Nr. 220. Abonnements- Bedingungen: $ Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene stoloneis zetle oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rut I, nr. 1508. Telegramın Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 20. September 1898. Die Tabelle für den industriellen Bezirk zeigt weit größere Schwankungen und spiegelt den stärkeren Einfluß der HandelsDie kulturelle Bedeutung der Gewerkschaften. trifen auf die Lage der Induſtriearbeiter wieder. In den Gegenwärtig, wo die Gewerkschafts- Organisationen Jahren 1823 bis 1825, wo der Handel blühte, steigt die Zahl der wieder den heftigsten Angriffen ausgesetzt sind, dürfte Cheschließungen und erreicht 1825 das Maximum für das cise volkswirthschaftliche Studie des Dr. M. Tugan- Beriode von 1833 bis 1836 und von 1843 bis 1845. In der Jahrzehnt. Dieselbe Erscheinung wiederholt sich in der Baranowsky, Privatdozent der Nationalökonomie an Periode von 1833 bis 1836 und von 1843 bis 1845. der Petersburger Universität, größeres Interesse ver- Zwischenzeit fällt die Zahl je nach der Stärke der Handelskrise. dienen. Der Verfasser kommit in einer Untersuchung Der Pauperismus wächst in den Jahren 1826, 1842 und über die sozialen Wirkungen der Handelskrisen in England, 1847, das ist in jenen Jahren, in welchen die englische Induſtrie veröffentlicht im„ Archiv für soziale Gesetzgebung und die größten Stockungen erlebte, außerordentlich an. Die SterblichStatistik", zu dem Schluß, daß die Handelsfrisen in England, feit steht in einem umgekehrten Verhältniß zu den Eheschließungen. trotzdem sie in der letzten Hälfte unseres Jahrhunderts stärker Steigen, und das Maximum wird im Jahre 1847 erreicht. 1843 bis 1845 sinkt sie start; im Jahre 1846 erfolgt ein und andauernder aufgetreten sind, nicht so verheerende soziale Wirkungen gezeitigt haben, als es in der vorauf- Im Jahre 1849 wüthet in England die Cholera; trotzdem gegangenen Periode geschah. Die Erklärung für diese Erscheinung war in diesem Jahre die Sterblichkeit in der Induſtriefindet der Verfasser in der Erstark ung der Trades- Unions, bevölkerung viel niedriger als im Jahre 1847; das will die in Zeiten der Arbeitslosigkeit durch Unterstützung die Ar sagen, daß für die Industriebevölkerung eine Handelskrise beiter vor einem Hinabsinken in das Vagabundenthum und verderblicher war als eine Epidemie. Die Kriminalität weist die Verbrecherwelt bewahren und die Lebenshaltung der ebenfalls auf einen engen Zusammenhang mit der ökonomischen Lage der Bevölkerung hin. Arbeiterklasse selbst fortdauernd gehoben haben. Die Geschäftsstockung im Anfang der 40er Jahre ruft ein besonders starkes Wachsthum der Kriminalität hervor. In zwei lehrreichen Tabellen wird der Nachweis für die Nichtigkeit dieser Auffassung geführt. Die eine Tabelle umfaßt die Zeit von 1823-1850, die andere den Zeitraum Ein anderes Bild bieten die fünfundzwanzig Jahre von von 1871-1896. Wir finden hier das Auf und Ab der Biffern 1871-1896. Diese Zeiträume zeichnen sich in England durch für die Eheschließungen, die Sterblichkeit, die Zahl der vor ein Zurückgehen der Waarenpreise aus, die Konkurrenz andas Schwurgericht Gestellten und die Kosten der Armenpflege, derer Länder, insbesondere Deutschlands, bewirkte eine Veraus den vorwiegend industriellen Grafschaften Lancaster langsamung in der Entfaltung der Produktion und die eng und Chester in Vergleich gestellt zu den Zahlen, die aus lische Industrie hatte fortgesetzt unter Geschäftsstockungen zu der Berechnung für die überwiegend landwirthschaftlichen Graf- leiden. schaften Cambridge, Esser, Norfolk, Orford, Dagegen haben die Fabrikgesekgebung und die Lincoln, Suffolk und Wilts gewonnen sind; die letzte mächtige Entwickelung der Arbeiter Organi Rubrik giebt die Höhe des Exports an und dürfte damit die fationen die Lage der Arbeiter gehoben und insbesondere Andeutung enthalten, in welchen Jahren Handelskrisen und die Löhne der Industrie- Arbeiter erhöht. Und hierdurch ist, in welchen eine günstige Konjunktur sich bemerkbar machte. wie die folgende Tabelle zeigt, der Einfluß der periodischen Die erste Tabelle veranschaulicht diese Verhältnisse in dem industriellen Schwankungen auf das englische Volksleben zweiten Viertel unseres Jahrhunderts: Sandwirthschaftliche Graffchaften Industrielle Graf= fchaften wesentlich modifizirt worden: 2andwirthschaftliche Graffchaften Industrielle Graf fchaften Jahre Die Zahl der Berehelichten auf 10 000 ber Bevölkerung Die Zahl der Todesfälle auf 10 000 der Bevölkerung Die Zahl der vor das Schwurgericht Gestellten auf 100 000 der Bevölkerung Die Kosten der staatlichen Armenunterstügung pr. Kopf der Bevölkerung( in Pf. St.) Die Zahl der Berehelichten auf 10 000 der Bevölkerung Die Zahl der Todesfälle auf 10 000 der Bevölkerung Die Zahl der vor das Schwurgericht Gestellten auf 100 000 der Bevölkerung Die Kosten der staatlichen Armenunterstüßung pr. Kopf der Bevölkerung( in Pf. St.)| Der Werth des Exports der Produkte d. Vereinigten Königreichs ( in Pfund Sterling) Jahre Die Zahl der Berehelichten auf 10 000 der Bevölkerung Die Zahl der Todesfälle auf 10 000 der Bevölkerung Die Zahl der vor das. 100 000 der Bevölkerung Die Zahl der Paupers am 1. Jult jedes Jahres auf 10 000 der Bevölkerung Die Zahl der Berehelichten auf 10 000 der Bevölkerung 44448 Schwurgericht Gestellten auf Die Zahl der Todesfälle auf 10 000 der Bevölkerung Die Zahl der vor das EARNESSEDERER Schwurgericht Gestellten auf 100 000 der Bevölkerung Die Zahl der Paupers am 100 000 der Bevölkerung Der Werth des Exports der Produkte d Beretniaten Königreichs ( in Pfund Sterling) 103 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. mehr als 10 pCt. derselben arbeitslos. In den Epochen des industriellen Aufschwunges( anfangs der 70er wie auch anfangs und Ende der 80er Jahre) hingegen war der Prozentsatz der Arbeitslofen gering. In ähnlicher Weise schwankt der Prozentsatz der Arbeitslosen auch in den anderen Unions. Dr. Baranowsky kommt deshalb zu folgendem Schluß:„ Es wird flar, welche Bedeutung die Trade- Unions in bezug auf die Handelskrisen haben. Indem die Unions die Arbeitslosen unters stützen, paralisiren sie den Einfluß der Krisen auf die Arbeiter und bewahren diese vor dem Verhungern oder vor einer Wanderung ins Arbeitshaus. Die Verbesserung der Lebensverhältnisse der englischen Arbeiter, das Aufhören der verderblichen Wirkungen der Handelskrisen muß hauptsächlich auf das Konto der Entwicklung der Trade- Unions wie der sonstigen kooperativen Vereine der eng lischen Arbeiterklasse gesetzt werden. Es ist sehr interessant, die beiden Tabellen zu vergleichen. Die erste giebt ein Bild von dem Leben der englischen Bevölkerung im zweiten Viertel dieses Jahrhunderts. Wir sehen schroffe periodische Veränderungen wichtiger Erscheinungen des Volfslebens, welche in offenbarem Zusammenhange mit den Veränderungen im Zustande der Industrie stehen. Besonders sprunghaft sind die Veränderungen im Leben der Industriebevölkerung. Jede Krisis übt eine devastirende Wirkung in den Reihen der Arbeiterklasse aus, die Arbeitshäuser werden mit Arbeitslosen überschwemmt, die Gefängnisse füllen sich ebenso, die Sterblichkeit steigt in einem enormen Maße, die arbeitslosen Voltsmassen schließen sich gern einer politischen Bewegung an, und die Jahre der Krisen sind zugleich Jahre revolutionärer Bewegungen. Zur selben Zeit entwickeln sich die Industrie und Handel des Landes rasch. Das enorme Anwachsen der Waarenausfuhr Englands steht in einem schroffen Kontraste mit der Verschlechterung der Lebensverhältnisse der arbeitenden Klasse. Die zweite Tabelle bietet uns ein ganz anderes Bild. Der englische Export steigt nicht mehr. An stelle des energischen Steigens mit starter Senfung in den Jahren der Krisen sind regelmäßige wellenartige Schwankungen auf demselben Rivcan getreten. Die industrielle Entwicklung des Landes schreitet in einem verlangsamten Tempo vorwärts. Und zugleich sind im Volksleben alle Merkmale eines steigenden Wohlstandes zu beobachten. Die Sterblichkeit, die Kriminaliät und der Pauperismus finfen rasch. Die Krisen üben nicht mehr den früheren Einfluß auf die Lage der Bevölkerung aus. Selbst in den Industriebezirken hat die Geschäftsstockung nicht mehr die frühere verderbliche Wirkung auf die Arbeiterklasse: die Sterb lichkeit und die Kriminalität steigen nicht mehr und auch die Zahl der Paupers wächst kaum merklich. Die organisirte Arbeiterschaft unterstützt ihre Arbeitslosen selbst. Die Arbeitslöhne stehen in den Jahren des industriellen Niederganges nur ein wenig niedriger, als zur Zeit des Aufschwunges. Aus alleni geht mit Klarheit hervor, welche tiefe Menderungen sich in den Lebensverhältnissen der englischen Bevölkerung der letzten 50 Jahre vollzogen haben. Die Handelskrisen haben ihren destruktiven Charakter wie ihre frühere revolutionäre Bedeutung berloren." Man sollte meinen, daß diese Lehren der englischen Ar beiterbewegung nicht spurlos an den leitenden Streisen Deutschlands vorübergehen könnten, daß diese erkennen 256 sollten, wie unkulturell und gemeinschädlich sie handeln, wenn sie durch drakonische Gesetze die freie Entwicklung und Bethätigung der gewerkschaftlichen Organisationen zu behindern trachten. 223 Aber wenn die Herrschenden nichts lernen wollen, so 193 werden die Beherrschten um so eifriger dazu bereit sein. Die 192 deutschen Arbeiter werden auch aus der Erkenntniß der 234 außerordentlichen Leistungen der englischen Gewerkschaftsbewegung einen Ansporn gewinnen, daß sie ihre eigenen Or 240 ganisationen zu der gleichen Macht und dem gleichen Einfluß auf die soziale Lage der Arbeiter nicht nur, sondern auch 213 auf die Gestaltung des gesammten öffentlichen Lebens empor führen. Von diesem Wollen, von dieser bedeutsamen Kultur arbeit wird sie alles Schreien und Toben der Reaktionäre 264 nicht abzuhalten vermögen. 1823 153 0,735 195 135 0,209 35,5 1824 149 110 0,735 192 159 1825 0,210 38,4 151 107 0,734 201 167 1826 149 0,222 38,9 1871 138 1872 1873 144 199 58 616 189 267 269 223 143 184 47 553 199 245 225 183 513 194 244 208 113 0,752 174 187 1874 140 187 46 489 0,307 31,5 188 269 194 1827 149 132 0,722 175 194 1875 135 0,256 37,2 204 45 458 188 257 84 178 240 223 1828 154 108 0,746 193 159 1876 139 179 0,230 36,8 44 419 185 248 98 170 201 1829 140 139 0,802 173 173 1877 131 181 44 402 0,253 35,8 176 233 97 173 199 1830 146 125 0,785 177 157 1878 132 192 50 391 166 249 93 190 0,243 38,3 1831 153 153 0,804 174 1879 129 171 190 45 388 152 234 97 234 0,243 37,2 1832 154 146 0,764 184 187 1880 129 190 42 393 0,218 36,5 160 232 84 215 1833 154 141 0,707 186 1881 133 166 173 39 0,198 40,0 389 163 211 206 1834 152 156 0,634 189 194 1882 132 177 0,170 380 168 225 88 199 1835 136 41,6 151 0,532 187 174 1836 133 0,148 47,4 1883 134 179 366 164 222 199 164 0,418 192 152 0,135 53,4 1884 136 183 44 356 160 226 194 233 1837 128 170 0,401 161 180 1885 128 0,152 42,1 180 37 350 154 214 196 213 1838 203 155 0,442 261 167 ( 0,149 50,1 1886. 131 184 353 151 221 204 1839 141 198 158 0,439 177 288 186 1887 127 172 0,159 53,2 348 152 224 201 1840 143 1841 210 165 0,439 171 300 224 1888 0,168 51,4 125 168 351 154 207 196 235 145 207 159 0,438 171 258 239 1889 129 159 36 0,181 51,6 346 157 217 190 249 1842 141 202 183 0,442 157 257 1890 131 175 265 0,216 47,4 344 163 228 55 179 1843 139 197 1844 142 205 1845 149 201 180 0,431 174 141 0,443 179 254 218 0,193 52,3 1891 135 177 30 164 232 247 0,448 193 243 168 1892 139 0,172 179 58,6 161 210 211 246 159 1893 131 169 0,171 60,1 151 220 43 1846 148 208 151 0,467 200 308 169 1894 133 154 0,187 158 183 43 57,8 216 1847 142 213 162 0,508 169 342 187 1895 132 169 0,290 58,8 156 218 38 1848 149 212 159 0,454 177 271 205 137 1896 152 0,249 52,9 165 194 1849 142 216 157 0,425 189 294 173 0,203 63,6 1850 141 201 152 206 241 173 71,4 133 179 41 410 167 228 72 201 228 145 206 147 0,579| 183 274 182 0,205 47,1 Durchschnittszahlen Durchschnittszahlen 48* 532233232231 218 Dem Treiben jener Streise, welche uns ein Zuchthaus227 gesetz bescheeren und die Gewerkschaften zerstören wollen, setzen wir den Ruf entgegen: Auf, deutsche Arbeiter, strömt 226 in Schaaren herbei und füllt die Kadres der 240 gewerkschaftlichen Organisationen! Unangenehme Wahrheiten. ( Schluß.) Man hätte denken sollen, nach solchen allgemein als schmachvoll Die Schwankungen in den Ziffern der Eheschließungen für die daran betheiligten Beamten charakterisirten Enthüllungen und der Pauperismus sind in dieser Tabelle weit hätte das Spigeltreiben aufhören sollen, zumal der 8 wed, der Die Lage der landwirthschaftlichen Bevölkerung zeigt hier geringer, wenn auch ihre Abhängigkeit von der Lage der auch heute wieder erreicht werden soll, schon damals nach in dem zweiten Viertel unseres Jahrhunderts nur ziemlich Industrie noch zu verspüren ist. Diese Abhängigkeit ver- für immer vereitelt war: nämlich die Sozialdemokratie für die von unbedeutende Schwankungen mit Ausnahme jener in der schwindet aber fast vollkommen bei der Strimina- den Polizeispiteln genährte und gepflegte Striminalität, welche verhältnißmäßig bedeutend waren und tität und der Sterblichkeit, die unter geringen Propaganda und die daraus resultirenden Berbrechen verantwort vornehmlich durch den Ausfall der Ernte hervor Schwankungen fortgesetzt herabgehen. gerufen wurden. Die Handelskrisen, welche nicht von F anarchistische lich und dadurch Stimmung für neue Unter drückungsmaßregeln zu machen. Welches ist nun der Grund für die Abnahme der läßt das Maufen nicht. Der Sozialdemokrat", dem alle diese Ent Aber: Die Katze Mizernten begleitet waren, sind von keinem irgendwie Wirkungen der industriellen Ebbe und Fluth auf die Lage hüllungen zu danken war, hatte deshalb die Ausweisung über sich merklichen Einfluß auf die Lage der landwirthschaftlichen des Arbeitsmarktes? Hauptsächlich die Thätigkeit der Arbeiter ergehen lassen müssen, aber ein halbes Jahr später durchlief die Arbeiter Englands gewesen. So blieb trop der Krise des vereinigungen. In der zweiten Tabelle sind die Daten an Nachricht die Welt, ein deutscher Polizei- Inspektor, Jahres 1825 in den landwirthschaftlichen Grafschaften die geführt über die Veränderung der Zahl der Paupers während wohlgemuth aus Mülhausen, sei beim Anwerben eines Zahl der Eheschließungen beinahe unvermindert und der der in betracht kommenden Zeit. Es ist hier ersichtlich, daß Lodspigels ertappt, verhaftet und dann zehn Tage später aus Bauperismus nahezu stationär. Dasselbe gilt von der Strife in den letzten 20 Jahren der industrielle Niedergang eine nur der Schröder Haupt erwies sich auch diesmal der Schweizer gewiefen worden. Wie bei der Lodspigel Enthüllung des Jahres 1836. Im Jahre 1847 hat sich wiederum die ganz unbedeutende Wirkung auf die Zahl der Personen hatte, der Schröder Haupt erwies sich auch diesmal der Schweizer Lage der landwirthschaftlichen Bevölkerung verschlimmert welche als Paupers vom Staat unterstützt wurden. Kann Bundesrath als feig und schwach: neben dem Wohlinfolge der Mißernte des voraufgegangenen Jahres. aber daraus gefolgert werden, daß die Zahl der Arbeits- ber, um die Beweise für die Lockspigelei zu erbringen, scheinbar auf gemuth wurde auch der Genosse Luzz ausgewiesen, Dagegen hat die berühmte Reform" der Armengesetzgebung losen zur Zeit der Krisen nicht gestiegen war? Durchaus das Angebot eingegangen war. Herr Wohlgemuth und die im Jahre 1834 vermittels Arbeitshaus und Zwangsarbeit trotz nicht. der guten Ernten zu Anfang der 30er Jahre eine Vermindeutsche Reptilpresse suchten nachher die Wohlgemuth- Affäre als derung der Zahl der Eheschließungen sowie eine Steigerung der Zahl der Verbrechen bewirkt. = Im Jahre 1879 erhielten beinahe 1/5 der Mitglieder der Unions harmlos hinzustellen; im Vergleich zu dem Schröder'schen Dynamits der Ironfounders of England Arbeitslosen- Unterstüßungen; in der und Freiheits"-Skandal war sie gewiß geringfügiger, aber bedeut Mitte der achtziger Jahre und in den Jahren 1893-94 waren samer und wichtiger als Beweis dafür, daß die Lodspigelei that. " sächlich praktizirt werde. Wieder find es amtliche, vor Gericht von Widerspruch stand; einmal war die Zentralleitung der deutschen Der Kaiser und die Familie Bismarck. Der Kaiser. Wohlgemuth selber bestätigte Briefe eines preußischen Beamten, Sozialdemokratie niemals in der Schweiz gewesen und zweitens foll, wie die Welt am Montag" unter aller Reserve mitdie diesen Beweis erbringen. In einem Briefe vom 5. April 1889, war fogar Redaktion und Leitung des Sozialdemokrat" gerade theilt, in bezug auf seinen Besuch in Friedrichsruh und das schreibt der Herr Polizei- Inspektor an den Schneider Luz: seit Jahr und Tag aus der Schweiz ausgewiesen und nach London Verhalten der Familie Bismard sich gegenüber einer Persön Geehrter Herr Luzz! übersiedelt. Wenn Bismard ferner amtlich in jenem Erlaß be" Im anliegenden Kouvert erhalten Sie die erbetenen 200 m., hauptet:„ Die Zentralleitung der deutschen Sozialdemokraten ent- lichkeit seiner Umgebung äußerst mißmuthig geäußert haben: über deren Empfang sowie auch über die erhaltenen 80 M. Sie sendet von dort ihre Agenten und verbreitet von dort aus die unerhört! Wie ein Schuster habe ich mich bemir Bescheinigung ertheilen wollen. Sie bestanden bei unserer bort gedruckten Brandschriften zur Entzündung des Klaffen- handeln lassen müssen." Besprechung auf eine feste Bezahlung von monatlich 200 Franfen, hasses und zur Vorbereitung des Aufruhrs in Deutsch- Wir wissen den Vergleich nicht zu würdigen. welche Ihnen gewährt werden soll und wären Sie jetzt bis land" so konnte der Bundesrath amtlich bekannt machen, zum 1. d. M. bezahlt. Von den 40 Mark Ueberschuß daß Der Befehl des Kultusministers an den Berliner Magistrat, der„ Sozialdemokrat" niemals den Aufruhr in wollen wir weiter nicht reden. Hoffentlich werden Sie Deutschland vorbereitet, weil sonst die Schweizer Gerichte ein- die Thätigkeit des Stadtv. Singer in der städtischen Schuldeputation bis jetzt befriedigt sein. Daß Sie je nach Ihren Leistungen neben geschritten wären, und was die in der Schweiz zu diesem Zwed zu verhindern, hat, wie vorauszusehen war, den jubelnden Beifall den 200 Fr. ab und zu mit besonderen Gratifitationen gedruckten Brandschriften anbetraf, so fonnte er wohlfeil und der reattionären Presse gefunden. Die Kreuz- Zeitung" und die bedacht werden sollen, ich nicht ausgeschlossen und soll meine Sorge unwiderleglich auf den deutschen Lockipigel Schröder hinweisen," Post" sehen dankerfüllt in dem Erlaß den Anfang eines strammen fein. Jetzt sehe ich aber auch Ihren regelmäßigen ausführlichen der mit dem von der Polizei erhaltenen Gelde die Freiheit" Regiments und beglückwünschen den Minister, daß er die Theorie des Berichten entgegen, bon welchen ich außer den beson- drucken ließ und mit Kenntniß der Berliner Polizeileitung Dynamit beschränkten Unterthanenverstandes zunächst auf dem Gebiete des deren schleunigen Mittheilungen jeden Montag einen solchen bei sich lagerte. Und ebenso unwahr ist die heute wieder kolportirte Boltsschulwesens zur Geltung bringen will. Nach der Meinung der erwarte Halten Sie mich beständig auf dem laufenden Behauptung, die Bismard damals ebenfalls amtlich aufstellte, dunklen Ehrenmänner, welche den Lesestoff für Junker, Kohlen, Enei und wühlen Sie nur lustig drauf los, nehmen Reinsdorf habe seine politische Ausbildung in der SchweizerM Sie sich aber in Acht, daß meine Briefe in teine halten" und sei aur Verübung seiner Mordthaten unmittelbar und Tertilbarone bestimmen, weiß ja natürlich der hochwohlweiſe fremden Hände fallen. Wegen ihrer demnächstigen münd- aus der Schweiz nach Deutschland gekommen". Reinsdorf Polizeibureaukratismus viel besser, was der Jugend auf der Schule lichen Mittheilungen schreiben Sie mir näheres. Entweder auf trat schon 1878 unter dem falschen Namen Bernstein als gut ist, als wie die von der Gemeindevertretung hierfür gewählten der nächsten Station Lutterbach oder Dornach oder auch abends Vertreter des Anarchismus in Leipzig auf; Reinsdorf war zu der Männer ihres Vertrauens. Die Zustimmung der„ Kreuz- Zeitung" auf meinem Bureau, Kreisdirettion, Zimmer Nr. 8, Beit auch der Freund Hödel's, der feinerseits wieder der Protégé und" Post" ist für den„ Minister für Geistesfreiheit" eine wohlveroder in meiner Wohnung abends, nicht am Tage, und legen des nationalliberalen Leipziger Tageblattes" und Mitglied der diente Genugthuung. Wir gratuliren dazu. Sie einen falschen Bartan, damit Sie hier nicht erkannt Stöder' schen christlich- sozialen Partei war, wie Stöcker's damaliger werden. Das beste wird sein, Sie kommen in meine Wohnung, politischer Busenfreund, Ehren- Grünenberg, eidlich vor Gericht dort sieht Sie niemand. bestätigt: er habe im Auftrage Stöcker's sofort nach dem Man beachte einmal:" Von den 40 M. Ueberschuß wollen wir Attentat den Namen Hödel in den Büchern löschen und nicht weiter reden" werden mußten. " " ** Deutsches Reich. Das preußische Landwirthschafts- Ministerium und der sonst pflegt der preußische Bureaukratismus neue Mitgliederlisten anfertigen müssen. Und dunkel, wie Thomasmeht- Boykott des Bundes der Landwirthe. Die Mitum 40 Pf. ganz andere Kapriolen zu schlagen. Hier auf dem das ganze Niederwald- Attentat, ist auch die Vorgeschichte desselben. theilung der„ Rationallib. orr.", daß das LandwirthschaftsGebiete der Spigelei spielt Geld teine Rolle." Die Geheimfonds Reinsdorf, der übrigens aus nicht politischen Gründen Ministerium die Forstverwaltung veranlaßt habe, kein Thomasmehl find ja dazu da, und aus dem Prozeß Tausch haben wir erfahren, die Schweiz verließ, hat selber vor dem Reichsgericht erklärt: zu beziehen, wird von dem Blatte„ Der Westfale" mit dem Hinzudaß sogar beim preußischen Kriegsministerium Quittungen über aus- ,, der Herr Polizeikommissar Gottschalk hat wahrscheinlich fügen bestätigt, daß die Verfügung auch für das Ressort der gegebene Gelder auch dann anstandslos der Rechnungsmappe ein-' chon vor dem Attentat darum gewußt" und fest- Domänen gelte. verleibt werden, wenn der Empfänger der Quittung sogar gestellt wurde in dem Prozeß weiter, daß einer der Mit- Wenn Arbeiter einen Bierwirth boykottiren, entrüstet sich die an deren Echtheit gelinde Zweifel hegt! Wieviel weniger verschworenen Wieviel weniger verschworenen auf Kosten der Polizei nach hier! Weiß dem gesammte bürgerliche Presse; Polizei, Staatsanwälte und Gerichte man doch, daß ein anderes Subjekt des Attentatsort gefahren! Bemerken wir dazu mir noch, daß eine freten dann in Thätigkeit. Wenn der Bund der Landwirthe aber Herrn Wohlgemuth jahrelang unter der Judasmaste eines der Gottschall'schen Vertrauenspersonen damals der Spiel einen Boytott proflamirt, dann folgen ihm die höchsten Behörden! Genossen zwölf Eremplare des„ Sozialdemokrat" in Basel Balm war, daß Palm bis zur letzten Stunde das Vertrauen abholte und bei der Abonnementsbezahlung stets noch eine Steinsdorf's genoß, daß Palm an den„ anarchistischen" Berathungen Rechnungshof für das Deutsche Reich. Nach einer parlaSumme für die Parteitasse extra entrichtete, die unter theilnahm und vielleicht( wie Staufmann bei Stellmacher) den mentarischen Korrespondenz wird ein Gesetzentwurf vorbereitet, der dem Stichwort, Die lustigen Brüder im Elsaß" quittivt attentatsplan mitberieth und einflüsterte; und fügen wir ferner bei, einen besonderen Rechnungshof für das Deutsche Reich vorſieht, daß jener Polizeitommiffar Gottschalt derfelbe Eine solche Vorlage beschäftigte bereits in der Tagung von 1872 Ferner: Bei seiner späteren Vernehmung in Berlin hat dann Gottschalt ist, den Landauer bereits vor Monaten und erst den Reichstag und scheiterte damals ebenso wie 1874 an den Forde freilich wohlgemuth auf seinen Dienste id erklärt, er habe letzter Wochen wieder in der Sache Ziethen öffentlich der rungen des damaligen Abgeordneten Dr. Miquel. Man hat sich bis Lutz jede provokatorische Thätigkeit untersagt. Das wühlen Sie Fälschung von Attenstüden und des Falscheides be- ieht damit beholfen, daß alljährlich durch besonderes Gesetz die Vollnur lustig drauf Los" ist freilich zu dieser Dienſteid- zichtigte, ohne bisher dafür auch nur angeklagt worden zu sein, so wird macht für die preußische Oberrechnungskammer verlängert wird, die Betheuerung eine etwas eigenthümliche Jllustration, die erst recht Jedermann begreifen, daß das Niederwald- Attentat und Reinsdorf Obliegenheiten eines Rechnungshofes für das Reich wahrzunehmen. zur Bedeutung gelangt in einem zweiten Brief, dessen Echtheit der für die heutige Heye schlechte Kronzeugen sind. Aber Jedermann Mit der Länge der Zeit haben sich aber die Unzuträglichkeiten ge= Herr Polizeikommissar vor Gericht ausdrücklich zugegeben hat. Da weiß auch, daß die heutige Hetze gegen die Sozialdemokratie unter steigert, was zur endlichen Erledigung der so lange ruhenden Anheißt es 16. April 1889: dem Dedmantel der Verfolgung des Anarchismus seitens der Unter- gelegenheit geführt haben wird.- sridal No 12 „ Geehrter Herr Lutz 1 nehmerklasse und ihrer Breßlataien nur den einen gwed hat: Postalische Maßregelung. Wir veröffentlichten einen Erlaß Also am Ostersonntag am 21. 5. M. treffe ich Sie in thein- Snebelung der Arbeiterklasse zivecks rücksichtsloser ungehinderter des Staatssekretärs des Reichs- Poftamts, in dem die Einleitung des felden. Stunde und Lokal wie damals, falls Sie nicht anders be- Ausbeutung. Disziplinarverfahrens gegen den Postschaffner Fr. K. Wolf in stimmen. Wie ich höre, hat am 9. d. M. der Gendarm in Wo aber Hüningen den Genossen Vogel aus Schaffhausen mit Schrift er- hilftener der Anarchismus wirklich Anhänger heute noch hat, Braunschweig mitgetheilt wurde. Wolf soll darnach öffentlich sozialgegen ihn die Unterdrückungspolitik garnichts: man braucht demokratische Gesinnung bekundet haben. mur auf Italien zu verweisen. Gegen den Anarchismus hilft auch Wir wiesen sofort darauf hin, wie seltsam es sei, eine solche heute einzig und allein das, was der schweizerische Untersuchungs- Mittheilung an alle Postbeamten bekannt zu geben, ehe noch das richter am Schluffe seiner Dentschrift dem Bundesrathe anempfiehlt: Disziplinarverfahren gegen den betreffenden Postschaffner beendet „ Als das wirksamste Mittel zur Bekämpfung des Anarchismus sei. Nun theilt der Boltsfreund" in Braunschweig die Vorgänge betrachtet der Unterzeichnete die möglichst weitherzige Er bei der Reichstagswahl mit, wegen deren die Maßregelung des füllung der berechtigten Forderungen des Arbeiter Wolf geschehen soll. Der Voltsfreund" erklärt, daß die gegen W. standes. Der Anarchismus ist nicht von ungefähr entstanden; er ergangene Denunziation völlig grundlos fet, daß der 24 Jahre entstand und besteht, weil große Kreise der Menschheit wirklich Noth im Dienst gestandene Postschaffner keinerlei Anlaß gegeben habe, um leiden oder doch im Kampfe ums Dafein keine Aussicht haben, sich ihn zu bestrafen. aus ihrer elenden Lage durch die eigene Arbeit zu befreien; er be= steht, weil unsere Zeit zwischen Kapital. und Arbeit eine unheilvolle treffend die„ Freis. 8tg.", haben mit ihrem Telegramm an den Die Scharfmacher v. Haßler, Servnes, Luet, Jenke, so schreibt Kluft geschaffen hat, welche ganze Klassen unserer Bevölkerung Kaiser sich eines Vergehens gegen das Vereinsgefes in fchroffen Gegensatz zu einander bringt. Die sogenannten beschuldig gemacht. Das Telegramm ist unterzeichnet namens des fizenden Klassen müssen in liberaler, opferwilliger und loyaler Zentralverbandes Deutscher Industrieller, des Vereins Deutscher Weise den sogenannten arbeitenden Klassen entgegenkommen, Eisenhüttenleute, des bergbaulichen Vereins für den Oberbergamtsder Staat muß zwischen beiden den versöhnenden Vermittler wischt. Haben Sie bei der Expedition mitgewirkt?..." Am 5. April schreibt der Herr Wohlgemuth:" Wühlen Sie nur luftig drauf los," am 11. April frägt er bereits: Haben Sie bei der Expedition mitgewirkt?" Man wird zugeben, daß dies eine eigenthümliche Art ist, Luz jede provokatorische Thätigkeit zu untersagen, wie der reingefallene Wohlgemuth später auf seinen Diensteid versichert. Zumal wenn man weiter entgegenstellt, daß Wohlgemuth am 17. Februar bereits Lutz versichert hatte: Strengste Schonung Ihrer Person sichere, ich Ihnen im voraus zu. Und in seinem Briefe vom 29. März, worin er Luß sogar mit feber Herr Luz" apostrophirt, wiederholt er nochmals: Schonung Ihrer Person liegt am nächsten in meinem Interesse." Ja, warum immer diese wiederholte Schomungsversicherung? Wenn er nichts Strafbares thut, braucht ja folche Schonung" nicht! " Sei dem, wie ihm wolle der Spizzel muß zum Lockspikel werden und die Polizei muß das so gut wissen wie andere Leute, fie braucht den Lumpen, der sich ihr hingiebt, nicht einmal besonders dazu aufzufordern. 1 Außerdem hat sie im Laufe der Jahre so viele Erfahrungen auf diesem Gebiete machen können! Und gerade die Mülhauser Bolizei Ein Vorgänger des Herrn Wohlgemuth der fattsam befannte Herr Kaltenbach hatte nach den Darlegungen eines Agenten in der Schweiz zuteilen auch den Auftrag, für die russische Regierung, bez. Polizei Nachforschungen anzustellen und Gefälligkeitsdienste zu leisten. Eines Tages ertheilte Herr Kaltenbach feinem Genfer Agenten den Auftrag, den später in Freiburg i. B. durch einen Hotelfellner verrathenen und dann durch die preußische Regierung nach Rußland ausgelieferten russischen Revolutionar Deutsch aufzuspüren und zu überwachen. Als der Agent nichts erfahren fonnte, fam Brief auf Brief und endlich die Weisung, man müsse für die russische Regierung den Aufenthaltsort erfahren, fofte es, tas es wolle, Geld stehe genügend zur Verfügung. Der Agent glaubte endlich zu zu verstehen, was" man" von ihm wolle. Er verabredete sich mit einem Freunde: fie staffirten gegen angemessene Bezahlung einen Dritten aus genau nach der Beschreibung, welche sie über Deutsch von Kaltenbach erhalten hatten. Der Pseudo- Deutsch reiste ins Engadin; einige Tage später erhielt Kaltenbach in Mülhausen eine Depesche, worauf er sofort in die Schweiz abreiste. Bis er aber mit seinem Agenten in Davos anfam, war dieser wieder weg. Nach ein paar Tagen erhielt der 〃 " " machen und mit seiner ganzen Kraft die Beseitigung wirklich bezirk Dortmund und des Vereins für die wirthschaftlichen Interessen vorhandener sozialer Mißstände anstreben. Dann wird auch der verbietet politischen Vereinen, miteinander in Berbindung zu Rheinlands und Westfalens.§8 des preußischen Vereinsgesetzes aber Arbeiter von Verirrungen zurückommen, wie sie uns in Most's treten. Die Juditatur aber hat entschieden, daß ein Verein, der im Lehren und in den Thaten seiner Schüler entgegentreten. Bekämpfe allgemeinen nicht den Zweck hat, auf öffentliche Angelegenheiten einman unablässig den frassen Egoismus, welcher die Signatur unserer zuvirlen, mit dem Augenblid, wo er in einem einzelnen Falle eine Zeit ist, welcher uns im Großen in der Schubao!! folche Einwirtung auf politische Gegenstände beschließt und ausübt, politik der Großmächte und im Kleinen auf Schritt in die Kategorie der politischen Vereine tritt. Diejenigen also, und Tritt im täglichen Handel und Wandel be- die nach strengeren Gesetzen für andere rufen, haben sich selbst einer gegnet. Sorge man dafür, daß dem Arbeiter für sich Gefeßzesverletzung in ihrer Kundgebung schuldig gemacht. und die Seinigen förperliche und geistige Gesundheit bewahrt bleibe, und daß er für die Tage der Krankheit, der Arbeitsunfähigkeit und für den Fall seines Todes sich und die Seinen gegen Noth und Glend sicher stellen kann. Dann wird der Anarchismus verschwinden, denn dann, aber auch erst dann hat man das Uebel an der Wurzel erfaßt. Diese Ueberzeugung hat sich in den letzten Jahren in immer weiteren Kreisen Bahn gebrochen, die gefeßgebenden Behörden aller Kulturstaaten stehen bereits auf diesem Boden. Verfolge man den betretenen Weg und es werden feine ausnahmsweisen Maßregeln nöthig sein." Politische Webericht. " Madrid, 14. September.( Bost".) Die zurüdkehrenden Sol daten fraternifiren mit den Republikanern. Wahl eines Separatisten. Trotzdem die hiesige Zensur Telegramme aus Coruna und Santander nicht kursiren läßt, steht es doch hinlänglich fest, daß ein Theil der aus Kuba zurückkehrenden Soldaten mit den sich versammelnden Voltsmassen gemeinsame Sache macht, und es lebe die Republik" rief, worauf die Regierung verschiedene Berhaftungen vornehmen ließ. Arana für die Bastischen Provinzen. Diesem Herrn, Direktor der Ein anderer großer Standal ist die Wahl des Abgeordneten Zeitung Bistaitarra", ist seiner politischen Jdeen wegen häufig der Prozeß gemacht worden, und deshalb tritt er jetzt öffentlich dafür ein, daß weder er noch seine Provinzen zum spanischen Reiche gehören wollen. In dieser Bestrebung unterstützen ihn alle seine nach taufenden zählenden Wähler. Der Heraldo" äußerte sich sehr richtig Berlin, den 19. September. zu diesem Vorfalle:" Das ist das einzige, was uns noch fehlte, der Allerlei Attentate. Unter den zahlreichen Attentats Separatismus im eigenen Hause, die Spanier schämen sich Spanier Agent wieder die Nachricht: Pseudo- Deutsch ist an der Riviera. gerüchten, die dieser Tage von allen Richtungen der Windrose zu sein." Staltenbach reifte nach Nizza. Natürlich war Pseudo- Deutsch fort. her ausgestreut wurden und deren Verlogenheit sich zum Leid- Die Einbehaltung eines Theils des Lohnes ingendlicher Nach Marseille. Und so ging die Hezjagd zum Gaudium der wesen unserer attentats lüfternen Reaktionsleute alsbald heraus- Arbeiter zu dem zwecke, diese zum Sparen zu zwingen, ist Gauner ein paar Wochen fort. Erst Deutsch", dann der Freund, dann der Agent, bis ihr in Paris stellte sollten doch Attentate auf die Königin Wilhelmine von verschiedenen Behörden Preußens unter den Fabrikanten ander ruffischen Gesandtschaft ein Ende gemacht wurde, von Holland, auf den Prinzregenten von Bayern, den Groß- geregt worden. Da der Erfolg hinter den Erwartungen zurückblieb, richtete der Regierungspräsident von Düsseldorf nachdem die lustigen Brüder" einen Betrag von ca. 30 000 Frants herzog von Baden, den Kronprinzen von Jtalten begangen einen neuen Erlaß an die Handelstammern seines Bezirks. In der erschwindelt hatten. Die später nach dem Selbstmorde Kaltenbach's worden sein ist eines, das sich bewahrheitet. Es handelskammer in Barmen, wo man sich am Sonnabend mit aufgetauchte Version, er habe von vornherein Kenntniß von ist ein Attentat versucht worden gegen den König von dieser Sache beschäftigte, war die Stimmung aber sehr entschieden diesem Schwindel gehabt, braucht nicht mal wahr zu sein, auf alle Store a und Mitglieder der kaiserlichen Familie. Nach Depeschen gegen den Sparzvang. Die" Barmer Zeitung" theilt darüber mit: Fälle hat die politische Polizei in Mülhausen und Berlin davon aust Hongkong hat ein hoher koreanischer Palastbeamter ein- Der Vorsitzende der Kammer, Kommerzienrath Barthels, er Kenntniß erhalten und damit zu den hunderten von Beweisen einen gestanden, auf Veranlassung eines früher auf der russi- lärte, er tönne sich schon deshalb nicht zur Einführung neuen erhalten, daß der Spigel, wenn er nichts zu melden hat, chen Botschaft thätig gewesenen Dolmetschers habe er Sparkassenzwanges für Seine jugendlichen Arbeiter felber Meldenswerthes arrangirt- heute geheime Zirkel, morgen entschließen, weil ein fteter Mangel an jugendlichen Attentatsvorbereitungen, übermorgen was Anderes, immer aber das, Arsenik in den Kaffe gemischt, um den König sowie Arbeitern trog ber sehr guten was- nach seiner Auffassung- seine Auftraggeber zu hören einige andere Mitglieder des königlichen Hauses zu vergiften. mache und dieser Mangel sich durch den Sparkassenzwang noch als wünschen. Dann giebt's für alle Theile Honorare, Ehren, Beförderungen! Als Motiv der That wird angegeaen, der betreffende Dol- drückender erweisen werde. Herr Hinsberg protestirte unter metscher habe sich rächen wollen, weil er in Ungnade gefallen Beifall der Versammlung gegen die irrthümliche Anschauung des Diese alten Geschichten" heute wieder auszugraben, halten wir sei. Die Meldung Klingt sehr verdächtig. Man wird sicherlich Regierungspräsidenten, als ob den Fabrikanten ein fattisches Recht für sehr angebracht gegenüber dem Treiben der Regierungs- und noch anderen tieferen Gründen suchen müssen. auf Einhaltung von Ersparnissen gegeben sei. Herr Steinhoff Unternehmerpresse aus Anlaß der Genfer Unthat und gegenüber Rußland hat es bekanntlich längst auf Korea ab- beantragte, dem Regierungspräsidenten mitzutheilen, daß es all. dem Versuch, die Unwissenheit und Feigheit des deutschen gesehen und mußte nur infolge der heftigen japanischen weitere Förderung ablehne. Die Versammlung erklärte schließlich mälig des 3 wanges genug sei und die Kammer dessen Bürgerthums zu mißbrauchen zu einem Entrüstungssturm gegen Gegnerschaft, die es vorfand, zurückweichen. Aber offenbar bie Mittheilung des Regierungspräsidenten durch Kemitnißnahme den Anarchismus und die zu ihm führenden Behat es nie daran gedacht, dauernd seine Ansprüche auf die für erledigt. strebungen" 4 bon nämlich die Sozialdemokratie. EinLöhne fich fühlbar mal hat der Anarchismus bei uns in Deutschland niemals eine große, für die Zukunft ungemein wichtige koreanische Halb- Kriegervereinliches. Der Vorstand des Militär- und KriegerRolle gespielt; ohne das Ausnahmegesetz und die Unterstützung, insel aufzugeben. Siegt nun nicht die Vermuthung gar zu vereins zu Roda in Sachsen- Altenburg schloß sein Ehrendie er durch die Polizeifpigel i. 3. fand, wäre er bei nahe, daß es nicht ein bloßer Zufall ist, daß der Dolmetscher, mitglied, den Fabrit- und Ziegeleibefizer Emil Müller aus, weil uns überhaupt nicht in Erscheinung getreten; seitdem aber ist er der das Attentat angestiftet hat, gerade auf der russischen er einem Vertreter der Sozialdemokratie gestattet habe, in feiner innerlich längst und völlig überwunden. Und wenn heute von der Botschaft war! Fabrik ein- und auszugehen, und weil er, Müller, selbst einem Regierungs- und Unternehmerpresse sogar auf das Niederwald- Jedenfalls zeigt auch dieser Fall, daß der Fürstenmord Sameraden gegenüber geäußert habe, er stehe dem Boden Attentat und auf Reinsdorf verwiesen wird, so thäte diese aus gar mancherlei Motiven hervorgehen kann, daß sehr Bresse in ihrem Interesse besser, davon zu schweigen. Bismarc hat freilich in seinem brutalen Erlaß an den deutschen Gesandten hochgestellte Personen und nicht nur arme, durch Elend in Bern( an die Adresse des schweizerischen Bundesrathes) noch und Verwahrlosung von Jugend an verzweifelte Individuen am 5. Juni 1889 gefchrieben, die Zentralleitung der anarchistische" Thaten zu vollbringen bereit sind. deutschen Sozialdemokratie hat ihren Siz in Gegen wen will die internationale Reaktion nun wohl der Schweiz" was mit allen Thatsachen in offenem dieses Attentat ausnuten? der Sozialdemokratie. Herr Müller schrieb einen Brief an den Vorstand, in dem er die Behauptung, er habe sich als auf dem Boden der Sozialdemokratie stehend bekannt, als unwahr bezeichnete, Die Kampagne der Kriegervereine unter dem Oberbefehl von Exzellenz Spig, wird nur zur Verwirrung in den Kriegervereinen felbst führen. was den Thatsachen entspricht. Marinetechnischer Fortschritt". Aus Kiel wird uns geschrieben: Einer der Hauptbegründungspunkte für die dauernde Fest Legung von bestimmten Schiffstypen durch die Flottenpläne war bekanntlich die Behauptung vom Stillstand der Technik im Kriegsschiffsban. Die Verhältnisse sollten sich so geflärt haben, daß die vorhandenen Pläne durch ein Fortentwickeln der Technik umgestoßen, nicht befürchtet werden könnte. Wie sehr diese schönen Neden nur auf die Durchdrückung der Fontenoters Schiffe berechnet waren, ließ sich bald erkennen, als bekannt wurde, daß die Entwicklung der Technik die Entfendung von schiffsbautechnischen Berathern für den Geschwaderchef erforderlich mache. Jetzt nun sollen wieder ganz durchgreifende Aenderungen bei Jetzt mum sollen wieder ganz durchgreifende Aenderungen bei den nach dem Flattengesetz zu bauenden 14 kleinen Kreuzern vor genommen werden. Die jetzt in Ban befindlichen Kreuzer erhalten Maschinen bon etiva 6000 Pferdekräften, wodurch den Schiffen eine Geschwindigkeit von 19-20 Knoten gegeben werden sollte. Die jetzt zu bautenden Kreuzer sollen aber Waschinen bis zu 9000 Pférdekräften und eine Geschwindigkeit von 21-22 Stnoten erhalten. Natürlich müssen da auch die Kohlenräume vergrößert werden und für die schwereren Maschinen muß auch das ganze Schiff stärker gebaut sein. Auch die Besatzung dieser Schiffe muß eine stärkere werden. Diese Kenderungen, welche als Ergebniß der Erfahrungen des spanisch- amerikanischen Krieges anzusehen sind, dürften ohne Zweifel auch se o st en verursachen, die im Flottengesetz noch nicht vorgesehen find. Woher soll dies Geld genommen werden? set möglich, daß die Enthüllungen, die Esterhazh publiziren wolle, diesem es unmöglich machen würden, je nach Frankreich zurückzukehren, das Licht, das aber auf die mysteriöseste Angelegen heit des Jahrhunderts geworfen werde, werde dazu beitragen, die öffentliche Meinung nicht nur Frankreichs allein, sondern der ganzen zivilisirten Welt zu beruhigen. Nach anderen Meldungen soll Esterhazh sich doch bereits wieder in Paris befinden und als Zeuge für den zu erwartenden Prozeß zur Verfügung stehen. Belgien. Partei- Machrichten. tember vorgenommen werden, haben sich die sozialdemokratischen Bu den Landtagswahlen in Reus j. 2., die am 27. SepKandidaten außer auf die in unserem Barteiprogramm festgesetzten Forderungen noch auf folgende, speziell für Neuß in betracht fommende verpflichtet: Beseitigung des Vorrechts der Höchstbesteuerten auf die 3 besonderen Size im Landtage, sowie des erbe lichen Fürstenfiges von Köstritz; Aufhebung des reaktionären Vereinsgesetzes vom 5. Juli 1852. Es waren -Anarchisten Gefeßgebung. Aus Brüssel wird gemeldet: Die auswärts verbreitete Nachricht, daß die belgische Neburg wurde am Sonntag in alle a. S. abgehalten. Eine Parteikonferenz für den Regierungsbezirk Mersegierung dem Parlament, das im November zusammentreten wird, burg wurde am Sonntag in Halle a. S. abgehalten. ein Gesetz gegen die Anarchisten vorlegen werde, entbehrt nahm eine einheitliche Regelung der Organisation und Agitation 7 Reichstags- Wahlkreise durch Delegirte vertreten. Die Konferenz jeder Grundlage. " über eine internationale Anarchisten Konvention für Beschlüsse gefaßt. Bur Landtagswahl wurde keine Stellung geDie einflußreiche Independance" erklärt alle Verhandlungen bor, ferner wurden über die Verbreitung des Voltsblatts für Halle" aussichtslos, weil England, Belgien und die Schweiz ihre ein- nommen, da die einzelnen Wahlkreise schon ihre Entscheidung geheimische Gesetzgebung nicht der Kontrolle fremder Staaten untertroffen haben. stellen wollen. Dagegen fordert das Blatt eine Verschärfung der Fremdenpolizei, eine schonungslose Ausweisung aller fremden Anarchisten und die schärfste Bewachung der einheimischen. Spanien. Bei der diesjährigen Reichstagswahl im hannöverschen Kreise Lüneburg- Winsen fielen von je 100 abgegebenen Stimmen auf unsere Partei 23,30 gegen 22 im Jahre 1893. Auf dem Lande erhielten wir 15,60 pet. gegen 14,80, in den Städten Lüneburg, Winsen und Soltau 43,5 gegen 42. Seit dem Jahre 1871 hat sich unser Stimmenantheil wie folgt gestaltet: 1871 betrug derselbe 6,26, 1874: 1,78, 1884: 2,48, 1887: 4,94, 1890: 19,41, 1893: 22, 1898: 23,30 pCt. Madrid, 19. September. Wie die halbamtlichen Blätter melden, ist die Einlösung des Koupons der tubanischen Schuld gesichert. Madrid, 18. September. Das tonservative Blatt„ Tiempo" Aus dem Leipziger Stadtverordneten- Kollegium scheiden veröffentlicht einen Artikel Silvela's, in welchem dieser erklärt, die mit Ablauf dieses Jahres neben einer Anzahl bürgerlicher Vertreter Der Typhus ist, während der Manöver in dem Mecklen- tonservative Partei werde danach streben, ihre Kräfte zu auch vier Sozialdemokraten aus, und zwar in der Klasse burg- Schwerin'schen Jäger- Bataillon Nr. 14, das zur Zeit in den sammeln, um die Krisis zu gunsten der Krone zu lösen. der Ansässigen Gastwirth Schönherr und Bäckermeister BernSteichslanden garnisonirt, aus gebrochen. Infolge dessen wurden Madrid, 18. September. Der oberste Militärgerichtshof hat stein, in der Klasse der Unansässigen Konsumvereins- Geschäftsdie 1. und 4. Kompagnie des Bataillons in ihre Garnisonstadt den Chef der Marine auf den Philippinen, Admiral Montojo, führer Fell und Photograph Pinkau. zurückbefördert. und den Direktor des Arsenals von Cavite, Sosto cu, von ihren Für Parteizwecke gingen aus Zwickau ein: Hermann G. Kommandos suspendirt und sie angewiesen, so schnell als möglich 5,- Lub 9,15. Waldemar 10,- Ernst B. 5,-. Albin S. 10,-. nach Madrid zu kommen. Gewerkschaften 80,-. Anton S. 10,- Feiner Davd 9,63. Mode Türkei. 1,75. Wadel 5,05. Langer 9,50. Schedetviz 9,35. Schneider 4,30. And Kandia meldet das Reuter'sche Bureau" vom 18. Sep- Croffen 9, Neubociva 9,- Theodor- 50. Papierkiste Schedetember: Heute Nachmittag gab der Sultan Befehl an Dichewas witz 4,94. Heinrich 10,-. Ernst S. 10, Julius 10, Von Pascha, den Forderungen des Admirals Noel, be- einer Wafferpartie 195,04. Weber 21,72. Rother Hahn 11,30. Für treffend die Entwaffnung der Bevölkerung, zuzustimmen. Das große Alte 6,20. Summa 456,43 M. Fort an der Einfahrt des Hafens ist heute von dem englischen Detachement besetzt worden. Das Neueste vom groben Unfug". Das Boltsblatt" für Halle theilt mit: So ziemlich der Reford in der Anwendung des berühmten§ 360, 11 des St.-Ges.-B. dürfte damit erreicht sein, daß dem Steinfeger May in Giebichenstein eine Klage auf groben Unfug zugegangen ist, weil er am Stichwahltage einen gegnerischen Siimmzettel zerrissen und die Papierstücke des auf den Geheimrath Dugend lautenden Stimmzettels dem Vertheiler der selben, dem Schulhausmann Henze, vor die Füße geworfen hat. Nächsten Montag findet vor dem Halleschen Schöffengerichte die Verhandlung statt. " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. = Nach einer Meldung des Standard" ist Admiral No I von- Der aus Oesterreich gebürtige Parteigenoffe Spiker in Die Deutsche Tagesztg." Tengnet unfere Mittheilungen über den Verhaftungen, die Edhem Pascha vornahm, sehr unbefriedigt. Sildesheim ist nach Verbüßung der wegen Posadowsky Belei, die Finanzverhältnisse des Bundes der Land- Unter den ausgelieferten 61 Gefangenen ist nicht einer der Haupt- digung gegen ihn erkannten sechswöchigen Gefängnißstrafe aus dem wirthe" ab. Das Blatt ist schlecht unterrichtet und schießt ebenso schuldigen. Daher theilte Noël dem Pascha die Namen von 26 Rädels- ganzen preußischen Staate ausgewiesen worden. daneben, wenn es glaubt, wir hätten diese Mittheilungen von einem führern mit, deren sofortige Verhaftung er verlangt. Der verantwortliche Redakteur der Magdeburger fortgejagten früheren Beamten" des Bundes erhalten. Unsere Quelle ,, Voltsstimme", Genosse Müller, wurde vom Landgericht Afien. steht wesentlich höher. Soeben wird uns von anderer Seite die wegen Beleidigung des Ortsvorstehers von Osterweddingen zu 100 M. frühere Mittheilung noch bestätigt und zwar mit dem Hinzufügen, hier eingetroffen; er begiebt sich nach Beting. Tientsin.( Franff. 8tg.") Der japanische Marquis Jto ist Geldstrafe verurtheilt. Es handelte sich um eine Notiz, worin gesagt vom„ Wahlfonds" habe der Bund aus der Reichstagswahl Blätter empfehlen eine Annäherung zwischen China und Japan; Mädchen so geschlagen, daß ihr das Blut aus Mund und Nase floß. Die chinesischen war, ein Gutsbesiger in Osterweddingen habe ein schwangeres Stampagne noch viel übrig behalten, da er seine konservativen eine Allianz zwischen den beiden Ländern ist möglich. Bischof In der Verhandlung konnte jedoch mur festgestellt werden, daß der Freunde nur mangelhaft unterstützt habe, der Rest werde aber doch Anzer berichtet, daß infolge von Hungersnoth in Schantung unter der Ortsvorsteher, der diese Notiz auf sich bezog, das Mädchen ins wohl bei den Landtagswahlen berposamentirt werden. Wir haben Bevölkerung feindselige Haltung herrsche. beide Nachrichten, wenn es die" Tagesztg." interesfirt, aus Ost= Gesicht gestoßen hatte. Das als Zeugin geladene Mädchen bepreußen erhalten, und sie sind zuverlässiger als die dem Bündler= Manila, 18. September. In Mulolos trat gestern unter großer hauptete, nach diesem Stoß heftiges Nasenbluten gehabt zu, blatt gewordenen Mittheilungen, vorausgesetzt, daß es nach bestem Begeisterung die Nationalversammlung der Eingeborenen zusammen. haben, mas von anderen Zeugen jedoch nicht gesehen Ferner sollte Deshalb erfolgte Berurtheilung. Wissen redet. Mit einfachen Ablengnungen tommt man gegen uns Der Aufständischenführer Aguinaldo wurde lebhaft begrüßt. nicht auf. Redakteur Müller in einer Versammlungsrede in Osterweddingen Afrika. München, 19. September. Das Landgericht München I hat Algier, 18. September. Bei den heutigen Wahlen zu den Ge- groben Unfug dadurch begangen haben, daß er bei der Wider legung der Angriffe eines gegnerischen Wahlflugblattes zugegeben entgegen der Entscheidung des Amtsgerichts München I in der Klage- neralräthen wurden bisher nur Antisemiten gewählt. In Bona kam hatte, daß die Sozialdemokratie republikanisch und ihr Ziel die Erfache Björnson's gegen die Münchener Neuesten Nachrichten" es zu Unruhen, zwei Personen wurden verwundet. das Hauptverfahren eröffnet. richtung der sozialistischen Republik sei. Müller hatte wegen diefer Sache auch eine Vernehmung vor dem Amtsgericht, das Berfahren der frühere verantwortliche Redakteur Bahle bas Gefängniß in ist aber natürlich eingestellt worden. Am 20. September verläßt Gommern nach einem achimonatigen Aufenthalt. Sieben Tage später wird auch Redakteur Baumüller wieder auf freien Fuß gesetzt. Mögen sich beide erprobte Mitkämpfer von den Wirkungen der Haft bald vollständig erholen! Die„ M. N. N." hatten Björnson wegen seiner Mittheilungen " Dreyfus- Prozeß scharf angegriffen. Amerika. über angebliche Aeußerungen des deutschen Reichskanzlers zum eröffnet. Der Finanzminister erklärte, im Rechnungsjahr 1897/98 Megifo, 17. September. Die Deputirtenkammer wurde heute Chronik der Majestätsbeleidigungs: Prozeffe. Von der haben die Staatseinnahmen aus Steuern 52 500 000 Biaster beBeuthener Straffammer wurde der Barbier Joseph Gorzella aus tragen, d. H. über 2 000 000 mehr als im Vorjahre. Ober- Lagiesvorit wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Wegen angeblicher Majestätsbeleidigung wurde der Schlosser Kaus in Königshütte ver haftet. gid Desterreich. Wien, 19. September. Die zur Zeit hier weilenden Mitglieder des Erefutivlomitees der Rechten hatten gestern Besprechungen wegen der Modifikation der Forderungen, welche die Jungczechen und Slovenen an die Regierung stellen und bezüglich deren die Polen bermittelnd eingreifen werden. Wien, 19. September. In der Brigittenau fand gestern Nachmittag eine von der sozialdemokratischen Parteileitung einberufene Protestversammlung gegen das Genfer Attentat und gegen den Anarchismus überhaupt statt. Die Versanunlung war sehr stark besucht. Wien, 19. September. Der Kaiser hat das Gesetz betreffend die Gehaltserhöhung der Beamten fanttionirt. Frankreich. Kampf um das Koalitionsrecht! Dem Zuchthaus verfallen. worden war. " Wegen Verjährung hatte das Landgericht in Kassel in cinem Prozeß, der gegen den früheren verantwortlichen Redakteur Die biederen Junungs- Wagnermeister der bayerischen Haupt- des Boltsblatts für Hessen und Waldeck", Genossen vorlage schon Geltung hätte, und gegen Meister und Gesellen mit Beleidigung des Bürgermeisters von Melsungen anhängig war, die und Residenzstadt wären, wenn die vom Kaiser angekündigte Gesetzes- Schott, und gegen den Mühlenbesitzer Kowes wegen angeblicher gleicher Strenge angewendet würde, dem Zuchthause verfallen. In Einstellung des Verfahrens beschlossen. Das Ober- Landesgericht einem von der Münchener Post" gedruckten Rundschreiben theilt die hob diesen Beschluß auf und ordnete die Eröffnung des HauptBorstandschaft den Mitgliedern mit, daß in einer Meisterversammlung verfahrens au. folgender Beschluß gefaßt wurde: " Da seitens der Meister schon mehrere Klagen über Gehilfen laut wurden, welche es darauf abgesehen haben, ihrem Meister Schaden zufügen zu können, wird, um sich gegen solche zu sichern, ein schwarzes Buch angelegt, wie es die Gehilfen gegen die Meister auch haben.( Das ist unwahr. Ned. der„ M. P.") Jeder Meister wird daher ersucht, denjenigen Arbeiter eintragen zu lassen, der seinen Meister zu schädigen sucht." Ueberhaupt tritt der Gegensatz zwischen den militärischen Befehlshabern, denen man die tollsten Streiche zutraut, und den Freunden der Republit, auch weiter in sehr schroffer Form hervor. So soll General Mercier die Aeußerung gethan haben, das von ihm befehligte 4. Armeekorps sei bereit, die Ehre der Armee zu vertheidigen, wenn die Dreyfus- Freunde dieselbe anzutasten wagen würden. Betite République" bemerkt hierzu, es sei Pflicht jedes Soldaten, Offiziere, die ihn zu einem Bürgerkrieg führen wollten, einfach niederzuschießen. Mit Vorstehendem erklären sich einverstanden ( folgt die Unterschrift einer Firma.) " Figaro" meldet, im Justigministerium werde ein besonders Also hierdurch wird ein Arbeiter, der weiter nichts gethan, abgeschlossener Raum für die Berathungen der Kommission her gerichtet, damit sie völlig ungestört die Revisionsfrage berathen als daß er vermuthlich" seine Lage verbessern wollte, mit drei tönne. Die Entscheidung sei nicht vor Ablauf von zehnicherlich gerne arbeiten wollen, ist arbeitswillig gewesen, gleichwohl könne. Die Entscheidung sei nicht vor Ablauf von zehn monatlicher Hungerstrafe belegt! Der Mann hat doch Tagen zu erivarten. Die Kommission soll am Mittwoch zusammentreten. Sie be- ist er, und zwar ohne daß man ihm auch nur angedeutet hätte, steht aus 6 Mitgliedern, wovon drei Richter am Rasfationshofe und warum, ein Bierteljahr hindurch von freiwilliger Arbeit abgehalten drei Direktoren im Justizministerium sind. Wenn diese Kommission worden! Wie viele Jahre Zuchthaus gedenken Sie festzuseßen für fich für die Zulässigkeit der Revision ausspricht, geht dieselbe an den dieses Vergehen, bei dem der Dolus jo klar zu tage liegt, wie ein Sajfationshof, welcher dann über die Einleitung des Revisions gewissenhafter Richter es nur wünschen kann, Herr Graf Posadowsky? verfahrens endgiltig entscheidet. In Teterow in Mecklenburg Esterhazy ist seit einigen Tagen in London. Der dortige „ Observer" schreibt, allerdings in recht reklamebafter Weise, über ihn und seine angeblichen Enthüllungspläne: Preußische Landtagswahlen. Hinter verschlossenen Thüren haben die Nationalliberalen wieder eine Landesversammlung abgehalten, in der sie die Wahlaussichten besprochen haben und ihren Wahlaufruf fertigstellten. Mehr Wesentliches erfährt man von dem geheimen Kouventikel nicht. Morgen soll der Wahlaufruf veröffentlicht werden. ein An der freien Arbeit werden alle jene Wagnergehilfen gehindert, Zur Revision des Dreyfus Prozesses. Einige radikale beren Name in das schwarze Buch eingetragen wird. AlsoDer Wahlaufruf der Freifiunigen Vereinigung Blätter sprechen sich entschieden gegen die Wiederernennung des Bereits während der letzten Reichstagswahl- Kampagne veröffent Generals Zurlinden zum Militärgouverneur von Paris aus; lichte Genoffe Schwarz in Lübeck ein von einem Vorstande eines ist heute veröffentlicht worden. Wir entnehmen demselben die folWürde der Plan der Konservativen gelingen, diese dürfe nicht stattfinden, selbst wenn der General vom Präsi- Metall- Industriellen- Verbandes an eine große Firma gerichtetes genden Stellen: sich im preußischen Abgeordnetenhause eine doppelte Majorität denten Faure eine dahingehende Busage erhalten hätte. Burlinden Schreiben, das wie folgt lautet: habe sich durch sein Rücktrittsschreiben öffentlich gegen die Entscheidung ,, Laut Beschluß der letzten Versammlung des Vereins...-theils mit den Freikonservativen, theils mit dem ZenMetall- Industrieller am Donnerstag, den 3. Juni, werden Sie trum zu sichern, so ständen wir vor der Regierung aufgelehnt, und es wäre bedenklich, ihm den Obereiner weiteren hiermit ersucht, den Former. innerhalb 3 Monaten nicht zu gefährlicheren rüchschrittlichen befehl über die gesammte Pariser Garnison anzuvertrauen. in Bewegung Gesetzgebung beschäftigen, weil derselbe ohne allen Grund bei der Firma... und Verwaltung. Der Versuch, ein freiheitsfeindliches Ver gefündigt hat, deshalb die Vermuthung naheliegt, daß selbiger sammlungs- und Vereinsgesetz für Preußen zu schaffen, ist in der von irgend jemand aus Ihrem Betriebe dazu aufgefordert reip. lezten Session nur mit einer Majorität von wenigen Stimmen zuermuntert worden ist, dieses aber laut Protokollbeschluß und durch rückgewiesen. Gelingt es den Konservativen und Freitonservativen Unterschriften eines jeden Betriebes für unzulässig erklärt ist. auch nur sechs neue Size zu gewinnen, so würde dieser Versuch unden 4. Juni 1897. J. A.: verzüglich mit Erfolg erneuert werden. Auch das nur mit ( Unterschrift.) geringer Majorität abgelehnte Assessorengesetz würde wieder eingebracht werden. Aehnliche Versuche auf anderen, zur Kompetenz des Reiches gehörigen Ge= würden bieten folgen und damit unheilvoller, in seinen Wirkungen unabsehbarer und derjenigen bes größten Einzelstaates ge Gegensatz zwischen der Voltsvertretung des Reichs fchaffen werden. Große Gefahren drohen der Schule und der Freiheit der Wissenschaft. Wird der tonservative Einfluß durch die bevorstehenden Abgeordnetenwahlen verstärkt, so wird mit noch größerem Nachdruck als bisher die Wiedervorlegung des Bedlig'schen Schulgesetes verlangt werden. Das seit Jahrzehnten verurtheilte Dreillaffen- Wahlrecht mit der öffentlichen Abstimmung ist, seidem dasselbe infolge der ist die vom Gewertschaftstarte II auf vorigen Sonnabend neuen Steuergesetze noch erheblich verschlechtert wurde, völlig un einberufene Versammlung, wo Redakteur Groth aus Rostock über haltbar geworden. Auch das Gemeinde- Wahlrecht bedarf nach dem Da er seinen Schnurrbart abrasiren ließ, ist er nicht leicht zu das Koalitionsrecht und die sogenannte Zuchthausvorlage sprechen Zugeständniß der Staatsregierung einer durchgreifenden Reform. erkennen. Als Ursache seiner Flucht gab er dem Gewährsmann des sollte, vom Bürgermeister verboten worden. Diese Maßregel Die alten liberalen Forderungen auf dem Gebiete der Bildung, der " Observer" an, daß es für ihn feine Gerechtigkeit, in Frankreich ist wahrscheinlich auf eine Denunziation der Junkerpresse zurüdzu Selbstverwaltung, des Weges, Armen-, Jagdrechts, der Vertheilung mehr gebe und daß der Zeitpunkt getommen sei, die nöthigen Entführen. Die fonfervativen Mecklenb. Nachrichten" schrieben anläßlich der Steuerlaften, der Stellung der Beamten müssen mit größerem hüllungen zu machen, die klar zeigen, welche Rolle Esterhazy in der öffentlichen Gewerkschaftsversammlung, die wegen der Zuchthaus Nachdruck geltend gemacht werden. Sozialpolitisch ist dieser Wahlaufruf noch inhaltsloser wie der der mysteriösen Dreyfus- Angelegenheit gespielt habe. Esterhazy vorlage vorige Woche in Nost od abgehalten wurde:„ Das Thema werde die Wahrheit fagen, er sei nicht mehr als Soldat des Vortrages ist unzweifelhaft ein politisches, der Inhalt des Vor der Freifinnigen Bollspartei. feinen militärischen Vorgesetzten gegenüber verpflichtet, denn trages war es nicht weniger, und schließlich ist auch noch eine Der Abg. Ludolf Partsins, diese hätten ihn seinem Schicksale überlassen, er fei aus der Resolution zu gunsten der sozialdemokratischen Mecklenb. Boltsztg." der seit 1861 dem Abgeordnetenhause angehört, scheidet aus dem Armee entfernt, er habe nur seine eigene Ehre in betracht zu angenommen worden. Bekanntlich ist zu politischen Versammlungen parlamentarischen Leben. Den Wünschen der Jungen" in der zichen. Esterhazy habe, was er auch gethan, im blinden Gehorsam die Genehmigung des großherzogl. Ministeriums des Innern er Freifinnigen Boltspartei ist damit in einem Falle Rechnung gegegen seine Borgesetzten gethan. Blinder Gehorsam sei sein Motto forderlich. Bu sozialdemokratischen Versammlungen wird diese tragen. gewesen, während seiner ganzen militärischen Laufbahn. Er hätte Genehmigung nie ertheilt. Wie diese sozialdemokratische Ver feinen Bruder erschossen, wenn ihm dies befohlen worden wäre. sammlung in Rostock ungehindert hat stattfinden können, ist daher Esterhazy's Enthüllungen würden eine Lichtfluth auf den Dreyfus- schwer verständlich." In Waldenburg in Schlesien und Burg in der Provinz Sachsen Fall werfen. Bon tausend Dokumenten, die den Nützen wird diese Versammlungsverbieterei unseren Gegnern gar werden sich die Parteigenoffen an der Landtagswahl nicht beDossier Dreyfus bilden, seien ungefähr sechs nichts; wie die„ Mecklenb. Volkszeitung" ankündigt, werden die Ar- theiligen. Dagegen haben, wie eine Depesche meldet, die Sozialhundert gefälscht. Esterhazy wolle darthun, von wem und beiter einfach durch Flugblätter über die ihnen drohende Schmälerung demokraten Hannovers die Betheiligung mit großer Mehrheit beunter welchen Umständen die Fälschungen begangen seien. Es des Koalitionsrechts aufgeklärt werden. schlossen. Gewerkschaftliches. Boziales. taiserlichen Erlaffen von 1890 gegenüberstellte. Jebenfalls Habe, so bemerkt Redner, die Art, wie die lezte Kaiserrede von der Schleifstein. Berlin und Umgegend. Krankenkasse und Aerzte. Die„ National- Zeitung" schlägt Presse fruftifizirt wurde, zur Stärkung der gewerkschaftlichen OrganiDer Streit bei Fischer n. Richter, Oranienstr. 119, dauert in einer Besprechung des Remscheider Aerztestreits vor, daß sation beigetragen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Von unverändert fort. Es handelt sich um Verkürzung der Arbeitszeit Schiedsgerichte eingerichtet werden möchten, die aus Vertretern einer Diskussion nahm die Versammlung Abstand. und Einführung der gesetzlichen Feierabendstunde für die weiblichen der Aerzte und der Krankenkassenvorstände bestehen und einen Personen. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Lohnkommission. unparteiischen Vorsitzenden haben.„ Ein Akt der Gesetzgebung wäre Die Versammlung in den Andreas- Festfälen war überfüllt. Die Maurer und Zimmerer in Spandau beschlossen am dazu nicht erforderlich; es genügte, wenn eine dahin gehende Klausel Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag des Genossen Sonntag, für dieses Jahr wegen der vorgerückten Zeit von weiteren allen zwischen Kassen und Aerzten geschlossenen Verträgen einverleibt Poetsch nahm die. Versammlung einstimmig die Resolution an. Maßnahmen abzusehen und den Streit auf eine günstigere Zeit zu würde. Dann könnte auch der Hoffnung Raum gegeben werden, mit großer Begeisterung stimmten die Versammelten in das ausbertagen. Der Zuzug von Maurern und Zimmerern nach Spandau daß ähnliche Unzuträglichkeiten zwischen Aerzten und Krankenkassen, gebrachte Hoch auf die internationale Sozialdemokratie ein, ist jedoch nach wie vor fernzuhalten. wie sie in Leipzig, Barmen, Nemscheid und anderen Orten vorZu einer Massenfundgebung sondergleichen gestaltete sich gekommen sind, ein für alle Mal verschwinden würden." Für die im Handels, Transport- und Verkehrsgewerbe ihre Anwendung auf die Straßenbahnen. Bereits vor Brausender beschäftigten Arbeiter Deutschlands wird am 25. Dezember d. S. Anordnung des Regierungspräsidenten von der Gemeindebehörde dem festgesetzten Beginn hatte sich eine derartige MenschenIn Köln ist die Orts- Krankenkasse für Fabritarbeiter auf die Bersammlung in Bökow's Brauerei. ein allgemeiner Berufsfongreß nach Kassel einberufen. Auf die Tagesordnung sind u. a. folgende Punkte gestellt: Die aufgefordert worden, ihr Vertragsverhältniß mit dem dortigen menge eingefunden, daß sämmtliche Tische entfernt wurden, und viele, die etwas später tamen, wieder den Heim Unfallversicherungs- Gesetzgebung mit besonderer Berücksichtigung Verein für freie Arztwahl zu lösen. Ferner ist der Ortsohne in das Lokal hineinzukommen. unseres Berufs. Die§§ 315 und 316 des Kleinbahn- Gesezes und Krankenkasse für Handwerker Nr. 2, die vor kurzem die Ein- weg antreten mußten, Das Fiasto der Sozial- führung der freien Arztwahl beschlossen hatte, der Abschluß eines Dr. Herzfeld war der Referent des Abends. In sachlichen und um und gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter. reform im Handelsgewerbe und die Sonntagsruhe im Verkehrs- Vertrags mit dem Verein für freie Arztivaht untersagt und der treffenden Worten schilderte er an Hand der Geschichte den Kampf gewerbe. Zutritt sollen alle auf dem Boden der modernen Arbeiter- Kassenvorstand angewiesen worden, die Frage der ärztlichen Behand bewegung stehenden, in öffentlicher Versammlung gewählten Dele- lung der Mitglieder anderweit zu erledigen. In einer Versammlung Beifall folgte dem häufig von Mißbilligungs- und Entrüstungsäußerungen unterbrochenen Vortrag. Eine Diskussion fand nicht girten haben, gleichviel welcher Richtung der Organisation sie an- der Mitglieder sämmtlicher Kölnischer Krankenkassen mit freier Arzt äußerungen unterbrochenen Vortrag. Eine Diskussion fand nicht statt. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeitergehören. Alle Anfragen, den Kongreß betreffend, sind an Ioh. wahl wurde mitgetheilt, die Behörde bekämpfe nicht die freie Arzt- statt. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale ArbeiterHoffmann, Berlin, Friedenstr. 406, zu richten. wahl als solche, auch habe sie Bedenken finanzieller Natur nicht bewegung schloß die Versammlung. geäußert, sondern sie mache nur formale Einwände geltend, sie fechte Der große Saal des ,, Kösliner Hofe8" war gut gefüllt. Ale die bestehenden Verträge an. Demgegenüber wurde betont, daß die Sitzplätze waren vergriffen, viele Anwesende mußten in den Gängen Statuten der betreffenden Kölnischen Kassen dem Erlaß des Re- stehen. Genosse Dupont äußerte in seinem Vortrag, daß es uns gierungspräsidenten der Provinz Brandenburg angepaßt seien und angenehm sein könne, wenn wir immer wieder solchen schönen daß ähnliche Einrichtungen, wie sie jene Kölnischen Kassen haben, Stoff bekommen, wie jetzt mit der Ankündigung des Zuchthausauch in Bayern, Sachsen und zum theil selbst im Rheinland un- gesetzes". Der Redner legte dann die Geschichte und Ziele der Geangefochten beständen. Die Versammlung nahm einstimmig eine werkschaften dar, die nicht nur Kampf- sondern auch Bildungsmittel Resolution an, worin erklärt wird, daß die betheiligten Kaffen an seien. Die jeßigen Strafen seien.schon hoch genug, um das Zuchtder relativ freien Arztwahl festhalten und daß die Vorstände das haus entbehrlich zu machen. Der Streit sei oft das lezte Mittel. zur Durchführung dieser Erklärnng Erforderliche mit allen gesetzlich ind das wollen wir uns nicht nehmen lassen! Die Nesolution im zulässigen Mitteln betreiben sollen. Sinne des oft von stürmischem Beifall unterbrochenen Vortrages Eine Debatte wurde nicht ge= wurde einstimmig angenommen. Deutsches Reich. Der Dank der Magdeburger Banprozen. An das hochberehrliche bauende Publikum und an die wohllöblichen Behörden richtet der Vorstand des Arbeitgeberverbandes des Maurer- und Zimmerergewerbes ein Dankschreiben für das Wohlwollen, welches Sen Mitgliedern des Verbandes während der Dauer der letzten Monate entgegengebracht worden ist. Unser Magdeburger Parteiorgan bemerkt hierzu:„ Unserer Meinung nach hätte der Vorstand flüger gehandelt, wenn er fein Wort mehr über seine Machinationen geäußert hätte, denn den wohllöblichen Behörden und dem verchrlichen bauenden Publikum ist hoffentlich ein Licht aufgegangen über die Art der Agitation des Arbeitgeber- Verbandes." wünscht. Ein Gewerbegericht hat nun auch, nach langem Zögern, die Stadt St. Johann an der Saar errichtet. In Laurahütte fand Sonntag, den 18. d. M., eine große In der Versammlung in der Moabiter Brauerei hatte GeBergarbeiter Versammlung, in der über die Absendung Der Verein deutscher Irrenärzte beschäftigte sich auf seiner nosse Litfin das Referat übernommen. In fast zweistündiger Rede einer Petition der minderberechtigten Mitglieder des oberschlesischen Jahresversammlung in Bonn mit der Fürsorge für die legte der Referent die wirthschaftlichen und politischen Verhältnisse Knappschaftsvereins an den Kaiser, an den Landtag und an das Geistestranten. Direktor Dr. Sioli aus Frankfurt a. M. Har. Er verwies auf die Wandlung in bezug auf die SozialgesetzOber- Bergamt berathen wurde. Die Versammlung war sehr gut theilte mit, er habe auf grund von Umfragen in 45 der größten gebung, die sich in der Regierungskreisen seit einigen Jahren besucht und verlief in vollständig geordneter Weise. Die Befürchtungen Städte Deutschlands festgestellt, daß betreffs der Fürsorge geltend gemacht habe und forderte die Versammlung zum energischen des Amtsvorstehers Schröter, der wegen etwa bevorstehender Unruhen die für Geisteskranke in den deutschen deutschen Großstädten Proteft gegen die angedrohten Maßnahmen auf. Die beste AbAbhaltung verbieten wollte, und des Landrathes, der sie auch nur noch viel zu wünschen übrig bleibe. Ein sehr großer wehr bestehe im Beitritt zur Gewerkschafts- Organisation. Lebhafter zögernd zugab, erwiesen sich also als unbegründet. In dieser Ver- Mißstand sei die Schwierigkeit bei der Aufnahme in die Frren- Beifall folgte diesen Ausführungen. sammlung legte Genosse Winter aus Beuthen in längerer Rede anstalten. Nothwendig sei, daß in jedem Krankenhause eine selbstänDr. Lühr Mit erkenn den Versammelten das ganze Knappschaftswesen und die Be- dige Abtheilung für Geistestrante errichtet werde. In der Tonhalle hatten sich die Maurer versammelt. Sowohl nachtheiligung der Arbeiter durch seine Mängel dar und ermahnte mann aus Dresden bezeichnete es als nothwendig, daß in der große Saal, wie die geräumige Gallerie waren schon lange vor zur Organisation im Deutschen Berg- und Hüttenarbeiter- Verbande. allen großen Städten sogenannte Stadtasyle errichtet werden, wohin Beginn der Versammlung vollständig besezt. Er fand allgemeinen Beifall, ebenso die polnisch sprechenden Ge- Personen, die der Geisteskrankheit verdächtig sind, ohne weitere barem Intereffe folgte die mehr als tausendköpfige Zuhörerschaft dem nofsen Borys und Setteck aus Zabrze resp. Domb. Schwierigkeiten gebracht werden können. Eine schnelle Unterbringung Vortrage des Genossen Stadthagen, der, auf zahlreiche ThatDie Breslauer Zimmerer haben in einer gutbesuchten Ver- sei erforderlich, um die Verdächtigen vor Ausschreitungen, vor Be- sachen ſich ſtützend, ausführte, daß das Unternehmerthum in Besammlung beschlossen, im Hinblick auf die Gründung eines Ver- gehung von Verbrechen, vor Selbstmord u. f. w. zu bewahren, thätigung der brutalsten Ausbeutung selbst vor Gefeßesübertretungen bandes der Arbeitgeber des Baugewerbes in Deutschland und in aber auch schon deshalb, weil bei sofortiger ärztlicher Behandlung nicht zurückschreckt, um dem Arbeiter die Anwendung des Koalitionsrechts Erwägung des Beschlusses des Verbandes, mit den Arbeitern bei und entsprechender Isolirung die Patienten oftmals nach kurzer Zeit unmöglich zu machen, und daß, um dieſem kulturfeindlichen, gemeinDifferenzen nicht zu pattiren, sowie in anbetracht des in Breslau geheilt werden können. In einem solchen Stadtasyle müsse selbst gefährlichen Treiben des Unternehmerthums ein Ende zu machen, kein gemachten Borschlages, im nächsten Jahre die Bauarbeiter auf verständlich auch die Entlassung ohne weitere Schwierigkeit er besseres Mittel vorhanden sei, als die Arbeiter aufzuklären und fie mindestens vier Wochen auszusperren, jede Woche 400 Mark an die folgen können. Diese Stadtaſyle hätten auch den Vortheil, daß die um die Fahne der Sozialdemokratie zu schaaren. Von einer DisStreittasse abzuführen, wozu jeder Zimmerer eine Extrasteuer von Patienten mit großer Leichtigkeit von ihren Angehörigen besucht fussion sah die Versammlung ab und nahm eine Resolution im 50 Pf. wöchentlich leisten soll. Sinne des Referats einstimmig an. Diese Vorschläge fanden den lebhaftesten Beifall der Bersammlung. Ein Tendenzurtheil gegen die Boykottkommission und die Mannheimer Boltsstimme" fordert die Karlsruher Zeitung". Sie schreibt zu der bekannten Entschädigungsklage der Brauereien wörtlich folgendes: werden könnten. Geh. Medizinal- Rath Prof. Dr. Kräpelin aus Heidelberg betonte, die Nothwendigkeit, dem großen Publikum unbehinderten Lekte Nachrichten und Depeschen. Butritt in die Stadtaſyle zu gestatten, damit die Vorurtheile über das Wesen der Irrenhäuser verschwinden. Die Berliner Arbeiter Man darf auf die Rechtsprechung des Mannheimer Landgerichts begierig sein. Gilt es doch, endlich einmal den Berufshehern und ihrem Anhang klar zu machen, daß, wenn sie selbst keine Lust zur Arbeit haben, sie doch nicht berechtigt sein dürfen, die Veriverthung ihrer Arbeit anderen Personen unmöglich zu machen. Die Ausnügung der den Arbeitern gewährleisteten nahmen gestern in acht ausgezeichnet gut besuchten Versammlungen Koalitionsfreiheit zur Erlangung beſſerer Arbeitsbedingungen zu den gegen das Koalitionsrecht geschmiedeten Plänen Stellung. darf doch nimmermehr dazu führen, daß dem Arbeitgeber die Mögen allen Bersammlungen fand einstimmige Annahme die folgende lichkeit, zu produziren und seinen Erzeugnissen einen Absatz zu verschaffen, ohne weiteres unterbunden wird." Resolution. Die heute Versammelten erheben einmüthig Protest gegen die von der Regierung geplante Verschlechterung des Koalitionsrechts der Arbeiter. Also: es gilt, den berufsmäßigen Hezern und ihrem Anhang flar zu machen" das ist der Zweck, die Tendenz des Urtheils, das von Karlsruhe aus verlangt wird. Mit größerer Schamlosigkeit ist noch selten in einem amtlichen Blatt die Tendenzjustiz gepredigt Sie protestiren dagegen, daß das schon jetzt unzureichende worden. Interessant ist noch die praktische Deutung, welche die Koalitions Freiheit in dem Blatt erfährt; dieselbe Koalitionsrecht dadurch völlig wirkungslos gemacht werden soll, daß ,, darf doch nimmermehr dazu führen, daß dem Arbeitgeber die Mög- die Aufforderung oder„ Anreizung" zum Streit bestraft und den lichkeit zu produziren, und seine Produtte abzusetzen, unterbunden Arbeitern die im Kampfe um eine bessere Lebenshaltung unentbehrwird." Mit andern Worten: Streifen ist verboten! sonst wird ja liche Waffe entwunden werden soll. # --O -dem Arbeitgeber die Möglichkeit zu produziren", unterbunden. Sie protestiren gegen die Schaffung eines Ausnahmegesezes Boykottiren ist verboten! sonst kann er ja nicht absetzen. Kein Streit und fein Boykott, aber die Koalitionsfreiheit soll bestehen gegen die Arbeiter, das den Streit bestraft, während Aussperrungen, Streik und kein Boykott, aber die Koalitionsfreiheit soll bestehen Verrufserklärungen und schwarze Listen von seiten der Unternehmer bleiben; was bleibt dann von der Koalitionsfreiheit praktisch noch übrig? Dann ist sie nicht mehr, als das bekannte Lichtenberg'sche wie bisher straflos bleiben sollen. Messer ohne Heft und ohne Klinge! Ausland. Düsseldorf, 19. September.( W. Z. B.) Naturforscher und Aerztetag. Professor Dr. Tillmanns- Leipzig bespricht die Wirkung der modernen Geschosse und verurtheilt die von den Engländern in den indischen Feldzügen verwendeten Dumdum- Geschosse. Braunschweig, 19. September.( B. H.) Den Br. Neuest., Nachr." zufolge ist am Sonnabend die Glashütte von Limberg u. Ko. in Gifhorn vollständig niedergebrannt. 130 Arbeiter sind dadurch brotlos geworden. Man glaubt, daß Brandstiftung vorliegt. Triest, 19. September. Eine Bande slovenischer Bauern stürmte den einsam gelegenen Maierhof Domio und drohte den Besizer, einen Italiener, sammt seiner Familie zu verbrennen. der Räuber wurde verhaftet, die übrigen enttamen. Ein Theil Zürich, 19. September.( B. H.) Der bekannte englische Alpinist Gaston Bimus ist sammt seinem Führer von der CharmozSpize abgestürzt. Beide find todt. Die Leiche Bimus' ist bereits geborgen. Scheidegg, 19. September.( W. T. B.) Anläßlich der Einweihung der ersten Strecke der Jungfraubahn Scheidegg- Eigergletscher fand heute Mittag 12/2 Uhr auf dem Gletscherbahnhof nach einer Festpredigt und Gesangsvorträgen die Aufführung eines von Leonhard Steiner- Zürich gedichteten Festspiels statt. Auf die Aufführung folgte ein Bantett. Neuchatel, 19. September.( W. T. B.) Vier italienische Sie protestiren, daß die Organisation von Streits mit der Anarchisten wurden hier auf Anordnung des General- Prokurators entehrenden Strafe des Zuchthauses betroffen werde, und die der Eidgenossenschaft verhaftet. Sie heißen Bozzino, Colombelli, Bestrebungen der Arbeiter und Arbeiterinnen, ihre Lebenshaltung Merno und Germani. Bei Germani soll, wie gerüchtweise verlautet, zu erhöhen, gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen abzuwehren, ein anarchistisches Blatt gedruckt worden sein. oder, wie es bei Arbeiterinnen oft geschehen muß, Angriffe auf ihre Sittlichkeit mit Arbeitsniederlegung zu beantworten, ebenso bestraft werden sollen, wie Betrug, Meineid oder andere schimpfliche gemeine Verbrechen. Paris, 19. September.( W. T. B.) Die Jahresversammlung des Freimaurer- Konvents nahm in ihrer heute Bormittag abgehaltenen ersten Sigung einstimmig eine Resolution an, in welcher sie das Ministerium Brisson zu dessen haltung in der Dreyfus- Angelegen heit beglückwünscht und sich verpflichtet, dasselbe zu unterstützen zur Bertheidigung der großen Grundsäße der Revolution, welche die Gleichheit aller Bürger vor dem Geseze ohne Unterschied der Nasse Rom, 19 Septbr,( B. H.) Die Vorschläge Canevaro's betreffs Kreta's bezwecken hauptsächlich die Theilnahme Deutschlands und Desterreichs an der gemeinsamen Aftion. Die Achtstundenarbeit ist seit 7 Jahren auf den Werken einer der großen Schiffsbaufirmen, der Gebrüder Schort in Sunderland, eingeführt. Die Arbeitszeit hatte vorher 53 Stunden betragen. Jetzt wird aber in 48 Stunden mehr gearbeitet als in den 53 Stunden. Und zwar gab es auch im Anfang feinen Ausfall, und hat das Mehr der Gesammtleistung fortwährend zugenommen. Die Leute gehen um 1/28 Uhr nach dem Frühstück an die Ferner protestiren sie gegen die Absicht einer derartigen Arbeit und arbeiten mit nur einer Bause( 11/2 Stunden) für Essen Gesetzgebung, die im höchsten Grade fulturfeindlich wirken, und, und Ausruhen bis 5 Uhr Nachmittag. Die Firma, welche den Acht- indem sie den Arbeitern das natürlichste und selbstverständlichste stundentag nur versuchsweise eingeführt hatte, ist mit dem Ergebnis Grundrecht nimmt, ein gewinngieriges Unternehmerthum in seinem und der Religion feststellte. höchlich zufrieden und erklärt den jezigen Zustand, auch geschäftlich, Bestreben, die Arbeiterklasse zu unterdrücken, stärkt. Die Ver für weit günstiger als den früheren. Sämmtliche Stockdrechsler der Stockfabrik Philipp Bumiller sammelten hoffen, daß die gesammie deutsche Arbeiterschaft gein Wien, VII, Neubaugajse 27, befinden seit mehr als sechs schlossen zusammenstehen und durch einen einstimmigen Protest den Madrid, 19. September.( W. T. B.) Von tausend spanischen Wochen im Streit. Die Ursache desselben war eine beabsichtigte drohenden Schlag gegen das Koalitionsrecht nicht nur abwehren, Soldaten, die auf dem Dampfer„ San Ignacio" von Kuba nach der Lohnreduktion von 10-50 pct. Trotz der Bemühungen des Herrn sondern zugleich auf den nothwendigen Ausbau der Koalitions- Heimath zurückgeschafft wurden," starben während der Fahrt 123. Bumiller und des mit ihm verbündeten Meistervereins, welche in freiheit dringen wird. Ihre Aufgabe wird es sein, in anbetracht der Man mißt die Schuld für diese Todesfälle dem Umstande zu, daß ganz Desterreich Streitbrecher anzuwerben suchten, steht die Fabrit schon jetzt von den Unternehmern herbeigeführten und noch weiter die Amerikaner die Spanier zwangen, ihre Kranken einzuschiffen, bis heute leer. Nur ein Kleinmeister wirthschaftet in derselben herum. geforderten Drangsalirungen der Arbeiter um so eifriger durch um ihre eigenen Kranten in den Spitälern unterbringen zu können. Nun hat Herr Bumiller in der Leipziger Zeitschrift der Drechsler" um mehrere tüchtige Stockbrechsler annoncirt, denen massenhaften Beitritt die Gewerkschaftsorganisationen zu stärken. er dauernde Beschäftigung" verspricht. Die Wiener Drechsler halten Die Versammlungen nahmen den folgenden Verlauf: es für selbstverständlich, daß die Fachkollegen in Deutschland, sobald fie von der Sachlage informirt sind, den Kampf nicht erschweren Im Königshof, Bülowstraße, sprach Genosse Bernhard Bruns. werden. Der Meisterverein drohte bereits mit der Aussperrung Die zahlreich besuchte Versammlung spendete den Ausführungen des Athen, 19. September.( B. H.) Der englische Admiral forderte sämmtlicher organisirten Arbeiter. Nachdem es dem Verein jedoch Redners lebhaften Beifall. flar wurde, daß, wenn dieser Beschluß durchgeführt werden solle, In der Versammlung bei Martens, Friedrichstraße, die äußerst die Auslieferung mehrerer türkischer Notablen auf Kreta, die dort mehr als 90 pet. der Arbeiter entlassen werden müssen, so ist es gut besucht war, hatte Robert Schmidt das Referat über- mehrfach Massacres angestiftet haben. Im Weigerungsfall droht der bis heute bei der Drohung geblieben. 8uzug muß aber auf nommen. Redner zeigte in eingehender Darstellung, welchen starken Admiral mit dem Bombardement Kandia's jeden Fall ferngehalten werden. Einfluß die Vereinigung der Unternehmer auf die Gesetzgebung und Sofia, 19. Septbr. Bei den Ergänzungswahlen zur Sobranje Der Streik der Pariser Erdarbeiter gewinnt an Ausdeh- die maßgebenden Kreise ausüben. Die ganze Strömung gegen die für 9 Deputirtensize in 7 Wahlkreisen wurden durchweg Kandidaten nung. Bereits haben einige Synditate von Bauarbeitern sich bereit Arbeiterbewegung ist das Werk profitgieriger Interessenkreise, die der Nationalpartei gewählt, darunter in Sofia der Justizminister erklärt, eventell dem Streit anzuschließen. Während die Streifenden mit brutalen Mitteln die Arbeiterbewegung niederhalten wollen. 3gurew. Radoslawow ist bei der Wahl unterlegen. Die Wahlen sich musterhaft bewegen, provozirt die Polizei geradezu die Die Arbeiterschaft möge sich deshalb zur entschiedenen Abwehr rüsten. haben sich nach dem neuen Wahlgefeß, unter der Kontrolle der Konflikte durch die rigorosesten und lächerlichsten Maßnahmen. Von einer Diskussion wurde nach dem mit lebhaftem Beifall auf- Richter und der Kandidaten vollzogen. Die Ordnung wurde nirgends In einigen Vororten hat man die Polizei mit Revolvern genommenen Vortrag abgesehen; und die Theilnehmer der Ver- gestört. bewaffnet. Am Sonntag haben Versammlungen der Arbeiter sammlung trennten sich mit einem begeisterten Hoch auf die ArbeiterDie Ersteren bewegung. sowohl als auch der Unternehmer stattgefunden. Haag, 19. September.( W. T. B.) Das in der auswärtigen Presse verbreitet gewesene Gerücht von einem der Königin Wilhelmina Ende August während ihres Aufenthalts in Soestdijk begegneten Zwischenfall ist völlig grundlos. Es ist weder der Königin noch ihrer Hofdame irgend etwas paffirt, was das Gerücht erklären könnte. Bradford, 19. September.( W. T. B.) An einem Wagen der elektrischen Straßenbahn versagte, als er eine starke Steigung beharren auf ihren Forderungen, die Unternehmer geben sich durch Der große Saal des Konzerthaus Sanssouct war mit herunterfuhr, die Bremse. Der vollbesetzte Wagen schlug um; fünfzig eine Erklärung den Anschein, als ob sie mit den Forderungen der seinen Tribünen bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß Personen erlitten schwere Verlegungen, darunter mehrere tödtlich. Arbeiter wohl einverstanden wären, die Behörden müßten nur die ein beträchtlicher Theil der Anwesenden mit Stehplägen vorlieb Washington, 19. September.( W. T. B.) Fünf Regimenter, Tarife revidiren, d. h. die Unternehmer wollen für die Arbeiten, die nehmen mußte. Das Referat hielt Genosse e ßler, der in trefflicher die gegenwärtig in San Francisco find, erhielten Befehl, nach Manila sie übernommen, höhere Preise haben, dann sind sie bereit, den Weise, oftmals durch Beifall unterbrochen, die gegenwärtige Auslegung abzugehen. Die nöthigen Maßnahmen für den Transport derselben Arbeitern mehr zu zahlen. des§ 153 der Gew.- Ordn. durch die Gerichte beleuchtete, und dies den sollen sofort getroffen werden. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Halensee. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Interhaltungsblatt. Br. 220. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. September 1898. Juternationaler Glasarbeiter- Kongreß. " Berlin, den 18. September 1898. an den Sekretär der Glasarbeiter Barcelonas ist als unbestellbar sind Nebenarbeiter. Nur 52 000 find Bollarbeiter, d. h. solche, die zurückgekommen. Die Holländer sind nicht erschienen, weil ihre Or- während des Jahres 300 Tage gearbeitet haben. Die Technik hat ganisation durch den Bund der Fabrikanten und des Klerus zer mit dem Export in der Glasindustrie gleichen Schritt gehalten. Die sprengt worden ist. Der Sekretär bedauert, daß sich die holländi- Feuerungstechnik und die maschinelle haben sich sehr entwickelt und beide Der internationale Glasarbeiter- Kongreß es ist der fünfte ichen Arbeiter haben zu Sklaven machen lassen, jedes Arbeiters Faftoren haben ihren Antheil an dem Aufschwunge und der Konkurrenzfeiner Artist heute Mittag 1 Uhr im Saale des Englischen Prinzip muß es sein, einer festen Organisation anzugehören, weil fähigkeit der Industrie. Der hauptsächlichste Grund für die Konkurrenz Gartens, Alexanderstraße Hierselbst, eröffnet worden. Außer den er als Einzelner absolut machtlos ist. Der internationale Zu- fähigkeit liegt aber in den Verhältnissen des Arbeiters. Die ArbeitsDelegirten hatten sich zahlreiche Gäste, Mitglieder der Glasarbeiter- fammenschluß der Arbeiter wird mehr und mehr zur Nothwendig leistung des Arbeiters ist immer mehr hinaufgeschraubt worden, die Organisation und anderer Gewerkschaften, eingefunden, so daß der feit, um bei Streits und Aussperrungen sich gegenseitig Hilfe zu Löhne aber haben mit dieser Arbeitsleistung nicht gleichen Schritt geräumige, mit rothen Fahnen und Emblemen hübsch dekorirte Saal Teisten und den Zuzug zu verhindern. Bedauerlich bleibt gehalten. Die Arbeitszeit ist nicht verkürzt worden, die Sonntags fast überfüllt war. der geringe Fortschritt der internationalen Organisation. ruhe nur eine sehr problematische zu nennen. Auf Kosten der ArDie Gesangvereine Vorwärts" und" Frohsinn" aus Stralau Noch halten sich starke Unionen der englischen Glasarbeiter ihr fern. beiter hat das deutsche Unternehmerthum die Ueberlegenheit auf begrüßen die Theilnehmer des Kongresses durch zwei gemeinsam vor- So die Flintglasarbeiter, die eine so starte Organisation besigen, dem Weltmarkt erreicht, hat sich der Export in so ungeahntem Maße getragene Lieder, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. daß die Fabrikanten seit 15 Jahren keine Lohnreduktion vorzunehmen gesteigert. Während 1880 die Einfuhr 6772 Tonnen bei einem Dann ergriff der Reichstags- Abgeordnete Horn- Löbtau das Wort gewagt haben.( Bravo!) Die Organisation der hier vertretenen Werth von 6 704 000 m. und die Ausfuhr 59 621 Tonnen bei einem zu der Begrüßungsansprache. Er sagte:" Zum ersten Male wird Flaschenarbeiter umfaßt ausnahmslos alle Arbeiter dieser Branche. Werth von 292 Millionen betrug, ist 1895 die Einfuhr auf in Deutschland ein internationaler Glasarbeiter- Kongreß abgehalten," Wir haben," sagt Greenwood, in England vollständige Bewegungs- 2785 Tonnen bei einem Werth von 3/2 Millionen gesunken, die nachdem in den Vorjahren schon solche in England, Frankreich und freiheit, fein Eingriff der Behörde belästigt uns, wir werden als Ausfuhr über auf 113 422 Tonnen bei einem Werthe der Schweiz stattgefunden haben. Es ist für die Glasarbeiter- freie Bürger betrachtet und behandelt, und wir nehmen dasselbe von 30,4 Millionen gestiegen. Man sieht, daß trotz der Steigerung. bewegung gewiß von hoher Bedeutung, daß wir endlich auch ein- Recht wie die Fabrikanten für uns in Anspruch. Ein Flaschenarbeiter, der Ausfuhr der Werth der ausgeführten Waare ganz erheblich gemal in Deutschland die fremden Genossen der Glasbranche gegen- der der Organisation nicht angehört, hat keine Aussicht auf Be- sunken ist. Mit der Steigerung der Produktion ging der Werthwärtig finden und mit den Kollegen aus allen fultivirten schäftigung; wir betrachten ihn nicht als Arbeiter. Die Fabrikanten verminderung entsprechend eine stetige ohuherabsehung Ländern Fühlung gewinnen und über die Wege berathschlagen haben hier nicht dazwischen zu reden." Die internationalen Hand in Hand. Von 1874-97 sind die Löhne um 19 bis 32 pct. fönnen, welche einzuschlagen sind, um das Schicksal der Glasarbeiter Kongreffe dienen in erster Linie dazu, die Kenntniß über die Lage gesunken. Die Arbeitszeit variirt zivischen 60 und 87 Stunden in zu mildern. Sind es doch gerade unsere Kollegen, welche die der Glasarbeiter in den verschiedenen Ländern unter den Kollegen der Woche. Der Lohn für die Meister in den Fabriken beläuft Härteste Arbeit unter den größten Mühsalen im Schweiße ihres An- zu verbreiten. Hierzu wird auch dieser Kongreß dienen. Bum sich auf 16-27, in seltenen Fällen bis 30 Mart, für Gehilfen gesichts verrichten müssen. Gerade heute, bei der riesigen Ent- Schluß gedenkt Wiedner in warmen Worten der Frau Eleanore auf 12-18 M., für Lehrlinge auf 6-10 M., für Schmelzer von wickelung des Kapitalismus ist es für die Glasarbeiter aller Länder Marg, der besonders die Glasarbeiter vielen Dank schuldig feien. 12-24 M. Das ist kein angemessener Lohn für die Leiſtung eines höchste Zeit, sich zusammenzuschaaren und mit vereinten Kräften ihre Seit 1892 habe sie ihnen ihre Arbeitskraft gewidmet, und noch sei deutschen Arbeiters. Verlangt der Arbeiter eine Lohnaufbesserung, Lage zu verbessern. Weil dieser Gedanke der Zusammengehörigkeit fein Ersatz gefunden. so begegnet er dem größten Widerstand des Unternehmers. Dabei überall bei Ihnen durchgedrungen ist, weil er Sie alle beseelt, heiße habe der Glasarbeiter noch mit sehr mißlichen sanitären Verich Sie herzlich willkommen; zuerst die ausländischen Gäste, dann hältnissen zu kämpfen, beträgt doch das Durchschnittsalter eines Glasunsere deutschen Kollegen.( Bravo!) arbeiters nur 35 Jahre. Die Lokalbehörden und die Reichsregierung müssen mit diesen schlechten sanitären Verhältnissen vertraut gemacht und um Abhilfe angegangen werden. Die ausländischen Fachgenossen müßten sich mit den schlechten deutschen Verhältnissen beschäftigen, denn es ist klar, daß sie auf die jetzt noch guten engs lischen und amerikanischen Verhältnisse zurückwirken müssen. Neben einer starken nationalen Organisation ist deshalb eine gute internationale Organisation von Nöthen. Internationale Solidarität muß vor allem bei Lohnkämpfen geübt werden. Die Grundsätze dieser internationalen Solidarität müssen in einem Kartellvertrag Sekretär Greenwood nimmt zu dieser Resolution das Wort. festgelegt werden. Das Hauptgewicht muß auf die allgemeine EinDie französischen Arbeiter ständen treu zur internationalen Organi- führung des Achtstundentages gelegt werden.( Lebhafter Beifall.) fation und wären besonders gern nach Deutschland gekommen, gerade Im Anschluß an diesen Bericht sind folgende Anträge einum zu beweisen, daß sie nicht chauvinistisch gesinnt sind und keine gelaufen: Feindschaft gegen die deutschen Arbeiter hegen. Aber die großen Lohn- Die Glasarbeiter Stralau's beantragen, der Rongreß möge fich fämpfe hätten ihre Kaffen zu sehr geleert. Immerhin wären sie dafür aussprechen, daß in allen Betrieben der Glasindustrie, gleich bereit gewesen, einen oder zwei Delegirte zum Kongreß zu ent- viel welcher Art, eine ununterbrochene Sonntagsruhe von 30 Stunden senden. Leider habe sich aber der Briefwechsel zwischen ihm( Green- gefeglich festgelegt werde. Ostern, Pfingsten und Weihnachten soll wood) und der französischen Organisation der Sprachschwierigkeiten die Sonntagsruhe 54 Stunden währen. Sie soll in der Art gelegt wegen verzögert. Ausgeschlossen sei es deshalb aber nicht, daß die werden, daß die Arbeit Sonnabend Nacht spätestens um 12 Uhr aufs Franzosen im Laufe der Tagung noch einträfen. Anders wie mit hört und am Montag Morgen nicht vor 4 Uhr aufgenommen wird. Frankreich stehe es mit Amerita, das sich ganz abseits stelle und Die Glasarbeiter Ottensens fordern, daß die Glasarbeiter Or nicht einmal den Aufruf für den Kongreß in dem amerikanischen ganisationen aller Länder und aller Orten eine energische Agitation Fachblatt veröffentlicht habe. für den Achtstundentag entfalten. Begrüßungstelegramme waren von der Gewerkschaft der Glasund Porzellanmaler in Wien und von den Glas arbeitern in Hannover eingegangen. Eine vorläufige Feststellung der Prüfung crgab, daß England 7 Delegirte, Deutschland 14, Desterreich 2, Dänemark und Belgien je einen Delegirten entsandt haben. Mehrere französische Delegirte werden noch erwartet Es folgte die Wahl des Bureaus. Gewählt wurden als Präsidenten des Kongresses Ascholl ( England) und Bud( Deutschland), als Schriftführer Preußler ( Oesterreich) und Graf( Deutschland). Der Kongreß ehrt das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Plägen. In der Besprechung des Berichts bedauert Preußler Wien besonders, daß Frankreich nicht vertreten ist. Gern hätten wir aus dem Munde der Glasarbeiter von Carmaux und Albi eine Widerlegung der Lügennachrichten über die Glashütte in Albi gehört. Redner schlägt folgende Resolution vor: Der Kongreß bedauert, daß viele Länder trotz erfolgter Einladung auf dem Stongreß nicht vertreten sind und beauftragt den internationalen Sekretär durch eine Umfrage bei ihnen festzustellen, weshalb sie keine Vertretung entfandt haben und wie sie sich zur internationalen Organisation überhaupt stellen? = J Hierauf nahm der Sekretär des internationalen Komitees der Glasarbeiter, Greenwood( Castleford), das Wort. Er gab der Befriedigung der Engländer darüber Ausdruck, einmal in Berlin tagen zu dürfen, besprach die große Wichtigkeit der Glasarbeiter Organisationen im allgemeinen, zumal diese ja noch sehr weit zurüd find, und den Werth der internationalen Kongresse im besonderen. Seit 12 Jahren versuchten die Engländer mit den festländischen Kollegen in Verbindung zu treten. Hoffentlich werde dieser Kongreß zur Stärkung der internationalen Solidarität das seinige beitragen. Er betonte weiter, daß die Glasarbeiter ihre Ziele auf gesetzlichem Wege verfolgten. Es sei deshalb nicht nothwendig, daß die englischen Delegirten polizeilich überwacht würden, denn es liege ihnen fern, auch nur das geringste zu thun, was gegen das Gesetz verstoße. Er hoffe, die Engländer würden den Kongreß mit dem Horn Löbtau fonstatirt ebenfalls, daß das Fernbleiben der Aehnliche Anträge liegen aus Dresden und dem Plauen's chen Bewußtsein verlassen können, daß auch die festländische Organisation Franzosen nicht von Chauvinismus oder Gleichgiltigkeit diftirt sei. Grunde vor. Fortschritte mache und daß bald alle Arbeiter der verschiedenen Anders sei es mit Amerika. Jufolge der Zollpolitit sei zwischen den Eine Kommission von fünf Mitgliedern( von jeder Nation eint Länder eine einzige Brüderschaft bildeten, die nur ein Herz, ein amerikanischen und den europäischen Fachgenossen ein gespanntes Delegirter) wird mit der Redaktion dieser Anträge und ihrer ZuVaterland und eine Gesinnung haben, wie es so schön in dem Ve- Verhältniß entstanden. Man schließe sich in Amerika ab und ver- sammenfassung beauftragt. grüßungsliede geheißen habe.( Bei der Uebersetzung wurde der hindere auch deutsche und österreichische Fachgenossen, die drüben ein- Für Dänemark berichtet Hartmann. Die wenig ent Schluß lebhaft altlamirt. wandern, möglichst am Eintritt in die dortigen Organisationen. wickelte dänische Glasindustrie beschäftigt etwa 500 Arbeiter. Hier Breußler( Redakteur der Wiener, Solidarität") giebt der 2ambillotte Belgien bestätigt den zünftlerischen Charakter von find 290 organisirt. Die Vereinigung wurde im Jahre 1893 Freude Ausbruck, daß auch die Desterreicher diesmal, zum ersten der amerikanischen Organisationen, die ein Eintrittsgeld von 100, geftiftet. Die Fabrikanten eröffneten einen Vernichtungskrieg gegen Male, an dem Kongreffe theilgenommen haben. Die Organisation 200, ja 300 Dollars von dem Ausländer verlangen. Die amerika- jie, und 1895 gab es nur 9 organisirte Glasarbeiter. Während die m Desterreich fei noch sehr schwach, namentlich infolge des nischen Glasarbeiter schwankten noch zwischen den Prinzipien des Organisation darniederlag, verkürzten die Fabrikanten die Löhne großen Nothstandes der böhmischen Glasarbeiter, bei denen Freihandels und Schuzzolls hin und her, sie seien wirthschaftlich und aufs äußerste. Unermüdlicher Thätigkeit gelang es, die Organisation die Noth der schlesischen Weber aus den 40er Jahren ihre politisch noch nicht reif für die Ideen des Sozialismus und der auf ihre jetzige Höhe zu bringen, und eine Erhöhung der Löhne um Auferstehung feiere. Behntausend in der Hausindustrie beschäftigte allgemeinen Brüderlichkeit. Unter den amerikanischen Prohibitiv- 25 pCt. gegen 1891 durchzufeßen. Die Arbeitszeit beträgt 9 Stunden, österreichische Glasarbeiter verdienten bei 16stündiger Arbeitszeit nur zöllen litten die belgischen Arbeiter besonders. 95 pCt. aller in die Sonntagsarbeit ist so gut wie beseitigt. 1,50 fl.( Lebhafte Bewegung, hört, hört!) Selbst die Regierung Belgien hergestellten Fenstergläser gingen ins Ausland und namenthabe bei dieser Noth schon eingreifen müssen. Für die österreichischen lich nach Amerika. Die belgischen Unternehmer hätten die Zölle Fachgenossen gäbe es weder Sonntags- noch Nachtruhe, was moralisch dadurch wettgemacht, daß sie die Arbeitskraft des belgischen Arbeiters und phyfisch demoralisirend wirke. Er verspreche aber, daß trotzdem aufs höchste auspressen und ausbeuten.( Nuf bei den Deutschen: die Desterreicher brav zur internationalen Organisation halten würden. Ganz wie bei uns!) Die Arbeiter müssen deshalb Einfluß auf die ( Lebhafter Beifall.) Gesetzgebung zu gewinnen suchen, um die verderbliche SchutzzollLambilotte- Belgien erinnerte in seiner Begrüßungsansprache Politik zu verhindern. Nur durch die Vereinigung könne den Aran den großen belgischen Glasarbeiterstreit, der den Führern der beitern Segen erwachsen und unter den Arbeitern aller Länder Bewegung 20 Jahre Zwangsarbeit eingebracht habe. In Belgien muß der Grundsatz zur Geltung kommen, daß jeder Angehörige feien 4000 Glasarbeiter organisirt, zum großen Theil Rekruten, die einer Organisation bei jeder ausländischen Organisation bereitwillige von dem Werthe der Bewegung noch nicht recht durchdrungen seien. Aufnahme findet.( Lebhafter Beifall.) Von dem Kongresse erhoffe er aber die allerbesten Anregungen. ( Beifall.)( Lambilotte ist belgisches Barlamentsmitglied.) Böllel Schwierigkeiten beim Eintritt in die amerikanische Organisation. Der Hunter England bestätigt aus eigener Erfahrung die ( ein jetzt in England lebender sächsischer Glasarbeiter, der unter dem amerikanische Glasarbeiter verdiene täglich 7-10 Dollars und dieser Sozialistengesetz ausgewiesen worden ist) sprach als Kosmopolit. Er hohe Lohn habe die Ueberhebung und Abgeschlossenheit der amerikanierinnerte an die Zeit des Sozialistengesetzes, dem auch die Glasarbeiter- fchen Glasarbeiter zur Folge. organisation zum Opfer gefallen sei. Auch er habe das Vaterland verlaffen müssen, sei aber bestrebt gewesen, seine Ideen im Ausland zu verbreiten. Die internationalen Kongreffe brächten die Arbeiter der einzelnen Länder immer näher und bald werde fich das Wort des großen Lehrmeisters erfüllen Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!"( Stürmischer Beifall.) " Auf Vorschlag Horn's sprach der Kongreß allen in Lohnlämpfen stehenden Fachgenossen seine Sympathie aus. Die Prüfung der Mandate wurde den einzelnen Nationen überlassen. Eine Kommission wurde mit der Ausarbeitung der Geschäftsordnung betraut. Die weiteren Verhandlungen wurden auf Montag früh vertagt. genommen. Kommunales. bes Die Baus Die Leichen- Sammelstelle in der Diestelme herstraße dient bekanntlich als Stapelplatz für alle Leichen, die als" Freileichen“ für Rechnung der Stadtgemeinde beerdigt werden müssen. Diese Leichen Rechnung der Stadtgemeinde beerdigt werden müssen. Diese Leichen werden im Laufe jedes Tages durch einen Unternehmer mittels Leichens wagens aus den Sterbehäusern und den Krank enanstalten abgeholt. wagens aus den Sterbehäusern und den Krank enanstalten abgeholt. ant die Sammelstelle abgeliefert und von hier aus während Sammelstelle sind im letzten Verwaltungsjahre, vom 1. April 1897 der Nachtzeit durch besonders eingerichtete Wagen nach dem Gemeinde- Friedhofe bei Friedrichsfelde übergeführt. Für die Sammelstelle find im letzten Verwaltungsjahre, vom 1. April 1897 bis 31. März 1898 nahmen betrugen 2003,75 W., so daß ein Zuschuß aus der Stadt2455,38 m. verausgabt worden. Die Eins tasse von 451,63 M. erforderlich war. Zur Beseitig ung von menschBuck- Stralau hebt hervor, daß es in Amerika jetzt noch so lichen Körpertheilen, mögen dieselben von lebenden Menschen her sei, wie früher in England. Als die englischen Löhne noch höher waren, hätten auch die Engländer nicht viel von der internationalen stammen( Amputationen) oder zu Leichen gehören, bei denen jede Organisation wissen wollen. Die Verhältnisse würden auch hier Jahre auf dem Grundstück Leichenindividualität verloren gegangen ist, wurde im vorigen der Leichen- Sam melstelle früher oder später Wandel schaffen. Vorläufig sei von den kanntlich ein Verbrennungsofen errichtet. Amerikanern nichts zu erivarten. Sierauf tritt die Mittagsabnahme pa use ein. dieses Ofens erfolgte im April dieses Jahres In der Nachmittags- Sigung wird zunächst dem Jnternationalen der Medizinalabtheilung des Kultusministeriums, des Reichs- Gesunds und es fanden darauf Verbrennungen in Gegenwart von Mitgliedern Sekretär Decharge ertheilt und die Resolution Preußler an- heitsamtes, der städtischen Gemeindebehörden und des Polizeipräsidiums Es folgt der Bericht der Delegirten, der sich auf die 2ohn- statt, wobei sich herausstellte, daß der Ofen zur vollsten Zufrieden 2ohnheit funktionirte. Es wäre zu wünschen, daß aus hygienischen verhältnisse und die Arbeitszeit erstrect. 8 weiter Verhandlungstag. Für Deutschland spricht Girbig Stralau, Vorsitzender des Rücksichten die Staatsbehörden ihren Widerspruch gegen die Errichtung eines Leichenverbrennungs Ofens( Krematoriums) Montag, den 19. September 1898. Berliner Verbandes. Er giebt eine Geschichte der Organisation, ge in Berlin endlich aufgäben und die fakultative Leichenverbrennung, Die Verhandlungen werden um 82 Uhr früh eröffnet. Als denkt der Herschmetterung durch das Sozialistengeses, von der sie sich ähnlich wie es in Gotha und Hamburg bereits der Fall, auch hier Arbeitszeit des Kongresses werden die Stunden von 8 bis 12 und immer noch nicht ganz erholt habe, zumal der Indifferentismus unter zuzulassen. Die städtischen Behörden haben sich bekanntlich wiedervon 2 bis 5 festgesetzt. den Glasarbeitern sehr groß sei. Redner geht dann im speziellen holt für die Errichtung eines Krematoriums in Berlin entschieden. Die definitive Tagesordnung lautet: Bericht des Sekretärs; auf die Verhältnisse der Weißhohlglasbranche ein, die er als traurige Beider gelang es bisher nicht, die Zustimmung der Staatsbehörden Bericht der Delegirten, Lohnfrage und Arbeitszeit; die Schutzzoll- bezeichnet. Die Lehrzeit fei gänzlich ungeordnet, der Lohn schwanke frage; die Organisation der Glasarbeiter; Anträge; das inter- zwischen 12 und 16 M. Die Sonntagsruhe sei sehr mangelhaft zu erlangen. nationale Sekretariat; der nächste Kongreß. durchgeführt. Nachdem der Kongreß sich eine Geschäftsordnung gegeben, Der Vors. Buď verliest ein Schreiben der Glasarbeiter von erstattet die Mandatsprüfungskommission Bericht. Anwesend find Wirges im Westerwald, indem sie den Kongreß begrüßen und mit 26 Delegirte und zwar 15 aus Deutschland, 1 aus Dänemard, 1 aus theilen, daß ihnen drei Versammlungen, in denen sie zum Belgien, 2 aus Desterreich und 7 aus England. Die deutsche Kongreß Stellung nehmen wollten, vom Landrath ber Delegation vertritt 5210 organisirte Glasarbeiter in 29 Orten, die boten worden feien. Diese Beschränkung der Koalitionsenglische 4200 Mitglieder und zwar ausschließlich Arbeiter der freiheit ruft bei den Delegirten hochgradige Entrüstung hervor. Flaschenindustrie und der belgische Delegirte 2500 organisirte Fenster- Den Generalbericht über die Lage der deutschen Glasarbeiter giebt Das in Gütergot von der Verwaltung der Invalditäts- und glasarbeiter, der österreichische 3150 Organisirte. Sämmtliche Mandate Horn, der während seines vielmonatigen Gefängniß- Aufenthaltes Altersversicherungs- Anstalt Berlin eingerichtete Sanatorium hat im werden für giltig erklärt. die Verhältnisse nach amtlichem, statistischen Material eingehend Jahre 1897 zwei neue Krantenbaracken erhalten, wodurch für Greenwood( Castleford) erstattet Bericht über die Thätigkeit des studirt hat. Er fagt u. a.: Die ausländischen Glasarbeiter flagen 94 Patienten Staum geschaffen werden konnte, während 1896 höchstens Internationalen Sekretariats. Der Londoner Kongreß im Jahre 1896 alle über die deutsche Konkurrenz. Der deutsche Arbeiter arbeite 68 Patienten beherbergt wurden. Es werden nur männliche Perbeschloß, den nächsten internationalen Kongreß in Deutschland statt zu viel und zu billig, der deutsche Fabrikant produzire zu viel und sonen aufgenommen. Ausgeschlossen sind ferner Personen, welche finden zu lassen. Er sollte bereits im Juli zusammentreten; mit zu billig. In der That ist die Zahl der Arbeiter und die Arbeits- an ansteckenden Krankheiten oder Lungensch windsucht leiden. Zur Rücksicht darauf, daß der bewährte Kollege Horn sich zu dieser Zeit leistung stetig gewachsen. Nach den Listen der Unfall- Berufs- Jahre 1897 tanten 276 Personen zur Aufnahme, während 279 aus der im Gefängniß befand, beschloß man, den Kongreß im September genossenschaften eristirten eristirten im Jahre 1885 764 Betriebe mit Behandlung entlassen wurden. Von legteren waren 149 geheilt, 101 bis stattfinden zu lassen, um den alten Kampfgenossen begrüßen zu 38 138 Arbeitern, 1886 gab es nur 688 Betriebe, diese zur Erwerbsfähigkeit gebessert und nur 29 ungeheilt und erwerbsunfähig. Zu Armenärzten sind von der Armendirekti on gewählt worden Herr Dr. Engelhardt als Armenarzt für den 21. und Dr. Glaß fir den neuen Theil des 74. Medizinalbezirks. Tokales. fönnen.( Beifall.) Einladungen zu diesem Kongreß find an die ver- beschäftigten aber schon 41 685 Arbeiter. 1890 gab es 723 Betriebe In Prozenten belief sich die Zahl der Erwerb sfähigen auf 90 pct. schiedenen Branchen der englischen Glasarbeiter, an die Unionen der mit 54 130 Arbeitern, 1891 716 Betriebe mit 56 167 Arbeitern und und zwar der Heilungen auf 53, der Besserungen auf 36 und der UnSchleifer, Preßglas- Arbeiter und Weißglasmacher ergangen, fie haben 1896 741 Betriebe mit 82 000 Arbeitern. Bei einem Rückgeheilten aber Erwerbsfähigen auf 1 pet. aller entlassenen Pflegaber leider dem Rufe nicht Folge geleistet. Vertreten sind nur die gang der Betriebe um 23 ist die 8ahl der Arbeiter linge; 10 pCt. blieben ungeheilt und nicht erwerbsfähig. Seit Mitte Flaschenmacher. Einladungen find weiter ergangen an die um mehr als das Doppelte gestiegen. In diese April bis Ende November 1897 üb erftieg die Zahl der AufnahmeGlasarbeiter Hollands, Belgiens, Frankreichs, Spaniens, Bahl der Betriebe sind alle Veredlungsanstalten, wie Glas- gefuche dauernd die Zahl der Vakanzen und es mußten in diesen Desterreichs, Dänemarts und Amerita's. Die amerikanischen malereien und-Schleifereien mit eingeschlossen. Unter den 82 000 Ar- Monaten beständig Bornotirungen stattfinden. Das Sanatorium Glasarbeiter haben auf die Einladung nicht geantwortet, der Brief beitern befinden sich 47 000 gelernte Glasmacher 35 000 Arbeiter hatte insgesammt 29 046 Verpflegungstage, die Ausgaben stellten sich 0 Dem anwesenden Publikum soll das abscheuliche Schauspiel ein großes Amüsement" gebracht haben. Alle Achtung vor solchem Publikum! Er ist sehr auf 89 829,80 M. oder pro Tag und Kopf eines Kranken auf 3,768 22. und den Eltern das Erziehungsrecht zuerkannt. In dem Urtheil ihm nicht mehr möglich, den davonrennenden Latrowski auf der Unter den zur Behandlung gekommenen Krankheiten überwogen heißt es u. a.: Daß das Behrend'sche Ehepaar seinen Kindern den Treppe zu paden, so daß der Dieb entkommen ist. solche der Haut, Ketochen und Muskeln mit 36 pet., darunter meist nothdürftigen Unterhalt nicht gewährt hat, ist inhaltlich der zu ber Gelentrheumatismus, es folgten Nervenkrankheiten mit 18 pet. Die Aften gelangten Ermittelungen nicht anzunehmen. Wenn dieser gier war bei dem Hoffapellmeister Mud die 21 Jahre alte Klara Eine Liebestragödie wird aus der Schellingstraße gemeldet. durchschnittliche Berpflegungsdauer für einen Fall belief sich au Unterhalt färglich und fümmerlich ausgefallen ist, so hat dies seinen Krummbach seit 2 Jahren als Hausmädchen in Stellung. Vor 98,6 Tage. Die Mehrzahl der Aufgenommenen waren zwischen Grund darin, daß die Eltern in äußerst dürftigen Verhältnissen 1/2 Jahren lernte das Mädchen einen jungen Ingenieur kennen und 30 und 50 Jahren alt, 3 noch nicht 20, 12 fiber 60 Jahre. Von leben, mithin ihren Kindern bessere Verpflegung als die dargereichte aus der Bekanntschaft entwidelte sich ein Liebesverhältniß. In den den entlassenen Pfleglingen waren 57 lebig, 217 berheirathet, 4 ver- nicht gewähren können. Darin fann indeffen der Thatbestand der letzten Tagen muß es zwischen dem Paare zum Bruch gekommen twittwet bezw. geschieden. 164 Patienten bezogen bei der Aufnahme Versagung des Unterhalts nicht erblickt werden. noch Krankengeld, 106 waren ausgesteuert, darunter 79 Verheirathete Vor einem falschen Afrikareisenden wird gewarnt. Derfelbe regung in die Wohnung zurück und schoß sich eine Kugel in den sein, denn die Krummbach tehrte Sonnabend Abend in größter Aufand 2 Wittwer. In 82 Fällen wurde den bedürftigen Familien der tritt unter dem Namen eines Lieutenants Morgen oder Lieutenants Stopf. Die Schwerverwundete wurde in ein Krankenhaus geschafft. Stranien während der Dauer des Aufenthalts des Ernährers im Hartmann auf, sucht ausschließlich ehemalige Militärs oder Verwandte Sanatorium wöchentliche Unterstützungen in Höhe von 3 bis 7 m. berfelben auf und borgt unter der Vorspiegelung, ihm sei das Reise- großen Raubthierhause im Zoologischen Garten ab. In einem der Eine aufregende Szene spielte sich am Sonnabend vor dem von der Versicherungsanstalt gezahlt. Außer für die im Sanatorium geld ausgegangen, größere Summen, die er von Berlin aus, wo er äfige befindet sich eine Löwin mit ihren drei Jungen. Einer der Gütergozz behandelten Patienten wurden im Jahre 1897 noch für in der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes angestellt sei, Aufseher hatte die Aufgabe, das Thier in einen benachbarten Käfig 94 Männer und 57 Frauen die Krankenfürsorge abgeschlossen. Die zurückzusenden verspricht. Da derselbe über die afrikanischen Verzu treiben. Plöglich erscholl aus der Menge, die dem Vorgang beifelben wurden zunächst in den hiesigen öffentlichen und hältniffe und Afritareifenden gut informirt ist, gelingen ihm seine wohnte, ein Schrei des Entfegens: Die Löwin hatte mit einer Tape privaten Krankenhäusern und in den städtischen Stätten bei Berlin, tvie Malchow, Blankenburg, Blanken Schnurrbart und gebräunte Gesichtsfarbe, zeigt ein gewandtes Be- herangekommen war, und im nächsten Moment lag die giveile Heim Betrügereien. Der Betrüger ist groß und fräftig, hat blonden die Hand des Wärters erfaßt, mit der er zu nahe an das Gitter felde, ferner in ferner in der Voltsheilstätte des rothen Kreuzes nehmen und macht den Eindruck eines Offiziers in Zivil. ant Grabowsee bei Oranienburg und in der Anstalt bes Vordertatze des Thieres auf seiner Schulter. Einige Männer Dr. Weiders in Görbersdorf i. Schles. auf Kosten der Zu erregten Auftritten, bei denen die Polizei einschreiten schlugen mit ihren Stöcken auf das wüthende Thier, das sein Opfer Versicherungs- Anstalt behandelt. In einigen Fällen bestand die Für- mußte, tam es am Sonnabend Abend bei einer Pfändung in der dicht an das Gitter des Käfigs herangezogen hatte, ein, das sich forge in Gewährung orthopädischer Apparate, Bäder 2c. und in am- Gartenstraße. Der Att des Gerichtsvollziehers hat folgende mert erst dann fauchend zurückzog, nachdem es den Arm des wärters zerbulanter Behandlung. Bei den Männern, die außerhalb Gütergok würdige Vorgeschichte. Der stud. phil. Gustav B. gab nach sechs fleischt hatte. behandelt wurden, überwiegen Lungenkrankheiten, zumeist Lungen- Semestern sein Studium auf, um sich der Offizierslaufbahn Um die Werthschähung zu fennzeichnen, deren sich das schwindsucht, bei Frauen tamen außerdem Haut-, Knochen, Musteln zu widmen. Er hatte bereits das Offiziersexamen gemacht, als fein Streitbrecherthum in staatserhaltenden Streifen erfreut, hatten und Gelent- Krankheiten in betracht. Bater, der Hauptmann in der Armee gewesen war, starb und ihm 13000 m. wir in Nr. 216 ein vom Gch. Reg.- Rath Schindler zu Steglig aus Die Große Berliner Straßenbahn hat beim Polizeir" fidium Geschäft zu begründen. Da die Erbschaft indessen als Hypothek noch theilung hieß:„ Der Arbeiter..... ist als ein ehrlicher und ordentlicher hinterließ. Nun verließ B. auch seine neue Laufbahn, um gleich ein gestelltes Zeugniß erwähnt, in dem es nach der uns gewordenen Mitund bei der städtischen Verkehrsdeputation die Genehmigung nach bis zum Oftober b. I. festlag, so verlaufte er seinen Anspruch für Mann bekannt, redlich bemüht, seine Familie zu ernähren. gesucht, 1. zur Einrichtung einer neuen Linie vom 7000 m. und richtete mit den Erlös in der Gartenstr. 156 eine Er hält sich völlig fern von sozialdemokratischer Agitation Moltenmartt über den Mühlendamm- Breitestraße- Schloß- chanfvirthschaft mit weiblicher Bedienung ein. play-- Werderschen Markt- Franzöfifchestraße- Kanonier, Mauer-, feine Geliebte, eine frühere Kellnerin. Das Geschäft ging aber seiten der anderen Arbeiter ausgesetzt gewesen. Die Wirthin war und ist sogar neulich als Streitbrecher Thätlichkeiten von Leipzigers, Potsdamer-, Lügow, Schill, Nettelbed, Kleift, Tauen- nicht, die Miethsschulden betrugen jetzt schon 300 W. Der Haus- patriotisch gesinnt und besucht fleißig die Kirche. Ich kann zienstraße, Auguste Bittoriaplay, stantstraße bis Amtsgericht zu wirth Rechenbach, ein Mann, der früher in Kalifornien als Gold- ihn allen patriotischen und monarchischen Herren aufs Charlottenburg( 8 und 6 Minuten- Verkehr) und 2. zur Weiterführung gräber sein Glück gemacht hat, strengte die Räumungsklage an. beste empfehlen." der Linie Weißenburgerstraße( Ede Danzigerstraße)-Nigdorf( Her während diese schwebte, bestellte die Geliebte P.'s, die sich für seine mannsplatz) durch die Berliner- Richard- und Cannerstraße bis zur Frau ausgab, eine fräftige Rüdfompagnie", die fleißig arbeitete. rath Schindler eine Zuſchrift, in der er berichtigt, daß das betreffende Zu dieser Mittheilung erhalten wir von Herrn Geh. RegierungsBerbindungsbahn( 8 Minuten- Berlehr.) Diese Fahrplanänderungen Der Hauswirth, der hurzsichtig und schwerhörig ist, sah vom Fenster Attest in der mitgetheilten Faffung nicht von ihm ausgestellt fei. follen am 1. Oftober in traft treten. Ein Damenrennen fand als neuester Auswuchs des Sport- wurden. Erst seine Frau merfte, um was es sich handelte. Weit der stückes nicht mit, wohl aber fezt er uns in Kenntniß von der guten aus zu, wie namentlich die Kellervorräthe nach und nach abgeholt Leider theilt Herr Schindler den wirklichen Wortlaut des Schriftwesens am Sonntag auf der Radrennbahn am Kurfürstendamm Rückkompagnie aber war nicht so leicht fertig zu werden. Obwohl Meinung, die er über die Arbeitswilligen" gewonnen hat. So statt. Wie es dabei zuging, lehrt ein Bericht des Berliner Tage der Hauswirth die Gaststuben mit Krammen vernagelt hatte, weil schäzbar diese Ansichten des Herrn Schindler an sich unzweifelhaft blatt" In einem der Vorläufe zu dem genannten Rennen waren er die Schlüssel nicht bekommen konnte, drang die Kompagnie am find, so glauben wir doch auf die ausführliche Wiedergabe derselben einige Stürze vorgekommen. Fräulein Aboutaia, eine buntel- Freitag Vormittag mit Hilfe der Frau P. doch ein und hatte bereits verzichten zu müssen, da wir befürchten, daß die Mehrzahl unserer farbige Tochter Algiers, verfiel aus Schrecken über den Sturz des wieder einen Theil des Weinlagers und der Wirthschaftseinrichtung Leser kaum ein besonderes Verlangen tragen wird, die rein persön Fräulein Schuster in einen Weinframpf und mußte fort- aufgeladen, als die Polizei ihrer Arbeit ein Ende machte. Die liche Meimmg des Herrn Geh. Regierungsraths in dieser Frage getragen werden, erschien aber ebenso wie Fräulein Schuster aus Mannschaften der Rückkompagnie waren eben dabei, sich an den im femmen zu lernen. Berlin, die starke Hautabschürfungen erlitten hatte, nach kurzer Zotale noch vorhandenen Likören gütlich zu thun, als ein WachtZeit wieder auf der Bahn. Die Berlinerin nahm sogar noch an den meister mit mehreren Schutzmännern auf der Bildfläche erschien. Wehr nach der Universitätsstr. 5 gerufen, wo eine explosionsFenerbericht. Sonnabend Abend gegen 8 Uhr wurde die folgenden Rennen theil, nachdem sie sich vom Arzt hatte ver- Am Sonnabend Abend num kam ein Gerichtsvollzieher mit vier artige Entflammung von freigewordenen Gafen zu grunde lag. binden lassen. Die beste der anwesenden Rennfahrerinnen, Möbelwagen, um für den Hauswirth alles, was noch da war, auf Stennen gebracht worden und kam daher nicht mit in die Ent- tompagnie beigeftanden hatten, fanden sich wieder in größerer Anzahl zurückführt, verursachte ein Ausrücken der Wehr nach Zwingli Fräulein Louise Roger, war durch die erwähnten Stürze aus dem die Pfandfammer zu bringen. Die Leute, die früher der Rüd- Diefelbe lief jedoch, ohne böse Folgen zu haben, verhältnißmäßig gut qb. Ein Dachstuhlbrand, der auf vorsätzliche Brandstiftung fcheidung des Hauptfahrens. Dagegen gewann sie in großem Stil ein und rissen die Siegel ab, bis die Polizei wieder einschritt und die beiden anderen Damenkonkurrenzen." die Störenfriede vertrieb. traße 8 in Moabit. Infolge zeitiger Wahrnehmung, war es möglich, den Herd des Feuers, der sich glüdlicherweise forderte, erzählt ein Berichterstatter in folgender Weise: Frau B., begrenzen. Mehrere Stellen des Bodens wiesen sogenannte Rester Wie ein Student cine verheirathete Frau zum Duell erft über einen Heinen Theil der Dachkonstruktion erstreckt hatte, zu die Ehefrau eines im Nordwesten wohnenden Geschäftsmannes, bei aus Papier u. f. w. mit Petroleum getränkt auf. Ein Rohr mußte Das Polizeipräsidium theilt mit: Die hiesigen Einwohner, dem viele Studenten verkehren, fand bei der Durchsicht der Geschäfts- die Löscharbeit ausführen. Von den Thätern fehlt bis jetzt jede welche für das Kalenderjahr 1899 außerhalb des Berliner Gemeinde- bücher, daß ein Charlottenburger Student noch einen Poften zu be- Spur. Die Polizei leitete sofort umfassende Recherchen ein. Sonntag bezirks ein Gewerbe im Umherziehen betreiben wollen, werden in zahlen hatte. Da es sich um einen alten Rückstand handelte, so er- früh 10 Uhr brannte Bridenstr. 10a eine hofwärts gelegene ihrem eigenen Interesse aufgefordert, das Gewerbe behufs Er- innerte sie den Schuldner daran in einem höflichen Briefe. Der Schneiderwerkstatt gänzlich aus. Nachmittags 1 Uhr mußte die Wehr langung der Wander Gewerbescheine unverzüglich an- junge Musensohn erschien alsbald persönlich im Laden, in dem die nach Stiga er str. 131 ausrüden, wo ein großer Dunghaufen auf zumelden. Die betreffenden Gesuche sind dem hiesigen töniglichen Frau allein anwesend war, nannte es eine Frechheit, so an ihn zu einem freien Blaze brannte. Gegen 4 Uhr nachmittags Polizeipräsidium einzureichen. Die von der letztgenannten Behörde schreiben und erklärte, wenn man ihm so tomme, da werde er über- mußte nach dem Tempelhofer Feld zur Ablöschung eines ausgefertigten und der hiesigen königlichen Direktion für die Ver- haupt nicht bezahlen. Als Frau B. sich seinen Ton verbat, wurde der Brandes, der das Gras auf etwa 300 Quadratmeter ergriffen hatte, waltung der direkten Steuern, Abtheilung für Gewerbesteuer, übersandten Student noch aufgeregter und achtete nicht einmal darauf, daß mittler ausgerückt werden. Biele Hunderte des anwesenden Publikums Wandergewerbescheine sind demnächst bei der hiesigen städtischen weile noch ein Herr eingetreten war, der eben von der Reitstunde leisteten Hilfe. Gegen 6 Uhr wurde die Wehr abermals nach dem Steuertaffe gegen Zahlung der in einem besonderen Schreiben der kam und seine Reitpeitsche auf den Ladentisch gelegt hatte. Der Felde gerufen, wo aber das Publikum schon vor Ankunft der Wehr Steuerdirektion bekannt gegebenen Steuer einzulösen. Nur Inländer, Aufforderung der Frau B., den Laden zu verlaffen, fam der junge das Feuer gelöscht hatte. Zwischen 5 und 6 Uhr erfolgten gleichwelche ausschließlich nicht selbst gewonnene rohe Erzeugnisse der Mann keineswegs nach. Einmal meinte er, müßte er dreimal auf zeitig Alarmirungen nach Triftstr. 12 und Audenarstr. 32; Land- und Forstwirthschaft, des Garten- und Ostbaues, der Geflügel- gefordert werden, bis er zu gehen verpflichtet wäre, und dann habe hier brannten im Freien Bretterzäune, welche vermuthlich Kinder anund Bienenzucht im Umherziehen feilbieten wollen und deshalb sie ihn nicht aufzufordern, sondern höflich zu bitten. Nun verlor gesteckt hatten. Ein Balkenbrand war der Grund des Ausrüdens, eines Wander- Gewerbescheines nicht bedürfen, haben den erforderlichen die Geschäftsfrau die Geduld, ergriff in ihrer Aufregung die Reit- bas in der Nacht zum Montag geschah nach No st izstraße. Gewerbeschein direkt bei der königlichen Steuerbireftion, Abtheilung peitsche des eben eingetretenen Stunden und schlug damit ihrem Greifswalderstraße 226 brannten Holzfpähne in einem für Gewerbesteuer, Kleine Präsidentenstr. 7, nachzusuchen. Gegner das Geficht blutig. Jezt erst entfernte sich der Student, Steller. Montag früh 11 Uhr war Krausenstraße 17 ein Das Kuratorium der Unfallstationen theilt mit: Mit der brehte sich an der Thür aber noch einmal um und rief Frau B. zu: Gardinenbrand abzulöschen. Kurz vorher erfolgte eine Alarmirung Leitung der chirurgischen Abtheilung des neuen Krankenhauses, Uhr erschien denn auch schon ein Kartellträger mit einem großen Rogohn hatte in die Kochmaschine Petroleum gegossen, um das Sie werden von mir hören!" Am selben Abend zwischen 8 und nach Wafferthorstr. 27. Das im 4. Stock wohnende Fräulein welches der Zweigverein Berlin" des Vaterländischen Frauenvereins in Weißensee errichtet, ist Herr Dr. Bode, dirigirender Arzt der Schriftstück. Frau B. sollte unterschreiben und damit reuig Abbitte Feuer schneller zu entzünden. Die aus der Kochmaschine schlagende in Weißensee errichtet, ist Herr Dr. Bode, dirigirender Arzt der leisten. Als sie sich dessen weigerte, entfernte sich der Kartellträger Flamme ergriff die Kleider der R. Unfallstation I betraut worden. Die Unglückliche lief lichterloh mit der Erklärung, daß seinem Auftraggeber dann nichts anderes brennend nach der 3. Etage hinunter, wo erst die Hausbewohner intig bleibe, als ihr eine Forderung auf schwere Waffen zu über die Flammen erstickten. Die lebensgefährlich Berlegte erhielt von mitteln. Frau B. sieht der Weiterentwickelung der Dinge gespannt den Samaritern der Wehr den ersten Nothverband und wurde dann entgegen. Sie thut gut, die Reitpeitsche weiter bereit zu halten. auf Anordnung des Arztes mittels Krankenwagens dem KrankenEin schwerer Schlag hat die Familie des Geflügelhändlers hause Am Urban zugeführt. Seiden aus der Mendelssohnftr. 9 getroffen. Am Freitag Nachmittag Für den Wagenverkehr ist die Königstraße zwischen der Kurspielte der fünfjährige Sohn Heinrich auf der Treppe im zweiten fürstenbrücke und der Heiligegeiftstraße endlich wieder freigegeben Sofgebäude. Der Knabe war die runde Treppe bis in den ersten worden. Die Sperre dieses wichtigen Straßentheiles, die Stock hinaufgegangen. Da riefen ihm andere Kinder, die unten im Arbeiter und Arbeiterinnen Charlottenburgs! Am DonnersAsphaltirungsarbeiten wegen erfolgte und lange Zeit dauerte, war Flur standen, zu. Um ihnen zu antworten, beugte er sich über das tag den 22. September, abends 8 Uhr, wird im Lokal„ Bismardsumso störender, als alles Fuhrwerk, Omnibus- und Pferdebahn- Geländer hinaus. Hierbei verfor er das Gleichgewicht und stürzte höhe", Wilmersdorferstraße 39, eine öffentliche Protest- Versammlung wagen nicht ausgeschlossen, einen weiten Umweg durch die Breite- fopfüber auf den asphaltirten Flur hinab. Sechs Stunden später gegen die geplante Beschränkung und Verschlechterung des Koalitionsoder die Kaiser Wilhelmstraße machen mußte. starb der Verunglückte in der elterlichen Wohnung. In dem benachbarten rechts stattfinden. Reichstags- Abgeordneter Fri 8ubeil- Berlin Ein falscher Ritter des Eisernen Kreuzes ist wieder einmal Hause Nr. 16 lag seit einem halben Jahre an einem inneren Leiden die hat das Referat übernommen. Wir ersuchen Euch, diese Versammentlarvt worden. Der pensionirte Weichensteller B., welcher lange 61 Jahre alte Großmutter des Knaben, die Frau des Geflügel- lung vollzählig zu besuchen. Keiner darf fehlen. Ebenso bitten wir, Jahre hindurch auf dem Lehrter Bahnhofe angestellt war, trat nach händlers Mauthner, frank darnieder. Sie starb am Sonnabend von der Entnahme der Sammellisten für die hiesigen streifenden seinem Ausscheiden aus dem Dienste dem Moabiter Strieger- und Morgen. Wahrscheinlich hatte sie von dem Unfall ihres Enkels, den Porzellanarbeiter fleißig Gebrauch zu machen, selbige sind beim Beteranenverein bei. Er erschien bei allen Vereinsversammlungen, man ihr zu verheimlichen suchte, auf irgend eine Weise Kenntniß unterzeichneten zu haben. Die Gewerkschafts- Kommission. J. A.: Beerdigungen und sonstigen Gelegenheiten mit dem Eisernen Kreuz erhalten. Otto Flemming, Schlüterstr. 71. erster Selaffe auf der Brust. Nach dem Militärpaß, den er dem Zwei bedauerliche Unfälle, welche wilde" Radfahrer herbeiBorstande vorlegte, hatte er diese Auszeichnung wohl verdient. führten, ereigneten sich am Sonntag Nachmittag. Gegen 2 Uhr wurde Vor einiger Zeit wurde es ruchbar, daß B. sich das an der Ecke der Manteuffel- und Oranienstraße eine Frau von einem eiserne Kreuz selbst beigelegt habe. Die eingeleitete Untersuchung daherrasenden Nadler, der es nicht für nöthig befand, auch nur das hatte das überraschende Ergebniß, daß B. überhaupt nicht geringste Warnungssignal zu geben, zu Boden geriffen. Die emSoldat gewesen war. Am Sonntag Nachmittag hielt der pörten Zuschauer holten den Burschen, der nicht einmal eine EntKrieger- und Veteranenverein im Artushof in der Perlebergerstraße schuldigung vorbrachte, vom Rade herab und ließen ihm eine gründ- Vom Treiben der Grundstückswucherer. Die Grundstückseine Versammlung ab, in welcher einstimmig beschlossen wurde, den liche Büchtigung zu theil werden. Leider wird aber der Vorfall für spekulanten der Berliner Vororte tönnen sich immer noch nicht darüber falschen Ritter des eisernen Kreuzes auszustoßen. Es wird gegen die überfahrene Frau, die sich in gefegneten Umständen befindet, nach beruhigen, daß die Bauordnung ihnen die Verpflanzung des Systems ihn noch strafrechtlich vorgegangen werden, da auch seine Militär- Aussage des Arztes wahrscheinlich böse Folgen haben. Der zweite der Berliner Miethstasernen nach den Vorarten abgeschnitten hat. Die papiere gefälscht sein müssen. Fall ereignete fich einige Stunden später an der Ede der Görliger- erhofften mühelosen Gewinne an den Baugrundstücken entgehen ihnen Zu dem Raubanfall auf den Radfahrer Töpfer aus und Stalizerstraße. Hier überrannte ein Radler einen Schriftfezer. und ste suchen sie auf dem Umwege von Dispensen zu Berlin wird mitgetheilt, daß der Musifer Heise aus Werder a. H., Als der Gefallene sich mit Hilfe herbeigeeilter Personen erheben erreichen, die sie allerdings nicht für einen einzelnen Bauplan beder neuerdings als der Komplize des muthmaßlichen Räubers, fonnte, war der Radler auf und davon. Der Arzt, den der Ver- anspruchen, sondern gleich für ganze Baublöcke. Daraus sieht man Handelsmann Buhlmann aus Treuenbriegen, gilt, weil er in dessen unglückte sofort aufsuchen mußte, stellte außer einer offenen Wunde am besten, daß es den Grundstücksspekulanten mit der Beschaffung Gesellschaft in der Beeliger Forsthaide gesehen wurde, jetzt in Berlin in der Magengegend eine erhebliche Leberquetschung fest, die beim von Wohnungen an sich gar nicht ernst ist; sie wollen nicht bauen, dingfest gemacht ist. Es hat sich herausgestellt, daß Heise an dem Sturz durch die in der Hosentasche getragenen und in die Weichtheile sondern nur Bauland verkaufen. Es ist übrigens merkwürdig, daß Töpfer'schen Raubanfall unbetheiligt ist. Seise wird nach dem eingedrungenen Schlüssel entstanden war. Gegen die sogenannten in diesem Falle liberale Blätter, die sonst von Selbstverwaltung Potsdamer Gerichtsgefängniß gebracht werden, um sich vor der" wilden" Radler macht sich im Publikum, sowie unter den soliden schwärmen, gegen die Entscheidung des Bezirksausschusses den Minister Sortigen Straffammer wegen mehrerer schwerer Diebstähle und Radfahrern eine immer erbitterter werdende Stimmung geltend. anrufen! Die Unfallstation I, Wilhelmstr. 10, wird lediglich als Verband stätte für erste Hilfe und zwar unter der bisherigen Leitung des Dr. Bode fortbestehen, während die Patienten des jetzt mit dieser Station verbundenen berufsgenossenschaftlichen Krankenhauses ferner hin dem Weißenseeer Krankenhause überwiesen werden. Aus den Nachbarorten. Wilmersdorf. Morgen, Mittwoch Abend 8 Uhr, findet im Volfsgarten", Berlinerstr. 40, eine Voltsversammlung für Männer und Frauen statt mit der Tagesordmung: Die Beschränkung des Koalitionsrechtes der Arbeiter durch hohe Zuchthausstrafe. Ich ersuche die Parteigenossen um recht rege Betheiligung. Der Vertrauensmann. wegen feines Ausbruchs aus dem Werderschen Gerichtsgefängniß, bei Freiwillig verhungert! Der Polizeibericht meldet: Die 41 Jahre Brandstifter scheinen in Charlottenburg wieder an der Arbeit welchem er den Ofen feiner Zelle einriß und den Gefangenenauffeber alte Wittwe des Klempnermeisters Sah. wurde gestern in ihrer Wohnung zu sein. Gestern, Montag Nachmittag, nahmen zwei Feuer in der bestahl, zu verantworten. Die Spur des Räubers Buhlmann führt in der Stalizerstraße todt aufgefunden. Selbstmord erscheint nach felben Gegend die Wehr längere Zeit in Anspruch. jetzt nach der sogenannten Fercher Haide. hinterlassenen Schriftstücken zweifellos, die Art desselben ist jedoch 12 Uhr brannte der Dachstuhl des Borderhauses Sesenheimerstr. 10. Die Angelegenheit des Ausrufers Behrend erregte im März noch nicht aufgeklärt. Sie scheint, nachdem sie ihr feines Ver- Beim Eintreffen der beiden Büge der Feuerwehr war der Dachstuhl dieses Jahres einiges Aufsehen. Ein Mitglied der Urmendirettion mögen verbraucht hatte, lebensüberdrüssig geworden und freiwillig schon so start verqualmt, daß man von der Straße aus mit Hilfe hatte die Kinder dieses Mannes zwangsweise nach Rummelsburg Sungers gestorben zu ſein; Unterstützungen, die ihr von An- der mechanischen Leiter angreifen mußte. Mit brei Handrohren wurde bringen lassen und zwar unter der Begründung, daß sie von den gehörigen und Hausbewohnern mehrfach angeboten worden waren, die Wehr des Feuers Herr, bevor es weiter um sich gegriffen Eltern völlig vernachlässigt würden. Ein Lotalblatt muzte diesen Fall hatte sie stets zurüdgewiesen. Behatte. Die Hälfte des Dachstuhls ist ausgebrannt, der Schaden zu einem Schauerbericht aus, in dem die Behandlung der Kinder in Ein gefährlicher Schlafftellendieb ist der 19jährige Schneider beträchtlich. Um 4 Uhr mußte ein Zug nach der Wilmersdorferstraße Sen entsetzlichsten Farben ausgemalt wurde. Von unserer Seite Hermann Lawrowski aus Bromberg, der sich bei dem Tischler Schulze, ausrücken, die der Sesenheimerstraße parallel läuft. Hier war im wurde dargethan, daß das Blatt in gewohnter Weise übertrieben Hagenauerstr. 6, vorn 3 Tr., eingemiethet hatte. In der Nacht zum Dachstuhl des Seitenflügels auf dem Grundstück Nr. 125, nicht weit Seiten der Armendirektion ein Miß- Sonntag stahl er seinem Schlafgenossen Böhme das Portemonnaie von der ersten Brandstätte entfernt, Feuer ausgebrochen. In diesem griff vorliegen müsse. Vor kurzem hat nun auch das Amts- mit 36,40 M. Inhalt, die filberne Uhr und sonstige Werthgegen Falle war es leichter zu bewältigen, da man es früher entdeckt hatte. gericht durch Urtheil die Armendirektion ins Unrecht gesezt stände. Zwar erwachte Böhme während des Diebstahls, doch war es mit einem Handrohr konnte man es löschen. Beide Male handelt ernannt worden. Der MA Versammlungen. daß es sich um verfchloffene Dachböden. In Feuerwehrkreisen herrscht öffentlichen, in welchem dieser mittheilte, daß sein Sohn Ernst Sotop! auch seinem Sohne, dem Schüler Deter, eine unberechtigte und überdie Ansicht, daß in beiden Fällen Brandstiftung vorliegt, und daß von dem Lehrer Nitsche empörende Büchtigungen erduldet habe. In einem triebene Büchtigung habe zu theil werden lassen. das Feuer von außen her angelegt worden ist. Artikel des Schöneberger Tageblattes" wurde außerdem mitgetheilt, Zeuge Bildhauer Fuchs befindet, daß sein Sohn häufig Nene Amtsvorsteher. Amtlich wird gemeldet: Der Amts. daß das Schicksal zwei Prügelpädagogen, die Lehrer L. und St., die darüber geklagt habe, daß der Lehrer Nitsche so viel prügele. vorsteher des Amtsbezirts Spandauer Forst, tgl. Forstmeister in der Gemeindeschule in der Kolonnenstraße ein frantes Mädchen Er habe angenommen, daß der Junge die Büchtigung Graf d'Hauffonville ist am 21. Juni d. J. verstorben. Da die Be- arg gemißhandelt haben sollten, abgefekt worden seien. Alle diese verdient habe. Eines Tages fei der Stabe mit einer geschwollenen Be- arg fetzung dieser Stelle mit dem fgl. Oberförster Strieger erst am 1. Ot artikel haben Anlaß zu Auflagen wegen Beleidigung der Schöne Hand nach Hause gekommen und habe gesagt, daß der Lehrer tober statifindet, werden die Amtsgeschäfte bis dahin von dem Amtsberger Lehrer gegen die Schriftsteller Hugo Brüning, Alwin Nitsche ihm einen Schlag mit dem Stock über den Rücken der Hand vorsteher- Stellvertreter, kgl. Jagdzeug- Inspektor Kikisch zu Jagd- Sotop und Hans Deter gegeben, die deshalb heute vor Vormeng, Oskar Kresse, sowie die Kaufleute Hermann gegeben habe, weil er die Noten nicht schnell genug lesen konnte. schloß Grunewald wahrgenommen.- Zum Amtsvorsteher besotop Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten Brüning zu einer Amtsbezirks Treptow ist an stelle des ausgeschiedenen Amtsvorstehers, der zweiten Straffammer des Landgerichts I zu erscheinen Geldstrafe von zehn Wart, da die Beweisaufnahme ergeben Gärtnereibefibers Hoffmann, der Gemeindevorstand a. D. Schmod wers hetm, bie Anflage vertritt Staatsanwalt Frieb heim. zu so schweren Züchtigungen teine Beranlaffung hatt hatten. Den Vorsiz im Gerichtshofe führt Landgerichtsdirektor habe, daß der Lehrer Nitsche in der vorliegenden Straffache Auf dem Städtetag der Proving Brandenburg, der gegen- Dr. Salpert, Hugo Sachs, als Vertreter der Nebentläger Lehrer§ 193 des Str.-G.-B. zur Seite stehe. Die Vertheidigung führen die Rechtsanwälte Leonh. Friedmann, Hothopf und Deter wurden freigesprochen, da ihnen der Schutz des wärtig in Sorau abgehalten wird, hielt Landesrath Meyer- Lindner, Richard und Kahle ist Rechtsanwalt Dr. Schwindt zur Berlin gestern einen Vortrag über:" Die Benutzung der Stelle. Die Angeklagten haben einen umfangreichen Wahrheits- Angeklagte Brüning wegen Beleidigung der gesammten Lehrerschaft Schließlich wurde der Auflagepunkt verhandelt, wonach der Kapitalien der Alters- und Invaliditäts- Berbeweis augetreten, und es sind 25 Zeugen zur Stelle. ficherungsanstalten im Interesse der Gemeinden." Schönebergs sowie der dortigen Schulfommission, begangen durch Die Versicherungsanstalt Brandenburg, führte der Vortragende aus, Vor Eintritt in die Verhandlung beantragt Rechtsanwalt zwei Artikel im Schöneberger Tageblatt", zur Verantwortung ge wird mit Freuden mit ihren Mitteln überall da aushelfen, wo es Dr. Halpert als Wertheidiger des Angell. Vor meng, die Fälle, 3ogen war. Der Staatsanwalt beantragte für beide Beleidigungen gilt, die Wohlthaten der sozialpolitischen Gesetzgebung zur vollen an denen biefer betheiligt ist, zu vertagen. Dazu gehört auch die eine Geldstrafe von 200 W. Der Gerichtshof erkannte nach dem Entwicklung zu bringen. Für derartige Zwede aber auch nur für Angelegenheit des Schulfnaben Fischer. Der Bertheidiger fündigt Antrage des Staatsanwalts. solche ist sie in der Lage, zu den denkbar günstigsten Bedingungen an, daß er noch einer Anzahl von 11 oder 12 Zeugen, von denen ihre Kapitalien darleihen zu dürfen, so daß den Gemeinden bedürfe. U. a. beantragt er die Vorladung einer Frau Flegel, bie er einige namhaft macht, zur Bekräftigung des Wahrheitsbeweises nicht bringend genug ans Herz gelegt werden kann, diese günstige befunden soll, daß ihr Sohn beim Turmunterricht vom Lehrer Gelegenheit sich nicht entgehen zu lassen.leber die Verwendung von Geldern aus den Alters- und Invaliditätsversicherungs- Anstalten Richard so heftig vom Reck gezerrt worden sei, daß er sich einen eine Protestversammlung gegen die in Aussicht stehende Beschränkung Die Steinseher hielten am Sonntag im Gründer'schen Saale werden im allgemeinen folgende Gefichtspuntte maßgebend sein: unterſtügen, daß in der Schule in der Kolonnenstraße so heftig geschlagen bie deutschen Arbeiter, so lange sie das koalitionsrecht haben, Bruch zugezogen. Weitere Beweisanträge sollen die Behauptung bes Koalitionsrechts ab. Der Referent Knoll erinnerte barben, Grundsäglich iſt davon auszugehen, daß jeder, der einstmals an worden sei, daß die Lehrer des benachbarten Reformgymnasiums zu einen schweren Kampf um die Erhaltung und Ausübung desselben Wohlfahrtseinrichtungen Ansprüche erheben will, durch eigene Beschwerden über das Geschrei veranlaßt worden seien. In bezug führen mußten. Leistungen bezw. Beiträge sich erst ein Recht auf diese Fürsorge auf den Fall Fischer berief sich der Bertheidiger noch auf eine An- Mißbrauch des Koalitionsrechts bestehenden Strafbeſtimmungen sei Die schärffte Auslegung der gegen den erwerben muß. In dieser Beziehung gilt es Aufklärung und Belehrung in die weitesten Boltstreise zu tragen und etwa vorhandenes zahl Mitschüler des Verstorbenen, sowie auf den Superintendent den Arbeitern gegenüber angewandt worden, so daß man eine VerMißtrauen zu beseitigen. Wie groß die Unkenntniß der Betheiligten Vorberg und Pastor Ranch st ein u. f. tv. u. s. w. auf diesem Gebiete noch ist, erhellt daraus, daß bei der Kontrolle Gerichtshof beschloß, im Sinne des Rechtsanwalts Halpert, die den rechts nicht mehr für möglich gehalten hätte. Nun feien aber die schärfung der Strafen und eine weitere Beschränkung des Koalitionsder Betriebe und Haushaltungen im Jahre 1897 noch in über Angeklagten Vormeng betreffenden Fälle zu vertagen und die dazu Befürchtungen, welche der Erlaß Posadowsky in dieser Hinsicht hervorrief, 53 pet. der Fälle Unregelmäßigkeiten entdeckt wurden, so daß vorgeladenen Zeugen zu entlassen. 1128 Ordnungsstrafen festgesetzt werden mußten. Zur Lösung der durch die bekannte Kaiserrede bestätigt worden. Da man an einem Kaiser-: Nachdem die Angeklagten Vormeng und Kresse den An- worte nicht drehen und deuteln soll, so sei also eine Gesezzvorlage, die die sozialen Frage( muß auf dem Gebiete der Hygiene noch weit mehr flageraum verlassen haben, wird in die Verhandlung eingetreten. Anreizung zum Streit mit Zuchthaus bedroht, sicher zu erwarten. als bisher gethan werden, und zwar in erster Linie durch Ver- Diese bezieht sich zunächst auf mehrere Artikel, durch die sich der Ein solches Gesetz würde die Ausübung des Stoalitionsrechts so gut mehrung des Krankenpflege- Personals, besonders der ausgebildeten Amtsvorsteher a. D. Schmod beleidigt fühlt. Diese Artikel hat wie unmöglich machen, es sei ein Ausnahmegesetz der allerschlimmsten Pflegerinnen, und durch Erbauung neuer Strantenhänser, in denen der Angeklagte Brüning zu vertreten. Ein Artikel behandelt Bor- Sorte, gegen das die Arbeiter energischen Protest erheben müssen. eit fachgemäßes Heilverfahren rechtzeitig begonnen werden gänge in einer Gemeindevertreter- Sigung, ferner den Fall Weiß- Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Referat wurde eine fann. Hauptsächlich kommen Lungentrante in betracht, von müller", von dem behauptet wurde, daß er ein Wahlrecht durch Protestresolution einstimmig angenommen. denen die neueste Statistik des Reichs- Versicherungsamtes fagt, eine fälschliche Eintragung in die Wählerlisten erlangt habe und dabei Hierauf erstattete der Vertrauensmann Grabit Bericht über daß im Alter von 20 bis 30 Jahren jeder zweite Invaliditätsfall von Herrn Schmod, entgegen den bestehenden gesetzlichen Bestim feine 1%, jährige Geschäftsführung. Er hat in dieser Beit vier öffent durch Tuberkulose bedingt ist. Neben diesen Lungenheilstätten sind mungen, geschützt werde. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit liche Versammlungen einberufen, 46,52 M. eingenommen, 27,05 M. Enibindungsanstalten, tetonvaleszenten- Heime. Sanatorien für den Charaktereigenschaften des Herrn Schmock und dessen unzuläng- ausgegeben. Grabisz wurde als Vertrauensmann wiedergewählt. Rheumatiker, Wagen- und Nervenkrante nothwendig. Die Erhaltung lichkeit für den Bürgermeister- Posten. In einer Brieftasten- Notiz Nachdem Kno II einen Bericht über seine Thätigkeit als Delegirter berartiger von Gemeinden und Kassenverbänden geschaffenen An- wurde der Fall Weißmüller" für einen„ traurigen Wig" erklärt, in zur Gewerkschafts- Kommission gegeben hatte, betraute die Versammstalten, zu denen die Versicherungsanstalt zu niedrigstem Binsfuße einer anderen die Hoffnung ausgesprochen, daß Herr Schmock in dem lung den Steinfeger Strefow mit diesem Amt und wählte dann Sapitalien leihet, ist gewährleistet fast schon allein durch Kampfe gegen das Dirnen und Zuhälterwesen dieselbe Energie Beter und Schlüter als Revisoren. die Bahl der Personen, die die Versicherungszeigen werde, wie in seinem Kampfe gegen das Schöneberger anstalt auf ihre Kosten überweisen wird. Auch für Tageblatt". Ein anderer Artikel beschäftigt sich mit den AmisHolzarbeiter- Verband. In der Bezirksversammlung für den: andere Wohlfahrtseinrichtungen: Boltsbibliotheken, Volksbäder, fo- handlungen des Herrn Schmock. Es wurde dann ausgeführt, daß Westen und Südwesten vom 12. d. M. sprach Herr Dr. Saul wie für gemeinnützige Vauthätigkeit( Bau von Arbeiterwohnungen) Herr Schmod in seiner Eigenschaft als Gemeindevorsteher seinem mann über den Einfluß des spanisch- amerikanischen Krieges auf würden Gelder zur Verfügung stehen. Für die Gemeinden würde vorgesetzten Landrathe Opposition gemacht habe, dessen An- die Arbeiterbestrebungen beider Länder. Zu Verbandsangelegenheiten es fegensvoll sein, wenn fie Anschluß suchten an den Vaterländischen weisungen er in seiner Eigenschaft als Amtsvorsteher nachzukommen wurde der Streifenden bei Zelder u. Plathen erwähnt. Hierzu bes hatte. Schließlich ist ein Artikel unter der Ueberschrift Gin merkte 3 a ßte, daß die in Frage kommenden Kollegen nach seiner Die Mittheilungen des Herrn Referenten sind ja sehr schäzens- Pyrrhussieg" unter Anklage gestellt, in welchem behauptet wurde, Meinung zu voreilig gehandelt haben und wünscht, daß solches in werth; aber mit einer Lösung der sozialen Frage haben sie eigent- daß die Auskunft, die Herr Schmod über das„ Schöneberger Tage Zukunft unterbleibe. Se uschte erinnert an die in nächster Zeit lich nicht viel zu thun. Der Städtetag sprach sich weiter für einen Haushaltungsunter- Schmock für die Gemeinde teine jegensreiche sei.- Die Beweis- für deren Besuch zu agitiren. blatt" erstattete, falsch gewesen und daß die Thätigkeit des Herrn stattfindenden Protestversammlungen und ermahnt die Anwesenden, richt in den Gemeindeschulen aus und nahm dann eine Anzahl aufnahme über alle diese Punkte ist ohne allgemeines Interesse. In der Bezirksversammlung Friedrichsfelde vom 12. d. M. Thefen an, welche die Gemeinden offenbar vor Unannehmlichkeiten Der Angeklagte Brüning bestreitet das Vorhandensein von Be- sprach Dr. Weyl über: Berufskrankheiten und deren naturgemäße schützen sollen, wie sie aus den z. B. gegen den Berliner Magistrat leidigungen und behauptet die Wahrheit der in den Artikeln be- Heilung. Sodann wurde Weiz als Bezirksleiter, Medorf als gerichteten Hilfarbeiter- Prozessen entstanden sind. rührten Thatsachen, Amtsvorsteher Schmod( jest Treptow) fühlt Schriftführer und Krause und Brunt als Mitglieder zur WerkHaidebrände waren namentlich am letzten Sonntag an den sich nach wie vor beleidigt und erklärt die gegen ihn erhobenen statt- Stontrollkommission gewählt. zum Grunewald führenden Eisenbahnlinien eine recht häufige Er- in Frage stehenden Artikel für beleidigend, da Herrn Schmod Partei- Seute Abend 8½ Uhr, Blumenfr. 193 vein is Vorwürfe für unbegründet. Der Staatsanwalt hielt sämmtliche Arends'scher Stenographen Verein Merkur.( Damen- Abth.) fcheinung. Gewöhnlich jetzten Funten, die aus den Lokomotiven geflogen waren, das dürre Gras an den Bahnabhängen in Brand: lichkeit, Messen mit zweierlei Maß, je nach seiner Liebhaberei, vor- 84, Uhr, Lindenstr. 71: Sigung. Arends'scher Stenographen Verein gegr. 1860". Heute Abend gar oft hatten die Bahnarbeiter große Mühe, durch den Qualm geworfen und er als eine parteiische, tyrannische Persönlichkeit hinStenographische Gesellschaft ,, Arends". Heute Abend 82 Uhr, hindurch zu bringen und das Feuer durch Aufschaufeln der Erde zu gestellt wurde. Der Staatsanwalt beantragte 600 M. Geldstrafe Neue Königstr. 73: Sigung. beseitigen. Besonders auffallend waren diese Brände am Abend, in zwei Fäulen frei, verurtheilte ihn dagegen in vier Fällen Arends'scher Stenogr. Verein ,, Nordwest". Heute Abend 81/2 Uhr, wo fie einen weithin leuchtenden Lichtschein verbreiteten. Ebenfalls war am Sonntag im Grunewald auf dem Wege zur Saubucht ein und erkannte auf 200 M. Geldstrafe eventuell 20 Tage Gefängniß Privat- Theater- Gesellschaft ,, Erika". Heute Abend 9 Uhr, bei Nowat, Manteuffelstr. 9: Sigung. Waldbrand entstanden, der allerdings bald von Ausflüglern gelöscht und Publikationsbefugniß für den Amtsvorsteher Schmock. Wünsch'scher gem. Chor. Heute Abend 9 Uhr, int Rest. Schiller", Es folgte eine Anklage gegen denselben Beschuldigten wegen Rosenthalerstr. 57: Uebungsstunde. Eine rohe That berübte der Arbeiter Nilson am Sonnabend Beleidigung des Lehrers Lindner, begangen in einem Musit- Vereiu ,, Arion. Uebungsstunde alle Freitag, abends 9 Uhr, Abend 9 Uhr im Lokal von Lenz in der Blumenthalstraße zu in Nr. 253 des„ Schöneberger Tageblatt" veröffentlichten in der Brauerei von Gabriel u. Jäger, Zehdenickerstraße. Angehende Wufiter Friedrichsberg. Er gerieth aus geringfügiger Ursache mit dem Artikel„ Schülermißhandlung It Schöneberg". Es wurde und Dilettanten willkommen. 54jährigen Arbeiter Kowalisti in Streit und schlug dem alten Mann darin der Freude Ausdruck gegeben, daß zwei jener Prügelmit einem Stod so wuchtig über den Kopf, daß ein Schädelbruch pädagogen, die in maßloser Rohheit die Kinder verprügeln, die eintrat und K. ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Die Gen- Lehrer L. und K. an der Gemeindeschule in der Kolonnenstraße, aus darmen, welche später den Raufbold in feiner Wohnung verhafteten, hatten Mühe, fich seiner zu bemächtigen. Nilson war wegen seiner Rohheit in der ganzen Gegend gefürchtet. Frauenberein. werden konnte. Gerichts- Beitung. Rathenowerstr. 69: Spiele Briefkasten der Redaktion. beanstandet blieben, Plößensee kosten müssen. uns nicht bekannt. Der ihrem Amte entlassen seien. Der eine habe sich Mißhandlungen eines Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahr noch dazu bresthaften Mädchens zu schulden kommen lassen, der andere anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. Schriftliche Antwort habe einen Knaben, der an den Folgen der Mißhandlung gestorben sei, wird nicht ertheilt. übermäßig geprügelt. Der Angeklagte behauptete die 28ahrheit der Beitungsnotiz, mußte aber zugeben, daß die Lehrer nicht entlassen seien. Donnerstag von 6 bis 7 1hr abends statt. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Lehrer Karl Lindner behauptet, daß er das Kind, welches unOligarchechthros. Mit genanntem Blatte polemisiren wir aus Prinzip aufmerksam gewesen sei, nicht gestoßen habe; er habe es vielmehr seit langem nicht mehr. Den genannten Begnadigungsfall kann die englische nur aus der Bank herausgeholt und da habe sich das Kind wohl und amerikanische Bresse selbstverständlich anders gloffiren wie wir. Ueber Die bekannte Schöneberger Schulaffäre, die f. 8. fo große felbst gestoßen. Er habe dem Mädchen- Klara Ristow dann die Rede hatten wir soviel gebracht, daß der Abdruck des genannten Artikels Aufregung verursachte, beschäftigte gestern die zweite Straffammer zwei sehr mäßige Stockschläge über die Hand( 1) gegeben. uns nicht erforderlich schien. Sozialdemokratische Journaliſten haben übrigens des Landgerichts II. Es handelt sich um den Tod des Knaben Richtig sei es, daß die Mutter des Mädchens über die Mißhandlung schon oft für den Abdruck von Artikeln, die in bürgerlichen Blättern unRudolf Fischer in Schöneberg, der im Oktober v. J. in der ihres Kindes beim Rektor Röper Beschwerde geführt und daß er Oberklasse III der Knabenschule in der Kolonnenstraße von seinem auf alle Fälle zu der Frau gegangen sei und sich mit ihr ruhig aus 100. In mehreren Schweizer Kantonen besteht die Todesstrafe. Lehrer so arg gezüchtigt sein soll, daß er nach mehrtägigem gesprochen habe. 2. P. Auch in Lourdes ging und geht es sehr natürlich" zu. Näheres Seine vorgefeßte Behörde habe aus jenem Falle lesen Sie darüber nach in Bola's Lourdes". schmerzensvollem Krantenlager gestorben sein soll, und zwar nichts gegen ihn unternommen, vielmehr habe er sich zur Zeit des E., Niydorf. Sie sollten die Angelegenheit zunächst in Ihrer Gewerks foll der Arzt einen Todtenschein ausgestellt haben, wonach Erscheinens des Artikels auf einer Reise zur Rektoratsprüfung be- schaftsorganisation zur Sprache bringen. das von ihm behandelte Kind fingerdicke blutunterlaufene funden. Rektor Röper erklärte, daß nach den angestellten Er- Albrecht. Das Garnisonlazareth II in Tempelhof ist 1875-78 von' Striemen, Magenbeschwerden und Erbrechen„ infolge von mittelungen ein vorsätzliches Stoßen des Kindes durch den Lehrer Gropius u. Schmieden als solches erbaut worden, also wird es 1878 beMißhandlungen" habe. Als Todesursuche soll„ Bauchfellentzündung nicht festgestellt werden konnte und daß er die mäßigen Stockschläge 30gen worden sein. Daß es anfänglich als Artilleriekaserne gedient hat, ist infolge innerer Verlegung durch Mißhandlung" angegeben worden über die Hand der Sachlage angemessen erachten müsse. Bu jener sein. Ueber diese Vorgänge hatte die Korrespondenz Vormeng" Beit seien zahlreiche Beschwerden über den Lehrer Lindner einden Zeitungen eine längere Mittheilung zugehen lassen, die in weiten gegangen, wie zu jener Zeit überhaupt eine furchtbare Kreisen großes Aufsehen erregte und besonders auch in Schöneberg Erregung sich bemerkbar machte, so daß er selbst wieder selbst begreifliche Entrüstung über die gemetdeten Thatsachen hervor- holt auf der Straße mit Nedensarten belästigt wurde. rief. Insbesondere widmete das„ Schöneberger Tageblatt" Frau Risto w bekundete, daß ihre Tochter nur erzählt habe, daß dem unglücklichen Vorfalle mehrere mehrere Artikel in welchen sie aus der Bank vom Lehrer herausgeholt und sie sich an einer behauptet wurde, daß die Mißhandlung des Knaben durch anderen Bant gestoßen habe. Lehrer Lindner habe sich bei ihr, der den Lehrer Richard nicht als" ein vereinzeltes Symptom" Mutter, damit entschuldigt, daß er nichts davon gewußt habe, daß sondern als typisch zu betrachten fet. In einem das Kind auf den Füßen schwach ist. Das Kind habe nur einen dieser Artikel wurde mitgetheilt, daß infolge dieser Züchtigungs- fleinen blauen Fleck gehabt. Clara Risto w gab zu, daß nicht affäre nicht nur an den Regierungspräsidenten zu Potsdam, sondern der Lehrer fie gewaltsam auf eine Bant gestoßen, sie viel auch an den Kultusminister zwei von einer großen Anzahl ange- mehr bei dem Herausholen aus ihrer Bant sich selbst gestoßen sehener Bürger des Ortes unterzeichnete Petitionen abgesandt worden habe. Das Mädchen wußte außerdem garnicht, daß es Schläge feien, von denen diejenige an den Regierungspräsidenten speziell über die Hand bekommen habe. Der Staatsanwalt beantragte die Schulverhältnisse in Schöneberg, dagegen die an den wegen der Schwere der Beleidigung des Lehrers Lindner, der absolut Minister gerichtete die Frage des Büchtigungsrechtes der Lehrer nicht Veranlassung zu einer solchen gegeben, 300 M. Geldstrafe überhaupt betrifft. In der ersteren Eingabe wird zunächst auf event. 30 Tage Gefängniß. Rechtsanwalt Dr. Schwindt' als den bekannten Fall Richard- Fischer und ferner darauf hingewiesen, Vertreter des Privatklägers hielt dagegen eine strenge Gefängnißstrafe daß nicht nur jetzt, sondern auch im Juni über die Behandlung der für geboten, da hier eine ganz leichtfertige Ehrabschneiderei Schöneberger Gemeindeschüler und Schülerinnen durch verschiedene vorliege. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu Lehrer heftige Klagen und Beschwerden laut geworden feien, daß 300 Mart Geldstrafe event. 10 Tagen Gefängniß und sprach aber die Ortsschulbehörden diese dem Anschein nach gänzlich ignorirt dem Lehrer Lindner die Publikationsbefugniß zu. Nach Ansicht des hätten, da fie genau dieselben" geblieben seien, bis sie schließ- Gerichtshofes feien es nicht die Lehrer, die ihr Züchtigungsrecht lich zu der Mißhandlung des Knaben Fischer deführt hätten". überschritten, sondern es sei der Angeklagte, der unter Verkennung Das einmal angeregte Thema zog dann noch weitere Kreise. des Berufs und der Aufgabe der Presse durch derartige Verhezungen Swinemde. 760 2N2 2 wolkig Herr Schmeißer, der Vorsitzende des Schöneberger Lehrervereins, zur Verrohung der heranwachsenden Jugend beitrage. brachte im Auftrage dieses Vereins einen langen Bericht über den Der legte der zur Verhandlung tommenden Fälle betrifft drei Fischer'schen Vorfall, in welchem das Verfahren des Lehrers Richard Angeklagte, den Redakteur Brüning und die Kaufleute Hermann bertheidigt wurde. Darauf erschien im Schöneberger Tageblatt" Sothopf und Hans Deter. In der Nummer des Schöne Wien ein vom Schriftsteller Oscar treffe verfaßter Artikel, der die berger Tageblatt" vom 9. Februar befand sich im„ Sprechsaal" die Ausführungen des Herrn Schmeißer scharf zurückwies. Weiter ließ Wiedergabe eines Briefes, den Deter an Hothopf gerichtet und den der Kaufmann Hans Deter im Sprechsaale des Schöneberger der letztere dem Angeklagten Brüning zur Verfügung gestellt hatte. Tageblattes" einen Brief des Kaufmanns Hermann Sotop ver- Deter machte in dem Briefe Mittheilung, daß der Lehrer Nitsche " vornehmen laffen. 3. Nach der auf grund des Gesetzes bestehenden PolizeiJ. B. Bredow. Ja.-S. 13. 1. Nein. 2. Die Reparatur müffen Sie verordnung vom 26. März 1870 müssen aus höchstens zwei Wohnzimmern bestehende Wohnungen am ersten des Quartals, also nicht schon um 12 Uhr mittags geräumt sein. 4. Das hängt vom Inhalt des von Ihnen nicht miether ist von der Kündigung ab verpflichtet, die Wohnung von Miethsmitgetheilten Vertrages ab. M. B., Rigdorf. Nein. 100 3. lustigen und deren Führer( Wirth, Portier u. dgl.) besichtigen zu lassen. In welcher Zeit er zu diesem Behuf die Wohnung zeigen muß, hängt in erster Linie von der im Vertrage vereinbarten Bestimmung ab. Fehlt solche Bestimmung, so hat er in angemessener Zeit die Wohnungsbesichtigung zu gestatten. Welche Zeit angemessen ist, bestimmt, falls die Parteien sich nicht einigen können, der Richter. In Berlin pflegt 9 bis 5 Uhr des Wochentags und 9 bis 12 Uhr des Sonntags als angemessen erachtet zu werden. Wiedereinsetzung in 10 000. Gegen solche Bestimmung giebt es kein Mittel, es sei denn den borigen Stand. Solche kann aber nur dann gewährt werden, wenn der Kläger durch Naturereignisse oder andere un abwendbare Zufälle" an der Einhaltung der Frist verhindert war. Witterungsübersicht vom 19. September 1898, morgens 8 1hr. Stationen Wetter Stationen Wetter 14 Haparanda 760 Hamburg Berlin Wiesbaden 763 WSW 4 Regen 761 MW 4 heiter 767 23 2wolfig 768 W 5woltig 765 Still- wolfent] 2 heiter 14 Petersburg 765 900heiter 15 Cort 764 28 4wolfig 17 15 Aberdeen 761 SS 2heiter 10 16 Paris 771 1wolfent 10 8 12 6 wolfent München Wetter- Prognose für Dienstag, den 20. September 1898. Nacht und wenig veränderter Tagestemperatur. Beitweise heiter, vielfach wolfig mit mäßigen westlichen Winden, fühlerer Berliner Wetterbureau. Deutscher Holzarbeiter Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Wilhelm Sousalle am 17. September an Herzleiden ver storben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. Septbr., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der St. Emmaus- Gemeinde aus statt. Um rege Betheiligung ersucht 107/14 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Achtung! 1. Wahlkreis. Achtung! Mittwoch, den 21. September, abends 8 Uhr: Versammlung des Wahlvereins bei Brünsch, Jägerstraße Nr. 69. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen H. Koch über: Technisch- wirthschaftliche Revolution. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 236/8 -x Sozialdemokratischer Wahlverein Allen Freunden und Bekannten zur für den4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Südosten). Nachricht, daß unser Kollege. W. Sonsalle 10526 am 17. d. Mt. verstorben ist. Die Be erdigung findet am Mittwoch, den 21. d. M., nachm. 4 Uhr, von der Reichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Brig aus statt. Die Kollegen der Pianoforte- Fabrik Laurinat& Co. Neu- Weissensee. Todes- Anzeige.[ 10546 Allen Genossen und Kollegen Berlins und Weißensees zur Nachricht, daß mein einziger Sohn Richard im Alter von 3 Jahren im KrankenHause Dienstag, den 20. September, abends 8 hr: Versammlung bei Herrn Graumann, Naunynstr. 27. Tages Ordnung: Buchhandlung Vorwärts Berlin SW., Benthstr. 2. Gerade jetzt dürften wieder lebhafte Diskussionen stattfinden über Theorie und Praxis des Anarchismus. Wir empfehlen daher: Plechanow, Anarchismus und Sozialismus Preis 40 Pfennig. Porto 5 Pfennig. In meisterhafter Darstellung entwickelt der Verfasser den Gegensatz zwischen Sozialismus und Anarchismus, sowohl in prinzipieller wie taktischer Hinsicht, und giebt eine kurze Geschichte der anarchistischen Theorien. 1. Bortrag des Genossen Paul Jahn über:„ Der Welthandel des Achtung! 19. Jahrhunderts." 2. Diskussion. 3. Anträge. 4. Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um rege Betheiligung der Mitglieder ersucht Der Vorstand. 243/8 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle am Friedrichshain infolge Morgen, Mittwoch, den 21. September 1898, abends 8%, Uhr, schwerer Verbrühung nach 19tägigem schmerzvollen Krankenlager gestern, Montag, 834 Uhr vormittags ver storben ist. Die Beerdigung wird umständehalber noch bekannt gemacht. Albert Kirchner, Tischler, Neu- Weißensee, Friedrichstraße 35, II. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Marie Uetzfeld, bei Cohn, Beuthstraße 20/22: Vertrauensmänner Versammlung für sämmtliche Bezirke und Branchen. Tages Ordnung: Die zur Zeit schwebenden Streits in Berlin und die Stellung Achtung! Charlottenburg. Orts- Krankenkasse der Klempner. Außerordentliche Generalversammlung der Vertreter der Arbeitnehmer' und Arbeitgeber am Dienstag, den 27. d. W., abends 812 Uhr, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Beschlußfaffung über die ärztliche Behandlung der ers frankten Staffenmitglieder pro 1899. 2. Abänderung der§§ 49a Abs. 4 und 54( Busaz nach Biffer 11) des Statuts. 1057b Der Vorstand. Pfd. 5% Brot 50 Pfg. 4 H. Albrecht's Bäckerei Wrangelfir.9. Krautstr.19. Falckensteinstr. 28. Lausitzerstr. 2. Garn., Ruhes., Divan, Panelsopha, Steibersp., Waſcheſp., Bücherfp., Schreibt., Buff., Speiset., Bettst, Spiegel, Teppich, Bilder, bill., ( Möbelspeicher). Mittwoch, den 21. September 1898, abends 8 Uhr: verkauft Landsbergerstraße 77 Deffenti. Versammlung der Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter in„ Bismarckshöhe", Wilmersdorferstr. 39. Tages Ordnung: 9276 Salon- Teppiche, darunter wirkl. große Brachtst. 25 M., große Smyrna- Royal Teppiche 55 M., prachtv. Zimmer- Teppiche 12 M., Hoch1. Vortrag des Genoffen Naether- Berlin über:" Der angekündigte eleg. Gardinen 3 M., Hocheleg. SäulenGesetzentwurf zur Beschränkung des Koalitionsrechtes der Artrumeaur 44 M., Regulatoren 12 M. beiter durch hohe Zuchthausstrafen." 2. Diskussion. 3. Gewert: Tisch, Stepp-, Divandecken. Remonschaftliches. Uni zahlreichen Besuch ersucht 263/13 Der Einberufer: Wilhelm Schulze. der Unternehmer- Organisationen zu denselben. Verbandsangelegen Unsere Gegner find zu dieser Versammlung besonders eingeladen. von 2-8 Uhr in meinem Auktion. heiten. 107/12 Jede Werkstatt muß vertreten sein. geb. Schwefel, heute Morgen 54 Achtung! sanft entschlafen ist. 1060b Die Beerdigung findet am Mitt: woch, den 21. d. M., 5 Uhr, vom Trauerhause Cubrystr. 43 statt. Um stilles Beileid bitten Fritz Netfeld nebst Kind. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten, Ver wandten und den Kollegen der Firma Fork, Kretschmar u. Co. sowie dem Gefangverein Syrene" für die unter: stützung und Kranzspende, die sie am 10496 Die Ortsverwaltung. Rixdorf. toir- u. Salonuhren, Bortièren, Stores und Verschiedenes. Sämmtl. Waaren stammen aus erst. Fabriten u. werden Annahme- Lokal, Mädernstr. 137, ant Anhalter Bahnhof, billig verkauft. Uebernahme ganzer Waarenlager, Wirthschaften zur Auktion.[ 5891* Otto Lideke, 200/3 Auktionator und Waarenhändler. Achtung! Achtung! Vereine. Achtung! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 21. September 1898, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Klemke, Bergstraße 137: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Verbandsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht 107/13 Die Lokalverwaltung. 82 herzlich sterge Battin bewiesen Dienstag, den 20. September, abends 8 Uhr, Grabe meiner haben, im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27e: Alex Meyer. Kranzbinderei u. Blumenhandlung von 50452* Robert Meyer, Oeffentl. Vortrag: Leo Tolstoy und Vorlesung aus seinen Schriften. Referent: G. E. Kitzler. Zur Deckung der Unfosten werden durch Tellersammlung 10 Pf. er: 10476 Der Einberufer. No. 2. Mariannenstr. No. 2. Widungs- Kränze, Guirlanden, Ballsträußchen, Bouquets 2c. werden sehr hoben. geschmackvoll und preiswerth geliefert B. Günzel, Lothringerstr. 52. Spezialität: Porträts Gold. Damen- Remont.- Uhr, Dopp. sozialistischer Führer, Rapi., 9781, Köpnicker Landstraße verl. Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenspizen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten, Geg. Bel. abzug. Witt, Luckauerstr. 16. I Bildern u. dgl., sowie jede Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Preisturant.) 3. Biehung d. 3. Klaffe 199. Kgl. Preuß. Lotterie.| 114029 50 366 664 66 905 23 115155 382 603 19 81 Biebung vom 19. September 1898, vormittags. Nur die Gewinne über 160 Rart find den betreffenden Rummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 67 84 586 619 39 93 836 63 957 1053 219 314 37 [ 200] 412 51 76 524 37 631 57 733 802 41 2065 147 260 442 65 633 75 707 74 980 3245 52 57 61 802 93 4163 247 850 5017 99 288 354 474 93 864 920 35 6595 751[ 300] 831 918 7061 122 60 325 459 709 833 95 S028 304 35 626 56 778 809 9140 55 312 515 55 79 689 751 959 10025 124 277 98 96 549 98 605 866 11058 854 667 733 94 825 28 51 944 12059 167 74 211 54 99 393 403 649 82 894 991 13060 66 96 167 231 520 87 607 901 47 14017 152 481 94 757 824 83 922 15049 135 57 88 259 329 477 503 9 73 636 58 783 861 928 47 83 16085 131 67 241 313 60 509 714 99 958 17011 208 14 74 359 442[ 2001] 560 793 855 88 903 71 77[ 200] 18032 89 140 246 98 322 45 737 922 66 78 19106 30 272 321 777 85 20114 51 329 83 402 575 656 755 89[ 300] 891 905 23 31 21042 63[ 500] 95 194 261 466 750 819 912 22021 231 61 326 492 622 997[ 500] 23106 267 525 607 20 707 955 24114 98 311 422 528 72 73 619 783 982 25063 198 263 312 426 507 700 961 26163 414 509 10 33 55 60 706 63 75 921 69 27279 82 383 413 552 691 769 848 992 28082 306 56 557 67 602 1300] 40 85 832 29067 549 623 812 35 914 30435 47 68 545 609 723 89 989 92 31117 288 472 808 900 7 82039 111 54 337 423 538 33047 66 180 292 845 63 34046 60 64 159 274 471 584 655 739 70 908 28 35[ 200] 35040 505 57 74 753 802 36448 524 27[ 15 000] 40 51 654 782 871 37519 22 56 83 133 [ 200] 75 434 526 704 878 983 88099 175 408 12 65 67 544 660 732 93 842 78 39266 437 62 86 539 610 48 99 712 808 949 40238 57 386 479 515[ 200] 18 612 711 41227 355 62 495 642 58 782 867 42188 246 419 78 99 627 852 43003 9 36 109 64[ 200] 218 326 36 91 466 534 82 44000 149 241 45 49 90 340 519 710 56 865 87 45000 7 34[ 200] 345 51 52 827 941 56 46257 414[ 200] 47036 42 55 95 137 93 802 14 48051 515 66 648 919 51[ 200] 94 49001 176 394 491 757 836 936 50166 260 95 413 599 739 64 925 51 51000 122 857 478 543 73 707 848 924 45 52003 163 813 498 530 630 69 842[ 500] 917 40 58162 201 77 425 766 843 71 [ 200] 932 53 54017 226 348 63 486 714 821 55267 83 695 96 976 56045 90 309 720 943 63 80 57303 526 841 74 83 58033 74 187 213 325 59176 88 210 33 42 49 338 60 77 461 515 630 718 61 807 987 61025 221 51 459 545 60090 170 280 416 62 969 62405[ 3000] 628 79 95 778 933 61 608 14 852 78 63037 136 317 418 501 64393[ 200] 501 91 600 840 81 98 953 72 65021 159 227 424 558 608 66179 93 255 68058 179 748 48 857 80 933 67178 305[ 200] 732 279 335 530 77 717 23 895 69026 95 121 51 203 33 47 69[ 300] 314 422 544 751 825 70072 197 248 57 96 309 42 50 58 87 405 809[ 200] 71069 107 14 309 411 574 630 702 33 805 960 72002 10 52 276 505 10 12 630 719 49 837 931 73058 89 115 314 62 68 70 512 90 659 826 74000 135 61 543 729 843 75059 160 471 768 924 76055 86 129 30 99 286 810 49 744 869 77 77151 419 60 752 91 849 78138 52 76 280 323 73 422 65 567 70128 402 620 711 18 52 80031 36 91 127 40 301 408 783 832 900 59 81127 438 709 23 819 82 82158 237 507 27 97 942 83001 73 88 213 455 601 11 33 810 84043 274 510 853 903 S5051 65 390 471 99 516 19 607 729 85 838 947 86223 402 506 31 69 85 713 931 87142 223 28[ 200] 89 403 22 573 78 652 83 736 39 55 70 808 29 77 939 91 88064 88 165 71[ 300] 292 715 72 87 922 89166 237 75 432 67 594 993 90080 130 239 51 330 401 52 65 530 49 712 16 41 977 1085 122 23 30 342 417 42 63 85 641 834 916 92072 166 68 393[ 200] 453 654 715 93218 484 566 928 62 94011 197 358 96 580 623 735 46[ 300] 55 90 829 993 95027 73 94 150 485 90 93 701 923 96024 46 62 155 78 342 500 718 24 25 816 56 97025 53 141 406 515 37 88 654 711 46 841 79 98059 92 211 18 460 537 48 [ 200] 96 729 36 37 92 815 99040 44 90 127 63 232 47 65 57.76 353 403 529 736 101403 30 501 52 68 799 926 102038 98 222 313[ 200] 38 78 841 103028 325 63 92 431 62 568 939 104108 18 87 208 18 311 86 567 604 53 742[ 200] 891 99 983 105105 336 85 554 90 066 80 96 700 63 948 99 106726 959 98 107003 32 381 83 440 650 97 941 108204 96 391 592 621 42 63 77 752 828 109091 422 621 835 100429 96 624 876 947 50 79 110058( 200] 216 307 95 409 780 98 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( Ohne Gewähr.) 87 159 91 403 33 45[ 200] 803 1097 391 423 80 565 622 73 741 881 2207 37 377 402 69 95 520 98 667 767 73 997 3000 96 240 665 823[ 500] 72 4080 416 513 14 24 720 880 920 5200 15 17( 200) 327 81 637 75 720 54 955 6120 26[ 300] 513 74 77 624 69 797 865 911[ 300] 7011 13 192 222 35 529 83 96 773 8009 176 303 9 79 467 516 643 750 819 85 908 18 39 9091 163 368 691 748 75 76 88 891 10015 289[ 200] 328 98 686 790 931 36 11080 108 306 87 406 545 608 760 12022 132 88 210 66 336 63 706 822 28 99 911 13258 555 90 658 778 14181 93 380 435 560 68 981 15273 82 414 84 587 637 903 22 16187 89 365 438 91[ 200] 736 829 86 957 17219 53 382 444 541 679 99 717 809 10[ 200] 955 18069 80 290 375 612 902 32 67 71 19339 550 67 616 21 83 755 844 20105 43 80 221 65 338 68 523 34 51 622( 200] 48 710 816 65 907 33 21037 161 263 429 47 608 881 22006 54 157 203 81 356 431 43 694 952 98 28171 269 308 78 90 517 727 838 974 24186 49 249 80 657 771 842 [ 200] 51 8 922 25078 287 323 540 637 55 84 809 20218 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114124 35 56 205 15 65 76 83 534 685 851 999 115024 63 148 324 665 831 94 116017 140 321 177 86( 8000) 260 64 67 397 757[ 200] 94 868 78 222168 321 626 731 816[ 1000] 988 228094 105 40 247 682 869 923 224102 23 50 411 25 93 563 644 710 225090 260 98 452 543 603 Jim Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn au 60 000 r., 1 zu 45 000 t., 1 zu 5000 m., 1 zu 3000 Mt., 2 au 1000 31, 10 zu 500 Mt. Berichtigung. In der dritten Biehungelifte vormittage lies 6250 ftatt 62 405. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Halensee. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Ir. 220. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. September 1898. Bericht des Parteivorstandes. * * * * der konservativen Hezer ins Vereinsgefez aufgenommenen Be- die Verordnung in der Mehrzahl der Bäckereien nur auf dent stimmung gegeben sein, wonach Minderjährigen die Theilnahme an Papiere besteht. Von der Energie der Behörden aber, die überall Versammlungen, welche politischen Zweden dienen, verboten ist. Bei gezeigt wird, wo es gilt, angebliche llebergriffe der Arbeiter abzuDer Parteitag in Hamburg hatte einstimmig den Beschluß ge- der weitherzigen Auslegung, mit der Arbeitern und ihren Organisa- wehren, merkt man bei der Durchführung der Bäckereiverordnung faßt, daß, nachdem die Möglichkeit durch den günstigen Ausfall des tionen gegenüber alles, unter politische Zwede rubrizirt wird, dürfte nichts. Dasselbe gilt von den meisten zuständigen Behörden gegen Prozesses gegen den Parteivorstand, wegen angeblicher Verlegung diese Bestimmung auch den gewerkschaftlichen Versammlungen gegenüber der Durchführung der übrigen Arbeiterschutzbestimmungen. Wo des Vereinsgesetzes, dazu wieder gegeben war, den Siz des Partei- über Anwendung finden und so in ihr ein Mittel gefunden sein, aber die Aufsichtsbehörden wirklich zugreifen und Unternehmer, die bureaus von Hamburg wieder nach Berlin zurückzuberlegen. Die den minderjährigen Arbeitern das in der Gewerbe- Ordnung ge- ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, vor den Strafrichter bringen, lebersiedelung erfolgte sofort nach Schluß des Hamburger Partei- währleistete Koalitionsrecht wieder weg zu eskamotiven. geschieht es nicht selten, daß die Richter auf so minimale Strafen tages. In Bayern hat neben der Aufhebung des Verbindungsverbotes, erkennen, daß dieselben in gar keinem Verhältniß stehen zu den VorVon den in Hamburg gefaßten Beschlüssen führte der über die eine Bestimmung in das Gesetz Aufnahme gefunden, wonach die Be- theilen, welche die Unternehmer aus der Mißachtung der ArbeiterBetheiligung an den preußischen Landtagswahlen nachträglich zu einer Stimmung des Artikels 15 des Vereins- und Versammlungsgesetzes, schutz- Vorschriften ziehen. Die Klagen in den Berichten der Gewerbelebhaften Diskussion in der Presse. Nachdem das bisher von wonach Minderjährige und Frauenspersonen politischen Vereinen Juspektoren über die Art der Rechtsprechung bilden eine stehende unserer Partei preußischen Landtagswahlen gegenüber nicht angehören dürfen, insofern eine Einschränkung erfährt, als dieses Rubrik. Der Umstand, daß unser höheres Beamtenthum und besonders beobachtete, rein negative Verhalten durch den Hamburger Beschluß Verbot aufgehoben ist hinsichtlich großjähriger Frauenspersonen auch der Richterstand sich fast ausschließlich nur aus den Kreiſen aufgegeben ist, wurde in den Reihen der Genossen die Frage auf- für solche politische Vereine, welche nur den besonderen Berufs- und rekrutirt, denen auch das Unternehmerthum entstammt, erklärt das geworfen: ob der Beschluß dahin aufzufassen sei, daß die Wahl- Standesinteressen bestimmter Personenkreise oder nur Zwecken der Er- feine Verständniß für die Interessen des letzteren in den Kreisen betheiligung nur für Parteikandidaten( Wahlmänner und Abgeordnete) ziehung, des Unterrichts und der Armen- oder Krankenpflege dienen". unserer Bureaukratie, während die Interessen, Bedürfnisse und die erfolgen dürfe, oder ob dort, wo es möglich sei, aus den eigenen Durch die vorstehend erwähnten gesetzlichen Maßnahmen ist für Gedankenwelt der Arbeiterschaft für diese Kreiſe meist ein ver Reihen Kandidaten aufzustellen, auch gestattet sei, für Kandidaten Bayern und Sachsen das seitens des Reichskanzlers, Fürsten Hohen- schlossenes Buch mit sieben Siegeln bleibt. Das erklärt auch das uns nahestehender Parteien oder solche Kandidaten zu stimmen, lohe, am 27. Juni 1896, namens der verbündeten Regierungen allgemein verbreitete und tief gewurzelte Mißtrauen der arbeitenden welche eine gewisse Gewähr dafür bieten, daß sie den reaktionären gegebene Bersprechen, die für die politischen Vereine bestehenden Bevölkerung gegen die gelehrte Rechtsprechung und die bureaukratische Bestrebungen des preußischen Schlot- und Landjunkerthums Wider- Koalitionsverbote aufzuheben, eingelöst. Nur Preußen hat jetzt noch Verwaltungspraxis. Die Arbeiter haben die Ueberzeugung, daß stand leisten werden. Die Beantwortung dieser Frage in unserer den zweifelhaften Vorzug, daß es mit der Einlösung des feierlich dabei ihre Interessen zu kurz kommen müssen, weil niemand da ist ,, Parteipresse war eine sehr weit auseinandergehende. Während von der gegebenen Ministerwortes im Rückstande ist, nachdem selbst die der sie kennt und sich zu deren Anwalt aufwirft. Wo dagegen die einen Seite, gestützt auf den Wortlaut des Protokolls über den Majorität des Dreiklassenwahl- Landtags sich geweigert hat, die Arbeiter selbst mit zur Entscheidung durch ihre Vertreter berufen Hamburger Parteitag( Seite 216 und 217) geltend gemacht wurde, Vorlage des Ministers von der Rede zu akzeptiren. Ganz sind, wie bei den Gewerbegerichten und den verschiedenen Instanzen daß, wie unsere Genossen sich an der Landtagswahl betheiligen, dies ohne Einfluß find indeß die Verhandlungen der Parlamente der Arbeiterversicherung, ist dieses Mißtrauen nicht vorhanden. nur geschehen dürfe für Parteikandidaten, wurde von anderer Seite über unsere vereinsrechtlichen Zustände und die bei diesen ausgeführt, daß diese enge Auslegung nothwendig dahin führen Gelegenheiten von allen Seiten erfolgten Verurtheilungen Der Strömung, die sich in der Verwaltung und Rechtsprechung müsse, daß der durch die Wahlbetheiligung hauptsächlich angestrebte der Koalitionsverbote, auch für Preußen nicht geivesen. gegen die Arbeiterbewegung Tundgiebt, entspricht der viel erörterte Zweck: Verhinderung einer konservativen Majorität, vereitelt werde. Während früher kein Jahr verging, ohne daß gewerkschaftliche und Grlaß des Grafen von Posadowsly. Dieses vom 11. Dezember 1897 Die Schwerfälligkeit des Dreiklassen- Wahlmechanismus, vor allem politische Vereine wegen angeblicher Verstöße gegen den§ 8 des datirt Aftenstück, das durch Zufall zur Kenntniß der Redaktion aber die Oeffentlichkeit der Stimmabgabe mache es vielen unserer Vereinsgesetzes aufgelöst und deren Vorstände deswegen gerichtlich unseres Zentralorgans" Vorwärts" gekommen und von diesem am Anhänger unmöglich oder bedrohe sie doch mit großen Gefahren verfolgt wurden, ist uns im letzten Jahre kein solcher Fall bekannt 15. Januar 1898 veröffentlicht ist, zeigt mit aller wünschenswerthen für ihre soziale Existenz, wenn sie an der Wahlurne, an der mög- geworden. Der§ 8 des Vereinsgefeyes hat eben auch für die Klarheit, wohin der neueste Kurs der Reichsregierung steuert. Nachlicherweise ihre Arbeitgeber fizen, gegen diese für einen sozial- preußische Regierung nur mehr den Werth eines Tauschobjektes, für dem diese durch den Mund des neuen Staatssekretärs des Reichsdemokratischen Kandidaten stimmen sollten. Dieses Opfer zu verlangen, deffen Hingabe man hofft, ein paar andere, mehr wirksame reaktionäre amtes des Junern in der Reichstagssigung vom 13. Dezember 1896 fei um so ungerechtfertigter, als die Möglichkeit, aus eigener Kraft Bestimmungen eintauschen zu können. Ob diese Hoffnungen sich in hatte erklären lassen, daß sie darauf verzichte, die wiederholt verdie Majorität der Wahlmänner in einem Wahlkreise zu gewinnen, Bukunft erfüllen werden, dafür ist der Ausfall der bevorstehenden sprochenen und in früheren Seffionen theilweise bereits eingebrachten ein für alle Male ausgeschlossen sei, Kompromisse mit anderen preußischen Landtagswahlen von entscheidender Wichtigkeit. sozialpolitischen Gesetze wieder vorzulegen, da die freudige MitParteien durch den Parteitags- Beschluß aber ganz unzweifelhaft wirkung der Unternehmerklasse" fehle, fündigte derselbe Redner untersagt sind. Unter solchen Umständen solle man es den Genossen Auf dem Gebiete der Arbeiterorganisationen sind aus der letzten gleichzeitig schärften Kampf gegen die Sozialdemokratie und deren der Orte und Kreise, wo die Partei nicht in der Lage sei, eigene Zeit als Neuerungen die Arbeitersekretariate zu bezeichnen. In bewußte und unbewußte Mitläufer" an. Daß man dabei alles Wahlmänner- Kandidaten aufzustellen, freigeben, für die Wahlmänner Berlin, Nürnberg, Stuttgart, München, Hannover existiren solche Ju- als sozialdemokratisch" und deshalb verwerflich demunzirt, was im derjenigen Parteien zu stimmen, die den politischen und sozialen stitute bereits seit fürzerer oder längerer Zeit; in anderen Städten, Interesse der Arbeiter verlangt, von dem Unternehmerthum aber Fortschritt am wenigsten gefährden. Obwohl diese Preßerörterungen so z. B. in Frankfurt a. M., bereitet man deren Einführung vor. bekämpft wird, ist eine altbewährte Praftit. Bei den Unternehmern in der gesammten Partei großes Interesse hervorriefen und fich Zur Wahrung der Interessen der Arbeiter auf den Gebieten des am meisten verhaßt sind die gewerkschaftlichen Organisationen der besonders auch unsere nichtpreußischen Partei- Organe in der leb- Arbeiterschutzes, der Arbeiterversicherung und des Koalitionsrechtes Arbeiter, weil sie eine Schutzwehr gegen brutale Vergewaltigungen haftesten Weise an ihnen betheiligten, so fam es zu einer Ver- haben die neuen Institute sich überall als große Wohlthat für die und zugleich das Mittel bieten, die Unternehmer gegebenenfalls zu ständigung doch nicht. Es wurden deshalb Vorschläge gemacht, durch ihr Recht verfolgenden Arbeiter erwiesen. zwingen, günstigere Arbeitsbedingungen zu gewähren. Gegen diese neue Verhandlungen zu einer Verständigung zu gelangen. Einer Lohnbewegungen von dem Umfange wie der Hamburger Hafen- Organisationen richtet sich nun der Geheimerlaß vom 13. Dezember dieser Vorschläge ging dahin, den Parteitagsbeschluß der Reichstags- arbeiter- Streit im vorigen Jahre sind aus dem letzten Berichtsjahre 1896, der in den Vordergrund die Frage stellt, ob nicht angesichts fraktion zu unterbreiten und von derselben eine authentische Inter- nicht zu verzeichnen. An Ausständen, welche sich auf fleinere Ar- der durch die Arbeiterbewegung der letzten Jahre gelieferten Erpretation zu erbitten, die dann für die Gefammtpartei bindend sein beitergruppen beschränkten, hat es aber auch in diesem Jahre fahrungen von der Gesetzgebung ein erhöhter Schuß gegen Mißbrauch sollte. Dieser Vorschlag stieß aber auf allgemeinen Widerspruch in nicht gefehlt, ja sie dürften sogar in zahlreicheren Fällen vorgekommen der durch§ 152 der Gewerbe- Ordnung gewährleisteten Koalitionsder Partei, so daß er der Reichstags- Fraktion selbst garnicht unter- fein, wie im Vorjahre. Wie immer, wurden diese Kämpfe freiheit zu verlangen sei?" breitet wurde. Von andern Seiten wurde in Vorschlag gebracht, mit wechselndem Glücke geführt, doch dürfte im allgemeinen eine Der weitere Inhalt ist im Sinne der Bejahung dieser Frage um zu ermöglichen, daß in der Partei noch vor den in diesem Herbst wenn auch nur geringe Lohnerhöhung vielfach erzielt worden sein. gehalten und er klingt schließlich aus in die Vorschläge, im Sinne stattfindenden preußischen Landtagswahlen eine Einmüthigkeit erzielt Für die brutale Rücksichtslosigkeit, mit der der Kapitalismus der Vorlage der Gewerbe- Ordnungs- Novelle vom Jahre 1890 eine werde, den diesjährigen Parteitag früher als dies sonst üblich, vielleicht alle Hindernisse beseitigt, welche sich der Profitschneiderei in den Erweiterung der strafbaren hatbestände sowie auch eine schon zu Ostern oder Pfingsten, abzuhalten. Weg stellen, sind recht charakteristisch die Vorgänge in den Kohlen- Verschärfung des Strafmaßes in Anwendung zu bringen. Abgesehen davon, daß durchaus keine Garantie dafür vorhanden gruben am Piesberg bei Osnabrück. Diese Werke sind in den Insbesondere wird in dem Erlaß auch die Frage aufgeworfen, ob war, daß eine nochmalige Verhandlung dieser Frage, deren Er- letzten Jahren nicht mehr so ergiebig gewesen wie früher. Um die nach den„ gemachten Erfahrungen ein Bedürfniß vorliege, bei Ausörterung doch in Hamburg so eingehend wie möglich erfolgt ist, zu Ausbeute zu steigern, ordnete die Werksleitung furzerhand an, daß ständen arbeitswillige Personen gegen den Terrorismus der Auseiner vollständigen Uebereinstimmung in der Partei geführt haben die bis dahin gefeierten besonderen katholischen Feiertage in ständigen und Agitatoren besser zu schützen und diejenigen zu strafen, würde, standen der Ausführung letzteren Vorschlages die diesjährigen Zukunft in Wegfall zu konunen haben und an diesen Tagen ge- welche, um andere von der Aufnahme oder Fortsetzung der Arbeit allgemeinen Reichstagswahlen im Wege. Mitten in die Zeit hinein, arbeitet werden müßte. Die katholischen Arbeiter, die durch diese abzuhalten, Posten ausstellen, Arbeitsstätten, Zugänge zu denselben, wo die Agitation und die Vorbereitungen für die Reichstagswahlen brüske Anordnung sowohl in ihren wirthschaftlichen Inter- öffentliche Straßen und Plätze( Bahnhöfe, Hafenpläße) überwachen; bereits im vollen Gange waren, einen allgemeinen Parteitag zu be- effen wie auch in ihren religiösen Gefühlen auf das Arbeitswillige durch Reden oder Thätlichkeiten belästigen, ihnen das rufen, daran konnte im Ernste garnicht gedacht werden. tiefste verlegt wurden, weigerten sich, der Anordnung Folge zu geben Arbeitsgeräth rechtswidrig vorenthalten oder beiseite schaffen?" Im selben Maße, wie die Reichstags- Wahlkämpfe in Sicht und legten die Arbeit nieder. Obwohl nun ein kirchliches Interesse Ilm diese Fragen in ihrer arbeiterfeindlichen Bedeutung zu famen, traten die Grörterungen über die Landtagswahl- Betheiligung in Frage stand, die Ortsgeistlichkeit auch auf Seite der Arbeiter trat, erfassen, muß man die heutige Rechtsprechung auf grund des§ 153 auch in den Hintergrund, um während der Zeit des eigentlichen die Leitung des christlichen Bergarbeiter- Verbandes die Berechtigung der Gewerbe- Ordnung kennen. Eristiren doch Urtheile, die durch Wahlkampfes ganz aus den Spalten unserer Presse zu verschwinden. des Ausstandes anerkannte und Hilfe zusagte, von einer sozialdemo- alle Justanzen Bestätigung fanden, wonach streitende Arbeiter, die Sofort aber nach Abschluß der Reichstagswahlen tauchte die kratischen Einmischung aber keine Spur vorhanden war, fuhr die ihren fortarbeitenden Kollegen zuriefen, sich ihres unkollegialen BeFrage wieder auf, was feine Erklärung findet in der That gesammte Bourgeoisiepresse doch über die Streifenden her, als ob es nehmens zu schämen, wegen Drohung und Ehrverlegung zu mehrsache, daß die preußischen Landtagswahlen im Laufe dieses Herbstes sich um ganz gewöhnliche Sozialdemokraten gehandelt hätte. wöchentlicher Gefängnißstrafe verurtheilt wurden. Uebrigens kennstattfinden werden. In verschiedenen Kreisen, so besonders in Die Stumm- Bresse schimpfte, wie sie seinerzeit über die Streitenden zeichnete der Staatssekretär die Abhängigkeit der jezigen ReichsBreslau und Bielefeld( östliches Westfalen), haben die Genossen be- im Ruhr- und Saar- Revier geschimpft hatte, die Regierungsvertreter regierung von den Unternehmerverbänden selbst, indem er offen beschlossen, sich, soweit dies möglich, durch Aufstellung eigener Kandi- ftellten sich auf die Seite der Unternehmer und schließlich desavonirte kannte, daß man mit dem Erlasse einen Wunsch der Unternehmer erdaten an der Wahl zu betheiligen. Eine allgemeine Wahlbetheiligung auch der Bischof die niederen Geistlichen. So von allen Seiten ver- fülle und daß die arbeiterfeindlichste Stelle desselben einer Eingabe unserer Partei, wie sie bei den Reichstagswahlen stattfindet, ist bei lassen, waren die armen katholischen Arbeiter bereit, sich ins Uuver- der Baugewerksmeister- Jung entnommen sei. In seinem Ueberder Natur des Dreiklassen- Wahlsystems ausgeschlossen und auch von meidliche zu fügen. Nun zeigte sich aber das Kapitalprozenthum eifer, die Gunst des Unternehmerthums der Regierung zu ge den entschiedensten Vertretern der Wahlbetheiligung nie für möglich ganz auf der Höhe, indem die Werkbesitzer erklärten, die Gruben ihrer winnen, erklärte der Herr Staatssekretär fogar, daß er mit gehalten worden. Die praktischen Erfahrungen, welche die Genossen geringen Ertragsfähigkeit wegen und zur Strafe für die Arbeiter dem Erlaß als Wahlmanifest der Regierung vor bei den bevorstehenden Landtagswahlen sammeln, werden hoffentlich dafür, daß sie gewagt hätten, die Schonung ihrer religiösen Ueber die Wähler werde. Eine Ankündigung, die von unseren für die Zukunft zu einer gemeinsamen Richtschnur für die preußischen zeugung und ihrer wirthschaftlichen Interessen zu verlangen, in Genossen im... ag mit Beifall akzeptirt wurde. Genossen in dieser Frage führen. Zukunft zu schließen. Hunderte von Arbeiter und ihre Familien waren mit diesem Protzenbeschluß mit einem Schlage brot- und Der Hamburger Parteitag stand bereits unter dem Eindruck der Je stärker unsere Partei wird und je größer der Kreis der Auf- eristenzlos und genöthigt, die Heimath zu verlassen, in der ihre bevorstehenden Reichstagswahlen, das zeigte die Thatsache, gaben wird, denen unsere Genossen ihre Aufmerksamkeit zuwenden, Vorfahren und sie ihnen folgend seit Jahrzehnten den Boden mit daß die Debatte über dieselben einen ungewöhnlichen Umfang an desto mehr tritt die Bedeutung der Landes- und Provinzorganisation ihrem Schweiß gedüngt hatten. Die Kapitalistenpresse feierte diesen nahm und fast drei Sizungen hindurch die Delegirten beschäftigte. in den Vordergrund. Dies hat sich besonders auch im letzten Jahre Beschluß in begeisterten Artikeln, weil durch denselben den wider- Die bevorstehenden Wahlen wurden in der Debatte als ein Grad bei den Vorbereitungen zu den Reichstagswahlen wieder gezeigt. spenstigen Arbeitern einmal recht deutlich und wirksam gezeigt sei, messer für den Stand unserer Partei bezeichnet und deshalb besonders Nachdem in fast allen Kreisen des Deutschen Reiches Kandidaten von daß die Unternehmer„ Herren auf ihren Werken" sein wollen verlangt, daß wieder überall, wo unsere Partei Anhänger hat, eigene unserer Partei aufgestellt worden sind, vielfach nur zu dem aus- und daß sie mit ihrem Eigenthum machen können was sie wollen. Standidaten aufgestellt werden sollen. Selbstverständlich wurden auch gesprochenen Zwecke, auf diese Weise auch die verstreut im Lande Vertreter von Kirche und Staat billigten aber das Vorgehen der für die anstehenden Wahlen Kompromisse mit anderen Parteien abwohnenden Anhänger und Genossen in die Lage zu bringen, ihre Unternehmer und hatten für die hilflos aufs Pflaster geworfenen gelehnt, dafür aber eine Reihe von Bedingungen aufgestellt, nady Stimmen zu gunsten unserer Partei abgeben zu können, ist die Arbeiter höchstens öde Moralsprüche und Belehrungen darüber, daß deren Anerkennung von seiten eines gegnerischen Kandidaten bei Möglichkeit, von einer Zentralstelle aus die Agitation zu man den Brotherrn" nicht unvorsichtig reizen soll. Für die Stichwahlen zwischen Gegnern wir unseren Anhängern empfehlen regeln, natürlich vollständig geschwunden. Diese Aufgabe zu fatholischen Bergarbeiter dürften die Vorgänge am Piesberg ein sollen, dem betreffenden Kandidaten die Stimme zu geben. erfüllen obliegt jetzt den Provinz- und Kreisorganisationen, Denkzettel sein, den sie nicht sobald vergessen werden. Inter Brücksichtigung der vorstehenden Beschlüsse und der Er die sich ihrer Aufgabe im Allgemeinen auch vollständig gewachsen fahrungen, die die Partei bei früheren Wahlen gesammelt hat, wurden gezeigt haben. Wo es nothwendig und angängig war, sind vom Hervorgehoben zu werden verdient auch, daß nicht nur die Polizei seitens des Parteivorstandes alle nöthigen Vorbereitungen getroffen, Parteivorstande den Einzelorganisationen Hilfsmittel, Redner und und Verwaltungsbehörden sich einseitig im Unternehmerinteresse in so daß unsere Wahlorganisation lange vor dem Schlusse der letzten Geld oder Agitationsschriften zur Verfügung gestellt worden. Daß die Lohnkämpfe mischen, sondern daß auch in der Rechtsprechung immer Reichstagssession und der Ausschreibung der Neuwahlen fertig war. dabei vielfach geäußerte Wünsche, besonders in bezug auf bekanntere mehr die Tendenz zur Geltung fommit, strengste Strafen gegen die Nur in bezug auf den Bericht über die parlamentarische Thätigkeit Parteiredner unbefriedigt bleiben mußten, ist auch in diesem Jahre Vergehen, die aus angeblichen Verstößen gegen den§ 153 der Ge- des Reichstags", der seit langen Jahren zu allen allgemeinen Wahlwieder zu konstatiren. Troß der immer noch mit ungeschwächten werbe Ordnung refultiren, in Anwendung zu bringen und in fämpfen unseren Agitatoren und Genossen geliefert worden ist, Kräften durch Private und Behörden betriebenen Saalabtreiberei, der Auslegung der Strafbestimmungen selbst über alle erwiesen sich die Vorbereitungen nicht ausreichend, insofern als die ist die Zahl der von unseren Parteigenossen arrangirten Versamm früher beobachteten Grenzen weit hinauszugehen. Vor Vorarbeiten zu dem seit längerer Zeit bereits angekündigten lungen eine so große, daß es ausgeschlossen ist, daß den dabei zu allein hat auch im letzten Jahre wieder der berüchtigte fozialdemokratischen A.- B.- C.- Buch nicht zum Abschluß gebracht Tage tretenden Wünschen nach bekannteren Rednern auch nur grobe Unfugparagraph auf die Lohnkämpfe cine Anwendung waren und das Buch deshalb nicht erscheinen konnte. CB entfernt genügt werden könnte. Für die Entwickelung der gefunden, die nur in der einseitigsten Auffassung weiter richterlicher mußte im letzten Augenblick Ersatz geschaffen werden, und durch das Landesorganisationen werden die in einer Reihe von Einzel- Kreise ihre Erklärung findet. So wurde besonders vielfach der Ver- energische Zusammenwirken einiger Genossen ist es auch möglich staaten im Laufe des letzten Jahres erfolgten Abänderungen der such gemacht, das sogenannte Streifpoftenstehen unter den Unfug gemacht worden, daß der Vorstand das Handbuch für sozialdemo vereinsgesetzlichen Bestimmungen von Bedeutung sein. So find be- paragraphen zu bringen und eine ganze Anzahl von Gerichten haben fratische Wähler" unseren Agitatoren, Vertrauenspersonen und Wahlsonders in Bayern und Sachsen durch Landesgeseze die Bestimmungen in diesem Sinne auch entschieden. Daß gerade damit den Arbeitern komitees so rechtzeitig zustellen konnte, daß dieselben einen Leitfaden aufgehoben, wonach politische Vereine nicht mit einander in Ver- ein wesentliches Mittel zur Nutzbarmachung des Koalitionsrechtes zur Wahlagitation an der Hand hatten. bindung treten durften und ist damit wenigstens theoretisch die Mög- genommen wird, ist sicher, aber das ist auch der unausgesprochene Das bei den Wahlen 1893 zum ersten Male angewandte System, lichkeit einer freieren Bewegung auf dem Gebiete der Parteiorgani- Zweck all dieser Maßnahmen. In für die Unternehmer erfreulichem die Zentralisation in der Partei- Organisation aufzugeben und die sation gegeben. Unsere Genossen in den benannten Ländern Gegensatz zu dem Verhalten der Behörden gegenüber den gewerk- provinziellen oder Landesgliederungen, welche sich in den letzten werden nicht versäumen, von der neu eingeräumten Bewegungs- schaftlichen Bestrebungen der Arbeiter stehen die Maßnahmen der Jahren gebildet haben, bei der Durchführung des Wahlkampfes in freiheit Gebrauch zu machen. Ob es dabei der bekannten fächsischen selben Behörden dort, wo es sich um die Durchführung von Be- entsprechender Weise heranzuziehen", hatte sich damals vorzüglich Findigkeit und Auslegungskunst nicht gelingen wird, auf dem ſtimmungen handelt, die zum Schuße der Arbeiter aufgestellt sind. bewährt, und der Parteivorstand veranlaßte deshalb, daß auch dieses Wege der Verwaltungspraxis für unsere Partei wieder zu be- Das zeigt sich besonders bei der so viel umstrittenen Bäckerei Mal wieder entsprechende organisatorische Einrichtungen, Zentrals seitigen, was man durch die allgemeine Gesetzgebung besonders verordnung aus der Zeit des Ministers von Berlepsch. Offen Wahlfomitees 2c, gebildet wurden. Gestützt auf die gedrängt durch das auch bei den bürgerlichen Parteien hervorgetretene haben Bäckermeister Vereinigungen erklärt, daß fie die Verfahrungen bei der Wahl 1893 wurden einzelne Wahlkreise, Bedürfniß einzuräumen sich gezwungen fah, fab, wird die ordnung nicht beachten werden; von angesehenen Barlamentariern die damals anderen Agitationsbezirken zugetheilt waren, Zukunft lehren. Ein neues Mittel zur Chikane und Drangsalirung und ganzen Parteien wurden die Meister in diesen ihren diefen abgezweigt und denjenigen Komitees unterstellt, zu denen der Versammlungsbesucher dürfte in Sachsen in der auf Drängen Bestrebungen bestärkt und so ist es, glücklich dahin gekommen, daß sie geographisch günstiger liegen oder mit denen sie im Laufe der Jahre 營 N F * Ervon schon zusammen gearbeitet hatten. Neue Agitationsbezirke wurden I Schärffter Kampf wird angekündigt gegen die Gegner einer dieses Mal gebildet für den Regierungsbezirk Oppeln mit dem Sis folchen Handels- und Bollpolitik, gegen die Agrarier und die in ganz vereinzelten Streifen nicht zu stande kam und auch Neben der Geschloffenheit der gegnerischen Parteien, die nur der Leitung in Königshütte( Oberschlesien), Regierungsbezirk Arns mit denselben Hand in Hand gehende schutzöllnerische Groß- dann mehr in der Stimmenthaltung wie in direkter Stimmabgabe berg 1.- 4. Wahlkreis, Zentral- Wahlfomitee in Hagen i. W.; Baden industrie. 8.- 10. Wahltreis, Sig des Zentral Wahlfomitees in Karlsruhe; für unsere Kandidaten sich zeigte, fich zeigte, war es besonders der Mecklenburg, Sitz des Zentral- Wahlkomitees in Rostock. Die bei der Rechtlosigkeit, ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung in jega welche bei den Stichwahlen eine Rolle spielten, um den Sieg unserer Unser Kampf" so schließt der Aufruf richtet sich gegen amtliche Druck und die Beeinflussung durch die Unternehmer, Wahl 1893 für den Regierungsbezirk Aachen und die Proving Unter- licher Gestalt. Unsere Losung ist: Tod und Noth und dem Müßig- Partei zu verhindern. Besonders arg trat dieser Druck dieses Mal franken mit Aschaffenburg eingerichteten Bentral Wahlkomitees find gang!.... Wir fämpfen für eine neue Staats- und Gesellschafts- auch in den Staatswerkstätten und königlichen Bergwerken hervor. dieses Mal ausgefallen und der Regierungsbezirk Aachen dem Kölner ordnung, in der Männer und Frauen als Freie und Gleiche leben Nur so konnte es gelingen, uns Wahlkreise wie z. B. Kiel wieder Zentral- Wahlkomitee, von der Provinz Unterfranken die Wahlkreise und thatig sind, in der es keine Herrschaft des Menschen über den zu entreißen. Aschaffenburg und Lohr dem Zentral- Wahltomitee in Frankfurt a. M. Menschen giebt und das Wohlsein als oberster Grundsatz aller und die übrigen Kreise dem Zentral- Wahlkomitee in Nürnberg unter- menschlichen Ordnung anerkannt ist. Freiheit, gleiches Recht für stellt worden: Alle Keine Rechte ohne Pflichten! Keine Pflichten ohne Rechte!" Es folgt ein Appell an die deutschen Frauen, die als wähle Danach wurde folgende Eintheilung der Agitationsbezirke gerinnen noch nicht mittämpfen, aber agitatorisch wirksam sein Zahl von Kreisen, an denen wir betheiligt waren, nur wenige Siege. troffen: Wahlkreise Provinz Ostpreußen Provinz Westpreußen Provinz Brandenburg Provinz Pommern Provinz Schlesien: 1.- 8. Wahlfreis Reg.- Bez. Breslau, 9., 13. Wahlkreis und Reg.Bez. Liegnis, 7. und 8. Wahlkreis Ober- Schles., Reg.- Bez. Oppeln in Bayern, Weimar und Medlenburg waren fie auf ein paar Tage Die Mehrzahl der Stichwahlen fanden am 24. Juni statt, nur später angefeßt. Wie bei allen früheren allgemeinen Wahlen so brachten auch dieses Mal die Stichwahlen, im Berhältniß zur großen tönnen: Auch über das Recht der Frau zur Theilnahme am öffent- Von den 16 Wahlkreisen unseres früheren Befisstandes, welche wir lichen Leben, das die Sozialdemokratie allein von allen Parteien in der Stichwahl zu vertheidigen hatten, gelang es nur sechsSit des Komitees fordert, wird in diesem Kampfe mit entschieden.. Barteigenossen! Berlin III., Breslau- Ost, Braunschweig, Halle, Teltow- Beeskow Wähler! Thut Eure Pflicht gegen Euch selbst, gegen das Vaterland, und Waldenburg i. Schl. gegen die Menschheit! Der Wahlfeldzug beginnt Drauf und dran! diesen Kreisen: Berlin II. und V., Vorwärts! Vorwärts zu Kampf und Sieg! Königsberg Danzig Berlin Stettin Breslau Oberlangenbielau Königshütte Reg.- Bez. Lieguig, 1.- 6. und 9. u. 10. Wahlkreis|| Görlitz Provinz Sachsen: Reg.- Bez. Magdeburg Reg.- Bez. Merseburg, ohne den 7. Wahlkreis Sangerhausen- Eckardtsberga Reg.- Bez. Erfurt, Wahlkreis SangerhausenEckartsberga und von Sachsen- Weimar 1. und 3. Wahlkreis, sowie Schwarzburg: Sonders hausen Provinz Hannover: 3.- 5. unb 7.- 16. Wahlkreis 1. und 2. Wahlkreis 6., 18. und 19. Wahlkreis 17. Wahlkreis Provinz Westfalen: Provinz Hessen Nassau: Rheinprovinz: Magdeburg Halle a. d. S. Erfurt Hannover Bant b. Wilhelmshafen Bremen Hamburg Reg.- Bez. Münster, mit Ausnahme des 3. Wahlfreises( Borfen- Recklinghausen), Reg.- Bez. Minden, vom Reg.Bez. Arnsberg der 8. Kreis ( Lippstadt- Brilon) und die beiden Lippe Reg.- Bez. Arnsberg 5.- 7. Wahlkreis und vom Reg.- Bez. Münster der 3. Wahlkreis( Borken: Recklinghausen) い Bielefeld Dortmund Reg.- Bez. Arnsberg 1.- 4. Wahlkreis Hagen Reg. Bez. Kaffel 1.- 7. Wahlkreis und Waldeck Pyrmont Staffel Reg.- Vez. Wiesbaden, Hanau- Gelnhausen, der 1., 2. u. 3. hessische Wahlkreis und die bayerischen Wahltreise Aschaffenburg und Lohr Frankfurt a. M. Reg.- Bez. Köln, Koblenz und Aachen und vom Reg.- Bez. Trier den 1.- 3. Wahlkreis Köln Reg.- Bez. Düsseldorf Elberfeld Reg.- Bez. Trier 4.- 6. Kreis Saargemünd 1.- 5., 7. und 9. Wahlkreis, Theile des 1. olden burgischen Wahlkreises Neumünster 6., 8. unb 10.( Lauenburg) Wahlkreis Hamburg Königreich Bayern: Proving Ober- und Niederbayern München Provinz Schwaben und Neuburg Augsburg Provinz Ober, Mittel- und Unterfranken, letzteres ohne die Kreise Lohr und Aschaffen burg, die Provinz Oberpfalz Nürnberg Provinz Pfalz Ludwigshafen Dresden Leipzig Chemnitz Bwidau Stuttgart Provinz Schleswig- Holstein: Königreich Sachsen: 1.- 9. Wahlkreis 11.- 14. Wahlkreis 10. und 15.- 21. Wahlkreis 18., 22. und 23. Wahlkreis Sigmaringen Großherzogthum Hessen: 8.- 9. Wahlkreis Königreich Württemberg und Hohenzollern= 4.- 7. Wahlkreis Großherzogthum Baden: 1.- 7. Wahlkreis 8.- 10. Wahlkreis 11.- 14. Wahlfreis Darmstadt Mainz Freiburg i. B. Karlsruhe Mannheim Rostock Großherzogthümer Mecklenburg Thüringische Staaten: 1. und 2. gothaischer Wahlkreis, 2. weimarischer Wahlkreis und Theile von Eschwege- Schmaltalden Gotha 1. und 2. meiningenscher Wahlkreis u. Schwarzburg- Rudolstadt 1. und 3. weimarischer Wahlkreis und Schwarzburg- Sondershausen Pößneck Erfurt Großherzogthum Oldenburg: 1. und 2. oldenburgischer Wahlkreis und 1. und 2. Hannoverscher Wahlkreis Bant Herzogthum Braunschweig: 1.- 3. braunschiger Wahlkreis Herzogthum Altenburg Herzogthum Anhalt: 1. und 2. Wahlkreis Reuß ä. L. Greiz Reuß i. 2. Gera Hamburg: 1.- 3. Hamburger Wahlkreis, 17. Hannoverscher Wahlkreis und 6., 8. und 10. Holsteinischer Wahlkreis Samburg Bremen: Braunschweig Altenburg Deffaut Wahlkreis Bremen, 6., 8. und 19. Hannoverscher Wahlkreis und 3. oldenburgischer Wahlkreis Bremen Lübeck Straßburg Lübec Elsaß Bothringen H Nieder mit den Feinden des arbeitenden Voltes! Nieder mit der Reaktion! Hoch die Sozialdemokratie!" Dieser Aufruf, mit dem der taktische und prinzipielle Aufmarsch der sozialdemokratischen Partei zum Abschluß gebracht war, erschien in unserem Zentralorgan am 10. April, knapp vier Wochen später hielt der Reichstag jeine letzte Sigung und erfolgte fein Schluß am 6. Mai. D Vom zu behaupten. Zehn von Brandenburg, Dortmund, Höchst- llfingen, Stiel, München I., Blauen, Solingen und Stettin, gingen uns, meist mit geringfügigen Minoritäten, verloren. Diese Verluste aber, so bedauerlich jie für die Partei auch sind, sie werden reichlich aufgewogen durch die achtzehn neuen Wahlin der Stichwahl neu eroberten Kreisen befinden sich drei, Dresdenfreise, die unsere Partei bei den Stichwahlen eroberte. Unter den Altstadt, Hanau und Mannheim, die bereits in früheren Legislatur Das Schlußergebniß des Wahlkampfes für unsere Partei ist also perioden von Sozialdemokraten im Reichstage vertreten waren. 56 Mandate, von denen wir 35 bereits in der vorigen Legislaturperiode besaßen und 21 neu oder zurückerobert haben, von den letzteren Streisen waren nämlich fünf bereits in früheren Jahren sozialdemo= tratisch vertreten. Ein Bild, wie unsere Partei sich in den 56 Wahlkreisen, die jetzt sozialdemokratisch im Reichstage verteten sind, entwickelt hat, giebt nachstehende Tabelle über die sozialdemokratische Stimmabg be in diesen Streisen seit Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts im Jahre 1867. ( Siehe Tabelle auf folgender Seite!) War die Wahlbewegung vorher schon in vollem Gange, so steigerte fich diefelbe jetzt mit jedem Tage mehr. Unsere Presse führte den Vorkampf mit Geschick und Umsicht, an unsere Redner wurden, trobdem von seiten der Behörden und der gegnerischen Parteien die unglaublichsten Anstrengungen gemacht wurden, uns die VersammlungsTotale abzutreiben, Anforderungen gestellt, die schon aus rein physischen Gründen nicht immer zu erfüllen waren. Millionen von Flugblättern wurden vertheilt, in denen theils unsere Parteigrund fäge entwickelt, theils die Angriffe der Gegner zurückgewiesen und ihre reaktionären, volksfeindlichen Ziele enthüllt wurden. Parteivorstand gelangten gleich zu Beginn des Wahlkampfs drei Der Fortschritt, den unsere Partei auch bei diesen Wahlen wieder Entwürfe zu Wahlflugblättern als Manuskripte gedruckt zur Ver- gezeigt hat, drückt sich aber nicht blos in der Zahl der neu eroberten sendung an die Zentral Wahlfomitees. Außerdem wurde eine Mandate, sondern noch mehr in dem Zuwachs von Stimmen aus, 16 Seiten starte, ausschließlich für die ländliche Bevölkerung be- die auf unsere Kandidaten gefallen find. Bwar ein so gewaltiges stimmte Flugschrift in Massenauflage hergestellt und den Wahl- Wachsthum, wie es die Partei bei den Wahlen von 1890 zeigte, tomitees gratis zur Verfügung gestellt. Mit dem Vorstande kann dieses Mal nicht konstatirt werden. Das erklärt sich aber am der polnischen sozialdemokratischen Partei wurde ein Abkommen besten aus der Thatsache, daß in einer Reihe von Wahlkreisen die getroffen, wonach derselbe die von ihm herausgegebenen unseren Bestrebungen am meisten zugänglichen Arbeiterwähler Flugschriften in polnischer Sprache für die deutschen Kreise zur Ver- zum großen Theil bereits gewonnen sind, in der übrigen fügung stellte, in denen polnische Arbeiter von deutschen Unter- Wählerschaft aber unser Anhang langsamer wächst. In manchen nehmern ausgebeutet werden. Dem Zentral Wahlkomitee in Wahlkreisen, die für absolut sicher galten, wurde die Agitation auch Königshütte, für den Regierungsbezirk Oppeln, wurde gleich zu Be- nicht so intensiv wie früher betrieben und wurden die vorhandenen ginn des Wahlkampfes ein mehrseitiges Flugblatt in deutscher und Kräfte mehr in benachbarten Kreisen verwendet. Auch der polnischer Sprache in einer Auflage von 120 000 Exemplaren zur Ver- Mangel einer die Wähler besonders aufregenden Wahlparole sowie fügung gestellt. Von dem Handbuch für Sozialdemokratische der Umstand, daß die Gegner in vielen Streifen mit ihrer Agitation Wähler" find ca. 3000 Exemplare an unsere Agitatoren und Ber- fast garnicht an die Oeffentlichkeit traten, sondern sich ausschließlich trauenspersonen gratis abgegeben worden. Ueber die petuniären auf die amtliche Beeinflussung und den Druck des Unternehmerthums Unterstützungen der einzelnen Kreise im Wahlkampfe wird an verließen, mögen vielfach dazu beigetragen haben, daß die Wahlanderer Stelle eingehend berichtet, hier sei nur bemerkt, betheiligung im Verhältniß eine schwächere war, wie im Jahre 1893. daß der Wahlkampf dieses mal Summen gekostet hat, wenn trozdem aber die Zahl der sozialdemokratischen Wählerschaft wie noch nie ein Wahlkampf vorher. vorher. Der Parteivorstand um ca. 318 000 Stimmen gewachsen ist und nach einer vorläufigen war in der glücklichen Lage, auch weitgehenden An Aufstellung- eine offizielle Zusammenstellung der Wahlresultate ist forderungen nachkommen zu können und sind die Forderungen noch nicht erschienen auf die Kandidaten unserer Partei der meisten Zentral- Wahlfomitees im vollen Umfange afzeptirt insgesammt 21/8 Millionen Stimmen gefallen find so ist Es tann uns worden. Alle gestellten Anforderungen zu erfüllen war freilich nicht dieser Erfolg um so höher anzuschlagen. möglich, wobei besonders bemerkt sein mag, daß theilweise aus deshalb talt lassen, wenn unsere Gegner nach den Wahlen Kreisen sehr hoch gespannte Anforderungen gestellt worden sind, von behaupteten, der Ausfall derfelben habe in unseren Reihen sehr denen im Laufe der Jahre gar keine oder doch nur sehr minimale verstimmt, denn wir hätten sowohl in bezug auf die Mandate, als Beiträge an die Zentralfaffe geleistet worden sind. Gewiß soll die auch auf die Zahl der abgegebenen Stimmen viel weitergehende Zentralfasse ein Ausgleichsinstitut sein zwischen den Partei- Orten, Erwartungen gehegt. Abgesehen davon, daß nicht abzusehen ist, wo Ueberfluß und denen wo Mangel an petuniären Mitteln herrscht, woher gegenüber der Thatsache, daß wir die Zahl unserer Mandate aber daß die Zahl der Orte und zwar auch solcher mit recht lebe um 8 verstärkt und unsere Stimmen sich um 318000 vermehrt haben, hafter Partei- und Gewerkschaftsbewegung, von denen der Partei- bei uns eine besondere Mißstimmung über den Wahlausfall kommen fassirer nur hört, wenn sie die Bentraltasse in Anspruch nehmen sollte, darf an dieser Stelle auf die bezüglichen Verhandlungen auf wollen, eine sehr große ist, bleibt immerhin ein beklagens- dem Hamburger Parteitag verwiesen werden, wo der Referent über werther Zustand in der Partei- Organisation. Ein Agitations den Punkt„ Reichstagswahlen" dem Vorhalt gegenüber, etwas zu mittel, das dieses Mal in viel ausgedehnterem Maße wie optimistisch zu sehen, ausführte: bei früheren Wahlen, zur Anwendung fam, tvar die Herausgabe spezieller Wahlzeitungen. Dieselben sind in den meisten Fällen wöchentlich oder vierzehntäglich in einer Nummer während der Wahlzeit erschienen. Diese Blätter fanden hauptsächlich in Kreisen Verbreitung, wo unsere periodische Parteipresse garnicht oder nur sehr schwach vertreten ist. Der Hauptinhalt dieser Wahlzeitungen, die unter theilweise sehr drastischen Titeln erschienen, war neben der Aufklärung der Wähler speziell der Widerlegung und Abwehr gegnerischer Angriffe gewidmet. Von den Wählermassen wurde dieses Kampfmittel sehr günstig aufgenommen. D V " Den Optimismus, daß wir bei den kommenden Wahlen 30 Mandate gewinnen werden, theile ich so wenig wie mein Borredner. Ich habe einfach erklärt, daß, wie immer der Ausfall der nächsten Wahlen sein tönne, eine wesentliche Verschiebung der Parteiverhältnisse nicht eintreten dürfte, selbst auch dann nicht, wenn wir 15 oder 20, ja selbst wenn wir 30 Mandate erobern würden. Sie werden zugestehen, daß das nicht bedeutet: wir werden 30 Mandate erobern. In unseren Reihen haben also die hochgespannten Erwartungen, die uns von gegnerischer Seite aus sehr durchsichtigen taktischen Der Wahltag brachte nur für ungefähr die Hälfte der Wahl- Gründen unterstellt werden, nicht bestanden. Die sozialdemokratische freise die endgiltige Entscheidung, für die andere Hälfte waren Stich- Partei hat alle Ursache, mit den Fortschritten, die die Wahlen vom wahlen nöthig. Unsere Partei hatte im ersten Wahlgang 32 Wahl- 16. Juni für sie gebracht haben, zufrieden zu sein. treise erobert, darunter 29, welche bereits in der vorigen Legislature Als für unsere Bewegung besonders erfreuliche Erscheinungen periode von Sozialdemokraten vertreten waren, während Hanau, verdienen aus den Wahlergebnissen besonders nachfolgende drei Lübeck und Stuttgart neu gewonnen wurden. Leider wurden diese Punkte hervorgehoben zu werden: Einmal, daß der Stimmen Gewinne durch eben so viele Verluste ausgeglichen. Die bisher von zuwachs mit Ausnahme eines einzigen Agitationsbezirks sich über Sozialdemokraten vertretenen Wahlkreise Straßburg i. E., Reichenbach- ganz Deutschlang vertheilt hat,*") unsere Bewegung also überall Neurode i. Schl. und Mittweida- Frankenberg i. Sachs. gingen an die ver- im Fortschritt begriffen ist und von einem Stillstand oder gar Rüc einigten Gegner verloren. Sechzehn Wahlkreise, die bisher von Sozial- schrift nicht die Rede sein kann. Zweitens, daß wir dieses Mal in demokraten vertreten waren, mußten in der Stichwahl vertheidigt Provinzen und Industriebezirken- Ostpreußen und Oberschlesienwerden, dazu tam, daß unsere Partei noch in weiteren 97 Streifen Eingang gefunden und überraschend hohe Stimmenzahlen erreicht in die Stichwahl kam, so daß der zweite Wahlgang an Umfang und haben, wo noch bei der letzten Wahl 1893 von einer nemmensIntensivität sich wenig vom ersten unterschied. Entsprechend den werthen sozialdemokratischen Bewegung gar nicht geredet werden Beschlüssen des Hamburger Parteitags gab der Parteivorstand die konnte, und drittens, daß das ländliche Proletariat fich dieses Mal Parole für die Genossen jener Kreise aus, wo zwei gegnerische zu gunsten unserer Partei an der Wahl betheiligte, vie nie zuvor. Parteien zur Stichwahl standen. Diefer Parole wurde von den Es kann auf grund der bereits bekannten Zahlenergebnisse der Wahlen Genossen überall Folge geleistet, wo nicht ganz besondere lokale ausgesprochen werden, daß von den 318 000 Stimmen, welche die Vorgänge ein Abweichen nothwendig machten. So z. B. in Bochum, Partei dieses Mal mehr als 1895 aufbrachte, ein erheblicher Bruchtheil Duisburg und einigen anderen Streisen des Westens, wo unsere aus den Kreisen des ländlichen Kleinbejizes und des Proletariats Genoffen, empört über das Verhalten des Zentrums in Dortmund, stammt. Daran ändert auch die Thatsache nichts, daß in einigen wo diese Partei offen ein Bündniß mit den nationalliberalen Stultur- ländlichen Wahlkreisen Süddeutschlands die für unsere Partei abgetämpfern gegen uns abschloß, im letzten Moment sich entschlossen, gebenen Stimmen nicht gewachsen oder vereinzelt sogar zurückgegangen dem Zentrum einen Dentzettel zu verabreichen. Eine Reihe rheinisch- find. Es ist dieser Stillstand resp. Rückgang wohl vor allem aus der westfälischer Wahlkreise, so besonders Bochum, Duisburg und Hamm bei den letzten Wahlen stärker hervorgetretenen Bauernbewegung zu er fielen mun den Liberalen zu, während andernfalls bas Bentrum Hären. Der Bauernhofsbefizer, der selbst auf die Ausnügung fremder ficher auf sie rechnen konnte. In der Zentrumspresse tani es um Arbeitskraft angewiesen ist, findet, soweit er nicht blind der Parole dieser Vorgänge willen zu recht lebhaften Auseinandersetzungen, des Zentrums folgt, seine politische Vertretung im Bauernbund, der, wobei der Dortmunder Unterhändler der Zentrumspartei, Lamprecht zum Unterschied von der in Norddeutschland durch den Bund der Rensing, gerade teine Seide spann. Auch dieses Mal gelang es Landwirthe hervorgerufenen, von Junkern geleiteten Agrarbewegung Die erste offizielle Sundgebung unserer Partei zu den bevor einer ganzen Anzahl freifinniger Kandidaten, auf sozialdemokratischen einen mehr fleinbürgerlich- demokratischen Charakter trägt. stehenden Wahlen war ein Aufruf der früheren Reichstags- Fraktion Krücken bei den Stichwahlen in den Reichstag zu kommen, eine ländliche Arbeiter, Knecht, Häusler, Tagelöhner findet aber in der an die„ Parteigenossen und Wähler!" In dem Aufrufe, der die Unter- Silfe, für die von freijinniger Seite mur in ganz vereinzelten Streisen schriften sämmtlicher 48 Abgeordneten trug, heißt es, daß bei der Gegenleistung gewährt wurde. Wo dies aber, wenigstens theilweise,*) Nach einer Aufstellung, die wenige Wochen nach den Wahlen diesjährigen Reichstagswahl mehr auf dem Spiele stehe, als bei geschehen zu sein scheint, wie in den drei von uns neu eroberten von privater Seite veröffentlicht wurde und deren Ziffern, wenn irgend einer früheren Wahl; es wird dann auf die Gefahren hin- Lausißer Sereisen, war war es mehr Angst vor den Wollzöllen auch nicht als absolut genau, so doch als im ganzen richtig begewiesen, die dem allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahl- als die Abneigung gegen die politische Reaktion, was einen zeichnet werden können, vertheilt sich der sozialdemokratische Stimmenrecht drohen, das bei den Liberalen nur laue Freunde, bei den Theil der freisinnigen Wählerschaft bestimmte, bei der zuwachs in folgender Weise: Preußen etwa 200 000 Stimmen, das Sonfervativen einschließlich des Bundes der Landwirthe nur Stichwahl einen sozialdemokratischen Stimmzettel abzugeben. bon entfallen auf Ostpreußen 20 000, Berlin 4000, Brandenburg offene und geheime Feinde hat". Weiter wies der Aufruf auf die Daß dort, wo die freisinnige Partei mit der sozialdemo- 35 000, Bommern 3000, Bezirk Breslau 7000, Bezirk Liegnig 18 000, Gefahren hin, die dem Koalitionsrecht und der Freizügigkeit der tratischen in Stichwahl stand, erstere sich aller der schoflen Kampf- Provinz Sachfen 25 000, Schleswig- Holstein 7000, Hannover 16000, Arbeiter drohen, erinnert an die Pläne zur Bermehrung des mittel bediente, deren Anwendung, wenn sie selbst darunter zu leiden Westfalen 14000, Hessen- Nassau 15 000, Rheinproving 12 000 und Landheeres und an die Milliarde, welche die Flotten- hat, sie sonst an den Kartellparteien so scharf tadelt, entspricht zu die 12 Wahlkreise, die dem neuen Agitationskomitee in Oberschlesien schwärmerei und die unfruchtbare Kolonialpolitit die Steuer- sehr den alten Gewohnheiten des Freisinns, als daß es dieses Mal unterstellt waren, 20 000 Stimmen. In Bayern wuchsen unsere zahler, d. h. bei unserem indirekten Steuersystem, die Kon- besonders hätte auffallen tönnen. Den Freifinnigen gelang es, in Stimmen um 12 000, in Sachsen um 28 000, in Württemberg um fumenten der Massenartikel kosten werde. Der Aufruf sprach Berlin den zweiten und fünften Wahlkreis uns mit ganz gering- 20 000, in den beiden Mecklenburg um 14 500, in Hessen- Darmstadt fich für eine„ stetige Handelspolitik aus, die auf dem Abschluß fügigen Majoritäten( 15 und 59 Stimmen) mit Hilfe der Stöcker- um 12 000, in Baden um 13 000, in Oldenburg um 1500, in den von Tarif- oder Meistbegünstigungs- Verträgen mit allen in den garde und der Antisemiten wieder zu entreißen. Ob indeß der Frei- drei freien Städten um 18 000, in den Reichslanden um 4000 und modernen Berkehr einbezogenen Völkern beruht und in hohem Grade finn dieses Sieges froh werden wird, darüber wird in der Wahl- in den thüringischen Staaten und Anhalt um mehr als 20 000. Gin geeignet sei, den friedlichen Wettkampf der Völker auf allen Gebieten prüfungs- Kommission und im Plenum des Reichstags noch ein legtes fleines Minus weist die Stimmmabgabe für unsere Partei nur im Ser Kultur zu fördern". Wort gesprochen werden. Großherzogthum Braunschweig auf. Wie bereits erwähnt, hat sich vorstehende Eintheilung auch bei den diesmaligen Wahlen vollständig bewährt und ist es durch die felbe ermöglicht worden, die organisatorischen und agitatorischen Arbeiten mit einer Intensivität durchzuführen, die niemals zu erreichen gewesen wäre, wenn die ganze Wahlattion von einem Zentralpunkt aus hätte geleitet werden sollen. Der Wahlkreise 1867 1871 1874 1877 1878 1881 1884 1887 1890 1898 1898 Ersagwahlen in der Zwischenzett Wahlkreise 1867 1871 1874 1877 1878 1881 1884 1887 1890 1893 1898 Erfahwahlen in der Zwischenzeit Hönigsberg Eng. Wahl. Berlin III Gng. Wahl. Nachwahlen Berlin IV Eng. Wahl. Berlin VI Eng. Wahl. Nachwahlen Miederbarnha Eng. Wahl. TeltowBeeskow Eng. Wahl. Soran- Forst Eng. Wahl Nachwahl RottbusSpremberg LITEE EEEELIET Freie und Hansestadt Lübeck: Königreich Preußen: 303 1365| 2066| 1108] 248 4351 7987 12370| 10968| 13522 10.6.97 11914 6426 10280 13138 13196 Lüberk Eng. Wahl. Wahl.|| 513| 2230 3691 Hamburg I. Eng. Wahl 15 543 2230 2514| 1588| 877| 2432| 4254| 6394| 7389| 9729 1.7.80 1324 5168 7319 7871 Freie und Hansestadt Hamburg: 29| 1.7.80| 1758| 1886| 4191| 8962 10491| 7563| 12282 14497| 17857| 16935| 18500| 6.10.71] 1474 6262 1067 519 1607 3991 6914 2452 6344 9088 12287 12782 11411 10558 12945 14068 12766 6070 1533 5765 1104 3860 10769 20224 13573 25386 32064 40709 46356 45293 11111 Eng. Wahl. 175 Breslau- Ot Eng. Wahl. Machrwahl Breslau- West Eng. Wahl. Nachwahlen Eug. Wahl Waldenburg t. Schl. Eng. Wahl. Magdeburg Eng. Wahl. Nachwahl AscherslebenCalbe Eng. Wahl Halle a.. Eng. Wahl. WeißenfelsBeik Eng. Wahl. OttensenPinneberg Eng. Wahl. Altona Eng. Wahl. Nachwahl Eng. Wahl Hannover Eng. Wahl. ElberfeldBarmen Eng. Wahl. Nachwahl 11||||| 22020 18979 3161 9559 15707 10629 24258 30453 42274 51569 58778 6019 5149 12751 17378 24465 20327 26067 2142 2855 2775 935 2893 5680 13362 17044 24709 15411 18710 1. 1453 2608 4763 1265 4543 8668 19169 31424 42691 15.4.85 4514 22839 36330 51967 1677 3661 2294 2290 3588 3806 6052 7012 8863 2231 -RO 9235 10513 545 1839 1242 955 2699 3964 5610 6452 7950 5.4.79 582 4938 7811 8558 10741 1148 4273 6593 5243 6019 7781 10044 12736 12505 7826 9789 8455 8808 10069 12766 7815 15594 5415 7589 134 1814 4347 6412 4955 6221 8032 11511 13507 14820 14.1.89 7800 7276 8819 8313 8936 10779 13283 7439 5184 7544 7476 633 11386 11408 846 3168 3912 1552 1244 12299 13043 265 1208 2724 6253 5541 8112 11488 17261 16633 20125 6471 12301 13465 19074 18455 ||||| || 9949 ||||| 227 2594 4475 1016 298 2204 4837 12514 13630 17090 16387 18300 1250 2323 1046 1137 8535 6590 12808 12991 17840 18.6.69 1908 15109 14127 19511 30.6.96 15687 I 904 1889 2542 2142 1449 3520 5591 10563 11716 13376 13602 13120 15794 || 1815 6769 7923 5452 1157 3593 6520 10820 13097 15928 13.6.94 12231 8354 6753 9895 12993 13791 3875 11782 11355 11662 6971 10770 15120 19533 20448 22589 6062 13224 9060 18256 12815 13814 1986 3853 5604 6588 5515 8839 12210 15789 19538 25045 4.5.69 2387 6082 5890 12253 16577 18940 22014 4674 5605 9606 11435 11325 7949 13031 15655 18473 19005 24145 8478 12948 14246 15220 12126 17256 18424 4920 Eng. Wahl 7921 II. Wahl I. 2.-P. 1 6111 Eng. Wahl 8915 Frankfurt a. M. Eng. Wahl. Hanau Eng. Wahl. Braunschweig Eng. Wahl. Holzminden Eng. Wahl. || 11 || || II 11 22605 111 11 447 2363 3448 4080 4704 8602 8640 12653 13482 20019 8602 12166 12876 18088 17180 1141 3908 5622 5351 4803 5503 5203 8446 9902 12692 9589 7682 9048 8245 11194 11927 -ON Großherzogthum Braunschweig: 2022 7747 9212 7870| 5703 6764.10659 13621 15470 14661] 3752 1854 892 1111 11 T||| II. Wahl I. 2.-P. Nachwahl Hamburg U. Eng. Wahl. II. Wahl I. 2.-P. Hamburg III. Eng. Wahl. 15.4.83 9078 eng.28 11715 16476 1461 2893 6117 10054 12447 9439 14278 18672 22518 20681 21791 1880 13155 8247 12315 1200 292 8085 6133 6691 6108 10922 17808 26928 32936 41804 [ 14644 19324 Elsak- Lothringen: zahlhausen|-|-| 55|-|-| 162| 2939| 570 9749 1215813610-| München II Eng. Wahl. Nürnberg Eng. Wahl. ErlangenFürth Eng. Wahl. Speyer- Ludwigshafen Eng. Wahl. Bittau Eng. Wahl. Dresden r. d. E. Eng. Wahl Dresden 1. d. G. Eng. Wahl. DresdenLand Eng. Wahl. Leipzig- Land Eng. Wahl. Nachwahl Chemnit Eng. Wahl Glauchaucerane Eng. Wahl II. Wahl I. L.-P. Nachwahl 3winkan II. Wahl 11 11 11 11 Königreich Bayern: 1700 2568 3252 2972 6399| 11335| 20594| 21876 23116) 13552 12494 340 5355 10025 10162 9669 12582 14857 17045 18015 22598 2.12.97 20173 12090 12338 14412 861 2222 4458 2674 1506 2689 5811 6983 10045 8658 9889 12833 -752 1708 1679 2912 4822 4052 5993 7433 12008 7259 8184 15471 Königreich Sachsen: 826 1518| 1202| 1921| 2475| 1904| 1703| 4898| 5659| 7814 10944 1132 3632 5411 7433 6231 6514 6942 11670 14420 20521 15190 21729 1317 3582 6940 9879 9079 8620 9175 18427 15035 17118 6469 10835 11619 10827 11106 10077 16189 19647 11 1.1 11 []|||| 11 11 1 748 3748 3880 5007 8789 6214 7958 12737 15650 22325 25. 4.95 16512 16943 4627 9420 11253 10503 15233 19327 30127 33349 38933 7577 5676 5512 8959 10084 12117 9899 10256 14512 15536 24641 23296 24772 14567 7344 7777 11041 11579 6692 9513 9886 15266 15234 13437 20.1.78 10470 7922 5256 10761 || 2.3.80 8225 || I I 11 I. 2.-P. Eng. Wahl StollbergSchneeberg II. Wahl 8071 5875 8941 10971 10135 7327 11590 12913 17424 17971 18362 5416 12546 3981 8141 7256 7906 4658 6065 7106 13264 14385 13730 21.3.86 8420 I. 2.-P. 1918 Eng. Wahl 4296 Bhoppau Eng. Wahl. Auerbach10994 145 15665 16981 147 2698 5967 6327 6226 8595 Reichenbach Eng. Wahl. 5886 7070 4528 10262 Sonneberg Eng. Wahl. Herzogthum Sachsen- Meiningen: 1001 4842 809 3490 4659| 7215 8686| 8845[ 21.3. 84 8482 8496 F F F F F F F F F T Herzogthum Sachsen- Coburg- Gotha: eng.. 4839 19.2.91 7103 eng.28. 7650 1486 6154| 8518| 1558 7440| 8765| 11205 12362 13235 15.3.69 953 8935 10754 11088 1276923515.8.00 Herzogthum Anhalt: Stuttgart 1959 1982 4928 4725 2149 3029 2768 6181 8144 8999 3477 6515 8164 7011 2154 4064 6802 11301 13212 13154 19.X.80 3986 7979 9041 11799 15.3.92 1186 Königreich Württemberg: 491| 2411| 4646| 4136| 4131| 3846| 4496| 10446| 13340| 17954| 28.9.75] 3847 Eng. 28ahr. 491| 2411| Pforzheim Eng. Wahl. Karlsruhe Eng. Wahl. Mannheim Eng. Wahl. Gotha Eng. Wahl.=|=| 1186 |=| 505| 5755| 3292| 412|| 225| 1870| 5196 225 1370 5496 9145| 12817| 30.X.94] 9297 14749 11569 Darmstadt Eng. Wahl. Offenbach Eng. Wahl. Fürstenthum Renß ä. 2. und Neuf j. 2.: Bernburg Eng. Wahl Großherzogthum Baden: 1599 954 13456 15837 470 1338 2312| 5208| 7148 10880 1880 489 9738 12872 627 618 758 1888 8010 2736 5476 5881 9031 12820 1056 1689 2376 2517 4846 5128 8701 10114 15244 14550 13062 19054 Großherzogthum Hessen: 340 1244 2909| 2190| 1360| 4892 4043| 6069| 5997| 9013| 7535 8817 7521 12471 3098 4126 5304 5557 5905 6924 8024 10334 11068 13404 10544 10539 11194 10505 13131 12802 Reuß.. Eng. Wahl. Nachwahl Gera j. L. Eng. Wahl. 2654| 4051| 3082 2215| 3890| 4079| 5885| 6041| 6339 8257 4711 4284 3848 1178 1097 1847 1896 2758 5589 6455 9955 11539 12044 6923 Dei fett gebruckten Ziffern bedeuten Sieg unserer Partei. 19 1204 Rostock Großherzogthum Mecklenburg- Schwerin: 744 1996 6974 7304 11888=|= Gng. Wahl. 438| 1456| 2712| 815 380 3 Welmar I. Eng. Wahl. 1= 1 | 7116 9184 12609 Großherzogthum Sachsen- Weimar: |=|= 1 2781 3388| 895 445 1452| 1988| 5323| 6081| 8626 10.3.81] 378 9791 11114 25.4.95 5742 eng.20. 9440 hänger zu gewinnen. Es giebt auch unter den Bauern genau so wie unter den Handwerkern einzelne, die sich den Blick durch ihre engeren Standesinteressen nicht trüben lassen und die wohl begreifen, daß der altväterliche Betrieb, der heute nur in Begleitung mühseligster eigener Ueberanstrengung und halber Versklavung der Lohn arbeiter sich über Wasser halten läßt, neben den modernen Betriebsformen, die mit allen Hilfsmitteln der Neuzeit arbeiten, auf die Dauer doch nicht bestehen kann. Diese Einsichtigen, die sehr wohl begreifen, daß ihre bäuerliche Selbstherrlichkeit in nichts weiter besteht, als in Frohndiensten für den Hypothekenbesiger und im Bezahlen von Steuern und Abgaben an den Staat, den Kreis und die Gemeinde, auch vor der Forderung der Verwandlung des tapitalistischen Privats eigenthums an Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigenthum nicht zurück. Sie wissen und fühlen es am eigenen Leibe, daß ihr Eigenthum meist nur die Fessel ist, mit der der Kapitalismus fie in seine Dienste spannt. Bauernbewegung so wenig die Vertretung seiner wirthschaftlichen besonders in bezug auf die Gegnerschaft gegen den Militarismus und und politischen Interessen, wie im norddeutschen Bunde der Land- die daraus resultirende Steuerlast. Für den Bauern, für den die wirthe. Fühlt der Junker sich als der von Gott bestimmte Führer Privilegien, die der Bourgeoisie durch die Institute des einjährig ber Bauern, so empfindet es der bäuerliche Grundbesizer als eine freiwilligen Dienstes und des Reserve- Offiziersthums eingeäumt sind, durchaus verkehrte Einrichtung, daß der Knecht„ der Lump, der nicht wirksam werden, hat der Militärdienst fast nur Schatten-, nichts hat und der keine Steuern zahlt" ein gleichberechtigter aber keine Lichtseiten. Selbst der Vortheil, der dem pommerschen Reichstagswähler ist, wie der Bauer selbst. Die Demokratie", und oft- und westpreußischen Rekruten aus der Berührung mit einer wie sie in den füddeutschen Bauernvereinigungen verstanden wird, höheren Stultur erwächst, bie er vorfindet, wenn er aus den Lehm ist von der Gleichberechtigung weit entfernt. In diesen Kreisen Hütten seiner Heimath nach den Kasernen der großen Städte verfegt herrscht häufig noch ein Befiz- und Standesdüntel, wie taum in wird, trifft für den füddeutschen Bauernrekruten in dem gleichen anderen Bevölkerungsschichten. Daß Sprößlinge aus alt- Maße nicht zu. Die viel ältere Kultur im Süden hat einen Ausadligen Geschlechtern eine eheliche Verbindung mit Mädchen gleich zwischen Stadt und Land im Gefolge gehabt, mit dem die fie marschiren heute schon vielfach in unseren Reihen. Diese schrecken aus bürgerlichen Streisen eingehen, tommt vor, daß aber ein richtiger, Bustände in den östlichen Provinzen Preußens feinen Vergleich besitzstolzer Bauer selbst wenn die auf dem Gute Tastenden aushalten. Schulden und Ausgedinge dies erlauben ein armes Mädchen aus Von den Militär- und Steuerlaften aber abgesehen verfolgt der der sozial tieferstehenden Schicht freien sollte, das kommt wohl Bauernhofsbefizer fast durchweg Interessen, die auf einer Marschrute überhaupt nicht vor. Es kommt selbst dann nicht vor, wenn der liegen, die weitab von der unseren geht. Das in unseren Reihen junge Bauer in seinen Burschenjahren Beziehungen mit einem solchen vielfach verlangte Agrarprogramm würde zur Gewinnung der Bauern Mädchen unterhalten haben sollte, bie nicht ohne Folgen geblieben nur dann dienen, wenn wir ihnen auf allgemeine Kosten Vortheile find. Bäuerin" kann nur eines Bauern Tochter werden, als Bauer einräumten, die wir ohne Verstoß gegen unsere Parteigrundsäge nie gilt aber nur der selbständige Besizer von Grund und Boden im gewähren können. entsprechenden Umfange. Daß in einer Reihe von Fragen Bewährungspunkte zwischen den Interessen der Bauern und der sozial demokratischen Arbeiterschaft vorhanden sind, ist sicher. Dies gilt Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß in den Provinzen, wo man den Großgrundbesitz nicht oder doch nur in geringem Umfange tennt, für unsere Partei keine Möglichkeit gegeben sei, AnVor allem aber werden wir auch in den Provinzen mit bäuerlicher Bevölkerung und ohne Großgüter und Gutsbezirke unser Haupt augenmert auf die Arbeiter und auf die Wahrnehmung ihrer Interessen richten müssen. Das sind unsere natürlichen Anhänger und sie werden um so leichter zugänglich sein, als deren Interessen und Bedürfnisse bisher von keiner anderen Partei berücksichtigt worden sind oder in 8Zukunft berücksichtigt werden können. Ueber die Lohn, = " Arbeits- und besonders Wohnverhältnisse der Arbeiter auf den Neuwahl der sozialdemokratische Kandidat, Genoffe Segiz, glänzend Außer diesen regelmäßig erscheinenden politischen Zeitungen Gütern des Großgrundbesiges haben wir mehrfach authentische gewählt. Dasselbe war der Fall bei der kurz darauf folgenden werden von Agitationsfomitees und Landesausschüssen verschiedener Mittheilungen, die uns häufig ein erschreckendes Bild über die Ersatzwahl zum Reichstag, bei der die Zahl der Stimmen für unsere Provinzen in unregelmäßigen Zwischenräumen Agitationsblätter dortigen Zustände geben. Derartige Untersuchungen über die Lage Partei von über 18 000 auf über 20 000 stieg. herausgegeben, die ihren bestimmten Namen tragen und mit fortdes bäuerlichen Gesindes fehlen fast vollständig und doch unterliegt Sonst betheiligte sich unsere Partei im letzten Jahre an den laufenden Nummern versehen sind. Diese werden gratis vertheilt es für den Kenner nicht dem geringsten Zweifel, daß in manchen Reichstags Ersatzwahlen in der Westprignitz, wo durch Hilfe und die Herstellungskosten aus den Kreis- oder Provinzkaſſen bäuerlichen Gegenden das Gefinde unter Verhältnissen lebt und unserer Wähler bei der Nachwahl der Freisinu den Konservativen gededt. besonders wohnt, die den schlimmsten Zuständen auf den ostelbischen den Kreis abnahm, im IX. schleswig holsteinischen Wahlkreis und Die wissenschaftliche Revue Neue Welt", sowie die beiden WitGütern in nichts nachstehen. Wenn diese Zustände bisher weniger in Homburg Kusel( Rheinpfalz) und den fünften oberpfälzischen blätter Der wahre Jakob" und der„ Süddeutsche Postillon", sowie in die Erscheinung traten, so wohl nur aus dem Grunde, daß der Wahlkreis. die illustrirten Unterhaltungsblätter Neue Welt" und" In Freien Bauer häufig fast eben so schlecht lebt und wohnt wie das Gesinde, Die Landtagswahlen im letzten Berichtsjahr haben insofern einen Stunden" erscheinen in bisheriger Weise. Mit dem Steigen der also der Kontraſt fehlt, den das Herrenhaus der Junker und die schlechten Anfang genommen, als der von den sächsischen Reaktionären Auflage der„ Neuen Welt", die als Sonntagsbeilage zu den meisten Lehmhütte der Arbeiter bietet. Hinaus aufs Land wird also durchgeführte Gewaltstreich- Beseitigung des allgemeinen Wahlrechts Parteiblättern beigegeben wird, ist auch das Defizit für dieselbe nach wie vor unsere Parole bleiben, wir können aber auch dort und Ersatz desselben durch eine Nachäffung des preußischen Drei- wieder gestiegen, so daß ernsthafte Maßnahmen zu dessen Beseitigung unsere Erfolge nicht als Bauern, sondern nur als Arbeiterpartei flaffenwahl- Systems- den gewünschten Erfolg gehabt hat. Von den in Aussicht genommen werden müssen. Der im Parteiverlag ererzielen. fämmtlichen Abgeordneten unserer Partei, deren Mandate abgelaufen scheinende„ Neue Welt- Kalender" ist auch in diesem Jahre in steigenDas starke Anwachsen unserer Partei bei den letzten Wahlen waren, ist keiner wiedergewählt worden. Nur in einem einzigen Wahl- der Auflage abgesetzt worden. fcheint für die Gegner ein neuer Ansporn zu sein, von ihren freise- es fehlten uns hier nur wenige Stimmen an der Majorität, da In hunderttausenden von Exemplaren wurden die Maifest und Kampfesmitteln noch mehr als bisher Gebrauch zu machen. unsere Genossen mehrfach in der zweiten Klasse und in ein paar Be- die Märzjubiläums- Nummer abgesezt und zwar dieses Mal ohne die Hunderte von Arbeitern wurden nach der Wahl aus ihren Arbeits- zirken sogar in der ersten Klasse gesiegt hatten- wäre die Möglich- sonst üblichen polizeilichen Scherereien. stellen entlassen, blos weil man sie im Verdacht hatte, daß sie am feit der Wahl unseres Abgeordneten gegeben gewesen, wenn unsere Entsprechend der immer mehr wachsenden gewerkschaftlichen BeWahltag für einen Sozialdemokraten gestimmt haben, oder weil Genossen sich hätten entschließen können, mit den Antisemiten ein wegung hat sich auch die Presse dieser Organisationen im letzten fie einen Stimmzettel oder ein Flugblatt für einen Arbeiter Kompromiß einzugehen. Letzteres geschah selbstverständlich nicht und Jahre entwickelt. Zwar sind neue Blätter nur vereinzelt und nur kandidaten weiter gegeben haben. Besonders auf den fiskalischen so schieden sämmtliche zur Wahl stehende Abgeordnete aus dem Land- für kleine Gewerkschaften ins Leben gerufen worden, aber die beGruben und Bergwerken und den Staatswerkstätten wurde die tage aus. Ob gerade der letztere Vorgang, der zeigt, daß bei der stehenden älteren Gewerkschaftsblätter haben sich, was Inhalt und Gesinnungsriecherei dieses Mal in schlimmster Weise getrieben und Stärke unserer Partei in Sachsen es feineswegs ausgeschlossen ist, Auflage betrifft, mächtig entivickelt und gestalten sich in dem Emandamit Unglück und Noth in zahlreiche Familien getragen. In be- daß unsere Genossen den einen oder anderen Streis selbst unterm zipationstampfe der deutschen Arbeiterklasse zu einer immer wirksonders brutaler Weise wurden diese Maßregelungen der Arbeiter, Dreiklassenwahl- System zu erobern vermögen, nicht Anlaß sein soll, fameren Waffe. ihrer politischen Ueberzeugungen wegen, in den oberschlesischen die Genossen jener Bezirke, welche sich bei der letzten Wahl von Industriebezirken durchgeführt. Daß als Nachwehen zu den Wahlen derselben fern hielten, obwohl gerade in ihren Bezirten unsere Partei auch eine Anzahl Prozesse gegen unsere Redner und Preßorgane selbst für fächsische Verhältnisse ungewöhnlich start vertreten ist, sich anhängig gemacht sind, versteht sich bei unseren politischen Verhält- in Zukunft doch an der Wahl zu betheiligen, das wird eine Frage nissen und der Neigung in den maßgebenden Kreisen, sich zwar sein, die auf den sächsischen Barteitagen wohl noch wiederholt zur selbst in der rücksichtslosesten Kritik der Opposition nicht den gering- Grörterung fommen wird. Daß agitatorisch die Landtagswahlen ften Zwang aufzulegen, dafür aber jedes unvorsichtige Wort des von unseren Genossen in nachhaltigfter Weise und mit bestem Erfolge politischen Gegners mit Polizei und Staatsanwalt zu verfolgen, ausgenügt wurden, dürfte beweisen, daß, selbst wenn direkte Erfolge von selbst. noch nicht erzielt werden können, die Betheiligung doch eine große praktische Bedeutung für unsere Bewegung hat. Eine Fluth schmugigfter Angriffe und aus den Fingern gefogener persönlicher Verleumdungen ergoß sich aus dem bekannten Hülle'schen Flugschriften- Berlag über unsere Partei und ihren bekannteren Führern, und keine der politischen Parteien verschmähte es, sich des aus dieser trüben Quelle fließenden Unrathes im Kampfe gegen uns zu bedienen. In anderen deutschen Staaten hat unser Eingreifen bei den Landtagswahlen direkte Erfolge für unsere Partei gehabt. Es sind unsere alten Abgeordneten, wo ihre Mandate abgelaufen waren, wiedergewählt und neue Mandate dazu erobert worden in Baden, Meiningen, Weimar und Altenburg. In Württemberg hatte unsere Als Folge der Wahlbewegung und als Zeugniß für den Merger, Partei bei Landtags- Ersatzwahlen einen erheblichen Stimmenzuwachs den unser Wachsthum an gewissen Stellen bereitet hat, verdient auch aufzuweisen. Der Versuch unserer Hamburger Genossen, Size in die jetzt im großen Maßstabe betriebene Reinigung der Krieger- der dortigen Bürgerschaft zu erobern, ist auch im letzten Jahre gevereine von oppofitionellen Elementen und speziell von Sozialdemo- macht worden, leider aber ohne Erfolg. Die Betheiligung unserer kraten bezeichnet zu werden. Generäle, die aus uns unbekannten Genossen an den Gemeindewahlen wächst von Jahr zu Jahr und Gründen in der Linie nicht mehr Verwendung finden, und die ihre zählen die Gemeinden, in deren Vertretung auch Sozialdemokraten dadurch gewonnenen Mußestunden den Kriegervereinen als fißen, nach hunderten. Im letzten Jahre haben sich, um nur einige Leiter widmen, haben sich nach den Wahlen in Reden und Auf- größere Orte zu nennen, unsere Genossen mit Erfolg an den Gemeinderufen mit dröhnendem Bathos an ihre Kameraden" gewandt und wahlen betheiligt in: Arnstadt, Berlin, Bielefeld, Brandenburg, Bremerdieselben aufgefordert, die räudigen Schafe aus ihren Vereinen Hafen, Chemniz, Crimmitschau, Elmshorn, Gera, Geesthacht, Luckenauszuschließen. Das geschieht denn jetzt auch auf der ganzen walde, Rirdorf, Spandau, Stuttgart u. a. D. Linie, und zwar mit einem Eifer, daß nicht nur die sozial- Dieselben Erfolge, wie in früheren Jahren, haben die organisirten demokratischer Gesinnung verdächtigen Mitglieder, sondern auch Arbeiter auch im letzten Jahre wieder bei den GewerbegerichtsWelfen, Freisinnige, ja sogar auch Antisemiten dieser Ketzerriecherei Wahlen erzielt. Obwohl sie sich häufig einer sehr gemischten Gesellbereits zum Opfer gefallen sind. An sich eine lächerlichtleinliche schaft von katholischen Arbeiter- und protestantischen Jünglingsvereinen, Maßregel, erhält sie ihre charakteristische Bedeutung dadurch, daß der Christlich- Sozialen und Hirsch- Dunderianern gegenüber sehen, bleibt Ausgeschlossene nichts von seinen geleisteten Beiträgen zurückerhält, doch der Sieg fast immer den Anhängern der Organisation treu, die aber alle erworbenen Rechte verliert. Je mehr Opfer also die Ge- auf dem Boden der Klassenbewußten Arbeiterschaft stehen. Diese fortfinmungsriecherei aufstöbert, desto profitabler gestaltet sich die Mit- schreitenden Siege unserer Gesinnungsgenossen haben auch im letzten gliedschaft für den verbleibenden Rest. Patriotismus und Geschäft Jahre wieder vielfach den Anlaß dazu geben müssen, das Institut gehen also auch hier treulich Hand in Hand. der Gewerbegerichte in der gehässigsten Weise anzugreifen und anf deren Reform", d. H. die Beseitigung der direkten Wahl der Beisiger durch ibre Berufsgenossen, zu dringen. Aber gerade aus den Reihen der unparteiischen Gerichtsvorsitzenden selbst sind den Beisitzern und speziell auch den Arbeiterbeifizern Vertheidiger entstanden, die konstatiren, daß dieselben mit verschwindenden Ausnahmen ihr Amt in würdiger und gerechter Weise ausüben und, wie es ihre Pflicht ist, den Parteimann hinter den Richter zurücktreten lassen. * Im Zentralorgan haben im verflossenen Jahre keine Aenderungen in der Zusammensetzung der Redaktion stattgefunden. Die anfangs 1897 vorgenommenen Erweiterungen des Blattes durch die Unterhaltungsbeilage und die volkswirthschaftliche und literarische Rundschau haben sich zur Zufriedenheit der Parteigenossen eingelebt. Breßkommission, Parteileitung und Redaktion haben den zum Ausdruck gebrachten Klagen, Wünschen und Anregungen nach Kräften Rechnung zu tragen gesucht. Auch in diesem Jahre gingen fast sämmtlichen Barteiblättern die Fahnenabzüge des" Vorwärts" ant Abend vor dem Erscheinungstage zu. Die Parteipresse mugt dieses Hilfsmittel erfreulicherweise gut aus. Eine erhebliche Steigerung der Ausgaben stellte sich beim Feuilleton Heraus, dieselbe findet ihre Erklärung in dem Umstande, daß bei der vorjährigen Rechnungslegung blos zwei, diesmal aber vier vier Quartale der Unterhaltungsbeilage in Rechnung stehen. Das Steigen des Postens Berichterstatterhonorare erklärt sich aus der durch die Wahlbewegung bedingten Steigerung der Zahl der Versammlungen, über die zu berichten war. Troß der Steigerung der Auflage um ca. 4000 Exemplare ist in Folge der verbesserten maschinellen Einrichtung die Druckrechnung nicht gestiegen. Die Einnahmen aus dem Abonnement sind um 8927 M. 75 ¥ f. gestiegen. Bei den übrigen Einnahmeposten sind erhebliche Schwanfungen nicht zu verzeichnen. Der Gesammtgewinn beträgt 53 347 M. 75 Pf., er übersteigt den des vorangegangenen Geschäftsjahres um 5137 M. 75 Pf. Die Auflage des Vorwärts" hat sich auch nach den Wahlen auf über 52 000 Exemplare gehalten. Die genaue Spezifikation der Einnahmen und Ausgaben folgt nachstehend: 1897/98. A. Eingänge: Abonnementsgelder durch die Expedition Abonnementsgelder durch die Post Inseraten- Einnahme Gewinn aus dem Bro schürenverkauf durch die Expedition Gewinn. . " Juli Oftober Januar: April Septemb. Dezemb. März Juni Summe 1897 1898 1898 1897 97450 45 98353 35 100146 65 103044 75 398995 20 7640 20 8372 15 8827 10 9361 40 34200 85 40987 80 32637 65 38968 40 138432 70 25838 85 1139 80 1 1139 80 30 90 5162 20 7198 45 5057 30 592 25 479 40 592 15 6736 90 10327 75 8030 95 1810 30 1856 15 1683 90 13878 75 14117 55 14227 609 80 1190 30 1185 30 6922 60 7012 50 7096 40 2565 2625 2590 1215 1247,50 1247 50 155 45 4367 45 21785 40 502 90 2166 70 8624 65 33720 25 3105 45 8455 80 14233 35 56456 65 1403 85 4389 25 7359 30 28390 80 3005 1247 50 107854957: 50 941 85 1360 20 Leider haben uns die diesmaligen Reichstagswahlen einen Vorgang gebracht, wie er seit der Vereinigung der beiden Parteigruppen im Jahre 1875 nicht mehr dagewesen ist und sich hoffentlich auch in Zukunft nicht mehr wiederholen wird. Der leidige Zwist unter den Genossen im Wahlkreise Solingen, der schon so viele Parteitage beschäftigt hat und den man nach den Beschlüssen des vorjährigen Parteitags und nach den Erklärungen der beiden Parteien, die bei dieser Gelegenheit abgegeben wurden, in der Partei als endgiltig beigelegt betrachtet hat, er brach angesichts der bevorDie Erfte- Mai- Demonstration ist in diesem Jahre, vom prachtstehenden Neuwahlen mit erneuter Heftigkeit aus. Obwohl seitens vollsten Wetter begünstigt, großartig verlaufen. Die Versammlungen der Parteileitung alles geschah, um den Hamburger Beschluß durch- und Feste waren überall überfüllt und die Genossen benutzten die zuführen und Georg Schumacher, unter der Zusicherung, daß er die Massenansammlungen dazu, den Anwesenden neben der Bedeutung Gesammt- Einnahme Mr. 130929/50/148853/10/141611 40 151374 55 572768 55 vom Parteivorstand in Vorschlag gebrachten Arrangements der So- der Maifeier besonders auch die bevorstehenden Reichstagswahlen ins linger Blatt- und Druckereiverhältnisse als Ausführung der Ham- Gedächtniß zu rufen. Da dieses Mal der 1. Mai auf einen SonnB. Ausgänge: burger Beschlüsse anerkannte, es erreichte, daß mehrere tausend Mark tag fiel, so ist von den sonst üblichen Maßregelungen von seiten Diverse Unkosten: Parteigelder zur Verfügung gestellt wurden, um Verpflichtungen aus der Unternehmer aus Anlaß der Maifeier und ( Porto f. Kreuzbänder, der damit der Schumacher'schen Blattgründung zu decken, für welche Schu- verbundenen Arbeitsruhe dieses Mal nichts zu berichten. Dagegen Gebühren für Ueberweisungen, Porto und macher neben einigen seiner Freunde die Bürgschaft übernommen hat es an polizeilichen Scherereien auch heuer nicht gefehlt und bes Depeschen d. Redaktion, hatte, brach er doch nach dem Empfange des Geldes sein sonders in einigen Bezirken Sachsens hat es Strafmandate geregnet, Telephon, Steuern, Bes leuchtung, Laufburschen in Hamburg und dem Parteivorstand gegenüber verpfändetes weil als Sozialdemokraten bekannte Arbeiter sich erlaubt hatten, am der Redaktion, SchreibWort. Unter lächerlichen Vorwänden behauptete er später, die Sonntag, 1. Mai, mit ihren Familien und Freunden irgend ein utenfilien, Geschäftsbüch., in Hamburg gemachten Zusagen seien vom Vorstand nicht erfüllt und Vergnügungslokal aufzusuchen. Formulare, Agitation 2c.) Mehrere Amtshauptmannschaften Zeitungs- Abonnement deshalb sei auch er an sein gegebenes Wort nicht mehr gebunden. hatten nämlich für den 1. Mai Massenspaziergänge" verboten. Da Berichterstatter- Honorar. Er ließ sich von seinen Freunden wieder als Kandidat aufstellen und aber unsere Genossen nicht nach den Treffpunkten fliegen können, so Feuilleton. die Folge war, daß im Streise zwei sozialdemokratische Kandidaturen erfolgten die Strafmandate. Redaktion und angestellte gegenüber standen. Von seiten des Parteivorstandes wurde nichts Mitarbeiter versäumt, um die Parteigenossen und Arbeiter des Kreises über den Depeschen' u. Parlaments: Der internationale Arbeiterkongreß sollte nach einem Beschlusse berichte wirklichen Sachverhalt und den eigentlich Schuldigen aufzuklären. Der Erfolg blieb auch insofern nicht aus, als von den fünf in dem des Londoner Kongresses im Jahre 1899 in Deutschland stattfinden. Neue Welt Kreise aufgestellten Kandidaten Schumacher erst an dritter Stelle Obwohl von Anfang an Zweifel daran laut wurden, ob es möglich Gehälter der Expedition. rangirte, während unser Parteikandidat mit einem Liberalen in die lei, in Deutschland einen solchen Kongreß abzuhalten, wurden von Miethe Die Gerichtstoften u. Strafen 232 seiten des Vorstandes alle nothwendigen Schritte gethan. Stichwahl fam. Bei dieser zeigte es sich nun erst eklatant, Genossen mehrerer großer Parteiorte bewarben sich um die Ehre, die Redaktionsbibliothek 714 75 46 20 26 65 513 90 1301 50 wie vollständig entfremdet Schumacher der Partei bereits 78667 70 91247 85 87669 85 88066 35 345651 75 Druckrechnung war. Statt, wie von seinen alten Parteibekannten als selbstfremdländischen Delegirten der internationalen Bruderparteien in Gesammt- Ausgabe M.[ 118906| 15 137580,65 129562 45 133371| 55| 519420,80 verständlich betrachtet wurde, nunmehr seine Anhänger aufzufordern, ihrem Orte begrüßen zu dürfen, und es durfte als sicher angenommen 12023 35 11272 45 12048 95 1800353347 75 wie ein Mann für den sozialdemokratischen Kandidaten gegen den werden, daß der Kongreß, soweit dies von unserer Partei abhängig Liberalen einzutreten, stellte er Bedingungen für seine Entscheidung gewesen wäre, sich seinen Vorgängern würdig an die Seite gestellt bei der Stichwahl, die einfach für jeden Ehrenmann unaunehmbar hätte. Immer aber mußten wir uns wieder die Frage vorlegen, ob waren und denen man es auf den ersten Blick ansah, daß sie nur der Kongreß auch ungestört von seiten der Behörden bleiben werde? gestellt waren, um eine Verständigung unmöglich zu machen. Unsere Daß man denselben von vornherein verbieten werde, war weniger Genossen im Kreise gaben die einzige, einem solchen Verhalten gegen- 8 befürchten, als wie, daß man gegen einzelne Delegirte vorgehen über gebührende Antwort, sie straften den abtrünnigen Verräther Kongreß in Berlin mit einem belgischen und auf dem Breslauer und sie, wie dies bereits auf dem internationalen Bergarbeitermit Verachtung, nahmen aber den Stichwahlkampf mit verdoppelter Parteitag mit einem österreichischen Delegirten geschah, ausweisen Energie auf. Schumacher aber und das Gros seiner Anhänger und möglicherweise gar den einzelnen Regierungen( Rußland 2c.) ausDer Bericht der Buchhandlung Vorwärts über das Geschäftsschwenkte zu den Liberalen ab und verhalf diesen auch zum Siege. jahr 1897/98 von dem wir auch diesmal wie im Vorjahre Kennt So ist der Partei ein alter und sicherer Wahlkreis verloren ge- Meinung der Vorstand einholte, getheilt. Der Vorstand glaubte die liefern werde. Diese Befürchtung wurde von vou fast allen Genossen, deren niß erhielten giebt von dem Stand des Geschäfts ein erfreuliches gangen durch das verrätherische Gebahren eines Mannes, der sich Bild. Der Geschäftsumsatz hat den aller früheren Jahre überholt seit 30 Jahren zu ihr zählte und sie 14 Jahre als Abgeordneter im Verantwortung, unter solchen Verhältnissen unsere Bruderparteien und übertraf den des Vorjahres um 50 000 M. Diese Erscheinung nach Deutschland einzuladen, nicht übernehmen zu können. Darum ist gewiß zu einem Theile dem Umstande zuzuschreiben, daß in die Reichstag vertrat. Jahre 1899 in Deutschland abzuhalten. Wir sehen uns deshalb ge- gemäß das politische Leben mehr erregten und das Bedürfniß nach mußten wir den Gedanken aufgeben, den nächsten Kongreß im Schlußperiode des Geschäftsjahres die Neuwahlen fielen, die naturzwungen, unseren französischen Brüdern die Ehre zu überlassen, sozialpolitischer Literatur erhöhten, auf der anderen Seite erklärt sie denen wir nach Kräften bei den Vorbereitungen für den nun in Paris fich daraus, daß mit Schaffung des Lieferungswertes" In freien abzuhaltenden Kongreß helfen werden. Stunden" der Kundenkreis mit regelmäßiger Bezugsweise sich erweiterte. Dieses im Vorjahre ins Leben gerufene Lieferungswert wurde vom 1. Januar 1898 ab inhaltlich um die Hälfte erweitert, ohne daß in der Ausstattung etwas verringert worden wäre oder eine Preiserhöhung stattgefunden hätte. Auch dem auf dem letzten Parteitag ausgesprochenen Wunsch, den Parteikolporteuren einen höheren Prozentsaz am Verdienst zukommen zu lassen, wurde seitens der Buchhandlung Vorwärts entsprochen und für die Einführung dieser Romanbibliothek durch Beilegung ausführlicher Prospette in der gesammten Partei- und Gewerkschaftspresse eine erhöhte Propaganda entfaltet, trotzdem aber- wir brauchen daraus kein Hehl zu machen find die von der Buchhandlung Vorwärts gehegten Erwartungen auf eine dieser Agitation und der Erweiterung des Inhalts entsprechende Erhöhung des Absatzes nicht in gewünschtem Maße in Erfüllung gegangen. Wir bedauern das umsomehr, als auf allen Parteitagen, in der Presse wie in Versammlungen, seit Jahren der Ruf nach solcher Literatur ertönte. Die in der Partei bisher von verschiedenen Seiten unternommenen Versuche, diesen Wünschen zu entsprechen, haben aber bisher sämmtlich die Unterstützung der Genossen nur in ungenügendem Maße gefunden. ( Schluß in der dritten Beilage.) Die Genossen im Solinger Kreise haben Schumacher und fünf Genossen aus der Partei ausgeschlossen. * Neben den allgemeinen Reichstagswahlen hatte unsere Partei noch einige Wahlkämpfe zum Reichstag durchzufechten, wobei es fich um Ersatzwahlen handelte. Wenige Tage nach Schluß des vorjährigen Parteitages überraschte uns die Trauerbotschaft von dem Die Parteipreffe hat im Laufe des letzten Jahres, so weit die plötzlichen Tode unseres unvergeßlichen Genossen Karl Grillenberger. Zahl der Blätter in betracht kommt, eine Aenderung nicht erfahren. Ein Herzleiden, das dem äußerlich so robust und kerngesund Scheinen- Inhaltlich und dem Umfange nach haben aber bei einer Reihe den die letzten Jahre seines Lebens schon viel zu schaffen gemacht Blätter Aenderungen stattgefunden, die denselben sehr zum Vortheile hatte, raffte ihn mitten aus seiner Thätigkeit für die Arbeiterschaft gereichen. Ueberhaupt haben die Genossen den früher gegebenen und für unsere Partei dahin. Die Partei hat durch seinen Tod einen Rath, ihre Aufmerksamkeit mehr der Ausgestaltung und Verbesserung tiefschmerzlichen Verlust erlitten. der bestehenden Blätter, wie der Neugründung von solchen zuzuDen Nürnberger Genossen fiel, nachdem sie das Andenken ihres wenden, befolgt. Mit der größeren Aufmerksamkeit, die dem Inhalt bisherigen Vertreters im Reichstag und Landtag in würdiger und zugewendet wurde, und der reicheren Ausgestaltung der Blätter, hat großartiger Weise gefeiert hatten, die Aufgabe zu, für Ersatz zu vielfach eine ganz bedeutende Steigerung des Abonnements statt sorgen. Dabei waren besonders für die Landtagswahlen große gefunden, wozu die rege Agitationsthätigkeit während des WahlSchwierigkeiten zu überwinden. Nach bayerischem Landtags- Wahl- tampfes natürlich auch ihr gut Theil beitrug. recht bleiben die Wahlmänner während der ganzen Dauer der Es erscheinen zur Zeit politische Blätter: Legislaturperiode im Amt. Eine große Anzahl unserer Wahlmänner war aber seit der letzten Landtagswahl berzogen, viele von ihnen fogar genöthtigt gewesen, um ihrer Brotstellen willen, nach auswärts zu ziehen. Diese Genossen am Wahltage zur Stelle zu bringen, hat unendliche Mühen und auch erhebliche Kosten verursacht. Diese und viele andere Schwierigkeiten wurden aber überwunden und bei der wöchentlich 6 mal • 3 " " 2 " " 1 " " monatlich 1 " 37 16 3686 6 . 1 68 wie oben unter A. M. 1130929| 50| 148853| 10| 141611 40| 151374| 55| 572768/55 Der Gesammtüberschuß beträgt 53 347,75 M. Berlin, den 16. September 1898. Revidirt und für richtig befunden: H. Meister. C. Oertel. H. Koenen. Clara Bettin. Aug. Kaden. Theodor Mezner. Grdm. Dubber. * Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Halensee. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Nr. 220. 15. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. September 1898. V Bericht des Parteivorstandes. ( Schluß aus der zweiten Beilage.) " " * " C. Ausgaben für die Parteipreffe, im einzelnen nachgewiesen. Braunschweiger Volksfreund" Glf- lothr. Ausgabe der Mannheimer„ Bolksstimme" Fränkische Volkstribüne" " Königsberger Volkstribüne" „ Rheinische Zeitung" „ Saalfelder Blätter" " Solinger Freie Presse" " Vogtländische Volkszeitung " Voitsbote", Stettin Vollswacht", Breslau Mt. 1 500,-1) " 2 540,-2) 1 600, " 3 000,-3) " 2 700,-4) " " 2 850,-5) 2 000,-6) " 765,607) " 1 200,-8) " 3 000,-9) " allein anderthalb Millionen sozialistische Agitationsschriften in der Regel auszugleichen pflegt, übersteigen in diesem Jahre die eigenen Verlages in die Maffen geworfen, und fügen wir noch hinzu, Ausgaben die Einnahmen um 5365 M. Es ist dies darauf zurückdaß auch in diesem Jahre aus ihrem Reingewinn der Parteikasse zuführen, daß eine Reihe von Darlehen gegeben wurden, die natur Gewiß sind durch die Vermehrung und die bessere Ausgestaltung 19 000 Mark für Parteizwecke zur Verfügung gestellt wurden, gemäß erst später und allmälig in die Parteitasse zurückfließen. Es der Parteipresse, namentlich auch auf feuilletonistischem Gebiete, so fönnen wir auch nach dieser Seite das Jahresergebnis befriegend haben erhalten die Parteigenossen im Verbreitungsgebiet des„ Volks zahlreiche Wünsche befriedigt worden; andererseits liefern aber nennen. freundes" in Offenburg i. V. 2000 m. als Betriebskapital für die gerade die Arbeiterfrauen und die Arbeiterjugend die Hauptlebernahme des„ Volksfreund"; desgleichen die Partetgenossen in refrutirungs- Gebiete für die volksvergiftende mordspatriotische und Kaffenbericht. Einnahmen wie Ausgaben weisen gegen den Braunschweig 4000 M. als Betriebskapital für den„ Braunschweiger muderische Familienblätter- Literatur, und müßten die Genossen bei vorjährigen Bericht eine Steigerung auf. Während der lettere in Volksfreund"; desgleichen die Parteigenossen in München 5000 W., ihrer Agitation gerade hierauf ihr Augenmerk richten. Einnahme und Ausgabe mit 291 839,78 m. abschloß, zeigt der dies- um die eingeführte Vergrößerung der Münchener Post" aufrecht erDer sozialpolitischen Propaganda hat die Buch- jährige eine Einnahme von 315 866,91 M., der eine Ausgabe von halten zu können. Bisher haben erst die Münchener Genossen handlung Vorwärts auch im abgelaufenen Geschäftsjahre durch 343 105,60 m. gegenübersteht. Der ungünstigste Monat war der 1000 M. zurückgezahlt. Herausgabe zahlreicher neuer Agitationsschriften nach Kräften zu November mit ir 7807,19 M., die besten Monate waren März und dienen versucht. Die März 3eitung" wurde in 150 000 Juli mit 42 574,52 m. bezw. 42 420,85 m. an allgemeinen EinExemplaren abgesetzt, Liebknecht's 8um Jubeljahr der nahmen. März Revolution 1848" in 30 000 Exemplaren, die„ Mai- War schon in den Vorjahren in vielen Parteiorten die Neigung 3eitung" in 292 000 Exemplaren, und Thurow's Erfolge vorhanden, möglichst hohe Beträge in den örtlichen Kassen anzu der Achtstunden- Agitation" in 10 000 Gremplaren. Die sammeln, so wurde dies Bestreben mit dem Herannahen der Reichsfür die Arbeiterklasse wichtigsten Reichstags- Verhandlungen wurden tagswahl natürlich noch stärker. Es hätte deshalb eigentlich auch in zehntausenden von Abdrücken in die Massen geworfen, um über erwartet werden fönnen, daß die Zentralfaffe bei der die arbeiterfeindliche Schwenkung des neuesten Kurses auf dem Ge- Reichstagswahl weniger als früher in Anspruch genommen biete der Arbeiterschutz- Politik keinen Zweifel zu lassen: zum Beispiel werden würde. Das Gegentheil war aber der Fall. Während bei „ Klassenpolitik und Sozialreform" fand 119 000, Graf der letzten Wahl im Jahre 1893 die von der Zentraltasse geleisteten Posadowsky und die Koalitionsfreiheit" 50 000, Buschüsse 133 136,48 M. betrugen, belaufen sich die Ausgaben der " Herrenhausjunker" 6000 Abnehmer, das Protokoll Zentralfaffe für Wahlagitation im Berichtsjahre auf 213 217,70 M. des Hamburger Parteitages" erzielte eine Auflage von Von dieser Summe sind bis zum Abschluß der Rechnung 4000 M. 28 800 Exemplaren, Hirsch:" Prostitution und Ver- wieder in die Hauptkasse zurückgeflossen, während die Rückzahlung brechen" eine solche von 2800 Exemplaren. Vom„ Arbeiter von weiteren teineren Beträgen in Aussicht gestellt ist. AndererNotiz Kalender", der aus dem Verlage von Wörlein u. Ko. feits kommen aber auch erfahrungsgemäß noch nach Monaten Nachübernommen wurde, war die 20 000 Exemplare starke Auflage schon forderungen von einzelnen Orten, die Defizits gemacht haben, so zu Neujahr vergriffen, Calwer's Wahlbroschüre: Wen wähle daß sich Rückzahlungen und Nachbewilligungen die Wage zu halten ich?" endlich wurde in 448000 Gremplaren verbreitet und an pflegen. Die letzte Reichstagswahl hat demnach die Zentralkasse sonstigen Flugblättern wurden 248 000 Exemplare seitens mit ca. 80 000 m. mehr belastet, als die Reichstagswahl im der Buchhandlung Vorwärts vertrieben. Von dem im Auf Jahre 1893. Da diese Anforderungen aus den laufenden Einnahmen trage des Parteivorstandes herausgegebenen Handbuch des Jahres nicht bestritten werden konnten, mußte ein größerer für sozialdemokratische Wähler"( 5000 Auflage) Betrag der Reserve entnommen werden. wurden 8226 Exemplare an die in der Agitation thätigen Bedeutend ist die Differenz zwischen der vorjährigen und der Genossen gratis abgegeben. Die Sammlung sozialistischer diesjährigen Preßunterstützung. Daß im Berichtsjahr 73 078,67 M. Theaterstück e wurde nenes Heft vermehrt: weniger für Breßunterstüßung verausgabt wurden als im Vorjahre, Preczang, Töchter der Arbeit", und das" hand- ist auf zwei Umstände zurückzuführen. Einmal hat sich die gefchäft buch für Versammlungsleiter" in 5000 Exemplaren liche Lage verschiedener bisher unterstützungsbedürftiger Parteiblätter abgesetzt. soweit gebessert, daß sie entweder mit einem geringeren Zuschusse Neben diesen Neu- Erscheinungen wurden Neu- Auflagen auskommen oder ganz aus der Reihe der subventionirten Blätter früher erschienener Parteischriften veranstaltet; Bebel:" Christen- ausscheiden. Die von der Parteileitung auf grund langjähriger Erthum und Sozialismus“( 10 000),„ Wahre Gestalt des" Christen- fahrung ertheilten Rathschläge sind, wenn auch nicht überall, so doch thums"( 2000); Bracke:„ Nieder mit den Sozialdemokraten" vielfach beherzigt worden. Zweitens aber fehlt in der diesjährigen ( 76 000); Douai:„ Wider Gottes- und Bibelglauben"( 2000); Aufstellung der für die„ Neue Welt" zu leistende Zuschuß, der erst See ßler:" Ziel der Sozialdemokratie"( 5000); Stautsky- Schoen in der nächsten Jahresrechnung zum Vorschein kommen und zwischen Iant: Grundfäße und Forderungen"( 7000); Mary- Engels: 20 000 und 25 000 m. betragen wird. " Kommunistisches Manifest"( 3000). Im einzelnen vertheilen sich die Einnahmen und Ausgaben = " ein " Im ganzen wurden also seitens der Buchhandlung Vorwärts wie folgt: Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Parteikafe vom 1. September 1897 bis 31. August 1898. A. Einnahmen. Im Monat: Insgesammt Dezember. Januar Februar. • 41 78 19 44 Von den gesammten Einnahmen entfielen auf: 靳 6 3 19 41 Sinfen Ueberschuß des „ Borwärts" Vermischte Einnahmen Pf. Mt. Pf. Mt. Pf. | 5 35 一一 一 57 1911 12023 35 10 10 == 11272 Allgemeine Einnahmen Darlehns Ronto mr. Pf. mt. Pf. Mt. Pf. mit. 1897 September 12333 8000 06 · Oktober 24597 10724 33 20 1840 4313 November 8527 7807 720 36415 41 35465 800 150 1898 29494 44 8792 37 März April Mai 12357 42924 69 52 11157 69 42574 3300 1200 6128 52 200 150 29703 23 13354 28 4300 12875 Juni Juli Auguft. 75 18415 55 64927 15 23294 79 315866 91 11245 75 1530 18018 45 42420 85 22294 79 231850 69 250 100 150 4503 30 18003 1000 15160 15495 221) 53347 315 866,91 t. Hierzu Bestand vom 31. August 1897 Der Referve e.tnommen 7 086,18" 25 907,93 1897 September Oktober November Dezember Januar 12048 1 95 45--5|-- 二 75 B. Ausgaben. " 348 861,02 Mt. Von den gesammten Ausgaben entfielen auf: |||| 3000 |||| 1280 96 2302 5 1000 2225 1232 10 7000 IIII 13 1111 05 1151111 Pf. 173 40 101 62 151 50 Jm Monat: Ins gesammt UnterProzeßund stüßungen Gefängnißtosten All= gemeine Agitation Wahl- Reichstags= Agitation toften Gehälter und Ver waltungsDarlehns Konto Ausgaben PreßUnterftüßungen Vermischte Ausgaben Mt. Pf. Mt. Pf. Mt. f. Mt. Pi. Mr. f. Mr. Pf. Mt. Pf. Mt. Pf. Mr. Pf Mr. 7216 73 495 159 . . 17514 79 802 60 13555 97 17631 98 493 490 749 7 999 21 680 98 3267 70 7389 75 3186 30 1000 4108 90 1421 63 1000 700 5170 4220 500 620 1898 10131 35 · Februar. März April 415 738 65 12439 15 12806 75 523 16153 81 1742 55 200 2591 70 2500 90 709 55 1450 50 3742 20 3600 4500 1184 65 180 1956 55 3000 3000 200 220 20 3220 250 1760 35 Mai Juni Juli August 107779 54 1669 25 88759 30 22667 85 941 16448 38 684 60 555 40 70 3727 90 1976 2040 1000 1173 81 150 98073 45 2000 765 44 2300 440 499 90 715 376 60 82696 80 18794 5 4965 20 4503 40 2420 15 345 1360 90 12 937 58 800 2385 60 1795 40 761110 343105 60 9064 351) 5019 71 39161| 15| 213217| 70| 16945 1517 50 2) 15313 173) 20525-4) 21155 60 2703 92 Mt. 21 155,60 Bemerkungen zu C. Ausgaben für die Parteipresse 1) Was bereits im vorjährigen Protokoll bezüglich des„ Brann schweiger Volksfreund" bemerkt wurde,„ daß noch weitere Opfer gez bracht werden müssen, ehe das Blatt sich deckt und die Folgen des jahrelangen Haders überwunden sind", ist eingetroffen. Außer den bereits an anderer Stelle gedachten 4000 M. mußten noch 1500 M. direkt gegeben werden. 2) Die Ausgaben für die elfaß- Tothringische Ausgabe der Manns heimer Bolfsstimme" halten sich auf der im vorjährigen Protokoll festgelegten Linie. 3) Die Königsberger Volkstribüne" mußte weiter unterstützt werden, weil die Königsberger Parteigenossen den Wunsch hegteit, ihr Organ auch während der Neichstagswahl dreimal wöchentlich erscheinen zu lassen. Für die Zukunft ist die Frage des Er scheinungsmodus der Königsberger Vollstribüne" noch eine offene. 4) Die„ Rheinische Zeitung" hat sich wie im Vorjahr, so auch in diesem Jahre in erfreulichster Weise weiter entwickelt. Statt des ihnen zustehenden Zuschusses von 4000 M. haben die Kölner Parteis genossen mur 2700 M. in Anspruch genommen und dabei zugleich die begründete Hoffnung ausgesprochen, daß die„ Rheinische Zeitung" im nächsten Jahre nicht mehr unter den subventionirten Blättern erscheinen wird. 5) Auch auf den geschäftlichen Stand der in Saalfeld erscheinenden Parteiblätter hat die Wahlbewegung günstig eingewirkt, so daß für die nächste Zeit eine Verringerung des Zuschusses möglich sein wird. 6) Diese Ausgabe wurde infolge des bekannten Beschlusses, den der Hamburger Parteitag in der Solinger Angelegenheit gefaßt hat, nöthig, um den früheren Abgeordneten Schumacher und seine nächsten Freunde von den für die Solinger Freie Presse" eingegangenen Verpflichtungen zu befreien. Wie von seiten Schumacher's und seiner Freunde dieses Entgegenkommen der Gesammtpartei beantwortet wurde, ist bekannt. 7) Die Unterstützung der„ Vogtl. Volksztg." wurde nur aus dem Grunde nöthig, weil der Herausgeber, Genoffe Künzel, seit Monaten schwerkrank darniederliegt, und um das Weitererscheinen des Blattes zu ermöglichen, von feiten der Partei ein Geschäftsführer gestellt werden mußte. 8) Dieser Zuschuß wurde nöthig infolge der Uebernahme des Stettiner Voltsboten" durch die Stettiner Genossen. Voraussichtlich wi das Blatt auch fernerhin noch Hilfe bedürfen. 9) Die„ Breslauer Volkswacht" ist leider auch im Berichtsjahr infolge der Drangsalirungen, denen sie ausgesetzt ist, nicht ohne Zuschuß ausgekommen.# * 營 Unser Strafregifter. Wie in den früheren Jahren, so hat es auch dieses Mal wieder eine reiche Ernte an Geld-, Haft- und Ge fängnißstrafen für unsere Genossen abgesetzt. Je glänzender sich die Aussichten des Wahlkampfes für unsere Partei gestalteten, desto nervöser wurden unsere Gegner und desto häufiger die Denun ziationen und Strafanzeigen gegen unsere Redner und Redakteure. Zahllos waren besonders die Anklagen und Strafmandate wegen Verbreitung von Wahlflugblättern. Zwar bestimmt§ 43 der Gewerbe Ordnung ausdrücklich, daß von der Zeit der Wahlausschreibug bis zur Beendigung der Wahl zur Verbreitung von Flugschriften eine polizeiliche Erlaubniß nicht nothwendig ist. Aber an solchen gefeßlichen Zwirnsfäden stößt sich ein gut Theil unserer Polizei nicht im geringsten. Immer und immer wieder fanden Sistirungen der Flugblattvertheiler und Beschlagnahmungen der Blätter statt. Wenn die Gerichte denn später auch freisprechen müssen, so war doch die sonst gefeßlich frei gegebene Agitation gestört, ungerechnet die Schererei und Kosten, die jede Gerichtsverhandlung im Gefolge hat, auch wenn sie mit einer Freisprechimg endet. Aber nicht überall haben die Prozesse mit Freisprechung ge endet. Urvorsintfluthliche Bestimmungen über die Sonntagsheiligung oder der grobe Unfug- Paragraph haben dazu herhalten müssen, das, was der Gesetzgeber ausdrücklich als straffrei sichern wollte, das Austheilen von Wahlflugblättern zur Wahlzeit- doch unter Strafe zu stellen. " Ungemein zahlreich waren die Strafverfolgungen auch im letzten Jahre und wurden unerhört hohe Strafen erkannt wegen Vergehen gegen den§ 153 der Gewerbe- Ordnung. Aeußerungen, die im ges wöhnlichen Verkehr unter den Arbeitern gang und gäbe sind und niemand als verfänglich betrachtet, wurden vom Richter als„ Bes drohungen" aufgefaßt und mit wochen- und monatelangem Ge fängniß bestraft. Daß diese Judikatur ganz im Sinne und Geiste gewiffer unter dem Einflusse der großindustriellen Unternehmer- Vereinigungen stehenden, maßgebenden Kreise gelegen ist, ist zweifellos, die gesetzlich gewährleistete Stoalitionsfreiheit der Arbeiter aber muß darunter auf das schwerste leiden. Es sind nach unseren Aufstellungen im letzten Jahre Strafen erkannt worden: Monat Gefängnißstrafen Geldbuße Jahre Monate Wochen Tage 343 105,60 Mr. Raffenbestand am 31. August 1898 5 755,42 Mr. 348 861,02 Mt. Berlin, den 15. September 1898. Revidirt und für richtig befunden: H. Meister. Theodor Meßner. Erdm. Dubber. H. Koenen. A. Kaden. C. Dertel. Bemerkungen zu A. Einnahmen: Clara Zetkin. September Oktober November Dezember Januar Februar • März April 2) Die Reichstagskosten sind gegen das Vorjahr um 10 584 M. Mai 1) Die diesjährigen Einnahmen aus Zinsen erscheinen aus dem niedriger. Das Mitglied der Fraktion, welches die Kassengeschäfte Juni Grunde besonders hoch, weil ein Posten von über 4000 m., der derselben führt, rechnet erst nach Schluß der Session endgiltig mit Juli eigentlich unter die Einnahmen des Vorjahres gehört hätte, erst in dem Kassirer ab. Aus diesem Grunde erscheint im Monat Juli für August Reichstagskosten noch eine Ausgabe von 345 M. die Rechnung dieses Jahres Aufnahme gefunden hat. Bemerkungen zu B. Ausgaben: 1) Unterstützungen wurden wie üblich nur gezahlt an Parteigenossen oder an Angehörige von Parteigenossen, die wegen ihrer Parteithätigkeit gemaßregelt oder sonstwie geschädigt wurden. 3) Unter dieser Rubrik befinden sich die Ausgaben für Gehälter, Miethe, Bureauräume, Porto- und Telegrammgebühren, Druckkosten für Zirkuläre 2c., die Kosten für Kontrolle der Kasse 2c. 4) Während das Darlehns- Konto in Einnahme und Ausgabe sich Zusammen 54 8441125575424 10 5 2 8 10 3 1 1 10 12432 21BB 3 3 11 11 3 7 1 2365 BBBBB B Mark 2130 1 861 2 468 737 1 464 1066 3 1 194 1 5 305 2825 5 850 5 2918 5 2135 3 19 948 Für den Inhalt der geferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 20. Septbr.: Opernhaus. Undine. Anf. 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Der Kaufmann von Benedig. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Johannes. Anf. 7% 11r. Lejjing. Im weißen Nöß't. Anfang 712 11yr. Berliner. Othello. Anf. 71/2 Uhr. Urania Taubenstr. 48/49. Täglich: Prater- Theater, Kastanien Allee 7/9. Robert und Bertram. Bosse mit Gesang in 3 Abtheilungen bon Räder. Alown Tanti mit seinen dressirten Neue freie Volfsbühne. Englischen Unterricht ( auch deutschen) für Anfänger und Fortgeschrittene ertheilt Sonntag, den 25. September, nachmittags 2½ hr: Extra- G. Liebknecht, Kantstr. 160. Vorstellung im Schiller- Theater: Die Urzeit des Menschen. Sunben. The 3 Forleys, chinesische Zutritt. Invalidenstr. 57/62: Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Neues. Tartuffe. Aufang 7 Passage- Panopticum. Westen. Die Hugenotten. Anfang 72 Uhr. Residenz. Frühlingswende. Hierauf: Eifersucht. Anfang 72 Uhr. Metropol. Das Paradies der Frauen. Anfang 7 Uhr. Schiller. Die Haubenlerche. Anfang 8 Uhr. Geutral. Die Geisha. Auf. 71/2 11hr. Belle Alliance. Ueber Land und Meer. Anfang 8 Uhr. Oftend. Schlunk fel. Wwe. Anfang 8 11hr Luijen. Seine Puppe. Anf. 8 11hr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Leopoldi Fregoli( Verwandlungsfünstler). Camaleonte. Eldorado. Zum Schluß: Fregoligraph. An fang 8 thr. Alexanderplats. Die beiden Waisen. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg lich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 thr: Stern warte, Operutelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 7/2 11hr. Reichshallen. Spezialitäten Vor: stellung. Anfang 7 Uhr. Passage Panoptifum. Spezialis täten- Vorstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Dienstag: Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Im Theatersaal von 6 Uhr ab: ThéatreVariété. Ohne Extra- Entrée. Neues SeptemberProgramm. Castan's Panopticum. Neu!! WalsinMajor Grai Esterhazy. Neu!! Lebende Bilder dargestellt von jungen schönen Damen. Metropol- Theater. Behrenstr. 55-57. Novität. Novität. Das Paradies der Frauen. Gr. Ausstattungspoffe mit Gesang u. Tanz in 6 Bildern nach Blumu. Toché's Die Haubenlerche. Madame Satan" von Zul. Freund, Schauspiel in 4 Aften von Ernst v. Wildenbruch. Die Mittwoch: Musik von Jul. Einödshofer u. Bertr. Sänger. In Szene gesetzt vom Dir. Richard Schultz. Saubenlerde. Apollo- Theater. Donnerstag: Die Haubenlerche. Friedrichstr. 118. Central Theater Otto Reutter Direktion: José Ferenczy. Die Geisha Geschichte. Operette in 3 Aften von Owen Hall. Consuelo Tortajada oder: Eine japanische Theehaus Les Minstrels Parisiens Musik von Sidney Jones. Deutsch und 15 hervorragende Debuts. von C. M. Röhr und Julius Freund. Kasseneröffnung 6%, Uhr, Anfang In Szene gesezt von J. Ferenczy. der Vorstellung 72 Uhr. Dirig. Hr. Kapellmstr. E. Goldmann. Kaffeneröffnung 1/27 Uhr, Anf. 1/28 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Dienstag, den 20. September: Erstes Auftreten des Fräulein Willy Sandrock vom Hofburgtheater in Wien, des Frl. Grete Bräunig vom Hoftheater in Caffel, des Frl. Claire Gesch insty vom Stadt: theater in Stettin, und der Herren George Kaiser und George Worlitsch. Gastspiel des Herrn Friz Helmerding v. Metropol Theater in Berlin. Movität! 8. 1. Male: Movität! Unser luftiges Berlin. Große Gesangspoffe in 5 Bildern von E. Sondermann u. Ch. Bischoff. Couplets von Alfred Bender. Musik von Curt Goldmann. Anfang 7 1hr.[ 975b Grcentrics. Gebr. Milardo, Grotesque: Duettisten. Elly Viola, Stoftimsoubr. Jan and Jim, Knockebouts. Morleys, Fata Morgana. Konzert u. Ball. T Anfang 4 11 hr. Eintritt 30 Pf., num. Platz 50 f. Kalbo. " W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Goldener Boden. Original Posse mit Gesang u. Tanz in 4 Aften von Ely und Werel Musik von F. Brandt. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Nichard Winkler. Novität! Täglich: Novität! Die Kiebitze. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz. Nen! Neu! Neu! Schach und Matt. Lustspiel in 1 Aft von Carlos Duchow. Gesammitauftreten des durchweg neuengagirten Künstler und Spezialitäten- Personals. Wochent. 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags 6 ubr Entree 30 Pf. Res. Platz 50 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Am Tage des Gerichts. Boltsschauspiel in 4 Aufzügen von P. K. Rosegger. Zu diesen Extra- Vorstellungen haben auch Nichtmitglieder Eintrittskarten à 75 Pf. inkl. Garderobe sind in allen Bahlstellen, sowie bei H. Kaufhold, Melchiorstr. 3, I., und auch beim unter: 150/16 zeichneten Kassirer bis Sonnabend Abend zu haben. NB. Jut Lessing- Theater Sonntag, den 23. Oftober: ExtraVorstellung. Im Auftrage des Vorstandes: Ad. Löhr, Kassirer, Ackerstr. 40. Volts: Theater im Welt- Nestaurant Dresdener: Straße 97. Täglich: Theater- and Spezialitäten- Vorstellung Neu! Novität! Neu! Unser Zunge. Poffe mit Gesang v. E. Braune. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Max Kliem's Sommer- Theater, Entree: Hasenhaide 14/15. Artistischer Leiter: Paul Milbitz. Täglich: Theater- und Spezialitäten- Vorstellung Neues Programm: Wienecke's Zwerg Theater. = Mackwell, Froschmensch. Benedetti, Imitator. Edler von Metz, Transformations: fünstler. Bertoletti, Jonglense. Max Grabow, Romifer. Elsa Rotti, Chansonnette. ,, Das Täubchen von Quedlinburg", Voltsstück mit Gesang. In den Festfälen: De Grosser Ball. Die Kaffetüche ist geöffnet. Max Kliem. AUSSTELLUNG am KURFÜRSTENDAMM. Nur noch kurze Zeit! CARL HAGENBECK'S INDIEN. Schaustellungen in der gedeckten Arena: Wochentags 5 u. 7 Uhr, Sonntags 8, 5 u. 7 Uhr. Vorstellungen im„ Indischen Theater" ab 4 Uhr. Ab 4 Uhr Gr. Militär- Doppel- Konzert. nachmittags: Entree 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Concerthaus. Zähne 2 M. Leipzigerstr.No.48 Täglich: Sonntags 6 Uhr. ohentags 20 fennig. Sonntags 40 Pfennig. Die Direktion: Aug. Kolig. Wedding- Park Müller- Strasse 178. Jeden Dienstag Jeden Dieustaj: Norddeutsche Sänger Blegler, Woff, Hohenberg etc. Entree 20 Pf., Vorzugsbillets 15 Pf. Achtung! Achtung! Feldschlößchen, Müllerstraße 142.[ 57302* Jeden Mittwoch: Großes Kinders fest mit Verloosung. Altes Schützenhaus, Linienstrasse 5, empfiehlt seine ,, neuen" Säle. Buss' Ball- Salon, Gr. Frankfurterstr. 85. empfiehlt seine Säle zu Versamme lungen und Vergnügungen. Ottober und November Flora- Säle 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahn- find noch einige Sonnabende frei. ziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Theilzahl. wöchentl. 1 M. Sprechst. 9-6. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22.* Oranien- Hallen Hoffmann's Quartett, Am Moritzplatz. Humoristen- und Schauspiel- Ensemble. Zum Schluß: Der liebe Onkel. Lustspiel in 4 Atten vou Rudolf& neisel. Anf. Sonntags 7, Wochentags 8 Uhr. 11. Berliner Sänger heater Ensemble Tyll Eulenspiegel. Direttion: Oskar Klein- Gustav Oberg. 10 Damen, 12 Herren, groß. Orcheſter. Jeden Montag n. Freitag in der Viktoria- Brauerei. Jeden Dienstag in der ActienReichshallen. Brauerei Friedrichshain ( Im großen Theatersaal) Täglich: Stettiner Sänger ( Weysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Nöhl, Schneider und Schrader). Alufang der Soiree 8 Uhr; Entree Luisen- Theater ober; onzert. 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: 8um 25. Male: Seine Puppe. Boltsstück mit Gefang in 3 Aften bon Max Schönau. Mufit von Fritz Krause. Hierauf: Der phänomenale Verwandlungstünftler Arpád Angeloti in feiner ragt Entdeckt! fomödie: Zum Schluß: Sinfonia Cosmopolita. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Novität! 8um 14. Male: Novität! Schluntz sel. Wwe. Gesangsburleste in 3 Atten bon D. Haneld, bearbeitet v. J. Dill. Musik von G. Steffens. Anfang 8 Uhr. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Preciosa. Mähr's Theater Oranienstr. 24. Täglich Große Theater- und Spezialitäten Vorstellung. Berliner Wäscher- Mädchen. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Giltigfeit. 50 Pf., Vorverkauf 40 Pf., Num. Balton 75 Pf., Balton- Loge 1 M., Orchester- Loge und Fremden- Loge 1,50 u. 2 M. Tagesfasse v. 11-1 Uhr. Reichshallen- Restaurant Mittags u. abends Konzert des schon so beliebt. Neichshallen. Orchesters.( Dirig. Kapellmeister Schmidt). Grosser Mittagstisch. Couvert, Kinder: Couvert u. à la carte. Schultheiß Märzen 10 15 Pf., Löwenbräu 1/2 Str. 30 f., Bifener( Samphauſen) ½ Ltr. 30Pf. Feen- Palast- P Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Direktion: Winkler und Fröbel. Nen! Neu! Fred Edlawi. Erster deutscher Original- Blizz Verwandlungs- Schauspieler mit seiner Sensationsfomödie Eine Minute zu spät. Sechs Personen dargestellt von Edlawi. Neu! Nuscha Melitta, Neu! Sport Soubrette in ihrem eleganten Bonny- Gespann. Neu! Balleni, Kaleidoſtoptänzerin. Ferner: Carola Carla, Prima- Ballerina. Helene Voss. Max u. Ernst Wardini. Molly Verch. Barsikow Truppe. Welser Trio. Carré und Banola. 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