Nr. 197. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrirter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Bettungss Preisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn a Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Kolonels geile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Berliner Lohnstatistik. Das Statistische Amt der Stadt Berlin hat früher jahrelang Iohnstatistische Ermittelungen angestellt und die Ergebnisse zum theil in besonderen Heften veröffentlicht. Der ausführliche und sorgfältig gearbeitete Bericht über die Erhebung des Jahres 1891 war jedoch Ser lettere in dieser Reihe. Man gab vorläufig weitere Erhebungen über diesen Gegenstand auf, weil man hoffte, die Berufsgenossenschaften tönnten und würden mit dem bei ihnen zusammenströmenden reichen lohnstatistischen Material besseres leisten. Aber die Hoffnung schlug fehl. Die Berufsgenossenschaften haben sich, von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, nicht veranlaßt gefunden, ihr Material der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Und so hat sich denn das Statistische Amt aufs neue zur Kultivírung der Lohnstatistik bequemen müssen, um diesen wichtigen Zweig der Sozialpolitik nicht ganz berdorren zu lassen. Soeben sind erschienen die Ermittelungen über die Lohnverhältnisse in Berlin tm Sep= tember 1897", eingezogen durch die Gewerbedeputation des Magistrats, bearbeitet und herausgegeben vom Statistischen Amt der Stadt Berlin. An den früheren lohnstatistischen Ermittelungen des Berliner Statistischen Amtes war von allen sachverständigen Beurtheilern gerügt worden, daß nur im geringen Maße nach den thatsächlich gezahlten Löhnen geforscht worden, daß den Angaben im wesentlichen die Mittheilungen von„ Gutachtern", wie Innungen, Orts- Krantentassen, Hirsch- Dunder'schen Gewerkvereinen und anderen Arbeitervereinen zu grunde gelegt waren. Diese Kritik hat jedoch nichts genutzt. Denn im neuesten Bericht wird mitgetheilt, daß man diesmal überhaupt davon abgesehen hat, die direkt Betheiligten zu fragen, sondern daß man sich auf eine Enquete, das heißt auf gut achtliche Aeußerungen von Vereinen, Kassen und Innungen" über die in den einzelnen Branchen übliche Lohnhöhe beschränkt hat. " Mittwoch, den 24. August 1898. Friseure, Zimmerer, Ansezer auf Bauten, Glaser, Dachdecker, Ofensezer, Steinfeger, Druckerei- Hilfsarbeiter, Kopirer bei Photographen, Kartonarbeiter, Gerber, Färber, Sattler( MaschinenIndustrie), Gummi- Arbeiter( chirurg. Instrumente), Holzfraiser, Tischler( Musikinstrumenten- und Maschinen- Industrie), PianoforteArbeiter, Drechsler, Böttcher, Vergolder, Bäcker, Schlächter, Mälzer, Holz, Gips-, Elfenbein- Bildhauer, Bildhauer, Modelleure, Straßenreinigungs- Arbeiter und Stalleute. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. tierer, Buchbinder, Tapezirer, Holzbildhauer, Korbmacher, Bürstenmacher, Möbelpolirer, Konditoren in Fabriken, Müßenmacher, Handschuh, Hosenträger- Näherin, Zimmerer, Anstreicher, Graveure, Kellner, Köche 2c. Ueber 120 Tage( also mehr als vier Monat) Arbeitslosigkeit werden verzeichnet für Landschaftsgärtner( 125 Tage), Kastenmacher( 150), Rademacher( 150), Plüschund Stoffmacher( 150), Webergesellen( 9 Monate!) Rundstuhlarbeiter( 150), Strickmaschinenarbeiter( 150), Raschelarbeiter( 200), Korbmacher auf Möbel( 140), Handwerker in Brauereien, wie Zimmerer, Schlosser, Sattler( 145), Maßschneider 2c.( 150-180), Kürschner, Pelzarbeiter( 129), Dachdeckerarbeiter( 165), Maurer( 140), Zimmerer( 140). Jahreslöhne von 750 M. bis noch nicht 1000 m. erhielten: ältere Gärtner und Gehilfen im Blumengeschäft, zweiter Blumenbinder, Goldarbeiter, Silberarbeiter, Galvaniseure, Gürtler, Metalldrücker, Stockarbeiter, Uhrmacher, Stellmacher, Zahntechniker, Tabalarbeiter, Kürschner, Zuschneider, Maler, Anstreicher, Vergolder, Lacirer, Steinschläger und Steinrammer, Bauarbeiter, Biseleure, Graveure, Weber in Fabriken, Posamentirer, Ordensband- Weber, Buchbinder, Lederarbeiter, Sattler, Tapezirer, Kehlmaschinen- Ar- theil völlig ungenügendes Einkommen bezieht. Hiervon sind auch beiter, Möbel- und Bautischler, Konditorgehilfen, Käse- Arbeiter, Flaschenspüler, Bierfahrer, Arbeitsfuhrwerts- Stutscher, Bootsleute, Lohnkellner, Hofarbeiter, Laternenanzünder und ungelernte Arbeiter ohne nähere Bezeichnung( 849). Einen Jahres- Arbeitsverdienst von 500 bis noch nicht 750 M. hatten nach den eingegangenen Mittheilungen: jüngere Gärtner und Topfpflanzen Gärtner, Bauschlosser, Balancier Arbeiter, Müzenmacher, Handschuhmacher, Handschuhmacher, Schuhmacher, Dachdeckerei Arbeiter, Strickmaschinen- Arbeiter, Plüschmacher, Färber, Textilindustrie), Goldwaaren- Handstuhlweber, Kreissägenschneider, Hobler, Möbelpolirer, Bürstenmacher, Korbmacher, Hausdiener und Backer. Jahresarbeitsverdienst unter 500 M.: Schneidergesellen( 481), Weber( 393), Tuchmacher( 363), Rundstuhlweber( 319). Hier fallen niedriger Lohn und kurze Arbeitsdauer zusammen. Die hier dokumentirte, zum theil erschreckend große Arbeitslosigkeit in der Berliner Arbeiterivelt macht es erklärlich, warum die Mehrzahl der Berliner Arbeiter nur ein so sehr bescheidenes, zum die Arbeiter solcher Gewerbe nicht ausgeschlossen, in denen relativ hohe Wochenlöhne gezahlt werden. Die Zeit der Arbeitslosigkeit, in der nichts verdient wird, ist so groß, daß das Jahres einkommen sich auch bei ihnen auf tiefer Stufe hält. Bedenkt man bei alledem noch, daß es sich hier um eine Erhebung vom September des Jahres 1897 handelt, also in eine Zeit fällt, in der verhältnißmäßig sehr günstige geschäftliche Konjunkturen herrschten, so wird man zugeben müssen, daß die allgemeine Lage der Berliner Arbeiter selbst nach dieser Statistik, in der jedenfalls viele Angaben rosig gefärbt sind, doch als eine recht ungünstige und ungenügende erscheint. Politische Uebersicht. Berlin, den 23. August. Beim weiblichen Geschlecht verdienten über 1000 m. jährlich nur die Blumen- und Kranzbinderinnen( 1043), dann folgen die Landwirthe gegen Zuckerindustrielle. Der Zentralvorstand Punktirerinnen in Druckereien( 832), die Ladenmädchen in der des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen verlangt ein Nahrungsmittel- Industrie( 806, die Anlegerinnen in Druckereien( 780), onig gesetz, das, ähnlich wie das Margarinegesetz die Butters Honiggesey, Retoucheusen, Kopiererinnen, Empfangsdamen bei Photographen furrogate, die Naturhonig- Ersatzmittel zurückdrängen soll. Seit 1895 ( 780), Friseurinnen( 702), Knopflochmaschinen- Arbeiterinnen( 400), ist unser Honigzoll von 20 auf 36 Mart erhöht; die EinfuhrHutgarniererinnen( 700), Blätterinnen, Wäschestemplerinnen, Hut- erschwerung soll findige Fabrikanten, einen sogar in der Lüneburger Unter 500 m. verdienen Vernicklerinnen u. f. tv.( 473), Spule- Haide, zur Herstellung von allerhand verdächtigen Honigen, Haiderinnen, Strickmaschinen- Arbeiterinnen u. f. w., Posamentiererinnen für die Imker schlimmer sei wie die des Auslandes. honigen oder Haideseimhonigen" angespornt haben, deren Konkurrenz ( 338 bis 462), Gummiarbeiterinnen( 450), Schneiderinnen( 250), für die Imker schlimmer sei wie die des Auslandes. Bezeichnend ist nun, daß gerade die Zuckerindustrie in der MischWäsche Näherinnen( 486), Knopfloch- Handarbeiterinnen( 354), ut honigfabrikation eines der Wiittel fieht, um den Zuckerkonsum zu stepperinnen( 456), Müzenarbeiterinnen( 476), Handschuh-, Hosen heben. In dem Bericht über die letzte Generalversammlung des träger- Arbeiterinnen( 354), Bogenfängerinnen in Druckereien( 442) großen Zuckervereins heißt es z. B.: und ungelernte Arbeiterinnen aller Art( 467). arbeiterinnen u. s. w. Warum man diese Beschränkung für nöthig gehalten hat, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit; nicht minder schweigt fie auch darüber, welche Vereine, Kassen und Innungen die dem Bericht zu grunde liegenden Gutachten über die Lohnhöhe geliefert haben. Der Frage nach dem Warum? scheint Dr. Hirschberg, der Leiter des Charlottenburger Statistischen Amts, auf die Spur helfen zu wollen, indem er in der„ Soz. Praris" u. a. schreibt: Die Einkommenstatistit, als deren Zweig die Lohnstatistit zu charakterisiren ist, sezt ein im allgemeinen unangenehm empfundenes Eindringen in die Privatverhältnisse voraus, welches man höchstens der Steuerbehörde und auch dieser nur gezwungen gestattet. Das mag ja für die„ oberen Zehntausend" gewiß zutreffen. Für die Arbeiter- Wir sagten oben, daß man sich nicht nur skeptisch verhalten bevölkerung aber möchten wir bestreiten, daß sie wenn man Er- müsse zu den von den Innungen 2c. mitgetheilten Wochenlohnsäßen, hebungen über die Lohnhöhe nicht zu Besteuerungszwecken, sondern sondern in noch höherem Grade zu der vom Statistischen Amit vorzur Gewinnung einer Lohnstatistit machte- irgendwie mit wahrheits- genommenen Berechnung der Jahres- Arbeitsverdienste. Und dies gemäßen Mittheilungen hinter dem Berge halten würde. Bolles aus dem Grunde, weil es absolut unerfindlich ist, wie man zu Entgegenkommen und gute Resultate würde man besonders diesen Zahlen gekommen ist. Nur zwei Beispiele. Die erste in dann erhalten, wenn man sich an die Gewerkschaften und den Tabellen aufgeführte Arbeiterkategorie sind Landschaftsgärtnersonstige Arbeitervereine wendete, um diesen die Vertheilung Gehilfen. Es wird mitgetheilt, daß der Wochenverdienst der Fragebogen und die Aufklärung der zu Befragenden über den 18 bis 21 m. beträgt und daß an 240 Tagen im Jahre Arbeit und Zweck der Statistik zu übertragen. Verdienst vorhanden zu sein, während an 125 Tagen Verdienst zu Daß auch ganz unparteiische Leute die gleiche Ansicht vertreten, fehlen pflege. Daraus würde sich für uns die Rechnung ergeben, geht z. B. aus einer 1894 erschienenen Arbeit des Dr. Karl Thieß hervor, daß an 341/2 Woche Arbeit vorhanden ist, was( multiplizirt mit 21) die sich mit der Berliner Lohnstatistik beschäftigt und in der er einen Höchstverdienst von jährlich 724 m. 50 Pf. und( multiplizirt über die Erhebungen des Statistischen Amtes und der Gewerbe- mit 18) einen Mindestverdienst von 621 M. ausmachen würde. Das deputation des Berliner Magistrats heißt:" Die Befragung der Ar- Statistische Amt berechnet jedoch-- wie, das ist sein Privatbeiter ist unterblieben, weil man die technischen Schwierigkeiten geheimmiß einen höchsten und niedrigsten Jahresfiir Eine dritte aussichtsvolle Verwendungsart( neben der Invertzucker, Jam- und Marmeladenproduktion) ist die Misch honig= fabrikation. Unsere deutschen Honige sind so start aromatisch, daß sie zum theil garnicht, zum theil nur in sehr fleinen Mengen direkt genießbar sind. Auch enthalten sie so viel Beimengungen an Pollen oder fermentartigen Stoffen 2c., daß bedenkliche Verdauungsstörungen, ja Vergiftungserscheinungen eintreten können, und daß sie nur wenige Monate haltbar sind. Eine Adjustirung durch Jnvertzuckersyrup könnte sie in ein haltbares, wohlschmeden des, bekömmliches und appetitliches Nahrungsmittel umwandeln, das auch den unteren Schichten der Bevölkerung zugänglich sein würde. Einer unserer größten Imker, Herr Winkelmann, der Besizer der Norddeutschen Honig und Wachswerte in Visselhövede( sollte das das Schreckensfind aus der Lüneburger Haide sein? D. Red.), verarbeitet den Honig zum theil auf Naturhonig, zum theil auf Mischhonig.... Dieser Honig ist im Einzelhandel für 50 Pf. zu haben und Herr Winkelmann ist der Meinung, daß für diesen Verwendungszweck etwa eine Million Zentner Buder unterzubringen wären. Nun tommen die querköpfigen rheinpreußischen Landwirthe und verlangen für den Imker als recht, was für den Butterproduzenten Wohlthäter der Menschheit sehen wie in Herrn Mohr vielbefehdeten billig war. Sie wollen in Herrn Winkelmann ebensowenig einen Wohlthäter der Menschheit sehen wie in Herrn Mohr vielbefehdeten Angedenkens und ebensowenig wie früher wollen sie heute glauben, daß das Surrogat eigentlich das Gefündere sei eine Behauptung, welche die Zuckerindustriellen ebenfalls Herrn Mohr abgeguckt haben. Arme„ Deutsche Tages- Zeitung", wie wird Dir zwischen diesen beiden Heubündeln?" zu hoch und die Brauchbarkeit der zu erwartenden Angaben zu Arbeitsverdienst von 780 und 630 M., und giebt die zwischen in niedrig anschlug. Obschon anzunehmen ist, daß gerade von den ge- beiden der Mitte liegende Zahl Zahl mit 705 M. als werkschaftlich und politisch geschulten Berliner Arbeitern die Angaben durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienst an. Dann noch mindestens so reichlich und brauchbbar eingegangen sein würden, ein Beispiel, das zu geben wir veranlaßt werden, weil die in betracht wie seitens der Unternehmer, zumal, wenn man sich hätte ent- tommende Arbeiterschicht die Steinmetzen sich in ihrer Verschließen können, Vertrauensmänner der Arbeiter an der Leitung der fammlung vom 17. August über die Höhe des ihnen vom Stat. Amt Erhebungen zu betheiligen." Wenn man dann gleichzeitig große angedichteten Jahreseinkommens beschwert hat. Von den Steinund fleine Unternehmer über die von ihnen bezahlten Löhne befragt megen wird in den Tabellen mitgetheilt: Wochenlohn 33,15 M., hätte, so würde man hierin ja die wünschenswerthe Kontrolle der von den Fehlen von Arbeit 71/2 Wochen im Jahr. Das ergiebt 442 Wochen Arbeitern gelieferten Zahlen gehabt haben. Arbeit und also einen Jahres- Arbeitsverdienst von 1475 M. Das Stat. Genug, man hat auf die Gewinnung einer zuverlässigen Statistit Amt„ berechnet" jedoch 1625 M. Jahres- Durchschnittsverdienst. Eine verzichtet und sich mit den Gutachten der Vereine, Kaffen und nähere Mittheilung über die diesen Berechnungen zu grunde liegende Innungen" begnügt. Und zwar hat man die Innungen gefragt, zweifellos sehr interessante Methode wäre doch recht wünschenswerth. trotzdem in dem 1892 er Bericht über die Lohnverhältnisse in Berlin Es scheint demnach, daß die mitgetheilten Lohnsäze sammt und der Zweifel des Statistischen Amts an der wirklichen Zuverlässigkeit sonders bei weitem höher ausgefallen sind, als es der Wirklichkeit Der Verein deutscher Fahrradfabrikanten verlangt vom der von den Innungen gelieferten Zahlen ausgedrückt worden war. entspricht. Wenn trotzdem so erbärmliche Löhne, die bis auf weit Bundesrath abermals eine Erhöhung des Bolles auf ameritaMan darf also keine allzu hohen Ansprüche an die Richtigkeit unter 500 m. jährlich hinunter gehen, zu verzeichnen waren, und nische Fahrräder. Die Eingabe legt einen Durchschnittspreis der mitgetheilten Lohnsäge machen, und noch mehr herabstimmen zwar für breite Arbeiterschichten: so ist dies zweifellos ein Beweis von 250 M. zu grunde und verlangt pro Rad einen Zoll von 25 M. muß man diese Ansprüche aus unten noch zu erwähnenden Gründen dafür, daß die Reichshauptstadt hinsichtlich der gezahlten Arbeits- Das Fahrrad ist längst zu einem Verkehrsbedürfniß geworden. einnimmt, wie es Sein Preis ist aber noch jetzt zu hoch, als daß in bezug auf die vom Statistischen Amt nach den ihm vorliegenden löhne keineswegs einen so hohen Rang biele, die Angaben berechneten Jahres- Arbeitsverdienste. Trotzdem vielfach angenommen wird. Wenn Schneidergesellen" 481 Mart, nicht es nöthig gebrauchen könnten, auf die Wäre die amerikanische Konwollen wir, um doch etwas aus der Statistik mitzutheilen, die dort Weber 393 M. und Tuchmacher 363 M. jährlich verdienen, so kann Anschaffung verzichten müßten. gegebene Zusammenstellung über die Jahres Arbeits- man hier nicht mehr von„ bescheidenem Einkommen", sondern muß furrenz nicht gewesen, so wären die Fahrräder noch viel theurer. berdienste hierhersetzen: von langsamem Verhungern" sprechen. Im Interesse des Publikums liegt eine Preissteigerung jedenfalls Beim männlichen Geschlecht haben danach den höchsten Daß man bei Aufstellung der Statistik versucht hat, die Dauer nicht. Da die amerikanischen Fahrräder, wie vielfach behauptet wird, Jahres Arbeitsverdienst von Werkführern, Polieren 2c. ab- der in den einzelnen Gewerben üblichen Arbeitslosigkeit zu firiren, nicht so solid als die deutschen gebaut sein sollen, so wird die gesehen nämlich 1500 M. und darüber: Steinbildhauer( Stein- muß als ein Fortschritt anerkannt werden, und die mitgetheilten Daten heimische Fahrradindustrie die Konkurrenz mit der amerikanischen wohl Industrie 1960, künstlerische Betriebe 1391), Damenschneidergesellen find interessant genug trotzdem die Gutachten über Antworten nach aushalten können, und ganz bestimmt dann, wenn sie, anstatt auf ( 1900), Lohntöche( 1866), Stereotypeure( 1716), Steinmege( 1625), verschiedenen Grundsägen ertheilt haben, indem bald die Zahl 365 eine Vertheuerung, auf eine Verbilligung des Preises hinarbeitet. Schriftseter( 1560), Photographen( 1560), Eisenhobler und dergl. und bald die Zahl 300 als jährliche Arbeitstage zu grunde gelegt wie wenig selbst vom schußzöllnerischen Unternehmerstandpunkte der ( 1517), Gelbgießer( 1500), Maler in der Metallindustrie( 1500). worden sind. Forderung der Fahrradfabrikanten eine Berechtigung zugemessen Jahreslöhne von 1250 bis noch nicht 1500 m. bezogen: Wir haben nach dem Tabellenwert eine 8usammen werden kann, geht aus den Riesengewinnen aller vernünftig fundirter Buchbinder, Kranzbinder, Steinbildhauer in künstlerischen Bestellung über die Arbeitslosigkeit gemacht, in die jedoch diejenigen Fahrradfabriken hervor. trieben, Steinschleifer, Flaschensetzer und Schürer, Schmiede, Gewerbe, für die eine Arbeitslosigkeit von jährlich weniger als zwei Kupferschmiede, Metalldreher, Former, Schirrmeister, Mechaniker, Monat oder 60 Tagen angegeben ist, nicht aufgenommen worden Monteure, Maschinisten, Heizer, Wäschezuschneider, Waschmeister, sind, so daß es sich im folgenden nur um Gewerbe mit jährlich Maurer, Puzer, Schornsteinfeger, Brunnenbauer, Rohrleger, mindestens 60 Tagen Arbeitslosigkeit handelt. Retoucheure, Goldwaaren- Weber auf mechanischen Stühlen, Modelltischler, Böttcher in Brauereien, Bilderrahmenmacher, BäckereiOfenarbeiter und Kneter, Brauer, Kutscher von Droschken und Chaisen. 9 Einen Jahres- Arbeitsverdienst von 1000 bis noch nicht 1250 M. wies die große Masse der Arbeiter auf: Glasscheifer, Maschinenschlosser, Messerschmiede, Beschlagschmiede, Kesselschmiede, Klempner, Zinkgießer, Metallschleifer, Metallackirer, Instrumentenmacher, Schwertfeger, Nadler, Wagenbauer, Mufit Instrumentenmacher, Stimmer, Gasglühlicht- Monteure, Metallbestoßer, Kernmacher, Gußpuzzer, Vernickler, Brennerei- Arbeiter, Hutarbeiter, Reichstags: Nachwahlen. In Pyrit Saa big findet die Nachwahl am 9. September statt. In Kreuznach- Simmern hat das Zentrum, obgleich Herr Cunh erst gegen einen Zentrums mann gewählt wurde, Stimmenthaltung beschlossen. Auch die Frei60 bis 90 Tage Arbeitslosigkeit im Jahre wurden angegeben für Gärtnergehilfen, Goldarbeiter, Ziseleure, Graveure, imigen begnügen sich mit der Aufstellung einer Zählkandidatur Virchow's. Galvaniseure, Bauanschläger, Former, Klempner, Schmiede, Nadler und Siebmacher, Chawls- und Tüchermacher, Weber, Großschifffahrts- Kanal Berlin- Stettin. Aus IntereffentenFärber, Karton- und Luruspapierarbeiter, Arbeiter in Holz- freisen, vom Binnenschifffahrtsverein für die wirthschaftlichen Interbearbeitungs- Fabriken, Tischler, Drechsler, Böttcher, Vergolder, essen des Oftens, wird uns geschrieben:„ In den letzten Tagen ist ein Handschuhmacher, Schuhmacher, Glaser, Ofenseßer, Glasschleifer, Artikel durch die gesammte Presse Berlins und außerhalb gegangen, Steinbildhauer, Modelleure 2c., Theatermusiker, Schiffsmannschaft, in welchem erklärt wird, daß sich die fönigl. Staatsregierung für die Steuerleute 2c. Herstellung des Großschifffahrts- Weges Berlin- Stettin in westlicher Binnenführung definitiv entschieden habe. Diese Nachricht stammt zweifellos nicht von der königl. Staatsregierung, denn diese hat die 90 bis 120 Tage Arbeitslosigkeit haben nach den Angaben: Schlosser, ginkgießer, Uhrmacher, Stellmacher, Posamen " E3 Oftinteressenten vor wenigen Tagen aufgefordert, thr völlig aus- I weit verbreitet war. Jegt ist das Verhältniß zwischen Arbeitgeber Eine neue Definition für„ Anreizung zu unfittlichen Handlungen" gearbeitetes und wohl begründetes Projekt zur Prüfung einzureichen. und Arbeiter vielfach das denkbar schlechteste. Eine ganze Reihe von hat die Amtshauptmannschaft Dresden- Altstadt gefunden. Ein Genosse Sie hat gleichzeitig auf die Garantien hingewiesen, welche von den Gutsbefizern suchen sich sogar foweit wie möglich ihren Pflichten wies als Referent in seinem Vortrage darauf hin, daß Staat und Ostinteressenten zu leisten wären, falls dieses Projekt zur Annahme gegen die Arbeiter zu entziehen. Die schlimmsten Dinge spielen sich Unternehmer heute nichts zur Verbesserung der Lage des Arbeiters gelangen sollte. Diefe Nachricht beweist, daß eine Entscheidung in auf dem Gebiet des Armen- Unterstützungswesens ab. Es ist all thun und dieser auf dem Wege der Selbsthilfe dies erzwingen müſſe, den Kreisen der königl. Staatsregierung bisher nicht erfolgt ist und gemein bekannt, daß viele Gutsbesitzer darauf bedacht sind, daß die was ihm freiwillig nicht gegeben wird.( Gemeint war natürlich, wie daß somit der Artikel, welcher in die Presse lancirt worden ist, jeder Arbeiter ihrem Gutsbezirt nicht unterstützungsberechtigt das auch aus dem ganzen Vortrag hervorging, damit gute OrganiBegründung entbehrt." werden, weshalb sie dieselben im benachbarten Dorf wohnen lassen. sation.) Dem Referenten wurde deshalb das Wort entzogen. Auf einSein Ausscheiden aus dem Bund der Landwirthe erklärt In Ostpreußen geht das vielfach nicht an, da sich in weiten Gebieten gelegte Beschwerde hat jetzt die erwähnte Behörde jenem Beamten jezt Herr b. d. Groeben- Arenstein in folgender Buschrift an die nur Gut an Gut reiht. Bu helfen wissen sich gewissenlose Guts- Recht gegeben. Die Acußerung enthalte zweifellos eine Anreizung " Deutsche Tagesztg.": befizer aber auch hier. Die Zahlung der Armenunterstützung wird zu unsittlichen Handlungen im Sinne von§ 8 des Vereinsgesetzes", Infolge der verschiedenen, völlig unzutreffenden Deutungen, nämlich einfach verweigert. Einzelne der armen Leute hungern und die Zuhörer hätten unter der empfohlenen Selbsthilfe nur eine welche mein Ausscheiden aus dem Bunde der Landwirthe in der und betteln sich dann durch, so lange es geht. Andere, solche mit ungeseßlichen Mitteln verstehen können. Dazu Bresse gefunden hat, sehe ich mich zu der ausdrücklichen Erklärung die sich darüber belehren ließen, daß sie den Guts sei die Arbeiterschaft übrigens infolge der ihr gegenüber getriebenen veranlaßt, daß zumeist nur Gründe rein persönlicher Natur mich vorstand auf Bahlung der der Armen- Unterstützung berklagen maßlosen und unsittlichen Agitation nur zu geneigt". Als Beweis zu diesem Schritte veranlaßt haben, daß aber keineswegs eine fönnen, entschließen sich dazu. Die von den Bezirksausschüssen fest- dafür wird auf einen kurz vorher in einem Nachbarorte stattgehabten der mit der Arbeiterbewegung absolut Aenderung meiner wirthschaftspolitischen Anschauungen statt- gesetzten Säße zeichnen sich durch eine außerordentliche Niedrigkeit Bauarbeiterkrawall, zu thun hatte gefunden hat. Dieselben werde ich stets, wie bisher, vertreten aus. Die Fälle sind selten, wo den Klägern mehr wie drei Mart nichts hingewiesen. ist recht und nach wie vor der wirthschaftlichen Vereinigung des Reichs- zugesprochen werden. Nun werden aber die drei Mark in vielen bezeichnend, wenn die Behörden in dem Vorgehen unserer Partei tages angehören." Fällen aber nicht ausgezahlt, sondern der Gutsvorstand bietet dem gegenüber so weit gekommen sind, die Sozialdemokratie für jede 8umeist nur nur Gründe persönlicher Natur". zu Unterſtüßenden an, ihn in der Pfleglingsabtheilung des Armen- r- beliebige Prügelei verantwortlich zu machen. Ob man teine BeDie Blätter zerbrechen sich den Kopf, was das für Gründe sein hauses in Tapiau unterzubringen. Die Armengelb-Empfänger benten hat, so etwas als" Begründung" in ein behörliches Aftenstück mögen. Herr v. d. Gröben- Arenstein war lange eine bei Hofe sehr wohnen meist bei einen Angehörigen und wollen sich von zu schreiben? gerne gesehene Persönlichkeit. Von einer dort maßgebenden Stelle diesen nicht trennen, auch ist es für den sein Leben lang im Freien Die Wahlbewegung hat hier nachträglich noch mehrere Opfer hatte er aber so viel Unangenehmes über seine Bundesangehörigkeit beschäftigt gewesenen Landbewohner eine entsegliche Aussicht, auf gefordert. Die von sozialdemokratischer Seite einberufenen Vergehört, daß er, der kein Marquis Bosa zu sein beansprucht, den seine alten Tage in das einem Gefängniß nicht ganz unähnliche Sammlungen waren während der Wahlbewegung regelmäßig Bündlern den Abschiedsbrief schrieb. Arbeitshaus zu gehen. Weigern sie sich, nach Tapiau zu gehen, stark gefüllt, und mußten die Lokale zeitig abgesperrt Das Sparkassenbuch, dieses längst vergessene soziale Antheil- zahlt der Gutsbesizer die Armenunterſtüßung nicht. Dem Schreiber werden. So auch am 15. Juni in der„ Güldenen Aue". Tausende mittel, soll nun wiederum zum Rettungsanter werden, den die dieses sind in den letzten Tagen zwei Fälle bekannt geworden, von Menschen sammelten sich auf den umliegenden Straßen und In einem Falle handelte es Plätzen. Berittene Gendarmen säuberten deshalb und ritten sogar Bourgeoisie gegen die Sozialdemokratie auswirft. Der Bergische Gutsbesitzer so verfuhren. Fabrikantenverein zu Remscheid hatte vor Jahren schon zu seiner ich um eine alte Frau, die bei einer verheiratheten Tochter wohnt, auf dem Trottoir in die Menge, um die„ Ordnung" herzustellen. Arbeitsordnung einen Nachtragsentwurf ausgearbeitet, der einen im anderen Fall um einen 65jährigen Mann. Der letztere Fall ist Dieses stramme" Borgehen rief theilweise lebhafte Entrüstung Sparzwang für jüngere, bis 25 Jahre alte unverheirathete Arbeiter besonders traß, weil er zeigt, wie es heut mit der Heiligkeit der hervor und einige Personen gaben derselben unzweideutigen Ausvorsah. In Remscheid sollen mit diesem Sparzwang günstige" The steht, die unsere Gegner so eifrig bemüht sind, vor der Ber- druck. Einige wurden gefaßt, und wie das in solchen Fällen üblich, Erfolge erzielt worden sein und so wurde auch in Krefeld und in ſtörung durch die Sozialdemokratie zu schüßen. Der alte Mann, vor den Strafrichter gebracht. Zwei davon wurden jetzt vom LandErfolge erzielt worden sein und so wurde auch in Krefeld und in anderen Städten die Anregung gegeben, den Sparzwang in den welcher 40 Jahre lang auf dem Gut Margen am Frischen Haff gericht wegen Verursachung eines Auflaufs 2c. zu 4, bezw. 2 Monaten Als er zuriid Gefängniß verurtheilt; einer bekam 2 Wochen Gefängniß und ein vierter 15 M. Geldstrafe, drei sprach man frei. Hoffentlich ist der präsident für die Remscheider Maßnahme ein. Die Krefelder Der Mann, Staat mun gerettet. Handelskammer und die städtische soziale Kommission der nämlichen welcher noch etwas arbeiten kann, bittet wenigstens um Anweisung alte, fast blinde, kranke Frau ist bei Verwandten. Stadt beriethen die Angelegenheit, und es wurde das Bedenken laut, eines Loches, in dem er vor den Unbillen der Witterung geschütt ist: versammlung in Baußen beschlossen, den Landesverein aufDie fächsischen Hansbesitzer haben auf ihrer Hauptob der Paragraph des Nachtrags, betreffend die Sperrung des ob der Paragraph des Nachtrags, betreffend die Sperrung des Nach Monaten wird ihm eine Armenunterstützung von drei zulösen, und entsprechend den diesbezüglichen neuen Bestimmungen Sparkaffenbuches bis zum erfüllten 25. Lebensjahre des Sparers, Mark zugebilligt, die der Gutsvorstand in die Verweisung nach bes sächsischen Vereins- und Versammlungsgesetzes einen Landesbesonders beim Uebergang in andere Fabriken mit den gesetzlichen daß Bestimmungen in Einklang stehe. Man unterbreitete das Bedenken Tapiau verwandelt. Der Mann will nicht glauben, verband von Vereinen sächsischer Hausbesizer zu gründen. Für dem Regierungspräsidenten und derselbe erwiderte, daß für die und wendet sich daher an den Oberpräsidenten Grafen Wilhelm Bis- fo peinlich wie die Arbeiter an das frühere Verbindungsverbot zu kehren. ihn wirklich von seiner Lebensgefährtin trennen kann diese Herren war das eine reine Formsache; sie hatten nie nöthig, sich Gelverbetreibenden kein Hinderniß bestehe, in der Arbeitsmard. Er wird aber nicht vorgelaffen; auf eine schriftliche Beschwerde Beschlossen wurde ferner, das neue sächsische Landtagswahlrecht, das den ordnung die Lohnzahlungen in der Weise zu regeln, daß ein Theil des Lohnes in gesperrte Sparkassenbücher eingetragen erhielt er vom Regierungspräsidenten Bescheid:„ daß es bei dem Hausbesitzern so viele Vortheile biete(!), in der rücksichtslosesten Weise werde. Es liege kein Grund vor, die Sperrung mit dem Austritt endgiltigen Beschlusse des Kreisausschusses bewenden muß, nach dem auszunüßen, und nur solche Kandidaten zu wählen, welche sich vollder Ortsarmenverband zu Margen verpflichtet worden ist, Sie mit des Arbeiters aus einem Fabrikbetriebe aufzuheben. Die Einhaltung monatlich 3 M. zu unterstügen oder für ihre Unterbringung in der ständig in den Dienst" der Grundbesizer stellen. Ferner wollen die Hauspafchas für Abschaffung der Grundsteuer in jeder Form agitiren; an deren Stelle wünschen sie eine allgemeine Einkommentener mit erhöhter Progression für die großen Einkommen. Entschiedene Berwahrung legte man gegen eine etwa wiederkehrende Vermögenssteuer- Vorlage im Landtage ein. Schließlich wurde noch fonstatirt, daß die konservative die richtige Hausbesitzerpartei sei. Natürlich. wo Fabriken allgemein einzuführen. Ende 1896 trat auch der Regierungs- gewohnt hat, mußte eine Strafe verbüßen. Als kommt, findet er feine Wohnung leer, feine 78 Jahre 9 man Pfleglings- Abtheilung in Tapiau zu sorgen. Ihre Ehefrau soll auch fernerhin in Safest rom unterstützt werden." von Lohnbeträgen zum Zwecke ihrer Einlegung in die Sparkasse widerspräche dem§ 115 Abs. 1 der Gewerbe- Ordnung nicht, denn bei den Reichstags- Verhandlungen im Jahre 1891 sei seitens des Regierungsvertreters ausdrücklich hervorgehoben worden, daß diese Vorschrift Lohneinhaltungen nicht ausschließe. Wir müssen den Negierungspräsidenten, dessen wirklich einzigartige Interpretation der Gewerbe- Ordnung dieser Tage durch den Jahresbericht der Krefelder Handelskammer erst weiteren Streifen bekannt wird, um seine Auslegungskunst beneiden. Nach§ 115 find die Löhne den Arbeitern baar auszuzahlen. Lohneinbehaltungen widersprechen dieser Bestimmung nur dann nicht, soweit sie im Gesetz vorhergesehen sind. Dies und nichts anderes wollte der Regierungsvertreter bei den Reichstagsverhandlungen im Jahre 1891 sagen. Herr Regierungspräsident den§ 119a der Gewerbe- Ordnung durchgelesen hätte, bevor er seinen Bescheid abgab, so hätte er bemerft, daß Lohneinbehaltungen allgemeiner Natur durchaus verboten sind. Es ist vielmehr ganz genau festgesezt, unter welchen Voraussetzungen Lohneinbehaltungen stattfinden dürfen. Im Interesse der Arbeiter und ihrer durch die Gewerbe Ordnung garantirten Rechte ist darauf zu drängen, daß der gegen die Gewerbeordnung verstoßende Brauch in den Fabriken Remscheids ein Ende finde. Wie kommen die Arbeiter dazu, den Fabrikanten von ihrem Lohne einen Theil als Betriebskapital zurück zu gewähren? Macht irgend ein solcher Gewerbetreibender einmal Konkurs, garantirt dann etwa der Regierungspräsident dafür, daß die Arbeiter zu ihrem eingehaltenen Lohn kommen? Wenn der Sparzwang nicht gar so auffallend gegen die Gewerbe- Ordnung verstoßen würde, so hätten wir ja in diesem Falle gern Nachficht geübt, um so mehr, als die Unternehmerpresse meint, der Besitz eines Sparkassenbuches werde manchen jungen Arbeiter vor der Sozialdemokratie bewahren. Diese Aussicht wäre zu ertragen gewefen. So weit wir die Arbeiter tennen, wirkt der vom Fabrikanten gebotene Sparzwang direkt Kriegervereine und Sozialdemokratie. Aus Mecklenburg erbitternd auf die jungen Arbeiter und die Fabrikanten von Trier schreibt man der„ Köln. 3tg.": Bei der letzten Reichstagswahl waren erbitternd auf die jungen Arbeiter und die Fabrikanten von Trier auch viele sozialdemokratische Stimmen abgegeben worden. Auf haben nicht mit Unrecht von dem von oben herab gewünschten die Aufforderung des Vorstandes des Kriegervereins in Neubudow Sparzwang Abstand genommen, weil sie befürchteten, in Zeiten eines Arbeitermangels dann überhaupt keine jugendlichen Arbeiter mehr zu bekommen. Aus dieser Begründung der ablehnenden Haltung geht hervor, wie aufrieden die jugendlichen Arbeiter durch den Sparzwang werden. Kann es ein besseres Familienleben für eine Arbeiterfamilie geben, wie es hier den beiden alten Leuten zugedacht wurde? präsidenten aber noch nicht davon überzeugt, daß in unserem christ Der alte Mann war durch dieses Schreiben des RegierungsVou der fächsischen Staatseisenbahn. Das schwere Eisenlichen Staat so die Ehe zweier Menschen abschließen könne, die dreißig bahnunglück, das sich am 16. Auguſt am lebergange der Berliner Jahre gut mit einander gelebt haben. Ein weiteres Schreiben, welches er auf eine erneute Eingabe an den Oberpräsidenten Grafen Bahn bei Neu- Modau( Leipzig) ereignete, und dem auch ein Menschenvon Bismarck, vom Regierungspräsidenten erhielt, machte ihm erst leben zum Opfer fiel, wirft abermals ein grelles Licht auf die traurige Und wenn der flar, was ein armer Mensch zu erwarten hat, wenn er alt wird. Lage des Bahnpersonals. Der Unfall ist durch die Unachtsamkeit des dort Das Schreiben lautet: stationirten Bahnwärters herbeigeführt. Das ist richtig; aber wie das fam! " Ihre an den Oberpräsidenten gerichtete, an mich zur Ver- Der betreffende Beamte- der sich nach dem Vorfall sofort zu fügung abgegebene Eingabe vom 1. 6. M., erachte ich durch meinen erhängen versuchte galt allgemein als ein pflichttreuer, gewiffenIhnen ertheilten Bescheid vom 24. v. W. für erledigt und bemerke hafter Mann. Er ist aber 60 Jahre alt und gesundheitlich nicht Ihnen nur noch ausdrücklich, daß der Orts- Armenverband mehr intakt. Er war deshalb schon lange Zeit vom Dienst dispensirt Margen berechtigt ist, feiner Unterstützungs- und sollte feines mangelhaften Augenlichtes wegen pensionirt werden. pflicht Ihnen gegenüber in der Pfleglings- Die Pension war aber so niedrig, daß er sie ablehnen mußte, abtheilung zu Tapiau zu genügen. Sollten Sie weshalb er wieder in seinen Dienst trat. Seit 4 Wochen verrichtete er fortfahren, die Behörden mit unbegründeten( 1) Eingaben zu denselben wieder, als das Unglüd paffirte. Daß man einen belästigen, so wird gegen Sie wegen Ouerilirens einzu- offenbar infolge förperlicher Gebrechen dienstunfähigen Mann, der schreiten sein." feine Haut vielleicht viele Jahrzehnte lang für die Staatsbahn zu Markte getragen hat, dennoch an einen so schwierigen und verant wortungsreichen Posten stellt, weil er von seiner Pension nicht leben kann, das ist überaus bezeichnend. Der alte Mann wird nun ficher noch im Gefängniß für die Spartheorie seines Arbeitgebers", des noch im Gefängniß für die Spartheorie seines Arbeitgebers", des Staates, büßen müssen. Eingaben macht der Mann an die Behörden nicht mehr. In den Fischerdörfern am Haff, wo er jetzt umherzieht und sich durch gelegentliche Arbeit seinen Lebensunterhalt erwirbt, erzählt er aber eine Geschichte. Er hat den Glauben an die Vorzüglichkeit unserer Gesellschaftsordmung verloren, und bei seinen Zuhörern wird er den Glauben daran nicht befestigen. haben 10 Mitglieder des genannten Vereins fich offen zur Sozialhaben eine bündige Erklärung nicht abgegeben. Auch sie sollen ausdemokratie bekannt und wurden ausgeschlossen. Weitere 15 Mitglieder geschlossen werden. die " Beschluß. Das Verfahren gegen: 1. Joseph Fischer, 2. Emil Klein, 3. Heinrich Meyer, 4. Hilarius Fischer, 5. Auguſt Meyer, 6. Karl Heydel, sämmtliche in Colmar, wegen Vergehens nach Art. 291 C.-p. und Gesetz vom 10. 4. 1839 und 6. 6. 1868 wird mangels genügender Verdachtsgründe eingestellt, die Angeschuldigten außer Verfolgung gefeßt, und werden die Kosten des Verfahrens der Staatskasse zur Last gelegt. Colmar, den 20. Juli 1898. Kaiserl. Landgericht, Ferienkammer. Aus Elfaß- Lothringen, 21. Auguft.( Eig. Ber.) Im Gegensatz zur Straffanimer des Landgerichts Straßburg, welche die unter Wahrung des Charakters einer Privatvereinigung im Sinne unserer versammlungsrechtlichen Bestimmungen einberufene Märzfeier der Straßburger Sozialdemokratie als eine öffentliche Versammlung erklärte und den Veranstalter derselben in eine Geldstrafe von 100 M. verurtheilte, hat das Landgericht Co I mar in einem ähnlichen Falle zu in Colmar am 17. April eine Konferenz sozialistischer Gemeinderäthe gunsten der Angeschuldigten entschieden. Wie seinerzeit mitgetheilt, fand statt, an welche sich abends eine Brivatversammlung schloß mit einem Referat des damaligen Reichstags- Kandidaten des Kreises, Apotheker Geheimrath Dr. v. Scheel soll demnächst von der Leitung Dresden, 23. August.( Eig. Ber.) Das neugeschliffene uz aus Baden- Baden. Der anwesende Polizeikommissar löste des reichsstatistischen Amtes zurücktreten. Man wird ihm keine fächsische" Juwel bewährt sich in der Praxis ganz im Sinne jedoch die Versammlung auf und denunzirte sie der StaatsanwaltThränen nachweinen. Als einer der entschiedensten Katheder der Herren Reaktionäre, welchen jede Bewegungsfreiheit der Arbeiter fchaft als eine öffentliche. Es folgte im Juni eine Haussuchung sozialisten kam er aus der Schweiz nach Deutschland. Im Reichs- ein Dorn im Auge ist. Was von den Sozialdemokraten im Land- bei unserem Colmarer Vertrauensmann, und anfangs Juli wurden dienste hat er sich den Forderungen der Vorgesetzten mit Eifer und tage feinerzeit vorhergesagt wurde, trifft ein: man stempelt, dant einige Genoffen vor den Untersuchungsrichter ziirt unter der Geschick so anzubequemen verstanden, daß er bei den Enqueten der der bekannten„ Lafitüde" der überwachenden Beamten Begründung, eine öffentliche Versammlung abgehalten zu haben Reichskommission immer mehr zum Hemmschuh ward. gewerkschaftlichen der Versammlungen Arbeiter 8 ohne polizeiliche Genehmigung. Dieser Tage erhielten dies Die Broschüre von Karl Marg. Unter der Ueberschrift: politischen und weist die Minderjährigen, welche auf grund felben nun, wie unser reichsländisches Partei- Organ mittheilt, bes Koalitionsrechtes über Besserung ihrer wirthschaftlichen Lage Die Bustände im Bädergewerbe" veröffentlicht bie des Stoalitionsrechtes über Befferung ihrer wirthschaftlichen Lage Berl. 8ig." in einem Leitartikel eine Buschrift, mit der sie der berathen wollen, aus den Versammlungen hinaus. Wie man hierbei folgendes Schriftstück zugestellt: Obermeister der Berliner Bäckerinnung beehrt" hat. In derselben aber ganz und gar dem sächsischen Polizeigeist. Es liegen seit der verfährt, entspricht kaum der neuen gesetzlichen Bestimmung, findet sich ohne Widerspruch des Blattes der folgende Absatz: bereits vier Fälle vor. Das Bebel'sche Wert machte beim Publikum, insbesondere bei furzen Zeit des Inkrafttretens den Behörden Aufsehen. Um dies herbeizuführen, hatte sich Bebel Crimmitschau ließ man anscheinend Minderjährige in eine Versammlung, nicht auf das Ergebniß der Fragebogen beschränkt, sondern hatte in welcher über das Vereins- und Versammlungsrecht gesprochen werden Stellen aus der 1863 von Marg in London erschienenen Broschüre sollte, gar nicht erst hinein. Das ist völlig ungefeglich. In Frankenzitirt und einfach auf die deutschen Bäckereien übertragen. Die berg berbot die Behörde eine Versammlung, in welcher ein Mary'sche Schrift aber bespricht die Zustände in Londoner und Referat über die Arbeiterschußgesetzgebung des Deutschen Reiches australischen Bäckereien. Infolge dieser Broschüre wurden die gehalten werden sollte, und für welche in den Bekanntmachungen Bolizeibehörden veranlaßt, die Bäckereien zu kontrolliren und ganz unnöthigerweise den Minderjährigen der Zutritt besonders in Sachen des Versammlungsrechtes erweist von neuem das längst geAussicht gestellt war. In Potschappel stand in einer Versammlung fühlte Bedürfniß, durch Schaffung eines von liberalen Anschauungen wurden schon damals die etwa gefundenen Mißstände beseitigt. Eine berartige Broschüre von Marg ist 1863 nicht erschienen, der Bäder und Müller Besprechung über den Hamburger Bäderstreit, getragenen Vereins- und Versammlungsgesetzes der Bevölkerung Eine derartige Broschüre von Mary ist 1863 nicht erschienen, Zweck und Nutzen der gewerkschaftlichen Organisation, Gewerkschaftliches, Elsaß- Lothringens dieselben Freiheiten einzuräumen, die dem fie existirt überhaupt nicht! Dagegen find in dem grundlegenden auf der Tagesordnung. Gleich zu Beginn mußten bei Androhung Staatsbürger in den übrigen Theilen des Reiches zustehen. Werke des wissenschaftlichen Sozialismus" Das Kapital" die Bäcker der Auflösung die jungen Leute trotz erhobenen Protestes aus dem verhältnisse geschildert. Und diese Leute, die derartiges nicht Saale entfernt werden. Der Beamte erklärte, seine Instruktion Aus Elsaß- Lothringen schreibt uns unser Straßburger wissen, reden mit dem Anscheine von Sachkunde über soziale ginge dahin. In Neußliz endlich wurde in einer Maurerversamm Korrespondent unter dem 22. d. M.: Es entspricht durchaus den auf Marr; überreiches Material aller Art eristirt über die Zu- lung ein Referat über die deutsche Maurerbewegung gehalten. Hier Thatsachen, wenn Sie die für Aufrechterhaltung des wieder dasselbe Vorgehen der Beamten. Bei einer nebensächlichen Dittaturparagraphen in Elsaß- Lothringen schwärmenden stände in den Bäckereien, das zu weit einschneidenderen Maßnahmen Redewendung des Referenten unterbrach der Beamte ohne weiteres die Berl. Neuesten Nachr." daran erinnern, daß ihr elfäffischer hätte Anlaß geben sollen, als zu der völlig ungenügenden Ver- Versammlung; vier Minderjährige mußten hinaus. Es wurde sogar ver Parteigenosse Dr. Höffel während der jüngsten Reichstags- Wahlordnung des Bundesrathes. langt, daß die Versammlung so lange unterbrochen werden sollte, bis bewegung sich im entgegengesezten Sinne ausgesprochen, und daß es Aus Ostpreußen, 21. Dezember.( Eig. Ber.) Die in den konfer von jedem einzelnen Versammlungs- Theilnehmer deshalb von einer Partei wenig ehrlich gehandelt sei, nach der Wahl vativen Blättern Ostpreußens und in der„ Kreuz- Zeitung" veröffent- das Alter festgestellt sei. Die Versammelten und der Vor- zu verleugnen, was man vorher versprochen und vertreten habe. lichte Kriegserklärung des Ausschusses des tonservativen Vereins für figende tehrten sich natürlich an dieses ungerechtfertigte Verlangen nicht. Sierzulande wagt es überhaupt niemand, selbst nicht die bis in die Ostpreußen an die Sozialdemokratie enthielt einen Satz, der in der Das Vorgehen der Behörden und Beamten in all diesen Fällen steht Knochen hinein regierungstreue Straßburger Post", dem gegenPresse mehrfach hervorgehoben wurde. Es wurde darin den ländlichen mit den neuen gesetzlichen Bestimmungen durchaus nicht im Einklang. wärtigen Diktaturregiment im Ernste das Wort zu reden; Arbeitgebern nahe gelegt, ihre Arbeiter besser und liebevoller zu be- Es ist ausdrücklich darin ausgesprochen, daß Bersammlungen, und wenn Herr Höffel mit einem derartigen Programm vor handeln wie bisher. Es mußte einige Verwunderung hervorrufen, daß selbst wenn sie nach Ansicht der Beamten politischen Charakter seine wähler getreten wäre, er hätte versichert sein können, die Leute, welche den Aufruf unterzeichneten, eine solche Aufforde- tragen, deswegen, weil Minderjährige anwesend find nicht feine 50 Stimmen auf seinen Namen zu vereinigen. Die rung für nothwendig hielten. Angehörige ihrer Partei, vielleicht in Frage gestellt bezw. aufgelöst werden dürfen. Der Vorsitzende Buttkamer'sche Regierung steht mit ihrer Auffassung von der selbst einige der Unterzeichner, haben wer weiß wie oft darauf hin hat nur die Pflicht, in solchen Fällen, event. auf Veranlassung des Nothwendigkeit der Aufrechterhaltung der dem Statthalter übergewiesen, daß auf den ostelbischen Gütern noch ein patriarchalisches Beamten, die Minderjährigen aufzufordern, sich zu entfernen. Thun tragenen außerordentlichen Gewalten" im Lande ganz allein auf Arbeitsverhältniß herrsche, das auf keinen Fall zerstört werden diese das nicht, so ist das ihre Sache; sie können dafür mit höchstens weiter Flur. So gefünstelt aber auch die in unseren maßgebenden sollte. Es muß den Herren wohl zum Bewußtsein gekommen sein, 6 Wochen Haft bestraft werden. Doch was kehrt man sich in Regierungskreisen beliebte Begründung dieses Standpunktes ist, und daß es mit dem patriarchalischen Verhältniß nicht mehr sehr weit her ist. Sachsen an noch so klare Bestimmungen nach der Richtung. Die so wenig dieselbe vor einer vernünftigen und auf den thatsächlichen Thatsächlich besteht ein Verhältniß zwischen Landarbeitern und Guts- Arbeiter können sich ja beschweren. Was dabei herauskommt, ist zur Verhältnissen fußenden Kritik Stand halten kann: so thöricht ist befizern jetzt nirgends mehr; wir möchten bezweifeln, daß es jemals genüge bekannt. man im Straßburger Ministerium denn doch nicht, zum Zwede der " Die Verschiedenheit der reichsländischen Gerichtsurtheile in " " Spanien. Bertheidigung des bestehenden Zustandes Argumente von solch Ich habe einen Soldaten gesprochen, der während der Mailänder Ivon San Francisco abgegangenen Transportdampfer mit 1800 Man fadenscheiniger Natur heranzuziehen, wie es das genannte Berliner Unruhen den Füsilladen der Truppe beigewohnt hatte. Er sagt, Truppen zurückzuholen. Freikonservative Organ gethan hat. Die Berl. N. N." werden daß selbst die Soldaten über das wilde Dreinhauen der Zur Lage auf Kuba wird aus New York gemeldet: Guts doch nicht etwa im Ernste behaupten wollen, daß diejenigen in Elsaß- Offiziere erbittert waren. Dieselben schrien immer Feuer", gegen den halbamtlichen Ableugnungen wird es in unterrichteten Lothringen geborenen Franzosen, welche nach dem Kriege von 1870/71 felbst wenn auf der Straße nur Frauen waren, die ihre Streifen doch als feststehend bezeichnet, daß die Regierung die Führer für Frankreich optirt hatten und dahin ausgewandert, im Laufe der Arbeitsstätten verließen und sich nach Hause begeben wollten. der fubanischen Aufständischen durch Geld zur Niederlegung ihrer folgenden Jahre aber wieder nach den Reichslanden zurückgekehrt Der Soldat war Zeuge, wie ein Offizierer nannte mir ihn Waffen und Auflösung ihrer Truppen veranlassen wird. Es sollen waren, jezt in der böswilligen Absicht um ihre Naturalisation als eine schöne Frau, die am Fenster stand, mit einem Revolverschlag zu diesem Zwecke 15 Millionen Dollars bereitgestellt sein. deutsche Reichsangehörige nachsuchen, um nachher ungestört eine tödtete. Er wurde zum Kapitän ernannt. Ich, fügte er hinzu, habe Nach einer Depesche aus Havana hat Calirto Garcia den Ober deutschfeindliche Propaganda in des Reiches Westmarken entfalten immer in die Luft geschossen. befehl über die eingeborenen tubanischen Streitkräfte neuerdings und auf die Wiedervereinigung derselben mit Frankreich hinarbeiten zu fönnen! Das ist eine Unterstellung, die nur im Gehirn eines Men- betreffend Aufhebung des Belagerungszustandes in verstanden. Rom, 22. August. Das amtliche Blatt veröffentlicht das Dekret niedergelegt. Die Amerikaner erklärten sich mit seinem Rücktritt ein fchen auftauchen fann, der von den thatsächlichen Zuständen in Elsaß der Provinz Lutka. Gestern haben die spanischen(?) Behörden in Santiago die Lothringen nicht die geringste Ahnung hat und seine Hauptaufgabe darin erblidt, unsere Grenzprovinzen nicht zur Ruhe kommen zu lassen und tubanische Flagge auf dem Rathhaus hissen lassen. Der amerikanische General ließ dieselbe sofort wieder einziehen. Auf anderen öffentdie Spannung zwischen den beiden großen Kulturvölkern diesseits Vertheidigungsmaßregeln gegen England. Aus London und jenseits der Vogesen zu verewigen. In Wirklichkeit verhält sich wird telegraphirt: Wie verlautet, beantwortete die spanische Re- lichen Gebäuden, zahlreichen Privathäusern und auf dem Vereinsdie Sache genau umgekehrt. Die erwähnte Erscheinung der zu- gierung die Reklamation bezüglich der Befestigungsarbeiten bei hause Don Carlo's weht die tubanische Flagge. nehmenden Zahl von Naturalisationen beweist, daß der Glaube an Gibraltar ziemlich schroff, indem sie erklärte, Spanien sei berechtigt, die Beständigkeit des durch den Frankfurter Frieden für Elsaß- auf seinem eigenen Territorium Befestigungen anzulegen, wie es ihm Lothringen geschaffenen neuen staatsrechtlichen Zustandes sich selbst nothwendig erscheine. bei solchen Leuten immer mehr verstärkt, die in den 70er und 80er Aus Gibraltar wird telegraphirt: Eine Kompagnie spanischer Fahren ihr Heil in der Auswanderung nach Frankreich suchten, weil Ingenieure hat Befehl erhalten, von Algeciras nach Madrid abzufie auf eine baldige Wiedervereinigung ihres Geburtslandes mit der gehen. Eine Abtheilung spanischer Artillerie, welche fürzlich nach Republik jenseits der Vogesen glaubten hoffen zu dürfen. Algeciras entsandt wurde, hat Befehl erhalten, sich nach Sevilla zu Derartigen Phantasien hängt heute in Elsaß- Lothringen kein geistig begeben. normaler Mensch mehr nach; an ihre Stelle ist eine realere Auffassung der Situation getreten, und die früheren Optanten suchen sich deshalb ihre soziale Bosition, ihre bürgerliche Irkutst eine Zweigniederlassung errichtet. und Erwerbsstellung in Elsaß Lothringen durch die Naturalisation zu sichern und zu befestigen. Dieses und kein anderes Motiv ist für jene Leute beim Erwerb der deutschen Reichsangehörigkeit maßgebend, und es gehört in der That die ganze Verhebungskunst eines unverbesserlichen Chauvinisten dazu, um durch solch' sinnlose Unterstellungen, wie es in den erwähnten Ausführungen der„ Berl. N. N." geschieht, den Thatsachen geradezu ins Gesicht zu schlagen. Ungarn. Budapest, 28. Auguft. In der Ortschaft Rovarca fand ein blutiger Zusammenstoß zwischen ungarischen und italienischen Arbeitern statt, wobei mehrere Personen getödtet, acht schwer verwundet wurden. In Ungarn macht es die„ nationale" Regierung ebenso wie andere nationale Regierungen, fie begünstigen im Interesse des Unternehmerthums die Niederkonkurrirung der einheimischen Arbeiter durch billigere ausländische Arbeitskräfte. Daß dann so bedauerliche Erscheinungen, wie die oben gemeldete, nicht vermieden werden, ist wohl sehr betrübend, aber auch wohl erklärlich. Frankreich. Serbien. Kommodore Schley und Kapitän Evans sind fieberkrant. General Miles heute Abend nach Washington abreisen wird. Ans Portorico. Ein Telegramm aus Ponce meldet, daß Die Hawaii- Inseln. Wie aus Honolulu gemeldet wird, ist am 12. August auf den öffentlichen Gebäuden die havaiische Flagge niedergeholt und die amerikanische gebei. Es wurde eine Proklamation des Präsidenten Mac Kinley Eine große Mengenmenge wohnte dem Vorgange hißt worden. verlesen, die erklärt, daß alle bisherigen hawaiischen Beamtent Rußland. in ihren Aemtern verbleiben, aber den Vereinigten Staaten den Eid Petersburg, 23. Auguft. Die russisch- chinesische Bank hat in der Treue zu leisten haben. Das Bollregime werde, wenn der Kongreß nicht anders bestimme, unverändert bleiben. Die" Deutsche Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsdie Inselgruppe. Danach gehören die Produkte der Inseln in ihrer verträgen" macht einige interessante handelspolitische Angaben über großen Menge Güterarten an, die in den Vereinigten Staaten nur in geringem Umfange erzeugt werden, so daß bisher sich eine starke Einfuhr nothwendig machte, so in erster Linie Neis, Kaffee, Zucker und Südfrüchte. Die bisherige jährliche Durchschnitts- Produktion der Hawaii- Inseln in diesen Artifeln fann etwa auf 85 Millionen Mark bewerthet werden und befindet sich in stetigem Aufschwung; so betrug die Ausfuhr von: Beit vorgenommenen zahlreichen Personalveränderungen unter den Belgrad, 23. August. Infolge der von der Regierung in legter Bezirks- und Kreisvorständen, sowie unter den Beamten aller übrigen Kategorien ist nunmehr die Beamtenschaft Serbiens von allen radikalen Elementen vollständig gesäubert. Da die radikale Partei die einzige ist, die in der bäuerlichen Bevölkerung fußt, wird diese Säuberung" des Beamtenkörpers vielleicht gerade die entgegengesetzte Wirkung zeitigen, die der elende Milan sich erhofft. Türkei. Konstantinopel, 23. August. Die Pforte hat der serbischen Gesandtschaft mitgetheilt, daß sie Saad- Eddin Pascha beauftragt in dem Vilajet lestüb eine Untersuchung zu eröffnen. Die habe, über die in der serbischen Note angeführten Gewalt afte Pforte hat die Eröffnung serbischer Schulen in Seres und zwei Dörfern am Jenivardar gestattet. Afrika. 3 000 " " 1895 1897 Reis 3 769 000 fb. 5 500 000 fb. 520 158 000 Bucker 295 785 000 Staffee ( für 1891) 387 000" gebensmittel auger Früchten und Gemüsen beziehen die Jufeln vom Fast ihren gesammten Eigenbedarf, namentlich alle sonstigen Ausland, fünftighin wohl in erster Linie von den Vereinigten Staaten. Die wirthschaftliche Angliederung wird wesentlich erleichtert dadurch, daß auf den Hawaii- Inseln dieselbe Währung und in der Hauptsache auch dasselbe Maß- und Gewichtssystem in Geltung ist, wie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Für Deutschland letzten Jahren schon start zurückgegangene Ausfuhr( namentlich Eisena wird der Vorgang die nachtheilige Folge haben, daß unsere in den und Textilwaaren 1896 316 000 20.) vollständig von der amerikanischen Konkurrenz verdrängt werden dürfte. Die Berliner Parteiversammlung Aus dem Kongostaate. Ein der Brüsseler Verwaltung des Paris, 22. Auguft. Der Untersuchungsrichter Fabre wird heute Rongostaates zugegangenes Telegramm meldet: Die Derwische Abend dem Staatsanwalt das Aftenstück, betreffend die Angelegenheit zwei belgische Offiziere verloren dabei das Leben. Die Derwische griffen am 4. Juni Nedjaf an. Der Angriff wurde abgeschlagen; Picquart- Leblois, übermitteln. Am Mittwoch oder Donnerstag, nach Rückgabe der Aften, wird Fabre die Entscheidung treffen. Der 80gen fich nordwärts zurück. " Temps" glaubt zu wissen, Picquart und Leblois werden auf grund Dr. Karl Peters entwickelt sich immer vielseitiger. Jetzt hat der Artikel I und II des Gesezes über die Spionage vom er den Ehrgeiz, Goldkönig zu werden. Seine jüngsten Forschungen 18. April 1886 verfolgt werden, welche die Mittheilung ge- sollen nachweisen, daß in gewissen Distrikten um den Sambesi Gold heimer Attenstücke, die sich auf die äußere Sicherheit des in Hülle und Fülle exiſtire. Sehr geheimnißvoll und völlig unStaates beziehen, betreffen. Zuständig für dieses Delift ist das kontrollirbar sollen die Vermuthungen Peters' durch zwei wissenüber die preußischen Landtagswahlen. Buchtpolizeigericht. schaftliche Expeditionen in den Jahren 1895 und 1896 bestätigt sein. Die Resultate dieser Expeditionen find zwar nicht veröffentlicht Wahlbewegung in Berlin stattgefunden hat, tagte am Dienstag Abend Die wichtigste sozialdemokratische Versammlung, die nach der Paris, 22. August.( Eig. Bericht.) Die militärischen Gewalten worden, aber Dr. Peters hat privatim Einsicht in die scheinen es förmlich darauf abgesehen zu haben, die Oeffentlichkeit hierbei gesammelten Materialien gehabt. Unter der Hand Hat Landtagswahlen stand auf der Tagesordnung der im Feenpalast. Die Frage der Betheiligung an den preußischen durch widerfinnige Anordnungen herauszufordern. Vor einigen Peters mur von den in Frage kommenden Kolonialgesellschaften 1500 Personen besuchten Versammlung. Den Vorsitz der bewegten Wochen erregten großes Aufsehen zahlreiche Soldatenvergiftungen tausend Mutungen als Unterlage für eine von ihm zu gründende Versammlung führte Eugen Ernst. Erster Referent war durch altes Konservenfleisch, Vergiftungen, an denen einzig und Gesellschaft erworben. Ja, die Chartered- Company von Südafrika Ledebour. Er führte etwa folgendes aus: Die Versammlung allein die Nachlässigkeit der Militärverwaltung schuld war. Dann hat ihm sogar noch weitere fünfhundert Mutungen auf ihrem Ge- sei für ganz Berlin einberufen worden und nicht für die einzelnen Tamen epidemische Typhus- Erkrankungen in verschiedenen Garnisonen fände zum Geschenk gemacht! Dr. Peters ist also glücklicher Besizer Reichstags- Wahlkreise, weil diese Reichstags- Wahlkreise sich nicht becken infolge schlechten Trinkwassers. Und jetzt ist die mörderische Mizwirthschaft von 1500 fragwürdigen Wutungen und wirbt mit der Reklame- mit den Landtags- Wahlkreisen. Zudem handele es sich hier um eine ilbertroffen worden durch die Aufrechterhaltung des üblichen Datums für trommel um deutsches Geld zur Finanzirung einer Gesellschaft. Die Frage, die in Berlin durchaus einheitlich gelöst werden müsse. die Armeemanöver, trop der sengenden Hizze. Tagtäglich Gründer sind schon vorhanden, es fehlt nur noch das Geld. Man Es solle mun heute Abend nicht die ganze Streitfrage behandelt Taufen Nachrichten über Todesfälle aus den Manövergebieten fann die Aftien bis herunter zu 20 W. das Stück erwerbent. Peters werden. Maßgebend für die Entwickelung sei der bezügliche ein. Das schlimmste ist dem 79. Regiment zu Nancy passirt, dant hat offenbar nicht umsonst das Goldfieber in Klondyke während der Beschluß des Hamburger Parteitages. Auch unter den Anhängern der Schneidigkeit des Obersten, eines Grafen( man muß Edelster" vergangenen Jahre beobachtet und will nun für sich den Hunger der Wahlbetheiligung seien vor dem Parteitage verschiedene Ansichten fein, um eine solche Schneidigkeit zu entwickeln!) de Lardemelle. nach Gold fruftifiziren. Daß er aber so ganz unverfroren das Geld hervorgetreten. Diese verschiedenen Ansichten feien einerseits von Bebel Zur höheren Ehre der Armee verordnete der gräfliche Oberst, seinen lieben deutschen Landsleuten abnehmen will, wie er es mit " ungeachtet der Warnungen des Regiments arztes, biefer Unternehmung thut, das zeigt, daß in Karl Peters auch ein und anderseits von Auer besonders markant vertreten worden. Auf dem einen forcirten Marsch auf dem Rückwege, nachdem die Soldaten gut Stück von einem modernen Industrieritter stedt. Und da die Parteitag jei in der Diskussion fast überall betont worden, daß von 1 Uhr nach Mitternacht bis 10 Uhr morgens manövrirt hatten! Dummen auch in Deutschland nicht alle werden, so wird Peters und demgemäß sei dann auch der Beschluß gefaßt worden. Unter der Gluth der Sonnenstrahlen begannen bald die nicht umsonst auf den Goldhunger der Deutschen spekuliren. Wenn Singer habe auf dem Parteitag als Vorsitzender seine Meinung über erschöpften Soldaten wie die Fliegen zu fallen. Etwa die Peters'sche Mutungsgesellschaft ihre Mittel erst beisammen hat, 400 Mann, ein Viertel des Regimentsbestandes, fielen halb oder dann ist ja der Zwed des ganzen Unternehmens erreicht, die den gefaßten Beschluß dahin deklarirt, daß die Betheiligung nur ganz bewußtlos zu Boden.„ Das Regiment“, berichtet der„ Temps", Expedition ist auf zwei Jahre gesichert und die Aktionäre können durch aufstellung sozialdemokratischer Wahlmänner gestattet sein soll. hat gleichsam eine wahre Niederlage erlitten". Das Generalstabs- ihrem Peterspfennig nachweinen. Blatt„ Echo de Paris" berichtet über den brutalen Versuch des Obersten, die gefallenen Soldaten durch Drohungen zur Fortsetzung die beiden Kandidaten des Afrikander- Bonds gewählt. Der Bond Kapstadt, 22. August. In dem Wahlkreis Sommerset- Ost wurden des Todesmarsches zu zwingen. Er zog sich zurück, als er die Verwünschungen der Soldaten vernahm. Der Arzt fiel zweimal in gewinnt damit zwei Sige. Ohnmacht. Nach und nach schaffte dieser vierzig Wagen herbei, um Hunderte von Kranken zurückzubringen. Die höheren Militärbehörden von Ranch haben, um die Empörung der Bevölkerung zu beschwichtigen, den schneidigen Obersten mit Hausarrest„ bestraft". Ferner ist eine Untersuchung eröffnet worden, die natürlich, wie die Untersuchungen über die Soldaten vergiftungen 2c., ergebnißlos verlaufen wird. Als der Kriegsminister Cavaignac, dieser Säbelraßler ohne Säbel, im Senat über die Soldatenvergiftungen interpellirt wurde, deklamirte er in warmen Worten über seine Liebe zu den Soldaten" - und ließ die schuldigen Offiziere unbehelligt. Mit der Veranstaltung der mörderischen Armee- Manöver hat der Heuchler einen noch eklatanteren Beweis seiner Soldatenliebe abgelegt. Italien. Rom, 17. Auguft.( Eig. Ber.) Aller Wahrscheinlichkeit nach werden Ihnen bereits telegraphische Nachrichten über den Unglücksfall bei Pontederimo zugegangen sein. Man zählte bereits vierzehn Opfer. Hierunter zwei Eisenbahnbeamte, von denen der eine acht und der andere sechs Kinder hinterläßt. Aber die offiziellen Telegraphenbureaus dürften wohl kaum an gegeben haben, daß die Schuld an diesem Unglücksfall einzig und allein die Eisenbahngesellschaft trifft. Amerika. Wir müssen der Int. Korr." die Verantwortung für diese merk mürdig Klingende Nachricht überlassen. 024 Spanien und Amerika. Diese Ansicht habe keinen Widerspruch erfahren. Auch Bebel habe erklärt, daß nach der Resolution von vornherein für freisinnige Wahlmänner nicht gestimmt werden dürfe. Bald jedoch erhob sich gegen diese Auslegung des Parteibeschlusses in der Presse eine scharfe Opposition. Bebel tam zu dem Vorschlage, daß die Reichstagsfraktion sich mit der AngelegenAus Britisch- Columbien will die„ Int. Korr." erfahren: heit beschäftigen und die Angelegenheit anderweit regeln solle, da Die vor einigen Tagen gemeldete Busammenziehung eines englischen der Beschluß unhaltbar sei. Praktische Konsequenzen hat der VorGeschwaders bei Bancouver hat einen ganz anderen Grund, als die schlag jedoch nicht gehabt. Erst neuerdings hat man wieder Buspigung der chinesischen Eisenbahn- Streitfragent. Es war viel- begonnen, die Frage polemisch in der Presse zu be= mehr in Britisch- Kolumbia, dem westlichen Küstenstaate von Kanada, handeln. Bestimmend für die Entschließungen der Genossen eine sehr bedenkliche Regierungskrifis ausgebrochen, die jetzt zur in den verschiedenen Landestheilen sei also der Hamburger ParteiEinsetzung des Oppositionsführers Semlin zum Minister- tagsbeschluß. präsidenten geführt hat. Der letztere steht jedoch mit denjenigen Dieser Beschluß mache den Berliner Parteigenossen die NichtKreisen in engen Beziehungen, welche auf eine Vereinigung betheiligung zur Pflicht.( Beifall.) Es solle nach dem Beschluß Columbia's mit den Vereinigten Staaten hin- Wahlbetheiligung eintreten, wo die Verhältnisse dieselbe ermöglichen. arbeiten. Und da zu diesem Staate auch das guton- Goldland ge- Zweifellos sei die Sozialdemokratie in Berlin stärker als irgendwo sonst in hört, welches zur Zeit von Staatsangehörigen der Vereinigten Preußen. Und die äußere Möglichkeit der Wahlbetheiligung sei Staaten überschwemmt ist, so herrscht in Ottawa eine große Be- allerdings vorhanden. Die bürgerlichen Parteien hätten sich jedoch unruhigung wegen dieser Vorgänge in Columbia. nirgends derartig benommen, um ihre Unterstützung durch unsere Genossen möglich zu machen. Es sei aber nur durch Schachergeschäfte mit diesen Parteien möglich für Sozialdemokraten in den preußischen Landtag zu komineit. Bei den Landtagswahlen. Herrsche Die öffentliche Abstimmung, und deswegen ist es mur unter den allergünstigsten Umständen möglich, eventuell in der dritten Wählerklasse sozialdemokratische Wahlmänner zu Von den Friedensbedingungen. Aus Washington wird bekommen. Dafür sorge einerseits die Wahlkreis Geometrie, telegraphirt: 3m gestrigen Ministerrath wurde die Angelegenheit be- und andererseits eben die Oeffentlichkeit der Wahl. Nur ein Der Vorfall spielte sich zwischen Pontedecimo und Buffala um züglich der Philippinen geregelt, wobei Mac Kinley den Friedens- Theil der Genossen dürfe offen sozialdemokratisch stimmen. Wenn 8 Uhr früh ab. fommissaren folgende Weisungen gegeben haben foll: Die Ver- es hoch fommt, fönne die Partei 1/5 aller Wahlmänner erreichen, Vor dem Personenzuge 120 hatte ein Güterzug diefelbe Strede einigten Staaten fordern die Insel Luzon, sowie die Einführung des dadurch sei es aber ausgeschlossen, auch nur in die Stich wahi zurückgelegt. Doch von Buffala ab war der Zug sich selbst über- Minimaltarifs auf dem ganzen Archipel für amerikanische Erzeugnisse zu kommen. laffen. Die Führer desselben waren beim Passiren des Tunnels und die Trennung zwischen Staat und Kirche. Betheiligt sich also die Partei an den Wahlen, so erhalten wir durch die von der Maschine ausströmenden giftigen Gase betäubt. Zur Philippinenfrage liegen ferner folgende Nachrichten vor günstigsten Falls die Möglichkeit, unsere Stimmen mit für die Wahl Führerlos stürmte der Zug den Weg von Bussala zurück und stieß aus Madrid: Aus amtlichen Kreisen wird jetzt mit Bestimmtheit ver- von bürgerlichen Kandidaten in die Waagschale werfen zu können. hierbei mit dem Personenzug zusammen. Die Betäubung war sichert, daß General Augustin deshalb seines Postens enthoben wurde, Hätte der Parteitag diese geringen Chancen flar übersehen, dann verursacht durch die schlechte Qualität der von der Gesellschaft um zu verhindern, daß er bei einer Uebergabe Manila's die ganze würde der Beschluß wohl anders ausgefallen sein. Auf dem Parteiverwendeten Sohlen. Eigentlich ist es überhaupt feine Stohle, sondern Inselgruppe den Amerikanern ausliefern könne. Admiral Dewey hatte die tag habe die Meinung vorgeherrscht, daß ein Zug nach Links durch das ein Gemisch von Grus, Bergharz und Pech, welches einen Fettgeruch bedingungslose Waffenstreckung seitens der Spanier gefordert; und wäre Bürgerthum gehe. Diese Voraussetzung hat sich in der Zwischenzeit und einen ekelhaften Gestant ausströmt und das Athmen unmöglich Augustin als Generalgouverneur" auf die Forderung eingegangen, so als trügerisch erwiesen. Die Sozialdemokratie habe durch den macht hätten die Amerikaner voraussichtlich daraus abgeleitet, daß er seinen Hamburger Beschluß gewissermaßen dem Bürgerthum die Hand zur Schon öfter hatten sich ähnliche Fälle wiederholt, was Ver ganzen Verwaltungsbezirk" übergebe. Deshalb wurde von Madrid der Unterstützung geboten. Aber diese bürgerlichen Parteien spätungen im Eintreffen der Züge zur Folge hatte. Das Personal Rüdtritt Augustin's angeordnet und demselben aufgegeben, wenn haben diesen Voraussetzungen in feiner Weise entsprochen. hatte dem Direktor hierüber Bericht erstattet, doch hatte die Gesell- irgend möglich die Inseln zu verlassen, um so den Amerikanern Auch würden went sich unsere Partei etiva schaft nie an Abhilfe gedacht. Ein Angestellter, der sich weigerte, teinerlei Handhabe zu der vorbezeichneten Auslegung des Ueber- Unterstützung der Freisinnigen beschränken wollte mit diesem Heizmaterial die Fahrt anzutreten, wurde zu 12 Tagen gabe- Vertrages zu bieten. Dieser Umstand erklärt es auch, daß Freisinnigen im preußischen Landtag doch teine irgend Einzelhaft verurtheilt er gehörte dem Militärstande an. Dewey, entgegen der früheren Verabredung, Manila noch wie ausschlaggebende Zahl gewinnen können. Von der ganzen Die Regierung hat eine Untersuchung angeordnet, es ist aber stürmen ließ. Oppositionsstellung sei aber nichts übrig geblieben, seitdem sich das vorauszusehen, daß die Schuldigen ohne Strafe davonkommen. In einer Depesche des Generals Jaudenes aus Manila wird Bürgerthum an dem patriotischen Tingeltangel in Kiautschou Gestern ist hier in Rom der frühere Abgeordnete Bonajiero darüber Klage geführt, daß die Amerikaner alle zur Unterbringung berauscht habe. Bald nach dem Hamburger Parteitage erflärte wegen eines Verbrechens im Duell verhaftet worden. Nachdem er von Militär geeigneten Räumlichkeiten in Manila in Anspruch Eugen Richter, daß es die Aufgabe seiner Partei sei, die Sozialdemokratie beim Zusammenstoß eine Wunde in der Brust erhalten und die nehmen und die spanischen Soldaten die Nächte in den Kirchen zu- zu bekämpfen. Der Freifinn habe sich überall, wo er zu wirken beSekundanten Halt" geschrieen hatten, ergriff er mit der linken sammengepfercht zubringen müssen; daher sei der Ausbruch einer rufen gewesen sei, als unfähig erwiesen, politisch wirksame Opposition Hand den Degen seines Gegners und durchbohrte diesen. Zum Epidemie unter den spanischen Soldaten zu befürchten. zu betreiben, ganz abgesehen von seiner sozialpolitischen Rückständig, Glück find edlere Theile nicht verwundet, doch trifft die Schuld hieran Nach den Philippinen sollen keine amerikanischen Truppen mehr feit. Unsere Stimmen würden sie nehmen, aber unsere politischen jedenfalls nicht den Todtschläger. abgehen. Ein Schnelldampfer ist ausgefandt worden, um den gestern Wünsche würden sie niemals erfüllen. Seit langen Jahrzehnten " " auf die In Erwägung, daß die Sozialdemokratie bei den Wahlen zum preußischen Landtag Wahlerfolge aus eigener Kraft nicht erzielen fann und deshalb unser Eintreten nur auf eine direkte oder indirekte Unterstützung bürgerlicher Parteien herauskommen fann; in fernerer Erwägung, daß der trotzdem gefaßte Beschluß des Parteitages den Genossen die Betheiligung zu empfehlen, von der Voraussetzung ausging, daß die bürgerlichen Oppositions parteien den Willen und die Fähigkeit zur energischen Bekämpfung der Reaktion zeigen würden; Steuerstatistik zahlt jeder Einwohner in der Schweiz durchschnittlich Steuern in der Schweiz. Nach einer jüngst publizirten 48,95 Fr. Gemeinde- und Staatssteuern pro Jahr. Die höchsten Steuern hat Basel mit 98,19 Fr., die niedrigsten Obwalden mit 27,81 Fr. wovon 58 163 000 Fr. auf den Bund( indirekte Steuern), 50393 200 Die gesammte Steuersumme beträgt 148 797 500 Fr., auf die Kantone und 40 241 000 Fr. auf die Gemeinden entfallen. Dr Tammlungen. hatte das Bürgerthum fefne beffere Gelegenheit zur wirklichen Oppo- 1 innerhalb der Partei. Auf die bürgerlichen Oppositionsparteien| diesem Wettlauf gleichen Schritt mit Hamburg gehalten. Der A sition und zum Aufräumen mit der Reaktion gehabt, als gerade sei aber nicht der geringste Werth zu legen. Sie seien ganz unzu- theil Großbritanniens an der Einfuhr nach Hamburg, der in de der jezigen Regierung gegenüber. Aber es habe sich seiner Aufgabe verlässig. Und speziell auch der Liberalismus sei nicht werth, von Jahren 1871 bis 1875 nicht weniger als 58 pet. des feewärts ein nicht würdig gezeigt. Gewogen und zu leicht befunden!" Das uns unterstützt zu werden. Auch die Freisinnigen seien stets unsere geführten Werthes betrug, ist in den Jahren 1890 bis 1895 auf 25 p Bürgerthum hat die dargebotene hand des Proletariats zurückgewiesen. giftigsten Gegner gewesen. Der Freifinn ist gegen jede Sozial- gesunken und auch absolut zurückgegangen, nämlich von 514 Millione Diese Verhältnisse machen die Wahlbetheiligung für die Sozial- politit, er reicht uns in dieser Beziehung nicht den kleinen auf 391 Millionen Mark. Andererseits ist dagegen der Verkehr mi demokratie unmöglich. Der Redner schlägt der Versammlung die Finger. Selbst in politischer Beziehung sei er ganz unzuverlässig. fremden Welttheilen ganz außerordentlich gestiegen, beispielswei folgende Resolution vor: Die Agitation für die Unterstüßung der Freisinnigen habe manchen die Einfuhr aus Amerifa von 217 Millionen Mark in de einfachen Mann topficheu gemacht. Unsere Aufgabe sei, die Mittel- Jahren 1871 bis 1875 auf 780 Millionen im Jahre 1897, aus Asie parteien verschwinden zu lassen. Der Redner erinnert besonders an in dem gleichen Zeitraum sogar von 13 Millionen Mark au das Verhalten der Freisinnigen im letzten Wahlkampf uns gegenüber. 190 Millionen u. s. w. Bei der Ausfuhr ist ein ähnliches Resulta Ihre Lippen sind noch feucht von dem Bruderkuß der Konservativen. zu konstatiren. Hamburg, das ein Mittelpunkt des Seeberkehrs ge Es muß ein neuer Parteitagsbeschluß gefaßt werden, der es aus worden ist, wie es nur noch London, Liverpool, New- York und de spricht, daß alle bürgerlichen Parteien uns gegenüber eine reaktienäre Kohlenhafen Cardiff sind, wurde im Jahre 1897 befahren von Masse sind. 113 regelmäßigen Dampferlinien gegen 106 im Vorjahre Maaß spricht für Annahme der Ledebour'schen Resolution und mit 778 Dampfern, die 6177 Reisen machten. Fast zwei Drittel wendet sich in längeren Ausführungen gegen jede Unterstüßung des ganzeu Schiffsverkehrs vollzieht sich auf diesen regelmäßigen in Erwägung endlich, daß in der Zwischenzeit die bürger- bürgerlicher Parteien. Unseren Genossen sei es in der Mehrzahl Dampferlinien. lichen Oppositionsparteien die auf sie gesezten Hoffnungen ent- ganz unmöglich, offen sozialdemokratisch zu stimmen. Zwischen der täuschten, indem sie die Reaktion gefördert, nicht sie grund- unterstützung der Freisinnigen bei der Reichstags- und andererseits säglich bekämpft haben, bei der Landtagswahl sei ein großer Unterschied, weil die Freibeschließt die Sozialdemokratie Berlins, von der Besinnigen im Reichstag von unseren Vertretern bekämpft werden theiligung an den bevorstehenden preußi- fönnen. Es müsse jedem Mauserungsprozeß in der Partei entgegen schen Landtagswahlen Abstand zu nehmen gewirkt werden. Vorläufig haben wir noch genug organisatorische und zur Niederzwingung der Reaktion sich Arbeit in der Arbeiterbevölkerung zu leisten. nach wie vor ausschließlich auf die eigene Der nächste Redner ist A d. Hoffmann. Er ist der Ansicht, Kraft zu verlassen. daß eigentlich die einzelnen Landtags- Wahlkreise über die AngelegenDer Verlesung der Resolution folgt lebhafter Beifall. Der heit hätten entscheiden müssen. Den Versuchen, den Hamburger Redner fügt hinzu, daß man sich, trotzdem man sich an den Wahlen Beschluß einseitig auszulegen, müsse entgegengewirkt werden. nicht betheiligen dürfe, doch mit den wichtigen Angelegenheiten des Von allen prinzipieйen Gründen abgesehen, In der Generalversammlung der Delegirten der Ortswürde eine preußischen Landtags beschäftigen könne und müsse. Vielleicht Wahlbetheiligung aber auch gar nichts Krankenkasse der Schneider und Schneiderinnen, die am Freitag nüßen, weil wirkt unser Ablehnungsbeschluß aufrüttelnd auf das Bürgerthum. die Genossen uicht offen sozialdemokratisch stimmen dürfen. im Klubhause in der Kommandantenstraße tagte, wurden abermals Und wenn die bürgerlichen Parteien sich einmal unserer Unterstügung Wenn es doch geschähe, dann würden wir eine gegen den Vorsitzenden und seine Anhänger die bekannten Vorwürfe würdig zeigen, dann soll es an der Unterſtüßung unsererseits nicht Menge Existenzen zu unterſtüßen bekommen. Bei den Reichstags- wegen Mißstände in der Verwaltung erhoben. Der Vorsitzende mit bürgerlichen Parteien abgeneigt, und dieser Stimmung solle wollen wir den einfachen Genossen tlar machen, was für patente Tagesordnung über. Der Antrag über die Kündigung des Ren fehlen. Die wirkliche Stimmung des Proletariats jei jedem Battiren wahlen befämpfen wir die Freifinnigen, und bei den Landtagswahlen fonnte diese Vorwürfe nicht ganz entträften. Ueber die eingereichte Beschwerde an den Oberpräsidenten ging die Versammlung zur man durch den ablehnenden Beschluß Ausdruck geben.( Beifall.) Kerle" doch die Freisinnigen seien. Man giebt uns von jener Seite Ein Geschäftsordnungs- Antrag, wonach die einzelnen Berliner nur Fußtritte. Ein Zusammengehen ist nicht möglich. danten konnte nicht erledigt werden, da nach dem Statut nur der Landtags- Wahlkreise in gesonderten Versammlungen über die Wahl- das Schwergewicht vom Reichstag nach den Landtagen verlegt Borstand wurde beauftragt, einen weiblichen Strantenkontrolleur an betheiligung beschließen sollen, wird abgelehnt. werden soll, dann werden die Freisinnigen dem nicht energisch entgegentreten. Wenn es nach dem Redner ginge, dann würde den zustellen. Ueber den Hauptpunkt, die Einführung der freien Arzt Freisimmigen auch bei den Reichstagswahlen der Stuhl vor die wahl, entspann sich eine lange Diskussion. Da ein großer Thür gesetzt. Verlängern sie solchen Gegnern nicht unnöthig das Theil der Delegirten dem Vorstand immer noch glaubt, daß diese Leben.( Beifall.) Einführung ungeheure Geldkosten verursachen würde, mußte dieser Wegen der vorgerückten Zeit beschließt die Versammlung nun- Punkt wieder bis zum Herbst vertagt werden. Der Vorsitzende der Dreizehner- Kommission, Möbius, der in mehr den Schluß der Diskussion. Das Schlußwort hat Ledebour, der sich mit mehreren, einem Flugblatt die ganzen Mißstände der Verwaltung Ilarlegte, ift bei der Staatsanwaltschaft denunzirt worden. Bei den Verin fernerer Erwägung, daß hier die freisinnige Vollspartei bis jetzt ihm zu theil gewordenen Erwiderungen der Vorredner sämmtliche Mandate in Besitz hat und wohl auch fernerhin gegen schäftigt. Daß die Partei bei den letzten Wahlen einen handlungen wird jedenfalls die ganze Angelegenheit aufgeklärt die konservative Partei behaupten wird, somit für uns das Haupt- Auch sei es ihm nicht eingefallen, die Versammlung zu einer über Rückgang an Werbekraft gezeigt habe, halte er aufrecht. moment für die Betheiligung hinwegfällt, Die Barbier- und Friseurgehilfen hielten am 18. d. M., im erklären die am 23. August im„ Feenpalast" versammelten Bartei- dem Parteitag stehenden Instanz zu machen. Wenn wir erklären, Louisenstädtischen Konzerthause eine öffentliche Versammlung ab. erklären die am 23. Auguſt im„ Feenpalast" versammelten Partei wir treten wegen Mangels der in Hamburg aufgestellten Voraus Massini referirte in eingehender und interessanter Weise über das genossen Berlins, von einer Betheiligung an der Landtagswahl ſetzungen nicht in die Wahl ein, für diesmal abzusehen. Die Anwesenden verpflichten sich jedoch Bevormundung der Genossen anderer Städte. Aeußerst verwundert einiger Innungsgehilfen zeigten von großem Mangel an Einsicht und so liegt darin feine neue Handwerkergeses. Die in der Debatte gemachten Ausführungen die auswärtigen Genossen, soweit dieselben gegen die Vertreter der reaktionären junkerlichen Gelüste den Kampf aufnehmen nach ist der Redner über den mehrfach vertretenen Standpunkt, wonach Verständniß. Dieſelben mußten sich von den nachfolgenden Rednern besten Kräften zu unterstützen. man zwar die Wahlen in Berlin nicht will, aber für die Unter- sowie vom Referenten noch derbe Wahrheiten sagen lassen. Leit St. Friz. anderen Wahlkreisen stützung der Freisinnigen in Das sei intonsequent. eintritt. entfernte sich dadurch die Debatte vom eigentlichen Thema. In Agitationskommission wurden 8 wirner, Majewski und Lie liegenden Resolutionen. Man kommt nunmehr zur Abstimmung über die vor gewählt. Zum Schlusse wurde auf die am 25. d. M. stattfinden Mitgliederversammlung, die sich mit der Verkürzung der Arbeitsz Resolution mit großer Mehrheit angenommen. Nachdem beide noch einmal verlesen sind, wird die Ledebour'sche befassen wird, aufmerksam gemacht und zu zahlreichem Besuch ai gefordert. darauf die imposante Versammlung geschlossen. Mit einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie wird Es wird sodann beschlossen, immer einen Redner für und einen gegen die Wahlbetheiligung sprechen zu lassen. Abgesehen von einer später zurückgezogenen Resolution wird noch die folgende verlesen: In Erwägung, daß die Parteigenossen Berlins voraussichtlich in feinem der vier Landtags- Wahlkreise aus eigener Kraft ein Mandat erringen können; einen Soziales. Wenn be= werden. 1 Der nächste Redner ist Arons: Es handele sich bei den Landtagswahlen durchaus nicht um die Fragen der höchsten Politik. Aber immerhin tämen in den Landtagen doch für das Proletariat sehr wichtige Fragen zur Behandlung. Eine freisinnige Majorität wollen und können wir nicht in den Landtag bringen. Aber auf die Berringerung der konservativen Reaktion können wir durch unser Eintreten einwirken. Allerdings könne man einen großen liberalen Aufschwung Die Freie Vereinigung der Zivil: Berufsmusiker Berli vom heutigen Bürgerthum nicht mehr erwarten. Es kann sich nur und Umgegend hielt am 16. d. M. eine außerordentliche Gener darum handeln, daß gewisse Theile des Bürgerthums, in dem sie versammlung ab. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Kollege Kor ihre eigenen Interessen vertreten, auch in unserem Sinne gewählt. Der Kassenbericht für das II. Quartal ergab: Besta handeln. Ebenso wie unsere Väter 1848 alles, was zur Hand war, bom I. Quartal 219,24 M., Einnahme 178,- M., Ausgabe 367,809 bleibt Bestand 29,44 M., der kaffirer erhielt Decharge. Nach de zum Barrikadenbau verwandten, ebenso müssen wir heute alles thun, Das Geschäft der schlesischen Kohlengrafen wird immer Bericht des Arbeitsnachweises vom II. Quartal wurden durch den was möglich ist, um der überhandnehmenden Reaktion entgegen glänzender. Für den Herbst sind bereits mehrfach Preis- felben 152 Kollegen bei 39 Mufitgeschäften für den Preis von 1285 M. zutreten. Auch die Agitation für unsere Partei werde erleichtert, erhöhungen in Aussicht gestellt. Die beiden fiskalischen Gruben beschäftigt. wenn man auf die Lösung greifbarer Aufgaben hinwirke. Wenn wir Oberschlesiens:„ König" und Königin Louise" haben gegenüber den in die Agitation für die Wahlen eintreten, dann thun wir es Frühjahrspreisen für fast alle Sorten Preiserhöhungen angekündigt, Teutschbein in Marienfelde eine Voltsversammlung. Gen. Se öfter Für Tempelhof Mariendorf tagte am 21. b. M. bei nicht, um für die Freisinnigen zu wirken, sondern um dem und zwar z. B. Erhöhungen um 0,50 M. pro Tonne. Und dabei junterlichen Uebermuth entgegenzutreten. Der waren schon die letzten Frühjahrspreise höher als die vorjährigen aus Schöneberg referirte über„ Die lezten Reichstagswahlen". An Redner ersucht, die Resolution des Genossen Friz an- Winterpreise. Hoffentlich können wir auch in nächster Zeit von einer Jeziorsky, Lammi und Thiel. Ueber die Stellungnahme der Diskussion betheiligten sich die Genossen Büttner, zunehmen. Am vernünftigsten würde es dem Redner erscheinen, Lohnerhöhung berichten. wenn die Partei sozialdemokratische Wahlmänner aufstellte, wo dies der Versammlung zu den Landtagswahlen finden die Leser den Be Eine Schulkinder Schwimmanstalt besigt die Stadt richt in der Rubrik Landtagswahlen. Als Delegirte zur Kreismöglich ist; wo dies nicht möglich ist, aber von vorn herein Königsberg i. Pr. Dieselbe ist in dem dicht vor den Thoren konferenz wurden für Tempelhof die Genossen Jeziorsty oppositionelle bürgerliche Wahlmänner unterstützte. Für Berlin liegenden großen, schönen Oberteich eingerichtet. In der Zeit vom a. Müller und H. Lammi gewählt; für Mariendorf die Ge halte er die Wahlbetheiligung nicht für angängig und möglich. 15. Juni bis 18. August badeten dort 43 519 Knaben und 26 598 noffen Otto und Wolfg. Heine erklärt ebenfalls für die Resolution des Mädchen. Die Schwimmanstalt wurde vor drei Jahren vom Stadt- Wahlkomitees ist Lehmann. Aus dem Bericht des Genossen Fritz zu sprechen, indem er die Wahlbetheiligung in rath Dr. W. Simon geschaffen und später von einem Komitee nahme von zu entnehmen, daß dasselbe eine Eins Berlin nicht für angebracht halte. Die Ledebour'sche Resolution übernommen. 179,01 m. und eine Ausgabe von 182,06 m. wolle diese Versammlung zu einer über dem Hamburger Parteitag Stinder stehen bei der Benutzung der Schwimmanstalt natürlich unter gesammelt 326,30 M., hiervon wurden in Tempelhof 268,55 M., in Private und die Stadt gaben Geld dazu. Die hatte, es bleibt mithin ein Defizit von 12,05 M. Auf Listen sind stehenden Instanz machen. Ueber die Aufhebung des Hamburger Be- Aufsicht. schlusses habe die Versammlung nicht zu beschließen. Auch dagegen Mariendorf 57,75 M. bereinnahmt. Auf Antrag der Revisoren wird müsse er Protest erheben, daß die Stimmung unter den Genossen es in Preußen 1513 Sparfaffen, 23 mehr als im Jahre 1895/96. noffe Thiel die Anwesenden auf, der politischen Organisation beiDie preußischen Sparkaffen. Im Rechnungsjahr 1896/97 gab das Wahlfomitee entlastet. Unter Punkt„ Verschiedenes" fordert Geflauer geworden sei, weil für eine Betheiligung an den Landtagswahlen agitirt worden ist. Der Redner steht mit Arons auf dem Davon waren 634 städtische, 180 Landgemeinde-, 378 Kreis- und zutreten und für die Verbreitung des Vorwärts" zu agitiren. Gefelben Standpunkt in dieser Frage. Wo es möglich sei, einen Spartassen. Zu den 1513 Sparkassen gehörten 556 Filial- oder Blatt für die Landkreise herauszugeben. Unter einem Hinweis an Wo es möglich sei, einen Amts, 6 Provinzial- und ständische und 315 Vereins- und Privat- nosse Lehmann wünscht ein wöchentlich zweimal erscheinendes Reaktionär aus dem Landtage hinauszutreiben, müsse es Nebenkassen geschehen, auch wenn man für den Reaktionär nur gegen 529 im Vorjahr und 2026( 1919) Sammel- die Versammelten, auch in Zukunft für unsere Partei recht thätig zu Freisinnigen bekomme. Das Recke'sche Vereinsgesetz wollte oder Annahmestellen. Es kam eine Sparstelle auf 85,13 Quadrat- sein, schließt Genosse Müller mit einem Hoch auf die internationale nichts mehr und nichts weniger, als dem wirthschaftlichen filometer gegen 88,41 Quadratkilometer im Jahre 1895, sowie auf Sozialdemokratie die Versammlung. Kampf der Arbeiter in den Arm zu fallen. Und dieses Gesetz ging 7879 Einwohner gegen 8091 im Jahre 1895. Sparkassenbücher den Konservativen noch nicht einmal weit genug. Auch mit einem jedes dieser Bücher kamen von den 4 655 622 410,88 m. Einlagen ehte Nachrichten und Depelthen. waren 7261 363 im Umlauf gegen 6869 518 im Vorjahre. Auf Staatsstreich wird seit Jahren gedroht. Diesen denkt man sich unter der Form, daß alle wichtigen Aufgaben nach und nach in die Landtage( 4 340 153 526,18 M. im Vorjahre) im Durchschnitt 641,15 M.( gegen 631,80 Rathenow, 28. August.( W. T. B.) In dem Dorfe Strodehne verlegt werden sollen. Der Reichstag soll wirkungslos gemacht betrugen 121 350 527,39 W.( gegen 112 718 189,38 M.), die neuen Die gutgeschriebenen Zinsen( is Westhavelland) brannten, nachdem bereits in der Nacht vom werden. Soll man solchen reaktonären Bestrebungen nicht mit allen Ginlagen 1 183 236 413,80 m.( gegen 1 136 209 984,45 M.). Die Rüd- Sonntag zum Montag drei Gehöfte durch Feuer zerstört worden waren, in der letzten Nacht abermals fünf Gehöfte vollständig nieder. Allerdings haben sich die Freifinnigen bei den letzten Reichs- zahlungen 995 270 254,04( gegen 003 614 499,40 M.), der gesammte als Brandstifter iſt ein Maurergeselle verhaftet worden. tagswahlen sehr unschön benommen. Aber etwas anderes er Bugang für 1896 beträgt daher 309 316 687,15 m., das ist eine Zuwartete ja auch kein Mensch von den Freisinnigen. nahme von 100 auf 107,12 gegen 108,65 im Jahre 1895. Auf jeden Holzminden, 23. August.( W. T. B.) Ein Wirbelwind wehte allerwenigsten verlange man von ihnen Dank für unsere Stopf der fortgeschriebenen Bevölkerung Preußens von 32 266 337 heute Nachmittag den 60 Meter hohen Thurm der hiesigen evangeliUnterſtügung. Wir unterstützen die Freisimmigen ja auch in Ortsanwesenden kam an Spareinlagen die Summe von 144,29 M., fchen Stadtkirche nieder und deckte zahlreiche Dächer ab, warf auch Reichstags Stichwahlen, weil es eben unserem Intereffe gegen 136,28 W., 127,85 m., 121,11 m., 115,93 M. und 112,39 m. mehrere Schornsteine um und richtete auch anderweitige bedeutende Berwüstungen an. entspricht. Die Freifinnigen des Landtags seien aber dieselben, wie in den fünf Jahren vorher. Paris, 23. Auguft.( W. T. B.) Da bei den Manövern der die des Reichstags. Die Freifinnigen haben wirthschaftlich ganz andere Hauptberuf der Postagenten. Von den am Ende des Ja- Garnison am 17., 18. und 19. d. M. sechs Fälle von Hizschlag vorInteressen und Ansichten als wir. Wir wissen aber auch, daß die nuar 1898 im Reichs Bostdienſt thätigen 8335 Postagenten waren gekommen sind, verfügte der Kriegsminister die Einstellung aller Freifinnigen gegen das reaktionäre Vereinsgesetz gestimmt im Hauptberuf: Gastwirthe 1449, Handwerker 1875, Landwirthe 1298, militärischen Märsche und Uebungen während des Anhaltens der haben und auch in Zukunft nicht anders stimmen fönnen. Unsere Kaufleute 1174, Lehrer 1084, Gemeinde- und Privatbeamte 622, großen Hize. Partei darf sich feine Gelegenheit entgehen lassen, wo sie mit Hand Eisenbahn- Beamte 359, Lehrer und Beamte im Ruhestande 354, Pittsburg, 23. Auguſt.( W. T. B.) Uebermäßige Anwendung an die Dinge legen und sich an der Machtausübung betheiligen kann. Brivatiers 288, Zoll- und Steuerbeamte 70, Forſtbeamte 48, Apo- von Sprengstoff verursachte bei einem Tunnelbau auf einer ZweigDer Redner hält es für Pflicht der Partei, wo fie der Reaktion theker 19, Wege Aufseher 16, Küster 15, Militär- und Berg- linie der Eisenbahn Pittsburg- Cincinnati- Chicago- St. Louis die schaden könne, es zu thun. In Berlin hätte die Betheiligung feinen invaliden 14, verschiedene Berufe 150. Zweck, weil die Size der Freisinnigen ohnedem sicher sind. Unter Während im ganzen der Gastwirthsberuf die größte Zahl der oderung einer beträchtlichen Erdmasse, wodurch sieben Arbeiter geanderen Verhältnissen, wo die Parteigenossen ausschlaggebend sein Bostagenten stellt, überwiegen in den östlichen Bezirken bei Kopenhagen, 28. August.( W. T. B.) Die ganze Nacht hinfönnen, sollen sie sich aber gemäß dem Hamburger Beschluß be- weitem die Lehrer. durch wurde Jütland von schweren Gewittern heimgesucht. Ein mit theiligen. Handel und Schifffahrt Hamburgs im Jahre 1897. Nach Eisstücken vermischter wollenbruchartiger Regen ging nieder. An Gen. Siepmann führt aus, es sei ein großer Unterschied, ob den vom handelsstatistischen Bureau herausgegebenen„ Tabellarischen vielen Stellen schlugen Blige ein. man bei den Reichstags- oder bei den Landtagswahlen für einen Uebersichten des Handels und der Schifffahrt Hamburgs im niedergebrannt. Drei Personen wurden getödtet. Biel Vieh ist Freisinnigen stimme. Das sei nicht dasselbe, denn beim Jahre 1897" hat der Seeverkehr Deutschlands in den letzten umgekommen. Landtag wähle man auf grund des reaktionärsten aller Jahren außerordentliche Fortschritte zu verzeichnen. Während Petersburg, 23. Auguft.( W. T. B.) Die hiesige Baumwolla Wahlgesetze. Der Redner ist der Meinung, daß die Frei- im Hafen von Hamburg in den Jahren 1851 bis 1860 spinnerei- Attiengesellschaft Woronin ist heute früh niedergebrannt. sinnigen sogar für das Vereinsgefeß gestimmt hätten, wenn es ihrem durchschnittlich 756 000 Registertonnen und in den Jahren Belgrad, 23. August.( W. T. B.) Der Kaffationshof bestätigte Interesse entsprochen hätte. Der nächste Parteitag könne den Ham- 1871 bis 1880 durchschnittlich 2 206 000 Registertonnen an das gegen den Führer der Radikalen Pasitsch wegen Beleidigung des burger Beschluß mit Leichtigkeit wieder aufheben. Der Redner zitirt tamen, ist diese Ziffer bis zum Jahre 1897 auf 6708000 Register Rönigs Milan gefällte, auf neunmonatliche Kerkerstrafe lautende einen Artikel der Welt am Montag", der seine Freude darüber aus- tommen gestiegen. Hierbei ist noch in betracht zu ziehen, daß das Urtheil. spricht, daß in mehreren Partei- Orten die Wahlbetheiligung und die event. neue deutsche Meßverfahren geringere Tonnenzahlen als das frühere Kapstadt, 28. August.( W. T. B.) Jn Namagualand wurden Unterstützung der Freisinnigen beschlossen worden ist. Dadurch ent- aufweist, so daß die Vermehrung noch eine erheblich größere ist, als die Fortschrittler Rhodes und Oates mit überwiegender Mehrheit widele sich die Partei zur praktischen Oppositionspartei. Diese Auf die angeführten Ziffern bekunden. Aber ebenso bedeutend hat sich gewählt. Auch Queenstown wählte 2 Fortschrittler. Bisher gefassung sei für uns sehr lehrreich. Demgegenüber müsse der prole- der Seeschiffs wie der Flußschiffs- Verkehr entwickelt. Er hat sich im winnt der Afrikander- Bond 8, die Rhodes- Partei 3 Size. tarische Charakter der Partei scharf betont werden. Alle wirklichen Laufe von 42 Jahren mehr als verneunfacht und ist in Bombay, 23. August.( W. T. B.) In der vergangenen Woche Proletarier der Partei wollen die schärfere Tonart. Dies set zu ungleich schnellerem Tempo gewachsen, als der Schiffsverkehr sind 162 Personen an der Best in Bombay gestorben; es wird amtsedenken, denn die fortwährenden Mauserungen führen zu Spaltungen der englischen Häfen, nur Antwerpen und Rotterdam haben in lich gemeldet, daß die Best auch in Süd- Indien ausgebrochen ist. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Mitteln entgegentreten? 0 Am Mark im Vorjahre). 0 tödtet wurden. Br. 197. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Preußische Landtagswahlen. Die Sozialdemokratie und die Landtagswahlen. Seit der Beilegung des Konflikts haben die Landtagswahlen in Preußen unter der von Wahl zu Wahl steigenden Gleichgiltigkeit der Wählermassen gelitten. Bei den letzten Wahlen fehlte es fast gänzlich an einer Diskussion in der Presse, die sich auch nur im entferntesten mit den bei den Reichstagswahlen üblichen Erörterungen vergleichen ließe. Wie ganz anders jetzt. Noch sind die Landtagswahlen nicht ausgeschrieben. Es können noch viele Wochen bis zur amtlichen Befamimachung des Wahltermins vergehen, und trotz der sonst noch fühlbaren Erschlaffung durch die allgemeine politische Ueberanstrengung bei den Reichstagswahlen, herrscht schon seit Wochen in den Organen aller Parteien ein lebhafter Kampf über die Landtagswahlen. So zeigt sich auch hier wiederum, daß ohne die Sozialdemokratie im Deutschen Reiche alles politische Leben erschlafft. So lange die Bourgeoisie unter sich den Kampf um die Landtagssite auszufechten hot: tödtliche Dede und Langeweile. Nun, wo die Sozialdemokratie mir erst erörtert, ob und wie sie sich an der Wahl betheiligen soll, wcht erfrischende, gesunde Kampfesluft. Was wäre die deutsche Politik ohne Sozialdemokratie? Mittwoch, 24. August 1898. Ich persönlich habe darauf hingewiesen, da es uns doch darauf Herbst v. J. betheiligten sich an der Stadtverordnetenwahl in ankommen müsse, innerhalb der einzelnen Landesfraktionen deren Kottbus nur ca. 200 Parteigenossen, obwohl von insgesammt linken Flügel zu stärken, damit durch die Fraktionsbeschlüsse bereits 600 Wählern öffentlich bekannt ist, daß sie zur Sozialdemokratie die zögernden Elemente mit hingerissen würden. Ich habe hierbei gehören. In dem Kottbuser Arbeiter- Vorort Sandow, der etwa gerade auf die nationalliberale Fraktion hingewiesen, deren aus- 5000 Einwohner zählt, betrug bei der Gemeindewahl im getretenes Mitglied, das für das Vereinsgesetz gestimmt hatte, nach- März des laufenden Jahres die Zahl unserer Stimmen in der träglich erklärte: Es hätten vielleicht noch mehr Fraktionsmitglieder 3. Abtheilung gar nur 17. Diese reichten aber hin zur Wahl des dafür gestimmt, wenn dieselben sich nicht durch den Fraktions- fozialdemokratischen Kandidaten, denn gegnerische Stimmzettel wurden beschluß, welcher sie daran hinderte, für gebunden erachtet hätten. nicht abgegeben. Die Wahlbetheiligung der Sozialdemokratie ist in Es kommt doch meines Erachtens für die Betheiligung an den Rottbus also bei Wahlen, die nicht den Reichstag betreffen, sehr flau. an, wievel Vortheile für uns dirett herausspringen, sondern ob es Wahlmänner für den Landtag aufzustellen. Die Sozialdemokratie preußischen Landtagswahlen bei der jetzigen Sachlage nicht darauf Immerhin hätte man wenigstens den Versuch machen sollen, eigene möglich ist, durch unsere Betheiligung die kompatte Majorität der eines Kreises wie Kottbus- Spremberg, der sich bei der ReichstagsKonservativen zu vereiteln. Darüber, daß dieses besser und wirt waht so glänzend verhalten hat, sollte nicht so gering von dem famer durch eigene Parteigenoffen geschieht, verliere ich kein Wort; Muthe und der Thatkraft ihrer Anhänger denken, um ohne weiteres denn darin find wir uns alle einig. Da die Aufstellung eigener auf selbständige Aktion zu verzichten. Zeit zur Unterstützung des Wahlmänner aber meines Erachtens nicht geht, so halte ich den Vor- Freisinns im ersten Wahlgang ist immer noch, wenn sich erwiesen schlag des Genossen in Nr. 192 vom 18. ds. Mts., der sich auch mit hat, daß man eigene Wahlmänner wirklich nicht aufstellen kann. meinen früheren Anschaumgen deckt, für das beste. Daß dieses Im Jahre 1893 haben in der 3. Wählerklasse gestimmt: im darum noch nicht gefährlich. Der Beweis, daß dem so ist, wird durch Streise Spremberg 9,06 pet. Die Wahlbetheiligung war also lächer Experiment vom Genossen P. S. als gefährlich erklärt wird, macht es Stadtkreise Kottbus 9,44 pct., im Landkreis Kottbus 8,89 pct., im Baden geliefert, wie auch jede Reichstagswahl uns zeigt, daß die lich gering. Durch eine von der Partei agitatorisch erwirkte größere Genossen in den Kreisen, wo sie durch die Sachlage gezwungen Wahlbetheiligung müßte doch auch die Zusammensetzung des Wahlwerden, oft für die Kandidaten der gegnerischen Parteien bei den männerkollegiums profitiren. Stichwahlen zu stimmen, bei der nächsten Wahl doch wieder in verstärkter Zahl an der Urne für unsere Kandidaten eintreten. Ja, " 1 Die Genossen von Tempelhof- Mariendorf „ Die heute bei Teutschbein in Marienfelde tagende Versamms lung erklärt sich nach längerer Diskussion für die Be theiligung an den Landtagswahlen und zwar auf Grundlage des„ Hamburger ParteitagsBeschlusses". Sie erblickt in der Betheiligung hauptsächlich einen agitatorischen Werth für unsere Partei und denkt die Reaktion in erster Linie zu schwächen." Zentrum und Bund der Landwirthe. Aus dem Wahlkreise Schlochau konis Tuchel meldet das Berl. Tagebl.", daß dort der Bund der Landwirthe ein Kompromiß mit dem Zentrum gegen den liberalfonservativen Kompromißkandidaten beschlossen hat. Das liberale Blatt bemerkt dazu:„ Diese politische Konstellation ist nicht ohne Interesse, nachdem die Blätter des Bundes jeden Gegensatz zu den Konservativen rundweg abgeleugnet haben. Die„ regierende" Partei aber im Bunde mit den Agrariern das eröffnet Perspektiven für die Landtagswahlen, welche das liberale Bürgerthum fest im Auge behalten sollte." Partei- Nachrichten. M „ Die preußischen Landtagswahlen. Genoffe P. S., ist es konsequent, bei den Reichstags- Stich beschäftigten sich in längerer Diskussion am 21. d. M. in einer BoltsDie gesetzlichen Bestimmungen nebst Erläuterungen, heraus- wa h I en, durch die Sachlage gezwungen, zu erklären„ Wählt das versammlung mit der Stellungnahme zu den Landtagswahlen. Die gegeben im Auftrage des Vorstandes der sozialdemokratischen Partei leinere Uebel", weil wir nicht hinein kommen, und bei den Genossen ommi, Lehmann, Köster und Jeziorski von Dr. Leo Arons." So lautet der Titel einer Broschüre, die Landtagswahlen zu sagen:" Wir kommen nicht hinein, nun sprachen sich für, der Genosse Thiel gegen eine Betheiligung an „ Wir soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschienen ist wählt nicht; auf diese, welche wir zwar bei den Reichstags- Stich den Landtagswahlen aus. Folgende Resolution fand gegen fünf und die ihre Entstehung dem Beschluß des Hamburger Partei- wahlen empfohlen haben, ist kein Vertrauen zu setzen?" Reichstags- Stich- Stimmen Annahme: tages verdankt, wonach eine Broschüre herausgegeben werden Diese Parole ist doch wohl gefährlicher für die Mitläufer als die: soll, welche geeignet ist, insbesondere unseren zur Agitation Wähle stets und zwar zuerst den Sozialdemokraten, aber wenn's berufenen Genossen Belehrung über die mannigfachen Fragen nicht geht, dann denjenigen, der Dir noch die meiste Freiheit verbürgt." der preußischen Landtagswahlen zu geben". Dieser Zweck Für den Mitläufer, sage ich, denn der wirkliche Parteiwird in dem 32 Seiten starten. Heft in der That erreicht. Von der genosse wird nicht irre. Mir scheint aber, als hätten die Gegner Wiedergabe der Gründe, die für oder gegen die Betheiligung an den der Betheiligung auf die Mitläufer zu viel Rücksicht genommen. Wahlen sprechen, ist gänzlich abgesehen worden, vielmehr hat der Denn wenn sie bei den Parteigenoffen noch ein so geringes UnterVerfasser sich darauf beschränkt, die verschiedenartigen für die preußischen scheidungsvermögen voraussetzen, daß uns die einfache WahlbetheiliLandtagswahlen in betracht kommenden geseglichen Bestimmungen zu- gung gefährlich werden könnte, und sie hätten damit recht, dann fammen zu stellen. Das erste Kapitel giebt die wichtigsten Eigen- wäre es besser, daß uns dieser morsche Zustand zum Bewußtsein thümlichkeiten der Landtagswahl an und erläutert ihre Wirkung an gebracht würde, als ihn noch länger zu vertuschen. Beispielen aus den Ergebnissen der letzten Landtagswahl( 1893) mit Genosse P. S. meint ferner, einige Wadentncifereien der Reaktion furzem Hinweis auf ein früheres Ergebniß( 1862). Namentlich sind hielten wir uns durch die Betheiligung vielleicht fern, sicher aber die unterscheidenden Merkmale gegenüber der Reichstagswahl hervor hätten wir seitens des erstarkten Liberalismus wirthschaftliche Nach gehoben. Diese Uebersicht erleichtert das Verständniß der im theile zu gewärtigen, zu deren Beseitigung später verdoppelte Kraftzweiten Kapitel zum Abdruck gebrachten, auf die Landtags- anstrengungen nöthig werden würden. wahlen bezüglichen gesetzlichen Bestimmungen, soweit sie zur Leider läßt uns hier Genoffe P. S. das Näthsel selbst lösen, Beit Geltung haben. Zur weiteren Erleichterung sind im was für mich trotz aller Anstrengung nicht möglich ist. Trotz allen britten Kapitel, dem Verlauf der Wahl folgend, ich nämlich immer noch zu dem Schluß gekommen: von der die größten, wirthschaftlichen Schäden haben uns bisher immer Anberaumung der Wahl durch den Minister bis zur Erledigung die größten wirthschaftlichen Schäden haben uns bisher immer der Abgeordnetenwahl die geseglichen Vorschriften furz zusammen noch die Konservativen zugefügt und wenn diese sich aus gestellt unter Hinweis auf die bezüglichen Baragraphen der drei im Angst vor unferer Betheiligung hierin soweit bessern würden, daß zweiten Abschnitt abgedruckten Geseze und Erlasse. Auf der Kreiskonferenz für Ruppin Templin in der Mark ihnen gegenüber die Freisinnigen, Polen, Welfen und der linke Das Bedürfniß nach einer zusammenfassenden Darstellung der Zentrumsflügel als das größere Uebel erschienen, dann wäre das Brandenburg waren 7 Ortschaften durch 12 Delegirte vertreten. Aus für oder wider die Betheiligung sprechenden Gründe, wie sie bisher immerhin ein Vortheil gegenüber dem jetzigen Zustand. Es bliebe dem Bericht des Kreisvertrauensmannes ergab sich, daß die Kosten in der Diskussion der Parteipresse über das Thema zum Ausdruck dann nur noch zu erwägen, ob nicht das nächste Mal von uns die der letzten Reichstagswahl 986,30 M. und die Einnahmen 997,37 M. gekommen sind, ist mit der vorliegenden Broschüre ja nicht befriedigt. Konservativen unterstützt werden müßten vorausgesezt daß sie betragen haben. Gegen die Wahl des konservativen Abgeordneten Dagegen kann sie den Genossen empfohlen werden, die sich furz nicht rüdfällig würden um den gedeihlichen Selbsterziehungs- von Ziegeleiarbeiter ihr Wahlrecht nicht ausüben konnten, weil ihnen um den gedeihlichen Selbsterziehungs- Dietrich aus Prenzlau soll Protest eingelegt werden, da hunderte über die gesetzlichen und formellen Bestimmungen informiren wollen. prozeß wenn möglich weiter führen zu können. Zur Auslegung des Hamburger Beschlusses. die Aufnahme in die Wählerliste verweigert worden war; auch hat Unselbständige Wahlbetheiligung man Flugblätter und Stimmzettelvertheiler verhaftet und die Blätter tonfiszirt; während an anderen Orten fonservative Stimmzettel fogar durch Amtsdiener verbreitet worden sind. Bei der Wahl ist unsere Stimmenzahl trotz schwächerer Wahlbetheiligung gegen 1893 von 3105 Die Frage, ist es möglich, die Wahl der reaktionären Kandidaten auf 4170, von 17 pCt. auf 22 pet. der abgegebenen Stimmen gestiegen. Zu den preußischen Landtagswahlen ist wiederholt im Vor- in unserem Kreise zu verhindern? ist entschieden zu bejahen. Es Bemängelt wurde, daß im Kreise unsere Presse so schwach verbreitet wärts" von den verschiedenen Genossen für und wider Stellung ge- tommt mir darauf an, wie es möglich ist. In Frage kommen bei ist; es werden nur 128 Zeitungen gelesen. Der Vertreter der nommen worden, sodaß die Sache an sich wohl spruchreif erscheinen uns 8 Städte und gegen 200 ländliche Wahlbezirke. 1893 waren hier Brandenburger Zeitung" theilt mit, daß der Verlag derselben beab= zu wählen insgesammt 685 Wahlmänner; davon in den Städten 251. Dies fichtigt, allmonatlich eine Agitationsnummer für die Landbevölkerung, Was mich veranlaßt, noch einiges zu sagen, ist die Behauptung dürfte sich aber vielleicht ändern durch Zunahme der Städte zu un- ähnlich wie die Wahlzeitung", herauszugeben, um so nach und nach des Genossen P. S., der in Nr. 195 sagt: gunsten des platten Landes. Die absolute Majorität betrug unsere Presse mehr einzubürgern. In Beziehung auf die Land" Der Standpunkt, den unser Genosse im Vorwärts" vom 318 Stimmen. Redner erörtert in längeren Ausführungen die tagswahlen wurde nach eingehender Debatte beschlossen, da 18. S. m. vertritt, ist unseres Wissens in Hamburg garnicht dis- Wahlhandlung und kommt zum Schluß dahin, daß wir den Opfern eine Verdrängung der konservativen Kandidaten gänzlich aussichtslos kutirt worden. Wir erinnern uns nicht, daß von irgend einer des entstehenden Ausfalles des Verdienstes nicht zumuthen können, erscheine und eine Aufstellung eigener Wahlmänner faum Seite in Hamburg früher und später ist es allerdings in der abgesehen davon, daß viele Arbeiter und Kleinbeamte, die bei möglich wäre, den Genossen gut empfehlen, für den, Bresse und in Versammlungen geschehen verlangt wurde, unsere der Reichstagswahl sozialdemokratisch gewählt haben, bei der Land- Freifinn einzutreten. Als Delegirte zur Provinzialfonferenz wurden Bartei solle sich von vornherein zu gunsten des Freisinns an den tagswahl ihre Stimme nicht dem sozialdemokratischen Wahl- Apelt, Krasemann und Mittag gewählt, als Delegirter zum preußischen Landtagswahlen betheiligen." mann geben können. Als Partei können wir uns nicht betheiligen. Stuttgarter Parteitag I am mer aus Zehdenick, vorausgesetzt, daß ( Eine von ihm eingebrachte diesbezügliche Resolution zieht Redner die Kosten der Delegation aufgebracht werden. Mit den Funktionen später zurück.) des Kreis Vertrauensmannes wurde Krasemann aus NeuNach einer längeren Ausführung des Genossen Antrid, die Ruppin betraut und als sein Stellvertreter Blö aus Neu- Ruppin dahin ging, zwar keine eigenen Wahlmänner aufzustellen, aber als gewählt. Angenommen wurde noch ein Antrag, wonach es den Partei schon im ersten Wahlgang für die freisinnigen Wahlmänner Parteigenossen zur Pflicht gemacht wird, sich an den Gemeindes zu stimmen, spricht Genosse Berger dagegen, da dies einem Kom- wahlen zu betheiligen. promiß so ähnlich sei, wie ein Ei dem andern, vielmehr den Genossen zu überlassen, den freisinnigen Wahlmann zu wählen. Die Sozialdemokratie des Herzogthums Gotha hielt am 21. August in Gotha ihren 7. Parteitag ab. Es waren Genosse Antric tritt noch einmal für seine Ausführungen ein, 34 Orte, zwei weniger als im vorigen Jahr, vertreten. Der erste verwahrt sich aber, daß dies ein Kompromiß sei und stellt folgenden Bunft der Tagesordnung bot ein instruktives Referat des Reichstags Antrag: Abgeordneten Bock über die Frage: Was lehren uns die letzten Die heutige Parteikonferenz des Reichstags Wahlkreises Reichstagswahlen?" Er schloß seine Ausführungen hierüber mit Kottbus Spremberg beschließt: Die Genossen treten bei der dem Wunsche, daß man nach den errungenen Erfolgen nicht erlahmen, kommenden Landtagswahl für die freisinnigen Wahlmänner ein, sondern nur um so eifriger dahin streben möge, daß die Zahl unserer verlangen aber, daß der freisinnige Kandidat sich verpflichtet, für überzeugten Anhänger immer größer wird. Wir würden bei den nächsten Einführung des allgemeinen, geheimen, direkten Wahlrechts zum Wahlen auf eine Hilfe von bürgerlicher Seite selbst bei den Stichwahlen Landtag und gegen jede Verschlechterung des jetzt bestehenden Vereins- und Versammlungsrechts einzutreten." Auf den in der Sonntagnummer veröffentlichten Artikel des hat die Parteifonferenz des Reichstags- Wahlkreises Rottbus Genossen P. S. sendet uns Genosse G. Knappe in Stettin eine Spremberg beschlossen. Nach der„ Märkischen Volksstimme" Erwiderung, die wir hiermit veröffentlichen, um jedem Theile sein führte der Referent Berger nue: Recht werden zu lassen: tann. So der Genosse P. S. " Ich muß dem Genoffen P. S. entgegentreten, denn ich selbst habe einen dahingehenden Vorschlag in meinen Ausführungen auf dem Hamburger Parteitage gemacht. Und auch von anderer Seite ist das geschehen, leider sind mir die Namen nicht mehr im Gedächtniß. Die Behauptung des Genoffen P. S. aber, daß die Ham burger Majorität fich nicht flar gewesen sei oder mindestens nicht so flar, wie der Genosse, der in Nr. 192 des Vorwärts" für die Betheiligung eingetreten ist denn, so folgert er, dann würde sie diesen Beschluß nicht gefaßt haben ist mindestens ebenso fühn, wie die Interpretation des Herrn Vorsitzenden vom Hamburger Barteitag, die derselbe gleich nach der Verkündigung des Resultats der Abstimmung über die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen in Beziehung auf diesen Beschluß gab. Man könnte mit demselben Recht fagen, die Minorität sei sich nicht völlig flar gewesen über die Nach theile, die uns aus der ferneren Passivität bei den preußischen Landtagswahlen erwachsen müßten. Ich will indessen diese Behauptung nicht ausgesprochen haben. V Nachdem noch eine ziemliche Anzahl Redner für Betheiligung, kein einziger dagegen gesprochen, wird dieser Antrag einstimmig angenommen. Ferner erinnere ich daran, daß der Genosse Kolb aus Karlshe ausführte, daß die Badenfer in der Praris bereits dasselbe gejan hätten, was wir wollten, nämlich im Bunde mit oppofitionellen bürgerlichen Parteien die reaktionäre Landtagsmajorität zu be= Die selbständige Betheiligung im Reichstags- Wahlkreise Kottbus impfen. Sie selbst hätten sich keinen Vorwurf daraus gemacht, Spremberg scheint ja allerdings nicht vielversprechend zu sein. Zu eil es gälte, die Macht der Nationalliberalen zu brechen, deren Be- diesem Schluß berechtigt das Ergebniß der Gemeindewahlen, eutung in Baden dieselbe wäre, wie die der Junker in Preußen. die ja auch unter öffentlicher Abstimmung vor sich gehen. Im Amtliches Wahlrefultak der 1893er Landtags- Urwahlen in den Wahlkreisen der Umgebung Berlins. Stimmberechtigte Urwähler Bahl pCt. Zahl pet. Zahl pct. Von den Wahlberechtigten stimmten II. III. Zu Abtheil. Abtheil. sammen pet. pet. pet. Zahl der ahltreise I. Zahl der zu wählenUrwahl den WahlII. III. bezirke männer Abtheilung Abtheilung Abtheilung Zusammen I. Abtheil. pet. Ober: Barnim Stadt Land. zusammen. 29 156 263 3,15 790 9,47 7290 87,38 8 343 53,23 42,28 37 161 66 317 Stadt 13 72 Nieder: Barnim ... Land. zusammen. 129 627 142 699 Stadtkr. Charlottenburg 54 307 Stadt 21 110 Teltow Land. 154 722 zusammen. 175 832 1440 8,23 4643 394 2,10 1752 227 3,64 632 1261 2,66 4447 1488 2,77 5079 235 2,39 807 498 2,74 1597 158 3,81 514 10,00 8 577 86,19 1282 3,17 4228 10,45 34 943 86,38 10,41 38 520 86,36 8,22 8 776 89,39 8,79 16 066 88,46 9818 55,32 38,17 18 161 54,22 40,20 21,24 24,07 26,72 18,89 21,35 23,81 4 150 48,73 35,66 40 453 49,61 33,63 9,35 16 582 88,54 10,13 5 382 86,24 9,38 41 709 87,96 9,47 47 091 87,76 44 603 49,51 33,81 18 728 50,51 30,42 6241 52,86 33,39 47 417 48,53 35,71 53 658 49,19 35,42 14,93 18,29 10,65 14,29 11,05 14,66 8,94 11,83 8,71 12,83 9,61 13,10 9,51 13,06 " nicht mehr zu rechnen haben, sondern uns auf unsere eigene Kraft verlassen müssen. Der Redner kam noch auf den die preußischen andtagswahlen betreffenden Hamburger Beschluß zu sprechen und bat dabei die Anwesenden, dafür einzutreten, daß die Parteis genossen der an das Herzogthum Gotha grenzenden preußischen Wahlkreise Erfurt und Schmalkalden bei der Landtagswahl diesseits nach Kräften unterstützt werden. Redakteur Joos berichtete hierauf über den Stand des Parteis Organs„ Gothaisches Voltsblatt". Die Abonnentenzahl ist während des letzten Jahres um mehrere Hundert gestiegen. Auch war der sonst regelmäßig im Sommer eintretende Rückgang der Abonnenten in dem ländlichen Verbreitungsbezirk diesmal sehr geringfügig. Es wurde ein Antrag angenommen, wonach die„ Volksblatt"-Redaktion beauftragt ist, jeden ihr zugehenden Bericht, der bedenklich erscheint, der Absendung vor der Aufnahme auf seine Richtigkeit prüfen zu von dem Vertrauensmann oder Gewerkschafts- Vorsitzenden des Ortes laffen, damit der verantwortliche Redakteur möglichst vor Prozessen geschützt wird. Ein Antrag der Breßkommission, bei jeder Quartals abrechnung und jeder außerordentlichen Sizung einen Parteigenossen vom Lande hinzuzuziehen, wurde gleichfalls angenommen. Als Vertrauensmann für den Reichstags- Wahlkreis Gotha wurde einstimmig Genosse Hildebrandt wiedergewählt. Die Parteigenossen aus Jchtershausen und Eischleben beans. tragten, daß die Parteipresse in Gotha die Gewinnliste der anhaltisch thüringischen Lotterie veröffentlichen solle, was seinerzeit auch bei der sächsischen Staatslotterie geschehen sei. Der Antrag, welcher bezweckt, die bürgerliche Presse entbehrlicher zu machen, wurde der Preßkommission zur Erledigung überwiesen. Das Mandat für den Parteitag in Stuttgart wurde dem Reichstags- Abgeordneten Bod übertragen und hierauf der Parteitag geschlossen. Auf der Parteikonferenz für den Kreis Mainz- Oppen. heim berichtete Dr. David über die letzte Reichstagswahl in diesem Kreise. Die bisherige Organisation habe sich wohl während des Wahlkampfes bewährt, aber man müsse sich die Erfahrungen, die man gesammelt, zu Nuze machen, auch von den Gegnern lernen und " = Professor Dr. Grauert München sprach hierauf über die = nicht raften, sondern weiter bauen. Die Organisation müsse in den I suchen, eine Organisation zu bilden, ausgesperrt werden, sowie end- 1 hat, er befinde sich auf einer falschen Bahn. Der Redner suchte im Friedenszeiten so vervollständigt werden, daß sie zu jeder Zeit ge- lich bei Lohnreduktionen." rüstet sei und wirksam funktionire. Redner machte eine Reihe Verweiteren den Nachweis zu führen, daß die Lehren der katholischen Eine umfangreiche Debatte rief dagegen der zweite Programm Kirche sich mit den Fortschritten der Wissenschaft nicht im Widerspruch besserungsvorschläge. Es wurde dann der Entwurf eines neuen punkt: der Zwangsanschluß der Fachverbände an die politische Partei befinden.( Stürmischer Beifall.) Kreisstatuts berathen und fast unverändert angenommen. Das hervor. Mehr als 60 Redner waren eingezeichnet, weshalb die Statut tritt am 1. Oktober d. J. in kraft. In den Kreisvorstand Redefreiheit auf drei Minuten beschränkt werden mußte. Hierzu geschichtliche Entwickelung des katholischen Lebens in Deutschland wurden gewählt: Als Vorsitzender Gg. Eisner, Gartenfeld- lag ein Antrag von Niels Persson vor:„ Jeder angeschlossene während des letzten Jahrhunderts. Der Redner führte aus: Das Straße 8, IV, als Kaffirer Val. Liebmann, Karmelitenstr. 12/14, Verein muß Schwedens sozialdemokratischer Arbeiterpartei an 19. Jahrhundert hat eine Reihe großer politischer Wandlungen durch als Schriftführer Gust. Spenlein, Kaiser Wilhelm- Ring 18, II, gehören." Auf grund dieses Antrages hatte der Ausschuß gemacht, die Wissenschaft hat zweifellos große Erfolge erzielt und ich sämmtlich in Mainz. folgenden Beschluß gefaßt:" Der Kongreß ist der Meinung, daß, leugne nicht, die Wissenschaft kann nur fortschreiten auf der Bahn Die Parteigenossen in Magdeburg haben am Freitag die nicht zum mindesten in Folge der wiederholten Attentate auf das der vollsten Freiheit. Aber diese Freiheit besteht nicht in Agitation für die Stadtverordneten Wahlen mit der Vereinsrecht und des halsstarrigen Widerstandes der Machthaber anarchistischer Zügellosigkeit, sondern in Anerkennung der Verbreitung von 30 000 Flugblättern begonnen. gegen die Stimmrechts- Reform ein Zusammenschluß der staatlichen und kirchlichen Autoritäten. Wahre Die Schützengilde in Staßfurt hat den als Sozialdemokraten fachlichen und politischen Bewegung eine Nothwendigkeit ist, und Wissenschaft entfernt sich nicht von dem Quell der Wahrheit, die zu bekannten Geschäftsleuten verweigert, auf dem von ihr alljährlich spricht daher die Ansicht aus, daß es die Schuldigkeit jedes organi- Gott führt.( Lebhafter Beifall.) veranstalteten Schützenfeste Waaren feilzuhalten. Auch in einigen wirklichen Interesse der Arbeiterklasse wirkt, anzuschließen. Auf daß lichen Verstand und die göttliche Offenbarung auf dem religiösen firten Fachverbandes ist, sich der politischen Partei, die durchaus im Professor Dr. Mausbach- Münster sprach über den menschanderen Orten haben sich die Schützengesellschaften durch ähnliche dieser Zusammenschluß baldigst erfolgen möge, beschließt der Kon- Gebiete und bei der wissenschaftlichen Forschung. Der Redner suchte Atte der Intoleranz blamirt. greß, daß jeder außerhalb der Partei stehende Verband innerhalb ebenfalls den Nachweis zu führen, daß die neuere Wissenschaft den Todtenliste der Partei. In Genf ist Louis Heritier, breier Jahre sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei angeschlossen Lehren der katholischen Kirche nicht widerspreche. Jedenfalls darf der romanische Adjunkt des schweizerischen Ar- haben muß, um in den Genuß der ökonomischen Vortheile der die katholische Kirche von sich rühmen, daß seine Priester das, beiter Sefretariats, im schönsten Mannesalter gestorben. Landesorganisation tommen zu können." Den deutschen Genossen ist Heritier als Mitarbeiter der Neuen was sie predigen, auch glauben. Die katholische Kirche kennt Zeit" und als Verfasser der bei Dietz in Stuttgart erschienenen Ge- nächsten Kongres vertagt wissen, andere waren gegen den Zwangs- nicht eine Religion für die Gelehrten und eine andere Religion für Einige Antragsteller wollten die Erledigung dieser Frage bis zum feine religiöse Doppelstellung. In der katholischen Kirche giebt es schichte der französischen Revolution von 1848 und der zweiten Re- anschluß und wünschten, daß der Anschluß jedem Verein überlassen das Volk. publik" bekannt. In der welschen Schweiz war er in den letzten werden sollte. Jahren besonders und mit Erfolg thätig die Arbeiter und Arbeite- gegen den obligatorischen Anschluß abgegeben und 175 für feit der katholischen Kirche. Der Redner theilte mit, daß 52.000 Bei der Abstimmung wurden 83 Stimmen P. Huonder- Eraeten sprach danach über die Missionsthätigrinnen gewerkschaftlich zu organisiren. Das„ Volfsrecht" schreibt: Benselben, 7 Abgeordnete enthielten sich Mit Heritier finft ein treuer Kämpfer des Proletariats ins Grab. und 4 waren abwesend. Der Anschlußzwang betreffend den An- Missionsthätigkeit gewidmet haben. 200 tatholische Missionare haben sich der Abstimmung Schwestern, darunter 10'000 einheimische, sich der katholischen Die schweizerische Arbeiterschaft wird seiner nicht vergessen. Wir schluß innerhalb dreier Jahre wurde dann mit 213 Stimmen in diesem Jahrhundert für die katholische Mission ihr Blut versprigt. Tegen einen Kranz auf sein Grab." gegen 5 angenommen. Zur Erleichterung der Agitation für den Die katholische Missionare seien sämmtlich arm. Anschluß soll eine Broschüre ausgearbeitet werden, worin das sozial- Der letzte Redner ist Rechtsanwalt v. Brentano- Offenbachj - Die Halberstädter Arbeiter- 3eitung" hatte demokratische Programm Klar, einfach und kurz dargelegt werden soll. über:„ Der katholische Mann in der Bethätigung seines Glaubens." einen Bericht aus Ostpreußen gebracht, worin zum Schluß gesagt Diese Broschüre soll gratis an die Fachvereins- Mitglieder ver- Trotz der großen Glaubensgegenfäße und des großen Abfalls vomGlauben wvar:" Da man die sozialdemokratische Agitation fürchtet, wird in theilt werden. Es wurde dann die Statutenberathung der neuen müsse der katholische Mann am Glauben in praktischer Bethätigung den Kreisblättern und in einzelnen schon vertheilten Flugschriften Landesorganisation vorgenommen und der Vorstand und das festhalten. Der Redner wies alsdann auf Spanien und Italien offen zu Gewaltthätigkeiten gegen unsere Genossen aufgefordert. Sekretariat gewählt, das vom 1. Oftober ab seine Vorarbeiten in hin. So lange dort der Katholizismus zu Hause war, sei es diesen Es wird trotzdem flott an die Arbeit gehen." Durch diese Bemerkung Angriff nehmen soll, während die eigentliche Organisationsarbeit erst Völkern gut gegangen. Als aber der Katholizismus in den Hinterfühlten sich die Kreisblätter des Regierungsbezirks am 1. April 1899 beginnen soll. Der nächste Kongreß der Landes- grund gedrängt war, und die geheimen Gesellschaften sich breit Gumbinnen beleidigt, sie stellten Strafantrag, es wurde auch von organisation wird 1900 in Malmö unmittelbar nach dem nächsten machen konnten, sei es mit diesen Ländern bergab gegangen. Seit der Staatsanwaltschaft ein Verfahren anhängig gemacht, dasselbe ist schwedischen Parteikongreß abgehalten. dieser Zeit habe auch die gottlose, vaterlandslose aber niedergeschlagen worden. Von den ostpreußischen Kreisblättern ist Vierter Kongreß der schwedischen Schneiderei- Arbeiter. Sozialdemokratie Eingang finden können. Der Redner auf die„ Halberstädter Arbeiter- 3tg." natürlich kein einziges abonnirt; Derselbe wurde am 9. August in Stockholm abgehalten. Es waren empfahl, das christliche Familienleben und Vereinsleben zu pflegen, fie müssen über den Bericht dieses Blattes also von Halberstadt aus 6 Vertreter aus Stockholm und 99 aus der Provinz anwesend, die in diesen Rekruten für die Vertheidigung der katholischen Güter zu Mittheilung empfangen haben. Nach der„ Halberstädter Arbeiter- 16 Städte vertraten. Der Verband zählte 1895: 16 Vereine mit erziehen. Sollte es alsdann den Gegnern einmal gelüften, ein neues Zeitung" soll das durch den Halberstädter Ersten Staatsanwalt Schöne 1013 Mitgliedern, Juli 1898: 32 Vereine mit 1616 Mitgliedern. Kulturkampf- Gesetz zu schaffen, dann dürften die Gegner einen noch geschehen sein, der an sämmtliche Kreisblätter Ostpreußens habe Von den Berathungen war die über die Einführung größeren Katzenjammer als das vorletzte Mal erleben.( Stürmischer schreiben lassen. obligatorischer Werkstätten die wichtigste. Alle Redner Beifall.) -Durch Aufnahme eines Inserats, worin zur Heilung von waren in der Verwerfung der Heimarbeit einig, erklärten aber, Danach wurde mit einem allgemeinen Gebet die erste öffentliche Lungenkrankheiten das neuerdings in den Handel gebrachte Glandulen unter den nicht organisirten Arbeitern gäbe es noch viele, die die Generalversammlung geschlossen. empfohlen war, sollte die Magdeburger Volksstimme" Wichtigleit dieser Frage nicht erfaßten, und daher mache sie keine die am 21. Mai 1896 erlassene Polizeiverordnung für die Provinz rechten Fortschritte, obwohl selbst die meisten Unternehmer den Sachsen verletzt haben. Der verantwortliche Redakteur Müller Nutzen der Werkstätten einfähen. Ein Komitee wurde zur Auserhielt einen auf 10 M. Tautenden Strafbefehl, wogegen er richter- arbeitung von Vorschlägen eingesetzt. liche Entscheidung anrief. Vor dem Schöffengericht berief er sich darauf, daß Glandulen kein Geheimmittel ist, da seine Zusammen" Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " ſekung in dem Inserat genau angegeben war. Das Schöffengericht 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands. F. Strefeld, 22. August. bestätigte aber den Strafbefehl. Erst in der Berufungsinstanz gelang es Miller, seine tostenlose Freisprechung durchzusetzen. Das Inserat hat in über 1000 deutschen Zeitungen und in den Lokal- Komitees, Dr. med. Ilrfey( Strefeld) die erste geschlossene Gegen 10%, Uhr vormittags eröffnete der erste Vorsitzende des meisten Amtsblättern der Provinz Sachsen gestanden, ohne Generalversammlung mit dem katholischen Gruß:„ Gelobt sei Jesus daß irgendwo die Polizei in der Veröffentlichung ein Vergehen er- Christus." Man macht den Katholiken von gewisser Seite, so etwa blickt hätte. " Kommunales. ○ traße, das Schöneberger Ufer und die Genthinerstraße nach den in mit einer Unterbrechung 18 Monate hat zubringen müssen. Mögen volle Freiheit zur Erlangung der ewigen Kirche.( Stürmischer Beifall.) Wir verlangen nicht blos bemuzung der alten Strecken, ein Recht auf Mitbenugung der ganzen Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. V Lokales. Kein Der Verein Mannheimer Wirthe hat sich mit den a ß gegen die Besißenden bekämpfen. Dazu ist es streitenden Bierbrauern solidarisch erklärt. Der Verein aber nothwendig, daß auch die katholischen Orden, in voller beauftragte eine Kommission mit der Anbahnung einer Verständigung Freiheit wirken können. Eine freie Kirche ist die beste Stübe zwischen den in Boykott erklärten Brauereien und deren streifenden für Staat und Gesellschaft.( Stürmischer, lang anhaltender Arbeitern. Die Brauereien haben aber die Vermittelung des Wirthe Beifall.) vereins abgelehnt. Die städtische Verkehrs Deputation hat der Direktion der Großen Berliner Straßenbahn auf ihren Antrag wegen Herstellung einer neuen Bahnverbindung vom Stadtinnern über die Potsdamerfüdlicher Fortsetzung der letzteren von der Ziethenstraße über die straße, der letzteren und der Erfurterſtraße bezw. der Mühlenstraße Winterfeld- und Maaßenstraße; der Gleditschstraße bis zur Belzigerdurchschnittenen Schöneberger Stadtgebieten einerseits nach dem SüdRingbahnhof Wilmersdorf Friedenau, andererseits nach der Der Parteigenosse Arno Reichardt, früherer Redakteur führte der Redner aus, den Vorwurf mangelhafter Vaterlandsliebe. Schöneberger Hauptstraße, den Bescheid ertheilt, daß die Deputation der Sächsischen Arbeiter Zeitung", hat am Montag Es ist das eine arge Verleumdung. Unsere Seele gehört allerdings bereit ſei, die Zustimmung der Gemeindebehörden zu der vorgedachten Arbeiter- 3eitung", dem himmlischen Vaterlande. In der Erlangung der ewigen Selig- Bahnverbindung von der Ziethenstraße durch die Genthinerſtraße die Strafanstalt Hoheneck nach Verbüßung einer Strafe von 15 Monaten 5 Tagen verlassen. Am 26. August wird Reichstags- feit lassen wir uns von niemandem, auch nicht vom Staat hindern. jedoch nur bis zur Lützowstraße einzuholen, wenn die Geſellſchaft sich Abgeordneter Horn in Freiheit gesetzt, der im Gefängniß in Zwickau( Beifall.) Deshalb verlangen wir volle Freiheit für unsere verpflichtet, unabhängig von dem vertragsmäßigen Recht der Mitbeide Barteigenossen die Schädigungen, die der längere Aufenthalt verlangen auch christlich fonfessionelle Schulen, dem der Direktion bekannten neuen mit Siemens u. Halske vereinSeligkeit, wir Strecke, innerhalb des Weichbildes in der Art einzuräumen, wie es in im Kerker mit sich bringt, bald völlig überstehen! christlich fonfessionelle Kinder Erziehung barten Vertrage normirt ist. und verlangen, daß der Kirche das Aufsichtsrecht über Die Wahl der unbesoldeten Stadträthe Haad, Mamroth, den religiösen Charakter der Schule eingeräumt werde. Mielenz, Schäfer, Selberg, Wagner, Dr. Weigert und Babel läuft Wir verlangen ferner vom Staat, daß alle Museen, öffentliche Auf- am 1. Januar 1899 ab. Ebenso geht am 1. April 1899 die zwölfführungen, Schaustellungen und Bibliotheken vom chriftlichen Geiste jährige Amtszeit des Stadtraths und Kämmerers Maaß zu Ende. durchdrungen feien. Wir verlangen vom Staat, nicht länger zu Die Stadtverordneten- Versammlung hat also außer der Wahl des Aus dem Waldenburger Kohlenrevier wird uns geschrieben dulden, daß das Laster sich auf der Straße breit macht. Unser Volt ziveiten Bürgermeisters in nächster Zeit die Neuwahl von noch neun Hier hat ein Steiger aus Westfalen für eine dortige Zeche hundert darf nicht länger von den Schriften Zolas und den Gemälden Magistratsmitgliedern vorzunehmen. tüchtige Hauer und Schlepper, sowie zwei Reviersteiger gesucht und Matarts, sowie ähnlichen Werken einer frankhaften Sinnlichkeit vergefunden. Würden hier ebenfalls die achtstündige Arbeitsschicht giftet werden. Der Staat hat die Verpflichtung, dafür zu sorgen, sowie die bessere westfälische Bezahlung eingeführt werden, so daß die Schaufenster anständig und die Postkarten sauber gehalten würden die Grubenbarone Westfalens schwerlich schlesische Gruben werden. Im Interesse der geistigen und körperlichen Gesundheit des arbeiter bekommen. Hier hat nur eine Grube, die Gottesberger deutschen Volkes verlangen wir vom Staat, daß er ein Gesez erläßt, Zwei Welten. Sie glauben es nicht. Für eine der AusKohlen- Aktiengesellschaft, die achtstündige Arbeitsschicht eingeführt, damit das deutsche Volk vor den Geist und Körper vernichtenden Bazillen geburten häßlicher Verhebung erklären sie das Wort. Wir denken alle anderen( auch die große Fürstlich Ple' sche) sträuben sich geschützt wird.( Beifall.) Die katholische Kirche ist keine nationale sondern nicht so schlecht von den Menschen. Nicht ausgeschlossen scheint es und lassen noch zehn Stunden arbeiten, wobei Ueberstunden eine universelle Kirche. Deshalb haben wir das Recht, zu verlangen, uns, daß sie es wirklich nicht begreifen. Räumen wir doch stets ein, nicht eingerechnet sind. Was aber den westfälischen Grubenbaronen daß die Autorität des Papstes anerkannt werde.( Stürmischer Bei- daß jeglicher ein Produkt seiner Erziehung. Auch die Lehre von der möglich ist, das kann den reichen schlesischen Zechenbesitzern auch nicht fall.) Wir sind aber nicht nur bemüht, für das Seelenheil unserer Vererbungstheorie läßt sich nicht von der Hand weisen. Die Eltern unmöglich sein. Glaubensgenossen zu sorgen, wir sind auch bemüht, durch ent- schon waren der Ueberzeugung, daß eben zum Arbeiten die Anderen Der Stellmacherstreik in Stettin ist durch Schiedsspruch des sprechende Einrichtungen der Noth und dem Elend zu steuern. Wir geboren seien. Unter diesen Umständen muß es mit dem Verständniß wissen allerdings, daß es Noth und Elend immer in hapern. Doch zum Glück haben wir den Anschauungsunterricht. Das Gewerbegerichts beendet. der Welt gegeben hat und daß es niemals möglich belehrende Wort unterstüßt das Bild. Die Illustration ist ein Fattor In Leipzig sind die Differenzen, die zwischen dem Arbeiter- jein wird, alle Noth aus der Welt zu schaffen. Desin unserer Literatur geworden und solche Illustration der„ Zwei personal und dem dortigen Zweiggeschäft der Brauerei Reise- halb sind wir gleichzeitig bemüht, die katholischen Arbeiter Welten" haben wir aufgenommen. Unser Bild zeigt den Potsdamer wiz in Dresden bestanden haben, beigelegt. Die Forderungen der zur Demuth und Ergebenheit zu erziehen. Wir Play. Vom funkelnden Tagesgestirn übergossen, liegt er. Arbeiter wurden bewilligt. wollen den Eigennus, die Zügellosigkeit und den Fleckchen Schatten, überall nur Sonne. In der Mitte dieser glühenden Stelle regt sich eine Menschenschaar. Sie rissen das Pflaster auf, tarren alte Steine fort und schleppen neue herbei. Sie wühlen an einer Stelle das Erdreich auf und ebenen an anderer Stelle es wieder. Schienen heben sie aus und fügen frische Schienen ein ein Chaos, aus dem die Neuordnung des Plazes im Interesse des Verkehrs und damit zum Heile aller erstehen soll. Nicht schön sahen die Männer aus. Die Kleidung hat auf dem Schlachtfelde der A beit viele Wunden, Narben und Risse davongetragen, welche der schickte Arzt, die Frau daheim, nur mühsam verstopft. Der miti Sand backt fest auf dem schweißzübergoßenen Gesicht und umhüllte es mit schmutziger Schicht, aus der die Augen wie aus einer Maske hervo blinzeln. Die Westseite des Plazzes begrenzen zwei Café's. Josty das ei -Bum Schultheiß" das andere. Elegant gekleidete Herren, modis " Der St. Raphaels- Verein zum Schutze katholischer deutscher gekleidete Damen halten hier Raſt. Der Hige hat man sorglic Auswanderer, nunmehr auf eine dreißigjährige segensreiche Thätig- gewehrt. Zelte sind ausgespannt und das Segelleinen wird flei feit zurückblickend, wird auch von der 45. Generalversammlung der besprengt. Bäume spenden Schatten, Körbe duftender Blument Katholiken Deutschlands allen Glaubensgenossen aufs wärmste schmücken die Ballustraden und bilden gleichzeitig eine schützende empfohlen. Die Versammlung warnt dringend vor Wand vor den glühenden Strahlen. Dort schlürft man behaglich leichtsinniger Auswanderung und ersucht alle die- seinen Kaffee, ißt sein Eis und raucht seine Zigarette. Und während jenigen, welche aus besonderen Verhältnissen ihr Vaterland zu ver- an die blumengeschmückte Balustrade die Arbeit brandet, die Arbeit Der erste allgemeine Kongreß der schwedischen Fach lassen fest entschlossen sind, vor der Reise den Nath und die un- in tropischer Gluth, studirt man in behaglicher Kühle den verbände wurde in Stockholm vom 5. bis 8. August abgehalten entgeltlich zu leistende Hilfe der Vertrauensmänner in Anspruch zu Figaro" und liest schmunzelnd vom kostbaren Badekostüm der Anwesend waren 268 Abgeordnete als Vertreter von mehr als 50000 Gräfin H., mit dem sie in Biarritz ins Meer steigt, oder organisirten Arbeitern. Von Dänemark war als Vertreter der däni- Der Antrag gelangte sogleich einstimmig zur Annahme. Endlich ist im Gedanken auf dem Nordpolfest", das in einem mit Eisblöden schen Fachorganisationen J. Jensen erschienen. Der Kongreß hatte gelangte der bereits mitgetheilte Antrag betreffs der römischen ausgestatteten Salon der junge Herzog von B. kürzlich gegeben hat. fich hauptsächlich mit der Frage zu beschäftigen, ob die gewerkschaft- rage einstimmig zur Annahme. Man greift auch zur„ Kreuz- Zeitung" und ist ganz eines Sinnes lichen Verbände in einer Landesorganisation vereinigt Gegen 5 Uhr nachmittags begann die erste öffentliche General- mit dem Artikelschreiber, daß der stets wachsenden Begehrlichkeit der werden sollen und ob diese sich unter allen Umständen der poli- versammlung. Freiherr v. Freyberg führte aus: Die heutige Arbeiter endlich ein Damm entgegengesezt werde. Niemandem, der tischen Partei anzuschließen haben. Heerschau liefere den Beweis, daß die katholischen Christen trotz aller es leichter und besser hat als die Millionen anderer, neiden wir das. Ueber die Begründung einer Landesorganisation bestand keine Anfeindungen und Verlästerungen noch fest und treu zur katholischen Im Gegentheil! Die Zahl derer, denen es erträglich geht, ist uns prinzipielle Meinungsverschiedenheit. Die Gründung wurde ein- Kirche stehen.( Lebhafter Beifall.) zu gering. Die Sozialdemokratie will niemanden ins Elend hinabftimmig beschlossen und der Wirkungskreis des Verbandes Der Redner gedachte alsdann der vielen Männer, die sich seit stürzen, sie will nur die Elenden heraufführen. wie folgt begrenzt." Schwedens vereinigter Fachverband hat der ersten Generalversammlung, die 1848 in Mainz stattgefunden, Aber das Anerkenntniß verlangen wir, daß es givei zum Himmel den Zwed, 1. durch Aufnahme von Berichten und Wittheilungen eine um die katholische Kirche verdient gemacht, inzwischen aber das Zeit- schreiende, aller Gerechtigkeit spottende Gegenfäße giebt. Und wer möglichst vollständige Uebersicht über die gewerkschaftliche Thätigkeit liche gesegnet haben. Zu diesen gehört auch Fürst Bismar d. dem Worte nicht glaubt, der gehe doch einmal hin zum Potsdamerim Lande zu erhalten; 2. durch ein Sekretariat diese Berichte und Dieser war allerdings kein Freund der katholischen Stirche.( Heiter- plab und durch diese Illustrationsprobe wird er sie erkennen die Mittheilungen zu sammeln; 3. gegenseitig einander zu unterstüßen, feit.) Aber er hat es durch seine Sulturkampfpolitit bewirkt, amei elten! falls die Unternehmer durch Aussperrung die Organisationsarbeit daß die katholische Kirche eine solche Größe August Scherl- Insel. Das ist der Name einer Insel, durch oder die Bemühungen der Arbeiter, ihre Lohn- und Arbeitsverhält- erreicht hat.( Beifall.) Deshalb wollen wir alle Gefühle te die deutsche Nordpolar Expedition nisse zu verbessern, zu hindern suchen, sowie in allen Fällen, des Hasses gegen den eisernen Kanzler beiseite lassen. Wir geographische Kenntniß der nördlichen Polargegend bereichert hat. wo das Vereinigungsrecht bedroht wird und die Arbeiter bei Ver- wollen es nicht vergessen, daß er noch rechtzeitig eingesehen in verständnißinniger Weise hat die Expedition ein kleines von ihr Der Streik der Feilenhauer Nürnbergs ist nach 13 wöchiger Dauer für beendet erklärt worden. Gefordert war der Neunstundentag und 25 pet. Aufschlag für Ueberstunden. Letzteres ist bewilligt; der Neunstundentag soll erst dann eingeführt werden, wenn dies in den Konkurrenzstädten geschehen ist. Bis dahin ist eine Verminderung der Arbeitszeit auf 58 Stunden zugestanden. Die Differenzen in der Schuckert'schen Fabrit sind gleich falls beigelegt, da der Vorarbeiter, dessen Entlassung gefordert worden war, seine Stelle selber niedergelegt hat. Bei der Gewerbegerichts: Wahl in Schweinfurt wurden, trotz aller Anstrengungen des Zentrums, in der Klasse der Arbeiterpertreter die Kandidaten der Gewerkschaften glänzend gewählt. Ausland. Der ständige Kommissar der Generalversammlung, Fürst von und zu Löwenstein, mit stürmischem Beifall empfangen, erstattete Bericht über die Vorgänge seit der vorjährigen, in Landshut( Bayern) stattgefundenen Generalversammlung und schlug die Anstellung eines ständigen Sekretärs mit einem Jahresgehalt von 1000 M. vor. Dieser Vorschlag wurde sogleich einstimmig genehmigt. Generalsekretär Cahensly berichtete danach über den St. Raphaels- Verein und stellte den folgenden Antrag: nehmen. N infere Aus den Nachbarorten. Steglik- Friedenan. Die Parteigenossen werden darauf auf. merksam gemacht, daß am Donnerstag, den 25. August, abends 82 Uhr, in den Kaiserhallen eine Versammlung stattfindet, in der die Betheiligung an den Landtagswahlen zur Debatte steht. Die Parteigenossen werden um recht zahlreiches Erscheinen gebeten. aufgefundenes Eiland nach dem Förderer dieses Unternehmens, dem räuchert 105( 97), ausgeschnitten 143( 139); Schweineschmalz| der einjährige Sohn des in der Koloniestraße wohnhaften Arbeiters Besitzer des„ Lokal- Anzeigers" getauft, der damit den glänzendsten 56( 54). Fast für sämmtliche Fleischsorten und Preislagen ist St., während ihn seine Mutter furze Zeit in der Küche allein geReklamereford erreicht hat. Der Zweck der Reise dürfte damit gegen das Vorjahr eine Erhöhung des Preises eingetreten. Tassen hatte, beim Spielen in einen auf dem Fußboden stehenden, erfüllt fein. Wie 11115 aus morgen Hammerfest, dem Sie beträgt besonders beim Schweinefleisch, wenn man mit Wasser gefüllten Topf und ertrank. Vor dem Hause Steglitzergegenwärtigen Aufenthaltsort der Expedition, unser Spezial- wie oben die Durchschnittspreise mit einander vergleicht, straße 26 lief vormittags die fünfjährige Tochter der Wittwe Käntler' berichterstatter durch eigenes Privat Telegramm mittheilen bis 10 pet. Auch der Käufer geringerer Waare ist von gegen einen Geschäftswagen, gerieth unter die Räder und trug wird, beabsichtigt der geniale Leiter des Lokal- Anzeiger" auf den dieser Preissteigerung nicht verschont geblieben, ja die Steigerung ist erhebliche Quetschungen an der Brust und am rechten Arme davon. an dieser Insel herumschwimmenden riesigen Eisbergen in großen bei dem billigen Fleisch sogar verhältnißmäßig größer als bei besserer Nachmittags fiel der Kutscher M. von seinem durch die EmdenerLettern die Inschrift anzubringen:" Scherl's Berliner Lokal- Waare. Beispielsweise war der billigste Preis für ein Pfund straße fahrenden Rollwagen, wurde überfahren und schwer verletzt; Anzeiger" hat die größte Auflage aller Blätter der Welt." Da be- Schweinebauch im Juni 1897 noch 53 Pf., im Juni 1898 aber, wie er fand im Krankenhause Moabit Aufnahme. An der Ecke der kanntlich diese Eiskolosse von der Meeresströmung oft bis in die oben angegeben, bereits 60 Pf. Dieses Mehr von 7 Pf. bedeutet Friedrich- und Kronenstraße gerieth der einen Handwagen vor sich Aequatorialgegend getrieben werden, so ist mit Sicherheit an- im Vergleich zu dem vorjährigen Preise von 53 Pf. eine Steigerung her schiebende Arbeiter Böhlke unter die Räder eines Omnibus und zunehmen, daß auf allen Meeren bald die Reklame des„ Lokal- von über 13 pct.! Da darf man sich dann allerdings nicht wundern, erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels. Der Postschaffner T. Anzeigers" schwimmen wird. Die Polarexpedition wird, wie wir wenn die Schlächter flagen, daß besonders in den von einer weniger wurde auf der Michaelbrücke anscheinend vom Hizschlag befallen und schon jetzt versichern können, mit reicher Beute aus der Fauna des bemittelten Bevölkerung bewohnten Stadttheilen der dort ohnedies mittels Privatfuhrwerks in seine Wohnung gebracht. Nordmeeres heimkommen. Es ist beabsichtigt, diese unzähligen ge- nur geringe Fleischkonsum jetzt noch weiter zurückgeht. Feuerbericht. Montag Abend 9 1hr entstand Komman fangenen Meeresbewohner dadurch nutzbar für die Reklame in Dienst zu stellen, daß der ihnen entzogene Thran, in einer natürlich Sparvereine, welche die Berliner Fleischermeister aus Anlaß der Dienstag früh 9½½ Uhr gingen No st i 3 str. 11 Gardinen und Möbel Zu dem Kampfe gegen den Rabatt für Mitglieder der danten str. 20 durch übergekochtes Fett ein kleiner Küchenbrand. fünstlerisch ausgestatteten Schachtel jedem Leser des Weltblattes zum Weihnachtsfest als vorzügliche Stiefelschmiere gratis offerirt wird. hohen Fleischpreise aufgenommen haben, wird mitgetheilt, daß die in Flammen auf. Kurz darauf war Danzigerstr. 73 ein PreßAuf dem Deckel dieser feinen, trefflich gelungenen Blechhülle wird Lieferanten des Fleischergewerbes über eine Viertel Million fohlenbrand im Keller abzulöschen. Im Laufe des Nachmittags erdas vom Maler Groffe ganz geheim entworfene Bild des Förderers an die Vorstände der verschiedenen Rabattsparvereine jährlich ab- folgten noch drei Alarmirungen aus unbedeutenden Veranlassungen. das vom Maler Grosse ganz geheim entworfene Bild des Förderers gegeben haben. Gegen die Fleischermeister, welche immer noch dieser großen Polarexpedition prangen. Leider giebt es auf der Insel warten annehmen, planen die Großschlächter, Händler und Komnoch keinen Leser des„ Lokal- Anzeigers". Es soll aber dafür Sorge getragen werden, daß die ersten Vorbereitungen für eine neue Filial- missionäre gemeinsame Maßregeln. Ebenso rüsten sich die Sparexpedition auf der August Scherl- Insel noch in diesem Jahre in An- vereine zum Kampf. Dem Vorgehen der Fleischer soll sich auch das griff genommen werden. Lediglich aus diesem Grunde ist es leiderädergewerbe anschließen. Für diese ist die Frage insofern noch nicht möglich gewesen, die von den Maurern auf dem eine noch wichtigere, als auf Backwaren volle 10 pet. Rabatt an die großen Berliner Neubau des Lokal- Anzeigers" geforderte Baubude Mitglieder der Sparvereine gegeben zu werden pflegen, während der zu errichten. Die hierzu von dem königlichen Regierungsbaumeister Satz sonst 5 pct. beträgt. 3. fein ersonnene aber noch nicht ausgeführte Zeichnung soll in an- Im Termin für die Eröffnung der elektrischen Stadtbahn Die Anti- Konsum- und Rabatt- Sparvereins- Bewegung in betracht der Wichtigkeit der großen Reklame für das Weltblatt" zu- ist neuerdings eine Aenderung eingetreten. Wie wir f. 3. berichtet Rigdorf hat einen schweren Schlag erlitten, indent die Hauptstüze nächst auf der August Scherl- Insel Verwerthung finden. Nicht minder haben, war von seiten der Bauleitung beabsichtigt worden, die Theil- derselben, der Milchhändler Hugo Linke, Steinmeistr. 26, nach Unterstehen in den Räumen der eigenen Expedition Unter den Linden, wo strecke vom Halleschen zum Schlesischen Thor schon im Laufe des schlagung von gegen 4000 m. flüchtig geworden ist mitsammit seiner gegenwärtig die beliebten Illustrationen zur Ausstellung gelangen, nächsten Jahres dem Betriebe zu übergeben. Davon ist man jegt Familie. Die Lieferanten, welche ihm am Montag Morgen in geden Lesern großartige leberraschungen bevor. Der eigens mit- zurückgekommen, da der Verkehr auf der kurzen Strede fich faum wohnter Weise Milch bringen wollten, fanden das Geschäft gegeschickte Spezialberichterstatter des Lokal- Anzeigers" wird vier lohnen würde. Dagegen soll die Eröffnung der ganzen Bahn von schlossen. Linke erfreute sich eines allseitigen Vertrauens. Er junge Eisbären lebend nach Europa mitbringen und hier dem der Oberbaumbrücke bis zum Potsdamer Bahnhof und von da zum hatte in den in letzter Zeit stattgehabten verschiedenen Interessentengeehrten Publikum diese seltenen Exemplare, die ja den Lesern des Zoologischen Garten im Laufe des übernächsten Jahres erfolgen, wie dies Versammlungen noch als Redner fungirt und sollte auch in der Blattes feine Neulinge sein dürften, lebend zeigen. Die Bedeutung für den verbleibenden Rest der Bahn stets vorgesehen war. Der Verkehr am Dienstag Abend in Sanssouci stattgehabten Versammlung aller der Expedition, ihre Erfolge für die Wissenschaft und ihr Einfluß auf der ganzen Strecke dürfte demnach etwa in den Monaten Juli, Gewerbetreibenden des Stadttheils Südost und von Rigdorf referiren. auf die Presse, lassen sich natürlich noch gar nicht überblicken. August oder September 1900 eröffnet werden. Die Bauleitung hofft, Die Kolonialwaarenhändler Nixdorfs, welche am Montag Abend Die leichte Sommerkleidung der Schußlente hat den Neid diesen Termin trotz der großen und mehrfachen Aenderungen im eine Versammlung abhielten, können sich noch nicht entschließen, den aller derjenigen erweckt, die heute noch gezwungen find, ihre lästige fönnen, wenn muur die endgiltige Genehmigung der legten Ab- Weise, wie es seitens der Bäcker, Schlächter und Milchhändler ge= Bauplane, welche neuerdings beliebt worden sind, festhalten zu Kampf gegen die Konsum- und Rabattvereine in so ostentativer Uniform auch bei der größten Hiße in vorschriftsmäßiger Art zu änderungen nicht zu lange auf sich warten läßt. Zwar sind bereits schehen ist, aufzunehmen. Das Resultat der Verhandlungen war bie tragen. Wir erhalten zu diesem Thema, das nun fortgesetzt in eine Reihe von Arbeiten für den restlichen Theil der Bahn als Wahl einer Kommission, welche Austrittserklärungen sammeln und jedem Jahr von der Presse angeregt wird, leider bisher ohne nennenswerthen Erfolg, nachstehende Zuſchrift, der wir gern Raum Hochbahn vergeben worden, welche jetzt wohl für andere Zwecke Ver- am Donnerstag in einer zweiten Versammlung Bericht über die Erwendung finden müssen. gebnisse ihrer Bemühungen erstatten soll. geben: „ Nachdem der Polizeipräsident in anerkennenswerther Weise Ein verschwundenes Mädchen wird unter Aussetzung einer Das zur Rettung des verschütteten Zimmermannes einem lange gehegten Wunsche der Schutzmannschaft bezüglich Belohnung von 100 M. durch Anschlag an den Säulen gesucht. Es Schröder von Berlin nach dem Dorfe Lante bei Biesenthal enteiner leichten Sommeruniform entsprochen hat, dürfte handelt sich um die zehnjährige Tochter Toni des Gewerbe- sandte Kommando Garde- Pioniere und Berliner Feuerwehr ist unvielleicht nunt die Zeit finden, das berechtigte Verlangen Inspektors D. Das Mädchen hat sich am Montag Morgen um verrichteter Sache nach Berlin zurückgekehrt. Eine Kommission, aus den der Berliner Droschkenkutscher sowie aller im öffentlichen 83/4 Uhr aus der elterlichen Wohnung entfernt. Toni D. besuchte Herren Major Buek, dem Amtsvorsteher und einem Amtsrichter von Fuhrwesen Angestellten, auch für fie eine Erleichterung die Klasse 6b einer unweit der elterlichen Wohnung belegenen hier bestehend, stellte fest, daß der Verschüttete nicht mehr zu retten nach der Richtung zu schaffen, einer wohlgeneigten Prüfung zu höheren Töchterschule. Wegen vermuthlicher Nachlässigkeit und die sofortige Bergung der Leiche des Schröder mit großer unterziehen. Leider sind die bis jetzt an das Polizeipräsidium ge= wollte der Vater bei der Lehrerin Erkundigung einziehen. Lebensgefahr verbunden sei. Infolge dessen rückten die Abtheilungen Yangten Petitionen in der Sache bisher unerfüllt geblieben. Während Angst hiervor wird als Grund für das Verschwinden der wieder ab. Am Montag begannen Brunnenmacher mit den Arbeiten nun der Schutzmann, welcher auf Posten steht oder Patroulliendienst Kleinen angenommen. Toni D. ift von ansehnlichem zur Bergung, sie schütteken den Brunnenschacht vollständig zu und hat, den Schatten aufsuchen kann, muß der Droschkenkutscher mit- Wuchs, hat blondes Haar, blaue Augen, ein volles Ge- bauen nun einen neuen Schacht. Ueber den Einsturz des unter stundenlang in der glühenden Sonnenhizze seinen Standort ſicht und trägt ein Kleid von rosa Kattun, eine große Schachtes, der zum Imprägniren von Telegraphenstangen gedient einnehmen oder auch ganze Straßenzüge auf der Sonnen- schwarze Schürze, braune Strümpfe, braune Halbschuhe und einen hat, wird berichtet, daß am Sonnabend der 19 Meter fiefe Schacht seite passiren. Hier ist kein Aufsuchen des Schattens blau und weiß gesprenkelten großen Strohhut. Beim Fortgehen zugeschüttet werden sollte, wobei man indeß die Bohlen, mit denen möglich. Die Art der Kleidung der Berliner Droschken- hatte sie ihre Schulmappe bei fich. Arbeiter wollen das Kind am der Schacht von oben bis unten ausgelegt ist, bergen wollte. Zu tutscher, überhaupt der öffentlichen Fuhrwesen, bestimmt das Montag Nachmittag ohne Mappe im Treptower Park gesehen haben. diesem Zweck nahm der Zimmermann Schröder mit einem Kollegen Polizeipräsidium und würde es auch von der Genehmigung Zu einem Kampf kam es, wie nachträglich berichtet wird, am unten im Schacht die Bohlen heraus. Da diese mur gezinkt und desselben abhängen, ob für die Droschkentutscher eine leichtere Sommer Sonnabend Abend um 6 Uhr auf dem Grundstück Spreestraße 29 nicht mit Latten fest verbunden waren, gaben die oberen Bohlen Kleidung eingeführt wird. Wenn mun das Polizeipräsidium für seine zu Charlottenburg zwischen dem Generalpächter Wagner und nach, der Triebsand um den Schacht stürzte auf die beiden an starken Beamten eine leichtere Kleidung für nothwendig hält, so dürfte dem Fischhändler Schaale. Der lettere sollte wegen Leinen befestigten Zimmerleute, von denen der eine gesund eigentlich nicht daran gezweifelt werden, daß das Polizeipräsidium zureichender Miethszahlung ermittirt werden. Andererseits herausgezogen werden konnte, während Schröder trotz aller Anauch für die Droschkentutscher eine leichtere Kleidung gestattet. Die hatte er Wagner wegen Nichtbesteuerung eines Hundes anstrengungen auf der Sohle liegen blieb. Er muß sofort erstickt sein, Pferdebahn- und auch Omnibusschaffner tragen bekanntlich zur gezeigt. Aus der gegenseitigen feindseligen Stimmung waren Sommerzeit Drillichjacken und was dem Einen recht, sollte dem noch weitere Schraubereien hervorgegangen, die am Sonnabend Andern billig sein. Es soll nun nicht gesagt sein, daß für die Berliner Drofchtenkutscher Drillichjaden verlangt werden, aber jeden falls könnte die leichtere Kleidung in solchen ähnlichen Joppen bestehen, wie sie die Berliner Schußmannschaft besitzt. Ganz ebenfo läftig ist für die Droschkentutscher der schwere Lackhut. Auch hier könnte man den Droschkenkutschern die Benutzung einer bequemeren Kopfbedeckung gestatten. Die Kosten für die Neuerung haben ja die Kutscher selbst zu tragen, und es würde dieses Opfer von ihnen gern gebracht werden. er un= ihre Spige erreichten. Schaale forderte Wagner mit den Worten: Feiger Hund, tomm' heraus!" zum Zweikampf auf. Wagner ging in Hemdsärmeln vor die Thür. Bei der sich nun entspinnenden Schlägerei gebrauchte Schaale ein Messer und stach damit seinem Gegner in die linke Seite und in den linken Oberarm. Beide Berlegungen sind so schwer, daß ein Arzt den Verwundeten nach dem Krankenhause bringen lassen wollte. Wagner lehnte dies mit den Worten ab:„ Ich will zu Hause sterben," und verblieb in der Wohnung. Schaale wurde festgenommen. Gerichts- Beitung. gar Kündigungsausschluß wandte der Architekt Weinert gegen die Entschädigungsklage einer Arbeiterin ein, die ihre plötzliche Entlassung für unberechtigt hielt. Er legte dem Gewerbegericht einen Bettel vor, auf dem sie im Jahre 1896 bescheinigt hat, daß sie ohne vorherige Kündigung entlassen werden könne. Von einem Rechte der Klägerin, auch ohne vorherige Kündigung die Arbeit verlassen zut der dürfen, spricht Schein nicht. Dem Das Polizeipräsidium könnte dabei versichert sein, daß ihm die dringenden Zureden des Vorsitzenden Techow gelang es, Ein Zusammenstoß zweier elektrischer Wagen der Straßen- einen Vergleich zu erwirken. Herr Techow verwies dann den Genehmigung einer leichten Uniform für die Droschkentutscher das schmeichelhafte Urtheil eintragen könnte, daß es keinen Rückschritt be- bahnlinie Alexanderplay- Schöneberg, der leicht sehr Beklagten auf den Wortlaut des erwähnten Scheines und führte schlimme Folgen hätte haben können, wäre am Sonntag um 12 1hr aus, daß dieser gegen den§ 122 der Gewerbe- Ordnung verstoße, gangen hätte. Nachts auf ein Haar in Schöneberg erfolgt, und zwar aus einer wonach die Bedingungen für die Lösung des Arbeitsverhältnisses für Der Berliner ,, Verein zur Befferung der Strafgefangenen" feit Eröffnung der elektrischen Bahn noch nicht dagewesenen Ursache. beide Parteien die gleichen sein müßten. Die hier vorliegende einwill fünftig, um weitere Streise für seine Bestrebungen zu inter- 3wei Wagen der genannten Linien fuhren nämlich um die an- feitige Bestimmung, daß die Arbeiterin ohne vorherige Kündigung essiven, eine eifrigere Agitation als bisher entfalten und sich dazu gegebene Zeit in geringer Entfernung von einander nach Schöneberg entlassen werden könne, sei darum rechtlich nichtig und nicht anbesonders der Presse bedienen. Den Anfang macht er mit einer anzu. Plötzlich begann der vordere Wagen bei der Steigung in die wendbar. schaulichen Schilderung der Arbeitsbeschaffung für einen eben aus der Schöneberger Hauptstraße aus einer noch nicht aufgeklärten VerHaft entlassenen Strafgefangenen. Bei diesem Geschäft wird der straf anlassung nach rückwärts zu laufen, und immer weiter rollte er der ersten Ferien- Straffammer am Landgericht II zu verantworten. Wegen Majestätsbeleidigung hatte sich heute eine Frau vor entlassene, num wieder freie" Mann immer noch nicht viel anders mit großer Geschwindigkeit dem nachfolgenden Wagen entgegen. Die Näherin Frau Hedwig Pa pe geb. Krüger aus Berlin wohnte behandelt als ein Gefangener. Unter anderem muß er sich schrift zum Glück gelang es noch kurz vor dem drohenden Zusammenstoß im vorigen Jahre in Reinickendorf und hatte sich alsbald mit lich verpflichten,„ dem Herrn Arbeitgeber sowie dessen Herrn Ver- dem Führer des hinteren Wagens, Gegenstrom zu geben und so aus ihren Nachbarinnen so intim befreundet, daß sie es treter unbedingten Gehorsam zu leisten und bei seiner Berschidung dem Bereich des anderen Wagens herauszukommen, der dann endlich nicht mehr nöthig zu haben glaubte, ihrer Zunge Bügel nach der außerhalb Berlins gelegenen Arbeitsstelle werden die vor zum Stehen gebracht werden konnte. Die bei dem schönen Wetter nicht mehr fichtigsten leberwachungsmaßregeln angewendet. Dabei hat aber noch zahlreich auf der Straße befindlichen Menschen erhoben, als sie wüthende Feindschaft trat an deren Stelle. Am 21. November stand anzulegen. Die Freundschaft ging aber alsbald in die Brüche, der Verfasser der Schilderung merkwürdigerweise ein Beispiel ge- die beiden Wagen auf einander losfahren sahen, ein heftiges Frau Pape mit einem Schrupper in der Hand auf der Treppe, im wählt, das in Wirklichkeit verhältnißmäßig selten vorkommt: sein Schreckensgeschrei und waren dann über das Geschehene förmlich Begriff, dieselbe zu scheuern, als ein Fräulein Grabow vorüber kam, Strafentlassener findet Arbeit bei einem Handwerker, einem außer sich, da sie einen schweren Unfall so unmittelbar drohend vor die zu den früher freundlichen, jezt feindlich gesinnten Nachbarn geSchlossermeister in Medlenburg. Es hätte näher gelegen, die Unter- en gehabt hatten. bringung bei einem medlenburgischen oder pommerschen Großhörte. Frau Pape beschimpfte dieselbe und schlug sie mit dem Grobe Mishandlung verübte die Frau des Schlächtermeisters Schrupper über den Kopf. Blutend lief Fräulein Grabow zu einer Frundbesiger als Beispiel zu benutzen; denn thatsächlich indet der größte Theil der von dem Verein untergebrachten äger, Linienstraße 218, gegen ein bei ihr beschäftigtes Dienſt anderen Nachbarin und klagte dieser ihr Leid. Die ganze RachbarStrafentlassenen als Landarbeiter Verwendung. Vielleicht läßt sich gerieth die Frau Jäger so in Wuth, daß sie eine Stange ergriff und sich, daß mädchen. Auf eine ganz geringfügige Aeußerung des Mädchens schaft wurde darüber aufgebracht und erinnerte man das auch kaum anders machen. Im Handwerk und in der Induſtrie damit das Mädchen derartig bearbeitete, daß es aus mehreren unterhaltung schwere Beleidigungen gegen das kaiserliche Ehepaar Frau Pape im Laufe einer recht intimen ist ja fast immer und in allen Branchen Ueberfluß an Arbeits- Wunden blutend schleunigst einen Arzt in Anspruch nehmen mußte. ausgestoßen hatte. Mit der Anzeige wegen Beleidigung und Körperfräften. Die Landwirthe dagegen müssen die Lücken, die durch die Wie arg das Mädchen zugerichtet wurde, geht aus den Auslassungen verlegung wurde nun auch die wegen Majestätsbeleidigung verununterbrochene Abwanderung der schlecht bezahlten und schlecht be- des behandelnden Arztes hervor, der bemerkte, daß wenn die Wunden bunden. Durch eine sehr umfangreiche Beweisaufnahme gewann der handelten Landarbeiter entstehen, stets von neuem ergänzen, wobei übrigens die Berliner Strafentlassenen, nach denen die noch um einiges fiefer gegangen wären, der Tod des Mädchens Gerichtshof die Ueberzeugung von der Schuld der Angeklagten beLandwirthe um ihrer größeren Billigkeit willen so begierig greifen, herbeigeführt wäre. Wie uns mitgetheilt wird, soll die zu Thätlich- züglich aller drei Delikte und erkannte wegen der Schwere der als Lohnbrücker wirken und auf diese Weise noch mehr zur Bereiten gern geneigte Frau Jäger sehr häufig mit ihren Dienstmädchen Majestätsbeleidigung auf zehn Monate Gefängniß. drängung der einheimischen Landarbeiter beitragen. Der Verein linden Züchtigungsrecht", das der„ Herrschaft" über ihre Dienstboten in Differenzen kommen und in solchen Fällen öfter von dem„ ge- Zehn Mark Geldstrafe. Die Gewerbe- Ordnung schreibt vor, vertritt angeblich in erster Linie das Interesse der arbeitsuchenden leider noch zusteht, in ausgiebiger Weise Gebrauch machen. Im daß Arbeiter unter 16 Jahren täglich nicht über 10, Strafentlassenen, in Wirklichkeit ist er aber mehr nur eine Arbeiter vorliegenden Falle dürfte aber doch der Staatsanwalt noch ein rauen nicht über 11 Stunden und auch bei Nacht nicht bebeschaffungsstelle für Landwirthe. Namentlich in den letzten Wörtchen mitsprechen. schäftigt werden dürfen. Vor dem Schöffengericht in Reichen= Jahren hat er sich immer mehr zu einer solchen entwickelt. Ende bach i. Schl. hatte sich ein Unternehmer zu verantworten, der der 80er Jahre wurden erst über ein Viertel, gegenwärtig aber Eine Leuchtgasvergiftung brachte am Dienstag früh zwei mehrere Male gegen diese Bestimmungen verstoßen hatte. Er werden bereits drei Viertel aller von ihm untergebrachten Arbeiter junge Mädchen in hohe Lebensgefahr. Beide sind Verwandte wurde dafür zu der geringfügigen Strafe von 10 M. verurtheilt. als Landarbeiter verwendet. Die Reklame, die der Verein jezt an von Schwestern des Elisabeth= Siechenhauses in Da wird dem Mann das Uebertreten des Gesetzes mehr eingebracht die Zeitungen versendet hat, schließt mit dem Sage: Bei größeren walderstr. 18, wo sie sich zu Besuch aufhielten und zur Nachtzeit ein haben. Möchten die Arbeiter bei ihren angeblichen lebertretungen Mitteln fönnte der Verein allerdings viel Größeres erreichen." und dasselbe Zimmer theilten. Am Dienstag Morgen um 5 Uhr der Gewerbe- Ordnung ebenfalls so billig wegkommen! Diesen Wink mit dem Baumpfahl sollte man vor allen Dingen an machte die Schwester der Nachtwache ihren Rundgang und nahm bei Verfrommungsverordnung und geschloffene Gesellschaft. die Landwirthe richten. Soviel werden die" Nothleidenden" am dem Zimmer der beiden jungen Mädchen einen starken Gasgeruch Ein sogenannter patriotischer Arbeiterverein aus der Umgegend von Ende noch drüber haben, um ihre Stellenvermittelung selber bezahlen wahr. Beim Eintreten fand sie beide röchelnd wußtlos in den Betten auf. Sofort wurde für den Zuzug Es wurde bis zum 30. Januar 5 1hr früh flott getanzt. Der VorStettin hielt am Sonnabend, den 29. Januar d. J. einen Ball ab. zu können. von frischer Luft und für ärztliche Hilfe gesorgt. Die WiederMonat des Vorjahres 1897) war im Kleinhandel der städtischen Schneider liegt ein schwerer Vergiftungsfall vor: Zur Fleischtheuerung. Im Inni 1898( bezw. in demselben belebungsversuche hatten bei der älteren alsbald Erfolg. Bei Hulda fiende Witte erhielt demnächst ein Strafmandat wegen Vergehens Das junge gegen die Ober- Präsidialverordnung für Pommern vom 9. Dezember Markthallen der Durchschnittspreis( in Pfennig) für 1 Pfund 1895, worin es heißt, daß Tanzmusiken und Bälle Rindfleisch: Filet 102( 101), Steule, Oberschale oder Schwanzstück Mädchen wurde mittags in bedenklichem Zustande durch einen Lüd- Sonn- und Feiertagen nicht vor 3 Uhr nachmittags stattfinden 71( 69), Bruſt 63( 61), Bauch 55( 55); stalbfleisch: Keule oder Rückenschen Rettungswagen nach dem Lazarus Krankenhause gebracht. bürfen. Das Vergehen fand die Polizei darin, daß in den 74( 76), Brust 66( 64), Schulterblatt oder Bandh 60( 57); Sammel- Dort hoffen die Aerzte, sie am Leben erhalten zu können. frühen Morgenstunden des Sonntags getanzt wurde. Witte Yegte fleisch: Keule oder Rücken 70( 69), Brust oder Bauch 61( 59); Unglücksfälle. Montag früh wurde der geistesschwache Schlächter- Einspruch ein und verwies darauf, daß jene polizeiliche Beschränkung Schweinefleisch: Rücken oder Nippespeer 82( 75), Schinken 67( 63), meister 2. in seiner Werkstatt in der Köllnischenstraße erhängt vor hier nicht anzuwenden sei, weil es sich um den Ball eines Vereins, Schulterblatt oder Bauch 63( 57); Spec 74( 69); Schinten: ge- gefunden. Unzweifelhaft liegt Selbstmord vor.- Vormittags fiel 6. h. um den einer geschlossenen Gesellschaft gehandelt habe. Das " der Ebersund be= " = zur " V Schöffengericht und das Landgericht sprachen dann auch den An- Im Verschiedenen vertheidigen sich Knöpfer und Kube gegen Einstimmig wurde beschlossen: Die Annahme von Entlassungsgetlagten frei. Die Straftammer führte aus, die betreffende Be- Vorwürfe und Anschuldigungen, welche man in gehässiger und ver- scheinen strikte zu veriveigern, und die nächsten Bezirksversammstimmung der Oberpräsidial- Verordnung von 1895 tönne nicht auf leumderischer Weise gegen ihre Personen und Thätigkeit erhoben. lungen mit der Tagesordnung: Die Entlassungsscheine" einzus die Bälle geschlossener Gesellschaften angewendet werden. Sie sei Bolt bringt einen Artikel der„ Einigkeit" zur allgemeinen Kenntniß, berufen. Maaß berichtete hierauf über die in den letzten insoweit ungiltig, wie ihr Wortlaut eine Anwendung auf ge- welchen Kube noch durch Verlesen eines Bürstenabzuges des vier Wochen stattgefundenen Werkstatt- Differenzen, die zum schlossene Gesellschaften zulasse. Die Staatsanwaltschaft legte hiergegen ursprünglichen Artikels ergänzt, der allseitige Entrüstung hervorruft. großen Theil Revision ein und machte geltend, es tomme auf den Ort an, leber weitere Reibereien zwischen den Anhängern der zentralen und wurden. Unter Verbandsangelegenheiten wurde eine Angelegenheit der Zufriedenheit Kollegen erledigt wo das Vergnügen stattgefunden habe. Da es hier in einem öffent- lokalen Richtung berichten Simon und Lindow. Nachdem dann der der Parquet- Bodenleger erledigt. Es handelte sich um den Streif lichen Lokal gewesen sei, so handele es sich um eine öffentliche Tanz- Borsigende auf eine am Mittwoch im Bureau( Stralauerstraße) statt- bei der Firma Kuhnert u. Kühne, wo die Kollegen in den Streit Luftbarkeit. Der Oberstaatsanwalt am Rammergericht betonte jedoch findende Versammlung der Bezirkstassirer hingewiesen, schließt er die traten, weil sie nicht gewillt waren, mit zwei Streifbrechern zudemgegenüber, daß ein Vereinsvergnügen nur als öffentliche Versammlung. Luftbarkeit angesehen werden könne, wenn jedermann Zutritt fammen zu arbeiten. Die Bodenleger hatten nun aus ihren eisernen habe. Das Kammergericht wies die Revision mit folgender gliederversammlung ab, in welcher Dr. Rattowsti einen Vor- Summe wieder zurückerstattet haben. Trotzdem die Kollegen nicht Der Verband der Kürschner hielt am 15. d. m. seine Mit- Fonds die Kollegen unterstützt und wollten nun einen Theil der Begründung zurück: Nach den Feststellungen des Vorderrichters frag über„ Darwinismus und Sozialismus" hielt. handele es sich um das Vergnügen eines geschlossenen Vereins und Rerinnes" gab die Abrechnung vom Stiftungsfest, Peters erschlossen, 150 M. an die Bodenleger zurückzuzahlen. Kollege Kollege nach dem Beschluß der Ortsverwaltung gehandelt hatten, wird benicht um eine öffentliche Tanzluftbarkeit. Wenn eine geschlossene mahnt die Kollegen, die Sammelbons fleißig zu vertreiben. Der Stujhe machte dann noch bekannt, daß die bisherige Zahlstelle Gesellschaft einen Raum eines öffentlichen Lokals allein be- Vorsitzende verlas darauf ein Schreiben des Arbeiter- Stenographen von Schillinger, Tilsiterstr. 40, sich vorläufig bei Franke, nuge, dann sei dieser Raum dem öffentlichen Verkehr entzogen Verein Stolze, worin die Mitglieder aufgefordert werden, in dem Borndorfer- und Löwestraßen- Ecke befindet. und verliere seinen öffentlichen Charakter so lange, wie die Verein Stenographiren zu lernen. bezeichnete Situation dieselbe bleibe. Der Unterricht sei kostenlos. Verwaltungsbeamte der Orts Krankenkassen. Mittwoch, teiten geschlossener Gesellschaften könne aber, wie das Innungsgesetz halten zu lassen. Auf Tanzlust bar Stollege Niehm ersucht den Vorstand, nächstens einen Vortrag über den 17. August, tagte bei Niegel, Stralauerstraße, die Bezirksgruppe das Landgericht mit recht angenommen habe, eine Vorschrift nicht Berlin Brandenburg des Verbandes der Verwaltungsbeamten der angewendet werden, die für Sonn- und Feiertage den Beginn von Die Brauerei: Hilfsarbeiter hielten am 16. d. M. im„ Eng- Orts- Krankenkaffen Deutschlands. Die Tagesordnung beschäftigte Lanzluftbarkeiten auf 3 Uhr nachmittags festseße. Im übrigen sei lischen Garten" eine Versammlung ab. Besonders die Verhältnisse sich vorzugsweise mit dem am 25. und 26. September hier stattdie Oberpräsidial- Verordnung nur gesetzlich zulässig so weit, als sie der Kaiser- Brauerei, Charlottenburg, wurden einer scharfen Kritik findenden Verbandstag. Von größerem Interesse ist die Stellungdie Wahrung der äußeren Heilighaltung der Sonn- und Feier- unterzogen. Es wurde die Entlassung von zwei Brauerei- Hilfe- nahme der Bezirksgruppe zu dem kürzlich bekannt gewordenen Erlaß tage bezwecke, so daß in jedem einzelnen Falle der Zu- arbeitern beleuchtet. Besonders start wurde geklagt über das Be- des Handelsministers an die Vorstände der Orts-Krankenkassen. widerhandlung erst nachzuprüfen sei, ob eine nach außen benehmen des Brauers Umlauf, des sogenannten Kellermeisters. Gegen Nach einer kurzen Diskussion, bei welcher sämmtliche Redner bemertbare Störung der Heilighaltung des Sonntags vorliege. die Direktion wurde vorgebracht, daß die Arbeitsordnung umgearbeitet tonten, daß der Erlaß die Stellung der Orts KrankenEine Ladendiebin, welche mit erstaunlichem Fleiße„ arbeitete", und sämmtliche Arbeitnehmer zur Unterschrift herangezogen wurden, faffen- Beamten eher erschweren als verbessern, nimmt stand gestern in der Person der Arbeiterchefrau Auguste Schulze ohne daß sie dieselbe gelesen hatten, geschweige denn sich zu der die gut besuchte Versammlung einstimmig folgende Resolution vor der neunten Ferienstraffammer des Landgerichts I. Die Angeklagte selben hätten äußern können. Schüler erklärte, daß am gleichen an:" Die Bezirksgruppe Berlin- Brandenburg erklärt sich entschieden hat es trotz der lleberwachung, der die Kunden in den Bazaren aus- Nachmittag eine Verhandlung mit dem Braumeister stattgefunden dagegen, daß der Verbandsvorstand weiter durch Petitionen gefest find, fertig gebracht, innerhalb Jahresfrist im Wertheim'schen habe und daß auf grund dieser Besprechung der Kollege Richter bei den Landesbehörden unsere Lage zu verbessern sucht. Die VerGeschäft so viele Sachen zu stehlen, daß deren Werth auf etwa wieder eingestellt wurde, der andere Kollege aber wegen schlechten sammlung hält diesen Weg für ungeeignet und ist der Ansicht, daß 1300 M. angegeben wird. Es befand sich darunter eine große Stutz- Geschäftsgangs nicht wieder eingestellt wird. Die Versammlung eine wirkliche Förderung unserer Interessen nur eintreten kann durch uhr, die allein mit 90 M. ausgezeichnet war. Bei einem Schlächter stimmte einem Antrage zu, wonach diese Angelegenheit der Agitations- direkte Verhandlungen der Vertreter der Bezirksgruppen mit den machte die Angeklagte einen kleinen Einkauf und nahm beim Fort- fommission zur schleunigen Bearbeitung überwiesen werden solle. Vorständen der Krankenkassen." Zum Verbandstag wurden delegirt gehen einen ganzen Schweineschinken mit. Sie ermöglichte Graßmann schilderte das Verhalten der Kollegen von der Nieder- die Kollegen Niederauer und Jul. Cohn. die Diebstähle dadurch, daß sie stets einen weiten Umhang trug, die durch den Arbeitsnachweis in diese Arbeit geschickt worden sind, lung des deutschen Holzarbeiter- Verbandes tagte am 15. d. M. bei lage der Brauerei Pichelsdorf. In derselben fangen sogar Leute, Charlottenburg. Eine sehr gut besuchte Mitgliederversammunter dem sie die entwendeten Gegenstände zu verbergen wußte. Auf ihren Antrag wurde sie auf einige Tage aus der Untersuchungs- ihre eigenen Kollegen zu maßregeln an. Auch der Direktor soll, Leder, um sich mit den Mißständen in der Tischlerei des Herrn haft entlassen. Sofort ging sie zu Wertheim und beging neue Dieb- nach den Ausführungen des Redners, den Mitfahrern Drei brodt Sommer zu beschäftigen. Die Werkstatt- Kontrollfommission, die verstähle. Da sie bereits wegen Ladendiebstahls mehrfach vorbestraft Betrieb kommen, so würde er dieselbe mit der Peitsche vom Hofe bindung zu setzen, konnte leider nichts ausrichten, da von 32 Tischlern und Beering erklärt haben, sollte ihm eine Kommission in seinen sucht hatte, sich mit den dort beschäftigten Tischlergesellen in Verwar, so hielt der Staatsanwalt die Angeklagte reif fürs Buchthaus; der Gerichtshof billigte ihr aber auf grund ihres Geständnisses hauen.( Allgemeines Pfuirufen.) Preuß glaubt nicht, daß der nur 8 organisirt sind und die 24 unorganisirten absolut nicht zumildernde Umstände zu und erkannte auf 8 Jahre Gefängniß und für gebildeter halte,( Allgemeiner Beifall). Lange beantragte, ihm baß 60-70 Stunden die Woche und meist auch noch Sonntags ge 3 Direktor Weber sich derartiges erlauben würde, da er denselben gänglich waren. Die Ueberstundenarbeit ist derart eingewurzelt, fünfjährigen Ehrverlust. gegen die Brauerei Müggel- Schlößchen" Rechtsschutz zu bewilligen. arbeitet wird. Ein Vorwurf muß aber auch hier den Organisirten Wegen Beleidigung des Verlagsbuchhändlers Eugen Köhler, ange wurde an das Gewerbegericht verwiesen. Zum Punft 3, gemacht werden, weil sie Herrn Sommer nicht energisch genug gegen des Oberdruckers Mittenzwei und des Oberlithographen Mittelhäuser, Anschluß an den Zentralverband der deutschen Brauer, erinnert übertreten und ein planmäßiges Vergeben der Akkordarbeiten versämmtlich in Gera, wurde am 23. August vor der Straffammer in Richter daran, daß der Verbandstag in Stuttgart beschlossen habe, langen. Halle der Redakteur der„ Graphischen Presse", Konrad Müller, das Einschreibegeld auf 1 M. und den Monatsbeitrag ebenfalls auf zu 50 M. Geldstrafe verurtheilt. Müller hatte im Monat Februar 1 M. festzusetzen. Hierfür gewährt der Zentralverband Kranken- als von einigen Rednern diese Zustände kritisirt wurden, sic unter Wie rückgratlos einige davon sind, bewiesen sie dadurch, daß, Sieses Jahres als Redakteur der in Schtendig erscheinenden„ Graphi- unterstügung und Arbeitslosenunterstützung. Hierauf wurde ein häßlichen Bemerkungen den Saal verließen. Die Versammlung er schen Presse" unter der Spigmarke:" Musteranstalten" zwei Artikel stimmig beschlossen, eine Urabstimmung über den Anschluß an den flärte ein derartiges Verhalten für sehr inkorrekt und beschloß, diese über die Zustände in der Druckerei der Firma Köhler in Gera ver- Zentralverband auf zirkulirenden Listen stattfinden zu lassen. Angelegenheit der breiten Oeffentlichkeit zu übergeben. öffentlicht, worüber sich die genannten drei Herren, die in der Ver- Schüler betonte, daß man nur durch die Opferwilligkeit der handlung als Zeugen und Nebenkläger auftraten, beleidigt fühlten. organisirten Kollegen etwas erreichen könne, und daß es besser sei, felde und Umgegend hielt am 18. d. M. seine regelmäßige MitgliederFriedrichsfelde. Der Arbeite r- Bildungsverein für Friedrichs Die in den Artikeln über die Mißstände bei der Firma aufgestellten mit wenigen Kollegen in der Organisation zu arbeiten, die opferversammlung ab. Behauptungen wurden zum größten Theil als erwiesen angesehen. und kampfwillig find, als mit nicht überzeugten Kollegen. Wit Vortrag über das Thema:" Was will die Sozialdemokratie und Genosse Ledebour hielt einen belehrenden einem Hoch auf die internationale Arbeiterorganisation und mit der was ist die Aufgabe ihrer Organisation." Unter Berschiedenes macht Bitte, recht emfig für die Organisation zu agitiren und die Kollegen der Vertrauensmann darauf aufmerksam, daß am 28. August die zum regen Versammlungsbesuch zu veranlassen, schloß der Vorsitzende Lassallefeier für Friedrichsfelde in Bube's Festsälen abgehalten wird, Sie Versammlung. Die Zimmerer hielten am Sonntag in den Arminhallen eine Versammlung ab, welche einen sehr zahlreichen Besuch aufivies. im neuen Vereinslokal, Dresdener Garten, ihre Filialversammlung. 81%, Uhr: Versammlung in G. Feuerstein's Festsälen( Inh. M. Herzberg), Die Graveure und Ziseleure Berlins hatten am 16. August er fordert zu reger Betheiligung auf. Landsmannschaft der Schleswig Holsteiner. Heute Abend Vor Eintritt in die Tagesordnung wird ein Antrag Peter's, fortan Vollege Brückner hielt einen Vortrag über: Kampf oder Unter- Alte Jakobstr. 75. die Versammlungen ohne Rücksichtnahme auf das Zuspätkommen der stüßungsorganisation. An der darauffolgenden Diskussion beKameraden pünktlich zu eröffnen, mit großer Majorität an- theiligten sich die Kollegen sehr rege. Unter Verschiedenem macht im Restaurant Müllerstr. 178: Vortrag des praktischen Naturheilkundigen Hierauf erstattet Kube den Bericht über die Kollege Winzer von der Vergnügungskommission bekannt, daß am gegenwärtige Situation im Zimmererberuf. Vor allen Dingen 12. November d. J. ein Wintervergnügen stattfindet; Billets dazu will der Referent berichtigt wissen, daß die Zimmerer nicht werden schon in der nächsten Versammlung ausgegeben. Auf Anin einer nominellen Lohnbewegung sich befinden, sondern daß man regung des Kollegen Mahler beschließt die Versammlung, in der nur im allgemeinen bestrebt sei, die Lohnforderung von 60 Pf. für nächsten Zeit einen Ausflug nach Baumschuleniveg zu unternehmen. die Stunde auf allen Betriebsplägen zur Durchführung zu bringen.( Besichtigung der Späth'schen Baumschule.) Eine Frage, betreffs der Bisher ist es nur in drei Fällen zu vorübergehenden Arbeits- lokalen Arbeitsnachweise wird vom Kollegen Brückner beantwortet. einstellungen gekommen. Im großen und ganzen kann man mit der allgemeinen Lage zufrieden sein, denn die Löhne seien fast durchweg Die in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplätzen beim Steigen begriffen und hätten beinahe zur Hälfte die Höhe von schäftigten Arbeiter der Filiale 2 hielten am 16. August ihre 60 Pf. erreicht. Gegenwärtig sind von Mitglieder- Bersammlung ab. 452 Unternehmern Genoffit Baader referirte über 4100 Zimmerer beschäftigt, davon zahlten 283 Unternehmer 60 Pf. das Thema:„ Die Hebung der Arbeiterklasse muß ihr eigenes Wert Stundenlohn, 169 dagegen noch immer weniger. sein." Sie erntete für ihre ausgezeichneten Ausführungen reichen Vor allen Dingen solle man doch fortan im Auge behalten, Beifall. Eine längere Debatte entstand über die Gründung einer erst alle Streitigkeiten und Differenzen beim Bureau zu melden, Vorstände der Filialen I und II sollen die Statuten ausarbeiten ferner folle man bei Lohnfragen alle Organisationsstreitigkeiten vergessen und auf den einzelnen Arbeitsstellen mehr als bisher und sie dann in einer kombinirten Versammlung den Mitgliedern agitiren.-An der sehr lebhaften Diskussion betheiligen sich die vorlegen. Der Kassirer stellte den Mitgliedern anheim, die Beiträge Genossen Knüpfer, Ridert, Webers, Lindow, doch mehr auf den Zahlstellen zu begleichen, da die Regelung der Peterei, Hecht und Petermann. Es kommen die Bahlungen in der Versammlung immer störend wirkt. Schilderungen von Zuständen bei Arbeitsniederlegungen zur Die Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter Berline Sprache. Knüpfer führt an, daß seit Eröffnung des Bureaus hielten am 16. d. M. eine öffentliche Versammlung ab, in der der bisher 21 Arbeitseinstellungen vorgekommen sind, von denen 7 Delegirte der Berliner Gewerkschaftskommission Bericht über seine refultatios, 12 für die Arbeiter befriedigend und 2 theilweise be- Thätigkeit erstattete. Eine Diskussion über diesen Bericht fand nicht friedigend verlaufen find. Webers fordert den Vorstand auf, sich mit statt. Als Delegirter wurde Kollege Hoffmann, als Stellvertreter den Maurern in Verbindung zu setzen und so energisch für die Kollege Streitner gewählt. Die Wahl des Delegirten der lokalorganiForderungen der Zimmerer einzutreten. Peterei tadelt das gegen firten Kollegen, Rein, wurde anerkannt. Kollege Meyer legt in wärtige Organisationssystem und giebt demselben alle Schuld für längeren Ausführungen die Verhältnisse der Freien Hilfskaffe 61 der das Nichtdurchdringen der Forderungen, Hecht will mit mehr Nach- Hausdiener klar und fordert zum Eintritt in dieselbe auf. Nach bruck gearbeitet wissen, während Petermann vorläufig einzelne Bau- einer längeren Diskussion über den neugegründeten Widerstands stellen zur energischen Bearbeitung empfiehlt. Kube vertheidigt im fonds wurde die Versammlung geschlossen. Schlußwort die bisherige Taktit. Der Vorsitzende giebt noch bekannt, daß noch im Laufe der kommenden Woche das Ergebniß der Plazkontrolle in einem Flugblatte veröffentlicht werden wird. genommen. Versammlungen. Buchdrucker. Hente, Mittwoch, abends 82 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobstraße 37: Allgemeine Maschinenmeister- Versammlung. Tages- Ordnung: Wie können wir dem Ueberstundenunwesen am besten steuern? Referent: Kollege Albert Massini. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen jedes einzelnen Maschinenmeisters Pflicht. 35/10 Der Einberufer: Otto Sabban, Maschinenmeister. Porzellanarbeiter u. verw. Berufsgen. Berlin II. [ 564b Sonnabend, den 27. August, abends 8½ Uhr: Ausserordentliche Versammlung bei Roll, Adalbertstr. 21. Tages Ordnung: Unsere gegenwärtigen Berufsverhältnisse. Das Erscheinen sämmtlicher Kollegen und Kolleginnen Berlins ist Die Zahlstellen- Verwaltung. bringend nothwendig. = Deutscher Holzarbeiter Verband. Eine zahlreich besuchte Vertrauensmänner- Versammlung tagte am 17. 5. M. bei Cohn, Beuthstraße. Glocke referirte über die Arbeits- Entlassungsscheine. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 19., Beuthstraße 2. Soeben erschien in unserem Verlage: Die preußischen 233/10 Landtagswahlen. Die gesetzlichen Bestimmungen nebst Erläuterungen. Herausgegeben im Auftrage des Vorstandes der Sozialdemokratischen Partei von Dr. Leo Arons. Preis 20 Pfennig. Diese auf Beschluß des Hamburger Parteitages herausgegebene Broschüre enthält nicht blos alle wesentlichen Be stimmungen des Wahlgesetzes und das Wahlreglement, sondern sie erläutert auch an Beispielen aus den letzten und früheren Wahlgängen die Eigenthümlichkeiten und Wirkungen dieses Wahlsystems. Angesichts der im Herbste stattfindenden Wahlen und für die in der Partei zur Zeit gepflogenen Dis fussionen über die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit der Betheiligung unserer Genossen ist die Kenntniß dieser Broschüre für jeden Genossen unerläßlich. Verein für Körper: und Naturheilkunde. Heute, abends 81/2 Uhr, Grundmann. Theater: und Vergnügungsverein„ Helgoland". Heute Abend 9 Uhr Ackerstraße 144: Sizung. Briefkasten der Redaktion. Albert Jung. Beschweren Sie sich bei der Direktion und Sie ers, reichen vollkommen Ihren Zwed. Können allerdings auch bewirken, daß der Wagenführer entlassen wird, wir möchten nicht dazu beitragen. Wilt, Charlottenburg. Die Urwähler wählen den Wahlmann, die Stadtverordnetenwahl. ahlmänner den bez. die Abgeordneten. Es ist also nicht so wie bei der K. 100. Der Sozialismus beschäftigt sich ausschließlich mit diesMandel, Seestraße. Zu 1 und 2. Das ist durchaus verschieden und feitigen Dingen, der Spiritismus mit überfinnlichen. hängt ie von der Beschaffenheit des Auges ab, ie höher man steht, beſto größer die Fernsicht. 3. Ist von Geburt adelig, der Titel geht auf die NachWitterungsübersicht vom 23. August 1898, morgens 8 Uhr. fommen über. Stationen 763 OSO Swinemde. 766 SSO Hamburg Berlin 766 SO Wiesbaden 764 Still 767 München Wien Wetter Stationen 4geiter Wetter 18 Haparanda 761 WSW 2heiter 2 heiter 18 Petersburg 767 23 3wolfen! 18 Cort 54638 15 1 bedeckt 14 764 N 4 heiter 760 NW 4 bedeckt 765 WNW 2hlb. bed. 16 13 18 heiter 23 Aberdeen 1wolfen 17 Paris 768 SO 1wolfent 15 Wetter- Prognose für Mittwoch, den 24. August 1898. Winden; Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst trocken. Etwas fühler, vielfach heiter, zeitweise wolfig, bei mäßigen westlichen Berliner Wetterbureau. Oeffentliche Versammlung aller in der Allgem. Elektrizitäts- Gesellschaft beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Mittwoch, den 24. August, abends 8 Uhr, im ,, Cösliner Hof, Cösliner- Strasse No. 8. Tages Ordnung: 563b 1. Stellung zu den Statuten der neu zu errichtenden Fabriksbetriebsa faffe. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Disfussion. Um zahlreiches u. pünktliches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Rixdorf. Donnerstag, den 25. August, abends 81/2 11hr, im Lokale des Herrn Gröpler, Bergstraße 147: Partei Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die bevorstehenden Landtagswahlen. Referent: Reichstags- Abgeordneter W. Heine, torreferent: Reichstags- Abgeordneter F. Zubeil. 2. Dis fussion. 3. Unsere Kreis konferenz. 4. Bericht des Reichstags: Wahlkomitees. Die Parteigenossinnen und Genossen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 206/4 Bur Deckung der Unkosten 10 Pf. Entree. Der Vertrauensmann. Täglich von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends: Verkauf frisch gek. schw. perls. und sinn. Fleisches. [ 4978L Rindfleisch pro Pfd. von 30 Pf an, Schweinefleisch 40 Pf. Verwaltung der Kochanstalt Städt. Schlachthof Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Dr. 197. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. An Umfang seines Besizes nur von Rußland und England mit ihren riesigen Fremdgebieten, sowie von China und seinen Nebenländern übertroffen, umfassen die aus 44 Einzelstaaten und sechs Territorien zusammengesezten Vereinigten Staaten heute einen Flächeninhalt von etwa 91/2 Millionen Quadratkilometer, das ist ungefähr 17 mal so viel, als der Flächeninhalt Deutschlands. Steht die Union an Fläche an vierter Stelle, so rangirt sie in bezug auf die Bevölkerungszahl unter den Staaten dieser Welt an der fünften. Sie hat rund 65 Millionen Einwohner, etwas weniger, als das an vierter Stelle stehende Frankreich mit seinen volfreichen Kolonien in Afrika und Ostasien. Es wird aber wohl nicht lange mehr dauern, und der mächtigste Staatenbund zählt seine hundert Millionen Staatsbürger, und das nicht etwa zunt großen Theil aus halbzivilisirten, sondern aus Leuten weißer Hautfarbe; die Nigger uno die Reste der einst herrschenden Rasse, die Rothhäute. Tommen an Zahl kaum in Betracht. Dann wird dieses gewaltige Reich thatsächlich die numerisch stärkste, jugendkräftigste Nation der Welt beherbergen, und ehe wir uns dessen versehen, wird drüben eine Großmacht entstanden sein, die ein gewaltiges Wörtlein mitreden dürfte im Rathe der Völker und welche die Gewalt hat, sich Geltung zu ver schaffen. ASIEN Die Entwicklung der nordamerikanischen Union. CANADA Vancouver Washington Missouri e Montana P S S P. Pr Ca San Francisco re North Dakota Bismarck St Pierre Minnesot Mittwoch, 24. Auguft 1898. New York Pennsylvania Pittsburg Maine Boston NEW YORK. Philadelphia BUFFOT Wisconsin Paul National Park Wyoming ark South Dakota Milwaukee wa Nebraska Nevada Salzseestadty Omaha Chicago illinois Indiana Ohio Test Utah Colorado Kansas Kansas Cy Missouri Oklahoma Arkansas Indian.T. Little Rock rnie C. Barrow Yukon Y. Wales Alaska Norton Sd Bristol Sal Arizona Santa Fe New Mexico M E X M.S Elias Texas RIO grand CO Louisiana Mississippi Cincinnati Kentucky Virginia Tennessee North Carolina Alabama the st New Orleans Mississipp GOLF VON MEXICODie Nebenkarten sind zum Vergleiche im Maßstabe der Hauptkarte. CANAD Handike sitka Kadiak Pr. v. Wales Insel' Honolulu Hawaii South Hanta Carolina Georgia Key West Havana Floris C.u- b a Jamaica SCHER Santiago de Cuba -Rep Haiti Haiti Rep. S.Doming S.Juan V.= Erklärung: Vermont N. H. New- Hampshire M. = Massachusetts PortoricoZeichen- Erklärung: Gebiet der 13 alten Staalen. Erwerbungen: Kartogr. Anstalt von G. Freytag& Berndt, Wien. 1783 1846 1803 1848 C.= Connecticut ++ 1819 1853 M11. R. Rhode Island N. J. New- Jersey D.=. Delaware Maryland 1845 1868 1898 Grenze der Südstaaten zur Zeit des Bürgerkrieges 1861/65. Wer hätte eine solche Zukunft geahnt, als vor etwa 125 Jahren die dreizehn englischen Kolonien an der Ostküste der heutigen Union sich von dem Drucke ihres Mutterlandes frei zu machen begannen und nach tapferen Kämpfen unter ihrem Führer Washington ihre Unabhängigkeit erstritten, die im Jahre 1783 im Frieden zu Versailles anerkannt wurde. Sieben Jahre später zählte der neue Freistaatenbund nur etwa vier Millionen Einwohner. Bis zum Vater der Ströme", bis zum Mississippi, hatte ihm England seinen Besitz abtreten müssen, der freilich ein wildes, untultivirtes Land war, in dem die Rothhäute noch ihre Büffel jagten und Trapper von der Art wie Cooper's Lederstrumpf als erste Pioniere vordrangen. Wie gering bewerthet diese riesigen, von Prärien und Wäldern bedeckten Gebietsflächen waren, geht daraus hervor, daß die Franzosen, die den Republikanern in ihrem Unabhängigkeitsfrieg schon Hilfe geleistet, diesen ihren nordamerikanischen Besiz Louisiana mit dem gewaltigen Hinterlande rechts des Mississippi, ein Gebiet, wohl so groß, wie das halbe europäische Rußland, für die Kleinigkeit von 15 Millionen Dollars im Jahre 1809 verkauften, wodurch die Bevölkerungsziffer der Union auf 51/2 Millionen Einwohner stieg. Ein erneuter amerikaner siegten und zogen sogar in die feindliche Hauptstadt ein. Iwurde aufgehoben und die Union war durch Blut und Eisen" neu Krieg mit England um Ostflorida brachte dem neuen Freistaat eine Texas, Neumerito und Kalifornien, welch' letzteres den Besiegten getittet und befestigt. 1867 wurde der kalte Nordwestzipfel des schwere Niederlage angesichts des Niagarafalls, und seine Hauptstadt wenigstens noch ein Kaufgeld von 15 Millionen Doll. eintrug, waren Kontinents, das neueste Goldland, um 71/5 Millionen Dollars von Washington wurde sogar eingenommen, aber es erholte sich bald, die Früchte des Sieges und nun dehnten sich die Vereinigten Staaten Rußland erworben, zu einer Zeit, wo man freilich von jenen Goldbergrößerte sich durch Zutritt neuer Staaten und durch das von über das ungeheure Gebiet vom Strande des Atlantischen Meeres schäzen des Yukongebietes noch keine Ahnung hatte und das Spanien im Jahre 1819 angekaufte Florida und zählte damals bis zu den Gestaden des Stillen Ozeans. Fünf Tage und Nächte| Wunderland Kalifornien, das Treibhaus der Union, noch als erstes nach dem immer neue, goldetwa 912 Millionen Einwohner. Immer selbstbewußter in seiner braucht heute ein amerikanischer Kourierzug mit seiner fabelhaften Goldland der Welt verehrt, werdenden Stärke wurde der junge Riese und schon 1824 hatte der Geschwindigkeit, um dieses Land von New York bis San Franzisko hungrige Schaaren auszogen. Ueberhaupt tamen die Vereinigten damalige Präsident Monroe die Kühnheit, die seither so oft er zu durchfliegen. Von England wurde das Gebiet der nachmaligen Staaten im großen und ganzen auf die friedlichste Weise zur Macht, örterte Dottrin aufzustellen, nach der den europäischen Mächten die Staaten Oregon, Idaho und Washington durch Vertrag im Jahre d. h. zu einer mächtigen Bevölkerungsziffer. Jedes von Europa Befugniß abgesprochen wurde, ihre Kolonien in Amerifa zu erweitern 1846 erworben und zur weiteren" Arrondirung" kaufte man 1853 fommende Schiff vergrößerte diese Macht durch die Auswanderer, oder neu zu erwerben. Inzwischen wuchs, während der Staat seine von Merito noch ein gutes Stückchen zuni Territorium Arizona die es herführte, ein riesiger Menschenstrom. Gab doch Europa in politischen Kinderkrankheiten durchmachte und sich nach und nach die hinzu. Damit, war der zuſammenhängende hauptbesig bei den 75 Jahren von 1820 1895 etwa 18 millionen Menschen an die Gegensätze zwischen den südlichen Acerbaustaaten und den nördlichen einander und der riesige Staatentompler zählte wenige Jahre Union ab, davon allein Deutschland etwa 5 Millionen. Inzwischen Industriestaaten verschärften, die Bevölkerungszahl durch die un- darauf, 1860, schon mehr als 31 Millionen Bewohner. Da hat die Einwanderung etwas nachgelassen, zumal die Vereinigten geheure Einwanderung aus Europa in rapider Weise: der Handel folgte nach den schon erwähnten staatlichen Kinderkrankheiten jene Staaten den mittellosen Zureisenden Schwierigkeiten machen. Aber fam außerordentlich in Schwung, der„ wilde Westen" mit seinen, gefährliche Krisis, zu der sich der Gegensatz zwischen Nord und Süd der Zuzug ist immer noch groß genug. Da überdies die jährliche dem Untergange geweihten Indianerstämmen wurde immer weiter zugespigt hatte. Die südlichen Staaten fielen ab und wählten Bevölkerungszunahme in den Vereinigten Staaten den hohen von der Pflugschar des Farmers zurückgedrängt und die Vereinigten Jefferson Davis zum Präsidenten, während der 1865 ermordete Prozentsatz von 2 pCt. aufweist und da ferner der Anschluß von Staaten erschienen dem Europäer als ein Land, in dem die Lincoln 1860 zum Präsidenten des Ganzen erwählt worden war. Britisch- Nordamerika und die Aufsaugung der mittelamerikanischen Freiheit und der Reichthum verlockend gediehen. 1845 wurde das Es kam zum Bürgerkriege, der von 1861-1865 mit großer Er- Republiken nur eine Frage der Zeit ist, so wird dort über kurz oder merikanische Teras in die Union aufgenommen, was zum Kriege bitterung durchgekämpft wurde und zum endlichen Siege der volk- lang ein so mächtiges Reich entstanden sein, wie die Welt nimmer mit Merito, der spanischen Staatengründung führte. Die Nord- reicheren und geldmächtigeren Nordstaaten führte. Die Sklavereil eines sah. Soziale Rechtspflege. der amt Eingelaufene Druckschriften. Jedes lassen worden und es wäre eine Gemeinheit, ihn gleich nun geglaubt, eine gemeinsame Ursache für die verschiedenen wegzuschicken. Die Buchhalterin hinterbrachte dies dem Arbeit Krankheitserscheinungen im Gehirn zu finden und daraus einen mit Der Gehilfe hatte sich inzwischen überlegt, daß es Zusammenhang geber. 14. April 1895 erhaltenen Entlassung wegen Fehlens der Invalidenkarte. Der Maler besser sei, gleich einen Entschädigungsanspruch geltend zu machen Schädelverlegung ersehen zu können. Jm Gehirn feien E., der von dem Malermeister Mezing engagirt worden war, konnte und zu verlangen, daß man ihn noch 14 Tage beschäftige. Beides aber frankhafte Veränderungen nicht auffindbar gewesen, nach dem Antritt der Arbeit seine Invalidenkarte nicht vorweisen. wurde mit einem Hinweis auf die nachträgliche Aeußerung des Ent- so day anzunehmen sei, es liege ein ursächlicher Zus Mezing entließ ihn deshalb, da er befürchtete, sich möglicherweise laffenen abgelehnt. F. verklagte dann die Firma beim Gewerbe- fammenhang Todes mit dem Ueberfall vom April 1895 strafbar zu machen, wenn er E. trotzdem beschäftigte. Vor dem gericht und machte noch geltend, er sei an jenem Morgen nur zu spät nicht vor. Das Schiedsgericht wies die Berufung der Klägerin Gewerbegericht fahen sich die beiden wieder. E. verlangte eine Lohn- gekommen, weil er sich hätte bei der Krankenkasse anmelden auf grund dieses Gutachtens ab und das Reichs- Versicheentschädigung, weil er ohne Grund entlassen sei. Die Kammer III müssen. Die Kammer IV des Gewerbegerichts wies die Klage als rungsamt, bei dem Frau Sch. dann noch Rekurs einlegte, erflärte erkannte auch nach dem Klage- Antrage. Gewerberichter Schmieder unbegründet ab und der Vorsitzende Dr. Gerth führte aus, die ihren Anspruch ebenfalls für nicht begründet. Das Ergebniß der führte begründend aus, der Beklagte hätte für die Beschaffung einer Worte:„ Es ist eine Gemeinheit, mich sofort zu entlassen," enthielten Obduktion sei entscheidend, so sehr auch vorher die Vermuthung eines Erjaztarte, gemäß§ 101 des Alters- und Invaliditäts- Versicherungs- eine grobe Beleidigung des Chefs, die zur sofortigen Entlassung ursächlichen Zusammenhanges nahe gelegen habe. gesezes sorgen müssen, nicht aber den Kläger wegen des fraglichen berechtige. Seien sie auch erst nach der Entlassung gefallen und in Mangels ohne vorherige Kündigung entlassen dürfen. Die gesetz- Abwesenheit des Chefs, so habe dieser doch vom fraglichen Moment lichen Entlassungsgründe führe§ 123 der Gewerbe- Ordnung aus- ab ein gefeßlich begründetes Recht gehabt, jedes Verlangen des schließlich auf, das Fehlen einer Versicherungskarte befinde sich dar- Klägers nach Weiterbeschäftigung zurückzuweisen. unter aber nicht. " In Freien Stunden", illustrirte Romanbibliothek für das arbeitende Einen interessanten Fall erledigte das Reichs- Versicherungs- Volt"( Verlag der Buchhandlung Vorwärts, Berlin), bringen in Heft 33 Zuspätkommen als unbefugtes Verlaffen der Arbeit. Der amt. Der Bierfahrer Schulz aus Schwiebus war in der Nacht zum und 34 neben der Fortsetzung des spannenden Romans von Victor Hugo: Dachdeckermeister Neuze hatte den Arbeiter G. entlassen, weil er 14. April 1895 von einer Geschäftstour nach der Stadt zurückgekehrt Die Armen und Glenden im fleinen Feuilleton das Märchen Der einmal eine halbe Stunde und dann zwei Stunden zu spät zur und hatte sich in der Kutscherstube der Schwiebuser Schloßbrauerei arme Konrad und einen Brief V. Hugo's an Lamartine über Arbeit gekommen war. G. wandte sich an das Gewerbegericht mit dem Antrage, Neuze zu einer Lohnentschädigung zu verurtheilen. niedergelegt, um zu schlafen. Ein Dieb, der es wahrscheinlich auf seinen Roman: Die Armen und Elenden. Daneben unter Dies und seine gefüllte Geldtasche abgesehen hatte, ihn aus enes kleine kulturhistorische Notizen und Wi und Scherz. störte Heft, 26 Seiten start, kostet 10 Pf. und kann durch jede Buchhandlung und Er behauptete, seine Frau sei krant gewesen und er habe sich des- dem Schlafe auf und schlug ihm mit einer Radehacke jeden Kolporteur bezogen werden. Auch kann zu jeder Stunde das halb verspätet. Die Berhandlung führte zu der Feststellung, daß sich mehrmals über den Kopf und ins Gesicht. Schulz trug Abonnement von Heft 27 an, in welchem der neue Roman„ Die Armen G. nicht entschuldigt hatte, als er zuspät kam. Kläger wurde koſten außer den Gesichtsverletzungen einen Schädelbruch davon, und Elenden" beginnt, nachbezogen werden. pflichtig abgewiesen. Zur Begründung führte der Vorsitzende folgendes aus: Unmittelbar vor der Entlassung sei G. zweimal erheblich zuspät gekommen, ohne sich vorher oder nachher zu ent schuldigen. Das sei unzweifelhaft einem unbefugten Verlassen der waren von den Verlegungen nach ärztlichem Gutachten nicht zurück- vor: Zu den preußischen Landtagswahlen. geblieben. Nach einiger Zeit begann Schulz indessen zu kränkeln der Schule. Von Gust. Schönfeldt.( Fortsetzung und Schluß.) Quer Arbeit gleichzuachten und berechtige somit zur sofortigen Entlassung und nach und nach verfielen seine Kräfte, bis schließlich der Tod durch die Berliner Kunstausstellung. Von Erich Schlaikjer. II. (§ 123 der Gewerbe- Ordnung.) Hätte sich der Kläger rechtzeitig eintrat. Seine Wittwe führte dies auf den Ueberfall zurück und Briefe. Die Errichtung eines arbeitsstatistischen Amtes in Oesterreich. entschuldigt und sich darauf berufen, daß seine Frau frank sei, dann läge ein unbefugtes Verlassen der Arbeit nicht vor. So aber habe wandte sich an die Brauerei und Mälzerei- Berufsgenossen- Notizen: Gründungen in Deutschland in 1897. Eine Statistik der elektrischen schaft wegen einer Unfallrente. Die Berufsgenossenschaft wies Straßenbahnen in Europa. Männer, Frauen und Kinderarbeit in den Feuilleton: An der Schwelle Vereinigten Staaten von Nordamerika. er sich nicht einmal nachträglich entschuldigt. sie jedoch zurüd, weil der Tod mit jenem Unfalle des neuen Jahrhunderts. Eine naturwissenschaftliche Umschau von Eine Beleidigung, die nach der Entlassung fällt, kann zur nicht ursächlich zusammenhänge. Sch. sei einer Krankheit erlegen. Dr. Friedrich Knauer.( Schluß.) Begründung der ohne vorherige Kündigung erfolgten Entlassung Die Wittwe legte Berufung ein und betonte, ihr Mann sei seit dem herangezogen werden. So hat die Kammer IV des Gewerbegerichts Ueberfall immer kränklich gewesen und hat seitdem nicht mehr soviel unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Gerth entschieden. Der Arbeiter Fleisten können wie früher. Das Schiedsgericht forderte ein Gutwurde schon deshalb mit einem Anspruch auf Lohnentschädigung ab- achten von einem Dr. Michaelis ein, der den Verstorbenen behandelt gewiesen, weil er den Beklagten gleich nach seiner Entlassung be- und seine Leiche obduzirt hat. Der Arzt führte im wesentlichen Schulz sei unter den Anzeichen eines Herz leidigt hatte. Zur Begründung des Urtheils berief sich der Vor- folgendes aus: leibens erkrankt, das sich als Herzbeutel- Entzündung erwies. Nach figende auf einige Erkenntnisse des Reichsgerichts. hätten sich dazu die Symptome einer Lungenzehn Tagen Da Der Tischler F. kam eines Morgens um 9 Uhr erst zur blutung gesellt, die bis kurz vor dem Tode anhielten. Arbeit. Der Chef der Firma Blasberg u. Ko., bei der er in der Befund der sezirten Lungen die Annahme von Tuberkulose Stellung war, entließ ihn daraufhin mit der Bemerkung, es sei gänzlich ausgeschlossen habe, so hätte nur ein Bluterguß in das feine Sache, erst um 9 zu kommen, er könne seiner Wege gehen. Lungengewebe angenommen werden können, der wieder auf eine Nachdem sich der Chef entfernt hatte, konnte es F. nicht unter Berreißung von Blutgefäßen zurückzuführen sei. Der Tod selbst erdrücken, zu der Buchhalterin zu äußern, er sei zu unrecht ent- folgte unter den Anzeichen einer Herzlähmung. Er, der Arzt, habe wurde aber soweit wieder hergestellt, daß er seine Arbeit fortsetzen konnte. Folgen, die seine Erwerbsfähigkeit beschränken konnten, 48. Heft des 16. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir herlehve. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das Die umehelichen Kinder in Kleine Die Sozialistischen Monatshefte haben soeben das 8. Heft des IV. Jahrgangs erscheinen lassen. Der Inhalt des Heftes ist insgesammt August Schröer: Die Sozialdemokratie in Brandenburg. der folgende: Paul Kampffmeyer: Zur Kritik der Mary'schen EntwickelungsWilhelm Dr. August Erdmann: Die Sozialdemokratie im Rheinland. Liebknecht: Die Sozialdemokratie in Oberschlesien. Eine Erwiderung. George Sorel: Betrachtungen über die materialistische Geschichtsauffassung. andauer: Der Sozialismus und die Studenten. Adolf Marreck: Die Anarchisten und das Wahlrecht. Elizabeth HudryAnatole France: Kartenhäuser. Rundschau: Kunst( Arno Holz). Aus der Zeit( Gladstone Menos: Ein Wort über die soziale Ethik der Zukunft. Eugen Richter.) und Bismard. Gustav Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 24. August: Neues Opern Theater( Kroll). Fra Diavolo. Orientalisches Tanzbild. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Johannes. Anfang 7 Uhr. Lessing. Im weißen Nöß't. Anfang 71/2 Uhr. Berliner. Gebildete Menschen. Anfang 7 Uhr. Neues. Im Pavillon. Vorher: Im Uhr. Negligé. Anfang 7 Westen. Rigoletto. Anfang 71/2 Uhr. Urania Taubenstr. 48/49. Täglich: Vom Matterhorn z. Jungfrau. Invalidenstr. 57/62: Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Passage- Panoptikum. Mittwoch, den 24. und Donnerstag, den 25. ds. Mts., abends 9 Uhr: Thalia. Der Bellchenfreffer. Anfang Vortrag des Fußtouristen 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 7/2 11hr. Friedrich Wilhelmstädtisches. # Rob und Bob. Anfang 8 1hr. Oftend. Deborah. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Herr und Frau Doktor. Anfang 8 nhr. Alexanderplat. Demi Monde. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 1hr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Aufang 8 Uhr. Passage Panoptikum. Speziali $ täten Borstellung. Reichshallen. Spezialitäten: Bor: stellung. Anfang 8 Uhr. Central Theater Direktion: J. Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus: Geschichte. Operette in 3 Aufzügen v. Owen Hall. Musik von Sidney Jones. Deutsch von C. M. Röhr und Julius Freund. In Szene gesetzt von J. Ferenczy. Dirig. Hr. Kapellmstr. E. Goldmann. Kassen- Eröffnung 61/2, Anfang 712 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Ostend Garl Weiß- Theater. D Gr. Frankfurterstr. 132. Der Hüttenbesitzer. Schauspiel in 5 Aften von Georg Ohnet, frei bearbeitet von E. Ried. Anfang 7 Uhr. Ostend- Theater- Konzert- Garten: Max Grabow. Deta Waldau. Geschw. Emerich Seljan, Welt- Recordtour PetersburgParis in 100 Tagen. Die Hälfte des Saal: Entrees fällt Herrn Seljan zu, der die Reise ohne Geldmittel angetreten. Saal- Entree 1 mit. 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