Einzelpre Redaktion und 691 roun Drag, ii., Havli nám. 32. Telephone Zagesrebattion: 6795. Nachtrebattion: 6797. Poftschedamt: 57544. Jnferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Ginschaltungen Preisnachlah. 3. Jahrgang. Soz demokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Vor dem Rechtsputsch. Just der 9. November, der Jahrestag der deutschen Revolution, ist von den bewaffneten nationalen Kampfverbänden in Deutschland ausersehen, den tödlichen Streich gegen DeutschLands Demokratie zu führen. Welch ein Wandel hat sich da in fünf Jahren vollzogen! Am. 9. November 1918 hat der Mann, der am meisten schuld an Deutschlands Unglüd trägt, Wilhelm II. abgedankt, die Regierung des Prinzen Mar von Baden ist zurückgetreten und ein Angehöriger der Partei, deren Befenner Wilhelm II. als eine Bande von Men schen bezeichnet hat, nicht wert, den Namen Deutsche zu tragen", wurde Reichskanzler. Mehr als zwanzig deutsche Fürstenthrone wurden in jenen Tagen gestürzt, die feudalen Ruinen hinweggefegt und Deutschland war eine Republik geworden, der Traum der deutschen Demokratie von 1848 war erfüllt, und daß die deutsche Republik nicht alle Gebiete umfaßte, soweit die deutsche Zunge klingt", hatten die Friedensverträge, hatte Frankreichs Machtdiktatur verhindert. Aber während sich in den nächsten Tagen die Arbeiterschaft Oesterreichs anschickt, in machtvollen Kundgebungen den Gedenktag der Republik zu begehen und dadurch eine neue Probe ihrer Macht ablegt, ballen sich über der Demokratie Deutschlands schwarze Wolken zu sammen. An der bayrischen und thüringischen Grenze stehen zum Losschlagen bereit die bis an die Zähne bewaffneten Stampfsdjaren des Nationalismus und der Reaktion, stehen die Anhänger des in Schimpf und Schande davon. gejagten alten Regimes, um aufs neue ihre m Macht und Herrlichkeit zu errichten. Es ist ungewiß, ob diese Banden am 9. November wirklich losschlagen werden, aber soviel kann man sagen, daß der Mechanismus, einmal aufgezogen, von selbst funktioniert, daß sich die bewaffneten Scharen an Thüringens Grenze nicht so leicht werden zurüdhalten laffen, um den Marsch auf Berlin anzutreten mit der Absicht, wie Hitler sagte, die mit dem Hafenkreuz gezeichnete gezeichnete schwarz rot- weiße Fahne statt der schwarz- rot- gelben Fahne der Republik auf dem Berliner Schlosse aufzuziehen. Wohl wird der Marsch auf Berlin fein Freitag, 9. November 1923. Bezugs Bebingungen: Bel Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatli... K 16.vierteljährlich 48.halbjährig 96.192ganzjährig Radftellung von Manu ( tripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarfen. Ericheint mit Ausnahme bes Montag iäglich früh Nr. 262. Hitler diftatur in München proflamiert! der Reichspolitit. Gestörte But hvorbereitungen in Budapest. Anilling abgelegt und verhaftet; Kahr: Landesverweser; Ludendorff: Armeetommandant; Hitler: Leiter Bildung einer nationalen Armee. München, 8. November.( A. B.) Heute um 8.40 abends fuhren beim Bürgerbrän während der Rede des Generalstaatskommissars von Rahr acht Laftkraftwagen mit bewaff neten Nationalsozialisten vor. Diese beseßten alle Ausgänge des Saales, zogen Schüßenlinien und sperrten die Straßen und Gebäude in weitem Umkreise von jedem Verkehr ab. 10.15 Uhr war nach Beendigung der Rede Kahrs Hitler mit ungefähr 600 Bewaffneten in ben Saal eingedrungen. Er erklärte die gegenwärtige bayrische Regierung für abgefest und seßte eine neue Regierung ein. Diese besteht aus dem früheren Polizeipräsidenten Pöhner, als Landesverweser, General Ludendorff, als Landesbefehlshaber, General Bossow, als Reichswehrminister. Hitler, als politischer Berater, und Polizeioberst Seiffert, als Polizeiminister. Der Bürgerbräufeller ist noch immer von Hitlertruppen abgesperrt. Zur Zeit rüden di: Kampfverbändler Oberland ,, und Reichs flagge" gegen die Stadt vor und befeßten bereits verschiedene Pläße. Die Haltung der Reichs wehr ist nicht bekannt. Angeblich soll sie mit den Hitlertruppen fraternific ren. Wie foeben, um 10.40 Uhr nachts, gemeldet wird, ist das Telegraphenamt be sept worden. Die Rolle v. Kahrs ist noch nicht bestimmt, es sollen angeblich die Verhandlungen noch im Zuge sein. * München, 8. November. Der heutige Abend hat in München den Staatsumsturz gebracht. In einer ungeheuer überfüllten und schon um sieben Uhr gesperrten Versammlung im Saale des Bürgerbräufellers hielt der General Staatskommiffär von Kahr die angefündigte große Rede. Ehe er sie noch zu Ende geführt hatten, wurde er unterbrodjen. Der nationalsozialistische Führer itler drang mit einem Sturmtrupp in den Saal ein und es wurde eine Anzahl Schüsse gegen die Saalde de abgegeben. Es entstand ein ungeheuerer Tumult, wobei Hitler ertlärte, die Regierung von Knilling sei gestürzt und Jahren habe die Revausgerufen. Heute vor fünf angefangen, dem Tage sei sie be endet. Das Kabinett& nilling sei abgescht. Die Minister Anilling und Sch weyer, die in der Versammlung an wesend waren, wurden trotz ihres Protestes sofort verhaftet und einge= sperrt. Außerdem wurden verschiedene Persönlichkeiten verhaftet. Sitler teilte mit, daß die neue Revolutionsregierung bereits gebildet sei. Landesverweser sei Dr. von Kahr, bayrischer Ministerpräsi Dent Pöhner, eine deutschnationale Reichsregierung werde in München gebildet. Es werde sofort eine deutsanationale Armee Die Leitung der deutschen Politik übernehme er, sitter, selbst; General von Ludendorff übernehme die Leitung der deutschen Ar= mee, General Lossow werde Meichsminister, Oberst von Sciffert werde deutscher Reichspolizeiminister. Horthy, der Bundesgenoffe Hitlers. Budapest, 7. November. Die Polizei hat hente den rechtsradikalen Abgeordneten Dr. Franz lain, der angeblich die Absicht hatte, nach Bayern zu reisen, ferner den dakteur eines in Budapest unter den Namen„ Amerika" erscheinenden Blattes Jng. Titus Bobula, fowie Bela Szemere, der früher das nationalistische Blatt A Cel" redigierte, in Gewahrsam genom men. Bei dem letzteren wurde auch eine Hausdurchsuchung vorgenommen. Ueber die Angele genheit wird in amtlichen Streisen tiefstes Stillschweigen beobachtet. Frankreich duldet feine Dittatur in Deutschland. Paris, 8. November.( Havas.) Der„ Temps" schreibt: Die französische Regierung hat den französischen Botschafter in Berlin Instruktionen übersendet, in denen er aufgefordert wird, Deutschland darauf aufmerksam zu machen, daß Frankreich die Konstituierung einer Diktatur in Deutschland nicht dulden würde. München gegen Strejemann. Berlin, 8. November. Wie die Blätter aus München berichten, hat der Arbeitsausschuß der Landesvorstände der bayrischen Volkspartei ein mütig beschlossen, die Reichstagsfraktion telegra phisch zu benachrichtigen, daß für die bayrische Volkspartei eine Beteiligung an dem Kabinett Stresemann aus sachlichen und persön lichen Gründen nicht in Frage kommen tann. Die Botschafterfonierenz gegen die Heimiehr des„ Kronprinzen“. Paris, 8. November.( Havas.) Die Botschaf terfonferen; hat beschlossen, bei der holländischen Regierung Schritte einzuleiten, daß dem ehe maligen deutschen Kronprinzen nicht gestattet werde, das holländische Territorium zu verlassen, und einen ähnlichen Schritt auch bei der deut maligen Stronprinzen nicht erlaube, deutsches Gebiet zu betreten, und zwar aus dem Grunde, weil er auf der Liste der Kriegsschuldigen steht, die von den Verbündeten reflamiert werden. Spaziergang werden, denn an der Grenze Aujdeckung eines Batschplanes in Budapest. Berhaltung eines fascistischen hen Regierung vorzunehmen, daß sie dem che Thüringens stehen verstärkte Formationen der Reichswehr. Aber ob die Reichswehr tatC Abgeor neten. sächlich gegen die Truppen Hitlers tämpfen Budapest, 8. November.( Eigenbericht.) on lieferte. Ursprünglich bestand die Abwird, ob sie wirklich der Schuß der deutschen zur Verhaftung des fascistischen Abgeordneten.sjon im September loszuschlagen, der Plan Republik ist, daran ist wohl nach allen Erschüßlern und den bayrischen haten cignifie in Deutschland abzuwarten. Die vera lain wird belannt, daß zwischen den Rassen urte aber geändert und man kam überein, die Einmal die Einheitsfront, das anderefahrungen des letzten Jahrfünfis der Zweifel treuzlern schon seit langer Zeit eine innige hinderte Reise Ulains zu Hitler war als legte mal die Spaltung. erlaubt. Möglich auch, daß Frankreich, Berbindung bestand. In den letzten Wochen tra- Besprechung vor dem Putsch gedacht, dabei sollte Berlin, 8. November. Troßdem in der komdas befürchtet, von einer nationalen Diftatur fen in Budapest ganze Haufen bayrischer Hafen mit den Bayern ein förmlicher Vertrag ab- munistischen Partei augenblicklich die größte Zer noch weniger Reparationen zu erhalten als freugler ein, die dazu ansersehen waren, bei dem geschlossen werden, in dem sich die fascistischen fahrenheit herrscht und der sogenannte linke von der verfaſſungsmäßigen Regierung, seinen bevorstehenden Umfturz als geschlossene Terror- Parteien der beiden Länder die gegenseitige Un- Flügel der Stommunisten in schärfster Opposition Einspruch erhebt. Will doch Poincare eine abteilung zu wirken. Ihre Hauptaufgabe beierstützung zusichern für den Fall, daß eine von gegen die Zentrale der Partei steht, findet man militärische Stontrollkommission nach Bayern stand darin, die Bethlen Regierung zu ihnen von einem Nachbarst a at angegrif- bei ihnen noch immer Zeit, um auch in der in entjenden, um nachzuprüfen, ob Deutschland beseitigen und die führenden Politiker, die en würde. zialdemokratischen Partei Verwirrung zu stiften. in erster Linie die Sozialdemokraten zu nicht mehr Bewaffnete zählt, als im Versailler auf der schwarzen Liste der Fascisten stehen, Die Führer der Bewegung wollten sich auch Es ist bekannt, daß in unserer Partei MeinungsFriedensvertrage feſtgeſetzt sind. Scheint es verhaften und unschädlich zu machen. vergewissern, wie Horthy ihren Absichten verschiedenheiten besonders in der Stellung doch auch, als ob Frankreich seine schüßende km die Spize der Bewegung sollte Abgeordneter genüberstehe. Abgeordneten des Allivausschusses, zur großen Koalition bestehen, die aber Hand von den heinischen Separatisten weg- Gömbös treten; an der Organisierung des die bei ihm erschienen, erklärte Horthy, daß seine im Augenblick behoben sind, da die gewaltige ziehen würde, weil es von einer Berreißung Putsches hatten hervorragenden Anteil die amtliche Funtion ihm verbicie, für die Bewegung Mehrheit der Partei dem Austritt aus dent Deutschlands gleichfalls fürchtet, um den Er- Horthy- Offiziere Pronky und Hejjas. Dieffen einzutreten; wenn er aber vor bvoll Stabinett Stresemann zustimmte. Bisher sind ndete Tatsachen gestellt sein wird, so ihnen allerdings die Spaltungsversuche bei der trag seiner Reparation engeprellt zu werden. militärische Oberleitung war dem Offizier Géza werde er seine Pflicht zu erfüllen wissen. sozialdemokratischer Partei nicht geglüdt. Nun Der einzige verläßliche Schuß für die Horvath anvertraut. deutsche Demokratie sind in diesem Augenblicktion mit Gömbös. Zeute rechneten beten, dus nierung belannt und wurde nicht anders als eine in der Sozialdemokratie zu Hilfe, indem sie fich Die ihrer At- Piese Antwort des Reichsterwesers war der Re- tommt ihnen aber eine Reihe von Parteigenoffen die Parole der Stommunisten von der proletari die Arbeiter. Sie waren es, durch deren schon jetzt den Fascisten Waffen und Muni- Ermunterung der Faſciſten aufgefaßt. Einigkeit und straffe Organisation der Kappschen Einheitsfront zu eigen machen und den Butsch mißlang, der Versuch von einigen tau 33000000000000000323888530D DEBUT Bersuch unternehmen wollen, ein Bündnis zwi send bewaffneten Menschen, das monarchistische ständig zu tnebeln, sie aller Errungenschaften demokratie. Die Kommunisten haben die Straft ten herbeizuführen. Diese Versuche sind schon schen den Kommunisten und den Sozialdemokra Regime in Deutschland wieder aufzurichten. der Nachkriegszeit zu berauben und sie unter der Arbeiterbewegung gebrochen, sie haben wiederholt gemacht worden, sie scheiterten aber Aber seit diesen dreieinhalb Jahren sind die das alte Joch zu beugen, unter dem sie in den durch ihre wahnsinnige Buischtaktik, die sich stets daran, daß die Stommunisten sich dem eindeutschen Arbeiter eine Masse hungernder ver- achtziger Jahren zur Zeit des Sozialisten erst jüngst in Hamburg gezeigt hat, den ver- Zeitlichen Vorgehen nicht fügen wollten und im zweifelter Menschen geworden, die längst nicht gefeßes feufzte. Sollen in Deutschland nicht bissensten Gegnern der Arbeiterklasse, ihren entscheidenden Moment gegen die Abmachun die innere Kraft haben, die sie im März 1920 Zustände wie in Ungarn oder Italien herbei- Verfolgern und Würgern, das Spiel leicht ge- gen handelten. Auch diesmal kommt ein solcher der monarchistischen Seaktion mit Erfolg ent- geführt werden, dann muß Deutschlands Ar- macht. Alles, was Deutschland nicht Einigungsversuch, zu dem alle Voraussetzungen gegenseßten. Und doch muß sich die deutsche beiterschaft nochmals ihre gewaltige Faust zu einer Stätte des Triumphes fehlen, nur dazu führen, daß sich die Stluft im Arbeiterschaft angesichts der unmittelbar be- zeigen, mit der sie schon so oft ihre Widersacher für einen neuen Horthy oder Mus- Proletariat nur noch mehr vertieft. Der Be irks Mus- verband der Berliner Organisation der Sozialvorstehenden Gefahr zusammenschließen und niederschlug. jolini machen will, muß sich im demokratie fordert heute die Parteigenossen auf, mit dem Mute der Verzweiflung eine gewalt- Die Zukunft der deutschen Demokratie. Lager der Gewerkschaften und der sich von derartigen Aftionen fernzuhalten und nur tätige Reaktion bekämpfen, die nichts anderes die Zukunft der deutschen Einheit liegt in den Sozialdemokratie sammeln und im Einverständnis mit der Parteiorganisation zu bezweckt, als die deutsche Arbeiterschaft voll- Händen der Gewerkschaften und der Sozial- die deutsche Republik retten. handeln, Wette 7. Unsere Jugend. Zum Kongres des Sozialistischen Jugendverbandes in Bodenbach. 9. November 1928. Und darum umfaßt sein Aufgabenkreis nicht mur| treffliche Einvernehmen des Sozialistischen Ju-| Kriegsgeräte auch auf der anderen Bildung und Erziehung, sondern auch die Fragen gendverbandes mit den anderen Organisationen Seite erfolgen würde, wenn die des Tages in Wirtschaft und Politik. Der Ver- des sozialistischen Proletariats, über das innige Abrüstung auch bei den Siegeritaaten bard hat eine machtvolle, vom Erfolg gekrönte Verhältnis zur sozialdemokratischen Partei, und Aktion, für den Jugendurlaub unternom über die nationalistischen, christlichsozialen und erfolgen würde. Man hat aber no metr getan. Hente beginnt in Bodenbach der für drei men, er betätigt sich praktisch im Ausbau des auch kommunistischen Feinde unserer Jugend. Man hat die Souveränita. Deutschlands" auf Tage anberaunite Wongreß des Sozialistischen Jugendschußes und steht zur Zeit mitten bewegung zu fagen. All diesen Fragen wird sich Jahrzehnte hinaus uur glich gemacht, es unter Jugendverbandes. Es ist dies der zweite ordent- im Kampfe um die Reform der Fortbilder Bodenbacher Verbandstag widmen, dessen wirtschaftliche und finanzielle Kontrolle gestellt, liche Berbandstag dieser Organisation, die, auf- bungsschule. Auf politischem Gebiete bewäh- Beratungen wir mit der größten Aufmerksamkeit Man hat als Ersay für die demolierten und vera gebaut aus den Trümmern der von den Kom- ren sich unsere Jugendlichen vor allem als Vor- und mit allen unseren Sympathien begleiten wüsteten Stohlengruben in Nordfrankreich Deutschmunisten zerschlagenen sozialdemokratischen Ju tämpfer gegen den Militarismus. werden. In den Händen unserer Jugendlichen, land das Sa arbeden dauernd genommen. ndverbandes, heute auf kaum dreijährigen Be Der entschieden antimilitaristische Geist, der im deren Vertreter sich in diesen Tagen mit den Die Kohlengruben in Nordfrankreich werden find, aber auf Leistungen zurückblickt, die zu den sozialdemokratischen Jugendproletariat lebt, ist aufgeben und Arbeiten des Verbandes für die länoft wieder repariert sein, aber dauernd werfreudigsten Hoffnungen auf die weitere Entwid uns die beste Gewähr dafür, daß hier unerbitte kommende Zeit beschäftigen, liegt zum großen den die Kohlengruben des Saarbeckens in Franklung unserer Jugendorganisation berechtigen. liche und unerschrockene Stämpfer für den Sozia Teile das Schicksal, die Zukunft der sozialdemo- reichs Besitz übergegangen sein. Man hat DeutschDem Vorbandstag liegt ein vom Verbandsvor- lismus und gegen Kapitalismus und Imperia fratischen Arbeiterbewegung; ihre Erkenntnis und land einem Unmaß von Quälereien ausgesetzt, stand herausgegebener Bericht- Zwei Jahre lismus heranwachsen. Reife, ihr Kampfgeist und Elan ist von hoher man hat das deutsche Volt auf Jahrzehnte hinaus Arbeit" bor, der in flarer, übersichtlicher Breiter Raum ist im Berichte Zwei Jahre Bedeutung für das Vorwärtsbringen des soia- zur Sklavenarbeit verurteilen wollen. Weise die vielseitige Tätigkeit der Organisation Arbeit" der Jugendinternationale ge- listischen Gebankens in der deutschen Arbeiterschaft Auf einen tschechischen Zwischenruf feit dem Sommer 1921- an dessen Ausgang widmet. Seit dem Hamburger Kongreß gehört dieses Staates. Wir wünschen, daß es ihnen in der erste ordentliche Verbandetag stand- bis der„ Sozialistische Jugendverband" bekanntlich ebenso zielbewußter wie unermüdlicher Arbeit zum 30. Juni dieses Jahres schildert. Wir kön der dort gegründeten, eus der Verschmei ung der auch weiterhin gelingen möge, so stattliche Ernen die Aufgaben, die sich der Verband gestellt Internationalen Arbeitsgemeinschaft" und der folge zu erringen wie bisher, und hoffen, daß hat, und sein Vorwärtsschreiten auf den selbst" Arbeiterjugendinternationale" entstandenen der Verbandstag in Bodenbach ihnen zu einem gegebenen Richtlinien nicht besser beleuchten als Sozialistischen Jugendinternationale" an. neuerlichen starten Wegweiser auf der Bahn der an Hand dieser Broschüre. Noch manches wäre über das im allgemeinen proletarischen Befreiung werde. GOO " YOONES Der Trugschluß der tschechischen Politit. Eine Rede des Senators Genossen Niesner. In der gestrigen Sigung des Senates wurde die Debatte über das Exposé Beness eröffnet. Als erster Redner führte. Genosse Nießner aus: reagierend, sagte Redner: Wenn Frankreich im Rahmen der Bedingungen von 1870 bis 1871 bleiben würde, würde niemand etwas dagegen ha ben. Aber ich bitte den Herrn Zwischenrufer, ſich die Friedensverträge zur Hand zu nehmen, dann wird er finden: Hier geht es nicht bloß um die Zahlung der Kriegsentschädigung. Wir selbst Das beste Zeugnis für unsere Jugendlichen anerkennen und auch Deutschland erkennt die ist die Tatsache, daß es ihnen gelungen ist, in BORES Pflicht der Wiedergutmachung im Rahmen diesen zwei Jahren beispielloser Wirtschaftskrise, der Möglichkeit an, nicht aber so, daß man erbrüdender Massenarbeitslosigkeit, schverster Volt und Staat in den Abgrund stürzt, es wirtschaftlicher und politischer Reaktion, bedrängt ruiniert, ihm den Lebensatem raubt. Wir wis von nationalistischer und tommunistischer Seite, fen sehr wohl, daß unter Wilhelm II. das offi nicht nur den Mitgliederstand ihres Verbandes zielle Deutschland von einem Machtrausch, von su erhalten, sondern auch die Zahl seiner rächt hat und Ser dann schließlich dazu führen einem Gewaltgeist erfüllt war, der sich bitter geOrtsgruppen um 35 au erhöhen. Und babei sind die seit dem 30. Juni 1923 immer mußte, Deutschland ins Verderben zu stürzen. Wir fräftiger werdenden Erfolge der AufklärungsDie Nede des Außenministers hat in einem| teil verstanden hatte, alle diesen Staat bewoh- wissen das alles, wir wissen auch, daß der und Werbearbeit der Organisation noch gar nicht Teile der deutschen Deffentlichkeit eine ganz über- nenden Nationen heranzuziehen und einen Ver- deutsche Kapitalismus ebenso lüstern war nach eingerechnet! Fünf neue Kreisorgani fationen, in Meidenberg, Sternberg, Brünn, raschende Wirkung gehabt. Es wurde an ihr die gleich zu finden auf Basis der Verständigung, so den Eisenbeden von Französisch- Lothringen, wie Braunau und Warusdorf find in den zwei Beffen beit gelobt, mit welcher der Außen- brauchte man nicht die Bajonette der Franzosen ießt der französische Kapitalisrins lüftern ist nach den Kohlenbecken des Ruhrgebietes. richtsjahren dem Verband erwachsen- ein fchla- minister bestimmte Kapitel seines Exposés be- und man hätte durch die Verständigung mit den handelt hat. Auch uns hat es gefreut, daß der anderen Nationen des Staates ohne Anlehnung gender Beweis nicht nur für die unversiegbare Minister mit einer bestimmten Deutlichkeit aus an den französischen Javerialismus zum gesche Imperialimsus beffer ist. auch wenn er sich Man soll aber nicht sagen, daß der französi Straft der sozialdemokratischen Jbeen, sondern gesprochen hat, daß die tschechoslowakische Außen- wünschten Ziele der Sicherung des Staates geauch für die Grenzen kommunistischer Zer also nicht besser geworden seit 1'. störungstaktit, die ja gerade in den Reihen des politik unter feinen Umständen, was immer in langen können. Es ist sicher, daß in jedem Volte uns in der Maske der Demokratie zeigt. Es ist ſtörungstaktit, die ja gerade in den Reihen des Jungproletariats zuerst und mit aller Wucht ein Deutschland sich ereignen werde, eine Einmen- teffte Sehnsucht herrscht, eine Einheit zu bilden. also nicht beffer geworden seit J Es geht aber nicht um Deutsch. feyzte. Das Ergebnis einer einzigen Werbegung in die innerpolitischen Verhältnisse des Wir sind uns aber der Tatsache bewußt, daß es land allein, es geht um ganz Europa! septe. Das Ergebnis einer einzigen Werbe: Deutschen Reiches beabsichtige. Allerdings bleibt trotzdem Staaten gibt, in denen Vollsteile ge- Wenn wir betrachten, wie die Welt heute aus woche des Verbandes vom 10. bis 17. Juni hiebei die Frage offen, ob es dabei bleiben wird trennt leben, ohne daß bei ihnen Losreißungs- sicht, wieviel Unruhe und Unfriede, 1923 war der Gewinn von etwa 1000 und ob der tschechoslowakische Staat, der nicht bestrebungen irgendwelcher Art sichtbar wären. Gewaltgeist und nationalistischer neuen Mitgliedern. Mit dieser Ziffer unabhängig, sondern bestimmten äußerlichen Ein- Die Möglichkeit, daß bestimmte Saß vorhanden ist, wie das Wirtschaftsleben als allein fönnte sich der Verband wohl sehen lassen. flüssen nur zu leicht zugänglich ist, in der Voltsteile sich in einer anderen ler Staaten, der besiegten und siegreichen Staa Aber mehr noch als in die Breite erstreckte fich die Arbeit unserer Jugendlichen in den lonfequenten Durchführung dieses Neutralitäts. Heimat einrichten und woh If ühten ftagniert, wie der Militarismus nicht beseitigt Neutralitäts- len, ist sicher gegeben und fie fönnte auch wurde, wie die Staaten noch mehr in Wassen hier gegeben sein, natürlich dürfte man nicht mit starren als vor dem Kriege, wie überall sich neue dienst sicherlich zu gutem Teile der Verbands auch verharren wird. Der Minifter hat als leiden Mitteln vorgehen, mit denen man bisher vor Brandherde bilden, wie die ste ime neuer zeitsschrift, der Sozialistischen Jugend", tende Idee seiner Politik bezeichnet eine Poli- gegangen ist. Und es ist notwendig, daß verhin- triege überall gelegt sind, so müssen wir zukommt, die Wionat für Monat. Bildung und tit des Friedens, der Rekonstruktion, der Demo- dert werde, daß sich in der Zukunft derartige Be- fagen, es geht nicht um Deutschland allein, es Begeisterung in die Köpfe und Herzen der jungen Iratie und eine Politik der Sicherung des Staa- ftrebungen geltend machen. Arbeiter und Arbeiterinnen trägt. Daß unfere tes. Es scheint mir aber, daß die Politik der Jugendlichen den Wert der Presse erkannt haben, Sicherung des Staates weniger ein außenpoliti politik begeht, erbliden wir barin, b sie sich, wie es geht um das Schicksal und um die Zukunft Den Hauptfehler, den unsere Außen- geht um mehr, beweist auch der Umstand, daß sie schon seit sches, als innerpolitisches Problem ist und daß es schon gesagt, auf die Unverlegliteit Ситорав, längerem eigene Verlagstätigkeit be falsch ist, die Sicherung des Stadies der Friedensverträge stüßt. Wenn man eine Tatsache, die man heute noch nicht erkennen gannen; für deren Ausbau zu forgen, wird wohl nur auf außenpolitischem Wege die Friedensverträge restlos durchführen würde, will, eine Tatsache aber, die immer sichtbarer eine der Aufgaben des Verbandstages sein müssen. durchführen zu wollen. Ich bin der An- dann können wir sagen, es geht um ganz Europa. wird an der ständig fortschreitenden Zerrüttung, Einen gewaltigen Erfolg hat der Verband mit schauung, daß die Bolitik des Außenministers wie der Kriegszustand in Europa dauert fort, nie an der ständig fortschreitenden Verseiner Schriftenabteilung erzielt, die in die Politik des tschechoslowakischen Staates übersechs Viericljahren 40.000 Bücher und haupt an einem schweren inneren Widerspruch mand ist zufrieden, reder der Sieger noch der wüstung der Welt. Es ist soweit gekommen, wie Clemencean Schristen den Mitgliedern des Verbandes leidet und daß beim besten Wien eine Bolitif in einer Sigung der französischen Kammer bei vermittelte. Der gedruckte Bericht des Verbands zur Sicherung des Staates auf die Weise, wie fie Deutschland geht an den Verträgen zugrunde. Begründung der Friedensverträge gejagt hat, daß vorstandes jagte nicht zuviel, wenn er in dieser betrieben wird, nicht zu dem erwünschten Ziele Die Verträge sind nackte Grausamkeit, bedeuten die Verträge ein Wittel sind, um den Strieg weiter Bildungsarbeit eine einzigartige kulturelle Lei- führen kann, weil sie sich vor allem auf die Un- die Entäußerung aller vernunft, aller Besonnen- zu führen. In der Tat, der Krieg hat 1914 begon siung erblickt. Damit ist aber der Bericht über verleßlichkeit der Friedensverträge stüßt." heit. Der schnaubende Rachegedanke ist in die- nen, er ist aber heute noch nicht zu Ende. Es ist die sozialistische und allgemein fulturelle Er fen Friedensverträgen niedergelegt, einem eine andere Form des Krieges, es reden nicht siehungsarbeit unserer organisierten Jugendlichen Tas Festhalten an der Erhaltung und Under- Schriftstück, gezeugt im.ausche des Sieges, ohne mehr die Waffen, aber der Kriegszustand in Euronicht bei weitem nic: erjáöpft. In Jugendschulen leßlichkeit der Friedensverträge bedeutet nicht den Ueberlegung und Vernunft. Was die Friedens pa bauert fort und wirkt weiter zerfreffend, weiter ind Kursen in Lichtbildervorträgen, auf Jugend- Frieden, es bedeutet vielmehr den Krieg verträge enthalten, ist nicht bloß die Wiedergut- verwüstend an Europas Wirtschaft. Vergleichen tagen und Jugendfeiern, in Ausstellungen und und es kann nur zur Folge haben, daß die un- machung im allgemeinen Sinne, sondern in diesen wir doch einmal Europa, wie es vor dem auf Wanderungen wurde die sozialistische Erkennt ruhigen Zustände, in denen wir leben, in Per- Verträgen geht man mit talter Grausam Striege ausgesehen hat und wie 8 nis in tausenden proletarischen Jugendlichen ge- manenz erhalten bleiven. Wenn nicht gleich von teit darauf los, Deutschland zu vernichten, seine heute aussieht. Es war ein relativer Wehlweckt, der weist des Klassenkampfes gestärtt, Bil- Anfang an bei Begründung des Staates und Lebenskraft bis zu ihrem lezten Hest zu zerstören. stand vorhanden, ein Wohlstand, naturgemäß an dung verbreitet und die Sinne für das Gute, bis auf den heutigen Tag die Fittion des Deutschland wurde zur Entivaffnung gezwun- gepaßt der fapitalistischen Ordnung, aber das Le Wahre und Schöne geschärft. Eine Kampf- Nationalstaates aufgerichtet und aufrecht- gen. Es wäre kein Schaden darum, wenn wir ben jedes Einzelnen war ein besseres, erträglicheorganisation ist der Sozialistische Jugendverband. erhalten worden wäre, wenn man es im Gegen- sehen würden, daß die Zerschlagung der res, feine Existenz sicherer gestellt, die Welt wor Fahren 1921 bis 1923 in die Tiefe, welches VerBrudermord. Stizze aus ten deutschen Revolutionslagen des Jahres 1918. Versprechens doch alles ganz gut. Was haben denn die armen Menschen verbrochen? Ist es denn nötig, daß man über die Maßen grausam ist?" Macht wird zur Farce, wenn sie nicht stän dig ihren Gegnern fühlbar bleibt." Seine schmalen Lippen kniffen sich ein. Du willst töten?" Abwehrend hob sie die Hände gegen den Bruder. Besiegte sonst noch angenehm ist, Mensch zu sein. Wo ist Ohne aufzuschauen las der Leninant die mein Helm? Ich muß zum Dienst! Und du Namen vor. Als er Heinrich Liebe" las, fubie weißt: Jm Dienst, was es auch für einer sein er einen Augenblid. Er griff mit der Hand nach mag, sind wir alle niemals Menschen." der Stirn, wischte über sic, als wollie er enc plötzliche Erinnerung fortivischen. Denn fragic Lächelnd gab er ihr die Hand und wandte sich rasch ab, weil ihn ihr trauriger Blid gefähr er doch: lich traf. Sie hörte, wie feine Sporren flirrten. Sie fror plöslich und trat rasch vom Balkon_ins Zimmer, das dunkel hinter schweren Vorhängen lag. Das Standgericht trat um vier Uhr zu sammen. Punkt vier Uhr erschien der Leutnant. Sind die Kerls zur Stelle?" schnarrte er. Ein Feldwebel:" Jawohl, Herr Leutnant. Bon Hans Gathmann. Leutnant Heimut saß auf dem kleinen Bal fon, der weinumlaubt schmale Blide auf die Straße und ihr plönlich friegerisches Treiben ge- ,, Verurteilen. Ja, in solchen Zeiten hat stattete. Sein zartes Gesicht, das von einer leich- Guade und Milde kein Wort mitzusprechen. Oder ten Schwermut nicht ganz frei war, einer Nach glaubst du, daß jene, wären wir in ihre Hände denklichkeit, die hinter den äußeren Geschehnissen gefallen, gnädig mit uns umgegangen wärenč Wesenhaftes oder Zukünftiges zu suchen schien, Wir stehen im Stampf. Ich bin der Vollstrecker war streng und ernst. einer Macht, von der ich will, daß sie endgültig Sie warten." Seine Schwester, blond und mit einem Aus- die Herrschaft habe, einer Macht, von der jene druck in dem natürlich frohen Antliß, den nur schon gestürzt hatten und die sich heute wieder ein gutes Herz zu schaffen vermag, räumte das erhebt und nur sieghaft bleiben kann, wenn sie Saffecgeschirr ab und trat dann leise zu ihrem ihre verhaßten Gegner erbarmungslos niederBruder. schlägt. Wir sind Soldaten!" Du bleibst doch heute hier, Helmut?" fragte sie besorgt und bittend. " Ihr seid Menschen!" Das war wir ein Schrei. Ihr Gesicht war ,, lm vier Uhr tritt das Standgericht zu von etwas Unfaßlichem entstellt. fammen", erklärte er ruhig. Ich führe den Vor- ,, Davon verstehst du nichts, Schwesterchen", jig. Wir haben noch so ein paar Salunken ab- sagte er bestimmt. Aber rege bitte die Mutter suurteilen. Werden einen tüchtigen Dentzettel ab nicht mit unnötigen Schreckensnachrichten auf. bekommen!" Du weißt, daß die paar Schüsse in der Stadt, Ihr werdet sie doch nicht töten?" fragte Soldatenschritt und Kommandoton sie schon trant sie erschrocken und hielt ihr langes Gesicht vor gemacht haben. Ihr habt fein starkes Herz. Sage seine rubigen Augen. ihr, ich gehe die Bosten in der Stadt ab. Ich Möglich ist es. Die haben es ja nicht besser bin um 6 Uhr zurück. Und jetzt muß ich los." verdient. Solches Gesindel ist nicht wert, daß es Er stand auf. Seine tnabenhaft schlanke Gelebt. Und dann muß auch einmal ein abschreckenstalt reckte sich einen Augenblick hoch. Else trat des Beispiel geschaffen werden, damit wir endlich ihm in den Weg. Ruhe Triegen." „ Sei Mensch. Helmut", bettelte sic, und Aber ihr habt doch die Stadt in eurer Gerichte nicht über andere." walt", fagte fie nicht ohne Vorwurf. Es ging Mensch bin ich gern bei dir und wo es Bereinführen!" In dem geräumigen Zimmer saßen vier Menschen, uniformiert, an einem Tisch. Ein paar Akten lagen da. Tisch. Die Asche der Leutnants; igarette fiel auf den Sechs Männer traten ein. ,, Sie waren im Felde?" " Jahowl." " Wo?" Bei der sechsten Fußartillerie." Als was?" Als Bursche des Herrn Leutnant!"" Es war, als wollte Helmut aufspringen. Der junge Wensch, in dessen Augen er seine Blide nicht zu senken wagte, starrte vornüber gebeugt auf den scheinbar ruhigen Offizier. Aus seinem Blick sprach noch eine so große Ueberraschung und Freude, und er schien etwas so Unerhörtes zu erwarten, daß sein ganzer Körper zitterte. Aber der Leutnant schwieg. Länger, als Heinrich es ertragen konnte. Mit ergriffener Stimme wollte er beginnen: Here Leutnant..." Leutnant Helmut schlug mit der Faust auf Tisch. Zwei Posten blieben schußfertig an den Tür pfosten stehen. Leutnant Helmut sah nicht auf. Er bemerkte nicht, wie dem einen der sechs, einem sehr jungen den Menschen, ein freudiger Schred durchlief. Nervös blätterte er in einem Schriftstüd, sog an der Zigarette und warf den glimmenden Stummel fort. Gleich Die Sechs stonden mit weiten Augen, in denen Bestürzung, Furcht und eine gewisse Neugierde unruhig fladerten. Sie waren junge Männer in Arbeiterkleidung, nur der eine hatte einen leise angegrauten Bart. Er machte den Wortführer und gab die Antworten, die auf die wenigen Fragen zu er teilen waren, Schweigen Sie, wenn ich Sie nicht frage!" Heinrich duckte sich wie unter einem Schlag. darauf erklang es streng: Emil Bistop!" „ Sier." " Sind die Leute geschlagen worden?" " Jawohl, Herr Leutnant!" antwortete der eldivebel. „ Sie sind Kommunisten?" Der Garaubärtige antwortete: bicht alle... йи 9. November 1923. auf einer weit größeren Höhe des Fortschritts der Entwicklung, durch ganz Europa ist ein Strom ves Lebens hindurchgegangen, die Menschen und Staaten lebten in einer gewissen relativen Sicher heit. Allgemein herrschte eine Friedensstim mung. Heute ist das nicht mehr der Fall. Wenn wir uns heute die Belt anfchen, so finden wir überall nur Unsicherheit, Verfall, Stagnation, 3er störung, Arbeitslosigkeit. Wir sehen halten können. Was dann? Die reine Anar- funhaltbarkeit der Friedensver chic folgt der erschlagenen Demo- träge. Am Schlusse seiner Ausführungen ertönte tratie! Glauben Sie, das alles werde Salt langandauernder Beifall auf der ganzen linken machen an den Grenzen der anderen Staaten und Seite des Hauses. auch dieses Staates? Ich meine, daß, wenn schon Von deutscher Seite sprachen ferner der nicht die Menschlichkeit bestimmend ist, um Ein deutschnationale Hartl, der wegen Beleidigung halt zu tun, Deutschland zu quälen mid die Politif Frankreichs einen Ordnungsruf erhielt, und der der Dighandlung Deutschlands zu unterſtügen, Dentschdemofrat Jelinef. es die Erfenntnis sein müßte, daß wir uns ins eigene Fleisch schneiden, wenn wir die Forderungen der französischen Bolitik dulden und unterstüßen. DurSeite 3. Menn Staaten mit langjährigen Traditionen politischer Selbständigkeit ihre Industrie gegen das Valutadumping ſchüven, müsse unsere Regierung viel mehr noch die Interessen unserer Industrie wahren, denn ihre wirtschaftlichen Beziehungen find mit Staaten mit entwerteter Baluta eng verfnüpft. Die Tschechoslowakei könne da her das Schussystem nicht abschaffen und ihre Industrie dem ungleichen Konkurrenz kampje aussetzen. Es könne sich nur um eine allmähliche Lockerung dieser Kontrolle handein und in dieser Richtung haben die Handelsverträge, die die Kontrolle des Auslandshandels im Bewilli gungsverfahren in bedentendem Maße durchbre chen, ihre Schuldigkeit getan. Von tschechischen Rednern gelangte Millionen von Menschen, die Arbeit suchen. St rupta( flerifal) zum Wort, der mit den Ausführungen Nießners polemijierte. Er meinte, daß Wir finden einen gesteigerten bis zum ana die Existenz der Tschechoslowakei an den Friedens tismus gediehenen ölferz wist über- Es ist ein Trugschluß, wenn man glaubt, verträgen hänge, vergaß hiebei aber, daß der Spreall, so daß man für die Zukunft die ärgsten Be- daß die Schäden, die der Krieg hervorgemifen hat, cher unserer Partei selbst auf die Möglichkeit, den sorgnisse hegen muß. pon einem einzigen Volle wieder gutgemacht wer. Staat auf andere Weise zu sichern, hingewiesen Friedrich: Das ist die Schuld Frankreichs! den fönnen. Ich weiß, man hat in Franfreid) hat. Denselben Jrrtum beging in seiner Rede auch Sodann wurde die Sigung unterbrochen und Niekner: Es ist nicht allein die Schuld jahrelang der Bevölkerung versprochen: Haltet der tschechische Nationaldemokrat Brabec. Sonst Frankreichs, sondern vor allent die Schuld aus, es wird alles wieder gut gemacht werden müssprachen noch 2πfes, Chlumech und ur nachmittags fortgesetzt. Von unseren Genoffen der Friedensverträge, sprachen Dietl und adenberg. welche dieses Ele fen, Deutschland muß bezahlen." Die heutigen e ansth. Genosse Diet! hält den Optimismus in ment der Unsicherheit und Zerstörung in Kriege, die mit so ungeheueren und fürchterlichen As lester Redner sprach der christlichsoziale den Ausführungen des Handelsministers für bie Welt getragen haben, die Zerstörung Machtmitteln, mit so schredlichen Zerstörungs Senator Ledebour. Während seiner Ausfüh nicht berechtigt. Die Wirtschaftskrise wird noch und Gewaligeist in der Welt erhalten haben. mitteln geführt werden, verwüsten und zerstören rungen fam es zu Man zeige mir doch in Europa ein Land, das aus zu viel, als das es durch die besiegten Staaten allein lange nicht beseitigt sein. Unsere Handelsbilanz diesem Frieden schon Borteil geschöpft hätte! Wie überhaupt gutgemacht werden fönnic. Es ist auch weist ein immer geringeres Aftivum auf. Soweit hätte es werden können, wenn die Völler Europas nicht wahr, daß nur ein einziges Volf am Aus- Dr. Ledebour hatte nämtlich erwähnt, daß tschechi eine Erleichterung in der Wirtschaftskrise zu be nach dem Verbrechen, noch der Katastrophe des bruch des Weltkrieges die Schuld trägt. Wer ge- fdje Zeitungen über gewisse Vorfälle im Bodenmerken ist, darf man nicht übersehen, daß die Strieges, zusammen in gemeinsamer Arbeit auf. wissenhaft ist und die Dokumente, die feither ver- amt derartige Darstellungen brachten, daß hieraus Besserung nicht auf die natürliche Entwicklung ungebaut hätten, was dieser Wohnsinn zerstört hat! öffentlicht wurden, verfolgt, weiß, daß alle Böl- hervorgehe, man lege hierzulande bei den Worte ſerer Bolkswirtschaft zurückzuführen ist, sondern Wo stünden wir, wenn wir bemüht gewesen wäfer und alle Staaten den Strieg erwartet haben, Demokratie die Bedeutung auf die dritte Silbe, auf die Ruhrbesetzung, wodurch unserer Indufür ihn gerüstet haben und daß ren, die Kultur und Wirtschaft in gemeinsamer für ihn gerüstet haben und daß ( Die dritte Silbe frat" stehlen.) Die tschechistrie ein Stonfurrent weggefallen ist. stürmischen Szenen. alle besinnungslos in das Verderben hineingestürmischen Zurufen gegen diese Außerung, in der Ausführungen vor allem die Wirtschafts- und taumelt find. fie, wie es scheint eine Beleidigung des tschechi schen Volles erblickten. Genosse adenberg fritisierte in feinen Bauverwaltung der Burg und wünscht, daß dent Budgetausschuß mitgeteilt werde, wie viel schon für die Herrichtung der rager Burg ausgegeben, und auf welche Weise die Ausgaben verwendet werden. Ferner verlangt er die Auflaffung des Militärfabinetts des Präsidenten. Arbeit wieder aufzubauen, anstatt in Saß und Berbitterung gegeneinander zu stehen und diesen Kriegsgeist zu verewigen in Es ist aber auch ein Trugschluß- und der Form der Friedensverträge, in der Festlegung das ist der Trugschluß unserer AußenDer Lärm dauerte längere Zeit. diefer unerhörten Bedingungen. Ich weiß, daß politi! wenn fie glaubt, die Stonfolidation, einen großen Teil der Schuld den Krieg selbst die Erhaltung des Friedens, des Ausbaues unseDie tschechischen Senatoren verlangten, daß trifft. Aber wir haben doch auch andere Striege rer Handelsverträge, die Anbahnung einer entspre- Redner widerrufe. Ledebour, der sich nur schwer crlebt, oder wissen ihren Verlauf aus der Geschichte, henden durchgreifenden Wirtschaftspolitit, ver- verständlich machen kann, versichert, daß ihm eine und wir wissen, daß nahezu nach jedem Kriege einigen zu können, mit dem Stampf um die Erhal Beleidigung des tschechischen Volkes fern gelegen sehr bald wieder Prosperität eingetreten ist, daß hung und Unverleglichkeit der Friedensverträge. wäre. Auch hierauf legt sich der Lärm nicht, worauf jich die friegsführenden Staaten von den Bun- Das sind zwei Dinge, die einander scharf entgegen Bizepräsident Soukup dem Redner das Wort den, die sie sich gegenseitig geschlagen hatten, wie- stehen und miteinander überhaupt underträglich entjicht. Unter allgemeiner Erregung leert sich der Aus dem verfassungsrechtlichen Ausder erholten, sich wieder emporarbeiten konnten. ind. Wir verlangen und erwarten nicht, wir nut- cal. Heute aber sehen wir nur Lähmung, düstere Wol- ten es auch den Außenminister nicht zu, daß die Nächste Situng: Heute, Freitag, 9 1hr vorfen. Es wird immer ärger, anstatt besser und tschechoslowakische Republik Deutschland freund mittags. schaftlich gesinnt ist. Das erivarten wir nicht, auch wir find nicht von dem Berderben, das von bennt Dir rechnen mit einer gewissen Mentalität ben Friedensverträgen ausgeht, verfchont und Sulend. schuß des Senates. In den Sigungen des verfassungsrechtlichen Ausschusses vom 7. und 8. November wurde der Budgetausschußndwirtschaftlicher Bezirksvorund werden auch ferner nicht verschont bleiben. rechtigt, von früher her bestehen. Wir verlangen nech mit Stimmungen, die berechtigt oder unbe- Beratungen im Budgetausschuß Regierungsentwurf betreffend die Errichtung Der Handels- hußlassen durchberaten. Es handelt sich Es wird immer trostloser, die Welt ist aus den nicht Freundschaft, aber was wir verlangen fon Beginn der Spezialdebatte. Fugen, weilebenderkrieg weitergeht, nen, vor allem im Interesse der Bevölfering die- minifter als Berteidiger des Bevilligungsver hiebei um die Umwandlung der bisherigen landmeil man es bis jest nicht verstanden hat, cinen fes Staates, wäre fahrens. Reben der Genossen Dietl und wirtschaftlichen Bezirksvorschußtassen in selbstän dige öffentliche Anstalten, welche die gleichen wirklichen Frieben zu machen und den Gewalt. Hadenberg. Rechte genießen sollen wie die städtischen Spar geist aus der Welt hinauszubefördern. ist wirkliche Neutralität im Vernichtungskampse, den Frankreich gegen Deutschland führt. Der Budgetausschuß des Abgeordnetenhau tassen. In der Debatte tamen fast alle Ausschußder dauernde Friede, von dem man in ses hat gestern die Kapitel I( Präsident der Re- mitglieder zu Worie, n. a. auch Senator Genosse der legten Zeit des Strieges gesprochen hat? Es wir wollen, daß die tsjechoslowakische Außenpoli publik, Stanzlei des Präsidenten), III( National Dr. Heller. Er verlangte in feinen Ausführungen sollte doch ein Bund von Böllern entstehen, estil nicht ein Werkzeug in der Hand des französischen versammlung), VIII( Pensions- und Versiche insbesondere Vorkehrungen zur Sicherheit der jollte teine Geheimdiplomatic ge- Imperialismus sei und glauben mit gutem Recht rungsbezüge) und XV( Handelsministerium) in Einlagen und der Mobilität der Kassen. ben, es sollten alle Völler gemeinsam susanurien- berlangen und sagen zu können: Es ist nicht not Beratung gezogen. Nachdem die Berichterstatter fichen, alle Verträge sollten öffentlich sein, eine wendig, es ist vielmehr verderblich, wenn der gesprochen hatten, ergriff das Wort Handelsmini brüstung sollte erfolgen, alle Streitigkeiten foll- Außenminister gerade den Moment, in dem sichtter Novak, der zunächst eine Reihe von Gesetzen, ten durch ein Schiedsgericht ausgetragen werden. har wird, daß Frankreich die Verständigung mit die in sein Ressort fallen, ankündigte. Wo ist das alles? Eine Stelle in der Rede des Deutschland hintertreibt, aussucht, um das Frant Herrn Außenministers gibt uns flipp und flar die reich des Herrn Poincaré und des französischen Antwort darauf: Bon der Abrüstungit Imperialisimus Hiebevoll aus Herz zu drüden. borläufig nicht viel zu sagen". Nein, Wir sind überzeugt, daß diese Bolitit davon fann man nicht viel sagen, um som: hr unsere Bevölkerung und den Frieden schädigt, daß aber von Rüstungen! Denn die Rüstungen fie gegen diesen Staat selbst gerichtet ist. Sufolge schreiten fort und wir sehen heute in Europa mehr Menschen unter Waffen als vor dem Ariege! deffen fönnen wir uns mit der Politik des Außenministers nicht einverstanden erffären.( Lebhafte Zustimmung und Beifall.) Eine längere Debatte fnüpfte sich an den § 9 der Vorlage, in welchem u. a. auch den Saffen das Recht erteilt wird, inländische Wertpapiere bis zu zwei Dritteln ihres Wertes zu In allernächster Zeit wird eine Nopelle des belehnen, wenn überdies eine wechselmäßige oder Gewerbegesezes für das Gebiet der Slowa andere Haftung des Schuldners gegeben wird. fei und Podkarpatita Rus vorgelegt werden, die Genosse eller führte gegen diese Bestimmung cine nifizierung unserer gewerberechtlichen an, daß hiedurch in der landwirtschaftlichen Be Borschriften auf dem Gebiete des ganzen Staates völferung die Börsenspekulation verbreitet und anstrebt. Weiters wird ein Gesetz über den Hau- die Staffen geschädigt würden. Es gelang, diese sier handel vorbereitet, über das Bauge Bestimmung dohin zu ändern, daß die Kassen werbe, sowie ein Geses, durch welches einige berechtigt sind, Stredit auf Wertpapiere init Zweige der Privatvermittlung als fon- Waisensicherheit bis zu drei Viertel ihres Wertes zeffionierte Gewerbe bezeichnet werden. Weiters und auf andere Papiere, die an der Börse noDie Enidlung weist darauf hin: Deutschmird ein Gesetz vorbereitet, das den unfante tieren, bis zu drei Fünfiel ihres Wertes zu ge land geht an den Bertragen zen Wettbewerb bekämpft, ferner solche über währen. Es wurde somit die Belehnungsgrenze grunde. Aber glaubt man, daß es nur Deutsch die Bezeichnung des Waren ursprungs und gegenüber der ursprünglichen Fassung herabgesezt. land und sein Bolt augeht? Glaubt man, daß das Ant gestrigen Tage hat auch im Senat die über die Handels- und Gewerbekammern. Das Gesetz wurde angenommen und wird demUnglück, von dem heute das deutsche Voli heim- Debitte über das Exposée des Ministers Beneš gesucht wird, stehen bleiben wird an den Grenz begonnen, die am heutigen Tage zu Ende geführt Dann fand sich der Handelsminister be- nächst den Senat beschäftigen. Sodann wurde das Gesetz über die An= Pfählen dieses Staates und der anderen Starten? werden wird. Als erster sprach Genosse Nie- müßigt, das die tschechoslowakische Volkswirtschaft Glaubt man, daß wenn Deutschland ein Trumner, dessen Ausführungen ein zahlreiches Audi- so schwer schädigende Bewilligungsver- nahme von unehelichen Kindern an merhaufen wird, wenn dort die Anarchie ausbricht, torium fanden. Seine Nede war des öfteren un fahren zu rechtfertigen. Sein einziges Argu- indesstatt behandelt. Da sich zwischen den die, wie es scheint, zu kommen droht, glaubt man, Zustimmungslundgebungen und Schr richtig!" ment bestand darin, daß auch andere Staaten das christlichsozialen und den sozialdemokratischen daß sich dort eine Diffahr von rechts halten fann, Rufen begleitet. Wie ein roter Faden zog sich Bewilligungsverfahren noch nicht aufgehoben ha- wesentliche Differenzen darüber ergaben, ob jemand, der eheliche Kinder ha:, wie sich faum auch eine Dittatur von links wird durch Nichners Rede die Erkenntnis der ben! Er sagte: jeine unehelichen Rinder adoptie. ren darf oder nicht, wurde die Beratung Wer?" = Die außenpolitische Debatte im Senat. Leutnant Helutut ging rasch durch die Sin Er raste. Er sah und hörie nichts. Bis er der Vorlage verragt. Das möchte ich nicht fagett." ßen, die fast menschenleer waren. Da und dort das Gebäude sah, in dessen Hof... " Sie wissen, daß seit gestern nacht das waren Straßenzüge durch Stacheldraht abgeStanbrecht verhängt ist?". Sperrt, einzelne Gebäude. Maschinengewehre drohten, und die Posten schritten stumm. Jawohl... aber..." " Schweigen Sie!... Sie haben gemeinsam in der Werderstraße gestern nacht eine Doppelpatrouille der Zeitfreiwilligen überfallen und der Waffen beraubt?" Jawohl... wir..." Reben Sie nicht! Nach dent verkündeten Standrecht sind die... er schnarrie die Namen ... zum Tode verurteilt. Das Urteil ist in einer Stunde zu vollziehen. Feldwebel, Sie stellen zwanzig Mann und übernehnten die Führung!" Zu Befehl, Herr Leutnant!" zu Fee if in Der Granbärtige wagte zu sagen: „ Dürfen wir denn nicht ein Wort zu unserer Verteidigung..." " Ich will nichts mehr hören. Der Tatbestand genügt. Leutnant Helmut stand auf, die drei Sol daten neben ihm flappten mit den Abfägen. Er hob cifig die Hand. Dann brüllte er, wie um chmas in sich zu überschreien: Ihr habt es ja nicht besser verdient, ihr Salunken!" Da stürzte Heinrich Liebe vor. „ Herr Beutnant, ich bitte Sie.. " Ich habe jest teine Zeit mehr. Erinnern Sie sich denn nicht.. „ Nein!" Die Tür schlug hinter ihm zu. Die sechs Starrtest ich raflos an, Der eine junge Vosten grinste häßlich. Der Fldivebl fluchte gottserbärmlich in sich hinein. Da trachic eine Salve. Leutnant Selmut Der Siegreiche Generalstreit toumelte zurüd. Alechzend und tränenlos schluchDer Aufruhr lag gebändigt. Leutnant Hel- end schlich er nach Hause. mut mar es, als ob er erstiden müßte. Er hatte Als er ins Zimmer irat saßen Wutter und Furcht, jest nach Hause gehen. Er hätte es schwester am Tisch und lajen. Er riß den Selm im Zimmer nicht ertragen. Er worf sich immer ab und starric geistesabwesend auf das friedliche wieder in die Brust: Ich habe meine Pflicht geian!" Aber dieser Scinrich Liebe! Das war der treueste Kerl feiner Stompagnie gewefen. Der hatte mit ihm Effen und Gefahr geteilt. Aber fonnte er ihn rettent Dann waren alle frei. Wie fant der bloß dazu, unter die Empörer zu gehen? Lieb hatte er diesen Menschen gehabt, der für ihn buchstäblich durchs Feuer gegangen wäre und gegangen ivar. Waren die anderen fünf etiva ebensolche Menschen? Im Grunde etwa gar nicht schlecht? Beinrich Liebe mar nicht schlecht. Das wußte er. waren die andern auch cima aufopfernde, sie bende Menschen?... Beutnant Helmut versuchte, dies: Gedanken von sich abzuschütteln. Aber er vermochte es nicht. Sie fraßen sich in sein Gehirn mit unerbittlicher Zähigkeit. Bild. Die Mutter sah, daß etwas Furchtbares mit ihrem Sohne geschehen war. Er aber schrie: ,, Habt ihr denn die Schüsse nicht gehört?" Und als feine Antwort fam: in Polen. Die Ereignisse in Krakau. ( Von unserem polnischen Korrespondenten.) Das brutale Vorgehen der Warschauer Regierung ist an der tatkräftigen Abwehrbewegung der Arbeiterschaft Strataus zusammengebrochen. Der Streit war nur in Stratau und Tarnow allgemein. In Bielitz wurde zum allergrößten Teil gestreifi. Am Donnerstag follte vor Arbeiterheim in Strafan eine große Volfsversammlung „ Mutter, ich habe doch meine Pflicht getan! Weuiter, nicht wahr, ich habe doch nur meine stattfinden. Nachdem im ganzen früheren öster Pflicht getan!" Und dann, tonlos: Ich habe Heinrich Liebe erschießen laffen." Es war Helmut, als ob das Schweigen nach diesen Worten Winter und Schwester in einen Abgrund riß. Die Mutter fing den Sinfenden auf. fithr über seine Stirit. reichischen Gebiet das Standrecht verkündet war, wurde die Versammlung verboten. Troßdemt er schienen Taufende Streifender vor dem Arbeiter beim, das in den Planten"( dem Parkviertel um die innere Stadt) liegt und von Polizei und Ka vallerie besetzt war. Die Polizei, die tagsvorher in der brutalsten Weise von der Waffe am Ringplag Gebrauch gemacht hat, wagie nicht das Experiment des Vortages zu wiederholen. Sie wurde Ich werde zu seiner Mutter gehen von der Menge mühelos cunwaffnet, worauf die Selmut, hörst du?" Er hörte nichts. Er schrie cinen Posten an. Es half nichts. Er ließ einen Zivilisten verhaften, der Flugblätter abriß... vargeblich, dieser Heinrich Ob die beiden Mütter zusammengefommen Liebe hodie in jeder Ede feines Gehirns, und wo er hinsah, sah er das breite, gutmütige Gesind und was sie gesprochen haben, wer weiß es. ficht. Bielleicht wußten fie, daß fie felbst und ihre bei den Söhne Spfer einer eienden unmenschlichen Zeit waren schuldlose Schuldige... wie du und ich und wir alle... Seutuant cluurt zog plöglich die 11hr. In einer Bientalſtunde war das Neteil voll Streckt. Bersammlung, in der die Führer der P. P. S.' sprechen sollten, begann. Da wurde die in den Seitengassen zusammengezogene Stavallerie gegen die Arbeiter vorgeschicht. Die Massen, die nicht zurückfluten fonnten, sahen sich plötzlich attatieri, mit Bligesschnelle wurden die Sydranten geöff net und die Pferde fielen auf dem Asphaltpila ster wie auf dem Glatteis. As plötzlich Schüsse fielen, war die Menge nicht mehr zu halten, die stavallerie murde entwaffnet. Inzwischen waren Seite 4 mehr. Telegramme. Stresemann- Regierung oder Neuwaylen. Tages- Neuigkeiten. 9. November 1923. durch Infanterie die Seitengassen abgesperrt] ( ganz gründlich vor sich gehen, und da die Masse| Serma Grusel, die er gar nicht fannie, einen Brief worden. Die nen herbeiströmenden Menschender Mieter diese mehrfache Valorisierung der gerichtet, worin er seinen Selbstmord ankünmaffen durchbrachent plötzlich mit dem Ruf Es Mietzinse nicht mehr leisten könnte, würden sich digte. Der Angehaltene es handelt sich um lebe Pilsudski" den Kordon, bemächtigten sich der Dos Charalterbild eines national. var nicht, wie der hakenkreuzlerische Advokat einen aus der Heilanstalt Steinhof bei Wien in Pyramiden aufoefteliten Waffen und zwangen lozia iftichen Bürgermeisters. vorgibt, die Wohnungslosen, sondern die zah- entwichenen Ministerialratssohn-- wurde in poli ein heranfahrendes Panzerauto mit dem schönen lungskräftigen Schieber in den Wohnungen fest zeilichen Gewahrsam genommen und wird der Aut Name: Dziadef( Alterchen) zur Uebergabe. Vom Während der Gemeindewahlen wurde in feßent. stalt Steinhof überstellt werden. Verdec des Panzerwagens hielt endlich Abgeordninet ein Plafat verbreitet, auf dem einer Wir haben lange nachgedacht, was eigentlich Bon den Toten auferstanden. Mürzlich sollte fit neter Dr. Maref eine Rede, worauf sich die Partei Korruption schlimmster Sorte, unreine das Programm der Hafenkreuzler ist, nun wissen dem spanischen Städtchen Vittoria die Beerdi Menschen langsam zerstreuten. Inzwischen haben Hände und dergleichen mehr vorgeworfen wurde. wir es aus dem Munde des hafenkreuzlerischen gung eines nach furzer rankheit verstorbenen Mäd. die Verhandlungen der Regierung mit der P. P. Die Troppauer Volkspresse" ist nun, wie sie be Advokaten: die Geschäfte der Schieber und der chens stattfinden. Die Trauergemeinde war im Hanse S. in Warschau begonnen. Moraczewski, zu richtet, dieser Sache nachgegangen und bringt jetzt ausgeier zu fördern. Hoffentlich werden sich die versammelt, während im Aufbahrungszimmer der lawski und Niedizalkowski verb delten mit Wisinteressante Enthüllungen aus dem deutsch- gelben Schieber und die Hausgeier für diesen Artikel Sarg geschlossen wurde. Da verlangte eine soeben tos. Die Ereignijje in trafau scheinen es doch Sumpfe in Fulnek. Nach den Jnformationen dankbar erweisen und das Geschäft des hafen- erst eingetroffene Verwandte der Toten, diese noch der Regierung zum Bewußis in gebracht zu ha unseres Bruderblattes richteten sich die Anschul- treuzlerischen Führers, der allerdings von seiner mals sehen zu dürfen, und veranlaßte die nochma ben, daß das Militär, bei dem der alte Sozialiſt digungen in dem Wahlplakate gegen den national Partoi auf sein Advokatengeschäft verwiesen lige effnung des Sorges. Während sie sich und Revolutionär Pilsudski eine fast abgöttische sozialistischen Bürgermeister Leo Schubert. wurde, wird den gewünschten Aufschwung über die Tote beugte, um sie auf die Stirne zu Berehrung genießt, nicht zu jeder reaktionären Schubert war vor dem Kriege Steuerants- nehmen. tüssen, hatte sie den Eindruck, als ob die Augen der Schandtat zu gebrauchen ist. So haben die Er- adjunkt in Fulnek gewesen und hat im Kriege, da Toten sich bewegten und sie mit ängstlichem eigniffe in Stralau im Verein mit der Unverläß er vom Felddienst enthoben war, diese Zeit benützt, Krieg dem Kriege." Eine kleine französische Ausdruck beobachteten. Sie teilte ihre Wahrneh lichkeit des Militärs der Regierung eine volle um einerseits zum Kriege zu heben und anderer Gemeinde im Departement Yonne hatte zu mung den übrigen Anwesenden mit, und tatsächlich Niederlage gebracht, so sehr sie sie auch zu beseits durch den Abschluß von Kriegsversicherungen Ehren der gefallenen Krieger ein Denkmal er zeigte der Störper immer deutlichere Anzeichen der schönigen sucht. Die wirtschaftlichen Forderungen sich eine hübsche Summe zu verdienen. Nach richtet und darunter die vom Gemeinderat ein- wiederbelebung. Während ein Teil der der Maschinisten find bewilligt worden, die Mili- dem Umsturze verschwand Schubert nach Deutsch stimmig gutgeheißene Unterschrift trieg dem Trauergäste entsetzt das Haus verlies, hatten andere tarisierung der Eisenbahner für den Fall ihrer österreich, kam dann aber nach einiger Zeit wieder riege" angebracht. Nun erhielt sie von der die Geistesgegenwart, nach dem Arzt zu senden, dem jofortigen Rüdfehr zur Arbeit aufgehoben, für nach Fulnek zurück. Bei den Gemeindewahlen im Regierung des Herrn Poincare den Befehl, die es gelang, die Schein tote wieder ins Leben und fämtliche Streifenden Amnestie gewährt. 3 Jahre 1919 wurde er von den Deutschgelben in Inschrift binnen acht Tagen zu entfernen.... zum Bewußtsein zurüdzurufen. der Geschichte der polnischen Arbei die Stadtvertretung geschickt und bei einer späteren Der Abgeordnete Baron des Departements Baffes Er wollte ein Handwerk erlernen. Aus Bre terbewegung, insbesondere der Bürgermeistertrise von allen deutschbürgerlichen Alpes wird in der nächsten Kammerfeffion im seratauer, bedeutet der siegreiche Parteien zum Bürgermeister gewählt. Zusammenhang mit dieser Angelegenheit eine gen( am Bodensee) wird gemeldet: Im Kapi oberhalb Moos in Oberriet hat der 19jährige Knedit Generalstreik ein Ruhmesblatt Schubert verstand es nun, die Stelle ais Interpellation einreichen und fragen, ob die Ver- Baumgartner einen Stall angezündet. Der Bürgermeister für sich gehörig auszunüßen. Sowendung des Ausdruces„ Strieg dem Striege" Brandstifter gestand. schon am Freitag eine Tori. ging er zu dem Bauunternehmer Vanzin in von der Regierung als aufrührerische hütte angezündet zu haben. Odran, der für die Stadt Fulnek Straßen- und Manifestation" betrachtet wird." gab er an, er habe den Wunsch, ein Handwerk zu Kanalbauten übernommen hatte und eripirkte sich Bau eines Kolumbariums für Ostböhmen in lernen, und auf anderem Wege als in der von ihm die Unterschrift eines Wech Trantenau. Der Verein der Freunde der Feuer Strafanstalt sei ihm dazu keine Gelegenfels auf 14.000 Stronen. Vom Baumeister bestattung„ Die Flamme" ersucht uns um Aufnahme heit geboten gewesen. Um niemand persönlich zu Jarolim, einem der größten Kontrahenten der folgender Zeilen: Seit Bestand der Tschechoslowa. fchädigen, habe er als Brandobjekte das Eigentum Stabt, wußte er sich Wechselunterschriften auf fischen Republik ist der Gedanke der Feuerbestattung öffentlicher Korporationen die Torfhütte gehörte 54.000 kronen zu verschaffen. Eines Tages er immer mächtiger in diesem Staate geworden. Ju der Torfstreufabrik Oberriet und der Stall einer Berlin, 8. November. Die fortgesetzten Be- schien er in der städtischen Sparkassa und verhältnimäßig furzer Zeit, in ganz wenigen Jah- Alptorporation in Rebstein ausgewählt und auch mühungen des Reichskanzlers, jein Stabinett zu verlangte vom Kaffier die Honorierung eines ren, fonnten einige Strematorien erbaut bezugewartet, bis der Föhnsturm am Sonntag sich geergänzen, sind bisher ergebnislos geblieben. Die Wechsels auf 15.000 Stronen, der die Unterschrif- siehungsweise dem Betriebe übergeben werden, o legt hatte. Deutschnationalen erklären zwar, daß sie sich an ten seiner Frau und seines Vaters trug. A in Prag, Reichenberg und Pardub i y: Von Einbrechern ermordet. Die Villa des Gutseiner Regierung in ihrem Sinne beteiligen der Raffier weigerte, den Wechsel zu hono- wieder andere sind beinahe der Bollendung he, besivers Anton Ebner in der Umgebung von Buwürden, aber die Demokraten wollen von vieren, solange er nicht durch die Zensoren über- wie dies in Brüg, Mähr. Ostrau usw. der dapest wurde in der Sonntagnacht von mastierten der Heranziehung der Deutschnationalen nichtsprüft sei, er zwang Schubert von ihm in all iſt. Damit haben dieſe Städte bekunde:, daß Einbrechern heimgesucht. Einer der Räuber begab wisser, und auch das Zentrum verhält sich in der Eigenschaft als Bürgermeister sie diesen Fortschritt, dieje Kulturforderung sich in die Villa, während der andere im Garten der Wiehrheit ablehnend. Inzwischen haben die Auszahlung des Betrages. Dic- auerkennen, daß ihnen aber auch die Einführung Wache hielt. Der Ginbrecher tötete den genannten die Deutschnationalen ein Regierungsprogrammer Wechsel ist bis heute weder aner bringt, ganz abgesehen davon, daß den Gemeinden durch Hadenhiebe die Frau Ebners, raubte verschie der Feuerbestattung große allgemeine Vorteile Gutsbesitzer durch Hackenhiebe und verlebte ebenfa aufgestellt, das sie dem Reichsfanzler unterbrei.annt noch eingelöst worden. Sedie großen Auslagen für die Neuanlagen ber Fried. dene wertvolle Gegenstände und flüchtete dann mit teten, der Oeffentlichkeit bisher jedoch noch nicht hat bis zum heutigen Tage über verschiedene höfe erspart bleiben und daß wertvollſter Kultur seinem Komplizen. Es ist bisher nich: gelungen, mitgeteilt habent. Wan weiß deshalb nicht, wie Volksfeste für„ völkische" Zwecke, die boden für Wohnungsbau und den Anbau von Feld. ſie fich insbesondere die Löſung der außenpolitian den Jahren 1919 und 1920 stattfanden, eifrüchten gewonnen wird. Es erhalten sich aber die der Verbrecher hobhaft zu werden. tischen Fragen vorstellen. So viel ist aber gewiß, nen Rechnungsabschluß vorgelegt. Strematorien auch völlig selbst und stellen feine Bedaß man im Ausland einem ausgesprochenen Eines dieser Feste hat einen Reinertrag von 27.000 fastung der Stadtfinanzen dar. Der Gedanke der Wie amtlich mitgeteilt wird, besuchten die Abge. Rechtskabinett mit größtem Mißtrauen Kronen abgeworfen. Schubert ließ sich aus dem Feuerbestattung greift ständig mehr und mehr um ordneten Němec und Remes am 17. Oktober begegnen würde, was die Lage des Deutschen Festerträgnis ein Darlehen von 17.000 K bewilli- fich, aus den Berichten der einzelnen Feuerhallen die Strafanstalt in Vilsen und konnten sich überzeu Reiches noch mehr verschlechtern müßte. Die gen, von dem noch heute ein Restbetrag von ersehen wir, daß heute schon in verschiedener Orten gen, daß die Strajanſtalt in gutem Zustande set. bürgerlichen Parteien befinden sich also in vo!! 12.000 K ausstehend ist. Wie es heißt, soll sich sich der Prozentjav der Einäicherungen erhöht, daß Die Verwaltung der Strafanstalt gibt bekannt, daß fommener Ratlosigkeit und es wird Schubert dieses Tarlchen selbst bewilligt manchmal in 80 von 100 Fällen die Einäicherung an der Beseitigung von Uebelſtänden bei der Kü nichts anderes übrig bleiben, als den Reichs- haben und erst nachträglich die zugewählt wird. In ganz Ostböhmen besteht fein cheneinrichtung, der Wasserleitung und der Sichttag aufzulösen und das Volf durch Neu- stimmung seiner Partei eingeholt haben. Krematorium, nicht einmal ein Urnerthain. Es soll einführung bereits eifrig gearbeitet wird. wahlen darüber entscheiden lassen, wie es regiert Doch auch von den im Dienste der nun zumindest das letztere errichtet werden, und zu Tode geschleift. Aus Stent( Oberöster Stadt Stehenden hat sich Schubert Geld war in Trautenau, der Metropole Ostböhmens. reich) wird gemeldet: In der Ortschaft Gün: Keine Regierungsmehrheit in Sachien. ausgeborgt. Ein Schuldiener borgte ihm Die Notlage des Vereines„ Die Flamme", bie berg bei Sterning erteilte ein Bauer dem 14 Jahre 1000 stronen. Als man Schubert deshalb Zwangslage der Freunde der Feuerbestattung, aus alten Strecht Auguſt Reſelhuber den Maftuna. Dresden, 8. November. Der Landtag lehute sur Rede stellte, erklärte er, daß er solche Dar- eigenen Mitteln all die bereits nötig gewefenen gro- mit einem einjährigen Fohlen auf die Weide in heute mit 48 sozialistischen und demokratischen lehen von mehreren Volksgenossen der ken Ausgaben zu machen, veranlaßte uns, die geben. Das Pferd wurde unterwegs jedoch scher gegen 48 Stimmen der deutschnationalen, der Stadt für böllische 3wede" genommen Freunde der Feuerbestattung zur Mit und schleifte den Burschen mit. Er wurce auswei Bolkspartei und der Stomunisten sowohl das tom habe. Das eigentümliche daran ist jedenfalls, hilfe aufzurufen. Wir bitten also alle Ein. nend ausgeschlagen und getreten, so daß er auf der munistische Mißtrauensvotum der Regierung daß Schubert selbst und nicht seine Organisation selpersonen. Rorporationen, Organisationen, jede Stelle starb." gegenüber, als auch den volksparteilichen An- als Darlehenswerber auftrat. Schubert hat sich Gemeinschaft, die in ihren Meihen Freunde der Polnische Sicherheitszustände. Wie die„ Ga trag auf Auflösung des Landtages ab. int Februar dieses Jahres seinen Bürger- Feuerbestattung hat: Seb: und gebt reichetta Swowita" meldet, hat eine aus 50 bewafi meistergehalt für das ganze Jahr 1923 im vorausch, daß mit dem Bau des Urnenhaines baldigt neten Banditen bestehende Bande gestern einen auszahlen lassen, was unter den Angestellten begonnen werden kann!" Wir werden in den nach aus Wilna nach Baranowiczi abgehenden Per natürlich böses Blut erregen mußte, da die sten Tagen eine Anleihe zur Ausschreibung brinsonenzug auf der Strecke ausgehalten und bie fein spill. Die große Koalition in Breuzen bleibt aufrecht. gung gekommen, daß die Große Koalition in Preußen aufrechterhalten werd" müsse. st Die Verhältnisse in der Pilzener Strasenstatt. Berlin, 8. November. Wie der„ Lokal- An Nassenbestände der Stadtgemeinde nicht gen, um Mittel für den Bau vorzuschreiben. Diese paffagiere ausgeplündert. Die Banditen raubten partei im preußischen Landtag zu der Ueberzen gestellten reichten und man ihnen Reit- Von den Zeichnern muß wohl erwartet werden, daß 70 Milliarden Mart. zeiger hört, ist die Fraktion der Deutschen Volfs. einmal für die Monatslöhne der An- Wittel werden, aber nicht so rasch verfügbar sein. insgesamt Wertsachen und Geid in der Höhe von Deit hat Schubert den Teileetrag für die restlichen Beträge werden alljährlich ausgeloſt und auch für beträge schuldig bleiben mußte. Erst in lepter sie auf eine Verzinjung verzichten. Die eingezahlten Monate des Jahres zurückgezahlt. eine eventuelle Einäscherung in Rechnung genom Boincaré weiß con nichts. Wie unser Troppauer Bruderblatt weiter men werden. Einzahlungen und Spenden sind an anführt, sind all diese Manipulationen den Par die Böhm. Eskompte Bank, Filiale Berlin, 8. November.( Wolff.) Die Reichs- teigängern Schuberts bekannt. Die Trantenan für Konto Flamme" Trau. regierung hatte sofort nach den Vorgängen in der ulnefer deutsche nationalsozialistische tenan zu senden. Die Spenden werden quittiert Pfalz in Paris gegen das Verhaften des Gene- Bartei hat jedoch ausdrücklich erklärt, und eventuell ausgewiesen werden. rals de Me y protestiert, wobei sic insbesondere daß fie Serrn Schubertdecken werde. Auf der Spur von Mädchenhändlern. An der auf die Erklärung des französischen Generals ge Es fällt daher die Verantwortung für all den genüber dem Vertreter Bayerns hinwies, nach Schmutz, den die Nachforschungen aufgedeckt welcher die vollziehende Gewalt der bahrifchen haben, nicht allein auf den Bürgermeister Schu Staatsregierung in der Pfaiz nicht mehr bestehe, bert selbst, sondern auch auf die Partei, in der die in der Pfalz anwesenden bayrischen Beamten ein Schubert noch Platz hat. feine Hoheitsbefugnisse mehr hätten und jegliche Ausübung ihrer amtlichen Funktionen verboten Die Hakenkreuzler für die Hausgeier. sei. In seiner Antwort behauptet Poincarc, daß die französische Reg rung den Vorbereitun gen für die separatistische Aktion sowohl in der Mittwoch ist an den Refferräumen ves pauſes anf Großes Feuer auf dem Wiener Operating. Am dem Opernring in Wien. in den: sich das Café Sacher befindet, ein großes Feuer ausgebrochen. Der Brandherd lag zwei Stockwerke unter best Strahienoberfläche. Während der Löscharbeiten erfolgte cine Refielexplosion, die natürlich die Be fämpfung des Feuers, dessen man erst nach) brei bolländischen Grenze wurde, wie fürzlich berich- Stunden Herr werden konnte, sehr erschwerte tet, ein gewisser Cornelius Ritter, der ein junges Mädchen über die Grenze bringen wollte, von dem holländischen Grenskommissär angehalten und deutschen Behörde in Emmerich übergeben. Ritter hat eingestanden, daß er und ein gewisser von Gül Pen aus Holland feit Anfang Sommer dieses Jahres etwa 50 Mädchen im Alter von 17 bis 18 Jahren nach Holland gebracht hat. Wie die Prager Chronit. Aus dem Polizeibericht. Gasthouse in Michle von dem Pferdehändler Joſef Ter Tischler Josef Knop wurde vor einem Dopauer überfallen, niedergeworfen und mit Das ist Nationalsozialismus"? einem Messer bedroht. In diesem kritischen Augen, Wir lesen in der„ Arbeiter- Zeitung": Nun Stralsunder Zeitung berichtet, wurde vor einigen Ta- blide tamen Bolizeilente vorüber und einer von falz, als auch der Rheinprovinz ferngeblic- hat sich Dr. Walter Richl in den Stampf gen im Zusammenhang mit dieser dunklen Affäre ihnen, der Bachmann& otes, schlug dem Doganer ben sei und fernbleibe; er übergeht aber für die Beseitigung des Mieterschußes auf einem im Stralsunder Hafen liegenden finnischen mit dem Knittel das Messer aus der Hand. vollständig die klare Formulierung der Be- gestürzt und ein großdeutsches Hafenkreuzlerblätt Motorboot ein dritter Mädchenhändler, der dänische Doyauer bedrohte nun den Wachmann, als dieser schwerde Deutschlands gegen den französischen chen öffnet ihm bereitwilligst die Spalten seiner Staatsangehörige kjvers, verhaftet und dem ihn verhaften wollte, so daß der Wachmann den ReGeneral de Metz. Die französische Regierung ersten Seite für dieses edle Ziel. Was er wünscht, Amtsgericht zugeführt. Das Fahrzeug ist ein Sprit- volver zur Selbstwerteidigung sog. Nun flüchtete kann also dessen Verhalten nicht dementieren. ist: Die Mieter sollen zusammenrüden. Das wird boot, das Handel mit den nördlichen Ländern auf- Doganer in das Gasthaus. Die nachfolgende Wache Belgien verhandelt nicht mit den auf eine sehr einfache Weise erreicht, wenn näm- rechterhält. Stjoert gab an, Staufmann zu sein. Sein wurde von 30 Zigeunern umringt, die Dobauers lich das„ natürliche ewige Naturgefeß von An- Verhör ergab interessante Tatsachen über das Trei Berhaftung verhinderten, er entfam. Nach EinlanSeparatiften. gebot und Nachfrage" auch bei den Wohnungen ben der weißen Stlavenhändler. Mit dem berüch- gen einer Wacheverstärkung wurden sieben von den Paris, 7. November. Nach einer Havasme! icher in Straft treten taun. Die Berechtigung tigten von Gülpen wohnte Stjoert seinerzeit zusam- Zigeunern verhaftet und auch Dokaner wurde später dung aus Brüssel legte der belgische Oberkommis der Forderungen der Hausherren beweist er durch men in einem Hotel. Die Bande handelte nicht nur festgenommen. Die übrigen Zigeuner wurden aus fär der Rheinlandskommission die Antwort auf die echt hafentreu lerische Behauptung, daß der mit deutschen, sondern mit Mädchen aus aller Her- dem Prager Rayon entfernt.- Mittwoch reiste der das Protestschreiben von Matthes vor. Der bel- Mierzins im Prinzip verspäteter Arbeitslohn für ren Ländern, so aus Rußland, Finnland, Polen, Polizeisberkommissär Bohus Let vfth in einem gische Oberkommissär erklärt, daß die von ihm die Herstellungsarbeit des Hauses sei. Als ob der Tschechoslowakei und Ungarn. In den süd- Abteil dritter Klasse von Budweis nach Brünn. getroffenen Maßnahmen rechtmäßig seien, da Hausherr irgend etwas mit der Herstellung des lichen Ländern sollen die Mädchen nach den Anga- Plöglich erblickte der Beamte einen„ alten Belaundie belgischen Behörden sich gegenüber den aus Hauses zu tun hätte! ben des Verhafteten besonders billig sein. Die lep- ten", den Dieb und Einbrecher Wenzel Levn. der gesprochenen Gewaltatten, die in Aber die Hakenkreuzlerische Forderung nach ten Opfer der Bande sollen drei Hamburger Kaufruhig in der Nähe der Waggontüre saß. Levy war Aachen begangen worden seien, nicht gleich Zusammenrücken der Mieter kann offenbar durch mannstöchter sein. wegen zahlreicher Einbrüche mit einem Spickgescigültig hätten verhalten tonnen. Die Antwort die Bezahlung des„ verspäteten Arbeitslohns" an Ein Jrrfinniger im Theater. Aus Salzburg len angeklagt und zu sechs Jahren schweren Kerfers fügt hinzu, daß die separatistische Regierung bis die Hausherren noch nicht gründlich genug er wird berichtet: Im Stadttheater wurde während der verurteilt worden, war aber aus der Haft beim jest weder red, tmäßig noch tatsächlich aner folgen. Deshalb verlangt er, daß der Staat wie- Vorstellung des Fidelen Bauern" ein in der ersten Budweiser Kreisgerichte in waghalsiger if ent tannt sei und daß es deshalb für die Vertreter der wie im Frieden eine„ einschneidende gewval- Parterreihe siyender gutgekleideter Mann festgewichen, nachdem er das Gitter der Zelle durchlägt Belgiens unmöglich sei, mit den Vertretern tige Hauszinsstener" auf die Mietzinse auflege. nommen, der durch sein sonderbares Benehmen auf hatte. Der Oberkommissär faßte Levy von diejer Regierung zu verhandeln. Dann würde allerdings das Zusanimenrüden fiel. Der junge Mann hatte an die Schauspielerin beim Halse und versuchte es, ihn auf den Boder 9. November 1923. zu wälzen. Dem Dery gelang es cher die Wagann türe zu öffnen und der weitere Stampf ſpielte sich bei offener Wascontüre ab wobei Lovy und der Oberkommiffär mit den Füßen auf den Stufen des Waggons zu stehen kamen. Der Zug war in voller Fahrt. In diesem Augenblick lehrte der sconducteur aus dem Nachbarwagen zurück. bielt in der Dunkelheit den Beamten für den Lery, riß ihn zurück und Levy sprang ab. Was mit ihm geschehen ist, ob er verlegt ist oder entfam, ist noch nicht festgestellt. Gerichtssaal. Eine Kindesentlährung. ging dann mit der Geburtsassistentin Fischl zum fistenten der bäranstalt Dr. Seidl, um diesen zu bitten, er möge die Dig mit ihrem Kinde entlas fen, da sie bei einer reichen, find closen Frau den Knaben unterbringen werde. Dr. Seibl verwies die Novak an die Brwaltung des Findehauses. Am 5. April kam die Novak dann n uerbines zur Dig und ging mit ihr zum Rechnungsrat des Findelhauses Jelinet, dem sie erklärte, daß sie sich mit der Mutter bereits geeinigt habe Mit Zustimmung der Dig wurde nun das Kind auf Grund eines R verses herausgegeben, in dem sich die No. val verpflichtete sich solange auch um die Mutter zu kümmern, als dies: das An selbst ernährte. Sie glaubte, daß die Frau, der sie dann später des Kind der Dir übergab, Seina heiße und aus Bře zovy Sory( Birkenberg) ſtainme. Sie habe dann der Dir erzählt, daß sie ihr sind übernehmen wolle. Sie sei deshalb zur Dir gegangen, weil sie erfahren hatte deß die Dir ihr Kind weggeben wolle. In der Gebäronstalt sei die Dig von den anderen Patienten beneidet worden, und die Leute hätten von dem Glück, das die Deutsche habe, gesprochen. Als der Vorsitzende die Angeklagte fragte, warum sie später eine Leiche in der Gebäranstalt sich versor gen wollte, erklärte die Novak, daß das Vormunds schaftsgericht sich um das Kind gekümmert habe und sie dann vorgeben wollte, das Kind sei gestorben. Beim Zeugenverhör Die Dir wohnte dann auch tatsächlich bis zum 16. April bei der Novat. An diesem Tage erklärte wird zuerst Hedwig Dig einvernommen. die Rovat, daß bie Dig von nun an ihr Kind nicht mehr ernähren müsse, worauf die Dir nach Hause zu Ihre Auslegen, die sie heute vor den Geschworenen rücklehrte. Das Kind, das auf den Namen Joff gemachte, stehen in trasfem Widerspruch zu ihren Autauft worden war, blieb in der Obhut der Novak. Ich will mein Kind schen!" Da in der Foly zeit noch einige Formalitäten wegen des Kindes zu erledigen war, schrieb Anfang Mai die Novak der Diy, sie möge zum Vormundfchaftsgericht kommen, um die Sache endgültig zu er. ledigen. Die Dig lam am 3. Vai in die Wohnung der Novat. Ihre ersten Worte waren natürlich:„ Ich will min Rind fchen!" Das Kind fei nicht hier, rebete sich die Novak aus, fie habe cs, da in der Wohnung ausgemalt werd, zu einer Nachbarin gegeben, da mit es bei den ununterbrochenen geöffneten Titten nicht durch die Zugluft lobe. Zwei Tage später wollte suchen, doch die Novat war nicht zu Hause. Am 7. Mai fuhr die Dig damn wieder nach Groß- Linden. gaben vor tem Untersuchungsrichter. Sie erzählt, daß am 3. April die Novak mit noch einer Frau zu ihr ins Kranfengimmer gekommen sei und ihr erklärt habe, daß sie ein Kind für eine Frau branche. Die Novat sagte ihr, fie möge den anderen erzählen, daß es die Novak für sich brauche. Als sie dann nach der Ausstellung des Reverses zur Novak übersiedelt sei, fei am 14. April die unbe. fannte Frau gekommen, die das Kind haben wollte. Sie hätte immer gewußt, daß die Novak das Kind tricht für ligh brauchs. Prog. 8. November. In alten Chroniken aus längst vergang ner Zeit, in der es noch Alchim sten und andere sonderbare Gelehrte gab, finden sich oft Berichte darüber, daß Frauen des„ vorn hanen Stan des", denen selbst der Kinderf gen verwehrt blieb, in nächtlicher Stunde zu wijen Frauen" gingen, um von diesen für schweres Gold und Sber ein Kind zu erhandeln. Oft war nicht nur das unstillbare Berlangen nach einem Kinde, das diese Frauen den Gang zur Hvamme machen ließ, der dem Schoße d: s Weibes versagte Erbe mußte in vielen Fällen auf diese Weise verschafft und als eigenes Kind un tergeschoben werden. Es gab Zeiten, in denen dieser Kinderhandel mächtig blühte, in denen besonders alte Frauen sich vn zweifelhaften Ruf erwarben, jederzeit den bezahlten kind regen liefern zu können. De überpölterten Städte des Mittelalters mit ihrem großen Lumpenproletariat boten für Frauen, die sich mit diesem Handel befaßten, ein großes Betätigungs. die Dix die Novat nochmals in der Wohnung beschaftsgericht kommen solle und auch den Taufſchein gebiet. Die pharisäische Strenge des alla waltigen Merus, der mit seinen Kirchenvorschriften die öf: fentliche Moral" auf das genaueste bewachte, half diesen Frauen bei ihrem Gewerbe. Ein Mädchen, das ohne dem Sgen des Pfeffen Frau und Mutter geworden war, durfte nicht hossen, jemals wieder in die Gemeinschaft der Rechgläubigen aufgenommen zu werden. So blieb diesen„ chelofen“ Mädchen nichts übrig, als eine der alten Frauen aufaussuchen, die ihnen bei der Geburt gegen Geld und gute Worte behilflich war und die dann für das neugeborene Wind auch gleich eine Verwendung hatte. Wohin lam aber das Kind? As sich das Vormundschaftsgericht dann nach einiger Zeit nach dem Kinde erkundigte, war es verschwunden, Die Novak erzählte, daß am 2. Mai eine unbekannte Frau zu ihr gelommen sei, die sich als Josefine Sejna Geschäftsfrau aus Brezovn Horn, vorstellte und sie bat, ihr das Kind zur Pflege. zu übergeben. Am 9. Mai tam die Frau wiederum und nahm das Kind mit, un es noch ihrer Angabe vom Hausarzte untersuchen zu lassen. Die Frau fai dann nicht mehr gelommen. Die Novat habe ihr dann einen Brief geschrieben, doch dieser sei als„ unde. Die heutige moderne Zeit weiß wenig mehr von Kinderhandel und Unterschiebungen. Nur hin und wieder flingt die Kunde von einem derartigen Vor fall an unfer Ohr und läßt uns ungläubig aufhor- stellbar zurückgekommen. chen wie damals, als uns in der Schule der Ge Wie die Anlagefchrift ausführt, mußte die No. schichtslehrer von jenen Zeiten des Mittelalters ervat als Geburtsassistentin wissen, daß sich das Vorsählte. mundschaftsgericht um das Kind der Dir, da es ein uneheliches war, fümmern werde. Nur deshalb sei es erklärlich, wavum die Novat im Mai mit aller Auf der Suche nach einem Kinde. Bor den Prager Gschworenen steht heute als Macht im Findehaus die Leiche eines Kindes Bor den Preggo Angeklagte die 40- jährige Geburtsassistentin Marie zu bekommen tractate, für die sie jebe Summe zu be. Novať aus Rosory bei Junghunziau, derzeit wohnzahlen versprach. Die Widerspriche in den Angaben haft in Prag. Die Anlage lautet auf Rindesenter Rovat, bie zuerst erklärte, daß fie das sind für führung nach§ 96 des Straf.- G. Die Anklage. sich behalten wollte, und es dann ohne weiteres einer unbekannten Frau übergab, find nach der Anting schrift so in die Augen springend, daß gegen sie die Anklage nach§ 96 des St.-G. ouf Rino es entführung zu Recht erhoben wurde. schrift führt über die Tat der Novak aus: Am 3. April kam Mare Noval in die Prager Gebäranſtalt und suchte nach einem Dienstmädchen Hedwig Dir aus Groß- Linden, von dem sie wußte, daß es im März einen Knaben geboren hatte. Gie wolle die Dir fragen, sagte die Novak zur Geburts. assistentin Stip, ob sie ihr Rind nicht jemandem zur Pflege übergeben möchte.„ Sie können mit dem Winde auf drei Monate zu mir tommen“, meinte die Novať dann, als sie mit der Dir direkt verhandelte, und das Kind möchte ich mir bis zu seinem sechsten Lebensjahre behalten: Und wenn jie nach sechs Jahven einverstanden sind, so nehme ich den Jungen an Kindesstatt an." Der Geburtsassistentin Stip! evtlärte die No vat, daß sie sich deshalb um das Kind so bemithe, weil ihr Mann immer einen Jungen haben möchte und sie selbst nicht mehr gebären könne. Die Novat Water Goriot. 32 Die heutige Verhandlung. Der Schwungerichtssaal war heute dicht gefüllt. Besonders viele Frauen hatten auch auf den Bänken des Gerichtsholes Plah genommen. Nach Ver. lesung der Anklageschrift wird mit dem Berhör der Angeflogtex begonnen. Marie Noval sagt aus, daß Ende März cine schwarzgefleidete Frau zu ihr gekommen sei, die ihr fünfhundert Kronen onge boten habe, wenn sie ihr ein Kind verschaffe. Novak erklärte der Frau, die sie nicht kannte, daß die win. derbeschaffung jedenfalls nicht soviel kosten werde. Von Honoré de Balzac. „ Wenn die Eugend feine Kompromisse duldet, habe ich meine Schwestern bestohlen?"" Verzwei- jogen waren, mit einem Worte, alles." felt warf er seine Benici auf den Tisch, setzte sich und versank in tiefes Grübeln.„ Der Tugend treu bleiben, erhabenes Martyrium! Alle Welt glaubt an die Tugend, aber wer ist denn ingendhaft? Das Idol der Völker ist Freiheit, aber welches Bolt auf Erden ist frei? Meine Jugend ist noch rein wie ein wolfenloser Himmel: berühmt oder reich sein wollen, heißt das nicht bereit sein zu lügen, feinen Naden zu beugen, sich wieder aufznrichten, zu schmeicheln, zu betrügen? heißt es nicht bereit sein, vor jenen zu kriechen, die gelogen und ihren Naden gebeugt haben? Ehe ich ihr Mitschuldiger bin, muß ich ihnen dienen. Aber nein. Ich will arbeiten, Tag und Nacht arbeiten, ich will mein Glück nur meiner Arbeit verdanken Ihre Stammerzofe hat es mir gefagt. Durch Therese und Konstanze weiß ich alles, was meine Töchter tun," antwortete vergnügt der Greis und glich einem Liebhaber, den tie List beglüdt, die ihn der Geliebten, ohne daß sie darum weiß, nahe bringt. Sie werden Sie sehen können, Sie Glüdlicher!", er äußerte seinen schmerzlichen Reid ganz naiv. Am 14. Mai schrieb ihr dann die Novak, daß sie wegen Erledigung der Angelegenheit zum Vormunddes Kindes mitbringen möge für den Fall, daß das Kind frank sein oder sterben sollic. In dem Briefe stand auch, daß das Kindtrantiei. Ein Teil des Briches war abgerissen. Als die Dig am 3. Mai mit der Novak zusammenkam, fagte ihr die Novak, sie möge bei Gericht aussagen, daß sie das Kind gesehen habe und daß es gesund sei. Das Kind selbst hat die Dig an diesem Tage nich: gefchen. Auf Anraten der Novak gab die Dig bei Gericht den Mann der Novak als Vormund an. Als man ihr erklärte, daß sie jemanden aus ihrer Verwandtschaft als Vormund angeben solle, ging sie zu ihrem Onkel, der dann in der Folgezeit sich das Stind ansehen wollte. Er bekam das Kind aber nie zu Gesicht, da einmal die Novak nicht zu Hause, das anderemal mit dem Kinde in die Som merfrische weggefahren war. Sem Schluffe erklärt die Dir, daß fie der No. vat das Rind nicht gegeben hätte, wenn sie getoußt hätte, daß sie es nicht mehr sehen werde. Seite 5 Dix bei der Novak gesehen haben und daß sie auch erfahren hätten, daß die Dig davon wiffe, daß sich die Novak das Kind nicht behalte. Als der Vorsitzende der Dir diese Aussagen vors hält, beginnt sie zu weinen. Ein Zwischenfall. Während der Nachmittagsverhandlung komunt es zu einem Zivischenfall, als der Verteidiger der Angeklagten beantragt, den Vanlbeamten Ma chata abs Zeugen vorzuladen, der auf dem Bange bes Gerichtshofes gehört hat, wie die Dir erklärte, baß sie die Wahrheit jagen möchte, das; sie aber vor dem Gerichtshof Angst habc. Diesem Anirrge des Verteidigers wird nicht stattgegeben. Das Urteil. Den Geschworenen wurden nesh dem Resumé des Vorsitzenden- OLGN. Riegel- zwei Fragen vorgelegt: Die Frage aus Kindesent führung und die Frage ens unthrenhafte und niedrige Motive, Nach längerer Beratung fällten die Geschwo renen den Wahrspruch: neun Stimmen" bei beiden Schuldfragen. Der Gerichtshof verurteilte hieza Marie Novat zu einem Jahre schweren Werler& Die Angeklagte brach bei der Urteilsverkünouts ohnmächtig zusammen und mußte gelabt wer den. Ihr Verteidiger hat gegen das Ürteil Bc. rufung eingelegt. Boffswirtschaft und Sozialpoliti Eine Erhöhung der Umsatzsteuer. Gerade, da im Abgeordnetenhaus nicht we niger als vier Minister aufmarschiert sind, um im Ausschusse mitzuteilen, welche großartigen Pläne die tschechoslowakische Regierung hat, um der steigenden Teuerung Einhalt zu gebieten, rückt das Finanzministerium mit einer Vorlage heraus, die nichts weniger bezweckt, als die Er höhung der bisherigen Umsatzsteuer. Hat diese Steuer schon bisher die Preise der Waren un sechs bis zehn Prozent verteuert,( da ja die Ware, bevor sie vom Produzenten zum Skonsumenten gelangt, nicht einmal, sondern mehrmals um gesetzt wird) so sollen gerade die für die Bevöl kerung notwendigsten Lebensmittel diesmal mi: einer Erhöhung der bisherigen Umfassteuer ge troffen werden. Bisher betrug die Umfasstener im allgemeinen zwei Prozent, dagegen bei landwirtschaftlichen Produkten, Wahlprodukten und Fleisch ein Prozent. Künftighin soll jedoch der Steuersatz einheitlich zwei Prozent betragen, das heißt, gerade diejenigen Lebensmittel, die für die Bevölkerung als unumgänglich notwendig an gefehen werden und bei den eben aus diesem Grunde bisher der niedrigere Saß von einem Prozent galt, sollen in dem Augenblick, da ſelbſt Regierungsparteien eine Aktion für die Vera billigung der Lebensmittel unternehmen, teuerer werden. Man sieht also, daß alles, was die Regierung unternimmt, um einen Preisabbau here beizuführen, nur Schein ist, nur dazu dienen soll, der Bevölkerung eine Aftion vorzutänfidchen, während in Wirklichkeit die bestehende Regierung von jedem sozialen Geist verlassen ist und nichts anderes zu tun hat, als in einer für Lebensmittel zu verteuern. die Bevölkerung schweren Zeit die notwendigsten Der Aistent der Gebäranstalt Dr. Seid! ib: an, daß sich die Novat von der Frau, die die Kirber Leichen zum Pathologischen Institut braärte, eine Leide beschaffen wollte. Auf die Frage des Vor. iigenden, ob ihr dies hätte gelingen können, gibt Dr. Seidl an, das dies möglich sei, wenn die Frau unzuverlässig wäre ober das kontrollbuch absichtlich verlierea würde. Dr. Seidl erklärt auch, daß ein Arzt, der eine Reiche aus der Gebäranstalt zum erstenma! steht, nicht feststellen kann, ob das Kind im Kran fenhause oder in der Wohnung gestorben sei. Die Geburtsassistentinnen, die hier auf einvernommen werden, fagen nichts Wefen liches, die Novak Belastendes aus. Eine von ihnen weiß allerdings über die Versuche der Noval, eine Kindesleiche zu besorgen, auszusagen. 32 Zentimeter long sein sollte und, wie fic angab, Die Noval hätte eine Knabenleiche gewollt, die für ein ärztliches Präparat bestimmt war. Gie habe der Geburtsasistentin 300 K vorausbezahlt. Eine ganze Reihe von Zengen, die mit der Noval bekannt sind, wissen zu berichten, daß sie die Die Vorlage wird zunächst dem Wirtschaftsbeirat vorgelegt, dessen Finanzausschuß sich init ihr in einer Sigung am 14. November befassen wird. bei ihm eintretend, Sie haben mich gefragt, ob ich erzeugt hatten. Der Kühne Philosoph, der die| Väter, die ihre Kinder sehen fönnen, so oft ste weiß, wo Frau von Nucingen verfehri?"" Sa!" Gründe für unsere Gefühle in der physischen Welt wollen, nicht einmal ahnen. Ich kann es nicht. Nun, sie ist nächsten Montag beim Ball des jucht, wird sicherlich mehr als einen Beweis für Und so gehe ich bei gutem Wetter in die Champs Marschalls Carigliano. Falls Sie hingehen köns ihre Erdgebundenheit in den Beziehungen finden, Elysées, nachdem ich durch die Kammerzofen ernen, werden Sie mir erzählen, ob meine beiden die zwischen uns und den Tieren bestehen. Welcher fahren habe, daß meine Tochter ausfahren. Jd Töchter fich qut unterhalten haben, wie sie ange. Physiognomifer ist imſtande, einen Charakter jo warte auf ihr Stommen, mein Herz flopft, wenn schnell zu erfassen wie ein Hund, der sofort weiß, die Wagen fommen, ich bewundere sie in ihren Woher wissen Sie das, mein quier Vater, ob ein Fremder ihn lieb: oder nicht? Die Toiletten, im Vorbeifahren werien sie mir ein Goriot?" fagte Eugen und nötigte den Allten vor schwingenden Atome", diese allgemein gebräuch- Lächeln zu, das mir die ganze Natur vergoldet, den Kamin. liche Redensart, gehört zu den Tatsachen, die der so daß sie in Sonnenschein getaucht vor mix liegt. Sprache erhalten bleiben, um das philosophische Ich bleibe auf meinem Bosten, sie müssen ja wie Geschwätz jener Lügen zu strafen, die mit großen derkommen. Ich sehe sie wieder! die Luft be Schlagworten um sich werfen. Man fühlt sich ge- fommt ihnen, ihre Gesichter find rosig. Um mich liebt. Das Gefühl umfaßt alle Dinge und über- höre ich flüstern: welch schöne Frau! Das tut windet den Naum. Ein Brief ist eine Seele, er mir gut. Es ist doch mein Fleisch und Blut! Ich ist ein so lebendiges Abbild des Menschen, der ihn liebe die Pferde, die sie fahren, und möchte das gefajrieben hat, daß er für empfindsame Seelen Hündchen sein, das sie auf ihren Schoßz halten. zu den reichsten Schäßen der Liebe gehört. Vater Ich lebe von ihren Freuden. Jeder hat seine Art „ Das weiß ich noch nicht", anwortete Eugen. Goriot, den sein unreflektiertes Empfinden bis zu lieben, meine fut niemand weh, warum tüm " Ich werde Frau von Beauséant bitten, mich zum Erhabenen der hündischen Natur geführt mern sich die anderen um mich? Ich bin auf bei der Marschallin einzuführen." hatte, hatte das Mitgefühl, die bewundernde Teil meine Weise glücklich. Verstößt es denn gegen Mit einer gewissen inneren yr. ude dachte nahme, die jugendliche Sympathie im Herzen des das Gesey, wenn ich meine Töchter am Abend und mein Leben auf einer gefunden, vornehmen Engen daran, daß er sich der Gräfin in seinem Studenten gewittert. Aber diese allmählich wer- sehen will, wenn sie zu einem Ball fahren? WelBasis aufbauen. Es wird gewiß ngsam gehen, neuen Anzug zeigen würde. Was die Moralisten dende Verbindung hatte noch zu feinerlei Vertraucher Stummer, wenn ich zu spät komme und man aber ich werde meinen Kopf nachts ohne böse Ge- die Abgründe es menschlichen Herzens nennen, lichkeiten geführt. Wenn Eugen den Wunsch ge- mir fagt:„ die gnädige Frau sind fortgefahren!" danken auf mein Kissen betten können. Gibt es find Enttäuschungen, unwillkürliche Reaktionen, äußert hatte, Frau von Nucingen kennen zu ler- Einmal habe ich bis um drei Uhr morgens geetwas Schöneres, als das Leben betrachten und es wenn sich der persönliche Vorteil bedreht glaubt. nen, so war es nicht etwa, weil er durch den alten wartet, um Nafie zu sehen, die ich volle zwei Tage makellos rein wie eine Lilie finden? Ich und das Diese plöbliche Abtehr, die Peripetien, auf die so Mann bei ihr eingeführt werden wollte, aber er nicht gesehen hatte. Vor Freude konnte ich laum Leben, wir sind wie ein Jüngling und feine viel Bothos verschwendet wird, sind nichts ande- hoffte, eine indiskretion benüßen zu können. Der noch an mich halten! Wenn sie von mir sprechen, Braut, Bautrin hat mir ein Bild nach zehnjähri- res als Berechnungen, die unsere Genußjäh gleit Alte war auf die Bemerkung, die Engen am Tage o müssen Sie nur sagen, wie gut meine Töchter ger ehelicher Misere entrollt. Ich will nicht mehr steigern. Als Rastignac sich in seinen reuen stei seines Besuches bei Frau von Rechaud bei Tisch find. Sie wollen mich mit Geschenken überdenken, das Herz ist der sicherste Führer." schütten, ich verhindere cs und sage:„ Behaltet dern mit eleganten Stiefeln und Handschuhen sab, gemacht hatte, zurückgekommen.„ Mein lieber Die Stimme der dicken Sylvia weckte Engen waren seine tugendhaften Entschlüsse schnell ver- Serr von Rastignac," saate er ihm am nächsten doch euer Geld! Was soll ich denn damit an fangen? Ich brauche nichts." Nicht war, mein aus seinen Gebauten, sie meldete ihm seinen geffen. Wenn die Jugend vor einer Ungerechtig: Tag, wie konnten Sie glauben ,, Frau von lieber Herr, wer bin ich denn? Ein elender LeichSchneider, und er war nicht gerade traurig dar feit steht, so wagt sie es nicht, in den Spiegel des Restaud habe es Ihnen übel genommen, meinen über, daß er sich ihm mit seinen Geldbeutel in Bewußtseins zu blicken, während das reise Alter Namen genannt zu haben? Meine beiden Töchternam, dessen Seele dort ist, wo seine Töchter find. Wenn Sie Frau von Nucingen gesehen haben der Hand präsentieren fonnte. Nachdem er seinen sich schon oft darin besehen hat. Das ist der we lieben mich zärtlich, ich bin ein glücklicher Bater, werden. so müssen Sie mir sagen, welche von Abendanzug auprobiert hatte, zog er seinen neuen fentliche Unterschied zwischen diesen beiden Lebens- nur meine Schwiegersöhne haben sich schlecht ge beiden Sie vorziehen," fügte er nach einer Pause Straßenanzug an, die Metamorphose war endgül- abschnitten. Seit einigen Tagen waren die beiden gen mich benommen. Ich wollte nicht, daß diese hinzu, als er jah, daß Eugen im Begriffe war, in hinzu, als er say, daß Eugen im Begriffe war, in tig, sich kann es rubig mit Herrn von Trailles Nachbarn. Eugen und Vater Goriot, gute Freunde geliebten Wesen unter meinem Zerwürfnis mit, die Tuilerien zu gehen, da es noch zu früh war, annehmen," sagte er sich. Jebt en lich sehe ich geworden. Ihre geheinte Freundschaft beruhte ihren Gotten litten, und habe daher vorgezegen, um Frau von Beauséant zu besuchen. wie ein Gentleman aus!" auf den gleichen psychologischen Ursachen, die meine Töchter im geheimen zu sehen. Dieses Gen " Herr von Rastignac," sagte Bater Goriot, zwischen Vautrin und dem Studenten Antipathic heimnis verschafft mir tausend Genüsse, die so ( Fortsetzung folgt.) Bette 6. Cosialbemotrat® Aus der Partei. Mitteilungen aus dem Publifu. 9. November 1923. Zuckerschieber. Das„ Pravo Lidu" berichtet,| Staatsbank. 4. Die Durchführung des Vertra- 1( Dresden) widmet dem im 17. Jahrhundert org- Lorenz besprach in einstündiger Rede den Wandelr daß der Rohzucker, der erst in den Raffinerien ges über die Repatriierung und den Per- sehenen böhmischen Musiker Johann Dismas He der politischen Machtverhältnisse seit 1919. deffen zu reiner Ware verarbeitet wird, zu unerlaubten fonenaustausch. lenfa eine lehrreiche biographische Stizze. Im mu- Ursachen und die Aufgaben, die den Organisationen Spekulationszwecken verwendet und in das Ause Der neue Konflikt im englischen Bergban. fitpädagogischen Teile der Zeitschrift fesselt ein al- aus der gegebenen Situation erwachsen. Genoffe land ausgeführt werde. Es seien Fälle vor Die Ruhrkonjunktur des englischen Bergbaues hat tueller Artifel der Berliner Musikschriftstellerin Sel. Topaner aus Starlsbad hos die Bedeutung der Jugekommen, daß Zuckerraffinerien ihre ganzen aufgehört und deshalb wollen die Bergweris- den- Goth über„ neue Wege der musikalischen Erzie- gendbewegung hervor und ersuchte die Konferens, Vorräte an Rohzuder in das Ausland verkauft, unternehmer neue Lohnreduktionen vornehmen. hung". -ek. der Jugendbewegung mehr Aufmerksamkeit zu widdie Arbeiter entlassen und den ganzen Betrieb ein Die Kosten der Lebenshaltung sind dagegen im Spielplan des Reuen Theaters. Heute Freitag men. Als Delegierte zum Parteitag in rig wurgestellt haben. Auf diese Weise haben sie ohne jede Steigen begriffen. Die Bergarbeiter fordern eine daß nene Lustspiel Der fühne Schwm itter" den einstimmig gewählt die Genoffen Richard Lo Arbeitsleistung ungeheuere Beträge verdient. Abänderung des ihnen nach dem mißlungenen morgen Samstag Gastspiel Bohnen Margare. ren3. Start Plank und die Genossin Luise Pol Dies sei, wie das Blatt meldet, in den Raffi- Kohlenstreit aufgedrungenen Tarifvertrages. Da the", Sonntag Gastspiel Leopold Kramer Der lat. Mit dem Appell, weiter unermüdlich für den nerien in Břelautsch, Zerhenis, Rossit, Lunden- mals wurden Minimallöhne vereinbart, die trop Tenfel". Gedanken des Sozialismus zu werben. schloß Gen. burg und Göding vorgekommen. Der Handels- der enormen Geldentwertung nur 20 Prozent Plant um 7 Uhr abends die Konferenz. ministe: wiz deshalb zur Verantwortung gehöher als ie Vorkriegslöhne waren. Die ießige zogen werden, weil es ohne jein Wissen und Forderung ist: Erhöhung der Minimallöhne von ohne seine Zustimmung überhaupt nicht ge- 20 auf 40 Prozent. Die nach Abzug der Betriebsschehen tonni Der Herr Handelsminister ist tosten verbleibenden Erträge sind nach dem TarifNationaldemirat und unterstützt in dieser Weise vertrag im Verhältnis von 88: 17 zwischen Bergdie Zuckerraffinerien. Wir würden empfehlen, arbeitern und Unternehmern aufzuteilen. Der die Direktoren der genannten Raffinerien zu Bergarbeiterverband fordert die Abänderung des verhaften und taß sich der Handelsminister eine Aufteilungsschlüssels im Verhältnis von 87: 13 andere Beschäftigung suche. zugunsten der Bergarbeiter. Außerdem fordert der Neue deutsche Währungsmaßnahmen. Die Verband Einsicht in die Betriebsführung in bezug deutsche Reichsregierung hat zur Beschaffung der auf die Betriebskosten, welche vor Verteilung des für unentbehrliche Lebensmittel, insbesondere für Profits in Abzug kommen. Insbesondere wünGetreide und Fette, nötigen Devisen verordnet, schen sie genaue Aaifklärung über die Besoldung daß die auf Grundlage der Brotversorgungsabgabe der Direktoren, allgemeine Unkosten, Abschreibunerhobene Devisenabgabe sofort noch einmal gen, Reparaturen und Erneuerungen. Selbst crhoben wird. Als Gegenleistung wird die neue wenn die Forderungen der Bergarbeiter erfüllt Goldanleihe gewährt. Ferner soll unbeschadet der würden, so würden ihre Löhne trondem unter dem für den Verbrauch an Mundzucker im Inlande| Borkriegsstand bleiben. Die Bergwersbesitzer verbleibenden unerläßlichen Menge ein bestimmtes leisten jedoch den schärfsten Widerstand und des Quantum Zuder ausgeführt werden. Beide halb steht die Bergarbeiterschaft erneut vor einem Maßnahmen werden eine wesentliche Entlastung schweren Kampf. Devisenturse. Die tschechische Stroné notiert in: chiv. Aran 16.52 25 War! 18.400.000.000'00 diterr. Nr. 2080'00 des Devisenmanftes herbeiführen. Weiters hat die Reichs regierung alle Vorbereitungen getroffen, Damit die Rentenbank am 15. November mit der Ausgabe der Rentenmart beginnen fann. 3ürich. Bon diesen Zeitpunkte wird der Bedarf des Rei Berlin ches nicht mehr durch die Herstellung von Papier- Wien mart gededt werden. Die dann feststehende Menge an Papiermark soll gegen Goldanleihe eingetauscht werden können. Zu diesem Zwede wird einer besonderen Stelle eine mit Sicherheiten altsDer Film. Bran Uractia Rino. Monika Vogel. gestattete neue Goldarleihe zur Verfügung ge- fang." Heute 8 Uhr. Raren 3 bis 12 K. Uraniastellt. Sobald die Rentenbank in Kraft getreten tasse u. Weyler. Die nächsten Vorstellungen: Sam ist, wird der Kurs, zu dem die Papiermark eingelöst werden soll, festgestellt. Daneben bleibt die tag halb 6 und 8 Uhr, Sonntag 8. halb 6 und 8 Uhr. Erster Kinder Märchennach. Möglichkeit der Einlösung von Reichsschaganwei- mittag:" änsel und Gretel." Dann ein fungen mit Rentenmark bestehen und es bleibt da- grotestes Lustspiel: Der Maler bei der Feuerwehr". mit die Möglichkeit offen, die Papiermart in Ren- Samstag, den 10., 3 Uhr. Kinder 3 K, Erwachene temmart einzutauschen, sobald die erforderliche 4 K. Logenfibe 4 und 6 K. Menge von Rentenmartscheinen hergestellt ist. Polnisch- russische Wirtschaftsverhandlungen. Wie die Polnische Telegraphenagentur meldet, wurden die seit einigen Tagen stattfindenden Kunst und Wiſen. 1910 Senator Genoffe Löwein Sechziger. Heute vollendet Senator Genosse Dominit Löw sein 60. Lebensjahr. Der weitaus größte Teil seines Lebens war der unermüdlichsten und raftlosen Arbeit im Dienste der Arbeiterklasse geweiht. Am 9. Novem Sohn eines Maurers geboren, erlernte Domen ber 1868 in Schneidmühl( Begir! Starisbad) als Löw nach Absolvierung der Volksschule feines ei Löw nach Absolvierung der Volksschule seines ei matsortes selbst das Maurerhandwerk und war dann bis zum Jahre 1898 in Desterreich und Deutschland als Maurer, Osenseter und Bolier beschäftigt, in welchem Jahre er als Leiter der joeben von der Arwelchem Jahre er als Leiter der joeben von der Arbeiterschaft eroberten genossenschaftlichen Baugewerbefrankenkasse angestellt wurde. Später murde ihm dann der Posten des Redaktionssekretärs des Boltswille" übertragen, den er heute noch vflichtfreudig versicht. Bahllose Hilfesuchende, denen er zu ihrem Rechte verhalf, wissen von diesem Gebiete der Tätigkeit des Genossen Löw zu berichten. Aber Ge. nosse Löw war vor allem seit den Tagen seiner Jugend unausgesett als Organisator und Agi. tator tätig und der Fleiß, den er dabei entwiltette, war beispielgebend. Er war der Begründer der Bauarbeiterorganisation des Marisbader Bezirkes, aus der wieder bie Träger der pol tischen Bewegung in gar vielen Orten hervorgegan. gen find, und die Kämpfe der Bauarbeiter in diesem Gebiete hat vor allem er geführt. Aber auch an OSRAM NITRA Wer gutes Licht will, Scheue die Kosten nicht OSRAM NITRA OSRAM muß auf der Glasglocke stehen 1809 Derantwortlicher Redakteur: Dr Emil Strauß Druck: Deutsche Zeitungs- Aktiengesellschaft. Prag. Für den Druch verantwortlich: Holtk den politischen Kämpfen hat er rege Anteil genommen. So war es denn ganz selbstverständlich, das enoffe Löw nach der Troberung des gleichen Berausgeber: De Lubroig Czech und Karl Cermak Wahlrechtes im Jahre 1907 als geordneter Reichsrat entsendet wurde, dem er dann bis zum des Karlsbader Bezirles in den österreichischen Berfall Desterreichs angehört hat. Seit der Wahl ber Nationalversammlung der Tschechoslowafischen Republik gehört er dem Senate an und gleich seitig versicht er feit 1919 den arbeitsreichen Posen des Bürgermeisters der Industriegemeinde Drahowit. Heute, da Dominik Löp das sechste Jahrzehnt seines Lebens vollendet, bliden wir mit Wo verfeären wir? 1058 Konferenzen zwischen dem Vize minister für„ Der Auftakt", Musikblätter für die Tschechoff. Bewunderung auf die große Fülle von Arbeit, die Café Continental, prag- Graben erschienene Heft 9 er im Dienste der ein Beispiel an Singabe Aeußeres, Seyda, und dem sowjetrussischen Delewatische Republit. Das soeben vollBot. biefer unter gierten Kopp vorläufig abgeschloffen. Vor Be- dieser Zeitschrift bringt unter der Alttlas- bringen hat und ginn der Konferenzen wurde gegenseitig der un- fische Stunft eine Bülle werwoller Abhanalaagen Fleiß für die jüngere von Goldenes Kreuzel, Prag- Netazanta. der beugsame Wille befundet, den Frieden zu erhal- aus der Feder bedeutender deutscher und österreichi benen gar viele von ihm selbst der Organisation ge ten. Stopp legte sodann der polnischen Regierung scher Schriftsteller. So behandelt der Berliner Mu- worben worden sind und die sich in dem Wunsche Gastwirtschaft Deutsches Vereinshaus folgende vier Postulate vor: 1. Der in der näch filgelehrte Dr. Leichtentritt das moderne Händel mit uns vereinigen, daß Genoffe Dominik Löw ber sten Zukunft abzuschließende Handelsver. Opern" Problem, Dr. Arend( Köln) Clads Ballett. Arbeiterbewegung noch lange in ungebrochener Kraft trag foll betreffs der Zollangelegenheiten auf pantomimen, Dr. Rosenzweig( Wien) liefert einen erhalten bleiben möge. dem Grundsaße der Meistbegünstigung basieren. beachtenswerten Beitrag zur historischen Ableitung Prag, Smeċty 22( Urania). Reubel. Die am Sonntag, Neudek verfchres. 3. Die Durchführung des Artikels ger als Edelmann" von Lully und Couperin. Dr. ren; war von 38 Delegierten der Lokalorganisatio 13 des Rigaer Vertrages, betreffend Auszahlung Aber( Leipzig) bringt unter dem Tite! Das neue nen und stvei Delegierten der Bezirksorganisation bon 30 Millionen Goldrubeln als Anteil Polens Bach- Slavier" ein beherzigenswertes stapute! sur der Jugendlichen besucht. Die Bezirksvertretung an dem ehemaligen Goldschap der russischen Wiederbelebung alter Musik und Prof. Schmit war durch sieben Genossen vertreten. Gen. Rich. 2. Die Garantierung des gegenseitigen Tranſit der Richard Straußſchen Mufit zu Molières„ Bür. 4. November in Mendel abgehaltene Besirestone Gastwirtschaft Lidový dům der Genossenschaft, Ganymed" 1060 Täglich. PRAG II., Hybernská Konzert Nr. 7. Inserieren Sie im Café Nizza" „ Sozialdemokrat" " Kgl. Weinberge, Jungmannstraße 27 Unser Stammlokal. So urteilt man über VITELLO Delikateẞ- Margarine die der feinften Teebutter gleicht. Frau A. K., Fachfchriftstellerin u. Kochfchulbefizerin in P. fchreibt: Ihre Tafelmargarine VITELLO eignet lich vortrefflich für feine Mehlfpeifen-." Herr Dr. S. M., Diftriktsarzt fchreibt: ... Verwende VITELLO fchon lange in unferem Haushalte. weil fie der wohlschmeckendfte und bekömmlichfte aller Buttererfatzftoffe ift...“ Herr F., Kolonialwarenhändler in Weinberge fchreibt: Ich erlaube mir bekanntzugeben, daß alle meine Kunden die VITELLO- Delikateß- Margarine loben und daß ich fie felbft jedermann anempfehle." Beachten Sie Vitello diese Marke! MARGARINE Delikatess ANTRA 300% 1080 PALMA gegenüber der Lederschle bietet Palma Kautschukabsatz Schle 11