Nr. 202. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustrirter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1898 unter r. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. . Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ein Trick der russischen Diplomatie. Der englische Gesandte in Pefing kann jeden Augenblick ein Ultimatum der chinesischen Regierung überreichen und wenn die chinesische Regierung sich nicht willfährig zeigt, können wir noch vor Ende des Jahres in einen der fürchterlichsten Kriege, vielleicht in einen Weltkrieg verwickelt werden. China wird nur dann nicht nachgeben, wenn es der Hilfe Rußlands sicher ist. Rußland bereitet sich seit Jahrzehnten zu dem für die Herrschaft über Asien entscheidenden Waffengange vor. Die Besehung Chiwa's, die Herrschaft über Buchara, die Zettelungen in Afghanistan, die Intriguen in Persien, der Bau der transtaspischen und transsibirischen Bahn, der Vorstoß in China: all das sind Etappen auf dem Wege zum Kriege mit England um die Oberherrschaft über China und Indien. Mit fieberhaftem Eifer wird die Flotte vermehrt. Erst vor wenigen Wochen ist durch einen Üfas des Zaren Nikolaus ein außerordentlicher Kredit von fast 190 Millionen Mark für weitere Schiffsbauten eröffnet worden, obgleich im ordentlichen und außerordentlichen Budget Riesensummen für die Instandhaltung und Vermehrung der Flotte bewilligt sind. Französische, deutsche und amerikanische Werften haben dringende Riesenaufträge vom russischen Marine- Amt. Neue Kriegshäfen an der Ostsee und am Stillen Ozean werden geschaffen. Das Schutz- und Truzbündniß mit Frankreich wurde in diesen Tagen der Welt in Waffen durch den Austausch von Depeschen zwischen Faure und Nicolaus in Erinnerung gebracht. Auf der BalkanHalbinsel suchen eben Ferdinand von Bulgarien und Nikita von Montenegro einen Balkanbund unter russischem Protektorat zusammenzubringen, einen Bund der alles andere, nur nicht friedliche Zwecke verfolgt. An der deutschen und österreichischen Grenze steht eine ununter brochene Kette von russischen Regimentern bereit zum sofortigen Angriff. Bis an die Zähne bewaffnet ist das Reich des Zaren. Und doch muß es alles daran segen, den Krieg, den es für seine Weltherrschaft gar nicht umgehen kann, aufzuschieben, denn im Kampfe gegen England hat Rußland desto bessere Aussichten, wenn es seine Flotten in der Ostsee und im Stillen Ozean vorher vermehrt und modernisirt hat und wenn es auf dem erst in einigen Jahren ausgebauten asiatischen Eisenbahnneke seine Truppen rasch auf die verschiedenen Kriegsschaupläge werfen kann. Dienstag, den 30. August 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. haben sie in bisher unbekanntem Grade ihre über kurz oder lang eine der berühmten Preßordonnanzen Militärmacht entwickelt und fahren fort, sie zu vererscheinen, die jede Erwähnung des Friedenserlasses Nikolaus II. stärken, ohne vor irgend einem Opfer zurüd- in den russischen Zeitungen aufs strengste verbietet. zuschrecken. Alle ihre Bemühungen haben dennoch noch nicht Wir sehen in dem Erlasse des Baren nichts anderes als δας segensreiche Ergebniß der ersehnten Friedensstiftung die Andeutung, daß die Kriegsgefahr so groß und so nahe ist, zeitigen können. Da die finanziellen Lasten eine wie seit Jahrzehnten nicht. Als der Anbruch einer Periode steigende Richtung verfolgen und die Volks wohlfahrt fürchterlichen Blutvergießens und nicht als der Beginn einer an ihrer Wurzel treffen, so werden die geistigen und Aera ewigen Friedens erscheint uns das Manifest des russischen physischen Kräfte der Völker, die Arbeit und das Despoten. Kapital zum großen Theile von ihrer natürlichen Bestimmung abgelenkt und in unproduktiver Weise aufgezehrt. Hunderte von Millionen Die Aufnahme der Friedenskundgebung. Wir haben bisher den Standpunkt eingenommen, daß nur eine starke Rüstung unserem Lande die Sicherheit und den Völkern Europa's den Frieden verbürgen kann, und deshalb haben wir uns nicht gescheut, eine Rüstung anzulegen, die, wenn sie auch unsere Schultern schwer belastet, doch von ihnen getragen werden kann. Nun schlägt man uns ein anderes Mittel vor, mit dem man denselben Zweck unter geringerent Aufwand an Mitteln erreichen kann. Sehr gern sind wir bereit, die ehrliche Probe zu machen und ohne Hintergedanken auf die russischen Pläne einzugehen in der vollen Ueberzeugung, daß dieselben nur im Geiste der ausgleichenden Gerechtigkeit betrieben werden sollen und ohne Schädigung der Lebensinteressen und der Rechte unseres Staates und Volkes. werden aufgewendet, um furchtbare ZerstörungsDie deutsche konservative Presse nimmt den Vorschlag des Zaren maschinen zu beschaffen, die heute als das fühl auf, sie stellt sich zivar, als ob sie ihn ernst nehmen würde, legte Wort der Wissenschaft betrachtet werden betont aber die Schwierigkeiten der Durchführung des Projektes. und schon morgen dazu verurtheilt sind, jeden Werth Bei den Konservativen kommt auch in betracht, daß sie das zu verlieren, infolge irgend einer neuen Entdeckung stehende Heer schon der Offiziersstellen wegen für ihre Söhne auf diesem Gebiet. Die nationale Kultur, der wirth unbedingt brauchen. Die deutsche liberale Presse schwimmt in Wonne schaftliche Fortschritt, die Erzeugung von Werthen über die Heilsbotschaft des Zaren". Ja ein Blatt, an dem Wippchen sehen sich in ihrer Entwickelung gelähmt und irre- unseres Wissens nicht mitarbeitet, versteigt sich zu der herrlichen Stilgeführt. Daher entsprechen in dem Maße, wie die Rüstungen deutsche Allgemeine Zeitung" registrirt den Ukas des Zaren, ohne ein blüthe, Der Weltfriede ist aus gebrochen". Die offiziöse„ Nordeiner jeden Macht anwachsen, diese immer weniger und Wort des Beifalls oder der Kritik zu äußern. Die Köln. Zeitung", weniger dem Zweck, den sich die betreffende Re- die öfters die Meinung des Auswärtigen Amtes zum Ausdruck bringt, gierung gesetzt hat. Die wirthschaftlichen Krisen sind schreibt heute: zum großen Theil hervorgerufen durch das System der Rüstungen bis aufs Aeußerste, und die ständige Gefahr, welche in dieser Kriegsstoffansammlung ruht, machen die Armee unserer Tage zu einer erdrückenden Last, welche die Völker mehr und mehr nur mit Mühe tragen können. Es ist deshalb klar, daß, wenn diese Lage sich noch weiter so hinzieht, sie in verhängnißvoller Weise zu eben der Katastrophe führen welche man zu vermeiden wünscht und deren würde, Schrecken jeden Menschen schon beim bloßen Gedankent schaudern machen. Diesen unaufhörlichen Rüstungen ein Ziel zu zu setzen und die Mittel zu suchen, dem Unheil borzubeugen, das die ganze Welt bedroht, das ist die höchste Pflicht, welche sich heutzutage allen Staaten aufzwingt. Durchdrungen von diesem Gefühl, hat Se. Majestät geruht, mir zu be= fehlen, daß ich allen Regierungen, deren Vertreter am kaiserlichen Hofe akkreditirt sind, den Zusammentritt einer Konferenz vorschlagen, welche sich mit dieser ernſten Frage zu beschäftigen hätte. Diese Konferenz würde mit Gottes Hilfe ein günstiges Vorzeichen des kommenden Jahrhunderts sein. Sie würde in einem mächtigen Bündel die Bestrebungen aller Staaten vereinigen, welche aufrichtig darum bemüht sind, den großen Gedanken des Weltfriedens triumphiren das Organ des Auswärtigen Amtes freundlich höflich, die übrige zu lassen über alle Elemente des Unfriedens Presse steptisch die überraschende Botschaft aus Petersburg. und der Zwietracht. Sie würde zugleich ihr Zusammen- den Abendblättern wird überwiegend der Meinung Ausdruck gegeben, gehen besiegeln durch eine solidarische Weihe der Prinzipien des daß die Konferenz zu stande kommen werde. Die meisten Zeitungen Rechts und der Gerechtigkeit, auf denen die Sicherheit der Staaten warnen indeß vor allzu fanguinischen Hoffnungen, da sich der prakund die Wohlfahrt der Völker beruht. tischen Durchführung der vom Zaren angeregten Idee fast unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenstellen, besonders, wenn Frankreich auf den Konferenzen die Rückgabe von Elsaß- Lothringen als eines der wirksamsten Friedensmittel fordern sollte. phisch gemeldet werden, reden in enthusiastischen Ausdrücken von Die ungarischen Blätter, soweit Aeußerungen derselben telegraUnd am heutigen Abend schreibt das gleiche Blatt am Schluffe eines an leitender Stelle veröffentlichten Artikels: Deutschland werde, soviel es vermag, die edlen Bestrebungen des Zaren fördern. Aber dennoch werde es für die nächste Zeit sein Pulver trocken halten und einen verfrühten und deshalb verderblichen und schwächenden Einfluß der Friedensbotschaft auf seine innere, sowie äußere Politik nachhaltig abwehren. Das Blatt meint, bei aller Freude über die russische Botschaft dürfe man nicht vergessen, daß sie einen Plan bringt, über dessen praktische Ausführung man mur nebelhafte Vermuthungen äußern fönne. In Oesterreich begrüßt. die liberale Presse überschwänglich, Rußland hat im Vertrauen auf die Furcht Englands vor einem theuren und in seinem Endergebnisse unsicheren Kriege, der dem englischen Handel unter allen Umständen schwere Einbuße bringen muß, ein tollfühnes Spiel getrieben, es hat in China mehr durchgesezt, als es auf grund seiner Machtverhältnisse erreichen fonnte; nun, wo aber England aus Furcht vor dem Verluste seiner ausschlaggebenden Stellung im Handel Europa's mit Ostasien sich zu energischen Schritten ausrafft, muß Rußland alles thun, umt den Ausbruch des Krieges zu verschieben, und falls dies nicht Die Herren Goßler, Cavaignac, Krieghammer und ihre möglich ist, muß es alles daran geben, den Gegner ins Unrecht Kollegen in den anderen Kriegsministerien werden sehr betrübt zu sehen, ihn als den Störer des Weltfriedens zu brand- sein über den Ukas des russischen Zaren, über dieses Meisterstück marken. So wie Napoleon III. sich als den Wahrer des aus der Feder des Grafen Murawjew und des Herrn Witte. Friedens aufspielte und stets das Wort im Munde führte: Nicht deshalb werden sie betrübt sein, weil sie meinen, daß den Absichten des Zaren. " L'empire c'est la paix"( das Kaiserreich ist der Friede), so sie nun mit dem Gespenst der Arbeitslosigkeit zu rechnen haben, Die italienischen Blätter kommentiren den Vorschlag günstig, überrascht das offizielle Rußland nun, vielleicht am Vorabend sondern weil sie bei ihren nächsten Militärforderungen in den zweifeln indeß an der Ausführung. eines Krieges, der sich auf drei Ozeanen und in drei Welttheilen Parlamenten die schönen Worte des russischen Kaisers vor- von Rußland als eine edle und großmüthige Aeußerung der Menschlichkeit Die franzöfifchen Blätter begrüßen die Kundgebung des Kaisers abspielen kann, die staunende Welt der bürgerlichen Zeitungs- gehalten bekommen werden. schreiber mit der Einladung zu einem internationalen Kongreß, All das, was nun unter dem Namen Nikolaus 11. in rüstungs- Konferenz theilnehmen werden, doch äußern sie sich im allund sind einstimmig der Ansicht, daß sämmtliche Mächte an der Abder den ewigen Frieden und die Einstellung der Rüstungen die Welt geht, ist längst von den Sozialdemokraten gemeinen zweifelnd über das Ergebniß der Verhandlung. Der orlea herbeiführen soll. im deutschen Reichstage gejagt worden. Wie ver- nistische„ Gaulois" bemerkt, Frankreich würde bei einer Abrüstung nicht Es ist ein schlauer Streich der russischen Diplomatie, der ächtlich thaten bei den Militärdebatten die Roon, das gewinnen, was Rußland und die anderen Mächte gewinnen würden, vorläufig schon den Erfolg für sich hat, die öffentliche Meinung Kamecke, Verdy, Bronsart, Goßler diese Einwürfe ab, wie weil das, was Frankreich jetzt fehle, ihm auch nach der Abrüstung zu verwirren. höhnend besprachen sie die Utopie der allgemeinen Ab- wieder fehlen würde. Allerdings würde es ebenso wie alle anderen Im amtlichen Organe der russischen Regierung, dem rüstung, wie begeistert wiesen sie auf das Wort Moltke's Mächte den Vortheil haben, daß es finanziell erleichtert würde. Regierungsboten" war am Sonntag die folgende Kund- vom Kriege als Erzieher". Nun kommt der Zar, der mit der" Soleil" drückt die Hoffnung aus, daß Frankreich Sicherheit machung veröffentlicht: einfachem Utas, ohne ein Parlament zu fragen, ohne eine dafür erhalte, daß es ſeine berechtigten Hoffnungen im Often nicht aufzugeben brauche." Autorité“ und„ Libre Parole" zollen der AnAuf Befehl des Kaisers überreichte Graf Murawjew am 24. d. M. freie Kritik in der Presse zu haben, Hunderte von Millionen regung des Kaisers ohne Einschränkung ihre Anerkennung. Das allen in Petersburg aftreditirten auswärtigen Betretern nach für Armee und Flotte bewilligt, und verdirbt den Kriegs- Journal" fragt, ob nicht der kaiserliche Vorschlag eher Verstimmung stehende Mittheilung: Die Aufrechterhaltung des all- ministern das Spiel. als Beruhigung hervorrufen werde, trotzdem sei er ein glüdgemeinen Friedens und eine mögliche herab= Der russische Zar als Förderer der schärfsten Gegner des liches Zeichen für die Zukunft." Radical" wünscht dem hoch segung der übermäßigen Rüstungen, welche auf Militarismus in den europäischen Parlamenten, das ist wahr herzigen Vorschlage allen Erfolg, doch sei es nothwendig, vorher. allen Nationen lasten, stellen sich in der gegenwärtigen lich ein Bild fin de siècle! Besser konnte das offizielle Ruß gewisse Fragen zu regeln, deren sich der französische Patriotismus Lage der ganzen Welt als ein Ideal dar, auf das die Be- land den Ruf seiner Diplomatie als der raffinirtesten und niemals entäußern könne." Rappel" hält es gleichfalls für nothwendig, gewisse, dem Rechte zugefügte Schäden wieder abzustellen. mühungen aller Regierungen gerichtet sein müßten. Das humane schlauesten nicht wiederherstellen, als durch den letzten Schach- Siècle" führt aus, bei dem Wiedererwachen der militärischen und hochherzige Streben Sr. Majestät des Kaisers, meines er zug. Ehrenhalber müssen natürlich die offiziellen Vertreter aller Zeidenschaften habe dieser Versuch ein ein erhöhtes Interesse. habenen Herrn, ist ganz dieser Aufgabe gewidmet. In der Ueber- Länder sich sympathisch zu dem Projekte äußern. Im geheimen Das" Petit Journal" meint, daß bei der abzuhaltenden Konferenz zeugung, daß dieses erhabene Endziel den wesentlichsten aber fnirrschen sie alle mit den Zähnen über die perfide, infame die Hauptfrage, deren Lösung im Interesse des Friedens nothwendig Interessen und den berechtigten Wünschen aller russische Politik. Mit den Rüstungen bleibt es beim alten, sei, gemäß dem unverjährbaren Rechte der Völker geregelt werde. Mächte entspricht, glaubt die kaiserliche Regierung, daß der an den Opfern für den Militarismus wird nichts gemindert Petite Republique" sagt, der Kaiser habe eine große That gegenwärtige Augenblid äußerst günstig dazu sei, werden, aber es wird schwerer werden, die Forderungen durch gethan, deren Blöglichkeit noch ihre Tragweite erhöhe, aber der auf dem Wege internationaler Berathung die wirt- zusetzen, die öffentliche Meinung natürlich nicht in Ruß Sozialismus allein könne die Träume des Kaisers zur Verwirklichung bringen. Der„ Matin" schreibt über den russischen Abrüstungsvorschlag. samsten Mittel zu suchen, um allen Völkern die Wohl- land, wo jede Aeußerung derselben eine Verschickung nach die Sprache sei würdig des hochherzigen, jugendlichen Herrschers, es thaten wahren und dauernden Friedens zu Sibirien zur Folge hat wird gestärkt in ihrem Stampfe fei jedoch nicht Sache der Franzosen, laut zu sagen, warum sie die sichern und vor allem der fortschreitenden Entwicke gegen den nimmersatten Militarismus. Abrüstungsidee für einen Traum halten. Die befriedigten Völker Iung der gegenwärtigen Rüstungen ein Ziel zu Torpedos die mögen ihre Truppen heimschicken und ihre Waffen in Werksetzen. Im Verlaufe der letzten zwanzig Jahre hat der Töne der Friedensschalmeien übertönen, so wird der zeuge verwandeln. Das sei aber nicht Aufgabe der vom Unglück beWunsch nach einer allgemeinen Beruhigung in Friedenskongreß in Petersburg zusammentreten. Eine Ein- troffenen Völker, die am Horizont nicht das blutige Noth der Schlachten, dem Empfinden der zivilisirten Nationen besonders festen Fuß ladung des Zaren läßt sich eben von den Herren im gestickten sondern das Morgenroth der Gerechtigkeit und Bergeltung suchen.„ Es gefaßt. Die Erhaltung des Friedens ist als Diplomatenfrack nicht ablehnen. Aber der Friedenskongreß scheint uns übrigens", fährt" Matin" fort, daß unser Verbündeter Grenzen weniger Endziel der internationalen auf- wird ebenso ergebnißlos bleiben wie seine längst vergessene Vor- versehrt und unverlegbar sind als seine eigenen und daß Politit Vor- nicht vergessen dürfte, daß unsere gestellt worden. Im Namen des Friedens gänger, die internationale Arbeiterschußkonferenz. Und wie er uns nicht in die Nothwendigkeit versehen sollte, der Konferenz haben große Staaten mächtige Bündnisse mit man sich im offiziellen Deutschland nicht mehr gerne an das unseren Beistand zu versagen oder laut auszusprechen, unter welchen einander geschlossen. Um den Frieden besser zu wahren, Schauspiel vom März 1890 erinnert, so wird in Rußland auch Bedingungen wir theilnehmen können." In ähnlichem Sinne äußert V Sollten nicht bald die Kanonen und 1111= mittel. „ Es kann ohne weiteres vorausgesetzt werden, daß die Regierung ihre Neuforderungen mit der zweijährigen Dienstzeit fest verkoppeln und so der Opposition die Verantwortung dafür zu die schieben wird, gegebenenfalls durch die Ablehnung der Forderungen das Bolt einer sehr populären Einrichtung beraubt sich der„ Figaro", welcher hinzufügt, die russischen Vorschläge er- Beseitigung des Blankogeschäfts in Waaren durchzuführen; fchienen in dem Augenblick, in welchem der angelsächsische jeder Händler sei einfach dem Deklarationszwange für jeden Liberalismus viele Köpfe verwirre, als wohlthätiges Ableitungs- Geschäftsabschluß zu unterwerfen und habe dabei immer die Die Saltung ber Presse, des mit dem Barenreiche in Vorrathsquelle, aus welcher er liefern wolle, nachzuweifenengster Fühlung stehenden Landes beweist, daß der Vorschlag ein Einfall, der mit zu dem föstlichsten gehört, was die zu haben." des Zaren, selbst wenn er ernst gemeint wäre, nicht durch agrarische Weisheit schon hinter dem Tintenfaß oder Bierglas Das soll heißen, wenn der Reichstag die neuen Forderungen nicht geführt werden kann. Den all' den Aeußerungen, die wir zitirten, ausgebrütet hat. Für den erstrebten bintetallistischen Bund bewillige, so werde ohne weiteres wieder die dreijährige Dienstzeit. liegt der gemeinsame Gedanke zu grunde, daß der Zustand vor hielt man den Beitritt Englands für durchaus überflüssig an stelle der jezigen zweijährigen treten. Wir können dem Blatt 1870 wieder hergestellt werden müsse, bevor an Abrüstung und ginge die festgesetzte Werthrelation zwischen Gold und Silber verrathen, daß es da unter allen Umständen auf dem Holzwegi dauernden Frieden gedacht werden könne. wirklich in die Brüche, um so besser für die Doppelwährungs- ist. Wag sein, daß das Zentrum neue Militärforderungen bewilligt. länder mit ihrer alsdann sinkenden Valuta, und um so Aber auch wenn das aus irgend einem Grunde nicht geschehen schlimmer für England mit seinem Gold! sollte, wird und kann es doch unter keinen Umständen die zweijährige Dienstzeit preisgeben. In dieser Beziehung wissen die Interesse hatten in Budapest eigentlich nur die Er Bentrumsparlamentarier, was sie ihrer Wählerschaft bieten können. Von bemerkenswerthen Aeußerungen der englischen Bresse find zu erwähnen: Der" Standard" meint, so lange England Grund zu der Auffassung habe, daß seine Handelsinteressen bedroht seien, werde es von seinen Anstrengungen nicht ablassen können, den Vorsprung sich zu erhalten, den es vor seinen Nebenbuhlern örterungen über den mitteleuropäischen Zollbund, zur See habe. Die„ Morning Post" meint, während der der den Agrariern bekanntlich immer mundgerechter erscheint, allgemeine Plan zum Frieden und zur Abrüftung für Ruß je weniger er, wie früher, als Bahnbrecher einer allgemeinen Yand ganz gut passen könnte, würde er England durchaus nicht größeren Handelsfreiheit, sondern vielmehr als Kampf austehen." Daily News" und" Chronicle" erwarten, England werde zoll- Organisation und gegen die amerikanische und russische der russischen Einladung unverzüglich folgen. Daily Telegraph" Landwirthschaft gedacht ist. Die damals aufgetauchten Vorgiebt die Bedeutung des Vorschlags des Zaren zu und bespricht die schläge scheint man in Wien weiterspinnen zu wollen. Schwierigkeiten, welche die Konferenz zu überwinden haben werde. Man sieht, auch in England glaubt man nicht an einen Erfolg Wenigstens spricht die Deutsche Tageszeitung" davon, daß der Vorschläge des Zaren. man sich vorwiegend mit der Frage der Abwehr der drohenAus den fleineren Staaten liegen noch keine Meinungs- den russischen und amerikanischen Konkurrenz beschäftigen äußerungen vor. Blos aus der Hauptstadt Schwedens wird werden. telegraphirt: Einem Mitarbeiter des Blattes Dagens Nyheter" gegenüber äußerte der Minister des Aeußern Graf Douglas:„ Die kleinen Mächte, darunter Schweden, werden natürlich die Einladung Rußlands mit Dankbarkeit annehmen; es ist jedoch klar, daß der Erfolg der Verhandlungen auf der Stellung der Großmächte beruht. Falls irgend jemand im stande ist, solchen Zustand glücklich durchzuführen, so ist es der Monarch, der nicht von einem Parlament gebunden ist und mit noch größeren Kriegsrüstungen drohen kann, falls sein Plan nicht gelingt." Politische Uebersicht. Berlin, den 29. August. " Hoffentlich spricht sich die grüne Internationale recht offen über ihre Brotvertheuerungspläne aus. W Ueber die Getreideproduktion der Welt im Jahre 1898 hat das ungarische Ackerbau Ministerium mit gewohnter Pünktlichkeit seinen ebenso umfassenden wie übersichtlichen Bericht veröffentlicht. Der Kriegsminister veröffentlicht im Reichs- Anzeiger" wieder einmal die bekannte Verordnung gegen sozialdemokratische Lebensäußerungen, die ein sprechendes Zeichen der Furcht vor der Sozialdemokratie ist. Im Interesse mancher Parteigenossen ist es, daß auch wir sie in Erinnerung bringen. Sie lautet: Es wird hiermit erneut zur allgemeinen Kenntniß gebracht. daß den Unteroffizieren und Mannschaften dienstlich verboten ist: 1. jede Betheiligung an Vereinigungen, Versammlungen, Festlichkeiten, Geldjammlungen, zu der nicht vorher besondere dienstliche Erlaubniß ertheilt ist, 2. jede Dritten erkennbar gemachte Bethätigung revolutionärer oder sozialdemokratischer Gesinnung, insbesondere durch entsprechende Ausrufe, Gesänge oder ähnliche Kundgebungen, 3. das Halten und die Verbreitung revolutionärer oder sozialdemokratischer Schriften, sowie jede Einführung solcher Schriften in Kasernen oder sonstige Dienstlokale. Ferner ist sämmtlichen Angehörigen des aktiven Heeves dienstlich befohlen, von jedem zu ihrer Stenntniß gelangenden Vorhandensein revolutionärer oder sozialdemokratischer Schriften in Kajernen oder anderen Dienstlokalen sofort dienstliche Anzeige zu erstatten. Diese Verbote und Befehle gelten auch für die zu Nebungen eingezogen und für die zu Kontrollversammlungen einberufenen Personen des Beurlaubtenstandes, welche gemäß§ 6 des MilitärStrafgesetzbuches und§ 38 B 1 des Reichs- Militärgesetzes bis zum Ablauf des Tages der Wiederentlassung bezw. der Kontrollbersammlung den Vorschriften des Militär- Strafgesetzbuchs unterstehen." Er ist auf grund der Mittheilungen der österreichischungarischen Konsuln im Auslande sowie der landwirthschaftlichen Referenten in Oesterreich- Ungarn selber abgefaßt und neigt bezeichnenderweise mehr auf die Seite der Pessimisten, welche an ein wesentliches, dauerndes Herabgehen der Getreidepreise nicht glauben. Allerdings müssen wir gleich hinzufügen, daß die Die Sozialdemokratie im ,, katholischen Deutschland". Uebersicht auf Berichten beruht, die bis zum 12. August Auf der eben zu Ende gegangenen Generalversammlung der an den Ackerbau- Minister eingegangen sein mußten, die also Katholiken Deutschlands hat Pfarrer Lehne- Koblenz in sicher zum großen Theile schon längere Zeit vorher abgefaßt Da die bayerische Bahnverwaltung nicht genug Bestellungen seinem Referat über die Freiheit der Schule und des Unter- worden sind. Nun ist der eigentliche Umschwung im Wetter in Deutschland machte, so bringen die Blätter, welche den Eisenrichts" nach den Berichten der Tageszeitungen als Schreck- und damit auch in den allgemeinen Ernteschägungen erst fönigen nahestehen, allerlei Enthüllungen über die Unfähigkeit des gespenst gegen das liberale Schulivesen" u. a. die angebliche Ende Juli und Anfang August eingetreten und zwar zu bayerischen Bahnbetriebes. So spricht die" Post" von den bitteren Insofern Klagen, die ihr über die Verkehrsverhältnisse im bayerischen HochThatsache ins Feld zu führen versucht, die deutsche Sozial- gunsten einer wesentlich reichlicheren Schäßung. demokratie habe bei den jüngsten Reichstagswahlen 2 Millionen mögen die vorliegenden Darstellungen zu ungünstig aus- lande zugingen; die Geduld des Publikums werde dort Tag für Stimmten erhalten, im„ katholischen Deutschland" aber nur gefallen fein. Trotzdem geben wir das Ergebniß des Acker- Tag auf so harte Proben gestellt, daß man es ihm nicht verargen fönnte, wenn ihm die Lust am Reisen in bayerischen Landes100 000. Wir wollen im folgenden versuchen, dieses Kühne bau- Ministeriums furz wieder: theilen vergeht". Die mitgetheilten Fälle von vermeintlicher Phantasiegebilde des geistlichen Referenten an der Hand der Schlamperei und Unzulänglichkeit des Betriebes sind allerdings wahlstatistischen Ergebnisse etwas eingehender auf seinen realen sehr wirksam und hoffentlich ebenso wahr wie die oppofitionellen Mittheilungen über Armeemißstände. Wir besinnen uns nur nicht, Gehalt zu prüfen. daß von jener Seite früher so freimüthig Kritik sogar gegen eine weist die„ Post" zum Schlusse darauf hin, daß wenn erst Belgien seine Lieferungen an Bahnmaterial effettuirt haben werde, dann vielleicht auch in Bayern Betriebsmaterial und Verkehrserfordernisse in Einklang kommen würden. Wie giftig es doch gleich in einem milchfrommen Regierungskonservativen gährt, wenn ihm einmal ein Geschäft entgangen ist! Da bisher noch kein Mittel gefunden wurde, um jede einzelne für die Sozialdemokratie abgegebene Stimme auf ihre konfessionelle Herkunft zu prüfen, so sind wir bei der folgenden Betrachtung gezwungen, diejenigen sozialistischen Stimmten als aus dem„ katholischen Deutschland" stammend anzusehen, die in Gebietstheilen niit überwiegend katholischer Bevölkerung abgegeben worden sind. Das„ katholische Deutschland" würde sich demnach aus den preußischen Provinzen Posen( 66,5 pet. Katholiken), Schlesien( 53,2), Westfalen( 51,5), Rheinlande( 71,2) sowie aus den füddeutschen Bundesstaaten Bayern( 70,8), Baden( 62,0) und Elsaß Lothringen( 76,5) zusammenseßen. Welcher Antheil fällt nun diesen Gebietstheilen des Reiches an der Gesammtzahl der sozialistischen Reichstagswähler Stimmen zu? Es entfielen auf die Kandidaten der Sozialdemokratie Stimmen in Provinz Pojen. " Schlesien Westfasent Rheinpreußen Königreich Bayern. Gtoßherzogthum Baden Reichsland Elsaß- Lothringen im Jahr 1893 im Jahr 1898 4.953 4506 102 023 142 000 64 324 78.500 103 000 115 000 125 952 137.000 37 559 50 200 46 186 52 000 575 200 Zusammen also 483 997 Das angebaute Areal ist für die Hauptbrotfrüchte, Weizen und Roggen, fast überall gegen das Vorjahr unverändert geblieben. Eine Verringerung zeigt sich in Ungarn, Rußland, Bulgarien und Oftrumelien, Serbien und Italien. Andererseits war die Weizenbaufläche gewachsen in Ostindien, Argentinien, Frankreich, England hochwohllöbliche Staatsverwaltung geübt wurde. Etwas höhnisch und in den Vereinigten Staaten. Unverändert blieb der Zustand in Rumänien, Deutschland, Spanien, Australien, ferner in der Türkei, in der Schweiz, in Belgien und in den Niederlanden. Die Weizen- Ernte der Welt wird als mittlere geschätzt. Das Ergebniß ist wohl um ca. 100 Millionen Hektoliter günstiger, als im Jahre 1897, aber wesentlich schwächer als das im Jahre 1896 erzielte Resultat. Das Ernteergebniß des Roggens ist gleich dem 1896, aber etwa 60 bis 65 Millionen Hektoliter größer als die Ernte des Jahres 1897. Die Gerste brachte ein etwas günstigeres Ergebniß als im Jahre 1897, aber ein schwächeres wie im Jahre 1896. Die afer ernte ist wesentlich fleiner als im Vorjahre und noch geringer als das Erträgniß im Jahre 1896. Auch die Mais pflanze verspricht derzeit eine schwächere Ernte als im Jahre 1897, so daß voraussichtlich das Ergebniß un 100 Millionen Heftoliter geringer sein wird, als das im Jahre 1896. Der Weizen bedarf der Welt ist mit 920 bis 930 Millionen Hektoliter, der Roggenbedarf mit 500 Millionen, der an Gerste mit 330 bis 340 Millionen, der an Hafer mit 920 Millionen und der Bedarf an Mais mit 880 Millionen Hektoliter anzunehmen. Vorausgesetzt, daß die in betreff der Ernte- Ergebnisse von Mais, Hülsenfrüchten und Kartoffeln gehegten Erwartungen eintreffen, stellt sich der unbedeckt bleibende Bedarf( Defizit) nach dem ungarischen Ackerbauministerium wie folgt: Weizen ca. 7-8 Millionen Hektoliter, Roggen 20-21 " Gerste 3-4 " Hafer Mais 8-9 " " 12-18 " " " Der bevorstehende Nücktritt des Direttors des taiser. lich statistischen Amtes, Dr. v. Scheel, war dieser Tage in den Zeitungen angekündigt worden. Die Nachricht war dann offiziös als erfunden bezeichnet worden. Dazu schreibt nun die Milit.- Pol. Korr.": " „ Erfunden war die Nachricht durchaus nicht; wir glauben fogar zu wissen, daß zwischen dem Direktor des faiserlich statistischen Amtes und einer anderen Stelle im Reichsdienste sehr starle Meinungsverschiedenheiten in bezug auf die Verwerthung der Statistit zu gunsten sozialdemokratischer Bestrebungen geschivebt haben. Wenn Herr Dr. v. Scheel jetzt selbst in den Zeitungen erklärt, er stehe mit dem vorgesetzten Reichsamt des Jnnern im besten Einvernehmen, so glauben wir daraus den erfreulichen Schluß ziehen zu können, daß der Direktor des kaiserlich statisti schen Amtes in Zukunft darauf verzichten möchte, eine zu gunsten der sogenannten wissenschaftlichen Schule der Sozialdemokratie arbeitende Reichsstatistit zu protegiren, ohne Rücksicht darauf, wie weit diese, wenn auch nicht absichtlich, doch jedenfalls un absichtlich zuweilen tendenziöse amtliche Statistit mit den Er fordernissen der maßgebenden Politik im Widerspruch steht oder nicht." Wir haben dieser Tage schon angedeutet, daß Dr. v. Scheel bei der im reichsstatistischen mit vorgenommenen Bearbeitung der Erhebungen der Kommission für Arbeiterstatistik geradezu als Hemm Es waren denmach bereits bei den Wahlen des Jahres 1893 nicht weniger als 484 000 sozialistische Stimmen im ,, katholischen Deutschland" aufgebracht worden, eine Zahl, die bei der jüngsten Reichstagswahl auf über 575 000, also um mehr als 90 000, anwuchs und damit die Lehne'sche Schäzung um nahezu das Diese Dentschrift wird von den Agrariern weidlich ausschuh gewirkt hat, wenn es galt, die Arbeiterverhältnisse als fo Sechsfache überſtieg. Der sich obentheilungen der„ Mil.- Bol. Korr." nun zu ersehen ist, daß Herr hieraus ergebende relative Zuwachs der im geschlachtet werden. Wir bezweifeln jedoch, aus den oben traurig darzustellen, wie sie thatsächlich sind. Wenn aus den Mitabgegebenen angeführten Gründen, daß die Ernteſchäzungen ausreichend von Scheel seiner vorgeſetzten Behörde, das heißt dem Staatssekretär katholischen Deutschland" sind, und auch die Spekulation hat in den letzten Wochen die des Reichsamts des Junern, Herrn von Posadowsky, trotz alledem fozialistischen Stimmen von 19 p Ct. zwischen Ernte- Ergebnisse immer günstiger aufgefaßt, so daß bei den zu„ radikal" und arbeiterfreundlich gewesen ist, so liegt darin ein den Wahlen von 1893 und 1898 entspricht genau überkommenen schmalen Vorräthen wohl kaum beträchtliche recht deutlicher Beweis ffir den entschieden reaktionären Kurs, der dem Wachstum, das die Gesammtzahl der Ueberschüsse, aber erst recht keine beträchtlichen Fehlbeträge zu jetzt im Fahrwasser der Sozialpolitik gefegelt wird und gesegelt sozialistischen Wähler des Reiches in dem genannten Zeitraum zu verzeichnen hatte. Es fehlt mithin jede Grundlage für die Annahme, daß der Katholizismus ein besonders festes Bollwert gegen das Vordringen der Sozialdemokratie bilde, wie es auch durchaus unangängig erscheint, aus dem zahlenmäßigen Verhältniß zwischen dem religiösen Bekenntniß der Bevölkerung und den Fortschritten der sozialistischen Bewegung in den einzelnen Theilen des Reiches Beziehungen herzuleiten, die auf den Charakter einer sozialen Gesetzmäßigkeit Anspruch erheben tönnen. erwarten sind. 1 Deutsches Reich. werden soll. Der Verband deutscher Gewerbevereine hält gegenwärtig in Erfurt seine siebente ordentliche Hauptversammlung ab. Regierungsrath Siebert sagte in seiner Begrüßungsrede n. a., er Ueber die Aussichten der Militärvorlage und speziell über habe die Beobachtung gemacht, daß die Geiverbevereine in erster die Stellung des ja auch im neuen Reichstag ausschlaggebenden Reihe berufen seien, ein sachverständiges, unparteiisches Urtheil in Sentrums äußern sich in einem aus Berlin datirten Artifel in be- getverblichen Angelegenheiten abzugeben, und der Oberbürgermeister merkenswerther Weise die„ Hamburger Nachrichten". Es heißt da: Dr. Schmidt meinte, daß die große Mehrzahl der Berufsvereine " Daß sich das Zentrum noch einmal zu der starren Opposition die gewerblichen Fragen nur vom einseitigen Interessenstandpunkte entschließen werde, wie es dieselbe zulegt 1893 bethätigt hat, ist aus beurtheile, die Gewerbevereine, in denen Männer aller Berufsmit gutem Grunde zu bezweifeln. Die abweisend flingenden stände vertreten seien, hätten sich aber einen weiten Blick, ein sachRedensarten, mit denen die Klerikale Presse einstweilen fiches, unparteisches Urtheil in allen Dingen des öffentlichen Lebens Die grüne Juternationale- sie nannte sich auf dem den Mund recht voll nimmt, verdienen gar keine Bes bewahrt. Deshalb seien die Gewerbevereine die berusendsten Vervon treter des deutschen Gewerbestandes. achtung. Letzten Kongreß in Budapest selber so will wieder einJm vorigen Jahre hat diese Presse das mal die„ bedeutendsten Land- und Volkswirthe Mitteleuropa's der Freifinnigen Zeitung" gegen die Flottenvorlage an- Mit dieser Lobpreifung der Gewerbevereine als Vereinigungen gestimmte Lied monatelang buchstäblich nachgesungen, um dann, von Leuten, die sich einen weiten Blick und ein unparteiisches Urtheil zu gegenseitiger Annäherung und persönlicher Aussprache" nachdem Herr Lieber im Reichstage die erste Rede gehalten, als in allen Dingen des öffentlichen Lebens bewahrt hätten, harmouirt versammeln, und zwar diesmal in Wien, wo sich ja auch bald zu verstummen und schleunigst umzulernen. Außer Zweifel es aber nicht, daß die Hauptversammlung ein unserer Ansicht nach ganz vergnüglich tagen läßt. Als feine bedeutendsten Landsteht freilich, daß in dem neuen Reichstage ein Militärgefeß nur nichts weniger als scharfsinniges Referat mit stürmischem Beifall und Volkswirthe entfendet Deutschland durch den Bund die unter Zustimmung wenigstens eines Theiles des Zentrums zu aufnahm, das der Rechtsanwalt Dr. Schneider in Karlsruhe stande kommen kann. Eine Situation, wie Herren Direktor Dr. Hahn und Redakteur Edmund Klapper, das die nach den über Thema hielt: Die großen Waarenbazare und 1893, in Wahlen von Der Redner schilderte die Waarenbazare dazu den Major Endell und den Gutsbesizer Lucke- Paterswelcher das Militärgefeß durch ihre Auswüchse. die Bolen gegen das Zentrum hausen. Herr Lucke scheint über keinen Militärrang zu vergerettet wurde, ist als einen Krebsschaden unserer Zeit. Der kleine Geschäftsmann auf absehbare Zeit nicht wieder denkbar. Aber das Zentrum wird werde in seiner Existenz vernichtet, die Leute würden dann mi fügen, sonst würde er ihn wohl auch für wichtiger gehalten es sich zehnfach überlegen, ehe es seine gegenwärtige Position als muthig und fielen der Sozialdemokratie in die Arme. Die Waarens haben wie den„ Gutsbesizer". Man will über überseeische regierungsfreundliche Partei preisgiebt und die unberechenbaren häuser seien geradezu ein Agitationsmittel für die Sozialdemokratie, Konkurrenz, Währung und Blanko- Terminhandel sich unterFolgen einer Zurückschivenkung in die Opposition auf sich nimmt." die sich über derartige Zustände auch freue. Aus allgemeinen politihalten und gemeinsame Linien für die von den mittelDiese Bemerfungen haben sicherlich viel Richtiges für sich. Das schen Rücksichten schon müsse man aber verhindern, daß der SozialMan müsse den europäischen Regierungen vorzunehmenden politischen Aktionen Bentrum hat seine Rolle als Regierungspartei noch nicht ausgespielt, demokratie neue Anhänger zugesichert werden. feststellen". fann auch wohl vorläufig nicht so leicht in die rauhbeinige Oppositions- Mittelstand, in dem die Vaterlandsliebe wurzele, der eine nothDer Budapester Rongreß, der infolge der unga- stellung zurüd, weil es die Früchte, die ihn für sein liebevolles wendige Sproffe in der sozialpolitischen Stufenleiter bilde, unter rischen Millenniums- Ausstellung 1896 unter zientlich starker Entgegenkommen heranreifen werden, noch nicht eingeheimst hat. allen Umständen erhalten. Die Waarenhäuser seien ein Schaden Hansbejizer, indem die Läden in der Nähe Betheiligung stattfand, hat fast gar teine Spuren im öffent. Ob sich allerdings die Zentrumswähler immer und immer wieder für an Werth verlören. Aber auch das lichen Leben hinterlassen. Irgend etwas neues haben die damit begnügen werden, den parlamentarischen Höflingen der Partei von Waarenhäusern endlosen Reden und Gegenreden auch kaum gebracht. An Gefolgschaft zu leisten, ist eine andere Frage. Jedenfalls muß Bublifum habe keinen Nutzen von der Schlenderwaare, es schade fich den niedrigen Preisen der Landwirthschaftsprodukte war da- man, solange die Arbeitermassen der katholischen Gegenden das vielmehr dabei. Gute Waare erhalte man in den großen WaarenZentrum zur ausschlaggebenden Partei im Reichstage machen, damit häusern auch nicht billiger, als in fleinen, soliden Geschäften. Die nach nicht die Umwälzung in der Produktion und rechnen, daß Militärforderungen und sonstigen reaktionären Maß- Waarenbazare würden, wenn sie erst das Monopol hätten, die Preise δας unheimlich Zufuhr schuld, sondern den anderen Geschäften diktiren und dann auch nicht mehr so billig bergrößerte regeln im Reichstag fein entscheidender Widerspruch entgegentritt. Aber noch eine Stelle möchten wir aus dem Artifel der Hamb. wie heute verkaufen. Die Arbeiter hätten ebenfalls einen großen papierne Angebot" von fiftivem Getreide. Die BörsenSchaden durch die großen Waarenbazare, denn durch die Schleuder-) reform sei daher international mit dem Ziele der totalen Nachrichten" erwähnen. Sie schreiben: Afrika. Amerika. artikel würden die Löhne ungünstig beeinflußt. Wenn nun durch die Gewerbe- Ordnung den Waarenhäusern die Existenzberechtigung vom Kairo, 28. August. Das Kanonenboot Zafiro" von der NilStaat gegeben sei, so müsse er aber auch für Beseitigung der Auswüchse Expedition erhielt einen Leck und sank in der Nähe von Schendi. sorgen. Hierzu sei vorgeschlagen: eine Besteuerung der Waarenhäuser, und Alle an Bord befindlichen Personen wurden gerettet. zwar eine Gewerbesteuer in Verbindung mit progressiver Ertragsund Umsatzsteuer, Stempelung der Waaren mit Fabrikfirma. Mancher werde sich schämen, Schundwaaren, die mit seinem Namen versehen sind, zu verkaufen. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß auch die Frauen zu der Einsicht kämen, daß es ein Verstoß gegen ihre sozialen Pflichten ist, wenn sie ihre Waaren einkäufe in den Bazaren besorgen. Vom Staat müsse gefordert werden, Hilfe leiste. Managua, 27. August. Die hier tagende Konvention unter zeichnete die Konstitution der Vereinigten Staaten von 3entral Amerita, welche San Salvador, Honduras und Nicaragua umfaßt. zu opfern, eine Betheiligung an den Landtagswahlen auch in diesem Kreise abzulehnen. Köster giebt der Meinung Ausdruck, daß die Ledebour'sche Resolution nicht auf dem Boden des Hamburger Beschlusses steht und empfiehlt, von vornherein, um die Opposition nicht zu schädigen, für die Freisinnigen einzutreten. Es wäre dadurch möglich, die beiden Mandate den konservativen Realtionären abzunehmen. John führt an, daß er Gegner der Wahlbetheiligung ist, troydem aber wünscht, daß der Hamburger Beschluß geachtet wird, und weil für diesen Kreis die Voraussetzungen zutreffen, die Genossen sich an den Landtagswahlen betheiligen. Lammi empfiehlt die Wahlbetheiligung daß er in Beschränkung der Waarenhäuser dem Mittelstande energisch Ein neuer Majestätsbeleidigungsprozeß insbesondere aus agitatoriſchen Gründen. Ledebour führt hierauf selber Bazare eröffnen. In Gerresheim arbeitet die Polizei mit Ausweisungen, so meldet der Polizeireporter. 55 Personen sind in den letzten Wochen ausgewiesen worden, 8 Familien mit 33 Köpfen. Alles wegen der Reichstagswahlen! gegen Liebknecht etwa folgendes aus: Die Anhänger der Wahlbetheiligung haben die Der Kampf gegen die Waarenbazare ist eine Utopie. Sie sind ein Presse mit Artikeln überfluthet, während er und Zubeil als die fast Produkt der natürlichen Entwicklung und können deshalb durch kein Gesetz aus der Welt geschafft werden, ebensowenig wie es zu ber- war geplant. Unter den achtunddreißig Reden, die dieser in der einzigen Gegner keine derartige Agitation für ihre Ansicht betrieben haben, wodurch die Parteigenossen irregeführt wurden. Der Bericht der hindern ist, daß der Mittelstand vor der Konkurrenz des Groß- legten Wahlkampagne gehalten, waren auch drei im Wahlkreise Feenpalast- Versammlung jei ganz elend abgefaßt gewesen, für einen tapitals zu grunde geht. Die Sonderbesteuerung der Waarenbazare Biebrich- Wiesbaden, wo Liebknecht am 22. Juni, zwei Tage richtigen Bericht hätte der„ Vorwärts" feinen Raum gehabt und diesem hat nur einen Nußen für die Gemeinde- oder Staatskasse, den vor der Stichwahl sprach. Es handelte sich dort um die Bekämpfung Umstand sei es zuzuschreiben, daß die auswärtigen Genossen über Mittelstand kann sie nicht konkurrenzfähiger machen, denn bei dem eines freisinnigen Gegenkandidaten, und u. a. hatte der Redner Nach ihn hergefallen sind.") Wenn angeführt wurde, daß die Versammlung kolossalen Umsatz, den die Waarenbazare haben, können diese jede druck darauf zu legen, daß das deutsche Bürgerthum aus so schwach besucht gewesen sei, so ist das der Beweis, daß die große wie immer geartete Steuer leicht ertragen. Wenn der Mittelstand sich vor den Waarenbazaren einigermaßen wirthschaft zu historischen Gründen nicht im stande gewesen, die Feudal Masse tein Interesse daran hat und thatsächlich sei die Verfamnilung, beseitigen und die bürgerliche Freiheit zu in der seine Resolution angenommen wurde, von den bekannten und behaupten will, so muß er selber zur Kouzentration seiner Betriebs- begründen; und daß infolge dessen das deutsche Bürgerthum auch thätigen Berliner Parteigenossen nur besucht geweſen. Die ganze Bemittel schreiten, er muß wegung ist nur eine künstliche Mache von Leuten, die gut sprechen Dortmund, 27. August. Für einen anderen gewährt jetzt außer stande sei, die Stämpfe erfolgreich zu führen, welche uns und schreiben tönnen. Dabei gehen sie auf die Details und die Gründe hat bei der Reichstags- Hauptwahl der Stuckateur Adler hierselbst. auf dem Gebiet des imeren Verfassungslebens unzweifelhaft bevor- von den Gegnern nicht ein und die wirklichen Thatsachen werden Er erhielt dafür gestern von der Ferien- Strafkammer die geringste stehen. Natürlich fehlte es nicht an einer Charakteristik des preußi- somit vertuscht. Demi was hat es dem für einen Zweck, wenn zulässige Strafe von einem Tage Gefängniß, weil guter Glaube fchen Junkerthums und der sonstigen mittelalterlichen leber- einige Freisinnige mehr in den Landtag einziehen. Die Nationalangenommen wurde. lieferungen, mit denen Deutschland noch behaftet ist, und die Liberalen zu unterstügen, deren Hauptorgan, die„ Költ. Zeitung", wirklich moderne Kulturländer, wie England und Frankreich, sich gegen das bestehende Reichstags- Wahlrecht eintritt, das hieße einen Reaktionär durch einen anderen zu beseitigen. In der That schon seit Jahrhunderten vom Halse geschafft haben. Beide Versammlungen, sowohl die in Biebrich wie die in Wies- find es nur die Leute an den Redaktionspulten, die für die Wahlbetheiligung eintreten. Von den Genossen selbst ist es nur eine ganz baden, verliefen trot massenhaften Besuchs und stürmischer Begeiste- fleine Gruppe, die an den Fingern abzuzählen ist, für die BeChronik der Majestätsbeleidigungs Prozesse. Wegen rung ohne jeglichen Zwischenfall in musterhafter Ordnung. Und theiligung, eine größere Anzahl gegen die Betheiligung und der Majestätsbeleidigung wurde in Bauzen der Steinmetz Wirtschin zu nichts deutete darauf, daß etwas ungeheures, sogar etwas ungeheuer größte Theil der Genossen hat überhaupt kein Interesse mehr daran 1 Jahr 4 Monaten Gefängniß verurtheilt. Ort der Beleidigung: Verbrecherisches geschehen war. und besucht die Versammlungen gar nicht. Die Meinung, die auf eine Kneipe in Kosel bei Breslau. Ungefähr 14 Tage oder drei Wochen nach den Versammlungen den Hamburger Parteitag über den Zug nach links vorhanden war und zu Aus Hildesheim wird uns geschrieben: Die Straffammer erhielt der ahnungslose Liebknecht ein verdächtig aussehendes, ver- dem Beschluß beigetragen hat, ist durch das Verhalten des Bürgerthums des hiesigen Landgerichts verurtheilte den nicht vorbestraften 74 jährigen Tagelöhner und Hausschlächter Wilhelm Lübbe in mittels Zustellungsurkunde ausgehändigtes Schriftstück, durch welches geschwunden und die Parteigenossen haben durch die Wahlen einMehrum( Kreis Peine) wegen Majestätsbeleidigung zu ihm die überraschende Kunde ward, daß das Landgericht Wies- gesehen, daß sie sich arg getäuscht haben. Die Berliner Anhänger der Wahlbetheiligung hätten doch müssen auch in Berlin, schon der zwei Monaten Gefängniß. Der Verurtheilte hatte eine baden und das Oberlandesgericht Wiesbaden einen Antrag auswärtigen Genossen wegen, für die Betheiligung an den LandtagsKleine Büste des Kaisers in seiner Stube aufgestellt und machte des Wiesbadener Staatsanwalts, Liebknecht wegen Majestäts- wahlen eintreten, statt eine mit diplomatischen Finten verklausulirte in einer nicht politischen Unterhaltung mit zwei zum Besuch an beleidigung sofort zu verhaften, abgelehnt hatten. Resolution für Wahlenthaltung einzubringen. Nachdem der wesenden Dienstknechten bei Nennung der Büste eine unbedachte So erfreulich das letztere, so erstaunlich war das erstere. Worin sollte die Redner noch auf die Ausführungen des Genossen Zubeil Aeußerung. Die Dienstknechte erzählten die Aeußerung weiter, Majestätsbeleidigung bestanden haben? Liebknecht's Nachforschungen in hingewiesen hatte, mit denen er sich völlig einverstanden erklärte worauf Anklage gegen Lübbe erhoben wurde. der Vorrathskammer seines Gedächtnisses waren erfolgloser ersuchte er die Betheiligung an der Wahl abzulehnen und seiner SteAus Ansbach wird der" Frankf. 3tg." gemeldet: Wegen mußte warten, bis- wiederum nach Verlauf von etwa vierzehn solution zuzustimmen. Nachdem noch ein Genosse sich geäußert, daß Majestätsbeleidigung, Bedrohung, Hausfriedensbruchs u. 1. v. ver die Betheiligung erfolgslos fein würde, wurde die Debatte geurtheilte die Ferien- Strafkammer den schont 15 mal vorbestraften Tagen ihm, nach einer geheimnißvollen Vorladung vor das schlossen. Die hierauf vorgenommene Abstimmung ergab die AnSchäfer Peter Simon von Walddachsbach zu 6 Monaten Gefängniß. Amtsgericht Charlottenburg, die Aufklärung ward, daß ein steno- nahme der bekannten Resolution Ledebour's mit 35 gegen 17 Stimmen. Die Majestätsbeleidigung richtete sich gegen den Kaiser. graphirender Polizist in Wiesbaden ihn hatte sagen hören, die Fran- Einige Genossen stimmten gegen die Ledebour'sche Resolution, erzosen hätten vor 109 Jahren mit dem„ Königthum von Gottes flärten sich aber im übrigen ebenfalls für die Nichtbetheiligung an Der Reicherath soll für Mitte September einberufen werden. Gnaden aufgeräumt; und daß ein Staatsanwalt sich in Wies- den Landtagswahlen. Lemberg, 28. Auguft. Die Polizei verbot das von den Sozia- eine Majestätsbeleidigung erblickt. Sehr merkwürdig und wunder- beschloß nach einem Referat des Genossen Bökelmann aus baden gefunden habe, der in diesen und anderen Redewendungen Die Parteikonferenz für den Kreis Ober- Barnim listen für heute einberufene Protestmeeting gegen den Ausnahmezustand. Auch der geplante Massenumzug durch die Stadt wurde bar aber was ist heute in Deutschland nicht möglich? Strausberg mit großer Mehrheit die Betheiligung an den nicht genehmigt. Liebknecht gab seine Verwunderung zu Protokoll, und wartete Landtagswahlen in der Weise, daß in allen Urwahlbezirken, wo dies Ungarn. der Dinge, die da kommen sollten. Er mußte ja warten. Wieder möglich ist, ei gene Wahlmänner aufgestellt werden sollen; in Budapest, 28. Auguft. Wie die Blätter melden, überschritten nach ungefähr 14 Tagen fam aus Wiesbaden eine verdächtig den Urwahlbezirken, wo dies nicht möglich ist, sollen die Parteibewaffnete Rumänen bei Fundata die rumänische Grenze. Es kam aussehende Buschrift, die vermittelst Zustellungsurkunde ausgehändigt genossen für die freisinnigen Wahlmänner stimmen. Da die Kreiſe zu einem heftigen Kampf zwischen den Rumänen und den Ungarn, ward und die Mittheilung enthielt, daß der strafgesetkundige Staats- Ober- und Nieder- Barnim gemeinschaftlich drei Abgeordnete wählen, bei welchem brei Ungarn getödtet und mehrere als Gefangene weg- anwalt in Wiesbaden die Erhebung der Anklage wegen Majestäts- wurde der Vertrauensman beauftragt, sich mit dem Vertrauensgeschleppt wurden. Ungarn wird wegen des Vorfalls von Rumänien beleidigung und die Anberaumung eines Termins zur Hauptmann von Nieder- Barnim in Verbindung zu setzen, um eine einheit Genugthung berlangen. Oesterreich. Budapest, 27. August.( Frankf. 8tg.") Die den militärischen Kreisen erwünschte Vermehrung des Netruten Kontin gents wird, angesichts der politischen Lage, derzeit unmöglich, da selbst eine provisorische einjährige Verlängerung des Wehrgesetzes schwer erreichbar ist. Frankreich. Paris, 28. August. Der Untersuchungsrath gegen Esterhazy hat gestern seine Arbeiten beendigt. Nachdem das Zeugenverhör um 6 Uhr beendigt und Esterhazy entlassen worden war, fonferirte der Untersuchungsrath noch bis um 10 Uhr abends. Wian glaubt all gemein, der Kriegsminister werde heute seinen Entschluß fassen. Die Angelegenheit Picquart- Leblois wird in den Tagen vom 19. bis 24. September vor dem Zuchtpolizei- Gericht verhandelt werden. Monrod, der Direktor der„ Revue historique", fucht in einer Zuschrift an die" Debats" zu beweisen, daß die Revision des Prozesses Dreyfus das einzige Mittel sei, un die Ordnung in Frankreich wiederherzustellen. Debats" bemerken indeß hierzu, Monrod irre sich in seinen Bekräftigungen. Italien. 1 verhandlung beantragt habe. Liebknecht erwiderte nun, daß er erstens die betreffende Aeuße= rung in dieser Form nicht gethan habe, und daß zweitens, wenn er sie gethan, dies keine Majestätsbeleidigung sei, sintemalen das König thum von Gottes Gnaden zwar eine Institution, aber keine Person und folglich auch keine„ Majestät" sein kami. Wiederum ungefähr 14 Tage des Wartens und dann kam endlich der Schlußaft in Gestalt einer wiederum vermittelst Bustellungsurkunde ausgehändigten Zuschrift des Wiesbadener Landgerichts, dahin gehend, daß der Antrag des Staatsanwalts von Wiesbaden habe abgelehnt werden müssen, sintemalen das Königthum von Gottes Gnaden und die Person irgend einer lebenden Majestät zwei verschiedene Dinge seien. Wenn die Richter in Wiesbaden diefelben strafgesetzlichen Kennt nisse besessen hätten, wie der Wiesbadener Staatsanwalt, dessen ame uns leider im Augenblick nicht gegenwärtig ist, so fäße Liebknech jetzt in Untersuchungshaft und hätte eine zweite Auflage seines Breslauer Prozesses zu bestehen; und wenn das Reichsgericht dann ebenso urtheilte, wie bei Revision des Breslauer Urtheils, so würde er wieder 4 Monate oder noch mehr im Gefängniß zubringen müssen. Das sind deutsche Zustände! Rom, 26. August.( Eig. Ber.) Heute wurde in Florenz der Prozeß gegen den Deputirten Pascetti und sechs andere Genossen zu Ende geführt. Bascetti war bekanntlich in Paris zu zehn Jahren Gefängniß und zwei andere Genossen zu fünf Jahren in contu- Das ist deutsche Freiheit und Rechtssicherheit im neuen Deutschen maciam verurtheilt worden. Von vier anderen, welche in Unter- Reich! Und da wundert man sich, daß das Ausland unseren Patrioten suchungshaft waren, wurde einer zu vier Jahren Gefängniß ver= urtheilt und einer zu acht Monaten; zivei wurden freigesprochen, nicht glauben will, wenn sie schreien: Deutschland marschirt an der Bei allen wurde die Anklage auf Aufreizung zum Diebstahl zurlic Spige der Zivilisation. gezogen. Dies ist der letzte große Prozeß vor dem Kriegsgericht, in wenigen Tagen werden alle Ausnahmezustände aufgehoben fein. Mailand, 28. Auguft. Das radikale Blaft Secolo", welches vom Militärgericht unterdrückt wurde, ist vom 1. September ab wieder freigegeben. Rußland. Türkei. Preußische Landtagswahlen. Auf der Kreis Konferenz für Teltow Beeskow und Charlottenburg Die Kreiskonferenz für Landsberg- Soldin beschloß die Betheiligung an der Landtagswahl unter folgenden Bes dingungen: 1. Aufstellung eigener Wahlmänner, 2. Unterſtigung freis finniger Wahlmänner dort, wo uns eigene Wahlmänner nicht zur Vers fügung stehen. Auf der Kreiskonferenz für Bauch- Belzig- Jüterboglehnten die Delegirten des Streises Jüterbog 2udenwalde Luckenwalde die Betheiligung mit allen gegen zwei Stimmen ab, während die Delegirten des Streises 8 auch Belzig die Betheiligung mit allen gegen zwei Stimmen beschlossen. Auf der Kreiskonferenz für die Westprignitz wurde, nachdem mitgetheilt worden war, daß bei der Landtagswahl im Jahre 1893 in den Kreisen Ost- und Westprignitz 419 konservativen mur 71 freisinnige Wahlmänner gegenüberstanden, folgender Antrag angenommen:" In Erwägung, daß im Kreise Westprignitz es un möglich ist, eigene Wahlmänner aufzustellen, eine Verdrängung der konservativen Partei unter dem elenden Wahlsystem absolut auss geschlossen ist, beschließt die Streistonferenz, von einer Betheiliging an der Landtagswahl Abstand zu nehmen." Bei dieser Gelegenheit möchten wir bemerken, daß das Ergebniß ob eine Wahlbetheiligung aussichtslos ist oder nicht, denn gerade die der 1898er Wahl nicht als maßgebend dafür betrachtet werden kann, 1893er Landtagswahlen sind unter sehr schwacher Betheiligung der zweiten und dritten Klasse vor sich gegangen. Beispielsweise betrug die Wahlbetheiligung in Prozenten der Wahlberechtigten im Kreise Ostprigniß: 2. Klasse 3. Klasse 35,33 in der 1. Klasse in ben Städten. • . 50,91 18,78 auf dem Lande. • . 48,87 25,38 10,17 in Stadt und Land 49,47 28,20 . 11,22 im Kreise Westprigniß: in den Städten. 53,76 29,96 12,69 • . auf dem Lande. 17,25 7,09 23,40 9,51 in Stadt und Land 36,79 45,05 wurde die Frage der Landtagswahlen erörtert. Mehrere Resolutionen Unter großem höfifchen Gepränge wurde am Sonntage in bezw. Anträge waren eingegangen. Baier äußert sich dahin, daß die Moskau ein Denkmal für Alexander II. enthüllt. Aus Gegner der Betheiligung die Frage nicht vom Standpunkte des diesem Anlasse wurden in einem faiserlichen 1tas die Verdienste Hamburger Parteitages aus debattirt haben, sondern zunächst mur, des Bar- Befreiers" unt die Bauernbefreiung über Gebühr ob die Freifinnigen es werth sind, von der Sozialdemokratie unterSteglitz- Friedenauer Parteigenossen gepriesen. 11m aber dieses Lob nicht als eine Anwand- stützt zu werden und von diesem Gesichtspunkte aus die Betheiligung besprachen am Donnerstag in öffentlicher Versammlung die Frage lung liberaler Ideen deuten zu lassen, wurden gleichzeitig an den Landtagswahlen ablehnten. Er hält die Betheiligung, um der Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen, nachdem in einem überaus„ gnädigen" Handschreiben unter Verleihung des die Opposision zu stärken, für nothwendig, und ist der Meinung, Genosse Massatsch aus Berlin mit einem ausführlichen Neferat die höchsten Ordens die Verdienste des reaktionärsten russischen Staats- daß der Reaktion die zwei Mandate in diesem Kreise das Diskussion eingeleitet hatte. Nach längerer Diskussion, an der mannes, des Oberprokurators der heiligen Synode, Pobjedonoszew, durch entrissen werden könnten. 8ubeil erinnerte an das Freunde und Gegner der Wahlbetheiligung theilnahmen, wurden die gepriesen. Verhalten der verschiedenen Parteien im Landtage und wirft 3ivei sich entgegenstehenden Resolutionen zurückgezogen und die Ents dabei die Frage auf, inwieweit dieselben denn überhaupt zu den scheidung über die Frage der Wahlbetheiligung der Kreiskonferenz Er erörterte anheimgestellt. Ein kaiserliches Frade bestimmt einer Meldung der„ Franks. oppofitionellen Parteien gerechnet werden könnten. Er erörterte Beitung" aus Konstantinopel zufolge die Entfendung einer neuen Anhänger der Betheiligung an den Landtagswahlen sofort nach dem debattirten eingehend die Stellungnahme zu den nächsten Landtagssodann die Hamburger Parteitags- Beschlüsse und führt an, daß die Die polnischen Parteigenossen in Berlin Gruppe von 20 Offizieren zum Eintritt in die deutsche Armee. Parteitage die ihnen zur Verfügung stehende Presse benutzten, Ueber die Metzeleien bei Musch in Armenien wird der um die Resolution in ihrem Sie umzudeuteln. Nach den Ham wahlen. Die Genossen Morawski, Mertowski und Berfus " Frankf. 3tg." berichtet: Zwei bei Musch gelegene Ortschaften, von burger Beschlüssen sei es nicht geboten, sich in diesem Kreise an den erklärten eine Betheiligung der Polen an den nächsten Landtagsdenen die eine 136, die andere 150 Häuser hatte, sind fast ganz ver- Landtagswahlen zu betheiligen, da es unmöglich ist, die nothwendige wahlen in Berlin für unmöglich und beantragten, sich den Benichtet und gegen 300 Personen, darunter sehr viele Frauen, sind Anzahl eigener Wahlmänner aufzustellen. Nicht einmal in Nigdorf, schlüssen der deutschen Genossen zu fügen. In diesem Sinne wurde durch kurdische Horden in gräßlicher Weise verstümmelt und getödtet in dem verhältnißmäßig günstigsten Orte für die Sozialdemokratie, einstimmig Beschluß gefaßt. worden. Als Ursache der Metzeleien wird der Umstand angegeben, tönnten die für die 3. Abtheilung nothwendigen Wahlmänner aus= Aus Oberschlesien. daß der Polizeichef einer der erwähnten Ortschaften von Mohamedanern findig gemacht werden. In mehreren Orten würde es an eigenen Von einer Bewegung zu gunsten der Betheiligung an den in einem verrufenen Haufe todt aufgefunden war, was die Kurden Wahlmännern gänzlich fehlen. Eine Unterstützung anderer Parteien Landtagswahlen ist unter den Parteigenossen Obers sofort als Anlaß zu neuen Blutthaten an den Armeniern be- hätte mit Bestimmtheit einen Rückschlag für uns bei den Reichstags- ich I esiens so gut wie nichts zu merken. Diese Thatsache entnutzten. wahlen zur Folge und im weiteren würden wir durch unsere spricht auch vollkommen den hiesigen Parteiverhältnissen. In feinem Asien. Betheiligung veranlassen, daß die Unterbeamten, wovon Tschifu( chinesischer Vertragshafen an der Straße von Tschili, ein großer Theil bei den Reichstagswahlen für uns*) Ledebour steht unseres Wissens mit seinem schroffen und abwestlich von Weihaiwei), 27. Auguft.( Frankf. 8tg.") Es ist das stimmt, gezwungen werden, an der Landtagswahl theilzunehmen, um fälligen Urtheile über den Versammlungsbericht ganz allein. SämmtGerücht verbreitet, daß die Russen den in der Provinz Schönfeng gegen uns ihre Stimme abzugeben. Der Redner weist sodann noch liche? edakteure des Vorwärts" waren in der Feenpalast- Versammlung liegenden Vertragshafen Newschwang zu besetzen beabsichtigen. auf verschiedene andere Umstände hin, die für die Nichtbetheiligung anive end und sie sind der Meinung, daß der Bericht sinngemäß alle Ein englisches Kanonenboot hat sich nach Newschwang begeben, um sprechen, und meint, daß wir nicht versuchen sollen, den preußischen Argi..hente wiedergiebt, die Ledebour vorgebracht hat. Auch aus den die Bewegungen der Russen zu beobachten. Die englische Flotte Landtag durch unser Eingreifen zu galvanisiren, sondern unsern Reihen der Parteigenossen, die wir befragten, hat niemand eine unter zwei Admiralen versammelt sich in Weihaiwei. Die Grenz Einfluß auf den Reichstag zu konzentriren. Er ersucht die Aussetzung bez. des Berichts gemacht. Schließlich hat auch an einem regulirung hat in Kiautschou begonnen. Die Deutschen wünschen die Konferenz schließlich, da unsere Partei aus eigener Kraft der letzten Tage eine Sigung der Preßkommission stattgefunden, Laushau- Werke in das deutsche Gebiet einzubeziehen.( Die Laufhaus teine Erfolge erzielen kann und keine Ursache vorhanden ist, für und auch da hat kein Mitglied derselben an der Wiedergabe der Werte befinden sich an der Nordwestküste der Halbinsel Shantung.) die Freifinnigen einzutreten und für sie Geld, Zeit und Arbeit Ledebour'schen Rede etwas auszusetzen gehabt. Die Stellung der Erfurter ,, Tribüne" Boziales. einzigen Wahlkreise Oberschlesiens fann die Wahl eines Freisinnigen gegen 1893 rund 1000 Stimmen einbüßten. Versammlungen wurden Auf Anregung der Eisen- und Stahlindustriellen Schottlands hat in Frage kommen, zumal da die Freisinnigen selbst nicht die im Kreise 13 abgehalten. Die" Brandenburger Zeitung" sich in England eine Vereinigung der Schiffbau, Maschinengeringsten Anstrengungen machen, sich um ein Mandat zu be- wird nur in ca. 100 Exemplaren gelesen. Die Kreis bau, Eisen- und Stahlindustriellen gebildet, die gegenüber den werben. In den für die Genossen wichtigsten Kreisen ist ferner konferenz stimmte daher dem Vorschlage des genannten Gewerkvereinen der Arbeiter gemeinsam handeln wollen. die Wahl von Zentrums- Abgeordneten absolut sicher, während Parteiblattes, allmonatlich eine Agitationsnummer herauszugeben, mit fie in solchen Kreisen, wo die Kandidaten des Zentrums denen der der Erweiterung zu, daß eine solche Nummer statt monatlich, allKonservativen entgegenstehen, zu schwach sind, um etwa zu gunsten wöchentlich erscheinen soll, da man sich von dem monatlichen Erdes Zentrums den Ausschlag geben zu können. Aber wenn sie das scheinen gar feinen Erfolg verspricht. Von der Betheiligung an der Einen ,, Entbehrungslohn" von 320 007 M. nach Abauch fönnten, sie würden sich sehr bedanken, es zu thun. In dem Landtagswahl nahm man Abstand. Zur Provinzial- Konferenz wurden jungjozialdemokratischen Oberschlesien ist man der Kompromißpolitik die Genossen Wey L, Lademann und Klöhn, zum Parteitag ſchreibungen von 44 856 W. erzielte im Geschäftsjahr 1897/98 die Nach ZuPorzellanfabrik Königszelt in Schlesien. viel mehr abgeneigt, als in Gegenden mit einer älteren sozial- in Stuttgart Genosse Weyl delegirt. Mit den Funktionen des weisung von 30 206 M. an Reserve- und Dispositionsfonds, ſowie demokratischen Bewegung. Kreis- Vertrauensmannes betraute man den Genossen La demann Gewährung von 34 296 M. Tantièmen wurden 15 pct. Diviund bestimmte zu seinem Stellvertreter den Genossen Turban. dende vertheilt und 15 505 M. auf neue Rechnung vorgetragen. zum Beschluß der Berliner Parteiversammlung vom Die Kosten der Reichstagswahl im Wahlkreise Kiel- Neu- Der Geschäftsbericht bemerkt, daß durch den spanisch- amerikanischen 23. Auguſt( siehe Nr. 200 des Vorwärts") veranlaßte unsern in münster- Rendsburg belaufen sich, wie auf der Konferenz in Krieg der Export nach Amerika gelitten habe. Thüringen weilenden Genossen Wilhelm Liebknecht, an die Neumünster festgestellt wurde, auf 11 739 M. Die Einnahmen waren Arbeiterrisiko. In Bad Reichenhall in Bayern ist die Redaktion der„ Tribüne" ein Schreiben zu richten, das wörtlich wie um 1541 M. geringer. Das Defizit soll von den einzelnen Orten folgt lautet: des Kreises gedeckt werden. Lebhafter Meinungsaustausch wurde Schmiedewerkstätte nebst dem Ringofen der Kalkbrennerei von Strehle " An die Redaktion der„ Tribüne" in Erfurt. In Ihrer Nummer über die Ursachen des Verlustes des Kreises gepflogen. Der Druck infolge einer Pulverexplosion in die Luft geflogen. Ein Mann ist todt, einer schiver verwundet. vom heutigen Tag finde ich eine Korrespondenz aus Berlin, welche den von oben und die Saalabtreiberei haben einen Stimmenrückgang Einbrechendes Geröll verschüttete auf der Maria Grube Beschluß der Berliner Genossen hinsichtlich der Betheiligung an den für uns auf dem Lande zur Folge gehabt. Aber auch die Agitation bei Aachen drei Bergleute. Ein Bergmann wurde getödtet, Landtagswahlen in ein durchaus schiefes Licht stellt. Daß der Verfasser und die Organisationen wurden für verbesserungsbedürftig befunden. einer schwer und der dritte leicht verletzt. einen anderen Beschluß gewünscht, mache ich ihm natürlich nicht zum Vor- Es soll namentlich auf dem Lande versucht werden, persönliche Ver- Auf der Grube Eleonore" bei Klausthal stürzte der wurf. Allein geradezu unverständlich ist seine Behauptung, die Berliner bindungen herzustellen. Die Wahlbewegung hat zwei Majestäts- 25 jährige Bergmann Arend infolge eines Fehltrittes 180 Meter Genossen hätten sich über den Hamburger Parteitags- Beschluß beleidigungs- Prozesse gezeitigt, einen gegen den Genossen Hagen- tief in den Schacht hinab. Der Leichnam wurde vollhinweggesetzt. Dies ist die Wahrheit auf den Kopf gestellt. In fuß in Rendsburg, den anderen gegen den Genossen Legien. ständig zerschmettert auf der Sohle des Schachtes aufgefunden. Berlin konnte thatsächlich ohne Verlegung dieses Beschlusses gar Beide sollen die angebliche Strafthat durch Aeußerungen in Vernicht anders gehandelt werden. Eine Verletzung des Beschlusses sammlungen begangen haben. liegt dagegen unzweifelhaft in jenen Wahlkreisen vor, wo sich Genossen entweder für die sofortige Unterstützung fortschrittlicher Wahlmänner, oder für die Aufstellung eigener Wahlmänner unter der Vorausseßung eines Kompromisses aus gesprochen haben. Dies ist eine flagrante Verlegung des Geistes und des Buchstabens des Parteitagsbeschlusses, und ein ebenso flagranter Disziplinarbruch wie die Schumacherei in Solingen. Nur keine Heuchelei und Tartüfferei Richte man die Entrüstung an die richtige Adresse. Weimar, den 26. August 1898. W. Liebknecht." Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Aus Beuthen wird uns geschrieben: Ein Verfahren gegen den Parteigenossen Dr. Winter wegen angeblicher Uebertretung gegen§§ 10 und 41 des Gesetzes über die Presse vom 12. Mai 1851 ist, nachdem der Amtsanwalt seinen Antrag auf Erlaß eines Straf befehls zurückgenommen hat, eingestellt worden. Winter wußte von diesem Verfahren gegen sich nichts, es ist innerhalb eines Bierteljahrs das vierte(), das gegen ihn anhängig gemacht, aber ein gestellt worden ist. Jener Gesetzesparagraph betrifft den zur VerDie" Tribüne" veröffentlicht dieses Schreiben und bringt folgende theilung von Schriften angeblich nöthigen Erlaubnißschein. Mehrere Parteigenossen in Liegnig waren vom SchöffenBemerkung der Redaktion dazu: Wir haben den Artikel unseres Korrespondenten ohne Be- gericht daselbst zu 15 M. Geldstrafe oder 5 Tagen Haft verurtheilt denken abgedruckt, weil wir im großen und ganzen mit seiner worden, weil sie am Sonntag und zwar öffentlich Flugblätter verbreitet haben sollten. Vor einiger Zeit hatte sich die Strafkammer Auffassung einverstanden sind. Genosse Liebknecht scheint aus der Korrespondenz etivas herauszulesen, was in Wirklichkeit auf erfolgter Berufung der Angeklagten bereits mit der Sache be= der der„ Angarnicht darin steht. Unser Korrespondent hat nicht gesagt, die schäftigt und auch den Genossen Mohring, die Verhandlung Berliner Genoffen hätten sich über den Hamburger Beschluß ſtiftung" beschuldigt war, freigesprochen, die übrigen Angeklagten war zivecs Ladung " M Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. " Deutsche Auswanderung. In den Monaten Januar bis einschließlich Juni des laufenden Jahres find über deutsche Häfen, ferner über Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam insgesammt 9998 Deutsche ausgewandert, davon 6127 aus Preußen. Seit dem Jahre 1893 ist die deutsche Auswanderung ganz bedeutend zurückgegangen. In der ersten Hälfte des Jahres 1893 wanderten 47 519 Deutsche über die genannten Häfen nach überfeeischen Ländern aus, in derselben Zeit der Jahre 1894-1898: 21 252, 16 474, 17 101, 11 371 und, wie schon angegeben, 9998 im Jahre 1898. An dem Rückgange sind die preußischen Provinzen wie folgt betheiligt: Posen Schlesien Sachsen 1898 1893 Ostpreußen 155 1 109 Westpreußen 497 4132 Brandenburg mit Berlin 907 3624 Pommern 435 4015 847 5.302 309 1571 182 1 386 Schleswig- Holstein 684 2055 Hannover 1.082 2.984 Westfalen 203 1 318 Hessen- Nassau 264 1457 557 5 2 468 56 Rheinland Hohenzollern In Bayern ging die Auswanderung in derselben Zeit von 4375 auf 923 zurück, in Königreich Sa chien von 2072 auf 485, in Württemberg von 2672 auf 534, in Baden von 1507 auf 313, in Hessen von 758 auf 130, in Mecklenburg- Schwerin von 554 auf 76, in Oldenburg von 720 auf 110, in Bremen von 462 auf 166, in Hamburg von 1205 auf 709, in ElsaßLothringen von 415 auf 65. „ hinweggesetzt", sondern es schien ihm die Berliner Nesolution gegen weiterer Zeugen vertagt worden. Der Staatsanwaltschaft eine Außerkraftjeßung" des Parteitags Beschlusses zu sein. Und das will uns bei der sehr allgemeinen Fassung der Nesolution, be- gelang es aber nicht, weiteres Material gegen die Angeklagten zu sonders bei dem Hinweis auf eine im Hamburger Beschluß garnicht beschaffen, weshalb der Staatsanwalt munmehr selbst die Freisprechung Eine Entheiligung angedeutete Vorausseßung über die Haltung der bürgerlichen des Sonntags habe durch die Flugblattverbreitung nicht stattgefunden der bürgerlichen beantragte. Das Gericht erkannte demgemäß. Oppositionsparteien bei den Reichstagswahlen ebenfalls so vorkommen. Dem wollten die Genossen Heine und Arons und da Hausflure als geschlossene Räume zu betrachten seien, so durch ihre Resolution vorbeugen, liege auch keine öffentliche Verbreitung von Flugblättern vor. indem sie dadurch den Der Parteigenosse Vogeniz in Altenburg hat eine einWahlkreisen, die bereits die Betheiligung beschlossen hatten, nicht durch das schroff ablehnende Verhalten der Berliner die Arbeit monatige Gefängnißstrafe angetreten, die ihm, als Redakteur des erschweren wollten. Und daß letzteres geschieht, steht außer allem Wählers", wegen Beleidigung des Redakteurs der„ Altenburger Landeszeitung" auferlegt ist. Zweifel. Wir haben den Hamburger Beschluß anders aufgefaßt wie die Berliner. Trotzdem wir im vorigen Jahr uns prinzipiell gegen die Betheiligung erklärten, haben wir uns später dem Votum des Parteitages gefügt, sagten wir uns, daß wir nun doch zunächst Spielkarten- Fabrifen waren im Rechnungsjahre 1897( Beitdie Pflicht hätten, in eine energische Agitation für die raum vom 1. April 1897 bis 31. März 1898) innerhalb des deutschen preußischen Landtagswahlen einzutreten, diese terra incognita Achtung, Buchbinder Deutschlands! In Christiania in gollgebiets 33 im Betriebe( gegenüber 34 im Rechnungsjahre 1896), tennen Ternen zu und dabei für die Partei Heraus- Norivegen sind 200 Buchbinder ausgesperrt, weil sie einen und zwar 8 in Preußen( davon je 2 in den Provinzen Sachsen und zuschlagen, was mur möglich ist. Aber natürlich sind den Berlinern Minimallohn von 18 Kronen forderten, was für den theuren Lebens- Hessen- Nassau, je 1 in den Provinzen Pommern, Hanover, Westfalen über ihre Richtbetheiligung keinerlei Vorschriften zu machen. Das unterhalt in Christiania nichts weniger als viel ist. Die Meister und Rheinland), in Bayern und Sachsen ebenfalls je 8, in Baden, konnten sie halten, wie sie es für angezeigt erachteten. Dagegen suchen Arbeitskräfte im Auslande und lassen zum theil ihre Bücher Hessen, Mecklenburg je 2, in Württemberg, Thüringen, Braunschweig nicht richtig ist die Art des Beschlusses durch Annahme der in Berlin und Leipzig binden. Die norwegischen Buchbinder je 1 Fabrik. Im Laufe des Rechnungsjahres sind 4 772 326 StartenLedebour'schen Resolution. Sie bedeutet außer der Kritik des Ham- bitten nun die deutschen Fachgenossen um solidarises Ver- spiele von 36 oder weniger Blättern und 174 506 Spiele von mehr burger Beschlusses auch eine ganz unangebrachte Kritik der Wahl- halten. als 36 Blättern im Inland abgesetzt und versteuert worden. treise, die bereits in die Wahlagitation eingetreten find. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck ersucht. 296 289 Spiele der ersteren und 766 081 Spiele der letteren Art Die weiteren Ausführungen des Genossen Liebknecht über SchuVom Maurerstreik in Frankfurt a. M. berichtet die„ Volks- sind nach dem Auslande gegangen, wogegen aus dem Ausland macherei, Heuchelei ze. haben auf uns keinen Bezug, sodaß sich für stimme", daß eine Versammlung der Unternehmer es den einzelnen 27 371 beziehentlich 14 066 Spiele eingeführt wurden und nach Veruns ein Eingehen darauf erübrigt." Unternehmern freigestellt hat, mit der Lohnkommission in Verbindung Steuerung in den freien Verkehr getreten sind. Jm dritten Berliner Landtags: Wahlkreise zu treten und zu bewilligen damit ist der organisirte Widerstand der Unternehmer gebrochen. Es war ihnen auch keine Möglichkeit fucht eine Gruppe von Freisinnigen Virchow zu verdrängen und an weiter gelassen, denn das größte Frankfurter Geschäft, Holzmann u. Co., seine Stelle Herrn Heinz Krieger zu kandidiren. hatte inzwischen die Arbeiterforderungen in vollem Umfange be Ministerpräsident Sagasta äußerte einem Berichterstatter gegenDie welfische Partei willigt. über, solange die Friedensverhandlungen dauerten, sollten die über den Stand der Die Tischler in Zwickau beschlossen, die Lohnbetwegung für Cortes sich daran genügen lassen, beendet zu erflären; in 37 Werkstätten mit 154 Gesellen sind ihre den Frieden betreffenden Fragen auf dem Laufenden gehalten Forderungen ganz oder theilweise bewilligt, in 26 Werkstatten mit zu werden, und sich nicht in unnütze gefährliche Debatten einlassen 61 Gesellen nichts. Ueber zwei kleinere Werkstätten ist die Sperre Man versichert in Madrid, die konservativen Senatoren und verhängt worden. Weiter wurde die Gründung einer 3 a 5 stelle Deputirten würden in der bevorstehenden Parlamentssession eine für die in Zwickau und Umgegend befindlichen 100 Mitglieder des ähnliche Haltung beobachten, wie in der letzten. Romero Robleda Holzarbeiter- Verbandes beschlossen. Auch ein Arbeitsnachweis soll sei entschlossen, mit allen zulässigen Mitteln eine Besprechung aller eingerichtet werden. auf Krieg und Frieden bezüglichen, noch nicht bekannten Fragen zu veranlassen. erklärt sich im allgemeinen für Nichtbetheiligung an der bevorstehenden Landtagswahl. Ihre Parteileitung schreibt:" Das Direktorium des Hannoverschen Wahlvereins hält aus bekannten Gründen darau fest, sich von jeder Betheiligung an den Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause fern zu halten. Der Freiheit unserer Parteigenossen in den einzelnen Wahlkreisen soll dadurch aber in keiner Weise vorgegriffen werden, wenn sie glauben, Aussicht auf Erfolg zu haben. Bei der Nähe des Wahlterius wird im letzteren Falle ungesäumt mit der Vorbereitung zu beginnen sein. Hannover, den 24. August 1898. Das Direktorium des Hannoverschen Wahlvereins. A. v. Neden- Neden." Die Lithauer stellten, wie mitgetheilt wird, in den Wahlkreisen Raguit- Billfallen, Tilsit- Memel und Heydekrug- Niederung eigene Kandidaten für die Landtagswahlen auf. Herr Dieden in Herzig Ausland. Spanien und Amerika. Wie der„ Times" aus Manila unterm 28. d. M. gemeldet wird, erhielt General Merritt Befehl, zur Theilnahme an der Friedenskonferenz sich nach Paris zu begeben. Von der Rückkehr der spanischen Truppen. Der KriegsDie Bergarbeiter des Kohlenreviers Brüg- Dux- Komotan fordern eine 20 prozentige Lohnerhöhung und die achtstündige Schicht Sie verweisen auf den sehr günstigen Geschäftsgang der Braunfohleniverke und begehren einen entsprechenden Antheil an dem Gewinne aus der guten Konjunktur. Die Besitzer der Werke er- minister erstattete der Königin- Regentín Bericht über die Ankunft flären, daß die deutsche Braunkohlenindustrie bisher den Achtstunden- der Schiffe Isla de Luzon“ und„ Montserrat", welche Truppen tag beharrlich abgelehnt habe. Die österreichische Industrie würde absolut in die Heimath zurückgebracht haben. Mit der Isla de Luzon" fonkurrenzunfähig werden, wenn sie sich zu einer derartig weitgehenden sind heimgekehrt General Escario, 153 Offiziere und 2056 Maßregel, welche in Deutschland nicht besteht, entschließen würde. Soldaten, unter ihnen hundert Kranke. Während der Ueberfahrt Aus diesem Grunde seien die Forderungen der Arbeiter umannehmbar. traten 32 Todesfälle ein; auf der" Montserrat" befinden sich sechzig Schwerkrante. In Coruna ist das Packetboot" Montserrat" mit ( Die alte Geschichte einer schiebt immer die Schuld auf den andern!) Nach dem in fraft befindlichen Gesetze über die Genossenschaften beim mehreren hundert Mann Soldaten, die in die Heimath zurückkehren, Bergbau müssen Differenzen zwischen Arbeitern und Werksbesigern eingetroffen. zunächst vor den Genossenschaften zur Verhandlung gelangen und von dort an das Einigungsamt gebracht werden. Das dürfte voraussichtlich auch geschehen, und es stehen demnach unter der Leitung Der Parteigenoffe Rechtsanwalt Wolfgang Heine schreibt uns: der staatlichen Behörden Verhandlungen zwischen Arbeitern und „ Die„ Sächsische Arbeiter- Zeitung", die sich neuerdings wieder- Werksbefizern bevor. So lange diese nicht abgeschlossen sind, ist holt niit mir beschäftigt, behauptet in Nr. 197, ich hätte durch mein ein Streit nicht in unmittelbarer Aussicht. Stillschweigen die Richtigkeit ihrer Unterstellungen anerkannt. wird bei den bevorstehenden preußischen Landtagswahlen nicht mehr kandidiren und eine eventuelle Wiederivahl ablehnen. Herr Dieden ist bekanntlich auch das älteste Mitglied des deutschen Reichstages und dessen Alterspräsident. Partei- Nachrichten. Ich bitte die Genossen, davon Kenntniß zu nehmen, daß ich nicht daran denke, die Behauptungen der Sächs. Arb.- 3tg." als begründet anzuerkennen, daß ich aber keine Verpflichtung fühle, auf Angriffe dieser Art überhaupt zu antworten." Auf der Kreiskonferenz für Landsberg- Soldin, tie am 28. August in Landsberg tagte und von 22 Delegirten besucht war, gab der Kreis- Vertrauensmann Kayser den Kassenbericht. Aus Kardiff wird über den Stand des Kohlengräberstreits telegraphirt: In einer Versammlung am Sonntage kamen die Vertreter der Grubenbesitzer und der Bergarbeiter zu einer Verständigung, die noch der Natifikation durch die Generalversammlung der Bergarbeiter bedarf. Weiteres aus Spanien. Zuverlässiger Nachricht zufolge werden die Leuchtfeuer an der Küste der Provinz Santander seit dem 17. d. M. abends wieder angezündet. Ebenso werden die Leuchtfeuer am Eingang des Hafens von Cartagena und das der Islote de Escombrera wieder angezündet; jedoch bleibt der Hafen von Cartagena nach wie vor für die Nachtzeit gesperrt. Der Ministerpräsident Sagasta erklärte Berichterstattern gegenüber, in Spanien feien teine farlistischen Banden. aus New- York von gestern, der Zustand der Truppen in dem Lager Krankheiten im amerikanischen Heere. Die„ Times" melden errege allgemeinen großen Unwillen; in Chickamanga herrsche der Typhus, es feien binnen 18 Stunden 100 neue Fälle vorgekommen. Unternehmer- Verbände. Eingekommen find( einschließlich des im Soldiner Kreis aufgebrachten) Die Gründung eines Streikabwehrfonds ist von dem Vor- Trhte Nachrichten und Depeschen. 1166,40., ausgegeben wurden 1107,36 M., so daß ein Bestand stande der Berliner Bäckerimmung„ Konkordia" beschlossen worden. Oldenburg, 29. August.( W.[ T. B.) In dem Städtchen von 59,04 m. blieb. Der Kassenbericht wurde als richtig anerkannt Eine Zusammenkunft sämmtlicher Obermeister der Bäckerinnungen Friesoythe sind 11 Wohnhäuser und 2 Scheunen durch eine Feuersund Genosse Kayser wiedergewählt. Von der Beschichung des der Provinz Brandenburg soll denmächst in Berlin abgehalten brunst vernichtet worden; 90 Menschen sind obdachlos. Stuttgarter Parteitags nahm man Abstand. Als Delegirter zur werden. Zweck derselben ist, über Maßnahmen gegen einen Streif München, 29. August.( W. T. B.) Die Knappschafts- BerufsProvinzialfonferenz wurde Stayser gewählt. In Beziehung auf der Gesellen zu berathen. Der geschäftsführende Vorstand des Vergenossenschaft hielt heute hier vor Beginn des Allgemeinen deutschen die preußischen Landtagswahlen beschloß man, sich an denselben zu be- bandes deutscher Bäckerinnungen Germania" hat zu Unterſtüßungs- Bergmannstages unter Vorsitz von Bergrath Strabler- Alteneffen die theiligen.( Den Beschluß hierüber siehe unter der Rubrik„ Preußische zwecken der von dem Brotboykott betroffenen Hamburg- Altonaer diesjährige Genossenschafts- Versammlung ab. Siebzig Delegirte Landtagswahlen".) Der Konferenz wohnten auch ein Vertreter der Bäckermeister die Summe von 10 000 m. bewilligt. aus allen Theilen Deutschlands waren erschienen. Nach Erbrandenburgischen Agitationsfommission und der Reichstagskandidat Der Baumeisterverein von Göteborg hat eine Aufforderung zur stattung des Jahresberichts und Erledigung der laufenden Geschäfte des Kreises bei. Begründung eines allgemeinen schwedischen Arbeitgeber Ver- wurden bewilligt: Die Mehrkosten für den Neubau des KrankenDie Kreiskonferenz für die West- Prieguit, die am Sonntag bandes versandt. Es wurden zunächst eine Reihe verschiedenartiger Hauses Bergmannstrost der Sektion IV in Halle( Saale) mit in Wittenberge tagte, war von 15 Delegirten aus sieben Ort- Großindustrieller zu einer Versanimlung berufen, die dann einen Aus- 250 000 m., die Kosten für einen Erweiterungsbau dieses Krankenschaften besucht. Der Kreis Vertrauensmann berichtete, daß die schuß von 9 Mann einsetzte, der einen detaillirten Entwurf eines Ver- hauses mit 285 000 M. und die Bausumme für ein VerwaltungsGesammteinnahme 1346,33 M. und die Gesammtausgabe 1344,82 M. bandsstatuts und bestimmte Vorschläge ausarbeiten sollte. Dieser gebäude der Sektion IV mit 75 000 M. betrug. Die diesjährigen Wahlkosten beliefen sich auf 810,80 m., die Ausschuß hat seine Arbeit vor kurzem vollendet, und ist der Entwurf der Nachwahl 1897 auf ca. 600 M. Die Wahlbetheiligung war einer größeren Versammlung Industrieller vorgelegt. Es ist in Bombay sind in der letzten Woche über 2300 Todesfälle an der schwach; die arbeitende Landbevölkerung blieb zum größten Theil der demselben auch eine gegenseitige Versicherung für Verluste durch Pest vorgekommen, darunter 156 in der Stadt Bombay selbst. Die Jm Staate Wahlurne fern, sie wagte es nicht, für den Sozialdemokraten zu Arbeitskonflikte vorgesehen. Schon in nächster Zeit wird eine große Lage in Karratschi und Kalkutta ist unverändert. stirninen; trotzdem stieg unsere Stimmenzahl von 1798 im Jahre 1893 Versammlung zur definitiven Begründung des Verbandes berufen Haiderabad ist ein neues Ausbrechen der Seuche festgestellt worden aus der Präsidentschaft Madras werden einige Todesfälle gemeldet auf 2221, von 14,45 pet. auf 17,52 pCt., während die Konservativen werden. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Simla, 29. August.( W. T. B.) In der Präsidentschaft Verantwortlicher Redakteur: August Jacoben in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin. Br. 202. 15. Jahrgang. 1. Beilage Die Kreiskonferenz des Reichstags- Wahlkreises TeltowBeeskow- Charlottenburg, = des gelehnt. „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dicutag, 30. August 1898. die Hauptkasse abzuliefern haben. Ebenso wurde beschlossen, anstatt Baumschulenweg- Schlesischer Bahnhof verkehrt. In der Meinung, einen, zwei besoldete Beamte anzustellen. Die Diäten für Kon- daß er seine Wochenkarte auch nach 8 Uhr morgens benutzen dürfe, gresse, Verbandstage und Agitationstouren werden auf 9 M. pro trat er eines Tages seine Fahrt mit einem nach 8 Uhr von Baume Tag festgesetzt. schulenweg abgehenden Zuge an, was von dem dortigen Kontroll Da man ihn also die am Sonntag in Berlin tagte, war von 47 Delegirten aus Die nächsten Debatten beschäftigten sich mit dem Verhaltungs- beamten auch ohne weiteres zugelassen wurde. 17 Orten besucht. Außerdem waren anwesend: Der Abgeordnete reglement für abreisende und auf der Reise befindliche Mitglieder, in Baumschulenweg ungehindert paffiren ließ, so glaubte der er ein unzweifelhaftes Recht zur des Kreises, der Kreisvertrauensmann und dessen Stellvertreter, die der Errichtung von Arbeitsnachweisen und dem Herbergswesen und Fahrgast natürlich, daß Benutzung des betreffenden Zuges habe. Um so größer war sein Mitglieder des Zentral- Wahlkomitees, sowie die Preß- und Lokal- brachten keine nennenswerthe Neuerung. tommission. In Beziehung auf den im nächsten Jahre stattfindenden Erstaunen, als ihm die Beamten auf dem Schlesischen Bahnhof erIn dem Bericht über die letzten Reichstagswahlen führte Genoffe allgemeinen Gewerkschaftskongres wurde beschlossen, denselben mit flärten, seine Wochenkarte habe nach 8 Uhr feine Giltigkeit, er müsse 3ubeil an, daß es auch in Zukunft bedeutender Anstrengungen Bahl von Delegirten zu beschicken. Ein Antrag Braunschweig, an amten auf dem Schlesischen Bahnhof seien im Irrthum, verweigerte der dem Schneiderverband nach seiner Mitgliederzahl zustehenden das Fahrgeld nachzahlen. Der Arbeiter, in der Meinung, die Bebedürfe, um den Wahlkreis der Sozialdemokratie zu erhalten. Von den 184 000 eingeschriebenen Wählern haben in der Stichwahr die Generalkommission keine Beiträge mehr zu bezahlen, wurde ab- die Zahlung, seine Person wurde auf der Polizeiwache festgestellt, und faum 45 pCt. für uns gestimmt, somit haben die vereinigten Gegner jedenfalls steht ihm wegen dieses Vorfalles ein Strafverfahren in Aussicht. immer noch die Möglichkeit, uns den Kreis zu entreißen. Durch die 23 gegen 2 Stimmen von Flensburg verlegt. In geheimer Ab- abfahren wollte, theilte er dem dortigen Kontrollbeamten sein Erlebniß Der Sitz des Vorstandes wird in namentlicher Abstimmung mit Als der Arbeiter ein zweites Mal wieder nach 8 Uhr von Baumschulenweg fich ergeben, daß mit Ausnahme von Charlottenburg in allen Orten Stimmung wird sodann zum künftigen Siz des Verbandsvorstandes auf dem Schlesischen Bahnhof mit und fragte ihn, wie es sich denn Man antwortete ihm die Freiſinnigen in der Stichwahl insgesammt für den konservativen mit 17 Stimmen Stuttgart bestimmt. Der Verbandsausschuß mit der Benuzung der Wochenkarte verhalte. Kandidaten stimmten. Eigenthümlicherweise haben es wird nach Mannheim verlegt. ausdrücklich, er sei zur Fahrt auch nach 8 1hr auf grund seiner die Gegner fertig gebracht, daß in einzelnen Dörfern über Die Haltung des Verbandes bei zufünftigen Streits wird durch Wochenkarte berechtigt und müsse auf dem Schlesischen Bahnhof durch90 pCt. der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Es müsse ein abgeändertes Streifreglement bestimmt, welches besagt, daß bei gelassen werden. Der Arbeiter trat auch diesmal wieder im Bewußt daher die Aufgabe der Parteigenossen sein, die Organisationen in allen Differenzen zwischen Arbeitern und Unternehmern die Be- fein seines Rechtes die Fahrt an, aber auf dem Schlesischen Bahnden einzelnen Orten auszubauen, insbesondere eine rege Agitation theiligten unter Zuziehung der Ortsverwaltung eine Verständigung hof wiederholte sich derselbe Vorgang wie das erste Mal. auf dem flachen Lande zu entfalten, um die Landbevölkerung für mittels Stimmzettels über einen eventuellen Streit zu entscheiden. Es auf der Stadt- und Ringbahn sowie auf der Vorortstrecke Grunesuchen sollen. Mißlingt diese, so hat eine Mitgliederversammlung Nach unseren Informationen gelten die Arbeiter- Wochenkarten unsere Jdeen zu gewinnen. Der Redner giebt sodann seiner Befriedigung Ausdruck, daß der Kreis, trotzdem das verflossene„ Volks- darf nur dann in einen Streit eingetreten werden, wenn mindestens wald- Königswusterhausen und dazu gehört auch die Sation nur bis 8 Uhr vormittags und und nach blatt" erhebliche Opfer gefordert hatte, doch im stande war, die zwei Drittel der anwesenden Mitglieder dafür stimmen. Dem Ver- Baumschulenweg Wahlkosten von über 12000 m. selbständig aufzubringen und somit macht werden, auf grund deren dieselben zu prüfen haben, ob auch zu anderen Zeiten benutzt werden dürfen. bandsvorstand und Ausschuß muß unverzüglich Mittheilung ge- 4 1hr nachmittags, während sie im sonstigen Vorortverkehr Es ist aber auf eine Beihilfe verzichten konnte. höchsten Grade befremdlich, befremdlich, daß Aussicht auf erfolgreiche Durchführung des Streits vorhanden im dies die Beamten Köster wünscht, daß die Organiſation möglichst gestärkt werde, ist. Derjenige Ort, der gegen den Entscheid des Vorstandes auf der Station Baumschulenweg nicht wissen. Nur durch um bei den Wahlen genügend erfahrene Genossen zur Verfügung zu haben, damit Vorkommnisse, wie sie bei der letzten Wahl zu verzeichnen und Ausschusses einen Streit beginnt, hat auf keinerlei Unter die unzutreffende Information, welche dem Fahrgast auf dieser find, vermieden werden. Görke und Frig wiesen darauf hin, daß in den stizung zu rechnen. Bezüglich der Unterstützung nichtorganisirter Station zweimal ertheilt wurde, ist derselbe in die unangenehme Lage gegenüber den Beamten auf dem Schlesischen Bahnhof gewestlichen Vororten das bürgerliche Element im Verhältniß zu der Kollegen übernimmt der Verband keinerlei Verpflichtung. Arbeiterschaft mehr zugenommen hat und das Stimmenergebniß Reise- Unterstützung ist das ganze Jahr hindurch zu zahlen. so instruiren, daß eine Frreführung des Publikums, wie sie in dieſem Bur Regelung des Unterstützungswesens wird beschlossen: Die rathen. Die zuständige Eisenbahnbehörde möge also ihre Unterbeamten darauf zurückzuführen sei. Von Faber wurde der Wunsch geäußert, daß von den Agitationstouren möglichst abgelassen werde und dafür Mitglieder, welche wegen Maßregelung umzuziehen gezwungen find, Falle zu verzeichnen ist, nicht mehr vorkommen kann. Man fann einzelnen Personen an den betr. Orten das Material zur Verbreitung erhalten die Umzugskosten bis zur Höhe von 30 m. vergütet. doch von den Fahrgästen nicht verlangen, daß sie die verschiedenen übergeben werde. Ferner wird insofern eine Beihilfe in Krankheitsfällen Bestimmungen hinsichtlich der Wochenkarten besser kennen, wie die Beim nächsten Punkt der Tagesordnung standen mehrere Anträge, lang je 3 M., bei zweijähriger 6 Wochen lang je 4, bei drei- nahmebeſtimmung für die erwähnten Strecken überhaupt beseitigt eingeführt, als die Mitglieder bei einjähriger Mitgliedschaft 4 Wochen betreffenden Beamten. Noch einfacher wäre es, wenn diese Ausdie dem Brandenburger Parteitag unterbreitet werden sollen, zur Berathung. Zunächst stimmte die Konferenz einem Antrage der dir- jähriger 8 Wochen lang je 5, bei fünfjähriger 10 Wochen lang würden, denn schließlich findet kein Mensch mehr aus all diesen Verdorfer Genossen zu, nach welchem der Brandenburger Parteitag be- und bei zehnjähriger Mitgliedschaft 12 Wochen lang je 7 M. ordnungen heraus. schließen möge, die Agitationskommission zu beauftragen, eine Unterſtügung in der Woche erhalten. Bei den weiblichen Mitgliedern Konferenz der Gemeindevertreter resp. Stadtverordneten der Provinz reduziren sich die Unterstützungssätze je nach der Dauer ihrer Miteinzuberufen, in der ein einheitliches Programm für die Gemeinde- gliedschaft auf 2, 3, 3,50, 4 und 4,50 m. vertretungen aufgestellt werden soll. Dann gelangte ein Antrag zur der Woche feſtgesetzt. Zum Verbandsvorsitzenden wurde Holz Der Gehalt der Beamten des Vorstandes wird auf 36 M. in Annahme, nach dem eine Referentenliste zusammengestellt werden soll die den Vertrauensmännern in den einzelnen Orten zur Ver: Häuser wiedergewählt. Als Kassirer wird an stelle Mahlke's, der fügung gestellt wird. Außerdem wurde beschlossen, auf dem Brandenburger es ablehnt, nach Stuttgart überzusiedeln, Kämming- Stettin Parteitag zu beantragen, daß der Kreis Teltow- Beeskow- Charlottenburg und der Kreis Niederbarnim zu der Agitationskommission, in Nach Berlesung und Genehmigung des abgeänderten Statuts der jetzt nur die Berliner Kreise vertreten sind, hinzugezogen werden und des Protokolls war die Tagesordnung erschöpft und der Vorund der alte Beschluß aufgehoben wird. sigende schloß den Verbandstag mit einem Hoch auf die deutsche Als Delegirte zum Brandenburger Parteitag wählte die Konferenz Schneiderbewegung. die Genossen Köfter- Schöneberg, Sellin- Charlottenburg und HoppeNigdorf. gewählt. Tokales. " Eine vorzügliche Münzfälschung, welche zu besonderer Vorficht bei der Annahme von entsprechenden Thalern warnt, ist jezt entdeckt worden. Das Falsifikat, ein Thaler aus dem Jahre 1855, ist scharf und genau und durch eine geschickte Härtung des Metalls zeigt das Münzzeichen A und das sächsische Wappen. Die Prägung ist Klang und Gewicht den echten Münzen täuschend ähnlich gemacht. Da sich auch beim Anfassen des Geldstückes dieses nur wenig von einem echten Thaler unterscheidet, so ist eine Kontrolle nur mit dem Münzprüfer möglich. Beim Bestreichen mit Höllenstein wird bei dem Falsifikat die berührte Stelle schwarz, was bei Silber nicht der Fall ist. Ebenso übt Höllenstein, längere Zeit auf der Münze liegend, an derselben eine zersetzende Wirkung aus. Durch einen leichtsinnigen Streich hat ein hiesiger Bahnbeaniter sich und seine Familie unglücklich gemacht. Vei dem Besuch Hierauf erstattete der Kreis- Vertrauensmann Genosse Ebereiner Gastwirthschaft in der Invalidenstraße lernte der betreffende hardt seinen Bericht. Er konnte konstatiren, daß in den organisirten Radrennen. Es ist unleugbar, daß der Nadsport sich gegen- Beamte G. eine Kellnerin kennen, mit welcher er ein Verhältniß Orten gut für unsere Sache gearbeitet wurde und auch die wärtig beim großen Publikum Sympathieen errungen hat, hinter anknüpfte und welcher gegenüber sich G. den Namen Hartke beiAgitationstouren einen günstigen Verlauf genommen haben. Die denen das Interesse für Pferderennen weit zurücktritt. Im großen legte. Unter diefem falschen Namen schrieb er nicht nur Briefe an Einnahmen des Kreises betrugen 9704,93 M., die Ausgaben ganzen kann man das nicht bedauern. Beim Radrennen fällt die die Kellnerin, sondern er sandte ihr auch ein Telegramm und lieh 6199,35 M., so daß ein Bestand von 3505,58 m. vorhanden ist. fyftematische Quälerei unvernünftiger Wesen weg, ebenfalls ist die sich 50 M. Als nun das Mädchen ihr Geld zurückhaben wollte, ließ Nachdem dem Vertrauensmann die Entlastung ertheilt worden war, Gefahr für menschliche Individuen, sich Verlegungen zu holen, nicht sich G. nicht mehr sehen, und eine Anfrage bei der Eisenbahnwurde als Kreis- Vertrauensmann Eberhardt und als Stell- so groß, und drittens kommt als schäzenswerther Vorzug in betracht, direktion nach dem betreffenden Beamten war erfolglos. Durch vertreter Quitt einstimmig wiedergewählt. Den Bericht der Preß- daß die Geschicklichkeit der Fahrer das Hauptaugenmerk der Zu einen Bufall erhielt jetzt die Kellnerin die Nachricht, daß der tommission gab Genoffe Gorte. Die Neuwahl der Preßkommission, schauer bildet und nicht, wie beim Pferdesport, der Wettunfug, der Bräutigam ein im Güterverkehr beschäftigter Beamter namens G. ebenso wie die der Lokal- und Agitationskommission wurde vertagt auf der Radfahrbahn überhaupt keine Stätte hat. Als ein ethischer sei, der das dem Mädchen gegebene Versprechen, es heirathen zu bis zu der nächsten Konferenz, die nach dem Stuttgarter Parteitag Vorzug galt bisher noch, daß für die Radrennen keine bis an die wollen, schon deswegen nicht zu halten vermag, weil er bereits verstattfinden soll. Hunderttausende gehende Preise ausgesetzt waren und so dessen Pflege- heirathet und Vater von zwei Kindern ist. Die Betrogene hat der Nach Besprechung der Landtagswahl- Frage, über die wir an stätten von gewissen Kavalieren, die ihre brüchige Cristenz in jeder Staatsanwaltschaft Mittheilung gemacht und Strafantrag gestellt. anderer Stelle berichten, wurde der Stuttgarter Parteitag be- Saison durch ihre Gäule auffriſchen lassen, vollständig befreit G. hat eine Anklage wegen Führung falschen Namens, Ürkundensprochen. Zunächst wurde ein Antrag angenommen, daß der Partei- blieben. Mit solcher Bescheidenheit scheint es allerdings jetzt bergab fälschung und Heirathsschwindelei zu erwarten. tag beschließen möge, die im Parteiverlag erscheinenden Broschüren zu gehen, und zwar ist dieser Fortschritt" wesentlich dem geschäft- Die Unterschlagungsaffäre bei der königl. Eisenbahnbilliger abzugeben. Sodann wurde beschlossen: Der Stuttgarter lichen Bestreben eines bekannten Sensationsblattes zu danken, welches, Direktion am Schöneberger Ufer ist nun vollständig geklärt. Parteitag möge in Erwägung ziehen, ob es möglich ist, ohne sich selber die Geschichte etwas anderes als Druckerschwärze Danach hat der verstorbene frühere Kassenrendant L. Unterschlagungen den Vorwärts" als Morgen- und Abendausgabe erscheinen fosten zu lassen, einen Großen Preis von Berlin" zusammen in Höhe von 23 000 m. begangen, die von der Reichskasse gedeckt zu lassen und ob derselbe vergrößert werden fann, um zutrommeln wußte, der am Sonntag zur ersten Hälfte auf der werden müssen. für die Vororte mehr Raum zu gewinnen. Im weiteren Halenseer Rennbahn zur Vertheilung fam. Geradezu komisch war Allmälig gesunken. Der Sohn einer in der Königstadt gelangte ein Antrag zur Annahme, nach welchem der Partei- die Kraftanstrengung, mit der man Fahrer und Publikum auf die wohnenden, dortjelbst sehr bekannten und angesehenen Familie H. wurde tag beschließen soll, daß die wichtigsten Reichstags- Verhandlungen 35 000 Mart, die im ganzen garantirt find, lecker zu machen wußte. Wohnenden, dortselbst sehr bekannten und angesehenen Familie H. wurde in Broschürenform zur Agitation herausgegeben werden, um sie in Am Sonntag vor acht Tagen war es in der Konkurrenz mit Fran- Mann, der bei seinen Eltern eine gute Erziehung genossen, hatte Der sehr begabte junge vorgestern als Leichenfledderer verhaftet. Maffen unter der ländlichen Bevölkerung unentgeltlich zu verbreiten. gosen dem deutschen Preisfahrer Herrn Arend auf einer anderen trotz der angewandten Strenge nicht Lust, einen bürgerlichen Beruf Eine Anzahl weiterer Anträge, darunter ein Antrag Ledebour's, Rennbahn gelungen, einen recht erheblichen Gewinn einzuheimisen. trotz der angewandten Strenge nicht Lust, einen bürgerlichen Beruf der die Aufhebung des Hamburger Beschlusses, die Landtagswahlen Flugs wurde der Patriotismus mobil gemacht. Das Sensationsblatt zu ergreifen, trieb sich vielmehr in Gemeinschaft mit gleichgesinnten betreffend forderte, wurde zurückgezogen resp. von der Konferenz fegte feiner gläubigen Leserschaar auseinander, wie der„ Große Freunden in Gastwirthschaften umher. Als seine Eltern drohten, ihn abgelehnt. Zur Delegirtenwahl lag ein Antrag der Charlottenburger Preis gewissermaßen bestimmt sei, dem deutschen Namen, nach Amerika schaffen zu wollen, verließ er das Haus seines Vaters und trieb sich seitdem auf der Straße umher. Der noch nicht Parteigenossen vor, nach welchem drei Delegirte und zwar nur der doch überall in der Welt unbändig glänze, nunmehr 21 jährige junge Mensch verschaffte sich nunmehr eine Braut, die ihn Gegner der Landtagswahlen gewählt werden sollen. auch auf der Rad- Rennbahn an die gebührende erste Stelle zu Ein weiterer Antrag verlangte, daß nur zwei Delegirte nach plaziren. Nun ist aber der deutsche Name gerade in bezug auf den ernähren mußte. Gleichzeitig unterhielt er Verkehr mit Verbrechern, ganz besonders mit dem bekannten Leichenfledderer Karl Müller, Stuttgart gesandt werden sollen, da so sehr wichtige Anträge auf Belosport von einer merkwürdigen Marotte geplagt; er weigerte sich welcher in der vorigen Woche verhaftet wurde. Der junge H. hatte dem Parteitag nicht vorlägen und diese Zahl der Vertreter völlig ge- hartnäckig, hier die Tête einzunehmen. Dies trat besonders augen bei diesem Freunde so vorzügliche Schule gemacht, daß am Sonnnüge. Nachdem fich mehrere Redner für drei Dele- fällig bei dem Vorspiel hervor, das bereits am Sonnabend in abend auch seine Verhaftung wegen Leichenfledderei erfolgte. girte ausgesprochen hatten, befürwortete auch Ledebour den An- Halensee zu sehen war. Die Borrennen lassen vier Ausländer, frag mit der Begründung, daß der bevorstehende Parteitag Bourillon- Paris, Jaquelin- Paris, Eros- Florenz, Broka- Brüssel und Als gute Freunde und getreue Nachbarn haben sich die einer der wichtigsten sein werde. Der Parteitag werde nicht nur über mir den einen Deutschen Arend der Betheiligung würdig erscheinen. Laubenkolonisten auf dem Felde beim Güterbahnhof der Nordbahn die Landtagswahlen Beschluß zu fassen haben, sondern auch energisch Flugs werden in der Sonntagsnummer des Sensationsblattes andere erwiesen. Auf Betreiben eines Hausbestgers in Weißensee wurde, gegen die opportunistische Richtung, die sich in der Partei geltend Saiten aufgezogen. Ein bekannter Reklameprosaist, der sich vor einem der ihrigen die ganze Ernte des" Gütchens", sowie eine Ziege, macht, vorgehen müssen. Er werde zu der weiteren Taktik der anderthalb Jahren durch seine wahrhaftige Lebensbeschreibung des 4 Kaninchen und Gartengeräth einer Miethsschuld wegen versteigert. Partei Stellung nehmen müssen, um endlich mit dem Opportunis Pianisten Liebling von diesem baare tausend Mart und in der Die übrigen Kolonisten brachten nun in der stattgehabten Auktion mus eines Bernstein, Schippel, Heine u. s. w. aufzuräumen Oeffentlichkeit mehr Würdigung als ihm lieb ist, erworben alles an sich und gaben alles nach beendeter Versteigerung der und um den Klassencharakter der Partei zu wahren. Baier wendet hat, kriegt friegt mummehr den Auftrag, die Sphärentöne der Frau des Schuldners, eines in der Grünthalerstraße wohnhaften sich gegen den Antrag, daß drei Gegner der Landtagswahlen delegirt Weltharmonie erklingen zu lassen. Er befingt nichts anderes Arbeiters, wieder zurück. werden, daß sei eine Vergewaltigung der großen Minorität. Er tritt nämlich als das allgemeine Gewissen, das jeder Menschen- Aus Furcht vor Strafe hat sich am Sonntag Abend der sodann den Ausführungen Ledebour's entgegen, wobei er ausführt, brust kategorisch kategorisch innewohnende Gefühl des Gefallens am 48 Jahre alte Schneider Rudolf Weber erhängt. Seine Wirthsleute daß die Partei mit und ohne Ledebour ihren richtigen Weg gehen Sieg des Rechts- das Bewußtsein, daß nach langem Suchen in fanden ihn, als sie von einem Ausflug um 12 Uhr nachts heimwerde und das die Sozialdemokratie auf die Redensarten dem Radrennen endlich eine Form, ein Feld gefunden ist, in der fehrten, an einer Waschleine in der Küche hängend, todt auf. Weber Ledebour's verzichten könne. Der Antrag, nur Gegner der und auf dem menschliches Können allein und voll zum Triumph zu würde durch absucht zum Verbrechen und zum Selbst Landtagswahlen zu delegiren, wurde schließlich abgelehnt und gelangen vermag". Diese hirmumnebelnde Kraftleistung muß es dem mord getrieben. Obgleich er von Hause aus vermögend war und 3ubeil, Eberhardt, Köster und Ledebour als Delegirte armen Arend vollends angethan haben. Im Entscheidungslauf am außerdem gute Arbeit hatte, so bestahl er doch seinen Schlafgenossen, vorgeschlagen. Gewählt wurde Zubeil mit 53, Eberhardt mit 48, Sonnfag ward der Franzose Bourillon Erster, sein Landsmann den Hausdiener Dertel, zur Nachtzeit wiederholt, indem er dem und so st er mit 33 Stimmen, Ledebour erhielt 29 Stimmen. Als Jaquelin Zweiter, während der Träger des deutschen Namens erst Schlafenden das Geld aus den Kleidern herausnahm. Weber hatte Stellvertreter wurde Hoppe gewählt, nachdem Ledebour die Wahl nach dem Belgier Brota an letter Stelle kommnt. infolge einer Anzeige fünf solcher Diebstähle eingeräumt. eines Stellvertreters abgelehnt hatte. Wie wird das unsinnige 24 Stunden- Rennen, das am 7. und Mit drei Schüssen versuchte die 31 Jahre alte Wäschenäherin Beschlossen wurde dann noch, das Resultat der verfloffenen 8. September um die zweite Hälfte des großen Preises vor sich geht, Marie Lehmann aus der Stephanstraße 17 ihren Jugendgeliebten, Reichstagswahlen mit dem genauen Stimmenverhältniß in den für seine Opfer auslaufen? Hatte am Sonntag schon die Aussicht den 28jährigen Reisenden Franz Ulrich aus der Ackerstraße 153, in einzelnen Orten und mit entsprechenden Erläuterungen zu einer auf verhältnißmäßig harmlose Leistungen eine ungeheure Zuschauer- ihrer Wohnung am Sonntag Abend um 8 Uhr zu tödten. Broschüre zusammen zu stellen und mit der Ausarbeitung die Gemenge herangelockt, so wird dieser fast an römische Gladiatoren Beweggrund war verschmähte Liebe. Ob die That mit seinem Einnossen Zubeil, Hoppe und Görte beauftragt. Hierauf wurde spiele erinnernde Spektakel erst recht seines Publikums sicher sein. verständniß geschehen ist, läßt sich nicht klar beurtheilen. die weitere Tagesordnung vertagt und nach einem Appell des Vor- Leider ist die Pflege solcher Auswüchse geeignet, den Radsport fast Lehmann hatte die Absicht, erst ihren Geliebten, dann sich selbst zu figenden Genossen oppe, in welchem er zur regen Thätigkeit für ebenso häßlich zu gestalten wie den Pferdesport. erschießen, verlor aber bei Ausführung der That den Muth und die Partei aufforderte, die Konferenz mit einem fräftigen Hoch auf Mit den Vorbereitungen zur Bildung von Handwerker- ranite, bevor sie die Waffe auf sich selbst richtete, händeringend und die revolutionäre Sozialdemokratie geschlossen. tammern geht neuerdings die Behörde nach verschiedenen Rich- um Hilfe rufend aus der Wohnung hinaus. Ulrich wurde mit dem tungen hin vor. In Zusammenhang damit darf man eine Anfrage Kopp'schen Rettungswagen nach dem Krankenhause Moabit gebracht, Fünfter Verbandstag des Schneider- und Schneiderinnen- bes Bolizeipräsidiums in Berlin an den hier bestehenden Zentral- die Lehmann verhaftet. Berbaudes Deutschlands. Mannheim, 27. August. verband selbständiger Gewerbetreibender bringen. Es soll ermittelt Einen bösen Verlauf nahm eine Landpartie, welche am werden, in wie weit Handwerkerorganisationen und einzelne Hand- Sonntag ein in der Brunnenstraße wohnender Kaufmann R. mit werker dem Verbande und den Verbandsvereinen angehören. Die fünf Freunden unternahm. Die jungen Leute fuhren auf einem Behörde will ferner wissen, ob die Handwerker Innungen angehören, Break nach Birkenwerder und befanden sich gegen 8 Uhr abends auf Im weiteren Verlaufe der Berathung wurde beschloffen, daß die Lehrlinge halten oder offene Geschäfte betreiben. der Rückfahrt nach Berlin. Kurz vor Waidmannslust brach das GeMitgliedschaften anstatt wie bisher 30 pCt., nur noch 25 pet. von Unangenehme Erfahrungen bei Benutzung einer Arbeiter- fährt mitten durch und die sämmtlichen Insassen stürzten auf das den Wochenbeiträgen am Orte zurückbehalten dürfen und 75 pCt. an| Wochenkarte machte kürzlich ein Arbeiter, der auf der Eisenbahnstrecke Pflaster der Chaussee. R., der die Zügel führte, wurde von dem Davon. Wie aber schengewordenen Pferd etwa 20 Meter weit geschleift und erlitt( Weg durch die Flammen abgeschnitten. Es blieb ihnen keine Wahl, von den Ritualmorden schier sei, keine Satire zu schreiben, der Ausdruck hierbei erhebliche Verletzungen am Hinterkopf und an den Beinen. als durch die Fenster auf den Hof herab- blödsinnig" möge vielleicht ein wenig zu scharf sein, aber eine scharfe Die übrigen Fahrgäste tamen sämmtlich mit leichten Kontusionen zuspringen, was ihnen auch ohne Beschädigung gelang. Die Abfertigung und Zurückweisung sei im vorliegenden Falle gewiß ant mittlerweile in einer Stärke von fünf Löschzügen erschienene Wehr Plazze. Im übrigen finde er es seltsam, daß ein Mann wie der Ein ganz gleichartiger Unglücksfall ereignete sich zu derselben ging mit mehreren Schlauchleitungen vor und brachte das Feuer Kläger Sedlaget, der, wie er selbst zugiebt, schon des öfteren wegen Zeit in der Bahnhofstraße in Hermsdorf. Hier brach ein von drei zum Stehen. Doch sind alle fünf Stockwerke des linken Seiten- Preßvergehen vor Gericht zitirt wurde, in einer solchen StreitHerren und zwei Damen besetzter leichter Jagdwagen auseinander. flügels in drei Fenster Front und außerdem noch zwei Zimmer des frage von dem sonst in der Presse üblichen Brauch abweicht und zur Die Insassen desselben blieben jedoch zum theil unverletzt, zum theil Borderhauses ausgebrannt, so daß der Schaden bedeutend ist. Ueber Beleidigungsklage greift. Wenn man die Angriffe gegen den erlitten sie leichte Kontusionen. die Brandursache wird behauptet, daß zwei Knaben kurz vor Aus- Vorwärts" in der antisemitischen Presse verfolgte, so werde man ent Schwer verunglückt ist am Sonnabend der 24jährige Straf- bruch des Feuers mit dem Pugrohre gespielt und dieses vielleicht decken, daß diese Blätter feineswegs in der Angriffsform zurüc gefangene Oskar Lehmann, der im Rüdersdorfer Gefängniß wegen angezündet haben. haltend seien; freilich entspricht es nicht dem Geschmack eines jeden Auch seien die Kläger eines Sittlichkeitsvergehens eine achtmonatige Strafe zu verbüßen Straßensperrung. Aus Anlaß der am 1. September ds. Js., Redakteurs, dieserhalb zu klagen. nicht berechtigt, die Klage anzustrengen, dies fet hat. Er befand sich mit anderen Gefangenen auf Arbeit, brach auf vormittags[ 8%, Uhr, auf dem Tempelhofer Felde stattfindenden Parade gar einem Heuboden durch und stürzte so unglücklich hinab, daß er außer wird die Tempelhofer Chaussee von 71/2 Uhr an bis zur Beendigung vielmehr Sache des Verfassers des fraglichen Artikels. Er mehreren Wunden an der rechten Seite eine Gehirnerschütterung der Parade für jeden Verkehr gesperrt. Die Belle- Alliancestraße beantrage, über diese Frage Beschluß fassen zu wollen. davontrug. Ein Aufseher mußte ihn einem Berliner Krankenhaus und die Lichterfelderstraße dürfen von Lastwagen während der Zeit auch der Gerichtsbeschluß ausfallen möge, jedenfalls sei die zuläſſig zuführen. vom Ausrücken der Truppen bis nach dem Einmarsch derselben in geringste Strafe eine genügende Sühne. Der Angeklagte wendet Vergiftet und erhängt. Das 32 Jahre alte Dienstmädchen die Stadt nicht befahren werden. Der Betrieb der Pferdebahn- sich auf Befragen des Vorsitzenden gegen den Vertreter der Kläger, Laura Richter, das schon sieben Jahre bei dem Kaufmann G. in der und Omnibuslinien wird auf der Tempelhofer Chaussee und den aus indem er bemerkt, es sei feine große Findigkeit dazu erforderlich, Kastanien- Allee 57 in Stellung ist, beging am Sonnabend Selbst- Berlin nach dem Tempelhofer Felde führenden Straßen( insbesondere um in dem Worte blödsinnig" je nach den Umständen, wie es gegen mord. Die Herrschaft war vor 14 Tagen nach einem sechswöchigen auch in der Friedrichstraße) mit dem Beginne des Ausmarsches der Personen angewendet werden, eine Beleidigung zu entdecken. Aufenthalt im Seebade nach Hause zurückgekehrt. Die Richter, die Truppen( etwa von 6½½ Uhr ab) bis zur Aufhebung der Absperrung halte den Versuch, den die Klägerische Partei gemacht habe, um die in der Judenfrage beliebte Schreibweise des D. G.-A. zu rechtwährend der Abwesenheit der Dienstherrschaft zu Verwandten bes eingestellt bew. eingeschränkt oder abgelenkt. fertigen, für völlig verunglückt. Ob mit oder ohne Ritualmord, urlaubt wurde, hatte in dieser Zeit einem Kinde das Leben geschenkt. berartige unqualifizirbare Angriffe gegen das Judenthum seien in dem Obgleich sie das Kind in aller Stille in Pflege gegeben hatte, war das Er„ D. G. A." an der Tagesordnung. Er wolle das Wort„ blödsinnig" eigniß doch im Hause bekannt geworden. Aus Scham über ihr Verhalten vor dem Richter nicht wiederholen, wer aber in der Presse einen beschloß die Richter, sich das Leben zu nehmen. Zuerst nahm sie derartig wüsten Ton anschlägt, der habe keine andere Kritik verdient. Gift zu sich und erhängte sich dann, als die Wirkung des Giftes zu lange auf sich warten ließ. Herr G., der noch wach war, hörte ein starkes Röcheln, lief in die Mädchenkammer und konnte das Mädchen noch rechtzeitig abschneiden. Er holte einen Arzt der Rettungsgesellschaft zu Hilfe, der das schwerkranke Mädchen in einem Lück schen Wagen nach dem Lazarus- Krankenhause bringen ließ. Dort schwebt die Richter zwischen Tod und Leben. Zur Lokalliste. Der Theaterverein" Deutsche Eiche" veranstaltet am 3. September in der„ Konkordia", Andreasstraße, der Vergnügungsklub„ Union" am 11. September in der Oddfellow- Loge, Alte Jakobstraße 128, ein Vergnügen. Da beide Lokale schon seit Jahren gesperrt sind, werden die Genossen ersucht, ihnen angebotene Billets zu diesen Veranstaltungen zurückzuweisen. Die Lokalkommission. Aus den Nachbarorten. " 1 Er Der Gerichtshof hielt eine Beleidigung für vorliegend und zivar seien die beiden Kläger berechtigt, Strafantrag zu stellen. Die Form, die der Angeklagte in seiner Kritik angewendet habe, sei nicht Fenerbericht. Eine große Reihe Alarmirungen hatte die Wehr zulässig. Der Ausdruck„ blödsinnig" ist in diesem Falle als von Sonnabend Abend bis Montag zu verzeichnen. In zwei eine arge Beschimpfung anzusehen. Die Kläger werden als sich Tischlerwerkstätten und zwar Kaiserin Augusta Allee 27 ihrer Handlungen nicht bewußt, mit Irrfinnigen, Blödsinnigen ze. und Naunynstr. 3 waren Schadenfeuer am Sonnabend aus auf eine Stufe gestellt. Dem Angeklagten könnte auch der Schuß des Furchtbar verbrannt wurde am Sonnabend Abend um 8 Uhr gebrochen, die aber auf ihren Herd beschränkt blieben. Sonntag früh§ 193 nicht zugute kommen, da er mit der jüdischen Gemeinschaft das 21 Jahre alte Dienstmädchen Anna Guhse in den Zelten Nr. 3. 8 Uhr brannten Ritterstr. 8 Kleidungsstücke. Bald darauf in diesem Falle in keinem Zusammenhange ſtehe. Der Gerichtshof Dort sollte Geflügel abgesengt werden, und die Flamme war schon mußten Reichenbergerstr. 155 auf dem Hofe lagernde habe aber angenommen, daß der Angeklagte mir seinen Standpunkt etwas zu flein geworden. Ein Mitmädchen goß ungeachtet aller brennende Putlappen abgelöscht werden. Immanuelfir ch vertreten wollte. Dies gehe daraus hervor, daß er in der bereits ergangenen öffentlichen Mahmungen aus einer Flasche neuen straße 39 hatten sich Preßkohlen entzündet, während Oranien inkriminirten Notiz gleichzeitig von einem Jüdischen DenunziantenSpiritus in die Pfanne. Dabei explodirte die Flasche und der Straße 168 in der Räucherkammer eines Schlächters Fleisch- und verein" spricht. Die letztere Wendung, die ebenfalls eine Bebrennende Inhalt ergoß sich über den ganzen Oberkörper der Guhse. Wurstwaaren durch Feuer zerstört wurden. Gegen Abend ging in leidigung enthalte, richtet sich somit konsequent gegen reliJumitten heller Flammen eilte sie hinaus und brach alsbald zu der Ravenéstraße ein Posten Stroh hinter einem Zaune giöse Befehdungen überhaupt. Aus all diesen Gründen ist von sammen. Nachdem die Flammen erstickt waren, wurde sie in sehr in Flammen auf: Sebastian str. 46 erfolgte ein Zimmerbrand, einer hohen Bestrafung dem Wunsche der Kläger gemäß abgeschen bedenklichem Zustande nach einem Krankenhause gebracht. Theile der Möbel und Gardinen einäscherte. Preßkohlenbrände waren worden. Das Urtheil lautete auf 50 M. Geldstrafe oder 5 Tage. von Haut und Fleisch hingen ihr am Leibe herunter. Justerburger str. 20 und 2ottumstr. 13 3 beseitigen. Gefängniß. Auch wurde den Klägern Publikationsbefugniß im zu Montag früh wurde ein Brand aus Königstr. 59 gemeldet, der Vorwärts" und dem„ D. G.-A." zugesprochen. Einen schlimmen Ausgang hatte in zwei Fällen das vor- Möbel beschädigte. Mittags 12/2 Uhr ging Stephan str. 49 ein fichtige Umgehen mit einem Revolver. Bei einem Ausfluge kehrte Eine exemplarische Strafe für die Rohheit des Messerstechens am Sonntag Morgen der 18 Jahre alte Zimmermann Karl Seiffert Theil der Dachkonstruktion in Flammen auf; hier trat eine Dampf- verhängte die fünfte Ferien- Straffammer gestern über den noch sprize in Thätigkeit. Eine Stunde später brannte LeipzigerBuchholz ein. Der Sohn des Wirthes spielte mit einem vermeintlich nicht verursacht. aus der Prenzlauer- Allee 31 bei dem Gastwirth Mewes in Französischstraße 84 ein Ballon mit Säure, doch wurde erheblicher Schaden ingendlichen Schlosser Willy Thiele. In der Nacht zum 31. Januar Gegen 5 Uhr war Claudiusstr. 10 ein war in der Arends'schen Brauerei in Moabit Tanzvergnügen, an nicht geladenen Revolver, den er abdrückte. als beim dritten Mal ein Schuß krachte und die Kugel ihm durch 6. that ihn dies nach, Zimmerbrand abzulöschen, bei dem Möbel start beschädigt wurden. welchem u. a. der Tischler Gärtig mit seiner Braut und seinem Bruner theilnahm. Als das Brautpaar das Tanzlokal verlassen hatte die linke Hand fuhr. Er mußte nach einem Berliner Krankenhause und sich nach Hause begeben wollte, stieß es in der Stromstraße auf gebracht werden. Dort fand auch am Sonnabend Abend der eine Gruppe von vier jungen Männern und wurde von einem daß das junge Mädchen 21jährige Schneider Robert Meister Aufnahme, der im Begriff stand, derfelben dermaßen angerempelt, nach der Beendigung eines Kursus auf der Schneider- Akademie zu an ein Haus flog. Als es hierüber zum Wortwechsel kam, zog den Eltern zurückzukehren. Er wohnte mit einem Freunde in der der Angeklagte Thiele, der zu der Gruppe gehärte, ein Messer Friedrichstraße 65 a; beide wollten ausgehen, der Freund warf beim und veranlaßte dadurch das Mädchen zu Hilferufen. Nun eilte der Umkleiden einen Revolver auf den Tisch; eine Patrone ging los und Bruder Gärtig herbei, bei dessen Erscheinen die vier jungen Leute traf M. in den Hals. Erheblich verwundet wurde er durch einen dem Borfall seinen Hut vom Kopf verloren und da er vermuthete, es ffir gerathener hielten, die Flucht zu ergreifen. Gärtig hatte bei Kopp'schen Rettungswagen abgeholt. daß ihn der in den Garten der Arends'schen Brauerei entfliehende Thiele an sich genommen, nahm er mit seinem Bruder die Verfolgung des Thiele auf. In dem ziemlich dunklen Garten drehte sich der Angeklagte plöglich nach seinen Verfolgern um und brachte dem einen einen tiefen Messerstich an der Hand bei, während er dem andern das Messer mit aller Wucht in die Schulter jagte. Beide mußten in das Krankenhaus Moabit geschafft werden. Der an der Hand Verwundete konnte, nachdem die Wunde genäht worden, Die Lehrerbesoldungsfrage hat jetzt endlich auch in Köpenick entlassen werden, sein Bruder aber hatte ein dreizehnwöchiges nachdem die Regierung zweimal die von den dortigen Stadt- Kraufenlager durchzumachen, da er eine fast sechs Zoll tiefe Wunde verordneten festgesetzte Besoldungsordnung wegen des zu niedrig be- in der Achselgegend davongetragen hatte und sich mehreren Operamessenen Grundgehalts( 1200 W.) nicht bestätigt hatte, ihre Lösung tionen unterwerfen mußte. Das Schöffengericht hatte es fiir dadurch gefunden, daß in der letzten Stadtverordneten- Versammlung angezeigt erachtet, den Angeklagten den Angeklagten für diese Rohheit zu mit geringer Mehrheit das seitens der Regierung geforderte Grund- einem Jahre Gefängniß zu verurtheilen und ihn sofort gehalt von 1300 m. bewilligt worden ist, nebst 200 M. Alterszulage in Haft zut nehmen. Der Verurtheilte legte Berufung und 400 M. Wohnungsgeld. Die Minorität der Stadtverordneten ein und versuchte im gestrigen Termin seine Handlungshatte nach wie vor den Standpunkt vertreten, daß die Stadt weise als einen Aft der Nothwehr hinzustellen. Der Versuch mißKöpenick zu einer solchen Erhöhung des Grundgehalts nicht in der glückte. Der Staatsanwalt hielt es nicht für angebracht, die Strafe Lage sei und es deshalb auf einen Konflikt mit der Regierung an irgendwie herabzumindern und bekundete seine Ansicht dahin, daß kommen lassen solle. man der in Berlin überhand nehmenden Messerstecherei nur dadurch wirksam begegnen könne, daß man grundsätzlich jeden Misserstich mit einem Jahre Gefängniß ahude. Auch der Gerichtshof glaubte, daß die von dem Angeklagten bewiesene Rohheit eine milde Beurtheilung nicht verdiene, und verwarf deshalb die Berufung. Gestohlenes Fahrrad. Das Polizei- Präsidium theilt mit: In Leipzig hat ein junger Mann am 4. d. M. ein Fahrrad in Gasthäusern zum Kauf angeboten und hierbei verlauten lassen, daß er dasselbe in Berlin gestohlen hätte. Der Eigenthümer des Fahr rades Rennmaschine Brennabor" mit schwarz lackirtem Gestell, gelben Felgen, vernickelten Speichen und stark gebogener Lenfstange mit schwarzen Griffen, die Pedale ohne Gummi mit Rennhaken, braunem Sattel, im Rahmen mit einer braunen Segeltuchtasche und ohne Nummer wolle sich während der Vormittagsstunden auf dem Polizei- Präsidium Zimmer 36 einfinden. Verlaufen hat sich am Sonntag Abend gegen 6 Uhr in der Gegend der alten Taverne in Stralan die kleine fünfjährige Gertrud Kunstmann, Memelerstr. 68 wohnhaft. Die Kleine hatte ein blaues Kleid und schwarze Strümpfe an und trug eine Matrosenmüge. Diejenigen, die über den Verbleib des kleinen Mädchens etwas an geben können, werden gebeten, den Eltern davon Mittheilung zu machen. " Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde. Am Dienstag, den 30. d. M., hält der Arbeiter- Bildungs- Verein eine Versammlung bei Gerth, Tempelhof, Dorfstraße, ab, in welcher ein Vortrag über Organisation und Agitation" auf der Tagesordnung steht. Um zahlreichen Besuch und pünktliches Erscheinent bittet Der Vorstand. Die Prozesse der Spandauer Bürger am Weinberg" gegen den Charlottenburger Magistrat wegen der Entwerthung und Versumpfung ihrer Ländereien durch die dort angelegten Rieselfelder sind sämmtlich von Erfolg gekrönt worden. Der Magistrat hat deshalb beschlossent, mit allen ferner noch als Geschädigte auftretenden Grundbesitzern gütliche Einigung anzustreben. zur Verhinderung weiterer Schädigungen soll ein großer Abfangegraben erbaut werden, dessen Baukosten auf ca. 1.2 Million Mark geschätzt werden. 4220 Mark im Grunewald verloren. Von einem großen Verluste ist der Klaviermacher M. in der Frankfurter Chauffee betroffen worden. Derselbe machte am Sonntag, den 14. August, mit Das Befinden der Frau Marie Ewald, die in der Nacht seiner Familie einen Ausflug nach dem Grunewald und die Frau zum 14. d. M. in der Goethestraße zu Charlottenburg von ihrem nahm aus Furcht vor Dieben ihr gesammtes Vermögen im Betrage Mann einen Messerstich in den Hals erhielt, hat sich im Krankenvon 4220 M., in Zeitungspapier gewickelt, mit. Auf dem Wege von Hause soweit gebessert, daß sie bereits durch eine Gerichtskommission Bahnhof Grunewald über Schildhorn nach den Bichelsbergen ist der im Krankenhause hat vernommen werden können. Sie hat die begauze Schatz verloren gegangen. Es waren zwei Packete in reits gemeldeten Thatsachen bestätigt. Ihr Ehemann, der in der Zeitungspapier gewickelt. Das eine enthielt die Lebens- Untersuchungshaft Zeit zum Nachdenken hat, giebt als Grund für die versicherungs- Police des Verlierers mit sämmtlichen Quittungen. That Eifersucht an. Er glaubt, dadurch wahrscheinlich die Zubilligung Das andere Packet enthielt: 2 Tausendmarkscheine Nr. 1668/58 C mildernder Umstände zu erlangen. Frau Ewald wird voraussichtlich und Nr. 1999,33 D; 21 Hundertmarkscheine, von denen folgende innerhalb 14 Tagen geheilt entlassen werden können. Nummern bekannt: 0 253 969 A; 0454 299 B; 0577 110 D; Zu gunsten der im Ban begriffenen Lungenheilstätte in Frau ein Bäckchen Tabak und ein Fläschchen mit Nordhäuser. Die 1 148 341 B; 1 122 879 C; 1119 876 D; 1 830 347 C; 0.561 234 C; Belzig findet am Mittwoch, den 31. August, im Zoologischen 0 737 811 A; 1 137 726 A; 0235 042 C; 0 338 939 A; 0 338 938 A: Garten ein Wohlthätigkeitsfest statt. Das Konzert beginnt um 4 Uhr 0 338 929 A. Ferner 1 Fünfzigmartschein und 70 Mark in Gold. und find Billets à 75 Pf. in allen Filialen der Herren Löser u. Wolff Der Betroffene sichert sowohl dem Finder, als auch eventuell demzu haben. jenigen, der ihm zur Wiedererlangung des Verlorenen behilflich ist, hohe Belohnung zu. Die Adresse des Verlierers ergiebt sich aus den Papieren, fann auch im General- Fundbureau, Charlottenstr. 93, erfragt werden. davon. Gerichts- Beitung. Eine sonderbare Geburtstagsfeier hatte sich der Kaufmann Emil Frank ausgedacht, der gestern wegen arger Mißhandlung und Bedrohung seiner eigenen Ehefrau vor dent Schöffengericht zu erscheinen hatte. Der schon bejahrte graubärtige Angeklagte, der mit seiner Ehefrau nicht im besten Einvernehmen lebt, beging am 19. April seinen Geburtstag und erhielt als Angebinde von seiner Art, in welcher ihm diese Gaben dargebracht wurden, scheint ihn auf den Gedanken gebracht zu haben, daß in der Flasche mit Nordhäuser eine Anspielung beleidigender Art liegen solle, denn er gerieth plötzlich in eine unbegreifliche Wuth und verursachte eine häusliche Szene, die aller Beschreibung spottet. Zunächst zwang er die Frau, den Nordhäuser selbst zu trinken, dann drang er auf sie ein und mißhandelte sie in empörender Weise. Wie die Frau Ostern naht, die Juden zapfen wieder Chriftenblut ab." behauptet, hat sie der Angeklagte auf ein Bett geworfen, mit einem Unglücksfälle. In der Schönhauser Allee gerieth am Sonntag unter dieser Ueberschrift erschien am 23. Februar d. J. im„ Deutschen Strick festgebunden, ihr kaltes Wasser über den Kopf gegossen und Abend der 11jährige Sohn des Hausdieners Kessel unter die Räder General- Anzeiger" ein Artikel, in welchem unter Hinweis auf einen mit einem nassen Scheuerlappen auf sie losgeschlagen. Er soll ihr eines Pferdebahnwagens und trug einen Bruch beider Oberschenkel Vorfall, der sich an der russischen Grenze abgespielt haben sollte, auch eine Flüssigkeit ins Gesicht gegossen haben, so daß sie heftige Vor dem Hause Brunnenstraße 159 lief abends der Haus- die Behauptung, daß immer noch Ritualmorde stattfänden, aufrecht Schmerzen an den Augen verspürte, und schließlich unter Drohworten verivalter Treptow gegen einen Wagen der elektrischen Straßenbahn, erhalten wurde. Wenige Tage darauf brachten Berliner Blätter ein afirmesser ergriffen und gedroht haben, das Beispiel Jacks des gerieth unter die Räder und trug schwere Verlegungen an den eine Notiz, wonach der„ Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Aufschligers" an ihr zu wiederholen. Er hat dann auch der geängstigten Unterschenkeln davon. Am Sonnabend Mittag wurde in der Glaubens" wegen des erwähnten Artikels gegen den Ver- Frau gegenüber das Rafirmesser in einer Weise in Anwendung Müllerstraße der Kassenbote Ostermann durch einen Geschäftswagen leger Sedlaßeck und den Redakteur Dewald vom„ Deutschen gebracht, deren Erörterung den Ausschluß der Oeffentlichkeit noth überfahren und so schwer verletzt, daß er nach wenigen Minuten General- Anzeiger" Strafanzeige zu erstatten beabsichtige. Genannter wendig machte. Der Angeklagte bestritt alle diese Beschuldigungen starb. An demselben Tage wurde der 18 Jahre alte Sohn Verein unterließ indessen wohl wegen der Bedeutungslosigkeit des und behauptete, daß er sich nur veranlaßt gesehen habe, seine ihm des in Charlottenburg wohnhaften Arbeiters Schrafhirt durch einen D. G.-A." die Anzeige. Auch der Vorwärts" übernahm seinerzeit ungetrene Frau zu züchtigen. Die Angaben der Ehefrau wurden durch Wagen der Straßenbahn an beiden Beinen überfahren und ihm die Notiz aus der bürgerlichen Bresse, fügte aber hinzu, daß die die Wahrnehmungen der Nachbarinnen, denen sie sich unmittelbar dabei der linke Oberschenkel völlig zermalmt. Der 27 Jahre alte Warming vor den angeblichen Ritualmorden„ blödsinnig" sei. nach dem Vorfalle gezeigt, dermaßen bekräftigt, daß ihnen der GeArbeiter Franz Kahlow aus der Anklamerstr. 24, der einen ver- Wegen dieses Ausdrucks hatten Verleger und Nedakteur des„ D. G.-A." richtshof vollen Glauben schenkte. Der Staatsanwalt beantragte früppelten rechten Fuß hat, bestieg am Sonnabend Abend gegen gegen den verantwortlichen Redakteur unseres Blattes August nur eine Geldstrafe von 90 M., der Gerichtshof glaubte aber bei 7 Uhr in der Kaiser Wilhelmstraße einen bereits besetzten Wagen a cobey die Privatklage angestrengt. Gestern fand vor dem dem ganzen Verhalten des Angeklagten eine Geldstrafe von vornder Pferdebahn. Er sprang wieder herunter und wurde in diesem Schöffengericht unter Vorsiz des Amtsrichters Schlesier die Ver- herein ausschließen zu müssen und erkannte auf drei Monate Augenblick von einem Bierwagen gefaßt. Die Näder gingen ihm handlung statt. Gefängniß. über das verkrüppelte Bein und brachten ihm einen schweren Unterschenkelbruch bei. Er mußte von der Polizei nach einem Krankenhaus geschafft werden. Die unter fittenpolizeilicher Aufsicht stehende unverehelichte G. wurde am Sonntag Abend in der Wohnung ihrer Eltern in der Steinmetzstraße erhängt aufgefunden. Der Vertreter der Kläger, Rechtsanwalt Ulrich, versuchte die Björnson kontra Münchener ,, Neueste Nachrichten". Das Stellung seiner Mandanten zur Judenfrage wissenschaftlich zu be- Amtsgericht I in München hat, wie wir bereits furz mittheilten, die gründen. Wohl in Ermangelung ausreichenden Materials be- Klage Björnson's gegen den Chefredakteur der„ Neuesten Nachrichten" endete er seine Rede mit der Bemerkung:„ Ich kenne zwar Mordtmann wegen Beleidigung zurückgewiesen. Die„ Neuesten Nachden Bildungsgrad des Angeklagten nicht, seze aber voraus, richten" hatten den bekannten Brief Björnson's an Bola in heftigen Ein großes Schadenfener auf einem Neuban in der daß er von dem beleidigenden Juhalt des Begriffs blödsinnig" Ausfällen gegen Björnson und dessen Gewährsmann besprochen, Warschauerstraße verursachte Montag Nachmittag von 3 1hr überzeugt ist. Er beantragt, dem Beklagten eine möglichst hohe" die die Wahrheit der vom Reichskanzler gemachten Bemerkungen an der Wehr viel Arbeit. Das Baugrundstück Parzelle 6, Nr. 26 Strafe aufzuerlegen, wenn auch von einer Freiheitsstrafe abzusehen in Zweifel zogen. Sie hatten Björnson vorgeworfen, daß es „ höchsten Grade geschmacklos ist im Rohbau fast vollendet, und die innere Ausrüstung war bereits sei. Man müsse bedenken, daß es in Berlin wohl heute noch rück- im sei, in der Privatein gut Stück gefördert. In einem großen Parterreraum des linken ständige", in der Kultur zurückgebliebene Juden gebe, die fähig unterhaltung gefallene Bemerkungen politisch auszumuten, um sich einer wer weiß wie unterrichteten Person zu Seitenflügels lagerten ca. 2000 Meter Putzrohr, das zum Verpuzen feien, die in dem Artikel des" D. G.-A." geschilderten Handlungen den Anschein der Decken und Wände dienen sollte. Dieses Pugrohr hatte um die zu begehen, und daß es seinen Mandanten völlig ernst" war, geben", daß er die größte Sensationslüsternheit bekundet" und durch angegebene Zeit Feuer gefangen, das die unteren Räume niit wenn sie in dem Artikel eine dahingehende Warnung erließen. Derartige, rein auf Sensation und Standal berechnete Mittheilungen rajender Schnelligkeit in ein Flammenmeer verwandelte und die nur Sedlazek schließt sich in etwas unverständlicherer Weise diesen der französischen Hezpresse Stoff zugeführt habe. Die Nachricht habe geschalten, aber noch nicht verpuzten Decken bis zu der obersten Etage Ausführungen an, während Dewald auf Befragen des Präsidenten sich auf den ersten Blick als Erfindung und Sensationsmacherei geDurchschlug. Die im vierten Stock beschäftigten Buzer geriethen hier zu Bemerkungen feinen Anlaß findet. fennzeichnet und die ganze Erzählung sei als Schwindel zu brand= durch in eine kritische Lage. Es gelang ihnen zwar, noch über die Der Vertheidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Wolfgang marken. Björnson fühlte sich durch diese Artikel beleidigt, insTreppen bis zum ersten Stock herabzueilen, doch war ihnen hier der Heine, führt aus, daß es angesichts des wieder aufgetischten Märchens besondere durch den Vorwurf, aus niedrigen Motiven unwahrer 11 = Weise und wider besseres Wissen gehandelt zu haben, und erbot| Behörde Material zur Beseitigung der Selbstverwaltung in fragliche Unterstützungsgesuche vor, die der Kommission zur Erledi sich für die Richtigkeit aller seiner Behauptungen den Wahr- den Kassen verschaffen und damit durch die event. Anstellung gung überwiesen werden. Beyer nimmt dann eine Aeußerung heits Beweis anzutreten. Die interessante Begründung der von Militäranwärtern ihre bisherige Stellung gefährden. Von den zurück, da Noack dem Wahlverein des zweiten Reichstags- Wahlkreises Zurückweisung der Klage durch das Amtsgericht sagt, nach einem Vertretern des Verbandes der Verwaltungsbeamten der Ortskranken- angehöre und auch eifrig für die Partei gearbeitet habe. Ebenjo Bericht der Franks. 3kg.", wörtlich:" Daß zu den Berufsaufgaben fassen und Berufsgenossenschaften wurde zu den Ausführungen der nimmt Noack eine Aeußerung gegen Beyer zurück. Es wird darauf des Redakteurs einer politischen Zeitung u. a. gehöre, politische Kassenvorstände die Erklärung abgegeben, daß der Vorsitzende des hingewiesen, daß die Organisation im Wachsen sei, 2500 Karten seien Tagesereignisse und Nachrichten in seinem Blatte zu erörtern, ge- Verbandes, Herr Prinz, der bereits vor einigen Jahren sich an ausgegeben. Wenn aber Beschlüsse durchgeführt werden sollten, eigneten Falles auch der Kritik zu unterstellen, daß daher der sämmtliche Ministerien mit diesen Petitionen gewandt hat, von der müßte noch eifrig agitirt werden. Zuletzt wird mitgetheilt, daß die Redakteur, der solche Angelegenheiten in seinem Blatte bespreche, Bezirksgruppe Berlin- Brandenburg auch zur Einsendung dieser Petition Lohntommission der Maurer zur Entsendung eines Kollegen aufso lange er die durch die Angelegenheit fachlich gezogene Grenze an den preußischen Handelsminister nicht ermächtigt war. Auch die gefordert habe, um gemeinsam berathen zu können. nicht überschreite, ein berechtigtes Interesse verfolge und daß der Mitglieder der Bezirksgruppe befürchten wie die Kassenvorstände, daß Eine öffentliche Versammlung der Glasschleifer Berline artige Preßäußerungen über politische Angelegenheiten nur dann ein derartiges Vorgehen zu Angriffen auf das Selbstverwaltungsrecht nahm am 22. d. M. Stellung zu dem in Berlin stattfindenden interstrafbar sein würden, wenn sie das sachliche Gebiet verlassen, in ausgenügt werden kann. Die in der Petition ausgesprochenen An- nationalen Glasarbeiter- Kongreß. Genosse Buck- Stralau hielt einen den persönlichen Angriff übergehen und die Absicht verfolgen, zu gaben sind für Berlin nicht zutreffend und könnten sich nur auf die mit Beifall aufgenommenen Vortrag über die Bedeutung dieses beleidigen; daß die Tendenz der erwähnten Artikel der Münchener Provinz beziehen. Allerdings seien auch in Berlin noch mehrere Kongresses und empfahl, denselben zu beschicken. Gewählt werden Neuesten Nachrichten" offenbar nicht die eines persönlichen Angriffes Kassen vorhanden, wo zu kurze Kündigungsfristen bestehen und die als Delegirte Meilchen und Girbig. des Privatklägers, sondern sachlicher Besprechung der von ihm ge- sehr geringen Monatsgehälter von 75, 90 und 100 Mark bezahlt Folgende Anträge sollen dem Kongreß zur Berathung vorgelegt brachten Mittheilung ist, daß allerdings dem Privatkläger persönlich werden. Die Beamten wollen nicht, wie angeführt wurde, wie werden: 1. Der Kongreß möge über Mittel und Wege berathen der Vorwurf gemacht wird, es sei geschmacklos, eine Privat- und als Kommunalbeamte angestellt werden, sondern erstreben und beschließen, wie ein Arbeitsnachweis auf internationalem unterhaltung politisch auszunützen, es sei dies geschehen, um Auf- nur, daß in allen Kassen mit den Beamten eine entsprechende Wege zu schaffen und zu regeln ist. 2. Der Kongreß möge beschließen, sehen zu erregen, ergerniß zu geben, die Mittheilung sei unrichtig, Kündigungsfrist vereinbart wird und den Beamten auskömmliche dahin wirken zu wollen, daß die Organisation in den verschiedenen beruhe auf Schwindel 2c.; daß jedoch bei Erörterung der thatsäch- Löhne zugesichert werden. Sie wollen dieses nicht durch Petitionen Ländern es als ihre erste Aufgabe betrachte, für eine gänzliche Ablichen Grundlage des Briefes des Privatklägers an Zola die an die Aufsichtsbehörde erzielen, sondern sie haben eine Kommission schaffung der Sonntagsarbeit in unserem Industriezweige zu sorgen. Besprechung der Person des Urhebers dieses Briefes und seiner gewählt, die event. mit den betreffenden Kassenvorständen in diesen Ferner wurde das unsolidarische Verhalten der ehemaligen Kollegen Motive zur Veröffentlichung nicht wohl unterlassen werden konnte, Angelegenheiten verhandeln soll. in der jetzigen Genossenschaft gegeißelt, weil sie es fertig brachten, da Privatkläger selbst die Mittheilung über ein Privatgespräch des während des Streits die Arbeit für Koch u. Bein fertig zu stellen. Reichskanzlers mit Professor von Leubach in die Oeffentlichkeit getragen hat und für die Richtigkeit seiner Mittheilung persönlich eingetreten ist, sich daher wird gefallen lassen müssen, daß die Kritik aus seiner Persönlichkeit ihre Gründe schöpft; daß auch aus der Form der Aeußerungen des Angeschuldigten das Vorhandensein einer Beleidigung nicht hervorgehe, hiernach aber dem Angeschuldigten der Schutz des§ 193 des R.-Str.-G.-B. nicht versagt werden könne." Björnson hat Beschwerde gegen diesen Beschluß eingereicht. Versammlungen. Die Vorstände der Berliner Orts- Krankenkaffen hielten am Freitag in der Berliner Ressource eine Versammlung ab, um zu der vom preußischen Handelsminister erlassenen Verfügung Stellung zu nehmen. Nach der sehr langen Diskussion wurde von der Versammlung das Bureau beauftragt, dem Minister und dem Magistrat folgende Resolution zu übermitteln:" Die am 26. Auguſt in Berlin tagende Versammlung der Vorstände der Ortskrankenkassen Berlins und Vororte verwahrt sich gegen den Eingriff in die Selbstverwaltung der Stassen, welche durch die Verfügung vom 9. Juli und die Anordnung des Berliner Magistrats vom 28. Juli cr. versucht wird und erklärt, daß die Anstellung der Kassenbeamten durch den Vorstand und Generalversammlungen selbst ohne Einmischung der Aufsichtsbehörde zu erfolgen hat." Stuckateure. Montag, den 22. August, tagte im Lokal Bismarckshöhe" zu Charlottenburg eine Versammlung der Stuckateure Berlins( Zentralverband). Reicher Beifall lohnte Dr. Joël für seinen Vortrag über die Vorzeit der Erde". Hierauf wurden den Chemnitzer Kollegen, welche sich im Streik befinden, auf Antrag des Kollegen Kerber 100 M. gesandt. " Maler und Lackiver. In der am Dienstag, den 23. August, stattgefundenen kombinirten Versammlung der Filialen Berlins Zum Schluß der Versammlung wurde noch gewünscht, daß alle referirte Mart über den Provinzialtag zu Potsdam. Er konstatirte, die Kassen gemeinsam interessirende Vorkommnisse der Zentral- daß die Organisation in der Provinz Brandenburg bedeutend an dieser die sich nothwendig machenden Schritte eingeleitet werden. kommission der Berliner Orts- Krankenkassen mitgetheilt und von Mitgliedern zugenommen habe, namentlich in den Städten Brandenurg, Eberswalde und Potsdam. Eine Diskussion fand nicht statt. Die Mitglieder der Agitationskommission für die Provinz Branden Die Bauarbeiter hielten am Sonntag Nachmittag bei Feuer- burg, deren Sitz in Berlin ist, wurden auch für das nächste Jahr in Anwesend waren in der Versammlung 45 Vorstände stein eine Versammlung ab, in der No a ck über die nothwendige ihren Aemtern bestätigt. Nach einem Referate Link's und einvon den Berliner und 3 von den Orts- Krankenkassen der Vororte, Taktik in unserm Lohnkampf" referirte. Das Ergebniß des Vor- gehender Diskussion, in der die Kollegen Nikolai, Nowusch, sowie die Vertreter des Verbandes der Orts- Krankenkassenbeamten. trages und der lebhaften Diskussion war die Annahme der folgenden Buttgereit, Höfs und Mart im Sinne des Referenten Der Magistrat, der als Aufsichtsbehörde eingeladen war, war nicht Resolution:" Die heutige Versammlung der organisirten Bau- sprachen, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: vertreten. In der Verfügung, um die es sich handelt, wird bekanntlich arbeiter Berlins und Umgebung erklärt eine Aufbesserung der wirth- In Erwägung, daß die Arbeitslosen Unterstügung. behauptet, daß vielfach von den Vorständen oder Generalversanum schaftlichen Lage der Bauarbeiter dringend geboten. Um aber ein plan- abgesehen von deren humanitären Charakter, die Stabilität des lungen der Orts- Stranfenfassen mit den Angestellten der Kassen will mäßiges, Maurern und Bauarbeitern nügliches Vorgehen zu ermöglichen, Mitgliederstandes in den einzelnen Organisationen in hohem Maße türlich verfahren werde, indem diese namentlich anläßlich der Neu- hält es die Versammlung für nothwendig, auf grund von Vereinbarungen garantirt, und in der weiteren Erwägung, daß durch diese Unterwahl des Vorstandes ohne Grund entlassen würden, um andern, folgende Grundsätze bei allen, der Solidarität entspringenden stützung auf die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bessernd eingewirkt gum theil ungeeigneten Personen Platz zu machen. Es wird Arbeitsniederlegungen festzulegen: 1. Wenn bei einer Arbeits- werden kann, indem das Angebot der arbeitslosen Hände unter den Darin sodann verlangt, daß mit den Angestellten der Kassen niederlegung der Bauarbeiter auf die Solidarität der Maurer ge- jeweilig geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen, wenn auch nicht Dienstverträge abgeschlossen werden, in denen die Bestim rechnet werden soll, so ist schon vorher eine Verständigung beider vollständig beseitigt, so doch ganz bedeutend vermindert wird, erkennt mungen vorzusehen sind, daß eine Kündigung der Angestellten Gruppen herbeizuführen. 2. Die Sperre durch die Maurer kann nur die heutige kombinirte Versammlung der Filialen Berlins in diesem durch den Vorstand nur bei grober oder wiederholter Verlegung der dann für berechtigt gelten, wenn sie von der Lohnkommission der Unterstützungszweige einen bedeutenden, ja nothwendigen Förderer Die heutige Versammlung Dienstpflichten zulässig ist und in vorkommenden Streitfällen ein Bauarbeiter sanktionirt worden ist. 3. Eine gleichzeitige Arbeits- der gewerkschaftlichen Organisationen. Schiedsgericht oder die Aufsichtsbehörde hierüber entscheiden soll. niederlegung der Maurer und Bauarbeiter darf nicht stattfinden. Die legt deshalb der in Mainz im Oktober tagenden Generalversammlung In der Diskussion, an der fast sämmtliche vertretenen Stassen nichtstreitenden Kollegen haben so lange wie möglich zu arbeiten, um die Einrichtung der Arbeitslosenunterstützung dringend nahe, um die betheiligt waren, wurde die Verfügung besonders nach zwei Rich- dadurch einen Druck auf die Unternehmer ausüben zu können. 4. Wird gewerkschaftlichen Organisationen in dem immer schwieriger werden tungen hin und zwar ob die darin enthaltenen Behauptungen den der gesperrte Bau durch arbeitswillige Bauarbeiter besetzt, so müssen ben wirthschaftlichen Kampfe achtunggebietender und damit widerThatsachen entsprechen und ob der Minister an und für sich berechtigt die Maurer zu gunsten unserer Berufskollegen ebenfalls die Arbeit standsfähiger zu gestalten." sei, den Kassen Vorschriften zu machen, wie sie in der Verfügung niederlegen, wenn ein derartiger Antrag von den Streikenden ge= Zu Delegirten zur Generalversammlung wurden Mark, Link enthalten find, behandelt. Von sämmtlichen Rednern wurde stellt wird und die Lohnkommission die Nothwendigkeit dieses Schrittes und St autenhaus gewählt. angeführt, daß in ihren Kassen die vom Minister be- einsehen. 5. Bei jedem selbständigen Vorgehen sind die Kollegen Steglitz- Friedenau. Donnerstag tagte in den Kaiserhallen eine zeichneten Zustände nicht vorhanden sind und geordnete Verhältnisse auch selbst haftbar und beschließt nur eine Versammlung, ob eine Volksversammlung mit dem Thema:" Die preußischen Landtagsbezüglich der Beamtenanstellung vorherrschen. Während die meisten Unterstützung gewährt werden kann. 6. Die Unterſtüßung wird nach wahlen und die Sozialdemokratie"( f. die Nubrit Landtagswahlen). Kassenvertreter bekunden konnten, daß die Vorstände mit den Kaffen- gegenseitiger Vereinbarung beider Kommissionen auf grund Alsdann erläuterte Genosse Scharnberg seinen Antrag zur beamten im guten Einvernehmen zusammenarbeiten, wurde von des Streikregulativs beider Korporationen geregelt und ist bei Brandenburger Provinzialfonferenz, betreffend die geregelte, in beeinigen aber auch ausgeführt, daß dies nicht überall der Fall ist. jedem außergewöhnlichen Fall in den Versammlungen Bericht zu er- stimmten Zeitabſtänden erscheinende Ausgabe sozialistischer aufVon diesen Rednern wurde behauptet, daß dies auf das Verhalten statten." No a d stellt den Antrag, das Vertrauensmänner- System klärender Schriften. Zu Delegirten für die Kreiskonferenz wurden der Beamten zurückzuführen sei, die sich vielfach als alleinige aufzuheben, da die Lohnkommission diese ersetze. Gutsch warnte die Genossen Fritsch, Scharnberg und deutscher gewählt. Verwalter der Kasse aufspielten und dent Vorstand wenig davor, Kongreßbeschlüsse aufzuheben. Robert erwidert, so lange Die Abrechnung des Wahlkomitees ergab eine Einnahme von 288 M., Beachtung schenken. In diesen Kassen seien von den früheren die Lohnbewegung im Gange sei, habe die Lohnkommission die ganze eine Ausgabe von 214,30 M., mithin einen Ueberschuß von 73,70 M., Borständen Verträge mit den Beamten abgeschlossen worden, nach Arbeit und der Vertrauensmaun sei überflüffig. Josef Schmidt welcher bereits an den Kreisvertrauensmann abgeführt wurde. welchen eine Entlassung fast unmöglich ist und dadurch der Vorstand verlangt, da sich doch die Lohnkommission nicht selbst revidiren dürfe, den Beamten machtlos gegenübersteht. Nach den Ausführungen ein wenigstens Revisoren. Die Lohnkommission erklärt, zur Zeit der zelner Redner wird von den Kassenbeamten eine Anstellung auf Abrechnung werden in einer Versammlung auch die Revisoren Lebensdauer angestrebt, was nach den bisherigen Erfahrungen für die gewählt werden. Darauf wird der Antrag, das VertrauensmännerKaffen nicht vortheilhaft ist. Es gelangte ein Rundschreiben des System aufzuheben, angenommen. No ad verwahrt sich energisch Stationen Rendanten von der Orts Krankenkasse der Rechtsanwälte, gegen Verleumdungen. Er wird mit Heinemann zusammen Notare und Gerichtsvollzieher welches zur Verlesung, Noack beantragt sämmtliche Beamten der Kassen gerichtet ist und in ferner, ein zweites Kommissionsmitglied in die Geschäftsleitung zu dem aufgefordert wird, nebst den Angaben über geringe senden, da er selbst immer unterwegs sein müsse. Es wird der Swinembe. 761 SW Gehälter u. s. w. auch alles Material zu sammeln, das geeignet Lohnkommission überlassen, einen zweiten Geschäftsleiter aus ihrer Hamburg Berlin ist, die Anstellung der Beamten auf Lebensdauer herbeizuführen. Mitte zu wählen. Heinemann beschwert sich über die primitive Wiesbaden Allgemein wurde es verurtheilt, daß die Kassenbeamten, denen wie Beleuchtung der Bauten vor Tag, die sehr viele Unfälle herbeiführe. München 767 23 762 9W 3 bedeckt 15 jeder anderen Berufsklasse das Recht zusteht, für die Verbesserung Rennthaler meint, erst müßte eine feste Organisation vorhanden sein, Wien ihrer Lage einzutreten, sich an den Minister mit Petitionen wenden, dann könnten die Bauarbeiter auch gegen Mißstände vorgehen. Gutsch Wetter- Prognose für Dienstag, den 30. August 1898. statt mit den Vorständen der betreffenden Kaffe bezw. Mitgliedern zu beantragt, 1000 M. dem Hauptvorstand für Unterstügung der auswärtigen Wärmer, vielfach heiter, zeitweise wolfig bei mäßigen südwestlichen berhandeln. Nach Ansicht mehrerer Redner schädigen sich die im Lohnkampf stehenden Kollegen zu überweisen. Gegen zivei Winden; feine erheblichen Niederschläge. Beamten durch dieses Vorgehen selbst, indem sie der Stimmen wird der Antrag angenommen. No ac legt verschiedene Deffentliche Versammlungen an einstimmig in die Lohnkommission gewählt. Witterungsübersicht vom 29. August 1898, morgens 8 1hr. 761 WSW 762 S 765 23 Wetter 5° 4° R. Stationen Barometer| 3៩៩៩ jtand mm Wind3hlb. bed. 14 Haparanda 756 S 5heiter 2beiter richtung Windstärke Wetter 2 13 Petersburg 763 SO wolfig 1Dunst 760 SA 757 5 Regen 2voltig 12 Cort 40lb. bed. 14 Aberdeen 4wolfig 12 Paris Berliner Wetterbureau. Temp. n. T. 16° C.= 4° R. 22931 16 Rabatt- Sparverein ,, Norden." Deutsch. Metallarbeiter- Verband Da der gesammte Vorstand der unterzeichneten Kommission gegenüber Verwaltungsstelle Berlin. der sozialdemokratischen Parteigenossen fein Amt niedergelegt hat, so sieht diefelbe ſich veranlaßt, den Mitgliedern Dienstag, den 30. August 1898, abends 8½ 1hr, im Lokale des und-Genoffinnen Berlins und Lieferanten mitzutheilen, daß vom am Dienstag, den 30. Auguft, abends 8% Uhr die Geschäftsstelle des Vereins fich in folgenden Lokalen: 1. Areis: Cohn's Festsäle, Beuthstraße 20. 2. Arcis: Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. 3. Areis: Brochnow's Salon, Sebastianstraße 39. 4. Sircis: Stechert, Andreasstraße 21. Mittwoch, den 31. Auguft ds. Js. ab Brunnenstrasse 165, Hof I. befindet. Dieselbe ist geöffnet von vormittags 9-12 Uhr und nach: mittags von 3-5 Uhr, und werden dort sämmtliche Geschäfte ordnungsmäßig, wie bisher, erledigt. Die Auszahlung der Spargelder findet nur in dringenden Fällen und zwar in den Nachmittagsstunden von 3-5 Uhr statt. Am Donnerstag, den 1. September d. J., abends 82 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 22-29: 5. Strcis: Brauerei Bötzow, Am Brenzlauer Thor. Außerordentl. Generalversammlung. 6. Kreis: Kösliner Hof, Röslinerstraße 8. Tages Ordnung: 1. Die Brandenburger Konferenz und die Landagitation. 2. Diskussion. Delegirten. zu zahlreichem Besuch laden ein 3. Wahl von Die Vertrauenspersonen. 214/2 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 31. August, abends 8% Uhr: Volks- Versammlung in Sanssouci, Kottbuserstrasse 4a. Tages Ordnung: Unsere Todten und was hat das Proletariat von ihnen zu lernen? Referent Reichstags- Abg. Fritz Zubeil. 215/ 19* Die Vertrauensperson. Tages Ordnung: 1. Bericht der Geschäfts- Revisionskommission. 2. Statutabänderung. 3. Neuwahl des Vorstandes. Im Interesse des Vereins ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. Nur Mitgliedsbuch legitimirt. Die Geschäfts- Revisionskommission. 207/17 養 3. A.: Carl Vogel, Swinemünderstraße Nr. 19. Herrn Christoph, Steinmetzstraße Nr. 55: Bezirks- Derlammlung für Rixdorf und Brik. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Frau Marie Greifenberg über:" Die Lebens: haltung und Kindersterblichkeit des Proletariats". 113/8 Die Ortsverwaltung. Achtung! Rabizputer. Achtung! Mittwoch, den 31. Auguft, abends 8 1hr, im Louisenhof, Bukowerstraße 9, Ecke der Dresdenerstraße: Außerordentliche Mitgliederversamminng der Zahlstelle Berlin III. des Zentral- Verbandes der Maurer und verw. Berufsgenossen. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verlegung des Arbeitsnachweises und des Vereinslokals. 4. Verschiedenes. 255/3 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Achtung! Maurer. Achtung! Cohn's Feffäle, Am Mittwoch, den 31. August, abends 8 Uhr: für Bersammlungen a. Vergnügungen. Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend im Lokal des Herrn Stechert, Andreasfraße 21. Tages Ordnung: 263/7 1. Vortrag des Genossen Ad. Hoffmann über:„ Unsere Todten". 2. Diskussion. 3. Bericht der Lohnfommission über die letzten Arbeitsniederlegungen. Zahlreichen Besuch erwartet Beuthstr. 19-22. Säle von 100-1000 Personen fassend, September noch zwei Sonnabende frei. Oftober einige Sonntage. Zum Ausschank gelangt Schultheik Märzen und Versandt. 57592* Buske's Säle, Grenadierstr. 33. Empfehle meine schönen Säle, große und fleine Vereinszimmer mit 58372* und ohne Piano. Die Lohukommiffion. J. A.: H. Metzke. Metallarbeiter! Anläßlich des Ausstandes der Former und Berufsgenoffen in Torgelow find eine Anzahl Kollegen wegen Landfriedensbruchs zu harten Strafen verurtheilt worden. dip 116/1 Um die äußerste Noth von den Familien der Verurtheilten fernhalten, Haben die Vertrauensleute deren Unterstützung beschlossen. Zu diesem Zweck gelangen Sammellisten und Marken zur Ausgabe, welche bei allen Ver frauensleuten, sowie beim Unterzeichneten zu haben sind. Vorläufig sind den unterstützungsbedürftigen 22 Familien 500 m. bewilligt worden. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Näther, N. Anflamerstr. 44. 2- Vene 1. Berliner Lehranstalt für Elektrotechnik. In den neuen Lehrfälen Oranienstrasse 51, Quergeb. 3 Tr. Für Schlosser, Mechaniker und verwandte Berufe beginnt am 1. September ein neuer Abendkursus. Gewissenhafter und leichtfaßlicher Gesamint- und Einzel- Unterricht. NB. I. Sturjus den 24. b. Mts. Experiment elektrischer Strahlung, Röntgenstrahlen und Telegraphie ohne Draht. Herren, welche ihre Anmeldung bewirken, fönnen dem Experimental- Vortrag beiwohnen. Anmeldungen werden entgegen genommen jeden Abend von 6-8 Uhr, Sonntags Vormittag von 9-12 Uhr. ( 57952*) Die Direktion. Danksagung. Für die herzliche Theilnahme bei Den Stockarbeitern der Beerdigung unseres lieben Sohnes zur Nachricht, daß am 28. August und Bruders, des Drehers Gustav unser Stollege Gloche, fagen wir allen Kollegen, Ver wandten, Bekannten unseren innigsten Dant. 7106 Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Karl Weitzel an der Proletarierkrankheit verschieden ist. Dieses zeigen an, um rege Betheiligung bittend, die Kollegen der Werkstatt A. Wendt. 6976 Die Beerdigung findet Mittwoch, Für die überaus große Theilnahme nachmittags 5 Uhr, von der Leichenfowie für die zahlreichen Kranzivenden Halle Am Urban nach dem Thomasbet der Beerdigung meines geliebten Kirchhof statt. Mannes, unseres guten Vaters, Bruders u. Schwagers, des Schloffers Zentral- Kraufen- u. Sterbe Hermann fasse d. deutschen Wagenbauer reie Bolksbülue Bayer. Hypotheken- und Wechselbank Steinfeldt enheter Sonntag, den 11. September, nachmittags 2½ Uhr: Eröffnungs- Dorffellung: im Ostend- Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstrake 132. Zur 70jährigen Geburtstagsfeier Graf Leo Tolstoy's Die Macht der Finsterniß. Drama in 5 Aften von Graf Leo Tolstoy. Regie: Cord Hachmann( früher Ober- Regiffeur am Deutschen Theater). Die Mitglieder sind ersucht, den Umtausch der Mitgliedskarten durch Entgegennahme der neuen Karten in den Zahlstellen um: gehend vorzunehmen. Für die Monate Juli und August sind je 20 Bf. Vereinsbeitrag nachzuzahlen. Mit Vorstellung und bei Gratisliefe: rung der Vereinsschrift beträgt der monatliche Beitrag 75 Pf. Neuaufnahmen werden jederzeit durch die Zahlstellen vorgenommen. Einschreibegeld 50 Pf. Nur diejenigen neu aufgenommenen Mitglieder haben zur angezeigten Vorstellung Zutritt, die sich mindestens 3 Tage vorher haben aufnehmen lassen. Zahlstellen: O. P. Pfeiffer, Gr. Frankfurterstr. 14( vis- à- vis dem Theater); Butschke, Krautstr. 36; C. Quarder, Wallner Theaterstr. 17 IV; W. Tabert, Markusstr. 14( Eingang Grüner Weg); M. Kothe, Koppen: straße 90. SO. Th. Stampehl, Mariannenstr. 26; H. Köhn, Naunyn Straße 83; B. Back. Oppelnerstraße 45; W. Heerde. Mariannen: Ufer 2. S. H. Bobsien, Kommandantenstraße 62; Arbeiter- Konsum- Genossenschaft " Befreiung", Kottbuserstr. 11; Th. Pahl, Dresdenerstr. 71. C. S. Luhm, Boftstr. 13. SW. E. Berling, Bossenerstr. 32; H. Landgraf, Neuenburger: ftraße 15; J. Bech. Teltowerstr. 41, Hof 2 Tr. bei Stier. NW. S. Becker, Gozkowskystr. 9; H. Gebauer, Birkenstr. 25; H. Giebecke, Schumann ftraße 18; P. Drucker, Beusselstraße 88. N. J. Krech, Chauffeeſtr. 64; E. Dieke, Ackerstr. 123; Mohrmann, Aderstr. 93; E. Knapp, Grünthalerstr. 5; E. Schmidt, Trescowstr. 22. NO. 2. Schrolle, Friseur, Landwehrstr. 3; C. Spät, Georgenfirchstr. 65. W. E. Springer, Bülow: straße 53, 3. Aufgang 4 Tr. Rixdorf: H. Wibker, Kaiser Friedrichstraße 240. Wilmersdorf: O. Zack. Wilhelmsaue 112 I. Johannisthal: Aug. Krause, Parkstr. 3. Steglitz: August Dureck, SchildHornstr. 91. Charlottenburg: Frau Lina Götze( Vegetarisches Speise: haus), Schillerstraße 117. NB. Verschiedene Anfragen betreffend sei bemerkt, daß das Ostend Carl Weiß- Theater, seitdem es Herr Direktor Carl Weiß übernommen hat, nicht nur in bühnentechnischer Beziehung wesentliche Verbesserungen erfahren hat, sondern daß insbesondere auch der Zuschauerraum neu renovirt und in dekorativ geschmackvoller Weise ausgestattet worden ist. 150/14 Für den Vorstand: Ad. Löhr, Stassirer, Ackerstr. 40 II. Urania Taubenstr. 48/49. Täglich: Achtung, Vereine. Die Vereinsfäle Inselstr. 10. früher Stabernack, habe ich ge miethet u. werde Mitte September dieselben eröffnen und ersuche die Vereine und Gewerkschaften, welche geneigt sind, ihre Festlichkeiten dort Vom Matterhorn z. Jungfrau. abbatten zu wollen, sich gütigst an Invalidenstr. 57/62: Sternwarte. mich zu wenden. 58152* G. H. Paster, früher Neue Königstr. 7, Nachmittags täglich 5-10 Uhr. vom 1. September Inselstr. 10. Castan's Panopticum. New!!" WalsinMajor Graf Esterhazy. Neu!! Lebende Bilder dargestellt von 6 jungen schönen Damen. 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Inwieweit hat führung gemacht, insbesondere durch die den Arbeitern( hinsichtlich der Streit sonst zu polizeilichen Maßnahmen Anlaß gegeben?" der Arbeitszeit, Lohnhöhe 2c.) gemachten Zugeständnisse und rückIn Deutschland kann man sich soziale Untersuchungen garnicht sichtlich der etwa gestörten Absatzverbindungen? anders, als durch die Polizeibehörden ausgeführt, denken. Der eine In Deutschland vereinigt sich alle Weisheit auf diesem Gebiet, Endlich soll auch Deutschland eine amtliche Streit Minister will sich durch diese Behörden über die Ursachen der Aus- wie auf allen anderen, in den Polizei- Organen und hält man es statistit erhalten, die aber, wie alles im gelobten Lande der dehmung der Sozialdemokratie, der andere über die Ursachen der für überflüssig, sich Auskunft aus den Kreisen der Interessenten Sozialreform, weniger von sozialpolitischen, als von kriminellen Streits belehren lassen. An diejenigen, welche Auskunft geben zu holen. Gesichtspunkten geleitet werden soll. Das weisen unzweideutig die könnten, an die Arbeiter und Unternehmer, wendet man sich nicht. Die Ergebnisse dieser Streifstatistik, die vierteljährlich in Fragen aus, welche zur Beantwortung den Polizeibehörden vom Höchstens befragt man noch das Unternehmerthum, von dem unzwei- summarischer Uebersicht und jedes Jahr ausführlich vom taiserlichen 1. Januar 1899 ab vorgelegt werden sollen. Nicht darauf soll es deutig feststeht, daß es von tiefsten Hasse gegen die Arbeiterbewegung Statistischen Amt veröffentlicht werden sollen, werden denn auch bald autommen, Wesen und Bedeutung der Streits im wirthschaftlichen erfüllt ist. Dementsprechend sind denn auch die Ergebnisse aller sozial ergeben, welcher sozialpolitische Werth der Sache beizumessen ist. Leben darzustellen, ihre Ursachen zu ergründen, die Arbeitsverhält- politischen Enqueten. Für die Gewerkschaften ergiebt sich aus diesen Ausführungen, nisse vor und nach einem Streit festzustellen, um die Berechtigung In anderen Ländern wendet das Ministerium sich bei seinen daß die bisher von ihnen geführte Statistit nicht etwa überflüssig ist. der Forderungen der Arbeiter prüfen zu können, sondern das Haupt- Erhebungen über die Streiks an die, welche an demselben betheiligt sondern mehr als geschehen, gepflegt und ausgedehnt wird. Die gewicht scheint darauf gelegt werden zu sollen, ob sogenannte find, an die Unternehmer und Arbeiterorganisationen. In England unkontrollirbaren Angaben der Polizeibehörder " Heyer" oder„ Streiforganisationen" den Ausstand herbeigeführt sendet das Labour- Departement Fragebogen der Unternehmer und müssen durch die von den Gewerkschaften zu oder beeinflußt haben, ob die Arbeiter sich Ausschreitungen Arbeiter zur Beantwortung. In Amerika werden vom Departement führende Statistik auf ihren Werth hin gezu schulden kommen ließen, ob Arbeitswillige durch die of Labor Agenten ausgeschickt, welche an Ort und Stelle die prüft werden können. Die Gewerkschaften müssen Polizeibehörde geschützt werden mußten, ob der Staats- Verhältnisse bei einem Streit und dessen Ursachen zu untersuchen infolge dessen nicht nur einfach die Streits anwalt durch den Streif Arbeit erhalten hat und dergleichen haben. Selbst in Desterreich, dessen Staatsgrößen auch nicht gerade registriren, sondern sie müssen bei jedem Streik die schöne Dinge mehr. Das, was der Minister des Innern an überschwänglicher sozialpolitischer Weisheit leiden, versucht man Materialien über Eingriffe der Polizeibehörden und den mit seinem bekannten Geheimerlaß bezweckte, soll jezt in amtlicher wenigstens, von den Unternehmern Auskunft zu erhalten. Das Terrorismus des Unternehmerthums sammeln, dann wird mit Feststellung weiter ausgebaut werden. Die ganze Fragestellung Handelsministerium hat dort folgenden Fragebogen an die Fabri- der im Interesse des Unternehmerthums geführten amtlichen deutet darauf hin, daß bei der Berichterstattung dieser Zweck im fanten versandt: Statistik der beabsichtigte Zweck nicht erreicht werden. Wenn die Vordergrunde steht, daß aus den Berichten Materialien zu gesetz- 1. Hat der 1897 vorgefallene Streit eine Betriebseinstellung Gewerkschaften sich dieser Mühe unterziehen, wird die amtliche geberischen Maßnahmen gegen die Arbeiter gewonnen werden zur Folge gehabt? Im ganzen Etablissement oder in welchen ein- Statistit, deren Tendenz unverkennbar ist, uns insofern Vortheil follen. Auf folgende Punkte soll sich, nach den Berichten der Presse, zelnen Abtheilungen oder Dienstzweigen? In welcher Dauer? bringen, als die bisher unzureichenden Uebersichten über die Streits die Berichterstattung erstrecken: 2. Fand wenigstens eine wesentliche Betriebsreduktion statt? eine wesentliche Erweiterung erfahren und wir einen Ueberblick über Jm ganzen Etablissement oder in welchen einzelnen Abtheilungen alle wirthschaftlichen Kämpfe des Jahres erhalten. oder Dienstzweigen? In welcher Dauer? „ Ort des Streiks; genaue Bezeichnung der Gewerbeart; Anzahl der Betriebe, in denen überhaupt gestreift wurde, und Anzahl der Betriebe, die durch den Streik zu völligem Stillstand gekommen find Gesammtzahl der bei Ausbruch des Streits in den ergriffenen Betrieben beschäftigten Arbeiter; Datum des Beginnes und der Beendigung des Streifs; Höchstzahl der während der Dauer des Streits gleichzeitig streikenden Personen; Anzahl der Streikenden, die zur sofortigen Arbeitsniederlegung berechtigt, und derjenigen, die tontraftbrüchig waren; Höchstzahl der Arbeiter, die sich am Streit nicht betheiligt haben, aber infolge desselben in ihrem bisherigen Arbeitsverhältnisse feiern mußten; Gründe des Streiks und Forderungen der Streifenden; genaue Darstellung der Sachlage vor und nach dem Streit, insbesondere auch inwieweit die Streifenden ihre Forderungen durchgesezt haben; Angabe, ob und inwieweit Berufsvereinigungen oder Britte Personen auf den Ausbruch des Streiks hingewirkt, dessen Dauer beeinflußt oder für dessen Zwecke Geldmittel hergegeben haben. Welche Einzelbeträge sind den Streifenden oder deren Familien als Unterstützungen gewährt? Ist der Streik durch Vergleichsverhandlungen beendigt worden, und zwar: unmittelbar zwischen den Parteien oder vor dem Gewerbegericht oder unter Vermittelung von Berufsvereinigungen oder dritten Personen? Sind die Verhandlungen von seiten der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber beantragt worden? Inwieweit haben während des Streits 3. Verursachte die Arbeitseinstellung Schäden an Material oder Werksvorrichtungen( zum Beispiel durch Verderben unfertiger Waare) oder sonstige positive Schäden und Auslagen? Welche? In welcher Höhe? 4. Entstand ein Produktionsausfall? Welcher? Wurde er in der Folge( durch erhöhten Betrieb, durch späteres Eintreten der stillen Beit) wieder ausgeglichen? 5. War die Firma an der rechtzeitigen Ausführung von Be stellungen oder Lieferungen gehindert? Wurden solche deshalb auf andere Unternehmungen übertragen? 6. Zeigte sich in sonstiger Hinsicht eine Rückwirkung der Arbeitseinstellung auf andere Unternehmungen? Wenn die von der Generalfommission alljährlich veröffentlichte Uebersicht über Streits in den letzten Jahren wesentlich besser geworden ist, so bietet sie doch nichts vollkommenes. Abgesehen davon, daß in derselben mur die Streits verzeichnet sind, an welchen Mitglieder eines Zentralverbandes betheiligt waren, und die Streits unorganisirter und lokalorganisirter Arbeiter darin fehlen, machen auch nicht alle Zentralorganisationen Angaben, obgleich Streits in ihrem Berufe vorgekommen sind. Auch für 1897 fehlen solche Angaben, und zwar für die Dachdecker, Hafenarbeiter, Steinarbeiter und Tapezirer. Bei den Steinarbeitern waren 1897 eine größere Zahl Streits zu verzeichnen, denn es sind an Unterstützung für Streits im Beruf allein aus der Zentralfasse 20 269 m. verausgabt. Da aber Angaben über Umfang und Dauer dieser Streits nicht vorliegen, war es nicht möglich, diesen Beruf mit in der Tabelle zu führen. In folgenden Berufen waren, nach den Berichten der Zentralvorstände, 1ä97 feine Streits zit verzeichnen: Barbiere, Bureau Angestellte, Gärtner, Gasarbeiter, Gastwirthsgehilfen, Goldarbeiter, Handlungsgehilfen, Konditoren, Lagerhalter, Maschinisten und heizer, Müller, Sattler, Sec10. Welche Wahrnehmungen wurden in der Folge über die Ein- Leute, Schiffszimmerer, Xylographen und Zigarrenwirkung der Arbeitseinstellung auf die Unternehmung und Betriebs- sortirer. Statistische Zusammenstellung der im Jahre 1897 vorgekommenen Streiks. 7. Zog der infolge der Arbeitseinstellung eingetretene Wechsel im Stande des Personals Nachtheile oder Schivierigkeiten für den Betrieb nach sich? 8. Ergaben sich sonstige Schäden oder Nachtheile? 9. Läßt sich der Gesammtschaden aus allen vorhergenannten Gründen ziffermäßig schäzen? Wenn ja, wie hoch? Die Kosten wurden aufgebracht Ursachen der Ausstände Resultat der Ausstände = her Urfachen Resultat DCC Ausstände Ausstände Laufende Nummer Gewerbe Anzahl der Streits Zahl der betheiligten Personen Dauer der Streifs in Wochen Gesammt- Ausgabe aus der Verbandskasse durch freiwillige Beirräge der Mitglieder ( pang Sammlungen ( pang Beiträge anderer Gewerkschaften aus dem Auslande Abwehrstreiks fanden statt Bahl der betheiligten Personen Dauer der Streits in Wochen Ausgabe Austritt aus der Organisation Maßregelung Lohnreduzirung Verlängerung der Arbeitszeit Einführung einer Fabrifordnung Erfolgreich Theilw. erfolgreich Erfolglos Angriffsstreiks fanden statt Zahl der betheiligten Personen M. Dauer der Streifs in Wochen Ausgabe Verkürzung der Arbeitszeit Lohnerhöhung Erfolgreich Theilw. erfolgreich Erfolglos M. M. M. M. M. 1 Bäcker. 2 Bauarbeiter 25 16 15 547 547 1250 13 3 Bergarbeiter. 16 8000 ? 10465 ? 7438 3027 4 Bildhauer. 12 78 31 5 Böttcher 7 107 19 6 Brauer 15 901 100 7 Buchbinder. 8 Buchdrucker 9 Dachdecker 10 Fabritarbeiter 11 Former. 12 Glasarbeiter. 13 Glaser.. 4 86 32 1070 2187 1939 1449 682 15136 3650 10396 7506 M. 15 547 800 13 504 I 248 767 5950 1223 900 1240 1823 703 10 715 750 65 10013 9) 53 506 *)? 55000 55000 10 4553 45 38464 11126 199 1361 21280 50 2132 59 36220 12629 5559 11739 31 280)? 35000 31 63158 35 17355 5494 799 15 510 12 6100 1 1 10 31/2 270 270 1 10 3/2 270 3 40 7 854 854 14 Graveure 1 7 6 150 150 1 7 со 6 150 1 15 Handelshülfsarbeiter 2 48 4, Zag 16 Handschuhmacher. 4 214 25 19020 17923 968 129 2 53 9 1460 17 Solzarbeiter( Berband) 64 12036 236 174780 91643 ) 60116 12123 22 1209 89 26822 13 18 Holzarbeiter( Hülfsarbeiter) 1 23 2 19 Hutmacher 2 123 15 480 10152 355 125 23 2 480 7000 20 Kupferschmiede. 3 35 18 2245 750 2152 1057 320 21 Lederarbeiter 17 246 16 5059 5059 1000 1 107 110 8 1 7 10 154 13 8832 9 467 12 4059 1 22 Lithographen 23 Maler 24 Maurer.. 25 Metallarbeiter 26 Porzellanarbeiter. 27 Schmiede. 28 Schneider 29 Schuhmacher 52 30 Steinfeger.. 398241627 25 10. 665 370 295 322 27 1753 1420 98 16170 242 412267 255405 207 141657 126 13) 15205 49 1916 58 32203 2023 141 91322 91322 I 16 1418 8478070 2 7 15) 193 61 14296 9309 4987 7 193 61 14296 2 30 162 4 3 610 1142 6193 185 147076 261 942 78695 18) 68381 64 201 200 84 923 55 31 Stuffateure 3 400 7 48264 3076 5111 1158 5355 650 410 2945 2 19 25 2077 0178 62 2 525 530 68 3 412 55 42974 34 43776 BATIB0000242 27 1 626 85 5 11 32 Tabatarbeiter. 24 625 178 41042 41042 33 Tertilarbeiter 9 1810 31 34265 16253 5057 34 Töpfer. 19 1870 127 1 15 4 1 14 18 37 1933 185 18500 16667 500 500 1898 1739 55713 39469 1140 10 164 12955 6 536 513 180 8 416 71 8096 1 1 8 19 2785 37 4160 3 1 1 1 4 158 6842 4270 4677 5 1 1) 1 1 4 1200 9 9665 1 3 121 10 2 3 2) 1 3 12 78 31 2187 8 4 7 23 7 107 19 1449) 7 22 1 3 5 186 35 5123 5). 4 86 32 10396 412 19 22 226 *)? 20000 5) 4 1095 10 35 1622 47 21109 30120 17) 14 21 10 4 40 7 854 10) 3 -w 161 3 13 42 10827 48 41/2 Tag 16 17559 147 147959 22 2 2 35 1 16 2 320 1 TOLLB 22222011 6 1 1 4 1 3 18 4 7) 3 2 1 1 33 25 11 6 2 28 9 1778 2 2 62 7 92 4 1000 45 11 3 25 10 665 1 21 11 9 322 27 1753 12) 9 6 21 15 49 14254 184 380064 29 G 13 605 57 13252 20 31 12 6 714) 2 5 5 3 7 1 30 4 610 1 116) 4 153 1 71 2343 113 612 8 10 27 4116 130 730 17) 4 10410220) 5 1 211 16 15 6 6 398 400 21 4488 7 5111 2 3 4 4 1 21 14 461 107 32946 3 1274 12 31480 21) 13 4 6 4 3 21 11 1454 80 1434022) 9623 1 15 4 500 1 1 1 2 223) 32 1861 162 53599 21 11 4 26 2 35 Vergolder 36 Werftarbeiter. 37 Bimmerer 1 14 18 1898 1 72 23 2114 3 Summa.... 578 63119 1921 1257298 775361 314670 32958 88848 1949 248| 13949| 737343139 51 62 102 94| 96| 45| 101| 330| 41180 1178| 913159| 157 158 176| 101/53 Anmerkungen.) Abänderung der Arbeitszeit, wodurch die Frühstückspause fortfallen sollte. u. 3) und Lohnerhöhung.) Bei zwei auch Zohnerhöhung und ein auch wegen Beseitigung drückender Bestimmungen. Durch= führung des allgemeinen deutschen Buchdruckertarifs.) Und Lohnerhöhung, sowie Beseitigung drückender Bestimmungen der Fahriforonung. Ein um Beseitigung mißliebiger Personen.) Ein wegen Beseitigung mißliebiger Personen und drei um Beseitigung drückender Bestimmungen der Fabritordnung.) Nur Wertstelltämpfe. 10) Und Zohnerhöhung.") und durch Sammellistan.") In acht Fällen auch um Berkürzung der Arbeitszeit. 1) und auf Sammelliften. 14) Dret aus anderen Ursachen. 15) Nur Verbandsmitglieder. 16) Ein Streit am Schlusse des Jahres noch nicht beendet.") Und Lohnerhöhung, in einem Falle auch um Beseitigung mißliebiger Personen. 1) und auf Sammellisten. 19) Dret wegen Nichteinhaltung getroffener Vereinbarungen. 20) Sechs wegen verschiedener anderer Ursachen. 1) Ein um Lieferung besseren Materials. 2) Sechs auch um Verkürzung der Arbeitszeit, ferner zwei wegen verschiedener Ursachen. 3) Ein noch nicht beenbet.*) Bei den Buchdruckern ist die Zahl der Wochen angegeben, für welche insgesammt Streitunterstüßung gezahlt ist, so daß die Angabe hier nicht eingefügt werden tann. Die vorstehende Tabelle weist aus, daß das Jahr 1897 ein zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen gab. Die größte Zahl äußerst streitreiches war, wenn auch die Zahl der betheiligten Per der Streits des Jahres 1897 entfällt auf das Baugewerbe, in welchem sonen und die Gesammtausgabe wesentlich hinter der des Jahres sich die Verhältnisse wie folgt gestalten. Es zählten Streiks: 1896 zurückblieb. 1896 wurden 483 Streits mit 128 808 Betheiligten, Betheiligte Personen Ausgabe 1 250 1923 wöchentlicher Dauer und 3 042 950 M. Ausgabe gezählt, während Bauarbeiter für 1897 578 Streits, 63 119 Betheiligten, 1921 Wochen Dauer und Glaser 1 527 298 M. Ausgabe angegeben sind. Die Zahl der Streiks ist Maler 1897 um 95 größer, die Gesammtdauer nahezu die gleiche wie 1896, Maurer doch ist die Zahl der betheiligten Personen um 65 789 und die Aus- Stuckateure gaben um 1515 652 M. geringer. Diese Differenz entstand durch die Töpfer Streits der Hafenarbeiter, Konfektionsarbeiter und Textilarbeiter, bei denen 1896 55 510 Personen an Streifs betheiligt waren und 5 3 40 O • 322 10 465 M. 854 1753 " . " 98 3 16 170 400 412 267 " 5 111 " 19 37 174 1 933 21 985 Zimmerer 1.870 18 500" 55 713 Buch druckern sind die angegebenen 53 Streits nur sogenannte. Werkstattkämpfe. Die Betheiligten reisen in der Regel ab und werden unterstützt, über die Werkstatt wird die Sperre für Verbandsmitglieder verhängt. Deswegen läßt sich die Dauer der Streits in diesem Kleinfriege auch nicht genau angeben. In allen anderen Gewerben waren 1897 weniger als 20 Streits zu verzeichnen, wenn auch die Zahl der betheiligten Personen und die Ausgabe zum theil größer war als in den vorstehend genannten Berufen. Außer den in der Tabelle angegebenen Streits fanden noch eine ganze Anzahl Lohnbewegungen statt, Sie nicht oder nur zu ganz furzen Arbeitseinstellungen führten. Von den Handschuh504 663 M. m a chern wird berichtet, daß die günstige Geschäftslage Ende 1897 1 783 469 M. Ausgabe entstanden. Für 1897 sind bei den Hafen- In denselben Geiverben waren 1896 zit verzeichnen 109 Streits in vielen Orten den Berufsgenossen Veranlassung gab, Forderungen arbeitern keine Angaben gemacht, doch ist die Zahl der an Streits mit 26 989 Betheiligten und 232 449 M. Ausgabe. an die Unternehmer zu stellen. Wenn die Arbeitgeber sich auch anund Lohnbewegungen Betheiligten nicht sehr bedeutend. Nach der Zahl der Streiks stehen 1897 an höchster Stelle die fänglich ablehnend verhielten, so gaben sie doch bald nach, wenn die Schneidern und Textilarbeitern waren 1897 nur 1972 Personen an Holzarbeiter mit 64 Streifs, 12 036 Betheiligten und Massenfündigungen und die Abreise der ledigen Berufsgenossen erStreits betheiligt und wurden 35 407 m. verausgabt. 174 780 M. Ausgabe. Dann folgen die Schuhmacher mit folgte. In dieser Weise wurden in neun Orten für ca. 400 Arbeiter Bei den Zusammen Die Zahl der Streits überwiegt 1897 die aller vorhergehenden 52 Streits, 6193 Betheiligten und 147 076 M. Ausgabe, die Lohnaufbesserungen erzielt. Die Kupferschmiede erhielten in Jahre, für welche die Statistik geführt wird. Diese größere Ziffer Former mit 50 Streits, 2132 Betheiligten und 36 220 M. Aus einem Orte ihre Forderungen bewilligt, ohne in einen Streit eirtommt aber auf Rechnung der Abwehrstreiks, die von 151 im Jahre gabe, dann die Metallarbeiter mit 29 Streits, 2023 Be- treten zu müssen. Auch die Lithographen verzeichneten ei: 1896 auf 248 im Jahre 1897 stiegen. Ein Zeichen dafür, daß theiligten und 91 322 M. Ausgabe, und dann die Taba karbeiter Anzahl Lohnbewegungen, die nicht zum Streit führten. Bei den weniger aufsteigender Geschäftsgang den Unternehmern Veranlassung mit 24 Streifs, 625 Betheiligten und 41 042 M. Ausgabe. Bei den Malern wurden in acht Städten die Forderungen auf Ver Resultat Erfolgreich Theilweise erfolgreich M. 1 825 300 54 59 8889 4196 Erfolglos Davon waren: erfolgreich theilw. erfolgreich . B 36,8 pet. 50,5 47,5 27,1 pct. erfolglos 36,1 pct. 26,5 " 25,5 23,0 27,0" " 1890-95. 1896 1897 Hierbei sind Angriff- und Abwehrstreits zusammengerechnet. Daß die letzteren weniger Aussicht auf Erfolg haben, als die ersteren, ist befannt und wird für 1896 und 1897 deutlich bewiesen. Von den Angriffsstreits waren: erfolgreich theilw. erfolgreich erfolglos 1896. 1897 pCt. 63,0 53,3 pCt. 26,0 30,6 pCt. 11,0 16,1 25 Es muß bei Betrachtung dieser Ziffern immer wieder darauf hin 48 gewiesen werden, daß bei Streits im allgemeinen, besonders aber 53 bei Abwehrstreiks, genau abgewogen wird, welche Chancen die Ar5 511 709 503 304 183 beiter haben. Besonders bei den Arbeitseinstellungen wegen Maßregelung, von denen für 1897 wiederum 62( 1896: 52) zu ver zeichnen sind, ist stets genau zu prüfen, ob mit dem Niederlegen der Arbeit der beabsichtigte Zweck erreicht werden kann. fürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung ohne Arbeitseinstellung bewilligt. Zu der Tabelle ist noch zu bemerken, daß in der Rubrik„ Ursachen ber Ausstände" nicht alle Fragen eingefügt werden können, welche bei den Differenzen mit den Ünternehmern in betracht kamen. So sind in dem Bericht der Holzarbeiter noch mancherlei Ursachen der Differenzen mit den Unternehmern angeführt, doch lassen sich nur die hauptsächlichsten in einem Gesammtbild darstellen, wie dies in der Tabelle geschehen ist. Zu der Gesammtausgabe von 1 257 298 M. wurden folgende Beiträge geleistet, die genauer angegeben werden konnten: Aus der Verbandskasse 775 361 M., durch freiwillige Beiträge der Mitglieder 314 670 M., durch Sammlungen 32 958 M., Beiträge anderer Gewerkschaften 88 848 M., vom Ausland 1949 M. Jahr Angriffsstreits 1890-91 147 33 397 843 30 1892 20 1 135 97 1803 87 4962 151 34 649 44 991 6 8 18 11 8 1894 38 3 035 188 77 354 12 15 11 1895 Die 100 9730 399 138 847 57 18 1896 332 115 660 1897 330 41 180 1133 1178 2 482 909 180 918 159 94 176 101 977 209 099 3989 in der Streikstatistik verzeichnete Ausgabe aus den Verbandsfaffen für Streifs stimmt mit der in der Gewerkschaftsstatistik genannten Summe nicht überein, weil bei der Letzteren in Einzelfällen auch Beitragsleistungen der Kaffen der Zweigvereine mit enthalten sind. In der Gewerkschaftsstatistik ist auch die Ausgabe der Steinarbeiter angegeben, die, wie schon bemerkt, in der Streikstatistik fehlt. Bei den Metallarbeitern stehen in der Streifstatistik als aus der Verbandskasse gezahlt 91 648 W., während in der Gewerkschaftsstatistik 97 566 M. verzeichnet sind. Hiervon entfallen 5 806 M. auf Unterstützung der Ausgesperrten von Streits des Vorjahres und 437 M. auf Unterstützung an Verbandsmitglieder, die an Arbeitseinstellungen in anderen Organisationen betheiligt waren. Bei den Formern sind in dem Betrage von 5494 M., die als Unterstügung seitens anderer Gewerkschaften verzeichnet sind, 5000 m. enthalten, welche von den Metallarbeitern Berlins für die dort ausgesperrten Former beigetragen wurden. In den nachstehenden fleinen Tabellen bringen wir, wie in früheren Jahren, eine Zusammenstellung der Streiks, über welche uns berichtet worden ist, seit dem Jahre 1890. Jahr Anzahl der Streiks Abwehrstreits Zahl der betheiligten Personen Dauer Wochen. der Streits in 1890--91 79 5 139 509 265 032 13 30 25 1892 53 1887 391 42 655 19 9 24 1893 79 3 126 389 106 413 33 14 30 1894 91 4112 686 305 584 24 22 1895 94 4.058 628 253 946 1896 151 13 138 790 475 479 1897 248 13 949 737 30 12 52 343 139 96 795 4130 Jahr M. 1890-91 27 226 38 536 1892 21 73 3 022 1893 26 116 9.356 1848 507568 2 094 922 84 638 172 001 1894 27 131 7 328 879 354 297 1895 29 204 14 032 1030 1896 40 488 128 808 1923 1897 37 578 207 1811 63 119 264 201 1921 8176 424231 8 042 950 1 527 298 7 700 337 45 409 Resultat Gesammt: Ausgabe Erfolgreich Theilweise erfolgreich Erfolglos M. Aus den Aufzeichnungen über die Streiks läßt sich noch mehr als aus der Gewerkschaftsstatistik die Lehre ziehen, daß emsig an dem weiteren Ausbau der Gewerkschaften gearbeitet werden muß. Ist die gewerkschaftliche Organisation genügend erstarkt, dann werden viele Streits nicht nothwendig sein und die einmal begonnenen werden zu gunsten der Arbeiter ausfallen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet bis zum Ablauf der Gerichts: ferien Montag und Donnerstag von 7 bis 8 1hr abends statt. P., Br. Mitte Oftober. Rohde. Wir können Ihnen sowie Ihren Arbeitskollegen nur empfehlen, den Mann mit Ihrer Kundschaft nicht mehr zu belästigen. 40 50 28 58 45 101 1 792 248 267 160 338.. 89. Melden Sie doch Ihr Aufgebot bei dem Standesbeamten der Braut an. Vielleicht theilen Sie gelegentlich den Namen Daß diese Uebersicht besonders für die ersten Jahre keine voll- des Standesbeamten, der an f statt ff in cinem Taufschein Bedenken ständige ist, haben wir bei jeder Veröffentlichung der Streikstatistik herleitet mit, um vor der Neuwahl des betreffenden Beamten den Fall zu betont und müssen wir bezüglich eventueller Ergänzung der Ziffern verwerthen. Im allgemeinen stolpern Standesbeamte dem Sinne des Geauf die Publikationen der Vorjahre verweisen. Interessant ist das fezes entsprechend ebenso wenig wie früher Pfarrer an einer harmlosen Abgewaltige Anschwellen der Angriffsstreits in den letzten beiden Jahren, scheines wenden Sie sich aur zweckmäßigsten an den Regierungspräsidenten. weichung in der Schreibart. Wegen der Berichtigung des mütterlichen Taufgegenüber den Jahren 1892 bis 1895. Es liefert uns den untrüglichen Theodor. 1. u. 2. Ja. P. W. Sobald als möglich. Fristen bes Beweis, daß die deutschen Unternehmer trotz günstiger wirthschaft- stehen nach der Richtung nicht.. 148. 1. Geburtsurkunden und das licher Konjunktur nur dann eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse rechtsträftige Scheidungsurtheil. 2. 28 M. 40 Pf. 3. 200 M.-M. M. eintreten lassen, wenn die Arbeiter das letzte Mittel, den Schaffhausen. Auf den sogenannten Leumundszeugnissen werden auch die Streit, anwenden. Besser kann die Arbeiterfreundlichkeit der länger als 50 Jahre zurückliegenden Bergehen 1. f. w. säuberlich registrirt. W. M. 26. Wenn durch irgend eine Unternehmer nicht charakterisirt werden. 1897 waren die Arbeits- Dagegen ist nichts zu machen. einstellungen nicht ganz von dem Erfolg begleitet wie 1896, aber aßnahme Ihnen Gas derart entzogen wird, daß Sie es nicht mehr zu doch bei weitem erfolgreicher als in den Jahren 1890-1895. Fürrem Motorenbetrieb gebrauchen können, so haben Sie sich an Ihren Bermiether zu wenden. Das ist aber nicht Ihr Wirth, sondern die Gas Legteren Zeitraum ist der Ausgang von 723, für 1896 von 460 und direktion es sei denn, Gas wird Ihnen unberechtigt von Ihrem Wirth für 1897 von 572 Streits bekannt. entzogen. Sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor. Für den Inhalt der Inserate nisen- Theater Prater- Theater, übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. = Dienstag, den 30. August: Neues Opern Theater( Krolf). Die Hugenotten. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Die Jungfrau von Orleans. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Johannes. Anfang 71 Uhr. Lessing. Im weißen Röß't. Anfang 71/2 Uhr. Berliner. In Behandlung. An: fang 71 hr. Neues. Dr. Jojo. Vorher: Jm Negligé. Anfang 7% ihr. Westen. Der Barbier von Sevilla. Anfang 7 Uhr. Thalia. Die Grille. Anfang 8 Uhr. Central. Die Geisha. Auf. 7% Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die beiden Waisen. Anfang 8 Uhr. Demi Monde. Alexanderplat. Anfang 8 Uhr. Luisen. Seine Puppe. Hierauf: Entdeckt. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Ueber Land und Meer. Anfang 8 Uhr. Oflend. Der Hüttenbesizer. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg: lich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Invalidenstrasse 57/62. Täglich abends von 5-10 11hr: Sterna warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Spezialitäten Bor: stellung. Anfang 7 Uhr. Passage Panoptikum. Spezialis täten Borstellung. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Letzte Woche! Der Hüttenbesitzer. Schauspiel in 5 Aften nach dem Französischen von Georg Ohnet, deutsch von E. Ried. Anfang 8 Uhr. Borzugs- Billets haben Giltigkeit. Mittwoch: Sie ist wahnsinnig. Der Geigenmacher von Cremona. In Vorbereitung: Schluntz sel. Wittwe. Novität! Große Gesangs burleste von Haneld. Ostend- Theater- Konzert- Garten: Deta Waldau. Max Grabow. Geschw. Petram, Puppen- Theater. The two Terras. The 4 Cromwells. Rudo Kröhl etc. Theatervorstell. Konzert. Anfang 5 Uhr. Passe- partouts haben Giftigkeit. Mittwoch: Letztes großes Kinder: frendenfest. Concerthaus Leipzigerstr.No.48 Letzte Saison vor dem Abbruch. Täglich: Hoffmann's Quartett und Humoristen. Adalgisa. Adalgisa Schreckenberger: Adolf Hoffmann. Anfang: Sonntags 7, Wochent. 8 Uhr. Mittwoch, den 31. August: 34. Reichenbergerstrasse 34. Direttion: Rich, Anger. Abends 8 Uhr zum 6. Male: Seine Puppe. Boltsstück in 3 Aften nach dem Französischen v. Max Schönau. Musik von Fritz Krause. Hierauf zum 6. Male: Auftreten des ersten deutschen Verwandlungs- Schauspielers A. Angeloti in seiner Tragi- Komödie Entdeckt! ( 4 Personen dargestellt v. A. Angeloti.) Zum Schlusse: Die Komponisten Musikalischer Scherz von A. Angeloti. Central Theater Direktion: J. Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehans: Geschichte. Operette in 3 Aufzügen v. Owen Hall. Musik von Sidney Jones. Deutsch van E. M. Röhr und Julius Freund. In Szene gesetzt von J. Ferenczy. Dirig. Hr. Kapellmistr, E. Goldmann, Kaffen- Eröffnung 01/2, Anfang 72 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. INDIEN Carl Hagenbeck's Ausstellung am Kurfürstendamm. INDIEN Schaustellungen 1. d. Arena: Wochentags 6 und 8 Uhr; Sonntags 4, 6 und 8 Uhr. INDIEN Vorstellungen im Indischen Theater 4, 5, 7, 9 Uhr nachm. INDIEN Ab 4 Uhr nachmittags: Gr. Militär- Doppel- Konzert. INDIEN Entree 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. INDIEN Geöffnet von 10 Uhr früh bis nach 11 Uhr abends. INDIEN Carl Hagenbeck's Ausstellung am Kurfürstendamm. Kastanien Allee 7/9. Schloss Trauenstein. Melodramatisches Märchen mit Gesang und Tanz in 4 Abtheil. von Hugo Max Schulz. Musik von A. Kersten. Berg- Trio, türkisch- gymnastisches Bot: pourri. The 3 Forleys, chinesische Ercentrics. Gebr. Milardo, Grotesque: Diettisten. Elly Viola, Softümsonbr. Mr. Ranella, Rautschuckmensch. Theo, Sandequilibrist. Jan and Jim, Knockebouts. Morleys, Fata Morgana. Ballet, Konzert und Ball. Anfang 4 11 hr. Eintritt 30 Pf., um. Play 50 f. Kalbo. Am KönigsThor. Haltestelle der Ringbahn. Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Haltestelle der Ringbahn. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im grossen Saale: Damentanz und Ball. Jeden. Die Frauen- Garde. Gr. Ausstattungs- Burleske mit Gesang und Tanz. Abend: Den Vereinen empfehlen wir für die Wintersaison unsere renovirten, 300 bis 800 Personen fassenden Säle zu ihren Privatfestlichkeiten. Brauerei- Ausschank Feen- Palast- der Victoria- Brauerei, Stralau. Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Direttion: Winkler und Fröbel. Sonnabend, 3. Septbr. 1898: Wiedereröffnung des neu renovirten BO Riesen Theaters. Gr.Fest- Vorstellung Auftreten des neu engagirten Spezialitätenund Schauspiel- Personals. Neu! Zum 1. Male: Neu! ' s ist unheimlich! Original Burleste mit Gesang. Hauptrollen: Winkler und Fröbel. Auf. 71 Uhr, Sonnt. 6 Uhr. Entree 30 Pf. bis 1 M. 50 Pf. Metropol Theater. Behrenstraße 55-57. Direktion: Richard Schulk. Sonnabend, den 3. September 1898 Eröffnungs- Vorstellung in dem glänzend renovirten Hause. Novität. Bum 1. Male: Novität. WA Das Paradies der Frauen. Gr. Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 6 Bildern mit vollständig freier Benugung von Blum u. Toché's " Madame Satan" von Jul. Freund, Musik von Jul. Einödshofer u. Bertr. Sänger. In Szene gesetzt vom Dir. Nichard Schult. Der choreographische Theil v. Balletmeister Louis Gundlach. 1. Bild: Der Brief des Paris, 2. Bild: Jm Bazar Wertheim. 3. Bild: Gin Gisfest auf der Rousseau Jusel. 4. Bild: Sylvester Nummel. 5. Bild: Eine Schäferstunde. 6. Bild: Eva's Ver mächtniß.( Ballet.) Jun 2. Bilde: Puppenballet, ausgef. v. 36 Kindern. Die Moden des Jahrhunderts, Ballet, ausgeführt von 60 Danten. a) Directoire, b) Empire, c) Restau rationszeit, d) 1830, e) Die Kreoline, f) Moderit, g) Mode der Zukunft. Jm 6. Bilde: Eva's Vermächtniß. Gr. Bal abile, ausgef. von 80 Damen mit großer Apotheose. Vorverkauf von heute ab an d. Kaffe d. Metropol- Theaters, Behrenstr. 55/57. Donnerstag, 1. September: Eröffnungs- Vorstellung Mähr's Theater siche Plakat Oranienstr. 24. Eröffnung der Winter- Saison: Donnerstag, 1. September cr.: Neu! Neu! Kulike als Kuli oder: Die Entführung nach Kiantschon. Große Ausstattungspoffe. Abschieds- Benefiz Auftreten jämmtl. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Preise wie bekannt. Bons haben Giltigkeit. für Willy Walde. 1 Berliner Sängeru. Theater- Ensemble Tyll Eulenspiegel Dir. Oskar Klein 1. Gustav Oberg Volks- Humor 10 Damen, 12 Herren, gr. Orchester. Nach der Vorstellung: Ball. Billet 50 Pf., Vorverkauf 40 Pf. Anfang 72 Uhr. Apollo- Theater. Nur noch wenige Tage: Bender- Steidl- Blum, Milani- Tornay- Goltz, sowie das ausgezeichnete AugustProgramm. Kasseneröffn. 6%, Anfang 8 Uhr. Donnerstag, den 1. September 1898: Eröffnung der Wintersaison. Otto Reutter. Jean Clermont. Mr. Taylor. Consuela Tortajada. Emeline Ethardo. Comtesse Ferucci. Les Minstrels Parisienne. Spezialitäten- und Theater- Vorstellung. Jeden Sonntag und Donnerstag: Großes Garten- Konzert Me. Nelsa. Ducreux- Giraldue. und im elektrisch erleuchteten Riesensaale: Grosser Ball. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 2 Uhr an' ununterbrochen geöffnet. Für gute Speisen und Geträufe habe ich bestens Sorge getragen. 1 recht regen Zuspruch bittet hochachtungsvoll 53618* Karl Mittag, Defonom. Max Kliem's Sommer- Theater, Hafenhaide 14/15. Artistischer Leiter: Paul Milbitz. Täglich: Große Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung Monsieur Boisset mit seinen dresfirton Hunden und Affen. MIle. Ernst, Athletin. Miss Ophelia's dressirte Kaladus. Pepi und Pepino. The Picardi's. Neu! Das Gänsegretel, Boltsstilek in 2 Bildern von Gißner. Neu! Wenn Franen weinen, Lustspiel. Im schattigen Garten vor und nach der Vorstellung: Grosses Doppel- Konzert. In den Sälen: Grosser Ball. Anfang des Konzerts 4 1hr, der Vorstellung Wochentags 6 Uhr, Sonntags 5 11hr. Alcazar Theater Dresdenerstr52/ 53. Annenstr42/ 43 Direktion: Nichard Winkler. Sonnabend, den 3. September; Eröffnung! Gr. Fest- Vorstellung des durchweg nenengagirten Schauspiel- u. Spezialitäten, Personals. Wochent. 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf, Res. Platz 50 Pf. DeichshallenR Theater. Leipzigerstr. 77. Vorletzte Vorstellung! Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Ferner nur noch 2 Mal: Berlin auf Stelzen! Die Heitere Burleske mit W. Agoston. Anfang 8 Uhr. Gutree 50 Pf. Das Garten Konzert beginnt um 7 Uhr.. Vorzugskarten nur noch heute und morgen giltig. Avis! Sonnabend, den 3. September cr. eröffne ich Quarg's Max Kliem. Victoria- Brauerei. Vorletzte Woche! ( Nur noch bis Sonntag, 11. Septbr.) Stettiner Sänger ( Weysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röht, Schneider Cordelly u. Hersleb. The Missouris. Cardownies- Troupe. Marga Bizette. Der Kosmograf mit neuer aktueller Bilder- Serie. Anfang ab 1. September 712 Uhr. Ostbahn- Park. Ain Küstriner Plak. Direttion: H. Imbs. Täglich: Konzert, Theater und Spezialitäten Vorstellung. Anfang des Konzerts: Wochent. 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Bei ungünstiger Witterung finden die Vorstellungen im großen Saale statt. Meine neuerbauten Festsäle stehen Vereinen zur Verfügung. G Volks Theater im Welt- Restaurant Dresdener Straße 97. Täglich: Theater- und Spezialitäten- Vorstellung Novität! Neu! Neu! Muser Junge. Posse mit Gesang v. E. Braune. 8 Uhr. und Schrader). Anfang: Sonntags 6 uhr. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf., Vorverkauf 40 pf. Freitag, 2. Sept.( Seban- Tag): Fest- Soirée. Sonnabend, 17. Sept.: Erste Soiree in den Reichshallen ( im großen Theatersaal). Puhlmann's Entree: Wochentags 20 Pfennig. Sonntage 40 Pfennig. Die Direktion: Aug. Kalig. Konzerthaus Sanssouci Kottbuserstr. 4a. Juh.: H. Pierry. Heute: Gr. Extra- Vorstellung Anf. 6 Uhr. Ball. Entrce 30 Pf. Avis! Bon Donnerstag, 1. Septor. ab: Beginn der Wintersaison. Zum 1. Male: Ihre Familie. Bollsstück mit Gelang in 4 Aften von Georg Engels und Stinde. Die Borstellungen finden nur Dienstag, Donnerstag it. Sonntag statt. W. Noack's Theater Brunnen- Strasse 16. Vaudeville- Theater Täglich: Teater u. Spezialitäten Schönhauser Affee 148. Berliner auf Ruba. Burleste in 2 Bildern v. Victor- Noeder. Vollständig neues Spezial- Programm. d. Spezialitäten- Theater Anf. b. Stonz. 4, b. Borſt. 5½ Uhr. in Grand Hôtel Alexanderplatz mit einem großartigen Monstre: Programm. R. Quarg, Direktor. Entree 30 Pf. Die Direktion: Ferd. Lehmann. Ein guterhaltener Brennabor ist frankheitshalder billig zu verkaufen bei Liebe. Eisenbahnstr. 36, 3 Tr. Vorstellung. Eine Stunde Kaiser von Desterreich. Historisches Lustspiel in 1 Att von Oppenheim. Liesecke in Italien. Komisches Singspiel in 2 Bildern von Frizz Waldaut. Musik von R. Thiele. Im Saal: Ball. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.