Nr. 221. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustrirter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungss Preisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. 1 Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Soloneis zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Zur Mittwoch, den 21. September 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Politische Mebersicht. Bismarcks: Aus dem Jahre 1870 stammt die folgende Aeußerung Orden und Titel haben nichts, was mich anzicht. Ein entschiedener Glaube an ein Leben nach dem Tode aus dem Grunde bin ich ein Royalist, sonst bin ich von Natur ein Republikaner. Ja, ich bin ein Republikaner im höchsten Grade, und die feste Entschlossenheit, welche ich zehn Jahre hindurch allen möglichen Formen von höfifcher Absurdität gegenüber gezeigt habe, verdanke ich mir meinem festen Glauben. hältniß zu Rußland: 1879 äußerte sich Bismarck folgendermaßen über das Versönlichkeit gegenüber gestellt wird, die wegen der Lohnansprüche ausschließlich auf fremde Hilfe angewiesen ist. Zwischen dem Bedeutung der Gewerbegerichtswahlen. zahlungsfähigen, verklagten Hauptbauunternehmer und dem Berlin, den 20. September. Bauarbeiter besteht kein Vertrag. An ihn können sie sich deshalb Morgen finden die Gewerbegerichtswahlen in Berlin statt. nicht halten." Gelehrter Richter, puke deine Brille, reinige in der vor einigen Tagen in London erschienenen mehrbändigen Die neuesten bismarckischen Indiskretionen finden sich Dringend erforderlich ist eine energische Theilnahme an diesen sie von dem Staub, der darauf liegt. Und du wirst bald Publikation des bekannten Moritz Busch. Das Buch selbst Wahlen seitens der organisirten Arbeiter und Arbeit erkennen: ein direkter Vertrag zwischen dem zahlungsfähigen liegt uns noch nicht vor. Wir theilen nach Auszügen, die sich geber. Wir müssen für eine starke Wahlbetheiligung agitiren, felben ist nur zum Schein der Vertrag mit Meister Zwischen finden, das folgende mit: Bauunternehmer und dem Arbeiter besteht doch. Auf den- in verschiedenen Blättern, vor allem der Frankfurter 3tg.", obgleich das Gewerbegerichts- Gesetz bei weitem nicht den schwindler gelegt, um dich zu täuschen. Wenn deine Brille nun Anforderungen, den die Arbeiterschaft an ein Organ zur flar und scharf ist, so sichst du: ganz unten als Grundlage liegt gerechten Entscheidung von Streitigkeiten aus dem Arbeits- deutlich ausgedrückt der Wille des Hauptunternehmers, die Arbeitsberhältniß zu stellen hat, völlig entspricht. Wir wollen heute kraft auch der Kläger in seinem Nugen zu verwenden. Kläger hat nur die Hauptmängel des Gesezes anführen. So ist der Kreis diesen Willen, von dem er Kunde erhielt, erfüllt. Mehr ist der der Gewerbegerichtsthätigkeit unterstellten Streitigkeiten ja auch nach juristischem" Recht nicht erforderlich, um den ein viel zu eng begrenzter. Die Innungs- Schiedsgerichte Vertrag perfekt zu machen. Du thateſt unrecht, den Kläger entziehen leider viele Fälle der Thätigkeit des Gewerbegerichts. abzuweisen und ihn nur zu bedauern. Wie bist Du dazu geFür Summen über 100 m. ist die kostspielige und dem kommen? Pute nochmals Deine Brille, dann will ich es Arbeiter gefährliche Berufungsinstanz, welche nur aus Berufs- Dir weisen. Siehst Du, nachdem der Vertrag zwischen dem richtern zusammengesetzt ist, geschaffen. Das Wahlrecht tritt Sauptunternehmer und all den Arbeitern, die etwa für erst mit dem 25., die Wählbarkeit mit dem 30. Jahre ein. ihn arbeiten wollten, zu stande gekommen war, kam ihm die Frauen sind von der Theilnahme gänzlich ausgeschlossen. Die Lust, den Kläger und dessen Arbeitsgenossen um den Lohn für Prozesse sind nicht, wie wir es fordern, völlig unentgeltlich. Kläger nicht bezahle, dann verklagt er mich und wenn ich seine Thätigkeit zu betrügen. Er erwog:„ wenn ich den ihm durch allerlei Mängeleien, Mogeleien, Einziehereien ein Stücklein vom Lohn abzwacke, dann macht das, was der Gerichtsvollzieher mitsammt Kosten und Zinsen von mir holt, doch mehr aus als die Mogelsumme. Das wäre ein schlechtes Geschäft. Gegen 12 000 Streitigkeiten aus dem gewerblichen Arbeits- Wie bringe ich Das muß anders gemacht werden. berhältniß werden alljährlich beim Gewerbegericht anhängig bei mir nichts findet. Da er bei mir gottlob immer was zu Wege, daß der Gerichtsvollzieher gemacht. Nicht zum letzten ist es der im höchsten Grade un finden könnte, so muß ich jemanden haben, der mich bei der parteiischen, eifrigen, sachverständigen und unerschrockenen Zwangsvollstreckung vertritt. Da ist Freund Schwindelmeister. Thätigkeit der aus den Reihen der Gewerkschaften hervor Der hat rein gar nichts, in dessen Taschen sind nur Löcher. gegangenen Arbeitnehmer- Beisitzer des Gewerbegerichts zu Auch in seinem Gewissen ist ein großes Loch. Das ist ein danken, daß das Berliner Gewerbegericht sich bei den Recht brauchbarer Zeitgenosse. Den schiebe ich vor, dann sieht suchenden ein Vertrauen erworben hat, welches thurmhoch über mich der Richter nicht und dann kann mir auch der Gerichtsdem Zutrauen steht, das der Thätigkeit der ordentlichen Gerichte vollzieher nichts anhaben. Famos: so verdopple ich mich, ich gezollt wird. Selbst weitsichtigere Unternehmer und vor bin 2, ich stelle 2 Personen vor, aus mir Einfältigen urtheilslose Gewerbegerichts- Vorsitzende haben dem Fleiß, der wird so ein Doppelfalter. Heißt es Geld in Empfang Unparteilichkeit, Unerschrockenheit und Umsicht der sozial- nehmen, Produkte der Arbeitskraft anderer sich andemokratischen Beisiger des Gewerbegerichts Anerkennung zollen eignen, dann trete ich in meiner Garnitur Eins vor. müssen. Heißt es zahlen", dann wirft mein Schiebegenosse und ich eine Wolfe Juristenstaub auf; ich flattere derweilen fort und an meine Stelle tritt Freund Schwindelmeister, meine Garnitur 2. Aber trotz all dieser und vieler anderer Mängel des Gewerbegerichts- Gesetzes gewährt auch der enge Rahmen der Thätigkeit des Gewerbegerichts die Möglichkeit für die Ar beiter, in tausenden einzelner Streitigkeiten zwischen dem Arbeiter und Arbeitgeber eine schnellere Rechtsprechung zu er zielen und Unrecht yon dem Arbeiter abzuwehren. Die Kenntniß der wirthschaftlichen Verhältnisse und gefunder Menschenverstand gewannen auf die Rechtsprechung bald nach Errichtung des Berliner Gewerbegerichts Einfluß. Verhältnißmäßig leicht wurde die Frage, an der gelehrte" Richter( leider selten im Interesse der Arbeit) lange herum dofferten vom Berliner Gewerbegericht bald nach seiner Er richtung gelöst: wie fassen wir den Lohnschwindler, der die Arbeitskraft Anderer durch Schiebungen ohne Entgelt sich aneignet? Leider wird es von Jahr zu Jahr für die ArbeitnehmerBeisitzer schwieriger, der irrigen Rechtsprechung des Berufungsgerichts wenigstens den Eingang in die Urtheile des Geperbegerichts zu versagen. Manche Vorsitzende sind geneigt, die Gründe des Urtheils, das die Berufungsinstanz gefällt hat, auch für andere, der Berufung entzogene Klagen maßgebend sein zu lassen. Den Vorsitzenden tritt eine Reihe Arbeitgeber häufig ohne Zaudern bei. Zwischen Unternehmer und Arbeiter sind in Tausenden von Fällen zahlungsunfähige Zwischenunternehmer geschoben, mit denen allein der Arbeiter in ein sogenanntes juristisches" Noch schwieriger wie auf dem Gebiet des direkten LohnVerhältniß tritt. Dies ist insbesondere auf dem Gebiet des Bau- schwindels ist der Kampf der Arbeitnehmer- Beisitzer auf dem schwindels und des Schwizsystems der Fall. Die gelehrten Richter Gebiet, auf dem das Interesse des Unternehmerthums lebhaft bestolperten in solchen Fällen über die juristischen Zwirnsfäden des theiligt ist. Das Unternehmerthum hat ein Interesse daran, den Schwindelnezes. Mit kräftiger Hand zerriß das Berliner Arbeiter in einen selbständigen Unternehmer" umzustempeln, Gewerbegericht die trügerischen Fallstricke, hielt an dem allein um sich seinen Pflichten aus dem gesunden Menschenverstand und den wirthschaftlichen Ver und dem Arbeitsvertrage zu entziehen und so einen den Versicherungsgesetzen hältnissen Rechnung tragenden Satz fest: wer den Nutzen aus Schritt weiter in der Etablirung eines feu der Arbeitskraft feines Mitmenschen gezogen, ist auch zur dalen Unternehmerstaats zu machen. Es ist dieser Zahlung verpflichtet" und verurtheilte die Geldleute, die Wunsch der Schlotbarone auch in Berlin nicht ohne Einbislang freudig, ohne Hinderung durch richterliche Urtheile, fluß auf die Rechtsprechung des Gewerbegerichts den unbezahlten Werth der Arbeitskraft der Maurer, Zimmerer, geblieben. Heimarbeitern, Kolonnenführern, Polieren ist in Sattler, Näherinnen u. s. w. in ihre Tasche gesteckt hatten. mehrfachen Urtheilen die Qualität als Arbeiter abDiese verständigen Urtheile fanden lebhaften Beifall in der gesprochen. Das Arbeitsverhältniß, dekretiren mehrere Presse aller Parteirichtungen bis hinein in die Spalten des Urtheile, sett„ ein wahres Abhängigkeitsnichts als Unternehmerorgan, der" Post". Die Schwindel- verhältniß des Arbeiters vom Arbeitgeber" voraus. Das manöver waren allzu flar vom Gewerbegericht blosgelegt. Unternehmerthum ist bestrebt, den wirthschaftlich unfreien Den Baulöwen und Baulöwenfamilien wir erinnern an Arbeiter auch zu einem rechtlich unfreien herabzudrücken. die Wirksamkeit der Familie Reimann- schien das Handwerk Der rechtlich freie, aber wirthschaftlich abhängige Arbeiter gelegt zu sein. soll in einen auch rechtlich Abhängigen, Hörigen umDoch die Streitobjekte überstiegen oft den Werth von 100 m., gewandelt werden, der in einem wahren Abhängigkeitsso daß Berufung von dem gut unterrichteten Gewerbegericht an verhältniß" zu feinem Unternehmer steht und wie das Landgericht von dem Verurtheilten ergriffen werden das Gesinde in und außer dent Dienst" im konnte. Und leider hatten sie Erfolg. Zunftjuristen stehen in Interesse" seines Herrn" thätig zu sein hat. Gegen ihrer überwiegenden Mehrheit noch auf dem formal- juristischen diesen in Gewerbegerichts- Urtheilen sich wiederspiegelnden Standpunkt. In ihren Köpfen spiegeln die Formeln Angriff auf die persönliche Freiheit des der Geseze die Wirklichkeit wieder. Während in Arbeiters gilt es Front zu machen. " 1 " " Wahrheit die wirthschaftlichen Verhältnisse den Untergrund Das Unternehmerthum hat zu den morgibilden, auf dem die Geseze sich aufbauen, nach denen die gen Wahlen in Berlin in weit größerem Maße Geseze und ihre Auslegung sich also zu richten haben, find als je gerüstet. Das Berliner Unternehmerthum hofft auch, Zunftjuristen geneigt, die wirthschaftlichen Verhältnisse in durch die Rechtsprechung die gemeingefährlichen Zukunftsstaatsdas schmale Bett der Gesetzesbuchstaben zu zwängen. Pläne der Junkerschaft dem Ziele näher zuführen, den gewerbAuch sie bedauern allerdings dabei, daß der Arbeiter lichen freien Arbeiter auf das Niveau des unfreien Gebei dieser Art der Gesetzesauslegung leer ausgehen muß findestandes herabzudrücken. Bei den morgen anstehenden und daß der Schwindler triumphirt. Indeß das Be- Wahlen handelt es sich auch darum, diesem Plan entgegendauern hilft nichts. Sie glauben, ihr juristisches zutreten. Gewissen zwinge sie zu erklären, wie es in mehrfachen Urtheilen heißt:" Die im Baugewerbe nicht selten beobachtete morgen Praris, den kontraktlichen Nerus zwischen den Hauptunter a hl. nehmern und den Bauarbeitern durch Einschiebung eines SubJeder Wahlberechtigte sei zur Stelle. unternehmers zu verhindern, erscheint im bolfswirth. Auch diese Wahl hat ihre große Bedeutung. schaftlichen Interesse namentlich dann als bedauerlich, wenn dadurch den Arbeitern eine PerNiemand fehle an der Wahlurne bei der stattfindenden Gewerbegerichts. Das fommt hauptsächlich von des Kaisers Schwärmerei für Rußland. Ich bin auch russisch in meinen Sympathien, aber nicht so blindlings, wie der Kaiser, der, seinen Bruder, Prinz Karl, und Prinzessin Allegandrine ausgenommen, in dieser Hinsicht am Hofe ganz allein steht. Er sieht und hört nichts, und kein Argument und kein Beweisst it d macht irgend welchen Eindruck auf ihn. Er ging nach Alexandrowo, obwohl ich wiederholt und in der be stimmtesten Weise dagegen protestirte. Sie treffen ingeheuere Vorbereitungen in Rußland, fie haben die Armice um 400 000 Mami, soviel wie die deutsche Armce auf dem Friedensfuß start ist, vermehrt. Sie können jett 24 neue Divisionen in das Feld stellen, das sind 12 Armeekorps. Und eine Masse Kavallerie steht an der Westgrenze, die in drei Tagen sich über uns ergießen könnte. Die Berichte sind zuverlässig, und der Kaiser ist mit den Thatsachen bekannt, aber er will sie nicht glauben. In Alexandrowo haben sie ihm mit sentimentalem Geschwätz und mit Erinnerungen an die Königin Louise den Kopf verdreht, so daß er die Gefahr nicht sieht und nichts mit ihm anzufangen ist. Und doch ist es so far! Gegen wen sind denn die Rüstungen beabsichtigt? In Petersburg sagt man, Konstantinopel müsse auf dem Umwege über Berlin erobert werden. Andere sagen, die Straße führe über Wien, aber Wien müsse über Berlin erreicht werden. Aus dem Jahre 1880 stammt die folgende Aeußerung: Ihr( das österreichische) Parlament ist sogar noch schlechter als unseres. Mit dieser Ausnahme war Andrassy ganz mit mir einig, und der Kaiser in Wien war vielleicht noch entschiedener einer Allianz günstig. Aber unser Kaiser war es nicht. Er erhob wirklich brutale Einwendungen und wünschte das Wohl des Vaterlandes auf dem Hochaltare der russischen Freundschaft zu opfern, obwohl die Russen so perfid und unverschämt gewesen waren, wie sie nur konnten auch gegen Oesterreich, so daß der unzweifelhaft russenfreundliche Erzherzog Albrecht später zu Andrassy sagte:„ Ich freue mich nun über die Allianz mit Deutschland, denn die Nussen sind höchst unzuverlässige Intriguanten!" Zu der Zeit habe ich, ich kann wohl sagen, tausend Seiten geschrieben, ich habe Tag und Nacht gearbeitet und habe alle Arten von Argumenten angewendet, habe gebeten und gebettelt, aber ohne das geringste Resultat. In den Aeußerungen aus dem Jahre 1885 findet sich das folgende schroffe Urtheil über die Frau und die Tochter Wilhelm's I.: Er war schon frank und heiser, wenn sie ihn beschwazten, mit ihnen zur Kirche zu fahren. Und dann möchte die Großherzogin vor dem Volke die tiebende Tochter spielen, und dann begleitet sie ihn, obgleich er, wie jeder, der viel arbeitet, lieber allein ausfahren möchte, und dabei redet sie mit ihm, selbst wenn der Wind ihnen in das Gesicht weht, sodaß er sich erkältet, wenn er ihr antwortet. Sigt er bei der Arbeit, dann steckt Augusta ihren Kopf in das Zimmer und fragt mit faressirender Stimme:" Störe ich?" Wenn er, der Damen, und namentlich Fürstinnen, immer galant behandelt, antwortet: Nein," dann kommt sie herein und ergeht sich in allem möglichen unbedeutenden Geschwäß mit ihm und faum ist sie endlich fortgegangen, dann ist sie wieder da und Klopft an die Thür mit ihrem:" Ich störe Dich wieder," und dam verschwendet sie wieder seine Zeit mit ihrem Geschwäß. Jetzt, da er frank ist. Sie wissen ja, tvas er für ein Leiden hat ist sie eine wirkliche Belästi= gung und eine Plage für ihn. Sie sitzt da bei ihm, und wenn er allein gelassen werden möchte, wagt er es nicht zu sagen, so daß er schließlich ganz roth wird vor Schmerz und Zurückhaltung, und sie bemerkt es niemals. Das ist aber nicht Liebe, sondern reine Schauspielerei, fonventionelle Fürsorge und Affektion. Es ist nichts Natürliches an ihr, alles ist künstlich, inwendig sowohl wie auswendig." Ueber den Kronprinzen, den späteren Kaiser Friedrich III., finden sich die folgenden Liebenswürdigkeiten aus dem Jahre 1898: Der Kronprinz, wie alle mittelmäßigen Menschen, liebt das Kopiren und andere gleichartige Beschäftigungen, wie Briefe fiegeln u. s. w., und er hatte Zeit, genug dazu, da ihn der König beinahe von aller politischen Arbeit fern hielt und mir nicht er lauben wollte, ihm irgendwelche Mittheilungen über derartige Gegenstände zu mache it. Seit 1863 bestand ein ununterbrochener Kampf zwischen den beiden, in dessen Verlauf es mehrere heftige Szenen gab, wobei dann der Kronprinz höchst erregt war, und er schlug seine Augen empor( Bismarc imitirte die Geste) und erhob seine Hände in Verzweiflung. Dieselbe Geschichte gab es in Versailles aus Anlaß der Kaiserfrage, wo der allergnädigste Herr zuerst kein Wort Ein Manifest Philipps von Orleans ist die neueste Aktion aus den Reihen der Feinde der Revision. Es heißt in dem Manifest: wir der Wir Dementirt wird von dem Organe des Herrn v. Miquel, den Berliner Politischen Nachrichten", die Meldung, daß ein Gesetzentwurf über die Errichtung eines Oberrechnungshofes für das Deutsche Reich vorbereitet werde. Herrn v. Miquel scheint also der unwürdige Zustand, daß die Rechnungslegung für die Ausgaben des Deutschen Reiches von der preußischen Oberrechnungskammer ge= prüft wird, vollkommen zu befriedigen. von unferen Vorschlägen hören wollte und dabei gestanden, wir haben noch nichts davon gemerkt, daß das ewige zufrieden seien, weil die Ermittelungen über die Rentabilität der einmal fo ärgerlich wurde, daß er mit der Faust so heftig auf Reglementiven und Spioniren auf dem Kontinent irgend etwas ge- landwirthschaftlichen Betriebe direkt von den Landwirthen Antwort den Tisch schlug, daß das Tintenfaß beinahe zum Fenster müßt hat, außer die Krankheit immer tiefer in das Innere des Volkes heischen, anstatt sich an dritte, unbetheiligte Personen zu wenden. hinausflog. zu treiben. Thatsächlich ist von einem derartigen Widerspruch in unseren Eine Stelle des Busch'schen Werkes handelt von der Was nöthig ist, ist nicht: mehr Eingreifen und Beaufsichtigen, mehrfachen Ausführungen zu diesen verschiedenen Erhebungen keine Vorbereitung des Prinzen Wilhelm zum sondern mehr Freiheit wenn die kontinentalen Regierungen das Rede. Es ist uns nicht eingefallen, eine ebensolche Mitwirkung der Herrscheramte. nur endlich einsehen wollten." Landwirthe zu tadeln, wie wir sie in den anderen Fällen befürwortet Während der Kaiser noch Prinz war und in Potsdam Wenn man gegenüber dieser ruhigen Stimme aus der haben. Wir haben im Gegentheil in dem betreffenden Artikel in daß die Belebte, wünschte Bismarck, ihn für die Regierung vorzu- Hochfinanz eines politisch hoch entwickelten Landes unsere vier Nr. 206 unseres Blattes ausdrücklich betont, bereiten und ihn sozusagen mit Unterricht in den verschiedenen Scharfmacher aus der deutschen Großindustrie hört, die sofort triebe thatsächliches und kontrollirbares giffermaterial zur Fächern der Regierungskunst zu versehen. Bis zu dieser Zeit wußte nach neuen Umsturzgesetzen verlangten, Rentabilität beibringen sollen. Wogegen fo kommt einem Ermittelung so er wenig und kümmerte fich in der That auch nicht viel darum, sondern die ganze Mière des verfümmerten deutschen politischen Lebens tabelten, daß man diese Ermittelungen ganz allein den Intereffenten 1113 wandten, war etivas ganz anderes. zog es vor, fich in Gesellschaft junger Offiziere recht deutlich zum Bewußtsein. und dergleichen zu amüsiren. Der Plan bestand, ihn zu überließ, und zwar in einer Art, daß eine Kontrolle der Richtigkeit veranlassen, nach Berlin zu ziehen, etwa in die Gegend von Bellevue. der Angaben unmöglich war. Ein solches gänzlich einseitiges Aber die Finanz- Autoritäten des Hofes waren der Meinung, das und unwissenschaftliches Ermittelungsverfahren haben wir auch bei würde zu theuer sein. Der Prinz sollte dann in Potsdam Enqueten über Arbeiterverhältnisse nicht gewünscht. Vorlesungen hören, und Bismarck schlug den UnterDie„ Nordd. Allg. 8tg." sollte unsere Ausführungen erst einmal Staatssekretär Herrfurth, der für gut informirt galt, „ Die Minister haben sich zu Mitschuldigen eines Komplotte richtig lesen, ehe sie es unternimmt, uns Widersprüche nachweiſen zu gegen das Vaterland gemacht. Trotz der Versicherung mehrerer wollen. Auch diesmal stellt sich ihre Polemit als völlig verfehlt namentlich in statistischen Sachen, als Lehrer für innere Fragen Striegsminister erkennen sie die Schuld Dreyfus' nicht an. Sie bor. Der Prinz willigte ein und lud Herrfurth heraus. ein, mit ihm zu dejeuniren, und dann theilte er den weigern sich, die Kammer zu befragen und haben doch soeben eine nationale Frage entschieden. Sie suchen zu ihrem Vortheile die Die ,, Nationallib. Korrefp." erwidert nochmals zu der Frage Kanzler mit, daß er Herrfurth nicht ausstehen könne, da er einen so struppigen Bart habe und so trocken in der Kammer abgegebene Erklärung zu travestiren, daß wir nach dem Verhältniß zwischen Sozialismus und Anarchismus. Aber und langweilig sei, und er fragte, ob der Fürst nicht Herren in unserem Hause sind. Unter dem Vorwande, die Unschuld sie erwidert nicht, weil sie etwas zu erwidern hat, sondern nur um jemand anders vorschlagen könne. Ja, er würde ihm Regieeines Mannes, der als Verräther verurtheilt ist, festzustellen, zu erwidern. Das, was sie noch sagt, ist so nichtssagend, daß wir rungsrath v. Brandenstein schicken. Der Prinz hatte will man die Armee vernichten und Frankreich uns weitere Lektionen ersparen dürfen. verderben. Franzosen, dies werden wir nicht leiden!" nichts gegen ihn einzuwenden, und so wurde Brandenstein geDies Manifest kann jedoch den Revisionsgegnern, den schrieben. Aber Se. fgl. Hoheit dejeunirte wohl verschiedene Male Generalstabsanhängern nichts nügen, eher schaden. Denn es mit ihm, schenkte aber den Ausführungen des Herrn v. Brandenstein so wenig Aufmerksamkeit, daß zeigt sich deutlich, welche Elemente es sind, die gegen die dieser die Geduld verlor und darum bat, ander- Revision auftreten. Derselbe Prätendent aus dem Hause der weitig verwendet zu werden." Orleans, der vor 10 Jahren sich zu den Boulangisten schlug, Ant 24. Februar 1890 tam Lothar Bucher zu Busch und hofft auch jetzt wieder aus der allgemeinen Verwirrung der fagte, Bismarck wünsche einen Artikel über den Arbeiter Geister Vortheil ziehen zu können. Das französische Volk Katholizismus und Sozialdemokratie. Die Ethische Kultur" Erlaß des Kaisers in englische Zeitungen zu bringen. sieht deutlich, wer hinter den Mercier und Gonse steht: die schreibt in ihrer letzten Nummer: In Wirklichkeit sind jene Busch versprach, am nächsten Morgen den gewünschten Artikel ausgesprochenen Feinde der Republik. So wird das Manifest Arbeiterbataillone, welche am 21. Auguft zu der großen katholischen an den Daily Telegraph" zu schicken. Bucher erwähnte nur zur erwünschten Klärung der Situation beitragen. Demonstration in Krefeld zusammengerufen waren, einfach darauf, Bismarck sei mit dem Erlaß durchaus nicht zufrieden, General 8urlinden ist wiederum auf den Posten des kulturell zurückgebliebene Elemente der deutschent auch gefielen ihm die Absichten des Kaisers in anderen Be- Militärgouverneurs von Paris berufen worden, den er vor Arbeiterschaft. Wie wenig der Katholizismus an sich das„ Gift der immun Sozialdemokratie" ziehungen nicht. Bucher hinterließ dann Notizen für den Ar- seiner Ernennung zum Kriegsminister inne hatte. Angeblich zeigt Belgien, das klassische Land des Katholizismus, tikel, der etwa folgenden Inhalt haben sollte: hatte ihm der Präsident der Republik diese Stellung für den wo die Sozialdemokratie beim ersten Erscheinen an der Alle Sozialdemokraten thun so, als ob der Grlaß einen Sieg Fall seines Rücktrittes vom Kriegsministerium versprochen. Urne größere Wahlerfolge erzielt hat, als je in Deutschland, für ihre Bestrebungen bedeute. Viele Mißvergnügte und wer ist Die revisionsfreundliche Presse protestirt gegen die Berufung worüber näheres in der bekannten Broschüre des Grafen Hoensbroech in dieser Welt zufrieden, welche bisher durch ihr monarchisches Burlinden's auf den ungemein wichtigen Posten, nachdem er„ Ultramontane Leiſtungen“( Berlin, Verleg von Hermann Walther) Gefühl von den Beitritt zur Sozialdemokratie abgehalten sich als Kriegsminister höchst zweideutig und unwahrhaftig er- nachzulesen ist einer Broschüre, die ein für allemal die wurden und im Grunde ist das Gros unseres Voltes mon- wiesen hatte. Offenbar glaubt der Ministerpräsident Brisson, egende von der immunisirenden wirkung des archisch glauben jetzt, daß fie leichten Gewissens mit ihnen stimmen können. Die unteren Mittelklassen sehen ihre politische auf das Versprechen Faure's Rücksicht nehmen zu müssen. Ratholizismus der sozialdemokratischen AuStellung vom vierten Stande bedroht. Die Erfahrung während Deriveile zeigen einige neue Mittheilungen, daß die tedungsgefahr gegenüber zerstört hat." der Konfliktszeit zeigte die Richtigkeit der Gefühle der Bourgeofie. Revision im Gauge ist. Der Kolonienminister Trouillot Wiesbaden, 19. September.( Fraulf. 8tg.) Dr. Lieber ist Damals wollten sie die Zügel der Macht ergreifen à la Louis befahl telegraphisch eine erhebliche Milderung in der von seiner Amerikareise direkt wieder nach Kamberg zurückgekehrt. Philippe, die Massen kümmerten sich nicht darum oder fahen es Behandlung von Dreyfus, insbesondere befahl er die wie der Rhein. Kurier" von dort meldet, hat Freiherr v. Stumm nicht; dennoch gaben wiederholte Wahlen stets dieselben Resultate. Niederreißung des Gitters, das der frühere Kolonienminister gestattet. Ist Herr v. Stumm wieder auf der Ministersuche?? dem Herrn Lieber am Sonnabend einen 1/ 2stündigen Besuch abWäre der Erlaß nicht gewesen, so wären die Wahlen sehr ähnlich Lebon errichten ließ. Ministerpräsident Brisson soll seinen wie vor 3 Jahren ausgefallen." Der„ Daily Telegraph" nahm Busch's Artikel darüber sich erkühnen würden, in der Dreyfus- Frage öffentlich gegen zandgericht wegen Körperverletzung im Amte zu vier Monaten Parteifreunden gegenüber erklärt haben, alle Generale, die.Altona, 19. September. Die Amtssuspendirung des Polizeisergeanten Höter in Barmstedt, der vom Altonaer nicht an. Am 21. März 1891 war Busch Gast in Friedrichsruh. Die Revision aufzutreten, würden streng gemaßregelt Auf einem Spaziergange durch den Schloßpark befragte Busch den Fürsten wegen seiner Memoiren, deren Zusammen- neuen Dreyfus- Prozeß anordnet, wird dieser in Rennes Ferner verlautet, daß, falls der Kaffationshof einen stellung und Herausgabe, wie Busch bekannt war, Lothar stattfinden. Bucher anvertraut worden war. Die Revision gilt derart als sicher, daß mehrere Zeitungen bereits Berichterstatter nach Cayenne " Seit 1847 habe ich das monarchische Prinzip beständig entsandten, um ausführlich über die Abholung von Dreyfus vertreten und es wie ein Banner hochgehalten. Nun habe ich drei Könige in nadtem Zustande gesehen, zu berichten. nud häufig nahmen sich die drei erhaben ent Herren nicht ganz gut aus. Doch geht es nicht, dies der Welt offen zu sagen, es wäre unkonsequent, werden. Deutsches Reich. gegen macht, Gefängniß verurtheilt, aber, wie wir fürzlich berichteten, vom Kaiſer auf sein Gesuch dahin begnadigt worden war, daß er eine Geldbuße präsidenten aufgehoben worden. von 100 W. zu zahlen hat, ist durch Verfügung des RegierungsAus Nordschleswig wird uns geschrieben: Immer in der alten Weise wird bezüglich der Germanifirung fortgetvurstelt. Jetzt hat ein Paftor die Annehmlichkeit des Köller'ſchen Regiments zu spüren bekommen. Der Pastor Harder aus Hügum ist zum 1. Oktober vom königlichen Konsistorium in Stiel aus dem Amte entlassen Der aus Hannover worden, seiner dänischen Gesinnung wegen. stammende Pastor Harder, der also gar fein Schleswiger ist, hat dem Prinzip zuwider. Und doch kann ich ebenso wenig Prozeß hat nach der vor drei Wochen von uns gebrachten Mit- in ausgleichender Weise den Deutschen sowohl wie den Dänen Der gegen Liebknecht geplante Majestätsbeleidigungs- während seiner dreijährigen Thätigkeit in seiner Gemeinde versucht, schweigen, wenn ich auf diesen Punkt komme, geschweige denn theilung noch ein weiteres Stadium durchlaufen. Wie Liebknecht gerecht zu werden. das Gegentheil behaupten. Und geschicht die Veröffentlichung heute durch eine Zuschrift des Landgerichts Wiesbaden erfährt, hatte nach meinem Tode, dann wird man sagen:" Da haben wir der Staatsanwalt sich bei dem ablehnenden Bescheid des Landgerichts genehme Anschauung zum Ausdruck bringen und die geht nach UnterHeute darf auch ein Prediger von Gottes Wort nur die oben es ja! Selbst vom Grabe aus! Was für ein abscheulicher alter Wiesbaden nicht beruhigt, sondern an das Oberlandesgerichtbrückung aller nicht preußisch Deutschen. Wicht!" " Danken Sie Ihren Sternen", sagte Lothar Bucher 3 Frankfurt a. M. mit einem Rekurs gewandt. Aber auch hier hat er kein Glück gehabt. Sein Antrag ist auch vom Oberlandesgericht einige Monate später zu Busch, daß Sie nicht bei diesen zuritewiesen worden und die Sache nun endgiltig begraben. Memoiren an meiner Stelle find. Nicht allein, daß Bismarck's Gedächtniß fehlerhaft ist und so wenig Interesse für das Der Boffe'sche Erlaß, durch welchen Sozialdemokraten die zeigt, was er gethan hat, er fängt auch an, sogar einfach e estätigung als Mitglieder von Schuldeputationen oder Schulund feststehende Thatsachen und Begeben vorständen verweigert wird, wird jegt im Wortlaut mitgetheilt. Da heiten absichtlich falsch darzustellen. Er sich dieser Erlaß als ein nicht unbedeutsames Monument des heute will an nichts, wa s fehlschlug, feinen vorwaltenden Reaktionsgeistes darstellt, geben wir seinen Wortlaut eigenen Antheil eingestehen, und will nicht einräumen, daß irgend jemand neben ihm irgend welche Wirkung hinterlassen hat, den alten Kaiser vielleicht ausgenommen, dem er, als Gegenfolie zum jungen Kaiser, eine viel höhere Stellung giebf, als ihm gerechter Weise zukommt..." " Deutsche und englische Großbourgeoisie über den Anarchismus. Das Organ der englischen Hochfinanz und Londoner City, der Economist", spricht sich in seinem letzten Leitartikel sehr ruhig und vernünftig über das Genfer Attentat aus. Wir geben einige seiner Ausführungen wieder: „ Der Tod der Kaiserin läßt die Streitfrage wieder aufleben, ob man eine internationale Aktion gegen die Anarchisten und, wie sogar angedeutet wird, gegen die eigentlichen Sozialisten einleiten solle. Fitr uns liegt diese Frage sehr klar. Wir sagen es ohne ilmschweife heraus, daß die Sache der Freiheit in Europa ernstlich leiden würde, wenn die Schweiz wegen eines Verbrechens, das auf ihrem Boden begangen wurde, ihre stolze Stellung als Ashl aufzugeben gezwungen würde. Nicht darum handelt es sich, ob solche Verbrechen gegen die Gesellschaft, wie die der Anarchisten, zurückzuweisen sind. Das ist selbstverständlich. Aber das ist die Frage, ob wir wohlbegründete Gesetze und eine wohlerwogene Politit umstoßen sollen, weil solche schrecklichen Ereignisse stattfinden. Wenn internationale Bestimmungen gegen bekannte Anarchisten und verdächtige Personen wirklich in kraft gestanden hätten, hätte es der Kaiserin Elisabeth irgend etwas nügen können? Schließlich ist keiner von uns gefeit gegen Hirnverbrannte, Wahnsinnige oder oder Verbrecher; und wenn das dann erst vom gewöhnlichen Manne gilt, recht von Mitgliedern von Königshäusern oder von den Inhabern hoher und einflußreicher Aemter im Staatsleben... Das war von jeher nicht anders und wird zunächst auch so bleiben. Keine Gesetze, keine Beschlüsse werden diese Thatsache ändern, und je schneller wir das einsehen, um so besser Die Wirkung solcher internationaler Schritte, wie sie der deutsche Kaiser billigen würde, wäre nur, die Unzufriedenheit unter die Oberfläche zu treiben, und sie so noch gefährlicher zu machen, während man die Freiheit preisgeben würde, die von jeher erst mit hohen Opfern erkauft wurde. wieder: Strasburg i. E., 19. September.( Eig. Ber.) Zu der bereits telegraphisch gemeldeten Tödtung eines Sergeanten durch einen Rittmeister mittels eines Säbelstiches, dereit von mir berichtete Einzelheiten sich in vollem Umfange bestätigen, wird jetzt weiter bekannt, daß der Thäter der Träger eines hochadeligen Namens ist, Graf zu Stolberg- Wernigerode, Rittmeister und Eskadronchef der 4. Eskadron Ulanenregiments Nr. 15 ( Saarburg). Der Name des getödteten Sergeanten ist Robert Scheinhardt. Desterreich. Neuere Vorkommnisse veranlassen mich, die königl. Regierung Es fällt hier auf, daß die Tagesblätter, selbst diejenigen der darauf aufmerksam zu machen, daß Personen, welche der sozial bürgerlichen Opposition, über die Blutthat dieses Edelsten der Nation" demokratischen Partei angehören oder sich als Anhänger und nur ganz kurze Berichte bringen. Die von gewisser Seite beliebten Förderer derselben bethätigen, weder in städtische Schuldeputationen Bertuschungsversuche scheinen nicht ohne Erfolg geblieben zu sein. noch auch in Schulvorstände als Mitglieder eintreten dürfen. Die Thätigkeit der Schulvorstände sowohl wie die Schuldeputation Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Die Pofener beruht auf einer Ülebertragung obrigkeitlicher Befugnisse und er- Straffammer verurtheilte den 15jährigen Schuhmacher Lehrling streckt sich nicht nur auf äußere, sondern auch auf innere Angelegen Kucharsti hier wegen Majestätsbeleidigung zu einem Monat Geheiten des Schulwesens. Insbesondere find den städtischen Schulfängniß.deputationen neben der Verwaltung des städtischen Schulwesens wesentliche staatliche Aufsichtsrechte über die Schulen und die Wien, 19. September. Die Neue Freie Presse" meldet: Bei Lehrpersonen ihres Bereiches übertragen. Dies hat zur Voraus fegung, daß die einzelnen Mitglieder der Schuldeputation im stande dem Ministerpräsidenten Grafen Thun fand heute eine Konferenz und bereit sind, zur Erfüllung der Aufgaben der preußischen Bolts- derfelben die Nothwendigkeit, mit Stücksicht auf die Bereinbarungen der Führer der Rechten statt. Der Ministerpräsident betonte in schule mitzuwirken. Gemäß ihren Amtspflichten haben sie daher mit der ungarischen Regierung so rasch wie möglich die Wahl der gewissenhaft dahin zu streben und dafür zu sorgen, daß die heran- Quoten- Deputation und des Ausgleichsausschusses vorzunehmen, um wachsende Jugend nicht nur in den für das bürgerliche Leben nöthigen allgemeinen Kenntniffen und Fertigkeiten unterwiesen, in die Berathung der Ausgleichsvorlagen einzutreten. Einen Plan sondern auch zu gottesfürchtigen, fittlichen und vaterlandsliebenden darüber, was die Regierung veranlassen wolle, um das Ab, Menschen erzogen werde. geordnetenhaus arbeitsfähig zu machen, gab Graf Thun nicht bekannt. Hierauf fand ein unverbind Die sozialdemokratische Partei erstrebt ausgesprochenermaßen licher Meinungsaustausch über die Lage statt, der jedoch nicht ab. die Beseitigung der bestehenden staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung. Schon daraus ergiebt sich folgerichtig, daß ihren Mit- geschlossen wurde und Ende der Woche fortgesetzt werden soll. Der Boss. 3tg." wird aus Wien telegraphirt: In der Begliedern die Wahrnehmung obrigkeitlicher Befugniffe von sprechung wurde von der katholischen Volkspartei angeregt, Staats wegen nicht anvertraut werden kann. Sie steht nach ihren die Sprachenverordnungen zu fistiren, bis ein Sprachengesez beprogrammatischen Sundgebungen in einen grundsätzlichen Gegen- schlossen würde. Würde die Linke die Einstellung der Obstruktion fatz zu den Aufgaben der preußischen Volksschule. Daraus folgt von der Aufhebung der Sprachenverordnungen abhängig machen, daß ihren Anhängern die zur Mitwirkung bei der Erfüllung dieser dann würde das Barlament entlaffen, der Ausgleich im Wege Aufgaben erforderlichen Eigenschaften abgehen und daß sie als bes§ 14 durchgeführt. In der Berathung sei von Nachgiebigkeit Mitglieder einer städtischen Schuldeputation oder eines Schul- der Ezechen feine Rede gewesen. Der bisherige Abgeordnetenhausvorstandes nicht zugelassen werden können. Der königlichen Regierung mache ich daher zur Pflicht, vor- Sas Arbeitsprogramm berathen und sie bewegen, der Wahl eines Präsident Fuchs will mit dem Klub der Obmänner der Linken über kommendenfalls der Wahl derartiger Personen zu Mitgliedern von Ausgleichsausschlusies zuzustimmen. städtischen Schuldeputationen oder Schulvorständen von Schulaufsichts wegen die Bestätigung zu versagen und die nachgeordneten, zur Mitwirkung bei der Bestätigung oder zur selbständigen Aus übung des Bestätigungsrechtes berufenen Behörden und Beamten alsbald mit entsprechender Weisung zu versehen." Bon anderer Seite wird noch aus Wien gemeldet: Es verlautet, daß sich in der gestern stattgehabten Konferenz des Exekutiv- Komitees der Rechten polnische Delegirte und Vertreter der deutschen Volkspartei nachdrücklich für eine Verständigung mit der Linken aus die Aftion zu übernehmen. gesprochen haben. Die deutsche Volkspartei erklärte sich bereit, Lemberg, 20. September. Der Ministerpräsident verfügte im invernehmen mit dem Juſtizminister die Aufhebung des Standrechts in den Bezirken Neusandee" und ima nová am 21. d. Mts. Unsere Meinung zu dieser famosen Leistung preußischer Reaktionsbureaukratie haben wir bereits zur genüge gefagt. ,, Sozialdemokratische Widersprüche" so leitartikelte Bielleicht zahlen wir für die Freiheit einen hohen Preis. Aber gestern die„ Nordd. Allg. Ztg.". Man durfte begierig sein, was das sind die Kosten des Despotismus nicht noch viel Regierungsblatt da für bedeutsame Dinge entdeckt habe. Aber ach, höhere? Fühlen wir uns in England, im freien Lande des es ist nur eine Geringfügigfeit, die das Blatt aufzubauschen politischen Asyls, nicht sicherer wie in Deutschland, wie in Rußland versucht, und die Geringfügigkeit ist noch dazu eine Unrichtigkeit. Ausschreitungen gegen Italiener. Aus Wien wird teles oder in Spanien? Wie viele Anarchisten erzeugt das Unser Widerspruch soll darin bestehen, daß wir unsererseits ver- graphisch gemeldet: In Neuland kam es am Sonntag beim Bau der freie England, und im Gegensaze hierzu das langten, es sollen bei den Erhebungen der Kommission für Arbeiter Bahn Teplig- Leipa- Reichenberg zu Reibungen zwischen czechischen und gewaltthätige und unterdrüderische Italien oder statistik auch wirthschaftlich unabhängige, früher im Kellnerberuf Slovenischen Arbeitern einerseits und italienischen andererseits, wobei Spanien? Es ist wohl mehr wie Zufall, daß so viele Anarchisten thätige Personen vernommen werden und es sollen bei den Er- einzelne Italiener leicht verlegt wurden. Erstere verlangten, gerade aus Italien stammen, wo von gesetzlicher Freiheit der Nede hebungen über die Streits nicht nur Behörden, sondern auch Unter- daß die Italiener binnen 24 Stunden entfernt würden. und der Vereinigung kaum irgendwie gesprochen werden kann. Offen nehmer und Arbeiter gehört werden, daß wir aber andererseits un- Der Bezirkshauptmann von Reichenberg begab sich mit Gendarmerie nach Neuland und stellte durch Einwirkung auf| durch gewahrt erscheint, daß keines ihrer resp. Länder ein Interesse| Genoffen Hakenholz beantragten und einstimmig angenommenen die Slovenen die Ruhe wieder her. Es wurde keine Verhaftung in den Vereinigten Staaten oder in Kanada besigt. Ihre Aufgabe Resolution protestirten die Delegirten gegen die Versuche das borgenommen. würde in der Herbeiführung eines Kompromisses auf der Grundlage Koalitionsrecht zu beschränken. Vertreten waren auf der Konferenz leber die Ausschreitungen in Domio bei Triest meldet die bestehen, daß Kanada vor dem Verluste eines Seehafens bewahrt 7 Orte durch 22 Delegirte. Stehen auch dem Zusammenschluß der N. Fr. Pr." näheres: Sonnabend nachmittags überfielen in Domio, bleibt, während den Vereinigten Staaten jederzeit ein freier Zugang Salzbergleute zu einer kräftigen Organisation noch schwere Hindereiner von Triest 11/2 Stunden entfernten Ortschaft, ca. 30 slovenische zu dem Jumern Alaska's zu theil wird. nisse gegenüber, so hat doch der„ Verband deutscher Berg- und Bauernbursche einen Meierhof, in welchem der italienische Milchmeier de Rosa und dessen Familie wohnen, richteten an dem Meierhofe große zwischen Chile und Argentinien ist beigelegt. Die Regierungen Aus Buenos- Ayres melden die„ Times": Der Grenzstreit Hüttenarbeiter" feste Wurzeln geschlagen. Ein Feilenhauerstreik ist in der Feilenhauerei und DampfVerwüstungen an und wollten unter der Drohung, das Haus an- beider Länder werden die britische Regierung von der Markirung der schleiferei der Frau J. Andersson Ww. in Lübeck ausgebrochen. zuzünden, die Familie zum sofortigen Verlassen ihrer langjährigen Wohnstätte zwingen. Baffanten, welche Augenzeugen der an ziemlich Grenzlinie verständigen, über die sie sich bereits geeinigt haben und der Buzug ist fernzuhalten. einsamer Stelle erfolgten Zusammenrottung waren, avisirten den selben wegen Meinungsverschiedenheiten betreffend einzelne Punkte der zunächst gelegenen Sicherheitswachposten in Servola von dem Ueber- Linie besondere Schriftstücke zugehen lassen, damit die britische Nefalle, worauf Wachleute und Militär aus Servola im Sturmschritt gierung die Grenzlinie endgiltig feftfetzen möge. Die Dokumente der nach Domio eilten und die Bande zersprengten. Mehrere Erzedenten argentinischen Regierung sind bereits vorbereitet. wurden verhaftet, gefesselt und unter Militärbedeckung nach Triest eingeliefert. Zum Schuße des Hauses wurden Militär und Wachleute in Domio zurückgelassen. Ungarn. Budapest, 20. September. Die Ober- Stadthauptmannschaft wird alle nicht nach Budapest zuständigen Anarchisten von hier ausweisen. Gestern wurden vier anarchistische Arbeiter der Polizei vorgeführt, dieselben werden in ihre Zuständigkeitsgemeinden geschickt. Frankreich. In der nächsten Session der französischen Kammer werden Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutscher Metallarbeiter Verband. = Die Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalten dürfen bekanntlich ihre Gelder auch in Grundstücken verzinslich anlegen. Wie viele andere, so hat auch die rheinische Versicherungslautet, in ihrer heutigen geheimen Sizung habe die Kammer die zu niedrigerem Binsfuße ausgeliehen werden dürfen. Die Verwal Ferner wird aus Buenos Ayres gemeldet: Gerüchtweise ver- anstalt beschlossen, daß zum Bau von Arbeiterwohnungen Gelder Mobilisirung von 50 000 Mann beschlossen und einen Kredit von tung des katholischen Gefellenhauses in Elberfeld 22 Millionen Dollars bewilligt, welcher durch neue Steuern ge- hat darauf zum Zwecke der Vergrößerung des Gesellenhauses, von der deckt werden solle. Trotz der militärischen Borbereitungen glaubt rheinischen Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalt 160 000 m. Der Ausschuß der man doch mit aller Bestimmtheit an eine friedliche Lösung der zu 3 pet. Zinsen geliehen bekommen. Grenzfrage. Gewerkschaftstommission Elberfelds beabsichtigt nun, für die Errichtung einer 8entral Herberge, Gewerkschaften schon lange planen, aber wegen Mangels an Geldmitteln nicht erbauen konnten, ebenfalls ein Darlehn von der genannten Versicherungsanstalt zu erbitten. Die Freie Presse" schreibt hierüber:„ Wir werden ja sehen, was der Vorstand dazu sagt; abAchtung, Ver- lehnen unter dem Vorgeben, daß es sich bei den Gewerkschaften die sozialisten den Antrag Vaillant auf Abschaffung des trauensleute des Südens. Heute Mittwoch, abends zugleich um die Unterstüßung einer politischen Partei handele, stehenden Heeres und Einführung des Milizsystems 82 Uhr: Konferenz bei Rautenberg, Oranienſtr. 180. Die Mit- geht nicht, denn das ist bei den Gewerkschaften nicht der wieder aufnehmen und nachdrücklich verfechten. Die Stimmung der glieder werden ersucht, die Vertrauenspersonen darauf aufmerksam all, selbst indirekt lange nicht in dem Maße, als bei dem katholiDie Ortsverwaltung. französischen Bevölkerung ist diesem Antrag immer günstiger ge- zu machen. schen Gesellenverein. Lezterer beabsichtigt thatsächlich durch sein Beworden. Einerseits ist durch die Bloßstellung eines Theils des Schwarze Liften. Die Vereinigung der Berliner Leder- streben die ganzen Fäden der Zentrumspartei in diesem Gesellenhaus Generalstabes in der Affäre Dreyfus das Ansehen des Militarismus waaren- Fabrikanten hat im Hinweis auf den Streit bei zu konzentriren. Die zahlreichen hier bestehenden katholischen Verin Frankreich sehr stark gesunken. Anderntheils ist Frankreich, dessen der Firma Fischer u. Richter ein girtular erlassen, dem eine beabsichtigen, wie wir erfahren, sämmtlich ihr Domizil dort Bevölkerung 14 Millionen weniger beträgt als die Deutschlands, 19 Arbeiter bekannt gegeben werden, die am Streif betheiligt find. aufzuschlagen. Das ist ja ihr gutes Recht, aber der Vorstand der jetzt an dem Punkt angekommen, wo es auf dem Boden des alten Es wird von den Fabrikanten verlangt, daß sie von der Einstellung Versicherungsanstalt Rheinland wird nun vor die Frage gestellt ſein, Militärsystems den Wettlauf mit Deutschland nicht mehr aushalten der Streikenden Abstand nehmen. ob er das, was dem katholischen Gesellenverein recht, den Gewert tann. Eine größere Ausdehnung und Ausbildung der Wehrhaftigkeit schaften billig sein läßt." ist jetzt nur noch auf dem Boden der allgemeinen Volksbewaffnung möglich, die das ganze wehrfähige Bolt in den Wehrdienst zicht, und den militärischen Geist", wie er sich in den Esterhazy und Henry verkörpert hat, für immer ausrottet. Der Moment ist daher für den Vaillant'schen Antrag vortrefflich gewählt. Und auch in Deutschland wird man sich den günstigen Zeitpunkt nicht entgehen lassen. Niederlande. Die Versilberer werden ersucht, die Antwort der Prinzipale auf ihre Lohnforderung sofort der Lohnkommission einzusenden. Außerdem wird um regen Besuch der Versammlung gebeten, die am Donnerstag stattfindet.( Siche Inserat.) Die Lohntommission. Deutsches Reich. Ausland. Streiks in England im Monat Auguft. Dem Arbeitsamt des englischen Handelsministeriums wurden im August 45 neue Streifs, an denen 10 457 Personen betheiligt waren, gemeldet. Im Juli waren es deren 33 mit 8753 Personen, im August 1897: 60 Der Vorsitzende der Gewerkvereine christlicher Berglente mit 15 269 Perfonen. Von den 53 alten und neuen Konflikten, deren hat, wie aus einem Schreiben, das er an den Zentralvorstand ge- Beendigung im August gemeldet wurde, sind 20 mir nur 4878 PerDie General Staaten, das holländische Parlament wurde heute richtet hat, hervorgeht, seinen Posten niedergelegt. Sollte Bruft sonen zu gunsten der Arbeiter beendet, 14 Konflitte, Brustsonen an denen 103 953 Personen betheiligt, schlossen günstig für die Unternehmer von der Königin Wilhelmina eröffnet. Wir entnehmen der Thron- etiva dein Piesberger Streit zum Opfer gefallen sein? rede die folgenden Säge: ab, während 19 mit 6208 Personen durch Vergleich beendet wurden. Das sächsische Vereinsgesetz läßt für die Gewerkschafts- Der bedeutendste Streit, der in diesem Monat zu Ende tam, ist bes " Die auswärtigen Beziehungen feien fortdauernd organisationen gegenwärtig die Erörterung der Frage fehr geeignet fanntlich der Bergarbeiter- Streit in Süd- Wales. sehr freundschaftliche. Mit besonderer Sympathie sei der erscheinen, ob es nicht rathsam wäre, nachdem das Verbot des Eine Erhöhung des Lohnes erlangten 187 600 Personen, Vorschlag des Zaren, betreffend die Begrenzung der Inverbindungtretens politischer Vereine aufgehoben ist, mun zur 800 mußten eine Herabfegung über sich ergehen lassen. Die durch Rüstungen, aufgenommen worden. Die diesmaligen Auf- Gründung von Zahlstellen für die Einzelmitglieder der Zentralschnittliche Erhöhung beträgt pro Kopf und Woche 1,30 M. gaben der der Gesetzgebung bezeichnet die Thronrede als organisationen vorzugehen. Es herrscht über den hier einvon großer sozialer Bedeutung. Es werden Vorlagen an Weg unter zuschlagenden den gewerkschaftlich organisirten gekündigt, die die Verbesserung der Arbeiterwohnungen und Arbeitern keine einheitliche Auffassung. Sehr start kommt aber die Bekämpfung der übermäßigen Beschäftigung ein durchaus ablehnender Standpunkt zum Ausdruck. So hat sich Erwachsener in den Fabriken zum Zwede haben. Ferner erst vor kurzem der Vorstand des Holzarbeiter- Verbandes veranlaßt Von der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das sollen die indischen Finanzen gestärkt und die Ver- gesehen, seinen Mitgliedern die Gründung von Zahlstellen abzurathen. 52. Heft des 16. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir Anatole France und seine Schilderungen des Kolonien verbessert werden. Die Revision der Einfuhr- weisen. westindischen Die Einwände, die erhoben werden, sind nicht von der Hand zu hervor: Der Genfer Mord. französischen Provinzlebens. Von M. Beer. Georg Brandes über Polen. Von J. Karskt. zölle, heißt es schließlich, sei nahezu beendet." Die Schutzzoll= Der Kapitalismus in der Medizin. Die Errichtung von geschlossenen Mitgliedschaften an den Bestrebungen im deutschen Gartenbau. Von Herm. Holm. Notizen: einzelnen Orten hätte zur Folge, daß die weiblichen und minder- Bau und Betrieb der Pariser Untergrundbahn Le Métropolitain". Bon jährigen Mitglieder ausscheiden müßten, denn eine Betheiligung P. M. Grempe. Feuilleton: Das Strafgericht. Von J. H. Rosny. Rom, 20. September. Die Agenzia Stefani" veröffentlicht diefer verbietet der von dem reaktionären Landtag ein Autorisirte Uebersetzung von Ina Bach. folgende Note: Von neuem beginnen Gerüchte über eine 300 Mil- gefügte Baffus im§ 22 des Vereinsgesetzes. Unstreitig sind aber lionen Anleihe für die Marine sich zu verbreiten. Die völlig un gerade in den Gewerkschaftsorganisationen die jüngeren Leute zahlbegründete Nachricht ist offenbar zu Spelulationszweden in Umlauf reich vertreten und wäre auch das Ausscheiden weiblicher Mitglieder Lehte Nachrichten und Depeschen. gesetzt.tritt. der Italien. " Spanien. und Madrid, 20. September. Die Königin- Regentin hat auf das Rundschreiben des Grafen Murawiew geantwortet. Sie hebt die Anregung des Baren rühmend hervor und bezeigt völlige Uebereinstimmung mit derselben. Ein spanischer Delegirter wird für die Konferenz ernannt werden, sobald dieselbe zusammen Aus Madrid meldet der Londoner Standard", daß die Räumung Kuba's und Portorico's erfolgt sein müsse, bevor der Friedensausschuß in Paris feine Arbeit beginnen könne. Spanien fordert nummehr von Amerika, alle Festungsgeschüße nach Spanien zurückbringen zu dürfen, die vor Beginn der Feindseligkeiten auf Stuba und Portorico aufgestellt waren und durch die Kapitulation in die Hände der Amerikaner fielen. Eingelaufene Druckschriften. für die Organisation von Nachtheil. Es tömite allerdings der Ausweg eingeschlagen werden, diese zum Verein nicht zugelassenen Berufsange Memel, 20. September.( W. T. B.) Es stellt sich nunmehr, würde diese zweierlei Art der Mitgliedschaft gewiß die Einheitlichkeit der trunken sind, heraus, daß im ganzen bei dem Unglück in der letzten hörigen weiter als Einzelmitglieder des Verbandes zu führen. Jedoch nachdem feststeht, daß sämmtliche vermißten Fischer auf See erOrganisation stören und nach verschiedenen Seiten unangenehm Nacht 29 Fischer ihren Tod fanden. empfunden werden. Von diesen Gesichtspunkten ausgehend, haben Familienväter, sind in Memel beheimathet gewesen, 20 in RussischNeun derselben, größtentheils denn auch bereits an mehreren Orten die Arbeiter beschlossen, Bolangen. von der Errichtung geschlossener Zahlstellen Abstand zu nehmen. Die neue Bestimmung des Vereinsgesezes, daß Minderjährige nicht- Wien, 29. Septembr.( W T. B.) Die Politische Kors an politischen Versammlungen theilnehmen dürfen, führt natürlich respondenz" erfährt aus amtlicher schweizerischer Quelle, die Be fortgesetzt zu den sonderbarsten Maßnahmen der überwachenden Behauptung verschiedener Blätter, die schweizer Polizei habe vor Veramten. Fällt in einer Versammlung, die mit Politik absolut gar übung des Verbrechens Luccheni's über diesen von ausländischen nichts zu thun hat, irgend eine Aeußerung, die nach der weisen Polizeibehörden Mittheilungen erhalten, sei völlig falsch. Einschätzung des überwachenden Beamten politisch anrüchig ist, schweizerische Regierung hatte bezüglich des Mörders feinerlei, dann muß die Bersammlung unterbrochen und an die Winder- wie immer geartete Mittheilung von irgend einer Polizeibehörde empfangen. jährigen die Aufforderung gerichtet werden, die Versammlung zu verlassen. Als Beispiel mag eine Versammlung der Schlosser in Budapest, 20. Septbr.( W. T. B.) Die Ortschaft Kerta im Ans Madrid wird der Int. Korr." über den Kampf um Groitsch angeführt werden, in der über eine Arbeitseinstellung Beßprimer Komitat ist völlig niedergebrannt, nur 7 Häuser blieben die Herrschaft auf den Philippinen gemeldet: Aus berathen wurde. Als in der Diskussion ein Redner das Wort ergriff, vom Feuer verschont. Eine Person verbrannte, 50 find schwer verden letzten Mittheilungen, welche die spanische Regierung von Herrn um an dem sieghaften Streit die Nothwendigkeit der Organisation letzt, das Elend ist groß. Cambou, dem französischen Botschafter in Washington erhalten hat, in dem Klassenstaat nachzuweisen, da unterbrach der überwachende wird bekannt, die nordamerikanische Regierung habe Herrn Cambou Beamte den Redner, um den Borsigenden aufzufordern, die Winder- Warschau, 20. September.( B. S.) Hier und n Lodz wurden darüber verſtändigt, daß sie auf der Pariser Konferenz au folgender jährigen zum Verlassen der Versammlung zu veranlassen. Da der zahlreiche sozialistische Fabrikarbeiter verhaftet und die bei ihnen Forderung festhalten werde: Wenngleich die Vereinigten Staaten auf eine Kriegsentschädigung Borfißende für dieses Verlangen keinen Grund absehen konnte und vorgefundenen sozialistischen Schriften konfiszirt. Die Verhafteten von spanischer Seite verzichten, so sind sie doch genöthigt, zur Ent- gegen die Anordnung des Beamten opponirte, so löfte der Beamte sollen nach Sibirien verschickt werden. furzerhand die Versammlung auf. Diese Dinge wiederholen sich schädigung für das durch den kubanischen Aufstand zerstörte fortgesetzt. Die sächsischen Reaktionäre fönnen in anbetracht dieser Eigenthum nordamerikanischer Bürger 20 Millionen Dollars zu Zustände schmunzelnd toustatiren, daß ihr Juwel" an Glanz nichts fordern. Könne und wolle Spanien diese Summe nicht bezahlen, so eingebüßt hat. würden die Vereinigten Staaten die Abtretung der Insel Luzon, eingebüßt hat. sowie der dazu gehörenden kleineren Inseln verlangen. Da Die Stuckateure in Elberfeld werden am Donnerstag die hierdurch aber die philippinischen Aufständischen geschädigt Arbeit einstellen, um die Durchführung eines Lohntarifs zu erlangen. würden, so sei die nordamerikanische Regierung genöthigt, den Eine größere Firma hat bereits den Tarif eingeführt und man hofft, letzteren als Entschädigung die Unabhängigkeit der übrigen Inseln daß auch in einigen anderen Geschäften ohne Streit die Differenzen zu garantiren. Die Inselgruppe würde demnach mit Ausschluß von beigelegt werden. Luzon und deren Nebeninseln ein Freistaat unter der nominellen Oberhoheit Spaniens und der Schutzherrschaft der Vereinigten Staaten werden." Krakau, 20. September.( B. S.) Auf einem Neubau in der Anmagasse stürzte ein Gerüst zusammen. Sechs Personen erlitten dabei schwere Verlegungen. Bern, 20. September.( B. S.) Die Schweizer Regierung wird, wie in Bundesrathstreisen verlautet, dem Bundesrath einen Gesetzentwurf unterbreiten, in welchem das Asylrecht für die Anarchisten in der ganzen Schweiz aufgehoben wird. Paris, 20. September.( W. T. B.) Paul Meher, der Direktor der Ecole des Chartes, richtete an General Pellieug ein Schreiben, fand am 18. September die zweite Konferenz der Berg- und Fabrit Picquart's zu interveniren, damit die gegen denselben eingeleiteten Berg- und Fabrikarbeiter Konferenz. In Aschersleben in welchem er erklärt, es sei dessen heilige Pflicht, zu gunsten arbeiter des Magdeburg- Harzer Beckens statt. Satenholz widerfinnigen Verfolgungen aufhören. Bellieur wisse, daß Picquart Türkei. Staßfurt erstattete den Bericht der in der ersten Konferenz am nur vor das Zuchtpolizeigericht gestellt worden sei, weil er die Kaudia, 19. September. Edhem Pascha ließ durch Mauer- 19. Dezember v. J. in Staßfurt gewählten Agitationstommission Fälschung Henry's bereiten wollte. Man müsse Piquart nicht nur anfchläge und öffentliche Ausrufer der Bevölkerung bekannt geben, und fonstatirt, daß dieselbe eine erfolgreiche Thätigkeit ausgeübt hat. Gerechtigkeit wiederfahren lassen, sondern müsse ihm auch seinen daß auf Befehl des Sultans die Waffen an eine dazu besonders erNang in der Armee wiedergeben. Bellieur antwortete, er tönnte nannte Kommission auszuliefern seien. Mit der Auslieferung ist angesichts des ihm von Armeechefs gegebenen Wortes an die Echtheit bereits begonnen worden. eines Schriftstücks nicht zweifeln, welches ihm mur flüchtig gezeigt Die französischen, italienischen und russischen Kriegsschiffe und worden sei; er werde im Prozeß Picquart ohne Haß, ohne Animosität Truppen sind nach Kanea abgegangen. aussagen; er glaube an die Schuld des Dreyfus, aber heute müsse die Armee selbst die Revision verlangen, unbekümmert um die Konsequenzen. Afien. Auch die Salzbergleute und Kalifabritarbeiter beginnen einzusehen, daß sie sich eine feste Organisation schaffen müssen. Darauf ergriff je ein Delegirter aus den Orten Aschersleben, Bernburg, Staßfurt, Afen, Hedlingen, Atzendorf das Wort, um über die örtlichen Ver hältnisse zu berichten. Der Stand der Organisation wurde als stetig besser werdend bezeichnet, die Zustände auf den Kaliwerken sowohl wie auf den Braunkohlengruben lassen überall viel zu wünschen übrig. Kritisirt Aus Peking melden die" Times", infolge der Vorstellungen wurden besonders auch die Zustände auf dem königlich preußischen Kandia, 20. September.( Meldung des„ Neuter'schen Bureaus".) der britischen Regierung habe das Tsung- ligamen den General- Schacht" Achenbach" bei Staßfurt und hierbei die Nothwendigkeit Bis heute Abend sind 1600 Stück Waffen abgeliefert worden. Der direktor der Eisenbahnen, Hu- ü- Fen, angewiesen, die Verhandlungen einer Reform der Berginspektion auch für die Kali- Industrie nach englische Konsul erklärte den Christen in Patsides bei Arkaanaes, die mit der Hongkong- Shanghai- Bank" wegen Abschlusses einer Anleihe gewiesen. Hirsch gezich bei hohenmölfen überbrachte die Grüße englischen Behörden hätten die Verantwortlichkeit für die Sicherheit der zur Weiterführung der Nintschwang- Eisenbahn wieder aufzunehmen der Braunkohlenbergleute des Beiz- Weißenfelser Reviers und schilderte Muselmanen übernommen; jeder Angriff auf Muselmanen werde und zu Ende zu führen. die Lage derselben, die er als noch schlechter bezeichnen müsse, als ein Angriff auf die englischen Truppen angesehen werden. Danach scheint der russische Einspruch gegen diese Anleihe zurück- als die der Salzbergleute. Die Agitationstommission wurde Prätoria, 20. Sept.( W. T. B.) Der Präsident des Oranjes neu in Stärke von fünf Mann gewiesen zu sein. gewählt. Zum folgenden Manila, 19. September.( Times.) Die Aufständischen sind und gab ein Bild von den heute auf diesem Gebiet herrschenden die an ihn gerichteten Ansprachen sagte der Präsident, er hoffe sein Buntt: Knappschaftswesen ergriff May Hirsch Zezsch das Wort Freistaates Steijn wurde heute enthusiastisch auf der Bahnstation empfangen und Willkommen geheißen. In seiner Erwiderung auf eifrig damit beschäftigt, ihre Armee zu rekrutiren; aus Manila Mißständen. Als Forderungen hob er besonders hervor: Vereinheit Besuch werde die Bande der Einigkeit zwischen den beiden Newerden täglich Hunderte in die Listen eingereiht, doch sei die Haltung lichung des Knappschaftswesens, freie Arztwahl unter Zulassung von publiken fester tnüpfen; er gab ferner der Hoffnung Ausdruck, daß der Aufständischen freundlicher geworden. Etwa 10 pet. der Naturheilkundigen, Selbstverwaltung durch die Arbeiter u. f. w. Im ber Rest des Lebens des Präsidenten in Frieden verfließen werde. amerikanischen Truppen sind frant, Jahre 1900 würden die Mitglieder des Halberstädter Knappschaftsvereins Gelegenheit haben, in eine Bewegung zwecks Reorganisation Simla, 20. September.( Meldung des„ Reuter'schen Bureau's.") des Knappschaftswesens einzutreten, da dann das Knappschaftsstatut In der Stadt Bombay starben in der lezten Woche an der Die kanadisch- amerikanische Konferenz wird in dieser Woche geändert werden soll. Machen wir schon jetzt die dazu nöthigen Bor Best 149 Personen gegen 170 in der vorhergehenden, in den zu Quebec ihre Berathungen wieder aufnehmen. Es heißt, daß ein arbeiten! Eine Diskussion fand der vorgerückten Zeit wegen Bezirken dagegen erhob sich die Zahl der Todesfälle bis auf neuer Vorschlag behufs Regelung der Alasta- Grenzkontroverse Aus- nicht mehr statt. Es wurde noch ein Antrag angenommen, daß die nahezu 3000. Vier Todesfälle tamen in Karachi vor, zwei in fichten auf Aufnahme habe. Dieser Vorschlag soll den Schiedsspruch Agitationstommission ihr Augenmert auf die Errichtung von Wasch- Kaltutta, zwölf in der Präsidentschaft Madras, acht in der Stadt breier Staatsmänner anrufen, deren Unparteilichkeit zur genüge da- und Badeanstalten auf den Gruben richten solle. In einer vom Bangalore. Amerika. Achtung, Gewerbegerichts- Wahl: Am Donnerstag, den 22. September, von 12 Uhr mittags bis 9 Nhr abends, findet die Gewerbegerichts- Wahl in Berlin statt. Die Beisitzer aus dem Kreise der Arbeitgeber werden mittels Wahl der] Das Stimmrecht ist in demjenigen Wahlbezirke auszuüben, in Arbeitgeber, die Beisiger aus dem Kreise der Arbeiter mittels Wahl der Arbeiter bestellt. welchem der Wähler zur Zeit der Anmeldung zur Aufnahme in die Wählerliste gewohnt hat. Das Wahlrecht ist nur in Person und durch Stimmzettel auszuüben, Derjenige Wahlberechtigte, welcher außerhalb des Gemeindebezirks Berlin wohnt, welche handschriftlich oder im Wege der Vervielfältigung hergestellt sind und nicht mehr hat in demjenigen Wahlbezirke zu wählen, in welchem er zur Zeit seiner Ausnahme in die Namen enthalten sollen, als Beisitzer in der betreffenden Wahlhandlung zu wählen sind. Wählerliste eine gewerbliche Niederlassung hatte oder beschäftigt war. Die zu Wählenden müssen genau( mit Vor- und Zunamen, Stand und Wohnung) Jeder Wähler muß sich auf Erfordern des Wahlausschusses über seine Person bezeichnet sein. ausweisen. Die Wahl ist geheim und erfolgt durch Stimmzettel. Versäume Niemand, sein Wahlrecht auszuüben. Mit Nachstehendem geben wir das Tableau nach Wahlbezirken bekannt. Es sind die Wahllokale für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ebenso die zuständigen Kandidaten beider Kategorien wahlbezirksweise geordnet. Wir ersuchen, auf dem Stimmzettel keinen Namen zu streichen. Die Wahl erfolgt in den nachstehend bezeichneten Wahlbezirken und zwar in getrennten Räumen für Arbeitgeber und Arbeiter unter Leitung je eines Wahlausschusses. 1. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 3 Beisitzer: Frik Preuß, Gastwirth, Neue Friedrichstraße 20. Adolf Götz, Schneidermeister, Dessauerstr. 31. Benno Stabernack, Schankwirth, Stralauerstr. 58. Wahllokal:„ Altstädter Hof", Kaiser Wilhelmstr. 9; 18. Wahlbezirk. Zu wählen ist: von den Arbeitgebern 1 Beisiger: Heinrich Noeste, Pianoforte fabrikant, Simeonstr. 24. b) von den Arbeitnehmern 1 Beisiger: Albert Massini, Buch: a) drucker, Solmsstr. 37, III. Wahllokal: Turnhalle der 21./24. Gemeindeschule, Hinter der Garnisonfirche 2. 2. Wahlbezirk. Zu wählen ist: von den Arbeitgebern 1 Beisitzer: Karl Woldt, Buchhändler, Kanonierstr. 13. Wahllokal: Scharrenstr. 7 bei Rademacher. 3. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 1 Beisiger: Wilhelm Neyen, Fuhrherr, Neue Friedrichstr. 1. Wahllokal: Französischestr. 10 bei Haase. b) von den Arbeitnehmern 2 Beisitzer: August Strelow, Schneider, Roßstr. 2, H. II. Julius Rollmann, Kellner, Dresdenerstr. 25,§. II. Wahllokal:„ Deutscher Dom", Eingang Mohrenstraße. 4. Wahlbezirk. Zu wählen ist: von den Arbeitgebern 1 Beisiger: Karl Bittner, Buchhändler Feilnerstr. 9. Wahllokal: Zum Auerbach", Leipzigerstr. 44. 5. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von don Arbeitgebern 1 Beisitzer: Friedrich Luz, Schuhmacher: meister, Buttkamerstr. 7. Wahllokal:„ Albrechtsgarten", Wilhelmstr. 105; b) von den Arbeitnehmern 1 Beisiger: Albert Kleinert, Steinmez, Schöneberg, Sedanstr. 11/12. Wahllokal: Turnhalle der 27./44. Gemeindeschule, Wilhelmstr. 117. 6. Wahlbezirk. Zu wählen sind: b) Wahllokal: Turnhalle der 4./5. Gemeindeschule, Alte Jakobstr. 127. 19. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitgebern 2 Beisitzer: Heinrich Rahlen, Tapeziermeister, Stallschreiberstr. 43. Hugo Fritsch, Buchbinder meister, Küraffterstr. 12. Wahllofal:„ Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. von den Arbeitnehmern 1 Beisitzer: Karl Alboldt, Haus: diener, Auguststr. 38. Wahllokal: Turnhalle der 47. Gemeindeschule, Stallschreiberstr. 54. 20. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 2 Beisiger: Julius Schröder, Malermeister, Köpenickerstr. 115. Karl Bertram, Klempnermeister, Köpenickerstr. 71a. b) Wahllokal: Schmidtstr. 18 bei Keller( Grotten- Saal). von den Arbeitnehmern 1 Beisitzer: Arno Winter, Klempner, Rirdorf, Friedelstr. 4, 4 Tr. Wahllokal: Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidsir. 38. 21. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitgebern 4 Beisitzer: Heinrich Kahlen, Tapezirer und Dekorateur, Stallschreiberstr. 43. Hermann Pepertorn, Schuhmachermeister, Nene Grünftr. 39. Heinrich Wörner, Restaurateur, Kürasfirstr. 10a. Wilhelm Heine, Schuhmacher meister, Wallstr. 72. von a) von den Arbeitgebern 3 Beisiger: Ernst Köhler, Schneider: a) meister, Elsholzstr. 17. Ferdinand Kleinert, Zeitungsspediteur, Billowstr. 52. Karl Schrec, Klempnerstr., Dennewitzstr. 32. Wahllokal: Lützowstr. 10 bei Prochazka. b) von den Arbeitnehmern 1 Beisiger: Eduard Friedmeier, b) Tapezirer, Fürbringerstr. 8. Wahllokal: Vittoria- Brauerei, Lützowstr. 111/112, fleiner Saal. 8. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 1 Beisitzer: Karl Köhler, Schuhmachermeister, Bülowstr. 52. Wahllokal: Turnhalle der 92. Gemeindeschule, Winterfeldtstr. 16. b) von den Arbeitnehmern 1 Beisitzer: Karl Tscharutte, Chirurgischer Instrumentenmacher, Culmstr. 30. Wahllokal: Turnhalle der 99. Gemeindeschule, Steinmekstr. 79. 9. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 1 Beifizer: Heinrich Schröder, Bigarrenfabrikant, Kreuzbergstr. 15. Wahllokal: Turnhalle der 43. Genteindeschule, Wartenburgstr. 12; b) von den Arbeitnehmern 1 Beisiger: Julius Werwiz, Gürtler, Schleiermachersir, 12,§. II. Wahllokal: Turnhalle der 108./116. Gemeindeschule, Hagelsbergerstr. 34. 10. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 1 Beisiger: Gustav Rothe, Schankwirth, Kreuzbergstr. 12. Wahllokal: Zoffenerstr. 4 bei Heinrich. a) Wahllokal: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. 22. Wahlbezirk. Zu wählen sind: den Arbeitnehmern 2 Beifizer: Wilhelm Grabow, Schneider, Dresdenerstr. 30, H. 3 Tr. Robert Oertel, Haus: Diener, Koltbuserstr. 13, 2. Quergeb. 3 Tr. Wahllokal: Turnhalle der 49. Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. 23. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitgebern 2 Beisitzer: Karl Reil, Kohlenhändler, Grüner Weg 94; Louis 8aade, Schuhmachermeister, Küstriner Platz 8. Wahllokal:„ Andreas- Festsäle", Andreasstr. 21( Saal part.). von den Arbeitnehmern 2 Beisitzer: Albin Schuster, Weber, Koppenstraße 81, Quergeb. IV, bei Frau Wolgast; Wilhelm Mann, Tischler, Friedenstr. 61, S. II. Wahllokal: Turnhalle der 18. Gemeindeschule, Krautstr. 43. 24. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitgebern 1 Beisitzer: Albert Werdermann, Drechslermeister, Friedrichsfelderstr. 35. Wahllokal: Turnhalle der 38./135. Gemeindeschule, Koppenſtr. 84. b) von den Arbeitnehmern 2 Beisitzer: Martin Mart, Maler, Fruchtstraße 51; Karl Kranz, Droschkenfutscher, Poſenerstr. 1, III. Wahllokal: Turnhalle der 30. Gemeindeschule, Rüderdorferstr. 4/5. 25. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 1 Beisitzer: Heinrich Peege, Tischler: meister, Rüdersdorferstr. 48. 33. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 2 Beisiger: Hermann Guttmann, Graveur, Brunnenstr. 9. Gustav Sabor, Kaufmann, Invalidenstraße 159. b) Wahllokal: Keller's Gesellschaftsfäle, Bergftr. 68; von den Arbeitnehmern i Beisitzer: Paul Mud, Maurer, Kl. Auguststr. 4. Wahllokal: Bergstr. 12 bei Mündner. 34. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 1 Beisiger: Heinrich Hoppe, Schant wirth, Aderstr. 145. b) Wahllokal: Konferenzzimmer der 35. Gemeindeschule Bernauerstr. 89/90. von den Arbeitnehmern 2 Beisiger: Julius Rogatt, Schlosser, Gartenstr. 44, II. Johannes Kraushaar, Kellner, Bernauerstr. 38,§. III. Wahllokal: Turnhalle der 207./210. Gemeindeschule, Strelitzerstr. 42. 35. Wahlbezirk. Zu wählen sind: straße 9. a) von den Arbeitgebern 3 Beisiger: Karl Helbig, Friseur, Usedom: Gottlieb Hoffmann, Schanfwirth, Lorgingstr. 14. Friz Ehrte, Schuhmachermeister, Hussitenstr. 24. Wahllokal: Turnhalle der 25./103. Gemeindeschule, Ruppinerstr. 48. b) von den Arbeitnehmern 1 Beisitzer: Karl Oriwohl, Schlosser, Swinemünderstr. 71. Wahllokal: Turnhalle der 89./96. Gemeindeschule, Schwedterstr. 232/234. 36. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 2 Beisiger: Wilhelm Stengert, Brennmaterialien Händler, Buchholzerstr. 17. Emil Schmidt, Gastwirth, Tresckowstr. 22. Wahllokal: Turnhalle der 162./197. Gemeindeschule, Danzigerstr. 23. b) von den Arbeitnehmern 1 Beisitzer: Karl Manthe, Töpfer, Puttbuserstr. 26, III. mit Aussch I u B Für den I. Theil Stadtbezirke 237-244 der Grundstücke: Heinersdorferstraße 1-2 und 32, Prenzlauer Allee 21-22 von Stadtbez. 237. Wahllokal: Turnhalle der 110./174. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 166a. Für den II. Theil Stadtbezirke 245-250. Wahllokal: Turnhalle der 74./79. Gemeindeschule, Pappel- Allee 30/31. 37. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 3 Beisiger: Hermann Knorr, Glasers meister, Köslinerstr. 11. Gustav wizel, Schanhwirth, Swinemünderstr. 88. F. Döring, Bigarrenfabritant, Ruppinerstr. 21. Wahllokal: Turnhalle der 132./142. Gemeindeschule, Demminerstr. 27. b) von den Arbeitnehmern 2 Beisitzer: Hermann Körber, Buzzer, Müllerstr. 156b, III. Gustav Dewis, Former, Prinz Eugenstr. 17, II. Für den I. Theil Wahllokal: Turnhalle der 87./98. Gemeindeschule, Memelerstr. 24/25; b) von den Arbeitnehmern 3 Beisiger: Karl Hübsch, Wirker, Memelerstr. 30. Franz Stusche, Möbeltischler, Olivaerstr. 20, III. Franz Bukow, Bauarbeiter, Münchebergerstr. 10,§. I. Wahllokal: Turnhalle der 119./136. Gemeindeschule, Gubener- a) straße 51/52. 26. Wahlbezirk. Zu wählen sind: b) von den Arbeitnehmern 2 Beisiger: Otto Petri, Dachdecker, a) von den Arbeitgebern 4 Beifizer: Franz Quilik, Tischler: Dennewigstr. 19; Julius Molt, Schneider, Mittenwalderstr. 16, IV. Wahllokal: Turnhalle der 60. Gemeindeschule, Fürbringerstr. 33/34. 11. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 3 Beisiger: Albert Loewenthal, Lederhändler, Mariendorferstr. 13. Wilhelm Grahn, Schuhmachermeister, Urbanstr. 81. Theodor Dochow, Backwaaren- b) händler, Mariendorferstr. 7. Wahllokal: Viktoriapark", Blücherstr. 31. b) von den Arbeinehmern 4 Beisitzer: Wilhelm Starte, Glaser, Boechstraße 34, S. I. Bruno Winistädt, Blumen- und Feder arbeiter, Friedrichshagen, Scharnweberstr. 43. Johann Arendt, Tischler, Stalizerstr. 103 II. Robert Schön, Handschuhmacher, Bülowstr. 56, 2. Hof II. Für den I. Theil Stadtbez. 63-67 und 74-75 mit Aus: schluß der Grundstücke: Belle- Alliancestr. 90, Gneisenaustr. 1 von Stadtbez. 63. Wahllokal: Turnhalle der 133./149. Gemeindeschule, Bergmannstraße 28/29. Für den II. Theil Stadtbez. 76-78c Wahllokal: Turnhalle der 83./93. Gemeindeschule, Dieffenbachstr. 61. 12. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 2 Beisitzer: Wilhelm Börner, 3igarrenfabrikant, Ritterstr. 15, Emil köpnid, Gastwirth, Schillingstr. 30a Wahllokal:„ Stalizer Garten", Stalizerstr. 54( Saal); b) von den Arbeitnehmern 4 Beisiger: Alwin körsten, Former, Stalizzerstr. 63/64, IV; Wilhelm Hauschild, Korbmacher, Wrangelstr. 129, S. III; Karl Kirschnid, Maschinist und Heizer, Bücklerstr. 55; Wilhelm Meyer, Möbelpolirer, Sorauer: ftraße 16, I, und zwar für den I. Theil Stadtbz. 104-106 und 109 Wahllokal: Turnhalle der 115./170. Gemeindeschule, Stalizerstr. 55/56; für den II. Theil Stadtbz. 107a und 108b Wahllokal: Turnhalle der 85. Gemeindeschule, Wrangelstr. 85; für den III. Theil Stadtbz. 110-113b Wahllokal: Turnhalle der 100./102. Gemeindeschule, Forsterstr. 11/15. 13. Wahlbezirk. Zu wählen ist: von den Arbeitgebern 1 Beifizer: Otto Rasche, Drechslermeister, Wrangelstr. 11. Wahllokal: Turnhalle der 50./68. Gemeindeschule, Reichenbergerstr.44/ 45. 15, Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 3 Beisiger: Ostar Jensch, Vergolder: meister, Waldemarstr. 15; Alfred Haase, Barbier, Naunynstr. 72; Otto Kartosty, Uhrmacher, Bücklerstr. 16. Wahllokal: Adalbertstr. 21 part. bei Roll. b) von den Arbeitnehmern 2 Beifizer: Friedrich Wellsow, Zimmerer, Waldemarstr. 68, IV; Paul Hoffmann, Maurer, Oppelnerstr. 21, II. Wahllokal: Turnhalle der 42. Gemeindeschule, Naunynstr. 63. 16. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitnehmern 3 Beisiger: Paul Gallasch, Bildhauer, Mustauerstr. 49, IV; Albert Bergmann, Luxuspapierarbeiter, Reichenbergerstr. 115, Seitenfl. II; Otto Ostermann, 8immerer, Mustauerstr. 43, Quergeb. I. Wahllokal: Turnhalle der 106./152. Gemeindeschule, Brizerstr. 17/18. 17. Wahlbezirk. Zu wählen sind: meister, Große Frankfurterstr. 16. August Hed, 3igarren- b) fabrikant, Große Frankfurterstr. 4. August Gorn, Schantwirth, Carl Mücke, Uhrmacher, Königsberger Frankfurter Allee 119. straße 36. Wahllokal: Turnhalle der 81./109. Gemeindeschule, Tilsiterstr. 4/5. von den Arbeitnehmern 1 Beisitzer und zwar: Karl Koblenzer, Tischer, Muskauerstr. 26 IV. Für den I. Theil Stadtbez. 157, 158, 160, 161, 189-191 und von Stadtbez. 153: Große Frankfurterstr. 127, Koppenstr. 35; von Stadt: bezirk 155: Pallisadenstr. 88-89, Straußbergersir. 9 und 35; von Stadtbez. 159: Große Frankfurterstr. 19, Stoppenstr. 37-40 und Ballisadenstr. 38; mit Ausschluß der Grundstücke: Am Friedrichs: Hain, Straße I von Straße Am Friedrichshain" bis Straße II ( Abtheilung XIII des Bebauungsplans) von Stadtbez. 189. Wahllokal: Turnhalle der 59./181. Gemeindeschule, Diestelmeyerstraße. Für den II. Theil Stadtbez. 179-181b Wahllokal: Turnhalle der 3./203. Gemeindeschule, Petersburgerstr. 4. 27. Wahlbezirk: zu wählen find: a) von den Arbeitgebern 1 Beisiger: Albert Dietrich, Weber: meister, Waßmannstr. 11. b) a) Wahllokal: Frankfurterstr. 99 bei Wessel. von den Arbeitnehmern 2 Beisitzer: Heinrich Neuhaus, Wirfer, Friedenstr. 51, Quergeb. IV. Karl Kaiser, Schlosser, Koppenstr. 7 v. II. Wahllokal: Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Straußbergerstr. 9. 28. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitgebern 1 Beisiger: Wilhelm Schrolle, Barbier, Landwehrstr. 3. Wahllokal: Turnhalle der 6. Gemeindeschule, Georgenkirchstr. 11. a) b) Stadtbez. 251-253, 260-264 und von Stadt: bezirk 235: Bernauerstr. 26; von Stadtbez. 258: Bernauerstr. 15-24 und 84-92; von Stadtbez. 259: Strelitzerstr. 30-36 und 39-46; von Stadtbez. 265: Gartenstr. 96-112; von Stadtbez. 266: Acer: straße 69-70. Wahllokal: Aula der 61. Gemeindeschule, Stralsunderstr. 54; für den II. Theil- Stadtbezirke 254a- 254e Wahllokal: Turnhalle der 167./175. Gemeindeschule, Buttbuserstr. 23. 38. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitgebern 2 Beisitzer, Georg Eichler, Buchdruckerei besitzer, Wöhlertstraße 8. Christian Hilgenfeld, Schankwirth, Bergstraße 60. Wahllokal: Invalidenstraße 110 bei Böhme. Georg von den Arbeitnehmern 2 Beisiger, W. Fabrowsky, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter, Pantstraße 51, Quergebäude I. Weihnacht, Kellner, Fennstr. 61 part. Wahllokal: Turnhalle der 14. Gemeindeschule, Reffelstr. 3. 39. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitgebern 4 Beisiger: Julius Schmidt, Schuhmachermeister, Oranienburgerstr. 17. Karl Spaet, Gastwirth, Georgenkirchstr. 65. Otto Wendlandt, Zigarrenfabrikant, Marien burgerstr. 32. Reinhold Glazer, Schneidermeister, Landwehrstr. 20. Wahllokal: Turnhalle der 26./179. Gemeindeschule, Albrechtstr. 20. von den Arbeitnehmern 1 Beifizer: Friz Markmann, Klavierarbeiter, Gormannstr. 1, IV. Wahllokal: Turnhalle der 146./180. Gemeindeschule, Hannoverschestraße 20. 40. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 1 Beisiger: Rudolf Wegener, Huts machermeister, Strontstr. 59. Wahllokal: Turnhalle der 113./128. Gemeindeschule, Thurmstr. 86; b) von den Arbeitnehmern 4 Beisitzer: Heinrich Späthe ,. Vergolder, Wilsnackerstr. 39; Albert Werth, Maschinenbauer, Emdenerstr. 11, III; Ernst Trippel, Schneider, Lüneburger straße 22, H. IV; Julius Krause, Former, Pasewalterstraße 5, IV.; b) von den Arbeitnehmern 3 Beisiger: August Peters, Kürschner, Fransedistr. 36, III; Otto Kräder, Hausdiener, Alexandrinenstraße 41; art Schulze, Buchbinder, Naunynstraße 66, Quer: a) gebäude 3 Tr. Wahllokal: Turnhalle der 84. Gemeindeschule, Keibelstr. 31/32. 29. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitnehmern 4 Beisiger: Mar Stanowsky, Wäsche: b) arbeiter, Höchstestr. 48; Florian Tröger, Brauer, Steinmetz straße 47, Seitenfl. 4 Tr.; Edmund Beuthan, Schuhmacher, Holzmarktstr. 48, Hof r. 4 Tr.; Robert Schin i dt, Drahtweber, Schöneberg, Brunhildstr. 14, Quergeb. 4 Tr. Wahllokal: Turnhalle der 33./66. Gemeindeschule, Höchstestr. 36/37. 30. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 3 Beisitzer: Paul Hennig, Schneidermeister, Wallstr. 64; Wilhelm Spalt, Gastwirth, Weinstr. 28; Moris Kluge, Uhrmacher, Bergstraße; Wahllokal: Alte Schönhauserstr. 23/24 bei angel. für den I. Theil- Stadtbz. 284, 286-290 und 295-304 mit Ausschluß der Grundstücke: Alt Moabit 129, Werftstr. 21 von Stadtbz. 286Wahllokal: Turnhalle der 172./185. Gemeindeschule, Bremer für den II. Theil Stadtbz. 291-294. straße 13/17; 1 Wahllokal: Turnhalle der 82./90. Gemeindeschule, Thurmstr. 75. 41. Wahlbezirk. Zu wählen sind: von den Arbeitgebern 2 Beisitzer: Ernst Wienert, Tischlermeister, Schulstr. 37; Franz Frant, Zigarrenfabrikant, Röslinerstraße 5. Wahllokal: Turnhalle der 19./166. Gemeindeschule, Ruheplasstr. 5/7. von den Arbeitnehmern 4 Beisitzer: Emil Schumann, Arbeiter, Kolbergerstr. 23, I; Hermann Schulz, Droschkentutscher, Neue Hochstr. 50, Quergeb. III; Friedrich Sturm, Sattler, Manteuffelstr. 87; Erwin Weytopf, Tapetendrucker, Meyerstr. 24. für den I. Theil Stadtbz. 305-314 mit Ausschluß der Grundstücke: Exerzierstr. 12 11. 13, Schulstr. 61-86 von Stadtbz. 313. Wahllokal: Turnhalle der 183. Gemeindeschule, Müllerstr. 158/159; für den II. Theil Stadtbz. 315-318 und von Stadtbz. 319: Pantstr. 7 u. 47. Wahllokal: Turnhalle der 118./127. Gemeindeschule, Pankstr. 8. 42. Wahlbezirk. Zu wählen sind: b) von den Arbeitnehmern 1 Beisiger: Alfred Höppner, Buch- a) von den Arbeitgebern 3 Beisitzer: Wilhelm Brinkmann, von drucker, Kürassierstr. 5. Wahllokal: Grenadierstr. 33 bei Mehlmann. 31. Wahlbezirk. Zu wählen ist: den Arbeitgebern 1 Beisiger: Robert Kunst, Chemiker, Bergstr. 9. b) Wahllokal: Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, Gipsstr. 23a. 32. Wahlbezirk. Zu wählen sind: a) von den Arbeitgebern 1 Beisitzer: Hermann Ledwig, Schneidermeister, Fehrbellinerstr. 19a. Wahllokal: Templinerstr. 11 bei Berger. a) von den Arbeitgebern 1 Beisizer, Emil Bindemann, Schantwirth, Morißstraße 9. Wahllokal: Turnhalle der 57./72. Gemeindeschule, Brandenburg: b) straße 78/79. von den Arbeitnehmern 3 Beisiger: Julius Brüß, Stell macher, Gleimstr. 17 part.; Wilhelm Hentschel, Schmied, Schliemannstr. 3, Querg. III; Friedrich Weber, Schuhmacher, Schwedterstr. 27, Seitenfl. II. Wahllokal: Turnhalle der 55. Gemeindeschule, Chorinerstr. 74. Schankwirth, Prinzen- Allee 21; Hermann Thiermann, Optifer, Prinzen- Allee 37; Adolf Bärsch, Gastwirth, Dront: heimerstr. 1 b. Wahllokal: Turnhalle der 32. Gemeindeschule, Banfftr. 26. von den Arbeitnehmern 3 Beifizer: Karl Schneider, Weiß gerber, Koloniestr. 139, Stfl. III; Franz Thurow, Graveur, Nixdorf, Hobrechtstr. 83, II; Julius Rabe, Bigarrenarbeiter, Sochmeisterstr. 23. -O Für ben I. Theil Stadtbez. 276-278 und 319-320b mit Ausschluß der Grundstücke von: Pantstr. 7 und 47 von Stadt. bezirk 319 Wahllokal: Turnhalle der 73. Gemeindeschule, Wiesenstr. 66. Für den II. Theil Stadtbz. 321-326 b und von Stadtbz. 313: Ererzierstr. 12 und 13, Schulstr. 61-86. Wahllokal: Turnhalle der 140./194. Gemeindeschule, Prinzen- Allee 8. b) von den Arbeitnehmern 2 Beisitzer: Karl Dust, Leberarbeiter, Brizerstr. 35, III; Karl Irrgang, Former, Kottbuser Damm 72. Wahllokal: Turnhalle der 112./129. Gemeindeschule, Wasserthorstr. 31. Am Tage der Wahl find über Berlin 15 Wahlbureaus von der unterzeichneten Stommission eingerichtet: Für den 1.- 4. Wahlbezirk bei Mörschel, Jüdenstr. 35/36; für den 5. und 10. Wahlbezirk bei Zubeil, Lindenstr. 106; für den 6., 8., 9. Wahlbezirk bei Werner, Bülowstr. 59; für den 11. Bezirk bei Raumann, Blücherstr. 42; für den 12., 13., 15., 16. Wahlbezirk bei Streit, Naunynstr. 86; für den 17., 18., 19., 20., 21. Wahlbezirk bei Wörner, Kürassierstr. 10a; für den 22., 23., 24., 25., 26., 27. Wahlbezirk bei Wilke, Andreasstraße 26; für den 28., 29., 30., 31., 39. Wahlbezirk bei G. Müller, Lothringerstr. 30; für den 32. und 36. Wahlbezirk bei Wernau, Schwedterstr. 23/24; für den 33. und 34. Wahlbezirk bei Hoppe, Ackerstr. 145; für den 35. und 37. Wahlbezirk bei Herrmann, Puttbuserstr. 45; für den 38. und 41. Wahlbezirk bei Gleinert, Müllerstr. 7 a; für den 40. Wahlbezirk bei Pfarr, Buttligstr. 10; für den 42. Wahlbezirk bei Kerfin, Pantstr. 32 b. Das Zentralbureau befindet sich Annenstr. 16, 1 Tr. Telephon Amt VII 3733. Alle diejenigen, die am Tage der Wahl helfen wollen, begeben sich zu dem ihnen am nächsten liegenden Wahlbureau, insbesondere sind die Kandidaten verpflichtet, in dem Bureau zu helfen, wo der Wahlbezirk liegt, in dem sie aufgestellt sind. Jeder ist moralisch verpflichtet, bei der Wahl, soweit es möglich, zu helfen. Die Wahl beginnt um 12 Uhr mittags; die Hilfsmannschaften haben sich aber schon um 10 Uhr in den betreffenden Bureaus einzufinden. Die Berliner Gewerkschafts- Kommission. J. A.: Rud. Millarg, Annenstr. 16, I. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Br. 221. 15. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 21. September 1898. Internationaler Glasarbeiter Kongreß. Dritter Verhandlungstag. der belgischen Arbeiter weise eine Reihe von erbitterten Kämpfen Fabrikanten wollten darauf nicht eingehen und beschlossen gegen das unerbittliche Kapital auf. 1884 sei ein großer Streit die Aussperrung sämmtlicher Arbeiter. Am 24. Dezember 1893 vollständig verloren gegangen, die Organisation habe sich nur langsam sollte diese Aussperrnng in den Distrikten Yorkshire und erholen können und schon 1886 habe sie neue Prüfungen zu bestehen Lancashire erfolgen. 3500 Arbeiter bekamen an dem Tage, da das Berlin, Dienstag, den 20. September 1898. gehabt. Die damals verübten Gewaltthätigkeiten gegen einzelne Glas- Lied vom Heiland gesungen wird, ihre Entlassung. Nur ein Die Verhandlungen werden gegen 9 Uhr eröffnet. hütten hätte man den organisirten Arbeitern in die Schuhe geschoben, um Fabrikant gab sie nicht an dem gesezmäßigen Tage, dem Endtage leber die Lage der österreichischen Glasarbeiter der Organisation das Lebenslicht ausblasen zu können. Der Leiter der der Woche. Da die übrigen Fabrikanten nicht dulben wollten, daß ersitet Robert Preußler- Wien Bericht. Die österreichische Organisation sei als erstes Opfer auserfehen gewesen, man habe ihn dessen Arbeiter noch eine Woche länger arbeiteten, mußte der UnterGlasindustrie hat ungefähr die Größe der deutschen. Es zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt. Durch den Druck der nehmer sich dazu verstehen, die Arbeit ruhen zu lassen und giebt 3587 selbständige Gewerbetreibende mit 4000 Be- öffentlichen Meinung gezwungen, habe die Regierung 1888 Falleur den Arbeitern den Lohn auszuzahlen. Der Spaß foftete trieben, die etwa 40 000 Personen, darunter 11 451 Frauen, begnadigt, ihn aber gleichzeitig des Landes verwiesen. Falleur habe ihm zirka 10 000 Mart.( Heiterkeit.) Der Kampf beschäftigen, ein Beweis, daß die Frauenarbeit auch in der in Amerika lohnende Arbeit gefunden. 8 Gulden die Woche. Die Kinderarbeit iſt zwar ve In der Nachmittagssigung wurde folgende von der Kommission ausgearbeitete Resolution über Arbeitslohn und Arbeitszeit dem Kongreß unterbreitet: In Erwägung, daß unter dem System der Affordarbeit, welches gegenwärtig in der Glasindustrie aller Länder vorherrschend ist, der Lohn sinkt und die Arbeitsleistung erhöht wird; dauerte Die Kämpfe haben große Opfer gekostet, oft wurden 4-5 M. Beitrag pro Woche gezahlt. Die Organisation von Yorkshire und Lancashire bejizt jetzt ein Vermögen von 43 000 Pfund. In den englischen Fabriken besteht ein Arbeiterkomitee, mit welchem die Fabrikanten in Unterhandlungen treten müssen. Wir Engländer betrachten uns eben als freie Männer. Unsere Freiheit haben wir nicht auf ungesetzlichem Wege, sondern mittels der Organisation: errungen. Der Kongreß wird hoffentlich dazu beitragen, daß die Delegirten ihren Fachgenossen in der Heimath von den englischen Berhältnissen in der Organisation erzählen und sie als Vorbild hinstellen. Die englischen Arbeiter werden alles thun, um ihre festländischen Kollegen zu unterstügen, wie wir ja auch schon von den festländischen Arbeitern unterstützt worden sind. Ich hoffe, daß, wenn wir beim nächsten Kongreß zusammenkommen, die Brüderlichfeit weiter gediehen sein wird, als sie heute schon ist.( Stürmischer Beifall.) Kampf um das Koalitionsrecht! Zur parlamentarischen Erledigung der Zuchthaus- Vorlage schreibt die" Neue Berl. Korr." Zu der Nachricht, daß der Gesetzs entwurf über die Verschärfung der Strafbestim mungen des§ 153 der Gewerbe- Ordnung demnächst dem Reichstag zugehen werde, ist zu bemerken, daß dies nicht eher geschehen kann, als bis der Bundesrath seine Zustimmung zu den Entwurf schlüssig machen können, der ihr zunächst noch gar nicht dem Entwurf gegeben hat. Diese Körperschaft tritt aber erst Ans fang Oktober wieder zusammen und wird sich erst dann über den Entwurf schlüssig machen können, der ihr zunächst noch gar nicht zugegangen ist. Das„ Süddeutsche Korrespondenz- Bureau" meldet: Nach einer Rofiz verschiedener Beitungen soll Pastor Naumann in einer Vers Bera sammlung in Berlin, angeblich aus sicherer Quelle, zu dem Gefeßzentwurf über die Koalitionsfreiheit mitgetheilt haben, Bayern habe feinerzeit bei der Umfrage des Staatssekretärs Grafen Posadowsky geantwortet, daß Mißstände bezüglich des Mißbrauchs der Koalitionsfreiheit nicht vorgekommen seien. Nach den von uns eingezogenen Erfundigungen ist diese Behauptung, sofern sie überhaupt aufgestellt worden ist, unrichtig. Die„ Mil. u. Pol. Korr." schreibt: 16 Wochen; die Arbeiter kämpften noch, als sie schon kein Brot mehr Glasindustrie eine immer größere Rolle spielt. Hierzu treten noch Der Lohn in der Tafelglas- Industrie sei etwas höher im Schranke hatten und ihren letzten Rock vom Leibe ziehen mußten. die ausgedehnten, mehr als 10 000 Arbeiter und Arbeiterinnen um- in Belgien als in Deutschland, er werde aber durch Nach 16 Wochen gaben die Fabrikanten nach. Sie verlangten zwar fassende hausindustriellen Betriebe- ein Fluch für die Arbeiter- unschöne Machinationen der Unternehmer immer wieder noch die Aussperrung Völkel's, den sie für den Nädelsführer hielten schaft. Die Großbetriebe sind im Vordringen begriffen, in den verkürzt. Der Organisation gehörten jetzt 4000 Arbeiter an, davon und von dem sie glaubten, daß er von deutschen Fabrikanten beAftiengesellschaften ist besonders viel englisches Kapital thätig. feien 2000 Bläser und Schöpfer, 500 Strecker, der test stochen sei, den Streit zu schüren; aber wir englischen Arbeiter erUngarn hat ebenfalls bereits eine bedeutende Glasindustrie. ugendliche Arbeiter. Für die Tegtere Kategorie Habe tlärten uns mit Völkel solidarisch. Die Fabrikanten mußten auch Es dürften in Ungarn, Kroatien und Slavonien annähernd die Organisation ein Lohnminimum durchgesetzt. Er halte hier nachgeben und unser Freund Völlel arbeitet heute noch unter uns. 8000 Glasarbeiter beschäftigt sein. Die Zustände in den durchgreifende Schutzgesetze für alle Länder gleichmäßig für sechs froatischen und slavonischen Glashütten spotten jeder nothwendig und dazu seien starte Organisationen von hohem Werth, Beschreibung. Erklärt ein Glasarbeiter, daß er zu dem bisherigen denn nur mit starken Organisationen kann die Ausführung der beLohne nicht weiter arbeiten fann, so wird vom Besitzer der Gendarm stehenden Geseze durchgesetzt werden. In Belgien verbiete z. B. gerufen, der den Widerspenstigen ohne Verhaftsbefehl ins Gefängniß ein Gesetz die Kinderarbeit von Kindern unter 14 Jahren, aber auf führt.( Hört! hört!) Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse Petition der Eltern können auch Kinder von zwölf Jahren zur Arbeit in Desterreich find traurig. Die Entlohnung der Tafel- zugelassen werden, um den färglichen Verdienst der Eltern zu verund Flaschen- Glasarbeiter fommt jener der deutschen Glas- beffern. Nur mit starter Organisation tonne solchen Dingen arbeiter gleich, auch ist die überwiegende Zahl dieser Arbeiter die Spize abgebrochen werden. Er danke den Fachgenossen für die aus Deutschland eingewandert. Die Glasmacher arbeiten sämmtlich Einladung zum Kongresse, er sei hauptsächlich hergekommen, um die im Affordlohn; das Lohnminimum beträgt bei den Tafelglasmachern Arbeiter der übrigen Länder der Gefühle der Brüderlichkeit seitens 10 fl., bei den Flaschenglasmachern 8 ft., das sehr selten zu findende der belgischen Arbeiter zu versichern.( Lebhafter Beifall.) Maximum bei den ersteren 25 fl., bei den letzteren 20 fl. für die Hierauf tritt die Mittagspause ein. Woche. Die Hilfsarbeiter, Mozer und Einträger werden von den Glasmachern selbst bezahlt. Das ist ein furchtbares Hinderniß für die Organisation, da die Glasmacher durch das eigene niedere Einkommen gezwungen sind, auf die Löhne der Hilfsarbeiter außerordentlich zu drücken; sie haben außerdem auch noch Von den australischen Fachgenossen wird schriftlich mitgetheilt, das Büchtigungsrecht. Die Moger sagen: wie sollen wir uns mit daß für eine neue Fabrit in Sidney europäische Arbeiter geworben den Glasmachern vertragen, die unsere ärgsten Ausbeuter sind. Die in weiterer Erwägung, daß in den meisten Betrieben der Glas- werden sollen. Die Arbeiter werden von der australischen Organis Schmelzer und Schürer werden schlecht bezahlt. Drei Zentner industrie( Glashütten, Schleif- und sonstigen Veredelungswerken) das fation gewarnt, leichtsinnig Verträge abzuschließen und aufgefordert, schwere Lasten müssen diese Männer Heranschleppen, auf ihre Rücken System eingeführt ist, daß den sog. Glasmeistern, Schleifmeistern 2c. fich nicht billiger anzubieten, als es die australische Organisation schlagen die offenen Flammen und sie verdienen doch nur 6 bis die Bezahlung der ihnen zugetheilten Gehilfen, Lehrlinge und erlaubt. ber- sonstigen Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen auferlegt ist; Der Kongreß tritt hierauf in die Diskussion der oben mits boten, und doch werden massenhaft schulpflichtige Kinder in einem in fernerer Erwägung, daß diese Art der Lohnzahlung eine getheilten Resolution ein. Betriebe beschäftigt, bei dem ihre Gesundheit die allerschwersten schrankenlose Ausbeutung ihrer Arbeitskräfte, namentlich der Von verschiedenen Seiten werden Bedenken gegen die Festsetzung Schädigungen erfahren muß. Die Arbeitszeit schwankt von 8 bis jüngeren Arbeiter durch ihre älteren Arbeitsgenossen zur Folge hat. von Minimallöhnen erhoben, da eine solche die jetzt schon höher be12 Stunden. Selbst dort, wo die Art des Betriebs eine Unter- was den sittlichen Grundsägen und materiellen Interessen der zahlten Arbeiter schädigen könnte. Von Horn, Lambillotte, brechung zuläßt, wird nachts und Sonntags gearbeitet. Selbst die Arbeiter Hohn spricht und endlich, daß dieses System den Buck und Preußler wurden aber diese Bedenken zerstreut, geringen Wohlthaten, welche die Arbeiter anderer Berufe durch die Unternehmern die Möglichkeit giebt, jeden Augenblick den Lohn worauf die Resolution einstimmig angenommen wird. Arbeiterschutz- Gesezgebung erhalten haben, wie Magimalarbeitstag, herabzudrücken, fordert der Kongreß: geordnete Lohnauszahlung, Sonntagsruhe, Verbot der Nachtarbeit Es soll in allen Betrieben der Glasindustrie ein Lohnminimum müssen die Glashüttenarbeiter entbehren. Das ganze Johnsystem trägt festgesetzt, die Akkordarbeit abgeschafft und die Entlohmung der Genoch mittelalterliche Züge. Die Lohnauszahlung und die Kündigungsfrist hilfen und Lehrlinge von den Unternehmungen in eigene Regie geist in allen Betrieben verschieden. In einigen Betrieben wissen die nommen werden. Arbeiter überhaupt monatelang nicht, was sie verdient haben. Das Lohnminimum soll betragen: Für Tafelglasmacher 40 M., Das Fabrikwohnungs- System ist weit verbreitet und kettet Flaschenglasmacher 35 M., Weißglasmacher 35 M., Schleifermeister den Glasmacher wie einen Sklaven ant die Fabrik. In 35 M., Schleifergehilfen 20 m. pro Woche. Für die ersten Gehilfen der Glaskurzwaaren- Industrie, in der Perlen, Knöpfe, Lurus- der Tafelglasmacher 25 M., für alle anderen ersten Gehilfen der flaschen und Phantasie- Artikel fabrizirt werden, sind etwa 16 000 Ar- Glasmacher 20 M. Bet allen anderen gelernten Glasarbeitern und beiter beschäftigt. Diese Industrie, die im fergebirge betrieben deren Gehilfen, sowie bei Professionisten, Hilfsarbeitern und LehrZuerst verdienten die Arbeiter gut. Dann aber kam die Ueberproduktion, Lohn stehen. Für Hausindustrielle Glasarbeiter sollen 20 M. Wochen wird, ist eine Exportindustrie in des Wortes vollster Bedeutung. lingen soll das Lohnminimum im entsprechenden Verhältniß zum die Krise und ein furchtbarer Nothstand. Von 12 fl. wöchentlich fant verdienst als Minimum angenommen werden. Die Abrechnung und der Durchschnittslohn im Jahre 1889 auf 1 fl. bis 11½ fl. Dieser Noth- Lohnauszahlung hat wöchentlich zu geschehen. stand hat feit 1889 bis in dieses Jahr mit furzen Die tägliche Arbeitszeit soll in allen Betrieben acht Stunden, Unterbrechungen die nordböhmischen Glasarbeiter heimgesucht und das heißt im Maximum inkl. Ruhepausen, 48 Stunden die Woche, ist zu einer Tragödie geworden, in der das Elend der schlesischen betragen. Lohnweber aus den vierziger Jahren seine Auferstehung feiert. Bei Es ist dafür zu sorgen, daß die Arbeiter ohne Unterschied der den czechischen Arbeitern fam es zu Berzweiflungsthaten, Waaren Arbeitskategorie in der Woche einen Ruhetag genießen. Der Kongres und Maschinen wurden zerstört und 35 Jahre Kerker- fordert daher die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe in der strafe wurden verhängt. Die deutschen Arbeiter, die der Dauer von mindestens 36 Stunden. Sozialdemokrate und der Organisation der Organisation angehörten, hielten Die Nachtarbeit und Ueberstundenarbeit sollen beseitigt werden. sich von diesen Ausbrüchen fern. Die Aufklärung und die Solange dies die Art des Betriebes noch nicht zuläßt, sind Nacht Organisation wirken wie ein Sicherheitsventil. Wird die arbeit und Ueberstunden unbedingt auf das mindeste nachweisbar „ Es gilt nicht für ausgeschlossen, daß gegen die beabsichtigte Organisation unterdrückt, so kommen die schlimmsten Zeiten.( Sehr erforderliche Maß zu reduziren. richtig.) Auch in diesem Jahre herrscht wieder ein furchtbarer Noth- Um vorstehende Forderungen durchzusehen, ist die nationale Verschärfung der Bestimmungen des§ 153 der Gewerbe- Ordnung stand. In den letzten fünf Jahren sind infolge der Armuth Organisation auszubauen und der Anschluß aller Länder an die zum Schußze Arbeitswilliger im Sinne vielbesprochener Kundgebungen der Arbeiter 3000 selbständige Gewerbetreibende zu grunde internationale Organisation durchzuführen. Gleichzeitig sollen die der letzten Jahre von seiten einzelner verbündeter Regierungen ergegangen. Die Bevölkerung des ganzen fergebirges ist be Fachgenossen in allen Ländern Aftionen für die Erweiterung der hebliche Bedenken werden geltend gemacht werden." Die Boss. 8tg." bemerkt hierzu:" Von der württembergischen figlos geworden. Durch unermüdliche Arbeit ist es jedoch der Arbeiterschutz- Gefeße durchführen und insbesondere alle Kundgebungen Regierung nahm man als selbstverständlich an, daß sie opponiren Organisation gelungen, überall Minimallöhne durchzusetzen. Um für die gesetzliche Durchführung des Achtstundentages unterstützen. diese Minimallöhne in der Hausindustrie zu erhalten, was besonders Greenwood Castleford giebt hierauf den Bericht über die werde. Nun aber scheint es, als ob das ministerielle Widerstreben schwierig ist, hat der Monopolist für das Rohglas, der Millionär Lage der englischen Glasarbeiter. Die Lage der englischen Glas- fich nicht auf die süddeutschen Höfe beschränke." Riedel, dem an der Erhaltung der Industrie liegen muß, 100 000 fl. industrie sei eine gute, nur 1893 sei eine fleine Geschäftskrise einzur Errichtung eines Waarenhauses hergegeben, um den Verkauf getreten. Trotzdem klagten auch die englischen Fabrikanten, daß der Waaren an einer Stelle zu konzentriren. Auch hat die Re- fie der Kokurrenz wegen den Arbeitern die hohen Löhne gierung auf unser Drängen hin schließlich einen Beitrag gespendet. nicht zahlen könnten. Aber der Arbeiter stehe auf dem Wir haben hier ein Stück Kulturarbeit geleistet. Die jetzt Standpunkt, daß er nicht arbeite den Fabrikanten zu Liebe, damit festgesetzten Minimallöhne stellen für die einzelnen Produkte Er- diese sich die Hälse gegenseitig abschneiden könnten, sondern er verhöhungen von 10 bis 250 pet. dar.( Beifall.) Die Organisation lange einen Lohn, der ihm ein auskömmliches Leben ermögliche. der österreichischen Glasarbeiter besteht seit 1890, nachdem schon in Die Organisation, fährt Redner fort, ist in England den 70er Jahre sich kleine Vereine gebildet hatten. Es ist die eine gute. In der Flaschenbranche ist jeder Arbeiter organisirt. Union aller Glas- und keramischen Arbeiter Desterreichs, die( Bravo). Nachdem wir die Arbeiter alle in der Organi gegenwärtig 42 Glasarbeiter- Ortsgruppen mit 1720 Mitgliedern fation hatten, haben wir diesen Zustand auch ausgenutzt, strenge umfaßt. Außer der Union besteht noch der Verband der Gesetze gegeben und den Austritt unmöglich gemacht. Wir haben Glasarbeiter in Haida mit 1300 Mitgliedern und noch es durchgesetzt, daß ein Arbeiter, der der Organisation untreu einige fleinere Vereine. Seit ihrem Bestehen hat die Union rund wird, aus der Fabrik ausgeschlossen wird. Mit einem 150 000 Ft. Arbeitslosen- und Streit- Unterstüßung gezahlt. Sie hat solchen Arbeiter arbeitet von 111 niemand zusammen. durch große Streitbewegungen viel gelitten. Denn ein Mittel, die( Bravo.) Freilich sind solche solche Fälle bisher nur zweimal Organisation zu bekämpfen, ist die Kunst der Unternehmer, unsinnige vorgekommen. Die Fabrikanten wollten sich zwar gegen diese ForStreits zu provoziren.( Sehr richtig.) Unsinnige Streits aber derung von uns auflehnen, mußten aber schließlich nachgeben. Auch find das Gift jeder Organisation( Sehr richtig), das die Weißglasbläser sind sehr gut organisirt, nur die Tafelglasarbeiter haben wir verspürt. Die Glasarbeiter Desterreichs find haben keine Organisation. Das haben sich natürlich die Unternehmer Sozialdemokraten. Wir begrüßen die internationale Organisation zu nuge gemacht. Da in England der Kontraktbruch bestraft wird, mit Freuden. Wollten wir auf die volle Durchführung der nationalen haben sie mit den Arbeitern Verträge von verschiedener Organisation warten, müßten wir noch lange warten. Unsere Dauer abgeschlossen und so eine gemeinsame ArbeitsniederIndustrie ist international, die Unternehmer sind international ver- legung verhindert. Jetzt fangen aber auch diese Arbeiter mit der bunden. Unsere nationale Organisation gewinnt durch die inter- Organisation an, vorläufig müssen sie das aber im geheimen nationale und umgekehrt. In jedem Lande muß eine Aktion thun. Die Arbeitszeit beträgt in der Woche 46-52 Stunden bei für einheitliche Regelung der Arbeitszeit durchgeführt werden. fünftägiger Arbeitszeit. Sonnabends und Sonntags wird nicht für Die österreichische Arbeiterschutz- Gesetzgebung muß auf muß auf die gearbeitet. Fünf Tage Arbeit sind in der Glasindustrie auch genug. Glasarbeiter ausgedehnt ausgedehnt werden. Wir müssen Sonntags- Speziell die Sonntagsarbeit ist eine Schande für die Länder, welche ruhe haben. Jetzt hat der österreichische Glasarbeiter nur 6-7 Tage sich noch zur christlichen Religion bekennen.( Beifall.) Ich bin Treu und Glauben, zwei Faktoren, die sonst als für das gesellim ganzen Jahre frei. Dieser Kongreß wird hoffentlich allen ein alter Mann und guter Christ, was bei der jungen schaftliche Leben unumgänglich nothwendig gelten und es thatsächlich Ländern bestimmte Direttiven geben, um überall zu einem einheitlichen Generation ja oft anders ist, und ich verlange als auch sind, sollen bei den Arbeitern durch die Zuchthausgesezvorlage werden. Christ behandelt zu Vorgehen zu gelangen.( Lebhafter Beifall.) Ich will mein Leben nicht mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. So und nicht anders Ein Telegramm der französischen Delegirten fündigt ihr nach völlig in in der Fabrik aufopfern und verlange dasselbe ist es aufzufassen, wenn das Prinzip des Schutzes der Arbeitsträgliches Erscheinen an. Recht, wie die höchst gestellten Personen des Landes. In England willigen vor jeder, selbst der leisesten Beeinflussung seitens Streifender Im Namen der belgischen Glasarbeiter spricht 2ambillotte, verdienen die Kugelflaschenmacher 120-160 m. wöchentlich, die noch weiter auf die Spize getrieben werden soll, als es thatsächlich Mitglied des belgischen Abgeordnetenhauses, aus Jumet bei Charleroi. Weißglasmacher 30-50 m., die Medizinglasmacher 60 M., die schon geschieht. Aus den bisher erstatteten Berichten habe er ersehen, daß überall Tafelglasmacher 30-80 m., die Strecker 30-60 m., die Lager- Standesehre und Standesbewußtsein, Korpsgeist, Kameraddie gleiche Noth, das gleiche Elend unter den Arbeitern herrsche, daß arbeiter 24-40 M., Schürer 30-50 M., die Tagelöhner 18-30 m. schaftlichkeit, Solidarität: alle diese verschiedenen Namen bezeichnen auch in Oesterreich die Ausgebeuteten Ausbeuter aus Ausgebeutesten und jugendliche Arbeiter 5-16 M. pro Woche. Die Arbeitszeit ist im grunde genommen dasselbe. Was in den sogenannten befferen werden müssen, die Glenden Ausbeuter an den Glendesten, die eine achtstündige. Natürlich find solche Verhältnisse nicht glatt erreicht Kreisen die Standesehre, das Standesbewußtsein, in studentischen Arbeiter an ihren Kindern. Die Löhne in Belgien seien niedrig, worden, es hat harte Kampfe gekostet. Der legte große Glasarbeiter- Kreisen der Korpsgeist, in militärischen Kreisen die Kameradschafts Dieser Streit war hervorgerufen lichkeit beinahe so niedrig wie die italienischen. Der Bläser erhalte für den streit war im Jahre 1893. das ist bei den Arbeitern in noch weit höherem Maße Quadratmeter Tafelglas 18 Cts., wovon ihm aber nur 13 Cts. worden durch die regelmäßigen großen Arbeitsentlassungen während das Solidaritätsgefühl. Es sind das alles ungeschriebene Geseze. wirklich blieben. Die Unternehmer hätten früher noch die des Winters. Die Fabrikanten wollten dadurch die Unterstüßungs- Während aber in allen anderen Gesellschafts- und Berufsklassen Arbeiter dadurch betrogen, daß fie das gelieferte Glas tassen schwächen, um dann die ganze Organisation zerstören zu Verstöße gegen diese ungeschriebenen Geseze ganz selbstverständlich mit ungeaichten Maaßen gemessen hätten. Erst durch die können. Die Arbeiter drehten aber den Spieß um, wir verlangten, geahndet werden, wobei noch in betracht zu ziehen ist, daß hier Macht der Organisation seien sie zur Anwendung des gesetzlich daß die Arbeiter nicht mehr entlassen wurden, sondern daß die vor- selten jemand durch solchen Verstoß materiell geschädigt wird, ist es geaichten Maßes gezwungen worden. Die Organisationsgeschichte handene Arbeit unter alle Arbeiter gleichmäßig vertheilt werde. Die den Arbeitern nicht einmal gestattet, durch sachliche Vorstellungen M " ,, Die Arbeiterbewegung". Wohl veranlaßt durch den großen Eindruck der Oeynhausener Rede hat ein Herr Moritz Warschauer den Beruf gefühlt, für die armen Arbeitgeber ein Informationsorgan über die bösen Arbeiter zu gründen. In der Ankündigung des Unternehmens heißt es: Einer der größten Uebelstände, unter welchen das Ges werbe und namentlich die Großindustrie leidet, wird mit Recht darin erblickt, daß die Arbeitgeber über die fie allernächst berührenden Vorgänge und Bestrebungen der Arbeiter meist sehr mangelhaft oder gar nicht unterrichtet sind. Die Folge davon ist, daß einzelne Unternehmer und oft ganze Branchen von Kundgebungen oder Forderungen ihres Betriebspersonals wie von einer Explosion überrascht werden. Unvorbereitet und vielleicht durch eingegangene Verpflichtungen in einer Zwangslage stehend, wird der einzelne Industrielle gezwungen, extreme Bedingungen zu be willigen, die seine und mitunter auch die Konkurrenzfähigkeit der ganzen Branche in Frage stellen. Um die deutsche Industrie vor solchen Rückschlägen zu schüßen und sie durch rechtzeitige Informationen über die Arbeiterbewegung aller Branchen in übersichtlicher, flarer und eingehender Weise vor Schaden zu bewahren, lassen wir vom Oktober d. J. an jeden Mittwoch eine Wochenschrift unter dem Titel: Die Arbeiterbewegung. Ein Organ für alle Arbeitgeber, erscheinen, die bernfen sein soll, den Arbeitgebern wichtige Dienste zu leisten." Wir sind begierig, ob Herr Moritz Warschauer bald einen Orden soziale Verdienste erhalten wird. Zuchthausgesetz und Landesvertheidigung. auf denjenigen einzuwirken, der nicht blos die Gesetze der Solidarität! übertritt, sondern als Streifbrecher ihrer Sache oftmals den größten I. Schaden zufügt. Was in anderen Kreisen als selbstverständlich gilt, das sollen und dürfen die Arbeiter nicht thun; das II. wurde bisher schon mit oftmals recht hohen Gefängnißstrafen geahndet und soll in Zukunft sogar mit der entehrenden Strafe des Zuchthauses gefühnt werden. Damit wird also offen der Grundsatz proklamirt, daß es fürderHin in Arbeiterkreisen nicht als Ehrlosigkeit gelten soll, seinen Sollegen und Mitarbeitern, seinen Klaffengenossen gegenüber die Gesetze von Treu und Glauben mit Füßen zu treten. Es wird der jenige zum besonders zu schützenden Ehrenmanne erhoben, der sich in der offenkundigsten und schmutzigsten Weise gegen seine Klassengenossen als Verräther entpuppt. Dagegen wird derjenige Arbeiter als ehrlos erklärt und ins Zuchthaus gesteckt, der seinem abtrünnigen Mitarbeiter ins Gewissen redet, ihm seinen Verrath klar zu machen sucht. Damit wird dann weiter der Grundsatz aufgestellt, daß es für den Arbeiter die größte Ehre ist, ein Ehrgefühl, tein Solidaritäts-, tein Klassengefühl zu haben! Diejenigen, die es sich zur Aufgabe gestellt haben, den deutschen Arbeitern zu solchen Gesetzen zu verhelfen, scheinen in dem Glauben befangen zu sein, daß die modernen Arbeiter überhaupt kein Ehrgefühl besigen, wie man im Mittelalter den Leibeigenen und Hörigen ja auch jedes Ehrgefühl absprach. Vielleicht kommt man dann auch dazu, durch irgend wen beweisen" zu lassen, daß die Arbeiter überhaupt gar keine Menschen sind, wie die Pfaffen bei Einführung der Negersklaverei ja auch bewiesen" haben, daß die Neger teine Menschen sind. Jahr 1896/97 Zur Gewährung von Zuschüssen für ländliche Fortbildungsschulen 36 000 m. Dispositionsfonds zu Prämien bei Pferderennen 1897/98 50 000 M. Blatt 210 000 210 000 " " Partei- Machrichten. Vertheidigung der Prügelftrafe in einem sozialistischen das hätten wir für unmöglich gehalten. Die„ Rhein- Westf. Arbeiter- Zeitung" in Dortmund ist es, der die Ehre zufällt, dieses UnZur Beruhigung solcher, die bei dieser Vertheilung der Gaben mögliche möglich gemacht zu haben. Nach der Erdolchung der eine Benachtheiligung der Pferdezucht befürchten, fügen wir hinzu, Kaiserin von Oesterreich brachte das genannte Blatt eine Lokalnotiz, daß die gesammte Gestütsverwaltung 1897/98 bei einer Einnahme in der die Prügelstrafe für Anarchisten empfohlen wurde. Die Notiz von 2 542 440 M. und einer Ausgabe von 3 986 217 M. einen Zu- erregte in Parteitreisen peinliches Aufsehen, indeß man schrieb sie schuß von 1 443 777. nöthig machte. Ferner finden wir im Etat einem, unter den Verhältnissen erklärlichen Uebereifer in der Zurückdes Landwirthschafts- Ministers folgende Rubrik: weisung der Gemeinschaft mit den Anarchisten zu und die Taktlosigkeit 1896/97 1897/98 wurde vergessen. Allein jetzt kommt die Rh.- Westf. Arb.- 3tg," aber auf jene Lokalnotiz zurück, bauscht sie zu einem Leitartikel auf und spricht sich prinzipiell für die Prügelstrafe aus. Sie schreibt in ihrer gestrigen Nummer kurz und bündig": Dispositionsfonds zu Prämien für die Zucht von Hengsten und Stuten im Besitz von Vereinen und Privaten, zu Prämien für den Import von Vollblut- Zuchtpferden und zu andern dahin gehörigen Zweden 180 000 m. In beiden Etatsjahren erhielt dieser Fonds noch ordentliche Verstärkung von je 70 000.! 180 000 m. eine außer Ein Fachmann über die preußische Volksschule. In einem Artikel über„ Bollsschul- Reformen" äußerte sich 1895 der Berliner städtische Lehrer, Herr J. Tews, nach eingehender Besprechung der in den letzten Jahren ergangenen Geseze, Verordnungen und Erlasse folgendermaßen: Wir meinen, es besteht in der That die Gefahr des Zerfalls unseres gesammten Volksschulwesens", und unsere Unterrichtsverwaltung unterliegt Einflüssen,„ die das preußische VolksSchulwesen in seiner ganzen Eristenz auf's ernstliche ge= Es liegt uns fern, hier etwa zu scherzen. Im Gegentheil, es fährden". Nur weicht unser Urtheil darin von dem ist uns bitterer Ernst, wenn man bedenkt, was bisher schon alles des Kultusministers ab, daß wir das verhängnißvolle Gesetz als Behinderung Arbeitswilliger" angesehen und bestraft wurde vom 26. Mai 1887 nicht allein und auch nicht in erster Linie und wenn wir deshalb hier erklären: Die Bestrafung der verantwortlich machen können. Wir sehen auch keine Möglichkeit, gesetzmäßigen Behinderung Arbeitswilliger durch daß die das Volksschulwesen vernichtenden Einflüsse in nächster Zeit Anreizen" zum Streit mit Zuchthaus würde gleich zurückgedrängt werden könnten. Schlimmer, als es heute bedeutend sein mit der Ehrloserklärung der um die Volksbildungs- Anstalten bestellt ist, war arbeitenden Klasse Deutschlands überhaupt! es nie um sie bestellt, selbst unter Mühler und Raumer " " Gelangt jetzt in das preußische Abgeordnetenhaus eine konservative Majorität, so dürfte die Volksschule noch hinter den Mühler'schen Stand zurückgedrängt werden. Hat doch ein Berliner Professor, wenn wir nicht irren in der Kreuz- Zeitung", den Vorschlag gemacht, die ausgedienten Unteroffiziere als Vollsschullehrer zu verwerthen! In Frankfurt a. O. Ob wohl die Scharfmacher bedacht haben, in wie ungeheurer nicht. Jene Minister wollten die Reaktion; heute steht ein Mann Weise sie damit das„ nationale Ansehen" Deutschlands im Auslande an der Spitze der Unterrichtsverwaltung, der weniger reaktionär schädigen? Aber die deutschen Arbeiter werden sich ihre Ehre nicht denkt und noch weniger reaktionär spricht, aber vollständig ein rauben lassen. Steckt man die Anreizer zum Streit" und diejenigen, Spielball der Vertreter des schwärzesten Rückschritts geworden ist. die Arbeitswillige mit anständigen Mitteln zur Theilnahme am Streit Während jedermann von Tag zu Tag hoffte und großartige Besse zit bewegen suchen, ins Zuchthaus mun, dann kommen ehrliche rungen im gange glaubte, waren die Feinde der Poltsbildung eifrigst Leute ins Zuchthaus und fein vorurtheilsfreier Mensch wird dann am Werke und führten die Schule in aller Stille dahin zurück, wo noch die Bestrafung mit Zuchthaus für etwas Besonderes halten. sie unter Mühler stand." Aber auf eins seien die Scharfmacher hingewiesen. Dieselben halten ja wohl Deutschlands herrliches Kriegsheer" für das einzige Mittel, Deutschlands Macht und Ansehen nach außen hin zu wahren. Von dem„ inneren Feind" wollen wir hier nicht sprechen. Nun dürften ja wohl aber die Scharfmacher wissen, daß sich dieses Kriegsheer fast nur aus den Söhnen der Arbeit rekrutirt. Im Falle eines Krieges fommen dazu noch hunderttausende von Reservisten und Landwehrleuten, ebenfalls aus der arbeitenden Bevölkerung. Wie denn wenn alle diese wirklich die Anschauungen in sich auf- beschäftigte sich am vorigen Mittwoch eine Parteiversammlung mit nehmen, die man ihnen durch die in Aussicht gestellte Krönung der Landtagswahl. Nach der„ Märkischen Volksstimme" hat der der Sozialreform imputiren will: Daß die größte Referent Faber u. a. ausgeführt: Ehre für den Arbeiter ist, teine Ehre, kein Kame= Wir stehen in unserem Wahlkreise garnicht so schlecht da, und radschaftsgefühl, teinSolidaritäts- und Klassen- wenn tüchtig gearbeitet wird, ist es uns möglich, die Konservativen gefühl zu haben! Wenn nur allein der nackteste, brutalste aus dem Landtage zu verdrängen. Wenn wir auch keinen Abgeordneten Egoismus, der Selbſterhaltungstrieb in seiner rohesten Form, der in unserem Wahlkreise durchbringen werden, so wird es uns in einGrundsay: Jeder ist sich selbst der Nächste des Arbeiters einziges zelnen Bezirken gelingen, Wahlmänner durchzubringen. Wenn wir Leitmotiv ist? Und wenn solche Grundsätze schließlich dem ganzen den Konservativen nur 40 Wahlmänner entreißen können, so haben Bolle anerzogen, Gemeingut der Nation würden, was würde dann gleich sie unsere Gegner sind, wie jene, unsere Forderungen stellen." wir das Heft in Händen. Wir können dann den Freisinnigen, obaus Deutschlands herrlichem Kriegsheere" werden?! Der Beschluß geht dahin, daß überall da, wo es geboten erscheint, eigene Wahlmänner aufzustellen sind, wo es nicht möglich ist und die Genossen geschädigt werden, soll für den freisinnigen Wahlmann eingetreten werden. Die Antwort mögen die Scharfmacher sich selber geben. Stark besuchte Protestversammlungen find weiter abgehalten worden in Brandenburg a. H., Lands= berga. W., Weißenfels, Ludwigshafen. Die Parteikonferenz des Kreises Reichenbach- Neurode beschloß die Verbreitung eines Flugblatts für Erhaltung des Koalitionsrechts. Ein katholisches Blatt über die Oeynhauser Rede. Der in Köln unter der Redaktion des Kaplans Heßdörffer erscheinende Christliche Arbeiterfreund" bespricht in seiner jüngsten Nummer die angekündigte Zuchthausvorlage. Das Blatt führt aus: Erst wenn die Unterhandlungen, die dem Streit noch vorhergehen, gescheitert, wenn jedes andere friedliche Mittel vergebens versucht sei, würden die Führer der Arbeiter den Streik empfehlen. Dann schreibt es weiter: Die Parteikonferenz des Wahlkreises Lennep RemscheidMettmann = Die Parteikonferenz für den Wahlkreis Höchft- UfingenHomburg Wenn Prügel wirklich zur Verhinderung von Morden dienen, so find sie berechtigt. Der Gewinn, den die Prügel bringen, übersteigt dann den Schaden, den sie anrichten, bei weitem. Die entgegengesette Ansicht halten wir für verbohrte Prinzipienreiterei. Es kommt also darauf an, ob Brügel wirklich einen Mord zu verhindern geeignet sind. Diese Frage bejahen wir, soweit es sich um anarchistische Morde handelt. So ziemlich alle anarchistischen Attentäter sind von einer unsinnigen Ruhmsucht erfüllt gewefent. Diese war ein wesentlicher Beweggrund der That. Solche Herostrate züchten helfen jene Ordnungsblätter, die sich mit den Bildern der Mörder„ schmücken". Prügel aber entehren. Sie befriedigen nicht die Ruhmsucht, sondern bewirken das gerade Gegens theil; sie machen einen Menschen zum Gegenstand des Spottes und der Verachtung, wenigstens wenn sie auf Befeht einer mit Ansehen umkleideten Stelle, der Justiz, ertheilt werden. Wenn auch einige Anarchisten so verdreht sein könnten, ihre Hiebe als einen Grund des Stolzes hinzustellen, so wird das Urtheil der übrigen Menschen diese Anschauung sicher ersticken. In solchen Dingen regiert das gemeinschaftliche Urtheil den Einzelnen. Wie wäre nun die Bestimmung zu formuliren? Ob man gleichmäßig mit dem Morde den Mordversuch behandeln darf, lassen wir dahingestellt. Es ist aber nicht mur der anarchistische Mord und event. Mordversuch, sondern, damit der Eindruck einer Ausnahmebestimmung gegen eine bestimmte politische Richtung vermieden wird, überhaupt der politische Mord durch eine Prügelstrafe, die der Richter ausspricht, neben der bisher üblichen Strafe deren Reformbedürftigkeit im übrigen eine Sache für sich bildet zu ahnden. Damit mur Herostrate getroffen werden, ist es richtiger, daß der Richter auf Schläge erkennen kann, als daß er darauf erkennen müsse. Vor der härteren und entehrenden Bestrafung des politischen Mordes im Unterschiede vom gemeinen werden allerdings manche Mitglieder fortgeschrittener Parteien zurückschrecken. Aber der politische und der gemeine( richtiger: private) Mord sind in der realen Sache dasselbe, und wer die Heiligkeit des Menschenlebens zur vollen Anerkennung bringen will, der handelt nicht folgerichtig, wenn er seinen Schutz in bestimmten Fällen unter Berufung auf den Beweggrund der That vermindert. Der Schutz des Menschenlebens steht um einiges höher als die Humanität gegen einen Mörder. Das scheint uns unzweifelhaft, und daraus ziehen wir die Konsequenz. Warum wir den gemeinen Mörder nicht geprügelt wissen wollen, das ist, weil dieser in der Regel nicht den Beweggrund hat, der den Anarchisten leitet und den die Prügelstrafe ersticken soll. Vielleicht schilt uns der eine oder andere in diesem Falle„ reaktionär". Wir aber halten die absolute Heiligkeit des Menschenlebens für die primitivste Errungenschaft der Zivilisation und bes danern, daß unsere Gesetzgebung sie noch nicht immer ausreichend schützt." Wir trauten unseren Augen nicht, als wir das lasen. Ist das ein sozialistisches Blatt? Mühe. Wir nehmen nur den ersten Satz, auf dem das ganze TrugAuf die Sophismen im einzelnen einzugehen, verlohnt nicht der Gebäude ruht: find sie berechtigt." ,, Wenn Prügel wirklich zur Verhinderung von Morden dienen, in faßte mit allen gegen eine Stimme den Beschluß, sich an der Landtagswahl nicht zu betheiligen, da, wie in der Diskussion betont wurde, die Freisinnigen, die man eventuell unterstützen könne, als Mit demselben Recht komte der Verfasser des Artikels sagen: „ Kleineres Uebel" nicht anzusehen seien, sich im Gegentheil an Arbeiterfeindlichkeit und Rückgratlosigkeit von den den Wahlkreis fie berechtigt." Wenn Prügel wirklich die soziale Frage lösen, sind beherrschenden Nationalliberalen in nichts unterschieden und bisher Können denn aber Prügel zu Verhinderung von Morden übrigens auch noch keine Anstalten getroffen hätten, den Wahlkreis dienen? zurückzuerobern. Der Delegirte zum Stuttgarter Parteitag, Genosse richtet, zerfallen Die Anarchisten, gegen die sich der Prügelvorschlag weist, wurde beauftragt, für die Aufhebung des Hamdie ihrem Thun ein politisches Mäntelchen umhängen, wie Navachol, zivei Kategorien: gemeine Mörder, burger Beschlusses einzutreten. Stellmacher u. s. w. Oder Wahnsinnige, Paralytiker, Fanatiker wie Henry, Caserio 2c. und wahrscheinlich auch Luccheni. Für erstere Kategorie will der Verfasser des Artikels selber nicht die PrügelEin solcher Streit ist eben das letzte Mittel für die Arbeiterstrafe. Denn das politische Mäntelchen ändert nichts an der Natur schaft, ihre Lage zu verbessern; will man dies mit Zuchthaus be- beschloß:„ Selbständige Betheiligung an den Landtagswahlen für des Verbrechens, dem es als Draperie dienen soll. Und die strafen, so ist dem Arbeiter überhaupt... eine Verbesserung seiner alle Orte des Wahlkreises, wo eine Betheiligung möglich ist. Wo Stellmacher und Konsorten würden auch ohne das politische Lage unmöglich gemacht. Man wird vielleicht sagen, es sollen nur die Voraussetzungen nicht gegeben find, in eine selbständige Be- Mäntelchen morden. die frivolen" Streiks dadurch getroffen werden. Aber was heißt Bleiben die Wahnsinnigen, die Paralytiker, Fanatiker. Kann " frivol"? Wer die Summe von Unannehmlichkeiten und Ent- theiligung einzutreten, ist den Parteigenossen zu empfehlen, für die behrungen fennt, welche die Arbeiter und ihre Führer bei jedem Wahlmänner der freisinnigen Partei einzutreten. Es ist eine Stom- man einen Wahnsinnigen abschrecken? Ganz abgesehen von der einer schon vor 100 Jahren Streit zu tragen haben, der wird an das Märchen, als ob die mission von fünf Mann aus den einzelnen Landtags- Wahlbezirken entsetzlichen lumenschlichkeit Arbeiter mur aus reiner Willfür sich den Sport eines Ausstandes zu wählen, welche mit den benachbarten Wahlkreisen in Verbindung von der bürgerlichen Gesellschaft verurtheilten Unmenschlichkeit, treten soll." Wahnsinnige körperlich zu zichtigen, ganz abgesehen von dieser leisteten, wahrhaftig nicht länger glauben. Die Frivolität" der Unmenschlichkeit ist der Paralytiker ganz unempfind Arbeitseinstellungen besteht eben meist nur in der Phantasie der Die Parteikonferenz für den Kreis Reichenbach- Neurode i. Schl. lich gegen törperlichen Schmerz. Der Verfasser von dem Ausstand betroffenen Unternehmer. Gewiß soll nicht ge- erflärte sich grundsäglich für die Betheiligung an den Landtags- des Artikels erkundige sich beim ersten besten wissenschaftlichen Medileugnet werden, daß es unbesonnene, frivole Ausstände gegeben wahlen, lehnte jedoch für diesmal die Betheiligung ab, weil der Er- ziner, es braucht gar kein Psychiater zu sein. hat; aber gerade diese werden von den Gewerk- folg nicht den aufzuwendenden Mitteln entsprechen würde. Doch soll Und endlich der Fanatiker, der wirklich glaubt, durch seine Unschafts- Organisationen aufs schärfste berim Kreise ein das Landtags- Wahlrecht kritisirendes Flugblatt ver- that eine politische Wirkung hervorzubringen. Ja, ist solcher urtheilt. Ünd gerade diese plötzlichen, unbesonnenen Ausbreitet werden. Fanatismus nicht auch eine Art von Wahnsinn? Könnte ein normaler stände, zu denen feiner anreizt", würden von dem ZuchthausMensch solchen Glauben haben? Schließlich aber und dies ist es, was uns zur Auslassung der Rhein- Westf. Arbeiter- Zeitung" als un wirdig jedes Kämpfers in unseren Reihen erscheinen läßt ist es die Aufgabe der Sozialdemokratie, raffinirter Zwangsmittel zur etwaigen Abschreckung von Verbrechen zu ersinnen, deren Untergrund die sozialen Nothstände unserer Zeit bilden. Diese Nothstände zu bekämpfen und diejenigen, welche sie aufrechterhalten, zu verdammen das ist unsere Aufgabe. Arb.- 3tg." protestirten, eine unangenehme Pflicht zu erfüllen, aber Wir hatten, indem wir gegen diesen Artikel der„ Rhein.- Westf. es war eine Pflicht. " Im Kreise Osnabrück- burg Der nationalliberale Wahlaufruf gesetz nicht getroffen werden; dagegen die Arbeiterführer, die nach hat sich unsere Partei für die Nichtbetheiligung entschieden. Fehlschlagen aller friedlichen Mittel den Arbeitern als letztes und äußerstes Mittel den Ausstand empfehlen, die den Ausstand in ruhigen Bahnen zu halten suchen und stets wieder zu friedlicher Unterhandlung und zur Beilegung des Streits bereit sind, würden ist nunmehr veröffentlicht worden. Derselbe wendet sich zunächst ins Zuchthaus wandern! gegen extreme agrarische Forderungen, erkennt aber an, Das ist eine andere Sprache als die der ultramontanen Demagogen, daß der bedrängten Landwirthschaft geholfen werden soll. Sodann denen Sozialpolitik und gewerkschaftliche Vereinigung mur Mittel wendet sich der Aufruf gegen den Ultramontanismus find, die Arbeiter bei der Zentrumspartei zu halten. Kaplan Heß- und die Sozialdemokratie. Die Vereinsgefeßnovelle habe die dörffer hat seine Meinung und seine Kenntniß des Arbeiterlebens im Partei abgelehnt, weil sie auch die bürgerlichen Parteien betroffen Verkehr mit den Arbeitern erworben. Er ist auch trotz der An- haben würde. feindungen seiner Glaubensgenossen gelegentlich eines Streits der Der Aufruf schildert ferner die Wirksamkeit der Partei im Maurer in Köln muthig und gemeinsam mit den Sozialdemokraten letzten Landtag, stellt die Forderung einer Wah Irechtsreform am 18. März 1848 gefallenen Freiheitstämpfer von In Frankfurt a. M. wurde am Sonntag das Denkmal der für die Sache der Arbeiter eingetreten. Daß das nicht ungerächt auf, ohne auch nur anzudeuten, welcher Art dieselbe sein soll. Ferner unseren Parteigenossen mit schönen Kränzen geschmückt. Nachher bleiben würde, haben Kenner des Zentrums und der katholischen verspricht der Aufruf Aufbesserung der Unterbeamten, der Arbeiter wurde in dem benachbarten, auf Hessischem Boden liegenden Orte Kirche gleich gesagt. Sie haben Recht behalten; denn dieser Tage in den Staatsbetrieben, des Mittelstandes. Der Aufruf schließt Bilbel eine Gedächtnißfeier abgehalten, wobei Frl. Stellwag ersah man aus einer Bekanntmachung des Generalvikariats der Erz- zusammenfassend also: diözese Köln, daß die Versetzung Heßdörffer's nach einem kleinen entund die Parteigenoffen Knoop und Wilhelm Schmidt Andas Freiligrath'sche Gedicht„ Die Todten an die Lebenden" vortrug Legenen Landorte verfilgt worden ist. sprachen hielten. Die Deutsche Tageszeitung entrüstet sich über die Protestresolution der Berliner Arbeiter gegen die geplante Zuchthausvorlage. Sie schließt ihre Bemerkungen mit dem folgenden Saße: Die. Organisation von Streits unter Zuchthausstrafe zu stellen, fällt wohl keinem Menschen ein. Was unter Zuchthausstrafe voraussichtlich gestellt werden soll, ist die hezerische Gewaltthätigkeit. Vielleicht widmen die Herren vom Zentralverbande deutscher Industrieller dem Organe der Großagrarier einen Abdruck der Deyn hausener Kaiserrede. Preußische Landtagswahlen. Aus dem preußischen Etat.( Landwirthschafts- Minifterium.) Zur Beherzigung seitens der ländlichen Bevölkerung stellen wir zwei Posten nebeneinander: " So möge unsere Arbeit dahin gerichtet sein, die Kräfte des Boltes zu sammeln, das Erreichte auszubauen und die sozialen und wirthschaftlichen Forderungen der Gegenwart zu erfassen und ihrer Lösung entgegenzuführen. Dazu bedarf es vor allem des gesicherten Todtenliste der Partei. In Köln Ehrenfeld ist im Einflusses, den die liberale Mittelpartei bisher geltend machen Alter von 58 Jahren der bewährte Parteigenosse Jakob Kelleter konnte. Sache der Wähler ist es, durch Wahl von unabhängigen gestorben. Er hat seit einem Vierteljahrhundert für den Sozialismus Männern diesen Einfluß zu erhalten und zu verstärken. Ernste gewirft. Hindernisse sind zu überwinden. Im Reichstag will das Zentrum Polizeiliches, Gerichtliches 2c. die„ regierende Partei" sein. Von dort aus bedrückt es die Gesetz--Mit welch großen Schwierigkeiten in Sachsen die Ver gebung wie die Landesverwaltung in Preußen. Und im Ab- anstalter von Versammlungen zu rechnen haben, zeigt geordnetenhause selbst haben die Konservativen schon jetzt beinahe auch ein Vorfall, der sich in Gersdorf abspielte. Dort war eine die Mehrheit. Rückläufigen Bestrebungen ist Thor und Thür Versammlung einberufen, die sich eines so starten Besuches erfreute, geöffnet! daß der Saal lange vor dem Vegim voll besetzt war. Als der Um dieser Gefährdung einer ruhigen inneren Entwickelung Einberufer der Versammlung das Podium betrat, verlangten die vorzubeugen, fordern wir unsere Freunde im Lande auf, ent- überwachenden Beamten von ihm die Durchführung des schlossenen Sinnes und voll Zuversicht in den Wahlkampf einzu- Regulativs, das die Amtshauptmannschaft in Glauchau treten und treue Anhänger der nationalliberalen Partei zu wählen. über die Beschaffenheit der Versammlungslokale erlassen hat. Handle jeder auf seinem Posten nach besten Kräften zum Segen Es hätten zu dem Zwecke vor allen Dingen so viele Tische und des Landes!" Stühle aus dem Saale hinausgeschafft werden müssen, daß um die Man sieht, irgend etwas unerwartetes ist in dem Aufruf nicht Tische 1/2 Meter freier Raum war; außerdem durfte an jedem Tische enthalten.nur eine bestimmte Zahl Personen sigen und schließlich war noch ein werden. Kommunales. Im Schlafe verbrannt. In der gestrigen Nacht schlief der Kaufmanns- Lehrling May Brzozowski, als er in seiner Wohnung Frankfurter Allee 66 den Abort benutzte, ein. An dem brennenden Lichte, welches er vor sich aufgestellt hatte, entzündeten sich seine Kleidungsstücke, so daß der 17 Jahre alte junge Mann arge Brandwunden an der rechten Seite und am rechten Arm davontrug. Auf seine Hilferufe tam seine Birthin zu Hilfe, löschte das Feuer und bewirkte noch nachts die Ueberführung P.'s in ein Krankenhaus. der Schule entlassenen Jugend halten in der Woche vom 19. bis Die Haushaltungsschulen des Vereins für das Wohl der aus 24. September, nachmittags von 2 bis 6 Uhr, ihre diesjährige fee 62/64, nur am Sonnabend, den 24. September. Der Zutritt Schlußprüfung ab, und zwar in der ersten Schult it che, Müllerstraße 158, täglich; in der zweiten Schulküche, Prinzensteht jedermann frei. weiter breiter Gang durch den Saal zu schaffen. Da diese| sperrend in den Promenaden- Eingang aufgepflanzte zwölfftändige| anhalten fonnte, ging ein Rad über die Brust des Knaben, der be-. Anordnungen in zehn Minuten getroffen sein sollten, so machten Bedürfnißanstalt sich erbringen zu lassen. Den erwachsenen Bewohnern wußtlos unter dem Wagen vorgezogen wurde. Der Führer des sich einzelne Genossen sofort daran, Tische und Stühle aus genüge die dicht dabei befindliche ältere Anstalt am Thor, und die Wagens, ein Schlächtermeister, der sofort anhielt, brachte den un dem Saal zu schaffen, doch erwies es sich bald als Jungen, welche die neue und sonst wenig benutzte Anstalt bei ihren glücklichen Knaben selbst nach der Klinik in der Ziegelstraße, dort unmöglich, bei dem Menschenandrange die Anordnungen zu treffen. Kriegsspielen als Festung benutzen, wünschen noch die Anbringung starb aber das Kind gleich nach der Einlieferung. Die ganze Die zehn Minuten verstrichen und da sich inzwischen Versammlungs- einiger ſtylgerechter Schießscharten. An den Versuchen, diese noth- Klasse mit Einschluß des Lehrers war von dem traurigen Vorfall besucher aus dem Saale in die Nebenstube und eine Treppe hoch in wendigen Vertheidigungseinrichtungen selbst anzubringen, konnten sie tief erschüttert. die Garderobe begeben hatten, so erklärte der überwachende Beamte, bisher durch einmüthiges Zusammenwirken von Passanten und cs sei ihm überhaupt nicht möglich, die Versammlung zu überbliden, Schußleuten gehindert werden. Ein frecher Einbruch, durch den unbemittelte Leute schwer sie könne nicht stattfinden, weil dem Regulativ der Amtshauptmanngetroffen sind, ist am Dienstag, am hellen Tage in der MendelssohnIn der vorgestern Abend abgehaltenen Versammlung der Straße verübt worden. schaft Glauchau nicht genügt sei. Der Saal mußte geräumt Lieferanten des Rabatt- Sparvereins Norden wurde ge- flügels eine 61 Jahre alte Wittwe Hoffmann mit ihrem 38 Jahre Hier wohnt im vierten Stock des Seitenmeldet, daß von den 700 Gewerbetreibenden, welche ihre Verbindung alten Sohne Paul. Frau Hoffmann ernährt sich durch Wascharbeiten, mit dem Verein aufgegeben hätten, bereits wieder 400 dem Verein ihr Sohn ist Maler. Die Frau ging gestern Vormittag um 10 Uhr. beigetreten feien. Wenn diese Mittheilung richtig ist, so wird von weg, um zu Mittag etwas Fleisch zu holen. Als sie eine halbe Ter städtischen Kommission für Requifitionssachen sind be- neuem die alte Erfahrung bestätigt, daß die Kämpfe der kleinen Ge- Stunde später wiederkam, fand sie sich ihrer ganzen Ersparnisse Ter städtischen Kommission für Requisitionssachen sind bewerbetreibenden gegen das Rabatt- Sparvereinswesen dank der Un- beraubt. Einbrecher hatten ihre Wohnung mit einem Nachschlüssel kanntlich it. a. diejenigen Geschäfte zugetheilt, welche dem Magistrat einigkeit im Mittelstand" völlig aussichtslos sind. obliegen: a) in Ausführung des Gesetzes vom 5. Mai 1886 betr. geöffnet und alle Behältnisse, in denen die Frau die Schlüssel hatte die Unfall und Krankenversicherung der in land- und forstwirth- Nach dem Betriebsumwandlungs- Vertrage hat die Große steden lassen, durchwühlt. Aus einem Kästchen, das in der Wohnschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen und des auf grund Berliner Straßenbahn die Zustimmung der Stadtgemeinde tube im Wäschespind stand, hatten sie sieben Zwanzigmarkstücke und dieses Gesetzes aufgestellten Statuts für die Brandenburgische land- zum Bau und Betriebe der folgenden beiden Straßenbahnlinien er- acht harte Thaler erbeutet, aus einer Kommode die goldene Uhrkette wirthschaftliche Berufsgenossenschaft vom 13. Dezember 1887; b) nach halten: a) von der Behrenstraße durch die Markgrafenstraße bis zur des Sohnes, einen goldenen Ring mit lilafarbenem Stein und einen 22 Absatz 1 des Bau- Unfallversicherungsgesetzes vom 11. Juli 1887, Junkerstraße, b) von der Museumstraße über den Lustgarten und die goldenen Trauring mit dem Zeichen S. H. 1. 9. 88. soweit es sich um die von Privatpersonen nicht gewerbsmäßig aus Schloßfreiheit nach dem Schloßplay. Jüngsthin ist der Gesellschaft Kommode in der Küche fehlten ein Dugend weiße Taschentücher mit geführten Bauarbeiten und um Regiebauten handelt. Ueber von der städtischen Verkehrsdeputation die Aufforderung zugegangen, dem Zeichen P. H. und acht Stück mit dem Zeichen E. H. Von den Umfang der im Interesse der Bau- Unfallversicherung in der die staatsbehördliche Genehmigung zur Herstellung der vorgenannten den Hausgenossen hat niemand etwas von dem Einbruch gemerkt. Beit voni 1. April 1897 bis 31. März 1898 durch die Kommission erledigten Linien nachzusuchen und der Deputation von dem Geschehenen Nach- Todtgefahren wurde am Montag Abend um 7 Uhr der zehn Sachen ergiebt sich nach dem Verwaltungsbericht des Magistrats folgendes: richt zu geben. Jahre alte Sohn des Tischlers Wyzlik aus der Cuvrystr. 24. Der Von den Unternehmern gingen im ganzen 1278 Lohnnachweisungen Die Kriminalpolizei hatte im Jahre 1897 insgesammt 173 567 Snabe wollte mit seinem achtjährigen Bruder der Muffer entgegenein. Außerdem mußten 197 Lohunachweisungen, da die betreffenden Anzeigen zu bearbeiten, d. h. 5279 Sachen mehr als im Vorjahre. gehen, um sie von ihrer Aufivartestelle abzuholen. Im Begriff, an Unternehmer den ihnen durch§ 22 des Bau- lufall- Versicherungs- Hiervon betrafen 5861 Personen, die wegen eines Verbrechens oder der Ecke der Falckensteinstraße nach dem Hause Nr. 48 über den geiches vom 11. Juli 1887 auferlegten Pflichten nicht nachkamen, Bergehens in Haft genommen wurden, 144 227 Anzeigen über Ver- Damm der Görligerstraße hinüberzugehen, gerieth er unter einen Surch die Kommission von Amtswegen aufgestellt werden. Die brechen und entsprechende Requisitionen von außerhalb, 1959 An- leeren Steinwagen, dessen Räder ihm den Kopf zermalmten. Auf auf grund der Lohnnachweisungen von der Versicherungsanstalt der zeigen über falsches Geld, 16 797 Anzeigen für das Leichen- Kom- der Unfallstation auf dem Görlitzer Bahnhofe starb der Knabe unter Nordöstlichen Baugewverts- Berufsgenossenschaft für jeden Unternehmer missariat, 2370 Fälle find auf telegraphischem, 2353 auf telephoni- den Händen der Aerzte. berechneten und in die Heberollen eingetragenen Versicherungs- schem Wege erledigt worden. Von den oben genannten wegen Verprämien beliefen sich zusammen auf 135 400 Mart, welche in brechen festgenommenen 5861 Personen hatten sich wegen Diebstahls 53/4 Uhr der 20 Jahre alte Schloffergeselle Oito Schulz aus der Bei der Arbeit verunglückt ist Montag Nachmittag gegen 1098 Ginzelbeträgen zur Einziehung gestellt wurden. Zahlungen 2471 Männer, 604 Frauen und 67 Kinder zu verantworten, wegen Brehmestr. 59 zu Bankow. In einer Fabrik in der Badstr. 59 flog sind darauf in 704 Fällen mit 88 755 M. geleistet worden. In Unterschlagung 451 Männer, 29 Frauen und 4 Kinder, wegen ihm beim Schneiden von Panzerplatten ein Stück Stahl in das 682 Fällen mußte das Zwangsvollstreckungs- Verfahren eingeleitet Betruges 442 Männer, 61 Frauen und 1 Kind, wegen Urkunden- linke Auge und verlegte ihn so schiver, daß er besinnungslos in ein werden und in 136 Fällen fiel die Zwangsvollstreckung fruchtlos aus. fälschung 157 Männer und 14 Frauen, wegen Körperverlegung 205 Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Verunglückte wird das Bei der Kommission sind im Berichtsjahr ferner eingegangen Männer und 8 Frauen, wegen Mordes, Mordversuches und Theilnahme Auge wohl ganz verlieren. an Requisitionen: wegen Einziehung von von Steuern, Schul- daran 12 Männer und 5 Frauen, wegen Todtschlags und versuchten Todtgeldern, Krankenkassen- Beiträgen und Beiträgen von Berufs- schlags 7 Männer, wegen fahrlässiger Tödtung 3 Männer, wegen genossenschaften 19 000; wegen Einziehung von Armen- Minzverbrechens 12 Männer, wegen Meineids 6 Männer und 1 Frau, pflege Kosten 3570; wegen Erhebung bont Militär- insgesammt 4927 Männer, 860 Frauen und 74 Kinder. Dies ergiebt Tagbeträgen 2c.( von österreichischen Behörden) 656; wegen Bu- gegen das Vorjahr bei den Männern ein Mehr von 236, bei den stellung von Steuerveranlagungs- Benachrichtigungen 1285; in Kindern ein Mehr von 30, dagegen ist bei den Frauen eine AbKatasteramts- und Rentenvertheilungssachen 607; in Erbschafts-, nahme von 135 festzustellen. Das Verbrecheralbum, welches im Niederlassungs- und sonstigen gerichtlichen bezi. Verwaltungs- Jahre 1876 angelegt wurde, umfaßt zur Zeit 17 Bände mit angelegenheiten 1389; Requisitionen auf grund des land- und forst- 16 854 Photographien, davon stammen 1271 Photographien aus dem wirthschaftlichen Unfallversicherungs- Gesetzes 2; auf grund des Bau- Jahre 1897. Mit Hilfe des Albums wurden 1897 174 Verbrecher unfall- Versicherungsgesetzes 959 und 417 Einzelgesuche von Privaten; refognoszirt, d. i. 82 mehr als 1896. Das Leichenkonumissariat, im ganzen also sind eingegangen und erledigt worden 27885 Sachen welches für die Sicherstellung der Leichen solcher Personen Sorge zu ( gegen 28 011 im Vorjahre.) tragen hat, deren Tod in außergewöhnlicher Weise erfolgt ist, hat waltungs- Zwangsverfahren nicht beitreibbaren Armen- Todesfälle zu bearbeiten gehabt. Unter diesen Fällen haben 1817 Was die 3570 Requisitionen wegen Einziehung der im Ver- 16 797 Anzeigen über Unglücksfälle, Selbstmorde und plötzliche pflege Sosten anbetrifft, so wurde mit den wegen Berichtigung einen tödtlichen Ausgang gehabt oder 121 mehr als im Vorjahre. derselben in Anspruch genommenen Personen in 3107 Fällen nicht nur an amtlicher Stelle verhandelt, sondern meistens auch noch Die Feuerwache in der Wilmsstraße, die für den südlichen Für Stotterer. Mit Genehmigung der Städtischen Schuldie Prüfung der Verhältnisse hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit 2c. Stadtheil im vorigen Jahre erbaut wurde, besitzt darin eine inter- deputation beginnt am 1. Oftober der dritte sechswöchentliche Uebungsejjante und beachtenswerthe Abweichung von allen bisher erbauten furfus des Vereins zur Beförderung der Sprechfertigkeit Stotternder durch die betreffenden Bezirksvorsteher vorgenommen. Bei all diesem strengen Vorgehen ergab sich dennoch, daß nur eine ver- derartigen Anlagen, daß die Stallräume und das Wagenhaus voll- ursus des Vereins zur Beförderung der Sprechfertigkeit Stotternder („ Heureka", Schützenstr. 18). Uebungsstunden: Montags, Mittwochs hältnismäßig geringe Anzahl der gesetzlich Verpflichteten zahlungsständig mit einander vereinigt find. Die Pferde stehen in dem und Sonnabends, abends 8-91/ 2 Uhr, in der 51. Gemeindeschule, fähig war; und von diesen war wiederum mur der fleinere Theil Stallivagenhause mit den Köpfen nach den Thorwegen neben Niederwallstr. 6/7. Zur Deckung der Unkosten werden 3 M. erhoben. zur Zahlung der Schuld in einer Summe im stande. Der bei den Deichfeln der Fahrzeuge, wodurch eine Alarmbereitschaft vom 15. Auguſt d. J. an hat der Verein ferner für solche Leidende, weitem größere Theil aber konnte nur zur ratenweisen Abtragung in 35 bis 38 Sefunden, und zwar im bedeckten Raumte, welche bereits mit seiner Methode vertrauter geworden sind, einen der Schuld veranlaßt werden. Dadurch aber droht diesen Armen erreicht Fortbildungskursus( monatlich 1 M.) eingerichtet, um Gelegenheit zu der Verlust ihrer bürgerlichen Rechte in bezug auf die Theilnahme außer dem Stallwagen- Hause die Schlaf-, Wohn- und Arbeitsräume geben, das Gelernte zu befestigen. Persönliche Anmeldungen zu dem an den Reichstags-, Landtags- und Stadtverordnetenwahlen. der Feuerwehrleute, das zweite an der Straße die Wach- und Britten, sowie zu allen folgenden Kursen nimmt entgegen: Zahnarzt Telegraphenstube, ferner Dienstwohnungen für den Brandmeister und Werkent hin, Friedrichstr. 105b, Sonntags 10-11 hr. drei Ober- Feuermänner enthält, während in dem dritten, gleichfalls an der Straße belegenen Gebäude eine Straßenreinigungs- Niederlage Die Versteigerung einer gerichtlich gepfändeten Kirchenuntergebracht ist, an die sich ein Reservestall anschließt. Das mit fahne, ein gewiß recht seltenes Schauspiel, findet der„ Nat.- 3tg." rothen Ziegeln verblendete Gebäude kostete bei sparsamer Verwendung zufolge heute in Berlin statt. Es handelt sich um eine dem hiesigen von Form- und Sandsteinen 241 000 m. Polinnen- Verein, St. Josef gehörende Kirchenfahne, deren Pfändung Der erste Schritt in den Ehestand ist einem jungen Ehepaar wegen Nichtbezahlung von fälligen Gerichtskosten für einen vom stelling einer Altersrente, 216 gegen Feststellung einer Invaliden überaus schmerzlich geworden. Rechtsanwalt Henke, der genannten Verein verlorenen Prozeß erfolgte. rente, 51 gegen Ablehnung einer Altersrente, 300 gegen Versagung Die polizeiliche Zenfur hat von dem Deutschen Theater einer Invalidenrente, 80 gegen Feststellung bezw. Ablehnung zu erreit im Moabiter Kriminalgericht in Untersuchungs- bezw. stattender Beiträge. Die Zahl der die Anstalt Berlin betreffenden Strafhaft sitzt, hatte zur Zeit, als er sich noch auf freiem Fuße be- auch für die Aufführung des„ Cyrano von Bergerac" eine ganze beim Reichs- Versicherungsamt eingelegten Revisionen gegen schieds- fand, das Aufgebot bestellt, um seine bisherige Braut zu chelichen. Reihe von Strichen gefordert, deren Berechtigung die Direktion durch beim Reichs- Versicherungsamt eingelegten Revisionen gegen schieds. Er hatte sich nununehr die Erlaubniß ausgewirkt, sich im Gefäng- Beschwerde beim Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg an gerichtliche Urtheile stellte sich in Altersrenten- Sachen aufiffe trauen zu lassen. Gestern Vormittag um 10 Uhr fand auf gefochten hat; nöthigenfalls gedenkt sie auch durch Klage beim 17, in Invalidensachen auf 70, in Beitragserstattungsfachen auf 7. dem Standesamte 12a, Alt- Moabit 20, die Eheschließung statt. Ober- Verwaltungsgericht feststellen zu lassen, wie weit die Zensur 17, in Invalidenfachen auf 70, in Beitragserstattungssachen auf 7. Streitfachen über die Beitragspflicht und die Höhe der Beiträge Henke wurde von zwei Gefängnißbeamten in Zivil zum Standes- in Preußen ausgedehnt werden darf. Wir theilen in nachwurden 439 bei der unteren Verwaltungsbehörde anhängig. Gegen amte begleitet, wo die Braut mit den beiden Trauzeugen bereits stehendem einige der geforderten Striche mit: In dem Kadettendie Entscheidung der letzteren wurde in 53 Fällen Beschwerde beim feiner harrte. So weit ging alles gut, als aber die junge Che- lied des Cyrano soll die letzte Strophe wegfallen; sie lautet: Oberpräsidenten eingelegt. Die Kontrollbeamten der Anstalt frau in Begleitung der Zeugen dem Transport ihres Gatten zum" Das sind die Gascogner Kadetten; Sie stören des Ehemanns revidirten im Jahre 1897: 24 088 Betriebe bezw. Haushaltungen Gefängniß folgte und an Portal III des Gerichtsgebäudes die Stunde Nuh'! Ihr Blonden und auch ihr Brünetten, Das sind die auf die Ordnungsmäßigkeit der Markenverwendung. Hierbei der Trennung für lange Zeit schlug, da brach die junge Frau in Gascogner Kadetten! Euch hilft an verschwiegenen Stättenmußten insgesammt 28 571 Quittungskarten wegen Ordnungswidrig fonvulfivisches Schluchzen aus, das bald in Schreikrämpfe ausartete. Nicht lang' euer sprödes Gethu'!- Das sind die Gascogner feiten beanstandet werden. Wegen verspäteter oder völlig unter Die Frau wand sich am Boden und schrie verzweifelt. Da die Kadetten; Sie stören des Ehemanns Nuh'". Jm 3. Aft darf Tassener Markenverwendung sind gegen 1909 Personen Ordnungsstrafen in Höhe von 1 bis 25 M. festgesezt worden, Die Summe Krämpfe überaus lange anhielten, so entstand ein Auflauf, der mir der Vers nicht gesprochen werden:„ Die Hochzeitsnacht ist ferne der Strafgelder betrug 5880 M. Bekanntlich giebt das Invaliditäts- dadurch zerstreut werden konnte, daß man die Erkrankte nach einer noch und ebenso wenig darf von dem beschränkten Kapuziner und Altersversicherungs- Gesetz weiblichen Personen, welche eine Ehe Dienstwohnung im Souterrain brachte. Dann schlossen sich die gesagt werden: dieses ahmungslose Gottesschaf". Im 5. Att, eingehen, bevor sie in den Genuß einer Rente getreten sind, ebenso den Pforten des Gefängnisses hinter dem jungen Ehegatten. Bald im Wochenbericht des Cyrano, wurden die Stellen beanstandet: den Aerzten ward sein Magenpressen Als Wittwen oder Kindern verstorbener männlicher Personen das Recht, darauf wurde die immer noch bewußtlose Frau Henke in einer" Doch von Droschke nach ihrer Wohnung gebracht. Majestätsbeleidigung verdammt und sein erhabener Puls iſt die Hälfte der gezahlten Versicherungsbeiträge zurückzufordern, wenn bis zur Verheirathung bezw. bis zum Tode des Versicherten während Kleiderzensur vor Gericht. Die jetzt aktuelle Frage, ob das hergestellt und dem kleinen Dachs von Madame d'Athis gab man ein Klystier Mit Rücksicht auf die schwebende Beschwerde 235 Wochen die Beiträge gezahlt sind. So sind nach dem Erscheinen vor Gericht im Nadlerkostüm als ungebührlich zu bezeichnen hat die Direktion des Deutschen Theaters in den ersten Vorstellungen Verivaltungsbericht der Versicherungsanstalt Berlin für das ist, wurde gestern auch der 6. Strafkammer des Landgerichts I zur sowohl diese letzte Stelle als auch den Vers von den Kadetten Jahr 1897 an 6632 verheirathete Frauen 175 897,14 M. an Bei- Prüfung vorgelegt. Ein Zeuge war im vollständigen Radlerkostüm dennoch sprechen lassen. Es ist ihr darauf nicht nur der erwartete trägen zurückgezahlt worden. Die Summe der an Wittwen ver- erschienen, Pumphosen u. s. w., über die Trikotjacke hatte er noch Polizei- Strafbefehl zugegangen, sondern auch die Gröff-| storbener männlicher Personen bezw. an vaterlose Kinder verstorbener ein Jackett gezogen. Staatsanwaltschaftsrath Schmidt fand es nicht weiblicher Personen zurückerstatteten Beiträge belief sich auf der Würde des Gerichtshofes entsprechend, daß jemand vor ihm immung, daß die Polizei bei weiterem Vortrag dieser Verse sich veranlaßt sehen könnte, die Vorstellung zu untersagen". Obgleich 39 230,02 M., welche sich auf 950 Personen vertheilte. Der Vor- Radlerkostüm auftrete, und beantragte deshalb gegen den betreffenden die Berechtigung dieser Maßregel zweifelhaft erscheint, ist die Fortstand der Versicherungsanstalt hat schon in früheren Jahren in Beugen 20 M. Geldstrafe wegen Ingebühr. Der Gerichtshof nahm lassung auch dieser beiden Stellen der Polizei zunächst zugesagt dem Berichte hervorgehoben, wie unvortheilhaft es unter Um- von einer Bestrafung nur, deshalb Abstand, weil der Zeuge eben worden; Sache der Gerichtsverhandlung wird es sein, über die Gesetzständen für verheirathete Frauen ist, die minimale Beitrags- über das Trikot noch ein Jackett angezogen hatte. mäßigkeit dieser Zwangsandrohung zu entscheiden. hälfte zu erheben, statt sich durch Fortsetzung der Versicherung, Tokales. Die Zahl der beim Schiedsgericht der Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalt Berlin im Jahre 1897 eingelegten Berufungen belief sich auf 656. Davon richteten sich 9 gegen Festwird. Drei Gebäude, von denen das eine welche mit wöchentlich nur 6 Pfennigen zu ermöglichen t, den An- Eine brennende Radfahrerin erregte am Montag Abend auf Theater. Thalia Theater. Die Vorstellung„ Der Sohn der spruch auf Reute zu sichern. Mit der Rückforderung der Beiträge der Köpenicker Chauffee, unweit des neuen Nieder- Schöneweider Wildniß" geht als 2. Nachmittags- Vorstellung miter Regie von Julius Türk crlischt die aus dem bisherigen Versicherungsverhältniß erworbene Gaswerks, begreifliche Aufregung unter den Passanten. Die Dame, am nächsten Sonntag in Szene. Den Ingomar spielt Herr Cäsar Beck als Gast. ein Fräulein v. 2., hatte vergessen, die Nadlaterne mitzunehmen. Die Neue freie Volksbühne wird in ihrer Oftober- VorMentenanwartschaft. der Magistrat von dortigen Bewohnern in einer Bittschrift ersucht sich, wie dies in solchen Fällen recht häufig vorkommt, einen so- führende Stück ist eine Bauernkomödie aktuellster Art, betitelt:„ Die AgrarRebelstände in der Prenzlauer- Allee, um deren Abstellung um nicht wegen Fahrens ohne Licht in Strafe zu fallen, faufte fie ftellung einen neuen Autor einführen: Kurt Aram. Der Dichter hat bereits eine soziale Tragödie, Wetterleuchten" betitelt, veröffentlicht. Das aufzu wird, werden darin folgendermaßen geschildert: Im nördlichen Theile genannten chinesischen Papierballon. Durch irgend einen Zufall ent- tommission". Neue Mitglieder werden noch aufgenommen durch die Zahlder Allee sind mit den örtlichen Verhältnissen untundige Personen, zündete sich dieser bei der Weiterfahrt. Die Radfahrerin stieg ab, stellen, sowie durch den Kassirer des Vereins: Ad. Löhr, Aderstr. 40. besonders nach anhaltendem Regenwetter, in den Irrthum versetzt fingen ihre leichten Kleider Feuer und im Nu stand sie selbst in rident der Wehr nach der Potsdamerstraße 48. Verpackungsberer Rusti rücken, um das kleine Feuer zu löschen und den Ballon zu beseitigen, dabei Fenerbericht. Montag Abend gegen 7 Uhr erfolgte ein Ausworden, der Großschifffahrtsweg Berlin Stettin Flammen. Nur dem sofortigen Eingreifen von zwei vorbeifahrenden material, leere Kisten, Kartons u. 5. w. gingen hier in Flammen bereits fertig gestellt und zwar zu beiden Seiten der Chaussee mit einer westlichen und einer östlichen Linien- Männern, dem Kutscher eines Köpenicker Wäschereiwagens und einem auf. Die schnell herbeieilende Wehr löschte den Brand in furzer Berliner Schlächtermeister, die schleunigst von ihren Fuhrwerken führung. In der Gegend zwischen der Prenzlauer Allee bis zur sprangen und die Brennende in Decken hünten, hat es diese zu ver- 3eit. Gine Stunde später mußte nach Marienstraße 27 ausChristburgerstraße und Danzigerstraße befinden sich die städtischen danken, daß sie mit dem Leben davonkam; immerhin hat sie ge- über das gesammte Mobiliar in einem Wohnzimmer erstreckte und gerückt werden. Hier handelte es sich um einen Brand, der sich Mahnzetteln in den dortigen Lehmhaufen fleben zu bleiben. Im hörige Brandwunden davongetragen. Im Wagen des Schlächter- der Löschmannschaft viel Arbeit machte. Kurz nach 8 Uhr erfolgte eine südlichen Theile der Allee habe es ja besser ausgesehen. Dort fei meisters wurde sie nach Berlin in ihre Wohnung gebracht. Alarmirung der Wehr nach der Mohren str. 11/12. Gardinen, Möbelz. die Promenade mit jungen Bäumen bepflanzt gewesen, die ein für Ein tieftrauriger Vorfall hat sich in der vorigen Woche er- wurden hier ein Raub der Flammen. Hierauf wurde die Wehr nach einen nördlichen Berliner Stadttheil ganz unzulässig erfreuliches eignet, ohne daß etwas darüber in die Oeffentlichkeit gelangt ist. der Schönleinstraße 15 gerufen. Als die ersten Löschzüge einWachsthum entwickelten und von denen deshalb alsbald fünfzig Der Lehrer N. von einer Vorschulklasse des Friedrichsgymnasiums trafen, fanden sie einen ziemlich großen Brand, der schon mit Stüd wieder entfernt werden mußten, um sie in andere Stadt- fandte am Mittwoch Vormittag den 8jährigen Sohn Alfred des großer Ausdehnung die Dielen und die Balkenlage vor einer Kochgegenden zu versetzen, wo ihre Reize von mehr fachverständigen Kaufmanns 2. in der Chausseestraße aus, um ihm Birnen zum maschine ergriffen hatte, jedoch bald gelöscht wurde. Ein am Abend Augen bewundert werden können. Jedenfalls soll der Park- Frühstück zu holen. In seinem Eifer, den ihm gewordenen zwischen 11 und 12 Uhr Bellealliancestraße 24 zur Meldeputation der Dank der Prenzlauer Allee- Bewohner dafür aus- Auftrag Lehrers schnell zu erfüllen, stürmte der dung gekommenes Feuer war durch eine fallengelassene Petroleumigesprochen werden, daß sie wenigstens die fünfzig Löcher in der Allee Kleine Knabe quer über die Straße, ohne das Herannahen lampe entstanden. waren dadurch einige Treppenstufen. belassen hat, wo die Bäume früher standen. Endlich wird der Magistrat eines Schlächterivagens zu bemerken. Er lief gerade in das Pferd in Brand gesezt; die Gefahr wurde aber schnell beseitigt. gebeten, den Nachweis der nöthigen Bedürfnisse für die raum- hinein, wurde zu Boden gerissen und ehe der Führer des Wagens Dienstag früh gegen 5 Uhr hatte sich in der Fabril des Aus den Nachbarorten. wonach Städte 69 durch In den Vorstand wurde noch Oberbürgermeister Rölze- Spandau gewählt und als Ort des nächsten Städtetages Potsdam bestimnit. " Der des Hauses Schulzendorferstr. 28 in dem Schornstein Flug- 1 aufnahme ergab folgendes: Jm März d. J. war auch in der als gestern vor dem Schöffengericht zu alle die Sache zur Verruß entzündet. Dann wurde die Wehr noch nach der Köpnider- Schuhwaaren Fabrik von Füstenheim u. Komp., Andreashof, ein handling tam, beantragte der Vertreter der Anklage, Amtsanwalt straße 72 gerufen, wo Stroh und Nohr auf dem Hofe des Streit ausgebrochen und die Fabrit stellte an stelle der Streifenden Weydemann, selbst die Freisprechung und der Gerichtshof erdortigen Neubaues in Flammen aufgingen. Mittags 12 Uhr neue Arbeiter ein. Diese wurden im Auftrage des Arbeitsnachweises tannte demgemäß. mußte Greifswalderstr. 17 ein Schornsteinbrand abgelöscht der Arbeitgeber von Fabrikanten, die einander darin abwechselten, Wegen vorsätzlicher Körperverlegung bei Ausübung werden. Kurz vorher brannte ein Sopha und anderes Mobiliar nach den betreffenden Fabriken zum besseren Schutze" hin- feines Amtes stand gestern der Amitswachtmeister Wilhelm in einem Wohnzimmer des Hauses Oranienstr. 134. Nach geführt. Am 10. März führte der Schuhivaaren- Fabrikant Lüderitz, Schmidt aus Deutsch- Wilmersdorf vor der ersten Straffanimer mittags 2 Uhr mußte nach Usedom str. 23 ausgerückt werden, wo an dem die Reihe war, die Schuhmacher Lauche, Krieg und Jäger vom Landgericht II. Daneben war der Maurerpolirer Gustav Kleidungsstücke auf einem Korridor Feuer gefangen hatten. nach dem Andreashof in die Fabrik von Fürstenheim u. Komp. Da Bolland aus Berlin wegen öffentlicher Beleidigung angeklagt. auf dem Hofe viele Streifende sich aufhielten, hielt es Lüderitz für Der Anklage lag ein Vorfall zu grunde, welcher seinerzeit groß aufgerathen, die drei genannten Schuhmacher, welche thatsächlich von gebauscht worden ist, der heute vor den Richtern aber ganz erFürstenheim zur Arbeit angenommen wurden, auch nach Hause zuheblich zusammenschrumpfte. Am 14. Oftober v. J. be= Schmidt, der Angeklagte daß der Kutscher eines Vom Städtetag der Provinz Brandenburg. Bei Begin begleiten. Nach Angabe der Zeugen wurden Lüderiz und die drei merkte etwa der Sigung am zweiten Verhandlungstag wird das Resultat der Arbeitswilligen" von ctiva 30 Streikenden verfolgt und an der Ecke Mörtelwagens vor dem Neubau des Maurermeisters Meyer den der Sizung am zweiten Verhandlungstag wird das Resultat der der Weber- und Landsbergerstraße derartig umringt, daß sie kaum Mörtel auf den Bürgersteig ablud. Präsenzliste bekannt gegeben, Der Beamte untersagte dies, 119 Delegirte vertreten sind. weiter fonnten. Es sollen dabei gegen die Arbeitswilligen" Aus- der Maurermeister kam aber dazu und sagte zum Kutscher:" Sie Es wurde sodann die gestern brücke gefallen sein, wie:„ Schämt Ihr Euch nicht, bei Fürstenheim laden weiter ab!" Der Beamte bemerkte dem Meyer gegenfiber: abgebrochene Debatte über den Gesetzentwurf betreffend die Kommunalbeamten wieder aufgenommen. Der§ 13 der Regierungs- zu arbeiten? Wir liegen doch im Streit! Wenn Ihr nicht mitstreift," Sie junger Mensch, wenn Sie sich hier hereinmischen, dann stelle vorlage wurde abgelehnt und die vom Referenten vorgeschlagene beiden Angeklagten diese Aeußerungen gethan, das konnten die Schämen Sie sich nicht, Sie wollen Beamter fein und wollen werden wir Euch das schon besorgen" u. s. w. Daß aber die ich Sie auf den Kopf!" Da tam der Polier Volland dazu und rief erweiterte Faffung angenommen, die den Gemeindebeamten ein steigendes Gehalt in der Weise gesichert wissen will, daß urkundlich Allerdings erklärte Lüderiz, sie hätten sich am meisten hervor darauf die Person des Poliers feststellen. Zeugen auch bor dem Berufungsgericht nicht behaupten. meinen Meister auf den Kopf stellen?" Der Wachtmeister wollte Dieser wollte auf neben dem Grundgehalt auch feste Alterszulagen festgesetzt gethan und ihm das Wort: Revolverheld" zugerufen. Der Staats- dem Bau verschwinden, der Beamte hielt ihn fest, int werden. Eine längere Auseinandersetzung fnüpfte sich an die Forderung des Referenten, eine Neuregelung des Ruhegehaltes anwalt beantragte unter Berücksichtigung der Umstände( 1), unter sich zu wehren, trat Volland dem Beamten auf die Füße, welchen der grobe Unfug verübt worden sei, das erstinstanzliche dieser stieß ihn zurück, der Magistratsmitglieder in das in Rede stehende Geses Urtheil aufzuheben und auf je eine Woche Haft zu erkennen, während sich zu Boden. Er wollte schwer verletzt sein, der Arzt hat aber nur Volland fiel zu Boden oder warf aufzunehmen, und an die weitere Forderung, den auf Lebenszeit der Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Löwenstein warm für Verwerfung eine geringe Hautabschürfung an einem Arme konstatirt. angestellten städtischen Gemeindebeamten bei Bemessung ihres der Berufung plädirte. Der Gerichtshof erkannte nach dem Antrage Gerichtshof kam mit dem Staatsanwalt zu dem Schluß, daß der Ruhegehalts auch die auswärtige Dienstzeit bis zum vollendeten 20. Lebensjahre zurück anzurechnen. des Staatsanwalts auf je eine Woche Haft. glo Bezüglich Beamte sich einer vorsäglichen Körperverlegung nicht schuldig gemacht der Anrechnung der Dienstzeit stellte sich die Versammlung Der Sabbath und das Unternehmerthum. Der Inhaber habe und sprach diesen frei. Bei Volland wurde eine Beleidigung auf den vom Vorstande vertretenen Standpunkt, daß lediglich die der Hof- Schönfärberei A. u. G. Dreyer in Hannover in den Worten:„ Schämen Sie sich nicht. Sie wollen Beamter sein?" Militärjahre und die in der eigenen Gemeinde absolvirten Dienst- war vor dem Schöffengericht angeklagt, den gegen die Störung gefunden, doch wurde der Fall milde aufgefaßt und nur mit 10 W. jahre in Anrechnung kommen. der Feier der Sonn- und Festtage erlassenen An- Geldstrafe geahndet. ordnungen dadurch zuwider gehandelt zu haben, daß er in seiner Ein Betrug gegen die Orts- Krankenkasse führte gestern den Schönfärberei während des Hauptgottesdienstes auf seine Anordnung Tischler Wilhelm Müller vor die 136. Abtheilung des an zwei Sonntagen, den 15. und 22. Mai, seinen Gewerbebetrieb Schöffengerichts. Nach den Statuten der Krankenkasse wird für Berliner Sonntagsjäger haben in Weißenfee viel Unheil stattfinden ließ und ohne polizeiliche Erlaubniß Arbeiter Verletzungen, welche ein Mitglied sich selbst aus Muthwillen zuangerichtet. Dortige Gärtner haben schon zu wiederholten Malen resp. Arbeiterinnen beschäftigte. gezogen hat, oder welche gelegentlich einer Schlägerei entstanden die unangenehme Wahrnehmung machen müssen, daß ihr Obst an Auf diese Anklage erklärte die Vertheidigung, daß durch Be- find, Entschädigung nicht gezahlt. Der Angeklagte hatte bei einer den Bäumen durch Schrotschüsse arg beschädigt sei. Bermuthlich schluß des Bundesrathes vom 20. April 1896 diefer Gattung von Schlägerei einen Armbruch erlitten. Dem Arzte, der ihm dies bescheinigen haben die Berliner Nimrode in Ermangelung anderen jagdbaren Betrieben der Betrieb an 6 Sonn- oder Festtagen im Jahre bis mußte, erklärte er, daß er in der Küche infolge einer Oeffnung im Wildes auf Spatzen geschossen und haben die reifenden Alepfel und 12 Uhr mittags gestattet sei. In Gemäßheit dieser Verordnung des Fußboden zu Falle gekommen sei und dabei den Arm gebrochen Birnen übel zugerichtet. Am Freitag war mun ein großes Jagen Bundesraths habe die Firma Dreyer der zuständigen Behörde, dem habe. Dasselbe erklärte er dem Kassirer, der ihm darauf die Krankenauf Rebhühner veranstaltet. Infolge dessen war die Situation Magistrat von Hannover, angezeigt, daß sie an den fraglichen unterstützung auszahlte. Auf die Frage des Kassirers, ob geradezu lebensgefährlich geworden. Vor den Schrotladungen der Sonntagen bis mittags 12 Uhr unaufschiebbare Arbeiten vor der Angeklagte verheirathet sei, erwiderte dieser wahrheitsSonntagsjäger mußten in etlichen Gärtnereien die dort arbeitenden nehmen Tasse. An zwei anderen Sonntagen habe die widrig bejahend, worauf ihm eine entsprechend höhere Inter Gehilfen hinter Bäumen 2c. Dechung suchen. Ein Gehilfe, dem dies Firma ebenfalls dem Magiftrat angezeigt, daß sie arbeiten ſtigung ausgezahlt wurde. So hatte er die Kasse in zweifacher nicht schnell genug gelang, erhielt eine Schrotladung in Kopf und lasse, doch plötzlich sei doch plötzlich sei der Polizeikommissar Detter mit Beziehung benachtheiligt. Der Gerichtshof vertrat die Ansicht, daß Arm und mußte fich in ärztliche Behandlung begeben. Jetzt hat sich vier Schutzleuten erschienen und habe mit bewaffneter Hand die Ein- derartige Betrügereien gegen gemeinnüßige Institute eigentlich stets die Polizei der Sache angenommen und eine Untersuchung eingeleitet. stellung der Arbeit erzwungen. Die Firma sei der Gewalt gewichen mit Freiheitsstrafen geahndet werden müßten, nur seiner bisherigen Hoffentlich wird den Nimroden das gefährliche Handwerk ge- habe die ihr durch Gesetz und den erwähnten Bundesrathsbeschluß einer Geldstrafe von 50 m. verblieben fei. und habe Beschwerde beim Herrn Minister erhoben. Die Firma Unbescholtenheit habe der Angeklagte es zu verdanken, daß es bei legt werden. In der Schöneberger Stadtverordneten- Sigung vom 19. d. M. Sollten aber die ausdrücklich für die Arbeit freigegebenen Stunden gewährleisteten Privilegien in ordnungsmäßiger Weise ausgeübt. Aus Straßburg i. E. wird berichtet: Das hiesige Obers verlangte der Magistrat die Bewilligung von 916 M. zur Errichtung einen praktischen Werth haben, so müßten sie die ganze Zeit um- Landesgericht hat die von dem Pfarrer Gerbert in Saarburg i. 2. eines Zeichensaales in der Knaben- Mittel- und Volksschule in der fassen, und der Nuzen würde hinfällig und die Arbeit werth- und den Nebenklägern eingelegte Reviston in der Beleidigungsfache Mühlenstraße. Ein weiterer Antrag, das Fremdenschulgeld für die los, falls die Arbeit von 9 bis 11 1hr unterbrochen werden sollte. des Pfarrers l'Huillier in Alberschweiler abgelehnt und das Urtheil Volksschulen vom 1. Oktober ds. Js. ab auf 30 M. pro Kind zu erhöhen, rief eine lebhafte Debatte hervor. Fast alle Redner waren Im Reichstage feien diese Berhältnisse ebenfalls am 30. März 1898 der Baberner Straffammer bestätigt. Pfarrer l'huillier hatte teine höhen, rief eine lebhafte Debatte hervor. Fast alle Redner waren erörtert und im Sinne der diesseitigen Ausführungen durch den Revision eingelegt. der Ansicht, daß die Erhöhung von 15 auf 30 W. vom Oktober ab der Ansicht, daß die Erhöhung von 15 auf 30 M. vom Oktober ab Staatsminister Graf von Pojadowsky largeſtellt, zumal die für viele ärmere Familien eine große Härte bedeute, daß jedoch angeklagte Firma sich gegen sozialdemokratische Ber deren Erhöhung vom 1. April ab als gerechtfertigt anzusehen sei, a chtigungen hätte zur Wehr setzen müssen. Aus allen diesen δα nach den angestellten Ermittelungen die für Schul- Gründen wurde Freisprechung beantragt. zwecke aufgewandten Mittel in letzten Jahre etiva 72 M. pro Kind betragen, und in Berlin und Charlottenburg auch 30 M. zur Erhebung gelangen. Zum Schluß beschäftigte sich die Versammlung mit der zu erbauenden elektrischen Hochbahn. Die Ansicht ging dahin, daß kein Projekt ausgeführt werden dürfe, welches geeignet sei, verschiedene schöne Straßen zu verunzieren. Der Nollendorfplatz mit seinen Anlagen würde hauptsächlich betroffen. Ein Antrag, der Magistrat möge geeignete Schritte thun, damit sowohl die elektrische Hochbahn durch die Bülowstraße als auch die Bahn zum Anschluß an die auf Charlottenburger Gebiet belegenen Linie in eine Unterpflasterbahn umgewandelt werde, fand einstimmige Annahme. Versammlungen. Das Echöffengericht fam wirklich zu einem freisprechenden Ur- Die Protestversammlung der Maurer, die am Montag heil. Zur Begründung feines Spruchs führte es an: Thatsächlich sei Abend in der Tonhalle tagte, nahm folgende von Stadthagen arbeitet worden, was gegen die Sabbathordnung verstoße; eine fordert, daß dem offenen gemeingefährlichen Kriege, den die Untervon 9-11 Uhr an Sonntagen während des Hauptgottesdienstes ge- gestellte Resolution an:„ Die heute in der Tonhalle tagende Bersammlung polizeiliche Erlaubniß sei weder eingeholt noch beantragt worden. Der nehmer gegen die persönliche Freiheit und gegen das Recht der deutschen Angeklagte habe geglaubt, durch die Gewerbe- Ordnung und die dazu Arbeiter, unter menschenwürdigen Bedingungen zu arbeiten, von gehörigen Novellen sei die Sabbathordnung aufgehoben. Dem Tage zu Tage offener führen, und der immer frecher auftretenden könne sich das Gericht nicht anschließen, auch das Kammer- verhezenden Untergrabung, die das Unternehmerthum unter brutaler Bericht habe bereits dagegen entschieden. Es sei dann hervor- Vergewaltigung der Gesetze und der eine Grundlage der heute begehoben, daß eine besondere polizeiliche Genehmigung in Rothfällen stehenden Gesellschaftsordnung bildenden Koalitionsfreiheit unternimmt; durch Anordnung des Bundesrathes aufgehoben sei; dieses endlich durch gesetzliche Mittel entgegengetreten werde; sie verlangt, daß habe etwas für sich, in dieser Beziehung beständen eben die bestehenden Geseze gegen die rechtswidrige Behinderung Ein geschloffener Bahnhof. Ein Lokalblatt berichtet: Am wunderbare Verhältnisse. Für solche Anstalten sei sei es er der arbeitswilligen Arbeiter, die insbesondere durch schwarze Listen heutigen Lage ist die neue Bahnstrecke Grunow- Beeskow- Königs- forderlich und nicht einzusehen, ivie ein solcher Betrieb der Arbeitgeber, durch rechtswidrige Verträge der Unternehmer unter Wusterhausen für den Personenverkehr eröffnet und gleichzeitig der aufrecht zu erhalten sei, wenn er von 9 bis 11 Uhr untereinander und mit Arbeitern, durch ungesetzliche Verbindungen an derselben Strede liegende Bahnhof Storkow wieder geschlossen brochen werde; aber hierdurch sei die polizeiliche Anordnung nicht politischer Arbeitgeber- Verbände unter einander und mit Behörden worden, und zwar weil sich die Stadtverwaltung weigert, auf ihre aufgehoben. Die Polizeibehörde solle eben prüfen, ob nicht andere erfolgt, in schärfster Weise zur Anwendung gebracht werden; sie Kosten die Zufahrtsstraße zum Bahnhof pflastern zu lassen. Als Gründe da scien, welche einen Gewerbebetrieb während des Gottes- verlangt eine Rechtsprechung durch Richter, die vom Volk und aus vor drei Jahren der Plan für diesen Eisenbahnbau auftauchte, hatte dienstes als unthunlich erscheinen lassen, z. B. wenn eine solche allen Klassen der Bevölkerung gewählt sind. Ferner verlangt die Ver die Stadt Storkow diese Verpflichtung ausdrücklich übernommen, Fabrik direkt neben einer Kirche läge 2c. sammlung, daß Arbeitern jeder Art volles, unbeschränktes inzwischen hat ein neuer Bürgermeister die Leitung der Geschicke der Der Angeklagte sei aus einem anderen Grunde freigesprochen, Koalitionsrecht im Interesse der Freiheit des Arbeiters, der der Arbeiterklassen, des Gesammtwohls und der Stadt übernommen, welcher die Stadtverordneten veranlaßte, den es sei nicht zu verkennen, daß diese Rechtsverhältnisse schwieriger Hebung und gegen Angriffe gesetzlich damals gefaßten Beschluß wieder umzustoßen. Die Eisenbahn- Natur seien; der Angeklagte habe überlegt und sei zu der Ueber Kultur gesetzlich zugebilligt direktion Halle hat nun furzen Prozeß gemacht, den Bahnhof zeugung gekommen, daß er nach allen Bestimmungen im Rechte sicher gestellt werden, sie verlangt ferner, daß die das Leben schließen und die Station Storkow von allen bereits ausgegebenen fei, und die polizeilichen Verbote seien nicht geeignet, dem An- und die Gesundheit der Arbeiter und ihrer Familien bedrohenden Ausbeutung durch ein wirksames Arbeiterschutzgesetz und durch BeFahrplänen streichen lassen. geklagten dieses Rechtsbewußtsein zu nehmen. Zu dem Rohheitsvergehen, über welches wir gestern aus gericht nicht stand halten würde. Es ist wohl selbstverständlich, daß dieses Urtheil vorm Land- seitigung der gegen die Arbeiter bestehenden zivilrechtlichen und Hat die Amtsanwaltschaft strafrechtlichen Ausnahmegeseze gemindert werde. Die Versammlung Friedrichsberg berichteten, theilt uns der Gastwirth Lenz in der Blumenthalstraße mit, daß die That nicht in seinem Lokal, fon- Berufung eingelegt? Wohin soll es führen, wenn zur Freisprechung erachtet es für dringend nothwendig, daß die Arbeiterklasse sich um das der Blumenthalstraße mit, daß die That nicht in seinem Lokal, son- eines Unternehmers, der die Bestimmungen über die Sonntagsruhe Banner der Sozialdemokratie schaare, daß die Anhänger der Sozialdemo dern auf der Straße paffirt sei. Der Raufbold Nilson sei nur verletzt hat, der Umstand genügen soll, daß er überzeugt fratie die Köpfe der noch nicht Aufgeklärten über die gemeingefähr wenige Augenblicke in seiner Gaststube gewesen, ohne daß er dort gewefen ist, im Rechte gewesen zu sein? lichen Zukunftsstaatspläne des Unternehmerthums aufflären und schon irgend welches Unheil angerichtet habe. Gerichts- Beifung. bor" Streifende Arbeiter, die die an ihre Arbeitspläge getretenen neue Stämpfer zu der Armee der Sozialdemokratie führen, deren Sieg Fachgenossen z. B. mit dem Ausdruck Streifbrecher" bezeichnen, allein im stande ist, den drohenden Ansturm des Unternehmerthums gegen werden nirgendwo freigesprochen, trotzdem sie selbstverständlich auch die Kultur abzuwehren und an stelle des Kampfes aller gegen alle das davon überzeugt sind, daß sie ein Recht haben, einen Streitfriedliche Zusammenarbeiten aller zu setzen und der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen in jeglicher Form ein Ende zu be brecher als das zu bezeichnen was er ist. reiten. zu Briefkasten der Redaktion. Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Donnerstag von 6 bis 7 1hr abends statt. Merten. Die Nachricht, daß Huret gestorben, beruht auf einem Görlitz 173. Sie sind im Jurthum: Falls G. S. 99. 1 und 2 Ja. 1. Oktober ab.- R. K. Jawohl. Eilig. H. A. 3. F. V. 58. Der Frauenverein ,, Bethanien" in Frankfurt a. M., der sich Welchen Gefahren die Lehrer ausgesetzt sind, wenn sie die Pflege von Kranken zur besonderen Aufgabe gemacht hat, besitzt füigenhafte Kinder zu ihren Schülern zählen und wieviel oft das eine Krankenanstalt, zu deren Betriebe die Oberin Noßnagel die behördliche Erlaubniß besitzt. Gegen diese Dame klagte der Polizei- Beugniß von Schulkindern werth ist, das zeigte sich gestern in einem Falle, welcher vor der I. Straffammer am Landgericht II verhandelt präsident der Mainstadt auf Entziehung der Konzession beim wurde. Der Lehrer Oskar S. aus Straußberg stand unter der BeBezirksausschuß, indem er geltend machte, sie habe sich in schuldigung auf der Anklagebank, sich im Februar ds. Js. in zwei mehrfacher Hinsicht als unzuverlässig erwiesen. Außer Ver Fällen an einer 14jährigen Schülerin fittlich vergangen gehen einige Ordnungsvorschriften müsse ihr gegen haben. In einer hatte früheren Verhandlung das geworfen werden, daß fie in der Anstalt behandelte Mädchen jedes Wort, das der Lehrer mit ihr gesprochen, Brostituirte auch nach deren Genesung noch dort behalten und mit und jede Berührung, welche ihr geschehen, so sicher, so fest und so Anstaltsarbeiten beschäftigt, ja eine Prostituirte in Ordens detaillirt geschildert, daß jedes ihrer Worte als die lauterste Wahr- Irrthum. Verwalter 30. 1 und 2 Ja. Arbeitslos. 1. Ja. 2. Sie haben tracht als Krantenwärterin verwendet habe. Die Beklagte heit eines unschuldigen Kindergemüthes erschien und an der Schuld fuchte sämmtliche Vorwürfe zu entkräften und betonte besonders, des Angeklagten nicht der mindeste Zweifel blieb. Der Staatsanwalt Anspruch auf benef daß für die Entziehung der Erlaubniß auf keinen Fall die Ver- beantragte denn auch drei Jahre Zuchthaus. Bevor aber fein neuer Vertrag vor dem 1. Oktober zu ſtande kommt, läuft er am wendung gewesener Prostituirten geltend gemacht werden könne. Es das Urtheil gefällt wurde, stellte der Vertheidiger Rechtsanwalt nein. 2. 999. 1. Rein. 2. Soviel ersichtlich, nein. habe sich um Versuche gehandelt, die Prostituirten einem ordentlichen Dr. Löwenstein neue Beweisanträge, so daß die Sache vertagt 1. Schriftlich und unter Beihilfe eines Sachverständigen. 2. Nein, es iſt Lebenswandel wieder zu gewinnen. Der Bezirksausschuß entzog jedoch werden mußte. In der Zwischenzeit ist das Mädchen, welches noch aber beffer. 3. Ja. 4. Gefängniß. P. W. 8. Ja. der Beklagten die Konzession zum Betriebe einer Privat- Kranken- einen zweiten Lehrer desselben Verbrechens bezichtigt hatte, von 1. Nein. 2. Wahrscheinlich ist die Mutter im recht; wenden Sie sich an das anstalt, indem er ausführte, sie habe es an Reinlichkeit und Ordnung Neue erfaßt worden und hat eingestanden, daß sie sämmtliche Vormundschaftsgericht. 2. T. 999. Kommen Sie in die Sprechstunde. fehlen lassen und durch die Beschäftigung einer noch nicht von der Polizei- Aufsicht befreiten Prostituirten in Ordenstracht bewiesen, daß Beschuldigungen erfunden habe. Bei diesem Geständniß verblieb sie Der fie sich ihrer hohen Aufgabe nicht bewußt sei. Das Ober- Ber- auch in der heutigen Verhandlung, so daß es der Vernehmung der waltungsgericht hob die Entscheidung wieder auf und erkannte, daß mehr als zwanzig Entlastungszeugen gar nicht bedurfte. der Beklagten die Konzession zu belaffen sei. Das Gericht nahm Gerichtshof war in dem Maße von der Unschuld des Angeklagten überzeugt, daß nicht allein auf Freisprechung erkannt, sondern an, daß die gegen die Oberin geltend gemachten Thatsachen nicht auch beschlossen wurde, dem Antrage des Rechtsanwalts Dr. Löwen Stationen ausreichten, die Konzessionsentziehung zu begründen. stein entsprechend die Kosten der Vertheidigung und Nachklänge zum Schuhmacher- Ausstand befchäftigten amfämmtliche nothwendigen Auslagen des An= Montag in der Berufungsinstanz die fünfte Straffammer des Land- geklagten aus der Staatstaffe zu erstatten. 11 Haparanda 762 SSD gerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsraths Ninne. Auf der 11 Petersburg Anklagebank befanden sich die Schuhmacher Otto Sünder und Eine geknickte Unfugblume. Groben Unfug" verübt haben Hamburg 10 Cort 764 23 9Aberdeen 756 S Carl Kappes. Die Auflage hatte ursprünglich auf Vergehen sollte der Steinfeger Richard Mai aus Giebichenstein dadurch, Biesbaden 768 Still- heiter 769 23 München 11 Paris 769 SSO 1Dunst gegen den§ 153 der Reichs- Gewerbe- Ordnung gelautet. Das daß er am 24. Juni gelegentlich der Reichstagswahl bei dem Be768 NW 2heiter 12 Schöffengericht hatte jedoch seinerzeit die beiden Angeklagten nur treten des Wahllotals Wittekind" einen ihm von dem Stimmzettel- Bien der Verübung groben Unfugs für überführt erachtet und Vertheiler der bürgerlichen Partei( Kandidat Geheimrath DugendWetter- Prognose für Mittwoch, den 21. September 1898. Gegen dieses Berlin) eingehändigten Stimmzettel zerriß, die einzelnen Papier- Etwas wärmer, zeitweise heiter, vielfach wolkig mit leichten Regenfällen gegen jeden auf 10 M. Geldstrafe erkannt. Ürtheil legte die Staatsanwaltschaft Berufung eine, welche theilchen dem Vertheiler vor die Füße warf und dabei die Aeußerung und mäßigen südwestlichen Winden. jedoch auf das Strafmaß beschränkt wurde. Die Beweis fallen ließ, man müßte solche Stimmz ettel alle in die Saale werfen. Witterungsübersicht vom 20. September 1898, morgens 8 1hr. Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Swinemde. 764 WSW 3wolkig Berlin 763 S 766 SW 4 Regen 2wolfig 2wolfen! Temp. n. C 5° 4° R Stationen BarometerWinds richtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. o Do 4bedeckt 10 4wolfig 4 bedeckt 17 14 9 Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Br. 221. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 21. September 1898. Anträge für den Parteitag in Stuttgart. ( Die Formel:„ beantragen, der Parteitag möge beschließen", lassen wir bei allen Anträgen der Raunersparniß halber fort.) Tagesordnung. 1. Die Parteigenossen in Breslau, Königsberg i. Pr. und Heidelberg: Auf die Tagesordnung des Stuttgarter Parteitages als Punkt 5 zu setzen:„ Die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen." 2. Die Parteigenossen in Apolda: Auf die Tagesordnung des Parteitages zu setzen: a) Die Koalitionsfreiheit. b) Die hausindustrielle Ausbeutung." 3. Die Parteigenossen des Nieder- Barnimer und des 2. Berliner Kreises: Auf die Tagesordnung des Parteitages zu setzen:„ Welche Forderungen sind an die Gesetzgebung aus dem Arbeitsvertrag zu stellen. Berichterstatter: A. Stadthagen. 4. Parteigenossen des 6. sächsischen Kreises: Auf die Tagesordnung des Parteitages den Punkt zu sehen:" Unsere Stellung zur Sozialreform und zum kapitalistischen Staate", und dazu einen geeigneten Referenten zu bestellen. 5. Der Genosse Haenisch in Ludwigshafen: Der Tagesordnung des Parteitages ist noch der Bunft einzufügen: Unsere Stellung zum Militarismus und zur Kolonialpolitik. " 6. Die Parteigenossen in Elberfeld: Auf die Tagesordnung des Stuttgarter Parteitages ist der Punkt zu setzen:" Der Arbeiterschutz in den deutschen Bergwerken." Organisation. Parteitag. 7. Die Parteigenossen in Burg und Hannover:„ Die Parteitage haben möglichst in geographisch günstig gelegenen Orten stattzufinden." 8. Die Parteigenossen des Niederbarnimer Kreises: Den Parteitag zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinden zu laffen." 9. Die Parteigenossen in Hannover:„ Der nächste, 1899 stattfindende Parteitag ist in Hannover abzuhalten." 10. Die Parteigenossen in Magdeburg:„ Den nächsten Parteitag in Magdeburg stattfinden zu lassen." Taktik. 11. Die Parteigenossen in Breslau:„ Den Parteivorstand aufzufordern, die Ergebnisse der Arbeiten der vom Breslauer Parteitag beschlossenen Studienfommission für die Agrarfrage im Laufe des nächsten Jahres zu veröffentlichen." einzutreten und im Landtage alle Maßnahmen entschieden zu bekämpfen, die geeignet sind, die bestehenden Volksrechte im Einzelstaat weiter zu schmälern oder zu beseitigen; b) eventuell auch einem sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimmen zu geben. Die Parteigenoffen der einzelnen Wahlkreise sind verpflichtet, für ihre Abmachungen mit anderen Parteien die Zustimmung des Parteivorstandes einzuholen." 25. Genosse Wilhelm- Berlin:„ Der Beschluß des fchen Landtagswahlen, ist aufzuheben." Parteitages in Hamburg, betreffend die Betheiligung an den preußinächsten Jahres eine gleichmäßige Agitation im ganzen Lande und besonders unter den ländlichen Arbeitern für Abschaffung der GesindeOrdnungen und sonstigen Ausnahmebestimmungen, welche die landwirthschaftlichen Arbeiter bedrücken, sowie für Gleichstellung der ländlichen Arbeiter mit den gewerblichen in Bewegung zu feßen und hiermit gleich die schärfere Betonung der Programmforderung: Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung einschließlich der GeburtsHilfe und der Heilmittel, Unentgeltlichkeit der Todtenbestattung" zu verbinden." " Gleichzeitig möge der Parteitag den Wunsch aussprechen, daß die Presse den Gesinde- Ordnungen sowie der Handhabung derselben Lande hervorgehenden Mißständen mehr Beachtung widmet und bes sowie den aus dem heutigen Aerzte- und Apothekenwesen auf dem deutend mehr Werth beilegt, als bisher." " = 43. Die Parteigenossen in Münster:„ Der Parteivorstand ist verpflichtet, im Vorivärts" stets den Aufenthalt resp. Reiseroute der Redner, welche auf Agitation geschickt werden, bekannt zu geben. Die Parteiblätter haben dies ebenfalls zu veröffentlichen." des Hamburger Parteitages, betreffend die Betheiligung an den 26. Die Parteigenossen in Königsberg: Die Resolution diesjährigen preußischen Landtagswahlen, wird folgendermaßen abgeändert: 41. Die Parteigenossen in Wangen: Bon Parteiwegen ist 1. Die Betheiligung an den diesjährigen preußischen Landtags- eine bedeutend intensivere Agitation in den schwarzen Bezirken wahlen ist überall geboten, wo die Verhältnisse den Parteigenossen zu veranlassen, und sind nur die besten Redner in solche Gegenden Erfolge im Sinne der Bekämpfung der Neaktion, und seien diefelben zu senden." erwarten sind, entscheiden die Parteigenossen der einzelnen Wahl- pflichtet, sobald ein Redner für eine Tour in Aussicht genominen ist, auch nur propagandistischer Art, ermöglichen. Ob solche Erfolge zu 42. Genoffe Kiekisch Torgau:„ Der Parteivorstand ist verkreise nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse. dies den Kreis- Vertrauensleuten der angrenzenden Streise mitzutheilen, betheiligung, so kommen für dieselben folgende Grundfäße in betracht: treffen können." 2. Beschließen die Parteigenossen eines Wahlkreises die Wahl- damit dieselben Vorkehrungen für Abhaltung von Versammlungen a) Der Wahlkampf ist auf grund unseres Parteiprogramms zu führen. b) Wahlbündnisse sind nur mit solchen bürgerlichen Oppositionsparteien zulässig, deren Kandidaten sich verpflichten, für den Fall ihrer Wahl in den Landtag dringliche Anträge auf Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für die Wahlen zum Hause der Abgeordneten und die Gemeindewahlen zu stellen und nachdrücklich zu unterstützen, sowie für die Aufhebung der landesgesetzlichen Sonderbestimmungen gegen die land- und Forstwirthschaftlichen Arbeiter und der Gesinde- Ordnungen und deren Ersatz durch Bestimmungen nach den Grundsägen der Reichs- GewerbeOrdnung einzutreten, ferner auch alle Maßnahmen entschieden zu bekämpfen, welche geeignet sind, die bestehenden Volksrechte im Einzelstaat weiter zu schmälern oder zu beseitigen. Die Parteigenossen dürfen sowohl als Urwähler wie als Wahlmänner nur bei Erfüllung dieser Voraussetzungen für die bürgerlichen Parteien ihre Stimme abgeben. c) Ist die Wahl eigener Wahlmänner möglich, so ist dieselbe mit aller Kraft zu betreiben. d) Ist die Aufstellung eigener Wahlmänner unmöglich, so ist die Wahl von Wahlmännern solcher Parteien, welche die Bedingungen unter b) erfüllen, geboten. 3. Um eine genaue Durchführung der vorstehenden Beschlüsse zu ermöglichen und die Interessen der Gesammtpartei nach allen Richtungen hin zu sichern, betraut der Parteitag den Parteivorstand mit dieser Aufgabe." 44. Genosse Wilhelm- Berlin: Die sozialdemokratische Partei hat sofort in eine Agitation zur Beseitigung des DreiklassenWahlsystems und für Erringung des allgemeinen u. s. w. Wahlrechts durch dazu geeignete Flugblätter sowie durch öffentliche Versammlungen einzutreten." Prerre. 45. Die Parteigenossen des 4. Berliner Kreises:„ Der Vorwärts" wird in Zukunft in seiner Ausstattung so erweitert, daß derfelbe den örtlichen Berliner Verhältnissen mehr Rechnung trägt, damit für eine bessere Verbreitung desselben Sorge getragen werden fann. Ferner werden jährlich zwei vollinhaltliche Agitationsnummern in Massenauflage herausgegeben". 46. Dieselben sowie die des 5. Berliner Kreises und die Genossimen Berlins:„ Die in Stuttgart unter der Redaktion von Frau Klara Zettin erscheinende Frauenzeitschrift„ Die Gleichheit" wird in das Eigenthum der Partei übernommen und, zur Förderung der Frauenbewegung und Schaffung eines einheitlichen Mittelpunktes für sie, die Redaktion nach Berlin verlegt. Der Barteivorstand wird aufgefordert, die nothwendigen Schritte mit möglichster Beschleunigung zu thun". " = 47. Die Parteigenossen des Kreises Teltow Beeskow 2c.: Den Vorwärts" als Morgen- und Abendausgabe erscheinen zu laffen und zu erwägen, ob der lokale Theil vergrößert werden kann, um für die Vororte mehr Raum zu gewinnen." 12. Die Parteigenossen in Mainz:„ Der Parteitag empfiehlt 27. Der Genosse Ernst Wilhelm- Berlin:" Diejenigen den sozialdemokratischen Vertretern in den Landtagen, im Interesse Delegirten, welche zu Preußen gehörende Wahlkreise vertreten, beeines einheitlichen Verhaltens, in agrarpolitischen Fragen Fühlung schließen folgende, den öffentlichen Versammlungen vorzulegende 48. Die Parteigenossen des 1. Berliner Kreises:„ Der mit einander zu nehmen und den Entwurf eines agcarpolitischen und beim preußischen Abgeordnetenhause einzureichende Resolution: Aktionsprogramms auszuarbeiten, der dem nächsten Parteitag zur Berathung und Beschlußfassung vorzulegen ist." 13. Der Genosse J. Brand in Hamburg:„ Der Parteitag empfiehlt den Parteigenossen, an allen Orten, wo eine gute politische und gewerkschaftliche Organisation besteht, die Disfussion über den Werth der Konsumvereine für die Arbeiterbewegung zu eröffnen, und zwar auf der Grundlage, daß unabhängig von der politischen und gewerkschaftlichen die Organisation des Konsumvereins geschaffen werde." 14. Die Parteigenossen des 5. Berliner Kreises:„ Der Parteitag möge seine Stellung zum Militarismus präzisiren." 15. Die Barteigenossen in Breslau: Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen:" Die Agrarfrage und die Sozialdemokratie." 16. Die Parteigenossen des Kreises Calbe- Aschersleben:„ Der Hamburger Beschluß, die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen betreffend, ist aufzuheben und den Parteigenossen an heimzustellen, schon bei der Urwahl für bürgerlich- oppositionelle Wahlmanns- Kandidaten einzutreten." 17. Die Parteigenossen des Niederbarnimer Kreises: „ Der Hamburger Beschluß, die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen, ist dahin zu erläutern: Ob und inwieweit Erfolge aus der Wahlagitation zu erwarten sind, und deshalb in die Wahlagitation einzutreten ist, entscheiden die einzelnen ReichstagsWahlkreise." = Ju Erwägung, daß der preußische Landtag auf grund eines Dreitlassen Wahlsystems gewählt eine wahre Volksvertretung nicht bildet, dieses Dreiklassen- Wahlsystem den im Jahre 1848 gewährleisteten Volksrechten zuwider läuft, und ferner dieses Wahlsystem von Vertretern des Volkes nicht berathen, sondern von der Regierung aufottroyirt ist, wird ein hohes Abgeordnetenhaus aufgefordert, sofort in eine Verfassungsrevision dergestalt ein- Abonnentenstand herauszugeben, worin die neuesten Ereignisse gezutreten, daß an stelle des Dreiklassen- Wahlsystems ein dem Reichstags- Wahlrecht gleichstehendes allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht gesetzt wird. Das Herrenhaus ist aufzuheben." Allgemeines. 28. Die Parteigenossen des 2., 4. und 5. Berliner und des Nieder- Barnimer Kreises:„ Als 4. Absatz des§ 9 des Organisationsstatuts zu setzen: Und einem Vertreter der Preßtommission des Zentralorgans( Vorwärts") der Partei." 29. Die Parteigenossen in Solingen:" Dem§ 10 des Organisationsstatuts folgenden Zusatz beizufügen: Erklären sich gegen einen Beschluß des Parteitages mindestens 10 Wahlkreise mittels Kreis Parteiversammlungsbeschlüsse, so muß die betreffende Frage der Gesammtpartei zur Abstimmung unterbreitet werden. Die Abstimmung hat ebenfalls in Kreisversammlungen zu erfolgen. Das Resultat wird nach Wahlkreisen berechnet." 30. Die Parteigenossen des Kreises Bielefeld= Wiedenbrück: 18. Die Parteigenossen in Harburg:" Dem Hamburger 1. Die Beschlüsse der Kreiskonferenzen in denjenigen Kreisen, Beschluß, die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen be- welche eine Organisation haben, find für die Parteigenossen im Kreise treffend, eine solche Fassung zu geben, daß er den Genossen eine un- bindend. Aufgehoben können diese Beschlüsse nur werden durch die zweifelhafte, auf alle Fälle anwendbare Direktive giebt." entsprechenden Bezirksparteitage oder den allgemeinen Parteitag. Auch haben die Streiskonferenzen das Recht, die Delegirten zum Barteitag zu wählen. 19. Die Parteigenossen in Magdeburg:„ Der Parteitag wolle dem Hamburger Beschluß, betreffend Betheiligung an der preu ßischen Landtagswahl, eine präzisere Fassung geben, damit die Gefahr der Kompromisse mehr beseitigt wird." 20. Die Parteigenossen des 3. Berliner Kreises:" Der Hamburger Beschluß über die Betheiligung an den Landtagswahlen bleibt aufrecht erhalten. Bei den Landtagswahlen haben die Urwähler und Wahlmänner nach denselben Grundsätzen zu verfahren, die bisher bei den Reichstagswahlen beobachtet worden sind. Die Bersammlung erwartet, daß der Parteitag genauere Bestimmungen festsetzt." 21. Die Parteigenossen der Kreise Bielefeld und er ford: Die Betheiligung an der Landtagswahl hat auf grund eines Wahlbündnisses mit der freisinnigen Bollspartei zu erfolgen, demgemäß gemeinsame Wahlmänner aufgestellt werden und der Sozialdemokratie eine entsprechende Anzahl von Abgeordnetenmandaten eingeräumt wird." 22. Die Parteigenossen des Kreises Torgau Lieben werda:" Der Beschluß des Hamburger Parteitages" Die Be theiligung an den preußischen Landtagswahlen wird den einzelnen Kreisen überlassen", ist aufzuheben und der Beschluß des Kölner Parteitages ist wieder in kraft zu setzen." 23. Die Parteigenossen des Niederbarnimer Kreises: „ Der Parteitag möge, falls er zu den Landtagswahlen erneut Stellung nehmen sollte, beschließen: Der Parteitag hält für die in diesem Jahre vorzunehmenden Wahlen zum preußischen Landtag folgende Beschlüsse aufrecht: a) Den wiederholt auf Parteitagen gefaßten: „ Der Parteitag empfiehlt den Parteigenossen, überall da, wo Erfolge, und seien dieselben auch nur propagandistischer Art, in Aussicht stehen, in die Wahlagitation einzutreten." b) Den wiederholt, zuletzt auf dem Kölner und dem Hamburger Parteitag dahin gefaßten: 2. Die Beschlüsse der Bezirksparteitage sind bindend für die Genossen des Agitationsbezirks. Aufgehoben können diese Beschlüsse nur werden durch den allgemeinen Parteitag. 3. Die Anordnungen der Kreisvertrauensmänner, welche sich auf die Agitation im Kreise beziehen, haben Giltigkeit für die Vertrauensmänner im Kreise." " 31. Genosse Berfus Berlin: Die Berechtigung der Sonderorganisation der polnisch- sozialdemokratischen Partei ist vom Standpunkt der Agitation und des internationalen Solidaritätsgefühls anzuerkennen und auszusprechen." 32. Die Parteigenossen des 1. Berliner Kreises: Die Vertrauenspersonen haben bei Schluß der Session, falls nicht außer gewöhnliche Ereignisse dies früher zur Pflicht machen, in ihren Kreisen ein Flugblatt zur Verbreitung zu bringen, welches die Thätigkeit der Parteien resp. ihrer Vertreter in das richtige Licht stellt. Diese Gelegenheit ist auch zugleich zu benutzen, um Propaganda für die Arbeiterpresse zu machen." 33. Die Parteigenossen des 3. Berliner Kreises:„ Den Bericht des Parteivorstandes sowie den Bericht über die parlamentarische Thätigkeit früher als bisher, 4 Wochen vor Tagung des Parteitages, herauszugeben." 34. Die Parteigenossen in Burg: Falls Schumacher und seine aus der Partei ausgeschlossenen Anhänger gegen ihren Ausschluß Berufung einlegen, zur Tagesordnung überzugehen." 35. Die Parteigenossen des Kreises Torgau- Lieben werda:„ Jeder Wahlkreis kann einen Delegirten zum Parteitag senden. Die Kosten trägt ohne Ausnahme die Parteikasse." Parteitag beauftragt den Parteivorstand, eine Kommission von betheiligten Faktoren und Sachverständigen zu berufen, die über nachfolgenden Antrag berathet und Stellung nimmt: In Erwägung, daß die Haltung und Sprache des Vorwärts" als Zentralorgan wohl dem Verständniß der Genossen entspricht, jedoch anderseits die Ueberbrückung zu der weniger eingeweihten Bevölkerungsschicht fehlt, ist neben der Vorwärts"-Ausgabe eine Abendzeitung mit besonderem bracht und die politischen Tagesfragen in gemeinverständlicher Weise behandelt werden, im übrigen die lokale Arbeiterbewegung und die allgemeinen lokalen Begebenheiten mehr Berücksichtigung finden, zum Preise von?( 50-60 Pf.) monatlich als Extraorgan oder auch als Abendausgabe betrachtet mit dem Vorwärts" zusammen zum Preise von?( 1,40 M.) bezogen werden kann. Zur Realisirung dieses Vorschlages ist der Annonzenaufnahme ein weiterer Rahmen zu ziehen." Handbuch. " 49. Die Parteigenossen des 4. sächsischen Kreises:„ Das sozialpolitische Handbuch von Dr. Lur in verbesserter Form neu herauszugeben." sozialpolitische Handbuch von Dr. Lur in verbesserter, der Zeit ent 50. Die Parteigenossen des 5. sächsischen Kreises:„ Das sprechender Ausgabe erscheinen zu lassen und zu möglichst billigem Preis in Verkauf zu bringen". 51. Die Parteigenossen in Flensburg: Alljährlich, nach gänzungsheft herauszugeben, enthaltend die neueren sozialpolitischen Schluß der Reichstags- Session, zun Handbuch für Wähler ein Ers statistischen Zahlen, sowie einen parlamentarischen Bericht, Hauptsächlich der namentlichen Abstimmungen." Broschüren. 52. Die Parteigenossen in Höchst: Alljährlich ist eine Broschüre über die Thätigkeit des Reichstags nach Schluß jeder Session herauszugeben und dieselbe den Vertrauenspersonen und Agitationskommissionen auf Verlangen gratis zu überlajien." 53. Die Parteigenossen des Kreises Teltow Beeskow 2c.: „ Die im Parteiverlage erscheinenden Broschüren billiger abzugeben, went dieselben den agitatorischen Zweck erfüllen sollen.". 54. Dieselben sowie die Genossen des 6. Berliner Kreises:" Der Parteivorstand wird ersucht, alle speziell für die Landbevölkerung wichtigen Reichstags- Verhandlungen in Broschürenform zweds Agitation zur unentgeltlichen Verbreitung zu bringen." Die 55. Die Parteigenoffen in Straßburg i. E.: Bebel'sche Broschüre:" Nicht stehendes Heer, sondern Volkswehr!" - eventuell in ergänzender Ueberarbeitung in Massenauflage herstellen und den Parteigenossen im Reiche unentgeltlich zur Agitation zu überlassen." 56. Die Parteigenossen des 7. sächsischen Kreises: „ Der Parteivorstand erhält den Auftrag, einen Genossen zu be auftragen, die Preßstimmen und Aussprüche einflußreicher Parteiführer, die auf Verschlechterung des Reichstags- Wahlrechts gerichtet sind, in einer Broschüre zusammenzufassen und diese baldigst herauszugeben." 57. Die Genossen Grempe und Maaß Berlin:„ Alle in parteigenössischem Verlage erscheinenden und erschienenen Schriften sind zu volksthümlichen Preisen abzugeben und damit der Massenverbreitung die Wege zu ebnen." 36. Genosse. Vogel in Charlottenburg:„ Die Ge58. Die Parteigenossen des 5. Berliner Kreises:„ Der nossen eines jeden Reichstags- Wahlkreises haben das Recht, einen Parteitag beschließt, den Parteivorstand aufzufordern, unverzüglich Delegirten aus ihrer Mitte zu den Parteitagen zu entfenden, für den eine Agitationsbroschüre herauszugeben, in welcher die Geschichte die Parteikasse Reise- und Tagegelder nach einem bestimmten Saße und Entwickelung des bestehenden Koalitionsrechts, seine Anwendung " Die Genossen haben keinerlei Kompromisse mit bürger zahlt. Die Kosten für weitere Delegirte haben die betreffenden in der Rechtsprechung, seine Verschlechterung durch Polizei- und bürger- zahlt. lichen Parteien einzugehen." Wahlkreise selbst zu tragen." Verwaltungsmaßregeln, sowie alle darauf bezüglichen Dinge 24. Die Parteigenossen in Breslau:„ Der letzte Satz des 37. Die Parteigenossen in Königsberg:„ Der Parteivorstand und Vorgänge eingehend geschildert werden. Die Broschüre soll Hamburger Parteitagsbeschlusses, lautend: Kompromisse und Bünd- wird ersucht, in Zukunft bei den Ausgabeposten Reichstagskosten" aber nicht nur in sachlich referirender Weise gehalten sein, sie soll nisse mit anderen Parteien dürfen nicht abgeschlossen werden" wird unter voller Wahrung der Partei- Interessen auf Ersparnisse hinzu- auch die Behandlung, welche den Arbeitern gegenüber seitens der aufgehoben." gefeßgebenden Körperschaften, der Gerichte, der Berwaltungs- und Dem verbleibenden Theile des Hamburger Beschlusses wird 38. Die Parteigenossen in Elbing:„ Die Agitation in Polizeibehörden beliebt wird, gebührend kennzeichnen und gegenüberhinzugefügt: Westpreußen in Zukunft mehr durch finanzielle Mittel zu unter- stellen, in welcher Weise die Unternehmer von den maßgebenden Den Parteigenossen der Wahlkreise, welche die Betheiligung stützen." Justanzen beschützt und gefördert werden nach dem Grundsatze des beschließen, ist gestattet, die Wahl von Wahlmännern und Ab- 39. Dieselben:" Die Parteileitung wird beauftragt, Herrn von Bötticher: Wir arbeiten ja muur für Sie." Alles das geordneten bürgerlicher Oppositionsparteien zu unterstügen, wenn öfters Referenten, wenn irgend möglich bekanntere Parteigenossen, soll mit dem überreichlich vorhandenen Thatsachenmaterial statistisch die betreffenden bürgerlichen Oppositionsparteien bereit sind: nach Westpreußen zu senden; diese müssen an Orten, wo feine agitatorischen Kräfte sind, einige Tage verweilen und mit den Gebelegt werden. Der Preis soll 10 Pf. nicht übersteigen." nossen über die Agitation berathen." Flugblätter. a) ihre Kandidaten zu verpflichten, für den Fall ihrer Wahl in den Landtag für die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, wie solches für die Wahlen zum Reichstag besteht, auch für die Wahlen zum Landtag wirken." 40. Die Parteigenossen in Halberstadt:„ Der deutsche 59. Die Parteigenossen in Braunschweig:„ Der ParteiParteitag möge den Parteivorstand beauftragen, im Laufe des vorstand wird beauftragt, ein Flugblatt herauszugeben," welches den Standpunkt der sozialdemokratischen Partei der Kaiserlichen Rede in brechen, wonach die Perfon des Kaisers nicht in die Debatte gezogen| Dehnhausen gegenüber vertritt. Dieses Flugblatt soll in ganz werden darf." Deutschland verbreitet werden." 82. Die Parteigenoffen des 10. badischen reises:„ Der 60. Die Parteigenossen in Aachen:„ Um dem Volte die Parteitag möge die Reichstags- Fraktion beauftragen, in der be Unzulänglichkeit des preußischen Wahlgefeßes flarznlegen, ferner ginnenden Legislaturperiode einen neuen Arbeiterschutz- Gesetzentivurf unter Berücksichtigung auf die im Volfe herrschende Ünwissenheit dem Reichstag vorzulegen." über den Zweck und die Ausübung des preußischen Landtags- Wahlgesetzes" ist es umumgänglich nothwendig, daß die Parteileitung durch ganz Preußen ein Flugblatt verbreiten läßt, wodurch dem Volte die ihm nöthige Aufklärung gegeben wird." Refolutionen. 61. Die Barteigenoffen des 1. Hamburger Kreises: den Braunschweiger Streitfall tritt der Parteitag folgender Ent83. Die Parteigenossen in Braunschweig:„ In bezug auf Der Parteivorstand wird beauftragt, eine Reihe von Flugscheidung der Braunschweiger Parteigenossen bei: schriften herauszugeben, die an der Hand des Programms die In Erwägung, daß der neue sozialdemokratische Verein geStellung der Partei zu den verschiedenen Fragen beleuchten, u. a.: gründet worden ist, um die Durchführung der in kraft getretenen Wie stellt sich die Partei zum Militarismus, zur Religion, zur Parteibeschlüsse zu erschweren und zu hintertreiben, Schule, zur Rechtspflege, zur Steuergesetzgebung, zur ArbeiterschutzGesetzgebung, zu den Versicherungsgefeßen u. f. f." Diese Flugschriften sind möglichst zum Selbstkostenpreise abzugeben, damit je nach der Bevölkerung und dem Bedürfniß die einzelnen Wahlkreise diese Flugschriften in Massen zur Agitation beziehen können. Allgemeines. Schrift und Aussprache verschieden sind, die deutsche Aussprache in Klammern oder Nandnote hinzuzusehen." 63. Die Parteigenossen in Halberstadt: 1. Es ist in unserem Zentralorgan„ Borwärts" eine Rubrik Sprechfaal" einzurichten. Jeder organisirte Parteigenosse soll das Recht der freien Meinungsäußerung durch Benutzung dieser Rubrik genießen. Jeder für den Sprechsaal" des Vorwärts" eingesandte Artikel muß aufgenommen werden, wenn er folgenden Voraussetzungen entspricht. Thema: Jede Partei- und politische Frage; Umfang: Nicht über eine Spalte. Der Artikel darf keine persönUmfang: Nicht über eine Spalte. Der Artikel darf feine persön lichen Beleidigungen enthalten und die Redaktion nicht der Gefahr " 1 " " Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der sozialdemokratischen Reichstags- Fraktion. 30. November 1897 bis 6. Mai 1898. Bei der Wahlkampagne dieses Sommers ist die Thätigkeit des Reichstags und die Betheiligung der sozialdemokratischen Fraktion vorstande herausgegebenen und an derselben so ausführlich in dem vom sozialdemokratischen Parteivom Berichterstatter redigirten Handbuch für Sozialdemokratische Wähler" erörtert worden, daß der an den Parteitag zu erstattende Bericht diesmal fürzer ſein tann, als er sonst bei der Fülle des Materials sein müßte. Die Herausgabe des„ Handbuchs" veranlaßte es auch, daß dieser Bericht nicht, wie 1895 der Parteitag zu Breslau be schloß, bereis vier Wochen nach Schluß der Session veröffentlicht wurde. in Erwägung, daß der Verein sich berechtigt glaubte, durch Veranstaltung einer besonderen Lassallefeier eine Spaltung unter den Parteigenossen hervorzurufen und die von Parteigenoffen aufgebrachten Gelder anderen Stellen als der Parteikasse zuzuführen, Die letzte Session war besonders für die Arbeiter von außer in Erwägung, daß die Versammlungen des Vereins nur dem ordentlicher Wichtigkeit. Einerseits erhöhte die Regierung abermals Bwed dienen, persönliche Streitigkeiten unter den Bestoffen an die Forderungen für den unerfättlichen Militarismus, audererZweck dienen, persönliche Streitigkeiten unter den Genossen an feits tam, um die kapitalistischen Schichten der Flottenpolitit ge zustiften und die leitenden Genossen zu beschimpfen, " unterbreiten." " Inländische Vereine jeder Art dürfen mit einander in Verbindung treten. Entgegenstehende landesgesetzliche Be stimmungen sind aufgehoben." 62. Die Parteigenossen in Düsseldorf: Die Parteiin Erwägung, daß die Mitglieder des Vereins verschiedentlich neigter zu machen, nicht nur die bisher ohnehin so schwächliche Sozialreform zum Einschlafen, sondern es wurde den BeSchriftsteller find gehalten, bei Fremd- und anderen Wörtern, die in gegen die Ausbreitung des Partei- Organs, des„ Volksfreunds", ge- strebungen der Arbeiter, sich durch ihre Organisation und arbeitet habent, beschließt die Versammlung, der neue sozialdemokratische Verein Agitation bessere Lebensbedingungen zu erringen, offen heraus der steht außerhalb der Partei und hat nicht das Recht, Handlungen und Krieg erklärt. Der bisherige Schatzsekretär Graf Pojadow 3th war durch Aeußerungen im Namen der sozialdemokratischen Partei zit vollziehen. Mitglieder dieses Vereins können daher nicht zugleich Mit den Einfluß der Stumm'schen wie agrarischen Richtung Minister des glieder der Partei Organisation, des sozialdemokratischen Arbeiter- Junern geworden an stelle des Herrn von Bötticher, mit dem der vereins, sein und find, wenn sie ihre dortige Mitgliedschaft nicht letzte Zeuge der sozialreformerischen Anwandlungen von 1890 aus der Regierung verschwunden war. aufgeben, nicht mehr als Parteigenossen zu betrachten." 84. Die Parteigenossen des 8. sächsischen Kreises: Der Geist des neuesten Kurses zeigte sich gleich in den ersten zusammen- Tagen Den Parteivorstand zu beauftragen, dem im Jahre 1899 zusammen- Tagen bei Besprechung des Vereinsrechts. Der Reichstag hatte am 17. Juni 1896 und dann nochmals am tretenden Parteitage, sofern bis dahin die diversen Verbote des 20. Mai 1897 den Antrag angenommen: Inverbindungkretens politischer Vereine in den deutschen Bater2. Es ist auf Kosten der Partei ein Preßbureau für außer ländern aufgehoben sind, ein Organisationsstatut, den Gedanken der 2. Es ist auf Kosten der Partei ein Preßbureau für deutsche Angelegenheiten zu errichten, durch welches die deutsch- Bentralisation in fester Form festlegend, zur Beschlußfassung zu sprachlichen sozialdemokratischen Zeitungen mit selbständigen u111= parteiischen Berichten vom Auslande und Uebersetzungen aus amerika85. Die Parteigenossen des 5. Berliner Kreises: Das nischen, englischen und französischen Zeitungen unentgeltlich durchweg arbeiterfeindliche und zage Verhalten der freisinnigen versorgt werden, um unsere Parteipresse dadurch von der deutschen Parteien bietet keinen Schutz gegen die Reaktion. Wirklicher und gegnerischen Presse auch in Beziehung auf ausländische Nachrichten wirksamer Widerstand gegen alle volksfeindlichen Pläne wird durch und außerdeutschen Angelegenheiten völlig unabhängig zu ge- bürgerliche Parteien nie ma Is geleistet werden. stalten." Der Hamburger Parteitagsbeschluß von 1897 bezüglich der Be64. Genosse Be Bold Breslau: Allen Agitations- theiligung an den Landtagswahlen ist aufzuheben und dafür fomitees, Vertrauensleuten u. f. w. wird empfohlen, bei Heraus- eine energische Agitation zur Erringung des allgemeinen Stimmrechts gabe von Flugblättern gleichzeitig mit unseren Ideen die Texte für den Landtag zu entfalten. unserer Kampfeslieder auf dem Agitationsmaterial zu veröffent- völlige Bedeutungslosigkeit der Landtagswahl für die Interessen des Durch stete allgemeine Wahlenthaltung ist die 65. Genosse Scholz- Dresden:„ Die Parteipreffe Volkes am besten zu erweisen." hat jedem Parteigenossen auf Verlangen zur Aeußerung feiner An- 86. Die Parteigenossen des 6. sächsischen Kreises:„ Um fichten offen zu stehen und sind Einsendungen, welche der Einsender eine energische und umfaffende Agitation zur Feier des 1. Mai zu mit seinem Namen zeichnet, möglich it wortgetreu, gum mindesten entfalten, beschließt der Parteitag: jedoch finngetreu aufzunehmen. Die Redaktionen find nicht zu einer Benfur solcher Artikel berechtigt und dürfen in solchem Falle mir etiva strafbare Wendungen entsprechend ändern." lichen." Parlamentarisches. 66. Die Parteigenossen in Braunschweig: Die Fraktion zu beauftragen, sofort nach Zusammentritt des Reichstages wegen interpelliren und die stenographischen Berichte darüber als Flugschrift der angekündigten Zuchthausandrohung für Streitanreizer zu zu verbreiten." " planmäßige Agitation für den Achtstundentag in Versammlungen, Die Parteileitung wird beauftragt, dafür zu sorgen, daß eine durch die Presse und durch Flugblätter betrieben wird. Der Parteitag wiederholt die Forderung, für die Durchführung einer allgemeinen Arbeitsruhe ant 1. Mai zu sorgen. Die Reichstags- Fraktion wird beauftragt, den Achtstundentag aufs neue im Reichstage einzubringen. sprechend abgeänderter Form wieder einbringen. Ebenso soll sie den Arbeiterschutzgesetz- Entwurf von 1890 in entWie am 10. Dezember 1897 dem Reichstage mitgetheilt wurde, hatte der Bundesrath diefen Gesetzentwurf den zuständigen Ausschüssen“ überwiesen und darüber noch keinen Beschluß gefaßt. Am 11. DeDas hieß also: Der Antrag war begraben! zember 1897 stellte unser Etatsredner den Reichskanzler deshalb zur Rede und hielt ihm sein am 27. Juni 1896 abgegebenes Verbrechen vor. Damals war von uns bei Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuchs ein Noth- Vereinsgesetz beantragt worden und Fürst Hohenlohe hatte folgende Erklärung abgegeben: „ Es besteht die begründete 8uversicht, daß das in den verschiedenen Staaten für politische Vereine erlassene Verbot, mit anderen Vereinen in Verbindung zu treten, außer Wirts samteit werde gesetzt werden. Ich kann auf grund der inzwischen unter den betheiligten Regierungen gepflogenen Erörterungen diese Erklärung dahin ergänzen, daß es in der Absicht dieser Regierung liegt, die Befeitigung des durch das Verbot geschaffenen Rechtszustandes herbeizuführen. Geschieht dies aber und ich aweifle nicht, daß es geschehen wird so wird.. Siefer Erfolg unter allen Umständen früher eintreten als dies durch eine Annahme des Antrages Auer in das Bürgerliche Gesetzbuch der Fall sein würde, weil das letztere erst mit dem Beginn des nächsten Jahrhunderts in Geltung gesezt werden soll." Sie hat bald nach dem Zusammentreten des Reichstages über Unseren Bedenken gegenüber hatte damals der Minister schränkung der übermäßig langen Arbeitszeit zu interpellirent. das Schidial des vom Reichstage gefaßten Beschluffes fiber die Ein- Bötticher erklärt, daß die vom Reichskanzler abgegebene Grflärung eine rechtlich und politisch unanfechtbare ist". Die Antwort der preußischen Regierung war im 67. Die Genoffen Sietisch und Schumann in Torgan Enquete über Arbeitszeit und Arbeitslohn einzubringen. Sie wird ferner ersucht, den Antrag auf Veranstaltung einer Mai 1897 die Vorlage eines Vereinsgefeges an den preußischen und die Genossent in Hildesheim: Die Reichstags- Fraktion ist verpflichtet, den Antrag auf Einführung der dreijährigen Legislatur wo das nicht möglich ist, Interpellationen zur Einführung des Acht- brachte. Nur mit 4 Stimmen Mehrheit war dieses verkappte Die Landtags Frattionen werden beauftragt, Gefeßentwürfe, oder, Landtag gewesen, das zwar das Verbindungsverbot aufhob, dafür aber eine Reihe der reaktionärsten Vorschriften in das Gesetz periode in jeder Session zu wiederholen." 68. Die Parteigenossen des 4. sächsischen Kreises:„ Die stundentages in allen Staatsbetrieben einzubringen."" Zu der Reichstags- Sigung Reichstags- Fraktion zu beauftragen, den Antrag: Einführung eines Die Sozialdemokratie erblickt in dem Bestreben des Kapitals, mit 87. Die Parteigenossen des 6. fächsischen Kretses: Umsturzgesetz abgelehnt worden. bom 11. Dezember 1897 bestritt nut der Reichskanzler, geſehlichen achtstündigen Arbeitstages" erneut im Reichstage einzu- Gewalt Solonialmärkte zu erschließen, feine infähigkeit, die Produktiv- daß es sich um die Einlösung eines von ihm gegebeneit Berbringen." sprechens handle. Er habe nur der Zuversicht Ausdruck ge69. Dieselben:" Der Parteitag in Stuttgart wolle dahin fräfte zu beherrschen, die es selbst entwickelt hat. wirken, daß die Reichstags- Fraktion teine Gelegenheit vorübergehen bemokratie die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und der Volksarmuth Um den Waarenüberfluß zu beseitigen, fordert die Sozial- geben, daß das Verbot werde außer Wirksamkeit gesetzt werden! Unsere Fraktion brachte im März 1898 den Wortlaut des läßt, für ein einheitliches Vereins- und Versammlungsgesetz für ganz in eigenen Lande. Das deutsche arbeitende wolk kann selbst die Noth- Vereinsgefebes beim Gesezentwurf betr. freis Deutschland einzutreten." willige Gerichtsbarkeit als Zusagantrag zu§ 156 noch 70. Die Parteigenossen in Königsberg: Die Reichstags- Waaren verbrauchen, die es produzirt. Die Sozialdemokratie bekämpft die Kolonialpolitik, weil durch einmal ein und bot so den bürgerlichen Parteien des Reichstages Fraktion wird beauftragt, eine Interpellation an die verbündeten sie und die damit unzertrennlich verbundenen Marine- Ausgaben dem Gelegenheit, den durch ihre Leichtgläubigkeit entstandenen Schaden Regierungen zu richten, wann dieselben, entsprechend dem Veschluß Volke Steuerlasten auferlegt werden, während den Nutzen davon wieder gut zu macheit. Aber mit Ausnahme der Freisinnigen des Reichstages vom 11. März 1897, dem Reichstag einen Gesch nur die Großkapitaliſien haben und weil das Endresultat der stimmten sie gegen unseren Antrag, troydem noch im Mai 1897 das entwurf vorzulegen gewillt sind, wodurch die Rechtsverhältnisse kolonialen Entwidelung eine Steigerung der Ueberproduktion und Bentrum eine so lebhafte Entrüftung darüber zur Schau getragen zwischen den land- und Forstwirthschaftlichen Arbeitern, sowie dem eine Handelstrisis sein muß, die zahlreiche Arbeitermassen aufs hatte, daß das in feierlicher Stünde gegebene Versprechen nicht Gesinde einerseits und deren Arbeitgebern andererseits reichsgesetzlich Pflaster werfen wird." eingelöst" fei. geregelt werden." 88. Die Parteigenossen des 6. sächsischen Kreises: Ebenso ablehnend verhielt sich die Reichstags Mehrheit gegen leben:„ Die Reichstags- Fraktion zu verpflichten, in der nächsten bes Ausbeuterstaates, eine enorme Vergeudung von Volkskraft und 71. Die Parteigenoffen des Kreises Calbe- Aschers- Die Sozialdemokratie erblickt im stehenden Heere die Hauptstüne unseren Antrag betr. Schutz des Koalitionsrechts. Unsere Fraktion hatte den bereits wiederholt von uns einReichstags- Seffion einen Gesezentwurf zum Schuße der in der Land- Volksgut und eine bleibende Gefahr für den Frieden unter den gebrachten Gesetzentwurf betreffend das Recht der Berwirthschaft beschäftigten Kinder und jugendlichen Arbeiter und Ar- Völkern, sowie in der jetzigen preußisch- deutschen militärischen fammlung und Vereinigung und das Recht der Koalition beiterinnen einzubringen." 72. Die Parteigenoffen in Harburg: Der Reichstage unter das Stommando der Sprößlinge der Adelsfamilien und der zur Verhandlung gelangte. Durch Annahme desselben wären dieſe Organisation die bedingungslose Auslieferung der Söhne des Bolles zu ihrem ersten Initiativantrag gemacht, so daß er bald Fraktion ist zur Berüdsichtigung zu überweisen folgender Antrag: Plutokratie. wichtigen Vollsrechte gesichert worden; die Mehrheit des Reichstages Alle möglichen Gelegenheiten sind zu ergreifen, um im Sinne einer praktischen Landproletarier- Politik 1. die Abschaffung der Gesinde- miliz gegen die von der Regierung geforderte Präsenzstärke des Verweisung an eine Kommission ab, als auch den§ 1, sodaß eine Sie stimmt deshalb bis zur Einführung der Volts- lehnte aber sowohl die von der Freifinnigen Vereinigung beantragte Ordnungen und Koalitionsverbote für ländliche Arbeiter und Gefinde, 2. die Errichtung von nach Art der Gewerbegerichte organi: Sceres und gegen alle Aufwendungen für die Waffenrüstung weitere Berathung mugles wurde und wir daher den Rest unseres firter Landarbeiter und Gesindegerichte, 3. die Gewährung un- influſive Geschütze und Munition, sowie gegen alle Festungs- und Antrages zuriidzogen. Dasselbe Schicksal hatte eine von Ridert beantragte Abänderung unseres Antrages, die das Koalitionsrecht entgeltlicher ärztlicher Hilfe und freier Medizin auf dem Lande anzustreben" 89. Die Parteigenossen des 6. sächsischen Kreises: ausschied und sich nur auf das Vereins- und Versammlungsrecht Welche Gefahren dem Koalitionsrecht der Arbeiter Staat, weil er die Schuzwehr der Ausbeutung und der Apparat brohen, hatte sich bereits in der Antrittsrede des neuen Ministers Die Sozialdemokratie bekämpft grundsätzlich den kapitalistischen erstreckte. zur Unterdrückung der Arbeiter ist und mit dem Gute und Blute drohen, hatte sich bereits in der Antrittsrede des neuen Ministers der ausgebeuteten Volksmassen die Beutezüge des Kapitals und die des Innern gezeigt, die unter dem lebhaftesten Beifall aller RealKapitalistenflaffen untereinander bezahlt. Konkurrenzkämpfe der Kapitalistengruppen wie der nationalen tionäre sich gegen die Arbeiterkoalitionen wandte. Diese seien, wie Graf Posadowsky meinte, bei uns nicht annähernd so Kapitalistenklaffen untereinander bezahlt. nothwendig, wie in anderen Staaten mit anderem Wahlmodus"; die Arbeiterkoalitionen seien zum großen Theil nichts anderes als wolle die Reichstags- Fraktion ersuchen, bei erster Gelegenheit einen 73. Die Parteigenoffen in Maina:„ Der Parteitag Antrag auf Einführung der allgemeinen einjährigen Dienstzeit einzubringen." 74. Die Parteigenoffen in 2üneburg: Die ReichstageFraktion ist aufzufordern, int Reichstag die Einführung eines MilizHeeres zu beantragen." urnen dienen." Kasernenbauten." Die Regierungen vermögen der Arbeiterklasse innerhalb der Schranken entweder mit brutaler Gewalt oder mit der Politik der ihnen durch den kapitalistischen Charakter des Staates gezogenen Streitvereine. ruhigen Ueberlegung und Vermittelung entgegenzutreten. M 75. Die Parteigenossen des Kreises Duisburg:" Der Parteitag möge die Reichstags- Fraktion beauftragen, mehr als bisher für Bald darauf, am 15. Januar 1898, war der„ Vorwärts" in Beschleunigung der Wahlprüfungen im Reichstage einzutreten." 76. Die Parteigenossen in Hildesheim:„ Die Fraktion zu Im ersteren Falle fuchen sie die Arbeiter einzuschüchtern, im der Lage, das geheime Rundschreiben des Grafen Pasadowsky vom 11. Dezember 1897 an die verbündeten Regierungen zu verbeauftragen, im Reichstage einen Antrag einzubringen, welcher be- zweiten die Energie ihres politischen Auftretens einzudänmmen. fagt, daß bei den Reichstagswahlen in allen Wahlbezirken verschlossene wird, vom Verhalten der Regierung beeinflußt wird, so fürchtet doch schärfungen gegen den Mißbrauch der durch§ 152 der Wenn auch die Erbittering, mit der der Klaffenkampf geführt öffentlichen, in dem er sie zu Mittheilungen aufforderte, wie die Streits einzuschränken und welche Strafver Wahlurnen verwendet werden und nicht, wie das in unserem Wahl- die Sozialdemokratie die Unterdrückungsmaßregeln nicht. Ebensofreise so üblich, auf den Ortschaften offene Suppenschüsseln als Wahl- wenig darf sie mit den Regierungen Kompromisse eingehen. Gewerbe Ordnung gewährleisteten Koalitionsfreiheit" Unsere Fraktion nahm sofort Gelegen 77. Die Parteigenoffen in Oberursel: Auf unsere Regierungen, die mir die vollziehende Macht des kapitalistischen fich zu geißeln und nachzuweisen, wie diese angebliche Abwehr Sie richtet ihre Politit nicht nach dem jeweiligen Verhalten der zu verlangen seien. heit, den arbeiterfeindlichen Charakter dieses Erlaffes gründReichstags- Fraktion einzuwirken, daß dieselbe in der nächsten Session Staates ist, sondern nach der Klassenstellung des um seine Befreiung des Mißbrauches nichts ist als eine völlige Vernichtung jeder einen Antrag einbringt, wonach die verfügbaren Gelder der Alters- kämpfenden Proletariats. und Invalidenversicherung zu dem mäßigen Zinsfuß von 1 pct. zu Ihr Ziel bleibt unter allen Umständen der Sturz der herrschenden Frlaß in Form von Fragen den Regierungen zumuthet, Gesetz, dann Koalitionsfreiheit. Würden die Vorschläge, die der Posadowskygemeinnügigen Zwecken abgegeben werden." Klasse und die Ergreifung der politischen Macht, um den kapitaParteitag möge die Reichstags- Fraktion beauftragen, bei der Be Unterdrückungswerkzeuge zu einem Befreiungsmittel der Arbeiterklasse fation und jeder Kampf der Arbeiter um bessere Lebensbedingungen 78. Die Parteigenoffen des 5. Berliner Kreises:" Der tistischen Charakter des Staates zu beseitigen, und ihn aus einem wäre, noch schlimmer als es bereits 1890 geplant, aber damals von uns noch glücklich abgewehrt wurde, die gewerkschaftliche Organirathung des Militäretats den Antrag zu stellen, auf Einführung des Milizsystems resp. der allgemeinen einjährigen Dienstzeit." 79. Genosse Vieth in Berlin:" Der Parteitag ersucht 90. Die Parteigenossen Kohn, Friedländer, Liev unmöglich; die Unternehmer und die Polizei wären die unum die Reichstags- Fraktion, den in die Budget- und andere Kom- mann und 15 Genossen in Berlin:„ Ausgehend von der Ueber- schränkten Herren der Arbeiter. Voraussichtlich wird in der kommenden missionen entfandten Abgeordneten das Eingehen von Versprechungen, nicht im stande ist, der Weiterentwidlung des Großbetriebes im Internehmer, die durch Verrufserklärungen, schwarze Listen zeugung, daß eine Besteuerung der Waarenhäuser in jeder Form Arbeiter aufgefordert werden. Gegen den Terrorismus der welche sich auf die Geheimhaltung seitens der Regierungs- Handel irgend welche Schranken zu setzen, die Kosten und Lasten und Aussperrungen geheim und öffentlich die Arbeiter sich untervertreter gemachter vertraulicher Mittheilungen beziehen, dieser Steuern vielmehr von den Geschäftsinhabern auf die Ange- würfig machen wollen, hatte der Minister weder ein Wort des Tadels, 80. Derselbe:„ Der Parteitag fordert die Reichstags- ftellten abgewälzt werden, spricht sich der Parteitag gegen jede Be- noch ein Gesetz in Vorschlag. Bei der Berathung der vom Zentrum Fraktion auf, auf den ihr im Präsidium des Reichstags zustehenden steuerung der Waarenhäuser aus." nicht zu gestatten." Posten nicht, wie vor fünf Jahren, freiwillig zu verzichten, sondern ihre Ansprüche darauf mit allen Mitteln zur Geltung zu bringen." 81. Derselbe:" Der Parteitag fordert die NeichstagsFraktion auf, mit dem im Reichstage Herrschenden Usus zu zu machen." und Freifinn eingebrachten Gesetzentwürfe betreffend die einge: tragenen Berufsvereine hielt es die Regierung garnicht erst für nöthig, Stellung zu nehmen; es genügte ja auch, daß Herr von Stumm erklärte, die Verhandlungen würden pro nihilo( bergeblich) sein. Sie blieben daher in der ersten Berathung V " stecken, nachdem noch durch unsere Redner nachgewiesen war, daß Gesinnung des Beamtenperfonals. Wir traten für die Vorlage bis jetzt 1552 mill. Mart verbrauchte, die nen nur zur das Zentrum, falls es ihm mit dem Schutz der Arbeiters beffere Besoldung der Fernsprech Gehilfinnen ein und Unterstützung fener Eroberungspolitif, welche den Artoalitionen Ernst gewesen wäre, bei Berathung des Bürgerlichen beantragten, die Unterbeamten, welche nach dem beitern schwere Lasten an Gut und Blut auferlegt, den Gewinn Gesetzbuchs dies hätte durch die That beweisen müssen und fönnen. 1. April 1895 angestellt sind, in dasselbe Anfangsgehalt zu bringen, aber der befizenden Klasse zufließen läßt. Ebenso protestirte der Während so den Arbeitern die Erringung besserer Lebens- wie die, welche vor dem 1. April 1895 bereits angestellt waren, sozialdemokratische Fraktionsredner auch gegen den Einbruch bedingungen durch Organisation erschwert oder eine Er ferner die Erhöhung des Höchstgehalts der Landbriefträger in China", wie wir überhaupt der gesammten Kolonialpolitik schwerung angedroht wurde, ist unter dem Minister Posadowsky der von 900 auf 1000 M. Diese Anträge wurden abgelehnt. Ausbau des geseglichen Arbeiterschutzes völlig ins Stocken Deutschlands ablehnend gegenüberstehen. Diese bringt nur neue Der von der Regierung vorgelegte Gesezentwurf, der das Lasten, die, wie stets bisher, hauptsächlich von den Arbeitern gegerathen. Denn, meinte er, ein Zuvielregieren in dieser Beziehung Postregal auch auf Briefe ausdehnt, welche innerhalb ihres tragen werden müssen, und der Gewinn kommt fast nur einigen falle dem deutschen Volke geradezu auf die Nerven"," das Wer mit einer Postanstalt versehenen Ursprungsortes verbleiben, wurde großen Handelsherren zu gute, während die Gefahr internationaler hältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeiter könne man nicht nur auf von uns insoweit befürwortet, als wir von der Reichspost fordern, Berwickelungen und damit furchtbarer Opfer seitens der Volksmassen den rechtlichen Vertrag stützen, es müsse auch ein gewisses daß sie das Stadtbriefporto bedeutend herabsetzt und die bei den gesteigert wird. Auch bedroht sie die einheimischen Arbeiter mit der Bietätsverhältniß bestehen," und er werde sich weder durch Privatposten bisher beschäftigten Angestellten entweder in den Einführung ausländischer Arbeiter, die in ihrer Lebensdie Agitationen der Sozialdemokratie, noch durch die Lehrmeinungen Reichspostdienst übernommen oder angemessen entschädigt werden. haltung niedriger stehen als die deutschen Arbeiter, und erschwert ihrer bewußten oder unbewußten Mitläufer in mißbräuchlicher Der Gesezentwurf wurde in einer Kommission begraben. Ausdehnung des Staatsbegriffs dazu bewegen lassen, deren Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen durch die Vom Reichs- Eisenbahnamt forderten unsere Redner ein energisches Konkurrenz der in den Kolonien Beschäftigten, die mangels alle Erwerbszweige politisch zu reglementiren, Einschreiten gegen Landes Eisenbahnverwaltungen, jeglichen Arbeiterschutzes schrankenlos der Ausbeutung um schließlich einen sozialistischen Polizeistaat herbei die durch ueberanstrengung des Personals die Eisen- des Kapitals preisgegeben sind. Gleichzeitig entzieht die Kolonial zuführen, in dem sich die besitzenden Klassen zu bewußten bahntransporte gefährden, so daß eine so große Anzahl schwerer politik der Kolonisation im Innern, die im Interesse der Gegnern des Staates herausbilden würden." Eisenbahnunfälle entstand; gleichzeitig verlangten wir, daß Gesammtheit ebenso nützlich als nothwendig ist, die erforderlichen Das Ausbauen des gesetzlichen Arbeiterschutzes heißt acht Jahre eine Eisenbahn- Gewerbe- Inspektion vom Reiche geschaffen werde. Mittel. nach den Versprechungen der kaiserlichen Erlasse: Herbeiführen eines höhere Besoldung der Unterbeamten und Verfozialistischen Polizeistaates! Dies alles aus Angst, es mit fürzung der Arbeitszeit würde die Unfälle wesentlich ver- im letzten Jahre 111/2 Millionen Mark, die Aufwendungen des Der ganze Handel mit den afrikanischen Kolonien betrug den besitzenden Klassen zu verderben, die allerdings mindern. Die Eisenbahnen wie die Post haben nur das Reichs beliefen sich auf 13 Millionen Mark, waren also größer als in ihren industriellen wie agrarischen Organisationen wiederholt Verkehrsinteresse zu berücksichtigen, nicht aber ihr Haupt- der gesammte Umsatz. In den ersten 6 Jahren erforderten die gegen die Arbeiterschutz- Gesetzgebung ganz energisch protestirten oder, augenmerk auf Erlangung von Ueberschüssen zu richten, welche Kolonien einen Zuschuß von 35,3 Millionen Mark, ihr Antheil an wie z. B. die Bädermeister, rundweg erklärten, daß sie auf das Gesetz auf Kosten der Sicherheit, Raschheit und Billigkeit des Verkehrs, der gesammten deutschen Einfuhr betrug 0,2 pCt., an der Ausfuhr pfeifen. Die Arbeiten der Kommission für Arbeiterstatistik find daher sowie der Angestellten zusammengescharrt werden. Energisch rügten 0,1-0,3 pCt.! Welch klägliches Resultat! Für Kiantschon kam auch, bis auf die Bäckereiverordnung und das ungenügende Kon- wir, daß die Steichs- Eisenbahn Verwaltung in Elsaß- als erste Forderung ein Nachtragsetat von 5 Mill. Mark, den fektionsgesez, bisher ohne jeden Erfolg geblieben; sie hat zwar Lothringen das Petitionsrecht der Beamten dadurch beein- außer uns alle Parteien bewilligten; eine stetige und bedeutende Erhebungen angestellt über die Mißstände in der Müllerei, im Gast- trächtigt hatte, daß sie Beamte, angeblich für unpassende Ausdrücke Steigerung der Ausgaben auch für die chinesische Kolonie ist selbstund Schankwirthschaftsgewerbe, in den Ladengeschäften, neuerdings in ihrer Petition, mit Geldstrafen belegte. Da sich bei den Ver- verständlich. auch bei der Binnenschifffahrt und Flößerci, aber zu gesetzgeberischen handlungen ergab, daß die Reichstags verwaltung die Petition Maßnahmen ist die Regierung nicht geschritten, ebensowenig wie die im Original der Eisenbahnverwaltung zur Kenntnißnahme mitgetheilt Bremen, welche seit 1886 sich auf 44,3 Mill. Mart beläuft und von Auch die Dampfersubvention für den Norddeutschen Lloyd in bereits 1891 in der Gewerbe- Ordnung in Aussicht gestellte Aus- hatte, stimmte der Reichstag unserer Forderung zu, daß fünftig ein 4 Mill. auf 5,5 Mill. Mart, zahlbar bis zum Jahre 1912, erhöht dehmung des Arbeiterschutzes vollzogen wurde, durch welche die solcher Mißbrauch von Schriftstücken unmöglich gemacht wurde, lehnten wir einstimmig ab, da dieser Reichszuschuß für Unter§§ 135-139b( über die Regelung der Arbeit von Kindern, Jugend- werden soll. lichen und Arbeiterinnen, sowie über die Gewerbe- Aufsicht) auch für stützung der ostasiatisch- australischen Linie in erster Linie den Bei der Verwaltung des Reichsheeres hatten wir auch in Aktionären des Lloyd zu gute kommt. Werkstätten ohne elementare Kraft Geltung bekommen würden. Aus diesem Jahre Beschwerden über Soldatenmißhandlungen den Reden des Grafen Posadowsky geht deutlich hervor, daß von ihm zur Sprache zu bringen. Unsere Forderung, an stelle der stehenden Militär- Strafgerichts- Ordnung gegenüberstehen, da diese nicht im Ablehnend mußte unsere Frattion auch der endlich vorgelegten auch in Zukunft das Unternehmerthum teine weitere Belästigung" zu Heere ein Milizheer, eine Volkswehr, zu schaffen, wurde von geringsten dem Verlangen des Volkes nach freiheitlicher Ausbefürchten hat; und am allerwenigsten will er dem Handwerk und unserem Redner, so wie schon früher, eindringlich befürwortet und gestaltung des Gerichtsverfahrens entsprach, obwohl dies bei den oft der Hausindustrie zu nahe treten. Er meinte, der Reichstag folle darauf hingewiesen, wie der jezige Militarismus als eine Schraube furchtbar hohen Strafen, die das Militär- Strafgesetzbuch tennt, besonders sich beschränken, nicht fortgesetzt neue sozialpolitische Gesetze zu planen, ohne Ende die Wohlfarth aller Völler untergräbt. sondern zunächst einmal die vorhandenen Geseze weiter nothwendig ist. Alle von uns gestellten Anträge wurden Die Ausgaben für den Militarismus waren wiederum niedergestimmt. Selbst die Oeffentlichkeit der Verhandlungen, ausbauen und in ihrem Wirkungskreise ausdehnen. Daß gestiegen; im Rechnungsjahre 1897 hatten sie 708,5 mill. Mark be- die schließlich auf dem Papier angenommen wurde, ist ganz in das nicht einmal das letztere geschieht, wiesen ihm unsere Fraktionsredner tragen, 1898 bereits( ohne die Marinevorlage) 730,3 Mill. Mart, Belieben der Militärgerichte und des Kaisers gestellt, da sie wegen bei Besprechung der Gewerbe Aufsicht in eingehendster sie betrugen damit mehr wie die Hälfte aller Ausgaben des Gefährdung militärdienstlicher Interessen oder der Disziplin" aus Weise nach. Reichs. Für das Landheer waren 608,2 Mill. Mark in den Etat geschlossen werden kann. Auch auf ehemalige Militärpersonen In bezug auf die Arbeiterversicherung verweigerte die Re- gefeßt, für die Flotte 122 Mill. Mart. Dazu kamen noch 74 Mill. erstreckt sich innerhalb eines Jahres nach Beendigung ihrer Dienstgierung ebenfalls die von uns geforderte Verbesserung. Eine Novelle Mark Zinsen für die 2250 Mill. Mark Reichsschulden, die zu vier zeit das Militärstrafgesetz, wenn sie wegen der ihnen zum Unfallversicherungs. Gesch, erklärte Graf Pofadowsty, habe Fünfteln für militärische Zwede Verwendung gefunden hatten. während ihrer Dienstzeit widerfahrenen Bes cr nicht vorgelegt, weil gegen die früheren Beschlüsse der Reichstage Unsere Frattion stimmte wie stets gegen den Etat, so handlung sich einer Beleidigung, Körperverletzung, Herausforde Kommission von den Berufsgenossenschaften( der Unter- wohl weil die Mittel für denselben zum großen Theil durch die rung zum Zweifampf gegen einen früheren militärischen, noch im nehmer) ernste und weitgehende Einwendungen erhoben" wurden indirekten, die Aermeren am schwersten belastenden Steuern auf altiven Dienste befindlichen Vorgesetzten schuldig machen. Diese Be was für ihn trotz all' der noch ernsteren Erinnerungen der Argebracht werden, als auch wegen seiner hauptsächlichen Verwendung Stimmung fann fast völlig verhindern, daß über Militärbeiter gegen das bestehende Gesez genügte, die Unfall- für den Militarismus, dessen Rüstungen nicht den Frieden sichern, mis handlungen öffentliche Wittheilungen noch gemacht werden, versicherung mit all' ihren Mängeln unangetaftet zu lassen. Ver- sondern die Kriegsgefahr noch vergrößern. Unsere Etatsredner haben diese da diese zu Beleidigungsprozessen des Mißhandelnden mit Leichtig geblich wurde von uns die Regierung an ihre wiederholt gegebene fulturfeindliche Wirkung des Militarismus stets energisch flargestellt, feit umgeformt vor die im Interesse des Dienstes oder der DisBusage, baldige Abhilfe zu schaffen, erinnert und gefordert, daß die die Mehrheitsparteien wie die Regierung haben uns widersprochen ziplin" zu verschließenden Thüren des Militärgerichts kommen können drei Versicherungsgefege mit einander verbunden würden, um die jetzt muß selbst ein russischer Bar zugestehen, daß der Militaris- ein Erfolg, den die Mehrheitsparteien des Reichstages auch be Verwaltung zu vereinfachen und die Leistungen für die Arbeiter zu mus eine Geißel der Völker ist! erhöhen. absichtigten, weshalb sie für diese Ma cht erweiterung des Unsere Ablehnung des Etats geschah und geschieht aber nicht militarismus stimmten. Dagegen erklärte Graf Posadowsky eine Abänderung des nur wegen der Aufbringung und Verwendung der Mittel, sondern Invaliditäts- und Altersversicherungs Gesetzes für ganz un- fie ist eine nothwendige Folge unserer ganzen grundsäglichen sprach, die wir im Interesse einer freiheitlichen und gerechten AusSo wenig wie dieses Militärstrafrecht den Anforderungen ent bedingt geboten, und zwar im Intereffe der östlichen, Stellung zum herrschenden lassenstaate, dem die gestaltung des Rechtswesens stellen müssen, ebensowenig genügte der agrarischen Provinzen Preußens. Sollte etwa der Reichstag Sozialdemokratie als Vertreterin der unterdrückten und besiglosen nach langem Zögern endlich vorgelegte Gesetzentwurf betr. die Entin der nächsten Session diesen Wünschen nicht willfahren, so drohte Klasse alle Mittel verweigert, mit denen die politische und schädigung der im Wiederaufnahme- Verfahren freigesprochenen der Staatssekretär, daß wir in Preußen gezwungen sein würden, wirthschaftliche Unterdrückung der Arbeiter aufrecht erhalten Personen. auf administrativem Wege die Frage zu regeln". Hier, im werden kann. Eine Entschädigung unschuldig Verurtheilter, Interesse der Agrarier, will der Staatssekretär also energisch Verhafteter und Sistirter hatte die sozialdemokratische Während auf dem Gebiete der Arbeiterfürsorge und des Arbeiter- Fraktion bereits 1881 durch einen Antrag Frohme und Genossen gevorgehen und zwar auf Kosten der Industrie Arbeiter, zu rechts nur Stillstand oder Rückschritt an der Tagesordnung waren, fordert, 1892 abermals beantragt. ihren Gunsten aber gegen die Berufsgenossenschaften der Unfall- zeigten fich die Regierung wie die herrschenden Parteien um gierung bis zur systematischen Revision der Strafprozeß- Ordnung". Damals vertröstete die Neversicherung aufzutreten, wagt er nicht! so eifriger, als es galt, die auf den großen Volksmassen ruhenden, Is 1894/95 diese angeblich systematische Revision vorgelegt wurde Unsere Frattion nahm bei jeder sich bietenden Gelegenheit Ver- ohnehin schon so drückenden 2a sten und Pflichten noch zu und 1895/96 abermals zur Berathung fam, brachte sie außer anlassung, diesen Stillstand und Rüdzug in der Sozialvermehren. reform an den Pranger zu stellen und die Beschwerden und zahlreichen anderen Mängeln auch eine völlig ungenügende Der Etat war auf rund 1434 Mill. Mark angeschwollen; von Lösung dieser Frage, während gleichzeitig das WiederaufWünsche der Arbeiter zum energischen Ausdruck zu bringen. Es ge- denselben werden fast die Hälfte, 701 Mill. Mark, durch indirekte nahme- Verfahren erheblich schah dies von zahlreichen Fraktionsmitgliedern bei den Etats- Steuern( Zölle und Verbrauchsabgaben) zusammengebracht und Entwurf verschlechtert werden sollte. fcheiterte im berathungen, da von unseren auf Arbeiterschutz bezüglichen zwar hauptsächlich von den ärmeren Bollsschichten, entsprechend ihrer Regierung den Entwurf zur Entschädigung unschuldig Verurtheilter, Plenum und 1897 brachte die Initiativ- Anträgen außer dem bereits erwähnten Antrag, betreffend Kopfzahl, obwohl gerade der Aermere von all diesen indirekten losgelöst von anderen Aenderungen der Strafprozeß- Ordnung. Aber das Koalitionsrecht, feiner mehr zur Verhandlung kam. Wir Steuern auf nothwendige Gebrauchsgegenstände, hatten die schon in früheren Jahren gestellten Arbeiterschuß- und Genußmittel schwerer getroffen wird als der Wohlhabende und sich im Wiederaufnahme- Verfahren die Unschuld ergeben hat, und Nahrungs- er spricht nur demjenigen Verurtheilten Entschädigung zu, bei dem Anträge wiederholt: der Reiche. Für eine Verringering diefer Laft war weder die Re- entschädigt soll mur der durch die Strafvollstreckung entstandene Obligatorische Errichtung von Gewerbegerichten gierung noch die Mehrheit des Reichstags nicht einmal angesichts Vermögensschaden werden. mit Ausdehnung des Wahlrechts und der Wählbarkeit auf alle der Getreidenoth zu haben, die uns im Mai d. J. veranlaßte, zu unschuldig erlittene Untersuchungshaft und Sistirung. Nicht entschädigt wird also die in betracht kommenden Personen ohne Unterschied des verlangen, daß die Aufhebung der Getreidezölle, die wir grund- Demgegenüber vertraten unsere Redner die Anschauung, daß Geschlechts vom zwanzigsten Lebensjahre ab; Aufhebung fäglich fordern, wenigstens vom Mai bis Herbst d. J. eintreten möge. der Staat die Pflicht habe, jede zu Ungebühr vollstreckte der Gesinde Ordnungen. Vorlegung eines Reichs- Berg- Unsere diesbezügliche in der letzten Sigung des Reichstags zur Be- Beeinträchtigung der Freiheit seiner Bürger in vollem Umfange gesetes. Errichtung von Reichs- Betriebsaufiichts- fprechung gelangende Interpellation wurde von der Regierung zu entschädigen, und daß gerade die Zahl der unschuldig Verhafteten behörden mit ausgedehnten Vollmachten, deren Bei- unter dem Beifall der Agrarier abschlägig beantwortet. geordnete, männliche und weiblich e, auf grund eines und Sistirten eine bedeutend größere sei als die der Berurtheilten. Vergeblich war auch unser Protest gegen die Grenzsperren, Da durch diesen Gesezentwurf außerdem zwei Klassen von allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts von den welche, gegen die dem Bich angeblich drohende Verseuchungsgefahr Verurtheilten geschaffen werden, weil er es in das freie Ermessen Hilfspersonen aller Betriebe zu wählen find. Vorlegung eines eingeführt, nur den großen Heerdenbesitzern ze. nüglich wurden, die des Richters setzt, ob er entschädigen will oder nicht, so stimmten Gefeßentwurfs, durch den die regelmäßige tägliche sich an der durch mangelnde Einfuhr entstandenen Fleischnoth und wir gegen den Entivurf. Unsere Opposition hat, wenn auch nicht Arbeitszeit für alle in Lohn-, Arbeits- und Dienstverhältniß demgemäßen Fleischvertheuerung bereichern. im Gewerbe, Industries Handels- und Verkehrswesen stehenden das Rückgrat, so doch das Gewissen des Reichstages soweit geschärft, Die Brauntweinsteuer und Liebesgabe von jährlich 42 Mill. daß er einstimmig eine Resolution annahm, durch welche die NePersonen auf acht Stunden festgesetzt wird. Mark, die aus der Tahe der Branntweintrinfer hauptsächlich in die gierung aufgefordert wurde, baldmöglichst einen Gesezentwurf vorBei den Etatsberathungen legten wir die Mängel der Großbrenner fließt, vurde vor dem ihr infolge Ueberproduktion zulegen betr. Entschädigung von solchen Personen, welche mit Unrecht der Gewerbe- Aufsicht ausführlich dar und wiesen an der Hand drohenden Verschwinden schleunigst von der Regierung durch eine Gesetzes- Untersuchungshaft erlitten haben. der amtlichen Berichte nach, wie unzureichend sowohl Bahl und Art vorlage gerettet, der wir selbstverständlich unsere Zustimmung versagten. der Beamten ist, die zur Ueberwachung der gesetzlichen Schutz8ugestimmt haben wir der Abänderung der Konkurs. Grundsäglich ablehnend standen wir auch der Marine ordnung und dem Gesezentwurf über die Angelegenheiten bestimmungen vorhanden sind, als auch letztere selbst, wobei das vorlage gegenüber, welche dem Reichstage auf 6 Jahre das wichtigste der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Bei letzterem gelang es uns sogar von Beamten beklagte milde Verfahren der Gerichte seiner wenigen Rechte, Bewilligungsrecht, nahm und dem Volke eine unter anderem, trog heftigsten Widerspruchs der Regierung, einen gegen Unternehmer die gebührende Kennzeichnung erhielt. Die neue Last von 408,9 Millionen Mart auferlegte. Wir beantragten, Antrag zum Schutze der polnisch sprechenden Reichsangehörigen fraurigen Mißstände, die ganz besonders in der Bergwerks- wenigstens die 117,5 Millionen Mark jährlich übersteigenden Mehr durchzubringen, daß, wenn bei gerichtlichen Beurkundungen ein Be inspektion vorhanden sind, fanden sachgemäße Stritit, und auf den ausgaben auf dem Wege einer progressiven Reichs- Ein- theiligter erklärt, daß er der deutschen Sprache nicht mächtig sei, bei Zusammenhang zwischen dem Mangel an genügender Aufsicht und kommensteuer von den jährlichen Einkommen über 6000 M. aufzus der Beurkundung ein vereideter Dolmetscher zugezogen werden muß. den so zahlreichen Grubenunfällen hinweisend, forderten wir bringen und etwaige Ueberschüsse zu einem Viertel zur Verminderung rasche und durchgreifende Hilfe, insbesondere durch Anstellung von der Reichsschuld, den Rest zur Herabsetzung bezw. Aufhebung in rungen des Gerichtsverfassungs- Gesetzes und der StrafprozeßNicht zustimmen konnten wir den Gesezen betr. AendeBerginspektoren, die von den Bergarbeitern gewählt werden. direkter Reichssteuern, in erster Linie der Salzsteuer und der Ver- Ordnung sowie der Zivilprozeß- Ordnung, obwohl sie einige Wegen der Milzbrandvergiftungen der Arbeiter in Pinselfabriken brauchsabgabe für Zucker, zu verwenden. Dieser Antrag wurde ab- Berbesserungen gegenüber den bisherigen Gesezen enthalten, so auf und Roßhaarspinnereien, die wir schon seit Jahren zur Sprache ge- gelehnt und nur beschlossen, daß der Mehrbedarf nicht durch Er- dem Gebiete der Zwangsvollstreckung, die wesentlich auf Anregungen bracht hatten, verlangten wir vom Reichs Gesundheitsamt höhung der indiretten, den, Massenverbrauch belasten- von unserer Seite hin zurückzuführen sind. So ist der Kreis ein energischeres Vorgehen als bisher; baldige Maßnahmen wurden den Reichssteuern" gedeckt werden darf. von diesem auch in Aussicht gestellt, lassen aber noch immer auf der unpfändbaren Gegenstände erheblich erweitert Dieser Beschluß hindert die Regierung feineswegs, ble 8ölle worden, allerdings nicht unseren Anträgen in vollem Maße sich warten. auf Getreide, Fleisch, Tabat, Petroleum u. s. w. beim Abschluß der entsprechend. Auch ist die zwangsweise 3urückführung in Die beantragte Gehaltserhöhung des Reichskanzlers von neuen Handelsverträge erhöhen zu lassen. Zum Ueberfluß hat auch das Arbeitsverhältniß und in die Ehe( durch eventuelle Haft) für 64 000 auf 100 000 m., fowie der Staatssekretäre von selbstverständlich nach dem der Reichstag seinen Beschluß gefaßt unstatthaft erklärt. Diese Vortheile wiegen aber nicht die Nachtheile 24 000 auf 30 000 m., lehnten wir ab und wiesen darauf hin, daß hatte der Reichskanzler Fürst Hohenlohe im preußischen auf, die der erwerbsthätigen arbeitenden Bevölkerung von neuem in fleine Gehaltserhöhungen der am schlechtesten besoldeten Unter- Herrenhause erklärt, daß die Staatsregierung weit diesem Gesezentwurf gegeben sind, sei es durch neue Bestimmungen, beamten von der Regierung aus Geldmangel verweigert wurden. davon entfernt fei, fich gegen indirette Steuern sei es durch Festhalten an alte Bestimmungen, da die meisten unserer Bei der Reichs Justizverwaltung brachten wir die Be- auszusprechen". Und auf Antrag des konservativen Grafen Mirbach nahm Verbesserungsanträge abgelehnt wurden. handlung der politischen Strafgefangenen zur Sprache, forderten das Herrenhaus eine Resolution an, welche erklärte, daß nur Die vom Zentrum wiederum eingebrachte reaktionäre AendeSie feit 1870 verlangte reichsgesetzliche Regelung des Straf- durch den Ausbau der indiretten Steuern vollzugs und eine dem§ 13 des Reichs- Strafgesetzbuches ent- möglich ist, den Bedürfnissen des Reiches genüge zu leisten". uns lebhaft bekämpft wurde, kam nicht zur Erledigung, ebenso einige es rung und Ergänzung des Strafgesetzbuchs( lex Heinze), die von sprechende Unterscheidung zwischen Zuchthäuslern und zu Gefängniß Die Aussichten auf Erhöhung der indirekten Steuern andere vom Zentrum respektive von Konservativen eingebrachte Berurtheilten. Der§ 16 des Strafgesetzbuches fagt:" Die zu Ge- find also größer wie je zuvor, zumal ja bereits neue Erhöhungen Abänderungsvorschläge für das Strafgesetzbuch. fängnißstrafe Verurtheilten können in einer Gefangenanstalt auf eine der Ausgaben für das Landheer in sichere Aussicht gestellt sind und ihren Fähigkeiten und Verhältnissen angemessene solche für Marinezwecke bald folgen werden. Denn die angenomWeise beschäftigt werden; auf ihr Verlangen sind sie in dieser Weise mene Marinevorlage bindet zwar den Reichstag für die bezu beschäftigen." Die Erklärung des Bundesraths vom Oftober 1897 fchloffenen Summen, läßt aber der Regierung jederzeit die hat aber nichts daran geändert, daß sozialdemokratische Redakteure Möglichkeit, neue Forderungen vorzubringen, denn der Sollbestand mit Dütentleben, Erbsenlesen, Roßhaarzupfen u. dergl. beschäftigt der Marine wurde ja nur nach den heutigen" See- Interessen be werden. messen, nicht nach fünftigen, die, entsprechend den Wirkungen der Beim Postetat rügten wir verschiedene Mißstände in der Ber- Schraube ohne Ende", größer sein werden als die früheren. waltung sowie die auch unter dem neuen Staatssekretär v. Podbielski Unsere Fraktion hat so wie bisher grundsäßlich jede solche nach Stephan'schem Rezept beliebte Ueberwachung der politischen Forderung verweigert. Landheer wie Flotte, welch letztere ohne = I U Der Einem Antrage, der die Verwendung des Saccharins und anderer künstlicher Süßstoffe bei der Herstellung von Nahrungs- und Genußmitteln verbietet, stimmten wir zu, um die Konsumenten davor zu schüßen, daß sie betrügerischerweise den nährwerthlosen Süßstoff anstatt des nährstoffreichen Zuckers erhalten. Von unserer Seite war der Antrag gestellt, den Diktatur: paragraphen für Elsaß- Lothringen aufzuheben, wozu sich die Reichsregierung nach nunmehr 27 Jahren ihrer Germanisirungspolitit" noch nicht entschließen kann; die Verhandlungen im Hause wurden nicht zu Ende geführt. 11nser Antrag, die Majestätsbeleidigungs- Paragraphen auszuheben, der schon durch die Denunziationsseuche angeblicher Patrioten gerechtfertigt ist, fam nicht zur Verhandlung. In allen Kommissionen des Reichstages war unsere Fraktion vertreten und arbeitete eifrig mit. Wenn es ihr nur in wenigen Fällen gelang, die von ihr zum Schuße des arbeitenden Boltes gestellten Anträge durchzubringen, so ist dies in der Zufammensetzung des Reichstages begründet. Allein auf sich gestellt, ringsum von Feinden umgeben, fämpft die sozialdemokratische Fraktion gegen die fapitalistische Ausbeutung und den Klassenstaat, fest unser Endziel im Auge haltend: die Ersetzung der kapitalistischen Gesellschaft durch eine sozialistische, die Verwandlung des kapitalistischen Privateigenthums an Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigenthum, und die Umwandlung der Waarenproduktion in sozialistische, für und durch die Gesellschaft betriebene Produktion. auf je 1000 Einwohner famen: Geburten( mit Todtgeburten). Eheschließende Personen 1897 1896 1895 1894 38,2 38,4 38,3 38,0 17,0 16,6 16,2 16,2 23,2 23,1 Sterbefälle( ohne Todtgeburten). 22,4 22,1 Ferner sagt der amtliche Bericht: Berücksichtigt man, daß bei den gefundenen Einrichtungen theils ein Funktioniren der Sicherheitsventile unmöglich gemacht wurde und theils durch das Ueberlaften derselben die höchste zulässige Dampfspannung fast um das doppelte überschritten werden konnte, so wird man das gefähr= Im Jahre 1897 ist hiernach die Heiraths- und die Sterbeziffer liche eines derartigen Verfahrens einsehen. Zu verwundern ist es gegen das Jahr 1896 gestiegen, die Geburtsziffer hingegen etwas dann nicht mehr, daß infolge der übermäßig hohen Betriebsgesunken, nachdem diese seit dem Jahre 1894 beständig gestiegen dampfspannung, welche meist zu der Kesselkonstruktion in keinem Verwar. Die Sterbeziffer ist, trotzdem sie gegen 1896 zugenommen hältniß steht, Explosionen vorkommen, die stets Verlust e hat, niedriger geblieben als in allen früheren Jahren. Die Heiraths- an Menschenleben im Gefolge haben. Man kann sich höchstens nur noch wundern, daß derartige Explosionen ziffer war höher als in allen Jahren bis 1877 zurück. nicht öfter vorkommen." Die natürliche Bevölkerungsvermehrung, d. i. der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle, hat im Jahre 1897 510 992, 1896 518 650, 1895 478 358 und 1894 463 328 Stöpfe betragen. Hier haben wir aus amtlicher Feder ein Zeugniß für die Gewissenlosigkeit, mit welcher heutzutage die Schifffahrt betrieben wird. Die Schiffseigenthümer des Binnenlandes sind aber nicht schlechter und nicht besser als ihre Kollegen von der See. Der„ Lübecker Unfallgefahr auf den Schiffen. Eine Kesselexplosion auf dem Volksbote" schreibt über die deutsche Schifffahrt in der Ostsee: Rheinboot Käth che n" gab der Westdeutschen Binnenschifffahrts- Kaum irgendwo dürfte soviel von jenem Zeug herum= Boziales. Berufsgenossenschaft in Duisburg Veranlassung, den rheinischen schwimmen, für das der grimme Seemannshohn den Namen Dampffeffel- Ueberwachungsverein am 7. Juli 1897 darauf auf Bewegung der Bevölkerung Prensens im Jahre 1897. merksam zu machen, daß eine Ueberlastung der Sicher- Sargschiffe erfunden hat. Aber nicht nur in dieser Hinsicht Die Bearbeitung der dem königlichen Statistischen Bureau von den heitsventile bei den Dampfkesseln der Rhein- steht der Matrosen Leben auf dem Spiel- es dürfte auch nirgends mehr gesündigt werden in puncto Dedlast! Wir sind in dieser preußischen Standesämtern eingereichten Zählkarten über die 1897 bote sehr häufig vor käme, wodurch schon öfter Unglücks- Beziehung ja leider noch nicht zu englischen Anschauungen und Gebeurkundeten Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle, einschließfälle hervorgerufen worden seien. Gleichzeitig fragte die Genossen- feßen aufgestiegen. Einen besonders krassen Fall theilte dieser Tage lich der bis zum 1. April d. J. in den Standesregistern beurkundeten schaft an, welche Mittel und Wege wohl eingeschlagen werden könnten, der in Brake erscheinende Weser- Bote" mit. Wir lesen da: Fälle aus dem Vorjahre, ist beendet und das Ergebniß für den Staat um diesen Uebelstand zu beseitigen. Auch von anderer Seite war zusammengestellt worden. Erfahrungsmäßig werden späterhin noch einige Geburten und Sterbefälle dieses Jahrganges in die Regiſter eingetragen werden. Nachstehend geben wir die hauptsächlichsten für 1897 ermittelten Zahlen, denen zur Vergleichung die entsprechenden Zahlen für die drei vorhergehenden Jahre gegenübergestellt sind. Geboren überhaupt: davon Knaben. · Mädchen 89 " ehelich geboren " " lebendgeboren unehelich geboren. todtgeboren Eheschließungen. Gestorben( ohne Todtgeb.) davon männliche Personen 1897 634 698 599 479 1896 1895 1894 1234 177 1 226 223 1208 424 1183 039 630 573 621 694 608 918 595 650 586 730 574 121 1 114 945 1 088 997 94 042 143 237 39 802 250 960 1 137 328 1 128 898 96 849 97 325 1193 860 1 185 398 40 317 40825 93 479 1168 126 1 274 693 264 822 682 868 666 748 357 439 349 220 317 528 40 298 253 729 689 768 360 784 328 984 weibliche Personen. 325 429 " Am Sonntag wurde der am Pier liegende, von der Ostsee mit Holz angekommene Bremer Argo- Dampfer„ Nyland" von vielen Personen mit eigenthümlichen Augen betrachtet. Der Dampfer hatte eine Decklast von nicht weniger als 19 Fuß Höhe. Es wurde von allen Fachleuten als geradezu un verantwortlich bezeichnet, ein Schiff derartig zu überladen, der Dampfer hätte bei schlechtem Wetter unfehlbar tentern müssen. Starfe Schlagfeite hatte er jetzt schon. Es ist dringend nothwendig, daß eine Vorschrift erlassen wird, wonach die Decklast nicht die Höhe der Reeling überschreiten dürfte." bereits darauf hingewiesen worden, so z. B. in dem Jahresbericht der Niederrheinischen Dampfschleppschifffahrts- Gesellschaft zu Düsseldorf. Infolge dieser Anregung wurde von einem Beauftragten des rheinischen Dampftessel leberwachungsvereins am 23. Juli v. J. mittels eines fleinen Dampfboots eine Inspektionsfahrt von Düsseldorf bis Orsoh unternommen, an welcher auch die GewerbeInspektoren Theobald und Simons aus Düsseldorf theilnahmen. Dabei ist nun, wie jetzt in dem amtlichen Bericht bekannt gemacht wird, festgestellt worden, daß auf der Hälfte der inspizirten 16 Schiffe, von denen zwei noch dazu außer Betrieb waren, also Es wird, schreibt der„ Lübecker Boltsbote", wohl noch mancher Wie ausauf 8 Schiffen die Sicherheitsventile überlastet waren. brave Seeman sein Leben in den Tiefen der trügerischen Ostsee drücklich bemerkt wird, geschieht die Ueberlastung der Sicherheitsventile in der Absicht, mit einer nicht unwesentlich höheren Dampf- läh beschließen müssen, ehe unsere Gesetzgebung einschreitet. Und wie in der Schifffahrt, so wird auch in der Industrie, im spannung zu fahren, als wofür die Kessel konzessionirt sind, um da- Bergbau, in allen Gewerben die Rücksicht auf Leib und Leben der durch mehr Schlepplast zu fördern und somit mehr Geld zu Arbeiter oft aufs gröblichste verletzt. Anstatt Zuchthausstrafen den 679 909 verdienen. 353 968 325 941 Jim Jahre 1897 haben somit gegen 1896 die Geburten um rund 8000, die Eheschließungen um 10 000 und die Sterbefälle unt 16 000 zugenommen. Vergleicht man die absoluten Zahlen der vier Jahrgänge mit der berechneten Anfangsbevölkerung der betreffenden Jahre, so ergiebt sich, daß Die Schiffs wäre eine Kulturthat! Arbeitern anzudrohen, die gegen den§ 153 verstoßen, sollte die „ Kleine Geldstrafen würden nichts nutzen. eigenthümer würden einfach kalkuliren, daß sie bei überlasteten Regierung den gewissenlosen Theil des UnternehmerVentilen durch den erzielten höheren Schlepplohn trotz der eventuell thums zum Gegenstande ihrer aggressiven Politik wählen. Das zu zahlenden Geldstrafe immer noch eine höhere Einnahme hätten. Arbeiter Risiko. In der Maschinenfabrik der ungarischen Soll dem Uebelstande, so heißt es in dem amtlichen Bericht weiter, wirklich abgeholfen werden, so wird eine exemplarische Bestrafung Staatseisenbahn- Gesellschaft in Budapest wurden vier Arbeiter durch eine umstürzende Maschine getödtet. der betreffenden Leute nothwendig sein." Mittwoch, Schürzen Tändel- Schürzen Tändel- Schürzen Satin mit kariertem Besatz weiss Batist mit Stickerei 70 Pf. 90 P Pf. Wirtschafts- Schürzen und 1.10 Wirtschafts- Schürzen Wirtschafts- Schürzen mit Volant Tasche weiss, mit Spitze und 1.20 Einsatz weiss, mit Mk. Mk. Achselband 1.35 Mk. Wirtschafts- Schürzen Satin, mit 1.45 Mk. gestreift Achselband farbig, mit Wirtschafts- Schürzen Achselband 1.50 Mk. Kinder Hänge- Schürzen bedruckter Satin, für ca. 1-2 2-3 3-4 4-6 Jahre 80 85 90 95 PL. Schwarze Schul- Schürzen 8-9 10-11 Jahre 1.45 1.60 1.75 Mk. gemustert Alpacca, für ca. 6-7 = Donnerstag, Freitag Tapisserie Damenstrümpfe vorgezeichnet Tablette- Decken 20 und 28 Pf. 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Der erste Referent, Genosse Göhrte Charlottenburg, Worten Johann Jacoby's: Die Arbeiter haben nichts zu verlieren Zuchthausstrafen protestirten am Montag auch die Arbeiter und skizzirte die auf eine völlige Rechtlosmachung und Knechtung der als ihre Ketten, aber eine Welt zu gewinnen." An der Diskussion Arbeiterinnen Rixdorfs in einer gutbesuchten Versammlung, die im Arbeiter gerichteten Bestrebungen des Unternehmerthums. Hierzu ge- betheiligten sich Pieper, Lantant, Rieger und Dusch. Apollo- Theater tagte. Ferdinand Ewald kennzeichnete in hörten ganz besonders die in lezter Zeit immer lauter werdenden Es wurde alsdann einstimmig eine im Sinne des Referats gehaltene martigen Worten die Ungerechtigkeiten der kapitalistischen Gesellschaft Unkenrufe nach einer Verschärfung des§ 153 der Gewerbe- Protestresolution, welche sich besonders auch gegen die„ Zuchthausund die zügellose Unterdrückungswuth ihrer natürlichen Fürsprecher Ordnung und damit nach einer gänzlichen Unterbindung vorlage" wendet, angenommen. und sonstigen begeisterten Anhänger. Ihnen kämen die staatlichen der Arbeiterbewegung. Würde die in der bekannten Ohn Behörden in jeder Beziehung entgegen. Schon sei das Koalitions- hausener Rede angekündigte Zuchthausvorlage vom Reichstag Die Kupferschmiede hielten am 17. September eine Versammrecht der Arbeiter durch den§ 153 der Gewerbe- Ordnung und durch angenommen werden, so würden russische Zustände in Deutschland lung ab. Nach dem Bericht des Obmannes über den ArbeitsUnter vielfachen Eingang finden. Redner zitirte hierbei einen Artikel der Sozialen Kasse ist vom Zentralvorstand aufgelöst und soll durch Erhöhung nachweis, wurde die Aenderung in der Sterbekasse besprochen. Die Entrüstungsrufen giebt Redner Beispiele härtester Bestrafungen be- Praris", welcher sich wesentlich anders als in dem von der Re- der Beiträge auf 35 Pf. pro Woche die Leistung vom Verein überkannt. Ehrliche Arbeiter gleich Verbrechern mit Zuchthaus zu be- gierung vorgegebenen Sinne über die Koalitionsfreiheit der Arbeiter strafen, sei ein schweres Unrecht. Gegen solche Absichten müsse und die angeblichen Ausschreitungen bei Streits ausspricht. Hierauf geht energisch protestirt werden, ant besten durch die Stärkung Redner zu einer Besprechung der von der Unternehmerpresse in Steglitz. In der letzten Versammlung des Arbeiter- Bildungsder Organisationen.( Großer Beifall.) Es sprachen dann noch tendenzioser Weise entstellten Nachrichten, um die angebliche vereins hielt Gen. Leimbach einen interessanten Vortrag über die die Genossen Klein, Regerau, Faber, Schadener, Brandstiftung der streikenden Maurer zu besprechen. Er Stenographie. Zum Schluß gelangten interne Angelegenheiten zur Hoppe und Siegerist unter lebhaftester Zustimmung der Ver- unterzieht hierbei dieses lügenhafte Gebabren der Unter- Besprechung. fammlung. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: nehmer- Relique und der ihr nahestehenden Bresse einer recht Im Sozialdemokratischen Verein Vorwärts zu Rigdorf " Die Versammlung protestirt ganz entschieden gegen das geplante zutreffenden Kritit. Ganz besonders hätte der in Spandau sprach am 13. 6. M. Gen. Paul Jahn über:„ Der Welthandel im Zuchthausgefeß, das die Vernichtung der gewerkschaftlichen Organi- erscheinende Anzeiger für das Havelland", ein liberales Blatt, 19. Jahrhundert." Eine Diskussion über den mit großem Beifall fationen bedeuten würde, und spricht die Erwartung aus, daß die und sein Redakteur das Menschenmöglichste in haltlosen Ver- aufgenommenen Vortrag wurde nicht beliebt. Gen. Rezerau Bolksvertreter im deutschen Reichstag auf diese Politik die ge- dächtigungen und Verleumdungen der streikenden Arbeiter ge- tadelt, daß das Nirdorfer Gewerkschaftskartell noch keine Versammbührende Antwort geben werden und das geplante Gefes leistet. Bezeichnend für die wahre Gestalt des„ Liberalismus" fei lung einberufen habe, um gegen das in Aussicht stehende Zuchthauseinfach ablehnen. Jeder verständige Politiker muß soviel Einsicht es, daß dieses Blatt zu einer derartig schmutzigen Stampfes gesetz zu protestiren. besitzen, daß solche drakonischen Ausnahmegeseze gegen weise überhaupt benutzt werden konnte. Tosender Beifall Leute, die ihre wirthschaftliche Lage verbessern wollen, Landsmannschaft der Schleswig Holsteiner. Heute, abends zeigte, mit welchem regen Interesse die Versammelten den Worten große Ungerechtigkeit sind und daß fie eine weitere Herabwürdigung des Referenten gefolgt waren. Der zweite Referent, Gen. Schröer, 8½ Uhr, bei Feuerstein, Allte abe des Arbeiterstandes darstellen. Die Anwesenden versprechen, jetzt verbreitete sich gleichfalls über die elenden Denunziationen der Reptil- 9 Uhr Aderstraße 144: Sigung. Theater und Vergnügungsverein Helgoland". Heute Abend erst recht für die Rechte der Arbeiterklasse einzutreten. Sie werden presse, ganz besonders beschäftigte er sich auch mit den hohen Löhnen Oeffentliche Versammlung sämmtlicher Geschäftsinhaber des versuchen, den gegen das Koalitionsrecht drohenden Angriff zu und den Wohlfahrtseinrichtungen" in den föniglichen Werkstätten Süden und Südosten. Heute Abend 8 Uhr, Konzerthaus„ Sanssouci", pariren, denn die Versammlung ist der Meinung, daß diejenigen, Spandau. Der liberale Anzeiger für das Havelland", Rottbuserstraße 4a: Vortrag des Redakteurs Herrn Mannes über:„ Was die allen Reichthum schaffen müssen, auch ein Recht haben, für sich der nun fast regelmäßig Gegenstand einer berechtigten hat das Kleingewerbe von den Rabatt- Sparvereinen und Konsum- Genoffenund ihre Familien ein menschenwürdiges Dasein zu beanspruchen." Kritik seines Verhaltens in Arbeiterfragen gewesen sei, fönnte nicht Eine gut besuchte Protestversammlung, welche sich mit den mehr fachlich erwidern, deshalb greife er zu persönlichen Beschimpfungen neuesten Vorgängen im Spandauer Baugewerbe und den infamen seiner, des Redners, Person, wie dies erst in der heutigen Nummer Verdächtigungen der streitenden Arbeiter durch die Unternehmerpresse in unanständigster Weise geschehen sei. Es sei unbedingte Pflicht sowie ferner mit dem in den„ Berl. Neuesten Nachr." erschienenen jedes Arbeiters, zumal gegenüber den neuesten reaktionären Sozialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 22. September, abends 82 Uhr: Versammlung " im Schützenhause", Linienstraße Nr. 5. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Hirsch über:" Die Bedeutung der Koalitionsfreiheit für die moderne Arbeiterbewegung. 2. Dis tuffion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 245/9 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Hente, Mittwoch, den 21. September 1898, abends 8 Uhr, bei Cohn, Benthstraße 20/22: Vertrauensmänner- Versammlung = für sämmtliche Bezirke und Brauchen. Tages Ordnung: Die zur Zeit schwebenden Streifs in Berlin und die Stellung der Unternehmer- Organisationen zu denselben. Verbandsangelegen heiten. 107/12 Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Ortsverwaltung. Verein der Lithographen, Steindrucker u. Berufegen.Deutschl. Filiale Berlin. Freitag, den 23. September 1898, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im„ Englischen Garten", Alexanderstr. 27 c. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Genoffen A. Hoffmann über: Das Koalitionsrecht der Arbeiter und die zukünftigen Zuchthäusler. 3. Diskussion. 4. Abrechnung der Matinee Kommission. 5. Gau- Eintheilung und Wahl der Gauvorsteher. Die Kollegen werden darauf aufmerksam gemacht, daß wegen der am 22. b. Mts. stattfindenden Gewerbegerichtswahlen die Bersammlung auf Freitag, den 23. d. M., verlegt worden ist. 97/4 Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Die Verwaltung. Donnerstag, den 22. September 1898, abends 84 Uhr, in Milbrodt's Festfälen, Müllerstr. 7: Großer Lichtbilder- Vortrag des Naturarztes E. Lindenau, staatlich nicht approbirt, über: Frauenleiden als: Knidung, Senkung, Geschwülste 2c. Naturgemäße Heilung und Verhütung der Operationen, die fast immer zum Siechthum und oft zum frühen Tod führen, durch die Naturheilmethode und Thure- Brandt- Massage. Nur Damen haben Zutritt. Allein gesunde Frauen bringen gesunde Nachkommen. Achtung, Vergolder! 10626 Donnerstag, den 22. September, abends 8 uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstrasse 20: Oeffentliche Versammlung aller i. Vergoldergewerbe beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tages Ordnung: [ 227/6 1. Zur Lohnbewegung der Versilberer. 2. Verschiedenes. NB. Die Versilberer werden aufgefordert, ihre Chefs zu ersuchen, die sofort zu benachrichtigen. Die Kommission. gestellten Forderungen bis Mittwoch zu beantworten und die Kommiffion Achtung! I zu . Sonntag, den 25. d. M.: Achtung! Gr. Wurst- u. Wellfleisch- Essen. Bunt Sonntag werden Schweine geschlacht. Daraus wird frische Wurst gemacht. Uebrig bleiben darf keine Pelle; Drum Ihr Freunde, seid zur Stelle. Der alte Freund auf Pichelswerder. Einſegnungs- Anzüge in blau u. schwarz Kammgarn u. Cheviot zu sehr billigen, aber festen Preisen Julius Lindenbaum, Gr. Frankfurterstr. 139. Feste Preise. Spezialität: Anfertigung nach Maak. Möbel und Polsterwaaren. Reelle Arbeit. 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Tages Ordnung: Die Beschränkung des Koalitionsrechts der Arbeiter durch hohe Bucht: Hausstrafen und durch einseitigen Schutz der Arbeitswilligen. Referent: 206/9 Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil- Berlin. Betten, Steppdecken, Gardinen, Tischdecken, Portièren, Regulateure, Remontoir Uhren, Anzüge, Hosen, Reisefoffer, Operngläser spottbillig Reine Wolle: 25, 27, 28, 30., nach Maaß: 33, 35, 37, 39 m. Halbwolle: 18, 19, 20, 21 M. Eigenes Theilzahlung, monatl. 10 M., gestattet. Babritat. Bei theureren Anzügen Tomporowski, Schneidermftr., Stralanerstr. 56, Laden. Reine Steppdecken Wolle am billigsten 58999* M. 3,75, 4,50, 5,50, 6,75 bis zu den elegantesien R.& S. Moses, 4. Reinickendorferstr. 4, an der Markthalle. 99 Hülfe" V " schaften zu erwarten?" 8½ Uhr, Blumenstr. 10: Sizung. Arends'scher Stenographen Verein Merkur. Heute Abend Verein Deutscher Schuhmacher. Donnerstag, den 2. Sept., abends pünktlich um 9 Uhr, im„ Engl. Garten", Alexanderstr. 27c! Kombinirte Mitgliederversammlung. Deutscher Metallarbeiter Verband. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Typographia! Heute Abend: Uebungs- Stunde! Todes- Anzeige. Flora- Säle starb unser Mitglied der Schlosser Richard Traugott. Am Montag, den 19. September, Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Donners: tag, nachmittag 4 Uhr, vom Krantenhaus Moabit aus, nach dem Nazareth: Kirchhof, Dalldorfer Chaussee statt. Uut zahlreiche Betheiligung bittet 113/16 Die Ortsverwaltung. Die Beleidigung, die ich gegen die Bauarbeiter Kommission gethan habe, bereue ich und nehme dieselbe hiermit zurück. August Schlüter, Gräfeftr. 18. 10566 Bedaure, Herrn Gustav Fischer in der Ramlerstraße thätlich beleidigt zu haben.[ 10746] Karl Müller. H. Krankenkasse ,, Merkur Nr. 128. Prinzenstr. 42, II. Bureauzeit 10 bis 3 Uhr. Der Beitritt befreit von jeder Zwangskaffe. Keine Karenzzeit. Krankengeld für 26 Wochen. Monatt. Beitrag 2 M., 2,50 M. u. 3,50 W., wofür tägl. Krankengeld 1,50 M., 2 M. 1. 3 M. Der Sonntag wird mitvergüt. 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Zum Schluß: Fregoligraph. An fang 8 Uhr. Alexanderplats. Demi Monde. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von. 5-10 11hr: Sternivarte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten Vorstellung. Anfang 72 Uhr. = Reichshallen. Spezialitäten- Vor stellung. Anfang 7 Uhr. Passage Panoptikum. Speziali täten- Borstelling. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch: Die Haubenlerche. Donnerstag: Die Haubenlerche. Freitag: Hamlet. Central- Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehans: Geschichte. Operette 3 Aften von Owen Hall. Musik von Sidney Jones. Deutsch von C. M. Röhr und Julius Freund. In Szene gesetzt von J. Ferenczy. Dirig. Hr. Kapellmstr. C. Goldmann. Staffeneröffnung 27 Uhr, Anf. 1/28 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu bedeutend ermäßigten Preisen: Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Aften von J. Schnitzer. Musik von Johann Strauß. Luisen- Theater 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Seine Puppe. Bollsstück mit Gesang in 3 Atten bot Max Schönau. Musik von Fritz Krause. Hierauf: Auftreten des ersten deutschen Berwandlungs A. Angeloti Schauspielers in seiner Tragis Entdeckt! fomödie: Zum Schluß: Sinfonia Cosmopolita. Donnerstag: Der Kaufmann von Venedig Shylock, ein Jude: Ludwig Masson. Ostend Carl Weiß- Theater. D Gr. Frankfurterstr. 132. Novität! Bunt 14. Male: Novität! Schluntz sel. Wwe. Gesangsburleske in 3 Atten bon D. Haneld, bearbeitet v. J. Dill. Musik von G. Steffens. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Preciosa. Metropol Theater. D Behrenstr. 55-57. Direktor: Rich. Schultz. Das Novität. Novität. Paradies der Frauen. Jm 2. Bilde: Die Moden des Jahrhunderts. Jm 5. Bilde: Eva's Vermächtniß. Anfang d. Vorst. 128 Uhr, Ende gegen 11 Uhr. Morgen u. folgende Tage: Das Paradies der Frauen. Mähr's Theater Oranienstr. 24. Urania Taubenstr. 48/49. Circus Busch. Sonnabend, den 24. September 1898, abends 72 Uhr: Die Urzeit des Menschen. Grosser Eröffnungs- Abend Invalidenstr. 57/62: Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Passage- Panopticum. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Im Theatersaal von 6 Uhr ab: ThéâtreVariété. Ohne Extra- Entrée. Neues Durchgehend neues, glanzvolles Programm: Auftreten des Herrn Franz Gebhardt, bisherigen langjährigen Chefs der k. k. spanischen Hofreitschule zu Wien. Ritter des eisernen Kreuzes, " " Rothen Adlerordens IV. Klasse, Sächsischen Albrechtsordens, Norwegisches Ritterkreuz I. Klasse mit Schwertorn, Italienische Krone, Bayerischer Michaelsorden, Ritterkreuz des Ernestinischen Hausordens, Greifenorden, Goldenes Verdienstkreuz mit Krone( Oesterreich). Aufzug sämmtlicher Reitertypen in prunkhaftester Ausstattung. Auftreten der neuengagirten Reitkünstler: Miss Doris, Miss Allen, Mr. Alfred Leon, die berühmtesten der Gegenwart in ihrem Genre. Mr. Alfred Daniels, Gigerl- Clown. Auftreten des gesammten Corps de Ballet( 150 Damen). September- Die neuen Dressuren des Direktors. Programm. Heute 25 Pf. Entree. Geöffnet v. vorm. 9 bis abds. 10 Uhr. Castan's Panopticum. Neu!! WalsinMajor Graf Esterhazy. Neu!! Lebende Bilder dargestellt von 6 jungen schönen Damen. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Direktion: Winkler und Fröbel. Neu! Neu! Fred Edlawi. Erster deutscher Original- BlitzVerwandlungs- Schauspieler mit seiner Sensationskomödie Eine Minute zu spät. Sechs Personen dargestellt von Edlawi. = H Neu! Nuscha Melitta, Neu! Sport Soubrette in ihrem eleganten Bonny Gespann. Neu! Balleni, Kaleidoskop: tänzerin. Ferner: Carola Carla, Prima: Ballerina. Helene Voss. Max u. Ernst Wardini. Molly Verch. Barsikow Truppe. Trio. Welser Carré und Banola. Anfang 7/2, Sonntags 6 Uhr. Entree 50 Pfg. Reichshallen. ( Im großen Theatersaal) Täglich: Stettiner Sänger ( Weysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader). Anfang der Soiree 8 Uhr; vorher: Konzert. Entree 50 Bf., Borverkauf 40 Pf., Nuut. Balfon 75 Pf., Balkon- Loge 1 M., Orchester- Loge und Fremden- Roge 1,50u. 2 Wt. Eagestaſſe v. 11-1uhr. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Novität! Täglich: Novität! Die Kiebitze. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz. Neu! Nen! Nen! Sonntag, den 25. September 1898: 2 grosse Vorstellungen 2 AUSSTELLUNG am KURFÜRSTENDAMM. Nur noch kurze Zeit! CARL HAGENBECK's INDIEN. Schaustellungen in der gedeckten Arena: Wochentags 5 u. 7 Uhr, Sonntags 3, 5 u. 7 Uhr. Vorstellungen im„ Indischen Theater" ab 4 Uhr. Ab 4 Uhr Gr. Militär- Doppel- Konzert. nachmittags: Entree 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Concerthaus. Möbel- Kaufhaus Leipzigerstr.No.48. Täglich: Die Möbelfabrik Neue Schönhauserstraße 2, zwischen Münzstraße und Rosenthalerstraße( früher Rosenthaler: Hoffmann's Quartett, straße 13) verfauft in den neuerbauten Humoristen- und Fabrikjälen Quergebäude und Seitenflügel, erste und zweite Etage, Möbel zu jedem annehmbaren Preise. Auch Schauspiel- Ensemble. für weniger Bemittelte halte ich stets Zum Schluß: Der liebe Onkel. Lustspiel in 4 Atten boit Rudolf Kneisel. Lager von einfachen Einrichtungen schon von 150-300 m. Eventuell gebe ich an sichere Leute Ausstattungen gegen Theilzahlungen unter toulanten Bedingungen, Beamten ohne Anzahlung. Eigene Tapezier und De forationswerkstatt. Zu ganz billigen Preisen werden die großen Vorräthe verliehen gewesener, zum Theil sehr wenig benutter Möbel verkauft, darunter ganze Speisezimmer, Salons und Schlafzimmer. Nußbaum oder Dessert: 1. Malzkraftbier 1. Nang. Mahagoni- Kleiderspinden u. Vertitoms Brauerei Burghalter, Potsdam, 36 Mart. Korridorspinden 20, Muschel gegr. 1736, bef. f. 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Volfsstück mit Gesang. Wienecke's Zwerg Theater. In den Festsälen: Grosser Ball. Die Kaffeküche ist geöffnet. Circus G. Deike Nollendorfplatz 5. Der erste und eleganteste reisende Circus Europas. 130 Personen, 45 Pferde. Eigene elektrische Beleuchtung. Heute u. folgende Tage: Gr. Vorstellung mit stets wechselndem Programm. Sonnabends, Sonntags wie Mittwochs je 2 große Vorstellungen, nachm. 4 Uhr u. abends 8 Uhr. Berliner Sänger u. Theater Ensemble Tyll Eulenspiegel. Direttion: Oskar Klein- Gustav Oberg. 10 Damen, 12 Herren, groß. Orchester. Jeden Montag n. Freitag in der Viktoria- Brauerei. Jeden Dienstag in der ActienBrauerei Friedrichshain früher Lipps. Am Königsthor. Humor auf Humor. Beginn 71/2 Uhr, Billet 75 und 50 Pf., Borverkauf 40 ẞf. D Volks Theater im Welt- Restaurant Dresdener: Straße 97. Täglich: Theater- und Spezialitäten- Vorstellung Neu! Novität! Neu! Unser Zunge. Boffe mit Gefang v. E. Braune. 8 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 20 Pfennig Sonntags 40 Pfennig. Die Direktion: Aug. Kolig. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Heute, Mittwoch, den 21. September Wegen Privatfestlichkeit keine Vorstellung. Morgen Donnerstag: Schach und Matt. Goldener Boden. Lustspiel in 1 Aft von Carlos Duchow. Gesammtauftreten des durchweg neuengagirten Künstler und Spezialitäten- Personals. Anfang: Wochent. 7% Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Res. Platz 50 Pf. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Apollo- Theater. Friedrichstr. 118. Otto Reutter Große Theaters und Consuelo Tortajada Spezialitäten Vorstellung. Les Minstrels Parisiens Berliner Wäscher- Mädchen. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr und 15 hervorragende Debuts. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Giltigkeit. Kasseneröffnung 62 Uhr, Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Original- Poffe mit Gesang u. Tanz in 4 Aften von Ely und Werel. Musik von F. Brandt. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Olympia- Theater ( Circus Renz) Karlstrasse. Eröffnungs- Vorstellung Donnerstag, 22. Septbr. Mene Tekel Sylvester- Phantasie m. Gesang u. gr. Ballets in 3 Att.( 12 Bild.) Anf. ausnahmsweise 71/2 Uhr. Die Staffe ist für den Vor: verkauf täglich v. 11 Uhr vorm. ununterbrochen geöffnet. Max Kliem. Deutsch. Porter Bleichs., Wöchn., Matratze und Reillissen 21, französische Refonv.2c. d. leicht Muschelbettstelle mit Sprungfeder bekömml., nahrh. Matratze und Keiltissen 48 Mart, träftigste Bier. Kommoden 16, Spiegel 9, Säulen Ist blutbild., desh. Trumeanr 48, Diwan mit Sigaus: beff. Gesichtsf. u. zug 30, Garnituren, Bancelsophas, Gewichtszunahut. Salonschränke, Ankleideschränke mit überr. 14 Flasch. Spiegelthüren, Ruhebetten, Herrendrei, 50 zehn M. schreibtische, Teppiche, Garderobenexfl. In Geb.( schränke, Bücherschränke 2c., sowie alle 1/8, 1/16) 3. Selbst: Arten Küchenmöbel. Brautleute ers abz. wesentl. bill. Halten Hochzeitsgeschent. Besichtigung Allein. Versandtst. meiner ausgedehnten Verkaufsräum f. Berlin u. 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( Ohne Gewähr.) 221 61 73 427 514 626 1003 48 167 265 71 394 416 84 89 92 507 703 955 2058 84 283 92 328 50 405 67 73 531 607 69 90 928 3053 116 331[ 200] 73 455 551 75 654 748 949 4011 35 77 220 21 48 363 824 5156 93 211 89 313 443 611 19 800 76 6017 22 144 393 593 861 7035 107 27 378 478[ 200] 926 8066 208 319 37 634( 3000] 779 914 41 9131 58 62 214 411 61 507 613 807 17 963 10000[ 300] 4 64 80 157 227 312 58 432 62 524 31 638 759 97 858 904 18 26[ 200] 11066 145 365 407 23 544 627 773 826 33 946 12007 137 344 424 565 86 612 27 746 920 30 13034 81 339 400 540 850 14145 224 624 72 702 878 914 44 15095 220 308 418 26 508 18 61 638 76 778 831 59 924 16078 1500] 116 29 246 358 569 89 604 50 755[ 200] 93 884 17082 149 209 75 98 433 506 619 37 73 894 18012 33 52 125 431 76 528 747 861 941 19055 111 238 302 400 57 568 829 968 20028 60 201 441 80 94 508 25 637 806 22 906 24 21140 418 44 63 95 812[ 200] 74 957 22088 116 237 668 751 60 893 23041 44 78 323 411 543 83 608 818 959 24394 470 916 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In der zweiten Ziehungsliste vormittage lics 9375 ftatt 3375. Die Ziehung der vierten Klasse der 199. Klaffen- Lotte rie beginnt am 21. Oftober cr Berantwortlicher Redakteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.