" Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Hontovo nám. 32. Tagesredattion: 8295. Machtredaktion: 6797. Postschecamt: 57544. Inferale werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Eschaltungen Preisnachlaß. 4. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Duntle Hintergründe. Freitag, 30. Mai 1924. Millerand muß abdanken! Kein Eintritt der Sozialdemokraten in die Regierung. Paris, 29. Mai.( Havas.) Der Kongreß der französischen Sektion der zweiten Internationale hat sich mit 1724 geg en 666 Stimmen gegen die Teilnahme an der Regierung ausgesprochen. Der Rongreß nahm ferner folgende Tagesordnung an: Die sozialistische Partei hält dafür, daß Präsident Millerand durch seine Teilnahme am politischen Kampf zugunsten der reaktionären Kräfte, die ihm durch seine Stellung auferlegten Pflichten in ernstlicher Weise verkannt hat und beauftragt daher ihre parlamentarische Fraktion, daß die sozialistischen Deputierten jedem Regierungschef ihre Stimme verweigern sollen, der von Millerand mit der Regierungsbildung beauftragt werden sollte. Hierauf sprach sich der Kongreß gegen den Eintritt der Sozialisten in das Rubinett aus. Macdonalds Sturz oder Neuwahlen. Kritische Situation der Arbeiterregierung. Die Attacke, die Herr Prašek vorgestern im Senat ritt, war gegen alles mögliche gerichtet: gegen Švehla, gegen die Regierung, gegen Majaryf, gegen Dr. Beneš, gegen Tomašek und gegen die Koalition. Prašeks nunmehriges.Leibblatt, die ehemalige tschechisch- jüdisch- kapitalistische" Tribuna", meint in der wenn auch versteckten Verteidigung ihres neuesten Soutonierers, Prašek sei zu seiner Verteidigung" durch die Rede des fommunistischen Senators Pruža, der die Spiritusaffäre aufgerollt habe, provoziert" worden. Aber von der Absicht einer Verteidigung" war wenig zu merken; davon könnte nur gesprochen werden, wenn Prašek endlich über die Berwendung der Spiritusmillionen Aufklärung gegeben hätte. Doch er nannte verausgabte Posten aus dem Spiritusfonds nur insoweit, als sie den Zwecken seiner Bosheit dienten. An der Konstatierung, daß aus diesen Geldern der Masarykfonds drei Millionen Seronen emp fangen habe, merkte man die Absicht, die da jagte: was entrüstet ihr euch, die ihr mich gestürzt habt, da ihr doch selber ohne Abscheu für eure Fonds Geld von den Spiritusleuten angenommen habt! Auch daß Prašek erzählte, cin Teil der Spiritusgelder sei zur Deckung der Verluste der Spiritusgenossenschaft verwendet worden, die ihr, nach Prašeks Behaup= mumu, burch die Umviriſchaft des Versorgungsfer in dieser Nichtung faſſen werden. tuna, burch die ministeriums zugefügt wurden, läßt nicht darauf schließen, Herr Prašek habe die Gelegenheit gesucht, die Spiritusgeldergeschichte aufzuklären, sondern eher darauf, der Regierung eins zu nersetzen. Hätte er sich zur Rechtfertigung" provoziert" gefühlt, er hätte endlich das einzig mögliche tun müssen: anzukündigen, daß er sich von dem Vorwurf, Bestechungen geübt zu haben, gerichtlich reinigen wolle, oder die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission fordere. Aber über solchen Reinlichkeitsgefühlen steht ja der Spiritusfondsverwalter viel zu hoch". London, 29. Mai.( AR.) Heute wird das Unterhaus die Verhandlungen über den Vorschlag der Konservativen auf Streichung von 100 Pfund vom Gehalte des Arbeitsministers fortjchen, als Mißtrauenstundgebung gegenüber der Regierung in ihrer Politik bezüglich der Arbeitslosenfrage. Die Regierung hat mitgeteilt, daß sie die Annahme dieses Antrages als Mijtrauensvotum ansehen würde, welches entweder ihren Rüdtritt oder die Auflösang der Kammer zur Folge hätte. Da sich die Arbeiterpartei und die fonservativen Parteien bei der Abstimmung in voller Kraft gegeneinander stellen werden, hängt die Entscheidung von der liberalen Partei ab. Man erwartet daher mit Spannung, welchen Beschluß die LiberaDen Times" zufolge erwartet die Regierung, daß sie bei der heutigen Abstimmung eine tleine Mehrheit für sich haben werde. Der ,, Manchester Guardian" erfährt, daß der Beschluß der Liberalen wahrscheinlich zugunsten der Regierung lauten verde, daß aber viel von der Rede abhängen werde, welche, wie man erwartet, anläßlich der heutigen Wechselrede Macdonald halten wird. Eine spätere Reuter- Meldung lautet: Es ist möglich, daß die Regierung hente abend geschlagen wird. Macdonald erflärte im Unterhause, daß für den Fall, daß die Regierung geschlagen würde, er an das Volk appellieren werde, was auf den Ministerbänken lauten Beifall fand. Noch teine Reichsregierung. Man muß also schon sehr naiv sein, zu Berlin, 29. Mai.( Wolff.) Ueber die Unterglauben, Prašek habe nach fünf Monaten redungen zwischen dem Reichskanzler und den Schweigens plößlich die Sprache gefunden, weil er sich zum Reden durch einen unvermuteten Parteiführern, insbesondere mit dem Abgeord Angriff provoziert" gefühlt habe. Prašefs neten Hergt, ist bisher noch kein Ergebnis Auftreten war vielmehr sehr vermutet", wie bekannt. Auch die Angaben der Presse über die man noch sehen wird. Daß die Spiritus als Reichsminister in Aussicht genommenen Pergeschichte nur einen geringen Teil seiner Aus- sönlichkeiten, beruhen, wie das Wolff- Bureau erführungen umfaßte, wäre allein schon ein An- fährt, auf Kombinationen. haltspunkt für diese Annahme, aber noch mehr spricht dafür, daß Prašek schon zwei Tage in Beendigung des polnischen Bergarbeitertonflittes. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich vierteljährlich Kč 16.48.halbjährig ganzjährig 95." 192." Rüdftellung von Manustripten erfolgt nur bei Einfendung der Refourmarken. Erscheint mit Ausnahme bes Montag, täglich früb. Nr. 127. Ein Vorstoß der Agrarier Der Kampf um den Getreidezoll. Vor einigen Tagen hat die Regierung Seipel in Desterreich den neuen Zolltarif vorgelegt, dessen wesentlicher Bestandteil die Wiedereinfüh rung von Getreidezöllen ist. Auch in der Tsch echoslowakei scheint der Kampf um die Getreidezölle in das entscheidende Stadium treten zu wollen. Die tschechischen agrarischen Abgeordneten haben am Dienstag eine Sigung avgehalten, in der die Forderung aufgestellt, wurde, daß in der Zollgesetzgebung Industrie und Landwirtschaft gleichmäßig behandelt werde, mit ande ren Worten, es wird angesichts des Bestehens von Industriezöllen auch die Wiedereinführung des Ge treidezolles verlangt. Seit dem Beginn des Krieges sind die Getreidezölle aufgehoben. In den Hungerjahren des Strieges war die Aufhebung der Getreidezölle eine gebieterische Notwendigkeit, die Einfuhr von Gtreide mußte mit allen Mitteln gefördert und erleichtert werden, umsomehr als die Ernährung der Bevölkerung selbst eine Bedingung der Krieg führung war. Auch nach dem Kriege hielt der Brot und Mehimangel noch einige Jahre an. Damals war das ausländische Getreide, teurer als das inländische, dessen Preis infolge der staatlichen Bewirtschaftung und der Festsetzung der Uebernahmspreise herabgedrückt wurde. Die Forderung der Agrarier ging damals nach der Angleichung des Preisniveaus des inländischen Getreides an das des ausländischen. Nachdem die Landwirtschaft im Inlande servic im Auslande die Folgen des Krieges überwunden hatte und die staatliche Zwangswirtschaft beseitigt worden war, stiegen die Preise des inländischen Getreides, der Ausgleich mit den Weltmarktpreisen trat ein. In diesem Augenblick änderte sich die Parole der Agrarier. Nachdem ihre erste For derung erfüllt worden war und die Julandspreise auf gleicher Höhe standen wie die Preise des ausländischen Getreides, forderten jie nunmehr Schutz vor der ausländischen Sonkurrenz, das heißt, sic verlangten, daß der Staat alle Hebel in Bewegung setze, damit in der Tschechoslowakei Getreide nicht zum Weltmarktpreise, sondern zu einem höheren Preise verkauft werde. Das einfachste Mittel, um diese Forderung der Agrarier zu erfüllen, wären Getreidezölle. Dic Getreidezölle verteuern nämlich nicht nur den Preis des ausländischen Getreides um den ZollWarschau, 29. Mai. Gestern wurde die neue betrag, der an der Grenze entrichtet werden muß, Lohnabmachung im Dombrowaer und Strakauer sondern naturgemäß da inländisches und ausDie neue Lohnab ländisches Getreide in der Regel im Preise gleich Stohlenrevier unterfertigt. machung sieht eine ganz geringe Lohureduktion stehen auch den Preis des inländischen Getrei vor und gilt bis 1. März 1925. Die Bergarbeiter des. Im Erntejahr 1922/23 wurden im Monatsin Polnisch- Oberschlesien haben die letzte Entschei- durchschnitt in der Tschechoslowakei 1,201.617 dung, betreffend die zehnprozentige Lohnreduktion, Zentner Weizen und Roggenmehl verbraucht, da afzeptiert. bon aus eigener Ernte 940.512 Zentner, während 000000000000000000000000000000 übernommenen Offiziere, der Nähe der Rednertribüne auf der Lauer lag, gestern erschien sogar ein Viertel Dußend, dem Worten und Angriffen dieser einen Rede be- Tschechoslowakei das Stichwort zu erhaschen, um sich„ provo- auch zwei führende Kommunisten beigegeben stünde, wäre nicht genug wirksam. Prašek Richter, Beamten und Polizisten, die er als ziert" zu fühlen und seine Rede, die er wohl waren. Diese Redakteure waren so unorientiert hat darum mehr getan; was er sagte, kann die besten Leute" erklärte, welche der Staat verwahrt und vorbereitet in der Brusttasche im Senat, daß sie erst fragen mußten, wo sich nur als eine Kampfansage und als ein Ruf in seinen Diensten habe. Er denkt sogar schon trug, loslassen zu können. Seine Gegenangriffe auf der Journalistengalerie der Platz für den zur Sammlung aller unzufriedenen Elemente daran, die des Oesterreichertums verdächtigen waren nicht improvisiert, nicht spontan her- Berichterstatter des Nude Pravo" befinde. gewertet werden. Prašek hat die Zündschnür Bürokraten und Militärs, wenn sie seinem ausgefordert" worden, sondern von langer Die Informiertheit des fommunistischen Blat- der Mine in Brand gesetzt, welche die Stoali- Rufe folgen, materiell zu entschädigen und er Hand vorbereitet, und er trug den Dolch im tes über die Redeabsichten Prašeks, läßt darauf tion in die Luft sprengen soll. Er hat zwar will darum unproduttiven" Auslagen, darGewande, schon als am Dienstag der Senat zu schließen, wie zufällig" der Prašek durch die nirgends von der Stoalition gesprochen, dafür unter sind die sozialpolitischen gemeint, abgesammentrat, welcher Zeitpunkt recht auffälliger Anzapfung des Kommunisten Pruža sich pro- hat er dem„ Marrismus", das ist in diesem schafft und zur besseren Bezahlung der„ raweise mit der Rückkehr des Präsidenten von voziert" fühlte. Falle die Anteilnahme der tschechischen soziali- fušaci" verwendet sehen. Die neue Partei soll seiner Italienreise zusammentraf. Bemerkens- Das alles leuchtet in dunkle Hintergründe stischen Parteien an der Regierung, den Krieg eine rechte", antisozialistische, reaktionäre, fonwert und wenig für die zufällige„ Provozie- hinein und deckt Zusammenhänge auf, die erst erklärt. Er will die Sozialisten aus der Koali- fervative und fapitalistische sein, bei der die rung" Prašefa ist jedoch noch mehr, und das verständlich werden, wenn man die Verteidi- tion herausgedrängt sehen, wobei ihm bewußt rakušaci" und alle sonst unzufriedenen Eleläßt die Rolle, welche die Kommunist en gungsrede" Karl Prašefs auf ihre Beweg- ist, daß dies die Koalition sprengen und wo mente Wahlhilfe leisten sollen. bei der Sache spielten, mehr als sonderbar er- gründe und ihre Tendenz näher prüft. Damit möglich Neuwahlen zur Folge haben würde. Es sind dunkle Machenschaften, welche scheinen. Schon vor der Rede des Kommuni- Herrn Prašek Gelegenheit gegeben werde, sich Wenn dieser Plan mißlingen sollte, so hat Prašeks Rede an den Tag brachte. Weil Prašef ſten Pruža, wußte der ganze Senat, wenn zu verteidigen, das hätte weder Herrn Pruža Prašek noch einen zweiten auf Lager, das ist, in seinem Ehrgeiz gekränkt wurde, weil sich Pruža über die Spiritusaffäre reden sollte". Beranlassung gegeben, ihn zu provozieren, durch Sprengung der tschechischen Agrarpartei gegen das Treiben der von ihm repräsentierten so werde auch Prašek reden. Und Pruža sprach, noch dem halben Redaktionsstabe des Rude und durch Gründung einer neuen Partei, sein kapitalistischen Selique schließlich doch Widerworauf ihm Prašek prompt mit seiner, in allen Pravo", um flink herbeizueilen. Das Ahnungs- Biel zu erreichen, das ist, seine Gegner zu stand erhob, der ihn wenigstens vom Stuhle Details vorbereiteten Nede folgte. Dieser vermögen des„ Rude Pravo" war sich viel- stürzen und selber wieder Führer einer Partei des Senatspräsidenten entfernte, will er gegen Spielplan mußte schon vordem auch außerhalb mehr bewußt, daß Prašek sich weniger ver- zu werden. Er hat vorgestern im Senat ge- diese Marristen" alle arbeiterfeindlichen Eledes Senates bekannt sein, denn schon seit teidigen, aber dafür um so mehr anradezu schon das Programm dieser aus der mente jammeln, will, daß der Kurs noch mehr Dienstag hielt sich der kommunistische Abge- greifen werde. Diese Ahnung" trog be- Taufe zu hebenden Partei entwickelt. Die mit nach rechts", das heißt in die kapitalistische ordnete a ten, offenbar als Horchposten, im fanntlich nicht.. Švehlas Führung und Politik unzufriedenen Reaktion hinein, getrieben werde. Auch die Hause auf und am Mittwoch, als das Auf- Die Ausführungen Prašeks lassen aber Agrarier will er in ihr sammeln, aber auch alle, deutsche Arbeiterschaft dieses Staates wird gut treten Prašeks herannahte, erschien auch der noch andere Hintergründe sichtbar werden, die Gegner des Sozialismus, des„ Marris- daran tun, diese beginnende neue Entwicklung kommunistische Abgeordnete Taussig und welche die kommunistische Anteilnahme plau- mus", Gegner jeder sozialpolitischen Geseß- im tschechischen Lager aufmerksam zu verfolgen gleich drei Redakteure des Nude sibel erscheinen lassen. Prašeks erstes Motiv gebung sind, schließlich auch Beamte und Offi- und sich nicht für Zwecke einer noch bösartigePravo"! Seit Bestand des Senats ward auf war, Rache zu nehmen an denen, die sich an ziere. Darum entpuppte er sich plößlich als ren Reaktion als sie schon heute herrrscht, der Journalistengalerie des Senats noch nie seiner eigenen Majestät versündigt hatten. Lobredner aller rafušaci", das ist aller frü irgendwie mißbrauchen zu lassen! ein Redakteur des Rude Pravo" gesehen, vor- Aber seine Rache, wenn sie nur seine Rache, wenn sie nur aus den heren österreichischen und in die Dienste der Seite 2. 261.105 Zentner eingeführt wurden. Diese Zahlen befagen, daß der größere Teil des erhöhten Getreidepreises als Zoll nicht in die Staatskassa, fondern als Uebergewinn in die Taschen der Agrarier fließen würde. Nun waren die Getreidezölle innerhalb der bestehenden Regierungsfoalition nicht durchzusetzen, da sich die sozialisti schen Parteien dagegen sträubten, einer Erhöhung ber Getreidezölle ihre Zustimmung zu geben. Die Agrarier versuchten es infolgedessen zunächst mit anderen Mitteln. Neber ihren Druck reihte der Handelsminister im vorigen Sommer Getreide und Mehl aus dem Anmelde in das Bewilligungsverfahren ein, das heißt, man mußte zu jedem Kilogramm eingeführten Mehles um die Bewilligung des Außenhandelsamtes ansuchen. Da diese Behörde die Bewilligung nicht in allen Fällen erteilte, wurde die Einfuhr eingeschränkt und die Preise gingen in die Höhe. Ein anderes Mittel, um den inländischen Getreide und damit Mehl- und Brotpreis in die Höhe zu schieben, sollte die Erhebung einer höheren Umsatzsteuer für eingeführtes Getreide und Mehl sein. Während die Umsatzsteuer für Getreide im allge= meinen ein Prozent beträgt, sollte sie für das ausländische Getreide viel, wie die Agrarier, oder gar acht, wie die Müller wollten, betragen. Da sich nun Agravier und Müller über die Beute nicht einigen können, find die Agrarier zu ihrer alten Forderung nach Getreidezöllen zurückgekehrt. 30. Mai 1924. tigsten Lebensmittel, Brot und Getreide, sollen ver-| Mademiker mit formalen Ausflüchten um ihre schen Mittelschullehrern entworfen haben, die teuert werden. Die Arbeiterschaft muß auf diese Pflicht der fachlichen Verantwortlichkeit herum! richtigen und fatten Farben erhalten hat. Es Gefahr aufmerksam gemacht werden, sie muß alles Die Punkte 4., 5. und 6. haben mit dem ist traurig, ja niederschmetternd, daß Männer, daran setzen, um diesen Angriff auf ihre Lebens- Wesen einer Berichtigung nichts zu tun. Sie die unsere Jugend zu Wahrheit und Ueberzeu haltung abzuwehren. Wir müssen uns damit ver- widerlegen nämlich in der unzulässigen und be- gungstreue, zu Mut und Selbstverantwortlichkeit traut machen, daß wir villeicht in nicht zu langer wußt irreführenden Form einer Berichtigung" erziehen sollen, sich von Leuten führen lassen, die Zeit vor schweren wirtschaftlichen Kämpfen stehen, Schlußfolgerungen, die wir aus jämmerlich auskneifen und sich wie Talmudvor dem Kampf um den lebensverteuernden Gedem Budweiser Beschluß gezegen schüler drehen, sobald sie für ihre Beschlüsse und treidezoll, denn die tschechischen Agrarier haben die und durch ein demnach" deutlich als unsere Ueberzeugungen männlich eintreten sollen. Absicht, die Einführung des Getreidezolles noch vor subjektive Meinung formuliert haben. der neuen Ernte 1924 zu erzwingen. Unsere deutschen MittelSchullehrer. schreibt uns nun: Und da müssen wir schon sagen, daß keinerlei Mißbrauch des§ 19 unsere Behauptung widerlegt, daß die dem Schriftleitungsausschuß" so sympathische Entschließung" von Budweis, falls fie durchgeführt würde, alle jene bösen Früchte zeitigen müßte, von denen wir gesprochen haben. Inland. Gemeindege der für Parteizwede. Das mag Zu talmudistischen Bräuchen, deren Kennt Eine der häufigsten Anklagen", die von bür Am 18. Mai brachten wir den Artikel nis wir einem deutschen" Verband ohne eine gerlicher Seite gegen unsere Partei erhoben wird, eines deutschen Mittelschullehrers, zu dem so überzeugende Probe nie zugemutet hätten, ist die, daß unsere Genossen in den Gemeinden wir vom„ Reichsverband deutscher Mittel- fehrt wieder der§ 7 der Berichtigung zurück. Parteipolitik treiben. Das wäre auszuhal schullehrer" eine§ 19- Berichtigung erhielWir erinnern die Herren vom„ Berbande" an fen und schließlich haben wir ia unser Vertreter ten, die wir am 28. Mai entsprechend dem Nr. 10/11 des XX. Jahrganges" vom 30. Mai Preßzgesetz zum Abdruck brachten, ohne, daß 1921, wo auf Seite 93ff vom Verband der nicht in die verschiedenen Körperschaften gewählt, wir zuvor die Meinung unseres Gewährs deutschen Staatsangestelltenvereinigungen" die damit sie bürgerliche, sondern, damit sie so mannes hätten einholen können. E. P. Rede, ist und wo im Aufruf zur Gründung des statistische Politik machen. Gesamt- Verband- Organes„ Der deutsche Staats- freilich über das Begriffsvermögen vieler bürger angestellte" berichtet wird, daß diesem Gesamt- licher Politiker" gehen, ist für uns jedoch selbst Wir besißen eine große Literatur schäbiger Verband„ bereits 17 Fachgewerkschaften mit verständlich. Diejenigen aber, die derart ge AnBerichtigungen, welche durch Feststellung einer ungefähr 15.000 Mitgliedern angehören". Bis flagen erheben, wollen damit sagen, daß unsere formalen und der Sache nach völlig bede u- heute noch werden 50 Heller vom Monatsbeitrag Genossen ihre Funktionen für die Partei mißbrau tungslosen Ungenauigkeit den berechneten jedes Mittelschullehrers an seinen Verband chen. Den Beweis für solche Behauptungen bleiWie der„ Venkov" berichtet, hat nun am Eindruck hervorzurufen trachten, daß die Sache dem Gesamt- Verband abgeführt und ihm ben sie aber stets schuldig. Indessen aber tun ge Dienstag die bereits erwähnte Siyung stattgefun felbst falsch berichtet worden sei. Der Reichs-„ Der Staatsangestellte" dafür gratis geliefert. wisse bürgerliche Parteien selbst das, was sie uns den, in der der Klub der deutschen agrarischen Ab- verband deutscher Mittelschullehrer" darf die Allso nicht der einzelne Mittelsch u l- zu Unrecht vorwerfen. So versendet die. ,, He i m geordneten beschloffen hat, infolange feinen Han traurige Ehre für sich in Anspruch nehmen, auf lehrer ist Mitglied der bürgerlichen Beamten- ftätte", bekanntlich eine Gründung des Bun delsvertrag mit dem Ausland zu genehmigen, als dieſem unrühmlichen Gebiete mit seiner oben„ Gewerkschaft", sondern der ganze Mit- des der Landwirte, und mit diesem innig nicht die Gleichstellung der Industrie und Land abgedruckten Tüftelei eine Muster- und Meister- telschullehrer- Verband ist dieser„ Ge- verknüpft, an die Gemeinden ein Zirkular, in wel wirtschaft in zollpolitischer Hinsicht herbeigeführt leistung zustande gebracht zu haben. werkschaft" angeschlossen. Man fann gar nicht chem des langen und breiten die idealen" Zwede wird. Die Agrarier verlangen also entweder BeEr berichtet also unter 2., daß sich der dem Mittelschullehrer- Verband beitreten, ohne der Heimstätte" angepriesen werden. Gleichzei seitigung der Induſtriezölle, so daß für die Pro-„ Sauptausschuß" niemals mit der Frage des nicht schon dadurch der„ Gewerkschaft" anzu- tig werden die finanziellen Schwierigkeiten dukte der Landwirtschaft und der Industrie in Religions- und Moralunterrichtes befaßt habe. gehören- freilich nicht individuell, sondern fol- dieser Organisation, die als Fachorganisation" gleichem Maße Zollfreiheit herrscht oder Einführung In den Mitteilungen" des Verbandes vom lettiv, was den Berichtigern den Angel- oder bezeichnet wird, geschildert und zum Schlusse von Getreidezöllen. Da nun die übrigen tschechi 15. November 1923( XXII. Igg., Nr. 18/19, Drehpunkt liefern muß. rücken die Herrschaften dann mit der Sprache schen bürgerlichen Parteien, die Vertreter der Jn- S. 136) liest man aber wörtlich:„ Bekanntlich dustrie, niemals in eine Beseitigung der Indu hat der Reichsverband in seiner Hauptleitungs- gen Punkte 1., 8. und 9. anlangt, so lautete der Was schließlich die eng zu einander gehöri- heraus: striezölle einwilligen werden, kann der Ausgleich sitzung im Juni 1. J. einstimmig eine Entschlie- 8 der Saßungen ursprünglich:" Mitglied des zwischen den verschiedenen Schichten der Bourßung gefaßt, in welcher er fich für die Beibehal- Berbandes kann jeder Deutsche ohne Untergeoisie nur in der Einführung von Getreidezöllen ung des Religionsunterrichtes und gegen die schied des Geschlechtes werden, der auf Grund gefunden werden. Diese Gefahr ist tatsächlich da. Einführung des weltlichen Moralunterrichtes an akademischer Studien für das mittlere SchulDie Narodni Listy", das Sprachrohr der tschechi den Mittelschulen ausspricht." Die tede Abwesen lehrbefähigt ist. Ueber die Aufnahmeschen Industriellen, erklären bereits in ihrem leugnung flammert sich also an den belanglosen fähigkeit anderer entscheidet die Hauptleitung." Unterfertigt ist dieser Bettelbrief von einem Leitartikel vom 28. Mai, daß an eine Beseitigung Irrtum, daß die Entschließung" nicht vom Da der Begriff„ anderer" auch auf Nichtdeutsche Herrn Dr. Gezet- Rittersfeld(?), vom der Industriezölle nicht zu denken ist und daß gegen Hauptausschuß", sondern von der Hauptlei- hätte bezogen werden können, beantragte die Abg. 3ierhut, Abg. Franz Seller und von die Einführung ,, mäßiger" Getreidezölle nichts ein- tung" gefaßt wurde. Die Neckheit ist um so Sauptleitung bei der Olmüßer Haupttagung die Herrn Rudolf Böhm in Niederebersdorf. Inzuwenden wäre, die Einführung von Getreidezöl- empörender, als laut§§ 17 und 18 der Sabun Umstilisierung in„ bei anderer Vorbil- teressant ist, daß der Letztgenannte als Gelen hätte den Nußen, daß man damit ein Kompen- gen alle Mitglieder des Haupt ausschusses" dung", und diese Aenderung wurde auch ange- meindevorsteher zeichnet, obwohl er seit sationsobjekt in den Handelsvertragsverhandlun auch zugleich Mitglieder der Haupt leitung" nommen. Wir wissen aus verläßlicher Quelle, der im Oktober v. J. erfolgten Stonstituierung gen in die Hand bekäme, daß man gewissen Staa- sind, den fraglichen Beschluß also im Rahmen daß leitende Männer des Verbandes auf die pri- nicht mehr Gemeindevorsteher ist. ten gegenüber die Getreidezölle auf ein Mindest- der größeren Körperschaft mitgefaßt haben. vate Anfrage, ob diese Aenderung den„ Arier- Offenbar fann er den Verlust dieses Titels nicht maß herabsetzen und von diesen die Herabsetzung Wir überlassen es jedem, sich auf Grund dieses paragraph" bedeute, ausweichend geantwortet verschmerzen und gebraucht ihn, um sich zu trö ihrer Einfuhrzölle auf Industrieartikel verlangen Tatbestandes über den Mut und die Aufrichtig und das Recht des Verbandes, sein deutschen sten, noch weiter. feit dieser waderen Jugendbildner das gebührende Urteil zu formen. tönnte. Diese Argumentation ist natürlich ganz falsch, denn sind einmal Getreidezölle im Zolltarif festgesetzt, dann werden sich die Agrarier mit Händen und Füßen dagegen wehren, daß wir San delsverträge abschließen, in denen diese Getreidesölle zur Gänze oder zum größten Teile wieder beseitigt sind. Dafür bürgt schon der Einfluß der Agrarier in einer Regierung, in der der Posten des Ministerpräsidenten, des Ministers des Innern und des Landwirtschaftsministers in ihren Händen ist. Die Arbeiterschaft der Tschechoslowakei steht vor einer großen Gefahr. In der Zeit der Wirtschaftstvise wurden ihr die Löhne um 30 bis 50 Prozent gekürzt, ihre Lebenshaltung herabgesetzt. Nun bereiten die Agravier im Bunde mit der industriellen Bourgeoisie einen zweiten Angriff auf die Lebenshaltung der Arbeiterschaft vor, die wich Die fleine Lotte. ( 7) Roman von Simone Bodève. ( Copyright by Interritorialer Verlag„ Renaissance", Wien.) Piep! Piep! Piep!" Wieder kommt Mutter, wieder regnet es Ohrfeigen, diesmal um sie still Bir machen. ,, Wein leise," rät Lotte. Die Fachorganisation Heimstätte" glaubt daher keine Fehlbitte zu tun, wenn auch an die dortige Gemeinde mit der Bitte herangetreten wird, unserer Organisation, Heimstätte" einen Betrag gütigst zu widmen." Charakter zu wahren", betont haben. Auf diese Auskunft hin sind einige Professoren unter Hine Aus dem Schreiben geht zunächst das eine Wenn unter 3. behauptet wird, daß die weis auf den§ 8 ausgetreten, wie man auf hervor, daß die reichen Mitglieder des B. d. 2. Leitung" des Verbandes nie einen Beschluß der Seite 48 der Mitteilungen" vom 15. April 1924 berdammt wenig Interesse an ihrer FachorganiOrtsgruppe Budweis veröffentlicht hat, so steht( XXIII, 8) lesen fann, weitere Austritte sollen fation" haben, für ihre finanziellen Schmerzen es um diese in Nr. 6 des XXII. Jahrganges noch erfolgen. Sollte die Alenderung des§ 8 kein Verständnis zeigen und sie auf den Bettel ander Mitteilungen" auf Seite 43( Titelseite des nicht den„ Arierparagraphen" bedeuten, dann gewiesen sein lassen. Des weiteren aber tritt zuHeftes!) erfolgte Veröffentlichung genau ebenso: hätte der Verband gewiß die austretenden Her- tage, daß sich die Landbündler absolut nicht ge Vermutlich hat sie formal nicht die Leitung", ren zum Weiterverbleib veranlassen können. nieren, Gemeindegelder für Parteisondern der Schriftleitungsausschuß" veranlaßt, Aber man wollte den Austritt und scheut sich zwecke nicht nur zu nehmen, sondern um aber erfolgt ist sie und dem Willen der Lei- aus, das Kind beim rechten Namen zu nennen. Diese direkt zu schnorren. Das jetzt natürlich tung entspricht sie, weil weder gleichzeitig Wenn wir in unserer Erwiderung so aus- voraus, daß sie überzeugt sind, bei ihren Vertre noch nachher irgendein Widerspruch laut wurde. führlich geworden sind, so zwang uns dazu das tern in den Gemeinden ein williges Gehör zu fin Es ist eine wirklich kostbare Verbandsleitung, die unaufrichtige, die Form statt der Sache aufgrei- den. Die Heimstätte" beschäftigt sich nit von den auf der Titelseite des Verbandsorganes fende und in allem Wesentlichen vorsichtig aus der Vermittlung von Grundläufen und Verkäu abgedruckten Aufsätzen nichts gewußt zu haben weichende Gerede des„ Verbandes" und seines fen, ist somit ein geschäftliches Unternehmen. Sie vorgibt, und ein töstliches Verbandsorgan, das bedauernswerten Beauftragten. Wir taten es wurde aber in der Hauptsache zu dem Zwecke ge mit seinen Veröffentlichungen nicht den Willen aber auch, weil erst durch diese erbärmliche Be- gründet, um den Zentralverband der Kleinbauern des Verbandes widerspiegelt. So drücken sich richtigung" das Bild, das wir von unseren deut- und Häusler Mitglieder abzutreiben und sie dem ant. geben, daß Lotte unwiderruflich von dem Geist| Sie finden Charles bei einem Weinhändler dem sie während des Schuljahres die Ferien als des Bösen gezeichnet ist. Schon beginnt sie Un in der Rue Saint- Apoline. Da spielt er Karten Freiheit herbeigesehnt hatten. gerechtigkeit zu begreifen. mit seinen Freunden. Zuerst ist er freundlich, Im Oktober gelingt es Wim: endlich, aufzu Einmal gibt es zur Vier- Uhr Vesper neun will, daß sie etwas trinken. Life mag nicht, Lotte steigen. Lotte kommt in die vierte. Madame Pflaumen. Mutter teilt. Die Kleinen effen, schläft ein, den Kopf auf dem Tisch. Gegen zwei Richebourg langweilt ihre Schülerinnen nicht zu an ihren Lotte kommt auf den Gedanken, die Kerne zu oder drei Uhr morgens entschließt sich der Vater sehr. Sie ist verheiratet, denkt nur zählen. Sie hat vier, Mimi fünf- so fordert sie zu gehen. Haushalt und hat besonders diejenige gern, die ihr ihre fünfte Pflaume ein. Kaum sind sie draußen, beginnen Vater und am Morgen als erste die Pantoffeln bringt. Sie Mutter hat keine mehr. Mimi weint, bietet Mutter zu zanken. Eines Nachts, auf dem Bou- hat empfindliche Füße und legt die Straßenschuhe Lotte vergeblich ihre Vesper vom nächsten Tag levard, schlagen sie aufeinander los. Charles zieht ab, sobald sie in die Schule kommt. Nichts vermag sie zu rühren. Lotte will Lise an den Haaren einige Meter weit. Das Kind Man bewirbt sich eifrig um die Ehre, sie be Lotte und Mimi schlafen zusammen im ihre fünfte Pflaume. wirft sich auf ihn, haut mit beiden Fäusten drauf- dienen zu dürfen. Lotte kann das nicht erreichen. Alkoven neben dem Speisezimmer. Ihr Bett iſt los. Es fällt in eine heftige Nervenkrise. Man zu Ostern aber, dank der guten Note im AufGroßvaters altes Bett. Großvater war zuletzt lich auf den Treppenflur hinaus. Des Kampfes müde, setzt Mutter sie schließ muß heimkehren, Lotte hinlegen, bei ihr wachen, fat, wird sie Schütlerin der vorletzten Stlaſſe. gelähmt, ist dann in seinem großen Zimmer ge- bleibt hier lange, lange auf einer Stufe ſizen. entzündung. Vierzehn Tage lang bleibt Charles anvertraut. Das Kind einen Arzt holen. Man befürchtet eine Gehirn- Diese ist Mademoiselle Collon der Aelteren storben. Das Bett hat eine Sprungfedernmatraße. Es weint nicht mehr, ganz erschöpft. Die HausSie ist noch schwärzer, noch ver Abends kaum ist Mutter fort und hat die besorgerin hat das Gas schon ausgelöscht. Lotte zit Hause. trockneter, unfreundlicher und frömmer als ihre Lampe ausgelöscht erheben sich die kleinen erheben sich die kleinen schläft ein, erwacht vor Stälte. Einige Zeit nachher ist Preisverteilung. Schwester. Mademoiselle Collon die Aeltere ist Ein schwerer Mädchenlegen Tegen das Federbett genau in die Schritt läßt sich vernehmen, Wankend nähert Troß ihres schwachen Stopfes" soll Lotte nicht mehr Frau oder Lehrerin, sie ist ein Brin Mitte. Dann steigen sie oben hinauf, lassen sich sich ein Wann- singt mit weinbeschwerter einen ersten Preis aus Rechnen erhalten. Wagt zip. Dem Triumph der Gerechtigkeit hat sie ihr niederfall: n. Plumps! Man springt auf, wie Stimme, steigt in ihr Stockwerk hinauf." aber nicht, hinzugehen, ihn zu holen, schämt sich Leben geweiht. Man hätte sie nicht ohne Wage ein Ball. Ist das lustig! Aber diese Mimi! Mit ihres ärmlichen dunkeln Kleides. Mimi, die im und Schwert darstellen können. Bloß, daß sie dem Lachen gehts ihr wie mit dem Weinen. Chor mitsingt, irrt sich, muß iveinend aus der auf ihren Wagschalen die unähnlichsten Elemente He was läuft man weg, wenn ich Reihe treten. Bevor man fortgeht, muß man ins Gleichgewicht bringen will. Sie vermag nicht Mutter hört sie natürlich, eilt zornig herein, und es setzt wieder was ab. noch die Lobpreisungen mitanhören, die für die zu begreifen, daß man gut singen und schlecht Schlingel! Wie ich in eurem Alter war, Vater ists. Er küßt sie auf die Wange, macht unglücklichen, tapferen Lehrerinnen einer Schule schreiben kann. Wer das Gute auf der einen band mir meine Mutter das Hemd um die Beine sie ganz naß. bestimmt sind, die so geschaffen ist, daß die Eltern Seite erfaßt," pflegt sie zu sagen, muß es auch fest so mußte ich wohl stille halten. Hört auf, Vater wird immer böser. Alle Abende kehrt sich kaum für sie interessieren, die Kinder sie auf der anderen." Wer also ein Ding weiß, darf wenn ihr nicht wollt, daß ich euch dasselbe tue." er nun spät heim, schreit. Lotte hat immer Angst, felten lieben. Die Besten unter ihnen, die mit überzeugt sein, für das gestraft zu werden, was Raum ist Mutter fort Hüft Lotte hinunter wenn er, vorbeigehend, im Speisezimmer stehen Begeisterung eingetreten sind, beginnen allmäh- er nicht weiß. Unermüdlich senkt sich das Schwert schnell auf bloßen Füßen zum Speise- bleibt. Hat er nicht eines Nachts Mutter auf- lich im Anblick der armseligen Ergebnisse den Eifer über jedes selbständige Beginnen, um ganz sicher schrank da liegt in der Schublade ein Senäuel stehen heißen, damit sie ihm damit sie ihm das Nachtmahl zu verlieren. nicht irgendein schlimmes Pflänzchen zu vergessent. Bindfaden. Lotte bindet mimi an, Mimi bindet richte? Die Ferien könnten fröhlicher sein; man ist Natürlich hat sie Lotte nicht gern und das Stind Lotte. Bald lockt Mutter neues Geschrei. Lotte Am Samstag gibt es immer Rechnungen ja zu dritt. Murr, Mimi und Lotte. Aber mehr erwidert mit gleichem. Lehrerin und Schüleri hat Mimi so fest angebunden, daß es nicht mehr bei den Spediteuren einzufordern. als je regnet es Verbote und Strafen. Bleiben sind gegeneinander voreingenommen. möglich ist, sie loszumachen. Vater nimmt sie mit, kommt nicht wieder. sie zu Hause, schilt man sie, weil sie zu viel Lärm In dieser Klasse gewinnt sich Lotte eine Die Kinder schlafen endlich ein. Vorher Da trinkt man schnell zu Abend noch eine Tasse machen. Sie werden auch gescholten, wenn sie, Freundin. Die erſte feit Lucie Parent. Sie weint Mimi, hört Lotte zit, die Geschichten er- Schokolade oder Milchkaffee, legt Mimi schlafen nach Erlaubnis, in den Hof hinuntersteigen. Denn heißt Rachel. ist Jüdin. Wie. Lotte, ist auch zählt von Großmutter, welche die kleine und Mutter geht mit Lotte den Vater suchen. Lise fie kommen nicht zur rechten Zeit wieder, die Rachel schlecht angezogen, wie Lotte hat auch Schwester nicht gefannt hat. nimmt, damit man sie achte, nicht für ein schlech- Einkäufe zu besorgen. So sehnen sich die armen Rachel den Stempel des bösen Geistes. Mademoiselle Collon tut Unrecht, vorzu- tes Weibsbild halte, ihre Tochter mit. Kinder nach Schulanfang wie nach Freiheit, nach ( Fortsetzung folgt.) Lotte erhebt sich zitternd. fomme?" 50. Mai 1924. B. d. 2. vent. Cie ist ein Anhängsel der politisen arte des Bundes der Land wirte, uns wie innig sie mit derselben verbunden ist, bee it der Una deß in den Statuten bePrasels Angriff auf Mafaryt. smmt wird, daß im Falle der Auflösung das Die Nede des Exsenatspräsidenten Prašek hat Vermögen dem B. d. 2. zufällt. Was un der gesamten politischen Oeffentlichkeit berech würden die Herren ver Salm und Ar für ein Geistes Aufsehen hervorgerujen. Obzwar schrei erhoben, wenn beispielswreise eine Fach- sich eine ganze Reihe führender tschechischer Sevaorganisation der Arbeiter an eine Gemeinde tionsblätter offenbar deshalb, weil sie die Weimit einem Schnorrbrief herantreten würde? Da fungen ihrer Parteihäuptlinge abwarten, zu der die Landbändler in vielen Landgemeinden die neuesten Auswirkung der Spiritusaffäre noch Mehrheit besigen, weiters aber auch in den Ver- nicht geäußert haben, werden doch die Koniutretern anderer bürgerlicher Parteien willfährige ren der Golfershelfer finden, ist es nicht zweifelhaft. daß der Heimstätte" ziemliche Beträge gütigit ge widmet" werden. woraus ersichtlich ist, wer de Gemeinden für Parteizwecke mißbraucht. 23arm and well, trobem und über jaupt. Stellungnahme der Koalition zu Prašek ersichtlich. Unbedingt gegen Prašek stellen sich die tschechischen Sozialdemokraten und die tschechischen Nationalsozialisten, sowie der Brünner Flügel der Nationaldemokraten. Die Haltung der Seramargruppe war schon aus dem Benehmen der Senatoren Fačel und Mareš, die Prašek während seiner Rede lebhaft zunidten, geBei der Hauptversammlung der deutschnatio- geben. Bei den tschechischen Agrariern salen Eisenbahner, die dieser Tage in Prag statt herrscht vorläufig noch Schweigen. Es ist nicht fand, hielt neben dem Abg. I ung auch, wie nur die Frage, ob Švehla oder Brašek stärker ist, wir bereits erwähnten, der christlichsoziale Se- es geht auch darum, ob Švehla den Willen zeigen nator Mayr- Harting eine Rede. Der Herr wird, gegen Prašek vorzugehen.... Senator erklärte, daß, um in diesem Staate die gebührende Stellung zu erlangen, die Einheit des Köstlich ist die Haltung der deutschen Volkes notwendig sei, daher auch der Kommunisten. ken müssen, denn vielleicht werden wir Zeugen dessen sein, daß das„ Nude Pravo" bei seinen Schimpfereien the Interessen des Herrn Prasek vertreten wird und Prašek aus dem kommuniſtischen Lager Bomben werfen wird, auf denen seine Fingerabdrücke zu sehen sein werden." Prophezeiung ausgesprochen, als sie auch schon einKaum haben die Lidove Noviny" diese getroffen ist: Das Rude Pravo" von gestern befaßt sich hauptsächlich mit den drei Millionen, die ten hat. Das„ Rude Bravo" ist sichtlich bestrebt, der Masarykfond aus den Spiritusgeldern erhaldie Aufmerksamkeit von Prašek abzuwenden und einer anderen Seite zuzuwenden. WAGENBORG Sette 3. Brascfs an leitender Stelle noch nicht Stellung, da Im übrigen nimmt die Presse zu der Rede die Rede erit in den späten Abendstunden in den meisten Redaktionen einlangte. Preffe aber unterläßt es nicht, Brašek daran zu erDie Prager innern, daß er als gewesener Geheimer Rat Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef wohl sicher- wurde mit der Bildung der Bürgerblock- Regierung betraut. ich genau darüber unterrichtet ist, wie man mit Staatsoberhäuptern verkehren soll." Dr. Marx( Zentrum) des Shutzes der sozialen und politischen Rechte der Arbeiter und der Bauern der Ukraine arbeiten. Ukraine. Pravo Bidu" meint, daß sich Prašek dem Senat als Repräsentant der rechtest ent Ruf nach der Einheitsfront. Sie fei bis- Bravo Lidu" verzeichnet die Meinigkeit, daß habe. Etwas so unerhörtes sei noch nicht dage- Partei die Pflicht, auch fernerhin die sozialistischen 5. Im Interesse der Demokratie des ganzen tapitalistischen Reaktion vorgestellt Ostens Europas haben die Exekutiborgane der her vor allem deshalb nicht zustandegekommen, ich im Senat zum erstenmal seit langer Zeit sehr wesen. weil die Sozialdemokraten von vorn„ Česte Slovo" bezeichnet den Angriff liche Lage der Ukraine zu informieren und Arbeiterorganisationen der Welt über die wirk hercin den Zusammenschluß abgelehnt haben. oft der Abgeordnete Hafen gezeigt hat, und daß So begrüßenswert eine Einheitsfront wieder auch zum erstenmal überhaupt im Senat ein Be- gegen Masaryk als schwer qualifizierbar und in der sozial stischen Arbeiterinternationale eine wäre, so ist sie doch nicht durchzuführen, richterstatter des Rude Pravo“ anwesend war. Lidove Noviny" sagen, wenn der Senat entsprechende Vertretung der Ukrainischen ſozialja es wäre geradezu ein großer Fehler, weil Pravo Lidu" gibt der nicht von der Hand zu wei- nicht in völligem moralischem Verfalle wäre, hätte demokratischen Partei zu erivirten. der parlamentarische Verband aus prinzipiellen jenden Vermutung Ausdruck, daß Haken der Au- sich Prašek solche Grobheiten nicht erlauben dürfen. Schließlich protestiert die Konferenz aufs ent der Gegensatz zwischen den Negativisten und den wesen ist, durch die wahrscheinlich nach vorüber- Rede der tschechischen Oeffentlichkeit zu erklären". nationalen Terror der bolsche wiſtiGründen auseinandergegangen ist, und solange tor der Reden der kommunistischen Senatoren ge Die Prager Tribuna" sucht Prašeks schiedenste gegen den politischen und sogenannten Altivisten besteht, hat es keinen Sinn, gehender Einigung Brašek Gelegenheit zu seinem Das Blatt, das immer vorgegeben hatte, als ein- fchen Gewalthaber und besonders gegen Diese zwei Gruppen zusammenzubringen, weil sie Angriff geboten wurde. Auch idove Noges die alten realistischen Grundsätze Masaryks die Verfolgungen der soz alistischen Parteien in der wieder auseinandergehen müßten. Also die so not- biny" machen auf die merkwürdige Haltung der zu verteidigen, findet plöblich nicht ein Wort wendige Einheitsfront ist durch die Schuld der Kommunisten aufmerksam. Sie sagen: des Tadels gegen Prašek und nicht ++ Sozialdemokraten gescheitert. Wäre sie aber ,, Das glänzende Zusammenspiel zwischen ein Wort Die Konferenz protestiert gegen die Rechtder Verteidigung für losigkeit des ukrainischen Volkes in doch zustandegekommen, so wäre das ein großer Prašek nad den Kommunisten wird man sich mer- Masaryk! Polen, gegen die Vernichtung unfrain scher OrFehler, und da sie nicht zustandekam, und da die Schuld daran die Sozialdemokraten haben, haben ganisationen, Institutionen und Schulen, gegen diese den Herrn Senator und sämtliche bürgerliche der Stadt durch Anstellung von Beamten tschechi nommen hat. Bereits in der Herbstfession brachten der unschuldigen provozierten Opfer. die tausendfachen Einterferungen und Justizmorde Einheitsapostel vor diesem großen Fehler bewahrt, scher Nationalität, die noch dazu von auswärts be- die Abgeordneten Genossen Grünzner und Das ist doch wohl die logische Schlußfolgerung rufen wurden, um hunderttausende Kronen jähr- Taub einen Initiativantrag ein, durch welchen hebung der von den Friedensverträgen garanDie Konferenz protest ert gegen die Aufzu den Ausführungen des Herrn Senators? Mit lich mehr belastet. Die deutschen Beamten, Ar- die vollständige Gleichstellung aller Pensionistentierten Rechte der Minderheiten in anderen Worten hätte er sagen können:„ Warum beiter und Angestellten werden ohne Gewährung fategorien bewirkt werden sollte. Die Mehrheit Rumänien und gegen die Sperrung der ukraini wir die Einheitsfront wollen und wie wir sie einer genügenden Vorbereitungszeit zu Sprach hat zwar bis heute die Verhandlung dieses Antrazustande bringen, wissen wir selber nicht; weil prüfungen herangezogen und, wenn sie diese Brüges verhindert, aber unter dem Drude der wieder schen Schulen in der Bukowina. cber die Sozialdemokraten den Schwindel nicht fungen nicht bestehen, vorzeitig pensioniert oder holben Aktionen unserer Genossen nahm das Abmitmachen, deshalb trifft sie alle Schuld. Troß- entlassen. geordnetenhaus anläßlich der Budgetdebatte eindem wir aber die Einheitsfront nicht einmal im bürgerlichen Lager herstellen können, bleibt den noch die ganze Schuld bei den Sozialdemokraten, und überhaupt ist die ganze Einheitsfrontelei ein und wer sich in dem politischen Programm des Serrn Senators zurechtfindet, bekommt einen Seiner Weisheit letzten Schluß aber drückt er in folgendem Satze aus: Unsere Forderung und unser 3iel find die Selbstverwaltung, und die Frage, wie wir die Selbst verwaltung erreichen wollen, ist überflüssig und verfrüht." Taler. Ein Handwerksbursche wollte von Hamburg nach Triest wandern, da aber Triest sehr weit war, schien ihm die Frage nach dem Weg noch überflüssig und verfrüht, und er pfiff sich sein Liedlein, sah weder nach rechts noch nach links und ging munter seines Weges, unbekümmert, ob es auch der rechte sei. Bürgerliche Politik.-. Der Iglauer Regierungstommiffär. gen Auch bei der Vergebung von Lieferungen und stimmig den Antrag des Genossen Dr. Czech an, Ein Felt- und Kampling Der Arbeiten wird die Stadt aufs schwerste geschädigt, mit welchem die Regierung zur ehebaldigen Reda die einheimischen Sträfte übergangen und aus- gelung der Altpensionistenbezüge aufgefordert proletarischen Sugen. wärtige, tschechische Firmen herangezogen werden. wurde. Da die Regierung dieser Aufforderung Wenige Tage noch trennen uns von Dadurch wird auch die Arbeiterschaft geschädigt, nicht nachfam, sprach Genosse Dr. Czech wiederholt Reichsjugendtage, den der sozialistische weil diese Unternehmer ihre Arbeiten von Orts- beim Finanzminister vor, der die ehebal- Jugendverband zu Pfingsten d. J. in Tep fremden herstellen lassen. digste Einbringung der Vorlage versprach. Da liz- Schönau veranstaltet. Soweit bis jetzt Die Auflösung der deutschen Kindergärten, er fein Versprechen bis jetzt nicht gehalten hat, hat ein Urteil möglich ist, wird diese Veranstaltung der Stinderkrippe des fatholischen Waisenhauses, sich nunmehr Dr. Czech neuerlich mit einem unserer Jugendlichen eine eindrucksvolle Kund des Kuratoriums der deutschen Handelsschule, des Schreiben an den Finanzminister gewen- gebung und ein mustergültiges proletarisches Fest Ortsschulrates und anderer Kulturinstitute. haben det, in welchem die Notlage der Altpensionisten werden. Es werden einige tausend Jugendliche die begreifliche und berechtigte Erbitterung der Be- und die Verpflichtung der Regierung, aus allen Teilen der Republit zusammenfommen. völkerung hervorgerufen, die darin nur eine will dem einstimmigen Beschluß des Ab- Außerdem ist die Teilnahme von 3000 Jugend fürliche Unterdrückung der deutschen Bevölkerung geordnetenhauses nachzukommen, in lichen aus Deutschland, einer Ansch! Genossen eindringlichen Worten dargelegt wird. Ueber die aus Desterreich und Polen gesichert. Das reich Antwort des Finanzministers werden wir berichten. erbliden fann. Die Interpellanten fragen daher die Regierung: 1. Ist die Regierung bereit, den angeführ- Abgeordnetenhaus. Am 3. Juni tagen: Sulten unhaltbaren Zustand durch die schleu- turausschuß um 10 Uhr vormittag. Außenausschuß nigste Ausschreibung von Wahlen um 1 Uhr nachmittag. Das Präsidium des Abein Ende zu bereiten? 2. Ist die Regierung bereit, die vorgebrach ten Beschwerden einer gründlichen Prü= fung zu unterziehen und dem Abgeord netenhause über des Ergebnis Bericht zu erstaaten? 3. Ist die Regierung bereit, die ungesetz lichen Verfügungen des Regierungskommissärs auszuheben und die durch ungerechtfer tigte Maßregelungen, Pensionie rungen und Entlassungen verfür 3ten Beamten, Angestellten und Arbeiter in ihre vollen Rechte einzusetzen? geordnetenhauses hät am 3 Uhr nachmittag eine Beratung ab. Ausland. Konferenz ser utrainischen SozialDemotratie. haltige Programm sicht am Pfingstsamstag eine Eröffnungs- und Begrüßungsfeier und am Abend eine Abendfeier mit einer Aufführung des Sonnwendspiels Licht" von Hermann Claudius vor. Die Abrudfeier soll durch Abbrennen eines Höhenfeuers und mit einemt Fadelzug durch die St: dt abgeschlossen wer den. Am Sonntag vormittag wird auf der Fest wiese( Sulivananlagen in Teplitz) eine fünsta lerische Morgenfeier stattfinden, deren ProEine dringliche Interpellation der Ab gramm zur Gänze von den sächsischen Genossen geordneten Genossen Dr. Czech, Taub bestritten wird. Hierauf wird ein Festzug durch und Hadenberg an die Regierung we die Stadt die Teilnehmer zu einer internatio des ungesetzlichen Vorgehens des nalen Sundgebung auf dem Marktplatze Regierungsfommissärs in Jglan, besagt: Am 10. und 11. Mai fand, wie uns die in Teplitz führen. Dort werden außer den VerZu den Grundlagen der Demokratie im Ausland- Delegation der utranischen sozialdemokra- tretern der sozialdemokratischen Arbeiterpartei der Staate gehört es, daß auch die Gemeinden von den tischen Arbeiterpartei mitteilt, in Prag eine Ston- Borsitzende der sozialistischen Jugend- Internatio gewesenen Vertretern der Bevölkerung im Sinne feren; dieser Partei statt, an welcher 32 Partei- nale P. Voogd aus Holland, Anton Kimmel des Willens der Bevölkerung verwaltet werden. genossen teilnahmen. Der Vorsitz führten die Ge- aus Wien, Conrad Hahn eweld aus Dresden Diesem Grundsatz der Demokratie widerspricht die nossen Martos und Dr. Starosolsky. Der und andere ausländische Vertreter sprechen. Am Verwaltung von Gemeinden durch ernannte Re- Außenausschuß des Abgeordnetenhauses. Auf Stongreß flang in der Annahme einer Resolution Nachmittage findet auf der Festwiese ein freies gierungskommissäre schon an und für sich und es der Tagesordnung der letzten Sitzung des Außen über die politische Lage aus, in der die auswärtige Jugendfest mit Spiel und Volkstanz, Vorführung von Hans Sachs Spielen usw. statt. Den Abwäre auf jeden Fall Pflicht der Regierung, wenn ausschusses des Abgeordnetenhauses stand die Re- und innere Lage auseinandergesetzt wird. Zum schluß des Jugendfestes bildet die Vorführung sich irgendwo vorübergehend die Notwendigkeit der gierungsvorlage über die Zusatzvereinbarung zum Schluß heißt es dann: einer Massenszene. Aufgeführt wird ein neues Ensehung eines Regierungskommissärs ergeben Handelsvertrag zwischen der Tschechoslowakischen 1. Der politische Grundgedanke- der Kampf foilistisches Jugendspiel, dessen Verfasser der haben sollte, diesem Zustand so rasch als möglich Republik und Frankreich. Zu der Vorlage sprach um die breiteste Demokratie, de der Genosse Ernst Thöner aus Teplitz ist. Der Mondurch Ausschreibung von Wahlen ein Genosse Schweichhart, der erklärte, daß wir VI. Parteifongreß im Jahre 1919 in Wien aus- tag Vormittag wird einen großen Teil der TeilEnde zu machen. Ein ganz unmöglicher und nicht für sie stimmen können, weil die Vorlage gesprochen hat, erwies sich als richtig und entspricht nehmer in den herrlichen Räumen des neuen aller Demokratie hohnsprechender Zustand ist es den auch sonst praktizierten Grundsäßen der der tatsächlichen Entwickelung der Revolution in Stadtheaters bei den Fest vorstellungen jedoch, wenn, wie dies in Jelau geschicht, einem Außenhandelspolitik entspricht, den Handelsverkehr. der Ukraine. zusammenführen. Im großen Theatersaal wird Reg erungskommissär gestattet wird, Monate lang mit den Ententestaaten zu fördern, und den mi 2. Die Partei muß auch fernerhin ihre Tätig das Drama Florian Geyer" von Gerhart Hauptim Widerspruch zu dem Willen der großen Mehr den Nachbarstaaten Desterreich und Deutschland, feit sowohl in der Ukraine als auch in der Emi- mann aufgeführt werden. heit der Bevölkerung, mit Hintanseyung aller Bil- die für unseren Verkehr die Hauptrolle spielen, zu gration in der Richtung der Anerkennung Im fleinen Saal findet eine revolutionäre ligkeit unter direkter Verlegung des Gesetzes will- vernachlässigen. Er wandte sich auch gegen die in der demokratischen Ukrainischen Re- Feier statt, an der durchwegs Seräfte des Teplitzer türlich zu schalten. dieser Zusatzvereinbarung bereinbarte Erhöhung publik widmen. Stadttheaters mitwirken werden. Jene Jugend Wie sehr das Reg me des Herrn Regierungs- der Einfuhr französischer Weine, da dadurch der 3. Mit Rüdjicht auf das Offupationsregime lichen, die das Theater nicht besuchen, werden in tommissärs Vyborny den Widerstand und den heimische Weinbau geschädigt wird. Die Verein- in der Ukraine hat die Tätigkeit der ukrainischen der herrlichen Umgebung von Teplitz wandern. Unwillen der Bevölkerung hervorrufen muß, echt barung wurde gegen die Stimmen der Opposition politischen Emigration eine große Bedeutung für Den Jugendtagteilnehmern ist außerdem eine schon daraus hervor, daß sich selbst der von ihm er- im Hause zur Annahme empfohlen. Ferner wurde den Freiheitskampf des ukrainischen Volles und freie Besichtigung des Teplißer Museums ges nannte Beratungskörper mit einer überwältigen- die Regierungsvorlage über die Vereinbarung mit für die Entwickelung der Demokratie in der sichert. Für die führenden Funktionäre der Orga den Majorität gegen ihn zur Wehr sehen mußte den privaten Lebensversicherungsgesellschaften und Ukraine. Deshalb muß die ukrainische Sozial- nisationen ist eine Führeraussprache vorüber die finanziellen Rechtsgrundlagen der alten demokratie ihre Kräfte in der Emigration sam- gesehen. Während der ganzen Dauer des JugendWir können in dem knappen Rahmen einer Lebensversicherungsverträge in in den früheren meln und in einer festen Organisation tages ist eine Jugendausstellung geöffnet Interpellation nur die wichtigsten Beschwerden österreichischen und ungarischen Seronen, unter- außer des Landes konsolidieren. und jedermann frei zugänglich. Diese Ausstellung napp sfizzieren. Der eine Sauptpunkt betrifft schrieben in Prag am 13. Juni 1923, ohne De- 4. Mit Rücksicht auf die besonderen sozial zeigt die Jugend beim Kampf, beim Lernen, beim das Verhalten des Herrn Regierung.fommiffärs batte angenommen. politischen Verhältnisse in der Ukraine kann die Wandern und beim Spiel. In einer eigenen Ausgegenüber der städtischen Angestellten- Für die Altpensionisten. Wir haben bereits ukrainische Sozialdemokratie auch fernerhin, wenn stellung werden„ Erinnerungen" an„ Die glorschaft. Deutsche Beamte. Arbeiter und Ange- wiederholt über die Schritte berichtet, die der Klub die Umstände es erfordern, mit anderen so reiche Zeit des" Weltkrieges" ausgestellt sein. ftellte wurden angeblich aus Ersparungsgründen, der deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten zu- zialistischen und aufrichtig demokratischen Selbstverständlich wird es an Büchermaterial entlassen. In Wahrheit aber wurde das Budget gunsten der notleidenden Altpensionisten unter- Parteien und Gruppierungen im Interesse nicht fehlen. Es wird vor allem für die Parteiund die weitere Mitarbeit gar verweigerte. Seite 4. 80. Mai 1924. genossen und Genoffinnen sehr wichtig sein, sich I macht worden, und kann nun in der üblichen[ giöser Grundlage" ist ein von dem 2 and Drum, der nicht energisch genug vorgeht, dann die das Leben und die Arbeit unserer Jugendlichen, Weise weiter fortgesetzt werden. bündler Dürschmied seinerzeit in der Obervormundschaftsbehörde in B. Leipa, die das die am Reichsjugendtag am deutlichsten sichtbar Unter den vierbeinigen Ochsen herrscht Deutschen Landpost" empfohlenes, billiges Mit- Mind ruhig bei dem Manne beläßt, der feine wird, anzusehen. Ohne Uebertreibung kann wohl darüber allgemeine Trauer, weil einer aus ihrer tel für die vielgepriesene Ertüchtigung der Land- Qualitäten zum Stellvertreter des verstorbenen darauf läßt die geleistete Vor- Mitte das tägliche Opfer ist, während sich mit jugend. Wie aber, wenn die landbündlerischen Er- Baters hat. Werden die vorgeschten Bez arbeit schließen- daß alle den Reichsjugendtag der bequemeren Rolle der faufenden Zuschauer zicher trop der von ihnen zur Schau getragenen hörden nun endlich eingreifen und mit großer Befriedigung verlassen werden. die zweibeinigen Ochsen begnügen. Religiafität un tauglich sind, sa, noch mehr, diesem Skandal zu Leibe gehen?? Jugendliche fittlich verderben und ruinieren? Ein solch frasser Fall soll hier besprochen werden, weil er eine offene Auflage gegen staatliche Drgane bildet, die ihre Pflicht nicht erfüllen. Lekte Nachrichten. Macdonald liegt über die Konservativen. Die Angst der Liberalen vor Nenwahlen. London, 29. Mai.( Reuter.) Der Antrag der Konservativen auf Kürzung der Bezüge des Arbeitsministers wurde im Unterhause mit 300 gegen 252 Stimmen abgelehnt. Staaten. Die Kirchenschmalzabgabe. Die politische Bezirksverwaltung in Prachatik treibt die vorfintflutliche Kirchenfchmalzabgabe im Exekutionswege ein! Obzwar schon seit mehreren Jahrzehnten in den römisch- katholischen Kirchen zum Brennen des civigen Lichtes fein Schmalz mehr Verwendung findet, und dies auch in der Pfarrkirche Oberhaid nicht mehr der Fall ist, strengt sich doch der dortige Pfarrer seit Jahr und Tag an, diese Ab gabe einzutreiben und schredt nicht zurück, dies auch im Eretutions wege durch die politische Bezirksverwaltung zu tun. Seit dem Herbst 1922 wogt mun der neue Streit, der dem Herbst 1922 wogt nun der neue Streit, der während des Krieges geruht hat und durch den Pfarrer in dem Moment wieder aufgenommen wurde, da er sah, daß auch in diesem Staate ein reaktionärer Wind wieder weht.. erSchon wieder einer! hierauf beim Schulleiter und beim Ortsschulrat der Zwischenzeit hat man den Schweinepfaffen an merkwürdigerweise absolut nichts verlautet. In einer anderen Version wieder nach Břevnov bei geblich straftveise ins Kloster St. Margaret, nach Prag verfrachtet, in Wirklichkeit aber soll der faubere Pater ins sichere Ausland verschoben wor den sein, um der gerichtlichen Untersuchung dieses Borfalles, der den Dunkelmännern natürlich verflucht peinlich ist, zu entgehen. Die Arbeiter aber mögen auch aus diesem Falle die Nußanwendung sichen und ihre Kinder vom Unterricht solcher Pfaffen ferne halten. Unter den frommen Insassen des Braunauer In dem kleinen Landstädtchen Drum bei Schulfatechet P. Christian von der Bevölke Benediktinerstiftes wurde unter anderen der B. Leipa lebt der Landwirt Josef Pil, ein so rung schon lange zu denen gezählt, die öffentlich eifriger Parteigänger der Landbündler, daß er Wasser predigen, felbft aber geheim gerne Wein er zum Bürgermeister gewählt wurde. Sein trinken. Man sah ihn sehr oft in total betrungroßes Ansehen erhielt aber plötzlich einen ber- fenent Zustande seiner Klosterzelle zutorkeln, ja nichtenden Stoß. Ende Jänner 1923 wurde näm- manchmal sogar mit zwei Mann Assistenz, nach lich bei der Gendarmerie in Drum die Anzeige dem er allein absolut nicht nach Haus gefunden erstattet, daß besagter Josef Bila, Landwirt in hätte und irgendwo liegen geblieben wäre. Ebenso Drum Nr. 65 mit seinem im Juli 1907 gebore- wie manchem anderen seiner Amtsbrüder konnte nen, also erst 15% Jahre alten Mündel man diesen Zölibateur auch oft in weiblicher B Emma Anders unfittliche Beziehungleitung schen, nur wußte man nicht, ob es lauter gen unterhalte. Ein netter Vormund, wer- Cousinen, Schwestern oder nur" gewöhnliche den sich die Leser denken. In der Tat, denn die Beichtkinder sind. Als Schulfatechet hatte nun hauptsächlichsten Aufgaben des Vormundes find Hochwürden" P. Christian seit Jahren eine bes Bieder ein Eisenbahnunfall. laut den amtlichen Belehrungen an Vormünder sondere Vorliebe, Kindern, insbesondere den Mäd Olmüß, 29. Mai. Die Direktion der Stats folgende:„ Der Vormund vertritt des Vaters chen, Religionsunterricht zu erteilen. Er tätschelte bahnen teilt mit: Deute um 7 Uhr 55 Minuten in Prachatit? Schnell wie der Wind, gar die Bedürfnisse des Mündels zu sorgen; gleich fie um die Taille, zwidte jie in alle möglichen Stor Was tut nun die politische Bezirksverwaltung Stelle; er hat zwar nicht aus eigenen Mitteln für diese, wenn er sie zur Prüfung" herausrief, faßte fuhr auf dem Güterbahnhofe in Preran cint nicht nach Bürokratenart, gibt sie einen Erlaß her einem Vater obliegt ihm aber, für das för- perteile, ja er scheute sich nicht, stärker entwickel Rangierzug an den ausfahrenden Lastzug Nr 1190. Die Ursache des Zusammenstoßes war unrichtige aus, mit welchem sie alle die, die einmal vor hun perliche, geistige und filtliche Wohl des Mündel3 ten Mädchen auch unter die Bluse zu greifen. Nur Weichenstellung. Von den 12 eitgleisten Waggons Schmalz freiwillig abgaben, zur Nachlieferung mundichaftsdekret ausgedrückten Pflichten, deren migkeit verdankt seine Hochwürden" die lange dert Jahren zum Brennen des ewigen Lichtes Sorge zu tragen. Er soll sich stets die in dem Vor- falschem Schamgefühl und übertriebener Fröm. schlugen 6 um. Ein Zugsbegleiter wurde leicht verlegt. Der Material- und Weiterlieferung unter Androhung der Exe- Erfüllung er angelobt hat, vor Augen halten Dauer seiner Religionsprüfungen"! Endlich schade ist ganz erheblich. An der Frei- fution verhält und zugleich schreibt, daß dieje(§§ 187, 205, 316, a. b. G. B.)" Es wird wohl schlug ein Vorfall dem Faße den Boden aus. Ar machung des Geleises wurde bis abends gearbeitet.bgabe auch in Geld an die Kirche ge- feinen Menschen geben, der eine jittliche Erziehung 14. Mai unterrichtete der lüſterne Pfaffe wieder Der Personenverkehr war nicht unterbrochen. leistet werden kann. Sie rechnet auch so- des Mündels durch den Vormund darin erblickt, in der dritten Volksschulklasse, rief ein Mädchen fort aus, was dieses Schmalz jetzt kostet und daß er sie zu seiner Maitreffe, zur Dirne herab- heraus und begann es zu lieblofen. Plößlich faßte schreibt die zu zahlenden Summen gleich vor. brüdt. er das sich ängstlich sträubende Kind, schleppie es Neue Flottenrüftungen der Bereinigten würde diese Behörde auch nur einmal bei der hinter die Tafel und die gesalbten Hände des Ueberwachung der gewerbebehördlichen Arbeiter Schmidt in Drum scheint aber trotzdem feinen bor Frömmigkeit triefenden Säufers griffen dom und Seinde unter die Röcke und Hosen. Die ganze Washington, 29. Mai. Das Repräsentanten- so schnell bei der Hand ſein, würde es sich so man- allzu großen Eifer in der Verfolgung des Täters haus hat den Zusapantrag zu der Marinebauvor cher Unternehmer gefagt sein laffen, die Arbeiter entwickelt zu haben. Auf Grund der Anzeige wur- Schulklasse konnte unter dem Gestell der Tafel den lage, nach welchem 6.5 Millionen Dollars zur Schutzgesetze zu übertreten. Das aber sieht sie nicht der am 1. Feber v. J. Emma Ander 3 und die Vorgang sehen und die Folge war, daß der größte Teil der Mädchen schamrot and weinend vort Verbesserung der Richtmöglichkeit der Geschüße sicher sein, daß dem Unternehmer nicht nur nichts als Zeugen einvernommen. Nach erfolgter Ein- diesem Religionsunterricht" nach Hause fam. Die dann kann man bei Bilz beschäftigte Anna Wed 1 ich auf 13 Schlachtschiffen ausgeworfen werden solle, abgelehnt. Bewilligt wurden rund 18.5 Millio geschieht, sondern daß ihm auch noch obendrein die vernahme äußerte sich der erwähnte Gendarmerieeiner Reihe von Pernen Dollars und sechs Schlachtschiffe mitteilt wird. Er erhält so quasi einen Freibrief zur sonen, darunter Josef Richter imm. Nr. 68, dem hrte zu Erhebungeu, über deren Ergebnis aber Mohlenfeuerung mit Delfeuerung einzurichten und Bahnwächter Johann romas und edm Gaſt ihnen einen verstärkten Schutz gegen Unterseebooie Nichteinhaltung der Arbeiterschutzgesetze. und Flugzeuge zu geben. Das Repräsentanten braucht nur ein Brieferl zu schreiben und sich auf und Emma Anders die unfittlichen Beziehungen Anders aber in unserem Falle, der Pfarrer wirt Josef Hölzel in Drum, daß Josef Bila haus genehmigte einen weiteren Gesezentwurf auf eine alte Sonsignation aus dem Jahre 1705 und eingestanden hätten. Jedermann im Dorje 111 Millionen Dollars Ausgaben für den Bau 111 Millionen Dollars Ausgaben für den Bau auf eine Eingabe eines Pfarrers vom Jahre 1869 wußte, wie die Dinge standen, nur die zuständige von acht Kreuzern und sechs Kanonenbooten. berufen; schon geht der Exekutor und schreibt je Staatsanwaltschaft anscheinend nicht! dem ein Stück Bich auf, damit die Schmalzabgabe und so blieb der qute biedere Vormund, ein eifri Die Schlichtung von Lohntonkitten sichergestellt ist. Die Bewohner können zehnmal ger Feind der Sozi, einige Zeit ungeschoren. Hätte nachweisen, daß ihre Vorfahren diese Abgabe ganz es sich um einen gewöhnlichen Menschen, nicht um im englischen Bergbau. freiwillig und auch nie regelmäßig geleistet haben, ein Gemeindeoberhaupt gedreht, wäre sicher schon London, 29. Mai.( AR.) In London sondern nur nach Bedarf. Sie können zehnmal was zu sehen gewesen, sagte man sich. Aber so... versammeln sich heute die Delegierten der Berg- Brennen des ewigen Stirchenlichtes geleistet wurde, nichts rührte und die Emma Anders bei nachweisen, daß diese Abgabe ausschließlich zum Als sich nach vierzehn Tagen noch immer arbeiter aus gan; England, um über die Bedingungen zur Schlichtung der Lohnstreitigkeiten im daß feit der Einführung des Dellichtes Schmalz Pilz verblieb, als ob nicht das mindeste ge Bergbau zu verhandeln. Allem Anscheine nach nicht mehr verwendet wird, und daß daher dieſe ſachen wäre, erstatteten zwei beherzte Genossen bei schehen werden die Delegierten beschließen, daß die Vor eiſtung nicht mehr erforderlich ist. Das Schmalz der Staatsanwaltschaft in B. Leipa persönlich die schläge zur Beilegung der Lohnstreitigkeiten den wurde niemals deshalb geliefert, damit der Pfar Anzeige. Sie teilten hiebei eine Reihe von Zeu- warum bisher die Sonntagsruhe in Böhm. Leiva Bergarbeitern zur Abstimmung vorgelegt werden er aus dem Schmalzhandel sein Einkommen ver- gen mit, welche bekunden können, daß die nun in größern könne, es nüßt ihnen nichts, sie wurden Drum 165 beschäftigte, frühere Dienstmagd Anna gepfändet und sollen liefern oder zahlen. Am 18. Wedlich, zirka 35 Jahre alt, bereits im Mai Dezember 1922 wurde ein Rekurs von den Lie 1921 erzählte, daß Pilz mit seinem Mündel schon ferungspflichtigen an die politische Landesverwal- Verkehr pflog, als es noch im schulpflich tung bei der politischen Bezirksverwaltung in tigen Alter stand. Als solche Beugen wurPrachatit protokollarisch eingebracht, der bis heute den genannt die Bahnwächtersgattin Christine nicht erledigt ist. Gegen die nichtaufschiebende romas, Willi und Emilie Gürtler, Anton Wirkung der Entscheidung der politischen Bezirks- solar, Ottomar Bradatsch und Josef RichVou Franz Lill, Wien. verwaltung wurde durch den Genoffen Hilter jun. Zwischen der geistigen Atmosphäre, die der garth Verwahrung eingelegt mit der Wirkung, rabiat gewordene Tapezierergehilfe aus Braunau daß der Entscheidung aufschiebende Wirkung zu am Inn unter den deutschen Pubertätsjüngerkannt wurde. Am 24. November 1923, als der lingen, verfrachten Generälen und senilen Gym Refurs noch immer nicht erledigt war, gab die ponasialprosessoren hervorgerufen hat, und zwischen litische Bezirksverwaltung eine neuerliche Entscheiden Dunstkreis eines Ochsen, ist in den letzten dung zu Gunsten des Pfarrers heraus, die aber Tagen auf Wiener Boden ein merkwürdiger Zu- entgegen der ersten doch nicht mehr bestimmte, daß jammenhang entdeckt worden. In einem Prater- für das nicht abgelieferte Schmalz der heutige Gasthaus wird nämlich jetzt unten den Klängen Wert in Bargeld bezahlt werden muß, sondern der bayrischer Schuhplattler täglich ein ganzer Ochse nurmehr die Naturallieferung des Schmalzes gebraten, und diese, aus Bayern importierte Sitte, aussprach. Ein Refurs gegen diese Entscheidung ibt auf die Hakenkreuzler eine ungewöhnlich starke blieb bei der politischen Landesverwaltung vom Zugkraft aus. Und da natürlich bei dieser Ge- Dezember 1923 bis 13. Mai 1924 liegen, um dann legenheit auch der Maßfrug mit edlem bayrischen deshalb abgewiesen zu werden, weil der Einbrin Gerstensaft ganz ausgiebig in der teutonischen ger des Rekurses nicht nachgewiesen hat, ob er da- obwohl wiederholt die Obervormundschaft in Nachdem weder die Anders von Pil; wegfam, Tafelrunde treift, so ist es zu verstehen, wenn zu legitimiert ist. Dazu brauchte die politische Lan, B. Leiva um ihr Eingreifen ersucht wurde, noch Ziegelei Randler in Jägerndorf traten die Ein Kommunist als Streitbrecher. In der ungestillter Tatendrang des echten echten deutschen desverwaltung fünf Monate. Mannes zottige Heldenbrust bewegt. Daß heute noch eine vorsintflutliche Abgabe der Berurteilte einrüdend gemacht" worden ist, Arbeiter in den Streit. Unter den Arbeitern beDie Ochsenbraterei dauert aber etwas lange, eingehoben wird, die nicht mehr gebraucht wird, bemächtigte sich der Bevölkerung begreiflicherweise fand sich auch Johann Brosig, der bei der Gevon 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags, und nur dem Zweck dient, das Einkommen des eine gewisse Unruhe. Da nichts genaues zu erfah- meindewahl auf der kommunistischen Kan ein Zeitraum, der immerhin genügt, daß sich Pfarres zu heben, ist ett unerhörter Stan- ferer Abgeordneten um Auskunft. Als sich dieser waschechter Kommunist ist. Selbstverständlich war ren war, wandten sich die Genossen an einen un- didatenliste prangte, also unzweifelhaft ein unter dem Einfluß von Bier und Rindfleisch- da I, der auf unsere politischen Behörden ein grel- beim Kreisgericht in B. Leipa nach dem Stande Brosig einer derjenigen, welche am radikalſten geruch bei Leuten, denen die österreichische Sales Licht wirft. niererei" zu solch lieblicher Beschäftigung noch der Angelegenheit erkundigte, verweigerte tat. Er verstieg sich sogar zu dem Ausspruch, genügend Muße läßt, die nationalen Energien" bis zur explosiven Höhe steigern. Die Explo- Ländlich- schändliche Jugendfärjorge". Nichtbeteiligte eine Auskunft nicht gegeben wer- schlagen solle. Das war am ersten Streiftag. Der das besagte Gericht unter Hinweis darauf, daß an daß man den Streikbrechern die Knochen entzweision der nationalen Sträfte geschicht Sträfliches Verhältnis zwischen Vormund und den dürfe, die gewünschte Aufklärung. Erst auf zweite Tag brachte die Ueberraschung, daß sich der dann auch gewöhnlich nach 4 Uhr, wenn die dem Umivege über das Justiz ministerium radikale Kommunist und Gemeinde Musit schimbumtrara!- dröhnend mit Nichteingreifen der Vormundcinem war zu erfahren, daß Pilz gegen seine Berurtei- tandidat Johann Brosig selbst zur Arfchaftsbehörde. Hohenzollerischen Militärlung Schritte eingeleitet hatte und daß das Oberste beit einfand und Streifbruch beging. marsch einsetzt, der für die Hakenkreuzler das Die Fürsorge für die heraureisende Jugend Gericht das Urteil aufgehoben und Signal ist, auf die Anwesenden, die an der sym- gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Aufgaben neue Verhandlung angeordnet hatte. Ob meldet man: In Angelegenheit der Fälschung Fälschung englischer Pfundnoten. Aus Wien bolischen Ochsenbegeisterung richt teilnehmen der menschlichen Gesellschaft. Nichtsdestoweniger inzwischen ein neues Urteil gefällt wurde, Herr der englischen Pfundnoten wurde in der letzten wollen, los zu dreschen. Der regelrechten läßt die praktische Durchführung dieses Pilz am Ende gar als der Verführte" freige- Beit, wie ein Bericht der Agramer Polizei an die Prügelei, die sich aus diesem Anlaß am ver- allgemein anerkannten Grundsaßes ungeheuer viel sprochen wurde, ist nicht bekannt, interessiert uns Wiener Polizei meldet, sehr wichtige Entdeckungen gangenen Sonntag entwickelte, als der Ochse zu wünschen übrig. Es ist erschreckend, wie viel in aber schon deshalb nicht, weil es uns vor allem gemacht. Nach dem Berichte der Agramer Polifriedlich am Spieß schmorte, wurde rechtzeitig dieser Richtung durch Unterlassung gefündigt wird. um das Schicksal der Emma Anders zu zei wurden mehrere Personen in Laibach und von der Polizei ein Ende gemacht. Nachdem aber Und zwar meist deshalb, weil für diese wichtige iun ist. Obwohl auch unser Abgeordneter sich Algram verhaftet, ebenso in Triest, darunter zwei jetzt die Hakenkreuzler ihre von dent österreichi- Aufgabe weder in den Gemeinden, noch in den schriftlich an die Obervormundschaft in B. Leipa Frauen, die mit der Fälschung der englischen schen Behörden so liebevoll behandelten, bewaff Bezirken, und im Staat die entsprechenden Mittel wandte, damit die Emma Anders anderswohin Pfundnoten in Verbindung standen. Weiters neten Ordnerbanden zum Schuße aufgeboten aufgebracht werden und die notwendige straffe Dr- fomme, ist sie bis zum heutigen Tage wurde die Fälscherwerkstätte in Triest entdeckt. Die haben, so ist eigentlich die och sige Angelegen- ganisation fehlt. heit regelrecht zu einer ausschließlichen natio noch immer bei ihrem Vormund. So Inhaberin der Wohnung, in der sich die Fälscher Gewisse Parteien machen es sich freilich leicht. stellen wir uns den Schutz der Jugend vor sittli- werkstätte befand, und andere Mitglieder der Fäl nal- sozialistischen Parteisache gehebung der Sittlichkeit auf relichen Gefahren nicht vor! Buerst der Gendarm in scherbande werden verfolgt. follen. Tages- Neuigkeiten. Dchfenpsychologie der Hitlerei. Mündel. des Strafverfahrens gegen Josef Pilz gab die Dem Ersuchen der Genossen auf Einleitung Staatsanwaltschaft natürlich statt. Am 19. Juli 1923 wurde Bilz wegen Unzucht vom Kreisgericht in B. Leipa zu sech 3 Wochen Arrest verurteilt. Pilz war wohl verurteilt, aber die Emma Anders blieb nach wie vor im Hause ihres sauberen Vormunds! Nach den Angaben der Weblich muß es vor Aufdedung des Standals dort selbst sehr patriarchalisch" zugegangen sein. Bilz schlief zwischen den beiden Mädchen: Gott, die Landbündler schwärmen halt gar so viel für die Erhaltung" patriarchalischer" Sitten! DHV.- Maulreißerei. Die Reichenberger Zeitung", sowie die Böhm. Leipaer Zeitung" brachten eine lange Notiz, daß Abgeordneter Keibl an den Handelsminister eine Anfrage richtete, noch nicht durch Verordnung eingeführt wurde. Die Notiz wurde vom DH. ohne Namensnen nung in die Presse lanziert. Dieser Tage bildete diese Notiz den Gegenstand einer köstlichen Auseinandersetzung zwischen Gremialvorstehung und DHV.- Führung in der Gehilfenversammlung in Böhm. Leipa. Böhm.- Lerpa. Der Gremialvorsteher brachte einen Brief des Abgeordneten Keibl an das Gremium Böhm.- Leipa zur Verlesung, aus dem her. borging, daß er die Anfrage überhaupt nicht mehr die diesbezügliche Eingabe überhaupt an den Handelsminister richtete, viel nicht überreichte und auch dem DHV. Teine Bufage auf Ueberreichung gegeben haben will, obgleich es die Böhm.- Leipaer DSV. Führung behauptete. Die überraschten Ge fichter der deutschnationalen Handlungsgehilfen nach Verlefung dieses Briefes fann man sich vorstellen. In der Presse wird mit großem Tamtam gearbeitet und der Oeffentlichkeit die Rührigkeit und Stampfentschlossenheit" des DHV. glaubhaft gemacht, deriveil stellt sich heraus, daß mit den An gestellteninetreffen lediglich Bauernfängerei" betrieben wird, was wir immer behauptet haben. 30. Mai 1924, Seite B. Die Einwohnerzahl Berlins. Nach den werden. Der Urlaub wird sofort ange- ter der Arbeiter sprach. Herr Dr. Stelzig brachte Die von der Regierung seinerzeit bei Beneuesten statistischen Ergebnissen hat die Einwoh- treten und zwar erfolgt die Bezahlung bei Alford- es sogar fertig, während der Ausführungen des Handlung des Gesetzes Nr. 394 vom 20. Dezent nerzahl Berlins nunmehr die vierte Mil- und Prämienarbeitern mit 85 Prozent ihres Ver- Sern Obergewerbeinspektors aufzustehen und mit ber 1923 gegebene Begründung, daß es sich unt lion überschritten. Während im Oktober dienstes, mindestens aber der Stundenlohn und zureden. Wir wollen damit nur aufzeigen, wie einen Abbau handelt, ist nicht stichhältig, da der 1920 noch 3.9 Millionen Einwohner gezählt wure 10 Prozent Zuschlag. Die Ueberstundenfrage ist weit es mit der Jutelligenz der Herren Unter- Abbau der Teuerungszulagen allgemein und einden, ist die Bevölkerung Berlins am 1. April auf dahin geregelt, daß für Ueberstunden 30.50 und nehmer ausschaut und wie schwierig unter solchen Heitlich, angemessen dem Sinken der Lebensbe 4,124.000 gestiegen. 100 Prozent Zuschlag gezahlt werden. Die Ar- Umständen sich die Verhandlung für die Vertreter darfsartikelpreise playzugreifen hat, es daher nicht Ein eingemauertes Mädchen wurde in Bingen beitsvermittlung wurde im bisherigen Umfange der Arbeiterschaft gestaltet. Abends fand eine sehr angeht, eine bestimmte Sorte von Staatsbedien beim Umbau eines Hauses gefunden. Die mit dem beibehalten. Lehrlinge find ebenfalls in den stark besuchte Versammlung der Streifenden in ſteten in ihren Bezügen schlechter zu stellen als Umbau des Gebäudes beschäftigten Maurer leglten Vertrag einbezogen. Für Betriebe, mo keine Be- Josefstal statt, in welcher mit Entrüftung der die übrigen Staatsbediensteten. Von einem Abeinen zugemauerten Hohlraum, frei, in dem sich die triebsausschüsse bestehen, werden Vertrauens- Bericht von den Verhandlungen zur Kenntnis geVertrauens- Bericht von den Verhandlungen zur Kenntnis ge- bau der Preise der Lebensbedarfsgegenstände vom aufrechtstehende Leiche eines Mäd. männer gewählt und zwar ebenfalls nach der nommen wurde. Besondere Erbitterung rief es Zeitpunkte des Inkrafttretens des Gesetzes vont chens befand. Die Leiche wurde einwandfrei als Wahlordnung des Betriebsausschußgefeßes. hervor, als bekannt wurde, daß die Arbeitervertre- 20. Dezember 1923, Nr. 394, Slg. d. G. u. V., die eines verschwundenen Dienstmädchens festgestellt, das vor etwa zehn Jahren aus Langenlonsheim nach Bingen in Dienst ging und kurze Zeit danach nach Amerika ausgewandert. Eine furchtbare Ma Täferplage bedroht das Bo= denfeegebiet. Davon gibt folgendes Cingelandt in der Rouflanzer Zeitung Zeugnis:„ Delft schnell! Sonnttg abend. Um unserm Kastanienbaum, von Dem wir heute früh 3500( dreitausendfünfhundert!) Maitäfer gleich fieben Liter abschüttelten und vernichteten, schwirren Wolken von neuen Käfern es müssen gegen fünftauſend sein! An einem Baum! Jetzt fressen sie noch Kastanien und Buchen ab in drei, vier Tagen gehts an die Obstbäume." Großer Brand. Aus Bukarest, 28. Mai, wird gemeldet: In dem pyrotechnischen Militärinstitut ist heute mittag ein Brand ausgebrochen, der auch die Geschosse ergriff und zahlreiche Explofionen verursachte. In der Umgebung und im Zentrum der Stadt wurden erhebliche Schäden verursacht. Eine Armee von Feuerwehren ist bemüht, den Brand zu lokalisieren. Der Streif ber Flaconschleifer. geht weiter. Die Versammlung protestiert entschieden dagegen, daß die Arbeitervertreter in den Verhand lungen Ronzessionen gemacht haben, die mit dem Willen der Arbeiterschaft nicht im Einklang sind, das heißt, die Arbeiterschaft hält fest an den gestellten Forderungen. Ferner wurde folgender Busazantrag angenommen: Die Arbeiter verbieten den Arbeitervertretern in Hinkunft in einem solchen Forum zu verhandeln, weil es bisher immer der Fall war, daß sie stets mit einer Vollversammlung der Unternehmer zu tun hatten, welche die Forderungen immer ablehnte. In Zu kunft darf nur unter solchen Bedingungen verhandelt werden: entweder in einer Vollversamm lung der Arbeiter und Unternehmer oder aber zwischen Vertretern der Arbeiter und Vertretern der Unternehmer. § 1. Die Bestimmung des§ 6, II., des Gesetzes vom 30. Dezember 1923, Nr. 391, Sig. d. G. u. V., wird aufgehoben. § 2. Dieses Gesetz tritt mit rüdwirkender Kr ft ab 1. Jänner in Wirksamkeit. Mit der Durchführung dieses Gesetzes wer den alle Mitglieder der Regierung betraut. Der neue Rollelliv Vertrag im deutschen Buchdrudgewerbe. Nach zehntägigen Verhandlungen ist tung drei Vermittlungsvorschläge gemacht hat, wie von der Regierung damals ins Treffen ge welche große Konzeffionen an die Unternehmer führt wurde, kann aber ebenfalls nicht nur nicht bedeuten und dieselben trotzdem abgelehnt wurden. die Rede sein, sondern das Gegenteil ist eingespurlos verschwand. Der Dienstherr ist mittlerweile Unnachgiebigkeit der Unternehmer. Der Kampf Nach sehr lebhafter Debatte, worin einmütig zum treten, die Preise zeigen seit jenem Zeitpunkte Ausdruck kam, daß die Flaconschleifer nicht ge- andauernd eine steigende Tendenz. Der Streik der Flaconschleifer im Isergebirge neigt sind, ohne Erfolg in die Betriebe zurückzu Gen. Grünzner, Taub und Soffmann den nachAus diesem Grunde haben die Abgeordneten dauert bereits die siebente Woche, und troy- fehren, wurde nachstehende Resolution ange- Sen. Grünzner, Taub und Hoffmann den nachdem ist die Streillage noch unverändert. Für nommen: angefolgenden Antrag gestellt: Donnerstag, den 22. ds. bereits hatte die Behörde Die Nationalversammlung der Tschecho eine Besprechung in Gablon; a. N. einberufen. slowakischen Republik hat folgendes Gesetz bes Die Unternehmer haben sich den bestbekannten schlossen: Sekretär der nordböhmischen Industriellen Herrn Dr. Stelzig mitgebracht. Den Vorsitz führte Regierungsrat Dr. Wenisch, ferner nahm der Gewerbeinspektor Czerveny an der Besprechung teil. An der Aussprache beteiligten sich vom Gremium der Exporteure Herr May Thunig, Herr Obergewerbeinspektor Ezerveny, weiters die Herren Steffezins, Bruno Zenkner und Siegmund Simon, als Vertreter der Arbeiterschaft die Genossen Red ziegel, als Vertreter des Verbandes Elsiner und Ullmann. Nach längerer Aussprache, welche fein Resultat ergab, wurde erklärt, daß Montag, den 24. Mai neuerliche Verhandlungen stattfinden werden. Aus der Diskussion wäre nur hervor zuheben, daß die Herren Unternehmer den Standpunkt vertreten, daß die alten Kommissionen zu bem bisher gezahlten Lohn fertiggestellt werden sollen. Für Montag, den 24. Mai hatte die Genossenschaft eine Vollversammlung noch Morchenstern einberufen. Die Herren Unternehmer hatten schon vorher eine zweistündige Besprechung abgedem 48. Teil des Wochenlohnes zuzüglich 12.5 Prohalten und man hätte erwarten sollen, daß sie der sent zu bezahlen sind. Darüber hinaus gilt die Arbeiterschaft positive Vorschläge unterbreiten. tarifliche Ueberstunde. Schichtarbeiter erhalten werden. Ueberraschenderweise gab der Vorsitzende folgende Zuschläge: von 7-9 Uhr abends 15 Probekannt, daß ein Antrag von Seiten eines der Die Bestimmung des§ 6, II., des Gesetzes sent, von 9-11 Uhr abends 25 Prozent, von 11 Unternehmer vorliege, der dahin geht, daß die vom 30. Dezember 1922, Nr. 394, Sig. d. G. bis 2 Uhr nachts 30 Prozent, von 2-6 Uhr bezw. alten Kommissionen zu den bisherigen Löhnen fer- u. V., enthält ein schweres Unrecht und wider- 7 Uhr morgens 40 Prozent. Der Spißenlohn tiggestellt werden und im September soll die ge- spricht dem Sinne und den Grundsäßen der Ge- eines Handseßers beträgt ab 31. Mai samte Arbeiterschaft innerhalb der Genossenschaft währung von Teuerungszulagen, welche auf dem Klasse C( Verheiratete über 24 Jahre) wöchentlich Lohnforderungen unterbreiten. Kollege Redziegel Stande der Familienmitglieder aufgebaut, bezw. 133.60 M= 70 Pfg. Stundenlohn. Die Klasse B stellte hierauf fest, daß es eine Fronie ist, nach nach diesem abgestuft sind. Durch die zitierte( Verheiratete von 21-24 Jahren) erhält 6 Prosechswöchentlichem Kampf der Arbeiterschaft eine Gefeßesbestimmung wurden zwei Arten von Be- sent, Klasse A( bis 21 Jahre) 15 Prozent und Aus solche Zusage, welche doch gar nichts bedeutet, zuzugsberechtigten geschaffen, die im Hinblick auf gelernte im ersten Gehiffenjahr 30 Prozent weniger machen. Nach stundenlanger Debatte, in welcher die sozialen Zulagen voneinander abweichend be- als Stasse C. Ledige erhalten 6 Prozent weniger Bodenbach, 29. Mat.( Eigenbericht.) Wie die Vertreter der Arbeiterschaft drei Vermittlungs handelt werden. Es ist eine unbestrittene Tat- als die Verheirateten ihrer Selasse. Regelmäßige uns von der Verwaltungsstelle Bodenbach des vorschläge machten, welche eine große Stonzession sache, daß die Bestreitung der Lebenshaltungs- Sonntagsarbeit wird mit 80 Prozent Zuschlag verInternationalen Metallarbeiterverbandes mitge- gegenüber den bisherigen Forderungen bedeuten, kosten für den nach dem 31. Dezember 1922 durch gütet. Ueberstunden werden mit 25 bzw. 45, bzw. teilt wird, dürfte die Arbeit in den streikenden verlief die Verhandlung resultatlos, weil alle diese Ehe und den nach dem 31. Dezember 1923 durch 65 Prozent Aufschlag entschädigt. Die Mindeſt= Betrieben am kommenden Montag wieder auf Vorschläge von Seiten der Unternehmer geradezu Geburt, Annahme von Adoptiv- oder Pflegekin- löhne für Berlin sind danach z. B. in Wasse C genommen werden. Es ist gelungen, die Angriffe Entrüstung unter den Vertrauensleuten hervor- dern vermehrten Familienstand des Bediensteten Verheirateter 33.60 M., Lediger 31.58 M., Klasse der Unternehmer abzuwehren. Das Ergebnis rufen mußte. Nicht genug, daß die Vertreter der mit demselben Aufwande verbunden ist, wie für der Verhandlungen ist folgendes: Der Lohn- Arbeiter besonders von Herrn Dr. Stelzig und jenen Bediensteten, dessen Familienstand, wie er vertrag muß bis 26. Juni abgeschlossen sein. Herrn Stessezius unterbrochen wurden. Den Her- vor dem 31. Dezember 1922, bezw. 1923 war, Bis dahin dürfen Aenderungender Lohn- ren kam es durchaus nicht darauf an, zu gleicher zum Bezuge der Teuerungszulagen und der Kinverhältnisse nicht vorgenommen Zeit aufzustehen und mitzureden, wenn ein Vertre- berzulagen berechtigt. Krieg im Frieden. Aus Kuruman( Betschuana land) wird berichtet: Während einer Militärbesichtigung fiel aus einem Militärflugzeug eine Bombe auf eine Gruppe von Zuschauern, von Wettersicht vom 29. Mai. Am Mittwoch stieg die Temperatur auf den Normalwert, im Osten herrschte Site bei 28 bis 30 Grad Celsius. Niederschlagsfrei blieb nur die Ostilawatei, sonst regnete es überall. Ergiebige Regenmengen melden Orte in den mittleren Teilen der Republik; Nitra 28 Millimeter, Preßburg 27 Millimeter und Brünn 21 Millimeter Wasserwert. Wahr scheinliches Wetter von heute: Vevän derlich, stellenweise Gewitter, schwül. Volkswirtschaft. Der Bodenbather Metallarbeiterstreit vor dem Ende. Wissenschaft. stand es fest, daß er sich am Elend des deutschen Stinnes, die Juden, das Tepliker Vaterlandes freventlich bereichert habe. An dieser Darstellung ist nur eines zu verTheater und die deutschvöllische missen, nämlich der Name des Leibblattes, das die Bekannte Kajs gelesen hat. Merkwürdig, ganz merkwürdig, daß die Auffassung, jeder der Ein hafenkreuzlerischer Literat oder gar sich bereichert, unbedingt ein Jude ist, in feiner Gelehrter beschäftigt sich in der„ Sudetendent- anderen Preffe tagtäglich wiederholt wird, wie fchen Tageszeitung" und dem„ Nordböhmischen ausschließlich nur in der Hakenkreuzlerpresse. Tagblatt" oder auch umgekehrt in einem Artikel Und diese Presse ist es auch, die den Marristen, mit: Stinnes, der Teplißer Schaubühne und den Demokraten, furz allen vernünftigen Polianderen Lieblingen der Judenpresse." Der ge- tikern das Unglück Deutschlands in die Schuhe lehrte Literat oder literarische Gelehrte, der sich schiebt, und die eigentlichen Verderber des DeutSaj nennt, hat eine Bekannte, die er als eine fchen Reiches ehrt und feiert, wie gerade der sehr kluge und weltgewandte Frau kennt, die Artikel von Kaj unwiderleglich beweist. Was ihn am Tage nach dem Tode Stinnes mit dem sollte Stinnes denn verbrochen haben? fragt Raj Ausspruch: Ich bin wahrhaftig keine Antife- ganz naiv, so naiv, wie das unschuldige Back mitin, aber wie dieser Jude das Elend des fischchen:„ Mutter, was ist denn ein Leutnant?" Deutschen Reiches ausgenützt hat, das ist schon und sonderbar, Raj gibt auf seine Frage auch Antwort und sagt: wahrlich eine Schande" überraschte. Raj staunte und fragt: Wie kam diese kluge Frau zu der Ansicht, erstens, daß Stinnes ein Jude und zweitens, daß er ein Schädiger des Reiches war? „ Die Judenpresse geiferte. Zuerst hat er die Ruhrbevölkerung in den Widerstand gegen die Franzosen gehetzt, um den Verfall der Mark zu beschleunigen; dann hat er sich unendliche In flationsgewinne ergaunert; er hat die" halbe" deutsche Industrie zusammengekauft. Zuletzt hat er das Schändlichste getan: er hat eine große Zahl von Zeitungen aufgekauft, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen." Arbeiterschaft ist erbittert, daß die Unternehmer rifliche Arbeitszeit beträgt 48 Stunden. Nach Der Kampf geht unverändert weiter. Die ein neuer Tarif für das gesamte deutsche Budjdrudgewerbe zustande gekommen. Die wöchentliche ta auch jene Vorschläge, die von der Arbeiterschaft Rücksprache mit der gesetzlichen Betriebsvertretung gemacht wurden, um eine Einigung zu erzielen, fönnen vom Arbeitgeber wöchentlich bis zu fünf beiter sind fest entschlossen, trotz der Not so lange Mehrarbeit angefeßt werden, die pro Stunde mit mit einem strikten Nein beantworteten. Die Ar- Stunden, für Maschinensetzer bis zu 3 Stunden auszuharren, bis ein Erfolg erzielt worden ist. Die Familienzulagen der Staats. angestellten. 31.58 M., ledig 29.69 M., Kaffe A 28.56 M., ledig 26.85 M., Ausgelernte 23.52 m. Diese Lohnvereinbarung gilt bis zum 1. August. Der Manteltarif einschließlich des Arbeitszeitabkommens Täuft bis zum 31. Januar 1925. „ Die Montanindustriellen haben vor dem Stinnes war ein Todfeind der Erfüllungsprit. Kriege durch große Geldaufwendungen die über- Die Franzosen rückten in das Ruhrrevier ein und großen Flottenrüstungen bewirkt, welche unter dem Schuße ihrer Bajonette wurde in den England gegen Deutschland mobolisiert haben und Werken Stinnes der Zehnstundentag eingeführt. dadurch die europäische Gesamteinstellung end- Und angesichts aller dieser Verbrechen an gültig für Deutschlands Niederlage vorbereitet. Volk und Reich stellt Saj in den Blättern der Die Schwerindustrie hat grundsäßlich an deutschen Nationalpartei die Frage: Was sollte deutsche Mitbürger teurer verkauft Stinnes denn verbrochen haben? nachdem er vorals an Engländer, daraus riesige Gewinne auf her versichert, daß Stinnes unsere( der national Kosten Deutschlands gezogen, gleichzeitig die parteilichen Presse) lebhafteste Anteilnahme ge mächtige englische Industrie zu Todfeinden funden hat. Stinnes war ein edler Charakter, so Deutschlands gemacht. versichert Raj und die verschiedenen Zeitungen Schließlich hat sie die passive Resistenz an der Ruhr organisiert, die Deutschland rund neun Millionen Goldmark gekostet hat, von denen ein sehr großer Teil in die Taschen der Ruhrmagnaten geflossen ist, die vom Reich Zuschüsse er hielten, die sie in wertlosen Papiermark zurück zahlen konnten." Im Kriege hat sie das Annexionspro hat er nur aufgefauft, um sie vor dem scheren gramm begünstigt, die nordfranzösische und bel- Untergang zu retten. Andere Absichten hatte Sim gische Montanindustrie aus privaten Konkurrenz- nes natürlich nicht und es ist ihm schon gar gründen zerstören lassen und dadurch die Repara- nicht eingefallen, die Zeitungen deswegen an sich tionsforderungen der Entente ins Ungemessene zu bringen, um damit die öffentliche Meinung zur erhöht. bearbeiten. Wie könnte ein Stinnes, der die leb= Nach dem Kriege hat die Schwerindustrie die hafteste Anteilnahme bei der Deutschen NationalInflation begünstigt. Von den erzielten partei gefunden hat, denn derartiges zugemutet Inflationsgewinnen hat sie durch Zeitungsverden. käufe und durch Angliederung von Depeschen- Nachdem Kaj Stinnes genügend idealisiert agenturen eine wilde nationalistische Verleumdungs- zu haben glaubt, gelangt der gelehrte Literat oder Tampagne gegen alle gemäßigteren Bolitiker literarische Gelehrte, ganz plößlich zur Teplitzer Aber bald hatte es Raj heraus, wieso die inszeniert, der Erzberger, Rathenau und viele Schaubühne, die der Prager jüdischen Presse desFrau zu ihrem Urteile fam. Bei der ungemein andere zum Opfer fielen. wegen nicht in den Kram paßt, weil sie den scharfen Logit, die Raj eigen ist, die Leser werDeutschen eine Herzenssache war. Dieses Unterden sie noch bestaunen tönnen, ist es kein Wunnehmen, bei dem Kaj auch die international ge der, daß er rasch die Erklärung für das Denken richtete Sozialdemokratie gnädigst wesentlich hat feiner Bekannten fand. Kaj folgert: erstens der mitwirken lassen, ist die größte völkische Tat Frau war es einfach undentbar, daß ein Nicht- Ganz richtig, das hat Stinnes tatsächlich Deutschböhmens seit dem Umsturze. Die Schaujude heutzutage imſtande war, zu unerhörtem alles getan und eben dadurch hat er das Elend bühne ist eine Stulturstätte und die Arbeiterschaft Reichtum zu gelangen, also mußte er wohl ein des Deutschen Reiches freventlich zur eigenen wird zum Träger der Kultur und muß es werJude sein. Man beachte und bewundere die Bereicherung ausgefügt. Stinnes hat die Mo- Stinnes war schon vor dem Kriege Beherr- den, wenn anders die Kultur nicht versinken soll, wissenschaftlich begründete Deduktion: Ein Nicht- nopolstellung der deutschen Schwerindustrie im scher der Deutsch- luxemburgischen Bergwerks- und daher wird die Teplitzer Sozialdemokratie jude fann nicht zu Reichtum gelangen, ein Mil- Striege bis zum äußersten ausgenügt, und damit und Hüttengesellschaft. Während des Krieges ging fein Aufhebens wegen der Förderung des Theliardär kann demnach nicht ein Nichtjude sein, den Grund gelegt nicht nur für seine Macht er nach Belgien und räumte die belgischen Fa aterbaues machen. Daß aber eine wüste Heye da er nicht ein Nichtjude ist, muß er ein Jude expansion in der Nachkriegszeit, sondern auch für briken aus; er verhandelte mit der Obersten gegen die Partei und einzelne ihrer Mandatare sein. Der Streis ist lückenlos geschlossen, der Be- die Zerrüttung der deutschen Staatsfinanzen und Heeresleitung über die Ausbeutung der Cam- gerade wegen des Theaterbaues betrieben wurde, weis ist vollkommen erbracht, eine Argumen- des deutschen Geldwesens. Auf der Grundlage pine, der Kohlenlager im Hinterland von Ant- scheint Saj vergessen zu haben. In welche Katetation, die schon Schopenhauer perfifliert:„ Jede des Preisdiktats für Eisen und werpen; er setzte die Deportierung der belgischen gorie dieser mehr als sonderbare Literat einzus Gans hat zwei Beine; du hast zwei Beine, folg- Stahl durch die deutsche Schwerindustrie und Arbeiter zur Zwangsarbeit in den deutschen reihen ist, macht einigermaßen Schwierigkeiten. lich bist du eine Gans." Zweitens, die Beste der Finanzierung des Hindenburgprogrammes Striegsbetrieben durch. An der Spitze der Schwer Entweder ist dieser Schriftgelehrte ein politia hatte nur ihr Leibblatt gelesen, in der tagtäglich durch Reichsschazanweisungen begann die industrie formulierte er das Kriegs- und Friesches Wide Ikind oder einer der gewöhnlichen der Name Stinnes verunglimpft wurde. Also Schraube ohne Ende von Inflation und Preis- densprogramm: Kein Friede ohne die flandrische hakenkreuzlerischen Journalisten, die aus weißstand es bei ihr auch fest, daß Stinnes( der steigerung in Deutschland. Stinnes war der Küste denn hinter ihr liegt die Campine! schwarz und aus schwarz- weiß machen. Jude sich am Elend des deutschen Vater- Führer der Schwerindustrie und welche Ver- Stein Friede ohne Longry und Brieydenn seine Jedenfalls aber hat die Sudetendeutsche Tageslandes freventlich bereichert habe. Also zweite brechen diese am deutschen Volt beging, ist noch Hochöfen verlangten Erz! Es kam der Zusam- zeitung" und das„ Nordböhmische Tagblatt" wieunwiderlegliche Schlußfolgerung: die sehr fluge zu lesen in einer Schrift von Rudolf Seller: menbruch, die Markentwertung. Stinnes faufte der auf das allerdeutlichste gezeigt, daß es mit Frau findet in ihrem Leibblatt tagtäglich eine Poincaré und die deutsche Schwerindustrie" sich mit Milliarden Papiermark weitere Unter der größten Begeisterung sich der Kapitalisten Berunglimpfung Stinues( wie er zum Juden Mährisch- Ostrau, Verlag J. Kittels Nachf.), in nehmungen; die Markschulden wird man durch und Schädiger Deutschlands und seines Volkes geformt wurde, siehe weiter oben Entwertung los, die Unternehmungen bleiben. annimmt. und so der es zum Schlusse heißt: Seite 6. Kleine Chronit. Dar Erreger der Maul- and Mlamenseuche ents deckt. Die Entdeckung des Erregers der Waul- und Mauenjeuche iſt den Professoren Dr. Dahmen und Dr. Frosch vom Hygienischen Institut der Tierärztlichen Hochschule in Berlin gelungen. Die Entdeckung war mur dadurch möglich geworden, daß der Erreger von der Flüssigkeit der Blasen, diese Infektionskrankheit im Maul und an den Mauen der Wiederkäuer hervorruft, getrennt und auf festen Nährböden in Kolonien zur EntwidTung gebracht wurde, wie es voriges Jahr den selben Autoren auch mit dem bisher ebenfalls un bekannten Erreger der Lungenseuche der Rinder geglückt war. Der Erreger der Maul- und Klauenseuche ist ein termikroskopisch kleines Stäbchen. Es läßt sich auf festen Nährböden nach Art der Bakterien in Gestalt blutkörperchengroßer Kolonien gewinnen, auf diesen und füffigen Nähr böden beliebig fortzüchten und aus der Kultur durch Verimpfung anf empfängliche Versuchstiere ( Meerschweinchen) unter Erzeugung eines typischen Krankheitsbildes übertragen. Wiſſen. Kunst und Wissen. -30. Mai 1924. Turnen und Sport. Das Schauturnen des 5. Kreises. Wir würden darüber kaum berichten, wenn diese zwei Sveisveranstaltungen nicht vom größten Kneise des Verbandes durchgeführt würden und ob ihrer Größe begreiflicher Weise auch einen fest. lichen Charakter einnehmen. Nichtsdestoweniger sind sie doch auch Lehr- und Lernfeste fürs Bundes. Turnfest. Der Samstag bringt in beiden Orten Vorrunde und Endspiele. Aus jedem Bezirk wer ben Stafetten abgehen, die fast alle Orte des Kreis. gebietes berühren. Schon in den Straßenläufen Internetionales Musikfest in Prag.( Smetana| wurde, indem sie die nicht weniger als sieben Sylus im tschechischen Nationaltheater: Dali Softheaterdirektoren zugunsten eines beseitigte. bor" tbusch a".) Es ist ein merkwürdiger Ihre Begründung dieses Vorgehens bezeichnet Bufall, daß gerade diese beiden nationalsten Openn diese Tat als den ersten Schritt zur Schaffung Smetanas einen ursprünglich deutschen Text( von einer Künstlerisch leistungsfähigen nationalen Immer greifbarere Formen nimmt das noch Schulrat Wenzig) benägen, der erst ins Tschechische Bühne in Kopenhagen. Das Hoftheater, nur über nebelhafte Gebilde des Bundes- Turnfestes an und übertragen wurde. I'm Opernschaffen Smetanas eine Szene verfügend, hat zwar gute Opern und es läßt die Größe dieser Veranstaltung immer bedeuten diese der tschechischen Sahenwelt entnom- Schauspielfräfte, muß sie aber die halbe Saison deutlicher vor Augen sehen. Vor allen zwingt uns menen Opern einen neuen Abschnitt. Der pathe in Urlaub schiden zugunsten eines traditioneller die im Frühjahr überall sich rapid vermehrende tische oder Heldenstil wird zum erstenmale in Spielplans von Spielopern und„ bombensicheren" Turntätigkeit zu dieser Ansicht und es zeigt sich zudardgreifender Weise angewendet, was sich nicht Schauspielen. Das einzige weitere Bünstlerische gleich auch ein emfiges Rüsten unter den Bereinen. nur in der reichen Blechbenüßung im Orchester, Betty- Nansen Theater steht in Verhandlung mit Bereits sind die Vorarbeiten in turnerischer Hinsondern auch im Stil der Werke selbst zeigt, die einem Varietédirektor, weil es mit seinem litera jicht soweit gediehen, daß mit den Probeturnen in auf die in den volkstümlichen Opern Smetanas rischen Spielplan nur Defizits erreichte. Auf den größeren Maßen begonnen werden kann. Am gebräuchlichen gefchloffenen Nummern" verzichten anderen Bühnen herrscht die Revue, das Singspiel, 8. Juni( Pfingstsonntag) tritt der obere Teil des und musikdramatisch und leitmotivisch im Wagner- die Operette und Lokalpossen. Nina Bang will 5. Kreises in Seestadtl vor die Oeffentlichkeit, acht schen Sinne geschrieben sind. Was den literavi min versuchen, vom Finanzminister die 2.5 Mil Tage später, am 15. Juni wird in Aussig auf den schen Inhalt der Opem anbelangt, so wird im lionen bewilligt zu bekommen, die der Einbau städtischen Spielwiesen der untere Teil des Sorci. Dalibor", den die Tschechen gerne den böhmischen einer zweiten Schauspielszene in den weitläufigen ses seine Proben durchführen. Fidelio" nemen, die Gattenliebe verherrlicht, die Softheaterkomplex tostet. Eine weitere Schwierig aber im Gegensaße zum Vergleichswerte Beet feit sind gewisse Privilegien der offiziellen Hof Hovens mit dem tragischen Tode der Gatten endet, schauspieber. Hier wird der sozialistische Kultus. während in der„ Cibuscha" die Versöhnung zweier minister noch viel„ Aufräumungsarbeit" zu leisten feindlicher Brüder als Symbol der nationalen haben, che frische Luft durch das ebenso chrwürdige Einigkeit dient. Die Aufführung der beiden Mei wie in Traditionen erstarrte Haus am Kongens sterwerke zeigte die tschechische Staatsoper auf Rytow wehen lann. ragender fünstlerischer Höhe. Vor allem der Opernchef Ottolar Oftrčil sei rühmlichst her- Bierte Theatergemeinschaftsvorstellung. Mon vorgehoben; von seiner musikalischen Interpreta tag, den 2. Juni findet als vierte Theater gemte in Gastspiel Elisabeth Bergner tion der beiden Opern ging Beiheftimmung und schaftsvorstellung eine Aufführung von Ibsens mit dem Ensemble des Raimundtheaters, Fräulein Festglanz aus. Auch die neue Bühnenausstattung„ Beer Gynt", mit der Musik von Edward Julie." Eigentlich fällt das auch in Prag viel ge. Prof. Kyselas in ihrer feierlich imposanten und Grieg, statt. Sippläge von 18 bis 6 K. Kartenspielte Fräulein Julie" aus dem Rahmen bei aller Stilisierung doch wundervoll stileinheitder Strindbergschen Stücke. Der Weiberhasser hat lichen Art erregte mit Recht Bewunderung. Der borverkauf bei: Optiker Deutsch, Graben 25, Deurhier eine Gestalt geschaffen- vielleicht wird sie Regie Ferd. Pujmanns hätte man nur mehr sches Haus, Nikolander- Realschule, Urania- Rasse. auch nur durch die Darbietung Frl. Bergners Leben in den Chor- und großen Ensembleszenen Spielplan des Neuen Theaters. Heute Frei -die alles Mitgefühl und jede Anteilnahme umso gewünscht. Unter den Solisten waren die Damen mehr auf sich zicht, als ihr Partner Schuftigkeit der weitaus bessere Teil. Vor allem Marie Ve- tag„ Der Hampelmann"; Samstag„ Die und Gemeinheit in einem Grade besitzt, der nur ela als hinreißend spielende und singende Milada blaue Maus"; Sonntag abends„ Othello". durch seine Rücksichtslosigkeit aufgewogen wird. im Dalibor" und Frau Petanová als Libuscha Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag Die Grafentochter, die im Taumel des Mittsommer- boten gefangstünstlerische Leistungen allerersten Gastspiel Bergner Fräulein Julie", nachtsfestes troß ihres Stolzes, ihrer bösen Erfah. Ranges. Arg enttäuscht hat dagegen der einstige rungen mit dem Verlobten, der ein Elender war, Dresdener Kammerfänger Plaške in den Kö- orc"; Samstag komödie um Rosa"; obwohl sie von der niedrig rachsüchtigen Mutter rigsrollen der beiden Opern; nicht nur darstelle Sonntag halb 11 Uhr Aeſthet. Hyg. Gymnastik, zum Männerhaß erzogen wurde, dem Lataien, der tisch merkt man der behäbigen Art des Sängers abends„ Das Kamel geht durch das Naeine Bedientenseele im Leibe hat, sich hingibt; die bas Alber an, sondern auch seine Stimme zeigt wie sie sagt der Sehnsucht des weiblichen Rörpers in der ofthematischen Singtveise und im Forzieren nach dem männlichen Samen unterliegt", um nach Auch der Heldentenor Schütz( Dalibor) vermochte der hohen Töne bedenkliche Alterserscheinungen. ciner Stunde zu erkennen, daß sie nur ein Aft zum Emportlimmen war, daß sie zur Diebin an dem aveder gesanglich noch darstellerisch zu überzeugen. Die übrigen Rollen waren in mehr oder weniger Vater, zur Heimatflüchtigen werden, vielleicht den Tod des stolzen Vaters verschulden muß, daß fie guten Händen, im allgemeinen aber bei den Damen unter ihre Magd heruntergewürdigt wird; dieses besser aufgehoben als bei den Herren. Chor und Internationaler Ausschuß sozialistischer Studenim wahrsten Sinne gefallene Weib sand durch Frl. Drchester entledigten sich ihrer Aufgaben wieder in ten. Heute abends acht Uhr Strataakademie 2. Stock, Berger eine vollkommene, erschütternde, rein hervorragender Weise. -ek. Vortrag des bekannten französischen Publizisten menschliche( daher nicht im geringsten theatralische) Bom Hoftheater sur Nationalszene. Der dä Darstellung, die die grauenhaften Szenen Strindische Kultusminister Genossin Nina Senry Guilbeaug über„ Die kulturellen bergs zum wirklichen Kunstwerk werden ließ. Bang, hat eine einschneidende Veränderung in und literarischen Strömungen des Meisterhaft ist ihr Können, wenn sie mit Rörper, dem Betrieb des Kopenhagener Hoftheaters getrof- neuen Rußland." Der französische Vortrag Geste und Stimme, mit ihrem Lachen bewußt fen, die von der Presse aller Richtungen begrüßt wird ins Tſchechiſche überſezt. Gäſte willkommen. Kleine Bühne. 1 und unbewußt das Männchen reizt hier ein echtes Strindbergweib; hinreißen ist ihre Ratlosig feit, als sie zum Bewußtsein ihrer Lage tommt, den Genossen ihrer schwäche„ Hund" anschreit und bei seinem Sure" zusammenbricht; ergreifend ist es, wenn sie die Hände über dem gelöpften Zeifig a sammenkrampft, den der Schuft tötet, um die Flucht mit dem erpreßten Gelde zu erleichtern; unvergleich lich aber ist der Entschluß dargestellt, den einzigen gebotenen Ausweg zu erfassen, der Griff nach den Rasiermesser, das der wieder Domestik gewordene, in Angst um sich und als Rache für seine eigene Frucht bietet.- H. Edthofer ist der Künstlerin ein vollkommener Partner; Beweis dafür, daß er selbst diese Rolle durch eine Betonung des Pariastandpunktes, des vergeblichen Strebens aus Nie. drigkeit menschlich begreiflich, nicht allzu ekelhaft werden ließ. Mit Anerkennung sei auch der herb gläubigen Köchin Christel Grete Raisers gedacht. Der Eindrud des Schauspiels war ein so starker, daß er die vorausgehende, von unseren Kräften recht luftig gespielte Bedeutungslosigkeit von Hardtlebens„ Lore" völlig erdrüdtc. Dr. R. C. Herausgeber: Dr. Ludwig Czech und Karl Cermah. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Nießner. Druck: Deutsche Zeitungs- A.- G, Prog Für den Druck verantwortlich: O. Solik. Wo verkehren wir? Café Continental, Prag- Graben Goldenes Kreuzel, Brag- Netazanta. Gaſtwirtſchaft Deutſches Bereinshaus Prag, Smečky 22( Urania). 1000 Gastwirtschaft Lidový dům" der Genossenschaft., Ganymed" Täglich. PRAG II., Konzert Hybernská Nr. 7. 66 Café Nizza" 99 Kgl. Weinberge, Jungmannstraße 27. Unser Stammlokal. TEF 啵 delöhr". Vitello Delikat Bereinsnachrichten. bffenbart sich eine wirksame Agitations und Werbekraft für die Turnſache. Sonntag früh schen wir die Turner, Turnerinnen und Sportler zum Wettkampf antreten. Auch der Wettkampf trägt, troß seines Kampfcharakters, nur ideale Momente. Nicht der Geist alter Helden" ist Leitmittel oder tampf ist ein Wertungsturnen. Zeichen des Zugmittel zum Wetturnen, sondern unser WettFortschrittgades in der Entwicklung, Ansporn zur Weiterausbildung. Neben den Einzelkämpfen Naum einnehmen. Der weitere Teil des Vormit wird auch das Vereinswetturnen einen breiten tages wird mit Proben zur Hauptprobe aller Altiven ausgefüllt sein. Um halb 2 Uhr wird ein kurzer Festzug den Nachmittag einleiten, der in seiner weiteren Folge das Auftreten der Kinder und Erwachsenen, beiderlei Geschlechts, zu den Massenfreiübungen bringt. In Seestadtl wird außerdem Samstag abends ein Konumers turnerische Feinarbeit zeigen. Das letzte Kreisturnfest in Bodenbach, bei welchem an 18.000 Festzugsteilnehmer gezählt wurden, läßt erwarten, daß auch diesmal bei beiden Veranstaltungen der Festzug zu einer gewaltigen Manifestation des Störpersport treibenden Proletariats wird. An alle Arbeiter und Arberinnen richten wir den Ruf: Besuchet dieje Schartnrnen! übungen für das Proletariat notwendig sind. Der Es soll neuerlich gezeigt werden, daß Leibes. Auftakt zum Bundes Turnfest setzt ein: ihn wärdig und feierlich zu gestalten, ist unsere Aufgabe. Das fchmeckt! Vitell Delikatess Jede Hausfrau weiß, wie fehr fle Hausgenoffen mit feinen Torten u. herrlichem Backwerk Uberrafchen kann, fefchreckt aber oft vor den hohen Butterprelfen zurück. VITELLO relcht thr hilfsberelt die Hand. Mit VITELLO läßt fch das herrlichte Gebäck herftellen.- Es fchmeckt ebenso gut wie mit Naturbutter gebacken, fellt fch aber nur halb fo teuer. Verlangen de kostenlose Zusendung unferer Kochrezepte. Das befondere Kimverfahren( verbuttern) macht VITELLO zum Liebling aller Hausfrauen. Kaufen Sie heute noch„ VITELLO"! VITELLO / Deutscher Theatergarten/ täglich Militär- Konzert. 2774 // Menu à 7.50 abonnement 7.-.!!