Nr. 214. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- BeitungsPreisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Koloneis geile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uýr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Parteigenossen! Laut Beschluß des vorjährigen Parteitages findet der diesjährige in Stuttgart statt. Auf grund der Bestimmungen der§§ 7, 8 und 9 der ParteiOrganisation beruft die Parteileitung den diesjährigen Parteitag auf Montag, den 3. Oktober Dienstag, den 13. September 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Anarchisten ihre Pflicht thun würden, wie er sie gethan, die Propaganda der That Vorschub geleistet. Ihnen kam dann würde die bürgerliche Gesellschaft schon manchmal die allgemeine öffentliche Entrüstung zu gute schnell verschwunden sein. und was ein hirnverbrannter Bursche gesündigt, das wünschen nach Stuttgart in den Dinkelader'schen Saalbau, Hohen- worden ist. staufen- und Tübingerstraße, ein. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Montag, den 3. Oktober, morgens 9 Uhr und die folgenden Tage: " Der ganze Aberwit des anarchistischen Denkens spricht die Feinde des Volkes an denen zu rächen, welche eine Eraus diesem Sage, und es ist schwer zu fassen, wie ein normal hebung der Arbeiterklasse, eine Neugestaltung unseres sozialen fonstruirtes Menschenhirn zu einer derartigen Gedankenfolge Lebens auf organischem Wege erstreben und denen es am gelangen kann, die jegliche Einsicht in das Wesen und die meisten zu verdanken ist, wenn die Tollheiten einer gewaltGeseze der Gesellschaft vermissen läßt und durch die Geschichte thätigen Taktik von den Arbeitern erkannt sind und aufs hundertmal in ihrer Verfehltheit und Widersinnigkeit eriviesen entschiedenste verworfen werden. Immer und immer hat die Reaktion den politischen Mord Schon jenes wenn", das den Hoffnungen des Atten- gegen die Arbeiterbewegung auszunuzen getrachtet. Agitation täters zur Voraussetzung dient, zeigt die Absurdität eines für Zwangsgesetze gegen das freie Wort und gegen die Presse, solchen Streiches selbst für den, der sich auf den Standpunkt das war stets der Erfolg der Jünger des Anarchismus". der Propaganda durch die That" stellen wollte. Aber Auch jetzt wieder erheben die Blätter der Parteien, denen dies ist das Nebensächlichste welch' findischer Wahn- jede selbständige Arbeiterbewegung verhaßt ist, ihr heiseres Fest- wiß, sich einzubilden, daß mit der Beiseiteschaffung Geschrei nach Ausnahmegesezen, nach Beseitieiner Anzahl von Personen die bürgerliche Gesellschaftsordnung gung des Asylrechts in der Schweiz, nach verschwinden fönnte! Als ob das unendlich zusammen- internationalen Vereinbarungen gesetzte und den Gesetzen allmäligen Wachsthums unter den Anarchismus. Wie derartige Geseze, die worfene Getriebe des wirthschaftlichen Lebens über die von angeblich gegen gewaltsamen Umsturz gerichtet sein sollen, den vorhandenen Natur- und Gesellschaftsbedingungen gegebenen auszusehen pflegen, wie sie die Organisationsbestrebungen, Entwickelungsmöglichkeiten hinaus durch künstliche oder gar jedes politische und wirthschaftliche Wirken der Arbeiterklasse gewaltsame Eingriffe gefördert werden könnte! bedrohen, ist genugsam bekannt. Schon dies wäre für die Sozialdemokratie abgesehen von allen sonstigen unüberbrückbaren prinzipiellen und taftischen Gegensägen zwischen Sozialismus und Anarchismus Grund genug, um nicht nur stets gegen die Propaganda durch die That" zu kämpfen, nein, auch den unklaren Stöpfen, die da die„ Selbstherrlichkeit des Individuums" verkündeten und hie und dort Verwirrung schufen, scharfe Absage zu ertheilen. 1. Konstituirung des Parteitages. Wahl des Bureaus. setzung der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl einer Kommission zur Prüfung der Mandate. 2. Geschäftsbericht des Vorstandes. Berichterstatter: J. Auer und A. Gerisch. 3. Bericht der Kontrolleure. Berichterstatter: H. Meister. 4. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit. Berichterstatter: E. Wurm. 5. Die Maifeier 1899. Berichterstatter: W. Pfannk it ch. 6. Die deutsche Zoll- und Handelspolitik. Berichterstatter: M. SchippeĽ. 7. Anträge zum Programın und zur Organisation. 8. Sonstige Anträge. Für Sonntag, den 2. Oktober, ist seitens der Stuttgarter Parteigenossen eine Empfangs- und Begrüßungsfeier vorgesehen. Dieselbe findet nachmittags 3 Uhr, im Zirkus, Marienplay, statt. Parteigenossen! Wir fordern Euch nun auf, die erforderlichen Borarbeiten zu treffen, insbesondere die Wahl der Delegirten und die Einreichung der Anträge rechtzeitig zu bewirken. Die Anträge müssen spätestens den 15. September in den Händen des Vorstandes, Adresse: J. Auer, Berlin SW, Razzbachstr. 9 1 sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 8 Absatz 2 der Parteiorganisation im„ Vorwärts" veröffentlicht werden und in die gedruckte Vorlage für den Parteitag Aufnahme finden sollen. Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegenzeichnung des Vertrauensmannes, falls sie zur Veröffentlichung und Berathung gelangen sollen. Die Adresse des Lokalkomitees ist: Karl Sperka, Stuttgart, Weißenburgstr. 10, Die Parteigenossen, die zum Parteitag kommen, werden ersucht, von ihrer Delegation dem Vorstand und dem Lokalkomitee recht zeitig Mittheilung zu machen, damit dieses in bezug auf Quartier 2c. die nothwendigen Vorbereitungen treffen kann. Mandatsformulare, mit deren Versendung am 1. September begonnen wird, sind durch das Parteibureau, Adresse J. Auer, Berlin SW., Razbachstr. 9 I Mit sozialdemokratischem Gruß " 1 So konnte denn auch alle bisherige Propaganda durch die That" nichts nügen. Von den Putschen, die einst Bakunin in Spanien und Italien anzettefte, bis auf die Attentate der Ravachol, Vaillant und Caserio ist den unteren Volksklassen feinerlei Heil gekommen, wie denn nimimer aus Verbrechen und Gemeinheit Gutes entstehen kann. " 1 gegen Im vollsten Gegentheil zu der vermeintlichen Hoffnung jener sogenannten Anarchisten erwächst aus solchen Thaten nur Unheil Wenn nun auch bei uns in Deutschland wieder und Verderben für die, denen sie angeblich nüßen sollen, und Stimmen laut werden, welche die elende That des Luccheni Vortheil höchstens für die, denen sie schaden sollen. Azur Schaffung von Knebelgesegen ausgenugt wissen möchten, Jene anarchistische Irrlehre verkündet die Meinung, daß so liegt die Blödigkeit solcher Forderung auf der Hand. die sonst gleichgiltigen Massen über die Ursache solcher Auf- Zwangsmaßregeln haben nie und nirgends Attentate sehen erregende Thaten nachdenken und so zur politischen verhindert; vielmehr die Gemüther erregt und zur Begehung Auflehnung gegen das kapitalistische Ausbeutungssystem ge- wahnsinniger Thaten reif gemacht. langen werden. Diese Meinung ist barer Unsinn, beruht auf In Deutschland giebt es keinen Anarchismus, gerade dank vollständiger Verkennung der Psychologie der Massen. Der der Sozialdemokratie. In Deutschland gab es politische Attentate politisch indifferente Mensch kann durch die Kunde von unter dem Sozialistengejek, als jede Arbeiterbewegung verder Ermordung eines Fürsten oder von den Zerstörungen, fehmt war. die durch geworfene Bomben angerichtet wurden, keines- In Oesterreich war es eines der größten Verdienste wegs zum Nachdenken über die tieferen Gründe seiner der Sozialdemokratie, daß sie den Anarchismus beseiigte, wirthschaftlichen Noth und über die Wege der Besserung ge- den zu beseitigen die Regierung sich unfähig gezeigt hatte. England hat sich, seitdem sein Arbeiter ein wirklich langen. Vielmehr wird er von Abscheu ergriffen gegen den Attentäter und sein Abscheu wie der Abscheu jedes normalen freier und gleichberechtigter Staatsbürger geworden ist, nieMenschen wird um so heftiger, wenn die„ Propaganda durch die ma Is über Attentate zu beklagen gehabt. Alle die„ Attentäter"; That" völlig unschuldige Persönlichkeiten, Frauen und Kinder welche der Königin Vittoria in den Weg traten, hat man ins dahinrafft. War es schon ein Wahnsinn, von der Erdolchung des Irrenhaus geschickt. Ebenso ist in der Schweiz noch keinem der Präsidenten Carnot irgend welchen politischen oder sozialen Bundespräsidenten, keinen Regierungsmitglied je ein Haar Fortschritt zu erwarten, so konnte die That eines Henry, der auf dem Haupte gekrümmt worden. Geschah Luccheni's seine Bombe im Terminus- Café plagen ließ, wo gänzlich That auch auf schweizerischem Boden, der Mörder war ein unpolitische, keiner Schlechtigkeit Schuldige gräßlich ver Italiener. stümmelt wurden, nur den berechtigten Unwillen aller Kreise hervorrufen. Und ebenso ist es mit der jetzigen Mordthat des Luecheni, der eine Frau tödtet, die Niemanden etwas zu Leide gethan, die selbst eine vom Schicksal schwer geprüfte Dulderin, fogar viel und tiefes Interesse für soziale Probleme hatte. 11 Aus den romanischen Völkern vorwiegend kommen: die Individuen, die sich der Propaganda der That" verschreiben. Mag da das heiße Blut des Südländers wirken, eine Fülle der Schuld trifft zweifelsohne die Regierungen und die vorherrschenden Schichten jener Völker. Insbesondere ist dies in Ist es denn möglich, von irgend einer ernsthaften ta lien der Fall, von woher Caserio, der Mörder Carnot's, politischen Gefimung bei einem Individuum zu sprechen, das kam, von woher jetzt der Mörder der Kaiserin Elisabeth ge,, irgend einen Hochgestellten" tödten will und, weil es gerade kommen ist. Die wirthschaftliche Entwickelung des Landes den Prinzen von Orleans nicht antrifft, dagegen zufälliger liegt seit Jahrzehnten furchtbar darnieder. Das statistische zu beziehen. italienischen Königreichs auf das Jahr Die Genossen, welche Anträge einreichen, werden darauf auf- weise die Kaiserin Elisabeth, gegen diese den Wordſtahl zückt, Jahrbuch des merksam gemacht, daß etwaige, den Anträgen beigegebene Motive weder ohne auch nur sich darum zu kümmern, welches der Charakter, 1898 zeigt, wie der Konsum des Volkes an Nahrungsdie Lebensweise, die Thaten dieser Frau? Wenn wir mitteln seit Mitte der 80er Jahre rapid gesunken ist. Weite im„ Vorwärts" noch in der dem Parteitag vorzulegenden gedruckten dazu hören, daß Luccheni, als ihm im August dieses Landstriche liegen wüst. Die Bellagra rafft jährlich Tausende Vorlage Aufnahme finden können. Die Genossen haben das Recht, ihre Jahres die Behörde in Lausanne seine Papiere abforderte, dahin. Die arme Bevölkerung wurde mit drückenden Steuern Anträge auf dem Parteitage entweder persönlich zu vertreten oder anarchistische Lieder vorzeigte, die mit seinem Namen unterzeichnet belastet, die für Kriegsrüstungen und unglückselige Kolonialdurch befreundete Genossen vertreten zu lassen; außerdem empfiehlt waren, und daß er auf den Kinderspielplätzen dieselben Lieder abenteuer verschleudert worden sind. Die Kapitalistenklasse es sich, wichtige Anträge vor dem Zusammentritt des Parteitages verschenkte, so erscheint es fast unmöglich, diesen Burschen Italiens, hochmüthig und jeder sozialen Gesinnung bar, in der Presse zu erörtern. Die Motive aber in die Parteitags- überhaupt ernst zu nehmen oder ihm auch nur irgendwelche sträubt sich gegen alle wirthschaftlichen Reformen, gegen jede vorlage aufzunehmen, verbietet sich aus räumlichen Rüdsichten und politische Motive beizumessen trotz des oben zitirten Aus Arbeiterschutz- Gesetzgebung; an 15 Jahre wurde über ein spruches, den er angeblich gethan haben soll. Offenbar haben lächerlich winziges Unfallversicherungs- Gesez berathen, ohne daß der damit verknüpften unvermeidlichen Wiederholungen willen. wir es in Lucchheni mit einem von Jugend auf verwahrloften, etwas zu stande kam. Die Auswanderung ist außerordentlich Berlin, den 18. August 1898. zu Gewaltthätigkeiten geneigten und zugleich halbidiotischen groß und von Jahr zu Jahr im Wachsen. Jede selbständige Menschen zu thun, dem die Phrasen des Anarchismus nur als Regung der Arbeiterklasse wird unterdrückt, und wenn der Deckmantel für die Bethätigung niedriger Instinkte dienten. heißblütige Italiener an den Ketten, die ihm geschmiedet sind, Es bedurfte nicht erst der Erfahrung in diesem traurigen ein wenig rüttelt, so werden blutige Massafres angerichtet, Falle, um die Gemeinschädlichkeit der Propaganda. der That" Hunderte niederkartätscht, Tausende von den Kriegsgerichten offenbar zu machen. Aber wer etwa verblendet genug sein in den Kerker geworfen. fonnte, derartige Thaten damit zu entschuldigen, als ob Wir wollen die That eines Luccheni nicht irgendwie entdie Missethaten der herrschenden Klassen, welche die Arbeiten- schuldigen, indem wir auf die erbärmlichen politischen und den bis aufs Blut aussaugen und Zehntausende in blutigen sozialen Zustände Italiens hinweisen. Wir wollen aber zeigen," Striegen abschlachten lassen, ja noch viel furchtbarer seien, der welches der einzige Weg ist, der zu einer Vermeidung fann aus dem Erfolg der That des Luccheni die Frrigkeit seines solch unseliger Ereignisse zu führen vermag, wie wir eines Gedankenganges erkennen. Möge die herrschende klasse auch un- soeben erlebt haben. Noch hat die behördliche Untersuchung nicht volle Klarheit endliche Schuld auf sich geladen haben, möge sie auch selbst durch Mögen die herrschenden Mächte sich auf ihre Pflichten über die Persönlichkeit des Mörders der Kaiserin Elisabeth Vernachlässigung von sozialen Reformen die Züchtung solch befinnen. Mögen sie ihre eigenen Gewissen befragen. Mögen gebracht, noch wissen wir nichts Sicheres, ob wir es mit einem verwahrloster Individuen, über deren Unthaten sie sich hinter sie statt internationaler Vereinbarungen gegen das freie Wort, schlechthin Verrückten oder mit einem gemeinen Verbrecher, drein entrüstet, verursacht haben:- dennoch kann und darf welche ihnen gewissenlose und selbstsüchtige Berather empfehlen, der bestialische Instinkte mit dem Nimbus einer politischen der Kampf gegen dieses Unrecht nimmermehr mit Nitroglycerin, internationale Vereinbarungen zum leiblichen und geistigen Großthat zu bekleiden gedacht, oder endlich mit einem tollen Gift und Dolch geführt werden. In der Gewalt sind die Schutz des Proletariats schaffen. Mögen sie Sorge tragen, Fanatiker zu thun haben, der wirklich glaubt, durch solche Herrschenden den Schwächsten unendlich überlegen. Und der daß die Jugend des ganzen Volkes gesund emporwachse und That den Armen und Bedrückten Hilfe in der Noth zu bringen. Versuch, mit Gewalt gegen die Besizer gegen die Besizer der Gewalt eine Bildung erhalte, die sie wappnet gegen politischen WahnDer Parteivorstand. Die wahnwitzige Unthat des Italieners Luccheni hat überall große Erregung hervor gerufen. Nicht nur in den höfischen Streisen und bei denen, welche an des Lebens reichbesetzter Tafel sigen, nein, auch bei dem Volke, bei den Arbeitern herrscht schmerzliche Entrüstung über das unfelige Ereigniß. " Es verlautet, Luccheni habe vor dem Untersuchungsrichter vorzugehen, konnte und kann niemals Erfolg haben. Viel wit sowie gegen niedriges Verbrechen. mit seiner That geprahlt. Er soll gesagt haben, daß er nur mehr wird denen, welche sich jeder friedlichen und S ein Beispiel habe geben wollen, und wenn alle freiheitlichen Boltsentwickelung entgegenwerfen, durch narod Politische Uebersicht. " Berlin, den 12. September. mindeste zu thun haben, ja deren bitterste und erfolgreichster In der Lippe'schen Kaiserbriefsache sollen der„ Militärpol. Gegner sind, diese Wahrheit wird niedergeheult werden von den Korresp." zufolge die deutschen Bundesfürsten der Beschwerde des fanatischen Feinden des italienischen Proletariats, und wir fürchten Regenten von Lippe keinerlei Folge gegeben haben. sehr, daß seine zielflaren und edlen Vorkämpfer, die zum theil als Flüchtlinge in der Schweiz leben, die unselige That werden bitter büßen müssen. So ist jene ungeheuerliche Mordthat ein dreifaches Verbrechen und empört gleichermaßen menschliches Empfinden und menschliche Vernunft." Wie unsere französischen Barteigenossen über Attentat denken, zeigt folgende Notiz aus der Feder Jaurès der Petit République": Wahnsinn! 4 Die Hetze der Kapitalistenpreffe gegen die ArbeiterRückschritte in der Lehrerausbildung. Die auf HerabBewegung, aus Anlaß des traurigen Ereignisses von Genf, segung der Lehrziele in den Lehrer- Bildungsanstalten gerichteten Bes strebungen des Kultusministeriums, die unter Herrn v. Goßler behat bereits thren Anfang genommen. Die Sprache, welche gonnen haben und unter dem jezigen Minister in verstärktem Maße die„ Berl. Pol. Nachr.", Berl. Neueste Nachr.",„ Kreuz- 8tg.", fortgesetzt werden, scheinen, wie die„ Voss. 8tg." feststellt, sich bereits Deutsche Tagesztg."," Post" u. s. w. führen, klingt schon so, fühlbar zu machen. In dem Jahresbericht des„ Gewerbevereins als hätte man das Bedauern über den Tod der Kaiserin bas für Nassau" der Verein unterhält 81 gewerbliche Fortbildungsselbst bereits hinter sich und als wäre das Ereigniß in schulen mit 8299 Schülern wird lebhaft darüber geklagt, daß es ihnen ein gefundenes Fressen", um endlich gegen die schwierig sei, die Lehrkräfte zur Ertheilung des Zeichenunterrichts zu verhaßte Arbeiterbewegung bernichtende Schläge auszutheilen. Das Attentat gegen die Kaiferin von Oesterreich ist ebenso un beschaffen. Insbesondere wird bemerkt, daß der Mangel an ge= Der ganze Chorus der reaktionären Presse ruft nach neuen verständlich als verdammenswerth. Sie hat nie einen Antheil geeigneten Lehrern in 6-8 Jahren besonders fühlbar werden dürfte, Zwangsgesehen gegen den Umsturz". Die Sozialdemokratie nommen an irgend einer politischen Aktion, sodaß man vergebens da der Unterricht im konstruktiven Zeichnen in den Seminaren nicht wird in gemeinster Weise verleumdet. Sie wird als Zwillings- nach den Motiven des Mörders sucht. Es ist möglich, daß man es mehr ertheilt werde. Der am 1. April d. J. in den westfälischen bruder des Anarchismus hingestellt, sie soll gewissermaßen hier mit dem überreizten Gehirn eines italienischen Emigranten zu Präparandenanstalten eingeführte Lehrplan sezt für den Zeichenmit verantwortlich gemacht werden auch für die Unthat des thun hat, der geflüchtet ist vor der dort herrschenden Gewalt unterricht nun gar in allen drei Klassen nur eine Stunde wöchent herrschaft. Die italienische Regierung hat in den Straßen Mailands lich an und bestimmt ein Lehrziel, das selbst in den VolksItalieners Luccheni. durch ihre Soldaten Hunderte und Aberhunderte hingestreckt; schulen überschritten wird. Die dem Zeichenunterrichte entzogenen Wie wir über dieses Verbrechen denken, haben wir gegen Republikaner und Sozialisten sind die schwersten Strafen ver- Stunden sind dem Katechismus Unterrichte zugelegt an anderer Stelle dargelegt. Aber Organen wie Kreuz- 8tg." hängt worden, und viele arme Teufel haben sich außer Landes ge- worden. und Post", sie sollten sich besonders hüten, uns der Vorschub- flüchtet, geplagt vom Hunger und eraltirt vom Schrecken. Die Fideikommiffe in Preußen Ende 1897. Die„ Stat. Leistung irgend welcher derartiger wahnwikiger Unter Das verbrecherische und stupide Attentat ist ohne 3iveifel die Corr." schreibt: Am Ende des Jahres 1896 waren im ganzen nehmungen zu beschuldigen. Der„ Anarchismus" im Sinne Antwort auf jene Brutalitäten in Italien. Es scheint, daß die Re- preußischen Staate Fideikommisse mit einem Gesammtiunfange von der Apostel der Propaganda der That" ist ein Element, gierungen glauben, genug gethan zu haben, wenn sie die ihnen Un 131 796 Heftar, d. 5. 6,12 Hundertheilen der Gesammtfläche des bequemen außer Landes jagen, anstatt zu bedenken, daß sie damit Staates, mit 26 148 189 m. Grundsteuerreintrag, d. h. 5,84 pt. des das ihnen wesentlich näher liegt, als uns. Sie sind das lebel nur örtlich verlegen und dabei verschlimmern. Gerade gesammten Grundsteuerreinertrages vorhanden. Im Jahre 1897 diejenigen, welche denselben Köhlerglauben an die mechanische Italien hat seit Jahren alle anarchistischen Mörder geliefert, nicht wurden neun neue Fideikommisse, nämtlich drei in Schlesien, Gewalt hegen, wie die Individuen, die mit Bombe und Stilet froßdem, sondern weil dort die krasseste Neaktion und der Schrecken je zwei in Westfalen und Hessen- Nassau, je cius in Posen die Geschichte bortvärts treiben zu können vermeinen. Nur regiert. und Sachsen, mit einer Gesamintfläche von 9 489 hektar und einem mit dem Unterschied, daß sie die Herren Anarchisten Wird die europäische Reaktion abermals versuchen, aus Grundsteuerreinertrage von 127 213 M. errichtet; dazu kamen des Kapitals und der Ausbeutung mit Gewalt und Zwangs- dem nichtswürdigen Verbrechen, das sie selber zum großen Theil 35 Erweiterungen bestehender Fideikommisse, so daß sich ein gesammter gesetzgebung das Rad der Geschichte rückwärts drehen möchten. verschuldete, Kapital zu schlagen? Einige dieser Herren Anarchisten von oben scheinen auch politisch Verfolgten, wird sie durch das bedauerliche Attentat verhit 17 701 M. Grundsteuer- Reinertrag, so daß der Mehrzugang fich Wird die Schweiz, die bisher der Zufluchtsort war für die Bugang von 9823 Heftar mit 138 876 M. Grundsteuer- Reinertrag ergab. Demgegenüber ist der gesammte Abgang 501 Hektar m. gar nicht zu wissen, daß auch die Schweiz sehr strenge anlaßt werden, ihrer Tradition untreu zu werden? Bald werden auf 9321 Setter mit 120 675 W. beziffert. Im ganzen stieg also Gesetze gegen jede anarchistische Aeußerung besigt. So besagt wir es erfahren. Aber wir sprechen den heißesten Wunsch aus, möge die Fläche der preußischen Fideikommisse auf 2141-949 Sektar, d. h. das Gesetz von 1894 im Artikel 4: die Zivilisation sich nicht durch den Wahnsinn des Mörders gurit von 6,12 auf 6,15 pet. der Staatsfläche, und auf 26 286 335 Mt. treiben lassen zu den brutalen Schreckmitteln einer finsteren Zeit. Reinertrag, d. H. von 5,84 auf 5,87 pct. und wir hoffen, daß die Schweizer Demokraten ihr faltes Blut bewahren und die Nathschläge der Reaktion, die ihnen ohne Zweifel ertheilt werden, zurückweisen. " Wer in der Absicht, Schrecken zu verbreiten oder die allgemeine Sicherheit zu erschüttern, zu Verbrechen gegen die Sicherheit von Personen oder Sachen aufmumtert oder Anleitung giebt, wird mit Gefängniß nicht unter sechs Monaten oder mit Buchthaus gestraft." erste Erfolg der anarchistischen That. Ausschreitungen gegen italienische Arbeiter, das ist der Aus Laibach wird gemeldet: Hier fanden Demonstrationen gegen die bei den Bauten beschäftigten italienischen Arbeiter statt. Die Italiener wurden von den slovenischen Arbeitern geprügelt. Mehrere Bauleitungen haben infolge davon ihre italienischen Arbeiter entlaffen. 2 Aehnliches wird aus Trie st vom 12. September berichtet: vorgedrungen sei und achbarstaates immer mehr nach Norden Derartige Gesetze konnten jedoch nicht verhindern, daß ein einzelnes Individuum auf seine Faust ein Attentat begeht, ebenso wenig wie das Strafgesetzbuch bisher das Vorkommen von Vergehen und Verbrechen aller Art zu verhindern wußte. Eine besondere Bemerkung haben wir gegen die „ National 8eitung" zu machen. Dieses Blatt, welches sich im übrigen ganz verständig gegen Zwangsgesetze wendet, Gestern Abend zogen Gruppen von Personen, zumeist junge Leute, behauptet, die deutsche Sozialdemokratie habe durch eine vor das Politeama Rosetti und andere Vergnügungslokale, um die frivole und herausfordernde Beurtheilung des Attentats gegen fam es zu Ausscheitungen vor den Vereinslokalen der Italiener. Einstellung der Konzerte und Vergnügungen zu veranlassen. Später Carnot die sog. Umsturzvorlage provozirt. Wir weisen diese Man warf mit Steinen nach dem Gebäude des italienischen Turndurchaus unrichtige Behauptung zurück und brauchen statt vereins; die Turner erwiderten hierauf gleichfalls mit Steinwürfen. vielen nur ein Bitat aus unserem Blatte beibringen, um 35 Personen wurden verhaftet. Die Polizei hatte Mühe, die immer die Frrigkeit der Aeußerung der National Zeitung" zu be- neuen Ansammlungen zu zerstreuen. Um 1½ Uhr nachts war weisen. Wir schrieben in Nr. 150 vom 1. Juli 1894: wieder Ruhe. Die Erimordung Carnot's hat zur Folge gehabt: 1. die Ankündigung einer internationalen Anarchistenhazz, deren Spizze sich gegen alle sozialistischen und demokratischen Strebungen richtet; 2. eine an mittelalterliche Beiten erinnernde Fremdenhazz in Frankreich; " Der Die Waldungen der Fideikommisse bedeckten 962 088 Heftar ( im Vorjahre 957 303 Hektar), d. h. 2,76,( 2,75) pCt. der Gesammtfläche des Staates und 11,74( 11,69) v.. seiner Waldfläche, sowie 44,92( 44,91) v.. der fideikommissarisch gebundenen Fläche. die Einfuhr und Durchfuhr von Klanenvich aus der Schweiz sollen auf Ersuchen des Reichskanzlers die süddeutschen Regierungen vom 15. September ab verbieten. Als Grund wird natürlich wieder die Maul- und Klauenfeuche angeführt, die von den südlichen Kantonen des eigenen der schweizerischen Behörden Anfang August 17 041 Stück Großvich und 10 398 Stid Kleinvich ergriffen habe. aus der Schweiz nicht auf den deutschen Markt. Schlachtrinder nur in Schweine, mit Ausnahme von Spanferkeln, und Schafe kommen geringen Mengen. Diesmal werden alsovon der Maßregel die süddeutschen und elsässischen Landwirthe selber mit betroffen, die Zuchtrinder und Zuchtziegen aus der Schweiz brauchen. Man scheint daher auch mit lusnahmen freigiebiger sein zu wollen; unter bestimmten Vorsichts einschränkungen darf Zuchtvieh weiter herein, wenn der Nachweis der landwirthschaftlichen Verwendung und Zweckbestimmung geführt wird. Die Gefährlichkeit einer Seuche mißt sich offenbar in den Augen unserer Regierung nach der Unannehmlichkeit der Konkurrenz, die dem deutschen Agrarier bereitet wird. Gerüchte verschiedenster Art zirkuliren jetzt, man will überall Attentate sehen und die Sensationspresse hilft wacker mit. So wird aus Antwerpen telegraphirt: Der Amsterdamer Korrespondent des Blattes Metropole" bestätigt die vorher schon dementirte Meldung Schlachtrinder dürfen nunmehr nur noch an bestimmten Einfuhrvon einem Attentat gegen die Königin Wilhelmina. Der punkten aus Oesterreich und aus Dänemark über unsere Grenzen, 3. Die Ersetzung des politisch farblosen Präsidenten Carnot burch Storrespondent will die Bestätigung durch den Grafen Limburg aus Dänemark auch mir nach vorheriger Quarantäne und Tuber Berrier, det grimmigsten Sozialistenfeind in Frankreich. An fulofe Prüfung, gegen welche die Fleischer an unserer NordUnd alle diese Wirkungen mußten von jedem halbwegs dent- Stirum erhalten haben, dessen Gemahlin durch den worden sein soll. Das Attentat soll füste und in unseren Hafenstädten immer wieder vergeblich in Befähigen Menschen vorausgesehen werden. Wir haben den Be- archisten verwundet schlüssen und Eingaben sich wenden. Der deutsche Konsunient wird fürwortern der sogenannten" Propaganda der That" schon hundertmal nach der Ausfahrt der Königin stattgefunden haben. der Korrespondent wissen will, drei sich demnach auf eine lange Periode der Fleischtheuerung einrichten gesagt, daß ihr Treiben derartige Früchte zeitigen muß, und nur Attentäter hat, wie der Korrespondent wissen will, müssen. Senjenigen nißen kann, die das Gegentheil des angeblich von den Revolverschüsse abgegeben und ist unerkannt entkommen. Trichinofis und amerikanisches Schweinefleisch. Im Juli Männern der Propaganda der That" Gewollten erstreben. Schuß verwundete die Gräfin Limburg Stirum. Die Königin hat dieses Jahres veröffentlichte der Verein zur Wahrung der gemeinWir haben weiter vorausgesagt und wiederholen es, daß ein ihre Kaltblütigkeit nicht verloren, sie äußerte, man müsse das samen Interessen des deutschen Handels und der Industrie von fortgesettes Ausüben der Propaganda der That" die Volts- Attentat geheim halten, damit die Feierlichkeiten anläßlich des Fleisch und Fettwaren, massen so weit bringt, daß sie nicht eine Revolution machen", sondern jeden der Propaganda der That Verdächtigen Regierungsantritts der Königin nicht gestört würden. Der Brüsseler Soir" meldet aus London, es sei ein Komplott auf der Straße todtschlagen wie einen tollen Hund. Wenn nicht diesmal durch den Zufall, daß der Mörder Carnot's ein Italiener entdeckt worden, welches gegen die Königinnen von England und ist, die Volkswuth momentan in eine andere Nichtung gelenkt Holland und gegen den Baren gerichtet gewesen sei. Das Komplott worden wäre, hätten die legten Tage manchem Anarchisten" böse sei jedoch gescheitert, weil angeblich ein deutscher Anarchist, namens Stunden gebracht und ihm die Nothwendigkeit des Polizeischutzes Werner, die Sache verrathen haben soll. am eigenen Leibe demonstrirt. " " Ein Wir registriren diese Meldungen, ohne ihnen aber irgend welchen Glauben zu schenken. 1. daß in Preußen 41 pet. aller Erkrankungen an Trichinosis während der letzten 15 Jahre auf den Genuß von hier geschlachtetem und trichinenfrei befundenem Schweinefleisch zurückzuführen seien; 2. daß die übrigen Fälle auch durch hier geschlachtetes aber zim theil nicht untersuchtes, zum Theil untersuchtes und trichinös be fundenes, aber dennoch in den Verkehr gebrachtes Schweinefleisch verursacht worden seien; " 3. daß in den 15 Jahren kein einziger Fall auf amerikanisches Als politische Handlung aufgefaßt, ist die Ermordung Carnot's Fleisch zurückgeführt werden konnte. genau so sinnlos wie die Thaten Navachol's, Vaillant's und Henry's. Bon geivisser Seite sind diese Behauptungen in ganz Und sollte es sich nicht schließlich doch noch herausstellen, Kriegerisches vom Friedenszaren". Aus Warschau charakteristischer Weise wiedergegeben worden; wir finden in gewissen daß der Dolchstoß von Lion eine Revanche für Aigues Mortes wird Lemberger Blättern telegraphirt, daß an den russi Beitungen:" Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß von sämmts war, so können wir den Urheber der That nur mit jenen Männernschen Grenzman övern 120 000 Mann theilnehmen. Die fich infolge des Genusses trichinösen Fleisches vorgekommenen Ers zusammenstellen und müssen ihm die geistige zurechnungsfähigkeit Truppen sind in eine Nordarmee und in eine Südarmee ge- frankungen die Hälfte auf amerikanisches Schweinefleisch zurückzi absprechen. Die Ueberzeugung, daß wir es hier nicht mit einer politischen Verirrung, sondern mit einer geistigen Krankheit und einer theilt. Den Mittelpunkt der Operationen bildet die Stadt Zechow. führen ist. Da mm die in betracht kommenden Fleischwaaren zu Nervenepidemie zu thun haben, dringt beiläufig in immer weitere Die Nordarmee hat die Aufgabe, diese Stadt einnehmen und 1/40 aus Amerika und 39/40 aus Europa stammen, so erhellt, daß Streife.. Und sogar ein Blatt wie die erzkonfervative Londoner die Wege nach Galizien zu offupiren. Der bisherige Verlauf die Gefahr bei amerikanischem Fleisch 39 mal größer ist als bei europäischem. Times" ist zu der Erkenntniß erlangt, daß das Messer der der Uebungen soll, namentlich bezüglich der Artillerie, einen Berichtigungen dieser offenbaren Fälschung sind von den bes Guilotine dieser Krankheit gegenüber ohnmächtig ist. Und das sehr bedeutenden Fortschritt aufweisen. treffenden Zeitungen nicht aufgenommen worden, so daß schließlich vornehmste Cityblatt warnt davor, in der Person Santos einen Die Umbewaffnung der russischen Feld die Meldung auch in unparteiische Blätter Eingang fand. neuen Märtyrer zu schaffen. artillerie foll in fürzester Zeit durchgeführt werden. Die Unter diesen Umständen ersuchte eine der ersten deutschen Import Nowoje Wremja" weist bei diesem Anlaß darauf hin, daß firmen die amerikanische Botschaft in Berlin um öffentliche Zurück ausländische Fabriken, hauptsächlich preußische, mit den weisung der obigen Berleumdungen. Hierauf erwiderte der wissenschaftliche Attaché der Botschaft, Lieferungen beauftragt wurden, weil die einheimischen zu wenig Dr. Stiles, indem er anheimgab, von seinen Mittheilungen beliebigen leisten, um die Arbeiten rechtzeitig fertigzustellen. Infolge Gebrauch zu machen: dessen wandere das russische Geld in ausländische Taschen. 1. Daß die Mittheilungen der betreffenden Zeitungen in Wider Man müsse sich wohl oder übel hiermit abfinden, weil es spruch ständen mit sämmtlichen ärztlichen und wissenschaftlichen undenkbar sei, so schnell neue Fabrifen zu schaffen. Man sei Autoritäten sowie mit den Aufzeichnungen aller deutschen Medizinalaber verpflichtet, nachzudenken, wie in 8utunft diese höchst behörden. unliebsame Erscheinung vermieden werden könne. Demnach wird man auch in Zukunft hunderte Millionen für Kriegsmaterial in Rußland verbrauchen. Die sozialdemokratische Preffe des Auslandes be. handelt das tragische Ende der Kaiserin Elisabeth in dem gleichen Sinne wie wir. Insbesondere wollen wir eine Aus. lassung der Wiener Arbeiterzeitung", Bentralorgans der deutschen Sozialdemokratie in Desterreich, mittheilen. Dieselbe schreibt: " des „ Kaiserin Elisabeth von Oesterreich ist gestern ermordet worden. Das Geschehniß ist ebenso unbegreiflich wie tragisch. Diese Frau hat in ihrem ganzen Leben, so weit man es fennen fanm, niemandem ein Leid zugefügt. Sie stand der Politit fern, und sie ist weder im Bösen noch im Guten verantwortlich für die Schick fale des Landes. Schönheit und Anmuth war ihre Jugend, und imAlter wußte sie ihr schweres Unglück mit Würde zu tragen und sich trop langer Krankheit zu ungewöhnlicher Höhe geistigen Genießens zu erheben: Ungewöhnlich war sie zu allen Beiten, es war etwas Seunstlerisches in ihr, und die Philister haben sie nie recht gemocht. Es ist ein reiches, bewegtes Leben, das da fern der Heimath jäh sein Ende fand, aber ein ausschließlich persönliches Leben in jedem Sinne. Niemand wird sich dem tiefen Eindruck so tragischen Menschenschicksals entziehen können, mag sein Träger im Elend proletarischer Existenz oder im Glanz einer Kaiserfrone leben. Furchtbar muß der Schlag den Kaiser treffen, der den Sohn verloren und nun an der Bahre der Frau steht, die fein Leid mit ihm getragen hat. Wenn es sich bestätigen sollte, was offiziell gemeldet wird, daß es ein italienischer Anarchist ist, der den ruchlosen, feigen Mord an der alten, franken, wehrlosen Frau begangen hat, so steht man vor einem Att verbrecherischen Wahnwizes. Was immer der Mann zu rächen hatte, Kaiferin Elisabeth war fein Ziel für seine Rache. Er hat den gastlichen Boden der Schweiz mit unschuldigem vollen " 1 brüderschaft spielt in den Tagen der Friedensfundgebung Auch die russisch französische Waffen ihre Rolle weiter. Aus Dompierre fur Besbre wird telegraphirt: 2. Daß die medizinischen Statistiken Deutschlands, aufgestellt nach den Veröffentlichungen des kaiserl. Gesundheitsamtes, des Landes- Medizinalkollegiums des Königreichs Sachsen, Vierteljahrsschrift von 1888-1897 an Erfrantungen an Trichinofis 4667 Fälle nach für gerichtliche Medizin und die Generalberichte der verschiedenen Regierungen, Landes- und Bezirks- Medizinalbehörden für die Zeit weisen, welche sämmtlich auf den Genuß von europäischem Schweine fleisch haben zurückgeführt werden können, während nicht eine einzige Hebertragung von Trichinosis durch amerikanisches Fleisch naaygewiesen werden konnte. Bei einem Banket zu Ehren der fremdländischen Offiziere, welche den Manövern an der Loire beiwohnen, brachte General Negrier einen Toast auf die vertretenen Regierungen aus und hieß Nachdem hierdurch auch von amtlicher Seite bestätigt ist, die Militärbevollmächtigten willkommen. General Baron Frederide, daß amerikanisches Schweinefleisch keine Erkrankung an Trichinois der russische Militärbevollmächtigte, trant als Dohen auf die schöne in Deutschland verursacht hat, dürfte die Frage der Trichinengefahr, französische Armee und deren hervorragende Führer. General von welcher gerade in den letzten Monaten soviel geschrieben wird, Negrier erwiderte, er sei von diesem Toaste um so mehr gerührt, genügend aufgeklärt sein. weil Baron Fredericks jene große Nation vertrete, welche Frankreich theuer sei und weil alles, was von Rußland kommt, den Franzosen zu Herzen gehe. Deutsches Reich. Die badischen Städte gegen die Fleischtheuerung. Aus Karlsruhe wird der" Franff. Zeitung" gemeldet: Der Stadtrath beschloß, mit Rücksicht auf die durch die Absperrung der Grenze gegen die Vieheinfuhr eingetretene, nicht unbedeutende Steigerung der Fleischpreise in Gemeinschaft mit den übrigen, der Städte Ordnung unterstehenden Städten Schritte zu thun, die auf die Beseitigung oder Pyrit, 12. September. Im Wahlkreise Pyriz- Saazzig wurden abgegeben. Davon entfielen auf Freiherrn von Wangenheim( kon fervativ) 7037 Stimmen, auf Hinge( liberal) 4456, auf Appel( Soz.) 1298 Stimmen. Bersplittert 33 Stimmen. Freiherr von Wangenheim ist somit gewählt. Blute befleckt und der Sache, der er zu dienen wähnt, unheil nehmen, wie man ber Rhein- Westf. 8tg." aus Berlin schreibt, alle wenigstens Milderung der Einfuhrverbote hingielen. Schaden zugefügt. Der Wahnsinn des Einzelnen Vorbereitungen ihren ungestörten Fortgang. Alles deute darauf hin, bei der Seichstags- Ersawahl 12 819 giltige Stimmen wird seiner ganzen Sette zur Laft gelegt werden, und daß dem neuen Reichstage die angekündigte große Militärvorlage seine Bestialität wird ein willkommener Vorwand für die Bestien alsbald zugehen und der neue Militäretat jede der in Aussicht gesein, die an dem Blutbad, das sie unter den Proletariern Mailands angerichtet haben, noch lange nicht genug haben. So offenfundig nommenen Mehrforderungen enthalten werde. wahr es ist, daß die italienischen Sozialisten, mit denen die blutgierigen Kriegsgerichte die sterker füllen, mit den Anarchisten, mögen sie Theoretiker oder Terroristen sein, nicht das Der 24. deutsche Juristentag ist unter zahlreicher Betheiligung von deutschen, deutsch- österreichischen und schweizerischen Juristen gestern in Bosen zusammengetreten. Bei der letzten Wahl fielen auf Konservative( 2733) und Bündler( 8043) zusammen 10 776 Stimmen; bei der Nachwahl verlor somit der gemeinsame Kandidat des Bundes der Landwirthe und der Konservativen 3739 Stimmen. Die Liberalen hatten bei der Hauptwahl überhaupt keinen Kandidaten aufgestellt, sie haben somit einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Von unserer Seite war feine erhebliche Anstrengung gemacht worden, da eine Aussicht auf einen Erfolg nicht vorhanden war und das Bedürfniß nach Agitation durch die Hauptwahl befriedigt ist. Dies erklärt, daß unsere Stimmen von 2545 auf 1293 zurüdgingen. Desterreich. Lemberg, 9. September. Die über den Reichstags- Abgeordneten 8abuda verhängte Internirung in seinem Aufenthaltsorte wurde aufgehoben. Schweiz. Lugano, 11. September.(„ Frankf. 3tg.") Die hier sich auf haltenden italienischen sozialistischen Flüchtlinge hielten heute Abend eine Parteiversammlung ab und be schlossen eine Tagesordnung, in der sie unter Hinweis auf ihr Parteiprogramm, das Gewaltthätigkeiten und Megeleien verurtheile, ob sie von Hoch oder Niedrig verübt werden mögen, energisch gegen die abscheuliche Blutthat von Genf protestiren und eine allgemeine Wolfsversammlung einberufen, um ihre Prinzipien öffentlich zu disFrankreich. futiren. Die endgiltige Abstimmung im Senate über den Gesetzentwurf betreffend die Annahme des Friedensprotokolls wird in einer öffentlichen Sizung stattfinden. Denn ein Senator beantragte, daß, wenn die Sigung keine öffentliche wäre, die Abstimmung eine namentliche sein solle. Deputirtenkammer. Ein Deputirter beantragte die Abschaffung der Ministerien der Marine und der Kolonien, da sie unnöthig feien. Gasset verlas das Manifest des Generals Polavieja. Türkei. Die ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung", die Aermste, die am Sonnabend behaupten mußte, es schicke sich nicht, über einen Gesezentwurf zu urtheilen, bevor er veröffentlicht sei, muß am Sonntag schon selbst diesen hochweisen Lehrsatz der Journalistik im Interesse der Staatssekretäre" übertreten. muß nun schreiben: Das Blatt Die durch die Gewerbe- Ordnung den Arbeitern gewährleistete Koalitionsfreiheit soll selbstverständlich unangetastet bleiben. Wenn zum Beispiel Arbeitgeber die zum Schuße von Leben und Gesundheit der Arbeiter erlassenen Geseze nicht beachten, wenn sie Ueber die Situation auf Kreta berichten folgende Depeschen: widerrechtliche oder unbegründete Lohntürzungen vornehmen, wird Kanea, 10. September. Die englischen Behörden klagen die man den Arbeitern das Recht nicht verschränken dürfen, die Forttürkischen Truppen in Kandia an, auf sie geschossen zu haben. Der sezung der Arbeit abzulehnen, ebenso wie die Arbeitgeber befugt türkische Befehlshaber hat daraufhin den englischen Kommandanten sind, trägen, unzuverlässigen oder sonst ungeeigneten Arbeitern gebeten, eine gemischte Kommission einzusehen zur Durchführung das bestehende Arbeitsverhältniß zu fündigen. Hierbei wird es einer strengen Untersuchung. Die außerordentlichen Verschieden sich nicht verhindern lassen, daß zum Zweck solcher Arbeitsheiten in der Angabe der Zahl der in Kandia getödteten einstellungen vorherige Verabredungen zwischen den betheiligten Christen sind eine Folge der verschiedenen Schätzungen Arbeitern stattfinden. Hat man den Arbeitern das Koalitionsrecht der Stärke der christlichen Bevölkerung. Der Gouverneur gewährt, so muß man ihnen auch die Möglichkeit lassen, von giebt die Zahl der christlichen Einwohner auf 450 an, diesem Recht Gebrauch zu machen. Die Koalitionsfreiheit der und der englische Konsul behauptet, während der Unruhen Gesammtheit der Arbeiter darf aber unter keinen Umständen Freiheit des einzelnen feien 1000 Chriſten in der Stadt gewesen, von denen 350 auf die dazu führen, daß die persönliche Freiheit Schiffe flüchteten. Die Wahrheit wird sich erst feststellen lassen, Arbeiters oder seiner Familie oder die persönliche Freiheit nachdem die verlangte genaue Liste der Einwohnerschaft angefertigt des Arbeitgebers gefährdet, beschränkt oder aufgehoben wird. worden ist. Zwangsrechte darf im öffentlichen Leben nur der Staat zum besten Wien, 11. September. Das„ Telegraphen- Korrespondenz der Gesammtheit üben; der Staat würde die Grundlage seines Bureau" meldet aus Kanea: Zwei englische Kriegsdampfer sind vor Daseins aufgeben, wenn er duldete, daß von irgend einer privaten Sandia angekommen. 500 Engländer und ein Bataillon Russen Stelle ein offener oder versteckter, mittelbarer oder unmittelbarer widerwurden ausgeschifft. In Kanea herrscht Ruhe. rechtlicher Zwang geübt wird. Es ist aber auch ferner zu erwägen, London, 11. September. Wie der Standard" vom gestrigen ob nicht die Arbeiterbevölkerung nachdrücklich gegen solche Tage aus Kandia meldet, haben die Admirale an ihre Regierungen Personen geschützt werden muß, welche gewerbsDem Soir" zufolge betont der Kriegsminister Burlinden identische Telegramme gerichtet, in denen sie dringend die sofortige mäßig unter Vorspiegelung falscher Thatsachen in der dem Justizminister übergebenen Erklärung, daß er ent- Ausweisung der 15 000 Baschibozuks aus Kandia, die Abberufung die Arbeiter zur Niederlegung der Arbeit verschieden gegen die Revision des Prozesses der türkischen Truppen und Behörden sowie die Ernennung eines leiten und damit vielfach unfägliches Glend über jene Arbeiter Dreyfus sei. Sollte das Kabinet gleichwohl auf der Revision Generalgouverneurs nachsuchen. und deren Familien herbeiführen. Wenn der Kaiser den festen bestehen, so werde, wie der„ Soir" hinzufügt, der Kriegsminister Kanea, 11. September.( Meldung der„ Agence Havas".) Das Willen bekundet hat, zu veranlassen, daß diesen gemeinschädlichen von seinem Posten zurücktreten. Gingeborenenkomitee erklärt den Admiralen gegenüber, es werde Mißbräuchen der Koalitionsfreiheit wirksamer entgegengetreten wird, Der Marineminister Lockroy dementirt die Meldung des„ Soir", trotz der energischsten Anstrengungen schwierig sein, der Erregung der so hat er sich damit den Dank aller derer verdient, welche in der daß er zu demissioniren beabsichtige.- In der„ Aurore" führt In der„ Aurore" führt Bevölkerung Herr zu werden. Die Christen weisen jede unvollständige persönlichen Selbstbestimmung des Individuums den Grundstein Clemenceau aus, Kriegsminister Burlinden sei gegen die Revision Lösung der Frage zurück und wollen endgiltig mit der Regierung jeder bürgerlichen Freiheit erblicken. Der Kaiser hat nur die alldes Dreyfus- Prozesses, weil er gerichtliche Folgen für die Generale brechen. gemeine Marschrichtung angedeutet; den geordneten Organen des Mercier und Boisdeffre und ihre Untergebenen fürchte. Konstantinopel, 12. September.( Meld. des Wiener t. t. Beiches liegt es ob, dieser allerhöchsten Willensmeinung gesetzlichen Ministerpräsident Brisson, welcher wisse, daß die Haupt- Telegr.- Corr.- Bureau.) Es bestätigt sich, daß Edhem Pascha, der Ausdruck zu geben." schwierigkeiten beim Präsidenten Faure liegen, müsse das Untergouverneur von Kandia, den Belagerungszustand verkündete. Striegsportefeuille übernehmen und die Machinationen gegen die Es sind gegen 100 Muhamedaner verhaftet worden. Gerechtigkeit und die Wahrheit bloßlegen. Zur Revisionsfrage. Eine Note der„ Agence Havas" vom Sonnabend besagte: Der Kriegsminister Burlinden hat dem Justizminister Sarrien die Aften in der Dreyfus- Angelegenheit mit seiner motivirten und definitiven Ansicht übergeben. Der Ministerrath wird Montag definitiv über die zu treffende Entscheidung beschließen. Afien. Dem Grafen Posadowsky wird dieser Versuch, die Erregung über die Ankündigung von Oynhausen zu dämpfen, nicht helfen. Die Nordd. Allg. Ztg." ist kein Organ, dem man Glauben zu schenken Veranlassung hat. Graf Posadowsky, der den weisenSpruch im Reichstage gethan hat, daß sich zu viel Polizei in das Arbeitsverhältniß einmische und der dann die Polizei zur Verhaftung von Streifposten, zur An-, fertigung von Streifstatistiken veranlaßt, der Umfragen hält, wie man möglichst viel Polizei bei Arbeitsstreitigkeiten in Thätigkeit, treten lassen kann, auch diese Autorität imponirt uns nicht. Für uns steht fest, was der Kaiser gesagt und dann, daß Graf Posadowsty ein Diener örterungen über das Koalitionsrecht, bis der Gesetzentwurf vorliegt;. daran ändern die mannigfachsten Kommuniques der offiziösen Presse Paris, 11. September.( Eig. Ber.) Die Situation ist augenblicklich nicht minder verworren, wie vor acht Tagen, am Vor- Aus Manila melden die" Times", die Aufständischen haben noend der Demission Cavaignac's. Als General gurlinden fast die ganze Insel Luzon in ihre Gewalt gebracht; die ganze Insel, das Kriegsministerium übernahm, galt seine Zustimmung zur Re- mit Ausnahme von Manila, Cavite und einem kleinen Theile der vision des Dreyfus- Prozesses als selbstverständlich. Einen anderen Provinz Albay, wird von ihnen verwaltet. Die Aufständischen haben Sinn konnte sein Eintritt ins Kabinet gar nicht haben, sich großer Mengen Waffen und Munition bemächtigt. nachdem Cavaignce gerade seiner Revisionsfeindwegen In Soenl ist ein Vertrag unterzeichnet worden betreffend den feines Herrn ist. Das ist und bleibt der Ausgangspunkt für die Erlichkeit zur Demission gezwungen worden war. Nun aber muß Bau der Soeul- Fusan- Eisenbahn durch die Japaner. man aus dem ganzen Gebahren Zurlinden's schließen, daß er nach Einsichtnahme von den Dreyfus- Akten sich gegen die Revision ausgesprochen hat. Heute findet man diese Nachricht nicht nur in den Generalstabsblättern, die schon seit mehreren Tagen Burlinden's Demission triumphirend ankündigen, sondern auch in unparteiischen und zuverlässigen Blättern, wie dem Matin". Amerika. machen, wenn sie von einer so stupiden Unwissenheit zeugen, wie Am wenigsten Eindruck werden die offiziösen Offenbarungen die vorstehende Leistung der„ Nordd. Allg. 8tg.", die schreibt: nichts. Valparaiso, 10. September. Der Präsident der chilenischen Republit unterzeichnete heute ein Defret, welches 50 000 Mann zu Sen Waffen einberuft und erklärt, daß die gegenwärtig in der Einübung begriffenen 30 000 Mann nicht zu entlassen sind. Kampf um das Koalitionsrecht! " Bu erwägen ist, ob nicht die Arbeiterbevölkerung nachdrücklichst gegen solche Personen geschützt werden soll, welche gewerbsmäßig unter Vorspiegelung falscher Thatsachen die Arbeiter zur Niederlegung der Arbeit verleiten." Auf all die umherschwirrenden Gerüchte einzugehen, ist desto umöthiger, als im morgenden Ministerrath die Frage endgiltig entschieden werden wird. Bur Beleuchtung der Situation mag aber mitgetheilt werden, unter welchen Bedingungen Burlinden die Dreyfus• Atten studirte. Seine Wegweiser Wenn das die einzige Sorge des hochmögenden König Stumm waren dabet, so toll sich das ausnimmt, dieselben Leute, die Cavaignac Wie stellt sich unsere Partei zu den Streiks? wäre, er fönnte ruhig schlafen. Gäbe es solche gewerbsmäßig unter die Fälschungen Henry's aufgebunden und garantirt haben. Inter Von jeher hat die Sozialdemokratie den Streit nur als ein noth- Vorspiegelung falscher Thatsachen die Arbeiter zur Niederlegung dem verbrecherischen Klüngel des Generalstabes fehlten nur der gewendiges Uebel betrachtet, als ein Mittel, das nur dann der Arbeit verleitende Personen", so wäre ein Gesetz gegen dieselben selbstmordete Henry und der zurückgetretene Generalstabschef angewendet werden soll, wenn der Arbeiter auf teine andere Weise die nicht erforderlich. Die Arbeiter würden sich dieser Bersonen längst be Boisdeffre. Sonst blieben alle ehrenwerthen Mitarbeiter Henry's Verbesserung seiner Bage erreichen kann. Ebenso ist es ständiger Brauch entledigt haben. Ueber die Opportunität eines Streits zu ents in den alten Aemtern, während de Boisdeffre noch unter Cavaignac in unserer Presse, die Arbeiter auf die Nachtheile hinzuweisen, scheiden, ist Sache der Arbeiter selbst und nicht irgend einer außer durch den General Renouard ersetzt wurde, der zur Zeit des die sie sich bereiten, wenn sie beim Streit gegen den§ 153 der deren Reihen stehenden Autorität, wie man sich das im Reichsamte Dreyfus- Prozesses de Boisdeffre's Unterchef Gewerbe- Ordnung verstoßen. Wir dürfen behaupten: des Innern wohl etwas zu bureaukratisch vorzustellen scheint. war. Burlinden tonstituirte nicht einmal ein neues militärisches Wenn es keine sozialdemokratische Partei und keine Gewerkschaften Ländliche Arbeiter und Gefinde Die Folge von alledem war, daß die kriegsministeriellen Bureaus, vor allem die Fälscherbande des Informationsbureaus die ganze Woche hindurch in der chauvinistisch- antisemitischen Presse lustig braufloswühlte, als ob Henry keine Geständnisse gemacht und nicht ge selbstmordet worden wäre. Jezt scheint die Bande ihren Zweck erreicht zu haben. Der Rücktritt Burlinden's ist ihre legte und, wie sie vermeint, sicherste Chance. für Kabinet", wie das bei jedem Ministerivechsel üblich ist. gäbe, die Lohnbewegungen der deutschen Arbeiter würden auch nicht haben nach dem gegenwärtigen Rechtszustande tein Koalitionsrecht.. Er arbeitete einfach mit den Kreaturen Cavaignac's fort. Daß entfernt so ruhig verlaufen als jetzt, wo die Zahl der wirklichen schließlich der neue Kriegsminister nicht daran dachte, den Nath Verfehlungen gegen die Gesetze zur Zahl der an den Streits be- Trotzdem könnte der Fall eintreten, daß die ländlichen Arbeiter nach Annahme des angekündigten Zuchthausgesetzes in der glücklichen Lage Bicquart's einzuholen, den Rath des Mannes, der aufs gründlichste theiligten Arbeiter thatsächlich in einem völlig verschwindenden Ver- wären, eher einen Streit zu inszeniren und glücklich durchzuführen, die Dreyfus- Akten kennt und mit Klarem Auge die Fälschung Henry's hältniß steht. als die Arbeiter der Industrie. Wir kommen auf diesen Vergleich zu durchschaut hatte das ist selbstverständlich. Der sozialdemokratische Parteitag in Halle a. S., abgehalten sprechen, da unter den letzten Kammergerichts- Entscheidungen, wie im Jahre 1890, äußerte sich über den Streit in folgender, von sie das preußische Verwaltungsblatt veröffentlicht, sich einige loß aus Stuttgart beantragten Resolution: mit den Rechtsverhältnissen des Gesindes befassen und auf grund Der Parteitag erflärt: Unter den heutigen ökonomischen Verhältnissen und bei dem Be- des§ 3 des Gesetzes vom 24. April 1854 festgestellt wird, daß die Aufforderung des Gesindes oder der ländstreben der herrschenden Klassen, die politischen Rechte und die lichen Arbeiter zur Arbeitseinstellung durchaus wirthschaftliche Lage der Arbeiter immer tiefer herabzudrücken, sind nicht strafbar ist, sondern mir die Aufforderung derselben zur Streits wie auch Boykotts eine unumgängliche Waffe für die Arbeiter Berabredung der Arbeitseinstellung. Doch darin dürfte sich die Bande noch gründlicher irren, wie in flasse: einmal, um die auf ihre materielle oder politische Schädigung ländlichen Arbeitern gegenüber liegt für die Arbeiter in der Der ganze Fortschritt den ihren früheren verbrecherischen Umtrieben. Jeder Klarsehende Mensch gerichteten Bestrebungen ihrer Gegner zurückzuweisen, dann aber Industrie, also in dem Recht der Koalition, aus dem allein sich wird mit Clémenceau und Gérault- Richard aus dem eventuellen auch, um ihre soziale und politische Lage nach Möglichkeit innerhalb eine geordnete Führung des Lohnkampfes ergiebt. Und gerade gegen Rücktrittt Burlinden's einfach den Schluß ziehen, daß eine Krähe der bürgerlichen Gesellschaft zu verbessern. die organisirte Durchführung des Lohnkampfes würde sich das geder anderen die Augen nicht aushackt, Da aber Streits und Boykotts zweischneidige Waffen sind, die daß Zurlinden in den Dreyfus- Aften nicht etwa unwiderlegliche" reizen, mit Zuchthaus bedroht. Beweise am unrechten Orte oder zur unrechten Zeit angewendet, die Inter- plante Gesez richten, das diejenigen, welche zum Lohnkampfe an Nun ist in einer Industriedie Schuld des Verurtheilten entdeckt hat, fon effen der Arbeiterklasse mehr schädigen als fördern können, empfiehlt gegend ein größerer Lohntampf vorhergehende. Verdern vielmehr Beweise für die Infamien des der Parteitag den deutschen Arbeitern sorgfältige Erwägung der abredung überhaupt ausgeschlossen. Ohne Verabredung, ohne Generalstabes, Beweise, welche bei einer öffentlichen Re- Umstände, unter welchen sie von diesen Wassen Gebrauch machen Stoalitionsrecht würde ein die Gesammtheit der in einem Gewerbe vision des Dreyfus Prozesses die weitere Straflosigkeit der hoch wollen; insbesondere betrachtet es der Parteitag als eine zivingende beschäftigten Arbeiter umfassender Streit nie inszenirt werden können. gestellten Verbrecher unmöglich machen würden. Nothwendigkeit, daß die Arbeiterklasse zur Führung solcher Kämpfe Es ist wohl kaum daran zu zweifeln, daß der Rücktritt Bur- sich gewerkschaftlich organisirt und zwar möglichst in zentralistischen In der Landwirthschaft liegt dies wesentlich anders. Hier richten linden's an der Unvermeidlichkeit der Revision nichts ändern wird. Verbänden, um sowohl durch die Wucht der Zahl, wie die Wucht der sich die Ausstände meist gegen den Arbeitgeber eines einzigen Gutes Dem„ Matiu" zufolge denkt Brisson daran, eventuell selber das materiellen Mittel und nach sorgfältig getroffenen Erwägungen den sofort den Streit beginnen zu laffen. In dieser Beleuchtung fieht und hier genügt die ftritte Aufforderung zur Arbeitseinstellung, um Kriegsministerium zu übernehmen. Er hätte das gleich nach beabsichtigten Zweck möglichst vollkommen erreichen zu können. Cavaignac's Demission thun sollen, anstatt die Diktatur der Fälscher- allen Parteigenossen fräftige Unterstützung der gewerkschaftlichen Be- der Industrie noch rechtloser machen, als heute schon die ländliche Der Parteitag, von diesen Auffassungen ausgehend, empfiehlt man erst, was für eine Gefahr der industriellen Arbeiterschaft mit der angekündigten Vorlage droht. Man möchte die Arbeiterschaft bande um eine weitere Woche zu verlängern. allen Was die gesegliche Seite der Revision betrifft, strebungen. so hat eigentlich der Kriegsminister gar nichts dreinzureden. Der Zugleich protestirt der Parteitag gegen die erneuten Versuche flaren Vorschrift des Gesetzes zufolge steht die Initiative zur Revision der Regierungen und der Unternehmerklasse, den in Deutschland vor im Dreyfus- Falle ausschließlich dem Justizminister zu und die end- handenen Rest des Koalitionsrechts durch die reaktionären Begiltige Beschlußfaffung dem Kassationshofe. Letzterer instand ist denn ſtimmungen in der Novelle der Gewerbe- Ordnung vollends zu verauch für die Fälscherbande im höchsten Grade bedrohlich. Denn der nichten, und beauftragt die parlamentarischen Vertreter der Partei, Raffationshof hat bisher in der Angelegenheit, im Gegensatz zu den diese Versuche mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen und dafür übrigen Justizorganen, eine wirkliche, sich ausschließlich an das Gesetz einzutreten, daß volle Koalitions- und Vereinigungsfreiheit, diese haltende Unparteilichkeit gezeigt. Dazu hat der oberste Gerichtshof Grundlage für die Kämpfe der Arbeiterklasse zur Erreichung besserer das Recht, eine allseitige Untersuchung mit allen Boll Existenzbedingungen, erreicht werde. machten eines Untersuchungsrichters anzuordnen und seinen Beschluß sachlich zu begründen. Mit anderen Worten verharrt der oberste Gerichtshof in seiner unabhängigen Haltung, so würde sein revisionsfreundlicher Beschluß zugleich die Infamien des justizmörderischen Klingels aufdecken und das Urtheil im neuen Dreyfus- Prozeß gewissermaßen vorausbestimmen. Daher die schlotternde Angst bes Generalstabs vor der Einleitung der Revision. Arbeiterschaft Ausschreitungen bei Lohnbewegungen ohne weiteres auf das Konto der Gewerkschaften zu setzen, ist heutzutage bei unseren Gegnern Mode geworden. Wie verkehrt diese Praris aber ist, das zeigt die Konsequenz einer solchen Handlungsweise, wollten wir den Spieß umdrehen. Es ist eine bekannte Thatsache, daß bei der Eisenbahnbeförderung von Rekruten und Reservisten, also von Personen, die unter militärischer Disziplin stehen, sehr häufig, ja fast immer Ausschreitungen begangen werden. In letzter Zeit hat sich die Zahl derselben so bedeutend gehäuft, daß sich die Militärverwaltung veranlaßt gesehen hat, anzuordnen, die Begleitkommando's bei den zu befördernden MannAußerdem wurden die Eisenbahnstationen zur Unterstützung der Begleitkommandos an gewiesen, die Bahnhofswirthe anzuhalten, den Mannschaften weder. an den Buffets, noch an den Zügen, noch in deren Nähe geistige Paris, 12. September. Das Zuchtpolizei lehnte die vorläufige Oder ist es tein Uebergriff, wenn die Unternehmervereini- Getränke, insbesondere Schnaps und Bier in Flaschen, welche Ge gungen bestimmte Arbeiter auf Jahre oder sogar tränke leicht mit in den Wagen genommen werden können, zu verHaftentlassung Picquart's ab. dauernd aus den Betrieben aller Vereinsmitglieder aus kaufen. Auch auf den Verpflegungsstationen sind etwaige besondere Spanien. etwas getrennt und schließen, oder wenn sie, wie gerade jezt die Bauunternehmer Buffets entfernt von den Vers, Madrid, 11. September. Die republikanischen, tar- burch ihren in Breslau gegründeten Arbeitgeberverband die Streit pflegungsschuppen zuzulassen. Auch ist dort der Verkauf von Tistischen und dissentirenden tonservativen Abtasse der einen Gewerkschaft mittels einer vielwöchigen Aussperrung Getränken in Gläsern erst zu gestatten, wenn die Vers geordneten haben gemeinsam ein Manifest angenommen, in aller Maurer ruiniren wollen? pflegung bereits stattgefunden hat. Noch eine weitere welchem mit heftigen Ausdrücken dagegen protestirt wird, daß Reihe von Anordnungen ergänzen die Mittel, mit denen man der hinter geschlossenen Thüren über das Friedens- Maffen Protestversammlungen gegen die ,, Zuchthaus. Ausschreitungen Herr zu werden versucht. Aehnlich wie hier die protokoll verhandelt werde. Militärverwaltung sorgen auch die Gewerkschaftsorganisationen, so= Senat. Fabre meint, die Regierung befinde sich in einem find einberufen in Berlin, Leipzig, Stuttgart und weit es in ihren Kräften steht, bei Lohnbewegungen und Ausständen Dilenma, entweder das Friedensprotokoll anzunehmen oder den anderen Orten. für Aufrechterhaltung der Ruhe und Verhütung von Ausschreitungen. Krieg von neuem zu beginnen.( Er wird zur Ordnung gerufen.) In Bielefeld nahm eine von zirka 800 Mitgliedern der Wenn trotzdem dann und wann einmal eine solche vorkommt, ist' Der Finanzminister erklärt, über das Friedensprotokoll könne nicht Gewerkschaften besuchte öffentliche Versammlung eine Resolution an, man da berechtigt, diese dann ohne weiteres den Organisationen in öffentlich verhandelt werden. Die Tribünen werden geräumt, die ivorin erklärt wird, daß den Arbeitern durch das angekündigte die Schuhe zu schieben, die doch alles aufbieten, daß bei Verfolgung Sigung wird bei geschlossenen Thüren fortgeführt. Schließlich nahm Gesetz das Koalitionsrecht, dessen Ausübung ihnen schon jetzt so des erlaubten und berechtigten Zweckes Ausschreitungen vermieden der Senat das Friedensprotokoll durch Aufstehen und Sigenbleiben an. schwer gemacht werde, thatsächlich genommen werden würde.- werden? Wenn es doch geschieht, wie nahe liegt dann der gleiche, In demselben Gedankengange bewegen sich die auf die Streits bezüglichen Beschlüsse aller späteren Parteitage und internationalen Arbeiterkongresse, die sich mit dieser Angelegenheit beschäftigten. Wie nöthig anstatt einer Verminderung vielmehr eine Garanti- fchaften für die Zukunft zu verstärken. rung der Koalitionsfreiheit der Arbeiter ist, etwa durch Anerkennung der Berufsvereine, das lehren die Uebergriffe der Unternehmervereinigungen. Vorlage mur 9 Inzwischen ist eine Meisterkommission zusammen- Gegen die drohende Beschränkung des Koalitionsrechts Gegen die drohende Soldaten bei der Eisenbahn- Beförderung verantwortlich zu machen. getreten, bestehend aus Vertretern der Jnnung, der Vereinigung der Man verlangt von der Gesetzgebung, daß nicht die Personen, die die Holzindustriellen und des Vereins der Tischlermeister von Ost und erhoben die Berliner Metallarbeiter am Montag Abend in drei VerAusschreitung selbst verüben, bestraft werden sollen, sondern die Nordost. Dieselbe hat mit der Ortsverwaltung des Holzarbeiter- sammlungen Protest. Der Saal des Lotals Sanssouci war bis auf den letzten Platz intellektuellen und moralischen Urheber, d. h. die Gewerkschaftsleiter Verbandes verhandelt. Die Ortsverwaltung und die sogenannten Arbeiterführer. Zu welchen Konsequenzen Die Verhandlungen führten leider zu keiner Einigung, da die gefüllt. Der Referent Paul Litfin wies darauf hin, daß infolge der kommt man aber, wenn man diesen Grundsatz verallgemeinert? Meisterkommisston auf dem Standpunkte beharrte, nichts bewilligen fortschreitenden Entwickelung der Gesellschaft selbst Augehörige der bürgerWill man etwa den Herrn Kriegsminister für die Ausschreitungen zu wollen, während seitens der Vertreter der Arbeiter in 5 Punkten lichen Kreise nicht umhin konntent, sich um die Bestrebungen der Arbeiterverantwortlich machen, die Rekruten und Reservisten im Zustande der ein Entgegenkommen von der Firma gewünscht wurde. flasse zu kümmern. Die soziale Frage sei nicht nur in VoltsTrunkenheit oder im llebermuthe begehen? Naheliegend ist diese Die Kollegen der Werkstatt haben nun in geheimer Abstimmung versammlungen, sondern auch in Königsschlössern erörtert worden. Frage. Es hieße das nur: Gleiches mit Gleichem vergelten, die beschlossen, den Streik fortzusetzen. Es kommt hinzu, daß Der Redner erinnert an die Februar- Erlasse und die späteren Praris, die man auf die Gewerkschaften anwendet, auch auf die die Tischlermeister den Kühnemännern nacheifern, indem sie Listen, Aeußerungen Wilhelm II., welche sich auf die soziale Stellung Militärverwaltung übertragen. enthaltend sämmtliche Namen der bei Zelder u. Plathen bisher der Arbeiter bezogen. Große Hoffnungen seien auf diese auch beschäftigten Kollegen, und ein Zirkular an alle Tischlermeister gesandt von der Regierung vertretenen Kundgebungen gesetzt worden, nicht Die industrielle Konjunktur und die Arbeiterfrage. haben, worin dieselben ersucht werden, die Streifenden nicht in Arbeit zu von den Arbeitern, sondern von jenen Leuten, die von der Unter diesem Titel finden sich im Handelstheile des Berliner nehmen. verheißenen Sozialreform einen Ausgleich der sozialen GegenTageblatts" die folgenden Ausführungen: Soweit die Hoffnung be Kollegen, wir erwarten von Euch, da die säge erwarteten. Während in den ersten Jahren nach den kaisersteht, daß die in so starkem Maßstabe betriebenen Gründungen sich Me i ster ihrer ganzen Haltung nach zu schließen, lichen Erlassen auch die Regierung das gehe aus den Thronohne Schaden an dem deutschen Nationalvermögen abwickeln werden, den Kampf haben wollen, daß Ihr dafür sorgt, reden des Kaisers hervor sich auf den Standpunkt ſtellte, daß ein stützt sich dieses Vertrauen wesentlich darauf, daß einstweilen daß die streifenden Kollegen zu ihrem Rechte wirksamer Schutz der Arbeiterinteressen im Sinne der kaiserlichen mancherlei Anzeichen für eine Fortdauer der günstigen Konjunktur tommen. Haltet den Zuzug fern und agitirt eifrig für den Ansprechen, die in unserer Industrie vorherrscht. Es ist nun ganz besonders schluß an den Verband, da uns nach der geschilderten Maßnahme erfreulich, daß diese Konjunktur, die nunmehr schon seit der Unternehmer noch weitere Kämpfe bevorstehen. einigen Jahren besteht, so gut wie gar nicht von Streif bewegungen gestört worden ist. Auch in der Montan des deutschen Holzarbeiter Verbandes Berlin. industrie, in der die vorgeschrittene Organisation der Arbeiter solche Versuche am ehesten möglich macht, ist eine Die Täschner der Firma Fischer u. Richter, Oranienstraße 119, ganze Reihe von Jahren mit aufwärts gerichteter befinden sich wegen Einführung der neunstündigen Arbeitszeit im Preisbewegung vorübergegangen, ohne daß dieselbe zu Streik. In betracht kommen 18 Arbeiter und 2 Arbeiterinnen. Zuzug einem größeren Arbeiterausstande geführt hätte. ist fernzuhalten. Die Agitationskommission. Bei steigenden Geivinnen der Unternehmer erfuhren auch die Löhne der Arbeiter eine Besserung( sicherlich nicht verhältnißmäßige. Ned. d.„ Borw."). Der Streit ist hiernach glücklicherweise nur als ein seltener Ausnahmefall auf dem Arbeitsmarkte auzusehen. Darum sollte sich aber auch die Gesetzgebung vor Bestimmungen scheuen, die um der Bekämpfung der Ausnahme willen das Verhältniß zwischen Arbeiter und Arbeitgeber in der Regel alteriren würden." Als Stimmungsbild aus bürgerlichen Kreisen ist nicht uninteressant, was der„ Berl. Börsen- Courier" sagt. Wir geben die folgenden Stellen aus seinem Leitartikel über den Kampf um das Koalitionsrecht" wieder. = Deutsches Reich. Was ist Kundgebung durchgeführt werden solle, machten sich bald Stimmen aus Unternehmerkreisen bemerkbar, die dem neuen Kurs entgegentraten. Dann feien Gesetzesvorlagen gekommen, in denen sich ein Ulmschwung der Ansichten in der Regierung bemerkbar machte, wie der dem Reichstage seinerzeit vorgelegte Gefeßentwurf, betreffend die Beschränkung des Koalitionsrechts, die Vereinsgesetz- Novelle, die den Landtag beschäftigte, und schließlich habe sich im Erlaß Posadowsky offenbart, daß eine der völligen Vernichtung gleichkommende Beschränkung des Koalitionsrechts geplant sei. Denen, die trotzdem noch nicht glauben wollten, daß die Bestrebungen der Arbeiter nach Verbesserung ihrer Lage völlig lahm gelegt werden Zum Hamburger Brotboykott. Wie es der Arbeitgeber- sollten, seien jekt die Augen geöffnet worden durch die Verheißung, verband verstanden hat, durch Gewährung von Unterstützung an die daß jeder, der einen Arbeitswilligen an der Arbeit hindert, oder boykottirten Innungsmeister( diese sich mit Haut und Haaren zum Streif anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden solle. hörig zu machen, dafür liegen jetzt eine ganze Anzahl Beweise vor. denn fragt der Redner, in den letzten acht Jahren geschehen, daß Streifleitung, daß sie gern bewilligen wollten, um sich vor dem ge- nichts anderes gethan, als mit den ihnen gesetzlich gewährten Mitteln Mehrere der boykottirten Meister erklärten in den letzten Tagen der eine so strenge Strafandrohung nöthig erscheint? Die Arbeiter haben schäftlichen Ruin zu schüßen, denn sie wüßten, daß sie vom Arbeit eine Aufbesserung ihrer Lage zu erzielen versucht in einer Zeit des geber- Verband für ihre verlorene Eristenz nicht entschädigt werden wirthschaftlichen Aufschwunges, wo die Unternehmer die fettesten Die Kapitalisten seien nicht müde geworden, würden; aber sie hätten von demselben pro Woche 40 M. bis 75 M. Profite einheimſten. Unterstügung erhalten mit der Bedingung, dieselbe wieder zurück in ihren Organen scharfe Maßregeln gegen die„ Heger und Aufzuzahlen, wenn es ihnen nicht gelingt, die Gesellen zur bedingungs- wiegler" zu verlangen. Gerade die sogenannten Hetzer und Wühler" „ Die Sozialdemokratie ist vergnügt. So etwas brauchte sie, losen Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen. Daß an letzteres gar feien es aber, welche bei Streiks etwaige Ausschreitungen verhüten. wie die Deynhausener Rede. Bot ihr von den Debatten nicht zu denken ist, schen die Herren auch selbst ein, denn die Zahl Ohne die Organisationen, die man jetzt unterdrücken möchte, würden die über die Landtagswahl widerhallendes Lager soeben noch der Streifenden ist infolge des erhöhten Umsatzes der geregelten Lohnbewegungen nicht so vollkommen gesetzlich verlaufen, wie es jetzt das Bild vollkommener Zerfahrenheit, so zeigt es jetzt Bäckereien auf 108 zusammengeschrumpft; alle anderen arbeiten zu der Fall ist. Wenn es aber je einem Arbeiter einfallen sollte, sich zu ein Ideal von Eintracht. Die wild und wirr durcheinanderlaufenden den neuen Bestimmungen in geregelten Bäckereien. In Hamburg Ausschreitungen hinreißen zu lassen, dann reichen die vorhandenen Massen sammelten sich und nahmen wie ein Mann die Front gegen haben in den letzten Tagen wieder zwei Bäckereien bewilligt, ein Strafbestimmungen doch gewiß hin, um eine Bestrafung des be= die Regierung. Das bei der Galatafel angedrohte Zuchthausgesetz Beichen, daß der Brotboykott noch ebenso wirkt, wie zu Beginn des treffenden zu erzielen, und bekanntlich lassen es die Behörden nicht fann ihnen gar nicht schnell genug erscheinen. Sie fürchten fast, Streiks. Dafür dient auch zum Beweis, daß eine boykottirte Bäckerei an Eifer fehlen, um jeden Arbeiter, der sich aus Anlaß einer irgend ein Reichskorrettor fönnte ein Mißverständniß ent- im Hammerbrook nach genauer Feststellung pro Woche für 1100 M. Lohnbewegung auch nur der geringsten Ausschreitung schuldig Decken und die faiferlichen Worte abmildern. Nein, nicht weniger Umfaß hat; trotzdem werden in diesem Getchäft noch 9 Ge- macht, zur Rechenschaft zu ziehen. Je mehr die Gewerkschaften sich eine abgemilderte Vorlage, sondern eine scharfe, echt aus sellen beschäftigt, wie vor dem Streik. Jede Woche wechseln dort ausbreiten, desto größer werde die Zahl der Lohnbewegung, dagegen Deynhausen bezogene wünschen sie. Je schärfer, desto einige Arbeitswillige die Stellung, ein Zeichen, daß es auch diesen sinke die Zahl der wegen Vergehen gegen§ 153 der Gewerbebesser. Denn erstens fällt alsdann der Gesezentivurf von auswärts importirten Gestalten in den Hamburger Muster- Ordnung Bestraften. Von dem Streben, die Lage der Arbeiter zu verbessern so schließt der Redner dürfen und können wir uns u so sicherer im Reichstag durch, und zweitens Todert die backstuben nicht sonderlich gefällt. Flamme der Leidenschaft in dein Herzen des Arbeiters um so höher nicht abschrecken lassen, selbst wenn es dahin kommen sollte, daß Jetzt gilt es mebr empor. solches Streben mit Zuchthaus bestraft wird. wie je, daß die Arbeiter ihre Führer im Stampfe gegen die in Aussicht stehenden Beschränkungen nicht allein lassen. Nur eine starke, machtvolle Organisation kann den Plänen der Reaktion wirkungsvollen Widerstand entgegensetzen. Die Ausführungen Litfin's wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Eine Dis fussion fand nicht statt, mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung schloß die Versammlung. Was nöthigte dazu, der Sozialdemokratie diese Freude zu bereiten? Sind Fälle vorgekommen, in denen sich die geltenden Straf bestimmungen als unzureichend erwiesen haben? Wenn solche Fälle vorliegen, müssen sie ein Geheimniß der Regierung sein. Die Oeffentlichkeit kennt sie nicht. Bekannt sind im Gegentheil mur Strafurtheile geworden, die durch Milde keineswegs auffallen.. Läßt sich eine Vorlage nicht durchsetzen, so läge der Gedanke nahe, sie gar nicht erst einzubringen. Doch die betheiligten Staatssekretäre werden durch die Tafelreden in ihrem Arbeitseifer noch bestärkt werden und die Vorarbeiten derart zu beschleunigen fuchen, daß ihnen die Quittung durch den Reichstag schon in diesem Winter ausgestellt wird. Die Sozialdemokratie kann lachen." Wir brauchen wohl nicht ausdrücklich zu betonen, daß wir mit diesen Ansichten nicht übereinstimmen, trotzdem sind sie auch für uns als Stimmungsbild nicht werthlos. Bayerische Scharfmacher. Wir haben vor einiger Zeit mitgetheilt, daß in Penzberg bezw. Miesbach 14 Bergarbeiter, meist Familienväter, die schon bis zu 20 Jahren im dortigen Bergwerk beschäftigt sind, brutal aufs Pflaster geworfen werden sollen, weil sie sich einer Organisation zur Wahrung bergmännischer Interessen angeschlossen haben. " Die Münchener Bost" schreibt zu diesem brutalen Unternehmeraft: Vielfach, selbst in den Kreisen der organisirten Arbeiterschaft, wurde die Nichtigkeit der Meldung angezweifelt, weshalb sich zwei Mitglieder des Münchener Gewerkschaftsvereins nach Penzberg begaben, um sich an Ort und Stelle über die bezüglichen Verhältnisse zu erfundigen. Der Streik in der Steinmetzwerkstätte von C. Heinig in Rostock hat größeren Umfang angenommen. Seit Sonnabend Vormittag sind auch die Maschinen- und Handschleifer, sowie die Hofarbeiter in den Streik eingetreten. Herr Heinig hatte nämlich aus Warnemünde und aus Schweden, um die Arbeit der feiernden Steinmetzen zu ersetzen, vorbereitetes Material kommen lassen und den Schleifern überwiesen. Diese weigerten sich jedoch, Steine zu schleifen, die nicht von hiesigen Steinmetzen angefertigt wären. Und da Herr Heinig auf eine Verhandlung mit der Streiffommission der Steinmetzen sich nicht einlassen wollte, so legten die Schleifer sammt und sonders die Arbeit nieder. Wegen Maßregelung haben sämmtliche Tischler und Maschinenarbeiter der Möbelfabrik Wehmann in Bremen die Arbeit ein gestellt. Der Fabrikant sucht außerhalb Arbeitskräfte, es wird deshalb gebeten, den Zuzug fernzuhalten. Im großen Saal der Moabiter Kronen Brauerei waren fünf- bis sechshundert Metallarbeiter versammelt, um den fesselnden Vortrag des Kollegen Massatsch zu hören. Er verwies darauf, daß schon im Mittelalter gestreift wurde. Streits fanden überall statt, wo die Klassengegensäge zu scharf wurden, ganz unabhängig von Organisationen oder gewerbsmäßigen Agitatoren. Den Arbeitern solle aber jetzt das Recht genommen werden, bessere Der Brauerstreik in Mannheim danert fort. Die Ber- Lebensbedingungen durch Organisation und Streit zu schaffen. Doch handlungen, die angebahut wurden, haben zu keinem für die Arbeiter die Unternehmer dürften sich in Ringen, Trusts u. s. w. verbinden. annehmbaren Ergebniß geführt. Die Brauereien verlangen die Auf- Die müßten denn auch, wenn sie durch schwarze Listen und Uriashebung des Boykotts. Dagegen wollen sie sich bemühen, eine An- briefe Arbeitern die Arbeit unmöglich machen, mit Zuchthaus bestraft zahl ausständiger Familienväter unterzubringen, ohne jedoch hin- werden.( Lebhafte Bustimmung.) Der Landrath hat vom Militärsichtlich der Zahl irgend eine Verbindlichkeit einzugehen. Die Wiederverein in Elsterwerda verlangt, alle Mitglieder auszuschließen, die einzustellenden müßten sich außerdem mit den Minimallöhnen der dem Metallarbeiterverbande angehören. Also auch von der Regierung jeweiligen Brauereien zufrieden geben. Diese Bedingungen waren wird jetzt schon schärfer gegen die Gewerkschaften vorgegangen. Und für die Ausständigen so hart, daß man es ihnen nicht verdenken mun soll sogar die entehrende Strafe des Zuchthauses für alle die Gesetz kann, wenn sie dieselben ablehnten. werden, die einsehen, daß ohne Streit der Arbeiter nicht einmal vor der schlimmsten Ausbeutung geschützt werden kann. Das kann nur zur Berwilderung führen. Eine Diskussion wurde nicht gewünscht. Wit dreifachem brausenden Hoch auf die Arbeiterbewegung schloß die Versammlung. Die vereinigten Messerschleifer des Kreises Solingen warnen dringend davor, bei der Firma Gottlieb Hammesfahr, Foche- Solingen, in Arbeit zu treten, da sich dort über 100 Messerschleifer seit dem 8. August im Ausstand befinden. Anfragen sind an Ernst Kaiser, Solingen, Schützenstraße 59, zu richten. Ausland. Sie fanden jedoch die Nachricht in vollem Umfange bestätigt und mit chnischer Offenheit wurde ihnen vom Obersteiger wie auch vom ersten Direktor, dem„ Herrgott" in Miesbach, erklärt, daß man an dem Beschluß, die Leute nach Ablauf der Kündigungsfrist zu ent- Die Tapezirer Wiens rüsten sich zu einer Aktion, die die allTassen, unter allen Umständen festhalten werde. Man" dulde feine gemeine Durchführung der neunstündigen Arbeitszeit und Firirung Bergarbeiter- Organisation und werde jedem Versuch der Gruben eines Minimallohnes für männliche Gehilfen von 12 fl. und für arbeiter, das Koalitionsrecht wahrzunehmen, energisch entgegentreten. weibliche Gehilfen von 10 fl. wöchentlich zum Zwecke hat. Es bestätigt sich also, daß demnächst 12 Familienväter mit zu-| Der Streik der Gasheizer in Llanelly( Wales) ist nach sammen 52 Kindern, und die seit vielen Jahren sich im Dienste der achttägiger Dauer durch Verhandlung beigelegt. Sämmtliche Fordeoberbayerischen Aktiengesellschaft für Bergbau abgerackert haben, den Staub von den Pantoffeln schütteln und wenn auch nicht ins Zuchthaus, rungen der Arbeiter sind bewilligt worden. so doch in die Fremde wandern müssen, um sich irgendwo in Westfalen, Schlesien oder Sachsen, vielleicht im Ausland andere Arbeit zu suchen. Boziales. Bu einer imposanten Rundgebung gestaltete sich die VersammTung im Kösliner Hof". Der mehr als fünfhundert Personen fassende Saal hatte sich in kurzer Zeit bis auf. den letzten Platz, selbst auf der Tribüne, gefüllt und an den einzelnen Tischen wurde mit sichtbarer Erregung das zum Vortrag Der Referent des Abends, Genosse gelangende Thema erörtert. Naether, schilderte in treffenden und zündenden Worten, wie das Unternehmerthum schon seit langem an eine Vernichtung des Koalitionsrechtes arbeite, ein Vorgehen, das nach der letzten Kaiserrede nun endgiltig seiner Verwirklichung entgegengehen dürfte. Lebhafte Zwischenrufe der Entrüstung unterbrachen oft minutenlang den stürmisch aufgenommenen Vortrag. Mit einem dreifachen brausenden Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung schloß hierauf die begeistert verlaufene Versammlung, Und alles dies, weil es den Scharfmachern, diesen Miesbachern auch die Porzellanfabrit Königzelt in Schlesien ihren Einen sehr bedeutenden Gewinn hat im letzten Geschäftsjahr Stummlingen, gefällt, fich fiber das Recht zu stellen und ihren altionären abgeworfen. Nach den Abschreibungen in Höhe von Lehte Nachrichten und Depeschen. Lohnsklaven zu verbieten, was diesen durch Reichsgesetz gewähr- 44 856 m. blieb ein Reingewinn von 320 007 M., wovon 30 206 M. Geuf, 12. September.( W. T. B.) Es wurden hier mehrere leistet ist." dem Reserve- und Dispositionsfonds zugewiesen und 34 296 M. als Verhaftungen von Anarchisten vorgenommen. Die Einfargung Tantième vertheilt wurden. Die Dividende konnte wieder auf der Leiche der verewigten Kaiserin sollte heute Vormittag statt15 pct. festgesetzt werden und 15 505 M. wurden auf neue Rechnung finden; die Aerzte und ein Geistlicher waren zu diesem Zwecke bereits vorgetragen; dabei ist der Umsatz des Vorjahres noch nicht einmal erschienen. Infolge neuerlich eingetroffener Anordnungen fand jedocy voll erreicht worden. Das deutsche Geschäft hat sich gut entwickelt die Beremonie erst am Nachmittag statt. Der Spezialzug von Wien, und das Exportgeschäft wird sich nach dem spanisch- amerikanischen der die Leiche dorthin überführen soll, wird erst für morgen, Dienstag, Friedensschluß voraussichtlich auch wieder hebeit. früh 6 1hr hier erwartet. Mit ihm kommen die Obersthofmeisterin Preußische Landtagswahlen. Am 20. Oktober sollen schlesischen Blättern zufolge die Urwahlen zum Landtage stattfinden. Nichtbetheiligung an den Landtagswahlen haben beschlossen: die Kreistonferenz für Delipsch Witterfeld Im ungarischen Gewerbe- Inspektorate soll, wie wir seinerzeit Gräfin Harrach, die Hofdame Gräfin Festetics v. Tolna und der mit 11 gegen 1 Stimme, ferner Parteiversammlungen in den Orten mittheilten, die Dezentralisation eingeführt werden. Während Obersthofmeister Graf Bellegarda. Harburg und Wilhelmsburg mit 299 gegen 105 Stimmen bisher die Aufsicht über die Betriebe in den Händen der Budapester Paris, 12. September.( W. T. B.) In dem heute Nachmittag ( damit ist der Beschluß der Kreiskonferenz, der ebenfalls auf Nicht- Bentralleitung lag, werden jetzt an den verschiedenen industriellen im Elysée- Palaste abgehaltenen Ministerrathe wurde der Oberstbetheiligung gelautet hatte, für den Kreis verbindlich geworden). Mittelpunkten des Landes selbständige Gewerbe- Inspektionen ein- lieutenant du Paty de CI am in Nichtaktivität durch Entlassung Ju der Stadt Wiesbaden wurde ein Antrag, wonach die Dele- gerichtet werden. Jm Budget der ungarischen Gewerbe- Juspektion, girten auf der Streiskonferenz für die Betheiligung eintreten sollten, wo bisher der Aufsichtsrath mit 22 550 Gulden dotirt war, find die mit Pension versetzt. Diese Disziplinarmaßregel wurde insolge der abgelehnt. durch die Neuerung nothwendigen Mehrkosten mit 44 666 Gulden Untersuchung ergriffen, welche beim Generalstab der Armee über die vorgesehen. Die Dezentralisation der ungarischen Gewerbe- Jufpektion Handlungen du Paty's im Laufe des Prozesses Esterhazy angestellt ist eine, wenn auch noch sehr dürftige Konzession an die Sozial- wurden. Der Ministerrath beschloß, Sonnabend wieder zusammen zutreten. demokratie. Die Parteikonferenz des Kreises Barmen- Elberfeld beschloß mit 95 gegen 92 Stimmen die Betheiligung an der Landtagswahl. Bei Stichwahlen der Wahlmänner soll für die Freisinnigen gestimmt werden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Tischler! Ueber die Bergwerke der Schweiz ist zum ersten Mal ein Bericht des eidgenössischen Berginspektors, des Herrn Rocco er schienen. Danach giebt es in 13 der 25 Kantone der Schweiz insgesammt 127 Bergwerke mit einem Arbeiterpersonal von 1864 Köpfen. Von diesen Betrieben sind 20 eigentliche Bergwerke mit 459 Arbeitern und 107 fast ausschließlich unterirdische Stein Bereits 14 Tage stehen die Kollegen der Firma 3elder u. brüche mit 1405 Arbeitern. Von allen 127 Betrieben haben 45 Plathen im Streif. Sie fordern eine geringe Lohnerhöhung. einen Mannschaftsbestand von nur 1-5 Arbeitern, 40 Betriebe einen Die dort angefertigten Arbeiten sind Spezialartikel. Soll daran solchen von nur 6-10 Arbeitern, 25 Betriebe einen Mannschaftsein Verdienst erzielt werden, bei welchem der Arbeiter einigermaßen bestand zwischen 11 und 25 Arbeitern, 10 Betriebe einen solchen als Mensch leben kann, so muß aufs angestrengteste gearbeitet werden. zwischen 26 und 50 Arbeitern, 5 Betriebe einen Mannschaftsbestand Die Kollegen hatten nun die Forderungen so gestellt, daß besonders von 51-100 Arbeitern, und nur 2 Betriebe einen Mannschaftsdie schwächeren Arbeiter etwas besser gestellt worden wären. Bei den bestand von 100-200 Arbeitern. Im Durchschnitt kamen auf jedes Verhandlungen mit der Firma sind die Kollegen, um den Streit schweizerische Bergwerk nur 15 Arbeiter. nicht in die Länge zu ziehen, von ihrer ursprünglichen Forderung abgegangen und haben fast in allen Punkten nachgegeben. London, 12. September.( B. H.) Wie aus Yokohama gemeldet wird, sind bei dem vorgestrigen Taifun 230 Personen ums Leben gekommen. Die ganze Gegend ist überschwemmit, der materielle Schaden sehr bedeutend. Victoria( British Columbia), 12. September.( W. T. B.) Eine Feuersbrunst zerstörte das Geschäftsviertel von New Westminster und einen Theil der Wohnhäuser. Der Schaden wird auf eine halbe Million Pfund Sterling geschätzt. Tausende sind obdachlos. New- York, 12. September.( W. T. B.) Die Stadt Jerome in Arizona ist von einem Brand betroffen worden, bei dem 11 Personen umtamen; außerdem werden 30 vermißt. San Francisko, 12. September.( W. T. B.) Mit der Post aus Honolulu eingegangenen Meldungen zufolge empörten sich zwei führende Häuptlinge der Karolinen- Inseln und griffen 200 Spanier auf Bonape an. Man glaubt, die letzteren feien sämmtlich getödtet. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Portsch in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck und Verlag von Mar Vading in Berlin. Br. 214. 15. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dieng, 13. September 1898. Die Ermordung der Kaiserin Elisabeth. hoffte dort den Herzog zu treffen, aber es war nochmals vergebens. waren. Nachdem Herr Haltestellen- Aufseher Moſt das Gegentheil ins : Savoyer Seite nach Genf zurück. Luccheni reiste nach Evian und Schluß, daß die Beamten der Station Baumschulenweg im Irrthum Er wollte ihm nun nach Genf vorausgehen und vernahm dort zu- behauptet hat, müssen wir allerdings zugeben, daß wir Der Mordanfall hat sich nach einer Schilderung der Gräfin fällig, die Kaiserin Elisabeth sei hier. Er kannte sie von Budapest mit unserem Laienverstand nicht in der Lage sind, zu entscheiden, Sztaray, der Hofdame der Kaiserin, welche Augenzeugin war, her und beschloß, sie zum Opfer zu wählen. Er sah sie bereits am ob die Beamten auf dem Schlesischen Bahnhof, oder die in Baumin folgender Weise zugetragen: Wir waren Freitag Mittag in Genf Freitag Nachmittag, fonnte aber eine passende Gelegen schulenweg die Verordnungen, welche hinsichtlich der ArbeiterwochenEr angelangt und im Hotel Beaurivage abgestiegen. Die Kaiserin wollte, heit zum Attentat nicht finden. ließ sie Hotel farten bestehen, richtig ausgelegt und angewandt haben. Die Ent wie im vorigen Jahre, Genf besichtigen, machte Promenaden am See" Beaurivage" eintreten, zufrieden, ihren Wohnort zu kennen. scheidung dieser allem Anschein nach sehr komplizirten Frage mag und besuchte auch den Park und die Villa des Barons Adolf Am Sonnabend in aller Frühe hielt er sich in der einem in alle Geheimnisse eisenbahnbehördlicher Verordnungen Eina v. Rothschild. Sonnabend wollten wir mit dem Dampfer über Nähe auf und beobachtete den Ausgang scharf. Kurz vor halb zwei geweihten überlassen bleiben. Territet nach Caug zurückkehren. Die Kaiserin zog immer die Fahrt Uhr mittags sah er, wie der Kammerdiener der Kaiserin das Hotel Damit aber das reisende Publikum geschützt werde vor Unmit dem Dampfer vor, während die Herren des Gefolges die verließ und sich nach dem Landungssteg am Quai Montblane" annehmlichkeiten, die ihm aus der verschiedenartigen Behandlung von Eisenbahn benugten. Gegen 2 1hr sollte der Dampfer abgehen. begab. Daraus schloß Luccheni, die Kaiserin wolle mit dem Schiff Wochenkarten- Inhabern durch die Beamten ein und derselben Eisen Die Kaiserin war sehr heiter und bei bester Laune und Genf verlassen. Er stellte sich beim Denkmal des Herzogs von bahn- Strecke erwachsen, wäre es dringend nothwendig, daß die zuausgezeichnetem Wohlbefinden. Um 11/2 Uhr verließen Braunschweig auf die Lauer, in der rechten Hand die Feile im ständige Eisenbahn Behörde der auf diesem Gebiet bestehenden vir das Hotel und gingen nach dem Landungsplatz. Aermel bergend. Nach kurzer Zeit erschien die Kaiserin mit Konfusion ein für alle Mal dadurch ein Ende machte, daß sie über Wir schritten ruhig ruhig auf dem Trottoir des Quai Mont der Hofdame Gräfin Sidarsey. Ats die Damen auf dem die Benutzung von Arbeiter- Wochenkarten für das ganze Gebiet des Blanc am See dahin. Da sah ich, wie ein Mann raschen Schrittes gegenüber liegenden Trottoir bis zu ihm gekommen waren, Stadt, Ringbahn- und Vorortverkehrs einheitliche Bestimmungen seewärts an uns herankam, sich der Kaiserin näherte und rasch ging er rasch über die Straße, verstellte ihnen den erließe. einen Baum, welcher zwischen ihm und der Kaiserin stand, passirte. Weg und versetzte der Kaiserin auf die linke Brust einen heftigen Ganz nahe der Kaiserin schien er zu straucheln und machte Schlag mit der spigen Feile, die er in Lausanne gekauft hatte. eine Bewegung mit der Hand, ich nieinte, um sich auf- Weiter soll Luccheni folgendes geäußert haben: Wenn alle recht zu halten. Dann lief er weiter. Die Kaiserin hatte eine Anarchisten ihre Pflicht thun würden, wie ich die meine gethan habe, Bewegung nach rückwärts gemacht und sant zusammen. Ich fing dann würde die bürgerliche Gesellschaft schnell verschwunden sein. sie in meinen Armen anf." Ist Majestät nicht wohl?" fragte ich. Er bemerkte noch, er wisse sehr wohl, daß ein vereinzelter Mord zu Die Kaiserin antwortete:„ Ich weiß nicht!"„ Das ist wohl vom nichts führen könne, aber er habe ein Beispiel gegebeit. Schrecken," erwiderte ich und fügte hinzu: Wollen doch Majestät Die Persönlichkeit des Attentäters. Aus Rom wird gemeinen Arm nehmen?" Die Kaiserin meinte:" Danke, nein." Ich meldet: Ueber den Mörder liegt folgende Polizeinote vor: Luccheni, versuchte doch, sie zu stützen, aber es war kaum nöthig. Wir be- Luigi, geboren 1873 in Paris, Bater unbekannt, Mutter: Luccheni stiegen mum das Schiff. Dort angelangt fragte mich die Kaiferin: Luigia aus Borgosandonnino, Provinz Barma; 1893 " Bin ich blaß?"" Jawohl, Majestät. Das ist die Aufregung." zum Deserteur erklärt, stellte er sich selber, wurde prozessirt, verDa sant die Kaiserin neuerlich zusammen und verlor das Bewußt- urtheilt und begnadigt, dem Kavallerieregiment Monferrato Nr. 16 sein. Ich und einige Damen auf dem Schiff labten die Kranke. ngetheilt, schlechter, umbotmäßiger Soldat. 1896 ging er nach Ich hielt das Unwohlsein für einen vorübergehenden Nervenanfall; der Schweiz und wurde Anarchist. Er reiste, angeblich Arbeit an ein Attentat dachte ich nicht. Der Vorgang auf dem Quai- suchend, in beständiger Unrast durch Desterreich- Ungarn, war trottoir spielte sich nämlich sehr rasch ab. Ich sah keine Waffe in in Budapest, Triest und wurde von den dortigen Konsulu als den Händen des Mörders. Als wir die Kleider der Kaiserin lösten, gefährlich signalisirt. Er wurde deshalb überwacht und seine Perum ihr Luft zu schaffen, bemerkten wir keine Blutspuren. Die Kaiserin sonenbeschreibung allen Polizeidirektionen mitgetheilt. fam zu sich, erhob sich dann und sagte mit klarer Stimme:„ Was ist denn geschehen?" Das waren ihre legten Worte. Darauf fant fie zurid Leichenblässe deckte ihr Antlig; der Athem wurde schwer, dann ging er in Röcheln über. Das Schiff war abgedampft. Ich bat den Kapitän zurückzufahren. Bald langten wir bei dem Hafen wieder an. Die Kaiserin, welche vollkommen bewußtlos war, wurde nach einem Zimmer des Hotels gebracht, wo sie nach wenigen Minuten den Geist aufgab. Sie starb, ohne erfahren zu haben, daß sie das Opfer eines Attentates gewesen; auch ich erfuhr es erst, nachdem die Kaiserin todt und entkleidet war. Die Kaiserin hatte nur wenig Blut verloren. " " Die Waffe des Attentäters. Das„ Journal de Genève" giebt folgende Einzelheiten über die Mordwaffe. Dieselbe wurde in dem Flur eines Hauses der„ Rue des Alpes" durch den Hausmeister gefunden, welcher glaubte, ein Arbeiter habe sie beim Umzuge verloren. Aus diesem Grunde machte er keine Anzeige davon. Die Waffe ist eine dreikantige Feile mit einem plumpen runden Holzstiel. Ihre genaue Länge beträgt 16,30 Zentimeter, die Klinge allein ist 9,30 Zentimeter lang. Dieselbe hat nicht die gringste Blutspur; die Spize ist abgebrochen, wahrscheinlich infolge der Erschütterung beim Fall, als der Mörder sie fortwarf. Sicherheitsmaßregeln der Schweizer Polizei. Der Chef des Justiz- und Polizeidepartements des Stantons Vaud Virieur erklärt, daß die Regierung des Kantons seit der Ankunft der Kaiferin in Caur in der letzten Woche ohne Wissen derselben einige Sicherheitsbeamte in deren Nähe postirt hatte. Aber als die Kaiserin dies bemerkte, habe sie gebeten, man solle sie durchaus allein lassen, was dann auch geschehen sei. Ferner weist das Genfer Justiz- und Polizeidepartement darauf hin, daß ihm keine Anzeige über den beabsichtigten Aufenthalt der Kaiserin Elisabeth in Genf, sowie auf einem Dampfschiffe zugegangen sei. haben. Weitere Verhaftungen. Wie aus Lausanne depeschirt wird, wurden dort mehrere Verhaftungen unter den Freunden und Bekannten Luccheni's vorgenommen; etwa zehn Individuen wurden verhaftet. Die Untersuchung wird mit größtem Eifer geführt. Der Genfer Korrespondent des Journal" meldet, daß nach drei Italienern, welche alsbald nach dem Attentat mit der Bahn abreisten, eifrig gefahndet wird. Eine spätere Nachricht aus Lausanne besagt: Alle hier veranstalteten Nachforschungen bezüglich der Beziehungen, welche Luccheni während seines hiesigen Aufenthaltes unterhielt, haben ebenso wenig wie eine in seiner Wohnung gehaltene Haussuchung irgendwelche Anzeichen dafür ergeben, daß der Mörder Mitschuldige gehabt habe. Kommunales. Berliner Brotpreise. Im Juli ist wie fast alljährlich in diesem Monat ein Rückgang der Brotpreise gegenüber dem Juni eingetreten, doch standen sie natürlich noch erheblich höher als im Juli der letzten Vorjahre. Nach Ermittelungen des Berliner Statistischen Amtes war der Durchschnittspreis: für 1 Stilogramm Roggenbrot in den 6 Monaten Januar- Juni 1898 rund 237/10, 237/10, 243/10, 249/10, 268/10, 27 Pfennig, im Juli 1898 ( bezw. 1897, 1896, 1895) dagegen 259/10( 22, 209/10, 213/10) Pfennig; für 1 Kilogramm Weizenbrot im Jaunar Juni 1898 rund 401/10, 406/10, 414/10, 421/10, 456/10, 457/10 Pfennig; im Juli 1898 ( beziv. 1897, 1896, 1895) dagegen 44( 376/10, 35, 35/10) Pfennig. Fitr 50 Pfennig bekam man im Durchschnitt: Roggenbrot im Januar- Juni 1898 rund 2111, 2109, 2058, 2009, 1864, 1855 Gramm, im Juli 1898( bezw. der Vorjahre) 1930( 2278, 2391, 2346) Gramm; Weizenbrot im Januar- Juni 1898 rund 1246, 1232, 1207, 1188, 1097, 1093 Gramm, im Juli 1898( bezw. der Vorjahre) 1137( 1330, 1429, 1424) Gramm. In der Mitte der Zentralmarkthalle I sollen eine Rettungsinsel und besondere Ein- und Ausgänge für Fußgänger neben den Portalen der Ein- und Ausfahrt angelegt werden. Die städtische Markthallen- Deputation hat beschlossen, die Kosten im Betrage von 31 000 m. aus dem Ergänzungsfonds zu entnehmen. Auf die Aufrage: ,, Sind Musiker Handwerker?", die der Regierungspräsident zu Potsdam an den Minister für Handel und Gewerbe gerichtet hat, ist folgende Entscheidung getroffen worden: Wenngleich die hergebrachte Organisation des Musikergewerbes eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Zusammenschluß des Handwerkerstandes in Zünften und Inmungen erkennen läßt, so reicht dieser rein äußerliche Umstand gegenüber den wesentlichen Verschiedenheiten der Technik, der Art und den Zwecken der Ausübung dieses Gewerbes doch nicht aus, um es dem Handwerk im Sinne der Novelle zur Gewerbe- Ordnung vom 26. Juli 1897 gleichzustellen. Die Vorschrift über die Bildung von Zwangsinnungen findet daher auf das Musikergewerbe keine Anwendung. Neun Berliner Stadträthe werden in furzem von unseren Eine Berichtigung. Von der Firma Raymond u. Ko., Stadtverordneten neu zu wählen sein. Theils am 1. Januar, zum fund t. öst.- ung. Privilegium- Inhaber, erhalten wir folgende Be theil am 1. April n. J. läuft die Amtszeit der unbesoldeten Stadt- richtigung":" In Ihrer erst jetzt zu unserer Kenntniß gelangten räthe Haad, Mamroth, Mielenz, Schäfer, Selberg, Wagner, Dr. Mittheilung, betreffend einen von uns gekündigten Buchhalter, Weigert, Babel sowie des Stadtraths und Kämmerers Maaß ab. berichten Sie, daß die Juhaber unserer Firma die Herren zur Vorbereitung der erforderlichen Neuwahlen soll in der nächsten Geh. Kommerzienrath Goldberger und Oskar Nathenau Stadtverordneten- Sizung ein Ausschuß von 15 Mitgliedern gebildet sind. Demgegenüber stellen wir auf Grund der gesellschaftswerden. Der verstorbene Stadtverordnete Reiß war im Kommunal- registerlichen Eintragung fest, daß der alleinige Inhaber Landtage der dritte Abgeordnete der Stadt Berlin. Seine Wahl- unserer Firma der unterzeichnete Herr Josef Poppelauer ist periode reichte bis 3. Oktober 1899. Auf Anweisung des Ober- und daß die obengenannten Herren mur Kommanditäre des präsidenten ist eine Ersagwahl vorzunehmen, für die Termin auf den Hauses sind. Im übrigen sind wir auf den Wunsch des betreffenden Beamten, ihm ausreichende Zeit zur Erlangung einer anderen gleichartigen Stellung zu gewähren, sofort bereit willigst eingegangen und haben deshalb die per 1. Juli erfolgte Kündigung zunächst auf den 1. Oktober hinausgeschoben. Der betreffende Beamte hat aber von dieser Verlängerung feinen Gebrauch gemacht; er hat unser Haus bereits am 1. Juli verlassen, um bei einer Konkurrenzfirma eine gleiche Stellung zu übernehmen." 6. Oktober anberaumt worden ist. Lokales. Der Vorstand. Es ist ja aller Anerkennung werth, daß die Herren Goldberger und Nathenau, wie es den Anschein hat, die moralische Verantwortung für die Entlassung des alten Buchhalters ablehnen, aber an der Thatsache an sich, daß die reiche Firma einen solchen Angestellten nach 28 jähriger Thätigkeit aufs Straßenpflaster setzt, ist doch leider nicht das mindeste geändert. Wozu also die„ Berichtigung". Aus dem Krankenhause ist jetzt die Frau Marie Ewald aus der Prinzenstr. 17 entlassen worden, auf die vor vier Wochen, wie damals gemeldet wurde, ihr aus Hamburg herübergekommener Chemann, der Klempner Ewald, in der Weimarerstr. 34 in Charlottenburg abends um 11 Uhr einen Mordanschlag machte. Ewald, der in der Kommandantenstraße bei einem Bekannten verhaftet wurde, Der Bundesrath übersandte noch am Sonnabend Abend Achtung, erster Wahlkreis. Den Mitgliedern des sozialdem Kaiser Franz Josef ein Telegramm, welches folgenden Wortlaut demokratischen Wahlvereins für den ersten Berliner Reichstagshat: Der Schweizerische Bundesrath beehrt sich Eurer Majestät Wahlkreises zur Kenntniß, daß am Sonntag, den 2. Oktober 1888, feinen tiefsten Schmerz und seine tiefste Entrüftung über das ent- nachmittags 4 Uhr, eine Sondervorstellung in der Urania, Taubensegliche Attentat auszusprechen, welchem Ihre Majestät die straße 48/49, stattfindet. Eintrittskarten können zum Preise von Kaiserin Elisabeth zum Opfer gefallen ist, Schmerz und Entrüstung, 60 Pf. pro Stück bei dem Genossen Mörschel, Jüdenstr. 35, und bei die um so größer sind, als die unselige That auf schweizerischem dem Kassirer des Vereins Genossen Petermann, Ritterstr. 49, Hof 4 Tr., Gebiete erfolgte, wo die Hingeschiedene, wie schon öfters, Erholung in Empfang genommen werden. Um zahlreiche Betheiligung ersucht von körperlichen Leiden suchte und auch diesmal zu finden hoffen durfte; er beeilt sich, Eure Majestät seiner und des ganzen Schweizervolfes wärmsten Theilnahme zu dem unersetzlichen Verluste zu ver- Eisenbahn- Konfusion. Am 30. August brachten wir eine Mitsichern, welchen Eure Majestät, das kaiserliche Haus und die Völker theilung des Inhalts, daß einem Arbeiter auf der Station BaumDesterreich- Ungarns durch das Hinscheiden der hohen Frau erlitten schulenweg von dem dortigen Beamten der Bescheid ertheilt worden sei, er habe das Recht, auf grund seiner Wochenkarte auch nach 8 Uhr Der Kaiser von Oesterreich hat dem Bundesrathe durch folgendes zu fahren, daß er aber gleichwohl von den Beamten auf dem figt in Moabit beim Landgericht II in Untersuchungshaft. In der Telegramm geantwortet:" Tief gerührt durch die in so warmer Schlesischen Bahnhof, die entgegengesetter Ansicht waren, Angelegenheit werden noch fortwährend Zeugen vernommen. Weise ausgesprochenen Gefühle innigen Beileids danke ich dem angehalten und zur Nachzahlung des Fahrgeldes aufgefordert Eine Familientragödie wird schon wieder gemeldet, diesmal Bundesrathe und dem ganzen Schweizervolte aus vollstem Herzen worden sei. Da diese Thatsache unzweifelhaft feststeht, so aus dem Scheunenviertel. In der Amalienstraße 20 wohnt der für die Antheilnahme an dem herben Schmerze, den der unerforsch mußten doch die Beamten auf einer der beiden Stationen im Irr- 34 Jahre alte Maurerpolier Karl Rieme mit seiner ebenso alten liche Rathschluß der Vorsehung über mich verhängt hat." thum sein. Auf welcher Seite die richtige Anschauung vertreten Tranerveranstaltungen in Genf. Die Leiche der Kaiserin ist wurde, konnten wir, da wir in dem Wirrwar der einschlägigen Be- Frau und einem elfjährigen Sohne Karl. Die Ehe, die 14 Jahre in dem von ihr im Hotel bewohnten Bimmer aufgebahrt worden. Stimmungen natürlich nicht orientirt sind, nicht entscheiden. Wir besteht, war in der letzten Zeit unglücklich. Bieme verthat den Am Sonntag Nachmittag wurde sie einbalsamirt. Bahlreiche Kränze ließen deshalb auf dem Auskunftsbureau der Eisenbahn- Direktion größten Theil seines Verdienstes in der Kneipe. Am Freitag Abend wurden niedergelegt. Nach den in Wien getroffenen Dispofitionen nachfragen, und da wurde uns der Bescheid ertheilt: Arbeiter begann Zieme seinen auf den nächsten Tag fallenden Geburtstag zu feiern. Dabei ließ er sich in der Kneipe von einem wird die Einholung der Leiche am 15. d. M. erfolgen; am 16. findet Wochenkarten berechtigen auf der Stadt- und Ringbahn, Arbeitsgenossen einreden, sei. Arbeitsgenossen einreden, daß seine Frau ihm untreu die Aufbahrung und am 17. die Beiseßung statt. sowie auf der Strecke Grunewald- Königswusterhausen zur Seit 10 1hr vorm. waren alle Straßen in der Nähe der Place des im übrigen Vorortverkehr gelten sie jedoch während des ganzen Heimkam, stellte er seine Frau zur Nede. Als die Frau jede Be Die Trauerfundgebung am Montag verlief in großartiger Weife. Fahrt nur bis 8 Uhr morgens und nach 4 Uhr nachmittags, Diese Beschuldigung wird von allen, die Frau Sieme kennen, als durchaus unbegründet bezeichnet. Als Zieme betrunken Alpes gesperrt; gegen Mittag setzte sich der Zug in Bewegung, um Tages. Im festen Vertrauen auf die Stichtigkeit dieser von amtlicher vor dem Hotel Beaurivage zu defiliren. Derselbe wurde von Gen- Stelle aus ertheilten Information gaben wir der Meinung Ausdruck, schuldigung entrüstet zurückwvies, gerieth er in Wuth und schlug fie darmen in großer Gala und Huissiers der Regierung in weiten daß die betreffenden Beamten in Baumschulenweg den Reisenden Möbel und drang darauf auf seine Frau ein. Als er eben im Bemit den Fäusten. Dann zerschlug er mit dem Küchenbeil einige Tuchmänteln in den Nationalfarben eröffnet. In der ersten Reihe falsch beschieden, und dadurch die Ungelegenheiten verschuldet griffe stand, sie niederzuschlagen, trat der von dem Sohne herbeigingen der Präsident der Kantonalregierung, der Präsident des hätten, die ihm auf dem Schlesischen Bahnhof erwachsen gerufene Hauswirth Marty ein und entwand dem Wütherich die gesetzgebenden Körpers des Kantons und der Generalprofurator. find. Herr Most, Haltestellen Aufseher zu Baumschuleniveg, affe. Bieme beruhigte sich allmälig, und seine Frau glaubte schon, Ihnen folgten die Mitglieder der Regierung, des gesetzgebenden sendet uns nun ein Schreiben, worin er sich dagegen verwahrt, daß er seinen Irrthum eingesehen habe. Borgestern Abend jedoch Körpers, der Gerichtsbehörden, das Konsulartorps, die Municipal- daß die Bahnsteigschaffner in Baumschulenweg dem Reisenden un trieb er fich wieder in Kneipen herum und kam erst um 2 Uhr. Stadt Genf, sämmtliche Bürgermeister und richtige Informationen ertheilt hätten. Nach der Behauptung des nachts nach Hause, wiederum start betrunken. Er verlangte, daß die Beigeordneten der Ortschaften des Kantons und eine große Herrn Most find Arbeiter- Wochenkarten auf den Strecken Treptow Vollsmenge, welche man auf 30 000 Personen schätzte. Alle Gloden bez. Görlizer Bahnhof und Königs- Wusterhausen während des ganzen Frau ihm den Namen dessen nenne, mit dem sie ihn hintergehe, der Stadt läuteten, fast sämmtliche Bureaus und Geschäfte waren Tages giltig, und sie durften zur fraglichen Zeit auch zu allen über 80g ſein Taschenmesser und drohte, sie zu erstechen, als die geschlossen. die Stadt- und Ningbahn verkehrenden Zügen benutzt werden. Frau wieder und wieder ihre Unschuld betheuerte. Um seiner MordTrauer in Wien. Der Kaiser wurde schwer betroffen von Wenn diese Angabe des Herrn Most zutrifft, dann waren also waffe zu entgehen, sprang die Frau aus dem Bett und stürzte sich der Nachricht. Die Mitglieder der Familie eilten herzu. Die Er- die Beamten, welche auf dem Schlesischen Bahnhof den Reisenden aus dem Fenster der im ersten Stock gelegenen Wohnung auf die regung der Wiener Bevölkerung war groß. Die Manöver find ab- anhielten, im Unrecht, und der Beamte, welcher uns auf dem Aus- Straße hinab. Ein Wächter, der den Vorfall sah, rief mehrere bestellt. Eine sechsmonatige Hoftrauer ist angesagt. funftsbureau Bescheid ertheilte, hätte uns demnach falsch unterrichtet. Die Wache des 16. Neviers am Königsgraben brachten. Schußmänner herbei, die sich der Frau annahmen und sie dann auf Die Frau, Von den Herrschern zahlreicher Staaten trafen Beileids- War die uns ertheilte Auskunft aber zutreffend, und waren die Be- hatte das Bewußtsein verloren und wurde in das Krankenhaus Am fundgebungen ein. amten auf dem Schlesischen Bahnhof im Recht( ihr Verhalten dem Friedrichshain gebracht. Hier stellte man außer inneren Verlegungen Beide Häuser des ungarischen Reichstages traten am Reisenden gegenüber zeugt davon, daß sie sich im Recht fühlten), einen Bruch des rechten Fußes und Knöchels fest. Den Sohn des Sonntag zu außerordentlichen Sigungen zusammen und beschlossen dann ist der Herr Haltestellen- Aufseher Moſt im Irrthum. Auf welcher Ehepaars nahm seine Großmutter in der Prenzlauerstraße zu sich. mehrfache Trauerfundgebungen. Ebenso der Wiener Gemeinderath. Seite aber die richtige Auffassung herrschen möge, das eine geht aus Straßensperrung. Die Kommandantenstraße bon Die Presse. Die Wiener Blätter erscheinen in Trauerrand und dem Angeführten zweifellos hervor, daß die mit der Fahrkartenkontrolle beklagen das unheilvolle Ereigniß aufs schmerzlichste. betrauten Beamten zweier Stationen aber die Giltigkeit oder Nicht- Alexandrinen- bis zur Alten Jakobstraße wird wegen Legung eines Ebenso die gesammte Presse außerhalb Desterreichs. giltigkeit einer Wochenkarte in dem vorliegenden Falle entgegen- zweiten Geleises die Gormanstraße von der Linien- bis zur LothDas Verhör des Attentäters. Luccheni hat im Verhöre, gefeßter Meinung waren, und daß der Reisende den Nachtheil dieser ringer Straße wegen Asphaltirung und die Rittergasse von der das er vor dem Polizeikommissar Aubert hatte, gesagt, er habe Meinungsverschiedenheit zu tragen hat. Wenn Herr Haltestellen- Betristraße bis zum Grundstück Nr. 1 einschließlich bis auf weiteres, seit Mai in Lausanne als Maurer beim Postgebäude gearbeitet. Die Aufseher Most nun noch, wie überdies geschehen, seine Verwunderung für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Nachricht, daß er direkt von Paris gekommen sei, wäre danach also darüber ausdrückt, daß wir uns als Laien ein Urtheil über Eisenbahn- Festgenommen worden ist jetzt der frühere Kommissionäe falsch. Am Montag vernahm er durch eine Zeitung, der Herzog verhältnisse erlauben, so bemerken wir, daß es uns gar nicht ein August Peters, der unter dem Spitznamen Salomonski" als von Orleans sei in Genf und komme nach Lausanne; er glaubte gefallen ist, ein Urtheil in dieser verwickelten Sache abzugeben. Gelegenheitsarbeiter im Alexanderplatz- Viertel bekannt ist und, wie die Gelegenheit zu einem Attentat auf eine günstige Weise zu Aus der Thatsache aber, daß die Beamten auf dem Schlesischen wir mittheilten, vor vier Wochen mit einem Zwanzigmarkstück, das finden. Zu seinem Leidwesen fand er den Herzog nicht und Bahnhofe den Reisenden anhielten, und nach dem uns auf dem er sollte wechseln lassen, verschwand. Eine Firma, für die„ Salo erfuhr, derselbe sei nach Wallis abgereist, täme aber auf der Auskunftsbureau gegebenen Bescheid zogen wir den berechtigteu monsti" gelegentlich beschäftigt gewesen war und die aus den behörden der der Am 26. September, abends nach Dienstschluß, wird das Bost amt 5 von dem Hause Rathenowerstr. 42 nach dem Hause Perlebergerstr. 38 verlegt und führt fortan die Bezeichnung, Postamt 5 ( Perlebergerstraße)". And dem Landwehrkanal gelandet wurde am Sonntag vor dem Grundstück Hallesches Ufer Nr. 30 die Leiche eines jungen Mannes, der etwa 15 bis 17 Jahre alt gewesen sein nag und vielleicht einige Wochen im Wasser gelegen hat. Der Unbekannte ist mittelgroß und schlank, hat blondes Haar und ein längliches Geficht und frug it. a. eine blauweiß gestreifte Blouse und eine weiße Pichelschürze, die C. P. gezeichnet sind. Es scheint sich um einen Schlächterlehrling zu handeln. Beitungen wußte, daß die Kriminalpolizei ihn suchte, machte einen| Dampfern zu verhüten, keine Boote mehr, wie bisher, an mit dem Schiffs- 1 tammter des Landgerichts I unter dem Vorsitz des Landgerichtsraths Schußmann auf den Verfolgten aufmerksam, als sie ihn in der verkehr nicht vertraute oder gar der Bootsführung unfundige Privat- Fritzschen stattfand. Auf der Anklagebant befanden sich zwei Beamte Marfiliusstraße fah. Der Verhaftete giebt an, daß er sich nach dem personen allein vermiethet werden. Es soll vielmehr jedem Fahr- der Reichsdruckerei, der Betriebsassistent Bruno Erhardt und der Verlassen seiner Wohnung in der Stoblantstr. 10 seit vier Wochen im zeug bei der Verleihung ein mit den örtlichen Stromverhältnissen wie Werfmeister Franz Winkler, welche beschuldigt waren, in den Friedrichshain herumgetrieben und das ihm anvertraute Geld ver- mit den Signalen der größeren Schiffe vertrauter, zuverlässiger legten fünf Jahren fortgesetzt für an sich nicht pflichtwidrige trunken habe. Führer beigegeben werden. In der erwähnten Verfügung wird auch Handlungen Geschenke angenommen zu haben. In der den Unternehmern, unter denen besonders die Bootsverleiher und die Untersuchungsfache gegen Grünenthal brachte dieser zur Sprache, Eigenthümer bezw. Führer von Personendampfern zu verstehen sind, daß auch andere Beamte der Reichsdruckerei Unregel zur Vermeidung der Entziehung ihrer Fahrerlaubniß aufgegeben, mäßig feiten begingen und hieraus ergab sich das sich gegen die Fahrgäste anständig zu betragen, ihre Fahrzeuge in Verfahren gegen die jetzigen beiden Angeklagten. Die brauchbarem Zustand zu erhalten und diese vorsichtig zu leiten." Auflagebehörde vertrat Staatsanwalt Fiedler, der Angeschuldigte Mit der von dem Wahlansschuß in Charlottenburg auf- Erhardt wurde vom Justizrath Sell'o, Winkler von Rechtsanwalt gestellten Kandidatur des Oberbürgermeisters Westerburg in Kassel lashkauer vertheidigt. Aus der Vernehmung der Anfür den Posten des Ersten Bürgermeisters unserer Nachbarstadt ist geklagten, welche im wesentlichen geständig waren, ist folgendes es nichts. Herr Westerburg hat aus Norderney nach Charlottenburg Betriebsassistent in der Reichsdruckerei mit einem Gehalt von 200 m. hervorzuheben: Erhardt wurde im Jahre 1894 als etatsmäßiger die Nachricht gelangen lassen, daß er eine etwa auf ihn fallende angestellt. Es gehörte u. a. zu seinen Obliegenheiten, die von den Wahl ablehnen werde. Der Ausschuß will heute Abend noch Lieferanten von Gummi arabicum bei der Reichsdruckerei eingesandten einmal zusammentreten. Proben zu untersuchen. Es wurde dabei in der Weise verfahren, daß auch der Werkmeister Winkler die Untersuchung vornahm. Dieser hatte das Ergebniß seiner Prüfung dem Mitangeklagten Erhardt anzuzeigen, welcher es mit seinem eigenen Gutachten zusammenfaßte, in ein dazu bestimmtes Buch eintrug und dies dem Ober- Betriebsinspektor Hernjen vorlegte, der dann verfügte, ob der Bewerber die Bestellung Es wurden bisweilen Mengen von erhalten solle oder nicht. Das neue Strafgefängniß bei Tegel ist jetzt soweit fertig gestellt, daß am 1. Oktober d. J. ein Theil desselben, nicht aber schon die ganze Anstalt, wie es ursprünglich geplant worden war, seiner Bestimmung übergeben werden kann. habe ein freundschaftlicher Verkehr bestanden und W. habe gewußt, daß er( Erhardt) durch allerlei Schicksalsschläge in Noth gerathen war. Winkler schätzt die Gesammthöhe der von W. ihm gemachten Geldzuwendungen auf etwa 400 M. Bumeist habe W. ihm einen Briefumschlag, ber einen Schein enthielt, in die Seitentasche seines Rods gesteckt. Es möge wohl sein, daß Wetthöner sich dafür dankbar erweisen wollte, daß der Angeklagte ihm den Weg gezeigt, wie er seine Offerten bei der Neichsdruckerei zu machen habe. Beide Angeklagte bestritten, daß sie im stande gewesen seien, einen Fabrifanten irgendwie zu bevorzugen. Es sei wiederholt vorgekommen, daß sie von Wetthöner eingelieferte Proben als ungenügend begutachtet hätten. Fenerbericht. Mehr als zwanzig Alarmirungen sind am Sonntag und Montag zu verzeichnen. Zwei derselben betrafen große Dachstuhlbrände, von denen derjenige 2orting str. 38 der Wehr Sonntag früh mehrstündige Arbeit verursachte. Sturz nach 1 1hr schlugen die Flammen an mehreren Stellen aus dem Dachstuhle des erst vor 3 Jahren erbauten vierstöckigen Eckhauses, und Was kostet Charlottenburg? Die scherzhafte, einem Geldbald rasselten auf die Meldung„ Mittelfeuer“ von allen Seiten Lösch- protzen in den Mund gelegte Frage beantwortet die amtliche Statistit züge heran. Mit 6 Rohren unternahm die Wehr über die Nachbardächer exakter Weise. 690 Millionen Mark beträgt, nach dem soeben er- 12 000 Kilo Gummi bestellt. Im Jahre 1892 trat der Kaufmann und eine mechanische Leiter hinweg einen erfolgreichen Angriff bebauten und unbebauten Grundstücke Charlottenburgs, soweit sie sich Eine Schwägerin des Angeklagten Winkler war stille Theilhaberin schienenen Heft der Charlottenburger Statistik, der Werth der Wetthöner mit der Reichsdruckerei als Gummilieferant in Verbindung. gegen das verheerende Element und ſchützte die Nachbargebäude. in Privatbesitz befinden. Die Zahl ist gewonnen auf grund der des Wetthöner'schen Geschäfts und es wurde deshalb angenommen, Der Dachstuhl in beiden Straßenfronten wurde jedoch vollständig Einschätzung der in Charlottenburg bestehenden Grundsteuer. Auf daß Winkler ſeine Vermittelung in Anwendung brachte und eingeäschert. Aufgekommen ist das Feuer im Klosetraum des die bebauten Grundstücke entfallen 590 Millionen Mark, auf die un- hierfür klingende Belohnung erhielt. Beide Angeklagte räumten vierten Stockwerkes, auch wollen Hausbewohner um jene Zeit eine bebauten 100 Millionen. Der durchschnittliche Werth bebauter Grund- ein, daß Wetthöner ihnen Zuwendungen gemacht habe. Erhardt gab starke Detonation, gleich einer Explosion verspürt haben. Mehrere stücke beträgt 115 M. 8 Pf. pro Quadratmeter, der Werth der un- zu, daß er seit 1894 insgesammt gegen 1000 M. in Poſten Miether erleiden starke Verluste. Die letzten Löschzüge konnten erst bebauten 11 m. 28 Pf. Den höchsten Werth haben die Grundstücke von 50 bis 150 M. geschenkt erhalten habe. Außerdem nach fünfstündiger Thätigkeit wieder abrücken. Ein zweiter Dach in den zum Berliner Westen gehörenden Theilen Charlottenburgs. habe W. bei gemeinsamen Besuchen von Lokalen zumeist stuhlbrand war Kastanien- Allee 87 abzulöschen. Auch hier An erster Stelle steht hier der 21. Stadtbezirk, der von der Kur- die Zeche bezahlt. Erhardt behauptete aber, daß W. ihm die Geldwurde ein großer Theil der Dachkonstruktion eingcäschert. Eine Alarmirung nach den Allgemeinen Elektrizitäts- fürsten-, Luther-, Kleist- und Nettelbeckstraße umgrenzt wird. Dort geschenke nur aus Mitleid gemacht habe; zwischen ihren Familien werken, Brunnenstr. 107a, war zurückzuführen auf einen brennen- kostet der Quadratmeter bebauter Fläche 330 M. 30 f. den Müllwagen. Allerhand mit Del getränkte Puzlappen hatten sich Ein elektrischer Schiffszug wird demnächst in der Nähe entzündet und den Wagen in Brand gesetzt. Friedrich str. 93 Berlins in Betrieb gesetzt werden, und zwar, wie die vom Zentralhatte die Balfenlage unter der Kochmaschine Feuer gefangen. Ein verein für Hebung der deutschen Fluß- und Kanalschifffahrt herausminfangreicher Fußboden- und Balkenbrand mußte Landsgegebene Zeitschr. f. Binnenschifff." mittheilt, auf dem Finowkanal bergerstraße 16 abgelöscht werden. Dunckerstr. 88/89 zwischen Eberswalde und Ragöser Schleuse. Die Anlage wird von war ein größerer Bretterzaun in in Brand gerathen und der Firma Siemens 1. Halste hergestellt und soll zunächst mur VerFriedrichstraße 180 ging cine Marquise int Flammen fuchszwecken dienen. Bewährt sie sich auf der genannten Strecke, so auf. Brennende Holzkasten verursachten Alarm nach Elsasser- wird ihre Einführung auf dem ganzen Großschifffahrtswege Berlin straße 96. Naunynstr. 8 erfolgte eine Explosion einer bis Stettin geplant. Die Anlage ist ähnlich wie die einer elektrischen Betroleumlampe, doch konnte einer Feuersgefahr rechtzeitig vor- Bahn. Längs der Ufer zieht sich ein Gestänge für die elektrische gebeugt werden. Montag früh 1 Uhr war Mödern str. 34 ein Oberleitung hin. Auf dem Treidelstege ist ein schmalspuriges Gleis Der Zeuge Wetthöner gab seine Aussage im Sinne der Angeklagten Dies wurde vom Ober- Betriebsinspektor Hernsen bestätigt. Eisenbahnwagen mit Preßfohlen durch Selbstentzündung in Brand gelegt, worauf sich kleine, Wagen bewegen, die mit den Schiffs- ab. Wenn er Proben und Offerten abgegeben habe, so sei bisweilen eine gerathen. Nachmittags 3 Uhr war Rüdersdorferstr. 12 Del fahrzeugen verbunden werden und diese ziehen. Die elektrische recht lange Zeit verstrichen, bevor er Bescheid erhalten habe. Er habe sich übergefocht, wobei ein Arbeiter starke Brandwunden an den Händen Zentralstation befindet sich nahe der Eisenbahnbrücke bei Ebers deshalb an die Angeklagten gewandt mit der Bitte, die Untersuchung etwas davontrug. Kurz darauf war Winterfeldstr. 2 ein Gardinenwalde. Die ganze Versuchsstrecke soll im Herbst dieses Jahres fertig zu beschleunigen und dafür habe er sich dann gelegentlich dankbar brand zu beseitigen. Um 4 1hr wurde die Wehr nach dem gestellt sein. Eyerzierplage in der Eberswalderstraße gerufen, wo ein Grasgezeigt. Er meine, daß dies eine allgemeine Gepflogenheit bei Redakteur wiedergefunden. Das„ Volt" schreibt: Der Re- Geschäftsleuten sei. platz in Brand gerathen war. dakteur der„ Moabiter und Charlottenburger Nachrichten", Paul Klee- Der Staatsanwalt hielt beide Angeklagten für überführt. Er Ein neues Theater ist im Konzerthause, Leipziger- mann, der in voriger Woche als vermißt" gemeldet wurde, ist, von hielt es für unglaublich, daß der Benge Wetthöner aus reiner straße 48, erstanden. Freilich nur auf turze Zeit; denn wenn wir Leipzig fommend, wieder bei seiner Mutter hier wohlbehalten ein Menschenfreundlichkeit jahrelang den Angeklagten Geldgeschenke recht unterrichtet sind, soll diese altbekannte Vergnügungsstätte im getroffen. Er hat sich also nicht das Leben genommen, wie er an- zugewendet haben solle. Wie der Zeuge selbst gesagt habe, Verein mit den Nachbarhäusern im nächsten Jahre abgebrochen fänglich aus Leipzig geschrieben. Herr Kleemann war auf Risiko sei es ihm darum zu thun gewesen, sich das Wohlwollen der Anwerden; es ist wohl überflüssig zu sagen, daß der Neubau, ohne besondere Geldmittel nach Leipzig gefahren, um ein ihm geklagten zu erhalten. Die legteren hätten sich nicht zu amtswidrigen der dann entstehen soll, als riesenhafter Waarenbazar ge- günstigeres Engagement zu suchen. Da feine Erwartungen nicht in Handlungen hinreißen lassen, aber was fie für den Zeugen dacht ist. Vorab aber wirkt Herr Direktor Adolf Hoffmann Erfüllung gingen, ihm außerdem das Geld zur Rückkehr fehlte, so gethan, um ihm gefällig zu sein, gehöre doch zu ihrer Amtsthätigkeit. noch in dem alten Hause, zugleich ein Sänger und ein Held. Denn unternahm er die Rückreise von Leipzig nach Berlin zu Fuß. Unter- Er beantrage gegen die Angeklagten eine Gefängnißstrafe von je der ernste und humoristische Männergesang, der seit Jahresfrist im wegs war der reisende Redakteur", der Tag und Nacht von drei Monaten, Einziehung der ihnen zugewendeten Gelder und Konzerthause funstgerecht gepflegt wird, behauptet auch in der be- Leipzig, ohne Rast zu halten, marschirt war, zwischen Treuenbrießen Aberkennung der Fähigkeit ein öffentliches Amt zu bekleiden auf die gonnenen Saison seine Rechte und füllt die erste Hälfte des Pro- und Beelitz des Nachts von Gendarmen als des Ueberfalls auf den Dauer von drei Jahren. Die Bertheidiger plädirten aus thatsächgramms aus. Erst in der zehnten Stunde beginnt die eigentliche Radfahrer Willy Töpfer verdächtig angehalten, aber bald wieder lichen und rechtlichen Gründen auf Freisprechung beider AnBühnenwirksamkeit. Das Schauspiel- Ensemble, dessen hervorragendstes freigelassen. geklagten. Der ursächliche Zusammenhang zwischen der antMitglied der Direktor selber ist, führte sich am Sonnabend mit In Grünau verunglückte am Sonntag Nachmittag in der lichen Thätigkeit der Angeklagten und der von dem Zengen einem Lustspiel ein;„ Der liebe Onkel" Der liebe, Ontel" von Rudolf Kneifel sechsten Stunde in der Nähe der Hanke'schen Bade- Anstalt ein Herr Wetthöner gemachten Zuivendungen lasse sich keineswegs wurde gegeben. Es ist dies ein Stück nach altem Hand- beim Baden. Ein in der Bade- Anstalt befindlicher Herr, der eben bringen. Erhardt habe die Zuwendungen jedenfalls als werksbrauch. Ein harmloser Landpastor kommt bei einem im Begriff war, sich anzukleiden, sah ihn untergehen, sprang ihm Mensch und nicht als Beamter angenommen. Die disziplinare Besuch in Berlin unversehens an der Hand einer Schönen in die sofort nach und holte den Verunglückten, der bereits auf den Grund Ahndung werde gegen die Angeklagten nicht ausbleiben, aber die Blumensäle, wird dort zufällig von seinem vorgefeßten Gönner be- des an dieser Stelle sehr tiefen Wassers gesunken war, wieder herauf. Bertheidigung hoffe, daß das Gericht die ohnehin durch Verlust ihrer merkt und richtet nun durch die ungeschickte Art, wie er seine ver- Da zum Glück sofort ärztliche Hilfe beschafft werden konnte, gelang Stellung schwer Geprüften freisprechen, jedenfalls es aber bei einer meintliche Sünde im Familienkreise zu verheimlichen sucht, ganz es bald, den Verunglückten wieder ins Leben zurückzurufen. Der Geldstrafe bewenden lassen werde. Der Gerichtshof kam zu einer heillofe Verwirrung an. Schließlich winkt dem von Herrn Hoffmann Lebensretter ist ein junger Däne namens Forslund und von Verurtheilung beider Angeklagten, billigte ihm aber mildernde dargestellten Helden natürlich Befreiung aus der Qual, und allgemeine Beruf Drechsler. Umstände zu und erkannte gegen Erhardt auf 150 M., gegen Heiterkeit ist das Ende. Wenn auch das Hoffmann'sche SchauspielWintler auf 100 M. Geldstrafe. Die empfangenen Summen Ensemble nicht auf solcher fünstlerischen Höhe steht, wie der Hoffwurden als verfallen erklärt. mann'sche Quartettgesang, so fann es sich doch unter Brüdern sehen Lassen. Namentlich die Herrenrollen waren gut besetzt. " Aus den Nachbarorten. weil Gerichts- Beitung. er Aerzte nud Orts- Krankenkasse. Vor dem Schöffengericht zu Die Privatklage des Redakteurs Erdmannsdörffer gegen Mülhausen i. E. Tam dieser Tage eine Beleidigungsflage zur Theater. In der romantischen Komödie ,, Cyrano von Bergerac", welche den Pastor Iskraut stand gestern zur Verhandlung vor der Verhandlung, welche beweist, daß auch dort das Verhältniß zwischen im Deutschen Theater" in der Uebersetzung von Ludwig Fulda Berufungs- Straffammer an. Am 19. Februar d. J. fand im Artus- der Orts- Krankenkasse und einem Theil der Aerzte sehr gespannt ist. morgen, Mittwoch, zum ersten Male in Szene geht, find die Sauptrollen hofe eine öffentliche Versammlung der„ deutsch- sozialen Reformpartei" Kläger waren die beiden Aerzte Dr. Brazis und Dr. Heinrich, folgendermaßen besezt: Bergerac Josef Kainz; Le Bret, sein Freund E. v. Winterstein; Christian von Neuvillette- Julius Geisendörfer; Made: statt, in welcher Pfarrer Jskraut über den„ Verzweiflungskampf der Beklagte die zwölf Vorstandsmitglieder der OrtsTeine Robin, gen. Norane Maria Reisenhofer; ihre Duenna Luise fleinen Gewerbetreibenden gegen die Ramsch- Bazare"" sprach. In Krankenkasse Mülhausen- Land. Die letzteren hatten von Pöllnitz; Graf Guiche Oskar Sauer; Hauptmann Carbon von der Diskussion trat ihm der Privatkläger Erdmannsdörffer, der behauptet, die genannten Aerzte verschrieben zu theure Medikamente, Castel- Jalon Hermann Müller; Lignière- Hermann Nissen; Vicomte längere Zeit für die Partei gearbeitet hatte, entgegen; er suchte sie steckten mit den Apothekern wohl unter einer Decke, und da sie Valvert Richard Vallentin; Raguenau- Hanns Fischer; Life, seine Frau ſeine Stellung zur deutsch- sozialen Reformpartei und den Grund von diesen gewisse Prozente bekämen, so suchten sie durch theuere Gisela Schneider; Montfleury, Bellerose, Jodelet, Schauspieler Wilh. zu seinem Austritte aus derselben klar zu legen, warf ihm Un- Medikamente den Umsatz zu erhöhen. Der Vorstand ging sogar so Nofter, May Reinhardt, Paul Martin; die Büffetdame Dora Lur; ein Kapuziner Bruno Köhler; Mutter Marguerite- Annie Trenner; Schwester fenntniß der Bestrebungen der Sozialdemokratie vor und beleuchtete weit, dieser Meinung im letzten Jahresbericht der Kasse unverMarthe- LottiSarrow; Schwester Claire- Elfeßeims. Anfang dieser Vorstellung die Mangelhaftigkeit der Gründe des Redners gegen die großen blümt Ausdruck zu geben. Es war darin noch weiter behauptet, die 7 Uhr. Das Schiller Theater wiederholt heute Holberg's Posse Waarenhäuser. Pfarrer Iskraut vertheidigte sich und bezeichnete den genannten Aerzte suchten zur Sicherung ihrer Eristenz mit möglichster Der politische Kannegießer". Wildenbruch's Schauspiel„ Die Haubenlerche", Privatkläger in seiner Erwiderung als einen„ frechen Patron" und Kraftanstrengung der Konkurrenz die Kundschaft zu entziehen und Blumenthal Stadelburg's Lustspiel, Mauerblümchen" und Philipp Langmann's eingebildeten jungen Mann". Er ist deshalb vom Schöffen- feien unter Hintansetzung der Kasseninteressen vor allem nur um ihr Drama Bartel Turaser" sind die nächsten Neuaufführungen des Schiller gericht zu 25 W. Geldstrafe event. 5 Tagen Gefängniß ver- materielles Wohl und das ihrer Familie besorgt. Eine Anzahl Theaters. Therese Leithner wird ihre zweite Gaſtrolle, die Gülnare in urtheilt worden, seine Widerklage aber ohne Erfolg geblieben, Aerzte und Apotheker waren als Zeugen und Sachverständige ge= Grillparzer's Märchen„ Der Traum ein Leben" gelegentlich des Gastspiels des Schiller- Theaters im Theater des Westeng absolviren.„ Der Kaufdas Schöffengericht annahm, daß die Aeußerungen laden, und drei Anwälte standen sich als Vertreter der beiden mann von Benedig", der heute, Dienstag, im Luisen Theater zum des Privatklägers feine persönliche Beleidigungen, sondern nur eine Parteien gegenüber. Während ein Theil der ersteren der Ansicht ersten Male unter Regie von Ludwig Masson in Szene geht, weist folgende scharfe Kritik des Auftretens des Pastors straut darstellten. Gegen war, die Rezepte hätten weniger theuer ausgestellt werden können, Besetzung auf: Shylock Ludwig Masson, Antonio Wilhelm Ruff, das erste Urtheil war von beiden Seiten Berufung eingelegt worden. sprach sich die Mehrheit jedoch dahin aus, daß es Bassanio Richard Laube, Porzia- Marie Kellermann, Neriffa- Rosé Pfarrer Istraut behauptete, daß er die unter Anklage gestellten Be- Pflicht der Kassenärzte sei, auch dem Arbeiter Grawy, Jessika Hedwig Martens. merkungen über den Angeklagten nur gemacht habe, um ihn fräftige und stärkende Medizin zu verabreichen, vor dem Unwillen der Versammlung zu schützen! Sein ohne Rücksicht auf die Kosten. Die Angeklagten behaupteten, die Rechtsbeistand, Rechtsanwalt Gröning, war der Meinung, infriminirten Aeußerungen in Wahrung berechtigter Interessen der Rigdorf. Sozialdemokratischer Verein" Vorwärts" zu Rigdorf, hätten schwer daß auch die Aeußerungen des Privatklägers den Beklagten Kaffe gethan zu haben. Das Gericht stellte sich auf die Seite der fränten müssen. Auf der Dienstag, den 13. September, abends 8 Uhr, Versammlung im hielt Rechtsanwalt Voltmar die dem Angeklagten auferlegte in erster Linie für ihre Patienten zu sorgen hätten. Die Beklagten anderen Seite lagenden Aerzte, indem es von der Auffassung ausging, daß diese Apollo Theater( früher Victoria Säle), Hermannstr. 50. Tages- Strafe für viel zu niedrig, da es sich keineswegs um ein plögliches wurden deshalb sämmtlich der Beleidigung für schuldig erklärt und ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten Aufbrausen eines sonst friedfertigen Mannes, sondern eines Geist zu einer Geldstrafe von je 10 Mart event. 2 Tagen Geund Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht lichen handle, von dem das Konsistorium in einem Erlaß gesagt fängniß verurtheilt. Den Klägern wurde die Publikationsbefugniß Der Vorstand. habe, daß sein Vorleben eine ununterbrochene Kette von Konflikten des Urtheils in sämmtlichen Wülhauser Zeitungen zugesprochen und Durch unrichtige Signalgebung ist auf dem Wilmersdorf- mit Behörden, Amtsbrüdern und Gemeindegliedern darstelle", der auch außerdem die Einziehung der noch vorhandenen Exemplare des in Friedenauer Güterbahnhof( Ningbahn) wiederum ein Eisen- schon wiederholt wegen Beleidigung bestraft sei. Pfarrer Iskraut Rege stehenden Geschäftsberichtes angeordnet. bahn Unfall erfolgt, der glücklicherweise tein Menschenopfer ge- behauptete dem gegenüber, daß dieser aus Anlaß seiner nichtfordert hat. Der Führer eines Rangirzuges fuhr, weil er, durch das bestätigten Wahl zum Prediger an der Sophiengemeinde ergangene hrer Eigenschaft als Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht auf und Die Firma Rudolph Hertzog löfte sich am 20. April 1896 in Streckenfignal irregeleitet, das befahrene Geleise für frei hielt, Erlaß des Konsistoriums ihm selbst von der Behörde vor der Theilhaber R. Herzog übernahm die sämmtlichen Attiven und in der Dunkelheit mit solcher Heftigkeit in einen stehenden Zug hinein, enthalten, dagegen in etwas mysteriöser Weise Passiven der Gesellschaft, nachdem er sämmtliche Gesellschaftsantheile daß vier mit Mauer- und Pflastersteinen beladene Güterwagen des den Gegnern zur Benugung als Agitationsmittel erworben hatte. Zu den Aktiven gehörten eine große Anzahl GrundLetzteren vollständig zertrümmert wurden. Die herbeigerufenen zugestellt worden sei. Rechtsanwalt Volkmar bestücke im Werthe von 8777 645 M. Rettungswagen" der Station Westend waren längere Zeit in An- hauptete, daß diese Angabe des Pfarrers Iskraut durchaus falsch veranlagte Der Berliner Magistrat spruch genommen, und die Aufräumungsarbeiten dauerten die ganze fei den glücklichen Besizer nach und Eins der beantragte, um die Wahrheitsliebe des tragung der Grundstücke auf Nacht hindurch. Die unbrauchbar gewordenen Wagen wurden auf Angeklagten zu prüfen, die Einholung einer amtlichen Abjazz 1 seinen Namen gemäß§ 1 Lowries nach der Reparaturwerkstatt auf der Station Grunewald Auskunft des Konsistoriums darüber, daß dessen Erlaß dem 1895 mit ½ pet. des Grundstückwerthes zur Umsatzsteuer, d. H. zu der Berliner Umsatzsteuer Ordnung vom 4. Mai geschafft. Fast gleichzeitig entgleiste auf demselben Güterbahnhof Pfarrer Jskraut ganz formell mitgetheilt worden sei, sowie die Ein- einer Steuer von mehr als 43 000 m. infolge Wagenfederbruchs ein in der Fahrt befindlicher Güterzug. holung der Aften des Konsistoriums, die jenen Erlaß enthalten. Die hiergegen erhobene Klage mit der Begründung zurück, daß eine Der Bezirksausschuß wies Auch hier war die Rettungsstation Westend längere Zeit thätig. Rechtsanwalt Gröning erhob Einsprache gegen eine solche Erwerbung im Sinne der Umsatzsteuer Verordnung vorliege, Der Materialschaden ist ziemlich bedeutend, doch ist von dem Zug- Hereinziehung des nicht zur Sache gehörigen Vorlebens des An- da die ehemalige Gesellschaft ein selbständiges Rechtssubjekt personal zum Glück niemand ernstlich beschädigt worden. geklagten; der Gerichtshof beschloß aber, im Sinne des Antrages gewesen fei. Die Berufung, die gegen dieses Urtheil Eine für Kahnfahrer und Bootsverleiher wichtige Ver: des Vertheidigers nach beiden Richtungen hin Auskunft vom fgl, eingelegt wurde, Hatte Erfolg. Das Ober- Verwaltungs fügung, die besonders für die Oberspree in betracht kommt, Ronfiftorium einzuholen. gericht erklärte die Heranziehung zur Umsatzsteuer in diesent hat soeben der Regierungspräsident zu Potsdam erlassen. Nach der- Als ein Auswuchs des zu erwartenden Sensations: Falle für unzulässig. Zur Begründung wurde u. selben sollen von jest ab eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, prozesses gegen den Oberfaktor Grünenthal war die Ver- Nach§ 73 des Gesetzes vom 20. April 1892, der von der Auflösung a. ausgeführt: um Bootsunfälle und namentlich Zusammenstöße zwischen Booten und handlung zu betrachten, welche gestern vor der ersten Ferien- Straf- und Liquidation handele, werde das Vermögen der Gesellschaft mit mun 3 beschränkter Haftung unter die Gesellschafter nach dem Verhältnisse| am Sonnabend Abend in Gassen statt. Die Metallarbeiter hatten| besprechen. Ebenso wird die Wahl eines Expedienten der Fachihrer Geschäftsantheile vertheilt. Demnach könne, wenn ein Theil eine Versammlung schon längere Zeit vorbereitet, und gleich zeitung zurückgestellt. Zum Schluß wurde auf das am 12. November haber einer solchen Gesellschaft infolge des Gesammtbesizes aller Ge- nach Bekanntwerden der Kaiserrede die Tagesordnung der im Konzerthaus Sanssouci stattfindende Wintervergnügen aufmerksam schäftsantheile das ganze Vermögen der aufgelösten Gesellschaft Ankündigung des Gesetzentwurfes entsprechend abgeändert. gemacht. erhalte, nicht von einem„ Erwerbe auf grund einer freiwilligen Es wurde die veränderte Tagesordnung schnellstens noch Beräußerung" im Sinne des§ 1 Absatz 1 der Umsatzsteuer- Ver- bekannt gemacht, und der Erfolg war ein großartiger zu ordnung gesprochen werden. Vielmehr realisire hierbei nur der- nennen. Der Referent, Genosse Rohrlad, legte die Geschichte der jenige, dem aus dem Gesellschaftsvertrage das gesammte Gesellschafts- Beschränkungsbestrebungen der Koalitionsfreiheit bis auf den heutigen Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahn vermögen zustehe, dieses ihm zustehende gesellschaftliche Recht. Tag dar und kam zu dem Schluß, daß der einzig richtige anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Schriftliche Antwort Protest der Massenbeitritt zur Organisation sei. wird nicht ertheilt. Viele der Anwesenden folgten dem Rufe, noch mehr werden folgen. Versammlungen. Briefkasten der Redaktion. einen besonderen Schutz der Ladengeschäfte und Markthallenstand- zeit hingewiesen und angeführt, daß entgegen den gefeß- Starnbergersee ertrunken. N. 12. 10 Monate.- Kretschmer. Briefliche Antwort ertheilen wir 1 Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Donnerstag von 6 bis 7 1hr abends statt. Gänzliche Beseitigung des Straßenhandels und welche Eine sehr stark besuchte Versammlung der SchlächterBerichtigung. In der in der Sonnabendnummer veröffentlichten AbSchritte gedenken wir dagegen zu thun? lautete das Thema, welches gesellen tagte am Sonntag bei Cohn, Beuthstraße, in der Genosse rechnung über die Sammlung für den armen Weber in Neurode muß es in drei, von den Händlern und Händlerinnen ein- eßler über die Nothwendigkeit der Berufsorganisation referirte. unter b) heißen:„ Von den Arbeitern in Bobel's Brotfabrik, Müllerstr. 11, berufenen öffentlichen Versammlungen Gegenstand der Tagesordnung Dem oftmals durch Beifall unterbrochenen Vortrag folgte 6,30 M.", nicht Lobel's Brotfabrik, Mühlenstraße. eine in längere lebhafte Diskussion, der die vielfachen 20. 100. Wir bedauern, Ihnen leider keinen zweckmäßigen Rath er= war. Die erste Versammlung in der Kolbergerstraße am Mittwoch Insbesondere theilen zu können. Falls Sie schon längere Zeit in Ihre Lebens- Verwar leider nur schwach besucht. Plewe als Referent kennzeichnete die Mißstände im Schlächtergewerbe kritisirt wurden. wurde auf die überaus Tange und Polizeiverordnung als ungerecht gegen die Kleinhändler; sie laufe auf ungeregelte Arbeits- sicherungs- Gesellschaft Beiträge gezahlt haben, wenden Sie sich an diese. Biener 35. König Ludwig II. von Bayern ist am 13. Juni 1886 im Inhaber hinaus, auf deren Anregung die Verordnung anscheinend erfolgt lichen Vorschriften die Sonntagsarbeit in den verschiedenen Geschäften ist, um die Händler aus der Nähe der Markthallen zu verdrängen. Als plaggegriffen hat und geradezu Usus geworden ist. Im weiteren nicht. Verjährung liegt nicht vor, Fistus ist in Ihrem Falle im Recht. Beleg zitirte Redner einige abfällige Aeußerungen aus der„ Kolonial- sprachen sich mehrere Redner gegen die übliche Kündigung an den Petermann. Sie sind an den Vertrag gebunden, die Gesellschaft fann waaren- und Delikatessenhändler- 3tg.", in welcher darauf hingewiesen Sonntagen aus und bemängelten die verschiedenartigen Uebelstände Bahlung der noch restirenden 90 m. verlangen. Sie hätten unserer so häufig hinsichtlich des Herbergswesens. Wie angeführt wurde, sind dieserhalb ausgesprochenen Mahnung, nichts zu unterschreiben, was man nicht durchwird, daß von den betreffenden Händlern nur„ Schundwaare" verkauft die Gesellen bei der Fleischerimmung schon wiederholt vorstellig geworden, gelesen und mit dessen Inhalt man nicht voll einverstanden ist, Beachtung werde. Er, wie die nachfolgenden Redner, erwähnten in ihren ohne daß die gewünschte Abhilfe erfolgt ist. Außerdem wurde geführte dingliche Last ruht auf dem Grundstück, nicht nur auf dem schenken sollen. M. O. Ja.- O. M. 30. Die von Ihnen anweiteren Ausführungen, wie gerade von vielen derartigen Geschäften über die niedrigen Löhne, die nach den Ausführungen der ver- Hause. gewisse Wurstfabrikate, bei 2-300 pct. Verdienst an die Konsumenten verkauft würden. Dagegen habe sich vielfach gezeigt, daß namentlich beim schiedenen Redner im allgemeinen mur 7. bis 10 m. pro Woche be- treffende Obsthandel der Käufer lieber beim Straßenhändler, als in der Markthalle tragen, Klage geführt. oder im Obstladen kaufe. Die Polizeiverordnung selbst werde von den Polizeibeamten sehr verschieden gehandhabt. Es möge dann wenigstens eine bestimmte Frist angegeben werden, wie lange ein Straßenhändler auf der Straße anhalten könne. Um sich aber gegen die zu Unrecht erlassenen Beschränkungen zu wahren, wurde jedem Straßenhändler empfohlen, von jetzt ab gegen jedes erhaltene Etrafmandat Berufung einzulegen, um die richterliche Entscheidung herbeizuführen. Zu diesem Zwed sei bereits der Rechtsanwalt eine von der Agitationskommission der Händler bestellt worden, um die Entscheidung des Kammergerichts zu veranlassen. Eine zweite Versammlung am Freitag konnte leider wegen schwachen Besuchs nicht abgehalten werden. Eine dritte Versammlung am Sonntag Nachmittag war ebenfalls nur mäßig besucht, so daß es Die Graveure und Ziseleure Berlins hatten am 6. d. M. den Anschein erweckt, als ob die Mehrzahl der betroffenen Straßen- im Dresdener Garten ihre Filialversammlung. Unter Geschäfthändler in ihrer Gleichgiltigkeit sich bereits an die geschaffenen Verhält- lichem macht der Vorsitzende bekannt, daß vier Kollegen dem Vernisse gewöhnt habe. Hier wie in den früheren Versammlungen wurde bande beigetreten find. Sodann hielt Herr Dr. Raikowski Swinemde. 760 SSD 2glb. bed. mit Nachdruck darauf hingewiesen, die in den Lokalen der ver- einen Vortrag über" Die soziale Bedeutung der Geschlechts- Hamburg Berlin schiedenen Stadttheile ausgelegten Petitionsbogen zu unterzeichnen frankheiten". Die darauf folgende Diskussion gestaltete sich sehr wiesbaden 763 S und gleichzeitig die Sammellisten zum Agitationsfonds zu beachten, interessant, speziell fand ein kleines Scharmützel zwischen dem Re- München um die erforderlichen Gelder aufzubringen. In nächster Zeit soll ferenten einerseits und den Mitgliedern Siewert und Brückner Wien durch weitere Versammlungen der Versuch gemacht werden, die andererseits über den Punkt statt, ob Frauen zum Studium der übrigen Händler aufzurütteln. Medizin zugelassen werden sollen. Unter Verschiedenem wird eine Frage betreffs der Fachzeitung gestellt, doch wurde der vorgerückten Zeit wegen beschlossen, die Sache in der nächsten Versammlung zu Eine der ersten Protestversammlungen gegen den geplanten Gesezentwurf betreffend die Einschränkung des Koalitionsrechtes fand Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und der Umgegend A. Höhne. Sie gilt auch für Neubauten. Der Be fann Vormund werden, die Strafe ist einflußlos. A. B. 100. Sie tönnen Strafanzeige erstatten. Der Erfolg wäre Schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme, die als zweifelhaft. Koch. Sie können auf Ungiltigkeit des Vertrages klagen. Programm für die weiteren Maßnahmen gelten soll und folgenden Erfolg würde Ihre Klage aber nur haben, wenn die betreffenden Mängel in erheblichem Umfange vorhanden sind und die Abstellung nach dem 1. Oktober Wortlaut hat:„ Die Schlächtergesellen Berlins erklären die Ver- möglich wäre. Iit letzteres nicht der Fall, so können Sie nur auf Beschwer schädigt, für ihre wichtigste Aufgabe und werden alle gesetz- 100. 1. Wittwen oder Wittwer müssen sich vor ihrer abermaligen Verheirathung fürzung der übermäßigen Arbeitszeit, die sie physisch und wirthschaftlich seitigung der Mängel und Schadensersatz mit Aussicht auf Erfolg klagen. lichen Mittel zu deren Erreichung anvenden. Sie beauftragen eine mit ihren minderjährigen Kindern vor Gericht auseinandersetzen. 2. Erst Kommission mit den Vorarbeiten für die zu gründende Vereinigung unter dem 7. September ist ausführlich dargelegt, wann Forderungen verjähren. der in den Schlächtereibetrieben beschäftigten Arbeiter und betrauen schaften sowie an die Reichskommission für Arbeiterstatistik einzusie gleichzeitig damit, eine Eingabe an die gesetzgebenden Körperreichen, in der eine Regelung der Arbeitsverhältnisse im Schlächtergewerbe, ähnlich der im Bäckereigewerbe, gefordert wird." Parteigenossen Berlins! Ant 10. b. M. verſtarb nach furzem Am Dienstag, den 13. September, abends 8 hr: Krantenlager unser lieber Kollege, der Musiker Franz Kutscher, im 39. Lebensjahre. 51/2 51/2 Wir werden dem Verstorbenen ein ewiges Andenken bewahren. Die Be erdigung findet am Dienstag, den 6 öffentliche Versammlungen der Parteigenossen und-Genossinnen in folgenden Lokalen: 13. 5. Mr. von der Leichenhalle des 1. Wahlkreis: Arminhallen, Kommandantenstraße 20. St. Hedwigskirchhofes, Dalldorfer Chauffee, aus statt. Der Vorstand. Todes- Anzeige. 3. 2. " " " 5. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am 11. Sept. 4. unser inniggeliebter Sohn u. Bruder, der Schloffer Fritz Hoffmeister 6. nach langen, schweren Leiden ver: storben ist. 9166 == Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Berl. Ressource, Kommandantenstr. 57. Stechert, Andreasstraße 21. Brauerei Bötzow, Prenzlauer Thor. Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23. Tagesordnung in allen Versammlungen: 214/3 1. Berichterstattung von der Brandenburger Konferenz. 2. Diskussion. 3. Stellung zum Stuttgarter Die Beerdigung findet Mittwoch, Parteitag. 4. Wahl von Delegirten zu demselben. 5. Wahl der Mitglieder der Agitations- Kommission für die den 14. September, nachin. 4 Uhr, Provinz Brandenburg. Um recht zahlreiches Erscheinen ersuchen vom Trauerhause Fürstenwalder straße 3, nach dem Georgen- Kirchhof, Landsberger Allee, statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Orts Krankenkasse der Sattler. Am Freitag, den 9. d. M., starb bas Mitglied August Pöthig. Die Beerdigung findet am Diens tag, den 13. d. M., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des KrankenHauses Am Urban aus nach dem Thomas- Kirchhof in Rixdorf, Her mannstr. 79-83, ſtait.. 9136 J. A.: R. Dittberner. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, sage allen Verwandten Die Vertrauenspersonen. Achtung! Genossinnen, Genossen! Achtung! Am Mittwoch, den 14. September, abends 8 Uhr: Witterungsübersicht vom 12. September 1898, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter 760 WSW 4 bedeckt 761 S 765 M Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen stand mm Windrichtung Windstärke Wetter wolfent 1voltent Temp. n. 6. 5° C.= 4° R. 11 13 91326 15 Haparanda 753 Still 14 Betersburg 760 S 2 heiter 16 Cort 767 NNW 3wolfig 1wolfig 16 Aberdeen 757 23 2geiter 12 5 wolfig 20 Baris 763 3 Bewitt. wolkent 13 16 763 Still Wetter- Prognose für Dienstag, den 13. September 1898. Ein wenig fühler, vielfach heiter, zeitweise wollig bei mäßigen westlichen Winden und etwas Neigung zu Gewitterbildung. Berliner Wetterbureau. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW., Beuthstr. 2. Gerade jetzt dürften wieder lebhafte Diskussionen stattfinden über Theorie und Praris des Anarchismus. Wir empfehlen daher: Plechanow, Anarchismus und Sozialismus Preis 40 Pfennig.- Porto 5 Pfennig. In meisterhafter Darstellung entwickelt der Verfasser den Gegensatz zwischen Sozialismus und Anarchismus, sowohl in prinzipieller wie taftischer Hinsicht, und giebt eine kurze Geschichte der anarchistischen Theorien. Musikinstrumenten- Handlung von Julius Luderer Klingenthal, Kirchstraße Nr. 105 empfiehlt alle Sorten von Musikinstrumenten. Spezialität: Mund- u. Ziehharizonikas, Zwei Protest- Versammlungen. Zithern, Geigen n. s. w. 1. Im Rösliner Hof, Röslinerffraße Nr. 8. Referentin: Genoffin Lily Braun. 2. Im Konzerthaus Sanssouci, Koffbuferstr. 4a. Referentin: Genoffin Marie Greifenberg. Donnerstag, 15. September, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: Protest- Versammlung. Referentin: Genoffin Klara Zetkin. Tages Ordnung in allen 3 Versammlungen: und Bekannten, insbesondere den 1. Sollen bei gewerblichen Streitigkeiten nur Männer über Frauen Richter fein? 2. Diskussion. beiden Gesangvereinen, sowie den Kol Tegen aus den Fabriken von Pintsch und Holy, meinen tiefgefühltesten Dank. Die trauernde Wittwe Emma Tübbecke. Von der Reise zurück. 9126 Dr. Carl Engel, Muskauerstraße 37. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht [ 2/1] Die Vertrauensperson. Achtung, Maurer! Ribbe's Restaurant, Mittwoch, den 14. September, abends 82 Uhr, in Buske's Salon, Grenadierstraße 33: Pallisadenstr. 62. Empf. m. Vereinsz. m. Piano f. 20 bis 30 Personen. Albert Ribbe. W. Pahr Baudeputirten- Versammlung. Tages Ordnung: Situationsbericht und Verschiedenes. Arbeitsanzüge Brunnenſtr. 112. Ban durch einen Deputirten vertreten iſt. Bigarrengesch., Vorort, nachweisb. gut, bill. z. verk. Adr. u. A. Z. Postamt 19. Wegen der Verhandlung einer dringenden Angelegenheit halten wir es für nothwendig, daß jeder 263/10 Die Lohnkommission der Maurer Berlins und Umgegend( Centralverband deutscher Maurer). J. A. Karl Panser. Sozialdemokratischer Verein für Stralau, Rummelsburg und Umgegend. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Mittwoch, den 14. September, abends 8½ Uhr: Große öffentliche Versammlung im Lokale des Herrn Gursch in Stralau. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Hirsch über:" Die sozialen Ur: sachen der Verbrechen". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. [ 8/6] Zentralverband der Löpfer und Berufsgen. Deutschlands, Zahlstelle Berlin. Versammlung. Verwaltungsstelle Berlin. Mittwoch, den 14. September, abends 82 Uhr, in Gründel's Salon, Brunnenstraße 188: Bezirks- Versammlung für Oranienburger- u. Rosenthaler Vorstadt. Tages Ordnung: sowie alle Bestandtheile zu Instrumenten wie: Saiten, Bogen u. s. w. Lieferung nur gegen Nachnahme. Alle Parteigenossen werden ganz besonders auf dieses Angebot aufmerksam gemacht, da Inhaber durch Maßregelung für Wahlthätigkeit gezwungen wurde, sich selbständig zu machen.[ 5800* Arbeitsmarkt. Achtung, Holzarbeiter! In der Möbelfabrik von Zelder& Plathen, Königsbergerstr. 26-27 u. 28-29, dauert der Streit fort. Zuzug fernhalten. Versilberer verlangt Göpfert, Blumenstr. 63, Hof III. Tüchtige Mamsells 9186 auf bessere Damen- Jackets, nur im Hause, Lohn: 3,00, 3.20, 3,50, 4-5 ark per Stück, fowie 25 Pf. Berdebahn- Vergütigung p. Stück, Beschäftigung das ganze Jahr, werden verl. M. Holz& Co., 8476] Damen- Konfektion, Markgrafenstraße Nr. 43/44. Den Kiftenmachern zur Nachricht, daß von jezt ab Aufnahme in den Verein nur in den Versammlungen stattfindet. Jedoch nimmt Anmeldungen Rest. Munzig und Kassirer Haufe entgegen. 94/18 Der Vorstand. Ein Bigarrenmacher, welcher auch gute Wickel macht verl. Rirdorf, Erfstr. 7. Lehrmädchen, 1. Vortrag des Genossen Jahn über:„ Die Ergebnisse der GewerbeDonnerstag, den 15. September, abends 6 1hr, in Buske's Salon, Inspektion". 2. Diskussion. 3. Wahl der Bezirksleitung, Verbands: angelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Bibliothek befindet sich Annenstr. 39. part., und ist geöffnet von 9-1 Uhr vormittags und von 4-7 Uhr nachmittags; Dienstags und 12 Mt. Vergütigung, sucht Blumen Donnerstags von 9-1 Uhr vormittags und 4-9 Uhr nachmittags. fabrit Lewin u. Neufeld, Ritter 113/13 Die Ortsverwaltung. straße 45. 9086 Grenadierstraße Nr. 33: Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Gewerkschaftliches. Gäste willkommen, 195/9 Die Mitglieder werden gebeten, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. MorgenrockArbeiter auf einf. und mittl. Genre finden dauernde Beschäftigung gegen Vorlage von Probearbeit bei Löb 1. Oertelt, Mohrenstr. 42, 8-1.* BlufenArbeiter auf einf. und mittt. Genre finden dauernde Beschäftigung gegen Vorlage von Probearbeit bei Löb 1. Oertelt, Mohrenstr. 42, 8-1.* BlusenhemdenArbeiter auf einf. und mittl. Genre finden dauernde Beschäftigung gegen Vorlage von Probearbeit bei Löb 1. Oertelt, Mohrenstr. 42, 8-1.* Costüme Arbeiter auf einf. und mittl. Genre finden dauernde Beschäftigung gegen Vorlage von Probearbeit bei Löb u. Oertelt, Mohrenstr. 42, 8-1.* Platterinnen verlangt Dampfwäscherei„ Ostend". Blumenstr. 30. Tüchtige Stabbodenleger auf Asphalt und Einpasser und Ab9096. puzer sofort. G. Peter, Altonaerstr. 30. Stuckateur. Former und Gießer, findet Beschäfti Ein tüchtiger Werkstatt- Arbeiter, gung. Tagelohn 4,50-5,50 Mart. Schriftl. Hinwendung an Dekorationsa Bildhauer Hans Chr. Berg, Gothers gade 91. Kopenhagen R. 9106 Hausdiener oder Lagerarbeiter gründlich erfahren im Tapeten a Geschäft findet dauernde Stellung bei 25 M. Wochenlohn. Meldungen unter A. 6. an die Erped. d. 8tg. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Urania Taubenstr. 48/49. Täglich: Dienstag, den 13. Septor: Vom Matterhorn z. Jungfrau. Opernhaus. Mignon. Anf. 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Sappho. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Der Biberpelz. Anfang 72 Uhr. Lessing. Eheliche Liebe. Anfang 71/2 Uhr. Berliner. Othello. Anfang 72 Uhr. Neues. Ottilie. Anfang 71/2 Uhr. Residenz. Frühlingswende. Hierauf: Eifersucht. Anfang 7 Uhr. Metropol. Das Paradies der Frauen. Anfang 72 Uhr. Schiller. Der politische Kannegießer. Anfang 8 Uhr. Central. Die Geisha. Auf. 71/2 Uhr. Belle Alliance. Ueber Land und Meer. Anfang 8 Uhr. Oftend. Schlung sel. Wwe. Anfang 712 Uhr. Luisen. Der Kaufmann von Venedig. Anfang 8 Uhr. = Friedrich Wilhelmstädtisches. Leopoldi Fregoli( Verwandlungs: fünstler). Camaleonte. Eldorado. Zum Schluß: Fregoligraph. Anfang 8 Uhr. Alexanderplat. Demi Monde. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern: warte, Operntelephon. Apollo. 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Lothringerstraße 48 I, teen. dicht am Rosenthaler Thor. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratenthe verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Br. 214. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 13. September 1898. Der Parteitag für die Provinz Brandenburg fand am Sonntag im Cohn'schen Saale statt, der aus diesem Anlaß mit rothen Fahnen, Juschriften u. dgl. einen würdigen Schmuck er " halten hatte. Vor Beginn der Verhandlungen brachte der Buch- Jahre in mehr als 200 000 Eremplaren verbreitet worden. Außer der Zahl der für die Gegner abgegebenen. Bahre in west are 200 000 un 130-150,000 hatte, fet er in diefem or vergleiche nicht die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen mit an die großen Schwierigkeiten, die der Sozialdemokratie bei den legten Reichstagswahlen erwachsen find. Wenn wir auch in diesem Kampfe Sieger geblieben seien, so hätten wir doch die Gegner noch nicht völlig niedergestreckt. Die Reaktion erhebe schon wieder ihr Haupt, sic drohe uns mit Vernichtung des Koalitionsrechts. Wenn man eine Partei wie die unsere, die den Druck des Sozialisten gesetzes und unzählige Kämpfe siegreich überstanden hat, mit Zuchthaus bedrohe, so lasse das fühl bis aus Herz hinan. Was auch kommen möge, cs werde nicht gelingen, uns von dem Wege, auf dem wir seither fortgeschritten find, abzubringen. Der Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie. In das Bureau wurden gewählt: Sassenbach- Berlin und Faber- Frankfurt als Vorsitzende, Langer Finsterwalde und Günterberg Schwedt als Schrift führer. Auf der Tagesordnung steht: 1. Bericht der Agitationskommission. 2. Diskussion. 3. Was lehren uns die letzten Reichstagswahlen. 4. Diskussion, 5. Anträge. Es liegen folgende Anträge vor: Zu Punkt I der Tagesordnung. " I. Antrag der Kreise Teltow- Beeskow und Niederbarnim: Die Brandenburger Agitationskommission zu beauftragen, den alten Beschluß aufzuheben, und einen neuen zu fassen, daß nicht nur die 6 Berliner Wahlkreise, sondern auch die Kreise Teltow- BeeskowStorkow- Charlottenburg und Niederbarnim in der Agitationskommission Sig und Stimme haben." II. Antrag Berlin I:" Das Zentral- Wahlkomitee ist zu beauftragen, für systematische Frauenagitation in der Provinz zu sorgen und zu diesem Zweck in jedem Kreise mindestens zwei Frauenversammlungen im Jahre zu veranlassen." politik und A die Vorbereitungen zur Wahlagitation hätten viel Arbeit erfordert Ein Antrag, jetzt das unter Punkt 3 der Tagesordnung angesezte und seien schon lange vor Verkündung des Wahltermins ins Werk Referat folgen zu lassen und über beide Referate gleichzeitig zu debattiren, gesetzt worden. Bei den vorbereitenden Arbeiten habe unter wird angenommen. Das Wort erhält anderem der Kalender Märkischer Landbote" gute Dienste Stadthagen, welcher unter anderem ausführt: Bei der könne fagen, geleistet, man diese Schrift habe viel Beantwortung der Frage: Was lehren uns die letzten Reichstagszu unseren Erfolgen in der Provinz beigetragen. Während der wahlen, weiche er von der optimistischen Anschauung Antrick's ab. druder- Gejangverein" Typographia" die Lieder: Krönt den Tag" dem habe die Kommission 100 000 Exemplare der Broschüre Ben darauf an, festzustellen, wie weit der sozialdemokratische Gedanke und„ Der Menschheit Erwachen" in meisterhafter Weise zum Vortrag: wähle ich", und weitere 100 000 Exemplare der Reichstags- Ver- seit den Wahlen von 1893 Verbreitung gefunden hat, und um das zu Genosse Antrid eröffnet hierauf den Parteitag, er begrüßt handlungen über den Posadowsky'schen Erlaß, sowie der„ Klassen fönnen, müsse man die Zahl unserer Stimmen mit der Zahl der die Delegirten namens der Agitationstommiſsion und müſſe Die Kosten der beiden letzten Schriften, 3600 M., hätten Resultat, daß unsere Stimmen in der ganzen Provinz mit Ausnahme Sozialdemokratie" betitelten Broschüre verbreitet. Wahlberechtigten vergleichen. Bei diesem Vergleich ergebe sich das die Berliner Genossen außer ihren sonstigen Beiträgen bestritten. des Kreises Bauch- Belzig- Luckenwalde zwar zugenommen haben, daß Unsere Provinzpresse habe anfangs den Anforderungen, welche die sie aber im Verhältniß zu der Wählerzahl prozentual zurückgegangen Kommission an dieselbe stellte, nicht genügt, eine Besprechung mit sind. Der Siegestaumet mancher Genossen sei also durchaus nicht die gewünschte Besserung eingetreten sei. Es sei anzuerkennen, daß die aus dem Zug der arbeitenden Bevölkerung vom Osten nach den Redakteuren der Provinzpresse habe aber die Folge gehabt, daß begründet. Die prozentuale Abnahme unserer Stimmen erkläre sich Brandenburger Zeitung" durch die von ihr herausgegebene periodische dem Westen, wobei Berlin und die Provinz Brandenburg als Durch Wahlschrift der Agitation gute Dienste geleistet habe. Die Märk. zugsgebiet in betracht kommen. Dieser Durchzug der Arbeiter durch Boltsstimme" habe ihre agitatorische Aufgabe nicht recht erfüllen unsere Provinz ist seit dem Jahre 1893 viel stärker geworden, wie Es sei daher auf Veranlassung der Kommission ein zweiter Redakteur und Durchziehenden werde in Berlin immer geringer. Das erschwere können, weil für den einen Redakteur die Arbeitslast zu groß war er vordem war. Der Prozentsatz der seßhaften Arbeiter zu den Zuangestellt worden, und die Zeitung habe dann den an sie gestellten wesentlich die Agitation. In den Vororten Verlins wohnen tausende Aufgaben genügt. Natürlich seien durch Anstellung des Redakteurs und abertausende von Arbeitern, die in Berlin beschäftigt sind. An diese der Zeitung erhebliche Mehrkosten erwachsen, die die Streise, welche fönne man mit der Agitation nur sehr schwer herankommen. Das zum Verbreitungsgebiet der„ Märk. Volksst." gehören, nicht erschwingen treffe auch zu für verschiedene Orte der Provinz, wo die dort fonnten. Die Kommission konnte aus ihren Mitteln auch keine Bei- wohnenden Arbeiter außerhalb ihres Wohnortes arbeiten. In solchen hilfe zu den Kosten leisten, da sonst möglichenfalls noch andere Orten werde man sehen, daß infolge der aus den angeführten bano Provinzblätter das gleiche verlangt hätten, und dazu würden die Gründen erschwerten Agitation der Prozentsatz der sozialdemokrativerfügbaren Mittel nicht ausgereicht haben. Die Kommission sei schen Stimmen geringer werde. Das sei zwar nur eine Hypothese, den betreffenden Kreisen aber in anderer Weise zu Hilfe gekommen, sie stüge sich aber auf Zahlen. Beispielsweise hätten in Jüterbog, worauf Redner später zurückkommen will. Da die von der Branden- wo vicle Arbeiter wohnen, die in Berlin beschäftigt sind, mur 22,5 pCt. der burger 8tg." herausgegebene Wahlzeitung mehr auf den Potsdamer Wähler sozialdemokratisch gestimmt, während in dem zu demselben Kreise Regierungsbezirk zugeschnitten war, habe die Stommission, um gehörenden Luckenwalde mit seßhafter Fabritarbeiter Bevölkerung auch im Frankfurter Bezirk die Agitation durch eine periodische Wahl- 79,06 pCt. sozialdemokratisch gestimmt haben. Diese Thatsachen zeigen, schrift zu fördern, den Wähler" erscheinen lassen, der in 113 000 daß die Agitationsmöglichkeit in unserer Provinz erheblich schwieriger Exemplaren und zwar mit gutem Erfolg verbreitet worden sei. Nach geworden sei. Das lasse unsere Erfolge in einem um so günstigeren diesen Vorbereitungen habe die Kommission den eigentlichen Wahl- Lichte erscheinen. Das Wahlresultat des ganzen Reiches sei bei fanpf eröffnet mit der Verbreitung von 500 000 Exemplaren eines weitem nicht so günstig, wie es von manchem Genossen aufgefaßt werde. von ihr herausgegebenen Flugblattes. Von einem anderen Wahl- Nun frage es sich, wie wir zu agitiren haben. Die Verbreitung von flugblatt feien später 300 000 Stück verbreitet worden. Es seien noch bei Flugschriften giebt uns, abgesehen von der agitatorischen Wirkung feiner Wahl soviel Druckschriften an die Wähler vertheilt, wie bei der dies- ihres Juhalts, die Möglichkeit, mit den Arbeitern in Bejährigen. Wenn es trotzdem nicht gelungen ist, die ganze Provinz zu rührung kommen und Anknüpfungspunkte zu finden erobern, und noch einige Kreise für das nächste Mal übrig geblieben für die Agitation von Mund zu Mund, auf die das seien, so liege es gewiß nicht an der Kommission. Dem Verlangen größte Gewicht zu legen fei. Die Versammlungen sollen mun III. Antrag des Kreises Ost- und West- Sternberg:" In an der Genossen in der Provinz nach bekannten, zugkräftigen Rednern den Zweck haben, die Genossen zur persönlichen Agitation anzuregen. betracht der schlechten Verhältnisse der Sachsengänger und deren habe die Kommission natürlich nicht immer genügen können. In Bersammlungen, die der Agitation dienen sollen, möge man es politischen Rückständigkeit wolle die Provinzialkonferenz die Agitations- Meistens mußten es weniger bekamite Kräfte thun und unterlassen, nach einem guten Vortrage nichtssagende Diskussionstommission beauftragen, unter den Sachsengängern eine planmäßige c ging auch. Bei Beginn des Wahlkampfes habe eine reden zu halten, welche die Wirkung des Vortrages mur abschwächen. Agitation zu unternehmen." ziemlich flaue Stimmung in der Provinz geherrscht, so daß In den Wahlvereins- Versammlungen sei dagegen eine Aussprache am IV. Antrag des Kreises Ober- Barnim:„ Die am 11. d. M. die Kommission fast an dem Erfolg ihrer Arbeiten zweifelte. Play. Man möge in einer schlecht besuchten Versammlung nicht über den tagende Provinzialfonferenz möge beschließen, daß die Agitations. Das habe sich aber bald geändert, nachdem die Behörden schlechten Besuch flagen. Diejenigen, an die die Klage zu richten wäre, kommission der Provinz Brandenburg bei Beschlußfassung wichtiger in ihrer Art in den Wahlkampf eingriffen; da sei Leben unter die hören sie nicht und die Anwesenden werden womöglich abgeschreckt. Es sei Fragen, besonders über Landagitation und Revision des herauszu- Parteigenossen gekommen. Trotzdem uns die Abhaltung von Ver- auch zu warnen vor Berichten, wie sie unsere Presse und auch der gebenden Märkischen Landboten" stets die Kreisvertrauensmänner sammlungen durch Verweigerung der Säle fast unmöglich gemacht Vorwärts" bringt, wo der Verlauf der Versammlung, als ein der Provinz hinzuziehen hvt." wurde, hätten es doch die Genossen durchgesetzt, daß auch unsere glänzender geschildert und erzählt wird, daß der Gegner in Grund Kandidaten Gelegenheit belamen, vor den Wählern zu sprechen. und Boden gehauen worden sei. Wenn letzteres geschehen ist, dann Unerhört fei es, wie unsere Gegner die Wähler zu beeinflussen suchten. möge man die Gründe anführen, denen der Gegner weichen mußte, In einem Falle hätten Landleute für den Besuch einer Versammlung und die Leser werden dann selber sehen, wodurch dies geschah. von dem gegnerischen Veranstalter derselben 70 Pfennig pro Die farblosen Blätter haben eine große Verbreitung auch in der Person erhalten, außerdem bekamen sie Bier und Schnaps, Provinz erfahren. Redner will diese Blätter nicht unbedingt versoviel sie haben wollten. In einem anderen Falle habe der Verurtheilen. Sie seien in manche Kreise gedrungen, wo bis dahin VI. Anträge des Kreises Teltow- Beeslow: 1. Die Agitations- anstalter einer von 20-30 Personen besuchten Bersammlung 40 M. überhaupt nichts gelesen wurde. Sie haben in jenen Kreisen das fommission wird beauftragt, in baldigst möglicher Zeit eine Zu- für Bier und Schnaps bezahlt. Die Flugblätter des befanten Lesebedürfniß geweckt, und wenn das einmal geschehen ist, wird auch sammenkunft sämmtlicher sozialistischer Stadtverordneter( Gemeinde- Hülle'schen sowie des Mittler'schen Verlags hätten durch die unsere Literatur leichter Eingang finden, wie zuvor. vertreter) der Provinz Brandenburg zu veranlassen, um ein einheit schmutzige Art, mit der sie uns verunglimpften, nicht wenig dazu Was unsere Presse betrifft, so sei dieselbe einschließlich des liches Vorgehen auf fommunalem Gebiete zu erzielen." beigetragen, daß mancher Leser dieser Erzeugnisse sich mit unseren Vorwärts" in den letzten zwei Jahren nicht agitatorisch genug 2. Ein Verzeichniß der sich zur Verfügung stellenden Referenten Bestrebungen bekannt gemacht und dann auch für unseren aufgetreten. Es mache sich eine gewisse Verblassung bemerkbar. nebst deren Adressen für Brandenburg resp. die Berliner, Teltow- Kandidaten gestimmt habe. Die Agitation auf dem Das leugnen zu wollen, hieße Vogelstraußpolitik treiben. Es möge Beeskower und Niederbarnimer Streise herauszugeben und den Ver- Lande sei theilweise noch sehr gefährlich. Es komme immer ja Gründe geben, die eine weniger agitatorische Schreibweise unserer trauensmännern gedruckt zu überreichen." noch vor, daß unsere Genossen mit Snippeln empfangen und Presse angemessen erscheinen lassen, dann werde es aber nöthig sein, VII. Antrag Berlin I: Die Provinzialfonferenz ermächtigt mit Hunden gehezt werden. Wir müssen deshalb die höchste An- für die Agitation andere Blätter zu schaffen. Die ökonomische Grunddas Zentral- Wahlkomitee, diejenigen Kreise der Provinz, welche sich erkennung denjenigen Genossen zollen, die unter so schweren Ver- fage unserer Bewegung müsse mehr betont und auf unser großes Ziel für Betheiligung an den Landtagswahlen erklärt haben, agitatorisch hältnissen sich der Agitation gewidmet haben. Gegen Gesez und hingewiesen werden. und finanziell zu unterstützen." Recht habe man in manchen Orten unsere Stimmzettelvertheiler und Jezt sei die beste Zeit, unter den Landarbeitern zu agitiren. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellt Lilly Braun folgende Wahlkontrolleure weggewiesen, ja hinausgeprügelt, so daß die Die Arbeiten in der Landwirthschaft drängen sich mehr und mehr auf Resolution: Gegner unter sich blieben. In solchen Orten sei es denn eine furze Zeit zusammen und der Landarbeiter sei in der Saison Die am 11. September auf dem Provinzial- Parteitag für Berlin auch vorgekommen, daß nur fonservative Stimmen in der dem Besitzer unentbehrlich geworden. Unter den Landarbeitern und und die Provinz Brandenburg versammelten Delegirten erheben Irne gefunden wurden, obwohl mehrere Wähler uns ver- Kleinbauern finden unsere Ideen Anklang, aber nicht unter den einmüthig Protest gegen das von der Regierung geplante Attentat sichert hatten, daß sie sozialdemokratisch gewählt haben. In Großbauern. Der Wahlkampf lehre auch, daß es nothwendig sei, auf die Koalitionsfreiheit der Arbeiter. anderen Orten feien so viele fonservative Stimmen, wie unter den Arbeitern der kleinen Städte und der Vorstädte zu Wir protestiren dagegen, daß das auch in seiner jezigen Gestalt eingeschriebene Wähler vorhanden getveseit, obgleich mehrere Wähler agitiren. durchaus unzureichende Koalitionsrecht dadurch völlig wirkungslos des Ortes am Wahltage gar nicht in ihrem Wohnort anwesend Wie können wir die Lust zur Agitation wecken? Da sei es vor gemacht wird, daß die Aufforderung oder Anreizung zuun Streit be waren. Die sozialdemokratischen Stimmen in der Provinz haben allen Dingen nothwendig, alle fleinlichen Streitigkeiten persönlicher straft und den Arbeitern diese in der Nothwehr unentbehrliche Waffe um 35 000, nach neueren Meldungen um 33 000 zugenommen. Natur zu unterlassen. Das Resultat in Bauch- Belzig wäre besser entwunden werden soll. Das sei der Erfolg der Arbeit der Kommission. Manche gewesen, wenn dort nicht persönliche Bänkereien bestanden hätten. Wir protestiren gegen die Schaffung eines Ausnahmegesetzes Genoffen feien unzufrieden, weil wir nicht genug Mandate Die Kleinarbeit in der Agitation könnte man beleben durch Aufnahme gegen die Arbeiter, das den Streit bestrafen soll, während Aus- errungen haben. Diese mögen bedenken, daß es uns nicht so sehr auf einer Statistik über die sozialen Verhältnisse der einzelnen Kreise. sperrungen und die oft nichtswürdigen Mittel, die die Organisationen die Zahl der Mandate ankommt, als auf die agitatorischen Erfolge Das würde die Genossen belehren, sie zum Nachdenken anregen und der Unternehmer anwenden, Berrufserklärungen, schwarze Listen und unserer Bewegung. Von diesem Gesichtspunkt aus hätten wir teine Stoff zur Agitation geben. Redner empfiehlt die Schaffung eines dergleichen, wie bisher straflos bleiben. Ursache, unzufrieden zu sein. Wenn von einzelnen Genossen gesagt Organs nach Art des„ Wähler" und schließt mit der Aufforderung, werde, die Kommission habe keine prinzipielle Agitation getrieben, in der Agitation und Organisation nicht zu erlahmen und weiter zu sie habe das Parteigrogramm nicht genug betont, so müsse eine solch fämpfen, bis unser hohes Ziel erreicht ist.( Lebhafter Beifall.) unbegründete Behauptung entschieden zurückgewiesen werden. Berfuß betont die Nothwendigkeit der Agitation unter den Der Redner fonimit nun zu der Kassenabrechnung, aus der fol- polnischen Genossen der Provinz und giebt einen Ueberblick über die gendes hervorgeht: Die Gesammteinnahme, einschließlich eines alten bisherige Art derselben. Es seien in der Provinz 67 000 polnische Bestandes von 1659,55 M., beträgt 25 732,85 M. Darunter: Partei- Flugblätter, 10 000 Broschüren und 300 Zeitungen verbreitet worden. beitrag 16 000 m., aus den Berliner Wahlkreisen 7850 M., aus u Berlin sei die Agitation unter den polnischen Arbeitern gut im Nieder- Barnim 300 M., für den Kalender 1476,25 M., Verschiedenes Gange. Bei der Agitation unter den Sachfengängern möge man 106,60 m. einen Polen hinzuziehen. Die von den Polen herausgegebenen Sammelbons müßten auch, da es an Geld fehle, von den deutschen Vertrauensmännern vertrieben werden. Allgemeine Anträge. V. Antrag Niederbarnim:" Die Provinzialfonferenz wolle beschließen, daß im Interesse der Landagitation eine monatlich einmal erscheinende Zeitung, nach Art des„ Wähler", der während der Wahlbewegung erschien, herausgegeben werde." Wir protestiren dagegen, daß die Organisation eines Streifs mit der entehrenden Strafe des Zuchthauses getroffen werde, und daß die Bestrebungen der Arbeiter und Arbeiterinnen, ihre Lebenshaltung zu erhöhen, gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen abzuwehren, oder, wie es bei weiblichen Arbeitern oft geschehen muß, Angriffe auf ihre Sittlichkeit mit der Arbeitsniederlegung zu beantworten, ebenso bestraft werden sollen, wie Betrug, Meineid oder andere schimpfliche Verbrechen. Wir protestiren gegen die Absicht einer derartigen Gesetzgebung, die im höchsten Grade kulturfeindlich wirken, und, indem sie den Arbeitern das natürlichste und selbstverständlichste Grundrecht raubt, ernste Gefahren für eine friedliche Entwicklung der Gesellschaft heraufbeschwören muß. Dem gegenüber fordern wir die Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und der Provinz Brandenburg auf, sich diesem Protest anzuschließen und gegen die ihnen drohende Gefahr in Massen bersammlungen einmüthig Stellung zu nehmen. Die Gesammt- Ausgabe beträgt 26 991,90 M. Darunter: Für die Reichstagswahlen 13 800 M., Nachwahl in der West- Prignitz 1897 511,90., für Flugschriften 6021 M., für den Kalender 4658,05 m. u. s. w. " 1 " 1 Täterow tritt für das Fortbestehen der Agitationskommission ein, sowie für den Antrag Il und die Resolution Braun. Kopp Friedrichsberg empfiehlt den Antrag I. In NiederBarnim habe man in der Landagitation dadurch gute Erfolge erzielt, daß man die Orte immer von denselben Genossen bearbeiten ließ. Dies Beispiel empfiehlt Redner auch den anderen Kreisen zur Nachahmung. Rachahmer führt unter anderem aus, daß die Agitation in den 3ubeil Zu der Abrechnung bemerkt der Redner unter anderem, der Kreis Nieder- Barnim habe die erhaltenen 2000 m. wieder zurückgezahlt, die Kreise, die zum Gebiet der„ Märt. Volksst." gehören, feien verhältnißmäßig mit reichen Mitteln versehen worden, weil sie Wir hoffen aber auch, daß die gesammte deutsche Arbeiterschaft den zweiten Redakteur ihres Blattes zu bezahlen hatten. Berlin geschlossen zusammenstehen und durch einen millionenstimmigen habe noch mehr für die Agitation in der Provinz aufgebracht, wie in Protest den geplanten Schlag gegen das Koalitionsrecht nicht nur der Abrechnung angegeben ist. ländlichen Distrikten des Kreises Teltow- Beeskow wegen der weiten abwehren, sondern zugleich auf den nothwendigen Ausbau der Genosse Antrid geht nun zu den zum ersten Punkt der Entfernungen und der dadurch bedingten Kostspieligkeit sehr erKoalitionsfreiheit und einen gesicherten Schutz gegen jede Art Tagesordnung vorliegenden Anträgen über. Gegen den Antrag I schwert werde. Die Touren könnten aus diesem Grunde nur selten ihrer Verkümmerung dringen wird. habe die Kommission nichts. Redner ist aber persönlich ausgeführt werden, daher sei die Gründung einer periodischen Schrift Die Antragstellerin führt aus, man solle teine Gelegenheit, wo gegen denselben, da die Kommission um so schwerfälliger nach Art der von der Brandenburger Zeitung" herausgegebenen Genossen zusammenkommen, vorübergehen lassen, ohne einen arbeiten werde, je mehr Mitglieder sie habe. Gegen den Antrag II, Wahlzeitung nöthig, um ein Bindeglied herzustellen. Diese Zeitung flammenden Protest gegen die geplante Beschränkung des Koalitions- der ja ganz gut gemeint sei, lasse sich im Prinzip nichts einwenden. müsse aber, wenn sie ihren Zweck erfüllen solle, jede Woche einmal rechtes zu erheben, sie ersuche deshalb um Annahme der Resolution. In der vorliegenden Form sei er aber nicht durchführbar, da be- erscheinen. Im weiteren empfiehlt der Redner die Anträge I. und II. Der Vorsitzende Sassenbach meint, die Resolution gehöre fondere Frauenversammlungen in manchen Kreisen überhaupt nicht Schmidt Sonnenburg betont die Nothwendigkeit einer wohl unter die allgemeinen Anträge, Köster Schöneberg ist für besucht werden würden. Was für die Frauenagitation geschehen Agitation unter den Sachsengängern. Er schlägt vor, daß die sofortige Erledigung derselben, während Stadthagen die Ansicht könne, das habe die Kommission schon seit Jahren gethan, und werde Kommission ein Flugblatt für die Sachsengänger herausgebe, und vertritt, wer längere Zeit in der Parteibewegung stehe, wer nament es auch ferner thun. Den Antrag III werde die Kommission gern daß die Berliner Genossen dasselbe im Sommer in den Kreisen, wo lich die Kämpfe der verflossenen Reichstagswahlen mitgemacht habe, berücksichtigen, die Agitation unter den Sachsengängern müsse jedoch Sachfengänger arbeiten, verbreiten. Jm Winter könne dann die dem sei der neueste Plan gegen das Koalitionsrecht nichts un- in erster Reihe von den Kreisen betrieben werden, in denen die Agitation in den Heimathdörfern dieser Arbeiter von den Genossen erivartetes, und scheine nicht so wichtig, daß sich die Erledigung der selben arbeiten. Antrag IV sei undurchführbar und möge deshalb der betreffenden ländlichen Kreise fortgesetzt werden. Haben wir erst Resolution vor der Tagesordnung rechtfertige. abgelehnt werden. die Sachsengänger, dann würden diese wiederum unsere Ideen unter den seßhaften Kleinbefizern ihrer Heimath verbreiten. Die Resolution wird darauf vorläufig von der Tagesordnung Die Mandats- Prüfungs- Kommission giebt bekannt, daß 70 Delegirte abgesetzt. anwesend find, darunter eine Vertretung der polnischen Genossen. Antrid erhält mun das Wort zum Bericht der Agitations- Ferner ist die Lokalfommission vertreten. Den anwesenden VerKommission. Die diesjährigen Arbeiten der Kommission, so führt er tretern unserer Preßorgane wurde bei Beginn der Sigung berathende aus, hätten unter dem Zeichen der Reichstagswahl gestanden. Schon| Stimme zugebilligt. F Kote Berlin empfiehlt ebenfalls die Sachsengänger- Agitation. Lithun tritt für den Antrag II ein. Die Berliner Genoffinnen halten eine lebhaftere Agitation unter den Frauen für nothwendig; das könne aber nicht geschehen ohne Unterstützung der Die Lokalkommission stellt folgenden Antrag: Männer. Die Frauen bestehen auf ihrem Antrag. Referentinnen! über diejenigen Baugeschäfte selbständig die Sperre zu verhängen, würden sich genug finden. Es sei gesagt worden, man habe die Frauen In anbetracht, daß durch die immer größer werdende Aus- in welchen unter den beschlossenen und von der Mehrzahl der Unternicht einmal zur Verbreitung von Flugblättern haben können. Das dehnung der Verkehrsmittel der Verkehr von Berlin sowohl, nehmer anerkannten Bedingungen gearbeitet wird. Dies darf jedoch zeige gerade, wie rückständig die Frauen noch seien und daher sei wie von anderen Orten sich mehr und mehr über die Provinz nur nach reiflicher Ueberlegung und nach Prüfung der jeweiligen es doppelte Pflicht der Männer, für Aufklärung der Frauen zu ausbreitet, möge der Provinzial- Parteitag beschließen, daß für die Verhältnisse geschehen. Sofern seitens der Lohntommission mit Bu forgen. Rednerin könne fich nicht entschließen, ihre Resolution Bukunft alle Streise der Provinz in die Lokalfrage einzubeziehen stimmung der Playdeputirten die Sperre über ein Baugeschäft ver. zurückzuziehen. Die geplante Beschränkung des Koalitionsrechts biete find. Bu diesem Zweck wird die Lokalliste für Berlin und Um- hängt worden ist, haben sämmtliche Kameraden die Pflicht, mit einen augezeichneten Agitationsstoff, den man sich nicht entgehen gend". in der Folge für die Provinz Brandenburg" herausgegeben, allen gesetzlich erlaubten Mitteln dahin zu wirken, daß Tassen dürfe. Ein Sturm der Entrüstung hätte so habe und der Parteipresse der Provinz Brandenburg beigefügt. der Play von Arbeitskräften frei gehalten wird und die dort die Rednerin angenommen von hier aus nicht nur durch die Nachdem Mahle für, aiser gegen den Antrag gesprochen Arbeitenden die Arbeit niederlegen. Auf alle Fälle darf aber auf Provinz Brandenburg, sondern durch das ganze Reich brausen hatte, wird derselbe angenommen. teinem als gesperrt geltenden Plaze die Arbeit aufgenommen müssen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. werden, bevor die Sperre wieder aufgehoben ist, was sofort geDer Vorsitzende Sassenbach schließt die Sigung mit einem schehen muß, wenn trotz aller Maßnahmen kein Erfolg zu ver Hoch auf die Sozialdemokratie. zeichnen ist." Köster Schöneberg stimmt mit Stadthagen darin überen, daß unsere Presse agitatorischer schreiben müsse. Er empfiehlt die Auf nahme eines polnischen Genossen in die Agitationstommission und die Herausgabe einer wöchentlichen Agitationsschrift. " 1 Verbandstag der Tabakarbeiter. Salomon- Wriezen vertritt den Antrag 1V. Die Berliner seien von der dicken Luft etwas befangen, es sei nothwendig, ihnen Offenbach, den 9. September. etwas frische Luft von auswärts zuzuführen. Die Landagitation sei Nach längerer Debatte wird in der heutigen Sizung eine Kom sehr wichtig, aber man dürfe nicht glauben, der Bauer sei für uns mission von 5 Delegirten gewählt, die sich erst noch eingehender mit nicht zu gewinnen. Bei der Abfassung von Flugblättern für die dem Stand der Zuschußkasse befassen und dann der GeneralversammLandagitation müßten die ländlichen Vertrauensleute mitwirken. lung Vorschläge über nöthig werdende Abänderungen unterbreiten Basewald Weißensee theilt die Ansicht Stadthagen's bezüg- soll. Bur Debatte kommt der von Ladenburg und Bernburg gelich der Schreibart unserer Presse nicht. stellte Antrag: Mitgliedern, welche gezwungen sind, gegen KrankenSuth, Redakteur der„ Brandenburger Zeitung" führt aus: taffen, Unfall, Alters- und Jnvalidenversicherung gerichtlich vor Stadthagen habe insbesondere die Agitation von und zu Wund zugehen, ist Rechtsschutz zu gewähren." Der Antrag wird nach empfohlen. Der Vorschlag sei auch ganz gut, aber Stadthagen habe kurzer Debatte angenommen. fein Mittel angegeben, wie der Vorschlag ausgeführt werden könne. Eine Reihe von Anträgen find auf die Abänderung der Beiträge Es fehle an den geeigneten Kräften, die eine solche Agitation be- gerichtet. Bum theil wollen fie Erhöhung, zum theil Herabsetzung treiben können. Ebenso verhalte es sich mit dem, was Stadthagen der Beiträge. Nach lebhafter Debatte werden alle diese Anträge abüber die Schreibweise unserer Presse fagte. Auch da gelehnt, die Beiträge bleiben in der bisherigen statutarischen Höhe allgemeine Ausstellungen gemacht, ohne bestehen. Auf Antrag von Hastedt wird§ 8 in der Weise erledigt, Meinung daß ansgeschlossen werden kann, wer den Berein gröblich zu schädigen versucht. Angenommen wird auch folgender Antrag: habe cr Hierauf wurde über die Ursachen und den Stand des Streits bei dem Unternehmer Ba ch in Bernau berichtet und sodann der Vertrauensman ermächtigt, den Ausständigen in Bernau eine Unterſtügung je nach Bedarf zukommen zu lassen. Außerdem soll dafür gesorgt werden, daß der Zuzug nach Bernau während des Ausstandes fern gehalten wird. Beschlossen wurde dann noch, die Familie eines verunglückten Kameraden aus den öffentlichen Fonds zu unterstützen. die zu Die Zimmerer der zentralen Richtung hielten am Sonntag die Aussperrung der Bauhandwerker in Magdeburg referirte. Nach eine Versammlung ab, in der A. Bringmann- Hamburg über den Ausführungen des Redners, der zunächst die Situation im Bauaußerordentlich lebhafte und gegenwärtig eine so rege wie nie zuvor. gewerbe schilderte, ist die Bauthätigkeit seit dem Jahre 1895 eine Allerdings wurde dieser großartige Aufschwung in den letzten Jahren von den einzelnen Arbeitern wenig wahrgenommen, weil andererseits die Zahl der Arbeiter in diesem Berufe erheblich zugenommen hat. während im Jahre 1882 mur 200 000 Maurer gezählt wurden, ist alt bestimmten Fällen darzulegen, was die Zahl im Jahre 1895 auf 450 000 gestiegen. Die Zahl der nach nicht in der Ordnung wvar und wie es denn hätte sein sollen. Redner meint, was Stadthagen von unserer Presse Die Generalversammlung möge beschließen, bei Ausbruch von kommt noch in betracht, daß bei den modernen Bauten mehr Eisen Zimmerer in derselben Zeit von 98 000 auf 175 000. Für die Zimmerer fagte, treffe nicht zu. Wenn es aber richtig wäre, was Stadthagen Differenzen, die einen Streit in Gefolgschaft haben könnten, ist eine und Steine an stelle des Holzes verwandt wird und dadurch den fagte, dann habe er unrecht gethan, daß er den Uebelstand zwei geeignete Person vom Ausschuß an den betreffenden Ort zu entfenden Bimmerern ein Theil der Arbeit verloren geht. Der Redner Jahre lang verschwiegen habe. Er habe auch hier nicht gesagt, wo behufs besserer Orientirung der Sachlage; ebenso bei Aufhebung be- verweist sodann auf die kapitalistische Entwickelung im Bauder Fehler stecke und durch welche Mittel derselbe beseitigt werden reits bestehender Streiks." Tönne. Also heraus mit der schwarzen Kaze. Die Brandenburger Ferner wird der Abschnitt 4 des§ 10 dergestalt geändert, daß gewerbe, ganz eigenthümlichen Zuständen geführt Beitung" werde laut Beschluß der Kreisfonferenz allmonatlich die Entscheidung des Ausschusses über einen ordnungsmäßig einherr derjenige ist, der zur eigenen Benutzung bauen läßt, hat. Nicht nur, daß nicht mehr so wie früher der Baueine Wahlzeitung herausgeben. Man möge das Erscheinen gereichten Antrag auf Arbeitseinstellung nicht, wie es jetzt lautet, inner fondern Bauten zum Zwede des Verkaufs aufgeführt werden, haben derselben abwarten. Wenn das Blatt Anklang finde, dann ließe sich halb einer Woche, sondern unbedingt sofort zu erfolgen hat. Die Grund- und Bodenspekulanten große Flächen für sich monopolifirt wohl ein Einverständniß mit der Kommission erzielen, um dasselbe Fünfer- Kommission erstattet Bericht und beantragt:" Die Zuschuß und sind dadurch im stande, die Bauthätigkeit im hohen Maße zu so zu gestalten, daß es allen Ansprüchen genüge. Daher erübrige fasse bleibt bestehen, und zwar fakultativ." Der Antrag wird an beeinflussen. In derselben Weise haben sich auch die früher be sich wohl die Annahme des Antrages V. genommen; die Karrenzzeit wird auf 52 Wochen erhöht, die Unter- deutungslosen Arbeitgeber- Organisationen zu gewichtigen Intereffen Brinkmann- Berlin sumpathisirt hinsichtlich der Frauen- tügung wird statt wie bisher 26 Wochen nur 13 Wochen gewährt. Verbänden entwickelt. Noch im Jahre 1896 haben in Magde versammlungen mit dem Standpunkt Antric's und tritt für die Leyterer Beschluß wurde mit 24 gegen 22 Stimmen gefaßt.. Dem burg die Unternehmer die Gründung von Organisationen der Anträge I, III und V ein. Redner empfiehlt An- Vorstande wird mit 32 Stimmen das Recht gegeben, bei nicht nahme der Resolution Braun, da dies die erste Versammlung ausreichenden Mitteln den Beitrag um 5 Pfennig" pro Woche und Bauarbeiter unterstützt und diese zu Bausperren gegen ihre ist, welche nach der Verheißung der Zuchthausstrafe tagt und ein Mitglied zu erhöhen, bis ein Reservefonds von 2000 W. angesammelt ist. herbeizuführen. Das Vorgehen der Arbeiter hatte zur Folge, daß Konkurrenten aufgewiegelt, um eine Regelung der Lohnverhältnisse Protest von dieser Stelle durchaus angebracht sei. Die neuen Bestimmungen treten am 1. Oftober 1898 in traft. Edard Brandenburg ist dafür, daß die Agitation unter den In der Nachmittagssigung wird bei der Gesammtabstimmung das anschlossen und der Unternehmerverband zu stande kam, der aber die der Organisation noch fernstehenden Unternehmer derselben fich polnischen Arbeitern von Polen betrieben werde, aber mündlich, nicht neue Reglement mit 30 gegen 22 Stimmen angenommen. Die durch Flugblätter, da viele der Polen nicht lesen können. Anträge, welche verlangen, die Generalversammlung solle statt wie mehr seine Spitze in erster Linie gegen die Arbeiterorganisationen Lose Berlin ist dafür, daß in der Agitation nicht nur die bisher alle zwei Jahre fünftig alle drei Jahre abgehalten werden, richtete. Die Grund- und Bodenspekulanten haben die Oberhand in diesem Verbande gewonnen und fie sind es, die politischen, sondern auch die materiellen Interessen der Arbeiter be- werden abgelehnt. Die Anträge, die die Auflösung der Agitations- den umfangreichen Streit Streit resp. die Aussperrung der Arfomitees( Vorortskommissionen) verlangen, werden nach eingehender beiter provozirt haben. Diese haben alle Ursache, daß die BauMittag- Zehdenick führte einen Fall aus seinem Streise an, Debatte einstimmig abgelehnt. Ferner wird beschlossen, daß die thätigkeit für eine gewisse Zeit hintan gehalten wird und drängen to 23 polnische Ziegelei- Arbeiter ihr Wahlrecht nicht ausüben konnten, Agitationskosten auch fir die fernere Zeit in der vom Vorstand darauf, daß der Kriegszustand noch aufrecht erhalten bleibt, um für weil ihre Aufnahme in die Wählerliste verweigert wurde, weil sie und Ausschuß festgesetzten Höhe verbleiben. Nach einem ferneren sich umso größere Vortheile zu erlangen. Der Referent, der die Be als Wanderarbeiter anderweitig einen Wohnort haben. Die polni Beschluß sollen die vom Vorstand und Ausschuß bezüglich der wegung in Magdeburg eingehend behandelte, verwies sodann auf schen Arbeiter hätten eine 14ftündige Arbeitszeit in den Ziegeleien, Agitationstoften festgestellten Bestimmungen dem Geschäftsreglement die Beschlüsse der Unternehmer in Breslau und kommt zu dem eine Agitation unter diesen Arbeitern sei sehr nothwendig, da sie für das Statut einverleibt werden. Schluß, daß das Vorgehen der Unternehmerverbände dazu führen infolge ihrer Anspruchslosigkeit schlimme Konkurrenten anderer Von mehreren Orten ist beantragt worden, einen bestimmten wird, daß in Zukunft nur noch Massenattionen stattfinden werden Arbeiter seien. Prozentsatz der Einnahmen am Orte behalten zu dürfen für örtliche und der Kleinkrieg zwischen Arbeiter und Unternehmer in Agitation. Die Anträge werden mit allen gegen zwei Stimmen ab- der bisherigen Form aufhört. Es wird daher insbesondere nothgelehnt. wendig sein, aie Organisation derartig auszubauen und die finanzielle Leistungsfähigkeit zu erhöhen, um für diese Massenaktionen, die das Unternehmerthum den Arbeitern aufdrängen wird, gewappnet zu tont werdent. Anspruch genommen." " Offenbach, den 10. September. Faber Frankfurt a. O. wünscht, daß der Kalender Märkischer Landbote", wieder in der volksthümlichen, leicht verständlichen Art abgefaßt merde, die ihn früher auszeichnete. Gegenwärtig sei er in einem zu wissenschaftlichen, für den Arbeiter schiver verständlichen Ton Nach furzer Debatte wird dem folgenden Antrage zugestimmt: gehalten. Was das Erscheinen einer periodischen Agitations- Zeitung Der Vorſtand ist verpflichtet, halbjährlich einen Ueberblick über den sein. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Referat folgte betreffe, so sei zu bedenken, daß in den meisten Kreisen die Kräfte Mitglieder- und Kassenbestand in unserm Organ zu veröffentlichen." eine längere Diskussion, an der sich Wolf, Stöhr, Kube, zur Verbreitung derselben fehlen und ihr Zweck Zwed also Ueber den Antrag: Die Wahlkreise sind zusammenhängender ein Reuter und andere betheiligten. Bringmann gab sodann eine nicht erreicht werden könne. Empfehlenswerther sei die gelegent- zutheilen," entſpinnt sich eine längere Diskussion, die die Annahme Uebersicht über die Organisationsverhältnisse. Denmach wurden im liche Verbreitung geeigneter Broschüren. Wenn verschiedene Kreise des Antrages ergiebt. Folgender Antrag wird gleichfalls ange- Jahre 1895 in 12 Orten, 1896 in 73 Orten, 1897 in 130 Orten, 1898 feinen Fortgang an sozialdemokratischen Stimmen aufweisen, so liege nommen: in ca. 150 Orten Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen das daran, daß wir dort schon alle Arbeiter gewonnen haben. Die Generalversammlung wird ersucht, einen Beschluß dahin Redner ist dafür, daß der Antrag III der Agitationstommiffion über zu fassen, daß eine jährliche Statistik aufgenommen wird, wie hoch erreicht, und zwar durch die Macht derOrganisation, vielfach ohne Streits. Zum Streit tam es in diesen Jahren in 3, wiesen werde, den Antrag 1 hält er für nicht durchführbar. Die fich die Ausgaben an Verheirathete sowie an Ledige stellen. Motiv: 8, 29 und 33 Orten. Die Mitgliederzahl des Verbandes Resolution Braun möge man, da sie einen Protest gegen die ge- Die Statistik würde beweisen, daß die Ausgaben an reisende ledige Mit- stieg in dieser Beit von 9281 im Jahre 1895 auf rund 24.000 im plante Beschränkung der Koalitionsfreiheit darstelle, annehmen. glieder allein nicht so enorm sind, wie gewöhnlich angenommen wird, Frühjahr 1898. Das Vermögen des Verbandes von 28 000 auf Die Diskussion wird geschlossen, die Referenten erhalten das 20 pet. der Reise- Unterstützung werden sicher von Verheiratheten in 76 000 m. In derselben Weise sind aber auch die Anforderungen Schlußwort. an die Organisation gestiegen, da die Streits langwieriger und hartAntric ersucht die Delegirten, die Wahlresultate einzusenden, Abgelehnt wird der Antrag:" Der Vorstand wird beaufragt, nädiger geworden sind und das Unternehmerthum den Forderungen soweit es noch nicht geschehen ist. Dieselben sollen gedruckt und den wenn irgend möglich, eine kompetente Person( erforderlichen Falles der Arbeiter heftigen Widerstand entgegensezte und oft längere AusKreisen als Anhaltspunkte für die Agitation zugestellt werden. Es mehrere) damit zu betrauen, eine Broschüre zu schreiben über das stände provozirte. Nachdem die Diskussion geschlossen worden war, gesei monirt worden, daß einzelne an die Kreise gezahlte Posten in Thema:" Die Entstehung und Entwickelung der gewerkschaftlichen langte folgende Resolution mit allen gegen drei Stimmen zur Annahme: der Abrechnung nicht aufgeführt sind. Die betreffenden Summen Organisation der Tabalarbeiter Deutschlands." Jedem Mitgliede ist " In Erwägung, daß das Unternehmerthum im Zimmergetverbe habe der Parteikassirer Gerisch gezahlt, dieselben werden also in die Broschüre gratis zu verabfolgen. Wo Mann und Frau Mit den Bestrebungen der Zimmerer, ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen dessen Abrechnung aufgeführt. Die Ausstellungen, die hier bezüglich glieder sind, dürfte ein Exemplar genügen." zu verbessern, immer brutaler und gewissenloser entgegentritt und der Schreibweise des Kalenders gemacht wurden, seien nicht begründet. Eine lebhaftere Discussion entspinnt sich über folgenden Antrag: bemüht ist, einen Arbeitgeberverband für das gesammte deutsche Allerdings jei derselbe am Anfang seines Erscheinens nach Ton und 1. Die Generalversammlung möge aus ihrer Mitte eine Kommission Baugewerbe zu stande zu bringen, der nach den Beschlüssen. des Inhalt auf Streise zugeschnitten gewesen, die unsern Bestrebungen wählen, oder den Vorstand beauftragen, eine Petition auszuarbeiten, Berbandstages des, Baugewerks Jumungsmeister zu Breslau noch ganz fern standen. Nach und nach habe man ihn selbstver- durch welche der Reichstag aufgefordert wird, ein Gesetz zu schaffen, jede Regung der Bauarbeiter mit den brutalsten Mitteln bes ständlich, dem durch unsere Agitation fortschreitenden Verständniß durch welches die bundesräthlichen Bestimmungen auch auf die Haus- tämpfen soll, wie es zur Zeit in Magdeburg geschieht, in feiner Leser entsprechend, verbessert. Redner ist nicht der Ansicht arbeit ausgedehnt werden, eventuell diese ganz verboten wird. weiterer Erwägung, daß der uns so aufgezwungene Stampf bedeutend Salomon's, daß wir den Bauer gewinnen können. Unsere Agitation 2. Im weiteren ist eine Agitation gegen die Hausindustrie zu mehr finanzielle Mittel erfordert, als sie bisher unserer Organisation müsse fich zunächst ant die ländlichen und industriellen entfalten, durch welche die Tabatarbeiter über die Folgen zur Verfügung standen, beschließt die heutige Versammlung des Arbeiter wenden. Da sei ein großes Feld für unsere und Schäden aufgeklärt werden." Dieser Antrag wird abgelehnt, da- Verbandes der Zimmerleute, Bahlstellen Berlins und der Umgegend, Thätigkeit. Der Bauer sei nicht für uns gut haben, gegen folgende Resolution angenommen:" Die Agitation hat um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein: 1. Der Beitrag zum so lange er sich als Bauer fühlt. Die Anträge I bis IV möge ihr Augenmerk stets auf die Schäden der Hausarbeit mit zu örtlichen Fonds dieser Bahlstellen wird vom Montag, den 12. Sepman der Kommission überweisen. Zum Antrag VII erklärt die richten und auf die Beseitigung resp. das Verbot derselben hinzu- tember d. J., ab von 20 auf 50 f. pro Woche erhöht und ist jedes Kommission, sie halte es für selbstverständlich, daß sie jede Art von wirken." Verbandsmitglied und auch die übrigen Zinimerer Berlins Agitation zu unterstützen habe, also auch die Agitation zu den Der Siz des Verbandes bleibt Bremen. Vor der Wahl der verpflichtet, bis auf weiteres pro Woche eine 50 Pfennig- Marke zu Landtagswahlen, wo eine solche beschlossen werde. Damit könnten Verbandsbeamten werden die Gehälter derselben geregelt und dem kaufen. 2. Von diesen Einnahmen werden pro Woche 750 M. an sich die Antragsteller wohl zufrieden geben. Kassirer und Sekretär 30 M. pro Monat mehr gewährt, so daß den Streitfonds des Verbandes der Zimmerer Deutschlands abStadthagen bemerkt unter anderm, er könne seine das Gehalt jetzt je 150 M. beträgt. Die Wahl des Vorstandes geführt. 3. Vom 3. Quartal d. J. ab werden bis auf weiteres an Aeußerungen bezüglich der Presse nicht zurücknehmen. Er wolle ergiebt folgendes Resultat: Junge Bremen als Vorsitzender, statt wie bisher 60 pct., 75 pet. von den Verbandsbeiträgen an die nicht sagen, daß unsere Presse vom sozialdemokratischen Stand- W. Niederwelland Bremen als Kassirer, Faure Verbandshauptkasse abgeführt, in der Voraussetzung, daß auch die punft abgewichen fei, aber sie wende sich zu wenig an die In Bremen als Sekretär. Die Versammlung beschließt, dem Vor- übrigen Verbandszahlstellen diesem Beispiele folgen werden, um so Differenten, ihr fehle der frische, kampffrohe Ton. Das sei es, was stande zu empfehlen, bei Veränderung oder Vermehrung der Bureau- die Verbands- Hauptkasse in den Stand zu setzen, allen Anforderungen er gemeint habe. Bur Resolution Braun sagt der Redner, er beamten den bei der Wahl mit der zweitgrößten Stimmenzahl be- gerecht zu werden, welche der uns aufgezwungene Kampf an fie halte es nicht für richtig, daß man im Anschluß an dachten Kollegen zu engagiren. Als Vorsitzender des Ausschusses stellt, und um auf alle Fälle im nächsten Frühjahr gerüstet zu sein. cinen Ausspruch von bestimmter Stelle die Genossen zur wird Heinrich Meister wiedergewählt und dadurch anDie Abrechnung vom 15. Stiftungsfest, die Webers erstattete, Agitation auffordere. Nachdem er die Nesolution nochmal gelesen nover als Siz des Ausschusses bestimmt. Damit sind die Ber- ergab einen Ueberschuß von 163,44 W., welcher der Lokaltasse auf und gefunden habe, daß diefelbe auf den betreffenden Ausspruch handlungen beendet. Beschluß der Versammlung überwiesen wurde. nicht bezug nehme, sondern gegen eine Beschränkung des Koalitionsrechts Protest erhebe, halte er die Annahme der Resolution für unbedenklich. Es wird munmehr über die Anträge zu Buntt I der Tagesordnung abgestimmt. Antrag I. wird angenommen. Antrag II. wird der Agitationskommission zur Berücksichtigung überwiesen, ebenso der folgende Antrag: Die Agitationskommission wird beauftragt, mehr als bisher für die Frauenagitation in der Provinz zu sorgen, und zu diesem Zweck, wenn möglich, in jedem Kreise Frauen- Versammlungen zu beranlassen. Antrag III wird der Kommission überwiesen. Antrag IV wird durch Salomon zurückgezogen. Antrag V wird mit ganz geringer Mehrheit abgelehnt. Hoppe Nigdorf spricht für den Antrag VI. 1, welcher auf Vorschlag Eckard's den sozialdemokratischen Berliner Stadtverordneten überwiesen wird. Antrag VI 2 wird nach kurzer Debatte abgelehnt, und Antrag VII durch die Erklärung Antrid's für erledigt erachtet. Die Resolution Braun wird nunmehr zur Abstimmung gestellt und einstimmig angenommen. = Versammlungen. V Die Lolfalorganisation der Handels Hilfsarbeiter ver handelte am Dienstag über einen Konflikt der Hausdiener mit einem Die Zimmerer der lokalen Richtung hielten am Donnerstag hiesigen Waarenhause. Wie in der Bersammlung berichtet wurde, eine öffentliche Bersammlung ab, in der h. Fischer über den hatten die Hausdiener bei der Firma Jandorf mehrfach Ueberstunden Verlauf der Bewegung berichtete. Nach den Ausführungen des gemacht, ohne daß ihnen eine entsprechende Bezahlung zugebilligt. Redners haben seit der vorigen Versammlung, in der beschlossen wurde, worauf vier Hausdiener die Arbeit niederlegten. Nach einer wurde, daß auf den Plägen, wo der Minimallohn von 60 Bf. nicht Verhandlung seitens des Verbandsvorstandes mit der Firma find die bezahlt wird, die Arbeit einzustellen ist, eine Reihe von Platzsperren Differenzen beigelegt und wurde auch den vier ausständigen Haus stattgefunden, die sämmtlich günstig für die Arbeiter verlaufen sind. Dienern Beschäftigung in einer anderen Filiale zugesagt. Die VerAuf mehreren Plägen wurde die Forderung, ohne daß es zur fammlung erklärte sich nach längerer Debatte mit diesen Abmachungen Arbeitsniederlegung kam, durch Verhandlungen bewilligt. Es ist des Vorstandes und der Firma einverstanden. gegenwärtig nur ein kleiner Theil von Unternehmern vorhanden, die Der Verband der Tapezierer und Berufsgenossen tagte ben Minimallohn nicht anerkennen und noch Klassenlöhne bezahlen. am 5. d. M. bei Gründel, Brunnenstraße. Auf der Tagesordnung Auch diese würden mit Leichtigkeit dazu veranlaßt werden können, stand ein Bortrag des Mitgliedes Pönede, der einen interessanten wenn ernstlich vorgegangen werden würde, was um so nothwendiger statistischen Ueberblick über das Eindringen der weiblichen Arbeitserscheint, als sonst das Errungene auf anderen Plägen immer gefährdet fräfte in das Tapezierergewerbe gab. Sodann wurde die Abrechnung wird. Dem Bericht folgte eine furze Distuffion, worauf folgende Reso- der Agitationskommission gegeben, die eine Einnahme von 574,07 W lution einstimmig zur Annahme gelangte:" In anbetracht der Thatsache, und eine Ausgabe von 401,35 m. aufweist. daß nicht auf allen Plätzen die in der letzten Versammlung an Privat Theatergesellschaft Erika". Abends 9 Uhr bei Nowack, genommene Resolution zur Geltung gekommen ist, ermächtigt die Manteuffelstr. 9. Gäste willkommen. Versammlung die Lohnkommission im Verein mit den Plazdeputirten, Musikverein ,, Tusch", bei Nebelin, Langestr. 108. " Verantwortlicher Redakteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin.