Einzelpreis 70 heller. Rebaffion and Verwaltung Drag, I. Havličleve nám. 32 Telephone: Tages redattion: 6795. Regtrebattion: 6797. Boftfchedamt: 57544. Jnferate werden lant Tar billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaf. 3. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Wir marschieren! Eine Betrachtung zu unserem Parteitag. Unser Parteitag wurde gestern zu Ende geführt. In den drei Tagen seiner Dauer haben die in Aussig versammelt gewesenen Ab- Schlußfizung. gesandten der Partei ernste und bedeutungsMittwoch, 19. Dezember 1923. Unser Parteitag. Bezugs Bebingungen: Del Juftellung ins Hans oder bel Beyng durch die Doft: monaffic... vierteljahrich balbjährig ganzjährig K 1648 98. 198 Radftellung von Mannftripten erfolgt nur bel Ginfenbung der Retourmarfen. Erigeint mit Ausnahm bes Stoning the tele Nr. 295. Referat des Genoffen Dr. Luitpold Stern über Klaffenkampf und Breffe. Neuwahlen. Freie Anträge. Vorsitzenden Genoffen Hillebrand. Dritter Berhandlungstag. Die Dienstagjigung des Parteitages wurde um ein Viertel 10 Uhr vom Vorsitzenden Genossen Schiller eröffnet, der zunächst dem Genossen Dr. Hoi tscher • Schlußwort des mo Schlacht. Um jo zwingender war das Bedürf„ Klalentampf und Maffen schen Vertretern der bürgerlichen Deutungsweise vor der Rotationsmaschine"-sum no nis in uns allen, vor dem Forum der ganzen Parteiöffentlichkeit in kritischer Selbsteinkehr Schulung" Genoffe Dr. Luitpolb Stern. und dann schlafen, wie in der Anordnung sondern was los i volle Arbeit geleistet, deren Gesamtergebnis, Massenschulung". einen vollen Erfolg bedeutet. Es ging nicht um die Erörterung großer theoretischer Probleme, es waren enger gesteckte Aufgaben, welche der Parteitag auszuführen hatte, denund als Repräsentant der Geschichte der Mensch| men unseres Jahrhunderts drehen sich um nichts heit. Diese Umwandlung muß jeder an sich selbst anderes als um dieses bisgen Lesen und Schreinoch stellt seine Tagung ein glänzendes Ererleben; so lange dies nicht geschicht, ist er var ben". Der Nationalötonom der Bourgeoisie, eignis, ein wichtiges Kapitel in unserer Parteiin den Mitgliederverzeichnissen revolutionärer Adam Smith, spricht von homöopathi geschichte dar. Die Aufgabe des Aufsiger Par Parteien, als Kandidat der Ueberwindung( chen Dosen im Boltsunterricht. Die Kirche teitages war die Ueberprüfung unserer Politik, des vorgeschichtlichen Stadiums eingetragen, jagt einfacher: Selig sind die Armen im Geiste. unserer Zaftif, unserer Methoden unter Berüc aber er hat noch nicht die Prüfung bestanden. Die Aufgabe der Sozialdemokratie ist sichtigung der Notwendigkeiten der Gegenwart das Wort erteilt. Dr. Holitscher berichtet über die Massen wollen den Sozialismus, aber fie es, den Wassen fene Schulung zu geben und jenes und der Anpassung an die Zukunftsmöglich seine gestrige Intervention bezüglich des Erlasses ind noch nicht Träger des Sozialismus. Der Maß von Wissen, daß ihr Herz, Gemüt, Charakter feiten. Der Ansturm der politischen und so über die Bezirksverwaltungen. Der Termin Sozialismus des Einzelnen ist das Bewußtsein und Verstand sie zum Bewußtsein ihrer Klaffenzialen Reaktion, der in manchen Ländern der dank der Intervention- bis zum 26. De- fältigen Arten dieser Abhängigkeit, von welcher bringt. feiner Abhängigkeit, das Durchschauen der viel einheit in dieser flaffenzerflüfteten Gesellschaft für die Einreichung durch die Parteien wird Arbeiterbewegung schweren Schaden zugefügt zember verlängert. Die Beseßung des der primitive Mensch noch keine Ahnung hat. Die hat, ist auch auf jene des deutschen Prole- Vorsitzenden ist dem freien Ermessen der Behörden herrschende Klasse dagegen kennt sehr wohl diese Alle Bildung ist politische Bildung. tariates der Tschechoslowakei nicht ohne Wir- anheimgestellt. Das Ergebnis der Intervention Beziehungen, jie ist zugleich ausgestattet mit Es gibt zwei große Strömungen, die fung geblieben. Das trat besonders finnfällig ist mager, aber wengstens eine Erstredung des einem erheblichen Maße von Wissen über die Volksbildungsbewegung und die Arbei den letzten Gemeindewahlen zutage. Wir Termins wurde erreicht. Ziele ihrer eigenen Stlasseninteressen. Diese Tat- beiterbewegung. Jene stellt sich die Aufsprechen ohne Scheu aus was ist: diese Ge- leber sache weist der Redner an einer großen Reihe gabe, den mittelalterlichen Menschen wie Dr. meindewahlen waren für uns eine verlorene charakteristischer historischer Aussprüche von typi- Stern ihn nennt: den Genofeva- Anbeter feit den ältesten Jahrhunderten bis zum heutigen dernen, naturwissenschaftlich gebildeten Monteur Tage nach. Es ist derselbe Geist, der sich in dem zu machen, damit er, wenn das Auto seines Herrn Ausspruche Catos spiegelt, die Sklaven müßten stecken bleibt, nicht zu den 14 Nothelfern betet, zu prüfen, welche Ursachen diesen Mißerfolg spricht sodann 8 Uusen arbeiten Kühlapparat um zu verschuldet haben, ob es sich um eine aus den aufmach Es ist dies des Grafen Clary- Aldringen im siebzehn schanen, was am Differenziale los ist. Es ist dies ungünstigen Zeitverhältnissen erwachsene geten Jahrhundert, ven der wir in der Teplißer die Umwandlung der unwissenden flerilal erzo schichtliche Erscheinung oder um eine im BeIn seinem mehr als zweistündigen, überaus Chronit lesen, wonach allen Untertanen ver- genen, hörigen Menschen zu naturwissenschaftlich reiche unseres Wirkens und etwaiger fehler interessanten, von dem Parteling mit lebhaftem boten" wird, zu studieren". Man will die etwas aufgeklärteren Bedienern der Maschinen. hafter Methoden unserer Politik und Taktik unterbrochenem Reserat gab Genosse Dr. Stern ein Prediger im Jahre 1764: Je dümmer ein five 3iele, die Erhaltung, den Bestand, ja die Interesse verfolgten und wiederholt durch Beifall Maffen in Dummheit erhulten, und treffend fagt Die Voltsbildungsbewegung hat tonservaliegende Folge handelte. Der Parteitag hat in bald bitter ernster, bald humoristisch und zeit- Untertane ist, desto cher wird er sich alles gefal- Fortentwicklung des fapitalistischen Systems. Die diese schwerwiegende Gewissensfrage klar und weilig sarkastisch ironischer Weise ein Bild der im len lassen". Der preußische Minister 3ebli Arbeiterbildung hat dagegen die Aufgabe, eindeutig beantwortet. Die Antwort lautet: Dienste des Stassenkampfes stehenden Massene erklärte: Man darf die Erziehung des Bauern die Massen reif zu machen für ihre politischen, geVorausseßungen für die von unserer Partei schulung. Er räumte mit zahlreichen Irrtümern nicht zu weit treiben, denn wenn der Bauer den werkschaftlichen, genossenschaftlichen und kulturel geführte Politik sind unverändert geblieben. und verhängnisvollen Fehlern auf und legte dar, Grund von allem einsehen könnte, würde er an len Aufgaben des alles umspannerden lassen. Daraus resultiert: wir sind auf dem richtigen wie der Gedanke der Wassenschulung vom Bür mancher Verordnuna mäkeln. Man muß dem tampfes, die Volksbildungsbewegung Wege und nicht eine irrige Einstellung zu den gertum verfälscht wird. Soweit dies im Rah gemeinen Mann Gehorsam einschär- entweder zu fabotieren oder aber, wenn die politischen Kämpfen hat unsere vorübergehende men dieses furzen Berichtes möglich ist, sollen feen". Und so könnte man unzählige Beispiele Arbeiter geistig so weit sind, dies tun zu können, Schlappe bewirkt, sondern die einfache und ſeine Ausführungen in ihrem wesentlichen Ge- dafür anführen, die beweisen, daß die Dummheit zu entlarven. Wenn die Arbeiter auf genü der Masse mit zur Produktion des Mehrwertes gender Höhe stehen, sollen sie in den Roilabil schlichte Tatsache, daß die politische und soziale dankengange stizziert werden. Nückwärtsentwicklung der letzten Jahre, die aus: Ohne Durchschauen der Zusammenhänge Genosse Dr. Stern führte unter anderem hört. dungsvereinen Diskussionen provozieren und fo Aber als die moderne Wirtschaft mit ihren die Volksbildungsbewegung zwingen, neutral au durch Kommunisten betriebene Zersplitterung von Geist und Wirtschaft ist der Klassenkampf des technischen Errungenschaften kam, da mußte das werden. Die Bermengung ber beiben genannten der Bewegung und die langandauernde, läh- Proletariates undurchführbar. Wiejo kommt es, Interesse der Bourgeoisie darauf gerichtet sein, Strömungen führt zu Fehlern und Verfäls- hun mend wirkende Beschäftigungslosigkeit hundert- daß die Massen so tief in ge stiger Abhängigkeit der Masse doch eine gewisse Bildungsmöglichkeit gen. Etua die Umivandlung proletarischer Ar tausender Arbeiter im Staate manche in ihrer und Staverei ſtecken? Es ist notvendig, einen zu geben, die sie befähigen würde, die Ma- beiterbüchereien in Gemeindebüchereien, also die Ueberzeugung Schwankende aus unjeren Blick in die Vorgeschichte der Menschheit zu wer- schinen zu bedienen. Der Unterschied zwi- Auslieferung unserer geistigen Waffen an den Reihen losgerissen, so daß wir den im ersten fen. Ihr Mertmal besteht darin, daß nicht die schen den früheren Jahrhunderten und icht be- Gegner! Umsturzjahr errungenen Erfolg nicht festzu Menschen die Geschichte gestalten, sondern die con steht darin, daß man früher dumm sein mußte, Der Referent besprach sodann ausführlich halten vermochten. Wir brauchen also nichts den Menschen noch unbegriffenen Gefeße des m ausgebeutet zu werden und jetzt gescheit fein die an unserer Politik zu revidieren:„ Nach vie Gesellschaftslebens. Je weiter wir zurückbliden, muß, um so dumm zu sein, sich ausbeuten zu Berfälschungen der Massenbildungsbewegung vor ist es unsere Aufgabe, im oppositionellen desto abhängiger ist der Mensch von den un lassen.( Heiterfeit.) Man hat also eine gewisse begriffenen Erscheinungen. Er fennt feinen Dosierun des Wissens vorgenommen. Dies in diesem Staate. Einerseits geschieht dies von Kampf gegen die Regierungsfoalition der tsche Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Tommt charakteristisch zum Ausdruck in einer Ver- den Rleritalen, welche die Vermessenheit chischen Parteien für die politische, wirtschaft- Reste dieses Urmenschen steden och ordnung Friedrich II. von Preußen, der an der haben, ohne ihren wirklichen Charakter vor der liche und kulturelle Befreiung der arbeitenden in uns. Aufgabe der sozialpädagogischen Er- Wende des feudalistischen Zeitalters zur fapita- Deffentlichkeit bekanntzugeben, auch in proletariBevölkerung zu mirfen." Die einstimmig an chung ist die Umwandlung der Menschheit aus listischen Wirtschaft in einem Ufas verordnete, daß schen Kreisen Vorträge zu halten, wobei leider genommene Resolution drückt die einmütige Siefer primitiven Art zum neuen Typus des mo- in den preußischen Schulen ein bisgen Lesen auch die Parteipresse aus Unkenntnis der SachAnschauung des Parteitages aus, daß die dernen Menschen als Beherrschers der Gesellschaft und Schreiben“ gelehrt werde. Alle Schulrefor- lage solche Vorträge ankündigt. Der zweite Partei unbeirrt in ihren Stämpfen auszuhar a - OREBES 28FE ren hat. Allerdings hat sich der Parteitag nicht tion sich indirekt auch gegen die tschechischen Parteien bedarf. Darum sagte der Parteitag unserer Partei längst ihr Ende erreicht hat, berhehlt, und besonders deutlich trat dies in Sozialdemokraten als Vertreter der tschechischen in seiner Resolution, wir hätten insbesondere daß ihr Tiefpunkt überwunden ist, und daß es der glänzenden Rede des Genossen Dr. Czech sozialistischen Arbeiterschaft richten, eine Tat- daran mitzuhelfen, daß die Vorbedingungen überall vorwärts und aufwärts geht. Ohne hervor, daß die Partei über den notwendigen sache, die wir seit Jahren als Bruderkampf für den internationalen Klassenkampf des Pro- die Gefahr einer Selbsttäuschung tann es geund ihr durch die gegebenen Verhältnisse auf- und Selbstzerfleischung des sozialdemokratischen letariats in der tschechoslowakischen Republik, sagt werden: Wir marschieren wieder! gezwungenen Kämpfen nicht ihre großen und Proletariats bitter empfinden. Es gibt feinen nationale Freiheit, Friede und Ordnung Troß der Fortdauer der Ungunst der Zeitvergrößeren Aufgaben für die Zukunft aus dem unter uns, der nicht bei jeder Nede, bei jeder geschaffen werden". Es wäre Täuschung, wenn hältnisse, troß Krise und Reaktion belebt neues Auge verlieren darf. Unser Kampf gegen die Abstimmung im Parlamente es schmerzlich man annehmen wollte, es wäre dies vorläufig Soffen, neue Zuversicht unsere Reihen. Nicht Machthaber im Staate, die sich hartnäckig beklagen würde, daß tschechische und deutsche mehr als ein Beschluß. Gewiß wird erst die zuletzt war es gerade die verlorene Gemeindeweigern, den Grundfäßen des Rechtes und der Sozialdemokraten gegeneinander stehen, daß geschichtliche Notwendigkeit, die Entwicklung wahlschlacht, welche die Massen der Arbeiter Gerechtigkeit. damit auch jenen der Gesamt wir unsere tschechischen Genossen am anderen des Selassenkampfes, ihn lebendig machen die Gefahren, den Abgrund, erkennen ließ, vor bevölkerung Rechnung zu tragen, stellt uns User leider auch in Gegensatz zu den tschechischen der Interessen des deutschen Proletariats. wicklung erkannt hat und seine volle Bereit- Gleichgültigkeit verloren und ihre WiderstandsSozialdemokrat Gegensat Sozialdemokraten welche heute noch) in Fest welche durchwegs auch die Interessen des Pro- willigkeit aussprach, in seinem Sinne und fraft, ihren Troß und ihre Kampfesfreude haltung an ihrer Staatsideologie an der Re- letariats der anderen Nationen féin müßten. Geiste zu wirken, macht allein unseren Partei- stählte. Das ist die wertvollste Erkenntnis. die Me gierungskoalition festhalten, obwohl deren so auf unsere Kräfte allein angewiesen sind. Der tag zu einem bedeutungsvollen Geschehnis. der Parteitag gebracht hat: daß wir ialer Inhalt. den fie in der Zeit des Ins. Varteitag hat ausgesprochen: es gibt in unun- Die Verhandlungen des Parteitages waren feinen Grund zur Verzagtheit lebentretens des neuen Staates haben mochte. seren Kämpfen feinen Stillstand, fein Rögern, aber auch sonst von weittragender Bedeutung. haben, daß unsere Kraft ungelängst ausgeschöpft ist und die Koalition nur, fein Schwanken, aber darüber hinaus dürfen Wer die erstatteten Berichte genau verfolgt, brochen ist und daß ein neuer Geist, mehr das Instrument für die nackte Herrschaft wir nicht vergessen, daß, wenn wir die Kraft wer die Verhandlungen aufmerksam liest. und der der alte Geist des sozialisti. ber tschechischen Besitklassen darstellt Das bedes rrletariates steigern. seinen Einfluß im wer den Geist, den Geist der Eintracht und schen Klassenbewußtseins ist, die deutet. daß alle unsere Abwehrkämpfe. gegen te geltend machen wollen, es vor allem Kampffreudigkeit, erfaßt, der auf ihm herrschte. Arbeiterschaft zu erfassen bedie Sünden, Fehler und Anschläge der Koali. der Bujammenfassung der sozialdemokratischen der wird gewahr, daß die rückläufige Bewegung ginnt! u den tschechien, und daß wir bei der Vertretung können. Aber daß der Parteitag diese Ent- denen sie stehen, wenn sie in Mutlosigkeit und Cette 2. gemacht werden. In der Debatte sprach zunächst Jörfler Petschau und demonstriert ein Rollbild, einen Ersatz für Lichtbilder, zur Aufklärung und Erziehung des Arbeiters auf dem Lande.( Beifall.) Die 19. Dezember 1928. Genoffe Dr. Stern geht in seinem Schlußwort Abstimmung Flügel der Verfälschung der Volksbildungsbewe net, wobei es wünschenswert wäre, daß auch Wir leisten aber auch fozialistische Erziehungs gung steht im nationalen Lager. Es sind die Arbeiter die Arbeiterinnenkurse arbeit. Unser Verbandsorgan( 38.000 Auflage) bies die berüchtigten Heimatabende. Ge- besuchen, um alle Ausbeutungsformen, denen beschäftigt sich sehr mit der sozialistischen auf die verschiedenen Anregungen der Debattennoffe Stern bezeichnet auch die Heimatsgeschichte Wann und Frau ausgesetzt sind, kennen zu ler- E chung. Genosse Müller schließt unter Beifall: rebner ein. Auf die Darlegungen des Genoffen als Atlassentampfgeschichte jedes einzelnen Ortes; nen, ferner hat sie sich zu erstrecken auf Führer Die Arbeit für die Turnvereine ist Arbeit für die Müller antwortet Genosse Stern ausführlich. die Arbeiter müßten erfahren, wie in ihren Orten und Wasse, denn unser Ziel ist die Auflösung Partei. schon vor Jahrhunderten die Bauern für ihre der ganzen proletarischen Masse in lauter Führer- Genosse FokI- Troppau beschäftigt sich mit ein Zweig der proletarischen Bewegung darf sich Freiheit gegen die Herrschaft gekämpft hatten, sie funktionen; schließlich hat sie sich zit beziehen auf den ftaatlichen Orts- und Bezirksbildungsaus- blem ift für bie Sozialdemokraten und Kommuni der Kritik entziehen. Das proletarische Turnpro zu müßten die Anfänge per Arbeiterbewegung in Erwachsene und Jugendliche. In diesem Rusam schussen, die haarsträubende Vorträge Pseudoge- sten dasselbe, aber bei Geschichte der Turnbeiveihrer Heimat kennen lernen. Das wäre die rich menhange vertveift Gen. Stern auf die" tig- lehrter veranstalten. tige Art der Heimatsbildung. feit der Kommissionen für Kinderschutz und Ju- Die Zentralbildungsstelle möge ihre Meinung gung ist verschieden. Der Vor turner ist beispielsGegen die Verfälschungstendenzen der Volks- gendfürsorge, welche vor Verfälschung der Kinder- zu diesen Ausschüssen mitteilen, in den auch wir weise eine antiproletarische Erscheinung. Die Tur ner haben eine Erziehungsorganisation; zur Mitbildung müssen die Massen zur Opposition reif schulung, wie die geschilderten Bo.ksbildungs- unsere Vertreter haben, ganz ablehnen können wir arbeit daran wurde eine Zentralstelle der Bilbewegungen für die Erwachsenen zu bewahren sind, wohl diese Institutionen nicht, sollen aber nur als dungsbewegung nie aufgefordert. Redner erklärt, Es fragt sich nun, wie dieser Kampf der und auf unsere Kinderfreunde bewe Kontrollorgane daran teilnehmen. daß dies selbstverständlich seine persönlichen Opposition gegen alles, was die bürgerliche Kultur gung. Genosse Schaffelshofer- Karlsbad be- Ansichten seien.- Der Schulreform sollte uns vorlügt, geführt werden soll. Damit kommen Gen. Stern schließt seine Ausführungen mit schäftigt sich mit der Verdummungspolitik der ein Barteitag gewidmet werben. Dem Genossen wir zu den eigentlichen Fragen der Arbeiterbilden Worten: Unsere Aufgabe ist es, jede Arbeiter Stirche und der Klerifalen, mit der von den Bür- Bolach erwidert er mit Marx: Nicht Erziehung der dung. Wir müssen uns an den Verstand des stube zu einer Schule einer Schule des Sozialismus zu gerlichen geforderten Schulreform, die aber ganz assen durch den Staat, sondern Erziehung des Arbeiters wenden, aber nicht minder an machen, jeden Arbeiter, jebe Arbeiterin zu einem etwas anderes ist als die Glöckels, und mit den Staates durch die Massen. Die Arbeitergefang sein Gefühl, an seinen Charakter und an Gefäß der Revolution.( Stürmischer Gemeindebüchereien, aus denen das geistige Dörr- vereine bedürfen tatsächlich, wie Genosse Uhlin fein ganzes Wesen. Es wäre notwendig, daß die Beifall.) gemüse" der Bourgeoisie nur mit Mühe hinaus- fagte, einer Weiterentwidlung. Die Arbeiterschaft Arbeiterpresse eine ständige Rubrik geworfen werden kann. ist noch immer auf einer Stufe, die fünstlerisch einführen würde: Derindustrielle SonnGenosse Uhlig- Graupen bezeichnet es als längst überholt ist. Die Arbeiterfänger singen tag". Es gibt nicht nur ein Arbeiterrisiko bei der einen Beweis für die noch zu geringe Bildung der nirgends Lieder proletarischer Dichter.( Beifall.) Maschine, sondern auch ein Risiko in der Form Arbeiter und ihrer Vertrauensmänner, daß unter In der nun folgenden der Maschinen der bürgerlichen Verihnen sich zu wenig Debattenredner befinden. Die gnügungsindustrie. Die Vertrauens Kluft zwischen Vertrauensmännern und Führern männer fönnen unmöglich in sechstägiger raftlofer -die Kluft in der Bildung- muß allmählich wurden folgende Anträge angenommen: Arbeit die Massen wieder zu der Vernunft zu Genoffin Sacher Karlsbad beschäftigt sich ausgefüllt werden. Ueber den Begriff„ Klassen- Der Antrag Dr. Strauß, in dem alle Parteirückführen, die sie gehabt haben, che sie sich Sonn- mit der Kinderfreunde bewegung. fampf" wurde noch zu wenig Aufklärung verbrei- organisationen aufgefordert werden, alle 3eugtags in die Verdummungsmaschinen Genosse Rüdl. Teplitz betont die Notwen- tet. Alles Material über Heimat und Heimat- nisse der Vergangenheit der Arbeiterdes Kapitalismus gestürzt haben. Das Kino spielt hier eine besondere Rolle. Die zweite wich- digkeit, daß in allen Lokalorganisationen die Bil- funde, das für uns von Interesse und Bedeutung bewegung in Böhmen, Mähren und Schlesien werden. Unsere ist, soll systematisch gesammelt werden. 311 fammeln. tige Frage ist die der Verbringung der Ur- dungsreferenten bestimmt laube. Wenn ein Arbeiter während seines Ur- schwerste Aufgabe ist es, mit der Bildungsarbeit Organisation der Arbeitergesangvereine ist ebenDer Antrag der Bezirksorganisation Dug, die laubes sich in der Landwirtschaft verdingt, so an die Indifferenten heranzukommen, was am falls nur ein Teil der Gesamtarbeiterbewegung bringt das den ganzen Urlaub in Gefahr. Der chesten durch große Massenversammlun- und ständig im Wachsen begriffen. Wir haben zwar Sentralstelle für das Bildungswesen, ein Sand. Organisation der Urlaubsreisen wäre ein 8en bewerkstelligt werden kann, zu denen wir in noch nicht jenes Niveau, das notwendig wäre, buch für Arbeiter Bibliothefare herernstes Augenmerk der Organisationen zuzuwen- der letzten Zeit so selten gekommen sind. Die aber wir haben es mit nur wenig vorgebildeten auszugeben. den. Ferner ist sehr wichtig die Unterstügung der Schulungsarbeit auf dem Lande soll durch Licht- Menschen zu tun. Uns fehlen Lehrer und ChorDer Antrag derselben Organisation, die ZenNaturfreunde bewegung, der San- bildervorträge geleistet werden. Das Bücherei- meister; leider nehmen sich auch die sozialdemokra gerbewegung und der Turnerbe- wesen muß ausgestaltet, es müssen Wander- tischen Lehrer unserer zu wenig an. Die Arbeiter tralstelle für das Bildungswesen möge zu jeder egung. Aber diese Bewegungen müs- bücherkästen geschaffen und Wanderlehrer und schaft ist kunst- und musikhungrig und hat leider Lichtbildserie einen vollständigen Text herausgeben. sen unbedingt unter die Rritit-lehrerinnen eingeführt werden. Ferner fehlt nur zu wenig Gelegenheit, diesen Hunger zu bedes Sozialismus gestellt werden. uns eine eigene Zeitschrift werben. uns eine eigene Zeitschrift für die Bil- friedigen. Man soll aber auch nie überDer Antrag des Parteivorstandes, die ArEin zweites Bearbeitungsfeld ist das des Cha- dungsbewegung. Mehr Fürsorge muß den Be- füttern. Sie haben geſtern Tschaikowsky ge- beiter- Kinderfreunde- Bewegung in jerafters des Arbeiters, der durch ein tausend- zirks- und Ortsbildungsausschüssen zugewendet hört. Den meisten von uns fehlte es hiefür wohl beiter- Kinderfreunde- Bewegung in jean der nötigen Vorbildung. Das Beste ist für der Weise, insbesondere materiell zu unterstützen und zu fördern. jähriges Untertänigkeitsverhältnis ein gewisses werden.( Beifall.) Borsigender Genosse Hillebrand ver- die Arbeiter gut genug- aber es muß in Porpersönliches MinderwertigkeitsgefühI zugeführt werden, die sie verdauen fönner Der Antrag des Parteivorstandes, sich nicht nur lung. Vor der Aufführung muß von einem Fach- auf die bloße Mitgliedschaft im Reichsverband mann der Sinn des Darzubietenden erklärt wer- und in den Landes- und Bezirkskommissionen für den. Wir haben heute schon die Pflicht, die Arbei- inderschus und Jugendfürsorge zu ter systematisch zur Kunst zu erziehen.( Beifall.) beschränken, sondern auch dem Ausbau dieser DrGenosse Polach- Brünn, hält die Bildungs- ganisation volle Aufmerksamkeit zuzuwenden. frage für das Lebensproblem der Partei, Wir müssen der Wissenschaft eine organischere Stel- Der Antrag des Parteivorstandes, den Reichslung innerhalb der sozialistischen Aufflärungsar- ausschuß zu bevollmächtigen, die Einhebung Die Dienstag- Nachmittagssigung, die Schluß- beit geben. Wir sehen, daß die Arbeiterschaft in eines Bilbungsfond Beitrages für die sigung des Parteitags, wurde vom Frage ber Organisation und der Finanztechnik. Vorsitzenden Genoſſen Hillebrand all the Reaktion einen beſſeren Parteimitgliedschaft zu beschließen. Er wünscht, daß die vorbildliche Organisation um ein viertel 3 Uhr nachmittags eröffnet. Er dafür ist sicherlich die fortgeschrittenere sozialistische Aufklärung der Arbeiter in den betreffenden Der Antrag des Parteivorstandes, eine Bucheiniger Streise auch in den übrigen Kreiſen in teilt mit, daß die Sammlung des Parteitags für zändern( Desterreich). Daraus ergibt sich die genossenschaft für die gesamte Partei zu grünwenigen Wochen durchgeführt wird; wo es nicht die Deutschlandhilfe bisher 1751 K ergeben hat. Notwendigkeit der Bertiefung des sozialistischen den, bis zu deren Schaffung die Zentralstelle für das gelingt, innerhalb der nächsten drei Wochen den Die Sammlung wird fortgefeßt. Dann erteilt Erfennens. Wir sollen trachten, den Staat für un- Bildungswesen als literarische Beratungsstelle für die Bildungsapparat aufzurichten und zu gestalten, er dem Gast des Parteitags( mit dessen Zustim dort geht das ganze Jahr 1924 bis zum Herbste mung), dem Genossen Müller, dem Vertreter sere sozialistischen Aufgaben zu erobern. Auch er Kreis- Buchgenossenschaften zu wirken haben. verloren. Mit den politischen Mitgliedsbeiträgen, des Arbeiterturnerbundes, das Wort. ist ein Instrument zur Durchsetzung gewisser so die für andere Zwecke gewidmet sind, die Bilzialistischer Forderungen. Dr. Stern hat die SchulGenosse Müller setzt als erster Redner des reform zu sehr bagatellijiert. Die Auslese der einer Broschüre zu verbreiten, wurde dem ParteiDer Antrag, die Rede des Gen. Dr. Stern in dungsbewung zu finanzieren, ist nicht möglich. Begabungen ist auch ein sozialistisches Interesse. vorstand überwiesen. Dies hat bisher der Vorstand in tiefer Einsicht Nachmittags die Die Arbeitsmethode anstelle des mechanischen Lergetan, aber dies ist auf die Dauer ausgeschlossen. Zum sechsten Punkt der Tagesordnung, Die einzelnen Organisationen müssen überlegen, zum Referat Dr. Sterns fort, gegen dessen Aus- nens ist ein Fortschritt auch von unserem Standnicht ob sie eine Bildungssteuer einführen, fon- führungen über die Arbeiterturner er scharf po- punkte. Die Hinausschiebung der Berufswahl ist dern wie sie sie gestalten sollen unter Berüd- lemisiert: Unser Turnsystem ist danach ein- gleichfalls ein proletarisches Interesse. Wir dürsichtigung der jetzigen Lage. Auch die Gegerichtet, die Arbeiter gefund und zu Klaffen- fen die Schule nicht den Bürgerlichen überlassen. spricht nossenschaften und Gewerkschaften fämpfern zu erziehen. Der größte Teil der Ar- Ich begrüße es, daß der Parteitag dieser Lebens. sollten sich zu Worte melden, denn die Arbeiter beiterturner steht auf Seite der Sozialdemokraten frage des Proletariats solche Aufmerksamkeit zubildung kommt auch ihnen und ihren Zielen undist in vielen Gebieten der Rückhalt der wendet.( Lebhafter Beifall und händeklatschen.) zugute. Die Arbeiterbildung hat sich zu er- Partei. Gerade bei den Wahlen haben Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird anstreden einerseits auf Arbeiter und Arbeiterin die Arbeiterturner ganz ihren Mann gestellt. genommen. hat, eine Schen vor Verantwortung. Es liest ein Begrüßungsschreiben der tschech o Auch zum Genuß der Musik bedarf es der Schu-| ist mit in gungen, des Gefühls, des Charakters, des reich und des Berliner Vorwärts" und Verstandes des Arbeiters notwendig. Dann erst schließt nach 12 Uhr vormittags die vormittägigen werden die großen Leistungen, die die Bildungs- Verhandlungen. zentrale in den letzten Jahren verzeichnete, ihren bollen Wert erfüllen. Gen. Stern Constatiert mit Genugtuung, welche Fortschritte at den letzten zwei Jahren gemacht wurden und daß diese Zeit den Höhepunkt in der Kulturbetvegung der deutschen Sozialdemokratie darstellt. Schließlich bespricht noch der Referent die Der Geiger. Von Henry Bordeaux. Berechtigte Uebersetzung aus dem Französischen von Johannes Kunde. „ He! Holla! He!" I. Zwei Bauernfäuste trommein gegen die Tür eines baufälligen Häuschens, das einige Schritte abseits der Straße liegt. Der Morgen eines talten Herbsttages dämmert herauf. ,, Na, Alter; fannst du nidh: antworten?" Hinter der behutsam geöffneten Tür taucht ein langer, grauer Bart auf. Alle Wetter! Schreis doch nicht so laut! Ihr werdet sie weden." Wen?" Meine Frau. Sie ist frank." " Die Luise? Was fehlt ihr denn?" Sie fröstelt und siebert." " Das ist schlimm. Aber darum handelt sichs nicht." " Worum denn?" spielen." Die Schlußißung. Debatte Hause; für den Doktor und die Medizin sind die Ersparnisse draufgegangen. Wie soll man bloß das Geld zur Beerdigung zusammenscharren? Aber eine Sterbende kann man doch nicht im Stich lassen! „ Ich habe heute nicht das Herz, Geige zu Man spielt nicht mit dem Herzen, Geiger." " Ich kann die Luise nicht verlassen." ,, Sterbenden ist nicht zu helfen." " Man soll immerhin um sie fein." Der Geiger betrachtet sic, sieht sie mit Liebe " Sie nüven nichts mehr im Leben. Dente ant. Aber es ist traurig zu sagen- er spannt an das Geld, Geiger." auch darauf, wie der Tag zu Ende geht und auf die Anzeichen des nahen Todes. Er hält die kleine " Ter Vater Trabichet ist schwerreich. Er gibt statharina, ihr einziges Sind, bei der Hand. Er einen Taler." " Das muß ich wohl." dir „ Einen Taler für meinen Schmerz? " Zwei Taler wird er dir geben." " wei Taler für meinen ganzen Schmerz?" " Der Schmerz wird nicht bezahlt, Geiger." " Aber das Begräbnis." " Er spendet dir brei Taler; mit dem Trink geld tannst du zufrieden sein. Du hast jetzt feine Stonkurrenz; nüge das aus. Das Affordion fommt wieber. Und es wird nicht alle Tage ein schönes Mädel verheiratet." im Man hat den Tod nicht alle Tage Saufe." tommst du? Ober nicht?" " Ja. Ich kann es nicht abschlagen." " Um 5 Uhr erwarten sie dich. Üm MitterAlso, ich bin um 5 Uhr da. Um Mitter nacht gehe ich heim." Der Vater Trabidhet verheiratet heut feine nacht gehst du wieder nach Hause. Tochter." Was geht das mich an?" Sör mal? Du bist doch Geiger?" Nun ja... Und?" " Sie wollen heute abend tanzen. Die Nacht. Der Altordionspieler ist beim Militär eingezogen. . Nun haben sie bloß deinte Geige." Meine Frau ist sterbenstrant." Eine Nachbarin tann bei ihr wachen." Ich habe feine Nachbarin." Na, da gibst du ihr die Medizin und schließt fie ein." Auf Wiedersehen, Geiger." II. • Brelle Genoffe Cermat. Reformen unferer Preffe find notwendig. Der Sozialdemokrat" ist durch die Wirtschaftskrise finanziell bedrängt. Auch einige Kreisblätter hatten in der letzten Zeit Schwierigkeiten zu verzeich wieder auf die große Landstraße hinaus. Sie sind wütend, weil sie die Tanzlust in den Beinen spüren.. Um sechs Uhr ein letzter Seufzer, nach einer langen Pause noch einer und der darauf folgt ist der allerletzte. Die Luise ist tot. Der Geiger hat, ohne eine Minute zu verlieren, ihr die Augen zu gedrückt. Er legt die schönste Dede auf sie, Lange suchen braucht er nicht: ich glaube, im Schranke war keine andere. Und auf den Tisch hat er ein Glas gestellt, es mit etwas Weihwasser gefüllt und einen Buchsbaumzweig hineingesteckt. Arbeit." hat spät geheiratet; nun bleibt er allein, und das ist nicht richtig. In ihr elendes Leben brachte die Jugend der Frau einen lichten Schimmer; sie Arme Quise! Ruhe du! Ich gehe zur war wie eine Blume, die auf einem Felsen iproßt. Wird ihn das weich stimmen? Die Armen An einer Hand hat er Rathavine, in der haben dazu fein Recht. Er hat, trop feines Stum anderen trägt er die Geige, und fo wandert er mers, Hunger; die Kleine auch, obwohl sie eben auf der großen Straße in die hereinbrechende erst was zu essen bekommen: für den Apotheker Nacht. Die Tür hat er nicht verschlossen. Der Tod hat man fich soviel abknapsen müssen. Und der genügt, um die Wacht in den Häusern zu halten. Schreiner! An den muß man auch denken. Was ind er eilt dahin mit dem jammernden Kind lastet alles auf den Schultern des alten Mannes! und dem Holz, das aufspielen soll: er darf seine Fünf Uhr hat es auf dem Dorftirchturm brei Taler nicht verlieren. geschlagen. Und die Luise lebt noch immer. Wirst du nicht in Gott einschlummern, Luise, damit dein Mann das Geld zum Begräbnis verdienen kann? Weißt du nicht, daß heute der Vater Trabichet feine Tochter verheiratet? Das ist ein großer Bauer: er hat eine offene Hand. Aber was fümmert dich das in dieser Stunde? Du fühlst das Leben nicht mehr, und der Tod zaudert. Dort, in der blumengeschmückten Ferne wird man ungeduldig. Denn ohne Musik kann man doch nicht tanzen. Um vier Uhr lebte die Buise noch; sie hatte nebeichtet und die letzte Delung empfangen; zwi fchen ihr und dem lieben Gott war alles in bester Ordnung. Da die Hoffnung auf Gesundwerden ausgeschlossen war, warum zögert sie noch immer? Sie ist nicht mehr bei Bewußtsein, aber atmet sein noch. Rein einziger Sou ift mehr im ganzen ,, Und dieser Unglüdsmensch, der Geiger?" Kommt er? Oder nicht?" Drei Taler schlägt man doch nicht ab." Das Affordion ist beim Militär. Bleibt nur Fibelbogen." Die Burschen und die Mädchen sehen immer III. ,, Man sieht nichts mehr. Gar nichts." ,, Es ist schon zu dunkel." ,, Nun wird er nicht mehr tommen. Mit dem Tanz wird nichts. Zu dumm!" Was ist eine Hochzeit, auf der nicht getanzt wird?" Die Burschen und die Mädchen sind gereist, der Vater Trabichet ift zornig. Man hat zubiel getrunken, um Geduld zu haben und gerät gleich in Hipe, wenn man spricht. ,, Da ist er! Da ist er!" Täuschst du dich nicht?" Auf die Pläge! Auf die Pläge! Der Tanz geht Los!" 19. Dezember 1923. Es ist uns neuerlich gelungen, das Projekt| Vereinigung sozialdemokratische Presse" der Verwirklichung nahezubringen. Es handelt sich um die möglichs Konzentration der Parteipresse, was auch mit einer redaktion.llen Verbesserung aller Blätter verbunden sein wird. In den Bettsägen für die Vereinigung sozialdemokratische Presse" wird als deren Organ ein Presseausschuß bestimmt, welchem die ganze Verwaltung und in den Grenzen des Parteistatuts auch die politische Führung der Blät ter obliegt. In diesen Ausschuß entsenden die Organisationen mit Tagblättern je zwei, die Organisationen mit Wochenblättern je einen Vertreter und der Parteivorstand zwei Mitglieder. Der Ausschuß wählt aus seiner Mitte eine fünfgliedrige Exekutive. Die Zen= tralverwaltung der reinigung"( in Brag) führt für gemeinsame Rechnung diese Blätter; die bisherigen Administrationen der Streisorgane übernehmen die Funktionen von Lokalverwaltungen. Es wird eine Zentralredat tion und außerdem werden am bisherigen Sit der Blätter noch) Lokalredaktionen ges schaffen, welche im Einvernehmen mit der Rentralredaktion zu arbeiten haben. Aufnahme, Entlassung. Gehaltsbestimmung und Regelung der Urlaube der Angestellten obliegen dem Presseausschuß, doch ist bezüglich der angestellten der Zen tralverwaltung und der Zentralredaktion das Einverständnis des Parteivorstandes, bezüglich der Angestellten der übrigen Blätter das Einverständnis der bezüglichen Kreisorganisationen erforderlich. Die Revision aller Verwaltungen obliegt der Parteikontrolle. Der Kreisfontrolle wird das Recht der Kontrolle der Gebahrung des eigenen Blattes, sowie der Zentralverwaltung eingeräumt. Die Zentralverwaltung übernimm mit 1. Jänner außer dem Mobilar alle Aktiven und Passiven der der Vereinigung sozialdemekratische Presse beitretenden Blätter nach dem Stande vom 31. Dezember 1923. In der Delete spricht Genosse RohmPetschau über die Beziehungen zwischen Landproletariat und Presse. Ein billiges, populär gefchriebenes Agitationsblatt für das Landvolk ist dringend notwendig. In der Abstimmung wurde der Antrag der Bezirksorganisation Eger auf Einführung einer Unterhaltungsbeilage in jeder Sonntagsnummer des Zentralorgans und in den letzten Wochenummern der übrigen Parteiblätter dem Parteivorstand zugewiesen. Der Antrag der Bezirksorganisation Betschau auf cheste Herausgabe eines Wochen oder Halbwochenblattes zur Agitation auf dem Lande wurde angenommen. Dem Parteivorstand zugewiesen wurde der Antrag der Lokalorganisation Kamnitz- Neudörjel, nach weichem die Bezirksorganisationen verpflichtet werden sollen, eine Zählung jener Parteimitglicder vorzunehmen, die sich bereit erklären, Abnehmer eines wöchentlich erscheinenden Parteiblattes zu werden. Bei einer sicheren Abonnentenzahl von 30.000 ist ab 1. April 1924 ein wöchentliches Agitationsblatt Preise von 50 h herauszugeben. Angenommen wurde schließlich folgender Antrag: Der Parteitag beschließt die Sch a f fung einer Vereinigung sozialdemokratische Presse", die zunächst folgende Blätter umfaßt: Sozialdemokrat"-Prag, ,, Nordböhmischer Volksbote"-Bodenbach, Freiheit"-Teplin, Volkszeitung"-Romotan, Voitsrecht"-Aussig, Volksfreund" Brünn, Freigeist"-Reichenberg, 3utunft" Mies. Bolti ches un Bertrauen votum. Nach Erledigung des Punties Die parlamentarische Tätigkeit und unsere politischen Ausgaben" nahm gestern der Parteitag einstimmig folgenden Antrag an: Der Geiger ist angekommen. Trotz des raschen Laufes und des Schweißes ist er bleß wie ein Müllerbursche. Du hast es nich: eilig, Geiger." Ihr wißt; man tut, was man tann." Du verdienst deine drei Taler nicht." ,, Gebt mir, was ihr wollt." Ich gebe zwei, und das ist viel." Ich werde auch zwei statt drei nehmen." " Ein Glas Wein, Geiger?" ,, Gebt mir lieber Brot!" ,, Hier ist Brot, Käse und Wein dazu. Und für deine Kleine ein Stück Kuchen. Er war so groß, daß noch übrig geblieben ist." Ihr seid gut und freigebig." " Essen ist mehr als genug da. Aber du betommst nur zwei Taler." Essen und Trinken tut gut." " Na, du scheinst wirklich Hunger zu haben." Ich habe mich tüchtig gesputet, um herzutommen." Und jest nimm deinen Fiedelbogen. Man tann mit vollem Munde spielen." Für die von unserer Partei geführte Politik| sind die Vorausseßungen unverän bert geblieben. Nach wie vor ist es unsere Aufgabe, im oppofitionellen Kampf gegen die Regierungsfoalition der tschechischen Par teien für die politische, wirtschaftliche und fulturelle Befreiung ber arbeitenden Bevölkerung zu wirken, insbesondere aber baran mitzuhelfen, daß die Vorbedingungen für den internationalen laffenkampf des Proletariats in der tschechoslowakischen Repu blit nationale Freiheit, Friebe und Ordnung geschaffen werden. Der Parteitag billigt baher die Tätigkeit bes Parteivorstandes und der parlamentarischen Vertretung und spricht ihnen das Vertrauen und den Dank aus. Die Neuwahlen. Den Bericht der Wahlkommission erstattet hierauf Genosse Goth- Warnsdorf: Die Wahl des Vorsißenden innerhalb des Wahlfomitees war in einer halben Minute erledigt. Die Wahl fiel selbstverständlich auf Genossen Dr. Ezech. Bei der Wahl wird Genosse Dr. Ludwig Czech einstimmig zum wiedergewählt. Barteivorsitzenden Ein stimmig wurde weiter gewählt der Parteivorstand: Blatny Fanny, Karlsbad, Burod Gusti, Karlsbad, Cermat Karl, Prag, Czech Dr. Ludwig, Brünn, Hadenberg Theodor, Prag, Heller Dr. Karl, Teplit, Hillebrand Dswald, Karlsbad, Hofbauer Josef, Teplitz, Jaksch Wenzel, Komotau, Joll Hans, Troppau, Kögler Franz, Bodenbach, Kremser Heinrich, Tepliß, Nießner Wilhelm, Brünn, Paul Elje, Dur, Pohl Adolf, Teplitz, Pölzl Leopold, Aussig, Schäfer Else, Reichenberg, Schloßnickel Hieronymus, Sternberg, Schweichhart Josef, Bodenbach, De Witte Eugen, Karlsbad, Vollzugsausschuß: Blatnh Fanny, Karlsbad, Cermat Karl, Prag, Czech Dr. Ludwig, Brünn, Heller Dr. Karl, Teplit, Hillebrand Dswald, Karlsbad, Rögler Franz, Bodenbach, Kremser Heinrich, Tepliß, Pohl Adolf, Teplitz, ** Parteikontrolfe: Augsten Anton, Warnsdorf, Deutsch Marie, Prag, Heinrich Adam, Eger, Sawel Robert, Trautenou, Berthen Anna, Bodenbach, Bipal Edmund, Brünn, Start, Franz Karl, Mies, Taub Siegfried, Brünn, Ullmann Johann, Neuhammer. Zentralstelle für das Bildungswesen: Burod Gusti, Karlsbad, Wondrat Heinrich, Starisbad, Zum erstenmal in ihrem Leben. Sollte mans glauben? Es ist heiß im Sal. Alle diese sich drehenden Menschen sind vergnügt. Katherina sperrt die Augen weit auf, um ihnen zuzuschauen; fie hält das Mündchen geöffnet, um besser lachen zu können und denkt gar nicht mehr an ihre Mutter, die ganz allein in dem finsteren Hause ist. ,, Bist du müde, Geiger?" " Ich bin hier, um euch zu dienen." " Da, trint heißen Wein und spiele weiter... Hofbauer Josef, Tepliz, Rögler Franz, Bodenbach, Rüdi Rudolf, Teplit, Schweizer Gustav, Brünn, Strauß Dr. Emil, Prag. Beratungsausschuß für GemeindeBeratungsausschuß für Gemeindeangelegenheiten: Fiebler Eduard, Politz a. d. E., Baumgartl Hans, Rothau, Goth Josef, Warnsdorf, Joll Marie, Troppau, Katschinka Otto, Brünn, Pölzl Leopold, Aussia, Uhlig Franz, Graupen, Wondreje Adolf, Bodenbach. Beratungsausschuß für Agrarfragen: Atjamit Alois, Teplitz, Barth Josef, Saaz, Jalsch Wenzel, Komotau, Leibl Dominit, Hrazden, Nitschmann Heinrich, Neutitschein, Schweichhart Josef, Bodenbach, Uhl Johann, Dux, Zörkler Adolf, Betschau. Nach Durchführung der Wahlen beschloß der Parteitag folgenden Antrag der Antragskommission: Sette 3. Iternationalen Arbeitsgemeinschaft ins Einvernehmen gesetzt hat, welche die für den Eintritt sprechenden Gründe gewürdigt und einhellig beschlossen hat, gegen den Eintritt feine Einwendung zu erheben. Der neu formulierte Antrag der Prager Bezirksorgani sation betrifft eigentlich nur eine Formalität. Der Parteivorstand wird seinen einmütigen Standpunkt auch vor der neuen Internationale barlegen, wonach unsere Mitarbeit in der Liga für uns doch von gewisser Bedeutung ist, insbeson dere für die innere Politik in der Tschechoslowakei. Was den Hinweis auf die tschechische Presse an belangt, so besigen die tschechischen sozialdemokratischen Blätter nicht die moralische Qualität, uns Ratschläge über Zusammenwirken mit bürgerlichen Parteien in internationalen Fragen zu geben, da die tschechischen Sozialdemokraten jahrelang in Bettgenossenschaft mit allen Reaktionären dieses Staates in der Stoalition leben. Wir sind verpflichtet, alle Bestrebungen für die Völkerverständigung zu fördern. Wir wissen, daß die Liga den Völlerfrieden nicht herbeiführen wird. Aber wenn wir bedenken, welche Eingaben vor unserem Eintritt in die Liga gemacht wurden angeblich im Namen des deutschen Volkes gegen die Sozialisierung und so weiter, so wird man es verstehen, daß wir in der Liga wichtige Aufgaben zu erfüllen haben. Der neue, oben zitierte Antrag Prag wird sodann angenommen. Dem Reichsausschuß zugewiesen wurde der Der Parteivorstand wird beauftragt, dem nächfron, bei den nächsten Wahlen in die gesetzgeben Antrag der Streisvertretung Grulich- Lands sten Parteitag eine Verminderung der den Körperschaften außer den Fachleuten mög Mitglieder des Parteivorstandes, des Vollzugsausschusses und der Parstellen, die dann, falls sie gewählt werden, nicht lichst solche Genossen als Kandidaten aufzuteitontrolle vorzuschlagen. Zum letzten Punkt der Tagesordnung: Allgemeine Anträge außer ihrem Abgeordnetenmandate noch eine Reihe anderer Funktionen zu bekleiden haben und so ihre Arbeitskraft zersplittern müssen. Angenommen wurde schließlich eine Einschließung referiert Genosse Cermak. Er erklärt zum Antrag der Prager Bezirksorganisa= tion welcher den Parteimitgliedern empfichlt, aus der deutschen Völkerbund der Zentralgewerkschaftskommisliga auszutreten, daß dieser Antrag sion, in der es heißt: zurüdgezogen wurde und statt dessen folgender Antrag gestellt wurde, den er zur Annahme empfiehlt: Der Parteivorstand wird beauftragt, mit dem Sekretariat der. Sozialistischen Arbeiterinternatio. nale wegen Regelung der Teilnahme sozialdemo tratischen Parteien an den Vökerbundligen das Einvernehmen zu pflegen. Genosse Dr. Strauß bemerkt hierzu, der ursprüngliche Antrag sei zurückgezogen worden, um es nicht zu einer Ablehnung fommen zu las= sen und weil daraus ein Bekenntnis zur Völkerbundliga hätte herausgelesen werden können, was nicht im Interesse der Partei liegt. In der tschechischen Presse wurden Erwägungen angestellt und die Sache so dargestellt, als ob aus der Stellung dieses Antrages eine verschiedene Auffassung der Antragsteller über die innerpolitischen aufga en der Partei herausgelesen werden könnte, weshalb sich Redner verpflichtet fühlt, festzustellen, daß dies nicht der Fall ist, daß die Antragsteller voll kommen hinter dem Parteivorstand stehen. Was das Meritum des Antrages anbelangt, sei die Frage des Beitrittes zur Völkerbundliga str i ttig. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gelehrt, daß wir unsere eigene Politik nicht nur in der innern, sondern auch in der äußeren Politik treiben müssen. Die Zusammen arbeit mit den Bürgerlichen in der Völkerbundliga aber wäre geeignet, das zu kompromittieren, was wir auf dem Gebiete der Außenpolitik anstreben. Wir besitzen ein Sprachrohr für die Welt in unserer Internationale und brauchen nicht die Völkerbundliga. Referent Genosse Cermak erwidert, daß der Parteivor stand vor dem Eintritt in die Völkerbundliga sich mit der Exekutive der FnSchmerz ist. Und Statharine, die zwischen seinen Füßen figt, wendet sich erschrocken nach ihm. Denn das sind keine Tanzmelodien. Die Pare, die sich drehen, geraten in Verwirrung. Sie schwanken wie beladene Barken auf unruhig gewordener See und halten eines nach dem anderen im Tanze inne. ,, Geiger! Geiger! Du fommst aus dem Taft!" Was willst du mit dieser Totenmesse?" Aber Katharine segt ganz leise, öhne sich deffen bewußt zu sein:" Mutter!" Der Geiger erwacht. Er hatte die Leute alle vergessen. Er verdient sein Brot nicht. Wenn man bezahlt wird, muß man seine Arbeit verrichten. ,, Verzeihung! Verzeihung! Was wünscht ihr? Er geigt weiter; ber sein Eifer läßt nach. Anfangs gab er sich Mühe, um die Musik der Konertänze zu variieren. Aber sein Repertoire ist begrenzt. Er wiederholt sich und achtet gar nicht mehr darauf. Sein Bogen fiedelt weiter, so wie ein blindes Pferd täglich dieselbe Straße me- Ich werde spielen, was ihr verlangt." chanisch läuft. Er denit an sich, das heißt, an... Wie es Mitternacht ist, schickt man ihn Luise, die ohne ihren Mann, ohne ihr Kind ist, mit zwei Talern weg: der dritte kommt in Wegfall, weil er sich verspätet hat. Mit dem Kinde und deren Störper erkaltet. Er denkt an Melodien, die er auf der Land- verliert er sich in den Frieden der tiefschwarzen Vater, Vater, du gehst sehr schnell." " Ich werde dich auf dem Rücken tragen, Statharine." Und so eilt er, beladen, zu seiner Frau, die ihn nicht mehr erwartet. straße von vorüber ichenden Zigeunern vernom- Nacht. In der dunklen Nacht weiß man nicht, wer men hat. Das waren Klänge des Elends. Die leidet und weint.... Töne flagten wie verwundete Tiere, die sich im Gestrüpp verbargen, und in anderen glühte ein IV. Schmerz, der einem das Herz brach. Das war Erfrischt hat er sein Instrument genommen wie eine Sehnsucht nach dem Paradies. Ah, das und ist auf die Estrade gestiegen. Ein Bogenstrich: war etwas anderes als Tanzmusit. Diese Musik er spannt eine Saite und dann noch eine andere. war sein Herz, der Skummer darin, der nach ErDie Geige ist gestimmt, wenn man nicht ein llzu lösung schrie. Es ziemt sich nicht, daß ein armer feines Gehör hat.- Wollt ihr Poltas? Walzer? Wann das Innere seines Herzens enthüllt. Aber Quadrillen? Alles könnt ihr haben. Man muß mit der Geige geht das leichter. Auf dem Wege gestehen, dieser Teufelskert von Geiger hat Feuer über seine Erinnerung dringt die Musit, die er in den Fingern. Das fleine Mädchen hockt wi- schon mehrmals für sich gespielt hat, in seine fchen seinen Beinen. Sie hat Suchen gegessen. Finger. Er spielt zu seiner Freude, die der Die Hochzeitsgäste, die noch einen letzten Trunk zu sich nehmen, unterhalten sich über den Geiger: ,, Er wird alt." ,, Er spielt falsch." Er taugt nichts mehr zur Tanzmusif." Wir nehmen ihn nicht wieder...." Die Zentralgewerkschaftstommission des deut. schen Gewerkschaftsbundes erhebt mit Rücksicht auf die noch bestehende Wohnungsnot die Forderung auf unverzügliche Schaffung eines neuen Bauförderungsgeseges für die Unter stüßung der gemeinnüßigen Bautätigkeit von Ge nossenschaften, Gemeinden, Bezirken, Gauen und Sozialversicherungsinstituten. Die Zentralgewerk. schaftskommission stellt an den vierten Partei; ag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei das Ersuchen, diese Forderung mit zu der seinen zu machen und gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbunde den Kampf gegen die Wohnungsnot und für die Unterstüßung der gemeinnüßigen Bautätigkeit zu führen. Angenommen wurde ferner ein Antrag Dr. Holitscher und Genossen, dem Absay 7„ Schantwesen" der in Tetschen beschlossenen Forderungen für alle Selbstverwaltungskörper einen neuen Ab. say zuzufügen, nach welchem die wahlberechtigte Bevölkerung durch Abstimmung über die Konzessionen für Ausschank und Ver. fauf alkoholischer Getränke zu entschei den hat. Angenommen wurde der Antrag der Bezirksorganisation Erdweis. daß jenen Parteimitgliedern, welche in der Tschechoslowakei wohnen und im Ausland in Arbeit stehen, der Mitgliedsbei. trag mit Kč 1. monatlich festgesetzt wird. Angenommen wurde der Antrag der Bezirks. organisation Landskron, daß der Reichsparteisekre. tär oder ein Mitglied der Reichsparteileitung verpflichtet wird, mindestens einmal im Jahre mit den Bezirks- und Kreisleitungen oder Sekretaria. ten persönlich in Verbindung zu treten. * Angenommen wurde der Antrag des Parteivorstandes, das Organisationsstatut dahin abzu, ändern, daß die Mitglieder der Landesverwaltungsausschüsse das Recht haben, an den Sigungen des Reichsausschusses mit beratender Stimme teilzunehmen. * Angenommen wurde ferner der Antrag des Parteivorstandes, der dem Reichsverein der Arbeiter Kinderfreunde und den proletarisch Frei. denkern das Recht einräumt, je einen Delegier. ten( Parteigenossen) zum Parteitag zu entsenden. Schließlich wurde noch angenommen ein Antrag der Genossin Fanny Blatny: Der§ 21, Absatz 2, des Organisationsstatutes wird um nachfolgenden Satz ergänzt:„ Teilnahmeberechtigt sind ferner je eine Vertreterin des Deutschen Ge. werkschaftsbundes und des Verbandes deutscher Wirtschaftsgenossenschaften." Alle übrigen eingebrachten Anträge wurden entweder abgelehnt oder sind durch die Annahme anderer Anträge erledigt. der Damit war die Tagesordnung erschöpft und Vorsitzende Genosse Hillebrand ergreift das Wort zur Schlußrede. Gen. Sillebrand dankt zunächst den Aussiger Genossen für ihre Gastfreundschaft und für alle ihre Arbeiten, die sie mit der Organisation des Beite 4. 18. Desember 1928. Barteitages gehabt hatten und wirft dann einen ergeben, die nicht beseitigt werden furzen Rückblick auf die geleistete sachliche und Strittig sei namentlich die Frage der Diensternste Arbeit. Er sagt unter anderem: Es ist botenversicherung. Das Abgeordneten Klarheit geschaffen worden in so mancher Frage, haus gedente nur noch mittwoch und Dondie uns in der legten Zeit berührt hat und wir nerstag zu taget. Der Senat plant seine Ab. find zu der Erkenntnis gelangt, daß wir auf schlußsizung am Freitag zu halten. Deshalb sem richtigen Wege find. Wir werden Referat erstattet vom Abg. Gen, Bohl in der Montagsfikung des Parteitages. erscheinen die Befürchtungen gerechtfertigt, daß auch auf iesem Wege bleiben. Die Partei wird die vom Abgeordnetenhaus genehmigten Entwürfe tie bisher nach den als richtig erkannten Richte Während früher Amerika und England dies Die Wirtschaftsbestrebungen lassen sich nicht und Novellen nicht zeitgerecht im Senate werden Inien handeln und mit Einsatz aller Kräfte trok Länder der größten Arbeitslosigkeit waren, teilen durch die Politik bestimmen. Unsere Ausfuhr nach verhandelt werden können. So gebenkt auch der aller Schwierigkeiten die Interessen des Proleta- heute die besiegten Länder dieses Schicksal. Das Frankreich geht ständig zurück. Wir haben Defter Senat die Verhandlungen über das Baurates zu wahren trachten. Sie wird auch alle Seräfteverhältnis hat sich vollkommen verschoben. reich handelspolitisch sehr schlecht behandelt. Dort bewegungsgesetz, die Vermögensabgabe in den Seräfte einfeßen, um aus der Sozialver- Die Verschuldung einzelner Mächte an Amerika, hin aber führen wir nahezu ein Drittel unseres Jänner zu verlegen. Nun fordert aber die Reficherung ein brauchbares Instrument zum aber auch an England, ist ungeheuer. Das Natio ganzen Exportes aus. Die Anschauung, daß wir sierung, daß im Jänner das Parlament nicht Schutze des Proletariats zu machen. Genoffe nalvermögen der europäischen Staaten ist ge an dem Unglück Deutschlands profitieren könnten, tage. Das würde demnach einen Aufschub dieser Hillebrand hob insbesondere den Beschluß über funken, das Amerikas hat sich ungeheuer ver- ist ein Trugschluß, denn alles wird mehr als unerledigten Entwürfe bis Feber bedeuten. die Presse hervor, welcher dazu beitragen mehrt. Das wirtschaftliche Uebergewicht ist heute wettgemacht durch den Zusammenbruch der Aus wird, daß die Arbeiterpresse in weit größerem in Amerifa. Darin drückt sich die Verarmung fuhr nach Deutschland. Erfolgreiche Gemeindewahl. Sonntag, den Maße als bisher ein Instrument zur Verfündi- Europas durch den Krieg aus. gung des Willens der Partei werde. Wenn man Es hat Illusionisten gegeben, die sagten, Die Handelsbilanz für Oktober ist passiv, haupt- 16. Dezember, fand in Hochdobern bei Benerwägt, daß die Ergebniffe des Parteitages im wenn der Strieg zu Ende sein wird, werden wir fächlich wegen der latastrophalen Serabsehung der sen die Neuwahl der Gemeindevertretung statt. Ausfuhr nach Deutschland. Die Wahl brachte einen schönen Erfolg unserer wesentlichen auf einstimmigen Beschlüssen be in 14 Tagen normale Verhältnisse haben. Aber Partei. Es erhielt die Liste der deutschen Sozialruhen, so ist das ein Beweis davon, daß wir alle in Wahrheit wissen wir heute noch nicht, wie Redner bespricht sodann die falsche Steuer- demokraten von 538 abgegebenen gültigen Stim erfüllt sind von dem gleichen Willen, was eine die Krise gelöst werden soll. politif des Staates. Wir haben die Serabsehung men 327 Stimmen und 9 Mandate, der Bund Der deutschen Wirtschaft wurden schwere der Kohlensteuer teuer bezahlen müssen. Dabei der Landwirte 157 Stimmen und 4 Mandate, die starke Attivpost in der Schlagkraft der Partei beSeutet. Es ist ein stolzes Bewußtsein, das uns Schäden zugefügt und ungeheure Leistungen dann sind ganze Reviere von Arbeitslosigkeit bedroht. Safenfreuglerliste 54 Stimmen und 1 Mandat. befeelt, wenn wir erwägen, auf wie steinigem noch von ihr verlangt. Der Ausgang des Krieges Die Deflationspolitit sollte die Ge- Da die Landbündler mit den Nationalsozialisten Boden wir unseren Kampf führen müffen, von hat eine völlige Umwandlung der Produktions- fundung bringen. Wir haben ihre often mit un- gefoppelt hatten, fiel ihnen ein weiteres Mandat allen Seiten von den Feinden des Proletariats mittel zur Folge gehabt. Deutschland hat einen geheurer Arbeitslosigkeit bezahlt. Die Unternehmer zut. Unsere Partei hat gegenüber 1919 einen umdrängt, und daß wir froßdem innerlich ge- wesentlichen Teil der Kohle und des Eiſens, das verdienen bei der Inflation wie bei der Deflation. Verlust von nur 40 Stimmen zu verzeichnen. festigt find: ein wille, ein Weg, ein es bedarf, aus dem Auslande bezogen. Infolge Der Arbeiter verdient bei der Inflation im Der Wiederhall der Jatvorina- Entscheidung. Ziel, dem wir zu streben wollen. Darin der Geldentwertung mußte der Konsum erschret- gleichen Verhältnis zur Teuerung. Bei der De- Das dem Außenministerium nahestehende„ Ceste fiegt die Bürgschaft dafür, daß die Partei auch kend zurückgehen. Wie es heute steht, darüber flation, die mit Arbeitslosigkeit verbunden ist, Slovo" schreibt unter dem Titel„ Die Jaworina weiterhin forschreiten wird. Wir wissen, daß gibt es überhaupt keine Ziffern. Die Ruhr- niüssen die Arbeiter den Lohnabbau ohne Rüdgehört uns": Der gestrige Tag entschied in der wir allein auf unsere Kraft gestellt befegung hat 5,000.000 Menschen arbeitslos und sicht auf den Preisabbau auf sich nehmen. sind, aber wir wollen es nicht anders. zu Staatsrentnern gemacht. Eine ungeheure InJawovinafrage zu unseren Gunsten. Der VölferUnsere Partei führte jahrelang den mühe- bund bestätigte den Entschluß der BotschafterWas nicht zur Arbeiterklasse gehört, was den dustrie ist dem Produktionsprozeß entzogen. vollen Kampf um die angemessene Anwendung Sozialismus nicht kennt und will, gehört nicht Der vollständige Zusammenbruch der Mart der Arbeitslosengefeße. Tausende und tausende fonferens vom 28. Juli 1920, welcher die Grenze zu uns, wir wollen allein als Klassenpartei den brachte die grenzenlose Berelendung aller arbet- müssen monatebang auf die Auszahlung der mission vom 25. Dezember 1922, welche in Bolen festsetzte. Die Anträge der DelimitationsfomRampf führen. Es sind gewiß große Schvie Unterstützung warten. Die Arbeitslosenunter- mission rigkeiten zu überwinden, aber sie schreden uns ſtützung geht zum großen Teil in deutsche Bezirke. das Bestreben für eine Korrektur der Grenzmarnicht; im Gegenteil: sie sind ein Ansporn, erst Der Streit um die Ruhr und um Elsaß- Wir würden gerne darauf verzichten. Aber die fierung wachriefen, wurden vom Völkerbunde als recht alle Kräfte anzuspannen. Lothringen ist nichts als der Streit um die Vor- Exportindustrie hat in den Rand der vorgeschriebenen Bedingungen nicht entspre chend verworfen. Die Delimitationstommiffion Genoffe Hillebrand erinnerte an den Partei- macht in Europa an Kohle und Erz. Die Ver- gebieten ihren Sib. tag der österreichischen Sozialdemokratie, der vorwertung der lothringischen Erze ist an die Pro Die Agrarier und die Erzeuger der Industrie- wurde gleichzeitig aufgefordert, neue Anträge zur 21 Jahren in Aufsig stattgefunden hatte und an duktionsstätten der Ruhr gebunden. Ein recht- artifel haben ein Programm aufgestellt: Welt Festlegung der Grenzen vorzulegen. Selbst den herrlichen Aufstieg, den seither die zeitiges Uebereinkommen zwischen den beiden marktpreis. Wir haben dieses Niveau nahe- verständlich können sich diese neuen Anträge jozialdemokratische Idee genommen hat. Interessengruppen hätte dem deutschen Volk viel zu erreicht. Haben wir Mittel, den Weltmarkt nicht von dem ursprünglichen Entschluß vom 28. Elend erspart. Beide Gruppen haben das eine preis zu beeinflussen? Wir sind ihm unterworfen. Juli 1920 unterscheiden. gemeinsam, daß sie von der Ausbeutung leben. Nur eines gilt es zu verhindern, daß die Teue ( Sehr richtig!) rung durch Bewilligungsverfahren und Zölle noch Wenn Weltmarktpreise verlangt werden, dann über den Weltmarktpreis gesteigert wird.. verlangen wir auch Weltmarktlöhne. Die Wirtſchaftskrise und die Wirtschaftspolitik ben fonnten. in der Tschechoslowakei. tenden Menschen. millionen Menschen sind aus der Deutschland und Rußland, 160 Wirtschaft ausgeschaltet. Das muß zu schweren, andauernden Störungen der Wirtschaft ➖➖➖➖➖➖➖➖➖➖➖➖➖➖➖▬▬▬▬▬▬▬▬ Helfferich endgültig abgeblikt. Und diesen Aufstieg, sowie alles, was wir an politischen Rechten, an gesellschaftlicher Achtung und sozialen Gefeßen befißen, haben wir nur uns allein zu verdanken, es ist unser Wert, bas Weg mit dem Ausnahmszustand. Wert der ſozialdemokraliſchen Arbeiterbewegung. Die Sozialdemokraten emeuern ihre Forderung bei der Reichsregierung. Möge von diesem Parteitag ein neuer Strom von Arbeitsfreude ausgehen, mögen die einmütig führen. Eine Besserung kann nur vorübergehend In Amerita foll die Anbaufläche vermindert Berlin, 18. Dezember.( Eigenbericht.) Der gefaßten Beschlüsse in die Tat umgesetzt werden, sein, solange diese Verhältnisse ungeklärt sind. Die werden, um die Preise zu halten, und in Deutsch Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsinsbesondere der Beschluß über die Werbe- Rüdwirtung dieser Ausschaltung trifft selbstverland verhungern die Menschen. Bei uns wird frattion wandte sich heute erneut an die Reichs attion. Diese muß überall in jedem Bezirk, in ständlich auch die Tschechoslowakei. cin großer Teil der Ernte an die Schweine ver- regierung wegen Aufhebung des militärischen jeder Stadt, im letzten Dorf organisiert werden Die Krise in der Welttvirtschaft löste eine ter Lohnbrud, Arbeitslosigkeit usto. erfährt noch gen damit, daß die augenblidlichen Verhältnisse füttert, um das Angebot zu verringern. Verschärf- Ausnahmszustandes und begründete sein Verlanund allen Kräfte müffen lebendig gemacht werden Strise in der Tschechoslowakei aus. Es bleibt die eine besondere Verschärfung für die deutsche Ar- cine Grundlage für die Aufrechterhaltung des im Dienste ber Arbeit. Das Zuſammenwirken Frage, ob alles geschehen ist, um die Arise zu beiterklasse. Sie leidet unter dem Drud, unter Ausnahmszustandes nicht bieten und die Eingriffe oller zu dem gleichen Zweck wird uns den Erfolg lindern? Diese Frage ist zu verneinen. dem sie als Klasse gemeinsam mit der tschechischen der Militärbefehlshaber in Dresden und Weimar bringen, den wir alle erhoffen. Alle Kräfte in den In der Zeit des Warenhungers waren die Arbeiterklasse leidet, unter den Folgen der wirt in die Hoheit der betreffenden Landesregierungen Dienst der Partei gestellt, Auftlärung in die Ententestaaten die Gnadenspender und die an- fchaftlichen Reaktion. Wir fehen, daß nicht mehr erträglich seien, weil sie mit Maffen getragen, damit sie den Weg finden zu deren wurden wie Bettler behandelt. Niemand sich die deutsche Stapitalistenklasse hinter der tsche- den Verhältnissen eines Rechtsstaates uns! Die Nöpfe erhellen, wo es nötig ist, die hat es verstanden, daß die Lösung des Ruhr- chischen verstedt, wenn es einen Anschlag gegen nicht in Einklang zu bringen sind. Bei dieser GeSerzen zur Begeisterung entflammen, heißt es jest, problems darin besteht, der überschüssigen In die Arbeiter gilt. Tausende Industriearbeiter legenheit legte der Fraktionsvorstand der Reichsden ohne Begeisterung vermögen wir der Schwie- dustrie ihr Dasein zu ermöglichen. Wir haben den stehen vor der Gefahr, ihre Arbeitsgelegenheit regierung nahe, dem Reichstage bald den Entwurf rigkeiten, die sich uns entgegenstellen, nicht Herr größten Teil der Industrie des alten Desterreich dauernd zu verlieren. Kennzeichnend ist die 3 u- eines Gesetzes vorzulegen, der die Ausführung des zu werden. Wir müssen die Maffen organisieren und wenn der Inlandstonfum auch so steigen nahme der Macht des Bankkapitals.§ 48 der Reichsverfassung in den Grenzen garan und dafür sorgen, daß wir zur Mehrheit werden, könnte, daß jeder bekommt, was er braucht, so Bei uns ist diese Entvidlung am rascheften ge- tieren sollte, die den Bätern der Weimarer Verdann werden wir nicht nur siegen fönnen, son verbleibt immer noch ein Ueberschuß. Für diesen gangen. Das Verwalten fremden Kapitals durch faffung damals vorgefchtvebt haben. bern den errungenen Sieg auch behaupten. Ueberschuß Absatz zu gewinnen, wurde zum Teil bie Banken hat einen ungeheuren Einfluß auf die Die frohen Botschaften aus England und gar nicht versucht. Die Arbeiterschaft dieses Industrie. Der Zivnokonzern verivaltet fast alle Desterreich fünden uns die Wahrheit: Staates leidet daher unter Arbeitsleit. Zuerst bedeutendere Industrieunternehmungen der Reder Sozialismus marschiert troß allent und allem, war es der Mangel an Rohstoffen, dann die will publit. Das bringt schwere Nachteile der deutschen Schacht Reichsbankpräfident. troß aller Reaktion und das erfüllt umsomehr mit fürlichen Ein- und Ausfuhrbeschränkungen. Die Arbeiterschaft. In Zeichen der Krise, da das Berlin, 18. Dezember.( Eigenbericht.) Der Zuversicht, weil wir wissen- Marr hat es uns Handelspolitik hat sich troydem nicht ungünstig schechische Bankfapital ohne Rosten national sein Reichsrat hat in seiner heutigen Sibung beschloffen, gefagt- daß entwidelt. Zwar ist die Handelsbilanz nicht fo fann, spielt es schon eine Rolle, ob ein großer den Währungskommissär Dr. Hjalmar Schacht attiv, wie behauptet wird. Die Ausfuhr von Roh Teil der Industrie in tschechischen Händen ist als fünftigen Reichsbankpräsidenten vorzuschla die Entwicklung mit uns geht. Der Kapitalismus trägt die Seime, den Un- die Handelsbilanz doch gut ist, liegt zum Teil an standsbauten, bei Arbeiteraufnahmen und Ent Dr. Wolf hat die Reichsregierung erklärt, daß ihr stoffen steigt, die der Fertigvare geht zurück. Daß oder nicht. Bei allen Staatslieferungen, Not- gen. Nach der Mitteilung des Berichterstatters tergang in sich und unsere Aufgabe muß es sein, der geographischen Lage, zum Teil an der Unfassungen, wird das nationale Moment berüd- dieser Vorschlag genehm sei. Es ist daher nicht die Massen im Stampfe zu schulen, um diese Ent- fähigkeit anderer, unsere Fehler fichtigt. zweifelhaft, daß der Reichspräsident die widlung zu beschleunigen und im Sinne des So- auszunügen. Ein normal arbeitendes Heute zialismus zu beeinfluffen. Deutschland würde in unserer Wirtschaft Ver- Gruben aber nicht durch die Gesellschaft, sonsehen wir die Sozialisierung" der Wahl Schachts bestätigen werde. Damit erschiene der letzte Angriff des Deutsch Wir scheiden von diesem Parteitag mit dem heerungen anrichten. Wir leben von Wundern dern durch den Zivnokonzern. Die tapitalistisch- nationalen Helfferich, des geistigen Vaters der festen Borsay, alle Sträfte zusammenzufassen und und Zufällen. Von der Einstellung der Ruhr- nationalistische Wirtschaftspolitit ist schon so weit deutschen Inflationspolitit, abgeschlagen und die mehr als bisher noch zu wirken, um die Partei industrie hat unsere Eisenindustrie profitiert. groß, start und damit schlagkräftig und siegfähig gediehen, daß nur mehr ein sehr beschränkter Teil Finanzwirtschaft von dem Manne befreit, dessen Seute beginnen maßgebende Kreise doch ein- der Bewohner von der„ naše" republika redet. fluchwürdiger Einfluß zum Schaden des Reiches zu machen. Wirken wir für die Erhebung der are zusehen, daß wir exportieren müssen. Es ist nicht der Staat des tschechischen die ganze Politik der Regierung Cuno beherrschte. beitenden Massen aus der erzwungenen Kultur- Aber viele Fehler find nicht mehr gutzumachen. Boltes, sondern des tschechischen losigkeit, für die Befreiung der Arbeiter aus der Viele Betriebe sind in die Nachbarstaaten über- anttapitals, der hier entstanden ötonomischen Senechtschaft, fehen wir alle Kräfte siedelt. Die Folge davon ist, daß der noch hier- ist. Mit einer vernünftigen Wirtschaftspolitik ein für den gleichen Zived. Die Arbeit am Par gebliebene Unternehmer feinen früheren Absatz hätte man seit 1919 einen ungehinderten Warenteitag ist vollendet, die Arbeit draußen beginnt nun hat, wärend der Arbeiter arbeitslos ist. I m verkehr ermöglichen müssen. Redner setzt sich dann wieder erst recht mit neuer Straft. Und so schließe diese Arbeitslosen zum großen noch mit den Kommunisten auseinander und ich mit dem alten Kampfruf: Teil find es Deutsche fümmert schließt: Heute stehen wir noch in der Abwehr, sich niemand als die deutsche Sozial- laber balb werden wir wieder zum Angriffe überdemokratie. gehen.( Lebhafter Beifall.) -OGRO Glebe die internationale, völterbefreiende, revolutionäre Sozialdemokratie! In das dreifache Hoch des Vorsitzenden stim- ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ men stehend alle Delegierten des Parteitages, alle feine Gäste und Besucher mit stürmischem Beifall und Händeklatschen begeistert ein. Brausend beschließt den herrlichen Kongreh das Lied der Arbeit". Juland. Mus den Parlamentsausschüſſen. Un gestrigen Tage tagten in beiden Häusern zahlreiche Ausschüsse. Der blamierte General- Diktator. Die verbotenen Parteien dürfen lanbibieren. Militärbefehlshaber für Sachsen hatte ein Verbot Dresden, 18. Dezember.( Eigenbericht.) Der der Zulassung von Kandidatenlisten der kommunistischen, nationalsozialistischen und der anderen vier verbotenen Parteien für die am 13. Jänner bevorstehenden Gemeindetvahlen erlassen, so daß lichen Ausschusses verhandelte die Vorlage großen Wählermassen das aktive und auch das über Elementarschäden und nahm die Abände- passive Wahlrecht genommen worden wäre. Nach rungsanträge des Genossen Leibl an. Der Gesundheitsausichuß des Se- einer Mitteilung des Ministerpräsidenten hat die nates nahmi das Gefeß betreffend die Zeuerungs- Reichsregierung dieses Berbot des Militärzuschläge zu den direkten Steuern an. befehlshabers wieder aufgehoben. Der Auswärtige Ausschuß nahm das Ermächtigungsgefeß betreffend die Handelsverträge an. Bericht der ManbatsprüfungsDer Budgetausschuß des Abgeordne tommiffion. Auf dem Parteitag find anwesend: Internatio- tenhauses nahm in seiner Vormittagsjibung über nales Büro 1, 4 Brudberparteien 6, 14 Rreisorgani- die Verlängerung der Kriegszuschläge zu den direkten Steuern und die Kriegsbeschädigtenbor fationen 28, 69 Begirlsorganisationen 181, Partei. vorstand 19, Parteikontrolle 7, Frauenreichstomice lage unverändert an; in der Nachmittagsfisuma Senates genehmigte die Arbeitslosenvorlage in der neralstaatskommissar erläßt eine Warnung, 2, Bildungssentrale 1, Parteipreffe 5, Klub der Ab- des Ausschusses wurde die Umfaß- und Luxus geordneten 4, Klub der Senatoren 2, Sosialistische Steuervorlage genehmigt. Jugend 2, Bentralgewerkschaftstommiffion 2, Ber. Der sozialpolitische Ausschuß des band der Wirtschaftsgenossenschaften 2, Berband der Abgeordnetenhauses nahm ebenfalls die Kriegsbe Arbeiterfänger 1, Gewerkschaften und Gewerkschafts- schädigtervorlage an und lehnte die Abänderungspreffe 23, Abgeordnete 8, Senatoren 7. Insgesamt anträge der Opposition ab. 258 Delegierte, darunter vierais Frauen. Das Subtomitee des landwirtschaft Der sozialpolitische Ausschuß des Fassung des Abgeordnetenhauses. Schwierigkeiten im Parlament. Laut„ Ceffe Slovo" haben sich bei einigen Gefeßentwürfen, die ursprünglich noch vor Weihnachten erledigt werden sollten, Schwierigkeiten Wer find die Gemeinten? München, 18. Dezember.( Wolff.) Der Genach der Anzeichen dafür vorliegen, daß be stimmte reise" die allgemeine Not für po litische Zwede ausnüßen wollen. Er erklärt, die bewaffnete Macht werde die Durchführung der Anordnungen nötigenfalls mit der Schußwaffe erzwingen. 19. Dezember 1928. Tages- Neuigkeiten. Wie Nordfrankreich wieder„ aufgebant" wird. Ime Populaire" schreibt der Deputierte des Departements Nord, A. Inghols, über den Wiederaufbau Nord. frankreichs u. a.: Böltische Lügen über die reichsdeutsche Sozialdemokratie. Methoden der schwerindustriellen Krippenfresser. Sette B. die Meldung, daß in der„ Tribuna" eine Notiz erschienen ist, in der die Auslagen aller jener Firmen, die bei der„ Tribuna" nicht inserieren, abfällig beurteilt wurden, während die in dem Blatte inserierenden Firmen gelobt wurden. Nun hat eine Prager Firma, deren Auslagen in der betreffenden Notiz als geschmacklos" bezeichnet worden sind, das Abonnement der Tribuna" eingestellt, und sich den Besuch der Atquisiteure des Blattes verboten. Die Firma erhielt daraufhin von der„ Tribuna" folgendes Schreiben: lino An die Firma N. N., Prag. Den Inhalt Ihres Schreibens vom 15. d. M. nehmen wir zur Kenntnis. Keiner von unseren Vertretern wird sie weiter besuchen. Wir wer unsere Aufmerksamkeit wid men, was den aber Ihrer Firma auch weiterhin Sie uns sicherlich erlauben werden. Prag, den 17. XII. 1923. Mit Hochachtung avsav. Berlin, 18. Dezember.( Eigenbericht.) In der! beitsloser und in Not und Elend Gibt man sich die Mühe, unsere zerstörten rechtsstehenden Presse ist in der letzten Zeit lebender Arbeiter muß nicht verschweigen, Gebiete zu besuchen, um sich vom Stand des wiederholt die Behauptung aufgetaucht, wonach daß auch sie in schwierige finanzielle Verhältnisse Wiederaufbaues zu überzeugen, so muß man es es der sozialdemokratischen Partei finanziell so geraten sei. Mit Genugtuung kann sie jedoch festnicht so machen wie Herr Brousse, der sie aus dem schlecht gehe, daß sie gezwungen sei, ihren Bartei stellen, daß die stets bereite Opferwillige Schoße des Salons der Industriellen betrachtet, apparat wesentlich einzuschränken, ihre Partei- teit der deutschen und außerdeutnoch eine Automobilfahrt nach Lille- Rou- blätter abzubauen, ja, daß sie sogar das Zentral- chen Parteigenossen eine weitere Ver bair- Tourcoing machen, um danach den organ, den Vorwärts", werde einstellen müssen. schlechterung verhütet habe; die Partei ist Eifer der großen Geschädigten zu rühmen, die In einer deutschvölkischen Wochenschrift, Das überzeugt, daß bei anhaltender St: bilisierung der wahre Wunder des Wiederaufbaues vollbracht Gewissen", wurden diese Behauptungen durch die Verhältnisse in Deutschland der finanzielle haben. Hätte Herr Brousse eine kleine Fahrt noch gewissenlosere Lüge erweitert, daß durch die Gesundungsprozeß noch weitere durch die Ruinen gemacht, hätte er die kleinen Vermitlung des Pressechefs der Reichs- Fortschritte zeitigen werde. Im sozialisti Gefchädigten gefragt, so hätte er erfahren können, fanzlei(!) und eines Zentrumsmannes(!) be- fchen Deutschland denttteiner an die Eindaß die Majestät der Ruinen für diese drei Städte stimmte Berliner Finanzfreise die Sanierung der stellung von Parteizeitunen, gegerlichen Preise wie immer auch unterrichtet sein nur eine kommandierte Majestät ist, daß die Fa- deutschen sozialdemokratischen Partei übernommen schweige an das Eingehen des„ Vor briken von Lille abgesehen, gar nicht zerstört sind und auch durchgeführt hätten. Als politische wärts". und daß die ungeheuren Entschädigungssummen, Gegenleistung haben diese ominösen Finanzkreise Daß gerade die deutschvöltische Bresse im von einigen Ausnahmen abgesehen, nur für Weg- verlangt und erreicht, daß die sozialdemokratische Erfinden solcher Lügennachrichten Reforde er nahme von Kupfermaterial oder von Waren ge- Reichstagsfraktion für das Ermächtigungsgeses zielen will, ist weder überraschend noch bemerkens der Regierung Dr. Mary stimmten. wert, vielmehr hat das triftige Gründe: ist es werden, daß alle diese wisten Behaup- gerichtsnotorisch erwiesen ist, daß sie von der Es braucht nicht besonders hervorgehoben doch gerade diese Presse, von der es feststeht und tungen von Anfang bis zum Ende erfunden Großindustrie ausgehalten wird, und erlogen sind. Die Folgen der katastro- und die ihre Existenz freglos ein büßen phalen Geldentwertung haben natürlich Partei müßte, wenn ihr die deutsche Schwerindustrie und Gewerkschaftsorganisationen nicht unberührt und der Agrariapitalismus die Subsidien entgelassen und die Partei der Millionenarmee a rögen. währt worden sind. Macht man eine Fahrt durch die drei Städte 1116 und ich erwähne sie nur als Beispiel so ist man überrascht, die gewaltigen Bergwerke, für die fabelhafte Summen gezahlt worden sind, und deren geforderte Gesamtentschädigung das Viel fache vom Wert des Materials der Rohstoffe und der Gebäude einschließlich darstellt, un besch ädigt zu finden. Man hat behauptet, daß beim parlamenta rischen System alle ministeriellen Atie der Aufsicht des Parlaments unterliegen, aber in vorliegendem Falle gehört die Mehrheit der Parlamen tarier des Bloc National selbst zu den Geschädig ten, oder sie sind Vertreter großer Firmen, an denen sie interessiert sind, und es bedürfte einer scharfen Lupe, um diejenigen herauszufinden, die fich Unabhängigkeit genug gewahrt haben, um gegen Mißbräuche zu protestieren. Au Die Liberalen erwarten eine Arbeiterregierung. Kleine Geschente erhalten ble Freundschaft. Jugoslawien.( Edel ist Frankreich, hilfreich und gut wenn es die Aufrüstung von Vasallen armeen gilt.) Die erste Folge der griechischen Wahlen. Seine Majestät werden aus dem Lande hinausComplimentiert. Die neue polnische Regierung. M. Man mag über das Inseratengeschäft der bürder letzte Satz des Briefes des Tribuna" fann nicht anders als ein ganz gewöhnlicher Erpressungsversuch bezeichnet werden. beiträgen. Aus Eger wird uns vom 17. Veruntreuung von Krankenversicherungs Kreisgerichtsverhandlung wurde der Inhaber. . W. gemeldet: Bei der heute stattgefundenen cines Installationsunternehmens, J. M. aus Bildstein. Bezirk Eger, zu vier Monaten schwerem Serter mit vier Fasten, b erkennung des Wahlrechtes bedingt mit einer Bewährungsfrist von drei Jahren bei Wiedergutmachung des Schadens verurieilt, weil M. die gefeßlichen Krankenversicherungsbeiträge wohl fei nen Arbeitern abzog, die Beiträge aber der auständigen Bezirksfranfenfassa nicht abführte. Diese Handlungsweise beinhaltet nach§ 181 der STRGB. das Verbrechen der Weruntreuung. Es ist dies in furzer Zeit bereits das zweite Urteil, das beim Streisgericht in Eger vegen Nichtabführung von Krankenversicherungsbeiträgen, gefällt wurde. Goldmart. Du Schwert an meiner Linien..." Aus London, 18. Dezember.( A. R.) In der heutigen Sigung der Liberafen erflärte Asquith, daß die Partei keinen Versuch zu Annäherungen an die übrigen Parteien unternommen hat. Redner betonte die Notwendigkeit, daß die Liberalen Er hat" H" beleidigt. Aus Dortmund Die skandalösen Bereicherungen haben zwei sich die bisher unangetastete Freiheit belassen und meldet Wolff: Wegen Beleidigung des Ursachen. Entweder haben die Geschädigten eine bemerkte, daß ihn über die Pläne der Labour zu hohe Rechnung für ihre Schäden auf Party zwed Bildung des Kabinettes nichts be Athen, 18. Dezember.( Havas.) Der Michemaligen deutschen Kaisers hatte sich vor dem gestellt, oder sie haben zu hohe Kosten- fannt sei. Er ist jedoch der Ansicht, daß, wenn der Misterrat trat gestern abends zusammen. teriet Schöffengericht der Hauptschriftleiter des Dortzuschläge erhalten. Labourparty die Gelegenheit zur Regierung ge- Lage und verlautbarte folgendes Kommuniqué: zu verantworten. Das Gericht verurteilte den über die durch die allgemeinen Wahlen entstandene munder Generalsanzeigers" Redakteur Heydt Als Herr Kloz im Jahre 1919 sein berühm währt werden soll, es schwer fallen würde, De die aus den Wahlen hervorgegangene fon- Angellagten zu einer Geldstrafe von 30 tes Wort sprach:„ Die Boches bezahlen alles", ben. Die liberale Partei wird feine Assi- und itber die Staatsform beraten wird, welche am eine geeignetere Zeit hiezu zu fin erlebten wir ein reizendes Schauspiel. Die ganze Affi- finierende Versammlung ehestens zusammentreten Bande ging auf Raub aus wie bei der Jagd. stentin irgendeiner anderen Partei werden. Die Beute wurde verteilt; man forderte tolle Bloyd George erklärte sich vollkommen besten der Anschauung des Landes entsprechen Czernowi mird berichtet: An Stelle der im Summen für die fortgenommenen Gegenstände; mit den von Asquith vorgetragenen Richtlinien würde, sind die Führer der Revolution und die Borjahr weggeschwemmten Brüde bei Horecza das O. R. J.) machte mit und gab Vorschüsse; einverstanden. Regierung der Ansicht, daß es zur Sicherung der vermittelt jetzt eine Fähre der Verkehr über den das tostete ihr nichts, das war sehr leicht. Ruhe bei Erörterung dieser sehr wichtigen Frage Bruth. Am Wontag war der Verkehr über diese Wie erinnerlich, hatten die Deutschen wäh- Der englische Wahlausfall im Lichte den Zeitpantie der endgültigen Festseßung mehrere Fuhrwerke auf die Ueberfuhr zum angeboten ist, dem Könige vorzuschlagen, das Land Fähre besonders start und es warteten bereits rend der Besetzung die Ballen von Webstoffen be der Sowjets. der Staatsform zu verlassen." Diese Anschau- deren Ufer. Plötzlich fauste ein Auto heran, in schlagnahmt. Nachdem die Ballen stüdiveise und nicht nach dem Meter gezählt waren, schnitten Moslau, 8. Dezember.( Roſta.) Stellewung wurde dem Könige vorgelegt, welcher seine dent sich der Leutnant Santu des in Nowofielipt stationierten Graniceriregiments befand. die Industriellen sie entzwei und verlauften fie fchreibt in der„ Jsvestija" über die englischen Entscheidung morgen bekannt geben wird. Wütend darüber, daß so viele Fuhuwerke ihm den an den Feind oder an das Publikum, und zu für eine englisch- russische Annäherung bedeutet. Wahlen, daß das Wahlergebnis einige Aussichten Weg zur Fähre verstellten, bahnte sich der gewelchem Preise? Diese Webstoffe jind größtennannte Leutnant unter den wüstesten Schimpfteils in die Kriegsschäden eingerechnet worden. Die politische Situation in England sei zwar noch Grabsfi Ministerpräsident. worten den Weg zur Fähre. Hier wartete benicht geklärt, doch die Niederlage der Konfer Ich habe in der Slammer Herrn Tiberahien ge- vativen sei ein schwerer Schlag für den Imperiareits seit längerer Zeit ein Fuhrwerf, in welchem nannt, den Vorsitzenden der Kreiskommission, der vativen sei ein schwerer Schlag für den ImperiaWarschau, 18. Dezember. Nach längeren sich der Pfarrer von Wahala befand. Der Leut während eines großen Teils der Besetzung Waren lismus, welcher Sowjetrußland feindlich gegen Konferenzen mit Fachleuten und Politikern hat nant forderte nun den Pfarrer auf, ihm den gegen Nahrungsmittel ausgetauscht hat. übersteht. Von diesem Gesichtspunkte aus bringen Grabski folgende Ministerliste zusammengestellt, Vortritt zu lassen und berief sich auf irgend einen In allen Fabrifen hatten die Deutschen die die englischen Wahlen einen Gewinn für inter- die er wahrscheinlich noch heute dem Staatspräsi- Befchl. Als der Pfarrer ihm aber nicht sofort Werkstühle abmontiert, um das Kupfer zu ent- nationale Interessen Rußlands. denten vorlegen wird: Ministerpräsident und Plaß machte, pacte ihn der Herr Leutnant an fernen. Später stellte das D. R. J. den Indu Finanzminister: Grabski; Aeußeres: Stir der Brust und verse ste ihn mit dem Sästriellen frei, ihr eigenes Material anzunehmen muni; Inneres: Mostalewski oder Sob bel einen Sieb über den Kopf und oder abzulehnen, selbst wenn es gebrauchsfähig tan; Seerwesen: Sosnkowski; Unterricht: ebenso dem Kirchensänger, der sich ins Mittel lewar. Diese Maßregel allein hätte, sobald die Mitulowsti Pomorski;, Aderban: Ra- gen wollte. Trotzdem ist kaum anzunehmen, Tatsachen bekannt wurden, zu einem Strafperzynski; Justiz: Wyganowski oder Pro- daß dem Säbelhelden etwas geschehen wird. fahren gegen die Mitglieder dieses Komitees Paris, 18. Dezember.( Savas.) Der Senat feffor Mea fowsti; Handel und Industrie: Denn wozu hätte er ja sonst seine Waffe, als zunt führen müssen, die ohne Rücksicht auf die Inter- hat zwei Gefeßanträge genehmigt, betreffend die Mielczarski; Eisenbohnen: Nofowicz; Dreinschlagen.. effen des Landes ihrem persönlichen Vorteil Sun- Gewährung eines 400 Wällionen- Stredites an Po Arbeit Darowski; Oeffentliche Arbeiten: Die österreichische Deutschlandhilfe. Die ,, Arderte von Millionen zum Nachteil der kleinen Gelen und eines solchen von 300 Millionen an 9 ebezinski. beiter- Zeitung" berichtet: In der vorläufig abgeschädigten opferten. Aber Herr Loucheur dedic 0000083005000380885300008066003030083408086403688000030600000000 schlossenen Aktion„ Deutſchlandhilfe des Bunsie. Auf diese Weise forderten viele Industrielle desheeres" hat die Sammlung den ansehn neues Material an Stelle ihres gebrauchten Mate- Die standalöse Wirtschaft im Troppauer ein Stüd trodenes Brot und zum Nachtmahl ein lichen Betrag von 287 Millionen Kronen ergeben. rials. Manche auften sogar das vom O. R. J. Waisenhaus. Wir haben vor fur em darüber be- Fett- oder Marmeladebret ohne jede Zugabe. Der Heeresminister hat den an der Sammlung als Alteisen verkaufte Material zurück und rich richtet, daß im Troppauer Waisenhaus ein an Für eine bessere Verpflegung reiche das Wirt- beteiligten Angehörigen des Bundesheeres, teten es wieder ein, nachdem sie von Hand zu den he crkvantter Stnabe tagelang ohne Aufsicht, schaftsgeld nicht. Alle Räume sind ver- mentlich dem Kommandanten der zweiten Brigade Hand die gewaltigen Vorschüsse des O. R. J. und und ärztliche Pflege blieb, und daß erst eine durch ich mußt und voller Staub. Nur in der Generalmajor Graf und feinen Offizieren, Unterdie Kostenzuschläge erhalten hatten. die Mutter des Knaben erwirfte Untersuchung Abteilung für Mädchen herrsche tadellose Ord- offizieren und Wehrmännern, die sich für die Die Berechnung der Kostenzuschläge wird die tatsächliche Krankheit des Knaben feststellte, nung, da die hier ihres Amtes waltende Waisen öffentliche Sammeltätigkeit zur Verfügung gestellt durch Art. 13 des Gefeßes vom 17. April 1919 während ein anderer Arzt früher Blinddarm- mutter ihre Pflicht ganz erfülle. Diese Ausfüh haben, seinen Dank ausgesprochen. Die auf Anbestimmt. Er lautet wie folgt: entzündung(!) fonstatierr hatte. Auf die rungen der Genossin Bernt wurden von einer regung des Generaldirektors Ingenieur SiegDie Kostenzuschläge stellen den Unterschied Enthüllungen hin, die unsere Genossen in der christlichsozialen Stadtvertreterin, die das Waisen mund unter dem Personal der österreichi zwischen dem Verlust und dem Wiederbeschaffungs- Troppauer Stadtvertretersizung vom 30. Novemhaus mitbesichtigt hatte, vollauf bestätigt. schen Bundesbahnen eingeleitete Samm wert bar, berechnet auf Grund des Wieder- ber über die Zustände im Waisenhaus gemacht Man habe zwar, als die Kommission angemeldet lung für eine Weihnachtsspende zugunsten beschaffungspreises, wenn dieser richtig ge hatten, wurde eine eingehende Untersuchung des war, den Schmutz in den Zimmern notdürftig zu der deutschen Eisenbahner hat einen zahlt worden ist, oder des Wiederschaffungs. Waisenhauses vorgenommen, über die nun in der beseitigen versucht, man habe ihn aber, wie diese Betrag von 236 Millionen Stronen ergeben. wertes am Tage der Abschäßung, wenn er noch letzten Stadtvertretersizung Bericht erstattet Stadtvertreterin zugab, nur verwischt. Das Be- Die hierfür angefauften Lebensmittel wurden ein nicht bezahlt worden ist. Sie werden ferner für wurde. In dieser Sigung fam es zu großen merkenswerte an dieser Skandalaffäre ist, daß vernehmlich mit dem Reichsverkehrsminister in bewegliche Güter gewährt, die unter folgende Ka Lärmizenen, da die Deutschnationalen ein Vertreter der Nationalsozialisten in Berlin der Reichsbahndirektion Regensburg zur tegorien fallen: Rohstoffe und Vorräte, die für den Waisenhausstandal auf ein Neben der Situng erklärte, daß nach seinem Dafürhalten Verteilung an bedürftige Eisenbahner zur Ver einen industriellen Betrieb unentbehrlich find. und geleise zu schieben und so zu erledigen die ganze Sache- nämlich der Waisenhausstandal fügung gestellt. zwar in dem Maße. als sie für die Wiederherstel- versuchten. Sie fonnten es aber nicht verhindern, nicht in die Oeffentlichkeit hätte Ein 12.000- Tonnen- Dampfer gesunken. Reulung des normalen Betriebes und die Erzeugung daß unsere Genossin Bernt einen eingehenden gebracht werden sollen! Der National- ter meldet aus Liverpool, daß der Dampfer in einem Zeitraum von drei Monaten erforder. Bericht erstattete, in dem sie unter anderem aus- fozialist hatte also gleich den Deutschnationalen ein Armagh"( 12.000 Tonnen) bei Mersey gelich sind, desgleichen die in der Herstellung be. führte, daß nicht nur die So st und die hygie- Interesse daran, daß diese Affäre vertuscht werde. sunken ist. Die Besaßung von 97 Mann und findlichen Erzeugnisse und die zur Ausübung eines nische Pflege der Waisenkinder eine stan An alle, die von der nationalistischen Heze sieben Passagieren wurde gerettet. Berufes erforderlichen Gegenstände." dalös unzureichende ist, sondern daß in leben! Die Angriffe der tschechischen chauvinisti- Rüdenmarkschwindsucht heilbar? Der Gründer Mit Hilfe dieser widersprechenden Bestim- den Zimmern des Waisenhauses die Wanzen schen Presse gegen die deutschen Offiziere in der der deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie, Gemungen sind den Großindustriellen Abfindungen am hellen Tage an den Wänden her- tschechoslowakischen Armee sind jetzt selbst den heimrat Dr. Straepelin gibt, nach einer Mel gewährt porden, die für unsere Finanzen tata- umlaufen. In einem Schlafraum sah die tschechischen Offizieren zuwider geworden. So dung aus München, belannt, es sei ihm gelun. trophal waren. So hat, wie man sich erin- Genoffin die Lagerstätte" eines Waisentnaben, wurde erst vor einigen Tagen öffentlich getadelt, gen, die Entstehungsbedingungen der Rückenmarknert, Herr Touron für gewisse Baumwollstoffe die aus einem Strohsad ohne Leintuch daß alle wichtigen Stellen bei Autoregimentern schwindfucht au ermitteln und anatomisch die grunddas 17fache und Herr Descampes, Vorsibender bestand. Der Strohsad war außerdem seit von deutschen Offizieren bekleidet werden. Nun fäßliche Frage ihrer Heilbarkeit zu lösen. der Handelskammer zu Lille, für gewisse Leinen Monaten nicht mehr gereinigt, veröffentlicht das„ České Slovo" eine Zuschrift Erhöhung der österreichischen Telephongebühren. stoffe das 21fache ihres Wertes im Jahre 1914 durch näßt und durchgelegen. Die Soft eines tschechischen Offiziers, in der die Grund- Wie die Wiener Korrespondenz Herzog mesbet, wurde erhalten. der Waisenkinder besteht mittags aus einer fallosigkeit der neuesten tschechischen Heze gegen die mit Gültigkeit vom 15. Dezember eine Erhöhung der schen Suppe, Linfen und Brot und einem Apfel. deutschen Offiziere nachgewiesen wird. Telephongebühren im Verkehr mit der Tschechoslo. *) Office be Reconstruction Industrielle( Wie. Zum Frühstück erhalten die Kinder einen Kaffee Das Christkindlgeschenk der jüdischen Tri- wakei eingeführt. Es tosten demnach ein Dreiminu deraufbauamt für die Industrie). mit Brot, um zehn Uhr eine Semmel, zur Jause buna". Unter diesem Titel brachten wir gestern tengespräch Wien- Prag oder M.- Ostrau inklusive -G Geite 6. der Anmeldegebühr 23.600 Rö( bisher 16 400) Wien| achtlos fort und treten so das Vermögen der) -Olmüz, Brünn oder Prerau 19 300( 13.500), Nation unter die Füße. Nicht anders machen wir Znaim. Preßburg 15.000( 11.400), Reichenberg es mit den Speiseresten." 80.800( 19 300). Moderne Verbrecherverfolgung. Aus Kopen hagen wird berichtet: Der dänische Polizei inspektor Jörgensen hat ein System erfunden. das allen Polizeidirektionen der Weit ermöglich, durch eine Art von Code telegraphisch, telephonisch und natürlich auch brieflich Informationen über daktyloskopische Informationen zu erhalten. Wie fich New York unterhält. Wie der„ New Dort Herald" meldet, werden die Theater und Kinos von New York täglich durchschnittlich von 500.000 Personen besucht. Die Zahl der New Yorker Thea ter beträgt 120, die der Filmbühnen 182. Siegit treten noch 40 Theater und 200 Kinos in Brooklyn und außerdem mehrere Dußend in den anderen Vorstädten. Nach den Kassenberichten beträgt die Tageseinnahme 750.000 Dollars, von denen etwas we. niger als ein Drittel auf Kosten und Spesen entfällt. Die großen Eisenerzlager in Südmähren. Vor Tagen ging durch die Blätter die Nachricht, daß in der Umgebung von Mähr.- Budwik riesige Lager von Gelberde( Oder) entdeckt worden seien. Wie nun von der„ Südmährischen Bergwerksgesellschaft" in Olmüz bekannt wird, handelt es sich um Eisenerzlager. Im vergangenen Jahrhundert wurde nämlich in den Bezirken Znaim, Mähr.- Budwig, Iglau, Groß Meferitsch und Trebitsch an mehr als 30 Stellen Eiseners geschürft, es waren etwa 32 Schächte im Betrieb, aber wegen Mangels an ge eigneten Kommunikationen erloschen diese Betriebe, die Arbeit wurde in erster Linie wegen Geldmangels und wegen Fehens einer Bahnverbindung mit In dustriezentren eingestellt. Die genannte Gesellschaft. die Aktien ausschreiben wird, hat nun durch FachTeute feststellen lassen, daß sich auf einer Fläche von 260 Quadratkilometer in den erwähnten Bezirken Erz befindet, das 65 Prozent Eisen enthält. Neben bei enthält es viel Mangan. Das Erz dürfte in einer Menge von sieben bis acht Millionen Waggons vorhanden sein und zweifelsohne ist es seiner Güte nach das beste Eisenerz der Republit. Seit drei Jahren sind schon Vorarbeiten im Gange und heute ist man mit den technischen and faufmän. nischen Vorbereitungen so weit, daß man im kom menden Frühjahr mit dem Schürfen dieses Erzes beginnen wird. Von der Provinzstabt zur Großstadt. Im Eigentum der Prager Gemeinde befinden sich dem Bečer" zufolge 170 Bäuser, die in geeigneter Zeit demoliert werden, um modernen Zinshäusern Play zu machen. Kleine Chronik. 19. Dezember 1923. Literatur. Der neue Brockhaus. Der erste Band des soeben erschienenen Hand Ich wagte hier einzuwerfen, daß derartiges Die Kurzschlußinaus und der Kurzschlußtäfer. bei uns nie vorkäme; denn meine Frau habe sich be- Eines Abends gegen 7 Uhr erlosch in der ganzen buch des Wissens" umfaßt die Buchstaben A bis& reits ein treues Stammpublikum von Mittags Stadt Bruck a. d. M. das elettrische Licht. Wie nun tischlinglern herangezogen, das durch rege Weit bekannt wird, ist die Ursache der Etörung eine Maus bertafeln und Karten und mit einer Fülle farer und ist mit zahlreichen bunten und einfarbigen Bil arbeit dafür sorge, daß nichts übrig bleibe. gewesen, die durch den Rabeltanal in die SchaltkamMan sieht, Sie find fein Nationalökonom!" mer getrochen war. Dort setzte sie sich auf den Rabel. Textabbildungen ausgestattet. Die vielen charafte. entgegnete Herr Findrich mit überlegenem Lächeln. topf. Unglücklicherweise kam der lange Mausschwanz ristischen Ansichten aus allen möglichen Orten machen bas Durchblättern zu eit anregenben Weltreise. Sonst müßten Sie wissen: das Wichtigste ist eben, auf die Gummidüse des Rabels zu liegen, und als wenn man dann versucht, forschend ins Innere des daß etwas übrig bleibt. Diese verschenkten Ueber das Tierchen zur Schaltergummidiüife schnupperte, Brockhaus, in den über 750 Seiten umfassenden Text bleibsel nenne ich geradezu das vergeudete Natio- stellte sich ein Kurzschluß ein. Die Maus wurde durch einzubringen, gewinnt man bald den Eindrud: Die nalvermögen. Würden Sie diese Ueberbleibsel den 5000 Bolt fofort getötet, die Schalttammer geriet in geistige Schöpfung, die die umsichtige Redaktion in Hühnern geben, so fönnten Sie zehnmal so viel Brand und in der Stadt war das Licht erloschen. In Berbindung mit ihren fachkundigen Mitarbeitern Bettler, wie jest, mit Sühnerfleisch ernähturzer Zeit war die Störung Klargestellt und be- und dem Berlag ausgeführt hat, verdient uncingeren. Jawohl, mit Hühnerfleisch! hoben. In Kalifornien hatten seit einigen Jahren schränkte Bewunderung. Ich muß mich hätten, den Mann meiner Frau die Telephonleitungen viel von einem Räfer zu lei. vorzustellen, dachte ich. Sie geht ihm unverzüg- den, den man Lead Cable Borer nennt, den Blei neue Brodhaus Neues? ist unmöglich in vollem Um. Die Frage: Was bringt denn eigentlich der lich auf den Leim. labe bohrer". Er hat, wie schon sein Name sagt, die fang zu beantworten, der Raum erlaubt es nicht, „ Ein hervorragendes Beispiel kommunal Raprice, sich durch bleierne Platten, etwa Sicherun mehr als einen ganz flüchtigen Bescheid darüber zu politischen Weitblids," fuhr er unverdrossen fort, gen elettrischer Leitungen hindurchzubohren. Ein geben. Seitdem der Brodhaus furz vor dem Striege. stellt die Drittelung der Müllabfuhr dar, wie sie einziges Loch war dann in der Lage, fünfzig bis zum letztenmal erschienen war, haben sich die Ereig einzelne Gemeinden bereits durchgeführt haben. fechshundert Leitungen zu stören. Die Telephonver- nisse überstürzt; alte Anschauungen mußten aufgeAuf diese einfache Weise wird es möglich, auf den waltung wendet sich um Hilfe an das bewährte In- geben werden, neue Ideen ringen sich durch, und von Rieselfeldern unserer Stadt fünfzigtausend stitut für Insektenkunde, das vom Landwirtschafts. allem Neuen hat der neue Brockhaus ebenso gewisSchweine ohne nennenswerte Kosten durchzufüt- ministerium im Interesse der Echädlingsbekämpfung senhafte Notis genommen wie vom Alten, und dienst. tern. Man kann behaupten, daß heute jede Haus- unterhalten wird. Man versuchte es erst, indem man bereit unterrichtet uns dieser No helfer des modernen frau unserer Stadt ein Schwein ernährt." an den Angriffsstellen der Räfer giftige Stoffe an Menschen. Von der„ Affenhaut" bis zum„ Expres brachte, hatte aber damit keinen Erfolg. Als bestes sionismus" mit seinen prächtigen zwei Tafeln, rom Mittel stellte sich schließlich Rindertalg heraus. Der„ Drüdeberger“ und„ Dunkelmann" bis zu den BeRäfer, der Bleiplatten durchfraß, ging im weichen rühmtheiten der Wissenschaften und Kunst und des Rindertalg elend zugrunde. Das Fett verfchmierte öffentlichen Lebens. Alle Künste aller Länder find ihm die Atemgänge, und der Käfer mußte erstiden. Aber auch das Auflegen von dünnen Plättchen aus Rupfer, Bint, Stahl konnte als Echutzmittel verwen bet werden. Diese wurden von dem Räfer nicht be. schmad ist nicht zu streiten. gegen scheint ihn gerade zu reizen. Ueber den Gehelligt; er geht auch niemals an Gummi; Blei da. -VO Bei dieser Eröffnung konnte ich mich nicht länger halten. Die Gute! Also ein Schwein fütterte sie heimlichemveise! Offenbar, um mir mit einem Weihnachtsschinken eine unverhoffte Freude zu bereiten?! Ich riß die Tür zum Nebenzimmer auf, wo meine Frau soeben an dem dreiundsiebzigsten Paar Ruhrsoden strickte: Trude, wie, du ernährst oin Schwein?" " vertreten. Zum eritermal hat auch die Musik eine größere Berücksichtigung gefunden, so daß selbst die Anfänge von Liedern und Arien mit Noten gegeben worden sind. Unter den Schriftstellern fehlt die mein Besuch dazwischen, während meine Frau mir " Aber verstehen Sie mich doch recht!" rief chen"( Ettlinger) und der Dichter Kasimir Edschmid. Aber verstehen Sie mich doch recht!" rief Courths Mahler so wenig wie das schalthafte„ KarlWohltuend ist die Unparteilichkeit, deren sich der selbst einen entrüsteten Blid und hinter mir die Brodhaus stets befleißigt hat und die gerad in Tür zuwarf. Es handelt sich doch hier nur um Totengräber im Tierreich. Für fleiner Radaver, unsern Tagen ein besonders kostbares Gut ist. Neben eine Durchschnittsberechnung. Leider stehen un- etwa Mäuse und Singvögel, übernehmen in der den berühmtesten Christusbildern vom 6. bis zum fere Hausfrauen noch nicht alle auf der Höhe des Regel die schwarzen Käfer, die durch zwei orangerote 20. Jahrhundert sind auch„ Adam und Eva" im Bild nationalökonomischen Verständnisses, das dazu- Rüdenbinden ausgezeichnet sind, den Bestattungs. vertreten, wie sie von unserm Altmeister Dürer dar. achört, auf dem Were der Mülldrittelung mit dienst; sie heißen deshalb geradezu Totengräber. gestellt worden sind Sogar der Turm von Babel Bewußtsein ein Schwein zu füttern. Wultipli- Ferner sei an die Aastäfer, Schmeißfliegen u. dgl. fehlt nicht, auf Grund der neuesten Forschungen, die zieren Sie die Zahl unserer Kommunalscheveine erinnert, deren gefräßige Larven das verwefende wir deutschen Gelehrten verdanken. Auf naturwifnur mit zehn in Wirklichkeit freffen zehn Bür Fleisch eines Leichnams gleichfalls in furzer Zeit be- senschaftlichem Gebiet ist der Brockhaus vorbi d'ich ner noch lange nicht so viel wie ein Schwein: feitigen. Gerade infolge dieses scharfen Wettbewerbs neblieben. Beim Durchblättern stoßen wir auf die und Sie haben eine beiläufige Vorstellung von der versenten die Totengräber die durch den Geruchssinn, bösartige Stechmüde Anopheles. die Erregerin der gewaltigen Hühnerarmee, die wir alloin mit Hilfe aufgefundenen Radaver, bei denen sie sich alsbald in Malaria. und wir lernen fie von ihren harmlosen meiner Methode fast fostenlos ernähren fönnen." Menge ansammeln, möglich tief ins Erdreich, um das Geschwistern unterscheiden. Die Batterien geben in Ja, aber wo nehmen wir diese zehn Hühner- Mahl ihrer eigenen Nachkommenschaft zu sichern. Eie Gestalt einer instruktiven Farbentafel ihre Visiten divisionen her?" fragte ich neugierig. graben mit Eifer die Erde unter dem Radaver weg, tarte ab. Vuch die vielberufene Bisamratte ist in der dadurch tiefer und tiefer einfinkt, bis er endlich Wort und Bild da Vor 15 Jahren war fie auf in einer bis zu 30 Zentimeter tiefen Grablammer Grund der Laune eines böhmischen Feudalen in ruht und dann mit der Erde bedeckt wird. Nach der vier Paaren in einer Domäne eingeführt worden, Arbeit feiern die Totengräber auf dem frischen Grabe und heute ist das schädliche Tier eine Landplage in Hochzeit, und schließlich frieden die befruchteten Bayern, Böhmen und Sachsen geworden. In welWeibchen zu dem Radaver hinunter, um an ihm ihre chem Umfang den wirtschaftlichen und vo'itischen Eier abzulegen. Wie verfeffen die Totengräber auf Fragen Raum gegeben ist, beweist der Umstand, daß ihre mühselige Arbeit sind, beobachtete einmal der allein die mit„ Arbeit" zusammenhängenden Stich bekannte Botaniker Gleditsch, der vier Totengräber wörter nicht weniger als acht Seiten des Buches ein. in der Gefangenschaft hielt: Diese wenigen Käfer nehmen. Daneben finden wir anregende Artikel in der Gefangenschaft hielt: Diese wenigen Käfer nehmen. vergruben innerhalb 50 Tagen zwei Maulwürfe, vier über Erziehung. Volksbildung usw. mit belehrenden Frösche, drei kleine Vögel, zwei Grashüpfer, die Tabellen. Die Buchführung ist in ihren verschiedenen ingeweibe eines Fisches und zwei Etüd Rinds. Arten in einer so übersichtlichen Weise dargestellt, Das ist es ja eben. Damit komme ich auf den eigentlichen Zwed meines Besuches!" jagte mein Gegenüber mit einem verheizung vollen Suggeſtivlächeln. Gründen wir einen Verein zur Errichtung einer Müllhühnerfarm! Er. lassen wir Aufrufe! Suchen wir die Waffen mit fortzureißen! Es muß sowet lommen, daß bei uns jedermann, wie Friedrich der Große sagte, am Sonntag fein Huhn im Topfe hat." Kleingeld an den Bahnsch: ltern. Amtlich wird Eisenbahnverkehrsordnung verlangen, daß das rei sende Publikum an den Fahrkartenscheitern den Betrag für die Starte abgezählt vorbereitet habe. Tie Fahrkartentassen sind aber bemüht, dem re inden Bublikum entgegenzukommen und sorgen nach Möglichkeit selbst um Kleingelb. Es wird aber darauf aufmerksam gemacht, daß es bei großem Reisenderandrang anläßlich der Weihnachtsfeiertage den Kaf sen nicht möglich sein wird, sich einen derart großen Das sagte stvar nicht Friedrich der Große, Borrat an Kleingeld zu besorgen, und war insbesondern, so ähnlich wenigstens, ein Herrscher von ſondere 1- K- Stüde und 20 h.Stücke. Es ist daher der Gegenpartei, und es ist auch leichter gefagt als im Intereſſe eines jeden Reisenden, sich vor Anlauf getan. Doch immerhin: die Idee ist nicht übei, der Fehrlarte, das Fahrgeld abgezählt vorzuberei dachte ich. Und so einfach. Aber was konnte ten. Dadurch wird auch die Fahrkartenausgabe be. gerade ich dazu tun? schleunigt. Theatre Varieté. Aus dem reichhaltigen Pro gramm das jetzt im Prager Varieté geboten wird, find die Sundevorführungen Canovas und die Puppenspiele unter dem Programmtite! Char besonders hervorzuheben. Diese beiden Darbietungen find wirklich reizend und verdienen volles Lob. Der übrige Programminhalt ift gu'er Durchschnitt. Die Musit ist gleichfalls wie immer – gut. ton Reubmordversuch. Der 25jährige Bädergehilfe Johann Hanzl aus iffa a. E. hat in Chlumes a. C. einen Mordversuch an der Bäckermeisterstochter verübt und sodann die ganze Wohnung ausgerobt. Darauf flüchtete er. Er dürfte sich nach der Slo. wakei gewendet haben. Die Hühnerja m. Es ist ja wahr: man sollte in dieser ernsten Zeit nur ernste Dinge denten. Aber manchma! fann man nicht anders; man mß, sagen wir, lächeln... So gestern. Ein Herr wird gemeldet. Sept sich massiv, mit Beratergebärzen, an meinen Tisch und zieht aus der Brusttasche seines Ulsters ein umfangreiches Exposee hervor. Ich beginne mich bereits mit der Frage zu beschäftigen, ob er mir Trebern als Menschenfutter oder die neueste sinfonische Dichtung von Hellmut Schundile offerieren wird. Seine Spezialität ist aber weder Menschen-, noch Engelbiät; sein Artifel heißt:„ Müll. hühnerfutter" 9 " Ieber. daß man mit einem Schlag Klarheit gewinnen fann Daß das praktische Leben, voran die Technit, im Ochfenrennen. Wie gemeldet wird, wurden dieser Brodhaus nicht zu furz fommt, ist allgemein beMein Menschenkenner las mir den Einwand Tage in Ravenna zum erstenmal von Ochsen be- tannt. Beansprucht doch allein die Gruppe der zur vom Gesicht ab. Sie brauchen bloß die Beitritts- ftrittene Rennen abgehalten. Berittene Hirten be- Elektrizitä: gehörenden Artikel im ersten Band: sechs erklärung zu unterfertigen!" bomerfte er schlicht, gleiteten die nach dem Muster der altrömischen Renn. Seiten. Wertvoll ist eine Tabelle der Erfindun- en, indem er mir einen grünen Schein hinschob. wagen gestalteten Karren die mit zwei oder vier die mit dem vor 1800 v. Chr. erfundenen Glas beNun war ich durch gewisse Erfahrungen der Ochsen bespannt waren, die an Schnelligkeit angeb. ginnt und mit Steinachs Verjüngungsverfahren letzten Zeit genugsam gewißigt, nicht gleich alles lich mit den besten Pferden wetteifern können. Die endiat Aber auch bescheidenere Erfindungen, wie Mögliche zu unterschreiben. Ich las also den Ochsen durchrasten mit einer die begleitenden Pferde 1. B. das Eisbein, haben in der allumfassenden grünen Bettel des Herrn Findrich sorgfältig durch überholenden Schnelligkeit die Bahn, die über eine Sammlung des Brockhaus ein Bläßchen gefunden. und siehe da: aus einer bescheidenen Ecke grüßte Strede von mehreren Rilometern führte. Am Ziel Sehr zu begrüßen ist die Tafel„ Erste Hilfe". Sie mich der wohlbekannte Vermert:„ An Werbe- angelangt, zeigten sie feinerlei Müdigkeit und Er. beweist, daß der neue Brockhaus es versteht, sich im und Einschreibegebühren ist sogleich beim Eintritt schöpfung. Bei diesen Rennochsen handelt es sich täglichen Leben unentbehrlich zu machen. Die aus der Betrag von fünfundzwanzig Stronen zu ent- allerdings um eine besondere Rasse. Diese Tiere Amerika eingewanderte Sucht nach kurzen Namen richten." waren im wilden Zustand ausschließlich in der cm, bringt oft in Verlegenheit. Der Brochan belehrt Natürlich unterschrieb ich nicht, sondern be- neapolitanischen Apennin gelegenen Provinz Cam. uns, was mit Afa, Apo usw gemeint ist, ebenso wie gleitete Herrn Findrich, der heftig über„ Margel pobasso angetroffen. Eie sind von gedrungenem er dunkle Redensarten und Ausdrücke, wie z. B. an Großzügiget" zeterte, zur Tür. Warum hast du ihm das Gold nicht ge- odysen, überaus schnellfüßig lebhaft, von heller Fär und Herkunft erklärt. Mit den Banten werden wir Rörperbau, etwas größer als die gewöhnlichen Zug. aufs Dach steigen".„ baldowern". nach Bedeutung geben?" fragte mich später meine Frau beim bung, tragen große Hörner die mondfichelförmig strie- und Handelsgebiete vertraut gemacht. Ein wie mit den hervorragendsten Firmen aller JabuMittageffen. nach rüdwärts gebogen sind.- Soweit der Bericht, Wel die ganze Geschichte mit der Müll- der mit Uebertreibungen reichlich verschen zu sein hhuerfarm Mump. ist! Dem Mann fam es scheint. och nur auf die fünfundzwanzig Stronen an!" ,, Wer sagt dir denn aber, daß das Geld nicht Karten. Sie besonderes dob verdienen die sind tar. übersichtlich und reichhaltig. Neu sind die Karten der Weingebiete Der erste Band Ein Fröscheregen. Wie das Pariser Journal zeigt uns, wo die verschiedenen Bordeaux- und Burtroubem gut angelegt gewesen wäre? Jit nicht die vor kurzem berichtete, erlebten die Bewohner von gunderweine wachsen. Ein Sandbuch für sich bioet se allein fünfundzwanzig Kronen wert?" Osnes in den Ardennen bei einem Gewittersturm der Abschnitt Deutschland mit all den vielen dazu In diesem Augenblid flingelte einer ihrer eine höchst merkwürdige Ueberraschung. Es regnete usw. Artikeln und Rarten. Erfreulich ist, dek der gehörenden wirtschaftlichen geschichtlichen politiken Mittagsstammgäste an der Tür. Frösche. Zu Hunderten flatschten die Grünröde auf " Sichst du," sagte sie, geärgert darüber, daß das Straßenpflaster nieber und gegen die Fenster. Brockhaus dem Sport den ihm gebührenden Blat bloß Pölellamm mit Sauerkohl da war: Wie scheiben, und als der Sturm vorüber war, da gabs einräumt; auch die Spiele sind nicht vergessen. Kurzschön wäre es jetzt, wenn wir dem Mann ein Huhn in den Straßen eine eifrige Jagd nach den so uner. um, wohin wir prüfend schauen, finden wir uns voll vorjeten tönnten!" warteten Tierchen. Des Rätsels Lösung war übri- befriedigt. Knappe und dabei erschöpfende Antwort Fast war ich versucht, Herrn Findrich inner- gens bald gefunden. Eine Windhose hatte in der auf alle möglichen Fragen ist das Riel, das der neue lich Abbitte zu leisten. Mähe der Stadt den großen Tümpel aufgewühlt und Brockhaus in Wort und Bild erreicht hat. Abends, auf dem Weihnachtsmarkt, erblickte die quafenden Insassen eine Stunde weit entführt. ich in einem Kreis Neugieriger einen Herrn, der- Dieſe Meldung ist jedenfalls mit Vorsich: auf Bollswirtschaft und Sozialpoliti ,, Gestatten Findrich...! Sie werden mit lautschallender Stimme Mauersteine bom nehmen. meinen Schriftstellernamen zweifellos schon öfter Palast des Königs Assurbanipal" feilbot. Ich sah im Fachblatt für Frettchenzüchter gelesen haben." ihm ins Gesicht: es war Herr Findrich. Ich habe nun allerdings dieses LiteraturIch hätte gewünscht, ihn auch in dieser neuen erzeugnis bisher noch nie zu Gesicht bekommen; die Aufmachung meiner Frau zeigen zu können. Aber schriftstellerische Bersönlichkeit des Herrn Findrich sie hätte wahrscheinlich behauptet: die Sache mit ist mir infolgedessen eine terra incognita. Un den affyrischen Mauersteinen wäre nur ein Beweis beirrt durch meinen Frageblick fährt indeß der mehr für die vielfältige Anwendbarkeit der FinGast fort, feine Exposeewalze abzuschnurren.drichschen Ueberbleibsel- und Abfalltheorie!.. Die größte Sünde der Jeßtzeit", sagt also Herr Findrich, ist die Mißachtung der kleinen Größe." · Das größte Mausoleum der Welt. Es sind in Die Generalversammlung der Spiritusmaffia. lepter Beit in Europa zahlreiche Maujoleen ge baut worden, die aber alle an Größe übertroffen Die sonntägige Generalversammlung der werden von dem, das zurzeit auf dem Fairview. Friedhofe in New York errichtet wird. Mit Spiritusbrenner vollzog sich, wie es bei so trimiurnen wird es mit Recht das größte Mausoleum der Türen. Ab sieben Uhr früh waren bereits die Ein10.000 Grüsten und 5000 Nischen zum Aufstellen der nellen Anlässen üblich ist, hinter geschlossenen Welt genannt werden. Ueber 9000 New Yorker gänge in den großen Saal der Bürgerresource geAußerdem waren vor dem Saale Familien haben bereits Privaträume, Privatabtei- sperrt. lungen und Krypten des Brachtgebäudes angetauft. Wachen aufgezogen, die von den Beamten der Nachdem er dieses tühne Paradoxon trium- Als ein gutes Mittel, fanmfelige Menschen zur Die Nachfrage nach Grabstätten ist derart groß, daß Spiritusvereinigung gestellt waren. Der Sicher phierend herausgeschleudert, scheint er mir wahr Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten, auch ber Berbind in absehbarer Zeit tein Raum mehr zu haben sein heitsdienst kappte also vorzüglich; derkorruptions haftig um fünf Boll gewachsen. Itchletten des Umgangs, zu bringen, kann man die wird. Die Amerikaner hoffen, daß das Mausoleum nicht in den Beratungssaal eingelassen und auch fond- Verräter, Großgrundbesitzer Pretl, wurde Stannielpapier, die Pressebertreter mußten unverrichteter Dinge Wir werfen Orongenschalen, Stannic papier, fortgefeßte Anwendung talt zuvorkommender Höflich die ägyptischen Pyramiden an Alter übertreffen nicht in den Beratungsfaal eingelassen und auch Bigarrenstummie und verdorbene Schreibfebern telt empfehlen.. abziehen. Ueber die Situng wurde ein Bericht Kultur. wird(!). . 19. Dezember 1928. Geite 7. Spiritusbrennereien, sondern auch die Zucker- Kosten für den Lebensunterhalt, welche im No- insoferne zu begrüßen, als durch sie eine reiche Hauptdarsteller: Frl. Medelity, S. Kramer, o. k. der Spiritusverkaufsvereini- 1 gelungen sei, in der französischen Handelswelt Prag als Pianistenstadt. Itert fidh in gegenwärtigen Individuellen, thre Seele gung ausgegeben, nach dem alles rosig verlaufen Vertrauen zu gewinnen. Französische Geschäftsft.. st.. Gegen den Senatspräsidenten Prasef leute gewähren Rußland bereits Kredit. Mit der wärtig im Zeichen des Pianistentums. Genau so in expressionistischen Linien ab. Zu Beginn hatte Die nachschaffende Tonkunst Prags steht gegen- ft byfterifch bewegt, ihre Hände seichnen Nervosität Die nachschaffende Tonkunst Prags steht gegen wurde die schwere Beschuldigung erhoben, daß er Sebung der Handlesbeziehungen komme im fran- wie vor Jahren unter dem Einflusse der ungeheueren man geradezu den Einbrud, als ob vieles genau erals Borsitzender der Genossenschaft der Spiritus zösischen Geschäftskreisen nunmehr auch die Frage violinpädagogischen Erfolge Meister Seveits eine tigte allerdings die Tragödie. Aber selbst im lepbrennereien einen mehrere Millionen betragenden der Plazierung französischen Kapitals allgemeine Violinsucht der musitstudierenden Prager ten Alt war es das Leid eines Einzelschicksales, nicht Spiritus- zöſiſchen wogen und abgemessen wäre. Schließlich überwäl Fond verwaltet, aus dem er auch politische Parim russischen Handel und die Frage der Kon Jugend um sich griff, sehen wir in der letzten Zeit die unermeßlichkeit des von der Gemeinheit der teien besticht, um diese den Wünschen der Fuselessionen zur Sprache. Stobelew verwies eine ganz ungewöhnliche Bevorzugung des Klavier Welt getretenen armen Geschöpfes. Man sah nur Rapitalisten gefügiger zu machen. Anstatt diese schließlich auf das lebhaftere Interesse der fran- spieles als Lerngegenstand an öffentlichen, staatlichen Nervenfaiten erzittern, hörte aber nicht die bebenbe Beschuldigung zu widerlegen, sagte nun Praset zösischen Presse für Rußland. und privaten Musikbildungsanstalten. Diese pia- Melodie des menschlichen Herzens. Die übrigen in der Generalversammlung, daß nicht nur die Abnehmende Teuerung in England. Die nistische Orientierung der Prager Musikpädagogik ist Sauptdarsteller: Frl. Wedelfty, S. Kramer, industriellen und andere Industrieverbände ihre vember 85 Prozent betrugen, sind im Dezember fruchtung der dermalen arg vernachläffigten Haus war die Orsta Senfation, infolgedessen das große Be- Publikum Fonds haben und daß es nicht unehrenhaft auf 77 Prozent im Vergleich zu den Vortriegs- musik zu erwarten ist, als deren Hauptinstrument Drama selbst nicht die Erschütterung, die notwendig jei, diese Fonds zu verwalten. Das ist preifen gefunden. alles, was Herr Pračet zu seiner Entschuldigung das Klavier in Frage kommt. ist. Daran tragen auch sicher die großen DimensioNeue Millionenbanknoten in Polen. Nach Seit Stonrad Ansorge, der berühmte Bisst- nen des Raumes Schulb, der für solche Stüde nicht zu sagen weiß; und zu dieser Verteidigung Prašeks polnischen Blättermeldungen haben in diesen Ta- schüler, als Meisterlehrer des Klavierspieles an der geeignet zu sein scheint. flatschten, wie der Bericht der„ Spiritusverkaufs- gen die staatlichen graphischen Anstalten den Drud Prager deutschen Musikakademie wirkt, hat sich eine bereinigung" besagt, die Korruptionssteuerträger der neuen 10- Millionen Marf- Banknoten begon- stattliche Gemeinde seiner Anhänger gebildet, und Spielplan des Neuen Theaters. Heute Mittwoch und Spiritusbrenner Beifall! Auch der Herr nen. In der nächsten Zeit soll überdies mit dem ein.jährlich wachsender Schülerkreis trägt den Ruf Das Räthchen von Heilbronn"; morgen Oberdirektor Berta den Donnerstag Gastspiel Wolf- Baumann„ Tristan forruptionsfond. Gegenüber seiner von Breil zi Mart begonnen werden. tierten Aeußerung, daß die politischen Parteien aus dem Dispositionsfond Schweigegeld erhalteh hätten, sagt Berka, daß nicht er, sondern Präsident Brasel über den Fond disponierte. Auch der gürich erste Gehilfe Prašeks fand es also nicht für nötig, Berlin auf die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen ein- ie zugehen. Seine Polemit gegen den tschechischen Sozialdemokraten Reme war einfach nichts sagend und unernst. Am Schlusse der Generalversammlung versicherten die Spiritusbrenner den Präsidenten Praset ihres wie denn nicht? - ,, unerschütterlichen" Vertrauens. Das Vertrauen in der Oeffentlichkeit genießt aber Herr Präsident Prašek längst nicht mehr. Die Frage bleibt weiter offen, ob an der Spige ciner gefeggebenden Körperschaft dieser Republik ein Mann stehen kann, der in der Verwaltung des Staates burch Bestechung politischer Persönlichkeiten, ja vielleicht ganger politischer Parteien, eine Millionenforruption züchtet. Pradet bleibt nach wie vor ein Symptom und ein Symbol des tsche. chischen politischen Lebens. Devijenturse. Die tschechische Krone notiert in: Edo. enn 16.82.75 Mart 126.000.000.000'00 Bfterr. Str. 2084'00 Prager Kurje am 18. Dezember. 100 boll. Gulben 1 Billion Mat! 100 belg. Frants. 100 fchweis. Frant 1 Bfund Sterling 100 Lire 1 Dollar • 100 irans. Frants 100 Dinar 10.000 magbar. Kronen 1,000.000 poin. Mart. 10.000 Biterr. Stronen. Geld 1814.00 7.43.00 156.00'00 598.75 149.75.00 148.75.00 84.27.50 179.25.00 38.72.50 17.00: 00 4.75.00 4.57.50 Ware 1310.00 7.65.00 157'50'00 601.25 151.25.00 150.25'00 84.67.50 180.75.00 89.22.50 19.00 00 6.25.00 5.07.50 Kunst und Wissen. Wiſſen. Arbeiter Symphonie- Konzert in Auffig. Unter den legten Ansorge- Schülern hat vor allem der Ungar Eugen Kalig, der Preisträger des let ten Stonkurrenzspieles an der deutschen Musikala demie, die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. In seinem diesjährigen ersten eigenen Konzerte hat dieser talentgesegnete Pianist nicht nur durch die Vollkom menheit und spielerische Leichtigkeit seiner Technit, sondern auch durch die gewaltige physische Leistung feines Riesenprogrammes verblüfft. Ohne Zweifel reift in diesem funstbegeisterten Jüngling eines der hoffnungsvollsten Riabiertalente unserer Zeit heran. Daß die Prager deutsche Musikakademie aber auch weiterhin für entsprechenden pianistischen Nachwuchs besorgt ist, offenbarte ihr erster diesjähriger öffent Samstag Madame Pompadour"; Sonntag und Isolde"; Freitag Florian Geyer": balb 8 Uhr Bremiere: Wie Klein Clie as Christting suchen ging", abends Gastspiel Anton Baumann 2ohengrin". Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Mittwood und Sonntag" Dorine und der Zufall"; Donnerstag Improvisationen im Juni";, Samstag, Die beutschen Kleinstädter. Mitteilungen aus dem Bublitum. licher Mufilabend, bei dem Schüler Direktor Fin. Das Beste für Ihre Augen tes, der Frau Prof. Weinzierl- hähnel und Prof. Langers Beispiele hochentwidelter Klaviertechnik gaben. Namentlich der LangerSchüler Georg Ginger fiel durch die technische Sicherheit und stilistische Reise seines Spieles auf. Daß Prag ein lohnender Poden für Klavier. pädagogen ist, geht daraus hervor, daß zwei der namhaftesten modernen Klavierpioniere der Gegenwart ihre musikpädagogischen Zelte in unserer Stadt liefert Optiker Deutsch, Prag. Graben 25, SKL Bazar. 1332 12 Photographien für Ke 6 nur im Photo- Stubis 1974 Prag, Vaclavste nam. 15. _ Ein griechischer Philosoph, der einmal Schuhe ( 2031.) Der Kampf um die Kohlenpreise. Heute hielt aufgeschlagen haben. Neben dem ausgezeichneten anzog, fagte: Ich habe ein Gefühl, wie wenn die der Rohlenbeirat unter Vorsis des ArbeitsminiPianisten Schulhoff wirkt seit einem Jahre auch Zu Chren des Parteitages in Aussig. der glänzende Klaviervirtuose Steuermann ganze Welt mit Leder überzogen wäre". Wir Mensters Srba und in Anwesenheit des Handelsministers Novat eine Sigung ab, um sein Guts Außerhalb des Zyklus der Arbeiter Symphonie. aus der gegenwärtig in Mitteleuropa tonangeben- fchen bon hente find verurteilt täglich Schuhe zu achten über die von der Regierung festgesetzten Konzerte fand am Montag in Auffig ein weiteres den Schule des Wiener Klavier- Meisterlehrers Ro- tragen und es ist daher notwendig, sich das Gehen achten über die von der Regierung feſtgeſetzten ermäßigten Kohlenpreise abzugeben. Zu Beginn Konzert statt, das anläßlich des Parteitages gegeben bert als Lehrer des Klavierspieles bei uns. Sein angenehmer zu machen. Jener, der seine Schuhe der Beratungen wurde von den Vertretern der wurde. Das erfreulichste Zeichen in diesem Kon- diesjähriges Konzert zeigte den Künſtler auf ragenGrubenunternehmer darüber Beschwerde geführt, serte war, baß es ein wirkliches Arbeiterkonzert war; der Höhe pianistischen Könnens; nur ein Meister wechselt, hat die boppelte Annehmlichkeit, als ber, dah die Regierung eigenmächtig, ohne Fachleute nur ein verschwindender Bruchteil wurde vom Bür des Klavieres wie dieser durfte Beethovens un- ber ununterbrochen in den gleichen Schuhen geht. and Interessenten zu hören, Sohlenpreise festgesetzt gertum gestellt, während die Masse der Besucher Ar- dankbare Hammerklavier- Sonate auf sein Programm Die Schuhe zu wechseln, bringt uns nicht nur eine Annehmlichkeit, sondern auch einen Borteil. Swei bat, die den Verhältnissen nicht angepaßt und für beiter und ihre Vertreter waren. Eine festliche sehen, ohne sich des Erfolges zu begeben. hat, die den Verhältnissen nicht angepaßt und für Stimmung herrschte allenthalben, der noch dadurch Die führende Persönlichkeit unter den Brager faches, täglich gewechseltes Schuhwerk überbauert die Unternehmer unannehmbar seien. Sie prote- eine gewiffe Weihe verliehen wurde, daß vor der techischen Klavierpädagogen iſt Prof. Soff: Stierten gegen die Festsetzung der Kohlenpreise ohne ersten Programmnummer Das Lied der Arbeit" meister. der nicht nur als Meisterlehrer des dreifach ununterbrochen getragenes Schuhwerk. Aus Mitwirkung des Stohlenbeirates und verlangten, und nach dem Programm„ Die Internationale“ vom Klavierspieles am tschechischen Staatskonservatorium raftenbem Schuhwerk lann der Schweiß, welcher daß die Preise aufgehoben und vom Kohlenbeirat Orchester intoniert wurde, welche Musikstücke das behes Anschen und bedeutenden Ruf genießt, sondern ebenso den Schuhen, wie dem mentſchlichen Körper neu festgesetzt werden. Die Vertreter der Regie Publitum stehend anhörte. Mit der„ Egmont" auch als ausübender Künstler im Vordergrunde des unzuträglich ift, ordentlich ausdünften und damit rung erklärten, auf dem Standpunkt bestehen zu Ouvertüre von Beethoven, die bis auf einige tichechischen Musillebens in Prag steht. müffen, daß die Regierung berechtigt war, die fleine Unebenheiten trefflich gespielt wurde, wurde Zu einer Spezialität als Stonzertbegleiter hat wird das Leber geschont. In gewechselten Schuhen Preise auch ohne den Kohlenbeirat festzusetzen, da das Stonzert eröffnet. Bon den nachfolgenden brei sich der Professor bes klavierspieles an der deutschen lann der Fuß ausruhen, denn jeder Schuh liegt an diefem nur die Aufgabe zufällt, sein Gutachten slawischen Tänzen von Dvokal, gelang wohl am Wusikakademie Franz Langer entwidelt. Seinem einer anderen Stelle auf. Es ist uns gelungen, die über die Preise abzugeben. Zu dem Vorwurf, daß besten der„ lolo". Ueber die symphonische Dichtung Namen begegnet man darum auf fast allen Konzert- Preise des Schuhwerks bis zu dem Maße herabzudie Regierung willkürlich die Preiſe feſtgeſetzt habe, 1812" von Tschaikowsky, die den Einmarsch programmen der in Prag konzertierenden Inſtru brüden, daß es einem jeden möglich ist, sich mehrere bemerkte der Vertreter des Finanzministeriums, ber Franzosen in diesem Jahre nach Rußland wie- mental- und Vokalkünstler. Langer ist mehr als daß diefes gemeinsam mit dem Arbeitsministerium dergeben soll, kann man verschiedener Meinung sein. bloßer Begleiter am Flügel; er iſt immer mit Baar Schuhe anzuschaffen. Gönnen Sie besonders auf Grund genauer Ziffern und Daten zu den Musikalisch ist es eben eine Phantasie, in der mit schaffender fünstlerischer Mitarbeiter. Dies zeigte Ihren Lieben mehrere Paar Schuhe und wählen Sie lebthin festgesetzten Stohlenpreisen gelangt und nach Popularität haschenden Mitteln, doch auch mit sich erst fürzlich bei dem Konzerte der schwedischen Schuhe als Chriftgeſchenk. daher der Vorwurf der Willkürlichkeit grundlos ziemlichem Raffinement, die beabsichtigte Wiedergabe Sangerin Ingeborg Holmgren, deren Begleitung sei. Ueber diese beiden gegensäblichen Auffassun- versucht wird. Glodengeläute, und vor allem die Langer besorgte. Dieses Stonzert war übrigens eine gen entspann sich eine lange Debatte. Im späte- Verflechtung der Marseillaise in die Symphonic sol- tieine musikalische Sensation. Denn Frl. Holmgren ren Verlaufe trat insofern eine Annäherung ein, len die gewünschte Stimmung veranschaulichen und ist in Wahrheit ein aufgehender Stern am Gesangsals beantragt wurde, die Sitzung des Kohlen- besonders dieses Lied verfehlt auch bei Arbeitern himmel der Gegenwart. Sie befibt nicht nur eine beirates zu vertagen und nach einer neuerlichen nicht den Erfolg, obwohl zum Schlusse dieses Revo- selten schöne und in allen Lagen gleichmäßig rein Einberufung sollen die Unternehmer, die die für lutionslied von der Zarenhymne unterdrückt wird. und voll ansprechende Stimme, sondern offenbarte ihre Gruben festgesezten Preise als nicht gerecht- Den eigentlicher Höhepunkt des Konzertes vildete sich auch in der einfühlenden Art ihres Vortrages fertigt betrachten, sifferumäßig nachweisen, daß die die 6. Symphonie( pathetische) in S- Mont" von als echte Stünstlerin. Zwar ist ihre Koloratur noch Preise zu tief gegriffen sind. Dieses Material Tichaitowity. Reinede meint, fie verdient eher nicht flüssig genug und in den hohen Staccato- Tönen soll dann vom Kohlenbeirat eingehend überprüft den Beinamen der dramatischen, Stimmungen und hart, auch etwas mehr Temperament möchte man und auf Grund des Ergebnisses eventuell eine Tempis wechseln so ost, so daß sie eine unaufhörliche der Sängerin wünschen, aber der Reichtum an Preistorrektur vorgenommen werden. Folge von verschiedenen Eindrüden hervorrufen. gesanglichen und rein stimmlichen Qualitäten verBeilegung des Konfliktes zwischen dem Bund Lieblich erklingt das D- Dur- Thema im zweiten heißt ihr eine glänzende Zukunft. der deutschen Bühnenangestellten und dem Büh Saze in Terzen und enthält als Sturiosum den Edwin Janetscher. nenleiterverband. Zu der Dienstag in einigen Taft in einer Symphonie. Die übertriebene Tagesblättern diese Angelegenheit betreffenden Länge ist ein Mangel der Symphonie. Herr GeneVeröffentlichungen wird von den beiden genann- ralmusikdirektor Sat, der Dirigent, holte aus dem ten Verbänden folgendes mitgeteilt: Am Montag, Orchester heraus, was möglich war; daß er bei der den 17. dieses Monates, fanden in Brünn mehr Markierung der Einfäße doch manchmal etwas zu stündige Verhandlungen zwischen den beiden viel tat, ist wohl auf sein Ausgehen in die KomposiVerbänden statt, die mit einer beide Teile befriedition zurückzuführen. Auch das Orchester war ganz genden und den Weiterbetrieb der Theater fichern- bei der Sache, nur machte sich die Verstärkung der den Bereinbarung folgenden Inhalts geendet Bläser auf Kosten der Streicher in der symphonischen haben: Vom 1. Jänner 1924 bis längstens 31. Dichtung unangenehm bemerkbar. August 1924 gelten die Mindestgagen, die im Ortober 1921 zwischen beiden Verbänden vereinbart wurden. Die freie Petroleumwirtschaft in Rumänien. Die rumänische Regierung hat die Wiederherstellung des freien Petroleumhandels gutgeheißen. Die Ausfuhr von Rohöl bleibt auch weiterhin verboten, jedoch ist die Ausfuhr von Petroleumprodukten gegen Entrichtung der bestehenden Ausfuhrtagen gestattet. Diese Taxen werden für Benzin jeder Qualität 80 Lei per Metergentner betragen. Sämtliche Petroleumunternehmungen werden für den Bedarf der Eisenbahn und der Schiffahrt aufkommen. Der inländische Konsum wird den Vorrang haben und ein von der Regierung bestellter Kommissär die Verteilung des Petroleums zu überwachen haben, dessen Preis den Weltmarktpreis nicht überschreiten darf. Russisch- französische Handelsbeziehungen. Der Sandelsvertreter Sowjetrußlands in Paris, Stobelet, erklärte, daß sich die russisch- französi schen Handelsbeziehungen in der letzten Zeit erfolgreich entvideln. Dies sei dadurch erklärlich, daß es den russischen staatlichen Handelsorganen -iMusit."( Neues Theater.) Die diesmalige Dar stellung der Tragödie von Wedekind, deren vorjährige Aufführung in der Kleinen Bühne einer ausführ lichen Besprechung gewürdigt wurde, wirkte biesmal nicht so erschütternd. Damals erlebte man die furchtbare Tragit des leidenden Weibes viel unmittolbarer. Frau Maria Orsta, eine unter den jett gefeierten Berliner Schauspielerinnen, gestaltet die Rolle der Klara Hühnerwadel begrenzt. Sie ver. Feinste aller Macken Ceres 100% reines Fett FOG Bata. Berausgeber: De Ludwig Czech und Karl Termek Berantwortlicher Rebakteur: Dr. Emil Strand Druck: Deutsche Zeitungs- Antiengesellschaft. Brag Jür ben Drudi verantwortlich: D. Solik. BERSO Beachten Sie, daß die neuen Berson- Gummisohlen nur geklebt werden! Verlangen Sie von Ihrem Schuhmachermeister die fach. gemäße Befestigung und Sie werden keine Schuhe Ohne BERSON- Gammisohlen mehr tragen! 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Herr Franz Dvorsky, der Geschäftsführer der Genossenschaft, der die Dokumente ausgestellt hat, hat vor wenigen Tagen eine Abschrift dieses Buches dem Sekretär Hrn. Vran übergeben, den Hr. Mlčoch zu diesem Zwecke nach Ungarisch- Hradisch gesandt hat. Er zeigte ihm, daß in der Rubrik" Lehrling ursprünglich Anton Bata stand und in der Rubrik» Meister Thomas Bafa eingetragen war. Er erklärte dem Herrn Sekretär, daß Anton Bata der Vater und Meister war und Thomas Bata Sohn und Lehrling und die Namen in die Rubrik im Gegensatze hiezu so eingetragen waren, als ob der Vater bei seinem Sohne gelernt hätte, einer seiner Vorfahren aber anscheinend bei der Ausstellung des Lehrzeugnisses vor 30 Jahren auf diesen Fehler gekommen wäre und ihn berichtigt hätte. Er zeigte weiter, daß Anton Bata, mein älterer Bruder, in dem Buche um einige Seiten früher eingetragen ist. Herr Abgeordneter! Als Beweis Ihrer Behauptung, daß die Akten über meine Befähigung gefälscht seien, geben Sie an, daß Sie 14 Zeugen haben, die unter Eid bekräftigen, daß ich erstens das Schustergewerbe nicht gelernt habe und zweitens, daß ich mit 17 Jahren nach Amerika übersiedelt bin. Hier vor der Oeffentlichkeit des ganzen Landes teile ich Ihnen mit, daß Sie nicht einen einzigen Zeugen haben, der das eidlich bekräftigen könnte. Ich fordere Sie auf, Ihre Behauptung außerhalb des Parlamentes zu wiederholen, damit Sie sich für diesen Fall der Abgeordnetenimmunität begeben und damit ich gegen Sie die Klage zur Wahrung meiner Ehre und damit auch der Ehre der Gewerbegenossenschaft in Ungarisch- Hradisch überreichen kann. Ich brauche zum Beweise meiner Befähigung keine Fälschung. Schon als 5jähriger Knabe machte ich Leisten und auf sie Schuhe aus Vaters Lederabfällen, allerdings in Miniatur. Als Schulkind saß ich mehr bei den Schustergeräten als über den Büchern. Bei meinem Vater lernte ich von meinem 14. Lebensjahre an und später arbeitete ich bei ihm als Geselle. Bei meinem Bruder und an verschiedenen Stellen, insbesondere im Auslande, arbeitete ich im ganzen sieben Jahre. Ich habe in meinem ganzen Leben nichts anderes als Schuhe gemacht. Ich habe die ganze Erde bereist, um wo immer irgend eine Kleinigkeit der Wissenschaft in diesem Fache zu erwerben. Auch meine Vorfahren waren insgesamt Schuster, soweit die Eintragung der Matrik von Zlin reicht. Ja sogar meine Mutter, Großmutter und zwei Urgroßmütter gingen ausschließlich aus Schusterfamilien hervor, wie die Bestätigung des Pfarramtes in Zlin beweist Sie lautet: Auszug aus der Matrik der Pfarre von Zlin über die Familie Thomas Bafa in Zlin. Sobn Vater -90 Thomas Bata, geboren 3. April 1876 Schuster. Anton Bata, geboren 1. August 1844, Schuster in Zlin, und seine Ehefrau Anna Minařík verwitwete Bartoš( nach einem Schuster). Großvater Anton Bata, geboren 30. Oktober 1802, Schuster in Zlin, und seine Ehefrau Maria Stastová, Tochter eines Schusters. Urgroßvater Simon Bata, geboren 11. Oktober 1755, Schuster in Zlin. Seine erste Ehefrau Anna Barbit, Tochter eines Schusters, seine zweite Ehefrau Katharina Marková, Tochter eines Schusters. Ururgroßvater Martin Bata, geboren?, Schuster in Zlin, geheiratet 23. Juli 1754 Marie Hrobařík, Witwe. Urururgroßvater- Martin Bata Schuster in Zlin. Weiter reichen die Matriken der Pfarre in Zlin nicht. Pfarramt in Zlin, 14. Dezember 1923. František Nerad, Kaplan. Vom 17. Jahrhundert an durch sechs Generationen und wer weiß durch wie viele Generationen vorher ging das Gewerbe des Schusters in unserer Familie von dem Vater auf den Sohn über. Und nun kommt der Abg. Mlčoch und unternimmt einen Angriff im Abgeordnetenhaus auf die Regierung unserer Republik, deshalb, weil sie mir nicht den Betrieb des Schustergewerbes verbieten will. Und Abg. Mlčoch spricht für die Gewerbetreibenden. Nein, er spricht nicht für jene Gewerbetreibenden, die Herz u. Gewissen für ihren Stand haben. Die beurcht vor der langen Reihe meiner Vorfahren, welche Gewerbetreibende waren, zwingt mich, daß ich mich für den Schutz unserer Gewerbetreibenden einsetze, unter die auch ich gehöre. 291 Bata 182AM