere Abgeordneten im Laufe der gestrigen Unterredungen zwischen rauf, an die Möglichkeit eines Einversammlung diesen Antrag neuerlich gestellt. den waren. Heute früh seste der Ausschuß seine zusehen, daß die Besprechungen sich bis Montag haben im April 1921 in der Prager National- den alliierten Ministerpräsidenten formuliert wor- vernehmens zu glauben. Es ist vorausSo hat der internationaleSozialismus niemals Arbeiten fort. Daily Telegraph" beurteilt die und bei feiner Gelegenheit unterlassen, auf das Situation folgendermaßen: Seit gestern ist die Menschenunwürdige der Todesstrafe hinzuwei- Soffnung auf eine Lösung des Pro. sen, aus Achtung vor allem, was Menschenant- blems größer geworden, obwohl man nicht belig" trägt. haupten kann, daß eine Einigung bereits erfolgt ist. Ja jogar die Kommunisten, die sich heute nicht am Plaze. Es fann jedoch gejagt mer Diese Vertrauensseligkeit wäre zu blutigen Henkern degradieren, haben, als als sie noch bessere Tage sahen, feinen Zweifel den, daß der atmosphärische Druck fich einiger als sie noch bessere Tage sahen, feinen Zweifel magen gemildert hat, seitdem der Premierminister drüber gelassen, daß sie auf die stolze soziali- gestern feine lange Aussprache mit Poincaré und stische Tradition, die Bekämpfung der Todes- Theunis beendigt hat. strafe, nicht verzichten. So hat Rosa Luxemburg, Die bisherigen Bereinbarungen. die geistige Begründerin der kommunistischen Partei Deutschlands, in dem von ihr entwor Paris, 12. Auguft.( Savas.) Die mehrstündige fenen Spartafusprogramm ausdrücklich fest. Debatte, in welcher Poincaré, Aloyd George und gelegt: Theunis die englischen Gegenvorschläge prüften, binziehen werden. Die Mart steigt. " Wenn die revolutionäre Gewalt nach Ansich des Tribunals sich gefestigt hat und der Feind besiegt ist, so muß es durch sein Urteil den Beweis erbringen, daß die Revolution ohne Not keinen Tropfen Blut vergißt." Es ist eine moralische Ohrfeige, ein ber nichtendes Urteil, das der„ Vorwärts" fich selbst und seiner beſſeren Vergangenheit gibt, tschechischen Organs der hierländischen Kommu wenn er das ruchlose Urteil verteidigt. Ebenso läppisch sind die Argumente des nisten. Wenn das Rude Pravo" davon spricht, daß im Kriege soviel Menschenblut vergossen wurde, daß in der tschechoslowakischen Republik Berlin, 12. Auguſt.( Eigenbericht.) Die bereits gestern an den auswärtigen Börsen eine ihrer politischen Gesinnung wegen monatelang Aussicht auf eine Verständigung in London rief auf Arbeiter geschossen wurde, daß Arbeiter günstigere Stimmung für die deutsche Mart her im Kerker schmachten mußten, so müssen wir ihm vor. In Berlin machte sich heute vormittag eine schon sagen: Wir haben die kommunistischen lebhaftes Angebot in ausländischen Zahlungs- Machthaber in Rußland doch etwas anders einmitteln bemerkbar, insbesonders Dollar wurden geschäßt als die verbrecherischen Gewalthaber angeboten. Die Börse, die heute nur für den De ber Kriegszeit, und der bügerliche Terror bifenverkehr geöffnet war, notierte Dollar mit der tschechischen Republik gegenüber den Kom770-790, nachbörslich 781 gegen gestern 868. munisten gibt der Sowjetregierung durchaus das englische Pfund fiel von 3875 bis 3495, der nicht das Recht, gegenüber Arbeitern, die einer Schweizer Frant 165-148, bie tschechische anderen politischen Anschauung sind, mit den gleichen Maßnahmen vorzugehen. Das Argument des Nude Pravo" besagt nur, daß das kommunistische Organ die kommunistischen Beherrscher Rußlands auf dieselbe Stufe stellt wie die bürgerlichen Gewalthaber. Und dasselbe müssen wir dem Reichenberger Vorwärts" um eine Polemik handelt, sondern weil es uns allen Ernstes erwidern, nicht weil es sich uns mit dieser Ueberzeugung blutiger Ernst ist wenn dieses verkommene Blatt uns vorwirft. daß wir nicht dagegen protestierten, als die irischen Mörder des Marschalls Wilson hingerichtet wurden, uns dagegen aufregen, wenn ein Todesurteil in Rußland gefällt wird. haben eben den kapitalistischen Terror des mäch tigsten Weltimperialismus anders eingeschäßt als Lenin und Trokki. Wir sind mit dieser Einschäßung der Führer des Kommunismus bitter enttäuscht worden. Krone von 2157 auf 2072. Klarheit über das Attentat auf Scheidemann. In der bürgerlichen Revolution waren hat zu folgendem Ergebnis geführt: Man ist darin Blutvergießen, Terror, politischer Word die unent- einig, die Einhebung von 26 Prozent auf die deutbehrliche Waffe in der Hand der aufsteigenden sche Ausfuhr zu genehmigen, fernet die BeschlagKlassen. Die proletarische Revolution bedarf für ihre Ziele feines Terrors, sie haßt und verabnahme der deutschen Zolleinnahmen und die Ronscheut den Meuchelmord. Sie bedarf dieser Rampf- trolle der deutschen Reichsbank burch den Garan- Raffel, 12. August. Die Oberstaatsanwaltmittel nicht, weil sie nicht Individuen, sondern zn. tieausschuß, der in Berlin tagen, den Papierum- schaft teilt mit, daß der Anschlag auf den Ober. stitutionen bekämpft, weil sie nicht mit naiben lauf, die Ausgabe von Schabanweisungen und die bürgermeister Scheidemann nunmehr völlig auf Fusionen in die Arena tritt, deren Enttäuschung Aufstellung des Haushaltes überwachen, sowie die geklärt ist. Die in Kassel festgenommenen Angeter Versuch einer Minderheit, die Welt mit Ge- Rapitalsflucht verhindern wird. Die Wiederauf schuldigten Sustert und Dehlschläger hawalt nach ihrem Ideal zu modeln, sondern die At- richtung der Zollgrenze am Rhein, die Zollgrenze ben ein umfassendes Geständnis abgelegt. Dehltion der großen Willionenmasse des Bolles, die be- im Ruhrgebiete, die Beteiligung von 60 Prozent schläger trug in einem Blechbehälter die BIau rufen ist, die geschichtliche Mission zu erfüllen und an der chemischen Industrie auf dem linken säuresprite, ferner führten sie eine e pedie geschichtliche Notwendigkeit umzusetzen." sie blutig zu rächen hätte. Sie ist kein verzweifelDie Kommunisten selbst fühlten auch noch während der schändlichen Justizkomödie, die sie aufgeführt haben, daß ein Todesurteil den Aufschrei der gesamten Arbeiterschaft zur Folge haben würde, und bequemten sich daher in Berlin, als die Konferenz der drei Internationalen tagte, zu einer Erklärung, die man ihnen wieder angesichts der Verhängung der Todesstrafe über die Sozialrevolutionäre ins Gedächtnis rufen muß: Rheinufer und die Einhebung von Steuern wurde nicht zugestanden, da alle Alliierten einschließlich Belgiene sich widersetzten. Die Debatte bezüglich tier pisto le mit sich. Als sie den Oberbürgermeister fallen sahen, hielten sie ihn für erledigt und ergriffen die Flucht. Wir bereits vor der Konferenz festgestellt wurde, in die. bereits vor der Konferenz festgestellt wurde, in die.| Ueber dem moralischen Tiefstand, den die fem Prozeß die Verhängung von Todesstrafen aus- tommunistische Bewegung der Welt zeigt, inDas Aergste, was die Kommunisten da gegeschloffen sein wird. dem sie dieses schmachvolle Urteil verteidigt, tan haben, ist, daß sie den Namen des steht hoch die unerschrodenheit und Sozialismus geschändet haben. Tapferkeit der Angeklagten. Seit Indem die internationale Sozialdemokratie dem Augenblic", sagte einer von ihnen, in gegen diese Schändung protestiert, indem sie dem wir in ihre Hände gefallen find, find wir an das Gewissen der Arbeiter der Welt appeldavon überzeugt, daß sie das Todesurteil gegen liert, vollbringt sie eine Ehrenrettung uns fällen werben. Aber von dieser Anklage des Sozialismus, den die Kommunisten bank werden sie keine Bitte um Gnade hören." im Munde führen, dessen moralische Straft aber Mit dieser Würde, die die Angellaaten aur aus ihren Gerson Tänal calciu Es ist aslo ein schnöder, in der Arbeiter bewegung beispielloss dastehender Wortbruch, den die Kommunisten begangen haben und für Die Konferenz nimmt Kenntnis von der Erklä- den ihnen die Verachtung der Arbeiterschaft rung der Bertreter der Kommunistischen Inter- aller Länder gewiß ist. Schon deswegen wird nationale, daß in dem Prozeß gegen bie 47 Sozial- die Geschichte über sie als die Besubler des ehrrevolutionäre alle von diesen gewünschten Verteidt- lichen Namens der fämpfenden Arbeiterschaft ger Augelassen werden, daß, wie in der Sowjetpreſſe ihr unerbittliches Urteil sprechen. " Seite 2. Die Krone, die steigt, und die Steigt, und die Krone, die fällt. Von Friedrich Austerlitz( Wien). 13. August 1922. Ohne Zweifel ist von allen Uebeln, an denen, auf, wo der ,, Borwärts" angelangt ist das geland und Deutschöfterreich eine Entwidlung, die Desterreich leidet und die sich in dem Kroner furse nügt. Tiefer geht's nimmer. den Krieg überwindet, schlechthin unmöglich; ein Zehntausendstel des Friedenswertes! fo Deutschland und Teutschösterreich geradezu mit furchtbar zeigen, nicht wenig auch Schuld eines licht die Zeitschrift ,, Somunista" mehrere Diskus Zur Frage der Arbeiterregierung veröffent Bewußtsein, aber ohne Zweifel auch Ungarn, Bul- schlechten und feigen Regierens. Aber daß die fionsartifel, wovon wir einen bereits besprochen Wenn man für den deutschösterreichischen fener Zeit allmächtig dünfte, war freilich imftande würde, werden vielleicht nicht einmal die behaup Sula folgendes: Fragen wir uns: warum ver garien und die Türkei. Die Entente, die fich gu ifchechische Republik mit erlesener Weisheit regiert haben. In dem zweiten schreibt der Kommunist Jammer, der nicht enden will, die leyte Erklärung Verträge" aufzusetzen, die nur von dem Ge- ten wollen, die fie regieren; es wird eben überall fündet die Kommunistische Internationale nicht sucht, so gelangt man als der entscheidenden zu banken beherrscht werden, daß der Bolenstaat, die mit Wasser gekocht. Wohl wird man sagen fönstatt der Arbeiterregierung die Regierung der Arder Tatsache, daß diefer Staat" nicht organisch Tschechoslowakei, Jugoslawien und Griechenland nen, daß sich die öftereichische Republit auf einem beiterräte und die Diktatur des Proletariats? gewachsen ist, vielmehr das willkürliche Produkt unbedachter und furzfichtiger Menschen ist. Staa- gut fahren; aber da die Menschheit die Zeit der ungleich befcheideneren Fuß eingerichtet hat als wer nicht a priori von einer Formel ausgeht, ten, die im Laufe und Wandel der Zeiten entstehen, Niederlage auf der Schlachtfeldern nicht mehr schredt man in Wien vielleicht weniger zurück als wird auf diese Frage die richtige Antwort finden, Barbarei doch überwunden hat und Sieg und wer immer, und vor Steuern und Abgaben sondern vom wirklichen Stand der Dinge, der bilden ihre Wirtschaft gemäß den natürlichen Tat als wie geschichtliche Episoden sind, so kann nur in Prag. Es ist also doch nicht so, wie es die valu Wer von vornherein jeden politischen Kampf sachen; die wirtschaftlichen Verhältnisse sind die die Ordnung auf Bestand rechnen, die allen Völ- tenstolzen Herren meinen: daß die österreichische außer der Propaganda für die Diktatur des ProAnpassung an die Bedingungen der Natur, die sie fern das Leben möglich macht, feinem heischt, daß Krone fintt, ist nicht die Folge eines schlechten, daß letariats ablehnt und damit fagt, daß er ein rei beherrschen. Ob in einem gegebenen Staate die es ein Sklavendasein auf sich nehme, bamit ein an die tschechische Krone steigt, nicht die Wirkung eines landwirtschaftliche Produktion überwiegt oder die ein halber Kommunist. Denn der Kommunismus industrielle, ist natürlich nicht die Folge des Wil deres mit allem ausgestattet werde, was es zu fei- weifens Regierens, sondern beibes hat seine Urner Sommuniſt iſt, iſt in Wirklichkeit nicht einmal lens der Menschen, ist vielmehr die Folge der er wirtschaftlichen Entwicklung als notwendig er- fachen in dem Friedensvertrag von Saint Ger- ist der revolutionäre Marxismus, und wer unter main, der die Tschechen bereicherte, die Deutschen allen Umständen, unter veränderten Verhältnissen Summe der Tatsachen, die aus der geographi schen Lage des Landes entspringen. Ein Volk fann Sehr bekanntlich, wenn auch danach vollstän- beraubte, obwohl verkündet ward, daß seine und zu verschiedenen Zeiten stets nur auf einer auf einem Boden fißen, der ergiebig, auf einem dig vergessen und verleugnet, sollte der Friede auf Grundlage der Gerechtigkeit sein werde. Aber daß Formel beharren will, der kann zwar ein guter Boden sitzen, der steril ist; immer wird es sich, der Grundlage des Selbstbestimmungsrechtes der die Gerechtigkeit die Grundlage des Staates fei, Revolutionär bleiben, ein Kommunist ist er nicht, sein Wachstum, seine Einrichtungen diesem Bo- Nationen geschlossen werden. Womit haben es die haben wir in dem alter Desterreich oft gelesen, Der voluntaristische Revolutionarismus verhält den anpassen, und ein störender Gegensatz zwischen Tschechen rechtfertigen wollen, daß fie den Deut- und wie wir es damals nicht geglaubt haben, glau- sich zum Kommunismus wie Stirners Anarchis seinen wirtschaftlichen Verhältnissen und den Beschen in den Sudetenländern das Recht, ihr staat ben wir es auch heute nicht. dingungen der Natur wird sich nicht einstellen. liches Recht selbst zu bestimmen, bestritten und Just in diesem Geger satz besteht die Unnatur genommen haben? Mit den wirtschaftlichen Notdiefes Staates", den man in St. Germain begründet" hat, ohne darüber auch nur nachzudenfen, ob ein solcher Staat zu leben vermag. Diese Unnatur ist in der Hauptsache die Riefenstadt Wien auf der Grundlage einer Bevölkerung von vier Millionen zumeist dörflicher Alpenbewohner. Stellen wir uns vor, das Gebiet und die Bevölkerung, die wir die Republik Defter reich nennen, wäre als selbständiger Staat all mählich entstanden, so wie Staaten eben entstehen; wäre es der kbar, daß dieses Alpenland zu einer Hauptstadt von mehr als zwei Millionen Menfchen gekommen wäre, diese große Stadt aus sich erzeugt hätte? Das ist natürlich ausgeschloffen; aus dem organischen Entstehen eines solchen Staates wäre wohl eine Hauptstadt von laum mehr als einer Biertelmillion Menschen herausgebildet worden. Tatsächlich ist Wien nicht das Produkt die fer so erbärmlichen Republit, sondern das Produkt des habsburgischen Imperiums: herausgewachsen aus einem großen Staat, einer Großmacht, mit allen seinen Bebersbedingungen, auch in diesem großen Staate wurzelnd, auf einen großen Staat gewiesen. Nun ist dieser Staat zerfallen und verschwunden; die Riesenstadt steht aber da, ihrer Silfsquellen beraubt, ihrer Wirkungsmöglichkeiten bar denn nur als der Mittelpunkt eines großen Wirtschaftsgebietes hatte sie Sinn und Grund; die Unmöglichleit eines Staates, in dem ein Drittel der Bevölkerung in die eine Stadt gepfropft ist, wird von der bittersten Erfahrung ununterbrochen neu erhärtet. achtet. Inland. mus zum Marxismus. Dessen sollen wir eingedent bleiben und uns nicht durch den Willen und die Phantasie in eine Unwirklichkeit berführen lassen, denn sonst laufen wir Gefahr, daß vir im wirklichen Leben, welches durch andere Umstände bestimmt wird als einzig und allein Umstände bestimmt wird durch das Chaos einer ungeheuren Anzahl mensch licher Willen, als unschädliche Doktrinäre erschei nen, die für ihr Ziel nicht anders kämpfen können als bloß mit einer einzigen stereotypen Formel." die kommunistische Partei. Sie hat die ganze Zeit von der Diktatur des Proletariats als dem Allheilmittel gesprochen, die augenblicklichen Nöte des Proletariats zu bannen. Und plößlich entdeckt der Herr Sula, daß die Diktatur des Proletariats eine doktrinäre Formel ist, die dem wirtschaft. lichen Leben nicht entspricht. Wer nur von der Diftatur des Proletariats redet, ist nur ein halber Kommunist! Die Kommunisten mögen sich erinnern, wie es war, als sie den Kampf gegen uns begannen. Sie redeten von nichts anderem als bon der Diktatur des Proletariats, und jeht fommt wieder so ein Revolutionär, dessen große. Weisheit darin besteht, daß sich die Kommunisten geirrt hätten, was darauf hinausläuft, daß die wendigkeiten des Tschechenstaates! Ohne Zweifel bestehen diese und ohne Zweifel mußten sie erwogen werden. Aber gibt es nur wirtschaftliche Kommunistische Journaille. Das Wort fließt Notwendigkeiten des Tschechenstaates, des Bolen- uns schwer aus der Feder und es ist das erste staates( Polnischer Korridor, Teilung Oberschle Mal, daß wir diese Bezeichnung auf eine Preffe fiens)? Es gehör die ganze Naivetät der tschechi anwenden müssen, die von Arbeitern gelesen schen Sozialdemokraten dazu, die wirtschaftlichen wird, wenn diese auch an der Haltung ebendiefer Notwendigkeiten des Tschechenstaates als ein ge- Presse schuldlos find. Aber was sich der Reiheiligtes fozialistisches Dogma auszugeben, die chenberger Borwärts" in feiner Freitag Ungewollt charakterisiert Sula damit glänzend wirtschaftlichen Notwendigkeiten Desterreichs aber nummer leistet, steht so tief unter dem Niveau einfach zu ignorieren und derart zu dem Schlusse journalistischen, namentlich proletarisch zu gelangen, daß die ökonomischen Bedürfnisse des journalistischen Anstandes, daß eine andere Tschechenstaates restlos, weit über dessen wirkliche Qualifizierung als Journaille einfach unzutref Notwendigkeiten, erfüllt werden müssen, die öfo- fend wäre. Der„ Norwärts" befaßt sich in einem nomischen Notwendigkeiten Desterreichs aber eber- Artikel mit der Rede, die Genoffe Renner bei so restlos mißachtet werden dürften. Die Auftei- der Eröffnung der Karlsbader Parteischule hielt lung Desterreichs ist einfach nach dem Grundsatz und die wir unter dem Titel„ Zwischenspiel" vollzogen worden: dieses brauchen die Tschechen, abbrudten. Es unterliegt feinem Zweifel, daß ienes die Südslawen oder Rumänen; was die ieder Sozialist, ohne Unterschied der Richtung, Deutschen brauchten, was sie brauchen, um nicht von der flaven, lichtvollen Darstellung Renners zu verhungern, danach wurde überhaupt nicht ge von der Entwicklung und den Aussichten der sofragt. Und so sind nun die neuen Staaten ge- zialistischen Bewegung gepadt und innerlich bebildet" worden: die Tschechen, die Rumänen, die reichert werden mußte. Auch die Vorwärts" Jugoslawen haben sich einfach alles genommen, Leute fonnten sich dieser Wirkung nicht entziehen was fie brauchen" und Desterreich ist übrig ge- und eben darum und weil sie sa ch I fch dagegen Sozialdemokraten, die die Diktatur als den Stein blieben, als ein Staat ohne Lebensmittel, ohne nichts vorzubringen wissen, fallen sie wie iü- der Weisen immer bekämpft haben, recht behalten Rohstoffe, als ein leber sunfähiger Stumpf, dem tende kläffer über die Person Renners her haben. Interessant ist auch die Ablehnung des alle lebenswichtigen Organe fehlen. Aber die und bedecken fie mit Lügen und Gemeinheiten, voluntaristischen Revolutionarismus, das heißt, Weltgeschichte läßt sich nicht betrügen und die wie sie in dieser Gestalt bisher nur von den daß der Wille des Menschen allein genüge, um Sieger, die sich eingebildet hatten, daß es je Gelben gegen Vertrauensmänner der Arbei die Revolution zu vollführen. Wenn wir gesagt schlechter dem Besiegten, desto besser ihnen gehen terschaft angewendet wurden. Wir übersehen da haben, daß die ökonomischen Verhältnisse noch werde, daß das Unheil des anderen ihr Glid be- bei bie Schmähung der„ bernagelten" Gewert nicht reif seien, hat uns Paul Schiff geantwortet, Die Tore, denen ein verhängnisvolle Augen- gründen werde, die erfahren es nun, daß fein schaftsführer und unserer Partei, welche nach daß wir bereits in der zwölften Stunde der Reblid die Möglichkeit gewährte, fich als Weltrich- Staat, teine Nation isoliert in der Welt lebt, daß den Vornerts" ,, bavou lebt, daß sie Gedent- volution stehen. Jetzt schrauben die Kommunisten ter zu gebärben, mögen sich die Sache sehr ein vielmehr alle in einem untrennbaren Bufammen tage an Seliger, Abler und andere feiern fann." ihre Uhr wieder zurück. Wenn Hula jedoch die fach vorgestellt haben; daß es ausreiche, im Frie- hang stehen, so daß jeder auch spürt, wie der andere Von Renner erzählt der„ Borwärts" den Ar Kommunisten als unschädliche Dottrinäre bezeich net, so können wir mit ihm nicht übereinstimmen. densvertrage" zu bestimmen" und auf der Land- leidet. Die österreichische Strone fällt und fällt, beitern unter anderem folgendes: Sie sind wohl Doftrinäre, allein unschädlich sind farte neue Grenzen zu ziehen; das Leben hat dann und in der schauerlichen Teuerung wird es finnfie leider nicht gewesen. Sie haben die Arbeiterihrem Dittat zu folgen. Aber wenn die berühm fällig, daß sich ein derart begründeter" Staat, ten alliierten und assoziierten Mächte auch in dem man das genommen hat, was zum Dasein bewegung zerschlagen, und jetzt kommen fie bareinem furzen Augenblid sehr mächtig waren, und unerläßlich ist, es ihm genommen hat, obwohl es auf, daß die Parolen, mit denen sie die Arbeiter bestimmen" durften, wie und was sie wollten, ihm nach dem Grundsatz des Selbstbestimmungsbewegung zerschlagen haben, falsch sind. Der Manin der Geschichte des Sozialismus zu Verbrechern gel an Erkenntnis und ihre Unfähigkeit haben sie das Leben ist doch stärker, und so liegen die schänd rechtes der Nationen gehört hat, eben nicht er lichen Friedensverträge, mit denen der militärische nähren kann. Die tschechische Krone steigt und Sieg der Entente geschändet wurde, innerlich schon steigt dagegen, und wenn das Fallen der öfterin Trümmern, obgleich ihre Nußnießer sich noch reichischen Strone ein Ausdrud der Armut des immer einbilden und diese Einbildung mit hoch Staates ist, so das Steigen der tschechischen Krone trabenden Worten immer von neuem versichern, ein Ausbruck des Reichtums dieses Landes, das bak all bie Berträge als heilig und unantastbar eben nicht bloß die Hilfsquellen der tschechischen daß zu gelten haben. Denn die Verträge wären nur sondern auch die von drei Millionen deutscher haltbar, wenn sie allen Staaten das Dasein er- Nation sich anzueignen verstanden hat. Aber damöglichen würden. Aber da sie geradezu aus für hat es die Produktionskrise im Leib, die wieschließlich von dem Gedanken geleitet waren, daß der beweist, daß es der Tschechoslowakei nicht besser fie den Siegern" Leben und Entwidlung ver- geht, weil Desterreich zugrunde geht, daß also eine bürgen sollen, vor dieser Notwendigkeit aber selbst Politit, die nichts im Stopfe gehabt hat, als wie die allerzwingendsten Notwendigkeiten der Besieg- man Desterreich Klein und arm machen fönnte, ten zu tapitulieren haben, so mußte ihre Unmög- feine Politit von Berstand und Einsicht gewesen lichkeit offenkundig werden; sie ist es auch. Denn ist von anderen Tugenden nicht zu reden. Von Hans Pilz. - " Herr Renner, welcher, wie glaubwürdige Sozialdemokratische Zeugen erzählen, zu der Stunde, da Friv Adler Stürgth erschß, im Parteicafé ruhig Tarod spielte und das Spiel auch nicht abbrach, als die Nachricht von die ser historischen Tat bis in das Café gedrungen ivar... einer solchen verlogenen und verlotterten BoleWir möchten den Arbeiter sehen, der sich von mit" nicht angeetelt abwendet und wir möchten weiter den Arbeiter tennen lernen, der in seinem Blatte folgende verschleierte Verdächtigung eines Arbeiterführers in Ordnung findet: Herr Renner hat einen Paß und übrigens ist in Marienbad der König von Jugo lawien. Serr Renner fann fich ruhig interviewen lassen." Es ist tief unter unserer Würde, uns auch nur einen Augenblick lang auf das Niveau ordinäver Preßstrolche hinabzubegeben. Wir zeigen am Proletariat gestempelt. eines tschechischen Blattes. Ueber die fransische Militärmission äußern sich in beachtenswerter Weise die„ Lidove Noviny". Sie sagen zunächst über die Stellung der Mission im allgemeinen: Die französische Militär- Mission im Urteil Die französische Militärmission hat bei uns außer ihrer instruttorischen Aufgabe auch den unmittelbaren Befehl über das Militär. Aeußerlich kommt dies dadurch zum Ausdruck, daß der Chef der Misfion zugleich Generalstabschef ist und daß seine bester Mitarbeiter gleichfalls Angehörige der Misfion, find, dann, daß von vier Militärkommandos zwei( Preßburg und Ungvar) mit franzöſiſchen tun gehabt hatte, konnte einem eine solche Aufgabe schon Freude machen. hatte eine ehrende Aufgabe erhalten. Die Aufgabe, ka!... Was wir tun tönnen, ist, daß wir den einen mit allen Salben geschmierten Gauner zu Mann nicht aus den Augen lassen. Verstehen Herrn Jemeltas Sommerreise. entlarben, hoppzunehmen. Ha, ſo war es! Eine Sie?... Femella! Die Aufgabe, den Mann zu Der Detektive sendete dem Schmaufenden feine Sache, mit der man sich hervortun fonnte. beobachten, fällt Ihnen zu! Ehrlich gesagt, einer einen heimlichen, bösen Blick und dachte: Mit der man sich, besonders da man sie nur Ihrer Kollegen wäre mir lieber. Aber zwei da-„ Wenn ich dich heimbringe, du Schwindler, Herr Josef Jemelta faß auf der Hotelterrasse. durch einen glücklichen Zufall in die Hände be- von sind krant, die anderen dort und da wichtig wird's aus einem anderen Tone gehn! Bin neu Es war eine prächtig ausgestatte Terrasse, wie fommen hatte, hervortun mußte... Freilich, beschäftigt... Also los, Jemelta! Unterrichten gierig, wie dir die Erbsen und Fisolen schmecken sie sich für ein Hotel ersten Ranges gehörte. bis jetzt.. Die Brandung schlug an die Felsen, auf nen Sie sich aus! Ich fage Ihnen nur nochmals, Herr Jemelta hatte gut gefrühstückt, schmauch denen sich die Terrasse erhob. Jemelta, der dieses die Sache ist heitel. Scharfsinn und Vorsicht, Je- fein Polizeigemüt, daß der Mann so gar nichts de- leich darauf fiel es ihm aber døver auf te nun eine duftende Bigarre und fah hinaus auf Geräusch in der furzen Zeit feines Aufenthalts melta! Dem Verdächtigen an die Fersen! Reifen unternahm, was dazu berechtigen konnte, ihm die das Meer. Er refelte sich in seinem Strandforb, sehr lieben gelernt hatte, horchte hin; aber es sie ihm nach, wenn er abfährt! Lassen Sie im Faust aufs Genid zu legen. Er hatte vor allem den die Sonne in Brand setzen zu wollen schien, war ihm, als hörte er aus dem Brausen heraus mer hören, was Sie unternehmen, damit man nicht den geringsten Verkehr mit Personen, die es er ſtrich den vollen Magen, täubte bebächtig die Ihnen gegebenenfalls abwinken tann! Adieu!..." blühweise Asche von der Bigarre, blinzelte hinauf nur den asthmatischen Baß des Chefs: Das war es, was die Brandung zu Femella bas war alles. Aber zum Kudud, das taten sie verdächtig gewesen wären. Er gab Geld aus, Jemelta! Sie wissen wohl schon, worum es in den flimmernden Himmel und gestand sich sich handelt; aber ich sage es Ihnen noch einm sprach. Und er hörte es so deutlich, daß er die hier ja alle. Er, Jemelka, ja auch. daß er einen so schönen Sommer noch nicht erlebt Dieser ausländische Sterl, der sich Attaché Romillo Umgebung vergaß und laut antwortete: hatte. Er, er, der fleine Detektive Josef Jemella im Süden! Er, Jemelka, auf einer Hotelterraſſe, von der man den Blid aufs Meer hatte! Er, Je mella, eine zwölfstündige Schnellzugsfahrt weit von zu Hause entfernt! Herr Jemelta richtete sich plöglich zu einer fizenden Habtachtstellung auf, strich den seit drei Tagen englisch zugeftußten Bart, runzelte die stachlichen Brauen und fah mit strengem Blid einer vorüberhuschenden Möve nach). Sehr wohl, Herr Rat!" Hayenbrud nennt, der aber meines Erachtens irgend ein Spizbub mit einem ganz gewöhnlichen Er erschraf, sah sich um, und Donner Namen ist dieser Kerl ist verdächtig, der Gau- wetter, dort faß er ja, der Mann, den er auf ner zu sein, der mit Hilfe eines gefälschten Schecks seiner Reise nach dem Süben, fast Stnie an Senie, einen so rentablen Schwindel herausgestedt hat... begleitet hatte und mit dem er nun seit drei Tawölf Millionen Stronen! Ein schöner Broden gen, um ihn nur recht gut im Auge behalten zu Geld! Kein Wunder, daß uns die Bank, die um lönnen, Tür an Tür wohnte. Erste Etage, mit der das Geld weint, von fünf au fünf Minuten an- Aussicht aufs Meer, natürlich. Attaché Sayen telephoniert, ob wir den Täter noch nicht haben... brud schien nur das Nobelste zu lieben! Na, und Als wenn's leicht wär', einen Bumpen zu er- Jemelta mußte eben mittun. Amtlich. wischen, von dem man nichts hat als sieben von=| Der Verdächtige saß unweit von Jemelta einander grundverschiedene Personsbeschreibun- und verspeiste mit bestem Appetit ein reiches Herrn Jemeltas Haltung wurde noch straf- gen... Aber um zum Schluß zu lommen, Je- Frühſtüd. Ein hochgewachsener, schlanker, hübfer, ſein Blid noch fälter. Seine Augen ruhten mella: Unseren Recherchen zufolge tönnte dieser scher Mann. Sehr gewählt gekleidet. Ein Monocle auf dem Meere wie auf einem Diebe, der nicht Hayenbrud der Fälscher fein! Machen Sie tein im Auge. Ein Mann mit sehr ruhigem Blid und gestehen will. Bum Teufel ja, es waren schöne so fröhliches Gesicht, Jemelta! Wir können ihn eleganten Bewegungen. Strahlend heiße, fübliche Sommertage! nicht packen, dazu sind unsere Beweise zu lächer Jemelta fühlte sein Herz schwellen. Teufel, Das war wohl fehr nett, aber nicht die Haupt- lich binn. Er ist vielleicht doch ein ehrlicher Sterl solch einen noblen Kerl faffen zu können, das war sache. Nein! Die Hauptsache war, er weilte amt- und ein richtiger Attaché dazu. Denten Sie sich doch etwas Besonderes. Wenn man immer nur lich hier. Ja, amitlich. Er, er, Josef Jemella, das Geschret, wenn wir uns vergreifen, Jemel mit kleinem Diebszeug und Einbrechergesindel zu Was Süden! Was Meer! Sahenbrud erhob sich und machte eine Autospazierfahrt. Jemella fuhr in einem zweiten Auto den gleichen Weg. Du lieber Himmel, es war eine wunderhäbsche Sache, so am Meeresſtrand dahinFine Riesenbrille auf der Nase. Ueberhaupt eine sufliegen. In den Staubmantel eingemummt. Gegend- herrlich! Hayenbrud nahm fein tägliches Seebab. Je melta natürlich auch. Und wie gern! War es nicht eine Wonne, im Meere zu plantschen? Na, und außerdem die feschen Weiber in ihren toketten Kostümen! Donnerwetter ja, wer nur öfter von Amts wegen füblich zu tun hätte! Ob's nicht gut wär', wenn sich der Scheckfälscher erst nach drei Wochen verraten würde! Oder gar erst nach vier. fünf Wochen! Jemelfa fühlte sich in seiner grün- weißviolettgestreiften Badehose ungemein wohl. Cr sprang, prustete, wühlte das Meer auf wie ein Walfisch. Von der Schwimmtunft hatte er nicht 13. Auguft 1922. Offizieren besetzt sind und ebenso das Kommando! . Seite 3. Republik". Jn Wahrheit haben all diese Veran Der Troppauer Diviſion; es wurde als müglich Die Präsidialfonferenz der 2. Internationale. ſtaltungen lediglich ſymbolischen Charakter. Sie find anerkannt, daß auch die Stabschefs dieser Kom mandos dem franzöfifchen Offizierstorps entnom men wurden. Außer dem Oberkommando des Seeres ist also in den Händen französischer Offiziere das Kommando an der ganzen magharischen und polnischen Grenze". Ueber die Wirkung dieser Stellung der französischen Ofiziere im tschechischen Heere auf die Staatspolitik wird gefagt: Die Uebergabe der höchsten wirklichen Macht über die ganze Armee an Organe eines fremden Staates ist ficherlich eine Tatsache, welche in der Bilanz der auswärtigen Politik des Staates irgendwie zum Ausdrud fommen muß. Es wäre zwar unrecht aus den Augen zu verlieren, daß es die tschechische Republik war, welche formell die französische Regierung um die Enisendung einer Militärmission mit der angegebenen Aufgabe ersucht hat. Es ist fedoch klar, daß es sich insbesondere von unserer Seite um einen Aft so großen Vertrauens zu dem befreundeten Staate handelt, daß dies nicht ohne günstige politische Folgen bleiben kann, welche bei ber Natur der Dinge nicht gering sein tönnen." Daß die ganze wirkliche Macht über das tschechische Militär tatsächlich in französischen Händen ist, unterstreicht der Autor des Artikels zum Schluß noch mals: Die Unterordnung des Generalstabschefs unter den Minister für nationale Verteidigung ändert nichts daran. Man muß in Erwägung zie Die Zugeständnisse, welche die Reichsregie hen, daß der Chef des Generalstabes einem Minirung der bayrischen Fronde gemacht hat, sind in fter referiert, dessen Eingriff in das Meritum der Gemeinderates sind oder nur dann Sitz und Vihren Einzelheiten noch nicht bekannt, doch auch Sache dadurch begrenzt ist, daß er fein Fachmann Stimme im Gemeinderate haben, wenn und sowas über die Grundzüge verlautet, läßt erkennen, ist, sowie dem Umstand, daß es im Ministerium lange sie den verhinderten Gemeindevorsteher verdaß es sich lohnt zu frondieren. In den Besprefür nationale Verteidigung an einer genügend treten. Nach§ 1 der Novelle zu den Gemeinde- Die Verfassungsfeier in Deutschland. Den nämlich zwei Erklärungen der deutschen und chungen zwischen Dr. Wirth und Lerchenfeld wurstarten persönlichen Besetzung und Organisation gerade in der Umgebung des Ministers fehlt. Die ordnungen vom 7. Feber 1919, lg. Nr. 76, heißt Am 11. August wurden es drei Jahre, daß eine der bayrischen Regierung verfaßt, in denen fer Umstand vergrößert und verbreitert die tat- die bisher Gemeindevorstand genannte Gemeinde das Weimarer Verfassungswert fertig geworden, die Grundsätze des neuen Reichskriminal, bes fächliche Einflußsphäre des Generalstabschefs". förperschaft von nun an Gemeinde-( Stadt-) rat. und zur Feier des Tages fanden in gang Deutsch Schuß- und des Beamtengeſetzes unangetastet bieiWenn das schon tschechische Blätter schreiben, dann nach§ 19 der Gemeindeordnungen für Böhmen, land festliche Veranstaltungen statt. Die gewalti tation" der Gesetze aber von der Reichsregie ben, in der Ausführung und Interpre muß es schon ziemlich arg sein und es wird wohl Mähren und Schlesien bestand der Gemeindevor- gen Massen von Teilnehmern, die sich namentlich auch unter den Tſchechen viele geben, die von dem stand aus dem Gemeindevorsteher und den Ge- in den großen Städten dazu einfanden, zeigte rung„ erhebliche Zugeſtändnisse" gemacht werden. daß der Gedanke der deutschen Relitär nicht sehr erfreut sein werden. zungsfaale des Vollzugsausschusses der tschechoslo- Einfluß der Zweiten Internationale erfordert, des Schimpfes und der Schande sieht, sie sind ein Prag, 12. August.( Eigenbericht.) Jm Sit-| widmen, wie es die Gegenwart und der wachsende Gegenbewegung, die in der Republit nur ein Gebilde walischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei im auf die Funktion refigniert. Der unabänder neues, verspätetes Echo auf den Mord an Ra Prager Voltshause wurde gestern abends die Non- liche Entschluß Macdonalds wurde zur Kenntnis thenau. ferenz des Präsidiums der Londoner Internationale genommen und ihm für die erfolgreiche und glän- Sandlung zeigen, daß sie lebendig ist und sie hat Die Republit will durch eine äußere eröffnet. Der Sigungssaal war deforiert und eine zende Führung des internationalen Sekretariats dazu den 11. Auguft auserforen, ben dritten Jah mächtige Büste von Star I Marx ruhte an der wärmster Dant und Anerkennung ausgesprochen. restag des Inkrafttretens der Weimarer Verfas Stirnwand inmitten roter Draperien. Ueber Antrag der englischen Delegation wurde fung. Wie soll die Republik weiteren Anstürmen Land: Henderson, Ramsay Macdonald, J. S. und unter Beifall der ganzen Konferenz Tom tönnen? Verfassungsfeiern find, gleichviel ob eine An der Konferenz nahmen teil: für Eng zum neuen internationalen Sekretar einstimmig standhalten, wie soll sie vor der Geschichte bestehen Thomas, Tom Shaw und Harry Gosling; für Shaw gewählt, der das schwere und verantwor- Verfassung gut oder schlecht ist, nur äußeres BeiBelgien: Emil Bandervelde und de Man; für tungsvolle Amt übernahm und erklärte, ihm alle wert. Die Republik braucht erhöhte Werbekraft, Deutschland: Otto Wels; für Schweden: feine Kräfte und Fähigkeiten widmen zu wollen. um erhöhtes Ansehen zu erlangen. Sie bekommt Richard Sandler; für Dänemart: Alzing Ander- Ramsay Macdonald bleibt weiterhin mitglied des beides, erhöhte Werbefraft und erhöhtes Ansehen sen; für Solland: Willem Hubert Vliegen; für Präsidiums. die Ukraine: Boris Martos, Osip Bezpalto nur durch eine Politik der Taten. Von sich aus und Dr. Boris Matusento; für Grusinien: den die eigentlichen Verhandlungen der Konfe- Das fann sie nur, wenn sie in erster Linie WilNach Erledigung dieser Angelegenheit wur- muß die Republik durch Taten für sich werben. Dr. Gregor Aiollo; für die Tschechoslowa renz begonnen, die bis 10 Uhr abends dauerten. Iensvollstrecerin ihrer Schöpfer, der deutschen Artei: Anton Nemec, Dr. Leo Winter und Dr. Die Verhandlungen waren vor allem den Be- beiter, wird. Sie wird die Masse ihre ehrlichen Franz Soukup. Die Konferenz wird vom Vor- richten über den heutigen Stand der inter- Anhänger in demselben Maße mehren, wie sie sich, fizenden Henderson aus London geleitet. nationalen Arbeiterbewegung, den energisch und zielbewußt, gegen ihre Feinde und Zu Beginn der Verhandlungen wurde die Verhandlungen über die Bedingungen des Zu- lauen Betrauer wenden wird. Frage des Wechsels in der Person des interna- fammenschlusses mit der Wiener Arbeitsgemein tionalen Sefretärs erledigt. Ramsay schaft und den Voraussetzungen zur Einberufung Macdonald hat wegen Ueberbürdung mit an des näch it en internationalen Arbeiter Die Einigung des Reiches mit Bayern. deren Arbeiten in England und im Hinblick auf tongresses gewidmet. Die Verhandlungen die Unmöglichkeit, sich dieser Funktion ganz zu werden den ganzen Sonntag über fortgesetzt. wwwwwwww Ausland. französischen Kommando über das tschechische Midas Amt der ständigen und als solche gewählten publit doch nicht so schwach gestützt ist, wie die der Einheit und um das Reich vor neuen Erschüt Lerchenfelds Feldzug gegen die Sozialisten. Unerhörte Schikanen. In der gestrigen Num- Stellvertreter des Gemeindevorstehers nicht. Eine Gegner es gern wahr haben möchten. Die Leute terungen zu bewahren. Nach dieser Vorbereitung mer des Reichenberger Vorwärts" erschien eine ausdrückliche Bestimmung, daß die Stellvertreter der großen Schnauze freilich, die Ofiziere, Ober- der öffentlichen Meinung, darf man mit Sicherheit Notiz, von der zwar die gute Hälfte dem Wüten des Gemeindevorstehers in dieser Eigenschaft lehrer, Beamten usw., stehen grollend seitab, aber annehmen, daß viel, wenn nicht alles geschehen ist, des Bensors zum Opfer fiel, deren fümmerliche ständige Mitglieder des Gemeinderates find, ent- das Bolt weiß doch, daß seine Zukunft nicht bei um Herrn von Lerchenfeld die Aufrechterhaltung Reſte aber immerhin noch deutlich genug zeigen, hält weder die Novelle zu den Gemeindeordnun- den Lobpreisern der schwarz- weiß- roten Flagge, Bayerns als Hort der Reaktion zu ermöglichen. welcher Schikanen fich die politischen Behörden der gen, noch die Gemeindewahlordnung vom 31. Jän bei der Hohenzollernschen Reaktion liegt, sondern Die Verhaftung des Genossen Fechenbach unter tschechoslowakischen Republik bedienen, um hier- ner 1919, Slg. Nr. 75, noch die in der eben ab- bei der Republik. Eingeleitet wurden die Feier- läßt die erfreulichsten Schlüsse darauf zu, in weldem dringenden Verdacht des Landesverrates" ländischen Kommunisten Reisen in das Ausland gelaufenen Parlamentssession beschloffene Ge lichkeiten mit einem Aufruf des Präsidenten chem Geiste Lerchenfeld das Schutzgesetz zu handunmöglich zu machen. Es gehört ja zur Gepflogen- meindewahlordnungsnovelle( vergl. Nr. 13 und Ebert, der die Ziele der Republik folgender- haben gedenkt und wozu alles ihm das Reich freie hem Geiſte Lerchenfeld das Schutzgesetz zu handheit der tschechischen politischen Behörden, auslän- 14 der Verbandsnachrichten"). Nach§ 65 der maßen umschreibt:„ Wir wollen teinen Bürger- haben gedenkt und wozu alles ihm das Reich freie bischen Sozialisten und Kommunisten die Einreise Gemeindewahlordnung, welcher die Ueberschrift trieg, teine Trennung der Stämme. Wir wollen and läßt. in die tschechoslowakische Republik zu erschweren Reihenfolge der Mitglieder des Gemeinderates" Recht. Die Verfassung hat uns nach schweren und den Sozialisten hierzulande, welche eine Reise trägt, versehen die Stellvertreter das Amt des Kämpfen Recht gegeben. Wir wollen Frieden. über die Grenze machen wollen, Paßschwierigkeiten Borstehers nach der Reihenfolge, in welcher sie Recht soll vor Gewalt gehen. Wir wollen Freizu machen. Aber nach dem, was wir dem Vor- gewählt wurden. Daraus ergibt sich an und für heit. Recht soll uns Freiheit bringen. Wir wollen Die Erfolge, die Bayern dem Reich gegenwärts" entnehmen, erreichen jezt diese Schikanen sich noch nicht, daß die Stellvertreter ständige Einigkeit. Recht soll uns einig zusammenhalten. über erzielt hat denn daß es in den Verhand ein unerhörtes Maß, das in einer„ demokratischen" Mitglieder des Gemeinderates find, ihm also auch So soll die Verfassung uns Einigkeit, Recht und lungen manches erschachert hat, kann man nicht Republit ruhig hinzunehmen, wir nicht gewillt dann angehören, wenn der Vorsteher nicht ber Freiheit gewährleiſten". bezweifeln, geben dem Grafen Lerchenfeld den find. Einigen Kommunisten wurden ohne Angabe hindert ist und sie ihn also nicht vertreten. Wohl Das fozusagen offizielle Verfassungsfest fand Mut, fich mit verdoppelter Wut auf die Arbeitervon Gründen Auslandspässe verweigert. Einem aber ist dies aus den§§ 9 und 64 der Gemeinde- im Reichstagsgebäude statt, die Rede hielt der vertreter zu werfen. Gestern vernahm man, er anderen, einem Beamten der Verwaltung des wahlordnung zu schließen. Nach§ 9, Abs. 3, badische Staatspräsident Hum me 1. Sie war ein habe den Genossen Fechenbach in Halle verhaf " Vorwärts", wurde ohne Angabe von Gründen, hat die Zahl der Mitglieder des Gemeinderates feierliches Bekenntnis zum Reichsgedanken und ten lassen, vermutlich, um ihm wegen der Eisnerals er sich bereits auf der Reise befand, der Paß einschließlich des Gemeindevorstehers und der symbolisch an ihr, daß ein Süddeutscher sie in der dokumente den Prozeß zu machen und um sich von der Gendarmerie abgenommen. Der Som Stellvertreter ein Dritteil der Zahl aller Mitglie Hauptstadt des Nordens hielt. Er rief die deutsche für Ernst Toller, dessen Strafzeit bald abläuft, munistin Roscher verweigerte man die Ausferti- der der Gemeindevertretung zu betragen. Die Wirtschaft, die deutsche Jugend und die deutsche einen Nachfolger zu sichern, den er in der Festung gung eines Paffes mit der Erklärung:" Sie be- Einvechnung der Stellvertreter in die Zahl der Geistigkeit auf, gemeinsam am Wohle des Reiches nach Herzensluft quälen kann. Heute wieder kommenden Paß nicht, weil sie kom- Mitglieder des Gemeinderates hat nur dann und des deutschen Volkes mitzuarbeiten. Wie sehr wird gemeldet, daß die Rebatteure der unabhänmunistin sind und noch dazu eine Ver einen Sinn, wenn sie ständige Mitglieder find. das Volk selbst sich mit der Republit eins fühlt, gigen Münchener Morgenpost" Kämpfer und Behörden ist einfach ein Standal, der den Aus- in Gemeinden, in denen die Wahl nach dem Lustgarten, veranstaltet vom Kartell der republika Das Blatt, das es gewagt hat, gegen Lerchenfelds trauensperson!" Diese Vorgangsweise der Nach§ 64 find bei der Wahl des Gemeinderates bewies am besten die Abendfeier im Berliner Winter polizeilich eingezogen worden seien. land die notwendigen Schlüsse über die Zustände, Grundsaße der verhältnismäßigen Vertretung nischen Verbände. Ungeheuere Menschenmiassen die hier herrschen, geradezu aufdrängt. Wir sind stattfindet, der Vorsteher und der Stellvertreter hatten sich schon lange vor der festgesetzten Zeit Staatsstreich zu protestieren, soll dadurch neugierig, was die Regierungsstellen zu diesem den Parteien, zu welchen sie gehören, zuzurech versammelt. Als die Dunkelheit hereinbrach, wur- möglich am Erscheinen behindert werden. Borgehen ihrer untergeordneten Behörden sagen nen. Auch diese Bestimmung wäre unverständ- den etwa 3000 Fadeln entzündet. Endlose Züge sieht in der bahrischen Praxis das„ Gesetz zum und ob sie es vielleicht gar wagen werden, es gut lich, wenn die Stellvertreter nicht ständige Mit- bewegten sich mit Musikkapellen zu dem Plaße Schute der Republit" aus! Was ein echter Rezu heißen. glieder des Gemeinderates sein sollten. Wir fom- vor dem staatlichen Schauspielhause, wo Ebert altionär ist, weiß eben auch das revolutionärste Die Stellvertreter des Gemeindevorstehers men also zum Schluß: Die Stellvertreter und Wirth mit Jubel aufgenommene Ansprachen Gesetz zu seinen Zwecken zu mißbrauchen. find ständige Mitglieder des Gemeinderates. Der des Gemeindevorstehers sind nicht nur hielten. Die Kundgebung war, wenigstens dem Gegen die Hakenkreuzlerei der Verband der deutschen Selbstverwaltungsförper- dann und solange sie den verhinderten Gemeinde amtlichen Bericht zufolge ,,, die eindrudvollste", die deutschen Schuljugend. Teplig teilt mit: Es ist die Frage aufgeworfen vorsteher vertreten, sondern überhaupt und seit dem Umsturze in Deutschland stattgefunden Jede der nationalistischen Mordworden, ob der erste und der zweite Stellvertreter ständig Mitglieder des Gemeinde hat ,,, und bedeutet ein überwältigendes Bekennt nis für die friedlichen und freiheitlichen Jdeale der Schandtaten, die seit dem Umsturz in Deutschdes Gemeindevorstehers ständige Mitglieder des rates". die blaffe Ahnung. Singegen der Attaché, der schwamm wie ein Hecht. Und da geschah etwas, was den braven Je melta fast um fein amtliches Gleichgewicht gebracht hätte. Er hörte plöglich die Stimme Sahenbruds neben sich: Pardon, mein Herr!... Gestatten, daß ich mich vorstelle... Attaché Hayenbrud. Temella suchte, Wasser spudend, nach Samm Jung. Herrgott, was tun? Er stammelte: emelta... Josef Jemelta, Privatier." ,, Mit Vergnügen habe ich bemerkt, daß Sie ein ganz außerordentliches Talent zum SchwimEs mangeln Ihnen, was man so sagt, nur die Kunstgriffe... Wenn Sie gestatten, bringe ich Ihnen in wenigen Stunden bei, was Ihnen fehlt... Natürlich nur, wenn es Ihnen nicht unangenehm ist, mein Herr. Wenn in berzeihen Sie wenn nicht wir fönnten gleich anfangen! Sie werden Freude haben!" Jemelfa nidte: ,, Sehr verbunden, Herr... Herr Attaché!" ,, Aber bitte!... Schwimmlehrer zu sein es ist förmlich meine Leidenschaft!" solche Art dazu beigetragen hätte, in meine Falle| ihm durch ihre kühnen Seebadkostüme aufgefallen zu laufen! Hihihi!" Die beiden gingen gemeinsam zum Hotel zurüd. Die Kosten der Unterhaltung bestritt zumeist der Attaché. Er erzählte sehr Hübsches von seinen Befizungen am Rhein. Jemelta telegraphierte an den Herrn Rat: Angelegenheit steht gut. Brauche dringend Geld. Jemelka. Jemelfa bekam nun, wie er gehofft hatte, reiche Gelegenheit, den Verdächtigen zu beobachten. Dieser schien an Jemelfa wahrhaft Wohlgefallen zu finden. Der Schwimmunterricht wurde mit bielem Fleiß fortgefeßt. Man machte gemeisame Strandspaziergänge, Autofahrten, Segelbootaus flüge, traf sich am Spieltisch, bei Morgenspazierritten. Hahenbrud war überhaupt ein Liebling der Gesellschaft, besonders der Damen. Er war ein netter Hofmacher, wußte interessant von seinen großen Reisen zu erzählen: seine Unterhaltung war geistreich, wizig; er war unermüdlich im Erfinnen von fleinen amüsanten Festivitäten. Und nie, wenn er eine hübsche Idee ausgehedt hatte, unterließ er es, ausgesucht höflich zu fagen: Jemelfa erwies sich als gelehriger Schüler, Sie halten doch mit, Freund Jemelfa!" Sabenbrud als sehr liebenswürdiger, geschickter Femella neigte immer mehr zu der Ansicht, Lehrer. Nach einer Stunde hatte der Detettive er- daß dieser liebenswürdige Mensch kein Schedfäl. staunliche Fortschritte in der Schwimmkunst ge- scher sein konnte. Noch einmal aber erwachte sein macht. Während er die von Hayenbrud verord- Wißtrauen, als Hayenbrud seine Einladung zu neten Tempi ausgeführt hatte, war er zu einem einem fleinen Hazardspiel ausschlug und dann, fröhlichen Schluß gekommen: ohne über sein Biel zu sprechen, fortging. Jemella Die Sache geht famos. Ist der Schweine folgte ihm durch die belebten Straßen und fah ihn hund der Shedfälscher, dann habe ich ja bei in einer luxuriösen Villa verschwieden. Jemelfa näherer Bekanntschaft die beste Möglichkeit, ihn zu wußte längst, daß das Häuschen der Besin einer überführen. Großartig, wenn der Spigbube auf jungen, schönen, lebensluftigen Dame war, die war. Eine Helfershelferin!" durchfuhr es ihn. D₁ wollte schlau vorgehen! Dieser Sayenbrud war wohl doch ein Spisbub! Am nächsten Tag machte Jemelfa in der Billa seinen Besuch. Jemelta schrieb hernach in sein Spesenbuch: Mademoiselle Madeleine... 5000 Stronen. Jemelta lächelte. Nein, dieses Luderchen hatte mit dem Bankbetrug nichts zu tun, da war fein Zweifel. Jemelta lächelte nochmals. Teufel, was doch alles nötig war, wenn man seine Amtspflichten getreulich erfüllen wollte! Am nächsten Tage lub Hayenbrud Jemelta zu einem Serrenfrühstück mit Champagner. Je melta wurde sehr fröhlich. Er weinte schlieißlich an der Brust des Attaches, aber es waren Tränen der Fröhlichkeit: daß Freund!... Das Leben ist schön!" Sayenbrud sorgte eine Stunde später dafür, Jemelta, der fast bewußtlos war, ins Bett fam. Jemella schlief den Nachmittag, die Nacht und den nächsten Vormittag durch, dann setzte er fich auf und sagte: ,, Und diesen wunderbaren Kerl habe ich für einen Spizbuben gehalten!... Aber Gott fei Dant, ich habe mich nicht blamiert! Wie hat der Rat gesagt? Scharfsinn und Borsicht, Jemelka!.. Du hast dich ausgezeichnet, Jemella!" Es flopfte, ein Kellner tam und überreichte Jemelta einen Brief. Da stand: Lieber Freund! Ich habe am zweiten Tage Ihrer Anwesenheit den Braten gerochen. Ich wollte daraufhin verschwinden, aber da ist mir ein anderer Gedante gekommen. Was hätten Sie da von gehabt, wenn Sie gar so balb wieder nach Hause hätten müssen. Wo sie doch an dem Süden und so viel Freude hatten! Ich dachte, ein gutes Werk zu tun, wenn ich Ihnen eine ausgiebigere Er holung verschaffte, und bin deshalb geblieben. Na, und war es nicht schön, Schnufélchen? Sie müssen zugestehen, daß ich für Ihre Gesundheit sehr nett forgte. Sogar schwimmen haben Sie gelernt. Und was ich Ihnen so an anderen Amusements geboten habe! Ja, das Leben ist schön! Ich gehe nicht fehl, wenn ich auf Ihre Dankbarkeit rechne, wie? Es tut mir sehr leid, daß ich nicht noch mehr für Sie tun fonnte. Einige Seebäder mehr hätten Ihnen sehr gut getan! Es fiel mir aber schwer, den Wunsch zu unterdrücken, das Geld, das Sic durchaus für die Bank retten wollten, auch anderswo auszugeben. Sei versichert, daß ich an Deine Gesellschaft immer mit Vergnügen zurüddenken werde. Es heißt jetzt wieder anders, Dein nun schon ferner Freund Hayenbrud." 1 Wann ist der Attache abgereift?" brüllte Jemelta. ,, Gestern. Eine halbe Stunde, nachdem der Herr schlafen gegangen waren!" fagte der Kellner... Jemelta tam heim, tief gebräunt, did, präch tig erholt, verjüngt. Und wer immer ihn fah, gratulierte ihm zu feinem Aussehen. Jemelta ist nicht avanciert. Trotzdem seine Reise einen Erfolg hatte: auf dem Briefe des Gauners befand sich ein Fingerabdrud. Er wurde photographiert und, als dem flüchtigen Spizbuben zugehörig, der triminellen Daktyloffpie einverleibt. Es ist in Wahrheit ein Fingerabdrud JemelBielleicht tout es noch einmal auf. tas. Celle 1 Land geschahen, zeigte deutlich, wie sehr die Sakentveugler mit ihren Blut- und Rachephrasen das Gehirn der heranwachsenden studierenden Ju13. August 1922. „ Schuß der Republit in Bayern!" ten daher eine schwere Berlegung des dung, in das Landesgericht nach Prag überführt, Grundjaßes der Unverleglichkeit des wo er am 10. Mai drauf im Inquifitenspitale Berlin, 12. Auguft.( Eigenbericht.) Heute Privateigentums. star b. Am 12. Mai, in der sechsten Abendstunde gend umnebelt haben und damit die Geistigkeit ist das amtliche Protokoll veröffentlicht worden, Die deutsche Regierung hat mit ihrer Note vom fand das Begräbnis, welches einen demonstratiDer Zukunft vergiften. Hier entgegenzuwirken das über die Bereinbarung zwischen den Vertre- 12. Suli dieses Jahres lediglich die Abänderung ven Charakter annahm, statt. 10.000 Personen, und die Jugend den Armen dieser gewissenlofen tern des Reiches und Bayern aufgenommen eines bestehenden Vertrages beantragt, dessen Lasten meist Arbeiter, nahmen daran teil. Die LeichenVerführer zu entreißen, ist eine der wichtigsten wurde. Wie man aber in Bayern die Gesetze infolge der inzwischen eingetretnen Martentwertung feier nahm von der St. Stefanskapelle aus ihren Aufgaben der Erziehungsbehörden und darum ist zum Schuße der Republik durchzuführen gedenkt, für Deutschland untragbar geworden waren. Die Anfang. Der Chor der böhmischen Oper fang ein der folgende Erlaß des preußischen Kultusmini eigt sich an einem neuen alle in Regensburg, deutsche Regierung hat hiemit nur die unausweich Trauerlied. Unzählige Kränze bedeckten den von von dem die sozialdemokratische Partei betroffen lichen Folgerungen aus einer Entwicklung gezogen, ter des Verstorbenen und eine Deputation der fters durchaus zu begrüßen: Arbeitern getragenen Sarg, hinter dem die Mutist von der bayrischen Regierung auf Grund der ihren Intereffen eingetreten ist. Wenn die franzo. Reichenberger Arbeiter schritt. Auf dem Friedwird. Die„ Regensburger Volkswacht die unabhängig von ihrem Willen und entgegen ter des Verstorbenen und eine Deputation der Berordnung zum Schuße der Republik auf vier fifche Regierung, bas Stundungsgesuch, ohne die hofe wurden abermals zwei Trauerchöre gefun Tage verboten worden. Anlaß dazu ist ein Fälligkeit der Verpflichtungen ber deutschen Regie- gen und zwei Mitglieder der Reichenberger Depu gierungsverhältnisse in München als ein Kasperl- wortet hat, die bestehenden wertzüge velegant, so in diesem Blatte erschienener Artikel, der die Re- rung abzuwarten, mit Swangsmaßnahmen beant- tation, Retschmer und der„ kleine Witt", hielten theater" bezeichnet. Verboten wurden aber bis- liegt darin ein schweres Unrecht. Ich bin daher be. her nicht der„ Bayrische Kurier", der den Staats- auftragt, gegen die Maßnahmen Verwahrung einzu gerichtshof als fennzeichnet, und der Wiesbacher Anzeiger", der die franzöfifche Regierung auf ihrem Standpunkte ,, Republikanisches Cribunal" Tegen und um ihre Aufhebung zu ersuchen. Sollte feine unerhörten Beschimpfungen gegen die Re- beharren, so schlägt die deutsche Regierung vor, einen publik und ihre Verordnungen, ungestört von der internationalen Schiedsspruch über die Recht bayrischen Regierung, fortgesetzt. mäßigkeit der ergangenen Anordnungen herbeizu Die Ereignisse der letzten Zeit haben die Rot wendigkeit einer Erziehung zu lebendiger Staats. gefinnung, zu einem Staatsideal, in dem Bolksgebarer Deutlichkeit gezeigt. Unser Staat muß in fühl und Staatsgefühl ſich durchdringen, mit furcht dem Gewissen und dem Pflichtbewußtsein der Jugend gegründet sein, wenn er nicht in seinem Bestande bedroht sein loll. Nur der Wille zum Staat und die Einsicht, daß alle kulturellen Güter auf dem Staat beruben, daß er die Lebensform der Nation ift, daß Staat, Boll, Persönlichkeit unlöslich aufein ander angewiejen find, können das Deutsche Reich vor dem Zusammenbruch retten. Die staatsbürgerliche Erziehung, diese wichtigste Aufgabe der deutschen Schule, macht es erforderlich, daß von den Schülern und Schülerinnen der mir unterstellten Schulen alles ferngehalten wird, was geeignet wäre, fie in ihrer Staatsgeſinnung zu verwirren oder fie gar gegen den Staat zu beeinfluſſen, zu deſſen Bürgern und Bürgerinnen fie herangebildet werden und dem fie einmal mit Hingebung dienen sollen. Gegenüber jugendlichen Entgleisungen und Berstiegenheiten habe ich bisher geschwiegen. Die Gewissenskonflikte weiter Jugendkreise und die Erschütterungen ihrer Gefühlswelt sollen durch verjtändnisvolle Erziehung zum lebendigen Staatsgefühl, zum freiwilligen Gehorsam gegen das der Rechtsidee entsprechende Staatsgeseh, zur freien Achtung vor der Republik überwunden werden. Dieſe Erwartungen haben sich zu meinem Bedauern nicht überall erfüllt. Es wird mir von planvollen Berheßungen Jugendlicher gegen Staat und Staatsform berichtet, und es erscheint erwiesen, daß eine Reihe von Jugendverbänden und Schülerver einen dem Erziehungswillen des Staates entgegenarbeiten und die Autorität des republikanischen Staates, seiner verantwortlichen Leiter und seiner Maßnahmen in den Köpfen unreifer Schüler und Schülerinnen aufs schwerste erschüttern. Das aber bedroht den Frieden und die Aufbauarbeit der Schule, erzeugt überhigte Fieberstimmungen und ruft zum Widerſtande gegen die Staatsautorität, ja zu Schlimmerem auf. " Wieder russische Lodesurteile. Riga, 12. August.( Reuter.) Wie aus Omst gemeldet wird, wurden neun Priester zum Tode verurteilt. Verwahrung Deutschlands gegen die Retorfionen. Berlin, 12. Auguſt( Wolff). Der deutsche Bot. fchafter in Paris hat der franzöfifchen Regierung heute abend im Auftrage der deutschen Regierung folgende Noten übergeben: I. Herr Ministerpräsident! Im Auftrage der deut. schen Regierung beehre ich mich, auf die Note vom 5. August d. J. Ihnen folgendes mitzuteilen: führen. Die zweite Note hat folgenden Wortlaut: Durch die Verbalnote vom 11. Auguft hat die französische Regierung der Botschaft mitgeteilt, daß sie sich in Ermangelung von deutschen Zufagen hinfichtlich der am 15. Auguft vom Reichsausgleichs amte zu bewirkenden Zahlungen und in Ermangelung des Erfolges der bisherigen Retorfionsmaßnahmen zu weiteren Maßnahmen veranlaßt sieht und deshalb ihrem Generalfommiffär von Straßburg Anweisungen erteilt hat, 500 deutsche Staatsangehörige bis zum 12. Auguſt aus Elsaß- Lothringen auszuweisen. Die Ausgewiesenen dürfen nur Handgepäck und den Gegenwert von 10,000 Mark für die Familie oder 5000 Mark für die Unverheirateten über 25 Jahre mit nehmen. Ihr Vermögen foll vorläufig unter Zwangsverwaltung gestellt werden. Die Ausweisung weiterer 500 deutscher Staatsangehöriger aus Elsaß- Lothringen wird vorbehalten. deutschen Regierung folgendes zu erwidern: Die Botschaft beehrt sich hierauf im Auftrage der innerer Zusammenhang zwischen den Ausweisungen und der von der französischen Regierung zum An. laß genommenen Frage der Ausgleichszahlungen nicht erfindlich. Die Geldbeträge, deren Mitnahme gestattet ist, find vollständig unzureichend. Der für eine ganze Familie feftgefeßte Betrag von 10.000 eine ganze Familie feftgefeßte Betrag von Mart entspricht zur Zeit dem Werte von 21%, engli. schen Pfund oder 11 Dollars. Die Ausgewiefenen werden somit tatsächlich als Bettler auf die Straße gefeßt. Die deutsche Regierung muß zu ihrem Be. dauern feststellen, daß die französische Regierung ihrem Wunsche, die weitere Behandlung der Ausgleichsangelegenheit bis zu den in Aussicht stehenden Nach dem Grundfaße des Bölterrechtes ist es Berhandlungen der Beteiligten alliierten Mächte zwar jedem Staate unbenommen, einzelne fremde zurückzustellen, nicht entsprochen hat. Die von der Staatsangehörige aus fremdenpolitischen Gründen franzöfifchen Regierung mitgeteilten Maßnahmen fin. aus einem Gebiete auszuweisen. Eine Massen ben in dem Bertrage von Versailles ausweisung von Hunderten von Angehöriund in den mit der deutschen Regierung getroffenen gen eines bestimmten Staates, die p'ößlich und unergänzenden Abkommen, besonders dem Ab. vorbereitet ihrer Existenz beraubt werden, wider kommen vom 10. Juni 1921 teine Grundlage spricht dagegen jedem völkerrechtlichen Herkommen In Ausführung der am 19. Juli d. Js. getrofrechtes nicht begründet werben. und können auch mitben Regeln des Völker- und aller natürlichen menschlichen Rüdsicht. nahme. Diese Maßnahme muß die Ausgewiesenen fenen Vereinbarung der Unterrichtsverwaltungen der Länder und in Ergänzung des Runderlaffes und Straßburg, bis auf weiteres jede Bekanntgabe feligkeiten den Aufenthalt in Elsaß- Lothringen ge 1. Die Beisung an die Ausgleichsämter in Paris umfo härter treffen, als die französische Regierung vom 11. März 1920 beſtimme ich, daß es den end, der anerkannten deutschen Forderungen aufzuschieben, stattete und damit die Hoffnung in ihnen erwedt vom 11. März 1920 beſtimme ich, daß es den Schüt und Straßburg, bis auf weiteres jede Bekanntgabe ihnen faft vier Jahre lang nach Aufhören der Feind. lern( Schülerinnen) aller Schulen verboten ihr, Schülervereinen oder sonstigen Vereinen anzugewiderstreitet der pofsitiven Bestimmung des Paragraph hatte, weiter in der Heimat verbleiben und ihrem Er hören oder an ihren Veranstaltungen teilzunehmen, 5 der Anlage zu Artikel 206, in dem vorgesehen ist, werbe nachgehen zu können. Im übrigen ist ein die fich nach ihren Sasungen oder nach ihrer Be- daß die Schuldnerämter binnen angemessener Frift ttigung gegen den Staat und die geltende Staats- die anerkannten Forderungen bekanntzugeben haben form richten, feine Einrichtungen bekämpfen oder Unter einer angemessenen Frift kann nur eine Mitglieder der Regierung, des Reiches oder eines Frist verstanden werden, wie sie sich aus dem Ge. Landes verächtlich machen. Das gleiche gilt von schäftsgange der Ausgleichsämter ergibt. Eine AnBereinen, die nach ihren Sahungen oder nach ihrer weisung einer Regierung, jebe Bekanntgabe von An. Betätigung die verfassungsmäßigen Grundrechte erkenntniffen an das gegnerische Ausgleichsamt bis der Deutschen mißachten, Glieder der deutschen auf weiteres zu unterlassen, ist daher mit dem Ber. Boltsgemeinschaft ihrer Abfunft, ihres Glaubens trage von Bersailles unvereinbar und steht mit dem und ihres Bekenntnisses wegen bekämpfen oder die Grundgebanken des auf dem Prinzipe der Gegen sonst in ihren Bestrebungen und Zielen die Erzie- feitigkeit beruhenden Ausgleichsverfahrens im Wi. hung zum Bürger der deutschen Republik im Sinne derspruche. des Artikels 140 der Reichsverfaſſung gefährden. 2. Die vorläufige Einstellung der Bahlung der durch Urteil des gemischten Schiedsgerichtshofes feft. Im Prinzip ist, wie gesagt, gegen diesen gelegten Entschädigungen aus dem Erlöse der Liqui. energischen Vorstoß nichts einzuwenden. Wehbation des deutschen Eigentums in Frankreich mütig stimmt es bloß, daß die Ausführung des widerspricht dem Abkommen über die Be Erlasses in erster Linie selbstverständlich den zahlung der Edhabensbeträge aus Artikel 297 e) Lehrerkollegien obliegt, und gerade die Ober- vom 26. Auguft und 3. September 1921. Hierin hat lehrer sind die eifrigsten Bekenner des Hakenkreuzes! Was sich eben allerorts in Deutschland zeigt, wird auch hier zutage treten: daß die Republik solange gefährdet ist, als nicht die Verwaltung und Exekutive in den Händen verläßlicher Republikaner liegt. Im übrigen würde ein ähnlicher, gegen den Chauvinismus deutscher und tschechi 3. Die an die französischen Ausgleichsämter er scher Couleurs gerichteter Erlaß auch hierzulande teilten Anweisungen, bis auf weiteres den deutschen nicht schaden, denn um Schüler und Lehrer an Ausgleichsämtern die Höhe der Erlöse aus der Li höheren Schulen ist es hier ganz ähnlich bestellt. quidation des deutschen Eigentums in Frankreich Telegramme. Aufhebung der bagerischen Verordnung. sich die französische Regierung verpflichtet, die im Artikel 297 e) vorgesehenen Entschädigungen auf Grund von Urteilen des gemischten Schiedsgerichts. hofes oder von rechtsgiltig abgeschloffenen Verglei chen aus den bei der Liquidation des deutschen Ei. gentums erzielten Erlöfen zu bezahlen nicht mehr bekanntzugeben, macht die Durchfüh. rung bes auf dem Grundsaße der Gegenseitigkeit beruhendeta 20 unmöglich. Diese Maßnahme widerspricht ferner dem Artikel 2 des Abkommens vom 81. März und 9. April 1921, worin vorgesehen ist, daß bie Liquidationserlöse binnen bestimmten turzen Fristen den Reichsausgleichsämtern gutzufchreiben und mitzuteilen find. Die deutsche Regierung legt gegen die getroffenen, und in Aussicht gestellten Maßnah men der franzöfifchen Regierung hiemit nach drücklichst Berwahrung ein. Erinnerungen. Aus den Anfängen der Arbeiter. bewegung in Deutschböhmen. Grabreden, die in einem Hoch auf die Arbeiterbewegung und auf die Einigkeit aller Arbeiter ausflangen. Trauerfeier, der in folgendem Satze endete:„ Die Am Tage nach dem Begräbnisse brachten die forgfame Bolizei hatte auch diesesmal eine nicht „ Narodni 2 iſty" einen Artikel über die alltägliche Aufmerksamkeit an den Tag gelegt, indem sie eine ganze Legion von bewaffneten, uniformierten Polizisten und geheimen Spiteln, nicht nur zur St. Stefanskapelle und in die verschiede nen Gassen postierte, sondern sogar zum Friedhof, zum Grabe und hinter die Friedhofsmauern diri gierte, aufmerksam jedes Wort belauschend und auffangend, welches gesprochen wurde. Es war ein imposantes und ergreifendes Begräbnis." So die bürgerlichen„ Narodni Lifth". Der Hergang des Begräbnisses, die Tausenden der tschechischen Arbeiter, die der Leiche des Sozialisten aus Reichenberg folgten, sowie die Möglichkeit, am Grave deutsch zu sprechen, wie es Witt und Kretschmer taten, beweisen, daß dazumal, also vor mehr als 50 Jahren, ein vielleicht herzlicheres Verhältnis zwischen deutschen und tschechischen Arbeitern bestand als heute, wo wir beiderseits mächtige Organisationen haben, während wir uns dazumal, obwohl unorganisiert, doch schon als Brüder betrachteten. Daß aber insbesondere die Arbeiter von Reichenberg und Umaebung trotz der schweren Zeit, die über sie seit dem verhängnisvollen 19. Jänner hereingebrochen war, nicht zusammenbrachen und tropig das Banner der klassenbewußten Arbeiterschaft hochhielten, zeigt, daß sie schon die weltgeschichtliche Mission des Proletariats erfaßt hatten und überzeugt waren von der Unüberwindbarkeit ihrer Sache. Trotz der Verfolgungen, denen sie ausgesetzt waren und trotz des Verbotes des geplanten Vereines, dachten sie immer und immer wieder daran, eine Organisation zu schaffen, ohne die sie, wie sie erfannien, ohnmäch berein zu gründen, da sie annahmen, daß man tig bleiben müßten. Sie verfielen dabei auf den Gedanken, einen Krankenversicherungseinen solchen nicht verbieten könne. Und so riefer sie denn in der zweiten Hälfte des Jahres 1870 die Allgemeine Arbeiterkrankenkasse", deren Be reich sich über das ganze Reichenberger Handelstammergebiet ausdehnte, ins Leben. Ihr erstes Vereinslokal war das Gasthaus des Herrn Schlossia, in der Rollgaffe dasselbe Gasthaus, das ihnen der Kommissionär Knirsch zugeschanzt hatte. Die Krankenkaffe wuchs und gedieh, so daß sie heute ein eigenes Vereinsheim und viele Behn Da die Leitung dieser Kasse eine sozialistische tausende von Mitgliedern in ganzNordböhmen hat. war, fo wie sie sich heute noch in den Händen der flaffenbewußten Arbeiter befindet, war es möglich, mit den Arbeitern in den meisten Orten Nordböhmens wegen Gründung von Vororten" in Verbindung zu treten. Dabei nahm man wahr, daß bei den Arbeitern in den meisten Gemeinden eine starke sozialistische Neigung vorhanden war, so daß man bei Neugründung von solchen Vororten und Filialen auch Anhänger für den Sozalismus gewann. Es muß aber ausdrücklich hervorgehoben werden, daß die Allgemeine Krantenfaffe", nie etwas aus Vereinsmitteln zu soziali stischen Zweden hergab. Streng sah man darauf, baß tein von Mitgliedern eingezahlter Krankentassenkreuzer für andere als für Vereinszwecke ausgegeben werde. Bon Wilhelm Riesewetter. Die Verfolgungen derer, die sich an der Demonstration am 19. Jänner 1870, nur einiger maßen hervorragend beteiligt hatten, setzten bald ein, sowie im allgemeinen seit der am 13. Dezember 1869 in Wien vor dem alten Parlaments- Eine zweite, vielleicht noch wichtigere Grüngebäude stattgefundenen Arbeiterdemonstration die dung dieser Zeit, war die Gründung des„ FachReaktion in ganz Desterreich fühner ihr Haupt vereins der Manufaktur-, Fabrits- und Landar erhob. In der Reichshauptstadt wurde damals beiter" für Reichenberg und Umgebung. Die gegen die Führer dieser denkwürdigen Arbeiter Statuten diefes, des ersten Gewerkschaftsfundgebung die Untersuchung wegen Hochverrats bereines für Nordböhmen, wurden von eingeleitet, und damit so gewissermaßen durch die der Prager Statthalterei am 10. November 1870. obersten Staatsbehörden die sozialistische Bewe- genehmigt. Der erste Obmann dieses Vereines gung als staatsgefährlich erklärt. In Reichen war Genosse Hugo Schmidt aus Jägerndorf. berg freilich ging man noch nicht so weit. Hier Der Verein brachte es in verhältnismäßig furwurde nur gegen die Demonstranten, die sich am zer Zeit auf 4000 Mitglieder. Es war der erste Berlin, 12. August.( Wolff.) Das Ergebnis 19. Jänner etwas Besonderes hatten zufchulden Verein, dem auch ich, der Verfasser dieses Artikels, der Besprechungen zwischen der deutschen Reichs- 4. In dem Abkommen vom 15. November 1919 fommen lassen, behördlich eingeschritten, sowie als Tuchmachergehilfe, 18 Jahre alt, beitrat. wian regierung und der bayrischen Staatsregierung hat sich die franzöfifche Regierung verpflichtet, bie man gegen die Mitglieder des Komitees, das zur betraute mich auch bald mit der Funktion eines wird heute veröffentlicht. Danach erklärt sich die Möbel und Reibungsftüde ber früher in Elsaß- Gründung eines Arbeitervereines eingesetzt wurde, Kassierers. Freilich, waren die Beiträge, die zu bayrische Staatsregierung bereit, die am 24. Juli Lothringen ansässig gewesenen Deutschen freizuge. die Untersuchung einleitete. Die daraus sich er- tassieren waren, im Verhältnis zu heute sehr erlassene Berordnung zum Schuhe der Rohung ben. Das Berbot der weiteren Möbelausfuhr be- gebenden Verhandlungen ergaben Strafen wegen flein. Sie betrugen 10 Streuzer pro Monat und der Republik spätestens am 18. Auguft aufzuheben. beutet eine Berlegung biefes Abkommens, von Störung öffentlicher Ruhe und Ordnung bis zu Mitglied, das erste Vereinslofal war in ReichenDie Reichsregierung gibt Erläuterungen ur Aus der durchwegs minderbemittelte und ohnehin unter einigen Monaten. berg beim Schloßig in der Rollgasse. Die Berführung des Gesetzes zum Schutze der Republik, den Kriegsfolaen schwer leibende deutsche Reichsan-| Wie brutal man aber schon zu jener Zeit sammlungen fander. gewöhnlich Sonntag früh, in hauptsächlich über das zu beobachtende gerichtliche gehörige betroffen werden. Diese Maßnahme er. im alten Desterreich unter der Herrschaft des fun- dem zum genannten Lokale gehörenden kleinen und polizeiliche Verfahren, und erklärt die Besorg scheint der deutschen Reichsregierung umfo unge. gen Bürgertums, dessen hervorstechender Vertre- Saale statt, um den Mitgliedern vom Lande Genis, daß die Politik der Reichsregierung planmäßig rechtfertigter. als fie die ihr nach dem Abkommen ter Dr. Gistra das Wort prägte, daß bei Bo- legenheit zu bieten, an den Versammlungen teildarauf gerichtet sei, die Zuständigkeit der Länder obliegenden Peiflungen feit geraumer Zeit verein. denbach die soziale Frage aufhöre, gegen die Ar- zunehmen. Vorträge, die von den leitenden Mitfortschreitend einzuschränken und das Reich imbeiterbewegung und ihre Träger vorging, bewies gliedern, wie Groß, Albrecht, Schiller, Fled! und barungsgemäß erfüllt hat. mer mehr zum Einheitsstaate zu gestalten, für 5. Schließl ch werben nicht näher bezeichnete die Verhaffung Josef Kr of chs, der höchstens, wie anderen gehalten wurden, waren meist wirtschaftvollständig unbegründet. Die Reichsregie. Sicherheitsmaßnahmen in Elsaß- Lothringen in Aus. die Dinge lagen, das Vereins- und Versammlicher, wissenschaftlicher und immer nichtpolitischer rung wolle nicht über die verfassungsmäßi- ficht gestellt. Ingwifchen hat das Generalfommiffa. lungsgesetz übertreten haben konnte. Strosch, der Natur. Dabei kam es aber sehr oft zu lebhaften ge Befugnis des Reiches hinaus die Hoheits- riat in Straßburg ben deutschen Reichsangehörigen lungenleidend war, wurde aus dem Streisgerichte Auseinandersetzungen mit den die Versammlung rechte der Länder an sich ziehen. Sie jebe Verfügung über ihre Konti oder ihre Depofiten ins Krankenhaus gebracht und von da aus an überwachenden Magistratsbeamten über die Grenfei der Ueberzeugung, daß die einzelstaatliche Glie- bei Banten ober anderen Finanzinstituten in Elfaß-, einem stürmisch- kalten Apriltage, in leichter Klei- zen zwischen wirtschaftlichen und politischen Gederung der reichen Mannigfaltigkeit deutschen gothringen entzogen und diese unter Zwangsver genständen, die da besprochen wurden. Es waren Wesens und deutscher Kultur entspricht und daß waltung geftellt, gleichgültig, au welchem Zeitpunkte NEONATO Streitigkeiten, die immer resultatlos verliefen, die Pflege des Stamniesbewußtseins in den ein- sie errichtet worden sind. und auch in Zukunft verlaufen werden, weil sich zelnen Staaten die beste Gewähr reichsfreudiger eine genaue Scheidelinie zwischen Wirtschaft und Einordnung in das Ganze der Nation ist. Politit nie ziehen läßt, und weil die persönlichen Anschauungen darüber immer verschieden sein .... werben. Soweit Einzahungen nach dem 10. Jänner 1920 erfolat find. werden derartige Anordnungen durch den Vertrag von Bersailles nicht gebeckt und enthal Gerassen, leset und verbreitet Arbeiterpresse. e die 13. August 1922. Wie ich Sozialdemokrat wurde. Tages- Neuigkeiten. An unsere Bezieher! Wir bitten, uns von etwa vorkommenden Unregelmäßigkeiten in der Zustellung unseres Blattes stets sofort Kenntnis zu geben. Der artige als Zeitungsrekla mation" bezeichnete Zuschriften die offen aufzugeben sind, find portofrei. 1011 - ParteiSeite 5. " Denn dieses Blatt der Großagrarier, das, wie wir| heit, die in der kommunistischen Partei herrschen. Nachdem ich bei meinem Vater, der Tuchgestern berichteten, über den Besuch des jugofla- Und so steht es nicht etwa nur in Westböhmen und machermeister war, aber wie so viele andere, bald wischen Königspaares in diesem Staate in einen Nordwestböhmen, sondern so wird es allmählich feine Selbständigkeit aufgeben und Lohnarbeit maFreudenkoller verfiel, würdigt in feiner letzten auch im Zentrum der kommunistischen Bewegung, chen mußte, das Tuchmacherhandwerk erlernt hatte Nummer die am heutigen Tage in Weißtirchen im Reichenberger Gebiete. So stellte der Vorund nach alten Zunftbrauche freigesprochen, das vorgenommene Ausmusterung der Offizierszög- wärts" jüngst fest, daß auf der Frauenbezirkskonheißt: in den Gesellenstand erhoben worden war, linge in einem langen Artikel, dessen Tendenz ferenz in Friedland nur sehr wenig Delegierte war ich genötigt, 18 Jahre alt, bei einem selb nicht um ein Saar von dem unterscheidet, was anweser d waren". Es scheint also, daß nunmehr ständigen Meister Arbeit zu nehmen. Ich kam zu seinerzeit die Wiener faifertreue Presse bei Ge- auch den Vertrauensmännern der kommunistischen einen Kleinmeiſter, namens Ignaz Jantſch, der legenheit der militärischen Ausmusterungen in Partei der Geduldfaden geriffen ist. Man kann sich Wr.- Neustadt zu schreiben pflegte. Zuerst muß vorstellen, mit welchem koloffalen Interesse und Stühle Arbeit nach außen gab. Bei diesem Jantsch natürlich der„ Benkov" seinen Lesern die Not welcher riesigen Begeisterung die Arbeiter in den Nakl, wie er im Volksmunde genannt wurde, wendigkeit einer großen tschechoslowakischen Betrieben an der kommunistischen Partei hängen. ( ob er heute noch lebt, weiß ich nicht, möglich ſicherung, der tschechische Staat sei von allen reform. Einer Verlautbarung des Ministeriums Armee beweisen. Er tut dies durch die Ver Die Durchführung der forstlichen Bodenwäre es aber, da er dazumal noch ein junger Mann war), haben auch eine Zeit Genoffen Joſef Seiten von Räubern bedroht, die nur auf die Ge- für Landwirtſchaft entnehmen wir jolgendes: Hannich, Wolleschat und auch Wenzel Groß gelegenheit warteten, ihm den Garaus zu machen. Wie es in dem am 26. Juli d. J. veröffentlicharbeitet. Als ich hinkam, wurde ich Kamerad eines Dann wird ein Langes und Breites über die ten amtlichen Berichte des Staatsbodenamtes gewiffen Sieber aus Aufsig, der im Fachverein Nützlichkeit der miltarischen Erziehung erzählt, in Prag fundgemacht wurde, werden auf Grund ber Manufakturarbeiter eine hervorragende Tä daß das Militär den Bürger erst zum ordentlichen des zwischen dem Staatsbodenamte und dem Mitigkeit entfaltete. Ein umfangreiches Wissen be- Wo fehlt es: Wenn unsere Genossen und Menschen mache, daß ein jeder beim Militär nifterium für Landwirtschaft abgeschlossenen und saß er nicht, aber in Fragen, das Verhältnis Genoffinnen zusammenkommen, wenn sich die etwas lernen könne usw., ganz im Tone, den wir vom Ministerialrate genehmigten Uebereintomwischen Kapital und Arbeit betreffeno, war er Vertrauensmänner unserer politischen Organisa- aus den alten Geschichtsbüchern des vergangenen mens im Jahre 1923 rund 300.000 Serttar des mir über, das verdroß mich, so daß ich mich schlieg- tionen, der Gewerkschaften, der Genossenschaften, österreichischen Staates tennen. Nach dieser beschlagnahmten Waldbesiges in das Staatseigenlich bequemte, sozialistische Agitationsschriften, die unsere sozialdemokratischen Gemeindevertreter, etwas weitſchweifigen Einleitung kommt der tum überführt werden, wovon auf Böhmen und er mir besorgte, zu lesen. Und durch das Lesen die Angestellten unserer Institutionen zusammen- Benkov" zu dem, was ihm ja eigentlich am ber- Mähren rund 202.000 Settar und auf die Slowadieser Schriften, insbesondere der Lassalleanischen finden, sollte eine Frage von Mund zu Mund zen liegt: Zur Würdigung der Offiziere. Der fei und Karpathorußland rund 96.500 Heftar ent Agitationsbroschüren, wurde ich Sozialdemokrat, gehen: Bist du Abnehmer des Zentral Offizier der Republik müsse Soldat und Lehrer fallen. Mit Rücksicht auf verschiedene Gerüchte, und auch nebst meinem Vater, Mitglied des obge organs unserer Partei, des Sogleichzeitig sein. Deshalb müsse er eine gute welche in den Reihen der Angestellten der in nannten ersten Fachbereines der Textilarbeiter im zialdemokrat"? Gine Gewissen& Schule durchmachen. Wenn er in dieser im Sinne Frage kommenden Güter eine entschieden unbe Jahre 1871. Im Jahre 1872 ging ist als Hand- frage soll es sein, die alle unsere Genossen und der Tradition des Legionärsoffizierkorps erzogen gründete Aufregung und begreifliche Sorgen um werksbursche in die Fremde und zwar nach Genofsinnen an ihre Pflicht erinnern soll, die werde, so sei die Gewähr dafür vorhanden, daß ihre zukünftige Existenz hervorrufen, findet es das Deutschland, wo ich bei den Genossen, da ich mich viele, gar viele noch nicht erfüllt haben. Wo aus ihm sich ein tüchtiger Offizier bilde. Die Ministerium für Landwirtschaft, welches die Verals Mitglied eines Arbeitervereines legitimieren fehlt es? An der Kontrolle der Parteigenoffen Militärakademie in Weißkirchen sei nicht dazu da, waltung der erwähnten Wälder übernehmen fonnte, gut aufgenommen wurde. In Branden- unter einander, um die Säumigen moralisch zu um bloß dadetten" zu beherbergen, sondern um wird, für zweckmäßig, offen zu erklären, daß die burg a. H. nahm ich in einer Tuchfabrik Arbeit, zwingen, ihre Pflicht zu erfüllen! wirkliche Offiziere heranzubilden. Das Wichtigste Angestelltenfrage feine Schwierigkeiten verursachent und trat auch dem dort bestehenden Allgemeinen genoffen und Genoffinnen, forget dafür, daß bis kommt aber zum Schluß. Denn in einem der wird, nachdem alle fähigen Angestellten überdeutschen Arbeitervereine" Lassalleanischer Rich zum 1. September d. J. jeder Vertrauensmann letzten Stapitel feines vom militariſtiſchen Geiste nommen werden sollen, die sich verpflichten, auf tung, bei. Auch wurde ich trotz meiner Fremdheit der Partei, jede Lokalorganisation, jeder Bertiefenden Artikels richtet der Benkov" an die den übernommenen Staatsgütern der Republik und Jugend zum Vertrauensmann meiner Wit- trauensmann und Funktionär unserer Gewert- Offizere die Aufforderung, dafür Sorge zu tra- chrlich und treu zu dienen. Es wird allenfalls in arbeiter gewählt. Bei einer Lohndifferenz vertrat schaften und Genossenschaften und aller unserer gen, daß in der Bevölkerung die Ueberzeugung erster Linie die Sache der Angestellten der zur ich die Arbeiter, wodurch ich mir die Mißgunst sonstigen Institutionen ebenso wie jeder sozial- ordentlicher Fattor im Staate. Da sie durch eine im Sinne der gültigen Gesetze wirk durchdringe, der Offizier sei ein außer Verstaatlichung bestimmten Waldgüter fein, daß des Fabrikanten, Lubliner, zuzog, so daß ich noch demokratische Gemeindefunktionär Abnehmer un bas Prestige der Offiziere im Kriege fehr fame Unterstützung und willige Zusammenarbeit in demselben Jahre am 10. November in meiner feres Blattes geworden sind. Wer es noch nicht gelitten habe, müsse es jest wieder rehabili zur Lösung dieser so wichtigen Aufgaben beitraBaterstadt Reichenberg einsog. Doch hatte sich geworden ist, fülle sogleich die Abonne- tiert werden. Mit andern Worten, der gen. Die Gerüchte, die das Hervorrufen der Unwährend meiner Abwesenheit die Wirtschaftslage ment sanmeldung im Inseraten- Venkov" wünscht sich wieder jene Offizierslaste, ruhe in den Reihen der Waldarbeiter und den im Inferaten- fiert our hung dieser so wichtigen Aufgaben beitrain ganz Desterreich, sowie insbesondere in der teil unserer heutigen Ausgabe aus. Die vor dem Kriege jedem mur halbwegs demo- Widerstand gegen die vorbereitete Waldverstaat Tuchindustrie bedeutend verschlechtert, so daß ich Militaristische Sehnsüchte der tschechischen nicht gleich Arbeit bekommen konnte. Die Bor- Agrarier. Wer von den Bürgern dieses Staates fratisch fühlenden Menschen fast noch verhaßter lichung_bezwecken, find grundlos, nachdem es im zeichen des Wiener Börsenkrachs im Jahre 1873 erinnert sich nicht jener Zeit, in der unter dem will anscheinend nicht nur eine slawische Mon- erster Linie die vertrauungswürdigen und der war als ihr faiserlicher Herr". Der Benkov" Interesse der Staatsverwaltung liegt, sich in machten sich hier an zahlreichen Bankerotten be- Regime des allergnädigsten Kaisers und König" archie, sondern auch einen ihm zusagenden Mili örtlichen Verhältnisse fundigen bisherigen in der Militärakademie zu Wr.- Neustadt immer tärstaat, in dem der Offizier die maßgebendste Arbeiter zu sichern. Im Falle, daß trotz dieser Eine Verbrüderungskundgebung. am Geburtstage des erlauchten Gebieters" die Persönlichkeit ist. amtlichen Verlautbarung, die die Beschädigung zwischen Tschechen und Deutschen, die stark be- blutjungen Sprößlinge der Militärakademie zu des fünftigen Staatsforstbesiges und die absichtfucht war und viel von sich reden machte, fan Serren" Offizieren ausgemustert wurden? Da im Sommer 1870 auf dem Lubokaier Berge, der strömten aus allen Teilen des Reiches die hoch- schen Republik werden im Herbste dieses Jahres liche Störung dieser Aktion bezweckende Versuche den Ausläufer des Jeschkenrückens nach Süden edlen Eltern herbei, um ihre blaublütigen Söhne Divisionsmanöver veranstaltet. Um nun die unternommen werden sollten, wird es notwendig bildet, statt. Vorbereitet wurde diese Kundgebung im Gewande des Kaisers zu sehen und sich an tschechoslowakische Kriegsführung fennen zu ler- sein, daß das Staatsbobenamt im Sinne des Ges von den Reichenberger Genossen. Die von der ihrer blitzenden Wehr zu erfreuen. Bei diesen nen und um jedenfalls den guten brüderlichen fetes über die Bewirtschaftung des beschlagnahm Behörde getroffenen Maßnahmen gaben freilich Ausmusterungen kam es den jungen Offizieren Geist zu pflegen, hat das jugoslawische Kriegs- ten Grundbesites vom 12. Feber 1920, 3. 113, dieser Bölferverbrüderung ein recht sonderbares das erste Mal zum Bewußtsein, daß sie auserle- minifterium beſchloſſen, zu diesen Manövern als auch das Ministerium für Landwirtschaft und Gepräge. Nach den aufgebotenen Gendarmen. die sene Menschen" im Reiche eines gottgewollten" zwei höhere jugoslawische Offiziere zu entfenden. Die zuständigen politischen Behörden auf Grund die Rednerhibüne umstanden, so daß es aussah, Herrschers feien. Doch die Zeiten ändern fich. Sollten alle mit dem tschechischen Staate verbin des Gefeßes vont provisorischen Wälderschutz vom als wenn eine Sinrichtung hätte vorgenommen Die alten Militärakademien und Offizierszög 17. Dezember 1918, 3. 82, die zwedmäßigen werden sollen, sowie nach dem Militär, das von lingsstätten bestehen nicht mehr, fie fanten mit Maßnahmen treffen. Reichenberg auf den Versammlungsort zu manö dem Zusammenbruche des Reiches mit ins Grab. vrierte, zu schrießen, hätte ein uneingeweihter Stein Mensch beweint sie: Wurden doch in ihnen annehmen können, daß es sich um die Niederschla- nur Menschen dazu erzogen, um andere zu fnech gung einer Revolution handelt. Als Redner hatten ten und für die Ideologie eines brutalen MonDie Reichenberger Genossen zu diesen Meeting den archismus gefügig zu maayen. Man hoffte, mit Genoffen Otto Walster aus Dresden kommen las derartigen Drillanstalten sei es endgültig vorbei, sen, der auch unter anderem ziemlich scharf gegen doch siehe: Kaum ein Jahr nach dem Umsturz ben damals gerade wütenden deutsch- französischen wurde in der tschechoslowakischen Republik, die Strieg und feine Urheber loszog. Die Stundgebung ein Abbild der Schweiz zu sein behauptet, so machte in der ganzen Oeffentlichkeit einen großen ziemlich nach altösterreichischem Muster wieder fauer Prozeß. Es happert an allen Ecken und Enden. Wir Eindrud, obwohl man nicht gerade fagen fann, eine Militärschule, und zwar in Mähr.- Weißtirdaß sie die Arbeiterbewegung direft beeinflußt chen, errichtet. Zwar hieß es, daß in dieser haben schon wiederholt nach den Berichten der komhätte. Zu wünschen wäre es aber, daß wir im Schule nur der demokratische Geist herrschen und munistischen Presse Auszüge aus den trostlosen neuen tschechoslowakischen Staate bald dazu lä- daß man dort Menschen und nicht Mannschafts- Stimmungsbildern gebracht, die die kommunisti men, mit den tschechischen Arbeitern und Sozial- peiniger heranbilden wolle, aber zu diesem Broschen Parteilonferenzen in der letzten Zeit boten. demokraten eine Einheitsfront herstellen zu können, gramme paßt die Lobrede schlecht, die soeben der In allen diesen Konferenzen wird angesichts der für die schon beim Lubokaier Meeting im Jahre agrarische Ventov" zum Preise der Schule und beschämend geringen Zahl von Delegierten furcht1870 Demonstriert wurde. als Wegweiser für deren Zöglinge anstimmt. bar geraunzt über die Interesselosigkeit und Laumerkbar. Erwedung. ( 20) Militärische Gäste. In der tschechoslowaki beten Mächte dieselben Absichten haben wie das iugoslawische Striegsministerium, so wird im Voranschlag für das Ministerium für Nationalvertei digung auf alle Fälle eine Finanzpost geschaffen verden müssen mit dem Titel: Ausgaben für fremde Gäste". Vandervelde spricht in Prag über den Mosfauer Prozeß. Der Verteidiger der ruffischen Sozialrevolutionäre, Emil Vandervelde, spricht Mittwoch, den 16. Auguſt, 7 Uhr abends, im großen Saale der Sophieninsel über den MosSchaffung einer internationalen Arbeitsgemein schaft aller Mustermessen. Die auf der internationa len Messekonferenz in Helsingfors von den Reichenberger Delegierten vorgeschlagenen Anträge zur Schaffung einer internationalen Arbeitsgemeinschaft aller Mustermessen wurde von der Konferenz einstim mig angenommen. Bei der Konferenz waren 15 Bertreter der Mustermessen aus zwölf Staaten versam melt. Die Mustermessen Reichenberg, Frankfurt, Malmö und Padua bilden die leitende Kommission dieser Arbeitsgemeinschaft. Die nächste Konferens wird wahrscheinlich bei der 4. Reichenberger Wustermesse im August 1928 stattfinden. Eine traurige Statistik. In der Tschechoslowafifchen Republif gibt es 48.000 Gasthäuser, wobei die Branntweinschänken nicht eingerechnet sind. Eröffnung der Reichenberger Messe. Die dritte Reichenberger internationale Messe wurde mel zu weichen, Gott Vater zeigte sich auf seinem Thron, Engel umscharten ihn, und alle sahen aus einer Nähe, die zugleich eine Ferne war, weil die Göttlichen im Raume schwebten, zu dem liegenden Mladen. Eine Ewigkeit lang. Dann sprach Gott: Wahrlich, auch dieser ist mein viel geliebter Sohn!" und er streďte die Arme aus seiner Wolke, faßte Mladen unter dem Rücken und zog ihn an seine unendliche Brust. Selle ohne Grenzen umstrahlte Mladen, und er war aufgelöst, schwang im Lichte mit.' So fam er in ein leichtes Schlummern und| fang an diesem Tag. Das Netz droht zu reißen. Vor seinem Schrei der Qual schien der HimAussöhnung war in ihm. Aber dann fuhr er auf, Immer neue Beute hebt er aus dem Wasser. der eisige Wind weckte ihn. Er durfte nicht schla Nun wird er auch sich einen verzierten Mantel Ein Roman von Oskar Maurus Fontana. fen. Und Schmerz war wieder da, Qual und kaufen können. Froh geht er am Abend seiner So, ein Kind, dem namenloses Leid ange- Empörung: Warum? Aber seine Lider fielen zu, Sütte zu, und als die Nacht da ist, schleicht er zu tan hatte, erhob er sich, aber er fonnte nicht als hätte eine sanfte Hand über sie gestreichelt, Anduscha hinüber, um sie im Schmuck des Reich stehen, sein linkes Bein trug ihn nicht, er fiel seit- und wieder waren seine Züge dem Guten geneigt. tums zu sehen, ihr zu sagen, wer der Spender lings. Er tastete nach dem Knie. Es war did In der Flucht von Erinnerungen und Bil- sei. Er schaut durch das Fenster. Aber was sieht und angeschwollen. Da packte ihn Wut, so hatten dern, die einander in seinem Gehirn jagten, fiel er? Auf dem Bettrand siht Stana, schönes Kind die ihn doch erreicht, so war er doch ihnen, den ihm mit einem Male der Sang vom Fischer Bog- von Smederewo, angetan mit ihren Kleidern, Bettlern, den Knechten, den Ausgestoßenen, unter dan ein. Der saß an der Donau, fifchte Karpfen, Schuhen und Kämmen und winkt ihm. Er will tan geworden, denen, die er immer verachtet fischte Hechte, trug sie im Netz heim, briet sie am nicht, aber er muß folgen. Wo ist Anduscha? In hatte, die ihm nichts als Sprossen einer Leiter Abend über dem flackernden Feuer und liebte der Hütte ist nur die Dirne, sie ist weiß, eine geschienen hatten. Aber auf der Leiter, hoch und Andufcha von der Nachbarhütte. Aber Anduscha dünne rote Spur geht quer über ihr Gesicht. Er höher Hlimmend, war er gewesen, er, Mladen Be- war arm, aber Bogdan war arm. Stommen aus steht und starrt. Sie wischt den forallenen Streigouja. Das, dieses Gefühl gab ihm wieder Belgrad schöne Frauen in glänzenden Gewän- fen ab, er fommt wieder, kommt aus einem traRuhe. Niemand konnte ihm das nehmen. Er dern, finden Anduscha in dünnen Kleidern. Bog- trigen Loch im Schädel, drin ein Hammer stedt. blieb ein Begouja, er blieb Erbe dieser herrlichen dan leidet darunter, aber er selber hat nichts. Rüffe mich," fagt Stana,„ tliffe meine Kleider, Ländereien, Herrscher über Dörfer, Männer, Trauernd geht er zur Donau, hofft, vielleicht füsse meine Schuhe, tüffe meine Stämme!" Bogeinen Fisch von Gold heute als Wunder zu fan- dan will nicht, aber er muß. Doch als er ihre Frauen und Kinder. Nur diese Nacht galt es Sein Vater mußte ihn doch suchen. Sein Vater. duscha so sieht, die er schmüden möchte, mit ge- rührt, fommt Sälte in seinen Mund, weht durch) stand und starrte. Etwas schmerzte ihn. Es war auszuharren. Am Morgen würden sie ihn finden. gen. Leer bleibt sein Net. Als er am Abend An- weißen, blutleeren Lippen mit den seinen beUnd auf einmal, wie nie zuvor noch, war das ſtickten Kleidern der Zarin, zerreißt es ihm das den Störper, und tot fällt Bogdan, der Fischer ein Weh, als sei irgendwo in seinem Innern ein Herz und er wandert eilig in das nahe Belgrad. Bier unter fleinen Häusern folgt er einer Dirne, weil ihre Kleider leuchten, ihre Schuhe mit Belz befest find, im Saar reiche Kämme steden. Stana heißt sie, schönes Kind von Smederewo, und sie füßt mit weichen Lippen den weißen Bogdan. Als sie sich umkehrt, das Kissen auf dem Lager zu richten, holt er den Hammer hervor, mit dem er der Dirne fallen. Er raubt ihr die Kleider, er raubt ihr die Schuhe, er raubt ihr die Kämme, läuft seiner Hütte zu. Bevor die Hähne trähen, ist er zu Hause, er tritt in die Nachbarhütte ein, schüttet all den Reichtum vor die schlafende Anduscha hin. Wenn sie erwacht, soll sie ihn finden, nicht wissen, wer ihn ihr schenkte. Dann nimmt er das Net, geht an die Donau. Welch ein Fisch und Räuber, hin. Mit so feligem Gesicht fanden ihn in der Frühe die Bauern des Dorfes, das den Türmen Beg Begoujas am nächsten lag. Sie trugen den Erstarrien zu Zlata. 10. Begouja lachte nicht mehr. Lasar war mit waren wieder bei ihrer Arbeit. Begouja Styriat gegangen. Die Knechte und Mägde Gut, er in ihm da, wie sehr er sein Sohn war, wie sehr Solche Bilder zogen durch Mladens Hirn, Loch aufgebrochen und Wind pfiffe hinein. fein Saß ihn liebte. Er, der Vater, war ihm das Feste gewesen, so zu sein, so Herr, Verschwender und bald sah er Bogdan mit seinem eigenen Ge- Warum war Bafar, sein Bundesbruder, aber auch Er sah Kampf. und Gebieter zu sein, darnach war seine Sehnſichte, bald mit dem Lasars, balb mit dem seines sein Snecht, gegen ihn aufgestanden? Warum war sucht geirrt, die den Trost der Frauen nie geVaters. Er wunderte sich ein wenig darüber, aber Mladen gefangen? fannt hatte. Und wie er so dachte, fiel ihm ein, er nahm auch dieses wie Notwendigkeit hin. Nur wollte friegen, und er mußte siegen darum wie sehr die Stimme auf der Straße der Lasars als er Bogdan hinfallen träumte, der hatte war ihm nicht bange aber das höhlte ihn aus, fab 6 pound soviel Kraft hatten, ihm den Freund zu vergeglichen hatte. Er sah die gebückte Gestalt Lagerade sein eigenes Antlik, riß es ihn empor. woher Feindschaft und Haß sich plötzlich hoben fars vor sich, den schlotternden toten Arm, das Fische tötete, und läßt ihn schnell auf den Kopf Er sah die Schneeflächen, das Funfeln der Sterne, tehren und einen Sohn zu binden. Daß neben das Schweigen der Landschaft, und alles erschien ihm voll mitleidlosen Grauens, daß er anfing zu ihm eine andere Macht war und sein konnte, das sie war, er stand da, er hielt fest, er beugte sich schreien und mit geballten Fäusten zum Simmel begriff er nicht, das verstörte ihn. Aber wie immer drohte. Er war der Herr, und feiner konnte ihn brechen, teiner! Dieses fühlte er, aber er schrie nicht. Was Sohn? Wie lächerlich, ihn so treffen langgezogen, schmerzend, gemartert, bis daß wieder zu wollen. Er beugte sich nicht. Kampf. ( Fortseyung folgt.) Schlummer sich über ihn neigte. Und was er dann noch sah, war dieses: trübe Auge, aus dem Licht zerrissen hervorfluten fonnte und er wußte, Lafar war es gewesen, der auf der Straße zu ihm gesprochen hatte, der bie im Hinterhalt geführt hatte. Lasar und kein anderer. Er wußte das so sicher, als wäre er mit dieser Erkenntnis geboren worden, und er wußte es fo ruhig, als müßte er Lasar dort finden, wo er ihn gefunden hatte. Gene gestern vormittags im Sigungsfaale des Rathauses mit Begrüßungsansprachen des Bürgermeisters der Stadt Reichenberg und Protektors der Messe Dr. Bayer und des Messepräsidenten Herrn Theodor Liebieg eröffnet. Nach den Eröffnungsansprachen besichtigten die Teilnehmer der Messe, 1700 Aussteller, von denen ein bedeutungsvolles Zeichen für die Qualität und die Zweckmäßigkeit der Messe 96 Prozent eigene Erzeuger und nur der Rest Kaufleute find, haben in 23 Gruppen die Warenmuster ausgestellt. Auch sonst ist die Meffe durch weitere Konzentrierung der Ausstellungsräumlichkeiten sowie durch über. fichtliche Gruppierung der einzelnen Produktionsweige fehr zwedmäßig eingerichtet. An der Er öffnung beteiligten sich außer den Veranstaltern und den führenden Persönlichkeiten der Messe auch Vertreter der Ministerien, der deutsche Ge sandte, sowie Vertreter aus ausländischen Indu striellentreifen. Ein vorbildlicher Jugenderzieher. Im Abteil eines Zuges der tschechischen Staatsbahn fanben wir dieser Tage an die Wand genagelt eine Visitkarte, auf der in tschechischer Sprache folgendes zu lesen war:" Tschechen! Tut Eure Pflicht. Rauft nicht bei Deutschen und Juden!" Es interessierte uns, den Namen dieses Hezers zu erfahren und wir nahmen darum die Karte von der Wand. Da stand auf der Rückseite der Bisitenkarte: Jan Procházka, správce čes. stát. školy v Banině, p. Březova, Morava. Herr Jan Prochazka, deten Namen wir im Gedächtnis behalten wollen, ist also Leiter einer Staatsschule und glaubt wahrschein Itch. seine Funktion am besten ausüben zu fönnen, indem er in der Oeffentlichkeit natio nale und Raffenhete betreibt. Man kann sich vorstellen, in welchem Sinne die Kinder erzogen werden, welche diesem zügellosen Chauvinisten anvertraut sind. Die„ Mutter Gottes" mit der Kriegsmedaille. In einem italienischen Klerikalen Blatte findet sich, wie bie Wiener„ Arbeiter- Zeitung" meldet, folgende Ankündigung: Crespano, 31. Jult. Noch ist der Eindruck der triumphartigen Rüd. fehr der„ Madonna del Grappa( einer Mabonnenstatue aus einer Stapelle vom Monte Grappa, die während des Krieges ins Hinterland gebracht worden war) nicht verklungen, da lebt die Erinnerung anläßlich des Jahrestages, 4. August, wieder auf. Diesmal wird der Tag durch ein neues Ereig nis noch festlicher; es handelt sich um die Ver. leihung der Kriegsmebaille an die men. Das Komitee. Baron lehnte den Zweikampf ab, stieg aber mit den Verurteilten an dem Gehölz aus dem Auto und ging hinter den beiden. in den Wald. Nach der Behauptung Gagerns hat sich das weitere in folgen der Weise abgespielt: Er habe dem Baron erklärt, sie müßten sich auf Tod und Leben schießen, der Baron könne zuerst schießen. Er habe sich in etwa 15 Schritten Entfernung von dem Baron aufgestellt und ihn aufgefordert, zu schießen. Der Baron habe Intend gebetet, sei wieder aufgeftanden, habe aber nicht geschossen. Darauf habe er- Ga gern erklärt, wenn der Baron nicht schießen wolle, so werde er bis drei zählen und dann seiner seits schießen. Er habe bis drei gezählt und geschossen. Auf den Schuß hin kehrte der Prinz, der weggegangen war, zurück und fand den Baron mit einer Schußwunde in der Brust anscheinend leblos am Boden liegend vor, neben ihm stehend Gagern. Gagern beauftragte den Prinzen, aus dem Auto die Spaten herbeizuholen. Als der Prinz beim Auto ankam, hörte er einen zweiten Schuß fallen. Gagern behauptet, der Baron sei wieder zum Bewußtsein gekommen, worauf er ihm erklärt habe, sie müßten sich nochmals schießen. Er habe wiederum bis drei gezählt und noch einen Schuß abgegeben. Ob der Baron seine Waffe zur Hand genommen habe, wisse er nicht, nehme es jedoch nicht an. Die Seltion ergab das Vorhandensein von zwei Brustschüssen, von denen der eine nach dem Gutachten der ärztlichen Sachverständigen un. bedingt tödlich, der andere ein lebensgefährlicher Lungenschuß war. Ein Nahschuß ist nach Ansicht der Sachverständigen keiner der beiden Schüsse gewesen. Gagern und Stolberg gruben dann mit den Spaten den Erschossenen ein. Die Leiche wurde im September 1915 durch einen Zufall gefunden. In dem angestrengent Untersuchungsverfahren wurde Gagern, ehe sich der Verbacht gegen ihn verbichtete, eiblich als Zeuge vernommen und machte unter seinem Eide, um jeden Verdacht von sich abzulenten, wissentlich falsche Angaben. Von Gagern wurde wegen dieser Tat im Kriege zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, jedoch im Jahre 1918 am ne ft i er t! Er lebt derzeit im Auslande. – Das„ Berliner Tageblatt" wird jetzt von einem Leser darauf hingewiesen, daß ein Freiherr von Gagern bei der Ermordung stav 2 andauers beteiligt war. Er hat als erster mit seiner Reitpeitsche auf Landauer einge schlagen und ihn zu Boden geworfen. Wegen Gefangenenmißhandlung wurde er deswegen zu 300 Mart Geldstrafe verurteilt. Es wäre von Interesse festzustellen, ob diese beiden Herren von Gagern identisch sind. Mutter Gottes selbst. Die feierliche Zeremonie wird vom Fürst- pelfelder fallend, zünden und sodann auf das dort bischof von Trient vollzogen werden. Außer- gelagerte Getreide übergreifen. Um die hiedurch entdem wird der glorreiche Feldherr General Giardino stehenden leicht vermeidlichen Schädigungen tunlichst sowie andere Zivil- und Militärbehörden teilneh- hintanzuhalten, wird allen Landwirten bringend empfohlen, das bereits geschnittene Getreide 30 Meter weit von der Bahnstrede zu entfernen und das Siop Die Mutter Gottes" vor solchen Blasphe- pelfeld mit Schuhfurchen durchzuadern, welche pamien zu bewahren, ist nicht unser Amt. Na, hof- rallel der Eisenbahnstrede laufen, damit dem Feuer fentlich zeigt sie sich für diese ehrende Verleihung Einhalt geboten werde. Die Schuhfurchen find insder Kriegsmedaille dankbar und läßt über das besondere rings um das auf dem Felbe bereits geKomitee dieser Feier den Geist der Erleuchtung lagerte Getreide zu ziehen. Das Getreibe, welches fid) kommen. Notwendig hätten es dessen Mitglieder an den Bahnstreden befindet, ist zu bewachen und schon sehr dringend! womöglich bald abzuführen. In gleicher Weise ist für die Sicherheit der Wälder Sorge zu tragen. Trodene Blätter, Zweige und Gras sind aus dem Feuerrahone zu entfernen; es wird empfohlen, zwischen der Bahnftrede und dem Walde einen Schußgraben auszuheben. Die Bahnverwaltungen haben alle möglichen Maßnahmen getroffen, um dem Funkenflug zu steuern, auch eigene Brandbegehungswachen errichtet. Die Nichtbeachtung dieser Berordnung unterliegt ben Deutsche Heldenoffiziere". Die deutschen At ten gegen die beiden Mörder v. Gagern und Prinz Stolberg, die dieser Tage bom belgischen Gericht in Brügge zum Tode verurteilt wurden, ergeben folgenden Tatbestand: Klekheim. 13. August 1922. 1 Hilfe feine Pläne schmieden, sich die österreichische Melttuh nochmals zu erobern. Das Geld von Eine Geschichte aus dem alten Desterreich Kleßheim hat ihm wenig Glüd gebracht. Er ver zunächſt. Kleßheim ist ein mächtiger Herrensis puffte es in seinen Abenteuern. Es waren viele eine Wegstunde von Salzburg, da noch die Bischöfe, Millionen Schweizer Franken. auch die Regenten Salzburgs waren. Aus dieser Und wieder schlief Klesheim. Bis zum Beit stammt das herrliche Sommerschloß im Kleß- 6. August 1922. Da erwachte es zu neuem Leben. heimer Park. Fischer von Erlach hat es erbaut und An diesem Tage erfüllte seinen Park wieder der Bischof Wolf Dietrich war es, der hier Sof hielt: Jubel eines Kindertausend. Das tam so. Der wirklich Hof hielt, so wie alle die Fürsten seiner Arbeiterverein Kinderfreunde für Desterreich verBeit, um die Macht dadurch zeigen und den Wei- anstaltet heuer zum erstenmal zwei Sommerturse bern zu dienen, die auch des Bischofshofes für seine Amtswalter. Sie sollen in gegenseitiger Schmuck und Zierde waren. Weit hinaus über das und in der Aussprache mit den Lehrern der ErLand fliegt von der Terrasse des Sommerschlosses sieherschule des Vereines im Schloß Schönbrunn der Blid, hin zunächst zur Feste Hohensalzburg, die Erziehungsformen gewinnen, die sich der Verder einst viel umstrittenen, und darüber hinaus ein durch seine praktische und theoretische Arbeit bis zu den Felsmauern und Firnen im Süden. bereits erobert hat. Erziehungslehre und Organi. Reich ist Salzburg an schönen Bliden, zu den fation, Hygiene und Naturwissenschaften, Hand schönsten aber zählt dieser von der Terrasse, der fertigkeitsunterricht und Spiel im Freien, Büche dem mächtigen Bischof die Beruhigung gab, daß reikunde und Bibliothekswesen sind die Gegen er hier ungestört die Freuden des Hofs und der stände, über die in dieser Schule gesprochen wird Liebe genießen konnte. So oft sein Blick auf die oder die praktisch geübt werden. Und für diesen Veste fiel, konnte er denken, daß hinter ihren diden Zwed hat der rührige Salzburger Landesverein Mauern seine Widersacher gefangen seien. Heute durch seinen Obmann, den Landespräsidenten hausen Proletarier in der Festung und eine kleine, Breitenfelder, leßheim auf zwei Moganz kleine Wachabteilung unserer Wehrmacht. nate gepachtet. Nur das Winterschloß. Aber Einst war aber Hohensalzburg der Sitz der Macht, es reicht aus, um die dreißig Kursteilnehmer zu auch die Stierwascherlegende hat hier ihren Schau- beherbergen und für die verschiedenen Unterrichtsplay. Einmal, so erzählt die Legende, seien die zwecke die Räume zu gewinnen. In den weißbelagernden Feinde besonders hartnädig gewesen blauen Polsterstühlen der erzherzoglichen Zeitund fast verzweifelten schon die in der Festung der Weißblau- Sult war eine der Marotten des eingeschlossenen Strieger und Bürger. Da griffen Erzherzogs fizzen nun Proletarier und Brolesie zu einer List. Der Feind mochte damit rechnen, tarierinnen aus den Westalpen und folgen dent daß er die Eingeschlossenen aushungern werde. Vortrag der Lehrer oder besprechen mit ihnen das Darüber sollte er getäuscht werden. In der Tat Gehörte. Auf dem weiten Schloßplatz vor dem war ja schon alles Vich aufgezehrt. Nur ein Stier Sommerschloß aber spielen sie mit den Kindern war noch da. Er graste als letzter Schatz der Be- von Liefering, Magglan, Nonntal oder Salzburg. lagerten noch täglich auf dem Festungswall. Er Diese fommen Tag für Tag, um spielend Ferien sollte nun helfen, die Feinde zu täuschen. Täglich zu genießen und dabei doch auch die lebendigen bekam der Stier einen anderen Anstrich. Bald war Helfer zu sein, ohne die eine Unterweisung im er weiß, bald schwarz, braun oder fchedig. Am Jugendspiel nicht möglich ist. An diesen Scharen Abend aber mußte er wieder abgewaschen werden, werden die Amtswalter lernen, wie man mit Kinum am nächsten Morgen im neuen Farbenkleid dern spielen soll, was man alles mit ihnen spielen erscheinen zu können. Die Feinde ließen sich wirk- fann. Und zur Belohnung gibt es dann ein erlich täuschen und zogen ab. Seither aber heißen quidkendes Bad in dem großen Bade- und die Salzburger Stierwascher", die Festung aber Schwimmbaffin mitten im Parte, lauschig unt mit ihren aus dem Felsen wachsenden Mauern, sponnen von allerlei Gerante, und dann eine fräf mit diesem fast in eins verschmolzen, galt als un- tige Jause, bei deren Herbeischaffung des Ob. überwindlich. So konnte denn der Bischof beruhigt manns zweite Seele, die Genossenschaftsseele, träfein Symbol grüßte Hohensalzburg herüber zum auf leßheim von seinen Sorgen ausruhen. Wie tig mitwirft. Sommerschloß inmitten der herrlichen Barts. Max Winter. geschloſſen. So kann man sich also denken, was denn am ersten Augustsonntag in se le z heim für ein Fest Habsburger, der Erben, Eroberer und Räuber so die Jugendweihe der Salzburger Kinder, das Feſt, Dann wurde Kleßheim ein Besitz mehr der war. Am Vormittag gab es im Mozarteum schon vieler Schlösser, In allen Gauen des alten Dester womit die Kinderfreunde ihre ,, arbeitsmündig" Zum Schuße der Ernte gegen Funkenflug. Amt reich hatten sie solche Size; Sommerpaläste, Jagd gewordene Jugend in das Leben der Erwachsenen lich wird verlautbart: Es kommt in letzter Zeit schlösser, Residenzen, ewig unbewohnt und unbe- einführen, und am Nachmittag wallte ein mäch häufig vor, daß Funken der Lokomotiven, auf Stop- nüßt, nur ab und zu auf einige Tage den hohen tiger Bug von gut zweitausend Erwachsenen und Herrschaften" dienend, wenn höchstdiefelben ge- Kindern nach Kleßheim hinaus, um mit einem ruhten" zu erscheinen. Anders mit leßheim,| Kinderfest die Schule der Väter und Mütter und das wurde eines Tages aus seinem Dornröschen älteren Schwestern und Brüder zu eröffnen. Und fchlaf geriffen. An dem alten österreichischen Hof durch alle Reden, die des Landesobmanns, die des gab es einen alten Prinzen, den Bruder Ludwig Landeshauptmanns Robert Preußler, wie die des Viktor des alten Franz Josef. Dieser Prinz war Reichsobmanns der Kinderfreunde und die letzte gegengeschlechtlich veranlagt. Da das österreichische endlich, die des Leiters der Schule, Stanisz, tlang Gesek die Bäderastie verfolgte, so mußten auch die eine große Hoffnung, die, daß es der proletarischen gegen den Erzherzog einlaufenden Strafanzeigen Straft gelingen möge, diese herrliche Stätte dauvom Hofgericht, in dem der Kaiser Recht sprach, ernd für das Erziehungswerk des Proletariats zu verfolgt werden. Sie führten dazu, daß Ludwig gewinnen. Dann wäre Kleßheims Dornröschen. Bittor schließlich verbannt wurde, als zu viele schlaf dauernd überwunden. Aber eine andere solcher Geschichten ruchbar geworden waren. Sein Welt wäre es, die neue Welt, die hier Einzug Verbannungsort war leßheim. Sier brauchten hielte. Das sind noch Träume. Vorläufig wollen nur nach dem Wunsche des„ hohen" Kranken die wir uns der Wirklichkeit freuen, die uns die neuezu seinem Siebesbetrieb nötigen Bäder eingebaut fte Geschichte von Sleßheim gibt, werden und die Verbannung konnte beginnen. Seleßheim wird aufgehen. Sie war nicht so schredlich. Außer dem Sommer- Salzburg, 8. Auguſt. Bom Dezember 1914 bis Ende März 1915 lag schloß stand dem Brinzen noch das Winterschloß, der Stab des dritten Garbe- Ulanen- Regiments, ein einstöckiger, nach dem Süden liegenden Bau dem v. Gagern angehörte, in einem Schloffe des gesorgt. Witten in den verschwiegensten Teil bes Die Bibliothet ist auf drei Monate zur Verfügung und auch für ein Gefängnis war Barons d'Udekem südlich von Brügge im Quar- Strafbestimmungen des§ 450 Str.- Ges. Partes ist ein kleines, zierliches Schlößchen hintier. Zwischen dem Ehepaar d'Udekem und der Ein- Errichtung von Eisenbahnwerkstätten in Bribram. gebaut, das ,, Hoyosstödt". Auch ihm fehlt nicht quartierung herrschte gutes Einvernehmen. Ber Die Silberbergwerke von Přibram stehen vor der Ein- das zwei Meter tiefe Wannenbad ganz eigener Gagern entwickelte sich eine leidenschaftliche Bustellung. 500 Arbeiter sollen entlassen, bezw. pensio- Bauart. In dieses reizende Waldhaus wurde der monaten beinahe in allen Parteiblättern. Gleich Diese Mitteilung lesen wir in den Sommereigung zu der Baronin, die von ihr, wie fich niert werden. Statt ihrer werden bis Ende L. J. nur Erzherzog in Arrest" geschickt, wenn beim Raiser sam als Entschuldigung wird beigefügt, daß es aus dem Briefwechsel zwischen beiden ergab, er- etwa 20 neue Arbeiter aufgenommen werden. Um wieder einmal eine Anzeige eintraf. Es waren widert wurde. Aus dieser Leidenschaft erwuchs der der Stadt Přibram einen Ersatz für das Eingehen der immer so ziemlich dieselben Menschen, die dem dringend nötig ist, die Inventur vorzunehmen Plan, den Baron zu beseitigen, da auf andere Weise Bergwerke zu schaffen, ist die Errichtung von Eisen- Erzherzog zuerst die Opfer zutrieben und dann oder, es muß eine Neueinteilung der Büchereine Lösung der Ehe nicht möglich schien. Gagern bahnwerkstätten projettiert. Eine vor einiger Zeit die Anzeige erstatteten. Sie bewiesen so nach allen bestände vorgenommen werden. In den meisten fam auf den Gedanken, dem Baron einen Zwei- in Přibram abgehaltene Interessentenversammlung Seiten hin ihre Unentbehrlichkeit und sicherten Fällen ist das Schließen der Bücherei doch nur fampf aufzuzwingen. Er suchte zunächst den Or hat beschlossen, durch eine Abordnung den Präsiden sich selber ihr üppiges Ravaliersleben. aus Gründen der Bequemlichkeit erfolgt, weil man donnanzoffizier des Regiments zur Unterstützung ten der Republik zu ersuchen, daß er die Bewilligung dem Bibliothekar einredete, baß in den Sommerbei dem Duell" zu gewinnen. Als dieser schroff für den Bau der Eisenbahnwerkstätten beschleunigen monaten niemand Bücher lesen will. Und wenn ablehnte, wandte sich Gagern an den Prinzen Stol- möge. sich Leserschaft und Bibliothekare diese Vorstellung berg, der, ohne weiter zu fragen, die Erfüllung der Und nun eine Geschichte aus dem neuen gegenseitig einsagen, so geschieht es schon, daß Errichtung einer meteorologischen Station in Desterreich. Schließlich starb Erzherzog Ludwig beibe Teile daran glauben und die Bücher hübsch Bitte zusagte. Pfingsten 1915 hielt Gagern den Saaz. Die Meteorologische Staatsanstalt in Prag hai Bittor. Die Schlösser blieben mit ihren immensen in Ruhe lassen. Gegen eine Büchereischließung, Zeitpunkt für die Erfüllung seines Planes für ge- auf das Einschreiten des Landwirtschaftlichen Bezirks- Stunstschäßen unter der obersten Behütung eines die aus diesen und anderen Gründen erfolgte, tommen. Das Regiment bes Angeklagten war in- vereines Saaz um Errichtung einer Meteorologischen aber schon sehr altösterreichischen Sofrats, eines haben alle Bildungsfunktionäre der Arbeiterschaft zwischen nach der Provinz Limburg verlegt worden. Station zweiter Ordnung in Saaz bekanntgegeben, Bruders des Barons Gautsch und dieser behütete energisch Stellung zu nehmen. Gagern erklärte dem Prinzen Stolberg, fie würden baß sie bereit ist, in Saaz eine meteorologische Sta- die Schlösser so gut, daß sie womöglich nie aus am 25. Mai früh nach dem etwa 150 Kilometer tion zu errichten. Als Beobachter wurde Prof. Wip- dem Dornröschenschlaf hätten erwachen sollen. Es dungswesen tätig ist, wird bestätigen, wie schwer Wer innerhalb der Arbeiterschaft im Bil entfernten Schloffe des Barons d'Udekem fah- permann vorgeschlagen. Die Ausrüstung kann jedoch war auch zu schön, oberster Herr von Kleßheim zu es ist, die Arbeiter als ständige Leser guter Bücher ren; Stolberg habe nichts weiter zu tun, als den mit Rücksicht auf den Mangel an Instrumenten erst sein. Da schien es eines Tages anders kommen zu zu gewinnen. Ein verständiger Kaufmann wird aBron zu einer Auseinanderseßung aus dem mit der Zeit vervollständigt werden. Schlosse ins Auto zu holen. Am 24. Mai fuhren wollen. Ein englisches Hilbskomitee war von dem die Verurteilten im Auto nach Brüssel und von Mord in einem larpathoruffifchen Badeorte. In damaligen Leiter der Wiener Jugendfürsorge auf einen Verkaufsladen niemals auf drei Monate dort am 25. früh morgens in der Richtung auf dem Kleinen Badeorte Nelipin in Karpathorußland Aleßheim aufmerksam gemacht worden, als es die schließen, weil er sich einrebete, daß die Stund Brügge weiter. Gagern hatte schon aus dem haben vier unbekannte Täter, die mit Soldatenuni- Absicht äußerte, für Wiener Kinder eine dauernde schaft im Sommer nichts eintauft oder daß man Quartier zwei Spaten mitgenommen. In einiger formen bekleidet waren, den reichen Fuhrwerker Erholungsstätte zu errichten. Und die Engländer eine Inventur vornehmen muß. Er weiß, daß burch bas Schließen des Geschäftes bie Stunden Entfernung von dem Schlosse ließ Gagern an einem Kleinmann, seine Frau und ein achtjähriges waren bestens Willens. Aber weniger guten Gehölz halten und suchte im Beisein des Prinzen Töchterchen ermordet. Stleinmann hatte sich oft seiner Willens waren die christlichsozialen Gewalthaber verloren gehen. Um wieviel mehr schadet aber einen Stampfplay" aus. Gagerit wies den Brin. Bohlhabenheit öffentlich gerühmt, was die Aufmert. des Landes, dem das Schloß beim Umsturz zuge- die Schließung der Bibliotheken dem gesamten zen an, den Baron, während er selbst im Auto war- samkeit der Verbrecher auf ihn gelenkt haben dürfte. fallen war. Sie machten den Engländern solche Bildungswesen der Arbeiterschaft; die mit vieler ten wollte, unter den Vorwand, daß er zu einer Das Verbrechen hat unter den Babegästen natürlich Schwierigkeiten bei der Vertragsschließung, daß Mühe geworbenen Befer gehen wieder verloren. Konferenz nach Thielt kommen sollte, ins Auto zu große Aufregung hervorgerufen. der größte Teil der Tatkraft des Komitees barauf Der Arbeiter, der, folange er gute Bücher las, holen. Der Prinz handelte der Anweisung Gagerns aufging und die Lust mehr und mehr erlahmte, die Schenke mied, findet diese wieder, die Arbei für Menschen zu schaffen, die es einem so schwer terin, die dem Buche zuliebe auf das Kino ver machten, ihnen gutes zu tun. Eines Tages zogen zichtete, begeistert sich neuerdings an den Kinofie sich zurück und ließen das Werk mitten in ber bramen oder sie geht wieder in die Kirche. Wenn fchon begonnenen Arbeit stehen. Das war 1921. dann die Bücherei nach drei Monaten wieder geDamals war das Winterschloß schon geräumt geöffnet wird, wundert sich der Bibliothekar, daß wesen und es wurde schon für die Zwede eines trop der neuen Einteilung und der Inventur kein Kinderheimes hergerichtet. Die vielen Kunstschähe einziger Leser oder mur hie und da einer nach Bü waren samt den Herrlichkeiten des Sommerschlos- chern tommt. Dann geht das Mörgeln über den ses gegen Schweizer Franken ans Ausland ver- Understand der Massen wieder an. Es gibt tauft worden und Kaiser Karl tonnte mit ihrer Fälle, wo der Bibliothekar ben Organisationen Rückgang der Thphusepidemie in Prag. Wie die gemäß, und der Baron setzte sich ohne Bedenken zu Gesundheitsabteilung der politischen Landesverwal. Gagern ins Auto, während Brinz Stolberg neben tung mitteilt, wurden vom 6. bis 12. Auguſt aus dem Chauffeur Plaz nahm. Auf der Fahrt zu dem Groß- Prag in das Weinberger Krantenhaus 15 PerGehölz erklärte Gagern: dem Baron, es müsse zwi. sonen mit Typhuserscheinungen eingeliefert. Im schen ihnen ein Duell stattfinden; er begründete dies gleichen Zeitraum wurden 15 Typhustrante aus dem damit, daß der Baron entgegen seiner Zusicherung Strankenhause geheilt entlassen. An Typhus starb Dr. Waffen in seinem Schlosse verborgen und Lederer. Neue Erkrankungen von Studenten waren dienstlichen Bescheinigung veranlaßt hätte. Der haus wurde ein Typhusfall eingeliefert. so zur Ausstellung einer falschen nicht zu verzeichnen. In das Algemeine Strankenihn Gagern 13. August 1922. Vor dem Schwurgericht in Chicago spielte fich Kinder, die den Bater des Mordes beschuldigen. fürzlich ein eigenartiges Drama ab: Vor Gericht stand ein Mann, der seine Frau ermordet hatte. Da teine anderen Zeugen zugegen gewesen waren, so hoffte er, freigesprochen zu werden, weil er bestimant damit rechnete, jeine sein der würden aus Furcht vor ihm schweigen. Beim Verhör blidte jedoch der elfjährige Junge an seinem Vater vorüber, als ob er ihn nie gesehen hätte und sagte aus, bat der Vater die Muter mißhandelt habe. Am Mordabend selbst aber habe er geschlafen und von dem Vorgang weder etwas gesehen noch gehört. Das vierzehnjährige Mädchen dagegen schitberte zitternd und mit leiser Stimme, es habe den Bater gebeten, die Mutter nicht zu schlagen. Dennoch habe er blinschnell einen fräftigen Stoß nach der Mutter geführt, worauf diese umstürzte. Dann habe sich der Vater an das Mädchen mit den Worten gewandt:„ Nun bin ich zufrieden; ich habe ausgeführt, was ich mir vorgenommen hatte." Aufgrund dieser Zeugenaussage wurde der Mörder seiner Frau zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde jedoch mh Rücksicht auf die Kinder, die der Gedanke, ihren Bater auf den elektrischen Stuhl gebracht zu haben, unsäg lid) unglüdlich machen müsse, in lebenslängliches Buchthaus umgewandelt. Seite 7. wars ja früher auch in Europa; die tahlen Felsen uns eine günstige Gelegenheit anfäßlich der BoRaubbau an seinen Wäldern. Auch seine Berge die Landwirte ihre Felder in der Nähe des Hauses des Karstes sind ein sprecherdes Zeugnis für den denreform. Man könnte jegt leicht erzielen, daß waren mit üppigen Waldbeitenden beded. wir haben, um die überflüssigen Transporte, die Zeit finden die Tausendjahrstämme noch in den jungen und Kraft- Bergeudung zu beseitigen und damit Brauntohlenlagern zu seinen Fußen und die unge- alle Felder rationell bewirtschaftet werden. Es iſt heueren Schlammberge im Meere in der Nähe des eine bekannte Tatsache, daß der Landwirt die Ufers sind Zeichen der ehemaligen üppigen Bege seinem Hause zunächst gelegenen Felder besser tation und der mächtigen Sumuslager, welche pflegt und mit viel mehr Liebe behandelt als einst die heute ausgebrannten Felsschroffen über die er tfernt liegenden. Es läge gar nichts daran, lagerten. Aber auch bei uns halfen die Forstgesetze wenn bei der Kommassation den kleinen Landnicht viel. Es ist nicht ihnen zu verdanken, daß die wirten ein Stückchen Boden aus dem aufgelasKarpathen noch so waldreich geblieben find. Nur fenen Herrschaftsbesitz mehr zufiele. Die rationelle der Mangel an Transportwegen hat die Wälder Bewirtschaftung des Aderbodens ist ein eminent erhalten, wären die Starpathen am Weere gele- öffentliches Intereffe, fie muß vor allem der kapigen, ebenso kahl würden sie sein wie der Karst. talistischen Spekulation entzogen und vom RaubNiemand wird wohl bezweifeln, daß der verlot- bau befreit werden, das wäre wichtiger und beſſer terte polnische und magyarische Adel, dem diese als Agrarzölle. Wälder gehörten, sie trotz Forstschutz nicht schon chische Regierung hätte den Raubbau verhindert. längst radikal abgeholzt hätte und feine österrei Jagdvergnügungen ihrer Besitzer, oft auch in VerSehr viele Wälder verdanken ihre Erhaltung dem bindung mit den Traditionen einzelner anständi ger Adelsgeschlechter, welche den Wald ihren Nach nünftige Waldwirtschaft einführten, indem sie er kommen erhalten wollten und deshalb eine verfannten, daß der Wald, bei richtiger Bewirtschaftung, zum Beispiel bei der achtzig bis hundertjährigen Wirtschaft im Nadelwald, das heißt Schlä gerung der Bestände im Alter von achtzig bis hunbert Jahren und Neuaufforstung, ganz gewaltige Dauergewinne einträgt. mitteilt, daß er seine übernommene Arbeit nie-| französischen Art und Kultur Abbruch getan worden noch öde unbebaute Steppe übriggeblieben. So I massation herantreten. Siezu wäre gerade jeht bei berlegt, weil die Leser diese Arbeit nicht zu fei. schätzen und zu würdigen wissen. Wird daraufhin ein anderer Genoffe als Buchwart bestimmt, so ist dieser imstande, die geringe Ausleihe auf die durchgeführte Neueinteilung zurückzuführen und geht nun daran, das eingeführte Kartensystem durch Inventurbücher zu ersetzen. Der geschulte Buchwart der Arbeiterbücherei wird einer Schließung der Arbeiterbücherei nur zustimmen können, wenn bauliche Veränderungen des Büchereiraumes vorgenommen werden oder wenn durch eine Epidemie im Orte, aus fanitären Gründen, die Ausleihe der Bücher un tersagt werden muß. Die Inventur einer Arbeiterbücherei fann jederzeit vorgenommen werben, ohne daß die Ausleihe eingestellt wird. Voraussetzung dafür ist, daß die Bücherei nach dem Einheitssystem der Arbeiterbüchereien eingerich tet ist. Die Vornahme der Inventur ist dann eine Spielerei. Nachdem die Arbeiterbibliotheken in vielen Orten ein- oder zweimal wöchentlich geöffnet sind, so ist an den anderen Tagen zur Bornahme der Inventur genügend Zeit. Eine nach dem Einheitssystem eingerichtete Arbeiterbücherei macht eine Neueinteilung nach der Inbentur nicht notwendig. Schließt aber ein Buch wart die Bücherei nur aus dem Grunde, die ausgeliehenen Bücher endlich wieder einmal von den Lesern zurückzuerhalten, so beweist diese Vorgangsweise, daß er das Mahnverfahren nicht durchgeführt hat. Wird das Mahnen richtig durchgeführt, so werden die Leser zur ordentlichen Abgabe der Bücher erzogen und der Buchwart wird in der Bücherei Ordnung haben, die seine Arbeit sehr erleichtert. Hebung gesunkener Schiffe. Auf der Werft der Norddeutschen Union- Werke in Hamburg ist am 1. August ein neuer Bergungsleichter vom Stapel gelaffen worden. Es handelt sich um ein bedeutsames Versuchsschiff von etwa 1000 Tonnen Wasserverdrän gung. Mittels dieser Bergungsleichter hofft man die Sebung gesunkener Fahrzeuge, die durch die hohan In vielen Bezirken sind noch keine Buchwart Preise für alles Schiffsbaumaterial außerordentlich furfe abgehalten worden. Es wird Aufgabe der wichtig geworden ist, mit weit größeren Erfolgen als Bezirksbildungsausschüsse der Partei sein, solche bisher burchführen zu können. Die neuen BerSurse abzuhalten, um die Buchwarte so zu unter- gungsleichter bestehen bei ganz besonders fräftiger richten, daß fie der Bildungsarbeit der Arbeiter Bauart lediglich aus ungeheuren Tants, die mit sehr flaffe wirkliche Helfer und nicht Hemmnisse sind. starken Pumpen und Hilfsmaschinen ausgerüstet sind. Der geschulte Buchwart schließt seine Bücherei Gesunkene Schiffe werden zwischen zwei solchen Bernie auf drei Monate. gungsleichtern befestigt, nachdem die Leichter durch Vollaufenlaffen aller Tants fast ganz versenkt find. Danach arbeiten die Bumpen und entleeren sämtliche Tanks in knapp einer Stunde, so daß mit einer Kraft von 2000 Tonnen das gesunkene Schiff angehoben wird. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis das gesunkene Schiff genügend abgedichtet und leer gepumpt ist. Man hofft mittels der neuen Vettertypen Werte von mehreren Milliarden, namentlich die in der Nähe von Küsten versenkten Schiffe zu retten. Kleine Chronit. Eine verheerende Explosion. Durch eine in der Umgebung der von Fort de France erfolgte Gr. plosion alten Bulvers wurden sämtliche Arbeiter. häuser vernichtet und einige Fabriken befchä digt. Einige Personen wurden getötet, mehrere verletzt. Großer Waldbrand in Nordafrika. Seit sechs Der Raubbau au Seit sechs Der Raubbau an den Natur- tischen Schutz, als Segen für die Gefundheit der Tagen vernichtet ein Waldbrand die schönsten Wald. bestände in der Gegend zwischen Bone und der unischen Grenze. 20.000 Settar sind bereits vernich tet. Trotz aller Maßnahmen breitet sich das Feuer aus. Eine Abteilung algerischer Schüben wurde an Ort und Stelle zur Bekämpfung des Brandes entfen bet. Die öffentliche Meinung führt den Brand auf Brandstiftung zurüd. schäßen. Nicht minder gefährlich für die Menschheit ist der Raubbau, der an den Naturschätzen, die als der Raubbau in der Forst und Landwirtschaft, wird, der Raubbau an den Erzen, an der Kohle, unter den Aeckern und Wäldern liegen, begangen und am Erdöl. Der Erzabbau wird jeweils fo lange betrieben als die Vorkommen großen Profit läßt man die Gruben verfallen, ohne Rücksicht bringen und man nennt dies ,, Abbaufähig." Dann darauf, daß nach uns Generationen fommen wer ben, die nicht mehr so aus dem Vollen schöpfen werden wie wir. Was für die heutige kapitalistische Wirtschaft nicht mehr abbauwert ist, ist vielleicht in hundert Jahren eine Rettung für die Menschen. Es ist ein Glück, daß die Metalle nicht so sehr Trotzdem wird vielfach auch bei uns noch der Vernichtung ausgesetzt sind, sonst wäre die feine rationelle Waldwirtschaft betrieben. Die Gefahr der Verarmung der Wirtschaft an ihnen Nachforstungen werden zumeist nicht oder nur gar nicht zu beschreiben. Geradezu verbrecherisch teilweise durchgeführt, es wird in vielen Wäldern, aber ist der Raubbau am Erdöl. Es wird verwi dies gilt besonders auch von den Bauernwäldern stet in der erschreckendsten Weise und dabei wissen der Waldhumus, die Nadeln und das Reisig förm vir auch nicht annähernd, wie es mit den Vorlich heraugefragt, um als Streu Verivendung räten auf unsere Eede aussieht. Die Nachrichten, zu finden. In solchen Wäldern stehen die Wurzeln die aus den amerikanischen Selfeldern kommen, Ser Bäume aus dem dürren trockenen Lehmboden wonach eine große Anzahl von Delvorkommen heraus und der Wald leidet dadurch unermeß plötzlich erschöpft ist, sollten uns ein fürchterlilich. Auch für Anpflanzung von Unterholz, was ches Memento sein. Unsere noch im Joche des die rationellfte Düngung des Waldbodens darstellt, Kapitalismus schmachtende Generation hat tein wird nirgends gesorgt und erst in den letzten Jah Recht, den Schatz, den die Menschheit am Dele ren beginnt man in Deutschland, wo viele Wäl- hat, allein zu verbrauchen und den folgenden Geder durch den Raubbau ein geradezu erschrecken- nerationen nichts übrig zu lassen. Das Gleiche des Zurückbleiben im Wachstum zeigen, mit einer gilt auch von der Stohle. Wenn wir zum Beirichtigen Unterholzung, hauptsächlich durch Einle- piel bedenten, daß im Ostrauer Revier Kohle gen von Eicheln. Die Waldwirtschaft muß aus noch für etwa 150 Jahre, im Weltleben also den Fängen kapitalistischen Raubbaues befreit eine ganze Zeit, vorhanden ist, muß uns dies werden, denn den Wald müssen wir hüten für doch deutlich zeigen, daß die Kohlenvorkommen alle Zeiten, als voltswirtschaftlichen Reichtum, nicht unbeschränkt sind und daß wir mit all den als Regenwassersammelbecken, als wichtigen flima- wichtigen Erbschätzen haushalten, sparen müssen. wir können heute in vielen, ja in den meisten Menschen, als Augenweide und als befreienden Fällen auf die Verwendung von Kohle und Del Dom für der Menschen Gemüt. als Brennstoff verzichten. Wir haben die Pflicht, Auch in der 2 andwirtschaft ist der fapi- unsere Wasserträfte, die einen Naturschaß von geDer Profit ist die einzige Triebfraft der tapi talistische Raubbau zu Hause. Wir haben nahezu waltigster und unverwürstlicher Bedeutung dartalistischen Wirtschaft, nicht nur in der Fertig gar feine rationelle Wiesenwirtschaft. Man läßt stellen, zu benüßen, um die beschränkt vorkommenwarenerzeugung, sondern auch in der Rohstoff- wachsen, was wächst, mäht die Wiefen zweimal den Materialien zu schonen. Darnach fragt die gewinnung. Die tapitalistische Wirtschaft fragt im Jahr, sorgt kaum für eine vernünftige Be- fapitalistische Wirtschaft nichts, fie will an den nicht darnach, wie die Rohstoffe gewonnen werden, wäfferung und Entwässerung, geschweige denn für Materialien profitieren, alles andere ist ihr egal. ob die Art der Rohstoffgewinnung im Interesse eine Düngung oder Nachbesämung. Unsere Wei- Wir aber müssen diesem Raubbau unsere ganze der Volkswirtschaft, im Interesse der ganzen denwirtschaft ſtedt noch in den Kinderschuhen, Kraft entgegenstellen. Wir müssen fordern, daß Menschheit vor sich geht, sondern nur darnach, wie- und die Bewirtschaftung der Felder ist das Gegen mit dem großzügigen Ausbau der Wasserkräfte viel Profit die gewonnenen Rohstoffe abwerfen. teil von dem, was die Wissenschaft lehrt. so rasch als möglich begonnen werde, damit die Die schrankenlose Profitgier führte die fapitali Auch der Ackerbau ist zum Raubbau ge- Betriebe, Fabriken und Eisenbahnen ohne Brennstische Wirtschaft zu rücksichtslosem Raubbau an worden. Der Ackerboden wird intensiv mit Spe- stoffverschwendung funktionieren können. Wir den Naturschäßen, der, wenn ihm nicht bald fulationsfrucht bebaut, ohne Rücksicht darauf, daß müssen auch die Schaffung von Wasserstraßen Schranken gefeßt werden, die schwerste Verar- er dadurch leidet und ohne ihr die nötige Nahrung betreiben, weil sie billige Transportwege darstel mung der Menschheit an wichtigen Rohstoffen im an Düngemitteln zuzuführen. Es gibt fein Gesey, len. Durch ein großes Netz von Stauwerken und Gefolge haben wird, ja ferneren Geschlechtern zur welches den Aderboden vor diesem Feldfrebel fei- Wasserstraßen würde jede Hochwassergefahr befurchtbarsten Tragödie werden kann. Die Arbeiternes Besitzers schützte, nur der Nichtbesitzer darf seitigt werden und es gäbe auch keine dürren Jahre lasse, die an dem Profit der Stapitaliſten tein ihn nicht bestehlen. Die ganzen behördlichen Vor- mehr, weil ein idealer Ausgleich zwischen naffer Interesse hat, dagegen aber auch ferneren Ge- schriften, die den Boden betreffen, bestehen etwa armen und wasserreichen Gebieten geschaffen schlechtern Wohlfahrt und Glück sichern will, hatte in der Anzeigepflicht bei Vorkommen von Bo- würde. Selbstverständlich gehört ein ganz großbis vor wenigen Jahren überhaupt keinen Ein- benschädlingen wie der Reblaus, und die Vorzügiger Plan dazu, doch fehlt es nicht an der fluß auf die Bewirtschaftung und Gewinnung der schrift der Kleeseidevernichtung. Sonst nichts, gar technischen Wissenschaft. Sie ist heute so weit, Rohstoffe. Auch in der Gegenwart ist das Mit- nichts. Und doch ist die Aderkrume, die Erdscholle, daß sie dieses gigantische Wert in Angriff nehmen Rinderimport. Wie man weiß, ist Frankreich bestimmungsrecht der Arbeiterklasse in dieser, die die Mutter alles Lebens. Sie soll uns und allen kann. Es darf aber nicht behindert werden durch schon längst infolge der sinkenden Geburtenzahl von ganze Menschheit bis in die fernste Zukunft be- unseren Nachfolgern auf der Erde Nahrung geben. planlose kapitalistische Gewinnsucht und SpekuEntbölkerung bedroht. Noch nie zuvor hat aber eine rührenden Frage noch recht problematisch und Sie dürfte nicht zum Spekulationsobjekt der beu- lation. Nur so wird dem Raubbau der kapitaliBolts zählung so beunruhigende Ziffern aufgewiesen, feineswegs entscheidend, genau so wenig wie das tegierigen kapitaliſtiſchen Wirtschaft werden, wir stischen Wirtschaft an den Naturschätzen ein Ende, wie die vom Jahre 1921, deren Ergebnisse soeben der Wissenschaft. Man verübelte es den Männern müßten sie hüten und warten und pflegen wie bereitet werden können. K. F. veröffentlicht worden sind und eine Gesamtbevölke- der Arbeit sogar, wenn sie in dieser Frage ihre ein Heiligtum, damit sie nicht kommende Geschlechrung von nur 29,2 Millionen Seelen zeigen. Die weinung äußerten und verdhuch vie en ter mit Sunger bestrafe für den Raubbau, den Bolkszählung zeigt weiter, daß in Frankreich die Ge- wohl: Was versteht Ihr denn von diesen Din die jetzige Menschheit an ihr begeht. Man kann burten die Sterbefälle nur um 140.000 jährlich über- gen? vir sind die Besser und lönnen tun und nicht leugnen, daß die Agrikulturwissenschaft in steigen, gegenüber 500.000 in England und 800.000 lassen was wir wollen, seid froh wenn wir Euch den lezten Jahrzehnten ungeheuere Fortschritte in Deutschland. Noch schlimmer ist aber, daß bei wet- Arbeit geben..." Gewiß hätten die Staatsver- erzielt hat, daß in den Schulen, Musteranstalten terem Sinken der Geburtenziffer in dem seit dem waltungen die Pflicht gehabt, über die Natur- und auf den Versuchsfeldern erfolgreich aufgezeigt Striege beobachteten Ausmaß schon im Jahre 1925 schaße zu wachen, und jede versch.enderung oder wird, wie der Ackerboden zu behandeln ist, wenn die Zahl der Todesfälle die der Geburten um meh- Bernichtung zu verhüten. Aber die Staatsverwal- man große Erträgnisse haben will, ohne ihn zu rere Hunderttausend übersteigen wird, was die Ge- tungen standen und stehen noch so sehr unter dem ruinieren. In der Praxis aber wird diese Erkennt fahr des Aussterbens der Nation in bedrohlichste herrschenden Einfluß des Kapitalismus, daß sie nis nicht angewendet, das beweist die DegeneNähe rückt. Auch die eifrigste Propaganda zur Ber- sich gegen ihn nicht aufzulehnen getrauten, oder ration vieler Feldfrüchte in vielen Gegenden, wie mehrung der Kinderzahl, die die Franzosen betrieben aus seinem Raubbau fogar Augenblidsnuyen 30- zum Beispiel die der Kartoffel und auch der Körhaben, hat nichts genügt, und nun plant man, Stin. gen. Es war ja auch, uno ist n ch gente, die ideo- nerfrüchte. Die alte längst überholte Dreifelderder, hauptsächlich Knaben, aus anderen Ländern zu logie des Staatsbürokratismus eine fapitalistische, wirtschaft war noch besser als die heutige Raubimportieren", um dem Lande neues Blut zuzufüh- und fand sich wirklich ab und zu ein Mensch, der wirtschaft, sie gönnte dem Boden, den sie mangelren, dann aber, um der Entvölkerung Einhalt zu tun. Die unermeßlichen Schäden der Raubwirtschaft er haft düngte, wenigstens alle paar Jahre einmal Schon in den letzten Jahren sind aus den notleiden- fannte, dann wurde er schnell zum Schweigen ge- Ruhe. Der einzige Erfolg, der bisher erzielt wurde, den östlichen Ländern zahlreiche kleine Kinder, von zwungen, und es bürgerte sich immer mehr das ist der, daß der Landwirt den Bedarf an Kunstbenen die meisten kaum über zwei Jahre alt waren, System nach uns die Sintflut" ein. Schließlich düngemitteln nicht mehr wahllos beim Händler übernommen worden, aber bisher nur aus Wohltätig waren ja doch die Kapitalisten so log man bedt, sondern bei seiner Berufsgenossenschaft, feitsgründen, um diese Kinder vom Hungertod zu er damals und ligt man heute noch die Steuer- welche die Qualität der Düngemittel doch einiger retten. Erst neulich wurden tausend polnische Kinzahler und diesen wagte teine Regierung und feine maßen überwachen kann, aber es müßten doch der auf die französischen Landorte verteilt. Gegen Staatsbürokratie energisch auf die Finger zu flop zuerst auch die Böden auf ihren Bedarf und ihre wärtig warten in Stonstantinopel zweitausend fleine Eignung untersucht werden und das geschieht fast Russen darauf, nach Frankreich verpflanzt zu werden. nirgends. Es müßte für eine wirkliche RegeneraDagegen haben jest aber unerwarteterweise die orthotion des Acerbodens ständig gesorgt werden und dogen Priester Einspruch erhoben, mit der Begrünhundertausendfach würde er der Menschheit die bung, Frankreich betenne sich nicht zur griechisch- kathoMühe und die Investitionen vergelten. Den lischen Lehre. Aber auch im Lande selbst melden sich Man denke aber an Amerita, wo dieser Schuß leinwirten und Häuslern müßte man helfen Gegner gegen den Stinderimport" im großen. Man nicht besteht und wo Waldflächen mehrfach so durch Beistellung richtiger Düngemittel, Qualibefürchtet, durch den fremden Einschlag einen 3u groß wie ganz Europa, mit Holzwerten von gigan- tätssamen, und Maschinen, damit auch sie den wachs, ber die Rasse ungünstig beeinflußt. Die Anfischer unermeßlichkeit, einfach niedergebrannt Boden sorgfältig betreuen fönnen. Ein großzügihänger der Idec, die etwa eine Million Seinder nad) wurden, um für Farmen oder Städte Platz zu ges Netz von Entwässerungs- und BewässerungsFrankreich verpflanzen möchten, betonen dagegen, die machen. Was dort an Holz durch Jahrtausende die anlagen, eine wirkliche Melioration müßte gefranzösische Kultur sei im Laufe der Jahrhunderte Natur geschaffen, es ging verloren ohne Nußen schaffen werden, die beim kleinen Drainagerohr Einflüssen und Strömungen der verschiedensten Ari für die Menschheit, und von größtem Teil der beginnt und in der Talsperre oder Wasserstraße unterworfen gewesen, ohne daß dadurch der typischen ehemaligen herrlichen Waldgebiete ist auch heute endet. Man müßte endlich an eine ernste Rom Ein neues Goldland. Ein Strom von Gold. suchern, dessen Flut an die Tage des kalifornischen Goldfiebers erinnert, ergießt sich zurzeit in den Abor Creel- Bezirk von Britisch- Columbien. Hunderte von Abenteuerern hatten in diesem Frühjahr auf die Schneeschmelze gewartet, um mit ihren Schürfungen zu beginnen. Die Arbeitssaison ist hier günstiger als in den bisher überschwemmten Yukon- Bezirk, ba man hier während der Sommermonate ununterbrochen arbeiten tann. Der fleine Ort Williams- Late, ber vor ben Goldfunden ein weltverlorenes Dorf war, ist in drei Monaten zu einer Stadt herangewachsen und hat seine Einwohnerschaft verdoppelt. Die Häuser schießen wie Pilze aus der Erde; denn es vergeht kein Tag, an dem nicht jeder Zug Scharen von Golbsuchern Tag, an dem nicht jeder Zug Scharen von Goldfuchern heranbringt. fen, selbst wenn der Raubbau noch so maß- und ziellos betrieben wurde. Manche Regierung wagte wohl einer Anlauf. So entstand zum Beispiel das Forstschutzgeset, als die Ausplünderung der Wälder schon faiajtrophale Formen annahm. Ausschneiden und einsenden! Abonnements- Bestellschein. Abonniere ab. ..192........ monatlich 16 Kč vierteljährlich 48 Kč halbjährlich 96 Kč ganzjährlich 192 Kč( nicht Zutreffendes durchstreichen) das in Prag täglich erscheinende Zentral- Organ der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschecho- slowakischen Republik ,, Sozialdemokrat" Verwaltung: Prag II., Havlíčkovo nám, 32. Deutlich schreiben! Vor- und Zuname Beruf Ort, Bezirk. Straße und Nr. " Dem Sozialdemokrat einen neuen Abonnenten werben. bedeutet dem Salan bürgerliche Brele eine Seele entreifen und dem Sozialismus eine Seele gewinnen. !! Werbet!! 13. August 1922. hat der Bundeskanzler Dr. Seipel den Finanz-[ menschlüssen in der französischen Schwerindustrie| 1921 in Prag statt und endete mit 2-2 unentschieden. minister telegraphisch von seinem Urlaube zurück ist It. Industrie- und Handelszeitung" neuer Der FTC, Budapest spielt, Seitungsmeldungen berufen, um grundlegende Aenderungen in der dings ein weiteres Ausfuhrkontor getreten, das in zufolge, heute in Brünn gegen die Moravska Slavla. Devisenwirtschaft und Erleichterungen für den le- Paris, unter der Firma„ Comptoir de la Boulon- Die Wiener Amateure erlitten am Mittwoch gitimen Bedarf zu beschließen. Die Erfahrung nerie de Chemin de fer" gegründet worden ist. Es in Helsingborg eine empfindliche Niederlage; fie un. hat jedenfalls gezeigt, daß die Zwangswirtschaft vereinigt die bedeutensten Fabriken für Eisenbahn- terlagen dem Selfingborg FE. mit 1-5( 0-1). Nad) vollkommen versagt hat. Diese Erklärung des schwellen- Schrauben, Schienennägel, Laschenbolzen diesem letzten Spiel ihrer nordländischen Reise trafen Ministers paßt vortrefflich in das bürgerliche und Stehbolzen, deren Abfah im Ausland es zen die Amateure gestern in Wien ein. In Presburg Glaubensbekenntnis von der Zwecklofigkeit und tralisiert. Die Gesellschaft erstreckt ihre Verkaufs- spielt heute AFR. Pardubice gegen den 1. CSR. Br. Schädlichkeit aller wirtschaftlichen Zwangsmaß- tätigkeit nicht auf Schrauben und Bolzen von ive- tislava, da TTC. Budapest abgesagt hat. Am 15. nahmen. In Wahrheit besagt sie aber nur, daß niger als 15 millimeter Durchmesser und Schie Auguft spielt Bratislava gegen UTE. Budapest. Sk. die Profitgier jedem Gesetz gegenüber Mittel und nennägel von weniger als 121 Millimeter Breite Bardubice ist vorgestern nach Luxemburg und Wege findet, es zu umgehen, und daß nicht die bzw. Durchmesser. Belgien abgereift. Die Wiener Crideter spic. Absicht des Gefeßes, sondern die kapitalistischen len heute in Brünn mit dem Brünner Sportklub. Geschäftsmethoden schlecht und innerlich faul sind. Basas Budapest spielen Dienstag in Brünn geg. Matlabi und Moravska Slavia. Der Florids. dorfer AC., Wien, siegte in Berlin gegen Wader ( Tegel) mit 3-0. Kurse der Baluten. Getreidewucher in Südslawien. In den letzten Tagen ist der Getreidepreis im stetigen Steigen be Züricher Kurse. Berlin 0.65%, Wien 0.01, Prag griffen. Da die Gefahr einer neuerlichen empfind- 18.57%, Holland 204.25, New York 5.25%, Budapest lichen Verteuerung der Leber smittel besteht, wird 0.39, Agram 1.57%, Warschau 0.07%, Wien geft. in einzelnen Blättern die Erlassung eines Ge- 0.01, London 23.45, Paris 43.12, Wailand 24.122. Boltswirtschaft und Sozialpolitit. treibe- usfuhrverbotes gefordert, zumal, Der Index der Kleinhandelspreise im Juni. da die Preissteigerung nicht auf Getreidemangel, sondern ausschließlich auf die rücksichtslose Spekulation der Zwischenhändler zurückzuführen sei. Kunst und Wissen. Schweizerische Motor- Prüfungsfahrt. Bei der internationalen sechsten Prüfungsfahrt der Motorräder, die vom 3. bis 6. August stattfand, siegte die Schweizer Mannschaft vor der englischen und der schwedischen, womit der Wanderbecher der Schweiz verbleibt. Die große goldene Medaille für das Marimum an Punkten erhielten Dinken, Cordor Davison, Bevis Williams. Worand, Condor Rothenbach und Sarley Davidson. Flugzeugwefen. Das englische Luftderby. Der Beginn der Hauptmann- Festspiele in Die ungarischen Gewerkschaften gegen die Die Kleinhandelspreise im Juni verzeichnen in der Gruppe I( Lebensmittel, Brennmaterial Schutzölle. Der ungarische Gewerkschaftsbund, Breslau. Die vom 11 bis 20. August stattfinden und Seife), abermals eine Steigerung gegen den dem sämtliche freien Gewerkschaften angeschlossen den Gerhart Hauptmann- Festspiele, die von der Monat Mai. Der tiefste Stand war hier im Monat find, hat gegen das immer mehr erstartende Hoch- Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger zu März erreicht, wo der Inder 1414 betrug. Seitdem schutzollsystem in Ungarn Protest erhoben. In Ehren des 60. Geburtstages Gerhart Hauptmanns Am 8. d. fand über dem Flugfelde von Croydon steigt er unterbrochen. I'm April belief er sich auf der Resolution der Gewerschaftszentrale heißt es: veranstaltet werden, nahmen mit einer sehr Lei- bas englische Luftberby statt. Die zurüdzulegenbe steigt er unterbrochen. Im April belief er sich auf Eine Industriepolitit, welche die Stonkurrenz- fällig aufgerommenen Aufführung von Haupt- Flugstrede betrug 200 Meilen( 320 Kilometer), und 1415, im Mai und im Juni auf 1473. Die Steigerung vom Mai bis Juni ist besonders fähigkeit der Industrie auf eine Weise zu sichern manns Florian Geyer" ihren Anfang. Die Jahr war führte die Route von Croydon über Brooklands, schwerwiegend, da die Indexziffern im ganzen wünscht, daß sie die Einfuhr der lebensnotwen hunderthalle bot mit ihren ca. 10.000 Zuschauern Hendon, Heartford und Epping nach dem Flugplatze Jahr 1922 noch nie so hoch waren, wie im Juni Jahr 1922 noch nie so hoch waren, wie im Juni. digen Bedarfsartikel durch hohe Zölle und Ein- ein eindrucksvolles Bild. Gerhart Hauptmann be- zurück. Das Luftderby war das fiebente feiner Art; Troydem die tschechische Krone ununterbrochen fuhrverbote hindert, dient nicht der Entwicklung fand sich mit seiner Familie unter den Anwesen- bas erste fanb 1912 statt, und wurde von den Engsteigt, haben wir es hier mit einer neuen Teue- der Industrie, sondern: 1. fördert die Teuerung, den. Eugen Klöpfer bot in der Titelrolle eine mei- länder Sopwith gewonnen. In den früheren Jahren rungswelle zu tun. In der Gruppe II da fie ben gegen die Teuerung wirkenden Einfluß sterhafte Leistung. Nach den Attschlüffen wurde war Start und Ziel des Fluges in London gewesen. ( Stoffe, Schuhe und Hüte), ist der Inder der der ausländischen Konkurrenz ausschaltet, 2. zer- vor allem Klöpfer durch großen Beifall ausge- Der Breis für das Zuftderby ist vom Königlich EngKleinhandelspreise abermals etwas gesunken und stört die Lebensgrundlagen, da die Handarbeiter zeichnet. Am Schlusse der Aufführung erschollen lischen Aero- Club gestiftet, besteht aus einer Trophäe avar von Mai bis Juni von 1791 auf 1736. Es infolge der Teuerung ihren Verbrauch einschnü- laute Rufe nach Gerhart Hauptmann, der faiteß- und einem Barpreis von 300 Pfund. Die Bedingun wird Aufgabe der lommenden Barlamentstagung ren müssen und der verminderte Warenumfazz lich zwischen dem Regisseur Sarl Seinz Martin gen des Fluges waren recht ungünstige, da ein starker fein, Mittel und Wege zu finden, um der neuen eine weitere Teuerung bewirken muß. 3. Diese und dem Schauspieler Klöpfer auf dem Bodium südwestlicher Wind mit Quftwirbeln blies. Den Sieg Handelspolitik erhöht nur den Unternehmerprofit, erschien und den Dank des begeisterten Publikums Teuerungswelle Einhalt zu gebieten. da Industrie, Handel und Landwirtschaft die zu wiederholten Malen entgegennahm. Breise mangels ausländischer Konkurrenz nach ihrem Gutdünken festseßen. 4. Die Hochschutzzoll= politik wird der ungarischen Industrie und dem. Handel das Grab schaufeln, da sie nicht nur die Kauffraft der Bevölkerung, sondern zuguterlebt auch die Industrie und den Handel felbst, die ohne faufträftigen Verbrauch nicht lebensfähig sind, zerstören wird. Dies wird die Zunahme der Arbeitslosigkeit und Auswanderung zur Folge haben. Die Přibramer Bergwerke befinden sich direkt vor dem Einstellen. Die Verwaltung der Betriebe gebentt nicht weniger als 5000 Arbeiter zu entlaffen. Die Stadt Pribram ist seit langem bestrebt, eine Ersatzindustrie zu schaffen, welche der Bevölkerung Brot und Arbeit geben fönnte. Es wird hier insbesondere an die eisenverarbeitende Kleinindustrie gedacht. Aus der Partei. Lokalorganisation Weinberge, Nusie, Vršovice. Donnerstag, den 17. August, abend 8 Uhr Bersammlung in der Stonopischter Bierhalle", Weinberge, Rubešova 7. Turnen und Sport. Fußball. Heutige Bettspiele in Prag. errang J. S. James, der als letzter in dem Rennen startete. Auch im vorjährigen Derby siegte James, und zwar gleichfalls auf einem Mars mit 450 PS.. Napier Lion- Motor. Seine Zeit für die 200 Meilen betrug 1 Stunde 6 Minuten 48% Sekunden. Er erreichte also die ganz außerordentliche Geschwindigkeit von über 300 kilometern pro Stunde. Mitteilungen aus dem Bublifum. Für den Inhalt dieser Rubrik übernimmt die Rebaktion heine Verantwortung.) Solide Optik. Ausführung ärztl. Rezepte M. DEUTSCH Optiker n. Mechaniker, Prag I., Graben 25 ( Kleiner Bazar). Keine Verbilligung von Spiritus. Die Spiritustommission teilt amtlich mit, daß die Preise borläufig nicht heruntergesetzt werden. Die Spiri Arbeitsgemeinschaft im deutschen Zigarettentustommiffion gedenkt nicht, dem Finanzmini- Großgewerbe. Unter dem Namen Reichsarbeitsfterium einen Antrag auf Herabsetzung der Preise mit dem Sitz in Berlin ein Verband gegründet, Meisterschaft 1. Klasse: CAFK. geg. Sparta Kladno, gemeinschaft des Zigarettengewerbes E. V. wurde zu unterbreiten, trotzdem in der ganzen Welt die Spirituspreise heruntergehen. Wahrscheinlich denkt der sich zusammensetzt aus Mitglieder des Bigaret- Bršovice geg. Sparta Stošiře. Freundschaftsspiele: die Spiritustommiffion, daß die Tschechosomatei, tenkartells, der Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Slavia geg. Meteor VIII, Bittoria Zizfow geg. Radgen. was die Preise betrifft, an der Spize marschieren Spezialhandels mit Tabalware sowie des Zentral- licly, Union Ziztow geg. Slavoj VIII. Jn to.d. muß. Daß es den Agrariern und Bantleuten, die verbandes Deutscher Großhändler der Tabakholm findet heute das Länderspiel Tschecho- Serausgeber: Dr. Ludwig E& sch und Karl C e r m a h. branche. flowakei gegen Schweden statt. Es wird von einem in der Spirituszentrale figen, nicht im Traume einfällt, die Spirituspreise zu erniedrigen, wundert Exportzusammenschluß in der franzöfifchen dänischen Schiedsrichter geleitet werden. Das erste uns nicht. Verwunderlich ist, daß der Kommunist Schwerindustrie. Zu den bisherigen Exportzusam-' Treffen der beiden Länder fand am 13. November Sajs, der Vorsitzende des tschechischen chemischen Verbandes die Politik der Preistreiber widerspruchslos mitmacht. Ein Borstoß gegen die Zwangswirtschaft. Die bürgerlichen Blätter bruden mit großem Behaben Vorarbeiter 1010 Gummi- Regenmäntel für den Ofenbetrieb einer Tempergießerei gesucht, die Prager Presse" z. B. unter der Kenntnis beider Landessprachen erwünscht. OfferUeberschrift: Vollkommenes Versagen der Wie- Tätigkeit unter Chiffre:" Tempergießerei 1000" an ten mit Lohnansprüchen und Angabe der bisherigen ner Devisen- Ordnung" folgenden Wiener die Verwaltung dieses Blattes. Drahtbericht ab: Gestern intervenierte eine Deputation der Gremiums der Wiener Kaufmannschaft beim Verkehrsminister Odehnal, dem jetzt die Vertretung des Handelsministers obliegt, in der Angelegenheit der neuen Devisenordnung, mit welcher der freie Devisenhandel verboten von 180.- aufwärts faufen fie beftens beim Er. ist. Bei dieser Gelegenheit erklärte Minister Berlangen Sie mit Starte unverbindl, bemust. Anbot geuger Eng. 3. Mewald, Baulsdorf bei Reichenberg. Odehnal, daß die Regierung bei der Verfügung der Zwangsbewirtschaftung beabsichtigt hat, die Devisenverwendung für Kapitalsanlagen und Vermögensverschiebungen zu unterbinden und diese Devisen dem legitimen Verbrauche, d. i. dem Handel und der Industrie, zuzuführen. Es hat fich jedoch gezeigt, daß die Situation von San- Marke Morris Supreme del und Industrie sich durch die Devisenbewirtschaftung wesentlich verschlechtert und es sei der Regierung befannt, daß im Schleichhandel mehr Morris Packing Company. 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