Nr. 212. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrirter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1898 unter Mr. 7576 Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Koloneizeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 10. September 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Schon oft haben die Regierungen jene schlaue Taktik be- Wir begreifen, daß es den Posadowsky und Genossen überaus unfolgt, mehr zu fordern als sie selbst durchzusetzen Hofften. bequem ist, daß die dem Koalitionsrechte drohende Gefahr heute Es scheint, als ob es so auch bei der Durchdrückung neuer Repressiv- schon klar zu erkennen ist. Durch öffiziöse Mahmungen wird man es maßregeln gegen die Arbeiterschaft gemacht werden sollte. Wie nicht erreichen, daß die Arbeiter und ihre Organe ruhig warten, bis nun, wenn die Regierung die ungeheuerliche Forderung einer die Geheimräthe den Strick für die Schlinge um ihren Hals zu Ende gedreht haben. Bestrafung der bloßen Aufforderung zum Streit blos stellen würde, Die Berliner Politischen Nachrichten", die als Organ des um hierin schließlich nachzugeben, aber andere Ver Zentralverbandes deutscher Industrieller über die„ erlösende That" schärfuugen desto sicherer durchzusehen?! des deutschen Kaisers hell aufbellen, müssen heute als Organ des Herrn von Miquel einen Pflock zurückstecken. Mit der diesem Organe eigenen Dreistigkeit schreibt es: Jenes kaiserliche Wort hat mit dem Koalitionsrecht nicht das mindeste zu thun, und seine gesetzgeberische Ausgestaltung berührt daher das durch Artikel 152 der Gewerbe Ordnung gewährleistete Koalitionsrecht nicht im mindesten. Zentrum und Koalitionsrecht. Wie ein Schlag ins Gesicht des Zentrums muß im Augenblick die Oeynhauser Trinkrede des Kaisers wirken. Das Zentrum wird auch im neuen Reichstage seine ausschlaggebende Stellung behalten. Das Zentrum hatte alles Mögliche gethan, um in dieser besonderen Stellung doch zu gleich mit der Regierung im guten Einvernehmen zu bleiben. Die mittelparteiliche Presse, so auch die Organe des Das Zentrum hat um dieses Bieles willen das Marinegesetz Bentrums, wenden sich gegen ein Gesez, das dem Wortlaut bewilligt und wenn es trotzdem bei der letzten Wahl noch der Kaiserrede entspricht. Andererseits aber betonen sie einmit heiler Haut davongekommen ist, so hat es das in der mal über das andere: Der Zwang, der„ Terrorismus" gegen Hauptsache seinen Versprechungen in Angelegenheiten der Arbeitswillige muß beseitigt werden. Dafür würden sie geSozialpolitik zu verdanken. gebenenfalls zu haben sein. 11 " 1 " Es ist, wie die Köln. 3tg." mit Recht hervorhebt, nach den bisherigen Erfahrungen keineswegs sicher, daß die telegraphische Wiedergabe der Kaiserworte mit der Sorgfalt und Genauigkeit erfolgt ist, welche Aussprüchen von solcher Bedeutung nothwendig gewidmet werden muß. Will man die Kaiserworte daher richtig verstehen, so muß man sich die Auslegung aneignen, welche der kaiserliche Redner ihnen selbst gegeben hat; man muß die angekündigte Gesetzesvorlage für nichts anderes, als die Durchführung der kaiserlichen Zusage vom vorigen Jahre ansehen. Diese aber bezweckte allein den Schutz der Freiheit der Arbeiter und bildet daher den direkten Gegensatz zu der ihr an= gedichteten Absicht einer Beschränkung der zur Zeit den Arbeitern gewährten Freiheiten. Wer dem in Dehnhausen angekündigten Gesetzentwurfe die Absicht einer Beschränkung der Koalitionsfreiheit unterstellt, macht sich in der That der politischen Brunnenvergiftung schuldig." Herr Schweinburg, der andere der politischen Brunnenvergiftung beschuldigt, hat wirklich den Record in der Unverschämtheit erzielt. ,, Terrorismus." Und nun will die Regierung vom Reichstag verlangen, Nun weiß man, was hinter dem Begriff des ,, Terrorismus" er solle die Hand dazu bieten, daß das Grundrecht der Arbeiter- steckt." Terrorismus“ ist, wenn Streifende an die ArbeitsKlasse, das Recht der freien Koalition noch weiter geschmälert, ſtätte gehen, um dort die Fortarbeitenden zu überreden. ja vielleicht gänzlich vernichtet werde. Welch' peinliches Terrorismus" schrie man, wenn Streitbrechern ordentlich ins Terrorismus" soll es sein, wenn Dilemma für eine Partei, die, wie das Zentrum, stets von Gewissen geredet wurde. Arbeiterfreundlichkeit überfloẞ! die Streifenden Beobachtungsposten ausstellen. Kurz, Bei dem eifrigen Streben maßgebender Zentrumskreise, Terrorismus" ist nach Unternehmerbegriffen alles, was gemit der Regierung gute Freundschaft zu halten, ist die Gefahr, eignet ist, einen Streik wirklich wirksam zu machen und wäre daß die schwarze Partei auch in der Frage des Koalitions- es die friedlichste Aktion. rechts zu Kompromissen mit dem Kurs des Grafen Ob sich im Zentrum keine Neigung bemerkbar machen Posadowsky geneigt sei, nicht gering. Deshalb erscheint es wird, den Regierungsplänen entgegenzukommen, wenn der angemessen, an die bisherige Stellungnahme des Zentrums zum Schein, als bleibe das Koalitionsrecht selbst gesichert, gewahrt wird und die Losung gegen angeblichen Zwang und Koalitionsrecht zu erinnern. Zunächst verdient der wiederholt vom Zentrum im Terrorismus" erschallt? Ob das Zentrum dann unerschütterlich Reichstag gestellte Antrag Erwähnung, durch welchen den daran festhalten wird, daß es nicht neue Zwangsmaßnahmen Berufs- oder Fachbereinen, besonders denjenigen der Arbeiter, gilt, sondern positive Reformen zur Milderung der sozialen gesetzliche Anerkennung gesichert werden solle. In Striegführung? der gleichen Richtung bewegte sich die Interpellation des neuere Entwickelung der Zentrumspartei läßt Man denke beispielsweise Zentrums vom 6. Februar 1895, ob und wann die Regierung mancherlei möglich erscheinen. Zu dem Kapitel: Terrorismus der Arbeiter" werden in der gewillt sei, die im zweiten Theil des Februarerlasses vom Kaiser daran, wie eisig fühl der Posadowsky- Erlaß im Dezember Regel auch die Vorkommnisse während des Hamburger Hafenin Aussicht gestellte Standesvertretung den Arbeitern vorigen Jahres das Zentrum gelassen hat. Kein lebhaftes arbeiter- Streits immer wieder ausgegraben. Da scheint es zu bieten, in welcher die Arbeiter„ durch Vertreter, welche ihr Wort der Entrüstung wurde damals gegen die offensichtlichen denn angebracht, noch einmal festzustellen, wie viel Verurtheilungen Vertrauen genießen, an der Regelung gemeinsamer An- Pläne der Regierung gewagt. Ja, Herr Dr. Lieber infolge von Vergehen, die im Zusammenhange mit dem Hafenarbeiter= gelegenheiten betheiligt und zur Wahrnehmung ihrer Interessen suchte den Erlaß als eine recht harmlose Sache hinzustellen. Streit stehen, ergangen sind. Nach den Ermittelungen des Professor bei Verhandlungen mit den Arbeitgebern und mit den Organen Tönnies mußten von 367 in Hamburg und 78 in Altona Ander Regierung befähigt werden". geklagten 77 freigesprochen werden. Wegen Bergehens gegen§ 153 wurden 69 verurtheilt, wegen Vergehens wider die Straßenordnung 41 und 59 hatten sich gegen das Senatsdekret( welches das Sammeln berbot) vergangen. Die Strafe von 14 wurde in der Berufungsinstanz auf die Hälfte herabgesetzt. Ferner erinnern wir an einige Vorkommnisse aus der neuesten Zeit. Der württembergische Flügel des Zentrums, dessen Führer, der Abg. Gröber, im Reichstage wesentlich mit ausschlaggebend ist, hat am 21. Juni in der württembergischen Kammer den Antrag zur Annahme gebracht, daß die Regierung im Bundesrath gegen jede Beschränkung und für weiteren Ausbau des Koalitionsrechtes eintreten möge. Die Sprach er sich doch am 18. Januar d. J., im Gegensatz zu den sozialdemokratischen Rednern, die sofort den vollen Ernst der Angelegenheit betonten, also aus: " In Wahrheit ist der Erlaß und darin stimme ich dem Abgeordneten v. Kardorff und den von ihm in bezug genommenen Ausführungen der„ Hamb. Nachr." durchaus überein, nichts als eine Anordnung von Erhebungen und von Umfragen, wie sie heute erlassen, ja von uns selbst verlangt werden. Etwas weiteres steht in dem Erlaß nicht... Es ist darin sogar zweimal von der Aufrechterhaltung der gewährleisteten Koalitionsfreiheit die Rede.. nach Tönnies 100 stattgefunden, er giebt aber dem Sekretär der Verfehlungen gegen das Strafgesetz( Gewaltthätigkeiten) haben eine recht gehässige Darstellung gegeben, noch freigebig 60 zu". Hamburger Handelskammer, Herrn Ehrenberg, der über den Streif Also 160 Bestrafungen auf 16 000 Streifende, das ist ein Prozent. Darunter sind aber auch bloße Beleidigungen, deren Zahl Tönnies noch nicht ermittelt hatte. Auch auf dem letzten Katholikentage in Krefeld Gewiß, auch der Erlaß des Grafen Posadowsky erklärte hat man wiederum das Banner des Koalitionsrechtes mit feierlichem Pathos: das Koalitionsrecht soll nicht anDazu giebt aber Herr Professor Tönnies noch folgende Erund der Sozialreform vor den versammelten Gläubigen getastet werden. Und doch kann Herr Dr. Lieber heute bereits flärungen. Er meint: Erstens haben sich unter den Verurtheilten entrollt. Der Abg. Stößel- Essen sprach hier als offizieller erkennen, wie wenig seine Vertrauensseligkeit am Blake war. eine Menge jugendlicher Leute befunden, die auch sonst zu Referent für größere Bewegungsfreiheit der Berufsvereine und Die deutsche Arbeiterklasse darf das Schick- Gewaltthätigkeiten neigen. Zweitens seien die Hafenarbeiter, noch schloß seine Rede unter donnerndem Beifall der zur katholischen sal ihres Koalitionsrechts nicht den bürger- mehr aber die Seeleute, die während des Streits naturgemäß in Heerschau herbeigeeilten Arbeiter: lichen Parteien anvertrauen. Diese Parteien großer Zahl am Lande waren, gewöhnt, auch sonst ihre Streitig Die Arbeiter haben das Recht, zu verlangen, daß für sie ein werden besten Falls das Schlimmste verhüten helfen, um da- jenige Zahl von Verurtheilungen in Abzug gebracht werden, die in feiten nicht gerade im Salonton auszufechten. Es müßte also diegeschritten wird. Die Berufsvereine müssen gefeßlich für das Schlimme einzutauschen, so daß Graf Posadowsky der gleichen Zeit in den Vorjahren gegen diefelbe Bevölkerungsanerkannt werden.( Stürmischer Beifall.) Augenblicklich ist schließlich sich eins lachen würde und sagen würde: Wir haben schicht ergangen sind. Drittens seien viele Strafthaten, die mit zur unsere Sozialreform etwas ins Nasse gekommen. gerade das erreicht, was wir erreichen wollten, was durchzu- Verurtheilung gelangten, nach dem Streit begangen, die also mit Mögen aber manche Unternehmer noch so sehr bremsen, feßen die Unternehmerverbände von uns erflehten. dem Koalitionszwang nichts zu thun hatten. Endlich seien viele der Wagen muß wieder in Gang kommen.( Lebhafter Beifall.) Die deutsche Arbeiterklasse darf sich nur Strafthaten den Streifenden zur Last gelegt worden, die diese garnicht begangen. Armen und Schwachen zu sein, nimmer preisgeben.( Stürmischer auf sich selbst verlassen! Beifall.) Denn an dem Tage, an dem es ihn sich nehmen lassen würde, wäre es gefallen. In Zukunft müsse der Ruf lauten: Freie Bahn den Berufsvereinen.( Anhaltender Beifall.) Das Zentrum wird seinen alten Ehrentitel, der Anwalt der So vor der Festversammlung der katholischen Arbeiterbereine. Die Generalversammlung des Volksvereins für das fatholische Deutschland, die ein Fabrikbesizer( BrandtsM. Gladbach) leitete und vor der der Reichstags- Abgeordnete Hitze über die Sozialreform referirte, sprach dann der Zentrumsfraktion den wärmsten Dank aus für die thatkräftige energische Förderung der sozialen Reform= Gesetzgebung, insbesondere für die Vertheidigung des freien Koalitionsrechtes." Endlich hat das Zentrum auch keinen Anstand genommen, in der Praxis Streitbewegungen unmittelbar zu unterstützen. So ist der Ausstand auf dem Piesberge bei Osnabrück durch die ultramontane Presse veranlaßt und durch den Klerus gebilligt und gleichsam als eine gute verdienstvolle Sache hingestellt worden. Der Bischof von Osnabrück selbst hat sich auf die Seite der streikenden Arbeiter gestellt. Dies die Stellung der Partei, die mit ihren 100 Mandaten im Reichstag den Ausschlag giebt zwischen der koalitionsrechtfeindlichen Rechten und der Linken, welche das Koalitionsrecht zu schüßen und zu verbessern bestrebt ist. Es wäre Selbstmord für das Zentrum, wenn es ein Gesetz annehmen wollte, welches die Aufforderung zum Streit unter Strafe stellen wollte. Die Auf Lösung sämmtlicher katholischer Arbeiter- Organisationen, der Abfall hunderttausender von Anhängern wäre die als. baldige Folge. Das lann und wird das Zentrum nicht thun. Die Zentrumspresse erklärt sich auch einmüthig gegen derartige Zumuthungen. Aber man hüte sich vor Vertrauens feligteit! heute: Kampf um das Koalitionsrecht! Wenn aber alle Vergehen, so meint Herr Tönnies weiter, ausgenügt werden sollten, Ausnahmegeseze gegen Arbeiter zu schmieden, dann müßten Ausnahmegeseze auch gegen andere Bevölkerungsklassen geschaffen werden. Und bei alledem " Die Beschwichtigungs- Hofräthe an der Arbeit. Im Jahre 1893 find( immer nach Tönnies) von je 10 000 Das Organ des Reichskanzlers, die„ Nordd. Allg. 3tg." schreibt Studirenden 83,3 verurtheilt worden. Darunter wegen Beleidigung 93, wegen Zweikampfs 33, Gewalt, Drohung, Sachbeschädigung, Haus" Die Nede, welche der Kaiser am 18. Juni v. J. auf friedensbruchs 111. Sachfenner wissen, daß die wirks dem Sparenberge bei Bielefeld hielt, hat Ver- lichen Straftaten das 5-10 fache betragen." anlassung gegeben, daß vom Reichsamte des Innern Und das ist die„ Blüthe der Nation", das sind die Leute, die Erhebungen angestellt und Umfragen bei den verspäter einmal zum theil berufen sind, als Nichter über das gemeine bündeten Regierungen gehalten wurden, in welcher Volk zu urtheilen. Weise ein wirksamerer Schuß der Arbeiter gegen den Terrorismus fügen wir hinzu ist zu berücksichtigen, der sozialdemokratischen Partei erreicht werden könnte. Bekanntlich ge- wie der größte Theil der Streifvergehen entstanden ist. Hätte man langten durch einen groben Vertrauensbruch Mittheilungen über jene nicht die Streikenden in der schlimmsten Weise gereizt, hätten nicht Erhebungen in die Oeffentlichkeit. Se. Majestät der Kaiser hat die Behörden alles aufgeboten, um ihnen den Stampf zu erschweren, nun in seiner am legten Dienstag zu Oeynhausen gehaltenen wäre den Arbeitern die gleiche Bewegungsfreiheit gewährt worden Rede dem bereits in Bielefeld ausgesprochenen Gedanken erneuten wie den Unternehmern- so wäre es überhaupt nicht zu häufigeren Ausdruck gegeben. Wir sind überzeugt, daß ein starker gefeßlicher Ausschreitungen gekommen. Schutz des arbeitswilligen Arbeiters gegen die planmäßige sozialErst erbittert man die um eine kleine Besserung ihrer traurigen demokratische Verhegung in allen einsichtsvollen Streifen der Lebenslage Kämpfenden. Wenn dann die Erbitterung zu AusBevölkerung mit Freuden begrüßt werden würde. Auch schreitungen führt, so ruft man: So sind diese Streifer! meinen wir, daß die gesammte, noch nicht der Eine erbärmlichere Heuchelei, als sie da getrieben wird, läßt sich Sozialdemokratie berfallene Arbeiterschaft nicht denken! ein strenges Schutzgesetz als eine große Wohlthat entgegennehmen würde. Im übrigen dürfte die bisher Das Stumm'sche Organ„ Die Post", das in seiner ersten an den Absichten der verbündeten Regierungen in der Presse Freude über das in Aussicht stehende Zuchthausgesetz seine wahre geübte Kritik als sehr voreilig erscheinen. Ueber den Natur enthüllt hatte und sich rückhaltslos für jedes Arbeiter= Inhalt des Gesezentwurfs läßt sich vernünftiger- nebelgesez aussprach, versucht es jetzt ebenfalls mit der weise erst reden, wenn derselbe bekannt ge- Heuchelei, wohl in der Annahme, so eher zum Ziele zu gelangen. worden ist.“ Sie weist der" gesammten nicht sozialistischen Presse", die Die Ankündigung des Kaisers, dies beweist ein Blick auf die Pflicht zu, die Arbeiter über die wahre Natur des bedeutsche Preise ohne Unterschied der Partei, genügt vollständig zu absichtigten Gesetzes aufzuklären. Es solle das Koalitionsrecht einer Besprechung. Enthält der spätere Gefeßentwurf sonst noch etwas durchaus nicht bedroht oder beschränkt werden, sondern es handele erhebliches, dann wird es Zeit sein, das bisher gesagte zu ergänzen. ſich lediglich um die„ Beseitigung schlimmer Auswüchse"; die„ ge= Schätzt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" des Kaisers Aus- wissenlosen Agitatoren sollen getroffen werden. sprüche so niedrig ein, daß man zu ihrer Besprechung erst Nun wir haben schon gestern darauf hingewiesen, wie dehnbar auf die Kommentirung der Geheimräthe warten müsse? Uns der Begriff„ Mißbrauch" ist, fast so deutungsfähig, wie der grobe genügt des Kaisers Wort, um sofort Antwort zu ertheilen. Unfug". Selbst, wenn man nur die gewerbsmäßigen Anreizer" Mißbrauch des Koalitionsrechts. = zum Streit treffen wollte, so hieße das nicht weniger, als das be= stehende Koalitionsrecht vernichten. Wer sind die rückfälligen" Sünder, die immer und immer wieder in die Lage kommen werden, öffentlich für den Beginn eines Streits oder die Fortführung desselben werden eintreten müssen? Die Verfolgungswuth der Kapitalisten, das System der schwarzen Listen hat dafür gesorgt, daß die betheiligten Arbeiter selbst es in der Regel ihren erwählten Vertrauensmännern übertragen müssen, die Führung zu übernehmen. Die Arbeiterführer, die Gewerkschaftsbeamten sind es daher und werden es auch in Zukunft sein, welche zum Streit werden hetzen" müssen. Und daß sich die Arbeiterschaft in ihren erwählten Führern unabhängige Leute geschaffen, die der Wuth der Unternehmer trotzen können und den wirthschaftlichen Machtmitteln derselben entrückt sind, das ist es, was den Zorn derer um Stumm erregt. Gegen ihre eigenen Arbeiter genügt meist die Hungerpeitsche, aber die gewerbsmäßigen Hezer und Wühler" sind für sie meist unfaßbar und darum: Ins Zuchthaus mit ihnen! Arbeitsertrages von Staats wegen auf die politische Agitation seit 16 Jahren angehört hatte, ausgeschlossen worden, weil er zur berweisen. Man könnte nicht wirksamer die soziale Revolution sozialdemokratischen Partei gehört. vorbereiten. Ein ehrlich geachtetes Koalitionsrecht gehört zu den Aus Neubukow( Mecklenburg) wird geschrieben: Ein größerer Borbeugungsmitteln gegen sie und zu den Einrichtungen, welche, Reinigungsprozeß soll auch mit dem hiesigen Kriegerverein vorwenn sie dennoch versucht wird, der Staatsgewalt das gute Gewissen genommen werden. Welcher Mittel man sich dabei bedient, zeigt zum Kampfe gegen den Umsturzversuch giebt." folgendes Schriftstück: Kriegerverein zu Neubukow. In ähnlicher, wenn auch nicht so scharfer Weise lehnt die Köln. 8tg." ein Eingehen auf diese Vorschläge ab. Im Anschlusse hieran wollen wir aus dem„ Hamb. Korresp." den folgenden Saz anführen: Mit rüdhaltlofer Genugthuung äußern sich, wie zu er warten stand, diejenigen Blätter, die auch sonst bei jeder Gelegen heit Zuchthaus und eventuell Kartätschen als Panacee für die sozialen Schäden unserer Zeit empfehlen. Die ,, Kölnische Volkszeitung" erwartet von der Zentrumspartei strikte Ablehnung jeder Aenderung des Koalitionsrechtes. Sart, aber gerecht. Ti Nach dem Negierungsentwurfe von 1890 sollte Gefängniß strafe nicht unter einem Jahre eintreten, wenn die Handlung gewohnheitsmäßig begangen, doch die Kultur schreitet fort: für die Arbeiter vom Gefängniß zum Zuchthaus, für die Unter- entwurf vorgelegt werden, der jeden, der zu einem Streik anreizt, Dem Reichstag soll, wie die Blätter wissen wollen, ein Gesetzmit Zuchthausstrafe bedroht. nehmer vom Gefängniß zur Festungshaft. An den Kameraden Herrn Von dem Kriegerverbande zu Schwerin ist uns direkt der Auftrag geworden, festzustellen, welche Mitglieder des Kriegervereins der Sozialdemokratie angehören. Der Vorstand weiß es in keiner anderen Weise zu machen, als daß er nachstehende direkte Frage an jeden Kameraden richtet: Gehören Sie der sozialdemokratischen Partei an?" Die Antwort auf die Frage wolle jeder Kamerad bestimmt mit" Ja" oder„ Nein" bis zunt 1. September zurücksenden; wenn zur gesezten Zeit keine Antwort erfolgt, so hat der Vorstand das Recht und auch die Pflicht, über Ihre weitere Mitgliedschaft zu verfügen. Neubukow, 7. August 1898. Der Vorstand. Soweit die Zuschrift, welche jedes Mitglied erhalten hat. Der Eine Strafverschärfung für Streikende Das ist ja ein Fortschritt gegen den jetzigen Stand der Gesetz- Amtsrichter ist schon vor der Zuschichung des Schriftstücks und ist auch ohne Gesetzesänderung eingetreten. Wegen Hausfriedens- gebung, aber auskommen wird man damit auch noch nicht. Das der Bü germeister ist gleich nach der Zuschickung des Schriftbruchs, Störperverlegung und Röthigung hatte sich der Steinmetz Baul Buchthaus hat für viele seine Schrecken verloren, weil die Sträflinge stüds aus dem Kriegerverein ausgetreten. Wahrscheinlich Fromm aus Erfurt vor dem dortigen Landgericht zu verantworten. Sort zu gut behandelt werden. Wenn also auch über jeden, der um empfinden diese Herren eine derartige Ausfragerei als eine entDer Angeklagte war im April er. wegen Lohndifferenzen beim Bild- Rüdfall zum Streit aureizt, lebenslängliche Buchthausstrafe verhängt würdigende Zumuthung und bedanken fich für das fragwürdige Verhauer Herda aus der Arbeit getreten. Einige Tage darauf ging er, wird, so wird selbst das noch nicht abschreckend wirken. Es hilft gnügen, einem Verein anzugehören, der die Gefimmungsschnüffelei obwohl ihm der Zutritt zur Werkstätte verboten worden, froßdem nur eins: für den Rückfall muß die Todesstrafe festgesetzt und um zur Spezialität ausbildet. Was der schlaue Verbandsvorstand nun wohl zu dieser Wirkung seines Rundschreibens sagt? wieder dorthin, bedrohte und veranlaßte auch den dort arbeitenden weigerlich vollstreckt werden. Steinmetz Schopp, ebenfalls die Arbeit einzustellen, wenn auch nur Bravo auf einen Tag. Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen Fromm 6 Monate Gefängniß. Der Gerichtshof hielt jedoch unter Berücksichtigung des Umstandes, daß der Angeklagte einen Arbeiter am Fortarbeiten verhindert, eine härtere Strafe für angebracht. Es wurde auf 1 Jahr Gefängniß erkannt!!! Ein arbeitswilliger Revolverheld. Zu diesem Thema wird uns aus Hildburghaufen, wo gegenwärtig ein Streit der Glasarbeiter stattfindet, eine interessante Begebenheit mitgetheilt. Zwei streikende Arbeiter begegneten auf dem Heimwege am Donnerstag Abend einem der Arbeiter, die sich ihrer Bewegung nicht angeschlossen hatten. Ohne daß nun zwischen den bezeichneten Personen ein Wortwechsel stattfand und ohne daß eine Absicht vorlag, den„ Arbeitswilligen" irgendwie zu belästigen, 30g dieser in einiger Entfernung von beiden Streikenden plötzlich einen Revolver Hervor und feuerte einen Schuß auf die ihm begegnenden Arbeiter ab. Der Schuß ging fehl und versezte, wie leicht begreiflich, die angegriffenen in nicht geringe Aufregung. Trotzdem vermied man es in der Situation, dem Angreifer gegenüber Vergeltung zu üben; man machte blos der Polizei von dem Vorfall Anzeige. Diese beschlagnahmte bei dem Revolverhelden zwei Schußwaffen, nahm aber von einer Verhaftung des Burschen Abstand. Von den Streikenden ist bisher keine Ausschreitung begangen worden, der Verband der Glasarbeiter hat besonders darauf gehalten, daß der Kampf in ruhiger gesetzlicher Weise ausgefochten wird. Es lag also zu dem Vorgehen des„ Arbeitswilligen" auch nicht die geringste Veranlassung vor. Mit recht fragt der Einsender, was wohl den Streifenden paffirt wäre, wenn sie einen derartigen Mordversuch begangen hätten; ob sie dann auch noch auf freiem Fuß wären? Ordensverleihung. Dem Generalsekretär des Zentral- Verbandes Deutscher Indus strieller", Herrn H. A. Bueck, ist der königliche Kronen- Orden dritter Klasse verliehen worden. Wir wundern uns nur, daß Herr Bueck, der im Stampfe gegen das Koalitionsrecht sich stets in die vorderste Reihe zu drängeln verstand, nicht einen noch viel höheren Orden erhalten hat. Parteipreffe. Unsere Parteipresse erhebt allüberall ihre Stimme gegen den Umsturz des bestehenden Koalitionsrechts. Aus dem Chorus dieser Stimmen klingt der grollende Protest des arbeitenden Volkes. Wir werden morgen durch Zitate aus den Parteiblättern zeigen, wie die flassenbewußte Arbeiterschaft einig ist in dem Willen, das von der Regierung geplante Attentat auf ihr Grundrecht abzuwehren. Die nationalliberale Presse ( Kladderadatsch.) Politische Uebersicht. Berlin, den 9. September. Zur Friedenskundgebung des Zaren liegt heute die benterkenswerthe Meldung aus Petersburg vor, daß die Neubewaffnung der russischen Artillerie mit Schnellfeuergeschüßen beschlossen ist. Jedenfalls eine höchst originelle Art, den Gedanken der Abrüstung praktisch zu gestalten. Der englische Kolonialminister Chamberlain, der gegen wärtig in New- York weilt, hat sich über den Vorschlag des Baren folgendermaßen geäußert: Der Kaiser sei eine durchaus aufrichtige Natur, sei aber ein Träumer. Die Heere Europa's fönnten allerdings aufgelöst werden, aber nicht vor der endgiltigen Erledigung der Orientfrage. Ein Bravo der Hamburger Lehrerschaft. Die Hamburger Schulsynode hat, so lesen wir im Hamburger Echo", einen wichtigen und hochbedeutsamen Beschluß gefaßt, welcher der Einsicht und dem Billigkeitsgefühl der Hamburger Lehrerschaft alle Ehre macht. Die Synode seyte die Berathung über den Entwurf eines Unterrichtsgesetzes fort. Bu§ 22, der für alle Staatsschulen völlige Schulgeldfreiheit und unentgeltlichkeit der Lehr- und ermmittel vorschlägt, lag eine Reihe der verschiedensten Abänderungsvorschläge vor. Aus den Kreisen der Lehrer, besonders der Wolfsschullehrer, heraus fanden die Schulgeldfreiheit und die Einheitsschule warme Befürwortung und eingehende Begründung. Namentlich Herr Harro Köhnke trat energisch für die Forderungen ein. Wenn man, ſagte er, mit der Aufhebung des Schulgeldes den ersten großen Schritt gethan habe, werde der giveite, die Organisation der alls gemeinen Volksschule, leichter werden. Eine Ueberfüllung Unter Orientfrage verstand Herr Chamberlain wohl ärmeren Schichten zufließen würden, sei nicht zu befürchten. Die der höheren Schulen, denen nur die allerbesten Kräfte aus den weniger die Fragen, welche die Ostecke des Mittelländischen Eltern würden sich's wohl überlegen, ob sie ihre Kinder eventuell Meeres betreffen, als die ostasiatischen Streitfragen. Viel bis zum 20. Lebensjahre unterhalten könnten. Man brauche Hoffnung auf einen Erfolg des zarischen Vorschlages scheint nicht zu befürchten, daß diese Schüler wohl gelehrte Lente Herr Chamberlain nicht zu haben. würden, daß ihnen aber der nöthige Verstand fehle, das Gelernte ordentlich zu verwerthen. Solchen Elementen begegne Ueber die Situation auf Kreta liegen nachfolgende Mel- man gerade jetzt auf den höheren Schulen. Nach längerer dungen vor: Debatte wurde§ 22 nach dem Antrag des Synodal- Ausschusses Konstantinopel, 8. September. Nach einer heute hier ein- wie folgt angenommen:„ Ein Schulgeld wird in den Staatsgetroffenen Meldung aus Kereta sind die Muhamedaner im Beſize schulen nicht erhoben. Lehr- und Lernmittel werden von Kandia. Edhem Pascha, der Kommandant von Kandia, hat die unentgeltlich geliefert; ebenso der Reinmüller'sche EventualAutorität über die Muhamedaner verloren. Die Verluste und Opfer antrag: Die öffentlichen Schulen werden als Einheitsschulen der Zivilbevölkerung sind noch nicht bekamut, aber jedenfalls sehr organisirt." groß, insbesondere auf seiten der Christen, welche, sich gruppenLeider ist bei dem gegenwärtig die" höheren" Kreise Hamburgs weise vertheidigend bei Kandia an Bord der Kriegs- beherrschenden Geiste und bei der Zusammensetzung unserer famosen schiffe geflüchtet sind. Die Situation ist eine sehr ernſte, da Bürgerschaft vorläufig nicht daran zu denken, daß dieser von tüch man befürchtet, daß die Unruhen sich auch auf Rethymo tigen Fachmännern gefaßte Beschluß die Zustimmung der gefeßund andere Hafenstädte ausdehnen könnten. Der russische Admiral gebenden Körperschaften finden wird. Aber wir begrüßen ihn darum Strydlow soll Truppenverstärkungen und Kriegsschiffe dringend ver- doch als ein Zeichen der trefflichen, fortschrittlichen Gesinnung und langt haben. Das Exekutivkomitee richtete an die Admirale das Er- der gesunden Auffassung der Verhältnisse seitens der Lehrerschaft. suchen, die Christen bewaffnen zu dürfen, da es sonst für die Folgen nicht gutstehen könnte. Köln, 7. September.( Eig. Ber.) Die Stadtverordneten- Ber zeigt auch in der Frage des Koalitionsrechts die bei ihr übliche Verfahrenheit. Das Leipz. Tagbl." schreibt: Aus den Worten des Staisers geht unzweifelhaft hervor, daß mit dem neuen Gesetze die Streitagitatoren sowohl wie die Streitposten getroffen werden sollen. Darüber werden sich wohl alle bürgerlichen Parteien einig sein, daß Ausschreitungen oder sogar körperliche Gewaltthätigkeiten beim Lohnkampfe strenger als bisher geahndet werden müssen und daß dem Staate die Handhabe gegeben werden muß, gegen die bodenlose Verhegung der Arbeiterbevölkerung durch gelverbsmäßige Agitatoren vorzugehen. Die„ Magdeburgische Zeitung" schließt ihren Leitartikel über den Schuß der Arbeitswilligen folgendermaßen: Der„ Vorwärts" ist heute ziemlich offenherzig darin, daß nun eine ununterbrochene und eifrige Agitation der Sozialdemokratie begonnen werden muß; wie hierbei verfahren werden soll, um unnöthige Opfer zu vermeiden", dafür giebt das sozialdemokratische Bentralorgan eine genaue Anweisung. Wir sind der Ansicht, daß dem gegenüber alles vermieden werden muß, was zu einer unnüßen Berbitterung der Arbeiterkreise führen müßte; der Gesetzentwurf sollte Kanea, 9. September. Dem Vernehmen nach erklärten die genau die Bergehen umschreiben, welche unter Strafe geftellt werden Admirale auf die Vorstellungen des Erefutiv- Komitee's der Aufsollen, damit schadenstiftende Chikanen und verbitternde Belästigungen ständischen, sie würden ihren Regierungen die definitive Lösung der unbedingt vermieden werden. Von einer glücklichen Formulirung Frage durch die Entfernung der türkischen Truppen des Gesetzentwurfes wird zum großen Theile sein Schicksal ab- und die Ernennung eines Gouverneurs anempfehlen. hängen. Einen auderen Ton schlägt die„ Nat.- 8tg." an: beraubt hätten. " aber aus Kanea, 8. Septbr. Nach den letzten amtlichen Feststellungen, sammlung im benachbarten Bergisch Gladbach beschloß gestern gedie hier bekannt sind, wurden in Kandia getödtet: ein englischer mäß einem Vorschlage der Bau- und Finanzkommission, wegen der Offizier und sieben englische Soldaten; ferner 19 Muhamedaner, Verweigerung militärischer Hilfe bei dem Kriegsminister Beschwerde 30 Christen und 4 türkische Soldaten. Verwundet wurden drei zu führen. Nach dem gewaltigen Unwetter, das in der Gegend um englische Offiziere und 10 englische Soldaten, 17 Christen und Köln Verwüstungen anrichtete, deren Schaden man nach Millionen Muhamedaner sowie 2 türkische Soldaten. Gestern haben die schätzt und das auch in der Bürgermeisterei Gladbach viele Wohnungen Türfen noch 236 Christen eingeschifft. Am ersten Tage der Unruhen und Obstbaum- Anlagen zerstörte, hatte der Bürgermeister wiederin Kandia gaben die Engländer 21 Kanonenschüsse ab; einer der holt um militärische Hilfe gebeten, die ihm selben zerstörte eine Moschee, ein zweiter ein Haus, wobei zivei dienstlichen Rücksichten von den verschiedenen militärischen Behörden Kinder getödtet wurden. Die ersten von Kandia geflüchteten Christen versagt worden ist. Das war um so schlimmer, als es sich um die sind hier angekommen. Die Anzahl der unter den Häusertrümmern wirthschaftliche Existenz zahlreicher Kleinbauern handelt; und die durch die Ablehnung erzeugte Erbitterung war um so größer, als liegenden Leichen ist noch nicht bekannt. Truppenverstärkungen sind gelandet worden. Wie verlautet, auf einent in der Nähe liegenden Rittergut, wie die Kölnische sollen noch mehrere italienische Kriegsschiffe nach Kandia gesandt Volkszeitung" berichtete, zwanzig bis dreißig Infanteristen in dem werden. Part mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt waren. London, 9. September. Die Times" melden aus Kandia vom gestrigen Tage, die Zahl der getödteten Christen werde auf 800 wurde heute ein dreizehnjähriger Knabe, der nach Posen, 9. September. Der Posener Morgenzeitung" zufolge geschätzt; die Stadt sei durch Baschibozuks und türkische Truppen ge- Schubin transportirt werden sollte, auf dem Wege zum Bahnplündert worden. Etiva 600 Mann internationaler Truppen befänden Hofe seinem Transporteur aber entlief, von diesem sich jetzt in den britischen Stellungen auf den Festungswerken. Alle mittels Revolvers in den Rücken geschossen. Der Berichte stimmten darin überein, daß das Verhalten der türkischen Knabe wurde in ein Krankenhaus gebracht. Truppen ein schimpfliches gewesen sei; man habe sogar ge= Der Beamte wird sich jedenfalls auf seine Instruktion berufen sehen, daß sie auf den Obersten Neid geschossen haben. können. Aber die Instruktionen der Gefangenen- Transporteure find, Ein Theil der Stadt stehe noch immer in Flammen. Dem Christen behaupten mit Bestimmtheit, das Gemezzel sei zumeist das " Standard" berichtet der Korrespondent des Blattes in Kandia, die wie schon früher oft betont werden mußte, höchst verbesserungsbedürftig.Wert der türkischen Soldaten gewesen, welche ihre Opfer sogar Königsberg i.., 7. September.( Eig. Ber.) Freisinnige Bildungsfreundlichkeit. Ein sauberes Stücklein hat am Dienstag, den 6. d. M. die Majorität der hiesigen StadtverordnetenBersamnilung fertig gebracht. Die Königsberger Stadtverordneten, Versammlung besteht fast ausschließlich aus Freifinnigen, weshalb ihr Verhalten besonders bemerkenswerth iſt. Auf dem Gebiete des Schulwesens ist in Königsberg noch außer ordentlich viel zu thun. Der Fortbildungsschul- Unterricht liegt ganz im Argen. Bisher bestand nur für die Handwerkslehrlinge ein obligatorischer Fortbildungsunterricht und nur für die Dauer Ueber die Einberufung des Reichstages erfährt die von 11/2 Jahren. Dieser Unterricht fand abends statt. Die Lehrer fich nirgends der Anerkennung dieses natürlichen Rechtes der Münchener Allg. Ztg." aus Berlin von„ gut“ unterrichteter Seite, erklärten, daß mit den abgearbeiteten, ermüdeten jungen Leuten bei Arbeiter entziehen können, sich mit einander zur möglichst dieselbe dürfte in diesem Jahre sehr spät," wahrscheinlich im Anfang dem am Abend ertheilten Unterricht nicht viel anzufangen sei. Bei günſtigen Verwerthung ihres meistens einzigen Erwerbsmittels, des Monats Dezember erfolgen, jedenfalls erst nach Beendigung der einer Besprechung des Fortbildungsschulweſens nahm daher ihrer Arbeitskraft, zu verbinden. Stadtverordneten- Versammlung einen Antrag an, davon ist die Möglichkeit organisirter Arbeitseinstellungen; zu preußischen Landtagswahlen, welche im November stattfinden werden. ben der Magistrat angewiesen wurde, ein neues Statut für solchen zu greifen, in gefeßlicher Weise sie herbeizuführen und in definitiver Entschluß sei indeß noch nicht gefaßt. die Fortbildungsschule auszuarbeiten und darin, wenn möglich, zur Theilnahme daran aufzufordern, das kann man Zur Frage der Zwangserziehung. Der Justizminister hat die Unterrichtsstunden auf eine gelegenere Zeit zu verlegen. Arbeitern nicht verwehren, wenn man überhaupt die Berechtigung auf Erfuchen des Ministers des Innern die Gerichtsbehörden Der Magistrat leitete eine gründliche Befragung über die Angelegen der Koalition anerkennt. Wie schädlich die Streits auch im al- angewiesen, ihre Anträge auf Aufnahme der nach§ 56 des heit ein. Von den Arbeitnehmer- Beisigern des Gewerbegerichts gemeinen, und insbesondere in zahlreichen Fällen für die Str. G.-B. der 3wangserziehung ueberwiesenen sowie von anderen befragten Arbeitern wurde die Verlegung der Arbeiter selbst, find, 10 würde ihre Verhinderung durch in Erziehungs- oder Besserungsanstalt Unterrichtsstunde auf die Zeit von 2-4 Uhr nachmittags vordie Staatsgewalt doch nur daß fortan, wie dies jetzt schon in einer Anzahl von Regie- geschlagen. zur Folge haben, Einige der vernommenen Handwerksmeister erklärten ein lebel durch ein schlimmeres würde: die rungsbezirken geschieht, durchweg an den Regierungspräfi fich mit dieser Zeit einverstanden, andere widersprachen auf erfett in dem das erkennende das lebhafteste. Wie bom Arbeiter würden sich den Unternehmern gegenüber als gewaltsam denten des Bezirks zu richten, Stadtrath Pohl am Dienstag hat. Den Anträgen wird eine Ab= aus dem die Protokoll über niedergehaltene Feinde fühlen; die bösartigen Folgen eines Gericht seinen Siz Vernehmungen mitgetheilt derartigen Zustandes würden sich beständig geltend machen; und schrift des verfügenden Theiles des Erkenntnisses nebst den wurde, erklärten die Vertreter verschiedener Gewerbe, daß, went unter günstigen Verhältnissen oder anläßlich aufreizender Bor- Untersuchungsaften beigefügt werden, während die der Zwangs- ihnen die Lehrlinge an den Nachmittagen genommen würden, fie kommnisse würde die Arbeitseinstellung doch erfolgen, aber in erziehung überwiesenen Personen selbst von dem Gericht der Orts- einfach Arbeitsburschen einstellen würden, die nicht zur Fortbildungsschlimmeren Formen, als jetzt. polizeibehörde zur Verfügung zu stellen und von dieser bis zum schule brauchen; diese müßten dann die Lehrlingsarbeiten verrichten. Jede Zeit mit ihren eigenen, aus ihrem Wesen sich er- Eingang der Entscheidung über den Antrag in vorläufigen Gewahrsam Um mun diesen ausbeuterischen Handwerksmeistern die MöglichDie Unterbringung der von den Gerichten über- feit zu nehmen, dadurch die Lehrlinge vom Besuch des gebenden Schwierigkeiten zu kämpfen; es giebt, wie die Geschichte zu nehmen sind. Lehrt, keinen verhängnißvolleren politischen Fehler, als behufs der wiesenen jugendlichen Personen ist in allen Fällen als schleunige Fortbildungsschul Unterrichts fernzuhalten, daß sie dieselben äußerlichen Zurüddrängung solcher Schwierigkeiten zu Mitteln zu Angelegenheit zu behandeln, erforderlichenfalls sind die Ortspolizei- als Arbeitsburschen bezeichnen, hatte der, Magistrit in das greifen, welche einer überwundenen geschichtlichen Periode angehören. behörden drahtlich zur Ueberführung der Zöglinge in die bezügliche am Dienstag der Stadtverordneten- Versammlung vorgelegte Graf Posadowsky hat im Reichstag im Dezember v. J. beiläufig die Anstalt anzuweisen. seltsame Ansicht ausgesprochen, in Deutschland sei das Koalitions Weiteres aus Kriegervereinen. Aus Sosa( Sachsen) wird recht weniger nothwendig, als anderwärts, weil die Arbeiter bei berichtet: Aus dem hiesigen Militärverein wurden 9 Mitglieder aus uns das allgemeine Wahlrecht befizen. Viel eher könnte man das geschlossen, weil sie dem Produktenbertheil- Verein als Gegentheil behaupten. Zur unmittelbaren Erlangung dessen, was Mitglieder angehören. 9 Mitglieder traten dagegen freiwillig mit dem Koalitionsrecht erstrebt wird, verbesserter Arbeitsbedingungen, aus dem Militärverein aus, weil sie nicht auf die Mitgliedist das allgemeine Wahlrecht unbrauchbar; dieses geben und das Koali- schaft im Produktenvertheil- Verein verzichten wollten. Ferner ist der tionsrecht versagen, hieße somit, die Arbeiter für die Verbesserung ihres Lagerhalter A. Hänel, hier, aus dem Militärverein Albernau, dem er ... Im Hinblick auf die Leichtigkeit von Verabredungen der Arbeitgeber und auf die Schwäche des einzelnen Arbeiters hat man Eine unvermeidliche Folge den 9 eine Deutsches Reich. die V durch. neue Statut, in dem die Unterrichtszeit in die Nachmittagsstunden verlegt ist, eine Bestimmung aufgenommen, daß nicht nur die Handwerkslehrlinge, sondern auch diejenigen jugendlichen Arbeiter, welche Handwerks- und gewerbliche Arbeit verrichten, zum Besuch der Fortbildungsschule verpflichtet seien. Wie toll wehrten sich die in ihren heiligsten Ausbeuterinteressen bedrohten freisinnigen Spießer gegen diese Bestimmung. Natürlich erklärten sie nicht von vornherein, daß nur die Rücksicht auf den ge Aften. fährdeten Profit der Lehrlingszüchter fie veranlasse, sich gegen diese Ungarn. die erfreuliche Mittheilung erhalten, daß das betr. Komitee bereits in Bestimmung auszusprechen. Eine solche freisinnige Größe erklärte viel- Der Staatsvoranschlag für das Jahr 1899 schließt im seiner ersten Sigung sich für inkompetent erklärt hat, indem die demmehr, daß sie im Namen der vorberathenden Abtheilung deshalb gegen Ordinarium und Extra- Ordinarium mit Einnahmen in der Höhe selben unterstellte Frage verfassungsgemäß dem finländischen Landtag die Vorlage sprechen müsse, weil man den Handwerkslehrlingen nicht zu- von 503 303 603 ft. und 503 264 446 fl. Ausgaben, somit mit einem zur Entscheidung unterbreitet werden müsse. Selbst der anwesende muthen dürfe, mit gewöhnlichen Arbeitsburschen den gleichen interricht zu leberschuß von 39 157 fl. Kriegsminister räumte dies ein, indem er sich mit seiner Unfenntniß besuchen. Der Handwerker sei nun einmal etwas höheres, auf seine der finländischen Verfassung entschuldigte. Frankreich. „ Standes ehre" und sein„ Standesbewußtsein" müsse Rücksicht Ein anderer Freifinnsmann bezweifelte, daß Gerüchte über eine Entscheidung des Kriegsministers Burlinden in Paris, 9. September. Jm Kriegsministerium werden alle genommen werden. Die Fortbildungsschulen überhaupt Werth hätten. Die guten, under Dreyfus- Angelegenheit als verfrüht bezeichnet. Zurlinden setzt verdorbenen jungen Leute würden dort nur verdorben. Ein dritter die Prüfung der Aftenstücke fort und wird seine Entscheidung erst erklärte, der Begründer der Schichauwerft in Elbing hätte nur eine ganz ungenügende Bildung besessen und sei doch ein nach der Rückkehr von den großen Manövern, zu welchen er den bedeutender, reicher Mann geworden, und arme Kaufleute hätten es Präsidenten Faure begleiten wird, bekannt geben. bis zum Kommerzienrath gebracht. Die Arbeitsburschen brauchten feine Fortbildungsschule, wenn sie lernen wollten, könnten sie das so thun und so fort. Zu bemerken ist hierbei, daß in Königsberg wie überhaupt in dem wirthschaftlich zurückgebliebenen Ostpreußen fast ausnahmslos den Lehrlingen kein Lohn oder Kostgeld gezahlt wird. Gegen den Fortbildungsschul- Unterricht der Lehrlinge wurde deshalb auch nicht so protestirt, wie gegen den der Arbeitsburschen, die be= zahlt werden müssen. Die Magistratsvorlage wurde abgelehnt und dadurch jedem ausbeuterischen Arbeitgeber die Möglichkeit gegeben, seine Lehrlinge vom Fortbildungsschul- Unterricht zurückzuhalten. Falsche Ausstreuungen. Die römische Tribuna" erhält aus Paris die Nachricht, Graf Münster habe dem Minister des Aeußeren im Auftrage Kaiser Wilhelms erklärt, die Briefe des Kaisers an ihn und Dreyfus seien falsch, und er sei beauftragt, die Pässe zu fordern, falls die französische Regierung sich dieser Briefe in dem zu erivartenden Prozesse bedienen wollte. Das ist natürlich alles erfundenes Zeug. England. Philippinen- Republik. Aguinaldo hat, wie uns mitgetheilt wird, am 23. Juni eine Verfassung für die Philippinen- Republik in 33 Artikeln und am 15. Juli eine Verfügung über die Uniformen ihrer Beamten erlassen. Er nennt sich Don Emilio Aguinaldo y Famy, Präsident der revolutionären Regierung und Obergeneral der Armee. Er hat Staatssekretäre für den Krieg, die öffentlichen Arbeiten, das nächst selbst besorgen. Der Regierung zur Seite steht ein revolutionärer Innere und die Finanzen ernannt. Das Auswärtige will er au nächst selbst besorgen. Der Regierung zur Seite steht ein revolutionärer Kongreß, für welchen am 18. Juli eine Wahlordnung erlassen ist. Die Republik gewinnt also feste Gestalt und je länger sich die Entscheidung hinauszieht, desto schwieriger wird es werden, dieser Gegenströmung Herr zu werden. Preußische Landtagswahlen. Wahlvorbereitungen in Berlin. Aus London wird gemeldet: Nach einer Meldung der„ Times" Chamberlain über das angebliche englisch deutsche Bündniß. Die Mehrheit der freisinnigen Königsberger Stadtverordneten- aus New- York bestätigte der zur Zeit dort weilende Minister Nach einer Ministerialverfügung sollen die Vorarbeiten zu den Versammlung hat wieder einmal gezeigt, was von der viel- Chamberlain einem Vertreter des" New York Herald", daß von Landtagswahlen unverzüglich vorgenommen werden, weil die Wahlgerühmten Bildungsfreundlichkeit der Freisinnigen zu halten ist. England und Deutschland ein Abkommen unterzeichnet männerwahlen, wie schon gemeldet, in der zweiten Hälfte des sei, daß es sich aber um kein Offensiv- oder Defensiv Oktober stattfinden sollen. Nach der vom hiesigen Magistrat aufDelitzsch, 8. September.( Eig. Ber.) Heute Vormittag wurde Bündniß handle. Von der angeblichen englisch- russischen Ver- gestellten Uebersicht der Berliner Urwahlbezirke entfallen auf den der hiesige Magistratsassessor Simon verhaftet; er soll sich verständigung bezüglich China's, erklärte Chamberlain, wisse er nichts. ersten Wahlbezirk 225 Urwahlbezirke, auf den zweiten Wahlschiedener Schwindeleien bei den Lieferungen für das hiesige Kranken- Auch über das Barenmanifest sprach er sich aus. bezirk 265, auf den dritten 475 und auf den vierten 229. Diehaus schuldig gemacht haben. Durch die Untersuchung dürften vielleicht noch andere angesehene Personen in Mitleidenschaft gezogen jenigen Stadttheile, die bei der im Jahre 1860 erfolgten Ein-; Spanien. : werden. Simon hielt bei allen patriotischen Vereinen und Festlich- Madrid, 9. September. Die Mitglieder der aus Republikanern, theilung der Wahlbezirke noch nicht zu Berlin gehört haben, wählen, keiten Reden, worin er unsere Partei bekämpfte, er war Vertreter Karlisten und dissentirenden Konservativen bestehenden Kammer- wie dies bei den Reichstagswahlen bereits geschehen ist, für den des Bürgermeisters, und vertrat als solcher in dessen Abwesenheit minorität beschlossen in einer gestern Abend abgehaltenen Ver- Wahlbezirk Teltow- Beeskow- Storkow( Thiergarten und Theile der bei Schöffengerichts- Sizungen die Staatsanwaltschaft. So mancher fammlung, von den Sizungen der Kortes fernzubleiben, damit sie Stadtbezirke 33, 34, 35, 283 und 284), die voraussichtlich vom Landarme Dienstbote, dem es nicht bei seiner Herrschaft" behagte und nicht für die Thaten der Regierung mit haftbar gemacht werden rath des Teltower Kreises einem Charlottenburger Urwahlbezirke zuder deshalb den Dienst verließ, wurde unter seiner Anwaltschaft könnten. Sie beschlossen ferner, gemeinsam für die Aufrecht- getheilt werden, während für Nieder- Barnim und Ober- Barnim neun erhaltung der Verfassung einzutreten. In einer von den Theil bolle Urwahlbezirke neu gebildet sind, die für den genannten Bezirk möglich verbreitet werden. nehmern der Versammlung unterzeichneten Erklärung wurde das die Wahlmänner in Berlin zu wählen haben. Verhalten der Minorität begründet; diese Erklärung soll soweit als möglich verbreitet werden. bestraft! vereins hatte Graf v. Hoensbroech reaktionäre Vorschläge zur In der Generalversammlung des rheinischen Bauern Landarbeiterfrage gemacht. Wir hatten dabei von dem„ bekannten Grafen H." gesprochen. Nun ersucht uns Graf v. Hoensbroech, der Kammerminorität, entschied sich jedoch dahin, daß über den Frieden Der Ministerrath beschäftigte sich gestern mit dem Austritt der Herausgeber der hiesigen„ Täglichen Rundschau" und des" Deutschen nur in geheimer Kanımersitzung verhandelt werden solle. Gegen Wochenblattes", mitzutheilen, daß der„ bekannte Graf H." nicht er über einem Berichterstatter äußerte ein Mitglied der Regierung, sei, sondern sein Bruder, ein Führer des Rheinischen Bauernvereins, und daß er„ in keiner Weise solche, wie Sie(" Vorwärts") mit recht sagen, reaktionäre Anschauungen" habe. Wir geben diese Mittheilung wieder, obschon unsere Zeilen kaum zu der befürchteten Verwechselung Anlaß geben konnten. " und seiner Weigerung, die Regierung zu unterstützen, zurück das Ministerium beabsichtige wegen der Haltung Silvela's zutreten. Es verlautet, die Regierung werde sich der Verlejung des Manifestes Bolavieja's vor den Kortes widersetzen. Der Ministerpräsident Sagasta erklärte beim Verlassen des föniglichen Balastes Sächsisches. Aus Hartha meldet die Burgstädter Volks- mehreren Journalisten, die Ernennung der Kommissare für die stimme":" Wieder einmal ist der sächsische Staat im allgemeinen Friedensverhandlungen sei vertagt worden, denn diese Kommissare und die hiesige Stadt im besonderen vor dem Umsturz gerettet. Der müßten absolutes Vertrauen bei der Regierung genießen, und er hiesige Verein für geistigen Fortschritt wollte einen Rezitations- wisse nicht, wer in einem Monat am Ruder sein würde. vortrag des Herrn Emil Walkotte über die Weber abhalten lassen, Die Amtshauptmannschaft Döbeln verbot die Abhaltung unter folgender Begründung: Beschluß der königl. Amtshauptmannschaft Döbeln vom 7. September 1898. Die für Mittwoch, den 7. September 1898, abends 1/29 Uhr, angekündigte Versammlung des Vereins für geistigen Fortschritt" mit der Tagesordnung: Vortrag des Herrn Wallotte über„ Die Weber von Gerhard Hauptmann" wird verboten, da dieser Vortrag in der von zahlreichen Anhängern der Sozialdemokratie bewohnten Stadt Hartha geeignet ist, Haß und Verachtung gegen die Besitzenden und die das Privateigenthum schüßende Rechtsordnung zu erregen, auch die Führer der Sozialdemokratie, die gerade die Erregung solchen Haffes und solcher Verachtung als Mittel zur Bekämpfung der beſtehenden Staats- und Geſellſchaftsordnung benutzen, in der Anwendung dieses unfittlichen Kampfesmittels zu unterstützen. J. V. v. Leipziger, Reg.- Af Der Liberal" glaubt, nach der voraussichtlich in der nächsten Woche erfolgenden Annahme des Gesetzes über die Veröffentlichung der Sizungsprotokolle durch die Kammer werde das Ministerium Sagasta zurücktreten. Der Sturz der Regierung werde die Auflösung der Partei Sagasta's und eine Neubildung der Parteien herbeiführen. Serbien. setzt. " Bebel's Antwort. Die Erklärung der Vertrauensleute von Berlin, Teltow- Beeskow die Vertreter jener Wahlkreise auf dem Hamburger Parteitag durch und Nieder- Barnim hat den Vorzug, daß sie indirekt zugiebt, daß Zustimmung zum Amendement Mittag einen Beschluß zu stande bringen halfen, den sie jetzt selbst als praktisch zwecklos be die Mehrheit der Parteigenossen in Berlin, Teltow- Beeskow und trachten. Und weil er ihnen praktisch zwecklos erscheint, beschließt Nieder- Barnim gegen den Beschluß zu handeln, indem man ihn ignorirt. " Ist das kein Zuwiderhandeln, so weiß ich nicht, wie man sonst dieses Verfahren bezeichnen soll. Interessant ist aber auch das Eingeständniß, daß man sagt: Soll der Hamburger Beschluß überhaupt einen Sinn haben, so kann es nur der sein, die Reaktion zu schwächen." Mit Verlaub, das war der in meinen Resolutionen ausgesprochene Gedanke, der aber dadurch kastrirt wurde, daß die Verfreter Eurer Wahlkreise in Hamburg mit für das Amendement Mittag stimmten, das nach Eurem eigenen jezigen Geständniß jeden praktischen Erfolg in der Wahlbetheiligung unmöglich macht. Nachdem so Eure Vertreter meinen Antrag verhunzen halfen, erklärt Ihr jetzt als weise Cato's: Für diese Komödie ist in Berlin tein Genosse zu kommen wir nicht herum. = Darum Belgrad, 9. September.(„ Berl. Tagebl.") Die Folgen des au in reizendes Geständniß. Ihr spottet Eurer selbst und wißt neuen Preßgesetzes machen sich schon bemerkbar. Serbien hat jetzt nur noch drei Zeitungen, den„ Odjek", die„ Male novine" und das nicht wie. Maly- Journal". Der Mangel wird reichlich durch Pamphlete er- Mit dieser meiner Darlegung ist auch der Saz in jener Ernatürlich mit antidynastischen Tendenzen. Es heißt darin: Wer Mandate zu erringen, ist glücklicherweise durch die Resolution Bebel Eine ganze Reihe ist schon erschienen und erscheint noch, flärung:" Wahlmänner wählen zu lassen, um durch Kompromisse Hat Serbien in Schulden gestürzt? Der König ist frank. Zwei verboten," richtig gestellt. Es ist mir nicht eingefallen, eine solche Fremdlinge"( Milan und Alexander) und so weiter. Trotz der widerfinnige Resolution zu beantragen, das überlasse ich andern. offiziellen Dementis macht sich im Lande eine große Unzufriedenheit Ebenso hinfällig ist ber energische Protest" in jener Erklärung, bemerkbar. Die Regierung hat strenge Maßregeln getroffen, um die weil ich angeblich den Berliner Genossen empfohlen hätte, gegen den Da hört aber doch denn alles auf. Wie kommt die Amts- Agitation zu verhindern. Ein besonderer Paß ist nöthig, um im Hamburger Beschluß zu handeln. Auch das ist mir nicht im Traume Hauptmannschaft zu einer solchen Behauptung, die auch nicht die Lande zu reisen, aus einer Stadt in die andere zu gelangen. Die eingefallen, wie jeder bestätigen wird, der meine Erklärung zu geringste Berechtigung hat. Da wir auch zu den sogenannten Briefe werden regelmäßig geöffnet. Der„ Odjet" hat dreimal um- lesen versteht. Führern gerechnet werden, protestiren wir gegen eine solche sonst protestirt. Ich bin zu fest überzeugt, daß die Mehrheit der Berliner Genossent in Unterstellung. Im übrigen ist es wunderbar, daß gerade in Hartha Finland. ihren Anschauungen über die hier vorliegende Frage zu verliebt der Vortrag so staatsgefährlich und unjittlich sein soll. Innerhalb Helsingfors, 7. September. Eine in Petersburg tagende ist, als daß ich mich des undankbaren Geschäfts unterziehen sollte, der letzten 14 Tage hat Herr Walfotte in Limbach, Leisnig, Franken- Kommission zur Revision des finländischen Wehr ihnen noch Rathschläge zu ertheilen. Aber das in der Erklärung berg, Mittweida, Waldheim, ja selbst in der Residenz der Amts- geseges hat einen Bericht an den finländischen Senat erstattet. liegende Geständniß, daß der Hamburger Beschluß von der Mehrhauptmannschaft, in Döbeln selbst, den Vortrag gehalten, ohne daß wie es heißt, beantragt die Kommission, daß sämmtliche in zahl der Genossen in Berlin, Teltow Beeskow und Nieder- Barnim etwas ſtaatsgefährliches und unjittliches vorgekommen wäre. Vor dem jest geltenden Wehrgeses enthaltenen Beals unausführbar, also als ein Nonsens angesehen wird, zwingt zwei Jahren wurde auch in Hartha derselbe Vortrag im Gewerbe- stimmungen von verfassungsmäßigem Charakter den Stuttgarter Parteitag, entweder den Hamburger Beschluß aufberein gehalten, ohne daß man von zunehmendem Haß oder zu vollständig aufgehoben werden sollen, daß die fin- zuheben oder ihn in eine brauchbare Form zu modifiziren. nehmender Unfittlichkeit sprechen könnte." ländischen Truppen zufünftig unter russischem Distrittsstabe stehen Ich bin mit dem Resultat dieser Erörterungen sehr zufrieden. Aus Elsaß- Lothringen, 5. September.( Eig. Ber.) Aus der sollen, und daß die Leitung der finländischen MilitärangelegenA. Bebel. Art und Weise, wie die Presse unseres Landes ben 1. September, soll. Der Vorschlag enthält noch andere Bestimmungen bezüglich der heiten bei dem russischen Kriegsministerium konzentrirt werden Auf die Kuriosa, gefezes, begrüßt hat, läßt sich mit Sicherheit erkennen, daß die innigen verbindung des russischen und finlän- die das preußische Landtags- Wahlrecht durch seine Klaffeneintheilung Sympathien, die man in betheiligten Streisen dieser neuesten Er- dischen Militärwesens. Die Kommission spricht die Ansicht hervorbringt, ist namentlich für die städtischen Kreise schon des rungenschaft des Systems Buttkamer entgegenbringt, gleich Null aus, daß dieser Vorschlag von den finländischen Ständen nicht ab öfteren hingewiesen. Nicht minder merkwürdiges aber dürfte fich find. In nur ganz vereinzelten Fällen hielten es die Tages- geändert werden könne, weil derselbe in den wesentlichen Haupt- auf dem flachen Lande zutragen. So bestätigt es sich, daß Freiherr v. Wangenheim, der neuerwählte erste Vorsitzende des Bundes der blätter überhaupt der Mühe werth, des Termins zu gedenken, und punkten bereits vom Kaiser Alexander III. gebilligt worden sei. wo dies geschah, da waren die Betrachtungen über den Werth fatz der finländischen Bevölkerung, die eifersüchtig über ihre zahlt; trotzdem wird der Herr in der ersten Klasse wählen. Und In Finland wird man anderer Meinung sein. Der Gegen- Landwirthe, keinen Pfennig Staatseintommensteuer und die Bedeutung des neuen Gesetzes auf einen einen recht Man ist in Rechte wacht, zu Rußland, wird durch diese Maßregeln nur gesteigert das geht so zu: Seit dem 1. April 1895 sind die staatlichen Grundwenig wohlflingenden Grundafford gestimmt. und Gebäudesteuern, wie die Gewerbesteuer, außer hebung journalistschen Streifen eben je länger desto mehr zu der leber- werden und im Lande große Beunruhigung hervorrufen. Der finländische Landtag hat bereits jetzt den Ent- gesezt, während sie nach wie vor eingeschätzt werden. Nach dem zeugung gekommen, daß der neugeschaffene Rechtszustand der unabhängigen Presse Elsaß- Lothringens die zu ihrer gedeihlichen Entschluß gefaßt, dem neuen Wehrgefeße seine Zustimmung zu Wahlreglement werden nun diese eingeschätzten, aber nicht dort in Anrechnung gebracht( aufs wickelung vor allem nöthige fichere rechtliche Grundlage immer noch bersagen. Andererseits verlautet mit Bestimmtheit, daß die gezahlten Steuern wo keine direkten Gemeindenicht gebracht hat, und daß es deshalb ein entschiedener Fehler der Weigerung des Helsingforser Landtages, das Wehrgesetz anzunehmen, gepaßt, Bauer!), Voltsvertretung des Landes war, der von der Regierung portirten nur dazu führen werde, daß Kaiser Nikolaus II. die Durchsteuern erhoben werden; das trifft auf die Gutsbezirke zu, und führung der Reform auf administrativem Wege einen solchen beherrscht Herr von Wangenheim. Ja, es werden dem Vorlage um einiger unwesentlicher Zugeständnisse willen die anordnet, was mit einem Bruche der Verfassung Herrn, wie den ärmsten Wählern, die zu feiner Staatseinkommens Zustimmung zu ertheilen. Das Gute ist der Feind des Bessern, Dazu gesellt sich noch der Um- steuer veranlagt sind, weil sie nichts haben, noch drei Mark an stelle und wenn unser neues Preßrecht das Prädikat„ gut“ nun auch gleich bedeutend wäre. durchaus nicht verdient, so wird sich doch zeigen, daß die Annahme sekretariat aufzuheben und die Verwaltung dieser Angelegenheiten§ 5 ängstlich dafür sorgt, daß von den wirklich armen Dreimaris stand, daß man in Petersburg plant, das finländische Staats- diefer Steuer in Anrechnung gebracht. Während aber das Reglement der Vorlage durch den Landesausschuß der Regierung die gewünschte der Kanzlei des Zaren zu unterstellen. Dadurch verlöre Finland Männern keiner auch nur in die zweite Klaffe gelangt, genügt die Gelegenheit gegeben ist, sich auf Jahre hinaus einer durchgreifenden seinen einzigen eingeborenen Vertreter beim Zaren, denn in der veranlagte Staatssteuer, Herrn von Wangenheim der ersten Besserung der preßrechtlichen Zustände des Landes zu widersezen, weil sie sich jetzt mit einem Schein von Berechtigung darauf be- Kanzlei des Kaisers von Rußland dürften alle finländischen An- Wählerklasse zu erhalten. Ja, das preußische Landtags- Wahlrecht ist rufen kann, in der Sache bereits etwas gethan" zu haben. So gelegenheiten vom russischen Standpunkte behandelt und geregelt von einem Pfiffifus erdacht und die allmäligen Verschlechterungen wird das Damoklesschwert des Diktaturparagraphen noch lange über werden. Daß man in Petersburg diese Pläne zu verwirklichen find des ganzen würdig. Die„ F. 3." meint, daß es in den oftelbischen entschlossen ist, erhellt aus der von uns schon erwähnten Provinzen eine ganze Anzahl von Großgrundbesitzern geben dürfte, dem Haupte der reichsländischen Presse schweben. Der alte AusErnennung des des Generals Bobrikow, des bisherigen Stabs- die in der ersten Wählerklasse stimmen, ohne einen Pfennig Steier nahmezustand ist todt, es lebe der neue!. Chefs der Gardetruppen des Petersburger Militärbezirkes, zu zahlen. Aus Elsaß Lothringen, 6. Sept.( Eig. Ber.) Tag für Tag zum General Gouverneur V von Finland. General Nikolai Eine Parteiversammlung in Magdeburg Tassen sich im Lande der wiedergewonnenen Brüder" Belege dafür wanowitsch Bobrikow, der Flügeladjutant Alexander's II. und lehnte die Betheiligung an der Landtagswahl ab. erbringen, daß der staatsretterische Eifer der Polizeibehörden immer lange Jahre dem Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch dem Aelteren noch nicht erkalten will. In Metz wurde vor einigen Tagen ein zugetheilt war, gilt als energischer, national- russischer Ueber die Parteiversammlung in Hildesheim, altdeutscher Student, der Verwandte zu besuchen beabsichtigte, durch Staatsmann, der keine Rücksicht auf die finländische Verfassung die sich gegen die Betheiligung an der Landtagswahl aussprach, einen Schuhmann bei der Ankunft auf dem Bahnhof verhaftet. nehmen dürfte. Dafür spricht schon die Thatsache, daß Kaiser bringt der Volkswille" in seiner neuesten Nummer einen ausführ Das tam so. Der Bruder Studio ist Mitglied der Freiburger Ver- Nikolaus II. in seinem Ernennungsschreiben an Bobrikow erklärt, er lichen Bericht, woraus zu ersehen ist, daß der Reichstags- Kandidat bindung Rhenania", welche die staatsgefährlichen Farben, blau hoffe, Bobrikow werde den Finländern die Ueberzeugung beibringen, des Kreises, Rauch aus Limmer, die Betheiligung in der leber-) weiß roth" trägt. Obwohl der Musensohn. 111117 nur daß Finland mit den für alle treuen Unterthanen gemeinsamen zeugung empfahl, daß in Hildesheim ganz ansehnliche Erfolge era einen bescheidenen Bierzipfel in dieser Kouleur trug, Vaterlande aufs engste vereinigt werden müsse. Es ist somit be- zielt werden könnten, während der Korreferente de bo ur aus erheischte es das Wohl des Staates doch gebieterisch, ihn greiflich, daß die Finländer der bevorstehenden Eröffnung ihres Berlin gegen die Betheiligung sprach, wobei er zur Begründung festzunehmen. Nur mit Mühe gelang es, dem Schußmann sein Opfer Landtages mit großer Besorgniß entgegensehen. seiner im übrigen unseren Lesern schon bekannten Ansicht wieder zu entreißen. Der zweite Fall von Staatsrettung ereignete Wie die Frankfurter Zeitung" jezt von zuverlässigster Seite unter anderem ausführte: Das Stimmenverhältniß bei der sich gestern in Straßburg. Ein einheimischer Turnverein erfahren haben will, haben die Mitglieder des finländischen Senats letzten Reichstagswahl zeige deutlich, daß fleineren hatte ein Volksschauturnen veranstaltet, bei dem nach alter Sitte dieser Tage eine geheime Plenarsizung gehalten, in der mit Ein- linksstehenden bürgerlichen Parteien ganz bedeutend eina, auch tüchtig Musik gemacht wurde. Eben hatte die Kapelle einen stimmigkeit beschlossen wurde, dem Kaiser- Großfürsten einen aller- gebüßt hätten, das Vertrauen zu ihnen sei erheblich gesunken. flotten Marsch begomen, als ein Vertreter der heiligen Hermandad unterthänigsten Immediatbericht" zu überreichen, in dem seine Auf- Ebenso würde das Verhältniß bei der Landtagswahl sein; die herbeieilte, um die Blaserei zu verbieten. Es stellte sich heraus, daß merksamkeit darauf gelenkt wird, daß etwaige Beschlüsse des ge- Sozialdemokratie könne deshalb gar keinen Einfluß auf die zudie begonnene pièce französischer Herkunft und deshalb ge- nannten Komitees bedeutungslos bleiben müssen, da laut der Ver- sammensetzung ausüben. Man solle in erster Linie unsere großen eignet war, das in Waffen starrende Deutsche Reich in seinen fassung des Großfürstenthums Veränderungen wie die in Erwägung Biele zu verwirklichen suchen. Grundvesten zu erschüttern. Der Sinn für groteste Komik stirbt bei genommenen nur von dem finländischen Landtag durchgeführt werden den reichsländischen Polizeibehörden nicht aus. Fast gleichzeitig hat man in Helsingfors aus Petersburg fönnen. " " die In der Diskussion waren 4 Redner gegen und 1 Redner für Betheiligung. Mit großer Mehrheit wurde folgende Resolution an Gründen: einschreiten werde. genommen:" Die Versammlung beschließt nach Anhörung der beiden Ị zur Tilgung unserer Ehrenschuld enthoben. Es ist aber nur möglich, Kommission der Aerzte und der Vorstand der Allgemeinen OrtsReferenten und eingehender Erwägung, aus taktischen und prinzipiellen die Schuld zu tilgen, wenn die Kollegen aus allen Werk Krankenkasse theilnahmen. Gründen den Genossen zu empfehlen, sich an den preußischen Landtagsstätten ihren Obolus liefern. Kollegen, holt das Versäumte nach. Der die Verhandlung leitende Vertreter des Regiewahlen nicht zu betheiligen." Wo der Wahl von Vertrauensmännern Hindernisse entgegenstehen, rungspräsidenten gab zunächst die Erklärung ab, daß er Der Beschluß der Solinger Kreis- Parteiverfammlung, erwarten wir, daß sich kollegen freiwillig melden, damit durch all- nicht gekommen sei, um irgend einen Zwang auf die Kasse ausseitiges Eintreten die Sache eine baldige Erledigung findet. Ferner zuüben, sondern nur, um zu vermitteln. Veranlassung der schon kurz erwähnt wurde, lautet wörtlich: " Die Versammlung 2c. ist sich mit den Genossen allerwärts darin machen wir die Mittheilung, daß von Zeit zu Zeit die Karten einer dazu, daß der Regierungspräsident seine Vertreter sandte, habe eine allgemeinen Kontrolle halber werkstattweise abgestempelt und dem- mit genügenden Unterschriften versehene Beschwerde von Kasseneins, daß es für das arbeitende Volk von größter Bedeutung ist, zufolge eingefordert werden. Die Ausgabe erfolgt in den Lokalen mitgliedern gegeben, worin erklärt sei, die ärztliche Hilfe wäre nudie Macht des Junkerthums im preußischen Abgeordnetenhause zu von Heinrich, Naunynstr. 78, und Friz Zubeil, Linden- genügend. Es komme hier der§ 56 a des Kranken- Versicherungsbrechen, und daß wirkliche Volksvertreter, d. h. sozialdemokratische straße 106, jeden Sonnabend Abend. Die Kommission der gefeßes in betracht, auf grund dessen die Regierung unter Umständen Abgeordnete gewählt werden. Trotz dieser Ueberzeugung lehnt die Musikinstrumenten Arbeiter. Versammlung für den Solinger Kreis eine Betheiligung an den Die Situation der ausgesperrten Maurer und Zimmerer Namens der Aerzte erhielt hierauf Herr Dr. Fischer das diesjährigen preußischen Landtagswahlen ab und zwar aus folgenden in Spandau scheint sich wieder etwas günſtiger zu gestalten, denn Wort, der zunächst betonte, daß das Verhältniß zwischen den Vor1. Ein Erfolg durch selbständiges Vorgehen und Aufstellung unter den von Unternehmerseite herangezogenen italienischen stand und den Aerzten bisher in jeder Beziehung zufriedenstellend fozialdemokratischer Wahlmänner erscheint vollkommen ausgeschlossen, Arbeitswilligen" herrscht zur Zeit darüber großer Unwille, daß gewesen sei. Die nicht erfolgte Wiederwahl zweier Kollegen als da, abgesehen von allen anderen Schwierigkeiten, womit die ihnen gegen die mit den Unternehmern getroffene Abrede zum theil Saſſenärzte für das nächste Jahr sei aber nach ihrer Meinung unBarteigenossen im Solinger Kreise zu rechnen haben, die bürger- nur ein Stundenlohn von 40 Pf. gezahlt worden ist.( Die aus- gerechtfertigt. Ihr Vorgehen richte sich gegen die Anstellung von lichen Parteien sich ohne Zweifel zu dem einen arbeiterfeindlichen gesperrten Arbeiter hatten 50 Pf. verlangt.) Am Donnerstag haben beamteten Kassenärzten. Mischmasch gegen die Sozialdemokratie verbinden würden. denn auch drei italienische Maurer wieder aufgehört und sind von 2. Der Landtags- Wahlkreis Solingen, Remscheid- Lennep war bis jetzt in den Händen der Nationalliberalen. Unter dieser Bezeichnung vei der Italiener aus der gleichen Ursache einen Tag lang ge- verwaltung hochhalten wolle, der Kaffenärzte lediglich Sache des Borstandes bleiben vereinigen sich, wie sich im Laufe der Jahre zeigt, alle bürgerlichen feiert. Aus diesen neuesten Lohndifferenzen läßt sich mit vollster müsse. Seine diesbezüglichen Handlungen seien ſtets von Elemente, die nicht der sozialdemokratischen oder der ultramontanen Sicherheit auch ein Rückschluß auf die Zufriedenheit der streit der Sorge um das Gedeihen der Kasse und um das Wohl der Partei angehören. Diese Elemente nennen sich heute freifinnig, lustigen Arbeitgeber mit den Leistungen ihrer Schüßlinge machen, morgen nationalliberal und ein drittes Mal Reichsparteiler. Eine und hierbei kommt man zu dem von uns vorausgesehenen Resultat, Kassenmitglieder diftirt gewesen. Nach diesen, selbst von Heren Stärkung des linksliberalen Flügels im Abgeordnetenhause durch daß die italienischen Maurer lediglich zur Staffage dienen sollten und Dr. Fischer anerkannten Grundsäßen sei auch die Wiederwahl von sozialdemokratische Wahlbetheiligung ist für unseren Kreis mithin von deren Eingreifen die bedingungslose Unterwerfung der aus zehn der bisherigen Kassenärzte geschehen. Dadurch, daß die Kassengesperrten Arbeiter erwartet wurde. Nun aber, da die einheimische ärzte plötzlich ihre Funktionen niedergelegt hätten, sei dem ebenfalls ausgeschlossen. Arbeiterschaft trotzdem nicht gleich zu Kreuze friechen will, scheint Borstande unerwartet den Unternehmern wohl erst die richtige Vorstellung von dem Schaden, erlegt worden. der ihnen selbst durch den gethanen Schritt erwächst, zu werden. drungen gewesen, daß die Pflicht ihm die sofortige Beschaffung Vielleicht kommt's aber noch besser! Des weiteren beschließt die Versammlung: In Erwägung, daß die Frage über die Betheiligung an den Landtagswahlen nur von den Genossen des gesammten Landtags- Wahlkreises einheitlich und endgiltig entschieden werden kann, werden aus der Mitte der Versammlung einige Genossen gewählt, welche an der am 18. September zu Nonsdorf stattfindenden Konferenz der Genossen von Remscheid und Lennep theilnehmen und den Beschluß der heutigen Versammlung Diese Resolution wurde gegen zwei Stimmen angenommen. vorlegen sollen." Partei- Nachrichten. Die Warteikonferenz für den Wahlkreis Bochum hatte eine Kommission beauftragt, die Herausgabe eines Blattes für diesen Kreis vorzubereiten. Die Kommission macht jetzt bekannt, daß die neue Zeitung bereits am 1. Oktober erscheinen soll und den Titel führen wird: Volksblatt für den Wahlkreis Bochum und 11mgebung". Sitz der Nedaktion und Expedition ist Bochum. " Der Vorstand der badischen Landesorganisation theilt mit, daß über die Verlegung des Volksfreundes" von Offenburg nach Karlsruhe und über dessen tägliches Erscheinen die zu Ende dieses Jahres in Durlach stattfindende Generalversammlung der Landesorganisation end giltig entscheiden wird. Einer Parteiversammlung in Pforzheim lag der Antrag vor, die Agrarkommission solle veranlaßt werden, ein für die Agitation geeignetes Programm herauszugeben. Der Antrag wurde abgelehnt, weil die landwirthschaftlichen Verhältnisse je nach Lage und Landestheil zu verschieden seien, um eine einheitliche Richtschnur für die Agitation zu geben". Während der Wahlbewegung find im Kreise Pforzheim von unserer Partei rund 100 Versammlungen abgehalten worden. Vom Vorstande der Orts Krankenkasse wurde erden Ausgesperrten abgeschoben worden; bereits am Montag hatten widert, daß, wenn derselbe die gesetzlich garantirte Selbsthochhalten wolle, die Anstellung die Anstellung und Absezung Deutsches Reich. Die Zahl der begonnenen Streifs beträgt in Deutschland während des Monats August 56 gegen 47 im Vormonat. Es entfallen nach dem Arbeitsmarkt auf: Bergbau, Hütten- und Salinenwesen. Industrie der Steine und Erden Metallverarbeitung, Industrie der Maschinen, Werkzeuge und Instrumente Textilindustrie Industrie der Holz- und Schnitzstoffe Industrie der Nahrungs- und Gemißmittel Industrie der Bekleidung Baugewerbe. Uebrige Industriezweige • Juli August 1 D 6 10 2 126315I D15418 16 3 56 Summa. 47 eine furchtbare Verantivortlichkeit aufDer Vorstand sei von dem Bewußtsein durchärztlicher Hilfe gebiete. Seit Sonntag habe der Vorstand Tag und Nacht gearbeitet; es sei ihm gelungen, fieben Aerzte zu beschaffen, die ihre Funktionen theils schon übernommen hätten, theils in den nächsten Tagen eintreffen würden. Die Herren seien kontraktlich auf drei Jahre mit einem Firum von 6000 W. pro Auno angestellt. Da diesen Aerzten die Ausübung von Privatpraris nicht gestattet sei, so würden dieselben ausreichen, um den ansie gestellten Anfo derungen vollkommen zu genügen. Würde die Regierung die Anstellung von weiteren Aerzten verfügen, so bedente das den finanziellen Ruin der Kasse, für den der Vorstand dann aber jede Verantwortung ablehnen und der kgl. Regierung übertragen müsse. Da somit für ausreichende ärztliche Hilfe gesorgt sei, so erübrige sich jede weitere Verhandlung. Der Vorstand bedaure sehr, daß die bisherigen Kassenärzte durch ihr Verhalten den jetzigen Zustand herbeigeführt hätten; ant den gegebenen Thatsachen sei jedoch nichts mehr zu ändern. Von Borstandsmitgliedern wurde noch die befremdliche Thatsache hervorgehoben, daß schon am Montag in Düsseldorf schriftliche Beschwerden eingereicht wurden; es lasse dies auf ganz ungewöhnliche Vorgänge schließen, vielleicht sei Herr Dr. Fischer bereit, darüber Auskunft zu jedenfalls schon geben, auf welche Art und Weise die Beschwerde am Sonntag zu stande gekommen sei. Herr Dr. Fischer bat, die gestellte Frage unbeantwortet lassen zu dürfen. Lehte Nachrichten und Depeschen. An Ausständen, deren Theilnehmerzahl zu ermitteln war, beheiligten sich 2766 Arbeiter. Die Zahl der Streits ist fast in jedem Industriezweige gegen den Monat Juli gefallen. Nur in der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe und in der Rubrik Uebrige Industriezweige" hat die Zahl auffallend zugenommen. Die starke 31 nahme im Holzgewerbe rührt von einem Böttcherstreik her, der in Der Herr Regierungsvertreter versuchte dann nochmals, eine einer ganzen Reihe von Orten West- und Mitteldeutschlands zu gleicher Einigung zu stande zu bringen und ließ zu diesem Zweck die Parteien Beit begonnen hat. Im Baugewerbe hat die Streitbewegung faum zu gesonderter Berathung abtreten. Nach Wiedereintritt gab der nachgelassen. Die meisten Streits find, was die Theilnehmerzahl Vorsitzende des Vorstandes folgende Erklärung ab: betrifft, von minimalem Umfang gewesen. Der größte Streik hatte Durch das Vorgehen der Aerzte war der Vorstand gezwungen, Frankfurt a. M. zum Schauplatz. Neuestens ist hier eine Bewegung für die franten Kassenmitglieder sofort ärztliche Hilfe zu beschaffen. Ser Bauarbeiter entstanden, welche die Frankfurter an Umfang noch Dieses ist so schnell wie möglich geschehen und hat der Vorstand übertrifft. damit seine Pflicht gethan. Der Vorstand bedauert, mit den Aerzten Aus Nürnberg. Bei der Revision des bayerischen Zur Aussperrung der Bauhandwerker in Magdeburg. nicht weiter verhandeln zu können, da die Mittel dafür fehlen. BeLandtagswahl Gesetzes vont Jahre 1881 haben sich die Die Situation ist unverändert. Bis zum Mittwoch waren 204 Auszüglich der Beschwerde von Kassenmitgliedern konstatirt der Vorstand, ultramontanen und liberalen Landtags- Abgeordneten sammt der ständige abgereist. Den Kanalbau in der Stendalstraße scheint daß sich dieselbe nicht gegen ihn richten kann, sondern auf die bisStaatsregierung viel darauf zu gute gethan, daß sie das Kunststück die städtische Bauverwaltung selbst übernommen zu haben, da von herigen Aerzte zurüdfällt." der sogenannten permanenten Landtags- Wählerlisten ihr Arbeitskräfte gesucht werden. Einzelne Arbeitgeber versuchen die Darauf wurden die Verhandlungen geschlossen. Das Ergebniß ist, ins Werk setten. Damit sollte durch eine fortwährende amtliche Arbeiter zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen und theilen bürger- daß die Remscheider Aerzte ihren Streit innerhalb drei Tagen vollRevision der Wählerlisten betreffend die rechtzeitige und richtige liche Blätter mit, daß bereits 643 Arbeiter auf die Bauten des ständig verloren haben. Aufnahme in die Wahllisten, das Wahlrecht den Urwählern gründ- Unternehmer- Verbandes zurückgekehrt seien. Von den Ausständigen licher als vorher gesichert sein. Wie die Fränkische Tagespost" wird diese Angabe als unrichtig hingestellt und behauptet, daß allermittheilt, trat aber gerade das Gegentheil ein. Nach der dings einige Arbeiter, besonders unter den Zimmerern, gleich dem ersten gründlichen Revision zeigte sich, daß die permanenten Ausstand fernblieben. Die Zahl der Flüchtigen ist sehr gering und Landtags- Wählerlisten ein Monstrum sind, die in der Weise, wie will der Unternehmer- Verband mit dieser Mittheilung die Auses das Gesetz vorschreibt, ihren Zweck schon insofern gar nicht er ständigen wahrscheinlich irreführen. füllen, als sie nur durch eine ganz egalte, aber mit großen Schwierig- Die Magdeburger Vollsstimme", die wegen ihrer eifrigen Unterfeiten und Umständen verbundene fortwährende von Halb- zu Halb- stützung der Ausständigen von der bürgerlichen Presse in Magdeburg jahr vorgenommene amtliche Revision wenigstens annäherud gebrauchs- wüthend angegriffen wird, weist mit Recht nochmals auf die geringen fähig gemacht werden können. Dies alles hat der sozialdemokratische Ansprüche hin, die die Arbeiter für die Peendigung des Kampfes Wahlverein Nürnberg- Altdorf seinerzeit sofort erkannt und dem auch geltend machen. Die Ausständigen verlangen, gegen Ende dieses in der Presse und der Gemeindebehörde Nürnberg gegenüber ent- Monats mit einer Kommission, wie dieselbe in dem Protokoll über sprechenden Ausdruck verliehen. Diese Behörde war aber damals die gepflogenen Unterhandlungen vor dem Herrn Oberbürgermeister des festen Glaubens, daß die permanenten Wählerlisten den Schneider festgesetzt, in Unterhandlung zu treten, unt Ordnungs" parteien den Sieg über die Sozialdemokratie erleichtern a) gemeinschaftlich auf grund des von dem Arbeitgeber- Verband würden. Damit täuschte man sich gründlich. Bei der letzten selbst angezogenen Protokolls einen Arbeitstarif auszuarbeiten und Landtagswahl fiel der Sieg unserer Partei zu. Nun ist b) die Lohn- und Arbeitsbedingungen für das nächste Jahr, vorauch der Nürnberger Magistrat dahinter gefkommen, daß so behaltlich der Zustimmung ihrer Mandatgeber, zu vereinbaren. heißt es in einer offiziösen Notiz die permanenten Landtagswahl- Daß der Verband der Bauunternehmer wegen diefer Differenzen Listen einer der wundesten Punkte des Landtagswahl Gesetzes find, die Aussperrung aufrecht erhält, ist einfach wahnwizzig. da die richtige Instandhaltung der Listen bei einer fluftuirenden Be- Die Tischler und Maschinenarbeiter werden gewarnt, bei völkerung ein Ding der Unmöglichkeit ist. Der Magistrat hat be- der Firma Wehmann, Möbelfabrik in Bremen, Arbeit anzuschlossen, für die im Oktober stattfindende Auflage der Listen die nehmen, da in der Fabrit eine Lohnreduktion durchgesetzt werden soll. Revision der Listen durch städtische Beamte vornehmen zu lassen, Die Maurer in Hannover beschlossen in einer stark besuchten dagegen im nächsten März eine Aufnahme der Wähler von Haus zu Bersammlung, vorläufig von der Durchführung einer Lohnforderung abzusehen, da die Agitation für die Organisation leider nicht die gewünschten Erfolge zeitigte. " Haus anzuberaumen, um für die dann im April stattfindende Auflage neue Listen anzufertigen". Polizeiliches, Gerichtliches 2c. In einer Parteiversammlung in Dresdeu- Altstadt wurde dem Reichstags- Abgeordneten Kaden während seiner Rede über den Erlaß des Zaren von dem überwachenden Beamten das Wort entzogen, als er die Ausbeutungsgelüfte der herrschenden Klasse schilderte. Als in der Diskussion ein anderer Parteigenosse die Deynhausener Rede des deutschen Kaisers besprechen wollte, wurde ihm dies von dem überwachenden Beamter: mit dem Bemerten untersagt, er solle sich an den Vortrag halten. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " Die Abrechnung des Münchener Tischlerstreiks weist in Einnahme 71 487,12. und in Ausgabe 69 661,66 22. auf. Zu den Kosten trug der Holzarbeiter- Verband 49 800 m., die Tischler am Ort 11 702,14 M. 11 702,14 M. und der Gewerkschaftsverein in München 7982,17 M. bei. Die übrigen Beiträge gingen von auswärts ein. Boziales. Frankfurt a. M., 9. September.( B. H.) Aus London wird der Frf. 8tg." gemeldet: Nachrichten aus Shanghai zufolge ist außer Li- hung- tschang auch der ebenfalls sehr russenfreundliche erste Mandschu- Direktor der Staatsrevenuen, Chingksin, aus dem Tsungli- 9amen entfernt worden. Fulda, 9. September.( W. T. B.) Nach Meldungen aus Bad Salzschlief ist dort ein Feuer ausgebrochen, welches das Poſtamt zerstörte und die Kirche bedroht. Einer späteren Meldung zufolge soll die Hälfte der Ortschaft, welche 1042 Einwohner zählt, in Flammen stehen. Prag, 9. September.( B. H.) Der Reisende Havel von der Reichenberger Teppichfirma Meniger erschoß die Hotelkellnerin Amalie Jäger und dann sich selbst. Paris, 9. September.( W. T. B.) Eine Note der„ Agence Havas" besagt: Um den angeblichen, auswärtigen Blättern ents lehnten Behauptungen ein für alle Mal ein Ende zu machen, sind vir zu der Erklärung ermächtigt, daß von keiner fremden Regierung irgend welche Mittheilung oder irgend welcher Schritt hinsichtlich der Dreyfus- Angelegenheit bei der französischen Regierung gemacht worden ist. Madrid, 9. September.( W. T. B.) Die Senatoren und Depu tirten der bastischen Provinzen lenkten die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Propaganda hin, welche die baskischen Separatifien im Lande unter Benuzung der Gutgläubigkeit der Bauern treiben, um sie von der Nothwendigkeit zu überzeugen, die Unabhängigkeit der bastischen Provinzen zu erlangen. = Kiew, 9. September.( W. T. B.) Bei der medizinisch wissenschaftlichen Seftion des Aerztefongresses gingen Anträge ein auf Gründung eines medizinischen Instituts für Frauen in Kiew beziehungsweise Zulassung der Frauen als Hörerinnen in den medizinischen Fakultäten auf den russischen Universitäten. Die Sektion nahm die Anträge einmüthig sympathisch auf. Konstantinopel, 9. September.( Meldung des Wiener Telegr.. Korresp.- Bureaus.) Der Brand in Kandia dauerte gestern noch an. Der englische Befehlshaber beschoß die Stadt neuerdings. Die aus alta eingetroffenen 250 Mann englischer Truppen konnten nicht in die Stadt gelangen. Der Verband deutscher Arbeitsnachweise hält am 27. SepAus Schwarzburg- Rudolstadt. Wegen Körper- tember in München seine erste Verbandsversammlung verlegung" verurtheilte am Dienstag das Schöffengericht in Ober- ab. Die Anmeldungen zu derselben gehen zahlreich ein. weißbach den Genossen N. Ehrhardt aus Meura zu 1 Monat Die preußischen Minister für Handel und Gewerbe und für Gefängniß. Er hatte am Stichwahltage einem Freibier getränkten Landwirthschaft haben die Entfendung von Kommissaren in Aussicht gegnerischen Stimmzettel- Vertheiler deswegen einen Schubs versezt, gestellt. Auch der österreichische Handelsminister wird einen weil dieser fortwährend die Arbeiter beschimpfte und jedesmal be- offiziellen Vertreter senden. Die Stadt Berlin wird durch den aus Kanea die amtliche Meldung, daß dort ebenfalls eine große Athen, 9. Sept.( B. H.) Die französische Gesandtschaft erhielt obachtete, ob die Personen, denen er Stimmzettel eingehändigt hatte, Stadtrath Münsterberg und den Vorsitzenden des Verbandes Gährung unter den Türken herrsche. Die Kommandanten der interdiese auch abgaben. Ehrhardt erhielt die hohe Strafe deshalb, weil Dr. Freund vertreten sein. Nachdem der Arbeitsnachweis zu nationalen Truppen haben deshalb die Wachen verstärkt. Die fretensischen er ,, Sozialdemokrat und Führer der Waldorte" sei. Gegen das Urtheil söln fürzlich dem Verbande beigetreten ist, umfaßt derselbe nun ist Berufung eingelegt. alle größeren deutschen allgemeinen Arbeitsnachweise. An- Flüchtlinge bereiten ein Memorandum an die Großmächte vor, in welchent um schleunige Regelung der Kretafrage ersucht wird. meldungen zur Theilnahme sind au das Verbandsbureau in Die Blätter fordern die griechische Regierung auf, Striegsschiffe mit Berlin C., Klosterstr. 41, zu richten. Lebensmitteln, Aerzten und Medikamenten nach Kandia für die Mit der Austellung weiblicher Assistenten beim Fabrik dortigen Christen zu senden. Die Anzahl der getödteten Christen inspektorat ist nun auch Bayern dem führenden Großstaat wurde jezt nur auf 400 angegeben, da viele Todtgeglaubte sich Unter den hiesigen Schlächtergesellen ist dieser Tage ein Preußen vorangegangen. Wie amtlich mitgetheilt wird, hat das wieder eingefunden haben. Augenzeugen schildern die Schreckens Flugblatt zur Verbreitung gelangt, in dem zu einer Versammlung bayerische Staatsministerium des Innern vom 1. Oktober d. I. ab izenen vom Dienstag Abend in ergreifender Weise. Die Türken, der Schlächtergesellen zu nächsten Sonntag Nachmittag 4/2 Uhr in für die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Ober- welche die Straßen und Thore der Stadt besetzt hielten, megelten Cohn's Festsälen eingeladen wird. Es soll nochmals der Versuch pfalz und Regensburg, dann Schwaben und Neuburg( 1. Bezirk) jeden Christen nieder, der sich, vor den englischen Granaten flüchtend, gemacht werden, die Arbeiter des Fleischergewerbes in einer Organi- mit dem Siz in München als Funktionärin im Gewerbe- Aufsichts- aus dem Hause wagte. fation zu vereinigen. Arbeiter anderer Berufe würden der Sache dienste das Fräulein Karoline Berna in München, dann für einen guten Dienst leisten, wenn sie die ihnen bekannten Schlächter- die Regierungsbezirke Mittelfranken, Pfalz, Oberfranken, Untergesellen auf besagte Versammlung aufmerksam machen, wollten. franken und Aschaffenburg( 2. Bezirk) mit dem Siz in Nürn Frühere Versuche sind an der Rückständigkeit der betreffen berg die Frau Anna Gundelfinger, ehemalige Buchhalterin den Berufskreise, sowie durch die brutale Niederdrückung der und Fabrikaufseherin in Allersberg, angestellt. Im allgemeinen sind Gesellen durch die Meister erfolglos geblieben. In den Organen ihnen die Befugnisse der männlichen Ässistenten der königl. Fabrikder letzteren wird auch jetzt bereits wieder gegen die sozialdemo- und Gewerbe- Inspektoren eingeräumt. fratischen" Versammlungseinberufer gehegt und mit Störung der Ueber den Aerzteftreik in Remscheid wird uns von dort Bersammlung gedroht, wie das auch früher schon geschehen ist, wo term 7. September geschrieben: die Meister mit ihren Getreuen antraten. Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins! In einer Anzahl von Wertstätten haben die Kollegen bisher noch keine Starten und Marken Verantwortlicher Redakteur: Hugo Poetsch in Berlin. Athen, 9. Sept.( B. H.) Aus Kanea wird gemeldet, daß die dortigen Engländer behaupten, die Revolte in Kandia sei ein wohlvorbereiteter Plan der Türken gewesen. Athen, 9. September.( W. T. B.) Admiral Bottolo fündigte die Einsetzung eines Erefutivkomitee's für Kreta an. Eine Unterfuchung hat ergeben, daß die fiskalischen Soldaten auf die Engländer schoffen. Athen, 9. September.( W. T. B.) 126 fretensische Flücht linge tamen im Piräus von Candia an, unter ihnen befinden sich zahlreiche Verwundete. Die Flüchtlinge erzählen, daß bei dent Gemezel in Kandia 204 Personen umkamen und auch sonst noch andere Opfer vorhanden seien. Heute Vormittag fand auf dem hiesigen Rathhause auf Veranlassung des Regierungspräsidenten in Düsseldorf eine Zusammenfunft statt, woran neben drei Regierungsvertretern eine dreigliederige Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen Ir. 212. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 10. September 1898. Zum Stuttgarter Parteitage Eine Parteiversammlung in Barmen schloß sich dem Elberfelder Antrag an, wonach auf die Tagesordnung des Parteitages noch der Punkt gesetzt werden soll:„ Der Arbeiterschuh in den Bergwerken." Gesammtmasse des Volkes, auch diejenigen Schichten, die sich Mißbrauch des Rades und die Nichtachtung des Fußsonst nicht zur Sozialdemokratie zählen, für diese Forderung mobil gänger- Publikums durch eine gewisse gewiffe Sorte von Raddeutet, wird von jedermann ohne weiteres begriffen. zu machen. Die allgemeine einjährige Dienstzeit was das be- fahrern begründet. Ebensogut könnten eine Anzahl Straßen für führbarkeit und Billigkeit dieser Forderung kann nicht ernsthaft be- schlimmer dahin rasen, wie die Radfahrerrüpel. Zustimmung Die Durchherrschaftliche" Kutscher verboten werden, da deren Führer oft weit stritten werden. Und zugleich ist es die nächste und natürlichste fand der Antrag des Polizeipräsidiums, die Strecke des KurEtappe der Entwickelung der heutigen Armee zum Volksheer, wie fürstendammes von der Wichmannstraße bis z wir es wünschen. Gehen wir also frisch ans Werk!" Schluß- Quittung. In einer Parteiversammlung in Stuttgart regte Redakteur Hildenbrand an, beim Parteitage zu beantragen, daß die Reichstagsfraktion ersucht werde, auf die Beseitigung der partikularen preßgeschlichen Einschränkungen, die dem Reichsgesez widersprechen, hinzuwirken. Er wies dabei auf die merkwürdigen Richterurtheile und Verwaltungsmaß- Unterzeichneten noch folgende Beträge ein: regeln hin, die in letzter Zeit, besonders während der Wahlbewegung in Württemberg getroffen wurden. Ferner warf Frau Selara Zetkin die Frage auf, ob es sich nicht empfehle, den bereits anderwärts gestellten Antrag zu unterstützen, wonach der Parteitag unter einem besonderen Punkt über die Taktik verhandeln soll. Es seien in den letzten Jahren bei taktischen Fragen oft widerstreitende Meinungen zu tage getreten, über die auf dem Parteitag Klarheit geschaffen werden müsse, und wenn das getrennt von den anderen Tagesordnungs- Punkten geschehe, so werde das nur zur Vereinfachung der Geschäfte beitragen. Die Versammlung trat diesem Vorschlage bei, ebenso dem Hildenbrand' schen, und faßte dahingehende Beschlüsse. Eine Versammlung der Parteigenossen Straßburgs t. E., die in dem auf badischer Seite gelegenen Orte Neumühl abgehalten wurde, beschloß folgenden Antrag zu stellen:" Der Parteitag in Stuttgart wolle mit Rücksicht auf das in den weitesten Bevölkerungsfreisen mangelnde Verständniß für die Frage des Milizheeres beschließen, daß die Bebel'sche Broschüre:" Nicht stehendes Seer, ſondern Volkswehr!" eventuell in ergänzender Ueberarbeitung in Massenauflage hergestellt und den Parteigenossen im Reiche unentgeltlich zur Agitation überlassen werde." " Sollen sich die Staaten verpflichten, keine Neuerungen In der Bewaffnung 2c. einzuführen? Oder sollen sie die Zahl der auszuhebenden Rekruten beschränken? Oder soll die Dauer der Dienstzeit gleichmäßig herabgesetzt werden? Von all diesen Wegen erscheint uns der lettere unter den heutigen Verhältnissen der gangbarste zu sein. Der„ Vorwärts" erinnerte dieser Tage daran, daß Friedrich Engels schon auf diesen Weg zur allgemeinen Abrüstung hingewiesen hat, gelegentlich der Erörterungen über das Friedenspräsenzgesetz im Jahre 1893. Engels führte aus, daß durch eine internationale Herabsetzung der Dienstzeit das Stärke verhältniß unverändert bleibe. Die Zahl der Soldaten richtet sich bei allgemeiner Wehrpflicht naturgemäß nach der Bevölkerungszahl. Sezen die einzelnen Völker die Dienstzeit nun gleichmäßig herab, so würden sie sofern durch Verkürzung der Dienstzeit überhaupt eine Schwächung der Wehrfähig feit bedingt ist, was noch sehr fraglich ist in jedem Falle ganz gleichmäßig ihre Wehrfähigkeit schwächen, so daß das natürliche Machtverhältniß keine Verschiebung erführe. Daß aber eine Verkürzung der Dienstzeit eine höchst bedeutsame Verminderung der Militärlasten bedeutet, steht außer Zweifel. Hier ist also ein gangbarer Weg gezeigt. Sache der Sozialdemokratie wird es sein, die Regierungen nachdrücklichst auf den von Engels gezeigten Weg hinzuweisen. Das wird am besten geschehen durch entsprechende Anträge in den Parlamenten aller Länder. Dadurch wird die Frage der Herabsetzung der Dienstzeit überall zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion und Meinungskundgebung gemacht werden. い = Das Polizeipräsidium hat dem von den städtischen Behörden aufgestellten Entwurf zur Festsetzung von Fluchtlinien für die Roßſtraße und Neue Roßstraße von der Gertraudtenstraße bis zur Alten und Neuen Jakobstraße zugestimmt. Wegen des starken Verkehrs von der Breiten zur Roßstraße hält das Polizeipräsidium eine angemessene Abrundung des Eckgrundstücks am Köllnischen Fischmarkt für geboten. Tokales. Parteigenoffen Berlins und der Provinz Brandenburg! Am Sonntag, den 11. September, findet der diesjährige Provinzial- Parteitag in Cohn's Festsälen, Beuthstraße 20, Berlin, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht der Agitations- Kommission. Berichterstatter: Reichstags- Abgeordneter Otto Antric. 2. Was lehren uns die legten Reichstagswahlen. Referent: Reichstags- Abgeordneter Arthur Stadthagen. 3. Anträge. zur Weichbildgrenze Tauentienstraße sowie die Uebergänge der Leipzigerund der Friedrichstraße von der Französischenstraße bis zur Weidendammer- Brücke für den Radfahrverkehr zu sperren. Abgelehnt wurden dagegen alle übrigen Anträge, insFür den armen Weber im Kreise Neurode gingen bei den besondere auf Sperrung der Bellevuestraße und des Kemper Plates. Außerdem nahm der Magistrat Veranlassung, dem Polizeipräsidium menschen aus Rotterdam 10,-. Fr. M. Fr. S. Dresden d.„ S. Arb. von der Linkstraße aufwärts dem Radfahrverkehr wieder zu öffnen. a) Bei A. Kühn in Ober- Langenbielau: Von einem Mit den Wunsch auszusprechen, die nunmehr verbreiterte Potsdamerstraße 3tg." 2- Bimmermann Richard, Freiberg i. S. 2,-. Ungenannt Der Magistrat von Charlottenburg hat die Sperrung des zu unserer Braunschweig 5,- Ein Nichtsozialdemokrat, wohl aber ein Christ 1,-. Braftisches Christenthum aus Dresden 5,-. D. F., Dresden 3,-. Aus Nachbarstadt gehörigen Theils vom Kurfürstendamm abgelehnt. Neuenburg in der Eifel 1,50. Durch Red. des„ Volksblatt", Gotha 2,20. Schoen Sugo, München 5,-. Ueber die Befreiung jüdischer Kinder, die öffentliche VolksHärtel, Breslau 1,-. Aus Hanau oder Gemeindeschulen besuchen, vom Schulbesuch an jüdischen Festb. G. Hoch 5,80. Von J. Klein, Frankfurt am Main 5,- Von den Tischlern bei Silbersteins Söhne in Schwiebus 5,60. Durch tagen find jezt folgende, theilweise erweiterte Bestimmungen von R. Rieger in Haynau 5,-. Von Emil Riedel, Pirna 8,-. Durch Ernst den Schulaufsichtsbehörden getroffen worden. Eine Befreiung vom Birna aus den 8. sächs. Reichstags- Wahlkreise 27,-. Durch H. Bugler in Antrag zu gewähren am Versöhnungstage und den beiden Tagen Schramm, Pirna, Dresdenerstraße 4,60. Durch Bruno Schuhmann in gesammten Schulunterricht ist jüdischen Kindern, auch ohne besonderen 10,-. Durch Meißen 15,30. Aus dem Herzen Thüringens( Handschuhmacher Arnstadts) des jüdischen Neujahrsfestes. Auf Antrag der Eltern oder ihrer gesetzKarl Knoll in Osterwiec a. H. 10,50. Von den lichen Vertreter erfolgt die Befreiung vom Schulbesuch an den beiden Bigarrenmachern der Fabrik von P. G. Hesse in Hanau 5,- ersten und letzten Tagen des Oster- und Laubhüttenfestes, sowie am Heinrich, Dessaut 6,50. Durch Aug. Lohrberg, Hannover, 8. Wahlkreis 50,- Durch Gustav Von F. Gericke, Privatier in Coswig Pfingſtfeſte. Am Sonnabend find die jüdischen Schulkinder auf An( Anhalt) 3,- With. Bauer, Köln- Ehrenfeld 3,-. Dr. Rothe, Lucen trag, wie bisher, vom Schreiben, Zeichnen und Handarbeits- Unterwalde 5,10. Von den Tabatarbeitern Lübecks d. C. Sandgaard 10,-. Bon richte zu befreien. Anträge, die über obiges Maß hinausgehen, find den organis. Lederarbeitern in Friedberg i. Hessen durch Alb. Löffler 6,-. den Schulaufsichtsbehörden zur Entscheidung zu unterbreiten. Von einigen Genossen aus Potsdam d. M. Heinrich 5,-. Von den Tabak in der Nähm. yabr. Wertheim, Frankfurt a. M., b. Chr. Stoffet 16,70. arbeitern der Bigarrenfabrik A. Kaden in Gohlis b. Dresden 5,- Ges. Durch Friß Schmid, Schreinermſtr. in Ostrach( Hohenzoll.), 3, Ges. von den Arbeitern der Firma Siemens u. Halske, Charlottenburg 50,25. Gef. vom Personal der Firma Kuthauer u. Unger, Breslau 5,-. Durch Robert Zur Begründung des Mainzer Vorschlags, der Parteitag Weißich, Frankfurt a. M. Bockenheim 42,60. Den Pfaffen zum Truß für möge die Reichstags- Fraktion ersuchen, beim Militär- Etat die allstadt 8,-. Vom Sparklub„ Eiche von 1894" in Hamburg d. Mielenz 10, den rothen Weber ges. v. Bernburger Sängern beim Bundesfest in Halber gemeine Einführung der einjährigen Dienstzeit Von F. Walther, Straßburg i. Els. 25,-. Durch Karl Groß, Schneidermstr., Die Umänderung der Bezeichnung ,, Kohlenufer" für den zu fordern, bringt die„ Mainzer Volkszeitung" einen längeren Artikel, München 10,- Von Berlin: Von einigen Arbeitern d. M. Kurth, Neue an die Wasserthorbrücke grenzenden Theil in„ Elisabeth- ufer" als worin unter Beziehung auf den Abrüstungsvorschlag des Hochstr. 44 9,15. Ges. im Barbiergesch. v. W. Schrolle, Landwehrstr. 3 11,15. Verlängerung dieser Straße wird von den Besitzern der Häuser russischen Staisers ausgeführt wird: Aus Nächstenliebe von mehreren Genossen durch Ernst Blank, Strautstr. 38 Kohlenufer 55-65 beantragt. Den Grund hierzu erblicken die 6,60. Von einem armen Juden, der nicht mehr hat um mehr zu geben Bittsteller in dem Umstande, daß das Kohlenufer sich bis zum 12,05. Gesammelt v. Personal der Buchdr. H. S. Hermann durch Görlitzer Ufer an der Schlesischen Brücke erstreckt, wo die Grundstücke W. Schreiber 48,50. Gef. von den Arb. der Tarameterfabrik von Dün hötter u. Schölzel, Neue Jakobstraße d. H. Reiter 6,20. Von den Ver- weniger werthvoll sind und so bessere Leute nicht wohnen wollen. goldern Beughofstraße durch Magnussen 10,45. Von den Besteckarbeitern Der Grundbesitzerein„ Süden" beschloß den Antrag der Adjazenten von H. Meyen u. Komp. 5,-. Gesammelt durch K. Schramm, Wittstock zu unterſtügen. straße 3 4,50. Frankfurt a. M. v. Beamten der Allg. Ortsfasse Fürstenberg a. M. 13,90. Von den Porzellanarbeitern d. J. Werner, Bunzlau 5,-. Durch Osw. Enders 5,75. Durch Reinhold Streit, Berlin 2,- Durch Herbst, durch S. Lindow 5,10. Joh. Schuster, von Arbeitern der Brauerei C. K., Altona, Winklerplatz 0,90. Ges. in der Tischlerwerkstatt von Carl Rheingold in Friemersheim a. Rh. 3,50. Durch Reich, Breslau,„ Gegen die klerikale Unduldsamkeit" 7,65. Durch E. Bartsch, Tischler in Dessau, Teichstr. 4 9,17. Von den Genossen Reppens b. Frankfurt a. D. 10,85. Gef von den Arbeitern d. Masch. Fabr. May Haffe, Berlin N, d. Otto Hante 28,80. Durch B. Heymann, Braunschweig 23,50 wie folgt zusammengebracht: Alter Genoffe 2, S. D. 0,50, gesammelt in Krähwinkel 4,-, Organisirte Buchdrucker 6,-, F. Sch. 1,-, Cig.- Arb. von Berdenwager u. Jlling 4,50, gef. auf rother Hochzeit 4,-, von einem Eisenbahner 0,50, F. B. 1,-. Von den Marthauer Genossen d. H. Frank 12,75. Gef. d. schles. Landsleute von Alfred Adam, Berlin 3,05. Durch Verlag des Boltsfreund", Offenburg 14,-. Durch die Erp. der Märk. Voltsstimme", Forst i. 2. 5,40. Aus Dessau von der Zahlstelle des Handels- u. Transportarbeiter- Verbandes 2,10. H. Bode in Hannover, ges. i. d. Werkzeugmacherei d. Hann. Masch. Fabr. 13,-. Durch Mattutat, Augsburg, v. dortig. Genoff. 11,30. Durch Ohlhaff, Bernburg 10Durch die Erp. der Sächs. Arb.- 8tg.", Dresden, 518,32. Exp. d.„ Märk. Boltsstimme", Forst i. 2., 2. Rate 10,-. Durch A. Dreesbach, Mannheim, gef. in Nectarau, 6,-. D. L. Tischler, Görlig, 4,25. Durch A. Bornfeſſel, Frankfurt a. M. 1,60. Durch Richard Schneider, Niederhosterwig, von den Arbeitern der Sächs. Böhmischen Gummifabriken 26,-. Durch F. Cuhnert, Raguhn i. Anhalt 6,38. Ges. von E. Jüchen, Maurer, Dresden, 11,50. Dabei tönnen wir in Deutschland von einer Erfahrungsthatsache Bon einigen Genossen in Dortmund durch Wilhelm Koch 5,-. ausgehen, die alle Einwendungen der militärischen Fachleute gegen Aus Braunschweig, Breitestraße, Name unleserlich, 23,10. Aus Breslau von Münchener Post", München, 28,30. M. M. Göteborg 10,25. eine weitere Verkürzung der Dienstzeit von vornherein über den 10 Katholiken von der heiligen Erde für den durch kath. Pfaffen geknöchelten Haufen wirft. Das ist die Thatsache, daß schon heute armen Weber 5,-. Durch Jos. Kretschmer, Neustadt D.- Schl., 6,90. Durch tausende und zehntausende von Rekruten in einer B. Heymann, Braunschweig, ges. von Metallarbeitern, 6,20. Durch die wesentlich fürzeren Dienstzeit zu feldtüchtigen Expedition des Hamburger Echo", Hamburg, 200,20. Durch J. Kummer Soldaten ausgebildet werden, als das Gros der in Annen bei Dortmund, 9,-. Durch Mar Becker, Alt- Neugersdorf i. S. Die wachsende Verelendung des arbeitenden Volkes. Der übrigen Rekruten. Wir meinen die Herren Einjährigen! bon den Arbeitern der Eisengießerei Thiele u. Lindner, 22,80. Leischkonsum in Berlin ist seit Jahresfrist stetig erheblich Diese bevorrechteten Rekruten avanciren meist schon nach einer aus der Fries'schen Fabrik 16,-. Von der Expedition der„ Volksstimme" ist. In der Zeit vom 1. August 1896 bis 31. Juli 1897 find, wie Durch die Buchdruckerei der Volksstimme" Frankfurt a. M., darunter 12,50 zurückgegangen, während die Bevölkerung ständig gewachsen halb jährigen Ausbildungszeit zu Korporalschaftsführern, also zu in Mannheim 2,-. Durch die Expedition der Bürger- Beitung" Bremen Sie„ Allgemeine Fleischer- 3tg." mittheilt, auf dem Zentral- Schlachtmilitärischen Erziehern für andere. Und in knapp einem 68,55. Durch Ludwig Koppehl, Nienberg a. d. Saale 12,-. Durch G. Kühn, Jahre haben sie bereits so viel Kenntnisse und Kriegstüchtigkeit er- Friedberg( Hessen) von den Holzarbeitern und Tapezirern 5,-. Durchhofe 1380 281 Thiere geschlachtet worden, während für die Zeit langt, daß sie zu Unteroffiziersdiensten befähigt find." Die Joh. Siegel, Straßburg i. E. 3,-. Aus Kanonen- Werkstatt VII in Essen vom 1. August 1897 bis 31. Juli 1898 mur 1 347 380 Thiere dort militärischen Fachleute geben also durch diese Ruhr 1,55. Zusammen mit dem früher im„ Vorwärts" quittirten Betrage geschlachtet sind. Es handelt sich also für die letzten zwölf Monate seit Jahrzehnten gebilligte Pragis die Möglichum ein Minus von nicht weniger als 32901 Thieren. Außerdem hat in teit einer rascheren Ausbildung selbst zu! b) Bei A. Gerisch in Berlin: Rauchflub„ Weiße Nelfe" 3,-. 25jähr. den letzten zwölf Monaten auch die Zahl der geschlachtet eingeführten Was aber bei den mit dem einjährigen Schein eintretenden Wertführerjubiläum 2,-. Gesammelt im Schwan 2,10. Gäste v. Barnac, Schweine sich erheblich vermindert. Kommandantenstr. 1,-. Goldleistenfabrik v. A. Werkmeister 16,40. Genossen Es sind nämlich nach den Refruten zu machen ist, warum sollte das nicht auch für die Ge- in der Köpenickerstraße M. S. 3,50. Von den Arbeitern in Lobel's Brot: amtlichen Notirungen der städtischen Untersuchungsstationen in jener fammtheit der Refruten möglich sein? Wenn die bessere fabrik, Mühlenstraße 6,30. Werfft. v. Wöhler u. Schwab, zum Trotz der Frist 15 094 Schweine weniger eingeführt worden als im Jahre Schulbildung diese Firigkeit der militärischen Ausbildung be- Schwarzen im Gulengebirge 7,30. Arbeiter von A. B., Kanonier zuvor. Aber all diese Zahlen geben noch keine rechte Vorstellung dingt nun, wenn's daran liegt, so gebe man doch allen straße 30 7,10. Von den Arbeitern der Fahrrad Werke" Stern", von dem ganz eminenten Rückgang der Schlachtungen. Denn die Kindern eine bessere Schulbildung! Da stimmen wir mit Freuden Friedrichsberg, Saal I 7,50, Saal II 11,50, Sa. 19,-. Gef. b. im letzten Jahre eingeführten Schlachtthiere sind im Durchschnitt zu. Nicht als ob es nöthig wäre, alle Kinder mit lateinischen und. Löwe u. Ko. und bei Paschen, Potsdamerstr. 44, durch A. Bl., Charlotten leichtere Waare. Das bedeutet zum Beispiel pro Schwein ein griechischen Brocken zu füttern. Diese geistige Kost trägt jeden- burg 17,17. Arbeiter von Pintſch, Andreasstr. 72/73 79,30. Von Akademitern Mindergewicht von je 10 kilo. In dem Geschäftsjahr vom 1. April 4,-. Arbeiter der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken, Charlottenfalls nicht zur späteren militärischen Tüchtigkeit bei. Heute erlangt burg: Was Du dem Aermiten einen unter uns gethan, das hast Du uns 1897 bis 31. März 1898 sind auf dem städtischen Viehhof 50 491 ein Schüler auf dem Gymnasium oder der Realschule normalerweise gethan 63,75. Nixdorf- Briz, den Rothen zum Schuß, den Schwarzen zum Thiere weniger aufgetrieben als im Vorjahre mit dem 15. bis 16. Lebensjahr das Einjährigen- Zeugniß. Wer Truz 26,-. Von den An- u. Umbruckern, Porzellan- Lithographen u. Maschinen- bedeutet ein Stapital von 312 Millionen Mark. Der bea wollte ernstlich behaupten, daß es nicht möglich sei, alle Kinder des meistern der Firma Hagelberg 13,25. Von Mitgl. d. A.-B.-V. Weida gej. 2,45. deutende Rückgang des Fleischkonsums in Berlin ist auch Volkes durch eine verbesserte Bolts- und Fortbildungsschule auf das Durch die Bergische Arbeiterstimme" in Solingen gesammelt 9,-. Durch bei der Steuereinschätzung zum Ausdruck gekommen. gleiche Niveau des geistigen Könnens zu heben, das ein 15-16jähriger die Pfälzische Post" in Ludwigshafen a. Rh gesammelt 8,30. Gegen Mehrere große Fleischerfirmen hatten sich diesmal erheblich Gymnasiast hat. Und wenn dazu noch die körperliche Auslerikale Unduldsamkeit gesammelt von Drehern der A. G. G., Berlin, 44,50. geringer eingeschätzt als im Vorjahre. In vielen Fällen war der Gesammelt auf dem Bau Schusterstr. 71 und Putbuserstr. 30 durch Moritz Unterschied der diesjährigen und der vorjährigen Steuereinschäßung bildung, die heute nur in ganz unzureichender Weise durch 7,60. Gesammelt unter Droschfenfutschern 6,90. Gesammelt v. Großenhainer private Turnvereine gepflegt wird, für die jungen Leute bis zum Genossen 10,-. Zusammen mit den 175,15 m., die bereits in der Nr. 188 10 überraschend groß, daß die Einschätzungskommission die Ein20. Lebensjahre vom Staate planmäßig in die Hand genommen des Vorwärts" quittirt wurden 535,07 7. schäzung beanstandet hat. Es konnte jedoch, wie die Allgemeine wird, sollte da nicht ein Rekrutenmaterial herangebildet werden Insgesammt hat die Sammlung demnach ergeben 2461,29 M. Fleischer- Zeitung" mittheilt, in jedem Falle büchergemäß nachkönnen, das ebenso gut, wenn nicht besser, als die heutigen Ein- Von diesem Betrage sind 13,10 M. als Bestellgelder, Portis 2c. gewiesen werden, daß der Verdienst in der That ungemein zurüdjährigen, in einem Jahre sich die nöthige militärische Fähig- verausgabt worden, während der arme Weber selbst 300 M., also gegangen ist. feit aneignen kann? Das wird niemand im Ernst bestreiten können. reichlich das Doppelte dessen, was zur Erhaltung des Häuschens Unter den heutigen Zuständen, die die Ausübung des MenschenDie Forderung der allgemeinen einjährigen Dienstzeit ist zu- nöthig war, bekommen hat. Auf den überschießenden Betrag von rechtes auf gehöriges Sattessen der Arbeiterschaft fast über alles gleich aber auch eine Forderung der ausgleichenden Ge- 2148,19 M. hat der Weber ausdrücklich zu gunsten anderer Partei- Maß erschweren, haben die Ausgebeuteten wenigstens einen Troft. Aus rechtigkeit. Der heutige Zustand bedeutet eine himmelschreiende genossen, die ebenfalls vom Schicksal der Maßregelung 2c. betroffen den vierziger Jahren ist die hohnvolle Anekdote bekannt, daß die LangenUngerechtigkeit für den Sohn des besiglosen Arbeiters oder des werden, Verzicht geleistet. bielauer Weber, die wegen der bekannten Hungeraufstände zu schwerster wenig bemittelten Handwerkers, Bauern 2c. Mit welchem Recht beStrafe verurtheilt waren, aus dem Zuchthause heraus eine Dankansprucht der Sohn besigender Eltern nur ein Jahr Soldat fagung an die Regierung richteten, weil diese durch die Verurtheilung sein zu müssen, während der ohnehin viel schwerer um seine Existenz zu der entfeßlichen Strafe ihnen auf Jahre hinaus Gelegenheit zum tämpfende Arbeiter zwei und drei Jahre bei der Fahne bleiben Sattessen verschafft habe. Eine ähnliche Aussicht, satt zu werden, muß? Ist die höhere Schulbildung etwa ein persönliches blüht den Arbeitern unter Umständen ja auch in baldiger Zukunft, Verdienst? Wie gern würden die minderbemittelten Eltern nur daß das Zuchthaus sich ihnen nicht erst nach einem schweren ihren Kindern diese Bildung verschaffen! Aber das ist ihnen unLandfriedensbruch, sondern schon dann öffnen wird, wenn sie sich erschwinglich. Die höhere Schulbildung ist heute ein Privilegium in ihrer Noth gestatten, zu dem heute völlig gesetzlichen Mittel des des Besizes, und darum ist auch das Privilegium der einjährigen Streifs anzureizen! Dienstzeit weiter nichts als ein Vorrecht des Geldes, das der fozialen Gerechtigkeit ins Gesicht schlägt! " V Wir glauben daher im Sinne aller Betheiligten zu handeln, wenn wir die vorgedachte Summe von 2148,19 M. unter dem heutigen Datum dem Unterstüßungsfonds der sozialdemokratischen Partei Deutschlands zuweisen. Ober- Langenbielau, den 8. September 1898. Berlin, den 8. September 1898. Kommunales. Aug. Kühn. A. Gerisch. Der Provinzial- Parteitag wird präzise 12 Uhr mittags eröffnet werden; wir ersuchen die Delegirten daher, pünktlich zur Stelle zu sein. Da eine nennenswerthe Pause voraussichtlich nicht eintreten kann, ist es empfehlenswerth, sich vorher genügend zu restauriren. müssen spätestens Freitag früh in unseren Händen sein. Anträge, welche den Delegirten gedruckt vorgelegt werden sollen, Mit Parteigruß Die Agitations- Kommission für die Provinz Brandenburg. J. A.: Karl Dimmick, Berlin S., Louisen- Ufer 11. NB. Die Partei- Organe der Provinz werden um Abdruck ersucht. 50 491 Thiere, das Die Feuerbestattungs- Vereine deutscher Sprache hielten am Freitag in Berlin ihren achten Verbandstag ab. Die Verhand Aus all' diesen Erwägungen heraus haben die Mainzer Partei- Die Feindschaft gegen das Fahrrad. In der gestrigen lungen, die der Vorsitzende des Berliner Vereins, Stadtverordneter genossen beschlossen, auf dem kommenden Parteitag den Antrag zu Magistratssigung wurde die viel besprochene Beschränkung des Rad- Matterne leitete, fanden im Bürgersaale des Nathhauses statt. stellen, die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zu ersuchen, die fahrverkehrs, wie die Polizei fie nach einer kürzlich bekannt ge- Aus dem Bericht des Vorsitzenden ist zu entnehmen, daß die Sache, Einführung der allgemeinen einjährigen Dienstzeit zu beantragen. wordenen Polizei- Verfügung in Abficht hatte, zum Gegenstand einer welche die Vereine für Feuerbestattung vertreten, seit dem vor zwei Das Vorgehen der Sozialdemokratie im deutschen Reichstag sehr eingehenden Erörterung gemacht. Im wesentlichen war man Jahren abgehaltenen Verbandstage recht befriedigende Fortwürde die Frage im In- und Ausland in Fluß bringen. Die darüber einverstanden, daß das Rad ein Verkehrsmittel bildet, das schritte gemacht hat. Die Feuerbestattung habe sich im Publikum Situation ist durch den Zaren- Erlaß die denkbar günstigste. in seiner Bedeutung anerkannt werden müßte, und daß weitere immer größere Sympathie erworben. Im Jahre 1896 gehörten Aus taktischen Gründen würden wir empfehlen, den Antrag Straßensperrungen eher schädlich als nüßlich wirken würden. dem Verbande 23 Vereine mit 8740 Mitglieder an, gegen= mit keinerlei sonstigen Forderungen betr. MilizDie Zustimmung, die die geplante Verfügung theilweise wärtig zählt er 32 Vereine mit 10 263 Mitgliedern. 3 hessische und heer 2c. zu verquicken. Es kommt darauf an, zunächst die fand, wurde durch den Hinweis auf auf den mannigfachen 1 bayerischer Verein mit zusammen 800 Mitgliedern stehen außer halb des Verbandes. Ein weiterer Fortschritt sei darin zu erblicken, umfaßt praktische Ausbildung in Bosamentierarbeiten aller Art,| Arbeitswagen durchging. Der 56 Jahre alte Mann warf sich den daß zu den Krematorien in Gotha, Hamburg und Heidelberg, den speziell der Möbelbesatz- und Konfektionsbranche. Es soll die An- Pferden entgegen, um sie anzuhalten, verwickelte sich aber in die einzigen, die bisher auf deutschem Sprachgebiet in Betrieb waren, fertigung von Franzen, Besäße für Möbel und Gardinen, Quasten Leine, tam zu Falle und wurde ein Stück Weges mitgeschleift. neuerdings solche in Jena und Basel hinzugekommen sind. In und Gardinenhalter und Besäge für Mäntel und Capes 2c. gelehrt Schließlich konnte er sich nicht mehr halten, und nun ging ihm der Mannheim und Eisenach werden im Laufe des nächsten werden. Ein nebenher gehender Zeichenunterricht wird die schiere Wagen über die Brust. Die Verlegungen waren so schwer, Jahres Krematorien fertig gestellt werden, und zwar in Schülerin im Stizziren und Entwerfen neuer Muster sowie in der daß der Aermste ihnen sofort erlag. Die alte Frau steht nun, ihrer Eisenach auf Kosten der Stadt. Da der Hessische Minister Umsetzung gegebener Motive in praktische Muster üben. Ueber den Ernährer beraubt, ganz allein da. Finger, welcher ein erklärter Feind der Feuerbestattung war, Unterricht, der am 11. Oktober cr. beginnt, ist Näheres im Bureau nicht mehr im Amte ist, so ist für Hessen die Einführung der der in der Markusstr. 49 gelegenen Schule zu erfahren. Selbstmorde. In einem Gasthofe der Friedrichstadt ers fakultativen Feuerbestattung zu erwarten, sodaß das schon seit Jahren hängte sich ein Mann, dessen Persönlichkeit man noch nicht feststellen fertige Krematorium in Offenbach a. M. in Betrieb genommen das Generalfommando des Gardekorps eine Eingabe des Allgemeinen Anhalt; auf einem Briefumschlage fand man die Aufschrift Agent Zivilmusiker und Militärmusik. Abschlägig beschieden hat fonnte. Zur Feststellung der Persönlichkeit fehlt es an einem sicheren werden kann. Weiter bemerit Herr Matterne, daß die Kirche nach deutschen Musikerverbandes in Sachen des Wettbewerbs der Militär- Schutter, ob das indessen der Name des Selbstmörders iſt, ſteht wie vor eine heftige Gegnerin der Feuerbestattung sei. Während es musiker. Der Verband hatte ersucht, daß das gewerbliche Musiziren dahin.- Im Hundekehlensee ertränkt hat sich eine noch unin Preußen den evangelischen Geistlichen untersagt ist, am Sarge der Militärkapellen in Uniform thunlichst eingeschränkt und das bekannte Frauensperson. Die nach Echildhorn gebrachte Leiche ist eines durch Feuer zu Bestattenden einen Trauergottesdienst zu Konzertiren den Kapellen nur dann gestattet werden solle, wenn ein noch nicht erkannt. Eine männliche Leiche wurde gestern früh halten, hat die Eisenacher Evangelische Kirchenkonferenz sogar die Mindest- Eintrittsgeld von 20 Pf. erhoben werde. Gleichzeitig wurde in der 6. Stunde von den Passanten der Mariendorfer Chaussee Beisehung der Asche auf einem christlichen Kirchhof für unstatt- auch über verschiedene Fälle Beschwerde geführt, in denen Militär- zwischen der Craß'schen Gärtnerei und der Bahnstation Mariendorf haft erklärt! Der anwesende Vorsitzende des Kuratoriums für das Bestattungs- ministers über den Gebrauch der Uniform beim Spielen verstoßen haben ein Zimmermann, der mehrfach in der dortigen Gegend gesehen mufifer gegen den Erlaß des Kaisers und die Verfügung des Kriegs- aufgefunden. Es ist ein junger, etwa 20jähriger Mann, angeblich wesen Berlins, Stadtrath Friedel, wurde von Herrn Matterne sollten. Daraufhin ist vom Generalkommando des Gardekorps worden sein soll. begrüßt und sprach sich darauf sehr sympathisch über die Bestrebungen nachstehende Antwort eingegangen:„ Die in Ihrem Schreiben der Feuerbestattungs- Vereine aus. Der Mechaniker Töpfer, welcher bekanntlich in der Nähe von vom 10. Juli d. J. zur Sprache gebrachten Fälle, wonach Militär- Beelitz von einem Unbekannten vom Rade herabgeschossen und Auf der Tagesordnung stand unter anderem ein vom Stadtrath musiker zum Tanz u. s. tv. in Uniform gespielt haben sollten, find beraubt wurde, befindet sich seit zwei Tagen etwas wohler. Wie es Flesch aus Frankfurt a. M. gestellter Antrag, betreffend die Ueber untersucht worden und hat sich herausgestellt, daß nur in einem heißt, hegen die Aerzte keine Befürchtungen mehr für sein Leben, ihr nahme der Bestattungs-( Beerdigungs-) Kosten durch Fall gegen die Bestimmungen gehandelt worden ist. Dem von Hauptaugenmerk ist jetzt auf die Entfernung der Geschosse und die Staat oder Gemeinde. Gegen diesen Antrag, der schon den Ew. Wohlgeboren ausgesprochenen Wunsch, den Militärmusikern Behandlung des verlegten Auges gerichtet. Für die Erhaltung des borigen Verbandstag beschäftigt hat, machte ein Redner geltend, der das Spielen in sogenannten Freikonzerten zu verbieten, vermag ich letzteren besteht jedoch wenig Hoffing. Die Nachforschungen nach Verein segele, wenn er den Antrag annehme, ins sozialdemokratische nicht nachzukommen. Wenn die Engagements unter Einhaltung des dem Attentäter sind bis jetzt noch ergebnißlos geblieben, obgleich Fahrwasser, und man müsse diesen Anschein vermeiden. Andere Redner Mindesttarifs erfolgen, so hat der Truppentheil kein Interesse daran, das Signalement des flüchtigen Puhlmann an alle Polizeibehörden vertraten den Standpuntt, daß der Antrag außerhalb des Rahmens der ob das Honorar von den Besigern des zotals oder von den daselbst des Auslandes mit dem ersuchen um seine Festnahme übermittelt Bestrebungen der Feuerbestattungs- Vereine liege, die doch nur die Auf- verkehrenden Gästen bezahlt wird. gez. Das Generalkommando. worden ist. gabe hätten, für Verbreitung der Feuerbestattung zu wirken. Aus diesem Grunde wurde der Antrag denn auch abgelehnt. Straßensperrungen. Das Polizeipräsidium theilt Ein Antrag, darüber in Berathung zu treten, ob den Vereinen Das Polizeipräsidium wiederholt folgende Bekanntmachung: mit: Die Schönebergerstraße vom Grundstück Nr. 17 bis zum die Eintragung in das Vereinsregister(§ 21 und ff. des Es wird wiederholt davor gewarnt, Wohnungen in neuerbauten oder Hafengeleis der Anhalter Bahn, das Tempelhofer Ufer vom GrundBürgert. Gesetzbuches) und eine dahingehende Statutenänderung zu umgebauten Häusern zu miethen, ohne sich beim zuständigen Polizei- ftück Nr. 35 bis zur Schöneberger Brüde, das Schöneberger Ufer empfehlen sei, wurde einer Kommission überwiesen.- Der Verbands- revier zu erkundigen, ob die gemietheten Räume auch zu der be- vor dem Geschäftshause der königlichen Eisenbahn- Direktion, sowie tag stimmte im Brinzip der Herausgabe einer voltsthümlich gehaltenen und der Gebrauchsabnahme von Neu- und Umbauten muß nach der Holzpflasters bis auf weiteres für Fuhrwert und Reiter gesperrt. treffenden Zeit beziehbar sein werden. Zwischen der Rohbauabnahme die Schöneberger Brücke werden behufs Herstellung des definitiven Agitationsschrift für die Bestrebungen der Feuerbestattungs- Bauordnung in der Regel eine sechsmonatige Frist liegen, vor deren Vereine zu. Hierauf wurde die eventuelle Beschickung der Pariser Ablauf aus leicht erklärlichen Gründen das Beziehen von Mieths- einem Pferde des Droschtenfuhrherrn Beier, Greifswalderstr. 21, die Ferner wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß bei Weltausstellung bistutirt und der Vorstand beauftragt, fich dieser räumen polizeilich nicht geduldet wird. Die Polizeireviere find an Räude ausgebrochen ist. halb mit den betreffenden Faktoren in Verbindung zu setzen. Dem Konsistorialrath Bahnsen in Koburg, der nebenher bemerkt, gewiesen, über die Beziehbarkeit derartiger Wohnungen bereitwilligst im Gegensatz zu der von der Kirche vertretenen Anschauung, in einer Auskunft zu ertheilen. Schrift nachgewiesen hat, daß die Feuerbestattung weder dem christlichen Glauben, noch dem christlichen Dogma widerspreche, sandte der Verbandstag ein Sympathie- Telegramm, auf das in der Nachmittags Sigung die Antwort einlief:" Herzlichen Dank, ich that nur, was Christenpflicht mir gebot." Aus den weiteren Verhandlungen ist ein Antrag von Interesse, welcher eine Petition um Einführung der obligatorischen Reichenschau Eine Ausstellung von Einrichtungsmaterial für Krankendurch Aerzte oder wissenschaftlich gebildete Medizinalpersonen be- häufer, Lazarethe 2c. wird in nächster Zeit das Zentralfomitee von fürwortet in allen denjenigen Staaten, wo eine solche zur Zeit noch Rothen Krenz veranstalten. Das Ausstellungsbureau befindet sich nicht besteht. Der Antrag wurde angenommen mit der Begründung, bis auf weiteres noch im Herrenhause, Leipzigerstr. 3. Daffelbe wird daß einer der hauptsächlichsten, gegen die Feuerbestattung geltend am Schluß des Anmeldetermins, in etwa 8 Tagen, nach dem Ausgemachten Gründe der sei, daß durch Einäscherung des Leichnams stellungspark am Lehrter Bahnhof verlegt werden. die Entdeckung etwaiger Verbrechen gegen das Leben erschwert werde. Die Bronzefiguren der Potsdamer Brücke, deren BeDieser Einwand werde durch Einführung der obligatorischen Leichen- seitigung durch den gestrigen Beschluß der Stadtverordneten- Verschau hinfällig. folge nach dem Lügowplage gebracht werden. sammlung wahrscheinlich geworden ist, sollen der„ Volks- 3tg." 3Der Verbandstag beschloß ferner, an die zuständigen Eisenbahnbehörden eine Eingabe zu richten, in welcher die Abänderung der jezigen wenig würdigen Art des Ein- und Ausladens der mit der Eisenbahn beförderten Leichen gefordert, und um Einführung würdig ausgestatteter Wagen, wie solche für den Leichentransport auf den belgischen Bahnen bereits im Gebrauch sind, ersucht wird. v. Bock." Fenerbericht. Seit Mittwoch früh erfreute sich die Wehr verhältnißmäßiger Ruhe. Bis Donnerstag Abend erfolgte überhaupt Die erschwerenden Bestimmungen, die am 1. September für keine Alarmirung, und die sechs Feuermeldungen, die bis Freitag die Beförderung von Fahrrädern für den Eisenbahn- Vorortverkehr Abend zu verzeichnen sind, betrafen meistens blinden Lärm. Zwei in fraft getreten sind, haben einen bedeutenden Rückgang des unbedeutende Kellerbrände mußten Kronenstraße 50/52 und Radfahrverkehrs auf der Bahn zur Folge gehabt. Auf allen Vorort- Veteranenstraße 5 beseitigt werden. Köpnickerstraße 54, stationen ist dieser Verkehr auf ein Drittet bis ein Fünftel des bis- wohin die Wehr ebenfalls gerufen wurde, war Theer übergekocht. herigen Umfanges gesunken. Theater. In der ersten Aufführung von Rostand's romantischer Komödie„ Cyrano von Bergerac", die das Deutsche Theater" ant Mittwoch giebt, wirken neben Josef Kainz in der Titelrolle die Damen Heims, Lux, Pöllnis, Reisenhofer, Sarrow, Schneider, Trenner, sowie fast das gesammte männliche Personal mit. Die Première beginnt ausnahms= weise um 7 Uhr, die Wiederholungen, beren erſte Donnerstag, Freitag, Sonn Für den nächsten Oktober: Umzug in Berlin weicht die Räumungsfrist insofern von den sonstigen Bestimmungen ab, als der 2. Oktober auf einen Sonntag fällt. Der Umzug wird sich deshalb derartig regeln, daß kleine Wohnungen von 1-2 Zimmern und Die schon erwähnte Schrift des General- Superintendenten müssen. Singegen fällt der Räumungstag für Wittelwohnungen von Küche, wie gewöhnlich, bis zum 1. Oftober mittags abgegeben werden Bahnsen:„ Die Stellung der evangelischen Kirche zur Fenerbestattung" 3-4 Zimmern und Küche diesmal auf den 3. Oktober, so daß diese foll in 3000 Exemplaren auf Kosten des Verbandes beschafft und bis zu diesem Tage mittags 12 1hr frei sein müffen. Dementsprechend zum Zwecke ber Propaganda berbreitet werden. Der nächste sind Wohnungen von mehr als vier Zimmern und Küche, bis zum Verbandstag findet im Jahre 1900 in Frankfurt a. M. statt. 4. Oktober mittags 12 Uhr zu räumten. Der Sonntag ist für den Umzug nur so weit frei gegeben, daß Umzüge bis 8 Uhr morgens beendigt sein müssen. Die Näumung von Geschäftslokalen muß bis zum 1. Oktober, abends 10 Uhr, beendet sein. " 1895 im Vorortverkehr 14 170 000, im Fernverkehr 2 720 000, 1896 " 1897 " 14 880 000, 2 990 000, 16 070 000. " " " 3 170 000, " im Jahre 1895 auf rund 92 372 000 Personen = 253 000 täglich 1896 1897 107 867 000 " " 10 " 106 987 000 = 295 000 = 293 000 " II. größert werden. Den 10 Pf.- Tarif allgemein einzuführen, behagt Der Großen Berliner" bekanntlich immer noch nicht. " " " abend, Sonntag stattfinden, um 128 thr. Jm, Schiller Theater" beginnt morgen, Sonntag, Abend Therese Leithner ihr Gastspiel als Lady Milford in Kabale und Liebe". Die weiteren Hauptrollen sind folgendermaßen besetzt: Präsident von Walter: Walter Zollin; Ferdinand: Ewald Miller: Mar Pategg; dessen Frau: Agnes Werther; Luise: Alwine Wiede; Bach; Hofmarschall von Kalb: Max Laurence; Wurm: Max Behrendt; Sophie: Else Seitz; Kammerdiener: Karl Dahlen. Die Posse„ Der poli: tische Stannegießer" von Kolberg wird in der morgen, Sonntag, stattfindenden ersten Nachmittagsvorstellung( Anfang 3 Uhr) wiederholt. Aus den Nachbarorten. Abend bei Schelhase stattfindende Versammlung des ArbeiterBildungsvereins hingewiesen. Genosse Limburg spricht über StenoSteglitz. Die Parteigenossen werden auf die am Dienstag graphie. Der geringe Monatsbeitrag von 20 Bf. ermöglicht es jedem Genossen, dem Verein beizutreten. Ober Schöneweide. Heute Abend 81/2 Uhr Mitglieder- Verfammlung des Arbeiter- Bildungsvereins im Restaurant Haferland. 11m recht regen Besuch derselben ersucht der Vorstand. Gäste sind willkommen. cintrat. der Statistisches von der Stadt- und Ringbahn. Nach dem Archiv für Eisenbahnwesen" wurden im inneren Verkehr der Stadt und Ringbahn einschließlich des Grunewaldverkehrs in den 14 Jahren 1884 bis 1897 rund 646 Millionen Personen( 76 185 457 in II. und 569 729 421 in III. Wagenklasse) befördert und dafür rund Winterfahrplan der Großen Berliner Straßenbahn vorgenommen Umfassende Tarifermäßigungen sollen mit dem nächsten Die Rigdorfer Gemeindevertretung hielt Donnerstag Nach 68 369 000 m.( 11 167 625 M. für die II. und 57 201 315. für die werden, die als ein neuer Schritt zur Einführung des allgemeinen mittag eine Sigung ab, in welcher zunächst der Neupflasterung einer III. Wagenklasse) vereinnahmt. Die Anzahl der im Vorort- und Fern- Behnpfennigtarifs zu betrachten wären. Besonders sollen die nach Anzahl Straßen mit Reihensteinen zugestimmt wurde. Die Vorlage, be verkehr beförderten Personen ist nicht festzustellen; nach überschläg- Moabit führenden Linien Preißermäßigungen erfahren. Die Strede treffend die Regelung des Diensteinkommens und der Anstellungslicher Ermittelung betrug diese im Jahre Rosenthaler Thor- Waldstraße erhält erheblich verlängerte 10 Pf.- verhältnisse der Gemeindebeamten und Arbeiter, wurde auf Antrag Theilstrecken. Die Linie Moabit- Schlesischer Bahnhof über den des Gemeindeverordneten Marggraff in geheimer Sigung be Spittelmarkt wird in zwei 10 Bf.- Strecken getheilt, und ähnliche rathen, obwohl Genosse Thomas entschieden für Beibehaltung der Nach Aufnahme öffentlichen Aenderungen sollen auch auf den übrigen Linien vorgenommen Oeffentlichkeit so daß sich die Gesammtbeförderung auf der Stadt- und Ringbahn nahezu eine halbe Weile beträgt, wird um etiva 600 Meter ver- und die auf 650 000 m. veranschlagten Baukosten genehmigt. Lettere werden. Die Durchschnittslänge der 10 Pf.- Theilstrecke, die jetzt Sigung wurde das Projekt für den Neubau des Amtsgerichtsgebäudes sollen aus Anleihemitteln entnommen werden.- Am 1. Oktober d. J. tritt die neue Polizeiverordnung über Abfuhr und Lagerung von Der Winterfahrplan für den Stadt-, Ringbahn- und Vorort- Müll und anderen Abgangsstoffen in den Vororten in kraft. In stellt. verkehr ist jetzt herausgegeben. Er weist außer den regelmäßig im Nixdorf fehlt es bisher an einem den Vorschriften entsprechenden In der II. Wagenklasse wurden im Jahre 1897 Fahrten zurück- Winter eintretenden Zugverschiebungen mehrere neue Züge und An- Abladeplatz und da es den Privatunternehmern außerordentlich gelegt: Im inneren Personenverkehr der Stadtbahn- Stationen schlüsse auf. So erhält die Potsdamer Bahn wie auch die Wannsee- schwer, wenn nicht unmöglich sein wird, sich selbst einen solchen 10 095 301( gegen 10 114 862 beztv. 8 234 566 in den Jahren 1896 bahn für die Zeit vom 15. Januar bis 31. März einen Nachtzug zu beschaffen, so schlägt der Gemeinde- Vorsteher Boddin und 1895), auf der Ringbahn 2 801 889( gegen 3 002 902 bezw. bis Potsdam, welcher um 1 Uhr 45 Minuten früh in Berlin ab- bor, von seiten der Gemeinde ein passendes Terrain zu kaufen oder 2093 242 in den beiden Vorjahren), in der III. agentlasse: gelassen wird. Zwischen der Stadtbahn und Nieder- Schöneweide- 3u pachten und einen Abladeplatz einzurichten, der gegen Zahlung im inneren Personenverkehr der Stadtbahn- Stationen 46 450 813 Johannisthal sind in jeder Richtung find in jeder Richtung drei neue Züge mit von Gebühren der Oeffentlichkeit zur Benußung gestellt wird. Der ( 48 229 960 beztv. 41 505 204), auf der Ringbahn 28 398 911 Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof um 10 Uhr 51 Minuten Antrag wird angenommen und die Ausführung einer Kom( 28 648 950 bezw. 23 649 316). Von der Gesammtzahl der vormittags, 12 Uhr 51 Minuten und 1 Uhr 51 Minuten nachmittags mission von neun Mitgliedern, darunter auch Genosse Thomas, Fahrten in II. und III. Wagentlasse entfielen auf die Stationen der bezw. von Nieder- Schöneweide um 12 Uhr 4 min., 2 Uhr 4 Min. übertragen. Auf Antrag des Nixdorfer Grundbesizer- Vereins waren von der Verwaltung eingehende Versuche mit einem Stadtbahn im Jahre 1897 64,4 pct.( gegen 68,8 beziv. 65,9 pct. in und 3 Uhr 4 Min. nachmittags neu eingelegt. Auf der Spindlersden Jahren 1896 und 1895), auf die Stationen der Ringbahn felder Bahn verkehrt ein neuer Abendzug 10 Uhr 53 Min. ab Nieder- Wassermesser Kontrollapparat, dem sogenannten Liebenow'schen 35,6 pet.( gegen 35,2 bezw. 34,1 pet. in den beiden Vorjahren; von Schöneweide und 11 Uhr 14 Min. zurück von Spindlersfeld. Auf Weigand jetzt schriftlich berichtet hat, sind die Versuche zu unNebenschluß- Ventil, angestellt worden. Wie der Gemeinde- Baumeister der Gesammtzahl der Fahrten in 11. Wagenklasse auf die Stationen der Vorortstrecke Berlin- Tegel ist ein neuer Zug 11 1hr 35 Win. gunsten des Apparates ausgefallen. Auch in Berlin und Königsberg der Stadtbahn 78,3( 77,1 bezw. 79,7) pet., auf die der Ningbahn vormittags ab Stettiner Bahnhof bezw. 1 Uhr 10 Min. nachmittags gunsten des Apparates ausgefallen. Auch in Berlin und Königsberg 21,7( 22,9 beziv. 20,8) pet.; von der Gesammtzahl der Fahrten in ab Tegel vorgesehen, dafür fällt der Abendzug um 9 Uhr ab Stettiner haben Versuche das gleiche Resultat ergeben.- Genosse Oster III. Wagenklasse auf die Stationen den Stadtbahn 62,1( 62,7 bezw. Bahnhof bezi. 9 1hr 45 min. ab Tegel aus. Die zwischen Lehrter 63,7) pet., auf die der Ringbahn 37,9( 37,3 bezw. 36,3) pet. Bahnhof, Spandau und Nauen verkehrenden Vorortzüge erleiden auf den Stadtbahn- Stationen 1251 253 m.( gegen 1318 980 W. Putligstraße mit den Nordring- Zügen in Verbindung gebracht zu Bereinnahmt wurden im Jahre 1897 für die II. Wagenklasse: mehrfache Verschiebungen, um nach Inbetriebnahme der Haltestelle beziv. 1 051 910 M. in den Jahren 1896 und 1895), auf den Ringbahnftationen 411 993 m.( gegen 455 784 M. beziv. 311 003 m. in Der Botanische Garten( W., Potsdamerstraße 75) ist am den beiden Vorjahren), für die III. Wagenklasse: auf den Stadtbahn kommenden Sonntag zum letzten Male in diesem Jahre nach stationen 4 234 924 m.( 4 437 409 beziv. 3 789 097 m.), auf den mittags von 2-7 Uhr für das Publikum geöffnet. Zur Besichtigung Ringbahnstationen 2 417 284 M.( 2 569 542 M. beztv. 2 067 217 m.)- stehen frei die Ausstellung der Nutzpflanzen unserer Kolonien und Von der Gesammteinnahme der II. und III. Wagenklasse entfielen die pflanzengeographischen Anlagen. Nicht ausgeschlossen ist es, daß folgende romantische Geschichte zu erzählen: Zigeunerhauptmann Von einem Zigeuner- Rothschild weiß ein Berichterstatter im Jahre 1897 auf die Stationen der Stadtbahn 66 pet.( gegen auch die Victoria regia an jenem Tage wiederum eine Blüthe zur 28 artusch saß Donnerstag Abend in heiterster Laune mit mehreren 65,5 beziv. 67,1 pct. in den Jahren 1896 und 1895), auf die Stationen Entfaltung bringen wird. der Ringbahn 34 pet.( gegen 34,5 bezw. 32,9 pct. in den beiden VorStammesgenossen im Wollstein'schen Lokale zu Adlershof. Eben Ein vergessener Wohnungsschlüssel ist die Veranlassung zu war er dabei, die fünfundzwanzigste Flasche Moselwein zu ent jahren); von der Gesammteinnahme der II. Wagenklasse auf die einem bedauerlichen Unfalle geworden, von welchem vorgestern der forfen, als ein Gendarm eintrat und den Häuptling verStationen der Stadtbahn 75,2( 74,3 bezw. 77,2) pet., auf die der Barbier Thun, Gneisenaustr. 69 wohnhaft, betroffen worden ist. haftete. Das Bechgelage hatte damit ein jähes Ende erreicht. Ringbahn 24,8( 25,7 bezt. 22,8) pet.; von der Gesammteinnahme Derselbe hat in dem genannten Hause eine im ersten Stockwerke be- Gestern früh wurde Wartusch in das Moabiter Untersuchungsder III. Wagenklasse auf die Stationen der Stadtbahn 63,7( 63,3 legene Hofwohnung inne. Da er den Schlüssel zu derselben ver- gefängniß eingeliefert und alsbald dem Untersuchungsrichter vorgeführt. beztv. 64,7) pet., auf die der Ringbahn 36,3( 36,7 bezw. 35,3) pet. geffen hatte, so wollte er, um in dieselbe zu gelangen, den Weg Wartusch ist bereits vor etwa zwei Monaten in Untersuchungshaft Die Verkehrssteigerung war in der II. Wagenklasse erheblich burch's Fenster nehmen, zu welchem Zwecke er eine Leiter zum Aufgenommen worden. Er war von dem Führer eines feindlichen größer als in der III., und die des Gesammtverkehrs auf der Ring- stieg benutzte. Bei seinen Bemühungen, ein Fenster zu öffnen, stürzte Stammes, einem gewissen Trollmann, wegen Erpressung und Bahn viel bedeutender als auf der Stadtbahn, namentlich bei, den er jedoch auf den gepflasterten Hof hinab, erlitt hierdurch einen Majestätsbeleidigung denunzirt worden. Die Denunziation Arbeiterkarten. Die II. Wagenklasse wird auf der Stadtbahn weit Armbruch, mehrere Kopfwunden und scheinbar auch innere Ver- erwies sich zwar als sehr fadenscheinig, es wurde aber doch für die mehr benutzt, als auf der Ringbahn. Im Verkehr auf Arbeiterkarten legungen, welche seine Unterbringung im städtischen Krankenhause vorläufige Freilassung aus der Haft die angebotene Raution von ist auf der Stadtbahn mit der Einführung der ermäßigten Monats- Am Urban erforderlich machten. farten 1. April 1893 ein Rüdgang eingetreten, der seinen 30 000 m. angenommen. Wartusch gilt in seinen Kreisen als Grund darin hat, daß die Benutzbarkeit der Arbeiterkarten einSchwer heimgesucht. Das betagte Kutscher Quaschning'sche Millionär. Bei seiner damaligen Verhaftung hatte er wohl den geschränkt ist und ihnen daher vielfach die keiner Beschränkung unter- einen Unfall seinen einzigen Sohn. Der junge Mann wollte ein konnte er auch ohne weiteres die hohe Kaution stellen. Inzwischen Ehepaar aus der Biesenthalerstr. 8 verlor vor einem Jahre durch vierfachen Betrag in Tausendmarkscheinen bei sich, infolge dessen liegenden, nur wenig theureren Monatstarten vorgezogen wurden. durchgehendes Gespann aufhalten, wurde dabei überfahren und auf haben sich die feindlichen Stämme wieder versöhnt und wohnen Einen für die Posamenten- Industrie sehr wichtigen Beschluß der Stelle getödtet. Gestern Nachmittag hat nun Frau Quaschning nachdem sie aus ihrem früheren Wohnsize in Neu- Weißensee polizeihat das Kuratorium der städtischen höheren Webeschule in seiner auf dieselbe Weise auch noch ihren Mann verloren. Dieser brachte lich ausgewiesen worden sind in Adlershof. Hier hat ihnen der legten Sigung gefaßt. Um dem angeblichen Mangel an vorgebildeten eine Fuhre Thüren und Fenster nach einem Neubau in der Mattern- Gastwirth Wollstein eine bedeckte, sonst aber offene Halle für den Arbeitskräften in genanntem Gewerbe abzuhelfen, wird ein halb- straße. Als er abgeladen hatte und wieder auf die Straße hinaus Preis von 30 M. pro Jahr vermiethet. In dieser Hausen die beiden jähriger Kursus für weibliche Personen eingerichtet. Der Unterricht fuhr, sah er, wie vom Nachbargrundstück ein Gespann mit einem Stämme am Tage, des Nachts liegen sie auf ihren Wagen, werden. mann fragte an, wie weit die Angelegenheit der Einführung von Schulbädern gedichen sei, welche nach einem Beschlusse der Schulvorstand die Einrichtung von Bädern abgelehnt und die ReGemeinde- Vertretung zunächst in einem Schulhause erprobt werden sollten. Gemeinde- Vorsteher Boddin bemerkt hierzu, daß der gierung ihre Genehmigung versagt habe. Die hierfür angegebenen Gründe seien jedoch nicht stichhaltig, weshalb er empfehle, Beschwerde beim Minister zu führen. Die Vertretung beschließt dem Antrage gemäß. 0 da = Die Bande hat bereits die ganze Gegend unsicher gemacht| Ordnung schuldig gemacht haben, weil er in seinem Verkaufslokal| nichts zu fürchten hätten. Uebrigens feien schon Arbeitsund die Billenkolonie Adlershof gründlich in Mißkredit ge- zum sofortigen Genuß Milch in Gläsern verkauft hatte. Die räume der Firma Maaßen verlegt worden. Die Arbeiterinnen bracht. Um die Gesellschaft wieder los zu werden, hat die Orts Steuerbehörde erblickte hierin die Ausübung des Schankgewerbes müßten auch des Sonnabends bis 8 Uhr arbeiten, was gesetzlich unpolizei rastlos gearbeitet und nun ist der Häuptling Wartusch wegen und beantragte die Bestrafung des W. wegen Steuerhinterziehung. zulässig ware, da nach einer neueren Gerichtsentscheidung der Betrieb Vergehens und Verbrechens in sechs verschiedenen Fällen zur Ver- Vor dem Schöffengericht hatte der Vertheidiger, Rechtsanwalt Felix der Firma sicher als Fabritbetrieb anzusehen sei. Das Verhalten antivortung gezogen und trog der von ihm gestellten hohen Kaution Levy, derzeit ausgeführt, daß die Ansicht der Steuerhehörde neu und des Beamten wurde scharf gerügt. Schulz verivies auf das Bureau wegen Fluchtverdachts verhaftet worden. völlig unhaltbar sei. Nimmermehr könne der glasweise Verkauf von des Verbandes, das Beschwerden entgegennehme und sie der DeffentIn der Spandauer Stadtverordneten- Versammlung am Milch unter den Betrieb des Schankgewerbes fallen. Es stehe dies lichkeit unterbreite. Donnerstag wurde das Verhalten der Polizei in dem gegenwärtigen mit der historischen Entwickelung des Begriffes„ Schankwirthschaft" Bauarbeiter- Ausstand von einem unserer Genossen einer eingehenden in Widerspruch. Es würde ja sonst auch zu den sonderbarsten den Andreas Festsälen. Die Färberei Arbeiter tagten am Sonntag Nachmittag in Besprechung unterzogen. Der Minister des Innern regt in einem Folgerungen führen. Reichelt aus Burgstädt hielt einen Alle die vielen Verordnungen, welche an die Regierungs- Präsidenten gerichteten Rundschreiben nämlich die für den Betrieb von Schankwirthschaften maßgebend find, Vortrag über:„ Erfüllt unsere Organisation bei der wachsenden Vermehrung resp. Neuorganisation der Exekutivpolizei in Städten müßten dann auch für die Milchlofale Blaz greifen, die sämpfe der Tertilarbeiter trotz der angestrengten Agitation nicht den Macht der Unternehmer ihren Zweck?" Er führte aus, daß die mit städtischer Bolizeiverivaltung an. Es heißt in diesem Rund- Thüren müßten nach außen zu öffnen sein, es müßte eine Stämpfe der Textilarbeiter trotz der angestrengten Agitation nicht den erwünschten Erfolg gehabt haben. Das liege an der Judifferenz der schreiben, die in neuester Zeit in einigen Städten vorgekommenen besondere Bedürfniß- Anstalt eingerichtet werden 2c. 2c. Ein tumultuarischen Auftritte hätten gezeigt, daß die Exekutivbeamten Milchhändler, welcher durchaus sicher gehen wolle, sei beim Stadt- Textilarbeiter; von 945 000 in Deutschland feien nur 25 000 orihrer Aufgabe theils nicht gewachsen, theils an Bahl zu gering ge- ausschuß um die Schank- Konzession eingekommen, habe aber den werden. Aber nicht allein könnten die Gewerkschaften größere Vorganifirt. Da tönnten allerdings keine Vortheile für sie errungen wesen seien. Die Vorbildung der Exekutivbeamten jei einesitheils eine Bescheibehalten, bicht er eine folche gebrauchtheile mangelhafte, anderentheils seien die in verschiedenen Städten ge- er mur Milch und nicht einmal Kaffee, geschweige denn Bier theile für die Arbeiter erringen, wenn sich alle in ihnen zusammenwährten Beamtengehälter recht gering.(!) Die Arbeitern: affen schänke. Das Schöffengericht trat diesen Ausführungen bei und schlössen, auch auf gesezgeberischem Gebiete würde mehe erreicht neigten infolge unlauterer Agitation zu Ausschreitungen.( 1) sprach den Angeklagten frei. Hiergegen legte der Staatsanwalt Be- werden, wenn unsere politischen Vertreter so viel organisirte Arbeiter Det in neuerer Zeit wegen feiner Aeußerung:„ Um den rufung ein, um in dieser Brinzipienfrage eine grundlegende Ent- hinter sich haben, wie sie Stimmen erhalten. Eine Diskussion fand Böbel niederzuhalten, genügten die Reitpeitschen des Train- fcheidung herbeizuführen. Leider verfiel der gestrige Termin wegen nicht statt. Bataillons", bekannt gewordene Stadtverordneten Vorsteher Ausbleibens eines wichtigen Zeugen der Vertagung. Die Puzzer hielten am Mittwoch eine Wanderversammlung für Sturm meinte,„ bei der fortwährenden Agitation seien Tumulte wohl Wegen Uebertretung der Polizeistunde hatte der Gastwirth den Osten, Nordosten und Südosten in der„ Urania", Wrangelstraße, möglich; es sei infolge dieser umlauteren Agitation in Spandau schon Gitmann eine Geldstrafe erhalten. Er gebot eines Abends beim ab. Auf der Tagesordnung stand wieder der Antrag, nach welchem ſoweit gekommen, daß nach ihm mit einem Stein geworfen worden Eintritt der Polizeistunde um 11 Uhr den anwesenden Gästen Feier- der Abschlags- Tagelohn von 7 M. auf 7,50 2. erhöht und der im sei";( huhu) Genosse Ducksch schilderte hierauf die Stellungnahme abend und schenkte von da ab auch nichts mehr aus. Die Gäste Jahre 1896 festgesetzte Affordpreis zur Geltung gebracht werden soll. der Polizei in dem gegenwärtigen Ausstande und das provokatorische entfernten sich jedoch nicht gleich, sondern hielten sich plaudernd Einleitend berichtete der Vertrauensmann Kohl über den Verlauf Vorgehen einzelner Beamten. So habe einer derselben brei italienische noch etwa 3/4 Stunden auf. Schöffengericht und Landgericht er- der Versammlungen im Westen und Norden und anschließend hieran Maurer ohne jede Ursache aufgefordert:„ Wenn Euch jemand in den blickten darin, daß Eitmann dies zuließ, eine unzulässige Duldung von über die gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse. Den Ausführungen war Weg kommt, dann haut ihn einfach zu Boden". Durch diese und Gästen. Der Angeklagte legte Revision ein und machte darauf auf zu entnehmen, daß die Attordpreise in der Zeit der größeren Arähnliche Vorkommnisse sowie durch die zahlreichen Sistirungen merksam, daß ihn kein Verschulden treffe, wenn die Gäste gegen beitslosigkeit auch bei den Innenpuzern, die vordem noch einigerwürden die Arbeiter so sehr erregt, daß es schließlich zu Tumulten sein Gebot handelten. Er könne doch nicht mehr thun, als Feier- maßen den Preis gehalten haben, erheblich reduzirt worden kommen konnte; hieran würde aber das unkluge und auch völlig abend gebieten und jeden weiteren Ausschant unterlassen. Das sind. Aber nicht nur daß die Akkordsätze zurückgegangen sind, ungerechtfertigte Auftreten der Polizeibeamten die alleinige Schulb Sammergericht verwarf indessen die Revision mit der Be- auch die Lieferung der Rüstungen und das System der: tragen, denn von seiten der Organisation würde ständig zur Ruhe gründung, das Landgericht habe ohne Rechtsirrthum angenommen, Ratenzahlungen, Mißstände, die schon seit Jahren beseitigt und Gesetzlichkeit gentahnt. Oberbürgermeister Költze verstieg sich Baß der Angeklagte doch noch energischer hätte vorgehen müssen. werden sollten, haben wieder mehr platgegriffen, weil ein Theil der zu der Aeußerung, Herr Ducksch habe einen einseitigen Standpunkt Er hätte das Licht ausdrehen sollen, auch habe er die Hilfe der Puzzer der Bewegung theilnahmslos gegenüber steht. Die Redner, eingenommen; er werde die einzelnen mitgetheilten Fälle, in denen Polizei in Anspruch nehmen können! die sich an der Diskussion betheiligten, waren über die Durch Bolizeibeamte provokatorisch aufgetreten sein sollen, jedoch untersuchen. Es wurde schließlich eine siebengliederige Kommission geund angesichts der bevorstehenden günstigen Konjunktur die Durchführung der in dem Antrage enthaltenen Forderung sehr getheilter Meinung. Während sich einige Redner für den Antrag aussprachen führung sehr gut für möglich hielten, wandten sich andere mit dem Hinweis auf die große Zahl der Indifferenten und der vorherrschen-, Haft, welche Beschlüsse die allgemeine Versammlung, die am 21. d. M. den Intereſſelosigkeit bei den Puzern, gegen den Antrag. Nach dem Ergebniß der bisherigen drei Wanderversammlungen ist sehr zweifelstattfindet, fassen wird. wählt. Gerichts- Beitung. " stand der frühere Stellmacher, jezige Agent Johann Heinrich IngelWegen eines Erpressungsversuches an dem deutschen Kaiser Wegen eines Erpressungsversuches an dem deutschen Kaiser mann, zu Herrenkamp am 28. September 1866 geboren und zu Trupe wohnhaft, vor der zweiten Ferienftrafkammer des Bremer Landgerichts. Er hatte, wie das„ Berliner Tageblatt" meldet, dem theilung gemacht, um eine bedeutende Summe Geldes zu erpressen. Kaiser brieflich von einer angeblichen welfischen Verschwörung Mit Die Verhandlung fand bei verschlossenen Thüren statt und endete mit der Verurtheilung des Angeklagten zu vier Monaten Gefängniß. Versammlungen. 1 Ge Wie man zu einer Anklage wegen Diebstahle kommen Faun, zeigt folgender Fall, der gestern die sechste Straffammer des Landgerichts I beschäftigte. Der Maschinist August Donath ist seit acht Jahren in dem großen Grundstückskompler Meyer's Hof" Solzarbeiter Verband. Eine Versammlung der Vertrauens als Maschinist angestellt. In den Gebäude betrieb der Kammmacher männer für den Bezirk Osten und Nordosten tagte am 7. September, Thomas sein Gewerbe; dieser war nicht im stande, seine Miethe zu von ca. 200 Vertretern besucht, im Lokal von Mann, Straußbergerbezahlen und der Hauswirth ermittirte ihn. Eine Anzahl zurückstraße 3. Nach dem Bericht der Obmänner wurde unter Werkstattgelassener Gegenstände, deren Werth die Miethsschuld noch nicht Der Abrüstungsvorschlag des Zaren, war das Thema, über Angelegenheiten über den Streit bei der Firma Zelder deckte, wurde durch den Gerichtsvollzieher versteigert. In den Ar- welches Paul Jahn am Dienstag Abend den sozialdemokratischen 1. Iathen debattirt. Stus che berichtete über den Verlauf des beitsräumen des Ermittirten fand sich ein kleiner zusammengefegter Wählern des 6. Berliner Neichstags- Wahlkreises in Dahse's Restaurant, Streits und fiber die Verhandlungen während desselben. Redner Haufen von Celluloid- Abfällen vor, die sehr feuergefährlich sind und Brummenstraße, einen fesselnden Vortrag hielt. Nachdem Redner verlas ein Zirkular, welches der Verein der Tischlermeister von nach polizeilicher Vorschrift nicht in größeren Mengen aufbewahrt zunächst die Ursachen und Hilfsmittel Dampffraft, Telegraphie, Often, Nordosten und Südosten an seine Mitglieder versandt hat und werden dürfen. Der Hausbesizer Herr Meher beauftragte daher den Post, Telephon 2c.- des heutigen Welthandels und deren er in welchem dieselben aufgefordert werden, keinen der bei Zelder: Maschinisten Donath, diese Abfälle wegzuschaffen. Letzterer hatte schon staunliche Entwickelung furz erläutert, verbreitete er sich eingehend u. Plathen in den Streit getretenen Kollegen in Arbeit zu nehmen. mehrfach auf Ersuchen des Kammmachers Thomas derartige Abfälle in über die Entwickelung und Ziele der Handelspolitik, über den Kampf Jedem dieser Zirkulare war eine schwarze Liste mit vollständiger der Maschine verbrannt und er wollte den ihm gewordenen Auftrag auch der Industrie und der Landwirthschaft und über die Kolonialpolitik Adressenangabe aller 90 bei Zelder u. Plathen beschäftigt ge= in derselben Art erledigen, als er von dritter Seite darauf aufmerksam und versuchte schließlich auch die fernere Entwickelung des wefenen Arbeiter beigelegt. Bei der Verhandlung mit der gemacht wurde, daß er die Abfälle doch lieber verkaufen solle, da ihnen Welthandels und die Rolle, die aller Voraussicht nach Meister Kommission bemerkte der Tischlermeister Groschfus: immerhin noch ein gewisser Werth inne wohne. Er folgte diesem Rath- Rußland und China darin spielen werden, feinem Die Meister wollten es eventuell auf eine Kraftprobe ankommen schlage und es glückte ihm, aus den Abfällen noch ca. 12 M. Heraus zu Auditorium zut schildern. Durch das ganze schlagen. Seine Freude hierüber war nur von kurzer Dauer, denn Bild aber, das Redner seinen Zuhörern entrollte, trat immer wieder und Nordostens einig, daß diese den Arbeitern aufgedrungene Kraftanschauliche lassen. Demgegenüber waren sich alle Vertrauensmänner des Ostens Thomas bekam von diesem Verkaufe Wind und erstattete und immer deutlicher zu tage, daß die steigende Entwickelung des probe unter allen Umständen ausgefochten werden müsse. gegen Donath eine Diebstahls- Anzeige, indem er be- Kapitalismus die nothwendige Folge der Entwickelung des wurde folgende Resolution beantragt:" Die Versammlung erklärt sich hauptete, daß dieser sich fremde Werthgegenstände wider Sozialismus sei. Erst das Wachsen der Bedürfnisse des Arbeiters, mit dem Vorgehen der Kollegen son Belder u. Plathen voll und rechtlich angeeignet habe. Der eben erzählte Thatbestand genügte der Wunsch des Arbeiters, nicht nur als Schaffender, sondern auch als ganz einverstanden und verpflichtet sich, dieselben moralisch auch dem Schöffengericht, um den völlig unbescholtenen und ehren- Genießender theilzunehmen an den Errungenschaften der Kultur, furz, und finanziell zu unterstügen, speziell dafür so sorgen, haften Mann wegen Diebstahls zu 3 Tagen Gefängniß das Streben des Arbeiters nach einem menschenwürdigen Dasein ist die daß in allen Werkstätten bie Streifmarken regelmäßig zu verurtheilen! Der Verurtheilte legte Berufung ein. Vor der eigentliche Triebfeder der staunenswerthen Entwickelung von Handel und entnommen werden." Straffammer beleuchtete R.-A. Leop. Meyer durch Vorführung Wandel geworden. Nicht durch eine Revolution, durch Barrikaden, zur Annahme. Auch war die Versammlung mit dem Vorschlag. Diese Resolution gelangte einstimmig, einwandsfreier Zeugen die Sachlage derartig, daß mit ihm der nicht mit Pulver und Blei werden wir die Welt erobern, sondern Bogas ch einverstanden, daß jeder Kollege, wenn es zur Durch Staatsanwalt von der Unschuld des Angeklagten überzeugt war, da ganz friedlich werde sich der Umschwung vollziehen; der wirthschaft- führung des Streits nöthig wäre, pro Woche 50 Bf. zeichne. Wie diefer nur einen ihm von seinem Arbeitgeber gegebenen Befehl aus- liche Fortschritt sei die Waffe, die dem Sozialismus zum endlichen bekannt wurde, sollen die Werkstätten von Schätz, Krautstraße, und geführt und durchaus nicht das Bewußtsein einer strafbaren Handlung Siege verhelfen werde. Lebhafter Beifall dankte dem Redner und Otto, Rüdersdorferstraße, an die Firma Zelder u. Plathen liefern. gehabt habe. Das Gericht hob das Urtheil des Schöffengerichts auf da ieder zur Diskussion noch zu Vereinsangelegenheiten Redner sich Die Arbeiter werden dagegen Stellung nehmen. Der Vertrauensund erkannte auf Freisprechung des Angeklagten. Der Antrag des gemeldet, wurde die Versammlig um 11 Uhr mit einem Hoch auf mann von Klug, Fruchtstraße, gab bekannt, daß bei dieser Firma die Vertheidigers, in diesem Falle auch die Kosten der Vertheidigung der die Sozialdemokratie geschlossen. Forderungen bewilligt seien. Sodann wurden aus verschiedenen Staatstaffe zur Last zu legen, wurde abgelehnt. Der Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfs: anderen Werkstellen Mißstände gemeldet und deren Abstellung Nachklänge der Reichstagswahl. Am 6. d. M. Hatte sich arbeiter( Bahlstelle IV) hielt am 29. August er. bei 23ernau, berathen. unser Genosse Otto Klein aus Nigdorf wegen eines Vergehens Schwedterstr. 23/24, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Die Posamentirer hielten am Mittwoch bei Büsching in der gegen§ 17 Abs. 2 des Vereinsgesetzes vor dem Schöffengericht zu Genosse Tübbe de sprach in einem beifällig anfgenommenen Vor- Roßstraße eine Versammlung ab, in welcher Schubert die AbBeeskow zu verantworten. Der Thatbestand war folgender: Klein trag über die historische Entwickelung Berlins". Infolge der vielen rechnung vom Reservefonds erstattete, der einen Bestand von Hatte zum 5. Juni d. J. auf einer Wiese bei Streitberg bei Beeskow Anfeindungen und Angriffe, welche während der diesjährigen 669,55 M. aufwies. Hierauf hielt Albin Reichelt aus Burgeine Wählerversammlung einberufen, und dieselbe rechtzeitig beim Lohnbewegung gegen den zweiten Bevollmächtigten laut wurden, städt einen äußerst interessanten Vortrag, der sich mit den Arbeitsdortigen Amtsvorsteher angezeigt. Darauf wurden vom Amts- legte dieser sein Ant nieder und wurde Aug. Bummert an seiner verhältnissen in der Textilindustrie befaßte. Im nächsten Punkte der vorsteher bei K. Erfundigungen über den Wohnort des Besizers Stelle gewählt. Ferner wurde beschlossen, dem ersten Bevollmächtigten Tagesordnung beschäftigte sich die Versammlung mit den Mißständen der Wiese eingezogen, welche fofort von K. durch Expreßbrief beant- und dem ersten Kassirer für jede Vorstandssigung 50 Pf. zu be in der Posamentenbranche. Es ergreifen das Wort hierzu Berger, wortet wurde, auch wurde gleich mitgetheilt, daß ein Beauftragter willigen. Müller, Bandtke, Schubert und Reichelt. Sämmtliche Klein's sich die Genehmigung zur Versammlung holen werde. In und über die Interessenlosigkeit, welche dadurch sich wieder zeigte, Redner find empört über den winzigen Besuch der Versammlung daß niemand den erledigten Posten im Agitationskomitee annehmen wollte. Berger verliest sodann einen Brief, der einen Ueberblick über eie Arbeitsverhältnisse der Firma Keßler gestattet, wonach für erster Hausarbeit 6 M., fiir Werkstattarbeit 8-12 M., in Ausnahmefällen dem Glauben, daß er den gesetzlichen Vorschriften genügt habe, ließ die am 5. September in den Arminhallen tagte, berichtete Fräulein In einer Schneider- und Schneiderinnen- Versammlung, K. die Versammlung in der Fürstenwalder Zeitung" publiziren. Ba a der über den Kongreß der deutschen Schneider und SchneideNun aber hatte der Beauftragte den Amtsvorsteher nicht angetroffen rinnen, der am 22. und 23. August in Mannheim stattgefunden hat und dadurch die Genehmigung nicht erhalten. lung durfte deshalb nicht stattfinden, und Klein wurde, weil ausführlichen Bericht veröffentlichte. Die Bersamm und über den der Vorwärts" in seiner Nummer 198 bereits einen veröffentlichte. Zander, er die Versammlung vor Eingang der Genehmigung bekannt Diskussionsredner sprach seine Genugthuung darüber aus, daß 15 M. gezahlt werden. gemacht hatte, für schuldig befunden, sich gegen das Vereinsgesetz die Fünferkommission aufgehoben und ihre Thätigkeit dem bergangen zu haben, und zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Vorstand übertragen worden ist. Elektro- technischer Gewerkverein Berlins und Umgegend. Heute Die Kommission hätte Abend 82 Uhr, Schillingstr. 36: Fachkollegen willkommen. Fr eireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 11. Sept., vormittags 9 Uhr, im großen Festsaal der Berliner Ressource, Kommandantenstraße 57: Bersammlung. Freireligiöse Vorlesung. Um 11 Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Wilhelm Bölsche:„ Neuere Fortschritte des Darwinismus“. motle'icher Stenographen Berolit",( benos Sig 115r.) Verein( Ginigungssystem). Bezirk Tettenborn, Wallstr. 91. Dansk Forening ,, Freja". Jeden Sonnabend 9 Uhr, int Restaurant Gäste willkommen. Briefkasten der Redaktion. Vor demselben Gericht hatten sich am selben- Tage die Genossen unmöglich zu aller Befriedigung von Berlin aus ganz DeutschAugust Dohrmann, Albert Reischock, Max Plef und land agitatorisch bearbeiten können. Schwierig wäre die Durch Richard Blietschau, sämmtlich aus Rirdorf, zu verantworten. führung des Beschlusses, die Errichtung von Betriebswerkstätten Sie hatten im April dieses Jahres in Trebatsch resp. Sawall durch die Unternehmer, zu erstreben, sie müsse aber mit aller während der Kirchzeit Wahlflugblätter vertheilt und dafür jeder ein Energie versucht werden. Es empfehle sich vielleicht, zunächst von Ctrajmandat über 15 Mt. erhalten. Die Regierungsverordnung vom Surgie perſucht were empfehre Arbeiterinnen in Oftober 1896, auf grund welcher das Strafmandat erfolgt war, ver- eigenen Betriebsstätten beschäftigten. Das wäre schon ein wesentbietet jede öffentliche, aufsehenerregende Thätigkeit, ferner jede licher Fortschritt. Die vom Kongreß für den Fall der Einführung von Geräusch verursachende Thätigkeit in geschlossenen Räumen. Zwangsinungen empfohlene Betheiligung an allen Innungswahlen Zur Anklage führten unsere Genossen ungefähr folgendes aus: jei durchaus zweckmäßig und nothwendig. Möbius erklärt sich " Da die Flugblätter nur in geschlossenen Räumen verbreitet ebenfalls davon befriedigt, daß die Fünfer- Kommission aufgelöst wurden, so haben die Verbreiter unmöglich eine öffentliche, und es den Kollegen der einzelnen Orte freigestellt worden ist, wieder Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und formen. Sie haben agitationstommiſſionen, einzulegen. auffehenerregende Thätigkeit ausüben fönnen. Er stellt den Antrag, den Ver- Donnerstag von 6 bis 7 1hr abends statt. aber auch keine geräuschvolle Thätigkeit in geräuschvolle Thätigkeit in Innenräumen trauensmann zu beauftragen, in allernächster Zeit eine öffentliche ausgeübt, weil Flugblattbertheilen an und für sich fein Versammlung einzuberufen und als Tagesordnung festzusehen: G. St. 24 beantwortet. Lohnarrest. Ihre Anfrage ist im Vorwärts" vom 8. d. M. inter Geräusch verursacht. Die Angeklagten machten ferner geltend, Welche Maßnahmen gedenken die Berliner Schneider und Schneide- Anklage wegen Unterschlagung einbringen können. Sie können nur Ihre F. B. 26. Nein, denn das würde Ihnen eine daß nach dem Gesez jeder Deutsche das Recht habe, rinnen zu ergreifen, um die Beschlüsse des letzten Kongresses zur Durch- Forderung einklagen und dann in die Sachen das Urtheil vollstrecken lassen. während der Wahl zum Reichstage Agitation auszuüben. Dieses führung zu bringen? Witte mißt der Gesezgebung und der Recht nähmen die Angeklagten auch für sich in Anspruch. Aus alle gewerkschaftlichen Agitation einen gleich hohen Einfluß auf die Ge den angeführten Gründen beantragten unsere Genossen ihre Frei- ftaltung der Arbeitsverhältnisse im Schneidergewerbe bei. Vor allem sprechung. müsse die Forderung der Betriebswerkstätten im Auge behalten Der Vertreter der Staatsanwaltschaft erblickte in dem Flugblatt- werden. Nachdem Ab. Schulz die Bedeutung der Wahlen zu den vertheilen eine gewerbsmäßige, die Sonntagsruhe störende Arbeit, Bwangsinnungen für die kämpfende Arbeiterschaft hervorgehoben und weil wie er behauptete die Verbreiter dafür bezahlt wurden, ha a se sich zur Wahl einer Agitationskommission geäußert hatte, und beantragte Verwerfung der Berufung. wurde der Antrag Möbius angenommen. Diese Behauptung des Amtsanwalts, die er durch nichts verschiedenen Theilte eine Rollegin mit, Im daß ihre Auszu begründen wußte, wurde von unseren Genossen in ent- führungen in der letzten Versammlung über Mißstände sprechender Weise zurückgewiesen. bei der Firma Maaßen eine polizeiliche Kontrolle der WerkHamburg Nach alledem hielt das Gericht für erwiesen, daß die Angeklagten stätten der Firma zur Folge gehabt haben. Der betreffende Wiesbaden Berlin zwar während der Sonntagsruhe Flugblätter vertheilt, sich trotz- Beamte habe in Gegenwart des Chefs ihren München bem aber nicht strafbar gemacht haben und sprach die An- Namen genannt, so daß sie, wenn sie bei Maaßen beschäftigt Wien getlagten frei. gewesen wäre, sicher ihr Brot verloren hätte. In Zukunft müsse Eine für Milchhändler wichtige Frage sollte gestern vor der demnach eine direkte Mittheilung von Mißständen durch die dritten Ferienftraflammer des Landgerichts I erörtert werden. Der Betheiligten unterbleiben; man möge sich an VertrauensMilchhändler W. sollte sich des Vergehens gegen die Gewerbe- personen wenden, die wegen ihres öffentlichen Auftretens Witterungsübersicht vom 9. September 1898, morgens 8 thr. Stationen Barometer stand mm richtung WindWindstärke Wetter Temp. n. T. 5° 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstä e Better Temp. n. 6. 16° 6.= 4° 9. Swinembe. 764 SSO 1wolfent 17 Haparanda 764 NNO 2heiter 5 764 SO 765 SW 765 Still 18 Petersburg 16 Cort 759 NNW 5 wolfig 15 Aberdeen 757 23 2 bedeckt 14 14 Paris 763 Still- polkent 12 14 16 2wolkenl 2wolfen! wolfent 767 SO 2wollent 768 Still wolkent Wetter- Prognose für Sonnabend, den 10. September 1898. Zunächst sehr warm bei schwachen südwestlichen Winden; zunehmender Bewölkung und Gewitterneigung; nachher kühler. Berliner Wetterbureau. Metallarbeiter! Zentralverein der Bildhauer Deutschlands ( Verwaltungsstelle Berlin). Am Sonntag, den 11. September, vormittags, findet eine Berichtigung. In der gestrigen Todes Anzeige Hermann Aulich muß es zunt Schluß heißen:" Die Kollegen der ( nicht Schaller). Montag, den 12. September 1898, abends 8 Uhr: Exkursion nach Späth's Baumschule, Metallwaren- Fabrik von Scherber" 3 öffentliche Versammlungen im ,, Rösliner Hof", Köslinerstr. 8, in der ,, Kronen- Brauerei", Alt Moabit 47/49, im ,, Konzerthaus Sanssouci", Kottbuserstraße 4a. Tagesordnung: Der angekündigte Gesekentwurf zur Beschränkung des Koalitionsrechtes der Arbeiter durch hohe Zuchthausstrafen. Referenten: Paul Litfin, Karl Massatsch und Otto Naether. 116/3 Kollegen! Erscheint Mann für Mann! Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter: Otto Naether, N., Anklamerstr. 44. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. 31/10 Sonntag, den 11. September, vorm. 10% Uhr, bei Herrn Wilke, Andreasstr. 26: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Vereinsangelegenheit. 3. Distusfion. 4. Abrechnung vom diesjährigen Stiftungsfest. Der Vorstand. Sonntag, den 11.September, vormittags 10 Uhr, im Louisenhof", Buckowerstr. 9: Mitglieder- Versammlung Außerordentliche General- Versammlung Der Orts- Krankenkasse der Gelb- und Zinngießer d. Baumschulenweg, statt. Treffpunkt Restaurant Karpfenteich", Köpenicker Landstraße, Treptow, morgens 812 11hr. 20/18 Fernsprecher: Amt IV. 447. Einsegnungs- Anzüge in glatten Kammgarn, Satin, Diagonal- und Euch: 12-27 M. M. stoffen, 1 und 2reihig Schulmeister, Schneider- Dresdenerstr. 4 am Kottb. Th. meister, Sauptstr. 143, Schöneberg. Bitte genau auf die Firma zu achten. Herren- u. Konfirmandenhüte, alle Farben, E nur neue moderne Sachen,[ 5076L* Prima Qualität 1,50 und 2, immer noch Die Arbeitshüte ir 65 Pf. beliebten findet am Sonntag, den 18. 5. M. Hutfabrik- Komptoir Barnimstr. 4 u. 5. Festfälen, Alte Jakobstraße 75 ftatt, Schirm- und Spazierstock- Fabrik vormittags 101/2 Uhr, in Feuerstein's wozu sämmtliche Herren Arbeitgeber, welche/ aus eigenen Mitteln zur Kasse zahlen, und sämmtliche großjährigen Kassenmitglieder, welche der Kasse angehören, hiermit eingeladen der Bau-, Erd- n. gewerblichen Hilfsarbeiter, Zahlstelle V, find.- D.: 1. Bahl von 22 BerGruppe: Rabitspanner und Berufsgenossen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen K. Nieke. 2. Dis fuffion. 3. Verschiedenes. 255/6 Kistenmacher! Montag, den 12. September, abends 8, Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Oeffentl. Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohnkommission. 2. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet[ 94/17] Die Lohnkommission. Achtung! Zimmerer. Achtung! Sonntag, den 11. September, vorm. 10 Uhr, in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 20: Versammlung I des Vereins der Zimmerer Berlins u. d. Umgegend. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Vortrag über: Die Arbeiterorganisationen im Dienste der Kultur. Referent Kamerad Obst. 3. Diskussion. 257/20 Da die regelmäßige Versammlung am Sonntag nach dem 15. in diesem Monat ausfällt, so empfehlen wir den Mitgliedern, die obige Versammlung recht zahlreich zu besuchen. Der Vorstand. Verband der Möbelpolirer. Montag, 12. Sept., abends 8% Uhr, Brunnenstr. 150: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen G. Neuter über: Arbeits: Tosenunterstützung. 2. Discussion. 3. Wahl. 4. Verschiedenes und Ausgabe der Billets zu dem am 8. Oftober in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29, stattfindenden Stiftungsfest. 147/3 Morgen Sonntag: Herrenpartie nach Friedrichshagen u. f. w. Abfahrt früh 71/2 Uhr vom Schlesischen Bahnhof. Der Vorstand. Muffinstrumenten- Arbeiter. Sonntag, 11. September, im Lokal von Lindenhayn, Grünan ( Zum Besten eines seit 28 Wochen kranken Kollegen): BA Großes Zanzkränzchen. Anfang 4 thr. In anbetracht des guten Zwecks bitten wir alle Kollegen, sich recht zahlreich zu betheiligen. Th. Gernt. H. Wustrow. Vergolder. Dienstag, 13. Sept., abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Lage der Versilberer. 2. Verschiedenes. NB. Die Bersilberer werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Rixdorf. 225/12 Sozialdemokrat. Verein ,, Vorwärts" zu Nixdorf. Dienstag, den 13. September, abends 8½ Uhr: Versammlung im Apollo- Theater( früher Viktoria- Säle), Hermannstraße 50. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Ünt zahlreiches Erscheinen ersucht Möbel 232/10 Der Vorstand. und Polsterwaaren. Reelle Arbeit. Gauze Einrichtungen zu billigen Preisen.[ 58782* Franz Tutzauer, Brunnenstraße 152. Während des von 49 Vertretern der Arbeitnehmer. 3. Verschiedentes. Berlin, 9. September 1898. 8506 Der Vorstand. Arbeiter Radfahrer- Verein Berlin". Sonntag, 11. Sept.: Tour nach Angermünde ( 75 Kilometer). Abfahrt Königsthor. 1. Abth. 5 Uhr 20 Kilometer: Tempo) 2. Abth. 1/26 Uhr Bei schlechtem Wetter per Bohn Abfahrt 6 Uhr Stettiner Bahnhof. Nächste Versammlung Donnerstag, den 15. September, Schönleinstr. 6. " RRV FALKE' 1897 19/1 Achtung! Heute Abend, den 10. September, feiert der ArbeiterRadfahrerVerein ,, Falke" Rixdorf ( Witgl. d. Arb.-Radf.-B., Solidarität") fein 1. Stiftungsfest in der Vereinsbrauerei, Rirdorf, Hermannstraße. Freunde u. Gönner des Vereins sind hiermit freundlichst eingeladen. 8516 Sigung jeden Donnerstag, ab. 9 Uhr, in der Vereinsbrauerei. Herren und Damen als Gäste stets willkommen. Sonntag, den 11. September: Pferdebucht Gr. Erntefest. Beluftigungen aller Art. bolt[ 59032] 1. Dak, Chausseestraße 102, Berlin N., neben den Germania- Sälen. Reparaturen und Bezüge schnell, sauber und billig. 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Verantwortlicher Redakteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin, 8536 Br. 212. 15. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 10. September 1998. Ausfall der Reichstagswahl in der Provinz Brandenburg. Wahlberechtigten. Daneben fällt auch die Stärke der Wahlbetheiligung ins Gewicht. = rechnerischen Nachweis erblickt, den der Verfasser über Produktion und Konsum' im Sozialstaat unternommen. Wir können diesem Lobe Nach der unten stehenden Tabelle sind absolute 3u nicht beipflichten, viel eher den Ausstellingen, die Kautsky an der nahmen in allen Kreisen mit Ausnahme von Zauch- Belzig- folonialen Zwangsarbeit- Theorie von Atlanticus zu zu machen sich ge Luckenwalde zu verzeichnen, der trotz einer Zunahme von 837 Wählern nöthigt sieht. Nach Atlanticus fönnte nämlich ein europäisches sozialisti 216 sozialdemokratische Stimmen weniger aufweist. Eine proiches Gemeinwesen nur dann seinen Mitgliedern ein kulturgemäßes gentuale Abnahme der sozialdemokratischen Stimmen ist im Dasein gewähren, wenn es tropische Kolonien befäße und en Verhältniß zu der Anzahl der Wahl berechtigten( trog der Bewohner zur Zwangsarbeit in allerdings humaner Form ante. absoluten Zunahme von über elftausend jozialdemokratischen Stimmen) An diese Theorie knüpft selbst Kautsky, der sonst dem Buch wohl will, im Riesenfreis Teltow- Beeskow- Storkowo vorhanden. eine ausführliche Poleiit, meint aber dann doch wieder, diese Theorie Der Brandenburger Provinzial- Parteitag findet an diesem Sonntag statt. Auf seiner Tagesordnung steht u. a.: Was lehren uns die letzten Reichstagswahlen?" zur Vorbereitung der Debatte hierüber erscheint es zweckmäßig, die Resultate der Hauptwahl in der Provinz Brandenburg zu kennen. Die in der nachstehenden Tabelle enthaltenen Zahlen sind, soweit sie sich auf die Wahlen von 1890 und 1893 beziehen, der amtlichen Rach den offiziös veröffentlichten Zahlen betrug die Gesammtzahl sei für die Bedeutung dieser Schrift unerheblich, da ja Atlanticus die Statistik entnommen. Die Zahlen für die Resultate vom Jahre der Wahl berechtigten im Deutschen Reiche 11 440-353 Stimmen. Zwangsarbeit in den Kolonien nicht ohne Entgelt vor sich gegen lassen 1898 habe ich den Mittheilungen der Vertrauensleute, den Kreis- Hiervon lauteten nach derselben Quelle 2 105 305 Stimmen für einen wollte. Wir halten diese Zwangsarbeit- Theorie schließlich noch für den blättern und amtlichen Quellen entnommen. Wenn dennoch hier und sozialdemokratischen Kandidaten. Der Prozentsaz der sozialdemokra- geringsten Fehler, der an dem Buche zu entdecken ist, immerhin aber sollte, so kann sie das Gesammtresultat nur wenig verändern. Die Reiche beträgt 18,40. Hätte er den Verhältnissen des Regierungs- charakteristisch. Wie in den Kolonien Zwang herrschen soll, so hat Zahl derer, die ihr Wahlrecht ausgeübt haben, bezieht sich auf die bezirks Potsdam entsprochen, so hätte Deutschland 3 114 044 sozial- atlanticus heute schon in seiner Schrift seine Zwangstheorie den, @giltigen und ungiltigen Stimmen. demokratische Stimmen aufzuweisen. Dem Stärkeverhältniß im heutigen wirthschaftlichen Verhältnissen gegenüber seiner ZukunftsAm wesentlichsten erscheint mir für die Frage, ob und in welcher Frankfurter Regierungsbezirt entsprächen 2286 927, dem in der konstruktion zu liebe zur Durchführung gebracht. Höhe wir in der Provinz Brandenburg Fortschritte gemacht haben, Provinz Brandenburg 2797 166 fozialdemokratische Stimmen im ein Vergleich der sozialdemokratischen Stimmen zu der Anzahl der Gesammt- Deutschland. 13 Kreis Westprignit Prenzlau- Angermünde Wahlberechtigt waren im Jahre Gewählt haben im Jahre Sozialdemokratisch haben gewählt im Jahre Von 100 Wahlberechtigt. Bu(+) resp. Ab- Prozentsatz nahme(-) der sozialdem. der d. sozial- Bahl d. WahlStimmen zu haben ihr berechtigten im Jahre ausgeübt im 1893 1898 Jahre demoWahlberech fratischen tigten Stimmen Wahlrecht pt. 1893 1898 673+ 423 10,30 12,25 71,7 70,0 302+ 401 8,85 10,45 73,4 68,8 602+ 645 10,83 12,81 68,1 64,6 334+ 420 13,88 14,87 67,4 65,4 22,33 25,21 80,7 75,4 35,45 36,61 72,7 67,6 26,28 29,32 74,4 76,1 37,95 82,1 84,3 21,89 68,1 66,3 31,63 75,7 64,1 27,22 von von 1890 1893 1898 1890 1893| 1898 1890| 1893| 1898 1893-98 1893-98 pt. 16 918 17 456 18 129 11 793 .. Oftprignitz 16 035 16 262] 16 564 12 688 12 524 12 693 11 930 11 383 323 27 1 798 2 221+ 1 330 1731 Ruppin- Templin 27 476 28 671 29 273 19 687 19 522 18 901 433 3 105 3 750 24 761 26 086 26 420 15 256 17 579 17 278 1 704 3 509 3 929+ Ober- Barnim 17 879 19 056 20 133 14 264 15 367 15 189 836 4 254 . Nieder- Barnim*) 38 958 48 075 62 874 29 642 34 413 42 498 13 362 17 044 Potsdam- Osthavelland 33 112 38 590 39 972 24 159 28 724 30 405 4 977 10 140 Westhavelland 20 530 22 339 24 440 17 436 18 337 20 593 6 285 7 712 Bauch- Belz.- Luckenwalde 32 120 33 613 34 450 22 546 22 880 22 851 6 525 7758 Teltow Beest.- Storfow 65 943 87 911 134 993 49 958 66 590 86 465 19 169 31 424 Reg.- Bez. Potsdam. 338 059 407 248 88 074 5 076+ 1077+ 822 23 017+ 14 799+ 5 973 11 618+ 1382+ 1478 9 263+ 2101+ 1 551 7542+ 837 216 42 699+ 47 082+ 11 275 110 846+ 68 285+ 22 772 34,53 23,08 35,75 26,05 Arnswalde- Friedeberg 20 071 20 502 20 021 12 252 13 237 13 095 923 743 1 362 Landsberg- Soldin 28 001 30 211 29 276 21 691 18 541 19 878 232 3 823 4 940 20 658 21 345 21 769 15 087 14 460 14 329 2 383 3 380 3538+ Frankfurt- Lebus 31 974 32 114 33 298 23 219 24 116 24 514 6 941 9 122 9 902+ 1184+ • Sternberg 19 811 19 580 19 879 19 110 10 019 10 061 52 1005 1 346+ Billichau- Krossen 21 821 22 746 22 961 12 370 14 881 13 824 1 479 2 066 2487+ 9,09 Guben- Lübben. 21 719 22 426 23 019 16 905 17 498 17 483 2 882 3 107 • 4 373+ 593+ 1 266 13,86 23 018 23 224 24 724 19 718 19 709 20 119 6 052 7012 8 863+ 1 500+ 1851 31,93 Kottbus- Spremberg 23 186 24 910 25 216 18 812 19 396 20 392 5 610 6 452 7 950+ 1 306+ 1498 26,98 26 055 28 472 31 224 19 448 22 355 22 368 2 585 3 868 5 487+2 752+ 1 619 244 530 251 387 338 059 407 248 582 589 658 635 Königsberg i. N.-M. Sorau Kalau- Luckau Reg.- Bez. Frankfurt. Hierzu: Reg.- Bez. Potsdam ° Provinz Brandenburg • 481+ 619 3,62 6,80 64,6 65,4 935+ 1917 10,00 16,53 61,4 67,9 424+ 158 15,84 16,25 67,7 65,8 780 28,40 29,76 75,1 73,7 299+ 341 5,13 6,77 51,2 50,6 215+ 421 10,83 65,4 60,2 18,99 78,0 75,9 35,85 84,9 81,4 31,92 81,1 83,0 13,58 17,57 78,9 71,6 16,27 19,99 39 778 50 248+ 6 857+ 10 470 88 074 110 846+68 285+22 772 127 852 161 094+ 75 142+ 33 242 21,94 24,45 . *) Im Nieder- Barnimer Kreise kamen 1898 4080 Wahlberechtigte hinzu, die 1893 aus Versehen mit Berlin wählten. Von diesen 4080 Wahlberechtigten übten 2429( also nur 59,5 pct.) ihr Wahlrecht aus. Hiervon stimmten 1778 sozialdemokratisch, 651 für andere Parteien. Nach Abzug dieser 4080 steigt der Prozentsaz der Wahlbetheiligung Nieder- Barnims auf 69,9 pCt. und fällt der Prozentsatz der sozialdemokratischen Stimmen auf 36,25 pCt. Verbandstag der Tabakarbeiter. Offenbach, den 8. September. lebhaft rc. Wyneken, Dr. Ernst Fr., Pastor zu Edesheim in Hannover. Eine Reichstagswahl- Predigt am 1. Sonntag nach Trinitatis über Lukas 16, 19-31. Berlin 1898. Druck der Vaterländischen Verlagsanstalt. Es ist eine heifle Sache, wenn Pastoren in ihren Predigten politische Themata behandeln wollen. Und wenn ein Pastor temperamentvoll angelegt ist, oder wenn er einen ausgesprochenen Parteistandpunkt vertritt, dann ist ihm von vornherein zu rathen, das politische Gebiet lieber nicht zu streifen, sonst treibt er einen Theil seiner Zuhörer aus der Kirche heraus. Gegen die Reichstagswahl- Predigt des Pastors Dr. Wyneken ist nun allerdings nicht einzuwenden, daß er parteiisch geworden wäre. Wenn der erfolgen follte, so wird er von gegnerischer Seite kommen, nach deren. Ansicht Pastor Wyneken unsere Bartei wohl zu objektiv beurtheilt haben dürfte. Denn Wyneken sagt unter anderem in seiner Predigt, daß die Sozialdemokratie, ob mit Recht oder Unrecht bleibe dahingestellt, sich thatsächlich die Stellung einer Vertreterin der Besiglosen erworben habe. Er geißelt die Unterlassungssünden der Besitzenden ziemlich mitleidslos und meint, da der Sammlungsruf von hoher Stelle ohne Zweifel die Besitzenden gegen die Besizlosen aufgerufen habe, es den Besiglosen erst recht nicht zu verdenten sei, wenn sie ihr Wohl und Wehe am besten selbst zu vertreten glauben. Die Tendenz der Reichstagswahl Predigt geht nun dahin, die Zuhörer der ungeheuren Berantwortung bewußt werden zu lassen, die die Wahlentscheidung ihnen vor dem Angesichte Gottes auferlege. In dem Kampf der verschiedenen Interessen gelte allen Parteien die Meinung des Apostels im ersten Briefe an die Thessalonicher, daß niemand zu weit greife noch vervortheile einen Bruder im Handel, denn der Herr ist Nächer über das alles." Offen gestanden, glauben wir taum, daß solche Predigten die verschiedenen politischen Parteien huldigenden Zuhörer befriedigen oder gar erbauen können. r- r. Jacob Reumann. Die städtische Arbeitsvermittelung als Mittel des Kamfes gegen die Sozial= demokratie. Wiener Arbeiterbibliothek, 6. Heft, erste Wiener Volksbuchhandlung.( Ignaz Brand) 1898. Das Schriftchen ist für österreichische Verhältnisse, speziell für die Stadt Wien und ihre Arbeiter geschrieben und beschäftigt sich mit dem am 1. September in Funktion tretenden städtischen Stadt Wien, das im GegenArbeitsvermittelungsamte der satz zu den kommunalen Nachweisen im Deutschen Reiche die Arbeiter von der Verwaltung des Nachweises direkt ausschließt. Wir erfahren die Entstehungsgeschichte dieses städtischen Vermittelungsamtes und sehen, wie die Partei des Dr. Lueger in dieser Neu- Einrichtung ein Mittel erblickt, die Arbeiter für die christlich= soziale Politik zu gewinnen. Der Verfasser wendet sich durchaus nicht wenigsten beklagen, daß sie an literarischen Versuchen, die Zukunft grundsäßlich gegen den Gedanken der kommunalen und zentralistischen auszumalen, zu kurz gekommen sei. Als wir die vorliegende Arbeitsvermittelung überhaupt; im Gegentheil, er weist ausdrücklich Broschüre int die Hand bekamen, wurden wir auf das Beispiel in Deutschland hin, wo in allen städtischen Arbeitsan den feligen Bezler erinnert, obwohl der Versuch von Atlanticus, nachweisen auf die Theilnahme der Arbeiter an der Verwaltung Rücksicht In der heutigen Sigung entwickelte sich eine rege Debatte über die Produktion und den Konsum im Sozialstaat zu schildern, vom genommen wird. Allerdings meint der Verfasser, daß dieser Einfluß den Siz und die Zusammensetzung der Kommission, die statistisches Standpunkt der neuesten Fortschritte in der Produktion ausgeht, um der Arbeiter noch ein stärkerer werden müsse, als er gegenwärtig Material über die Arbeitslosigkeit beschaffen soll. Beschlossen wird seine Schlußfolgerungen auf den Zukunftsstaat zu machen. Wir ist. Während aber in Deutschland den Arbeitern ein Zusammengehen Stuttgart wird Siz der Kommission und Joseph Wildemann wollen allen diesen Versuchen, den Zukunftsstaat zu schildern, ihre mit den kommunalen Nachweisen ermöglicht sei, würden die öfterVorsitzender derselben. Der von Lübeck, Apolda, Frankfurt a. M. agitatorische Bedeutung nicht absprechen. Wenn man jemand ge- reichischen Arbeiter durch eine Organisation der Aemter, wie sie in und Hamburg gestellte Antrag: Ueber die Arbeitslosenunterstützung winnen will, so sucht man die eigenen Pläne in voller Aus- Wien in Wirksamkeit tritt, direkt vor den Kopf gestoßen. Und darum ist eine Urabstimmung herbeizuführen wird ohne Debatte abführung möglichst hübsch, möglichst verlockend darzustellen. fei gegen das städtische Arbeitsamt entschieden Opposition zu machen gelehnt. Dann wird in die Diskussion bezüglich der Reise- Unter- Man soll sich jedoch immer und überall bewußt bleiben, und Gegenmaßregeln zu ergreifen, die darin bestehen, daß die Arftügung eingetreten. Nach Schluß der Debatte werden folgende An- daß alle Blicke in den Zukunftsstaat mehr oder weniger beiter die Arbeitsvermittelung selbst in die Hand nehmen und ihre als Auslassungen von phantasie- begabten Schriftstellern zu behandeln Nachweise durch Zentralisation wirksam gestalten. rc. 1. Rach 26 wöchentlicher Beitragsleistung Reise- Unterstüßung sind. Im Anschluß an einzelne fortgeschrittene Erscheinungen inner nur auf die Dauer von 13 Wochen zu gewähren nach den jetzt halb der gegenwärtigen Produktion oder auch des Konsums seßen Der rothe Bismarck. Berlin 1898. Verlag von W. Pauli's Nachgiltigen Unterstüßungssätzen. Nach 104 wöchentlicher Beitragsleistung fie mit mehr oder weniger Berständniß für die wirthschaftlichen Zu- folger( H. Jerosch). kommen die jetzt geftenden Bestimmungen des Statuts mit der Ab- sammenhänge ihre dichterische Phantasie in Bewegung und demon- Wer wird die Erbschaft Bismard's antreten, wer allein tann änderung in Amvendung, daß an einem Tag und an einem Orte striven, wie leicht doch eigentlich die sozialistischen Forderungen durch sie antreten? Der Titel der Broschüre, die wegen der Charakteriſtik nicht mehr als für 75 Kilometer Unterstützungsgeld ausbezahlt zuführen wären. Die vorliegende Zukunftsschrift zeichnet sich ja Bismarck's selbst wie seiner blinden Anhänger und extremen werden darf." 2. Die Reise- Kontrollscheine sind abzuschaffen." bor andern wesentlich dadurch aus, daß sie eine Menge wirthschaftlicher Gegner lesenswerth ist, wenn wir auch nicht die einzelnen Aus3. Wenn ein Mitglied nachgewiesenermaßen auf Verschreibung eine und technischer Details mit großem Fleiß zusammenträgt. Aber führungen fammt und sonders unterschreiben möchten giebt Aber fübrigens Vismard's innerste Triebkraft wird der andere Arbeitsstelle antritt, so ist die volle Tour auszubezahlen." damit, daß an mehreren Beispielen gezeigt wird, was die heutige Groß die Antwort. Als 4. Folgender Antrag wird dem Vorstand überwiesen:" Tabak- produktion in einzelnen Betrieben schon zu leisten vermag, damit sind Drang zur Freiheit des Handelns Handelns, zur Bethätigung der arbeiter und Arbeiterinnen, die im Auslande einer der noch lange nicht die Widerstände beseitigt, die der Entwickelung der vorhandenen Kräfte bezeichnet. Der Junker Bismard sei eine modernen Arbeiterbewegung entsprechenden Organisation an Großbetriebsform in der harten Wirklichkeit entgegenstehen. Wenn Erbschaft, die daher dem werkthätigen und aufstrebenden gehörten und ihre Pflichten voll erfüllt haben, treten bei ihrer Bu- Atlanticus auf grund eines von ihm selbst als ideell bezeichneten Bolt zufalle, weil die hohen Erben, denen er sich zugedacht, die Kunſt reise als Mitglieder des Unterstüßungsvereins deutscher Tabatarbeiter landwirthschaftlichen Musterbetriebes uns vorrechnet, daß allein in über und erhalten in einer der Grenz- Zahlstellen sofort für die zurückgelegte Tour 2 Pf. pro Kilometer, jedoch im Höchstbetrage von träge angenommen: " 1 3 M. fir 150 Kilometer." -Darauf wird zur Berathung der Anträge übergegangen, die die Sterbegelder beim Ableben der Ehehälfte eines Mitgliedes betreffen. Nach längerer Debatte wird ein Antrag angenommen, die Unterstützung beim Ableben der Ehehälfte ist in der bisherigen Form beizubehalten. Die über die beantragte Erhöhung der Unterstützungssäge bei Streits gepflogene Distuffion ergiebt die Ablehnung der Erhöhung sowie jener Anträge, die die Unterstützungsfäße für alle Orte gleich beniessen wollen. Beinahe hundert Anträge aus den Mitgliedschaften befürworten Umzugsgelder für verheirathete Mitglieder. Die Debatte über diese Anträge ist eine sehr lebhafte. Die Generalversammlung beschließt:" Unterstützung zum Ortswechsel an Mitglieder, welche einen eigenen Haushalt führen." nicht mehr verständen, ein solches Erbe anzutreten. Geistreiches Spiel mit weit hergeholten Parallelen mengt sich mit einzelnen treffenden Bemerkungen, die zeigen, daß der Verfasser des rothen Bismard" nicht roth genug ist, um mit der Bismarck'schen Politik zu brechen und nicht blinder Anhänger Bismard's genug, um den Sieg des Sozialismus zu bezweifeln. Vermischtes vom Tage. r.-r. der Landwirthschaft von 8 Millionen Arbeitskräften über 5 Millionen gespart werden könnten, so wollen wir ihm gern glauben, daß seine Berechnung unter den Verhältnissen, wie er sich den landwirthschaft lichen Betrieb in Deutschland vorstellt, durchaus richtig ist. Aber des Atlanticus Vorstellung deckt sich eben nicht mit der Wirklichkeit: hier liegen die Dinge ganz anders, als sie Atlanticus sich denkt. Ja, wenn der Verfasser unter einer total anderen Tendenz seine Berech mungen vorgebracht hätte, wenn er uns gezeigt hätte, daß wir in der Wirthschaftspolitit alles aufzubieten haben, um den Großbetrieb Ein Grünenthaler" über 1000 Mark wurde bei der zu fördern und zu verallgemeinern, tenir er die Produktivität des Reichsbank- Nebenstelle in Gleiwih angehalten. Großbetriebes durch seine Berechnungen ad oculos demonstrirt In Ebersheim wollte eine Frau nachts die oberen hätte und weiter, aber auch gar nichts weiter mit seiner Broschüre Fenster schließen und stellte sich zu diesem Zwecke auf eine Wiege; hätte bezwecken wollen, so würde jeder Beurtheiler über das diese tippte um, die Frau stürzte aus dem Fenster. Man trug ste Wertchen des Lobes voll sein müssen. Aber in feiner jegigen todt vom Platze.Tendenz ist es vom politischen wie vont wissenschaftlichen Stand- Barbarei. An dem alten Lambertithurm in Münster punkt sehr schwer für die Sozialdemokratie zu verwerthen. Wiffen- hingen die drei Käfige, in denen die Wiedertäufer Jan von Leyden, schaftlich ist die Broschüre unseres Erachtens so wenig wie die Schrift Krechting und Knipperdolling zu Tode gemartert wurden. Der neue eines modernen Theologen, der sich vielleicht nach ganz wissenschaft- Thurm, der in einigen Tagen von seinem Gerüst befreit wird, for licher Methode mit dem Leben nach dem Tode beschäftigt. Politisch nun ebenfalls mit den Zeugen mittelalterlicher Barbarei geziert unhaltbar ist sie aber deswegen, weil sie von den heutigen wirth- werden. Da aber die alten Käfige zu dem neuen Thurm nicht schaftlichen Zuständen und den wirthschaftlichen Möglichkeiten ihrer paßten, so hat man neue gothische" Käfige anfertigen lassen und Veränderung gang abstrahirt und wieder einmal von der Annahme will sie an den Thurm hängen. Pfui Teufel! nebeneinander liegen, feine Umzugsgelder gewährt werden, wenn haft geschehe. Die Sozialisirung der Produktion fann aber nicht ein Brief mit 100 000 m. Inhalt gestohlen. ferner wird beschlossen, daß italiedern in Ortschaften, die ausgeht, als ob die Sozialiſirung der Gesellschaft gleichsam sprung. In Münster wurde aus einem verſchloſſenen Boftwagen der Umzug innerhalb dieser Ortschaften geschieht. Nach diesen von einer Zentralstelle aus organisirt werden, sondern, wie die Bei Köthen wurde ein 16jähriges KinderBeschlüssen erhalten nunmehr alle Mitglieder die Umzugsgelder, so- gesammte Produktionsgeschichte lehrt, hat sich noch jeder Fortschritt mädchen todt im Ziethebach aufgefunden. Es liegt ein Luftfern diese Bedingungen erfüllt sind; bisher wurden sie nur an Ge- der Wirthschaftsordnung aus der früheren gleichsam wie aus dem mord vor. maßregelte gewährt. Mutterschooße entwidelt. Daß dabei die Organisation mitwirkt und- 500 Jahre auf demselben Hofe sigt in ramst zur Zentralisation der Produktion führt, soll nicht bestritten werden. bei Schlochau die Familie Korsaet. Wir wenden uns nicht etwa gegen Einzelheiten der Broschüre, fondern gegen ihre Grundtendenz. Man hat seinerzeit die Köhler'sche wie die Türk'sche Broschüre in ablehnendem Sinne in der Parteipresse besprochen und zwar mit Recht. Mag im einzelnen die vor- c. e. Jn St. Louis wird sich nächstens eine Gesellschaft mit liegende Schrift richtigeres Material systematisch verarbeitet haben, einem Kapital von 20 Millionen Mart bilden, welche das Fisch- und Die Beschäftigung mit der Zukunft ist nicht nur ein Bedürfniß ihrem Wesen nach ist sie nichts anderes wie eine Neuauflage dieser Austern- Geschäft in den Vereinigten Staaten und Kanada monopolisiren will. des einzelnen Menschen, sondern auch politischer und wirthschaftlicher längst von der Partei verurtheilten Zukunftsschildereien. Parteien. Namentlich hat jede aufstrebende Partei ihre besonderen Karl Kautsky hat der Broschüre ein sehr lesenswerthes GeleitIn verschiedenen Städten des Staates Mississippi Butunftstheoretiker. Und die Sozialdemokratie tann sich am aller- wort vorangeschickt, in dem er den Vorzug des Buches in dem( Nordamerika) ist das gelbe Fieber aufgetaucht. § 10 soll nach Beschluß der Generalversammlung folgenden Busay erhalten:" Umzugsunterstügung fönnen solche Mitglieder er halten, welche dem Verband mindestens drei Jahre angehören und zwar in Höhe der Kosten. Bei Maßregelung hat die Karenzzeit keine Giltigkeit." Literarisches. Atlanticus: Ein Blick in den 8utunftsstaat, Produktion und Konsum im Sozialstaat. Stuttgart 1898, Verlag von J. H. W. Diez Nachf. -In Saint- Juſt( Ardèche- Departement) warf eine Frau ihre beiden Kinder in den Fluß und sprang nach. Die drei Leichen wurden erst nach 24 Stunden aufgefunden. Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theaker. Sonnabend, den 10. Septbr.: Opernhaus. Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Anfang 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Galeotto. An: fang 72 Uhr. Deutsches. 72 Uhr. Die Weber. Anfang Lessing. Eheliche Liebe. 71/2 Uhr. Anfang Urania Taubenstr. 48/49. Täglich: Vom Matterhorn z. Jungfrau. Invalidenstr. 57/62: Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Berliner. Othello. Anfang 7% 15. Passage- Panopticum. Neues. Ottilie. Anfang 72 Uhr. Residenz. Frühlingswende. Hierauf: Eifersucht. Anfang Uhr. Metropol. Das Paradies der Frauen. Anfang 72 Uhr. Schiller. Der politische Kannegießer. Anfang 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 71/2 Uhr. Belle Alliance. Ueber Land und F Meer. Anfang 8 Uhr. Oftend. Schlung sel. Wwe. Anfang 8 Uhr. Luisen. Seine Puppe. Hierauf: Entdeckt. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. # Leopoldi Fregoli( Verwandlungs: tünstler). Relampago. Eldorado. Anfang 8 Uhr. Alexanderplat. Demi Monde. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor: mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern: warte, Operntelephon. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Im Theatersaal von 6 Uhr ab: ThéâtreVariété. Ohne Extra- Entrée. Neues SeptemberProgramm. Heute 25 Pf. Entree. Geöffnet v. vorm. 9 bis abds. 10 Uhr. Luisen- Theater 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Seine Puppe. Apollo. Spezialitäten Borstellung. Boltsstück mit Gesang in 3 Atten Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Spezialitäten- Bor: stellung. Anfang 7 Uhr. Baffage Panoptikum. Spezialis täten- Vorstellung. = Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonnabend: Der politische Kannegießer. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Der politische Kannegießer. Sonntag abends 8 Uhr: Kabale und Liebe. Montag: bon Max Schönau. Musik von Fritz Krause, deutschen Verwandlungsschauspielers Hierauf: Auftreten des ersten, A. Angeloti in feiner Tragikomödie: Entdeckt! Zum Schlusse: Sinfonia Cosmopolita. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu Fleinen Breifen: Wilhelm Tell. Abends 8 Uhr: Seine Puppe. Angeloti. Dienstag, den 13. September cr.: Mit neuer historischer Aus: ftattung unter Regie von Ludwig mann von Benedig. Masson. Zum 1. Male: Der Kauf: Der politische Kaunegießer. Feen- PalastCentral Theater Direktion: J. Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus: Geschichte. Operette in 3 Atten von Owen Hall. Musik von Sidney Jones. Deutsch von C. M. Röhr und Julius Freund. In Szene gesezt von J. Ferenczy. Dirig. Hr. Kapellmstr. E. Goldmann. Kaffen- Eröffnung 61/2, Anfang 72 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr zu bedeutend ermäßigten Preisen: Der Bogelhändler. Operette in 3 Aften von West und Held. Musik von Carl Zeller. Metropol Theater. Behrenstr. 55-57. Direktor: Rich. Schultz. Theater Telephon Amt I. Nr. 378. Kaffe- Telephon Amt I. 2126. Novität. Bum 8. Male: Novität. Das Paradies der Frauen. Gr. Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 6 Bildern nach Blum u. Toché's Madame Satan" von Jul. Freund, Mufit von Jul. Einödshofer u. Bertr. Sänger. In Szene gesetzt vom Dir. Richard Schult. Der choreographische Theil v. Balletmeister Louis Gundlach. Jm 2. Bilde: Ballet u. Die Moden des Jahrhunderts.( 60 Damen.) Jm 6. Bilde: Eva's Vermächtniß, großes Balletbild mit Apotheose ( 80 Damen). Breife der Pläße: Orchesterfauteuil 4,50 M., Barketfauteuil 3 M., Parket 2 M., Promenoire 1,50 M. Bon 9 Uhr ab 1 M. Anfang der Vorstellung 1/28 Uhr. Ende 11 Uhr. Morgen und folgende Tage: Das Paradies der Frauen. Restaurants unter Leitung des Hoflieferanten 2. Schaurté. Konzert der TscherkessenKapelle Petrow. Oftend Garl Weiß- Theater. P Gr. Frankfurterstr. 132. Novität! Bum 4. Male: Novität! Schluntz sel. Wwe. Gesangsburleske in 3 Atten bon O. Haneld, bearbeitet v. J. Dill. Musit von G. Steffens. Anfang 8 Uhr. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Morgen u. folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Jm Konzert- Garten Gr. Konzert und Spezialitäten- Vorst. Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Direktion: Winkler und Fröbel. Nur noch bis Donnerstag: Rich. Winkler u. Wilh. Fröbel in der erfolgreichen Gesangs: Burleste ' s ist unheimlich! Dazu das mit großem Beifall aufgenommene Specialitäten- Programm. Neu! Carola Carla. Neu! Prima- Ballerina und Verwandlungs- Tänzerin. Anf. 72 Uhr, Sonnt. 6 Uhr. Entree 50 Pig. Freitag, den 16. September: Erstes Auftreten des ersten deutschen Original- Bliz- Verwandlungs- Schauspielers Fred Edlawi. Victoria- Brauerei. Lützow- Strasse 111/112 Vorlegte Vorstellung. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Nöhl, Schneider und Schrader). Anfang 8 Uhr. Sonntag, den 11. September: Abschieds- Soirée. Sonnabend, 17. Sept.: Erfte Soiree In den Reichshallen. ( Im großen Theatersaal.) Sumoriffisch orchestraler Eröffnungs- Festprolog v. Meysel. Vor der Soiree: Gr. Konzert. Anfang der Soiree präzise 8 Uhr. Kaffenöffnung 6 Uhr. Entree( Saal durchweg) 50 Pf., Vorvert. 40 Pf., Num. Balkon 75 Pf., Balton: Logen 1 M., Orchester- Logen 1 M. 50 Pf., Fremden- Rogen 2 M. Die Kaffe ist vom Sonntag, 11. September an in den Reichshallen täglich von 11-1 Uhr geöffnet. Prater- Theater, Reichshallen- Restaurant Kastanien- Allee 7/9. Benefiz für das Schauspiel- Personal und Gebr. Milardo. ( bom 17. Septбr. an): Jeden Abend: Großes Konzert des 24 Mann starten Reichshallen Orchesters mit seinem populär Robert und Bertram. amüsanten Repertoire.( KapellBoffe mit Gesang in 3 Abtheilungen von Räder. Auftreten sämmtlicher engagirten Spezialitäten. Konzert u. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf., num. Platz 50 Pf. Kalbo. meister Mar Schmidt). Jeden Mittag: Grossartiger Mittagstisch. Während des Diners: Tafel- Musik des gesammten Reichshallen- Orchesters. Restaurations- Chef: Felix Müller. Küchen- Chef: Fritz Schallié. AUSSTELLUNG am KURFÜRSTENDAMM. Nur noch kurze Zeit! Apollo- Theater.lfs. Theater im CARL HAGENBECK'S INDIEN. Sonntag, den 11. September: Schanstellungen in der Arena 3, 5 und 7 Uhr. Als Schluss der 7 Uhr- Vorstellung um 712 Uhr: Gross. Ringkampf zwischen dem bisher Mhabool Khan, genannt: Champton unbesiegten Indier Wrestler of India und dem Berliner Consad Lux, preisgekrönter Ringkämpfer Brauer Herrn und erster Vorsitzender vom Ringer- Verein ,, Emil Borchardt:' Nach 9 Uhr: Grosser Festzug eines indischen Fürsten ( ,, Maharadscha v. Baroda") mit Gefolge( 200 Personen) mit Elefanten etc. bei grandioser Fackelbegleitung und Bengalfeuer. Entree 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Jägerhaus Friedrichstr. 118. Otto Reutter Consuelo Tortajada Les Minstrels Parisiens und 15 hervorragende Debuts. Kasseneröffnung 6½ Uhr, Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Welt- Restaurant Dresdener: Straße 97. Täglich: Theater- und Spezialitäten- Vorstellung Neu! Novität! Neu! tuler Junge. ufang: otag8 6 Uhr. Entree: ochentags 20 Pfennig. Posse mit Gesang v. E. Braune. Sonntags Sonntags 40 Pfennig. Die Direktion: Aug. Kolig. Mähr's Theater Alcazar- Theater Nen! Oranienstr. 24. Neu! Kulike als Kuli oder: Die Entführung nach Kiautschou. 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