Mr. 232. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illustrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelseile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: But I, nr. 1508. Telegramm Adresse: ..Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Fertigstellung der heutigen Nummer hat sich wegen des Eintreffens zahlreicher und umfangreicher Depeschen nach Mitternacht verzögert, was die Abonnenten entschuldigen wollen. Eine Erörterung über die Parteitaktik, Genoffin Clara Zetkin ersucht uns um Veröffentlichung der folgenden Erörterung: " Der Vorwärts" hat an die Wiedergabe einiger Stellen aus meinem Artifel in der Gleichheit" kritische Bemerkungen geknüpft. Das ist nicht nur sein gutes Recht, sondern seine Pflicht, und ich wünsche nur von Herzen und recht viele Genossen wünschen es mit mir der„ Borwärts" möchte den gleichen pflichteifrigen Drang, auf fegerische" Ansichten zu reagiren, jederzeit und allen gegenüber mit der gleichen Firigkeit und Entschiedenheit bethätigen, wie gegenüber meinen" phantasievollen" Ausführungen. Siehe die Haltung des Zentralorgans in betreff der Heine'schen Auffassung, in betreff Schipper's Ansicht über die Zollpolitik 2c. 2c.! Es liegt nicht in meiner Absicht, gegenwärtig an dieser Stelle meine Ansicht zu begründen, daß ein Zusammenhang besteht zwischen den opportunistischen Strömungen in unseren Reihen und einer gewissen Lauheit des Wahltampfes unsererseits, sowie der schwächeren Werbefraft unserer Agitation. Dadurch, daß der Vorwärts" diese Ansicht phantasievoll" nennt, ist sie ja ebenso wenig widerlegt, als sein eigener gegentheiliger Standpunkt damit als unhaltbar erwiesen wäre, daß ich ihn etwa als" turzsichtig" oder don höflichen Gepflogenheiten des Blattes entsprechend als wundersam optimistisch" bezeichnen würde. Dienstag, den 4. Oftober 1898. hervorgerufen, als ob wir einer Diskussion über eine Kritik aus dem Wege gehen wollen, die die Haltung des Vorwärts" in mehreren Fragen tritifirt und als warnende Stimme für diejenigen erscheinen soll, die angeblich vom revolutionären Klassenkampf und den revolutionären Prinzipien der Partei abgewichen sind. Expedition: SW. 19, Bruth- Straße 3. Daß wir durch unsere Stellung zur Kolonialpolitik das Lob der Parteigenossen nicht erworben haben, gestehen wir zu. Aber die Differenz mit uns drehte sich nicht, wie Klara Bettin behaupten möchte, um prinzipielle Auffassungen und schlechte Wize, sondern es war ein Streit um Worte, richtiger um die Frage, ob immer der Superlativ anzuwenden sei. In der Schärfe des Ausdruckes bei der Verurtheilung der Kolonialpolitik standen wir den übrigen Parteiblättern nach, in der Schäßung des agitatorisch- politischen Werthes Wir bekennen uns schuldig, daß wir nicht zu denjenigen gehört haben, die in jeder abweichenden Meinung eines einzelnen Parteigenossen von den bisher üblichen Auffassungen einen Parteiverrath erblidten, noch schätzten wir den Einfluß solcher Parteifreunde so hoch für unsere Partei mögen wir anderer Meinung gewesen sein, aber ein, daß wir glauben konnten, die ganze Partei werde sich auf fachlich bestanden keine Differenzen zwischen uns und der übrigen grund solcher Aeußerungen gleich als über Kopf in das Parteipresse. opportunistische oder sozialreformatorische Lager stürzen. So oder ähnlich lauteten aber die Kassandrarufe einiger Parteifreunde gegenüber den Parteilegern Heine, Schippel und Auer. Die Versumpfung der Partei, ihr opportunistischer Charakter, das sind Vorwürfe, die in unserer Parteigeschichte regelmäßig wiederfehren; die Entdeckung solcher" Verwirrungen" war immer nur Sache einiger Auserlesenen," die auf den Binnen der Partei treue Wächterdienste hielten. Sie nur glaubten, rein und uns verfälscht das Banner des Prinzips muthig voranzutragen. Auch gegenwärtig hat man die Dinge stark übertrieben; Aeußerungen einzelner ist weit über Gebühr großes Gewicht beigelegt worden, ihre Anschauungen sind nicht die der Partei. Geschickt hat man dem, was auf dem letzten Parteitag von Schippel und in Berlin von Heine und schließlich auch im Vorwärts" gesagt und geschrieben wurde, manches unterlegt, um den Grund zu finden für eine heftige, das sachliche Gebiet überschreitende Polemit, die jeden Anreiz verlieren würde, wenn man bei den Thatsachen bliebe. Was die ruhige Erwägung verwerfen muß, baut die Phantasie geschickt wieder auf. Aber wir haben bisher nur beobachten können, daß die schweren Sünden der Partei, die von Dresden fortgesetzt uns und anderen ins Gewissen gerufen wurden, nur wenige zur Beichte veranlassen fonnten. Warum? Genoffin Bettin kann sicher sein, nicht weil es so viele hartgefottene Sünder giebt, sondern weil sie sich frei von jeder Schuld wissen. Die Genoffin Zetkin hat unbedingt die Auffassung, daß in der Partei eine starke Strömung sei, die die Partei von ihrer alten Taktik und Prinzipientreue abbringen könnte. Das ist nicht der Fall und wir können da ebenso, wie die Redakteurin der„ Gleichheit" mit einem trefflichen Ausspruch des Genossen Schoenlank dienen, den er auf dem Breslauer Parteitag bei der Vertheidigung des von der Argarkommission ausgearbeiteten Programms that, indem er sagte: Die revolutionäre Phrase mit dem dramatischen rrr be= deutet dem gegenüber gar nichts." Und an anderer Stelle sagt derselbe Redner: Die Revision unserer Borstellungen geht unaufhaltsam weiter und der verbissene Fanatismus der Parteidogmatiker in der Partei fängt bereits an zu bröckeln. Sie werden noch sehen, daß wir jezt, mit der Agrarfrage auf das ernsthafteste zu rechnen haben werden, mit neuen Begriffen, mit neuen Zielen. Das Agrarwesen läßt sich nicht nach der alten Schablone behandeln, die bisher so oft an die Stelle der Forschungen und der Erkenntniß ge= treten ist." Wenn wir uns mun ferner vergegenwärtigen, daß Schoenlant der Ansicht ist, unsere theoretische Auffassung im Programm, wonach Immerhin will ich betonen, daß ich mit meiner Auffassung innereine fortgesetzte Werelendung der Masse eintritt, sei unrichtig, Parvus halb der Partei keineswegs vereinzelt dastehe. In Berlin selbst fehlt aber dagegen aufs heftigste polemisiren muß, und wenn wir dann es nicht an Parteigenossen, deren Meinung nach ein Zusammenhang beachten, daß Bebel und Parvus für die Landtagswahl, Schoenlant besteht zwischen den Berliner Wahlresultaten und der Stellung des dagegen auftritt, Auer das Agrarprogramm gegen Schoenlant und " Vorwärts" in der Frage der Kolonialpolitik, der Zollpolitik, sowie Nun behauptet die Genoffin Bettin, daß es sogar in Berlin Bebel bekämpft, dann werden wir irre daran, ob es der Genoffin feinem Ton geheimbderäthlicher Erlasse und professoraler Ergüsse. Der Parteigenossen giebt, die daran glauben, daß der Vorwärts" und Bettin möglich ist, uns einen Parteigenossen vorzustellen, der ihrer Vorwurf, in meinen Ansichten„ phantasievoll" zu sein, drückt mich feine Haltung zur Kolonialpolitik, Bollpolitik und anderen Dingen innersten Ueberzeugung nach ganz prinzipiell geblieben ist. Wir deshalb nicht, und es wundert mich auch nicht seitens eines Blattes, schuld sei, daß der Wahlkampf lau geführt wurde und daß das fennen keinen, ja wir müssen bedauern, daß selbst klara Zetkin nicht dessen politischer Theil mit Ausnahme dessen, was Liebknecht Wahlergebniß nicht so war, wie man es wünschen mußte. Wir geben dazu gehört. schreibt reichlich und täglich den Mangel an Phantasie und unumstritten zu, daß solche Ansichten in Berlin ausgesprochen wurden, Man macht nicht über Dinge Spektakel, die längst abmanch' anderem noch empfinden läßt. nur fönnen wir, doch noch etwas besser orientirt als unsere Stuttgarter gethan sind; durch ihr häufiges Erwähnen redet man blos sich Dagegen fühle ich mich veranlaßt, eine Auffassung zurüdzu- Genoffin, hinzufügen, daß es auch sehr viele Parteigenossen und anderen vor, sie freiben in der Partei ihr Wesen, während sie weisen, die im Schlußsaße der Vorwärtspolemik mit jener diploma in Berlin giebt, die glauben, daß die Stellung mancher längst zur Ruhe gebettet wären, wenn man sie nicht in nervöser tischen seinheit angedeutet ist, welche die Auslassungen unseres Parteigenossen zur Frage der Betheiligung an die Gereiztheit immer wieder an das Tageslicht zerrte. Bentralorgans in Fragen des Parteilebens so ganz besonders ziert. Landtagswahl, die Empfehlung derselben, die bürgerlichen Wenn man bei jeder Rauchentividelung erschreckt gleich auf Nach diesem Schlußsaz scheint es, als ob der Unterschied zwischen Parteien zu unterstützen, uns bei der Wahl arg kompromittirt und ein gefährliches Feuer schließt, dann würde man sehr oft zum der staatsmännelnden" Richtung und ihren Gegnern in der Partei schließlich geschädigt haben. Und wenn die Voraussetzung der Narren gehalten werden. So manches, was als Gefahr von laut einzig und allein in dem mehr oder minder häufigen Gebrauch des Genoffin Bettin richtig wäre, dann hat die zuletzt gegebene Folgerung redenden und trotzdem überaus furchtsamen Parteigenossen gekennWortes„ revolutionär" besteht. weit mehr Berechtigung für sich. Aber wo treffen wir da die zeichnet wird, ist blos ein Zeichen des noch immer jungen Lebens in Ich glaube gern, daß diese Auffassung der Sachlage aus den Genossin Zetkin. Wenn sie den Geheimraths- und professoralen der Partei, ein Beweis dafür, daß wir noch lange nicht verknöcheri Tiefen eines harmlosen Gemüths quillt und nicht dem Wunsche ent- Stil, der dem„ Vorwärts" zum großen Theil doch auch von ehe- sind und gegenseitig einen Puff vertragen. Und läßt die Partei sprossen ist, die Diskussion über die strittigen Fragen zur Ber- maligen Handwerksgesellen gegeben wurde, so echt proletarisch haßt, auch fünftig etwas von dieser Gesundheit merken, so dürfte das fumpfung zu bringen. Aber dieses harmlose Gemüth in allen Ehren, dann bitten wir die Betheiligung an den Landtagswahlen, den nichts schaden. wie reimt sich diese Auffassung mit der Wirklichkeit? Wie stimmit sie schändlichen Fleck aus unserem prinzipiellen Gewande zu entfernen. zu den in Hamburg vertretenen Ansichten bezüglich unseres eventuellen Diese Frage trägt ein gut Theil der Schuld daran, daß wir Verhaltens bei Forderungen der Regierung auf Reubewaffnung des nicht in der alten Reinheit dastehen. Wenn es schon sein Militärs? Handelt es sich wirklich nur um den Gebrauch oder muß, dann möchten wir doch ganz sauber und rein erscheinen. Nichtgebrauch eines Wortes bei den Auseinandersetzungen über Man sieht, unter solchen Umständen kann das harmloseste Gemüth die von Heine angepriesene Politik des Tauschhandels: Kanonen zu radikalen Schlußfolgerungen greifen, über die im revolutionären Die letzten Tage ist die Aufregung in Paris gewaltig gestiegen. für Volksrechte? Als der„ Vorwärts" unsere prinzipielle Saltung Eifer mit Prinzipienfestigkeit von der Genoffin Bettin hinübergehupft Am Sonnabend sprach der Genosse Jaurès vor etwa 6000 Personen zur Frage der Kolonialpolitik preisgab, um sich zu dem Möchte gern wird. über den Sozialismus und die Dreyfus- Angelegenheit. Er proWize aufzuschwingen: die deutsche Sozialdemokratie sei nicht die Was die höflichen Erwähnungen unserer Vorzüge anbetrifft, so testirte zunächst dagegen, daß man niemanden zu Picquart laffe. Schützerin der Interessen der Mandschu- Dynastie opponirte da nehmen wir sie dankend entgegen, nur müssen wir uns gegen die Die Sozialisten träten für Dreyfus ein, da sie überhaupt für die vielleicht so gut wie die gesammte Parteipreffe lediglich aus aber- Herabseßung wenden, die unserem Kollegen Liebknecht zugedacht ist. Interdrückten eintreten. Die Unfähigkeit des Generalstabes gläubischer Vorliebe für Worte und Formeln oder aus der Ueberzeugung Wir wissen nicht, wie weit die Genossin Zetkin orientirt ist, was sei erwiesen. Das geheime friegsgerichtliche Verfahren widerheraus, daß unsere grundsägliche Stellung über Bord geworfen unser Kollege Liebknecht schreibt. Unsere Auffassung unterscheidet spreche der Freiheit. Die Versammlung nahm einstimmig worden war? Preisfrage. U. A. w. g." sich von der ihrigen. Liebknecht weiß wohl mit Feuer und Be- eine Tagesordnung an, in welcher ausgeführt wird, das Die Pariser Bevölkerung und die Affaire Dreyfus. Eine politische Partei kann sich sicherlich in ihrer lebendigen geisterung zu schreiben, aber Phantasie hat ihm stets in seiner Proletariat müsse sich bestreben, die militärischen Institutionen Entwickelung nicht durch Worte und Formeln behindern lassen journalistischen Thätigkeit fern gelegen. Phantasie fehlt den Vor- Frankreichs mit den Grundsäßen der republikanischen Demokratie in Aber nicht um die Vorliebe für bestimmte Worte und die Abwärts"; aber schließlich ist der Vorwärts" auch kein Blatt, das Einklang zu bringen und müsse volle Klarheit über die Verbrechen neigung gegen sie dreht sich der Gegensatz der Meinungen phantafievolle Märchen zu bringen, den Ehrgeiz und die Aufgabe des gegenwärtigen Militarismus verlangen. Nach Schluß der innerhalb der Partei. Vielmehr um ganz bestimmte gegen hat. Wir wissen die Partei der Kinderstube entwachsen. Versammlung wurden vier Personen wegen aufhezzender Rufe versätzliche Auffassungen, grundsätzliche und tattische Fragen be- Die Stellung der Partei zum Militarismus wird getadelt. Uns haftet. treffend. " Die Gegenfäße sind gewiß keine zufälligen, sie sind in ist ganz unbekannt, daß die Auffassung Schipper's, die er gelegentlich Am Sonntag sollte in dem Wagram- Saale" eine von bürgerder Entwickelung unserer Bewegung innerhalb des gegebenen ge- zur Forderung der Artillerievorlage befundete, in der Partei irgend- licher Seite einberufene Versammlung abgehalten werden, die ebenschichtlichen Milieus begründet. Sie sind meines Erachtens auch nicht wie Anklang gefunden hätte. Man wendet sich doch aber nicht gegen falls zu gunsten der Revision Stellung nehmen sollte. Der Wirth zu bejammern, denn ihre Erörterung wirkt befruchtend auf das innere Auffassungen, die in der Partei keinen Boden haben. Wozu dagegen verweigerte, wie wir bereits furz mittheilten, die Hergabe des Leben unserer Partei. Nicht in dem Vorhandensein der Gegensätze polemisiren? Wir gehören nicht zu denen, die aus Freude Saales, weil er Ruheftörungen befürchtete. Gerade infolge dieser liegt das bedenkliche, sondern in der auf manchen Seiten vor- an der Polemit das Vaterland in der Gefahr erklären, die Maßnahmen, hinter denen, wohl nicht mit Unrecht. die Déroulèdehandenen Neigung, eine Auseinandersetzung über die Gegensätze zu Partei als zerrissen, als verfaulend darzustellen belieben. Leute und die Polizei vermuthet wird, kam es am Nachmittag gevermeiden und mit guten und schlechten Wien über dieselben hin- Unsere ablehnende Stellung zu den Militärforderungen steht fest. legentlich der Demonstrationen zu Reibungen zwischen den beiden weg zu voltigiren. Wize mögen gelegentlich über eine Schwierigkeit Hätte der Vorwärts" wie die Sächsische Arbeiter- Beitung" endlose Richtungen. Gegen 4 Uhr nachmittags versuchte eine Anzahl hinweghelfen, Schwierigkeiten zu lösen vermögen sie nicht. Artikel über diese Frage geschrieben, dann wären wir heute genau Manifestanten, die von den Zugängen zu dem Wagram- Saale, Zum Schlusse noch eine Bemerkung. Wenn die Gegner des so weit, ohne daß wir einen von den Frevlern Schippel und Auer welcher vollständig geräumt wurde, vertrieben worden waren, nach Opportunismus in unseren Reihen das Wort„ revolutionär" öfter ge- als Bekehrte dem Barteitag präsentiren könnten. dem Opernplage vor dem„ Cercle militaire" zu gelangen, wurden brauchen, als manchen zartbeohrten Leuten angenehm ist, so ist das nur Dasselbe trifft in noch erhöhtem Maße für die Heine'sche Kom- aber von der Polizei zerstreut. die Reaktion gegen die Ultra der weisen Mäßigung", die der Klang und pensationspolitik zu. Wir sind erstaunt, daß man nicht, und zwar Vor dem„ Wagram Saale" hatte sich eine ziemlich zahlreiche Anblick des schrecklichen Worts in jene hysterische Erregung verfekt, mit weit mehr Berechtigung, das Flugblatt der Liegniger Genoffen, Menge angesammelt, aus deren Mitte vereinzelt Rufe:„ Es lebe welche manche alte Jungfer zu befallen pflegt, in deren Gegenwart die den Bauern die Getreidezölle versprachen, als ein sehr bedent- Bola! Es lebe die Revision" ertönten. Einige Verhaftungen wurden unvorsichtigerweise das Wort„ Mann" ausgesprochen wird. Daß in liches Zeichen des Opportunismus in der Partei brandmarkt. Ueber vorgenommen. Unter den Verhafteten befinden sich auch der dieser Beziehung dem Sozialdemokraten geziemen soll, was dem un- diese Dinge hat sich niemand in der Partei erregt, weil sich ver- Direktor des Blattes" L'Aurore", Vaughan, sowie der Redakteur geschichtlich denkenden Spießbürger wohl ansteht, ist nicht blos komisch, nünftigerweise jeder sagte, den sehr braven Parteigenossen in Liegniß des" Temps", Morhardt, welche festgenommen wurden, als es ist tennzeichnend. Die Abneigung gegen das Wort revolutionär ist ein böser Lapsus passirt, für den die Partei keine Verantwortung sie den Saat betreten wollten. Zwischen den Polizeibeamten ist eines jener Strohhälmchen, die da künden, woher der Wind trägt. Wenn man hätte wollen, hätte man auch hierüber ein Viertel- und einer Anzahl Personen, welche die Absperrung der Polizei zu tommt, und wohin er geht. Sie ist ein äußeres Anzeichen für die jahr die Kassandra tragiren können. Der Fehler der Genossen durchbrechen versuchten, kam es zu einem Handgemenge. Mehrere Strömung, welche die" revolutionäre Phrase" bekämpft, aber in der bestand darin, daß sie sich auf das Prophezeien verlegten; daß sie Personen wurden auch hierbei verhaftet, darunter auch der seichtesten opportunistischen Phrase schwelgt, jener Fragen aufwarfen, wie in noch nicht dagewesenen und in vorerst Deputirte Paulin Mery. Wiederholte Nufe: Revision! Nieder Strömung, die um Schoenlant's treffenden Ausspruch zu ge- nicht zu erwartenden Situationen unsere Tattit einzurichten sei. mit den Juden!" wurden laut. In diesem Augenblicke erschien brauchen bor lauter praktischer Politit" geneigt ist, unsere Solche Diskussionen sind ebenso unfruchtbar wie die Zukunft staats- Déroulède an der Spize zahlreicher Freunde, welche, da sie das Prinzipien in das Austragsstübel zu schaffen." Debatten. Die neuen Propheten haben nun das Pech, mit den alten Gitter vor dem Wagram- Saale geschlossen sahen, unter Hochrufen Stuttgart, den 30. September 1898. Propheten in der Partei in Streit zu gerathen. Wir stehen bei auf die Armee nach der„ Place des ternes" zogen. diesem Streit ganz kühl daneben und arbeiten trotz der arg bösen Ueber die Vorgänge meldet uns ein Privattelegramım:„ Die Zensuren der Genossin Bettin mit Eifer an den gegenwärtigen Auf- Polizei nahm gegenüber der Menge eine Herausfordernde Haltung gaben der Partei mit. Dabei haben wir in Hülle und Fülle zu ein; im offenen Bunde mit den Déroulède Leuten mißthun, an Stoff mangelt es uns nicht. Wir lassen uns den Stoff handelte sie ohne sichtlichen Grund die Manifestanten. Die Nehierfür von den Gegnern und nicht von den Spintisirern in den gierung macht sich entweder absichtlich zum Mitschuldigen oder aber sie beweist eine große Schwäche gegenüber denjenigen, die unter * Clara Bettin. Wir waren sehr im Zweifel, ob es sich empfiehlt, gerade jetzt während des Parteitages auf eine Reihe von Fragen einzugehen, die von der Genossin Zetkin in ihrer Erwiderung auf unsere furze Polemit angeregt sind. Ein Ablehnen hätte vielleicht den Eindruck eigenen Reihen liefern. " allen llinständen Revision des Prozesses vereiteln wollen. Immer- Inach zur Ausführung zu bringen. Ein Theil der Genossen, die auf| Aber bei uns als Kampfpartei tommt es auf das Ver hin ist die using eine bedeutende." Seiten Schumacher's standen, führten über den Vorstand Beschwerde hältniß zu der Zahl der Wahlberechtigten an. Wenn wir Im ganzen wurden 35 Verhaftungen vorgenommen, wovon sechs bei den Kontrolleuren. Wir haben die Sache eingehend, namentlich eine Kampfpartei sein wollen, die die Welt erobern will, aufrecht erhalten wurden. nach der Seite hin geprüft, ob es dem Vorstand möglich und der so haben wir die Frage zu stellen: wie weit sind die sozialdemoDie Petite République" veröffentlicht in ihrer Nummer vom Partei nützlich gewesen sein würde, angesichts der Situation dem fratischen Gedanken propagirt? Und da wirken die nackten Zahlen Montag anonyme Briefe, welche die Mittheilung von einer plö- Wortlaut des Beschlusses Rechnung zu fragen. Wir sind einstimmig weit angenehmer als die schönen Wünsche und Aeußerungen. Wir lichen Erkrankung des Obersten Picquart erhalten. Trotzdem dürfe zu der Ansicht gelangt und haben dies den Beschwerdeführern Klar haben ständig zugenommen von 4 pct. der Wahlberechtigten im ihn niemand besuchen. Von anderer Seite wird diese Erkrankung zu machen versucht, daß der Vorstand, wenn anders er die Partei Jahre 1874, außer in den beiden Ausnahmejahren 1878 und 1881, in Abrede gestellt. nicht schädigen wollte, nicht anders handeln konnte, als er ge- aber diesmal bei weitem nicht in dem Maße, wie man es hätte Weiter liegen uns noch folgende Nachrichten zur Dreyfus- Affäre handelt hat, die Antwort war von sämmtlichen Kontrolleuren unter- erwarten müssen, wenn der sozialdemokratische Gedanke in einiger vor: Die„ Libre Parole" meint, der Generalprokurator Manau schrieben. maßen ähnlicher Weise fortgeschritten wäre wie früher. Im Jahre werde in seinem Gutachten erklären, eine Revision des Dreyfus Aehnlich wie in Solingen, scheinen sich, wenn es so weiter geht, 1887 betrug die 8ahl der sozialdemokratischen Stimmen im Ver prozesses sei unmöglich, anders stehe es jedoch mit der Annullirung die Verhältniffe in Braunschweig zu gestalten. Eine gewisse hältniß zur Zahl der Wahlberechtigten 7,8 pet., 1890 tam der große desselben. Vaughan, Pressensé und Morhardt, die Richtung in Braunschweig hat es für nothwendig erachtet, aus der Aufschwung auf 13,91 pct., dann 1893 auf 16,81 und jezt ist nur eine Veranstalter der Versammlung im Wagram Saale, veröffent- bestehenden Organisation auszutreten. Dierfachen sind persönlicher Steigerung auf 18,40 erfolgt, d. h. nur um 1,59 pct. in 5 Jahren, während lichen in der„ Aurore" einen Protest gegen das Berbot der Ver- Natur, soweit wir unterrichtet sind. Die betreffenden haben sich an sie in der vorlegten Legislaturperiode noch 2,3 und von 1887 auf 1890 fammlung und gegen das Vorgehen der Polizei bei Räumung des die Kontrolleure gewandt, damit Remedur geschaffen wird. Wir sogar 6,9 pt. betrug. Diesen unbestreitbaren Thatsachen gegenüber Saales, welches eine Verlegung der Grundsäge der Revolution sei. waren aber nicht in der Lage, den Wünschen der Beschwerdeführer ist es nicht richtig, lediglich die Siegesfreude hervorzukehren, zu der Aus Rom wird vom 3. Oktober gemeldet: Wie die„ Capitale" Rechnung zu tragen. Der Beschluß der Kontrolleure ist ja veröffent- wir berechtigt sind, wenn wir das Arbeiten der Gegner ansehen. mittheilt, stieg du Baty de Clam am Donnerstag in einem Hotel in licht worden. Die Beschwerde ging namentlich dahin, daß die Ab- Wir sollten fragen: liegt es nicht vielleicht doch an besonderen VerNom unter dem Namen eines Grafen Marcois de Beel ab und segung der Vertrauensmänner nicht in einer Parteiversammlung ge- hältnissen, daß wir nicht in dem Maße zugenommen haben, wie wir hatte mit mehreren Freunden und einem französischen Journalisten schehen ist, sondern in einer öffentlichen Volksversammlung, wo jede es hätten erwarten können? Ich meine, solche Gründe sind vorUnterredungen. Am Sonnabend reiste du Paty de Clam ab, an- Kontrolle über die Parteizugehörigkeit ausgeschlossen war. Es soll handen. Die Agitation während der Wahlthätigkeit ist doch nur der geblich nach Neapel, in Wirklichkeit benutte er den nach Oberitalien cine künstlich zusammengetrommelte Versammlung gewesen sein. Wir letzte Schluß, die Hauptsache ist doch die fortwährende Agitation und fahrenden Zug. haben uns aber überzeugt, daß auch die früheren Bertrauensleute in Organisation, und diese wird außerordentlich erschwert durch die Ferner aus Paris: Der" Matin" veröffentlicht heute die eben solchen Versammlungen gewählt waren und daß es in Braunschweig zunehmende Wanderung aus dem Osten. Dann aber meine folgenden weiteren Enthüllungen, welche Esterhazy dem Pariser Sitte ist, die Wahlen in derartigen Versammlungen vorzunehmen. ich, daß diejenigen, die fortwährend darauf hinzielen, das Vertreter des„ Observer", Strong, gemacht haben soll: 1. Das Das war ein Hauptgrund, weshalb wir die Beschwerde zurück- Endziel zurückzustellen, wesentlich dazu beigetragen haben, die ThatBordereau stammt von Esterhazy, aber die Neproduktion in den gewiefen haben. Der Parteitag wird sich leider noch selbst mit fraft und Kampffreudigkeit zu lähmen. Dresden hat durch die Blättern ist nicht nach deni Original, sondern nach einer schlechten dieser Frage zu beschäftigen haben und ich kann Ihnen nur empfehlen, manchmal ja in der Form fehlsame, Agitation der Sächsischen ArbeiterKopie hergestellt; 2. das Petit bleu" und das Speranza- daß Sie, wenn Sie nun einmal die Frage prüfen, sie so eingehend Beitung" einen glänzenden Erfolg erzielt, weil sie festgehalten hat Telegramm wurden von Esterhazy auf Befehl Baty de prüfen, daß wir uns in Zukunft nicht mehr damit zu beschäftigen an dem Endziel. Clams geschrieben, um Picquart zu verderben. Path handelte haben. Nicht nur in der Presse, auch in der mündlichen Agitation ist dabei im Namen des ganzen Generalstabes; 3. Bertulus, Es ist ferner eine Beschwerde gegen den Vorstand ein man vielfach hinter dem Ziele zurückgeblieben, Sozialdemokraten zu welcher die gerichtlichen Verfolgungen gegen Esterhazy und Paty gegangen aus Eschwege; die Genossen wollten Geld haben zur erziehen. Der, ich will ja zugeben, unbewußte Versuch des Abde Clam beantragt hatte, wurde von der Anklagekammer für in Wahl, aber nach Ansicht des Vorstandes und auch der Kontrolleure drängens von der ständigen Betonung des Endzieles hat haupt tompetent erflärt, nachdem der Generalstab, sowie der Kriegsminister hatten fie reichlich bekommen. Der Vorstand glaubte seine Schuldig fächlich den Mißerfolg verschuldet, und dann auch diejenigen, die Cavaignac einen Druck auf die Anklagekammer ausgeübt hatten, um feit gethan zu haben, und gab den Eschwegern die Lehre, fünftig darauf losdrängen, sich nicht mehr an die Indifferenten zu wenden. Baty, den Vetter Cavaignac's, und Esterhazy zu retten; 4. als etwas haushälterischer mit den Geldern umzugehen. Die Beschwerde Wir sollten uns die ernste Mahnung zukommen lassen, daß wir, Oberst Pellieur die Untersuchung im Esterhazy- Prozeß leitete, wurde zurückgewiesen. Dann hat der Genosse Moos, der vor Jahren durch was Agitation und Organisation anlangt, insbesondere aber Agierhielt Esterhazy täglich geheime schriftliche Mittheilungen ein Leipziger Schiedsgericht der Klemter in der Partei verlustig erklärt tation, zurückkehren zu der alten, der allein der Sozialdemokratie über die Aussagen der Zeugen und Rathschläge über war, gebeten, die Kontrolleure möchten seine Rehabilitirung verwürdigen Methode, das Endziel in den Vordergrund zu stellen und die von ihm gebenden Antworten; 5. der Bericht anlassent. Wir haben dem Vorstand die Bitte unterbreitet, bei die Indifferenten aufzurütteln und nicht einem scheinbaren Esterhazy's an die letzte Untersuchungskommission begann mit den den Leipziger Genossen die nöthigen Schritte zu veranlassen, damit Gelehrtenthum nachzugehen, von Leuten, die meinen, erziehen zu Worten: Ich bin der Mann des Generalstabs, rührt mich nicht an!"; dem Wunsche des betreffenden Rechnung getragen wird. Das ist fönnen, während ich der Ansicht bin, die meisten von ihnen sollten 6. die Enthüllungen Esterhazy's werden erst mit großer Bestimmt inzwischen geschehen und ich bin beauftragt, im Namen der noch erst lernen. heit bei der Kammereröffnung erfolgen, um eine Ministerkrisis zu Kontrolleure die Leipziger zu bitten, den Wunsch zu erfüllen. Thatveranlassen. Die große Bombe über die Vaterschaft Esterhazy's be- sächlich ist der Genosse ja längst rehabilitirt, er hat bei den letzten züglich des Bordereaus wird erst dann platen, wenn Dreyfus zurück- Wahlen gewirkt und vollauf seine Schuldigkeit gethan. Er ist gegen gekehrt und zum zweiten Mal verurtheilt sein wird. wärtig in Berlin und thut auch da seine Schuldigkeit. " Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. ( Schluß aus der 1. Beilage.) = Baer Krefeld: Bei der letzten Wahl wurde den rheinischen Partei- Orten vorgeworfen, daß fie eine unrühmliche Ausnahme bilden. Man darf aber doch nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und an den endlichen Sieg des Sozialismus im Rheinlande, In letzter Stunde find noch zwei Beschwerden an uns gelangt, in der sogenannten schwarzen Ecke, verzweifeln. So schlimm steht eine von Hülle, der sich durch Auer beleidigt fühlt. Auer hat, als es im Rheinland nicht; besonders in Krefeld haben sich die Veres sich darum handelte, die Stelle am Braunschweiger Volksfreund" hältnisse zu unseren Gunsten wesentlich geändert. Noch 1881 famen zu besetzen, als Parteisekretär ein Telegramm nach Braunschweig auf jeden Sozialdemokraten 26 Zentrumswähler, 1889 mur noch geschickt mit den Worten: Vorsicht, Weiber und Geld".( Heiterfeit.) zwei, und bei den Wahlen zum Gewerbegericht haben wir Die Kontrolleure haben heute Morgen Sigung gehabt und einstimmig den bereits Erfolge aufzuweisen. Angesichts dieser Thatsache ist Beschluß gefaßt, daß es nach Prüfung der Sachlage nothwendig war, daß der mus gemachte Vorwurf durchaus unberechtigt. Gewiß, der der Parteivorstand eingriff.( Schr richtig.) Der Lebenswandel, den Kampf ist bei uns schwerer als wo anders, aber trotzdem Hülle in Erfurt geführt hat, war ein derartiger, daß der Beschluß gewinnen wir dem Zentrum Boden ab, auch auf dem Lande. Nur gerechtfertigt war, wonach er überhaupt auf fernere Zeit fein öffent macht die Bewegung nicht so rapide Fortschritte wie anderwärts. fiches Parteiamt bekleiden kann. Nun hat mich Hülle auch zugleich Wir mahlen langsam, aber sicher, und ich bin überzeugt, daß wir beauftragt, falls die Kontrolleure seinem Wunsche nicht Rechnung auch im Rheinland in nicht allzu ferner Zeit den endlichen Sieg tragen, seine Beschwerde dem Bureau des Parteitages zu überweisen. erringen. Eine zweite Beschwerde in letter Stunde, die vom Genossen Scholz in Dresden stammit, richtet sich in erster Linie gegen die Die Mittagspause tritt ein. Redaktion der„ Leipziger Volkszeitung" und in zweiter Linie gegen den Parteivorstand. Die Leipziger Volkszeitung" hat sich ge= weigert, die Begründung eines Antrages zum Parteitag abzudrucken, und dasselbe that die Redaktion des„ Vorwärts". Wir haben es für eine Ueberschreitung unserer Kompetenz gehalten, wenn wir uns in die Einzelheiten der Redaktionen einlassen würden und haben es abgelehnt, uns damit zu befassen. " " Nachmittags Sizung. Die Debatte wird fortgesetzt. = : Wir haben zwar gebeten, daß alle überschüssigen Mittel der Zentralfasse überwiesen werden, weil nur von da aus eine gerechte und gleichmäßige Bertheilung der Gelder sich ermöglichen läßt. Das ist aber leider nicht von allen Orten geschehen. Es giebt ja große und mustergiltige Parteiorte wie Berlin und Hannover, die streng so verfahren, andere aber können das Mitregieren nicht laffen. So haben die Hamburger für Mecklenburg 5000 W. Hergegeben, von denen wir nichts wußten. Leipzig hat noch drei preußische Kreise unterstützt, ohne daß wir eine Ahnung hatten. Die in der Nähe wohlhabender Parteiorte liegenden Kreise fahren dadurch besser, als die entfernteren. Wir bitten unsere Mahnung in Zukunft zu beherzigen. Das Stettiner Wahlkomitee sagt mit recht: Mit Geld manche Genossen ihre Gefühle und Biele in den Silberschrank einIrich Offenbach: Stadthagen hat den Vorwurf erhoben, daß allein können wir die Dinge nicht machen, so lange die nothwendigen schließen. Ich weiß nicht, ob Stadthagen einen solchen Silberschrank Borbedingungen für den Erfolg fehlen. Wir haben da recht bedenkbesitzt. Bei uns in Hessen ist so etwas nicht möglich, daß wir mit liche Erscheinungen gehabt. Wahlkreise, deren Kosten über 6000 20. unseren Zukunftsidealen hinter dem Berge halten; dafür sorgen betrugen, haben aus eigener Straft nur 100 M. aufgebracht; in solchen Kreifen ist es gar nicht möglich, die Bewegung hochzuhalten. schäftsführung des Parteivorstandes.( Beifall.) Ich beantrage Namens der Kontrolleure Decharge für die Ge- schon unsere Gegner, die uns immer ein so schönes ZukunftsZum Schluß ein Wort über die Sammlung für die in Essen bild als unser angebliches Vorhalten, daß wir darauf ants Auf Vorschlag von Singer wird über die einzelnen Theile des worten müssen. 1lud unserer Ueberzeugung dann machen wir kein Hehl daraus, unschuldig urtheilten Bergleute. Sie ist sehr ergiebig gewesen und die Diskussion eröffnet werden. ver Berichtes debattirt. Ueber die dazu gestellten Anträge soll erst später daß wir als Sozialdemokraten Anhänger der Republik und es find 57 949 M. eingekommen. Das ermöglicht eine sehr reichliche des kollektivistischen Wirthschaftssystems sind, daß wir das geUnterstützung. Jede Frau erhält monatlich 50 m., außerdem für niemand zum Worte. Zu Punkt Allgemeines und Agitation" meldet sich sammte Privateigenthum an Grund und Boden und an Arbeitsjedes Kind 10 M. Die Krankenhauskosten wurden beglichen, die mitteln in das Eigenthum der Gesellschaft überführen wollen. Aber Bei Punkt Reichstagswahlen" bringt Krüger- wenn brennende Fragen vorliegen, die das ganze Denken der Leute Apothekenrechnungen bezahlt, Umzugskosten vergütet, an Weihnachts- alle eine Beschwerde aus dem Wittenberger Kreise zur beschäftigen, dann tritt das Zukunftsbild naturgemäß im Augenblicke geschenken für jedes Kind 20 M. ausgegeben. Kurz, es wurde in Sprache. Bei der Stichwahl zwischen einem Konservativen und dem des Kampfes ganz von selbst zurück. Wir schweben doch nicht in den feiner Weise gefargt. Bisher wurden 19 424 M. so verausgabt. Jetzt Mitglied der freisimmigen Vereinigung habe der Kandidat des Kreises Wolfen, sondern leben auf der Erde. Ich bin kein Neuling und kein verlassen die Verurtheilten nach und nach das Zuchthaus und es ist die Genosse Rohrlack Wahlenthaltung vorgeschlagen. Frage, was mit dem Fonds geschehen soll. Soll er aufgespart werden für habe die Parole ausgegeben, gegen den Konservativen zu stimmen. schirr. Ich frage Euch alle, ob wir vor 20 Jahren mit solcher KlarAuer hingegen Jüngling. Ich gehe bei jeder Wahl mit mehr Feuereifer ins Ge ähnliche Fälle? Wir haben mit den westfälischen Genossen, die den Fonds Das sei ein Verstoß gegen den Beschluß des Hamburger Partei- heit von unseren Zufunftsidealen gesprochen haben wie jetzt. Ich verwalten, in voller Einmüthigkeit beschlossen, daß außer den inter- tages. Der Parteitag brauche ja nicht, wie es in einer Zuschrift habe in den schwärzesten Gegenden mit Erfolg agitirt, dort wo der stügungsgeldern jedem der Verurtheilten, der das Zuchthaus verdes Genossen Nohrlad gewünscht wird, Auer seine Mißbilligung aus Pfarrer es noch verstanden hat, die Weiber aufzuhezen. Man hat läßt, eine Extra- Unterstützung von 5-600 m. gewährt werde, damit zusprechen, aber er müsse in der einen oder anderen Weise dazu behauptet, wir seien eine Partei der Industrie Proletarier, sie ihre Gesundheit wiederherstellen können. Es soll dann jeder, je Stellung nehmen. nach den besonderen Verhältnissen, bis zu 3000 m. erhalten, um sich dagegen muß ich auf das schärfste Verwahrung einlegen. Scheidemann Gießen wendet sich gegen einen vor kurzem Wir find auch eine Partei der Landproletarier, wir eine neue Existenz gründen zu können. Wird in dieser Weise ver- in den Sozialistischen Monatsheften" erschienenen Artikel über die sind die Partei des Proletariats überhaupt. Wir haben fahren, so dürften unter Berücksichtigung weiterer, fleinerer Ausgaben, legten Reichstagswahlen.„ Das trampfhafte Bestreben," so heißt es die Pflicht, alle Mühseligen und Beladenen zu uns herüberzuziehen. die sich heute noch nicht voraussehen lassen, von den gesammelten in diesem Artikel unter anderem, sich den Wünschen und Anforde- Neun Zehntel aller Bauern in Süddeutschland sind nur nominelle Geldern zwischen 15- und 20 000 Mart übrig bleiben. Dieser rungen der Wähler anzupassen, die Rücksichtnahme auf alle möglichen Bauern, sind keine wirklichen Eigenthümer, sie sind zum theil LohnFonds soll die Zukunft der Verurtheilten sichern, denn es würde Wählergruppen, auf den Bauern, den kleinen Geschäftsmam, den Hand- sllaven und viel schlimmer als die Lohnsklaven in den Fabriken. doch keinen besonders guten Eindruck machen, wenn man nach werfer, ist der Grund, daß wir bei den Wahlen verhältnißmäßig Für sie ist unser Zukunftsideal geradezu ein Evangelium. Für mich einigen Jahren hörte, daß sich dieser oder jener der Verurtheilten schlecht abgeschnitten haben, wir hätten mehr die sozialdemokratischen ist ein Agrarprogramm garnicht nothwendig, ich handle so, wie ich wieder in ungünstiger Lage befindet; aus diesem Grunde soll das Endziele betonen müssen." Ich möchte dem Schreiber dieser Zeilen, es im Intereffe der Partei für nothwendig halte, auf dem Boden des Geld in dieser Form als Rückhalt dienen, insbesondere, da wir heute Genossen Schröer, doch den Rath geben, uns die Propagirung unsrer jetzigen Programms. Man fann eine bestimmte Norm nicht geben, deshalb noch nicht sagen können, welche Folgen der Zuchthausaufenthalt für Endziele nicht dadurch zu erschweren, daß Aeußerungen gethan ist es auch kein llnglück, wenn wir ein Agrarprogramm nicht erhalten haben. den einzelnen gehabt hat. Des weiteren soll das Geld noch als werden, die zum mindesten sehr mißverständlich sind und die wie in Freilich mit gelehrten Abhandlungen darf man den Leuten nicht Fonds dienen für andere unschuldig und hart Verurtheilte, denn den Versammlungen immer erst zurückweisen und richtigstellen müssen kommen. Der Bericht des Parteivorstandes spricht davon, daß wir ganz besonders werden sich ja diese Verurtheilungen häufen, wenn( Sehr wahr). Ich mine, wir sind nicht eine industrielle Proletariats- feine Bauernpartei, sondern eine Arbeiterpartei seien. Eine sozialerst die Zuchthausvorlage Gesez geworden ist.( Sehr gut.) Es ist partei allein, sondern wir sind mehr, wir sind eine Vertretung der demokratische Partei sind wir, als solche müssen wir uns erhalten, aber von einem der Betheiligten, die das Zuchthaus verlassen gesammten nothleidenden Menschheit, die unter den schlimmen als solche wollen wir wirken. haben, gegen diese Art der Eintheilung Einspruch erhoben worden. Folgen des Kapitalismus leidet.( Beifall.) Wer auf dem Morawski- Berlin: Wir haben in Posen im allgemeinen Er hat eine Vertheilung gefordert, die so ziemlich der Auftheilung Lande zu thun hat, wer mit den kleinen Bauern, Handwerkern in anbetracht der schwierigen Verhältnisse, der großen Verfolgungen, gleich komme. Es wäre uns angenehm, wenn die Genossen uns ihre und Geschäftsleuten zu thun hat, der wird zugeben, daß zufriedenstellende Ergebnisse bei den Reichstagswahlen erzielt, in Meinung auch darüber fundgeben, wie in dieser Angelegenheit am wir in zahlreichen Versammlungen gar nicht dazu kommen, unsere Schlesien waren die Erfolge sogar glänzende. In Westpreußen blieben besten verfahren werden kann.( Beifall.) legten Endzicle flarzulegen, weil wir stundenlang zu thun haben sie zum theil hinter den Erwartungen zurück, weil man sich dort Den Bericht der Kontrolleure erstattet und uns mit unsern Gegnern herumbalgen müssen, um derartige nicht rechtzeitig von uns Agitationsmaterial beschafft hat. Wir sind Meister: Der Bericht ist auch in diesem Jahre sehr furz, Aeußerungen zurückzuweisen.( Sehr wahr.) Erleichtern Sie uns getrennt marschirt, aber Schulter an Schulter haben wir geschlagen. gewiß ein erfreuliches Zeichen! Die Parteikasse wurde bei jeder also die Agitation auf dem Land dadurch, daß Sie mit ihren Die Parteileitung hat uns nach Kräften unterstützt, wir haben da Revision in musterhafter Ordnung gefunden. Wir haben auch das Aeußerungen recht vorsichtig sind, vor allem richte ich diese Bitte an feine Beschwerde zu erheben; ich hoffe, daß Sie uns auch in Zukunft Zentralorgan regelmäßig revidirt und auch da eine musterhafte die, die nur mit dem industriellen Proletariat zu thun haben. entgegenkommen. Ordnung gefunden. Auf Ersuchen der Buchhandlung haben wir, was Heymann Göttingen ist der Ansicht, daß wir bei unserer Peus Dessau: Stadthagen veranlaßt mich auch einige Worte ja eigentlich nicht zu unserer Kompetenz gehört, auch diese einer Agitation nicht nur das industrielle Proletariat zu berücksichtigen, zu sagen. Auch ich gehöre zu denen, die einen früher eroberten WahlRevision unterworfen, und auch dort war alles in Ordnung. Die sondern daß wir uns auch mit den Fragen des agrarischen Pro- freis nicht wieder errungen haben, trotzdem bin ich mit den Resultaten Redaktionsbibliothek des Vorwärts", die sich nach unserer Ansicht duktionsprozesses zu beschäftigen haben; er könne auf grund der der Reichstagswahlen durchaus zufrieden, und ich glaube, wir haben nicht in den wünschenswerthen Verhältnissen befand, haben wir besser Erfahrungen in seinem Reichstags- Wahlkreise nur den Wunsch nach Veranlassung, es allesammt zu sein. Wenn wir das Maß der umgestaltet, so daß wohl jetzt das wünschenswerthe erreicht ist. Auch einem agrarischen Aktionsprogramm äußern. Bei den Nachwahlen politischen Aufklärung, das im Volfe vorhanden ist, mit unseren haben wir, da seitens der Berliner Genossen über das Annoncen- dürfe die Propaganda auch dann nicht vernachlässigt werden, wenn Resultaten vergleichen, so konnten wir nicht mehr erwarten. Daß wesen hier und da Klage geführt wurde, die Expedition revidirt und teine Aussicht vorhanden sei, den Kandidaten durchzubringen. Ebenso das stete Hervorkehren des Endzieles ein glänzendes Resultat ver auch da zu Ausstellungen teinen Anlaß gehabt. wie wir bei den Landtagswahlen gegen das ostelbische Junkerthum bürgt, steht mit den Thatsachen in Widerspruch. In beiden Ans Beschwerden sind eingegangen zunächst seitens der Genossen ankämpfen, müssen wir auch bei den Reichstags Nachwahlen diesen halter Wahlfreifen und in meinem eigenen früheren, wo ich gearbeitet in Bochum über 2ütgenau. Die Kontrolleure konnten den Be- Kampf energischer aufnehmen, dann wäre es uns vielleicht möglich habe, haben wir durchaus glänzende Resultate erzielt. Ich meine schwerdeführern nicht ganz recht geben, aber ein klein wenig mußte gewesen, bei den Nachwahlen den Agrariern so manchen Siz noch gerade, daß wir, je mächtiger wir werden, je verantwortlicher unjere die Beschwerde als berechtigt anerkannt werden. Lütgenau befand zu entreißen. Stellung ist, wir auch die Verpflichtung haben, das Gegenwartssich damals gerade im Gefängniß, wir haben ihm später Mittheilung Bruhns Breslau: Die Waldenburger Genossen hatten den bedürfniß der Massen mehr zu befriedigen. So ist es gemacht, daß er sich in gewiffer Beziehung im Unrecht befand. Wir Parteivorstand um Redner im Wahlkampf ersucht, der Parteivorstand auch in der Gewerkschafts- Bewegung. Früher galt cs, dürfen wohl annehmen, daß die Bochumer eingesehen haben, daß vertröstete sie auf die Stichwahlen. Am letzten, dem wichtigsten die Grundprinzipien zu betonen, fegt find die Prinzipien alles, was möglich war, geschehen ist und daß wir nicht weiter ein- Sonntage, veranstalteten sie eine Reihe von Versammlungen; es fest, sowohl in der Gewerkschafts- wie in der Parteibewegung. greifen konnten. Auch die Solinger Angelegenheit, die wurden ihnen als Redner Kühn, Tuzauer und Baake zugefagt. Es Der ganze Begriff Endziel ist mir zuwider, denn es giebt gar keine ja auf allen Parteitagen eine Rolle gespielt hat, hat sofort nach kam aber niemand und dem ist vielleicht zum theil der Mißerfolg Endziele. Denn über die Endziele hinaus wird es selbstverständlich Schluß des vorigen Barteitages zu unleidlichen Verhältnissen bei der Stichwahl zuzuschreiben. auch eine Welt von neuen Zielen geben. Heute kommt es darauf: geführt. Der Parteivorstand war nach seiner Ansicht nicht Stadthagen: Gewiß hat Auer recht, daß keine Bartei an, auf praktischem Boden zu arbeiten, die Massen zu veranlassen, in der Lage, den Beschluß des Parteitages genau dem Wortlaut sich mit uns in der Zunahme der Stimmenzahl vergleichen kann. mit uns zu gehen. Deshalb würden wir gerade den entgegengesetzten 0 # Ende zu machen. Erfolg erzielen, wenn wir den Nath Stadthagen's befolgen wollten.[ Hoffmann Bielefeld: Wir hätten gern einen hervor- der fünftigen Gesellschaft können wir uns unt feinen Umständen worauf es ankommt ist, daß wir den einzelnen Leuten viel klarer ragenden Redner bei der Stichwahl gehabt; war es denn noth- einlaffen, weil wir absolut nicht wissen, wie die funft der Menschwerden als bisher; das ist namentlich auch Sache der Presse. Wir wendig, daß ein erstklassiger Redner nach dem bombensicheren Nürnberg heit sein wird. Aber so weit zu gehen, wie wit heute aus dem sehen das ja in Berlin; der„ Vorwärts" ist nicht für die große Masse ging? Das muß doch verschnupfen. Was Stadthagen's Behauptung Munde von Peus gehört haben, da hört doch in der That alles auf. der Bevölkerung und für ihre Aufklärungsbedürfnisse geeignet. Er ist betrifft, so dürfen wir nicht den Prozentsatz nach den Wahlberechtigten( Sehr wahr!) Er sagt, es giebt kein Endziel; ja, wenn das für ihr Verständniß zu hoch. Es wäre manchmal gut, wenn ein nehmen. Wenn es an einer aufregenden Wahlparole fehlt, dann philosophisch gemeint ist, lasse ich es gelten. Aber eine Partei, die Provinzblättchen nach Berlin gebracht würde. Für uns ist die bleibt die Betheiligung zurück. Wir sind doch eben Menschen von kämpft, eine Partei, die bestimmte Ziele erreichen will, die muß auch Situation augenblicklich noch dadurch ungünstig, daß die Mittel- Fleisch und Bein. Ferner tommt hinzu, daß wir Kreise haben, die ein Endziel haben.( Lebhafter Beifall.) Mit dem Standpunkt von standsbewegung noch Werbetraft hat. Hat sie erst mehr Fiasko ge- absolut sicher find. Da bleibt die Betheiligung zurück, weil die Ge- Beus kommt man freilich dahin, wohin er ja praktisch schon in macht, werden die Leute auch aus diesen Schichten mehr zu uns nossen des Sieges zu sicher sind. Vielleicht rührt davon der Verlust seinem Blatt gelangt ist, nämlich dazu, es wird praktisch kommen. Das Hauptgewicht lege ich darauf, daß alles und jedes von Berlin II her. Dagegen hilft nur die Organisation, worauf das Haupt- sein, daß wir darauf gesezt werden muß, daß wir noch positiver, noch praktischer gewicht zu legen ist. Endziel und Forderungen für die Gegenwart müssen abschaffen und dafür den zweiten ausführlicher ausgestalten. in der Gegenwart arbeiten. Das Endziel kommt, dente ich, von beide propagirt werden. Sie gehören zusammen. In diesem Sinne( Hört! Hört!) Da sage ich aber, dann hören wir auch felber. Wir können es gar nicht aus den Augen verlieren. Aber kann ich mich den Ausführungen von Heine und Peus nicht anschließen. auf Sozialdemokraten zu sein.( Lebhafter Beifall.) Aber da es sich eine so mächtige Partei, wie wir es find, hat die Verantwortung Der Landproletarier ist auf dem Wege zu uns, aber der Sturm auf doch heute darum handelt, praktisch einmal nach den Ursachen zu und muß zeigen, daß sie für die Maffen, die hinter uns find, auch die katholischen Wahlkreise ist uns noch nicht gelungen. Köln und suchen, fomme ich auf drei Dinge, die allerdings nicht für die Alletwas zu leisten im stande ist, um unsere Prinzipien braucht uns Krefeld sind die einzigen Lichtblicke. gemeinheit in betracht kommen. Vor allen Dingen hat man sich in nicht bange zu sein. Schaal- Solingen: Während die Mehrzahl der Delegirten einer großen Reihe von Wahlkreisen, namentlich älteren von vornHeine Berlin: Parteigenossen! Ich habe mir das Wort erbeten, heute mit Befriedigung auf die Wahlen blicken kann, stehen wir herein mit viel zu großen Siegeshoffnungen getragen.( Bustimmung.) um gegen die Behauptung aufzutreten, die völlig unbewiesen ist, die Solinger als Aschenbrödel der Partei da. Aber wir versprechen Man war der lleberzeugung, wir werden auch diesmal wieder fiegen, aber, fortwährend wiederholt, anfängt zu einem eingewurzelten Ihnen, daß in Zukunft folche Dinge nicht mehr möglich sein werden. weil wir bisher gefiegt haben. Das ist ein total falscher StandAberglauben zu werden. Es heißt, die Leute, die die letzten Ziele Möge jeder Parteigenosse aus den Solinger Vorgängen die Lehre punkt. Ich stand von jeher auf dem Standpunkt, wenn ich auch verschleierten, waren an gewissen Mißerfolgen schuld. Ich frage: ziehen, daß er die Sache über die Person zu stellen hat. Wenn wir tausendmal der Ueberzeugung bin, wir werden siegen, dann muß ich Wer sind die Genossen, die das thun? Man nenne sie, dann wollen über fünf Jahre nochmals wählen können, dann werden wir den öffentlich so reden, als wenn ich fürchte, wir werden unterliegen. wir weiter reden. Aber man verschone uns mit allgemeinen Be- bezüglichen Kandidaten zum Teufel jagen und den Kreis wieder( Beifall.) Denn wir wollen nicht nur siegen, sondern auch glänzend hauptungen, die nicht viel besser sind als Verdächtigungen. Im all holen.( Beifall.) siegen. Und auch in dieser Beziehung sind unsere Hoffnungen sehr gemeinen sind es lediglich Temperamentsunterschiede, die 8ubeil- Teltow: Ich bedaure, daß Auer in seinem Referat in die Brüche gegangen. Ich erinnere mur an den sechsten den einen Genossen veranlassen, mehr als der andere Berlin wieder bloßgestellt hat; sehr geschickt und tattvoll war Berliner Wahlkreis. Da hat der„ Vorwärts", der im übrigen von der zukünftigen Gesellschaft zu reden.( Sehr richtig.) das nicht, denn die Berliner sind doch nicht schuld daran, wenn während der Wahlperiode ausgezeichnet redigirt war( LebDeshalb verarge ich es niemand, den sein Temperament treibt, dies irgendwo ein dummer Antrag gestellt wird. Der Antrag ist ja in hafte Zustimmung), doch den Fehler gemacht, daß er so that, als in den Vordergrund zu rücken. Aber wir möchten doch untersuchen, der Versammlung abgelehnt worden. Ich bin mit dem Ergebniß ob gar kein Zweifel sein könne, daß wir alle sechs Wahlkreise erwelche Grenzen das nach beiden Seiten hat. Ich meine, wir tönnen der Reichstagswahl sehr zufrieden. Bei der Agitation dürfen wir obern würden.( Sehr wahr!) Jm 4. und 6. Berliner Wahlkreise und dürfen den Massen feine Zukunftsbilder der sozialistischen Gefell- nicht mir die augenblidlichen Tagesfragen berühren, sondern wir mit ihrem ungeheuren Proletariat mußten wir mit ganz anderen fchaft vormalen. Wir dürfen es nicht aus wissenschaftlicher Gewissen müssen auf die Endziele unserer Partei hinweisen, wie sie in unserem Stimmenzahlen aufmarschiren. Wo derartige Verhältnisse zu tage haftigkeit. Wenn die Gegner von uns verlangen, wir sollten ihnen Programm dargelegt find. Jusoweit bin ich mit dem ausgezeichneten treten, da ist es auch in der Regel mit der Organisation nicht so solche Beschreibungen geben, so weisen wir das als eine unverschämte Artikel der Genoffin Zetkin in der Gleichheit" einverstanden. Ich bestellt, wie es sein sollte.( Sehr wahr 1) Ganz mit recht ist Zumuthung zurück, wir dürfen dann aber auch unsern Anhängern bedauere mur, daß sie am Schluß in denselben Fehler verfällt, den gesagt worden: wollen wir siegen, dann müssen wir organisiren, nichts davon vorerzählen. Darum hat Engels sein Buch über die sie Heine zum Vorwurf macht. Wenn wir auf dem Lande agitiren, vorbereiten. Aber wenn es z. B. vorgekommen ist es fällt mir Gutvidelung des Sozialismus von der Utopie aur Wiſſenſchaft ge- o dürfen wir niemals vergeffert, daß der Bauer, der noch etwas nicht ein, heute einen steal – mir due ich will nichts weiter, für alle Mal ein besigt, für uns nicht zu gewinnen ist. Das läßt sich ziffernmäßig als daß Ihr es das nächste Mal besser macht daß, wie mir aus Man suche uns nicht in einen endgiltig nachweisen. Ist aber der Bauer erst in das ländliche Proletariat dem 2. Berliner Streise von einer ganzen Anzahl von Leuten, verlassenen Weg zurückzudrängen. Freilich Wahlerfolge tönnten wir hinabgesunken, dann kann er durch die Agitation uns zugeführt die für uns gestimmt haben, mitgetheilt worden ist, daß sie erzielen, wenn wir in rückständigen Gegenden recht vieles ver- werden; so ist es in Norddeutschland, und so ist es auch in Süd- während des ganzen Wahlkampfes nicht ein einziges Flugblatt und sprächen, ohne uns Sorgen darüber zu machen, wie wir diese Ver- deutschland.( Ruf: Ganz anders 1) Nun, wenn es da ganz anders nicht einmal einen Stimmzettel in die Wohnung erhalten haben, sprechungen halten wollten. Aber auf wie lange würden diese Er ist, darf auch kein Agrarprogramm geschaffen werden, sondern dann dann muß ich sagen, man hat in Berlin in bezug auf die Organifolge vorhalten? Eine oder auch zivei Wahlen, dann würden auf brauchen wir für jede Provinz ein besonderes Programm.( Bufation außerordentlich gefündigt.( Sehr wahr!) Endlich ein drittes, diese Art gewonnene Wähler wieder abfallen. Die Menschen find ſtimmung und Widerspruch.) Mit einem Agrarprogramm werden wir Parteigenossen. Ich habe das Gefühl seit langem, daß unsere Breßungläubige Thomasse und wollen die Hand auf das legen, was sie nicht einen Schritt weiter kommen. Nun behauptet Peus, der erzeugnisse, sowohl die Parteipresse im engeren Sinne, wie auch die glauben sollen. Aber in einem anderen Sinne als dem der Vorwärts" sei viel zu hoch, die Arbeiter verstehen ihn nicht. Beus möge Parteiliteratur, nicht diejenige Verbreitung findet, wie sie es sollte. Utopiſterei fönnen und müssen wir vom zukünftigen Ziele reden. Wir doch einmal nach Berlin kommen und sich in den Kreisen der Genossen um-( Buftimmung.) Und ich lege ein großes Gewicht darauf, daß man dürfen nicht das Bewußtsein verlieren, daß alles, was wir thun, sehen, allüberall wird er nur eine Meinung hören, daß der Vorwärts" auch in dieser Beziehung besser organisirt. Es muß über den engeren dienen soll, eine höhere Gesellschaft zu schaffen, eine aus der noch nicht hoch genug ist. Genosse Peus tennt eben die Berliner Kreis der Parteigenossen hinausgegangen werden; es müssen durch ökonomisch- technischen Entwickelung naturgemäß erwachsende Gesell- Verhältnisse nicht. Presse und Broschüren neue Genossen geworben werden. Wenn da schaft, und eine sozialistische Gesellschaft im Gegensatz zu Auf das Land können wir in meinem Kreise z. B. Höchstens gründlich gearbeitet wird, dann könnt ihr das nächste Mal mit einer rein individualistischen. Aber ich frage: Wo ist der dreimal im Jahre hinausgehen, damit können wir nicht viel aus- anderen Resultaten aufwarten, als es diesmal der Fall war.( Leb. Agitator, der beschuldigt werden kann, diese Biele verhüllt richten und deshalb müssen wir uns ein geistiges Bindemittel schaffen. hafter Beifall.) zu haben? Ich kenne feinen. Kein Redner wird auf dies beste Mittel, Ein billiges Blatt, das wir das ganze Jahr hindurch dem ländlichen Stadthagen: Nach der Nede Bebel's brauchte ich kein Wort feiner Rede Schwung und Feuer zu verleihen, verzichten. Und wie Proletariat geben können, damit gewinnen wir die ländliche Bevölkerung. hinzuzufügen, aber einige Bemerkungen, die in der Diskussion geGenosse Ulrich gesagt hat, schon die Geguer sorgen dafür; nicht blos So lange wir aber das geistige Bindemittel nicht haben, wird der fallen sind, muß ich zurückweisen. Ich habe mich außerordentlich geauf dem Lande, sondern sogar in Berlin mußten wir forwährend Sozialismus auf dem flachen Lande mur sehr langsamt vorschreiten. freut, daß die krassen Zahlen, die ich vorzubringen die unangenehme Bukunftsstaats Flugblätter der Gegner besprechen. Und wir hätten Schlesien ist durchaus kein Beweis für das Gegentheil, denn Pflicht hatte, einige derer auf die Tribüne getrieben hat, die die von unsern wahren Zielen reden müssen, auch wenn wir es nicht dort ist unser Erfolg ein sprungweiser. Warten wir doch erst ab, Zahlen ignoriren, um wenig befriedigende Wahlerfolge in gute umgewollt hätten. Aber auch dieser erlaubte und nothwendige Hinweis was wir in fünf Jahren für Erfolge erzielen werden! Von solchen zuwandeln. Peus suchte die Zahlen zu kritisiren, die ich vorgetragen auf die Biele kann nicht der ausschließliche oder nur vorwiegende sprungweisen Erfolgen bleibt gewöhnlich nicht viel übrig, wir müssen habe, aber die Kritik war hinfällig. An der Thatsache fann nicht geInhalt unserer Reden sein. Ja, er muß mit viel Maß verwendet die Agitation immer wieder von vorne anfangen. Auch bin ich nicht rüttelt werden, daß die Sozialdemokratie keinen Grund zur besonderen werden. Ich bin der letzte, der den sittlichen Werth, die der Ansicht wie Beus, daß wir in den Industriebezirken schon genug Befriedigung über das Wahlresultat haben kann, wenn sie eine KampfFörderung der Willenskraft bestritte, die aus dem Glauben Agitation getrieben haben, daß die großen Städte schon ausgepumpt partei sein soll. Wenn Peus im Anhalter Voltsblatt" vorschlug, den ant eine solche bessere höhere Zukunft erwächst, aber find. Im Gegentheil ein großes Stück Arbeit ist in den großen ersten Theil des Programms zu streichen, so habe ich diesem VorLeider ist der Appell an diesen Glauben ein Kampfmittel, Städten und den Industriezentren noch zu verrichten. Versuchen wir schlage fein Wort hinzuzusetzen. Beus und Heine haben ihre Andessen Wirkung gerade im umgekehrten Verhältniß zur Häufigkeit das industrielle Proletariat zu gewinnen, dann wird unsere Agitation fichten hier so far zum Ausdruck gebracht, daß ich keine besondere seiner Anwendung steht. Parteigenossen, nichts nützt sich im Ge- auch auf dem flachen Lande eine leichtere werden.( Beifall.) Thatsachen anzuführen brauche. Bebel erinnerte an den Gothaer brauch so schnell ab, als die Worte des Glaubens, häufig angewendet Lingweiler Elberfeld: Man kann in Zukunftsbild- Agitation Parteitag 1877. Damals war die reaktionäre Strömung in der oder gehört, werden sie als Phrasen empfunden, und der begeisternde Unterlassungsfünden begehen, man fann aber auch zu viel thun. Partei so start, daß die Fortsetzung von Engels' Anti- Dühring" Prophet macht den abstoßenden Eindruck eines Pfaffen, wenn er Was soll man dazu sagen, daß es in einem Flugblatt in Mecklen- untersagt wurde. Wir kommen jetzt beinahe ebenso weit. Phantastische sonst nichts zu bieten weiß.( Wollmar: er wird langweilig!) burg heißt: der Grund und Boden wird gesellschaftlich bearbeitet Ausmalungen des Zukunftsstaates haben nichts mit der Betonung Ja, und langweilig wird es den Massen, auch immer dasselbe zu werden, wenn es aber jemand vorzieht, wird ihm ein Stück vom des Endzieles zu thun. Dies Endziel darf nicht verschleiert werden. hören. Was aber ewig neu die Massen aufrüttelt, ewig neue Auf- Grund und Boden überwiesen werden, das für seinen und seiner Gerade dort, wo wir prinzipielle Agitation getrieben haben, hatten gaben stellt, nie langweilig wirft, das ist der Kampf uni die gegen Familie reicht! wärtigen konkreten Forderungen des Tages, um die Verbesserungen, wir die größten Erfolge gehabt, in Ostpreußen, in Oberschlesien, Bebel: Auer hat in seinem Referat seine große Befriedigung in der Provinz Brandenburg. Unser Endziel ist das, was naturdie wir anstreben, weil sie den Weg in die große schöne über den Ausfall der letzten Reichstagswahl ausgesprochen, ich be- nothwendig aus der Entwickelung der Gesellschaft herauswächst, die Zukunft bedeuten. Das ist natürlich nichts Neues, im dauere diese Befriedigung nicht theilen zu können. Ich gebe recht Sozialisirung der Gesellschaft. Darauf muß beständig hingewiesen Gegentheil, das hat die Sozialdemokratie längst begriffen. gern zu, daß gewisse Momente bei der letzten Wahl es werden, und unsere Presse läßt es daran fehlen. Ja Es findet seinen Ausdruck in der Ausführlichkeit des zweiten erklärlich machten, daß der Aufschwung der Partei nicht in dem Maße man möchte sagen, wir haben da die größten Erfolge erTheils des Erfurter Programms und in der ganzen eintrat, wie es vielleicht viele unter uns gehofft haben. Thatsache zielt, wo wir keine Presse hatten.( Widerspruch.) Wo ist der praktischen Haltung der Partei seit vielen Jahren. Diese ist, daß die letzte Wahl im allgemeinen eine schwächere Wahl- agitatorische Ton in unserer Presse, wo das Hinweisen auf das EndTattit hat sich bewährt, und ich muß sagen, die Genossen, die sich betheiligung erzeugte als die Wahlen in den Jahren 1893, 1890 und ziel? Wir müssen die großen Gesichtspunkte wieder mehr in den über eine angeblich neue Taltit beschweren, die sind in Wahrheit 1887 und natürlich mußte auch die Sozialdemokratie darunter leiden. Bordergrund rücken. Sonst fann uns mit Recht gesagt werden: Ihr diejenigen, die eine neue mit der altbewährten Braris der Partei in Ich gebe auch weiter zu, daß die prozentuale Steigerung nicht in seid National- Soziale, Ihr seid Christlich- Soziale, Ihr seid SozialWiderspruch stehende neue Taktik fordern.( Bravo.) Freilich berufen derselben Weise eintreten kann, wie bei den früheren Wahlen. Liberale, aber bei Leibe feine Sozialdemokraten. sie sich auf eine angeblich zu geringe Rate des Stimmenzuwachses, Demt je je größere Zahlen eine Partei auf sich vereinigt, Grenz- Leipzig: Dant dem Genossen Stadthagen ist die Sache und die Genossin Zetkin findet es beachtenswerth, daß unsere relativ repräsentiren die einzelnen Prozentzahlen auch um so größere jetzt so in Fluß gerathen, wie wir sie gerne haben wollen. Seit größten Fortschritte gerade in den Kreisen lägen, wo wir neu auf Bahlen, aber eins muß doch hervorgehoben werden: unsere 30 Jahren gebrauchen wir das Reichstags- Wahlrecht. Die Wünsche und treten. Sie meint, das läge daran, daß wir dort genöthigt gewesen Geiverbezählung und die statistischen Mittheilungen über die Prophezeiungen, die an den Gebrauch des freien Wahlrechts geknüpft wären, mehr über unsere Ziele zu reden. Ich wundere mich, daß Entwickelung der Bevölkerung zeigen uns, daß die Zunahme wurden, sind nicht in Erfüllung gegangen. Bei vielen stellt sich der eine so scharfsinnige Frau sich so irren fonnte. Wie schon be gerade der proletarischen Streise in den letzten 15 Jahren Gedanke ein, es nützt nichts; daher kommen die Rückschläge und ich merkt, waren wir auch in Berlin genöthigt, gemig über und speziell den letzten fünf Jahren eine erhebliche gewesen ist. fürchte, sie fommen noch schlimmer. Alte Genossen fragen uns: woher unsere Biele zu reden. Aber wir sehen ja auch ganz klar, wo der Wenn wir diese Momente im Zusammenhang im Auge haben, muß tommt dies denn. Da ist der Fall Lütgenau. Wie ist so etwas möglich am wirkliche Grund liegt. Ich denke doch, wir sind alle Anhänger der ich allerdings sagen, daß das Resultat der letzten Jahre durchaus grünen Holze, bei einem Manne, der fünf Jahre lang das Volk vertreten Mary'schen materialistischen Geschichtsauffassung. Wir können nicht nicht ein überaus erfreuliches war. Gewiß haben wir mehr ge- hat. Wie steht es mit uns, wenn er mit solch dreisten Zumuthungen an die beliebig unsere Ueberzeugung jedem Kopfe übertragen, sondern durch wonnen wie jede andere Partei, aber wir hätten mehr gewinnen Bartei heranzutreten wagt. Dann die Stellung mancher Genoffen zum materielle von unserem Willen unabhängige Verhältnisse ist die Zahl können. Und ich meine, wir sollten uns doch die Frage vorlegen, Militarismns. Wenn man alle die Ereignisse der letzten Jahre der Leute bestimmt, die unseren Ideen zugänglich sind. Darum ist woran das liegt. Hier ist mun ein lebhafter Kampf darüber ent überschaut, dann muß man sagen, wir sind in die Breite, es ganz natürlich, daß wir in Kreisen, in denen noch unberührte standen, daß die einen fagen: es ist zu wenig Zukunftsstaats- Politik aber nicht in die Tiefe gewachsen. Früher kamen die Massen sind, mehr Erfolge erzielen fönnen, als in denen, wo wir gemacht worden, die anderen: man hat zu wenig die praktischen Genossen zusammen und vertieften sich ins Programm. das uns zugängliche Material schon früher aufgepumpt hatten. Fragen betont. Nun ist der Vorwurf, daß die Endziele der Partei Jetzt streiten sie sich über neue neue Gründungen. Sie blicken ( Sehr richtig!) Stadthagen kennt doch die Verhältnisse in Berlin; nicht genügend berücksichtigt werden, ein alter; wir haben ihn seit nur noch in die Gegenwart. Wir müssen wieder prinzipieller aufer weiß, daß Singer's Wahlkreis eine Menge proletarischer einigen 20 Jahren auf allen Parteitagen gehört.( Sehr wahr!) Schon treten, als bisher, sonst können wir uns auf ärgere Rückschläge gea Wähler an ihn selber abgegeben hat und dies auf die 1877 von mir in Gotha, aber damals wurden von mir auch faßt machen. Rate der proletarischen Wähler im vierten Wahlkreis drücken die Beweise vorgebracht und ich hätte gewünscht, daß auch heute Leid Berlin: Die letzte Reichstagswahl hat nicht die Erregung mußte. Er weiß auch, wie der sogenannte Stöllerfoup fast zwei diejenigen, die die Klagen erheben, Thatsachen vorgeführt hätten. wie sonst in die Massen getragen. Daraus erklärt sich das Wahlergebnis Jahre lang die Wahlvereine in Berlin lahmgelegt und ihr Wachs-( Sehr wahr) Ich brauche z. B. nur auf die Kandidatenrede zu ver- für uns. Gearbeitet ist im 6. Wahlkreise genug worden. Die Rede thum aufgehalten hatte. Er kennt auch die Wirkungen der Wandlungen weisen, die Heine in Berlin gehalten hat, wo er den bekannten Vor- von Peus erinnerte an die Ausführungen mancher Freisinnigen, in Berlin. Von dem, was ich selbst beurtheilen fanm, vom dritten schlag von der Kompensation zum Ausdruck gebracht hat. Vielleicht daß wir uns mit ihnen auf dem Boden der Forderungen in der Wahlkreis in Berlin, gilt, daß wir ihn gehalten haben, weil wir fönnte man dann denen, die von einer fehlerhaften Polititsprechen, das Gegenwart verständigen könnten. Ohne Jdealismus nur mit pratBessimisten waren, weil wir uns nicht einredeten, die proletarische Resultat der Heine'schen Wahl als Dementi entgegenhalten, denn er tischer Politik fönnen wir keine Fortschritte machen. Entwickelung sei unaufhaltsam und wir würden den Wahlkreis un hat einen Sieg errungen, den man vielfach nicht erwartet hatte. Schoenlant- Leipzig: Ich kann die Ausführungen der Gebedingt halten, sondern weil wir glaubten, wir würden ihn ver- Jch will gleich hinzufügen, ich habe die Ueberzeugung, daß diese nofsin gettin im allgemeinen unterschreiben. Wenn ich mich zum lieren und doppelt gearbeitet haben. feine Haltung es nicht gewesen ist, die ihm den Sieg verschafft hat. Worte melde, so thue ich es hauptsächlich. um davor zu Aber ich muß mich noch gegen eine Behauptung wenden, nämlich,( Lebhafte Zustimmung.) Wir haben ein einziges Programm, für warnen, daß wir etwa den Parteitag benutzen, durch daß die gefährlichen Aeußerungen von Bernstein und Heine die Wähler dieses haben wir zu agitiren.( Lebhafte Zustimmung.) Und da Art vatikanischen Konzils einen Beschluß gegen diejenigen, die Iau gemacht hätten. Wenn das irgendwo hätte eintreten müssen, dann können wir feinen fünstlichen Unterschied machen, nicht sagen, jetzt anderer Meinung sind, zu fassen. Ich glaube nämlich, daß Neunwäre es im 3. Berliner Kreise gewesen; aber im Jnteresse meiner Wähler nehmen wir den Theil des Parteiprogramms, für den agitiren fvir, zehntel der Gesammtpartei auf dem Standpunkt steht, daß die alte muß ich es sagen, gerade von denen, die lebhaft gegen meine und den anderen lassen wir liegen. Sollte dieser Fehler proletarische revolutionäre Taktik die einzig mögliche für die SozialKandidatur waren, haben einige am rüftigsten und freudigsten mit vorgekommen sein, dann bringe man die Thatsache vor, demokratie ist. Wir wollen nicht den Anschein erwecken, daß wir die gearbeitet. Es ist eine Beleidigung der Genossen, wenn man be- dann nenne man die Personen.( Lebhafter Beifall.) Wenn wir Minderheit majorisiren oder terrorisiren wollen, aber das wollen Hauptet, sie wären infolge geringer Verstimmungen und Meinungs- alle darin einig sind, daß wir dem schwer fämpfenden Klein wir feststellen: Man soll keine Vogelstraußpolitit treiben und verschiedenheiten minder pflichtfreudig geworden. Solchen unbewiesenen bürger und auch dem Bauernstand auf dem Boden der heutigen verschleiern, daß in der That ernste Meinungsdifferenzen in der Behauptungen wollte ich entgegentreten und ebenso den Versuchen, Gesellschaftsordnung fein Heim bieten können, dann sind wir ge- Partei über die allgemeine Parteitaktit bestehen. Aufgabe des Parteigeringe Unterschiede in der Form aufzubauschen, als wären es zwungen, auch im Wahlkampf damit hervorzukommen.( Lebhafter tages ist es, ernsthaft und gründlich diesen Differenzen auf den Grund Berschiedenheiten der Ueberzeugung, während wir doch in dieser Beifall.) Wir können dem kleinen Bürger und Bauern nicht mit zu gehen und zu zeigen, wie fich die Mehrheit der Parteigenossen dazu einig sind. Arbeiterschuß, mit Arbeiterversicherung kommen, denn dafür hat er stellt. Ich glaube, wenn das geschieht, so wird die praktische Politik der Kiesel Berlin: Auch ich wünsche, daß man mit den Aus- fein Verständniß, vielleicht ist er sogar dagegen, denn das legt ihm Partei, die Propaganda und die politische Aktion der Partei keinen drücken etwas vorsichtiger umgeht; aber das gilt für die Agitation Opfer auf, jedenfalls nügt es ihm absolut nichts. Und wenn wir wissen, Schaden leiden. Schaden aber wird sie leideu, wenn die Politik im allgemeinen, ob sie mun auf dem Lande oder für Industrie- daß diese Vorschläge unhaltbar und unbrauchbar sind, dann sind des Abgeordneten Heine wirklich zum leitenden Gefichtspunkt unserer arbeiter getrieben wird. Peus hat gerade mit der Betonung des wir auch gezwungen, das offen heraus zu sagen, andererseits müssen Frattion gemacht wird, wenn die Thatsachen, um die es sich Endzieles große Erfolge errungen. Ich weiß nicht, wie es ihm selbstverständlich bei der Wahl auch eine Menge praktischer Fragen, handelt, die Differenzen über unsere Stellung zu den heute zuwider sein kann. Das Endziel bildet, wie Schröer mit recht die im Reichstag zur Erörterung kommen, im Vordergrund der Er- einzelnen Fragen, zum Militarismus, aur Kolonialpolitik, sagt, das Rückgrat der Parteibewegung, die getragen wird auf ab- örterung stehen, und da muß man flar unsere Grundsäge entwickeln. zur Zoll- und Handelspolitit nicht flargestellt sind. sehbare Zeiten von den Industrieproletariern. das darf aber nicht in Buppenspielerei ausarten. Auf Detailmalerei wir darin nicht ganz klar sehen, so werden wir das erleben, was eine Wenn bisher jede demokratische Volkspartei erlebt hat, wir werden, wenn lungen eben nicht die Bedürfnißfrage und das Gemeinwohl, die badische Regierung sich nicht so schroff arbeiterfeindlich verhalten, wir nicht immer flar und rein das Ziel im Auge behalten, Schaden sondern die Profitwuth der Agrarier maßgebend. erleiden. Die Taktik des Possibilismus ist heute besonders interessant, wie wir annehmen mußten. wenn man erwägt, daß die Sozialreform von oben Fiasko gemacht der Firma Stantien u. Beder betriebenen Bernsteinbergwerts in Borbeugungsmaßregeln empfehlen zu sollen, es mögen bei VerdinStantien u. Becker. Die Frage des Ankaufs des bisher von Der Zentralvorstand beziv. der Handwerkerausschuß glaubte als hat, wenn man bedenkt, daß zwar der Zar die Friedenskundgebung Balmnicken durch den Staat wird den nächsten Landtag und zwar gungsverträgen mit Lieferungsfristen Vorbehalte gemacht werden erläßt, aber in demselben Augenblick sämmtliche Militärmächte zu als einer der ersten Gegenstände der Verhandlungen beschäftigen. Sahingehend, daß bei Ausbruch neuen Rüstungen schreiten. Die Politik des Poffibilismus träumt Die Kaufsumme geht allerdings weit über den ursprünglich in Aus- oder Geschäftssperre so lange Stundung( Frist von Ausständen von einer Vermittelung, während die sozialen Gegensätze immer sicht genommenen Betrag von 3 Millionen Mart hinaus: es handelt verlängerung) gewährt werde, als der Ausschärfer werden, während die Zuchthausvorlage in Aussicht sich nämlich im ganzen um mehr als 10 Millionen Mart. stand oder die Geschäftssperre andauere, und daß gestellt wird. Es ist ganz klar, daß in der großen Masse der Die eigenthümliche Lage des Bergwerks bringt es mit sich, daß nicht eventuell festgefeßte Konventionalstrafen nicht flaffenbewußten Arbeiter der Protest gegen diese Auffassung durch nur die Ländereien, in denen bisher nach der„ blauen Erde" ge- in Wirksamkeit treten sollen. Auf diese Eingabe hat nach bringt, aber es ist nothwendig, daß das ausgesprochen wird und daß graben wurde, sondern auch größere Gebiete angrenzender Strecken, der Bad. Gewerbe- Beitung" das Großherzogliche Ministerium der Minderheit gesagt wird: Gut, ihr mögt diese Absichten haben, auf denen jetzt ertragreicher Aderbau betrieben wird, erworben werden folgende Antwort ertheilt: wir figen nicht über Euch zu Gericht, aber wir wollen müssen. darauf hinweisen, daß die große Mehrheit die alte Politik pols, scheint die Firma Stantien u. Becker es auch zu verstehen, Ebenso wie bisher durch die Ausbeutung des Mononicht aufgeben kann bei der Gefahr der Selbstvernichtung. durch den Verkauf ihrer Gerechtsame sich ungewöhnlich hohe Ich meine deshalb, wir sollen die Diskussion über die Taktik nicht Summen zu verschaffen. etwa turz abbrechen. Denn wenn die Diskussion jetzt abgebrochen wird, wird die Frage ganz von selbst bei dem parlamentarischen BeMünchen, 3. Oftober.( Berliner Tageblatt.") Der bayerische richt noch viel eingehender behandelt werden müssen, wozu ja der Bauernbund hielt geſtern unter Ausschluß jeder Oeffentlichkeit eine Bericht der Fraktion die geuügende Grundlage giebt. Auf feinen Delegirtenversammlung ab, die einen sehr tumultuarischen Verlauf Fall aber dürfen wir verschleiern und Vogelstraußpolitik treiben. Sagen wir ehrlich, daß Meinungsdifferenzen da sind, und bringen wir sie zur Lösung. Verderben wir uns nicht unsere gute alte Agitation durch eine opportunistische Auffassung. Süten wir uns vor einer Versumpfung, vor einem Aufgeben des Klassentkampfes, ohne den wir nie zur Erreichung des Endziels können, ohne das wir nichts wären, als eine fleinbürgerliche Oppofitionspartei.( Beifall.) Einige Telegramme, welche über Reden nach den Tekten Ausführungen Stadthagen's und den Schluß der heutigen Sikung berichten sollten, waren um 1/23 Uhr nach Mitternacht noch nicht eingetroffen. Wir tragen dieselben in der nächsten Nummer nach. Redaktion des Vorwärts". " Politische Nebersicht. Berlin, den 3. Oftober. Internationale Solidarität. Aus Madrid ging dem Parteitage die folgende Depesche zu: Die spanischen Sozialisten begrüßen die Avantgarde der internationalen Sozialdemokratie, die sich in Stuttgart versammelt. * Deutsches Reich. nahm. richten aus Kapstadt melden, daß die Eingeborenen von Deutsch Aus unseren Kolonien. In Prätoria eingegangene NachDamaraland einen Aufstand planen und daß ihr Häuptling Witbooi mit Kriegserklärung drohe. Treffen zwischen der deutschen Schutztruppe und den Rebellen stattEinem Kapstadter Telegramm zufolge hat in Damaraland ein gefunden, das angeblich unentschieden geblieben ist; elf Deutsche sollen gefallen sein. Die Deutschen erwarten Verstärkungen. meritorische Behandlung des Dringlichkeitsantrages Schwegel, beWien, 3. Oktober. Jm Abgeordnetenhause beginnt die treffend die sofortige erste Berathung der Ausgleichsvorlage. Abg. Frhr. v. Schwegel empfiehlt feinen Antrag zur Annahme. Das Abgeordnetenhaus nahm den Antrag Schwegel auf fofortige erste Lesung der Der AbDem Vorstand des Badischen Handwerkerverbandes erwidern wir im Einverständniß mit den übrigen Ministerien, daß wir im allgemeinen bereit sind, bei Ausführung staatlicher Bauten, tvenn feine Gefahr im Verzuge liegt, aus Gründen der Billigkeit den durch Streits Streits herbeigeführten besonderen Verhältnissen im Sinne der dortseits geäußerten Wünsche Rechnung zu tragen, daß wir, uns aber die Entschließung von Fall zu Fall vorbehalten müssen. Eine allgemeine Anordnung in der angegebenen Richtung zu erlassen, oder gar, wie dortfeits angeregt wird, Bestimmungen bezüglich Verlängerung der Lieferungsfrist und Aussehung vereinbarter Konventionalstrafen in die Lieferungsverträge aufzunehmen, sind wir dagegen nicht in der Lage, weil die Möglichkeit eines Ausstandes infolge unbilliger Behandlung der Gehilfen und Geselle seitens der Arbeitgeber nicht ausgeschlossen ist, in diesem Falle aber eine Bewilligung der Fristber= längerung an Iettere nur ungerechtfertigte Begünstigung oder Unterstützung derselben herbeiführen würde. Die Entscheidung der Sache im einzelnen Falle wird somit von der Prüfung der Ursache und der Begründung des Ausstandes abhängig sein. Außerdem aber wird noch in betracht kommen, daß durch die Gewährung der Stundung einer Lieferung eines von dem Arbeiterausstand betroffenen Gewerbetreibenden unter Umständen die Lieferungsfristen auch der anderen bei der Herstellung des betreffenden staatlichen Gebäudes betheiligten Handwerker ungünstig beeinflußt werden könnte, was nicht erwünscht wäre." Partei- Nachrichten. wird am 30. und 31. Oftober in Würzburg abgehalten. Der diesjährige Parteitag der Sozialdemokratie Bayerns Ausgleichsvorlagen an und begann die erste Lesung. Der zweite Theil des Antrages Schwegel, welcher dahin lautet, das Haus möge sofort in die erste Lesung der Ausgleichsvorlagen eintreten, wurde mit 203 gegen 33 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die deutsche Volkspartei, die Sozialdemokraten und die Schönerianer. Zur ersten Lesung der Ausgleichsvorlagen find 55 Redner betr. den Ausgleich mit Ungarn führt der Sozialdemokrat Verkauf gegen und niemand für gemeldet. Bei der ersten Lesung der Vorlagen aus, der Ausgleich müsse im Hause verhandelt werden, da es nicht ruhig hingenommen werde dürfe, daß dem Volte wieder 50 Millionen Von der internationalen Konferenz zur Bekämpfung des entschiedene Anhängerin eines gemeinsamen Zollgebiets. neuer Lasten auferlegt werden würden. Ans Gera wird uns geschrieben: Der frühere verantwortliche Redners Partei sei eine Redakteur der„ Neußischen Tribüne", Hugo Rödiger, ist Anarchismus. Das Wie die„ Agenzia Stefani" meldet, hat die Boll- und Handelsbündniß diene vor allem dem Militarismus, flüchtig. Am vergangenen Donnerstag sollte er sich vor der hiesigen italienische Regierung an alle Staaten Europa's eine Note gerichtet, welcher den Arbeitern ungeheure Lasten auferlege. Straffammer wegen Beleidigung des Direktors Pohlhorn von der in welcher sie dieselben zu einer Konferenz zur Berathung von Maß- geordnete erörtert sodann die Laſten des Militarismus fo- war erschienen, Rödiger jedoch nicht, sodaß das Gericht einen VorTaubftummen- Anstalt in Schleiz verantworten. Ein Vertheidiger nahmen gegen die Anarchisten einladet. Der Ort, wo die Konferenz wie einzelne Bestimmungen der Vorlagen, welche für Ungarn führungsbefehl gegen ihn erließ, der jedoch nicht vollstreckt werden konnte, stattfinden soll, ist in der Note nicht bezeichnet, doch glaubt man, einen erheblichen Gewinn bedeuteten, und führt statistische daß es Nom wird sein können. Daten zur Berechnung der Lasten an, welche dem Volt Weil Rödiger nicht hier war. Statt dessen lief einige Stunden später Die italienische Regierung, die eifrigste Züchterin des Anarchis- aus der Verzehrungssteuer erwachsen. Redner schildert die traurige habe den Zug verpaßt und bitte um Vertagung der Verhandlung. Die italienische Regierung, die eifrigste Züchterin des Anarchis- Lage der Arbeiter. Seine Partei werde an dem Grundſage fest- Da Nödiger mit dem nächsten Zug ebenfalls nicht erschien, wurde beim Gerichtshof ein Telegramm ein, worin Rödiger mittheilte, er mus, verdient mehr als jede andere, daß der internationale Ober- halten: Ein guter Ausgleich oder kein Ausgleich. Finanzminister der Vorführungsbefehl aufrecht erhalten und die Verhandlung ver Bolizistentongreß von ihr gastfreundlich aufgenommen wird. Dr. Kaiz! wendet sich gegen die Behauptung, als ob der ReZur Friedenskundgebung des Zaren meldet die Magdeb. gierung sehr unangenehm wäre, wenn der Ausgleich parlamen- tagt. Bis jetzt ist Rödiger noch nicht zurückgekehrt, so daß es als Zeitung": Im russischen Ministerium des Aeußern ist eine besondere farisch berathen würde, sowie dagegen, daß die Regierung immer her betrachtet werden kann, daß er sich durch die Flucht einer über Kommiffion eingesetzt worden, welche für den garen einen Bericht nur die Absicht gehabt habe, den Ausgleich so schnell als ihn verhängten Strafe von 20 Monaten, die allerdings noch der über die Antworten der Mächte auf den russischen Abrüstungs- möglich auf grund Revision des Reichsgerichts unterliegt, entzogen hat. des§ 14 durchzuführen. Als Grund vorschlag und das Programm für die Abrüstungskonferenz aus- werde immer das Communiqué der Wiener Abendpost" vom eigenartigen Umständen zu stande gekommen. Wegen Beleidigung Die außerordentlich harte Bestrafung Rödiger's ist unter sehr zuarbeiten hat. 30. August angegeben, worin die Regierung erklärte, sie wolle noch eines Schuldirektors Kühn durch eine zehnzeilige Notiz war der Die interparlamentarische Friedenskonferenz, die am Sonnabend einmal an das hohe Haus appelliren, habe aber Vorsorge getroffen, vormalige verantwortliche Redakteur Najort zu 1½ Jahr Gefängniß in Brüssel zusammentrat, zählt etwa hundert Parlamentarier aller für den Fall, daß die parlamentarische Erledigung in Bälde nicht Länder; sie sandte eine Glückdepesche an den Baren wegen seines zu erwarten sei, d. H. daß die Regierung provisorische Dis- verurtheilt worden. Dieses Urtheil rief seinerzeit ungeheure EmAbrüstungsvorschlages. pofitionen bis zur endgiltigen Erledigung des Ausgleichs in Aussicht reußischen Parteitage wurden der Redaktion unseres Parteiblattes pörung unter den Genossen hervor und auf dem vorjährigen Wenn die Herren wieder in ihren Parlamentssigen sich breit genommen habe. Es sei ungerechtfertigt, daraus der Regierung von einer Anzahl Parteigenossen die heftigsten Vorwürfe wegen machen, werden sie für die Erhöhung der Ausgaben für Heer und einen Vorwurf zu machen. Pflicht der Regierung sei es, Borsorge leichtfertiger Aufnahme zweifelhafter Notizen gemacht, wobei man auch Flotte stimmen. zu treffen, daß eine gewiffe Beruhigung in allen jenen zahlreichen auf die Kühn'sche Sache hinwies. Nödiger wies diese Borwürfe zurüd. Die produzirenden Kreisen geschaffen werde, die in ihrer ganzen wirth- Folge war, daß die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen ihn als schaftlichen Existenz davon abhängen, ob das Verhältniß zu den muthmaßlichen Verfasser des Artikels über Kühn einleitete. oder nicht. Offiziöfes zum deutsch- englischen Abkommen. Der„ Magd. weift ferner Ungarn aufrecht erhalten wird Der Minister Beitung" wird aus Berlin gemeldet: den Vorwurf der Frivolität zurück, sowie Behn Tage später wäre die Verjährung eingetreten gewesen. UmIn der Presse wird das Verlangen nach einer Veröffentlichung an energischer Unterstützung der Industrie fehlen lasse. Dieser wurde. Die vom Staatsanwalt beantragte fofortige Verhaftung jenen Vorwurf, daß die Regierung der diesseitigen Reichshälfte es fangreiche Zeugenvernehmungen fanden statt und das Ende vom Liede war, daß Rödiger zu 20 Monaten Gefängniß verurtheilt des deutsch- englischen Abkommens ausgesprochen. Demgegenüber Regierung den Vorwurf der Indolenz zu machen, fei ungerechtfertigt. wurde vom Gerichtshof abgelehnt, da Fluchtverdacht nicht vorliege, wird uns versichert, daß die vorläufige Geheimhaltung des Ver- Der Minister verweist auf die Förderung der Induſtrie durch die nödiger eine starte Familie am Orte habe und durch die Verhaftung trages nicht nur durch die seitens der vertragschließenden jüngst inaugurirte Anfpornung der Kapital- Assoziation und betont, Mächte übernommene Verpflichtung, sondern auch aus fach- die Regierung habe die Absicht, die Industrie und Landwirthschaft geschäftlich ruinirt werden würde. Die Verurtheilung erfolgte lichen Gründen geboten ist. An und für sich wäre es der wirklich zu fördern. deutschen Regierung durchaus erwünscht, wenn sie mit dem Ab- Minister hervor, es werde gerade in letzter Zeit namentlich in noch eine solche wegen Beleidigung eines Pionier- Lieutenants in Gegenüber dem Abg. Berkauf hebt der anfangs Juli. Gegen Nödiger schiebte außer der Pohlhorn'schen Strafsache tommen vor die Oeffentlichkeit treten könnte, aber der Zweck des den staatlichen Betrieben sehr viel für die Arbeiter gethan. Bernburg. Nach der bekannten Rechtsprechung der hiesigen StrafAbkommens wird in Frage gestellt, wenn dieses vorzeitig bekannt Wenn aber den Arbeitern gegenüber etwas Gutes geschaffen werde, fammer gegen Breßsünder war es zweifellos, daß Rödiger eine wird. Man thäte deshalb wohl gut, wenn man mit den An- werde dies niemals anerkannt, sondern die Thatsachen würden eingriffen auf das Abkommen zurüchielte, bis die Veröffentlichung fach verschwiegen und zum Gegenstande unbestimmter unqualifizirter Ueberzeugung nach hätte ihn diese körperlich und geistig mehrjährige Gefängnißstrafe hätte verbüßen müssen. Unserer eine fachliche Kritik gestattet. Sozialdemokraten.) Angriffe gemacht.( Lebhafter Beifall rechts, Widerspruch bei den ruinirt. indirekten Steuern als das punctum saliens, um welches sich der Finanzminister Dr. Kaizl bezeichnet die Neubelastung durch die ganze Widerstand gegen die jetzigen Ausgleichspunktationen drehe. Die Fleischnoth wird indirekt sogar vom bayerischen Land- Bei Durchficht der Ausgleichsvorlagen ersehe man, führt der Minister wirthschaftsrath zugeben. Im letzten Jahresbericht dieser Korporation aus, daß Konzessionen auch von ungarischer Seite gewährt wurden. heißt es: Die Regierung halte an der Anschauung fest, daß eine den Ver" In anbetracht, daß eine Produktionssteigerung in quanti- hältnissen entsprechende Minderung der Quotenleistung Desterreichs Die Vorgänge auf dem vorjährigen Parteitag in Reuß j. 2. tativer und qualitativer Hinsicht nur allmälig ausführbar ist, so- eine unabwendbate Ergänzung der Ausgleichsvereinbarungen bilde. aber mögen allen Genossen eine Mahnung sein, bei ihren Kritiken wie insbesondere mit Rücksicht darauf, daß die Viehmastung bei Sollte die wirthschaftliche Einheit durch die Verweigerung des Die Tragweite ihrer Worte genau zu erwägen. größeren Betrieben eine Aenderung des Wirthschaftsbetriebes be- Ausgleichs gefährdet gefährdet erscheinen, fo würde dadurch auch Die Beerdigung unseres Genoffen Holm fand am Montag dingt, wird es noch einiger Jahre bedürfen, um ziffernmäßig den die gemeinsame Vertretung nach außen und die gemeinsame unter großzer Theilnahme in se openhagen statt. Wohl an dreißigNachweis liefern zu können, daß bei eventuellem Ausfall der Armee angegriffen werden.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen tausend Mitglieder der Arbeitervereine bildeten den Trauerzug. Ge Vieheinfuhr vom Auslande ein Mangel an Schlachtvieh nicht zu rechts, Lachen und Eljenrufe lints,) Nachdem Abg. Nitter v. Jaworski war gleichsam eine Demonstration gegen die harte Behandlung, die befürchten ist." ( Pole) die Regierung der Unterstügung der Majorität versichert hatte der Untersuchungsrichter dem Verstorbenen angedeihen ließ. Es heißt dies flipp und Klar, daß die deutsche Landwirthschaft und der deutsch- fortschrittliche Abg. Lecher den Ministerpräsidenten zur Zeit nicht in der Lage ist, den Fleischbedarf der Be- persönlich scharf angegriffen und die Vorlage als unannehmbar bebölferung zu decken. Freilich bedeutet dies noch lange zeichnet hatte, wurde die Debatte abgebrochen. Die nächste Sizung nicht das Einverständniß mit der Eröffnung der deutschen findet morgen Nachmittag um 1 Uhr statt. Grenzen gegen das ausländische Vieh. Denn gerade der Mangel des Angebots an Vieh gegenüber der gesteigerten Nachfrage danach innerhalb der Grenzen des deutschen Reiches bewirkt ja die den Herrn Agrariern so angenehmen exorbitant hohen Fleischpreise, unter denen besonders die Arbeiterbevölkerung zu leiden hat. Daß die Regierung durch diese Erklärung das Mißtrauen gegen die geplante Kolonialpolitik in größtem und kostspieligstem Stile bei irgend jemanden vermindern wird, kann sie wohl selbst nicht annehmen. Kampf um das Koalitionsrecht! verlangt, daß ein Parteigenosse, besonders ein solcher, der auf dem Unser hiesiges Parteiorgan, die" Reußische Tribüne", verurtheilt aber die Flucht Rödiger's mit Recht auf das allerentschiedenste und verantwortungsreichen Bosten eines Redakteurs steht, unter allen Umständen die Konsequenzen seiner Thätigteit tragen soll. Boziales. Arbeiter Risiko. Auf einem Neubau in der Ovodagasse in Budapest wurden durch Einsturz der Decke des ziveiten Stockwerts fünf Arbeiter lebensgefährlich verlegt. Tehte Nachrichten und Depeschen. Zur Vorbereitung der Zuchthausvorlage Wie schwach es übrigens mit der Behauptung der Regierung Samburg, 3. Oftober.( W. T. B.) Das Schwurgericht verschreibt die National- Beitung": bestellt ist, im Interesse der Gesundheit des deutschen Vichs dürfe Kaiser in der Oeynhausener Rede angekündigte Gefeßentwurf falscher Fünfmarkscheine zu 4 Jahren Zuchthaus bezw. 2 Jahren Ge Mehrere Blätter wollten erfahren haben, daß der vom urtheilte heute den Kommis Kruse aus Linden( Hannover) und den daß der vom Maurer Wohlers- Hamburg wegen Falschmünzerei und Anfertigung feine Oeffnung der deutschen Grenzen zugebilligt werden, das beweist nicht in einer Aenderung der Gewerbe- Ordnung, sondern zutreffend der Hamb. Correspondent, indem er darauf hinweist, in spezialisirten Bestimmungen zum Schuße der persönlichen fängniß. Die Wittwe Pscherer, welche das falsche Geld in Umlauf daß in Oberschlesien ja seit Jahren Schweine unter Kontrolle ein Freiheit im Rahmen des allgemeinen Strafgeseges bestehen gesezt hatte, erhielt eine Gefängnißstrafe von einem Jahr. Ins geführt werden, ohne daß hierdurch die deutsche Schweinewirthschaft werde. Der Umstand, daß die offiziöse Telegraphen- Agentur diese gesammt hatten die Verurtheilten mehrere hundert falsche Scheine Schaden gelitten hätte. Das Blatt schreibt: Nach den wiederholten Erklärungen des Ministers v. Hammer- vielleicht andeuten, daß sie zutreffend sei. Nach inzwischen von uns Nachricht verbreitete, fonnte, wie wir der Mittheilung hinzufügten, hergestellt. Wien, 3. Oktober.( W. T. B.) Eine von etwa 3000 Personen stein selbst hat sich die Methode durchaus bewährt, die Schweine eingezogenen Erkundigungen ist diese Annahme aber nicht aufrecht besuchte Versammlung, in der Abgeordneter Schrammel über den Einfuhr aus Rußland zu gestatten, unter der Bedingung des direkten Transports nach den dazu bestimmten Schlachthöfen und der dort zu erhalten. Wie wir zuverlässig erfahren, ist noch keinerlei Ausgleich sprach, wurde nach kurzer Dauer wegen heftiger Ausfälle Beschluß darüber gefaßt, ob die Aenderung im gegen die Regierung aufgelöst. Es folgte ein mehrere Minuten sofort vorgenommenen Untersuchung und Abschlachtung. Obgleich jährlich über 70000 Schweine nach dem oberschlesischen Industriebezirt Rahmen der Gewerbe- Ordnung oder des Straf andauernder Tumult. Der Saal leerte sich jedoch ohne weiteren eingeführt werden, ist eine Verseuchung des inländischen Vich- Verhandlungen stattgefunden, und es wird an der er- Gutsbesitzer Ritter von Majersti seine 27jährige Ehefrau und dann ezbuches erfolgen soll; es haben darüber noch keine Bwischenfall. Wien, 3. Oktober.( B. H.) In Baden bei Wien erschoß der bestandes noch nicht nachgewiesen. Die lautesten Klagen über forderlichen Unterlage für diefelben so lange fehlen, als noch Antsich selbst. Als Motiv werden zerrüttete Vermögensverhältnisse anFleischmangel und Fleischtheuerung kommen aber gerade aus dem forderlichen Unterlage für dieselben so lange fehlen, als noch AntOften. Die Herabsetzung des zulässigen Kontingents der russischen des Grafen Posadowsky vom Dezember vor. I 3. gegeben. worten der Bundesregierungen auf die Umfrage 93 000 auf 70 000 Stüd ist erst seit zwei Jahren erfolgt aus stehe it. Bis jetzt sind diese Antworten noch keines Eisenbahnzuge todt aufgefundene Reisende ist der römische Elektround zwar lediglich mit der Begründung, daß das niedrigere wegs bollzählig. Kontingent zur Versorgung der dortigen Arbeiterbevölkerung ausreichend sei. Maßgebend ist also lediglich die Bedürfnißfrage, und diese spricht gegenwärtig für eine Bermehrung der Einfuhr. Die badische Regierung und die Streiks. Rieti, 8. Oktober.( W. T. B.) Der in Antrodoco im techniker Agostino Bianchi. Die Leiche weist 28 Wunden auf. Washington, 3. Oktober.( W. T. B.) Die Instruktionen des Es liegt nun der Wortlaut der von uns in der Sonntags- Admirals Teweh gehen dahin, so nahe wie möglich an Peking herannummer auf grund einer Depesche des„ Berl. Tagebl." fommentirten zugehen; da der Kreuzer, Baltimore" aber nicht weiter als bis zu Das ist logisch unwiderleglich. Aber für die gegenwärtige Antwort der badischen Regierung auf die Eingabe des Zentral- ben Forts von Talu fahren kann, wird das Kanonenboot Petzel" die agrarfreundliche und arbeiterfeindliche Regierung ist bei ihren Hand- vorstandes des badischen Handwerkerverbandes vor. Hiernach hat„ Baltimore" begleiten. Berantwortlicher Redakteur: Auauit Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt, r. 232. 15. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dietas, 4. Oktober 1898. bilndouby Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. Stuttgart, den 2. Oktober 1898. Die Begrüßungs- Feier. Was eine treffliche Organisation leisten kann, das zeigten die Stutt garter Genossen in berechtigtem Stolze ihren Gästen, den Delegirten zum Barteitage. Ihnen zu Ehren schufen sie ein prächtiges Fest, das am Sonntag Abend um sechs Uhr seinen Anfang nahm. Den großen Zirkus am Marienplay hatte das Lokalkomitee gewählt, um möglichst vielen Parteigenossen die Theilnahme an der Begrüßungsfeier zu ermöglichen. Zwar wehten nicht wie in Hamburg rothe Fahnen von dem Portal herab, aber der Thorbogen, durch den die Schaaren in den mächtigen Rundbau hineinströmten, war in seinem oberen Theile mit einer rothen Dekoration geschmückt. Bon rothen Bannern umfränzt begrüßten im Innern des Kuppelsaales kernige Sprüche die Anwesenden, ein Programm der Arbeit, in deren Dienst auch dieser Parteitag steht. Da lesen wir: 11 Ueberzeugung ist des Mannes Ehre"; „ Gegen große Weltideen kämpft vergebens die Gewalt"; " Der Arbeit Volt muß selbst sein Schicksal schmieden"; Und sie bewegt sich doch"; Es wächst hienieden Brot genug für alle Menschenkinder"; Mit uns das Volt, mit uns der Sieg". Den Büsten von Lassalle und Marx zu beiden Seiten des roth drapirten Podiums flaminte am Eingangsportal unter den Bannern der Arbeiter- Gesangvereine Stuttgarts und der Vororte der Kampfruf der Sozialdemokratie entgegen:" Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" Schon um fünf Uhr waren die Ränge und Gallerien dicht gefüllt, so daß die fortwährenden Schaaren kaum noch Platz fanden. Die Arena war für die Delegirten und Gäste reservirt. Unter ihnen befanden sich auch die Abgesandten der schweizerischen und der österreichischen Bruderparteien, Greulich aus Zürich und Daczynski aus Krafau. Dr. Ellenbogen- Wien trifft morgen ein. " Um sechs Uhr begann die Feier mit einigen von der Kapelle " Presto" gespielten Musikstücken und einem Männerchor Gruß an die Delegirten", den die Gesangvereine Freiheit, Gleichheit, LaffaliaStuttgart und Vorwärts- Cannstatt vortrugen. Dann folgte ein prachtvolles szenisches Arrangement„ Schwaben grüßt Euch!" Auf der Bühne erschien Schwaben( Frau Sophie Wolter), umgeben von einer Arbeitergruppe, und begrüßte die Delegirten mit folgendem von Rudolf Lavant gedichteten Prolog: Der Gäste viele hab' ich schon begrüßt, Die meiner Gauen munt're Rebenhügel, Die meines Schwarzwalds finst'rer Tann gelodt. Gemessen trat den Einen ich entgegen, 7511 2156 Den Andern höflich, Manchen freundlich auch, So herzlich aber, wie ich Euch die Rechte Entgegenstrecke, Euch, den Abgesandten Der rastlos Schaffenden, die Ihr den Kern Des Wolfs vertretet, grüßt' ich keinen noch. Daß diesmal Jhr im Schwabenlande tagt, Daß zur Berathung Ihr in diesen Mauern Busammenkommt, ist eine Herzensfreude Für mich, für uns und für die fiebzehn Kreise, In die das Land zerfällt, wenn ihr Verditt Abgiebt des Deutschen Reiches Wählerschaft. Auch ist es der Beschämung Röthe nicht, Die uns're Wangen färbt bei der Begrüßung, Denn ist in Schwaben auch noch viel zu thun, So ward' ein guter Anfang doch gemacht, Und Fleiß und Mühe wurden nicht gescheut, Um aufzuräumen mit dem Wust verjährten, Verschimmelten und doch lebend'gen Wahns. Verhältnißmäßig jung ist die Bewegung Und doch schon start genug, des Landes Hauptstadt Im Sturm zu nehmen und vier weit're Size So zu bedroh'n, daß sie das nächste Mal Erliegen werden; wen'ge ausgenommen, Schwoll uns're Stimmenzahl in allen Kreisen, Von denen mancher schwer zu fassen ist, Gewaltig an, und uns're Gegner zittern; Sie fühlen sich in ihren besten Burgen Nicht sicher mehr und sehen auf den Zinnen Im Geist bereits der Freiheit Banner weh'n, Das vielgeschmähte, das mit Gift und Geifer Sie gern besudelten, wär' nur das Grauen, Das dumpfe Grauen vor der Zukunft nicht Und vor dem fläglichen Zusammenbruch Jedweden Vor rechts, das ein Hohn aufs Recht. Viel gute Arbeit ward auch hier gethan, In finstern, harten Köpfen ist das Dämmern Nicht aufzuhalten, das zum Tagen führt, Und so begrüßt in mir in stolzer Freude Altwürttemberg der Arbeit Parlament. Ein Pärchen hat ein jeder Kreis entsendet In seiner Tracht vergönnt, daß nun auch diese Mit einem Reigen den Willkommengruß Voll Wärme Euch und Herzlichkeit entbieten. Ein Unterpfand sei dieser Reigen Euch Daß eine große, jauchzende Bewegung Durch alle Gaue meines Landes geht, Wenn einst der Tag, der gold'ne Tag erscheint, Der unser Ringen frönt, der Tag des Sieges! Als der stürmische Beifall verklungen war, der diesen Worten folgte, hatten sich die Paare, die die Gaue Württembergs in charakteristischen Boltstrachten darstellten, auf der Bühne geordnet und ein reizender Bauerntanz entzückte die Zuschauer. Dann trat Schwaben noch einmal vor und sprach folgende Schlußworte: Einmal bereits, vor achtundzwanzig Jahren, Hab' ich in Stuttgarts Mauern Euch begrüßt, Und wer sich jener Zeit entsinnen kann, Der weiß es auch, mit welchen Schwierigkeiten, Innern und äußern, wir zu fämpfen hatten. Das Feld, das damals rauh und steinig war Und dornbefäet, heut liegt es eben vor uns, Und tausend, abertausend Herzen schlagen Für die Partei der Zukunft froh und laut, Die damals mur ein Name, keine Macht. Heut führt sie tampferprobte Veteranen und junge Krieger dichtgeschaart zum Kampf, Und ihre stolze Streit- und Siegesfreude entgegen. Endlich ist es uns gelungen. Nun aber sagten sich die Beifall), gerade wie wir im übrigen Deutschland, nachdem die Städte Genoffen Stuttgarts: Wie können wir wohl die Delegirten am erobert waren, jezt hinausgegangen sind auf das Land, und bei der würdigsten empfangen? Wie können wir ihnen den besten Will- letzten Wahl gezeigt haben, daß wir im stande sind, das Land zu tommen bieten? Die Gelegenheit bot sich. Wir standen vor der erobern.( Beifall.) Wahl und da sagten wir uns: einen würdigeren Empfang fönnen Die Schöne von Schwaben hat ja schon auf den Kongreß hinwir den Delegirten nicht bereiten als dadurch, daß wir sie gewiesen, den wir früher gehabt haben, ein Arbeiterparlament, aber in einem bon der Sozialdemokratie eroberten Wahlkreise Soch kein Parlament, wie das heutige. Es war 1870, unmittelbar empfangen.( Stürmischer Beifall.) Deshalb unablässiges Arbeiten, che jener fluchwürdige Krieg zwischen Frankreich und unablässiges Mühen! Wir waren uns sicher wohl bewußt, daß wir, Deutschland von den Gewalthabern entzündet worden ist. wenn wir nicht im ersten Wahlgange durchdringen, auf die Hilfe Welchen Weg haben wir in diesen 28 Jahren zurückgelegt! der Demokratie nicht rechnen können.( Sehr wahr!) Wir haben wir sind das, was wir heute find, geworden durch Kampf! Kampf vor 5 Jahren die Erfahrung gemacht und deshalb sagten wir ist die beste Erziehung für eine Partei. Und jetzt steht die uns: entweder im ersten Wahlgange oder wir werden nochmals deutsche Sozialdemokratie in einem neuen Kampfe. Es ist darauf verzichten müssen. Die Arbeit war nicht umsonst, unser ausgesprochen worden von einer Stelle, die in die GeheimZweck ist erreicht, wir haben den Wahlkreis erobert.( Bravo!) nisse des Klassenstaates eingeweiht sein muß, daß die Schon einmal fand ein Parteitag in Stuttgart statt, im Jahre deutsche Sozialdemokratie, daß die Organisation der deutschen 1870. Aber damals war die Partei flein, geringe Anfänge waren Arbeiter vernichtet werden soll. Mit Zuchthaus soll bedroht es, und was das schlimmste war, unter sich uneinig, haben sich noch werden, wer zum Streif anreizt. Arbeitseinstellung ist das letzte die beiden Richtungen bekämpft, und bekämpft in einer Weise, die Mittel des Koalitionsrechtes, und wie ist ein Streit möglich, ohne wahrlich nicht angethan war, Indifferente für die Sache der Sozial- daß dazu aufgefordert wird? Und welche Aufforderung kann nicht demokratie zu gewinnen. Aber die Sozialdemokratie wuchs auch im als Anreiz aufgefaßt werden? So setzt dieses Gesetz Zuchthaus für Schwabenlande, von Wahl zu Wahl mehrten sich die Stimmen, jeden, der das Koalitionsrecht ausüben will. Nun, Genossinnen und wenn auch das Jahr 1878, das Jahr des Schandgesetzes, vorüber- Genossen, wir stehen fest. Wir sind erprobt in dem Kampf. Wir gehend einen Rüdgang herbeiführte. Die Mühe war nicht umsonst. haben gefährlichere Krisen triumphirend überwunden, Jüngst wurde ein Nicht nur in Stuttgart, sondern im ganzen Lande konnten wir wesent: Mann zu Grabe geleitet, in dessen Hand mehr Macht gelegen hat, liche Wahlerfolge verzeichnen. Während wir 1884 noch mit als in der irgend eines anderen Menschen seit dem Tode des ersten 9154 Stimmen im ganzen Lande rechnen mnßten, hatten wir 1893 Napoleon. Nachdem er uns nicht bestechen und verführen und vor schon 42 801 Stimmen auf unsere Kandidaten vereinigt, und 1898 feinen Wagen spannen konnte, versuchte er uns zu vernichten. Wir 62 452 Stimmen. Das bedeutet einen Zuwachs gegen die letzte Wahl nahmen den Kampf mit ihm auf, den Polizeikampf, den Kampf von 45 pet. Wir haben diese Erfolge erzielt, speziell bei der letzten vor den Gerichten, den Kampf unter dem Sozialistengesetz, und Wahl, trotz oder vielleicht gerade wegen der gemeinen Agitation dieser Mann, ausgestattet mit der ganzen Macht, möchte ich sagen, unserer Gegner. Wir sind weit entfernt, diesen Erfolg unseren seines Jahrhunderts, der Macht des Kapitalismus, aller Mühen und unseren Kämpfen allein zuzuschreiben, wir hatten einen mechanischen Macht, ist zerschmettert worden von der mächtigen Verbündeten, wenn auch einen Verbündeten wider Willen: Sozialdemokratie( Stürmischer Beifall), deshalb, weil die Das ist der Kapitalismus. Der Kapitalismus hat tiefe Furchen der Sozialdemokratie ein nothwendiges Produkt ist der heutigen Unzufriedenheit in weite Kreise der Bevölkerung gezogen, und unsere fapitalistischen Gesellschaft. Denn gerade der Kapitalismus, welcher Aufgabe war es, in diese Furchen den Samen der Erkenntniß unserer die Verfolgungen gegen uns entfacht hat, der hat auch seine wirthschaftlichen Verhältnisse zu streuen. Dieser Samen ist auf- Stulturwidrigkeit, seine Freiheitsfeindschaft gezeigt. Er hat zum gegangen. Kampf aufgefordert, und er selbst, dessen Kind der Sozialismus ist, er hat durch alle Maßregeln gegen uns den Sozialismus und die soziale Bewegung gestärkt, und so wird es auch jetzt kommen. Genossen! Noch eins, ehe ich zum Schluß tomme. Dieser Kongreß hat eines verwandt und gemeinsam mit dem Rumpfparlament von 1870. Damals war auch schon ein Vertreter des französischen Proletariats hier zugegen, unser Freund Eduard Vaillant, der Mann der Kommune. Auch heute, nachdem ja die internationale Sozialdemokratie so große Fortschritte gemacht hat, tritt hier auf diesem Kongreß das internationale Element zu tage. Wir haben Freunde aus Desterreich, aus der Schweiz in unserer Mitte. Sozialdemokratie kennt keinen Unterschied zwischen Nationalismus und Internationalismus; und so, wie wir in dem Sozialismus nicht die Freiheit des Jndividuums zerstören wollen, so soll in der Internationalität niemals der Charakter der Nationen zu grunde gehen.( Lebhafter Beifall.) Thöricht oder bewußte Betrüger diefenigen, die einen Gegensatz zu finden suchen zwischen Nationalismus und Internationalismus. Die Sozialdemokratie ist international, so muß es bleiben, denn sie muß treu bleiben ihrem Ursprung Sie ist eine Partei, die den Kapitalismus zu bekämpfen hat, und sie darf deshalb ihren proletarischen Charakter nicht verlieren, denn ohne diesen ist der Gegensatz zu den bürgerlichen Barteien verwischt. Und da giebt es nun, nachdem wir einen Bismarck überwunden haben, teinen Kampf mehr, den wir zu scheuen, keinen Gegner, den wir zu Der Parteitag wird schwere Aufgaben zu erledigen haben. Ich fürchten haben, wir nehmen den Kampf auf mit allen unseren Gegnern. will hier nur hinweisen auf den einen Punkt, der der vorher fest-( Beifall.) Auch dieser Kongreß wird seine Schuldigkeit thun. Wir gesetzten Tagesordnung hinzugefügt ist infolge der bekannten wissen, daß die Genossen in Schwaben und im übrigen Deutschland Oeynhausener Rede, welche ein Gesetz ankündigt, wonach diejenigen hinter uns stehen. Und darum schließe ich nochmals mit einem Hoch Arbeiter, die zu einem Streit reizen, mit Zuchthaus bestraft werden auf die internationale Sozialdemokratie. Sie lebe hoch! hoch, hoch! sollen. Nun, wir haben schon vor anderen Drohungen gestanden,( Die Versammlung stimmt dreimal begeistert in den Ruf ein.) und wir haben nicht gezittert. Möge auch selbst ein solches Gesetz Kraft Der letzte Redner des Abends war unser alter Genosse Hermann erlangen, wir wissen, für uns ist in diesem Falle das Zuchthaus Greulich aus Zürich. Er sagte: Es war nicht meine Absicht, nicht entehrend.( Lebhafte Zustimmung.) Dem Proletariat zu Liebe hier eine Rede zu halten. Ich bin daher gekommen, um wieder werden wir selbst das Buchthaus auf uns nehmen.( Leb- einmal einem deutschen Parteitage beizuwohnen, denn der letzte, an hafter Beifall.) Sehr recht hat die Schwäbische Tagwacht", dem ich theilzunehmen die Ehre hatte, war 1869 in Eisenach. Nun wenn sie in ihrer neuesten Nummer schreibt:" Und wenn die trifft es sich aber, daß sowohl das Lokalfomitee, wie die anderen Welt voll Teufel wär' und wollte uns verschlingen, so fürchten wir Gäste wünschen, ich möchte auf die freundlichen Begrüßungsworte uns nicht so sehr, es muß uns doch gelingen!"( Beifall.) Ja, es etwas erwidern. Wem wäre nicht das Herz aufgegangen vor der wird uns gelingen, trotz aller Zuchthausparagraphen. Poesie des schönen Schwabenlandes, wie es heute Abend bei uns sich eingeführt hat! Ein fleines Beispiel dürfte Ihnen zeigen, wie sehr der Kapitalismus uns hilfreich zur Seite stand: Im Jahre 1869, wo die Partei in Württemberg offiziell begründet wurde, da wurde auch ein fapitalistisches Unternehmen gegründet, die Württembergische Vereinsbant, mit einem voll eingezahlten Attienkapital von 1 368 000 Mart. Nach 25 Jahren betrug das Aktienkapital bereits 18 Millionen, alle größeren industriellen Unternehmungen Württembergs sind von diesem Aktienunternehmen abhängig. Viele fleine, mittlere und sogar auch größere Geschäftsleute Württembergs wurden expropriirt, ihr Eigen thum wurde den Aktiengesellschaften überwiesen. Gerade deshalb, weil durch den Kapitalismus die breiten Maffen der Bevölkerung ihrer Arbeitsmittel heraubt wurden, weil sie in das Proletariat zurückgedrängt wurden, gerade deshalb haben wir soviel Anhänger gefunden im Lande. Und wir dürfen sagen, wir haben eine gute Zukunft. Wir wollen es nicht dabei bewenden lassen, die Delegirten heute auf dem Boden eines gewonnenen Wahlkreises zu begrüßen, wir wollen vor allen Dingen diefen Wahlkreis erhalten, und wir versprechen Ihnen, liebe Delegirten, daß wir unsere ganze Kraft dafür einsetzen werden. ( Lebh. Beifall.) Aber nicht das allein, wir werden weiter gehen, zu dem einen Wahlkreis wollen wir andere erobern, und wir rechnen dabei mit Bestimmtheit auf die Hilfe des Kapitalismus, der ja nicht aus seiner Haut heraus kann, der immer mehr expropriiren, immer mehr Unzufriedene schaffen muß. Die So wünschen wir denn dem Parteitag zu feinen Arbeiten den besten Erfolg. Aber wir wollen es nicht bei leeren Redensarten be- Es sind 33 Jahre her, da tagte hier es war 1865- auch wenden lassen, wir erwarten, daß die hier in Stuttgart versammelten ein Arbeiterparlament in der Liederhalle. Es war der Vertretertag Delegirten ihr bestes daran segen werden, um einen guten Erfolg deutscher Arbeitervereine. Da saßen wir durcheinander mit Leuten zu erzielen. Wie soll ich nun meine Begrüßung schließen? Ich in ganz verschiedener Lebensstellung und von ganz verschiedenen glaube, das herzlichste, das willkommenste für die Dele- Ansichten; ich glaube, außer mir ist nur noch Bebel hier, der auch girten ist es, wenn ich Sie alle ersuche, mit mir ein mit dabei war. Da wurde denn ein entsprechendes Programm zustimmen in ein Hoch auf die deutsche, auf die internationale zurecht geschneidert. Es war aber doch die erste Lebensäußerung Sozialdemokratie. Die deutsche, die internationale Sozialdemokratie, aus den Arbeiter- Bildungsvereinen, daß sie sich geweckt durch die fie lebe hoch, hoch und zum dritten Male Hoch!( Unter lebhaftem Agitation Laffalle's an diesem Tage aussprachen für das allgemeine Beifall stimmt die Versammlung in das Hoch ein und singt sodann gleiche, direkte Wahlrecht! unter Begleitung der Kapelle die erste Strophe der Marsailleiſe.) Hierauf betrat, mit minutenlangem Beifallssturm und Hüteschwenken begrüßt, Liebknecht das Podium: Drei Jahre später, 1868 in Nürnberg, machte man reinen Tisch, und wir proflamirten das Programm der internationalen Arbeiter Affoziation.( Lebhafter Beifall.) Seit der Zeit ist viel gegangen, feit der Zeit haben wir erlebt eine Auferstehung des arbeitenden Volkes, das in der Geschichte bis dahin nur als Sllave, als Leibeigener, als stumpfStellung in der Gesellschaft. Wenn das nicht ein Stück Kulturarbeit war, wie Gleiches in der Weltgeschichte noch nie gethan worden ist, dann sollen unsere Gegner uns erst zeigen, was sie zu stande gebracht haben!( Lebhafter Beifall.) Genoffinnen und Genossen! As dem ältesten der anwesenden Delegirten beiläufig ein Vorrecht, auf das ich sehr gern verzichten würde( Heiterkeit) ist mir der ehrenvolle Auftrag geworden, auf den Willkommengruß zu antworten im Namen der Delegirten. Ich sinniger Lohnarbeiter gelebt hatte, zum Selbstbewußtsein seiner danke für den herrlichen Empfang, den man uns hier bereitet hat, einen Empfang, wie er blos möglich war in dem schönen Schwabenland, in dem Lande des Gesanges, dem Lande der Poesie, dem Lande der Schönheit und des Schönheitsfinnes( Beifall). Eine solche Aufführung, wie sie uns hier vorgestellt wurde, hätten wir vielleicht Wir von auswärts sind hierher gekommen, weil wir den Vernirgendwo in Deutschland haben tömnen. Wir danken Ihnen. Aber handlungen und Berathungen dieses Parteitages die größte Be weit mehr als hierfür danken wir Ihnen für das, was mein deutung beimessen, wir sind hierher gekommen in dem Bewußtsein, Freund Kloß schon sagte, daß Sie die Hauptstadt von daß die deutsche Sozialdemokratie mit ihren 21/4 Millionen Stimmen Schwaben vorbereitet haben für diesen Parteitag, daß Sie zu eine bessere Garantie für den Weltfrieden bietet, als das Abrüstungsunserem Empfange die rothe Fahne der Menschheit und der manifest des Zaren.( Stürmischer Beifall.) Sozialdemokratie auf dem schönen Stuttgart aufgepflanzt haben. ( Beifall.) Das war ein Schwabenstreich,( Stürmischer Beifall und Heiterkeit), in der Weise des alten Uhland! Das war ein Schwabenstreich, durch den alles dasjenige, was früher nachgesagt worden ist dem Tangsam bedächtig fortschreitenden Schwaben, glänzend wider legt worden ist. Euch allen entbieten wir unsern Gruß. Und nun lassen Sie mich noch einige Worte sagen, die sich auf unsere Schweiz beziehen. Die Schweiz hat es infolge ihrer geographischen Lage und ihrer ökonomischen Verhältnisse zu Wege bringen können, den Gedanken der Demokratie aus dem 12., 13. und 14. Jahrhundert hinüberzuretten bis in die Gegenwart. Während in den anderen Ländern die Genossinnen und Genossen. Wir wiffen wohl, Sie haben einen tapferen Bauern und in Niederdeutschland, in Flandern, die Städte schweren Stand gehabt. Der Kapitalismus ist hier nicht in dieser niedergeschlagen und befiegt wurden, wußten die Schweizer abschreckender Weise und Form aufgetreten, als in anderen Theilen Bauern im Bündniß mit den Städten mit Hilfe ihrer eigenartigen Deutschlands. Hier hat die Reaktion nicht jenes widerliche Geficht militärischen Taktik sich ihrer Gegner zu erwehren und den Ges gezeigt, wie in dem Norden Deutschlands, wo das preußische Junker danken der Demokratie aufrecht zu erhalten bis heute. Pflanzt auf den höchsten Wall das rothe Banner thum ja jeden Mann, der Ehr- und Freiheitsgefühl besigt, mit Zorn Aber der Kapitalismus legt sich wie Mehlthau auf diesen Gedanken. Und mischt ihr Jubelrufen in die Klänge, und Ingrimm erfüllt und in den Kampf hineintreibt. Hier Er fleidet sich unter die Hülle des Patriotismus, um der Regierung, Die machtvoll rauschenden des Siegesmarschs! haben Sie ja eine starke Demokratie in Ihrem Staate; der Eidgenossenschaft Nachgiebigkeit gegen das Ausland zuzus Während die Gruppen zu einem prächtigen lebenden Bilde zusammen hier war Sie Grenzlinie zwischen der Sozialdemokratie muthen. Wir leben in einer reaktionären Periode, traten, spielte die Musik den Sozialistenmarsch und die drei Tausend und der bürgerlichen Demokratie sehr schwer schwer zu ziehen. in einer Uebergangszeit, in der es überall brodelt. Sehen Männer und Frauen, die den weiten Rundbau füllten, fangen und das ist es ja, was von unseren Gegnern so gar nicht begriffen Sie nach Frankreich, wo Klerikalismus und Militarismus, begeistert die prächtigen Verse. worden ist: die Demokratie ist etwas wunderbar Konservatives. In nach Desterreich, wo der Staatsstreichsgedanke zur Geltung zu Nun hielt Genosse start se los folgende Ansprache: der Schweiz, in England, in Amerika sehen wir, wie die Sozial- gelangen sucht, sehen Sie überall hin! Und da kam ein ruchloser Liebe Genossinnen und Genossen! Es wird mir demokratie langsamer fortschreitet als in Ländern wie Deutschland und Dolchstich in Genf und aufs neue tritt die Reaktion wieder hervor, schtver, nach einer so wirkungsvollen poetischen wie scenischen Frankreich. Gerade in diesem Lande hier mit einer starken bürgerlich demo- auch bei uns. Unter dem Vorgeben: Kampf gegen den Anarchismus! Begrüßung unserer Delegirten für die nackte Proja Worte zu finden. fratischen Partei war es schwerer als in den anderen Theilen Deutschlands, müssen wir jeden Augenblick gewärtig sein und haben zum theil Was kann ich Ihnen anders sagen, als was Ihnen bereits in poetischer das Banner der Sozialdemokratie zu entfalten und es siegreich voran schon Anzeichen dafür, daß man den Sozialisten an den Wagen Form gesagt worden ist! Lange hat sich Stuttgart danach gesehnt, zutragen. Sie haben diese Aufgabe erfüllt und haben sich den Dant will, Natürlich fürchten wir uns ja nicht, wir schweizerischen nachdem schon früher einmal ein Parteitag in unseren Mauern der deutschen und der internationalen Sozialdemokratie damit ver- Sozialisten haben uns auch nicht zu fürchten; denn uns kann man stattgefunden hat, Sie wieder bei uns begrüßen zu dient. Jezt haben Sie die Stadt; nachdem Sie die Stadt be- nicht ausweisen, uns kann man nicht expatriiren oder etwas dera tönnen, aber Hindernisse traten jedes mal dem Wunsche tommen haben, werden Sie auch das Land bekommen( lebhafter lartiges, dafür haben wir glücklicherweise eine Verfassung; = aber man fann alle die bei den Ohren nehmen und glaubte, die Sozialdemokratie erdrücken zu können, in deffen Händen| Stuttgart, Repp Ladenburg, Brühne Frankfurt a. M. und mißhandeln, die, vertrieben aus ihren eigenen Vaterländern die größte Macht vereinigt war, der die Klassendiktatur der Bruhns- Breslau. den Boden der Schiveiz aufsuchen müssen, um ein Asyl zu finden. Bourgeoisie in einer Härte durchgeführt hat, wie in keinem anderen Die Arbeitszeit des Parteitages ist wie gewöhnlich von 9-1 Da ist es gegenwärtig unser Kampf, dieses Asylrecht gegen schnöde Lande, The timer te ben von der Gozialdemokratie. und von 3-7. er Verlegung, so lange es in unseren Kräften steht, zu vertheidigen und die Partei, die einen Bismarck niedergeworfen hat, kann Die provisorische Geschäftsordnung wird ohne Debatte ( Beifall), in jedem einzelnen Falle und im allgemeinen, und wahrlich über dessen fleinere Nachfolger Herr werden. Aber genehmigt. Zubeil beantragt, eine Kommission von 15 Mitgliedern zu wählen, die alle Anträge, die sich mit der Frage der Betheiligung an den Landtagswahlen befassen, berathen soll und dem Parteitag darüber Bericht zu erstatten hat. ich glaube, wir erfüllen damit ebenfalls eine Kulturaufgabe. der Kapitalismus, je mehr er sich bedroht fühlt, desto mehr rafft er Nunmehr wird zur Feststellung der provisorisch vorgeschlagenen Es ist schon manchmal von dem Asylrecht Gebrauch gemacht worden sich auf, er weiß, daß mit jedem Moment unsere Macht wächst. Tagesordnung geschrittten. Dazu stehen die Anträge 1-6*) auch von solchen, die vorher sehr hoch standen.( Heitere Zustimmung.) Bei den letzten Wahlen wurde alles aufgeboten, um dem und Antrag 14**), der mit Antrag 5 identisch ist, zur Verhandlung. Wir haben erlebt, daß Flüchtlinge zu uns tamen, die drangsalirt Proletariat seine Macht zu nehmen, um ihm das allgemeine Wahl- Die ersten Gegenstände der provisorischen Tagesordnung: Gewaren und später tamen sie als Gesandte zu uns. Wir fämpfen recht und das Koalitionsrecht zu entreißen. Alles war vereinigt gegen schäftsbericht des Vorstandes, Bericht der Kontrolleure, Bericht über einen Kulturkampf, indem wir sagen, es kommt nicht darauf an, wer uns, aber wir haben gefiegt, wenn wir auch einige kleinere die parlamentarische Thätigkeit bleiben unverändert; ebenso wird gerade oben ist, sondern es soll jedem Verfolgten, wenn er ein braver Niederlagen erlitten haben. Im großen und ganzen ist uns der Punkt 5 der Tagesordnung, das Koalitionsrecht, an seiner Stelle ge= Mann ist und feine Schlechtigkeiten begangen hat, der Boden der Sieg zugefallen und wie Freund Greulich schon gestern bemerkte, lassen; ebenfalls werden auch Punkt 6 und 7, die Maifeier, die Schweiz als Asyl zur Verfügung stehen.( Beifall.) Werthe Genossen, die 21/8 Millionen sozialdemokratischer Stimmen sind eine bessere deutsche Zoll- und Handelspolitik definitiv auf die Tagesordnung gewir werden unseren Kampf nur dann siegreich durchkämpfen können, Friedensbürgschaft als alles, was von seiten der herrschenden Klasse fezt. Die Reihenfolge soll später festgesetzt werden. wenn der Kampf in den anderen Ländern auch siegreich geführt wird. Heute geschehen kann. Der Ansturm gegen uns bei der Wahl ist Zu den Anträgen zur Tagesordnung wird die Unterstützungs( Beifall.) Bei den nahen Beziehungen, die heutzutage von Land zu mißlungen! Wir haben gesiegt! frage gestellt. Die Unterstüßung reicht bei allen Anträgen mit Lande herrschen, wäre die schweizerische Demokratie auf schwache Füße Aber der Kapitalismus, der jegt um seine Existenz kämpft, sucht Ausnahme des Antrages 2 aus. Dieser scheidet damit aus der Er-. gestellt, wenn nicht der demokratische Gedanke seine wirkliche Form erhält, schon wieder nach Mitteln und Wegen, uns zu vernichten. Da ist örterung aus. oder wie Niethammer( der Stuttgarter) einst gesagt hat, die Demo- vor einigen Wochen proklamirt worden, daß das Koalitionsrecht den Zu Antrag 1( Breslau) bemerkt Bruhns- Breslau: Ich kann trafie muß zur Sozialdemokratie werden. Die Demokratie muß in Arbeitern genommen werden muß; es ist angekündigt, daß die mich kurz fassen, denn der Vorsigende würde mir wohl nicht gediefem Sinne überall drucken und drücken und weiter vordringen kapitalistischen Parteien ein Gesez vorbereiten, welches die Ausübung statten, in eine ausführliche Kritik des Hamburger Beschlusses einund den Machthabern eine Errungenschaft um die andere abringen. des Koalitionsrechts mit Zuchthaus bestraft! Aber der Gedanke zutreten. Ich benüge mich damit, auf die Thatsache hinzuweisen, Ich will hoffen und wünschen, daß auch dieser Parteitag eine des Zuchthauses erschreckt uns Sozialdemokraten nicht.( Beifall.) daß zwölf Anträge sich mit der Frage der Betheiligung an den neue Stufe dazu bilden wird, sich zu einigen über alle die Fragen, wie konnte man denn überhaupt darüber überrascht sein? Man preußischen Landtagswahlen beschäftigen. Das beweist, für wie in denen geschlossen marschirt werden soll, in denen es sich darum sagt, Dichter sind Propheten. Ich las, ehe ich hierher ging, in wichtig diese Frage in der Partei gehalten wird. Der Hamburger handelt, dem arbeitenden Volke einen neuen Stein zu dem Bau den Gedichten von Heine. Da hat Heine schon vor länger als Beschluß hat in der That große Verwirrung geschaffen. Niemand ist beizutragen, zu dem Bau, unter dem es einst Freiheit und Sicher fünfzig Jahren proflamirt als die Zukunft Deutschlands, wenn das mit ihm zufrieden, sowohl Freunde wie Gegner der Betheiligung heit genießen soll.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Polizeiregiment fortdauert, das nationale Buchthaus, und dem halten seine Abänderung für nöthig. Ganze Kreise warten auf die Damit schloß der erste Theil. Der zweite Theil brachte wohl- nationalen Buchthaus gehen wir jetzt entgegen. Aber wir werden Entscheidung in Stuttgart. Ich glaube daher, daß unser Antrag gelungene turnerische Aufführungen der Freien Turner Stuttgarts, fämpfen für das Koalitionsrecht, wir werden fämpfen für das be- feinen Widerspruch finden wird, und schlage vor, die Frage der Beeine Reihe reizender schwäbischer Volkslieder und ein lebendes Bild, drohte Wahlrecht, und wir werden aller unserer Feinde Herr werden. theiligung als Bunft 6 auf die Tagesordnung zu jezen. das Monument der Zukunft. Die Darstellung wurde eingeleitet mit( Beifall.) folgender Deklamation: Alles sucht man auszubeuten, um das rothe Gespenst an die Band zu malen. Da fiel neulich ein Dolchstich gegen eine Frau, die niemanden etwas zu Leide gethan hat. Wenn jemals ein politischer Mord begangen ist, der unpolitischste aller Morde.( Bu stimmung.) Aber sofort sagt man, das ist Anarchismus, und der Anarchismus ist die Frucht des Sozialismus, beide gehen aus demselben Boden hervor. Nun, wir Sozialdemokraten haben bei tausend Gelegenheiten nachgewiesen, daß Anarchismus und Sozialismus Gottschalt Königsberg hält eine Beseitigung der MißAntipoden sind, daß der Anarchismus in der Gesellschaft wurzelt, welche die verständnisse nur durch eine Vorverhandlung in der Kommission für freie Konkurrenz proflamirt hat, und daß der Sozialismus, welcher dem möglich. Die Kommission soll nicht ein gegebenes Fattum schaffen, Kapitalismus feindlich gegenübersteht, ebenso feindlich dem Anarchis- sondern nur eine gesunde Grundlage für die Plenarberathung suchen, mus gegenübersteht. Der Anarchismus kann überwunden werden, sonst liegt die Gefahr vor, daß durch einen Gewaltbeschluß ein vernicht durch den Kapitalismus, sondern einzig durch den Sozialismus, söhnender Abschluß verhindert wird. Daß das Referat über das der die kapitalistische Gesellschaft und mit ihr die Wurzeln des Stoalitionsrecht vorangehen muß, ist selbstverständlich. Gegenüber Anarchismus wegschaffen wird.( Sehr wahr!) Unter dem Eindruck der durch die Oeynhauser Rede geschaffenen Lage schrumpft alles dieser Mordthat glaubte man Stimmung machen zu können, man andere zusammen. will neue Geseze schaffen, die uns fnebeln, aber das erschrect uns nicht. Die Partei, welche zwölf Jahre des Sozialistengesezes durch gemacht hat, pfeift auch auf die Gesetze, welche etwa noch von der uns feindlich gegenüber stehenden Bourgeoisie in ihrer furzsichtigen Beschränktheit gegen uns geschaffen werden können. Wir werden den Kampf aufnehmen, und so wie wir vorher gefiegt haben, auch in Bu funft siegen.( Beifall.) Die bürgerliche Gesellschaft ist am Ende ihres Lateins! Da kommt der russische Kaiser, er, der wesentlich schuld daran ist, daß Europa von Waffen starrt, und macht den Vorschlag der Abrüstung. Das war eine Farce, ob eine Kluge, das weiß ich nicht, aber ich glaube faum. Welcher Thor sollte sich dadurch haben täuschen lassen? Das jedoch steht fest: es giebt nur eine Partei, welche das Jdeal des ewigen Friedens verwirklichen kann, und das ist die Sozialdemokratie. Wir sind die Partei des Friedens und erst mit Ueberwindung des Kapitalismus kann der Militarismus vernichtet werden.( Beifall.) Allmälig ward zur lächerlichen Plage, Zur Mode, die kein Kritiker vernichtet, Die öde Denkmals- Bauwuth dieser Tage: Sie werden täglich dugendweis errichtet. Zur Blüthe ist der Unsinn längst gediehen Und der Agent verdient mit ihm Prozente; Man kann sie schon nach Preiskourant beziehen Aus der Fabrik, die edlen Monumente. Das Kleinste Nest will jezt sein Denkmal haben Und wär' es noch so dürftig auch gerathen; Man sieht sie figen, stehn, zu Pferde traben Die Schlachtenlenker und die Potentaten. Ein Kriegerdenkmal fordert streng die Mode, An welchem Kränze nieder man fann legen, Die Otto's aber geh'n nach seinem Tode Wie Pilze auf nach einem warmen Regen. Scheint diese Seuche auch nicht auszurotten Und macht kein Spruch sie der Vernunft zu nichte Es wird sie dafür jämmerlich verspotten Und arg zerzausen die Kulturgeschichte, Und unsre Enkel werden spöttisch lesen. Ungläubig faft und jedenfalls verivundert, Wie erz- servil, wie närrisch es gewesen, Das sonst so rüstig strebende Jahrhundert. Und sicher wird in jenen bessern Tagen, Die nur die Denter und die Dichter lieben, Man schweigend ab die Monumente tragen Und sie in eine Rumpelfammer schieben. Da stehen dann in Staub und Spinngeweben Verrostet und vergessen sie im Schatten Und um sie her herrscht nur das luft'ge Leben Der flinken Mäuse und der plumpen Ratten. Nur andrer Männer wird man dann gedenken, Die in den Reichen des Gedankens walten, Die das Geschick der Menschheit sinnend lenten Und das Verworrne auseinanderfalten. Nur sie wird man in Erz und Marmor bilden, Nur fie voll Dank und voll Verehrung feiern; In jener Zeit, der weisen, menschlich- milden, Wird man nur dieses Monument entschleiern! Nun wurde der Vorhang zurüdgezogen und eine Marmorgruppe wurde sichtbar, in der Mitte Mary, links und rechts von ihm Engels und Lassalle, im Hintergrunde die Fahne des Proletariats. Minutenlang durchbrauste der Beifall der begeisterten Versammlung den Saal. Damit war der Höhepunkt des Festes erreicht. Gesang und Konzert hielten die Genossen noch lange zu sammen.Stuttgart, den 3. Oktober. Erster Verhandlungstag. ( Privatdepeschen des Vorwärts".) " " Immer mehr und mehr verzweifelt die kapitalistische Gesellschaft, fie, wirft alle ihre alten Jdeale bei seite. Im Lager unserer Gegner herrscht heute der Kampf auch gegen die Kultur, im Lager der Sozialdemokratie aber, da ist die Freiheit, da ist der Friede, da ist das Recht, da ist die moderne Kultur. Für sie werden wir fämpfen, und unter unserem Schutz, vertreten durch uns, wird die Kultur siegen über die jetzt herrschende Unkultur. Dem jezigen Parteitag steht eine schwere Aufgabe bevor. Zu den meisten Fragen, die Deutschland und Europa bewegen, werden wir in der einen oder andern Form Stellung zu nehmen haben, und so manche andere, schwere Aufgaben werden wir für uns selbst zu lösen haben. Diese Aufgaben, so schwer sie sein werden, der Parteitag wird sie lösen. Das hoffe ich nicht, das weiß ich, denn wir haben die Wahlen hinter uns, wir haben eine größere Macht als alle unsere Gegner, wir werden ihrer Herr werden.( Beifall.) Und nun erkläre ich den Parteitag für eröffnet und ich bitte, zur Konstituirung des Bureaus zu schreiten. Albrecht Halle ersucht um Ablehnung des Zubeil'schen Antrages. Gerade weil eine große Unklarheit und Verwirrung herrscht, muß sich das Plenum selbst damit beschäftigen, es könnte in der Kommission leicht eine Majorifirung eintreten. V Stadthagen ist gleichfalls für Kommissionsberathung. Der Im Gegen Hamburger Parteitagsbeschluß ist keineswegs unklar. theil, er ist einer der Klarsten, die je gefaßt sind,( Große Heiterkeit.) aber gegenüber der Unzahl von Anträgen ist eine Vorberathung nöthig. Leider hat sich die ganze Frage aus einer rein praktischen Angelegenheit zu einer prinzipiellen Meinungsverschiedenheit herausgearbeitet. Ohne Kommissionsbericht würde die Debatte mindestens einen halben, wenn nicht einen ganzen Tag erfordern. Zubeil: Unser Antrag will der Debatte im Plenum die Schärfe nehmen und die Spize abbrechen. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß diese Frage den Parteitag überhaupt nicht mehr beschäftigen soll. In die Kommission sollen Freunde und Gegner der Wahlbetheiligung gewählt werden. = Groth Rostoc: Wir haben uns genügend mit der Sache be= schäftigt, wir wissen, was wir zu beschließen haben, eine lange Rommissionsberathung ist nicht erforderlich. = Schulz Erfurt: Die Beschlüsse, die in einzelnen Kreisen bereits gefaßt sind, machen eine Kommissionsberathung wünschenswerth. Aber es dürfen durch den Beschluß dieses Parteitags die Kreise, die Wahlbetheiligung schon beschlossen haben, nicht gezwungen Beschluß rüdgängig zu machen. werden, ihren Gerade dieser erste Versuch wird uns einen Ueberblick über unsere Kraft im Falle einer Wahlbetheiligung geben. Hoffmann- Bielefefeld: Wie sollen wir ohne vorherige Kommissionsverhandlung Klarheit schaffen, wo Liebknecht sogar ge zwungen war, das Wort„ ermöglichen" in sein Fremdwörterbuch aufzunehmen und eine besondere Interpretation davon zu geben. Leutert- Apolda wünscht, daß vor der Ueberweisung an die Kommission noch eine furze Aussprache stattfindet. Eine weitere Erörterung findet nicht statt. Sämmtliche auf die Landtagswahl- Betheiligung bezüglichen Anträge werden einer 15gliedrigen Kommission überwiesen. Zu dem Antrag 3( von Niederbarnim und Berlin 2) bemerkt Stadthagen: Der Beschluß wurde von den Kreisen gefaßt vor der Dehnhauser Rede. Da nunmehr über das Koalitionsrecht ein besonderes Referat gehalten werden muß, wird es kaum möglich und nöthig sein, über den Arbeitsvertrag noch besonders zu referiren. Stadthagen selbst erklärt, das Referat ablehnen zu müssen. Der Antrag 3 wird hierauf abgelehnt. Den Antrag 4( 6. sächsischer Streis) begründet HöppnerDresden. Auch dieser Antrag wird abgelehnt. Für die Anträge 5 und 14( Berlin V) spricht SassenbachBerlin: Die Anträge enthalten nicht eine hinterlistige Spize, wie vielfach angenommen ist. Sie stehen im Zusammenhang mit den Anträgen 73, 74 und 78***), die Anregung dazu hat die Rede des Baren gegeben. Es fragt sich, ob angesichts der dadurch geschaffenen Lage es nicht angebracht ist, zunächst die Forderung der einjährigen Dienstzeit zu betonen. Die Anträge von Berlin V werden abgelehnt. Den Antrag 6 befürwortet Lingweiler Elberfeld: Er verweist auf die in der letzten Zeit gehäuften Unglüdsfälle im Bergbau. Auch hier spielt die Zuchthaus- Androhung eine Rolle. Die Anreizung *) 1. Die Parteigenossen in Breslau, Rönigsberg i. Pr. und Heidelberg: Auf die Tagesordnung des Stuttgarter Parteitages als Puntt 5 zu setzen:" Die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen." 2. Die Parteigenossen in Apolda: Auf die Tagesordmumg des Parteitages zu feyen: a) Die Koalitionsfreiheit. b) Die hausindustrielle Ausbeutung." Ich erwarte Vorschläge aus der Mitte der Versammlung. Meßner Berlin schlägt Singer als Vorsißenden vor. Hoffmann- Bielefeld: Ich habe von meinem Kreise den Auftrag bekommen, den Parteitag zu ersuchen, diesmal den Genossen Singer nicht zum Vorsitzenden zu wählen( Unruhe). Der Antrag Im Dinkelacker'schen Saalbau traten um 9 Uhr morgens die enthält gar keine persönliche Spize. Wir wissen, daß Singer desDelegirten zur ersten Sigung zusammen. Kurz vor 1/210 Uhr eröffnet halb immer und immer wieder zum Vorsitzenden der Parteitage geLiebknecht die Verhandlungen mit folgender Ansprache: Ge- wählt worden ist, weil er ein vorzüglicher Vorsitzender ist; aber in noffinnen und Genossen! Als Aeltester habe ich im Namen der Hamburg hat er die Mitte zwischen links und rechts nicht so recht Parteileitung Sie willkommen zu heißen auf dem neunten Barteitag gehalten und durch seine Interpretation sicherlich die Verwirrung der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Auch in Stuttgart wegen der Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen mit Stehen wir auf historischem Boden. Die Sozialdemokratie Deutsch- veranlaßt( Unruhe.) Er hat als Vorsigender nicht richtig demoTands hat ja überall Stätten, wo sie gekämpft hat, aber ein ganz fratisch gehandelt, als er durch seine willfürliche Interpretation alles besonderes Intereffe bietet uns Stuttgart, weil wir hier die sämmt einseitig erledigen wollte.( Unruhe.) Ihre Unruhe zeigt mir ja, lichen Phasen der proletarischen Entwickelung Deutschlands verfolgen daß wir mit unserem Antrage nicht durchdringen werden. Darauf fönnen. Gestern schon auf dem herrlichen Feste, dessen Ein- kommt es auch gar nicht an.( Heiterkeit.) Wir wollten unseren Andrud in uns immer fortleben wird, wurde von dem Genossen trag nur hier zur Sprache gebracht haben und hoffen, daß diese Greulich daran erinnert, daß 1865 hier die Arbeiterorganisation Erfahrung dazu beitragen wird, die Geschäftsführung wieder etwas Deutschlands, die damals auf dem Boden der bürgerlichen Gesell- demokratischer zu gestalten. Liebknecht: Die Kritik des Genossen Hoffmann ist völlig schaft nach Schulze- Delitzsch'schem Muster und Vorschriften begründet war, einen Kongreß in Stuttgart abgehalten hatte. Auf diesem ungerecht. Singer hat den Hamburger Beschluß nicht willkürlich Rongreß ging man unter dem Eindruck der jungen sozialistischen Be- interpretirt, sondern erst den Kongreß befragt, ob er mit seiner Auswegung dazu über, das allgemeine Wahlrecht zu fordern, durch dessen legung einverstanden sei. Gerade der Genosse aus Bielefeld ist am Proklamirung die Wahrheit ausgesprochen wurde, daß die Arbeiter- wenigsten zu dieser Kritik berufen, denn die Bielefelder haben sich flasse den politischen Kampf führen müsse. Die sozialistische Be- direkt aufgelehnt gegen den Hamburger Beschluß. Hoffmann Bielefeld bittet ums Wort. vegung entwickelte sich mehr und mehr. Der allgemeine deutsche Arbeiterverein wuchs empor und neben ihm wurde von solchen, die Augustin- Berlin beantragt Uebergang zur Tagesordnung. den Rahmen seiner Organisation nicht völlig genügend hielten, Der Bielfelder Antrag hat im ganzen Reiche mur lebhaftes Kopfdie sogenannte Eisenacher Partei begründet. Diese schloß sich schütteln erregt. Der Antrag auf Tagesordnung wird angenommen der internationalen Arbeiter- Assoziation an, hatte einen ihrer und sodann Singer mit allen gegen eine Stimme zum Kongreffe in Stuttgart und zwar im Juni 1870. Damals tagte Borsigenden gewählt. Singer: Genossinnen und Genossen! Indem ich Ihnen meinen hier ein Rumpf- Barlament der Arbeiter. Es war nur ein Theil der Arbeiter: die Arbeiterklasse, soweit sie zum Bewußtsein erwacht war, war aufrichtigen und herzlichen Dank für das mir bewiesene Vertrauen noch in sich gespalten und der Gedanke der Nothwendigkeit des Zu- ausspreche, glaube ich die Intentionen des Parteitages am besten sammenhaltens war noch nicht zum Durchbruch gekommen. Raum zu erfüllen, daß ich auf die eben geführte Debatte mit feinem Worte hatten wir den Kongreß damals verlassen, da brach das Kriegs- zurückkomme. Wenn mich etwas stolz darauf macht, zur Mitleitung dieses ungewitter los und im Sturm der entfesselten Leidenschaften glaubte Parteitages berufen zu sein, so ist es die Ueberzeugung, daß dieses der Kapitalismns die deutsche Arbeiterbewegung ersticken zu können. Parlament der Arbeit, wenn es nach dem Willen der herrschenden Es tam der Leipziger Hochverrathsprozeß, die schwersten Verfolgungen Slaisen geht, ein Barlament zukünftiger Zuchthäusler ist.( Lebhafter ohne Zahl. Nachdem die Kommune in Paris wieder geschlagen war, Beifall.) Wir werden nicht aufhören, den Nücken und Lücken unserer glaubte man den Sozialismus erstickt zu haben. Aber umgekehrt Gegner Ruhe und zielbewußtes Handeln entgegenzusetzen. Und so ging die Entwickelung. Gerade dieser heldenmüthige Kampf hatte wollen wir verhandeln, nicht um uns zu schüßen, sondern um die ** 14. Die Parteigenossen des 5. Berliner Kreises: Der, Das Proletariat der ganzen Welt aufgerüttelt und das Gefühl der ganze Berfahrenheit unserer gesellschaftlichen Verhältnisse nachzuinternationalen Solidarität erwedt. Seitdem find 28 Jahre verweisen. Und nun bitte ich den Parteitag, das Bureau zu vervoll- Parteitag möge seine Stellung zum Militarismus präzisiren." ***) 73. Die Parteigenossen in Mainz: Der Parteitag flossen, 28 Jahre des Kampfes, schwerer Opfer für uns, in denen ständigen. Bum zweiten Vorsitzenden wird hierauf Selo B Stuttgart wolle die Reichstags- Fraktion ersuchen, bei erster Gelegenheit einen wir aber vorgedrungen sind, Schritt für Schritt mit der Entwidelung des Kapitalismus. Die Thoren, die da glaubten, durch Beseitigung und zu Schriftführern Leid- Berlin, Brecour- Kiel, Franz Antrag auf Einführung der allgemeinen einjährigen Dienstzeit eineinzelner Personen, durch Polizeimaßregeln die Sozialdemokratie verschmitt München, Irmscher- Chemniz, Hoffmann Biele zubringen." 74. Die Parteigenossen in Lüneburg:„ Die Reichstagsnichten zu fönnen, sie begriffen nicht, daß aus dem Boden der heutigen feld, Kolb Karlsruhe, Brey- Hannover, Braune- Lechhausen Fraktion ist aufzufordern, im Reichstag die Einführung eines MilizGesellschaft der Sozialismus immer wieder hervorwächst, gerade so und Scheidemann- Gießen gewählt. Leid, Brecour und Schmitt führen heute das Schrift- heeres zu beantragen. wie im Frühling die Pflanzen, wenn die Sonne scheint. Die 78. Die Parteigenossen des 5. Berliner Kreises:„ Der deutsche Sozialdemokratie, vor 28 Jahren ein Rumpfparlament, steht führeramt. In die Mandatsprüfungs- Kommission werden ge- Parteitag möge die Reichstags- Frattion beauftragen, bei der Bes Heute geeinigt da, heute haben wir im vollsten Sinne des Wortes Das Arbeiterparlament der Sozialdemokratie Deutschlands. Jest wählt: Friz- Berlin, Mehlhaff Hamburg, D. Braunrathung des Militäretats den Antrag zu stellen, auf Einführung gehen wir neuen, schweren Kämpfen entgegen. Der Mann, der Königsberg, Hug- Bant, Krause- Glauchau, Herrmann des Milizsystems resp. der allgemeinen einjährigen Dienstzeit." V O = 3. Die Parteigenoffen des Nieder- Barnimer und des 2. Berliner Kreises: Auf die Tagesordnung des Parteitages zu setzen: Welche Forderungen sind an die Gesetzgebung aus dem Arbeitsvertrag zu stellen. Berichterstatter: A. Stadthagen. 4. Parteigenossen des 6. sächsischen Kreises: Auf die Tagesordnung des Parteitages den Punkt zu setzen:„ Unsere Stellung zur Sozialreform und zum fapitalistischen Staate", und dazu einen geeigneten Referenten zu bestellen. 5. Der Genosse Haenisch in Ludwigshafen: Der Tagesordnung des Parteitages ist noch der Punkt einzufügen: Unsere Stellung zum Militarismus und zur Kolonialpolitik." 6. Die Parteigenossen in Elberfeld: Auf die Tagesordnung. des Stuttgarter Parteitages ist der Punkt zu segen:„ Der Arbeiter schutz in den deutschen Bergwerken." " zum Streit ist leicht zu konstruiren. Es ist durchaus nothwendig, ganz Europa das Volk erkannt hat, daß Bomben und Putsche nichts der Parteivorstand sehr flug ist, ich gebe das zu( Heiterkeit), aber so daß der Parteitag auch zu dieser Frage. Stellung nimmt. nügen, sondern großen Schaden anrichten. Bei uns in Oesterreich, weit reichen seine Kenntnisse doch nicht; und wie weit sie reichen Sachse Zwidau betont gleichfalls diese Nothwendigkeit. Die in der Heimath des Wurschtelpraters und der seligen Stimmungs- müßten, dafür ein paar Bahlen. Sie wissen ja, daß eine gewisse Organisation der 400 000 Bergarbeiter ist eine äußerst schwache, sie macherei( Heiterkeit), ist das die wichtigste, die heilsamste Lehre, die gegnerische Presse uns gewohnheitsmäßig in den Verdacht bringt, würden es mit Freuden begrüßen, wenn die Partei eine recht fernige wir immer wieder schöpfen. Mit dem Gefühl der größten Be- daß eine goldene Internationale uns Geld zur Verfügung stellt. Sie Resolution zu ihren gunsten fassen würde. Durch übermäßige wunderung sehen wir immer zu Euch herauf. Die Kaltblütigkeit, wissen, daß das nicht wahr ist, trotzdem steht die Thatsache feſt, Arbeitszeit, in einzelnen Bezirken noch bis zu 14 Stunden, ist die die Nüchternheit bewundern wir, mit der Ihr jede Sache beurtheilt. daß wir Einnahmen haben, die nicht aus Beiträgen herrühren und Bergarbeiterschaft abgeſtumpft. In unseren Augen sind Sie als Gesammtpartei die Mathematiker nach und nach einen solchen Umfang in unserem Jahresbudget Plorin Beiz: Wir müssen Stellung nehmen und der Regie- der Revolution. Die Aufgaben, die auch vor uns stehen, lösen Sie einnehmen, daß wir ruhig aussprechen tönen, hätten wir sie rung unsere Forderungen unterbreiten, denn die Berichte der Aufsichts- immer als die ersten. Sie sind die Fackelträger auf dent großen nicht, so müßten wir auf die Hälfte unferer Aufgaben verzichten, beamten sind durchaus einseitig. Marsche der Völker in die Zukunft. In diesem Sinne begrüße ich und würden unsere Agitation, der wir das, was wir sind, verdanken, Sie, Genossen, auf das herzlichste und wünsche Ihrer Arbeit das nicht mehr machen können. In der Jahresrechnung für 1896/97 vollste Gedeihen.( Stürmischer Beifall.) V Thiele- Halle tritt namens der Mansfelder Bergleute für den Antrag ein. Bischel- Dortmund Hörde desgleichen für das Ruhrrevier und Winter- Beuthen im Namen der Oberschlesier. Hierauf wird der Antrag betreffend den Bergarbeiterschutz mit großer Mehrheit angenommen und beschlossen, ihn als sechsten Punkt der Tagesordnung gleich nach dem Referat über das Koalitionsrecht zu verhandeln. Es werden ferner eine Reihe von Begrüßungs- Telegrammen bekannt gemacht, darunter eins aus Amsterdam und eins von Leßner in London. Es wird mumehr in die Tagesordnung eingetreten: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. Klara Bettin beantragt, den Punkt Taktik besonders zu behandeln und womöglich einen besonderen Referenten dafür zu bestellen, da sich in bezug auf die Tattit ganz prinzipielle Meinungsverschiedenheiten herausgestellt haben. Vorsitzender Singer giebt anheim, einen bezüglichen Antrag in der Diskussion zu stellen. wir die Rücksichten aufgeben. Im allgemeinen bietet unsere Presse das Bild erfreulichen Wachsthums. Das geht aus den Zahlen hervor. unsere täglich erscheinenden Blätter haben jetzt einen festen Abonnentenstand von 290 000, im letzten Jahre habent fie 34 000 Abonnentent gewonnen. Alle Tagesblätter haben an diesem Aufschwung theilgenommen. Der geringste Gewinn eines Blattes beträgt 43 Abonnenten. Die Gesammt- Einnahmen der Tagesblätter betragen 2905 852 M., gegen das Vorjahr mehr 328 000 m., und zwar aus Abonnements 1887 022 M., aus Inseraten 1018 830 M.; die dreimal wöchentlich erscheinenden Blätter haben 59 000 Abonnenten, gegen das Vorjahr 8000 mehr. Eines dieser Blätter hat 49 Abonnenten verloren, alle übrigen haben zugenommen. Jm Hamburger Protokoll ist die Abonnentenziffer der dreimal wöchentlich erscheinenden Blätter durch einen Druckfehler auf 41 083 angegeben, es mußte 51 083 heißen. Die Gesamt- Einnahme dieser Blätter betrug 289 394 m., gegen das Vorjahr mehr 42 517 M., und zwar aus Abonnements 199 916 M., aus Inseraten 89 478 M.; die zweimal wöchentlich erscheinenden Blätter haben mit 18 000 Abonnenten um 3000 gegen das Vorjahr zugenommen; ihre Jahreseinnahine betrug 62000 2. Abonnements 54 000 M., Juferate 8000 M., gegen das Vorjahr weniger 2435 M. Diese Verminderung ist aber nur scheinbar, sie erklärt sich daraus, daß in der Buchführung mancher Geschäfte die Einnahmen für das Tageblatt und das zweimal wöchentlich erscheinende Blatt nicht getrennt gehalten werden. Die einmal erscheinenden Blätter haben 11 880 Abonnenten, gegen das Vorjahr mehr 2292, die Einnahmen betrugen 20 722 M.( Abonnements 18 317 M., Juferate 2405 M.), gegen das Vorjahr mehr 120 M. Die Parteipresse hat demnach insgesammt 378 880 Abonnenten, gegen das Vorjahr mehr 46 000, ihre Gefanimteinnahme betrug 3 277 968 M. und zwar aus Abonnements 2 161 255 M. und aus Juferaten 1 116 713 M. fanden sich folgende Ziffern: Vom Mann im Monde 10 200 2, Norddeutsche Wassertante 65 466 M., Ueberschüsse des„ Vorwärts" 48 210 M., Buchhandlung Vorwärts 10 000 m., X. y. 3. 6200 m.*), in Summa 160 000 m. bei einer Gesammteinnahme von 274000 22.; in diesem Jahre sind es 171 860 M. Einnahmen aus diesen Quellen bei einer Gesammteinnahme von 350 000 m. Und von diesen Damit ist die Tagesordnung folgendermaßen festgestellt: Quellen meinte der Berliner Parteigenosse, daß wir sie einfach vers 1. Geschäftsbericht des Vorstandes; 2. Bericht der Kontrolleure; stopfen sollten. Damit soll selbstverständlich nicht gesagt sein, daß 3. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit; 4. Das Koalitions Scammlung von Beiträgen nicht nothwendig ist. Ich wollte recht; 5. Bergarbeiter Schutz; 6. Maifeier; 7. Deutsche Zoll- und Auer: Ihnen ist rechtzeitig der Bericht des Parteivorstandes Sie mit meinen Worten nur warnen, das Huhn zu schlachten, das Handelspolitik; 8. Anträge zu Programm und Organisation; zugegangen, der in der Parteipresse veröffentlicht worden ist; er ist die goldenen Eier legt. Damit komme ich zum Schluß: Daß ste 9. Sonstige Anträge. Die preußische Landtagswahl- Betheiligung soll ziemlich umfangreich und enthält alles Wesentliche, daher kann ich unsere Maßnahmen kritisiren, dazu find Sie von Ihren Wählern je nach Fertigstellung des Kommissionsberichtes zur Behandlung mich sehr kurz fassen. Sie werden in der Diskussion ja ergänzen, hierhergesandt. Wir wollen uns dieser Kritik gerne unterziehen. Nur gelangen. fritisiren und Forderungen stellen können. Mir ist nicht bekannt ge- möchte ich Sie bitten, kritisiren Sie gerecht und halten Sie im Auge, Singer: Bevor wir in die eigentlichen Verhandlungen ein- worden, daß bisher eine besondere, Beachtung herausfordernde Kritik daß der Parteivorstand, und wenn wir auch noch so famose Kerle treten, erfülle ich noch die freudige Pflicht, die auch diesmal von an den Bericht des Parteivorstandes angelegt ist. Es ist nur be- sind, sich aus Menschen zusammensetzt.( Lebhafte Heiterkeit und den ausländischen Bruderparteien entsandten Genossen zu begrüßen. mängelt worden, daß manches im Bericht nicht steht. Wir im Beifall.) Wir haben unter uns als Vertreter der schweizerischen Sozial- Parteivorstande geben ja gern zu, daß noch manches in dem BeDen Kassenbericht erstattet Gerisch. Im Vorjahre ist unsere demokratie den sturm und kampferprobten Genossen Greulich, richt hätte Aufnahme finden können, aber eine natürliche Beschränkung Ausstellung über den Stand der Parteipreffe lebhaft begrüßt worden. den Sie ja bereits gestern auf dem Feste kennen ge- war geboten. Unsere Aufgabe ist vor allem die Förderung Bedauerlich ist aber, daß diese im Interesse der Partei liegende Aufund für den besonders freudige Erinnerungen der Agitation und der Organisation. stellung uns außerordentlich erschwert wird. Es giebt Parteigeschäfte, sich an feinen hiesigen Aufenthalt tüpfen müssen, wenn er, Wohl das meiste Interesse hat man in Parteitreisen im letzten die zwei, drei Mahnbriefe unbeantwortet lassen. Ja, ein Parteider vor 28 Jahren dem Rumpfparlament mit beigewohnt hat, ficht, Jahre der Frage der preußischen Landtagswahlen zugeschäft, die Niederrheinische Volfstribüne" in Düsseldorf, hat wie in welcher Weise die Sozialdemokratie Deutschlands gewachsen ist. gewandt. Auch wir im Parteivorstand sind nicht theilnahmslos ge- im vorigen Jahre, so auch diesmal, trotz aller Briefe, es nicht für Wir haben unter uns von der Parteileitung der österreichischen blieben. Aber wenn auch Stadthagen der Meinung Ausdruck ge- nöthig befunden, zu antworten. Im vorigen Jahre habe ich das Sozialdemokratie den Genossen Ellenbogen. Ferner ist in unserer geben hat, daß es nie etwas klareres gegeben hat, als den Ham Geschäft nicht namhaft gemacht. Gegen die Rückfälligen aber müssen Mitte als Vertreter des sozialdemokratischen Verbandes des öfter- burger Parteitagsbeschluß, so ist uns im Parteivorstand diese reichischen Parlaments, jener muthigen und energischen Vorfämpfer Klarheit nicht aufgegangen. Auch wir sind nicht einig. Wir hoffen für das österreichische Proletariat, der Genosse Daszinsty. Eine aber, das es gelingen wird, eine Linie zu finden, auf der, wie ich weitere Anzahl ausländischer Parteigenossen sind uns, wenn wir sie schon in Hamburg sagte, es weder Sieger noch Besiegte geben auch nicht als Delegirte begrüßen können, doch als liebe Gäste will wird, daß es zu einer Verständigung kommen wird, und daß die kommen. Von französischer Seite find anwesend die Genossen Erfahrungen, die man da, wo die Wahlbetheiligung stattfinden wird, Lagardelle aus Paris, Milhoud aus Belfort und Longuet, der Entel machen wird, die beste Lösung für die Zukunft geben werde. Aber unferes großen Führers Karl Marx. Ferner erfreut uns durch ihren Besuch daran hat bei uns nie der leiseste Zweifel bestanden: die Stellung die holländische Genossin van Anrovy. Ich begrüße sie alle namens zu den Landtagswahlen hat mit der Parteizugehörigkeit und mit der des Parteitages herzlichst und brüderlich; wir danken ihnen Gesinnungstüchtigkeit der einzelnen Genossen absolut gar nichts zu thun. dafür, daß sie erschienen sind, und wir hoffen, sie werden nach( Lebhafte Zustimmung.) Wir haben die Beobachtung gemacht, daß den Verhandlungen in ihre Heimath die Ueberzeugung mitnehmen, Parteigenossen, an deren prinzipieller und parteitaktischer Gesinnungsdaß die deutsche Sozialdemokratie nach wie vor, ihrer Pflicht sich be- tüchtigkeit und Klarheit nicht der leiseste Zweifel sein kann, die sich wußt, treu und unermüdlich Schulter an Schulter für das Proletariat völlig gleichwerthig sind in bezug auf ihre Parteigenossenschaft, in aller Länder kämpfen wird.( Lebhafter Beifall.) dieser Frage mit ihren Meinungen schroff auseinander gingen. Wir haben gesehen, daß diejenigen, die im Rufe ob mit recht oder unrecht, bleibe dahingestellt eines besonderen Radikalismus stehen, in dieser Frage einen Standpunkt einnehmen, der von anderer Seite Ellenbogen Wien: Ich erlaube mir vor allen Dingen dem beliebt wurde, als der gemäßigste bezeichnet zu werden, und um Genossen Singer für seine freundliche und herzliche Begrüßung zu gefehrt. Das ist eine Frage der Taktit, die in der Praxis wie alle Danten. Die Parteivertretung der österreichischen Sozialdemokratie taftischen Fragen ihre beste Lösung finden. Nur in einem Falle war übersendet Ihnen durch mich Gruß und Glückwunsch! Wir fühlen der Parteivorstand in die Lage gefcht, praktisch Stellung zu der uns eines Herzens und eines Sinnes mit Ihnen, wir wissen, daß Frage zu nehmen. Er entschied einstimmig dahin, daß der Hamunsere Biele gemeinsam sind. An der Thatsache dieser brüderlichen burger Beschluß in der Weise auszulegen ist, daß wo die Wahl Solidarität ändert auch nicht der Umstand, daß in letzter Zeit betheiligung beschlossen wird, dann allerdings so weit als möglich die politische Entwickelung der Verhältnisse unseres Landes uns Mittel der Partei zur Verfügung gestellt werden. andere Aufgaben zur Lösung zugewiesen hat, als ihnen. Es Neben dieser Angelegenheit waren es im letzten Jahre die ist das der nationale Kampf, der unser Land in den tiefsten Reichstagswahlen, die die Aufmerksamkeit und Thätigkeit Tiefen aufgewühlt hat, es ist gar kein Zweifel, daß das nationale der Parleitung besonders in Anspruch nahmen. Ich glaube für sie Element eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Das Beispiel in Anspruch nehmen zu können, alles was innerhalb unserer OrganiDefterreichs beweist, daß die Bourgeoisie nicht im stande ist, diese sation und unserer Mittel, möglich war, gethan zu haben. Selbst Frage zu beherrschen, geschweige denn zu lösen. Für die bürger- verständlich wäre, wenn mehr hätte geschehen können, auch noch mehr Ich komme nun zu den Reichstagswahlen. Solveit lichen Parteien Oesterreichs bedeutet der nationale Kampf mur Inter- erreicht worden, deshalb bitte ich schon jetzt die Genossen, die mit die Kasse dabei in Frage kommt, was neben den Ausgaben der drückung, und zwar Unterdrückung nicht blos fremder Nationen, einem Mandat hierhe rgekommen sind, über ungenügende Agitation Bentralfasse von den einzelnen Orten für die Wahlen aufgebracht deren freiheitliche Entwickelung sie hemmen wollen, sondern vor Beschwerde zu führen, es ein flein wenig gnädig zu machen.( Heiter worden ist, ließ sich bei der großen Dezentralisation, die in dieser allem Unterdrüdung der freiheitlichen Bestrebungen der Angehörigen feit.) Namentlich wird darüber Beschwerde geführt, daß nicht überall Sinsicht bei uns herrscht, nicht genau feststellen, so daß die Zahlen ihrer eigenen Nation, soweit diese zur besiglosen Klasse zählen. Der die besten Redner hingeschickt würden, Bebel, Liebknecht, Vollmar faum ein annäherndes Bild von den Opfern und Anstrengungen der Kampf, der Oesterreich gegenwärtig durchtobt, bedeutet, soweit ihn( Burufe: Auer!), auch Auer ist verlangt worden.( Heiterfeit.) Gewiß. Genossen bieten. Gestatten Sie mir nun die Zuschüsse, soweit sie die Bourgeoisie führt, lediglich Auflösung, Auflösung in diefe Wünsche sind entfernt nicht zum zehnten, zum hundertsten aus der Zentraltasse geflossen sind, für die einzelnen Provinzen Tegter Linie selbst der staatlichen Formen, in die die Ge- Theile befriedigt worden, wir haben eben nur einen Bebel, einen einzeln vorzuführen und die frei aufgebrachten Sumunen hinzuzufügen: schichte die österretchischen Völker zusammengefügt hat. Das Liebknecht. So sind die Beschwerden über ungenügende Agitation Ostpreußen erhielt 9000 m., cine Abrechnung über die selbst aufProletariat hingegen, dem dieser nationale Kampf ebenfalls nicht gerechtfertigt. Freilich, wenn alle die Hoffnungen sich hätten gebrachten Gelder liegt noch nicht vor, Westpreußen erhielt 3500 M., aufgezwungen wurde, hat ihn nicht dazu benutzt, die verwirklichen lassen! Wenn das sich erfüllt hätte, was noch furz vor 753 M. brachte es selber auf, Brandenburg erhielt 18 600 W., wovon Reaktion zu stärken. Mitten in dem Toben dieses Kampfes, mitten der Wahl in Briefen und sonst an Hoffnungen und Erwartungen 2000 M. zurückgezahlt wurden; selbst aufgebracht hat es 36 000 W., unter den zahllosen Verleumdungen, Lügen und Beschimpfungen, ausgesprochen worden ist, dann würden wir von den 397 Reichstags- außerdem brachten die sechs Berliner Wahlkreise 22 957 M. selber auf denen wir ausgesetzt sind und wahrlich, soviel Sie in Deutsch sizzen mindestens 396 besigen.( Heiterkeit.) und gaben noch 3200 M. für märkische Kreise aus, Pommern erhielt land auch von Ihren Gegnern zu leiden haben, Ihre Gegner sind Klagen und Unbefriedigtheit sind aber keineswegs am Blaze. 7150 M., selber brachte es 3514 M. auf, Schlesien erhielt 19 553 M., wahre Engel gegen unsere Gegner( Heiterkeit) mitten unter all Ich habe die Empfindung, daß wir bei den Reichstagswahlen wovon 621 zurückgezahlt wurden, selber brachte es soweit bekannt diesen Verleumdungen geht die Sozialdemokratie geradeaus ihren geradezu großartig abgeschlossen haben. Ich glaube, die dreihundert- 11 606 M. auf, Posen erhielt 1596 m., selber brachten die Genossen etwa Weg, sie trennt nicht die durch sprachliche Verschiedenheit Getrennten, tausend Stimmen, die mehr für uns aus der Urne hervorgegangen 1000 M. auf, die Proving Sachsen erhielt 20 410 m., wovon 1000 m. fie einigt sie und führt sie dem gemeinsamen Biel aller österreichischen sind, als bei der vorigen Wahl, die 56 Mandate, die wir errungen zurücgezahlt wurden. Die Stadt Magdeburg brachte allein 3340 m. Proletarier entgegen. Darum sind es auch nicht blos die deutschen haben unter Schwierigkeiten, wie sie keine andere Partei fennt, sind auf, der Bezirk Erfurt 10 586 M., wohlhabende Bezirke fehlen aber Sozialdemokraten Oesterreichs, die Ihnen durch mich ihre Grüße über- sehr wohl dazu angethan, daß wir mit Stolz und Befriedigung auf das Er- noch, Hannover erhielt, soweit die Agitation für die Provinz der bringen, sondern es sind die Sozialdemokraten aller Zungen; unsere gebniß der letzten Reichstagswahlen blicken können.( Lebh. Zustimmung.) Stadt Hannover unterftellt ist, 10 200 20.; felber brachte die Provinz polnischen Genoffen, die die sozialdemokratische Kultur hinüber in den Sie sollen es uns erst nachmachen, die anderen alle. Es existirt keine 11 710 M. auf; von einem Kreise, dem vierten, steht die Abrechnung fernen Osten, in die polnische Barbarei tragen, die einen heroischen Organisation, keine Wählerschaft, die unter solchen Schwierigkeiten und noch aus, die Provinz Westfalen erhielt 6150 M., selbst aufKampf gegen das Schlachzizenthum führen, unsere czechischen Brüder, solchen Gegnern gegenüber so das Feld behaupten wird. Aber auch gebracht wurden, soweit bekannt 12918 M., Bochum fehlt, die unermüdlich gegen den fleinbürgerlichen Scheinradikalismus der die Klagen über ein Zurückgehen der glaubensstarken Kampfesfreude die Provinz Hessen- Nassau erhielt, soweit ihre Agitation Jungezechen kämpfen und besonders unsere italienischen Genossen, find geiviß nicht berechtigt. Parteigenossen, wenn der Glaube an Kassel unterſtellt ist, 8250 M.; die Stadt Kassel brachte allein die da unten im Küstenland und in Südtirol durch eine mühsam die Sache in unseren Reihen nicht in dem Maße vorhanden wäre, 4420 M. auf, die Provinz Hessen- Hassau, soweit sie Frankfurt a. M. aufgebaute gewerkschaftliche Bewegung es dahin gebracht haben, daß wo sollte der Opfermuth und die Kampfestreue herkommen?( Sehr unterſtellt ist, erhielt 10 150 M. Vom ersten nassauischen Kreis auch dem so lange von jeder Organisation ferngehaltenen italienischen wahr!) Gewiß ist auch falter Sinn und Verstand nothwendig, aber wurden felbft 2370 M. aufgebracht. Die Rheinproving erhielt Proletariat flar geworden ist, daß die Sünden der Bourgeoisie nicht daneben ist auch der Glaube an die Sache wirklich nicht zu ver- 9000 m., felbst aufgebracht wurden, soweit bekannt 15 270 M., die durch Fürstenmord und blutige Straßenfrawalle gut gemacht werden, achten und die alte Glaubensstärke, Kampfesfreude hat ge- Provinz Schleswig- Holstein erhielt, soweit sie Neumünster unterstellt sondern nur durch eine zähe, langsam und sicher sich aufbauende waltig mitge: virkt. Wir haben doch als ganz besonders ist, 9500 W.; soweit bekannt, brachte die Provinz selber noch Organisation. Sie alle entbieten Ihnen Grüße! Wenn irgend start hervortretende Erscheinung zu konstatiren, daß wir 22 916 M. auf. Das Königreich Bayern erhielt 10 900 m., selbst jemand in Oesterreich, so beweisen es gerade diese legt genannten besonders in ländlichen Distriften Erfolge erzielt haben, brachte es, soweit bekannt, 20 770 M. auf. Das Königreich Sachsen Genossen, daß sie das Prinzip der Internationalität kennen gelernt wie noch nie bei einer früheren Wahl. Wer aber weiß, erhielt 22 000 m., wovon 1000 M. zurückgezahlt wurden. Ohne die haben, denn sie sind es, es, die den anderen italienischen welche Schwierigkeiten die Agitation auf dem Lande hat, wie unsere Dresdener Bezirke brachte Sachsen selber 39 741 M. auf. Das Arbeitern sagen, daß sie, wenn sie in fremde Länder kommen, Agitatoren hinausgegangen sind auf die Dörfer und die Gutshöfe, Königreich Württemberg erhielt von der Zentralfasse keinen Zuschuß, daß sie nicht dazu beitragen dürfen, die Löhne der einheimischen Ar- wie sie die Landproletarier aufgesucht und für die Arbeiterfache ge- felber brachte es 21 354 M. auf. Das Großherzogthum Hessen ohne beiter zu drücken, sondern daß sie dieselben Löhne verlangen müssen. wonnen haben, der wird sich auch sagen müssen, welcher Opfermuth, die drei Frankfurt a. M. unterstellten Kreise erhielt 5100 M.; Alle österreichischen Sozialdemokraten halten das Prinzip des welcher Glaube, welche Begeisterung dazu gehört, um alle diese selber brachte es ohne Worms 9423 M. auf. Das GroßInternationalismus hoch, ja sie dienen ihrer eigenen Nation gerade Arbeit zu machen. Mit Hunden von den Höfen gehetzt, vom Büttel dadurch, daß sie sich in der Gemeinsamkeit der Interessen aller verfolgt, ins Gefängniß gestedt sind unsere Agitatoren worden, und Unterdrückten aller Nationen zusammenschließen. Darum glaube ich heraus aus dem Gefängniß, faum ausgeruht gingen sie wieder hin, auch, daß wir Oesterreicher heute mit mehr Recht, mit tieferem um aufs neue den Kampf, die agitatorische Thätigkeit auf Sinne und mit größerem Stolze als jemals ausrufen können: Hoch zunehmen. Barteigenossen, wo solche Thätigkeit ist, da ist auch die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie!( Lebhafter noch die alte glaubensfeste Kampfestreite vorhanden.( Beifall.) Beifall und Händellatschen.) Gewiß ist der eine oder andere von iis tälter und ruhiger geworden, Dascinsky Krakau: Genossen! Wenn ich als zweiter Defter- aber neben dem jugendlichen Kampf und Sturm bedarf es auch des reicher spreche, so will ich damit keine Obstruction treiben.( Heiter- ruhigen Blutes ind ich glaube, daß diese beiden Bedingungen in teit.). Wir blicken zu Ihnen empor. Das ist nicht immer ein Kompli- unserer Partei ihre Vertretung finden. ment für fic. Wir sind hier in Europa jetzt nicht mehr dabei, erst Parteigenossen! Agitation und Organisation fosten Geld, nachher eine Maffenbewegung in Gang zu bringen, sondern wir wollen wird unser Finanzminister Ihnen alles sagen, was der Parteivorstand die riesig anschwellenden Massen in diejenige Organisationsform auf dem Herzen hat. Aber auf einen Punkt darf ich schon jetzt bin hinüberzuführen, welche im stande ist, den ganzen Ausbau des weisen, nach und nach müssen wir uns ffar darüber werden, daß die Sapitalismus zu stürzen. Und eben an diefer ruhigen organisa- gewaltigen finanziellen Leistungen, die mit unserer Thätigkeit verknüpft torischen Arbeit wird die Sozialdemokratie überall verhindert. Man find, nicht mehr getragen werden können aus den Beiträgen der Genossen; will uns auch die ruhigste ökonomische Arbeit unmöglich machen. Wo es ist nothwendig, daß der Partei Einnahmequellen eröffnet werden. bei uns in Oesterreich eine Organisation sich auch nur einigermaßen Wenn mun auch diesmal wieder der Gedanke auftaucht, daß das von der Träftig herausgearbeitet hat, wird sie sofort mit einem Ausnahme- Bartei gelieferte Agitationsmaterial, Broschüren, Zeitungen u. f. w., zustand bedacht, ganz so, als ob wir die ärgsten Bombemverfer so billig als möglich hergegeben werden soll, so müssen Sie es sich wären. Es besteht eine furchtbare Spannung überall in Europa, selbst sagen, daß dieses an sich berechtigte Bestreben doch eine Grenze und wenn in dieser unheimlichen Situation, in dieser Riesenspanning, haben muß. Von einer Seite wurde ja sogar der Antrag in der Politik des Volkes die Kräfte nicht in geworfenen Bomben gestellt, das Agitationsmaterial unter dem Selbstkostenpreis und unsinnigen Butschen zum Abblitzen kommen, so ist das zum herzugeben. Als ich den Antragsteller fragte, wie er sich hierbei hinweisen. größten Theil, und das muß vor der Oeffentlichkeit anerkannt denn das dente, sagte er mir: Der Parteivorstand ist ja werden, gerade Euer Verdienst! Das hat die deutsche Sozial- sonst so flug, möge er doch sehen, wo er die Mittel dazu herdemokratie mit ihrer Riesen Organisation gemacht, daß in bekommt.( Heiterfeit; Burufe: Berlin!) Ich zweifle ja nicht, daß Herzogthum Baden erhielt 3600 M.; selber brachte es ohne Freiburg 14 065 M. auf. Die beiden Mecklenburg erhielten 7700 M., selber brachten fie 7832 M. auf: Die dem Bentralfomitee in Gotha und Pößned unterstellten Streise erhielten 6000 M., ohne Rudolstadt brachten sie 4700 m. auf. Das Herzogthum Braunschweig erhielt 1060 M., was es selbst aufgebracht hat, steht dahin. Die dent Zentralfomitee in Bant unterstellten Kreise erhielten 1200 M., selber brachten sie 6965 m. auf: Die demt Hamburger Zentralfomitee unterstellten Streise erhielten keinen Zuschuß, Hamburg gab selber 28 352 M. dafür her und die übrigen holsteinischen Kreise brachten selbst 40 5000 M. auf. Brenten er hielt 2000 M. und brachte mit Bremerhaven 20 500 M. auf. Lübeck erhielt nichts und brachte 10 836 M. auf. Altenburg brachte für die Reichs- und Landtagswahl 10 836 M. auf. Das Herzogthum Anhalt erhielt 1300 M. und brachte 7800 m. auf. Reuß jüngere und Reuß ältere Linie beanspruchten feine Unterstützung und brachten 1658 und 3305 M. auf. Die Reichslande erhielten 7000 M. und stenerten ca. 4000 M. zufammen. Die Zentralfaffe gab im ganzen 218 217 M. Von den Kreisen selber geleistet wurden, soweit bis jetzt feststeht, 408 259 M., sodaß für Wahlzwecke 621 476 m. verausgabt wurden, doch darf die Gesammtausgabe nicht unter 3/4 Million veranschlagt werden, da noch manche Kreise mit der Abrechnung ausstehen. Auf eine Erscheinung wollte ich ( Schluß im Hauptblatt.) *) Hier ist eine Lüde in der Depesche. Ned. Tauten: " Kommunales. An= straße wurde durch irgend einen Zufall der Stromzuführer eines| präsident hat 1000 M. Belohnung auf die Ergreifung des Mörders josh2agens fortgeriffen, die unter dem Wagen befindliche Strom festgesetzt. Die städtischen Markthallenarbeiter und Laternenanzünder zuführungs- Montirung löste fich theilweise und fiel in den Geleis- Die Entdeckung, daß die Mörder einen alten leberzieher in der haben ihrer vorgefekten Behörde kürzlich eine Reihe von Forde einschnitt. Natürlich stand der Wagen mit einem Rud still und Wohnung Roller's zurückgelassen haben und dafür einen besseren rungen unterbreitet. Die den Behörden zugesandten Schriftstücke konnte, da das Geleise verklemmt war, vor der Hand selbst durch mitnahmen, ließ in dem Publikum, das sich nach wie vor in großen Vorlegung von Stromivagen nicht von der Stelle gebracht werden. Mengen in der Nähe des Thatortes ansammelt, die Vermuthung I. An die Direktion der städtischen Markthallen Es bedurfte erst großer Arbeit, den Wagen frei zu machen, worauf wieder auffommen, daß der entsprungene Richard Erpel bei der zu Berlin. Die unterzeichneten Körperschaften sind von den Arbeitern die Führung nach der Zentrale erfolgte. Während der Sperrung des Blutthat betheiligt sei. Man dachte, Erpel würde die erste GelegenSer städtischen Markthallen beauftragt worden, bezüglich ihrer Lohn- Geleises mußten die übrigen Wagenzüge Uebergangsgeleise benigen heit benutzt haben, den dem Streckenarbeiter Fleischer von seiner Bude und Arbeitsbedingungen folgende Wünsche der oben genannten und eingeleifig verkehren. auf dem Lehrter Bahnhofe gestohlenen schlechten Ueberzieher mit einem Direktion zu unterbreiten:„ Die tägliche Arbeitszeit foll 9 Stunden betragen, alle drei Sonntage 36 Stunden Ruhe. Löhne: 1. Klaffe folgende ergänzenden Mittheilungen zu: Der Verbrecher ist bei zurückgelassene ist nicht der Ueberzieher Fleischers, dieſer iſt grau, Zu der Flucht des Nanbmörders Erpel gehen uns noch besseren zu vertauschen. Das trifft jedoch nicht zu. Der von den Mördern 21,-, 2. Klaſſe 28,-, 3. Klaſſe 25,- M. pro Woche. In der ersten feinem Ausbruch mit ganz außergewöhnlichem Geschick vorgegangen. fener bagegen, wie die Kriminalpolizei schon mitgetheilt hat, blau, und zweiten Klasse verbleiben die Arbeiter je ein Jahr. Ferner soll Die Thüre des Gefängnißhofes ist mit einem sogenannten Drücker- Die Schmucksachen der Frau Roller und ihrer Mutter sind den eine 14tägige Kündigungsfrist eingeführt werden und soll die Ver- schloß versehen, welch letzteres durch einen dreikantigen Schlüssel ge- Räubern nicht in die Hände gefallen. Die Frauen hatten sie nach waltung jenen Arbeitern, welche Dienstmüßen tragen müssen, die öffnet wird. Erpel, der im Zuchthause als Schneider beschäftigt war, Hermsdorf mitgenommen. Die Leiche ist, nachdem sie auch felben unentgeltlich verabfolgen." Begründung der Haupt- verfertigte aus fartonartigem steifen Musterpapier einen Dreifant, noch bon dem Gerichtsphysikus Sanitätsrath Dr. Mittensächlichsten Forderungen: Arbeitszeit betreffend. Arbeitszeit ist heute in den einzelnen Markthallen gänzlich er erst breiartig faute. Nachdem die primitive Hülfe so eine genügende worden. Die der genau in das Thürschloß paßte, und füllte ihn mit Papier, das zweig besichtigt worden war, nachmittags in das Schauhaus gebracht Bezüglich der Thäterschaft wird auch die verschieden, sodaß eine einheitliche Regelung derselben wünschens Härte erlangt, umwidelte der Verbrecher sie mit Zwirn und es gelang ficht verfochten, daß die Einbrecher unter den Mitgliedern werth erscheint. Betreffs der Länge der täglichen Arbeits- ihm so, aus Papier den gewünschten Schlüssel herzustellen.(?) Durch der Apostolischen Gemeinde zu suchen seien. Man geht hierbei von hintereinander geleistet werden, sondern zerstreut über die ganze er schmächtiger Statur ist, nur unter großen Schwierigkeiten hindurch- Roller's und mit deſſen und ſeiner alten Dienſtmagd Gepflogenheiten zeit nuß bemerkt werden, daß die Arbeitsstunden nicht Traillen der Fenstervergitterung der Zelle kann sich E., frogdem der Annahme aus, daß die Thäter mit den Familienverhältnissen Tages- und Abendzeit fallen und daher die Arbeiter gezwungen gezwängt haben und es ist leicht möglich, daß der Flüchtling Haut genau bekannt sein mußten und daß nur ein Gemeindemitglied eine werden, den Weg von ihrer Wohnung zur Arbeitsstätte mehermals abschürfungen im Gesicht und an den Händen dabei erlitten hat. o genaue Bekanntschaft mit allen in betracht kommenden Dingen zu machen. Betreffs der geforderten Sonntagsruhe ist zu be- Es wird angenommen, daß E. mit in Freiheit befindlichen be- fich habe aneignen können. merken, daß in den meisten Berufen bereits durch gesetzliche freundeten Verbrechern trotz der strengen Haft in Verbindung ge- Die Frau des Fabrikanten Heitmann, die in der FürBestimmungen für eine regelmäßige Sonntagsruhe Sorge standen hat. Die Zwischenträger dürften Zuchthäusler gewesen sein, bringerstraße einem Mordanfalle durch die Seifenhändlerin Frau getragen wurde; da für die die Arbeiter der Markthallen die inzwischen entlassen worden waren. Es wird vor allem in der Dormann ausgesetzt war, befindet sich auf dem Wege der Besserung. dieses jedoch jedoch noch nicht noch nicht geschehen, den Richtung nach Hamburg auf den Ausbrecher gefahndet, feit Sonntag Das Fieber hat nachgelassen und die Schwerverwundete konnte schon felben Gründen eine regelmäßige Sonntagsruhe verlangt, die Morgen unterliegen alle die Havel und Elbe stromaufwärts fahrenden am Freitag im Krankenhaus am Urban gerichtlich vernommen werden. den Gesetzgeber veranlaßten, die Frage für die meisten Berufe zu Schiffe einer polizeilichen Durchsuchung. regeln. 2ohnerhöhung betreffend. Es wird eine LohnBesuch darf sie vorläufig nicht empfangen. Sie ist sehr still und erhöhung deshalb gewünscht, weil die bisherigen Löhne nicht aus- Abermals ein Kapitalverbrechen. In dem Hause Zions- hat über den Mordanschlag zu ihrer Umgebung noch nicht gereichen, um eine Familie wirklich ernähren und erhalten zu können, irchstr. 16/17 ist die 58 Jahre alte Dienstmagd Rosine Kaiser, sprochen. namentlich angesichts der Thatsache, daß die Fleisch und Brot die seit 34 Jahren im Dienste des Predigers der Apostolischen Eine erschütternde Liebestragödie hat sich am Sonnabend preise u. f. tv. in den lezten Monaten ganz erheblich ge- Gemeinde, Roller, stand, von Einbrechern ermordet der Großbeerenstr. 94 abgespielt. Hier wohnte bei ihrer ber= stiegen find. Unsere Auftraggeber hoffen, daß die Direktion worden. Rentner und Prediger Roller ist Eigenthümer des Hauses heiratheten Schwester die 23 Jahre alte Zuschneiderin Liua Schnitzer, städtischen Markthallen den wohlberechtigten Wünschen Zionskirchstr. 16/17. Die Bauten dieses Grundstückes sind eigener die in einem Geschäft in der Ritterstraße angestellt war. Das der Arbeiter Rechnung tragen, die Forderungen die Forderungen bewilligen Art. Das Vorderhaus enthält in seinen vier Stockwerken Mädchen lernte vor anderthalb Jahren bei einem Tanzvergnügen baldigst bezügliche Nachricht den Unterzeichneten zu Wohnungen, das Hintergebände ist die Kapelle der den 37 Jahre alten Bäcker Rudolf Gerth kennen, der seit fünf Die vorgetragenen Wünsche sind der De- Apostolischen Gemeinde. Ein Eingang führt von der Straße Jahren bei einem Meister in der Königgrägerstraße als Oberbäcker putation der Markthallen, dem Magistrat und den Mitgliedern des in das Wohnhaus Nr. 17, ein zweiter, eine große Flügelthür, zu und Werkmeister beschäftigt war. Aus der Bekanntschaft entwickelte Stadtverordneten- Kollegiums zur Kenntnißnahme unterbreitet worden. Nr. 16 durch einen Flur über den Hof in die Kapelle der Apostolischen sich ein Liebesverhältniß, daß nicht ohne Folgen blieb. Der Verband der städtischen Arbeiter. Für den Gemeinde. Im Wohnhause führen zunächst einige Stufen von der verließ vor einem Vierteljahre Berlin und hat seitdem auf Verbandsvorstand: Br. Poersch, Neue Jakobstraße 26. Für die Thür hinab. Dann theilt sich die Treppe nach rechts und links. In dem Schießplage bei Jüterbog eine eigene Bäderei. Seine Filiale Berlin V( Martthallen Arbeiter): A. Lampe, Span- den oberen Geschossen liegen rechts und links an den beiden Treppen Geliebte, die ihrer Entbindung entgegensah, sandte ihm fünf dauerstraße 68. A. Kabelmacher, Schönhauser Allee 43. A. Goebe, und zwischen diesen Wohnungen. Roller hat eine solche Wohnung eingeschriebene Briefe, um über ihre Zukunft Gewißheit zu be Fichtestraße 22." zwischen den Treppen im ersten Stock. Sie enthält fünf Zimmer. fommen, erhielt aber keine Antwort. Während sie anfangs noch II. An die Direktion der städtischen Gaswerke die Küche, von dieser links das Mädchengelaß. Roller's Frau und Tagen ganz niedergeschlagen. Als am Sonnabend ihre Schwester Betritt man von der rechten Treppe den Korridor, so liegt rechts flagte, wurde sie nach und nach schweigsamer und war seit vierzehn zu Berlin. Der unterzeichnete Vorstand ist von den Berliner städtischen Kind sowie die Schwiegermutter befinden sich noch in der Sommer- in der Küche und deren Mann in der Werkstatt ihrer Beschäftigung Laternenanzündern beauftragt worden, folgende Wünsche bezüglich frische in Hermsdorf. Als Noller Sonntag Nachmittag um 33/4 Uhr nachgingen, fiel die Unglückliche in Krämpfe und brachte einen todten ihrer Lohnverhältnisse an die Direktion der städtischen Gaswerke ge- hinuntergegangen war, um Gottesdienst abzuhalten, war die Knaben zur Welt. Ein Arzt ließ die schwer leidende Mutter langen zu lassen:" In Erwägung, daß die Löhne, welche gegen alte Dienstmagd allein in der Wohnung. Fünf Minuten nach schleunigst in ein Krantenhaus bringen. wärtig den städtischen Laternenanzündern gezahlt werden, nicht ausder und tommen lassen werde. " so " Gerth reichen, um eine Existenz fristen zu können und dieselben daher auf Neben- sechs Uhr ging Roller nach beendetem Gottesdienst wieder in die Stunde nach der Einlieferung. Es stellte sich aber heraus, daß sie Wohnung hinauf. Er Klingelte, fand aber kein Gehör. Da er tein natürliches Ende gefunden, sondern Gift genommen hatte. beschäftigung angewiesen sind, diese aber sehr schwer zu erhalten und auszu- aber in der Wohnung Geräusch wahrnahm, so wiederholte er Dieses hatte auch das Kind schon vor seiner Geburt getödtet. führen ist, da die Laternenanzünder zu jeder Zeit dienstlich zur Verfügung das Klingeln, und klopfte auch noch, immer jedoch umsonst. stehen müssen, außerdem ihre Arbeitszeit in die verschiedensten Tages- Inzwischen kamen schon andere Hausbewohner dazu. Roller fragte fib, ereignete fich am Sonntag Nachmittag in der dritten Stunde Eine Benzinexplosion, deren Folgen noch nicht abzusehen und Nachtzeiten fällt und so längere freie Zeit zur Ausübung von fie, ob sie„ Röschen“ nicht gesehen hätten; niemand hatte sie ge- urch leichtfertiges Umgehen mit Benzin in der Gegend des HumboldtNebenbeschäftigung auch garnicht vorhanden ist, ersuchen dieselben, sehen. Nun stieg aber der Verdacht auf, daß drinnen etwas Furchthains. Dort betrieben die Eheleute J. Schulz seit Jahren Jas ihnen ein Gehalt gewähren zu wollen, von dem sie existiren können, bares vor sich gegangen sein könne. Schon am Donnerstag, voriger munderstr. 12, Ede der Voltastraße, ein Seifengeschäft. Am Sonnohne auf Nebenbeschäftigung angewiesen zu sein. Die Laternen Woche hatten Einbrecher das Grundstück heimgesucht. Sie waren abend hatte sich eine Tochter mit einem Kaufmann Scharfenberg anzünder weisen darauf hin, daß in einer Reihe von anderen deutschen in die Kapelle eingedrungen, hatten vergeblich den in die Mauer aus Schöneweide verheirathet. Das junge Ehepaar war zum Besuch Städten bereits Verhältnisse bestehen, wie sie gewünscht werden, so eingelassenen Geldschrank der Gemeinde zu erbrechen versucht, dagegen anwesend. Außerdem befanden sich in der Wohnung die Mutter, deren zum Beispiel in Hamburg und Altona, wo die Laternen- einige Silbergeräthe gestohlen. Man dachte nun wieder an diese Ein- Tochter Frl. Augufte Schulz, ein Sohn der Kunstzeichner Emil Schulz anzünder nach kurzer Dienstzeit einen Wochenlohn bon brecher. Herr Roller holte den Schloffer Schmidt und ging mit ihm mit einer Nichte Fräulein Anna Grundmann und der kleine drei21 M. erhalten. Die Laternenanzünder beauftragen den und dem Lehrer Kose, der im 2. Stock wohnt, in die Wohnung hinein. jährige Alfred Grundmann. Der Vater J. Schulz lag frank zu Bett. Filialenvorstand, diese Wünsche der vorgesezten Behörde zu Den drei Männern bot sich ein graufiger Anblick. Die Thüren standen Nach Aussagen der Betheiligten war Fräulein Auguste Schulz in unterbreiten und gleichzeitig von denselben die Deputation der auf, alles lag wüst durcheinander, und auf dem Fußboden lag einem Nebenzimmer mit dem Reinigen von Kleidern beschäftigt, und städtischen Gaswerke, den Magistrat und die Mitglieder des Stadt- ermordet die alte Dienstmagd in ihrer Kammer. Die Leiche lag sie wollte auch aus dem Kleide, daß sie gerade trug, Flecke ent verordneten Kollegiums in Kenntniß zu setzen. Die Laternenanzünder vor dem Bette auf dem Rücken. Das rechte Auge war mit Blut fernen. Dabei beging fie die unvorsichtigkeit, die in der Nähe hoffen, daß die vorgesetzte Behörde ihren Wünschen Rechnung; tragen unterlaufen, start angeschwollen und geschlossen. Die Leiche schwamm stehende Literflasche mit Benzin nicht wieder zu verkorken. und dem Vorstande baldigst bezügliche Nachricht zugehen lassen in einer großen Blutkache. Roller alarmirte die Nettungswache in Da betrat der Schwager Scharfenberg mit brennender werde. Verband der städtischen Arbeiter. Filiale Berlin VI der Kaftanien- Allee. Wenige Minuten später erschien der dienst- Bigarre das Zimmer. Sofort erfolgte eine Explosion, ( Laternenanzünder). J. A.: K. Jakob Greifswalderstr. 20. thuende Arzt Dr. Deutsch. Die Leichenstarre war bereits eingetreten, bas in ganze Zimmer stand Flammen. Scharfenberg 2. Band, Barnimstr. 11. B. Wagner, Stegligerstr. 18. Mende, das Ableben mußte schon etwa anderthalb Stunden vorher erfolgt sowohl wie Fräulein Schulz standen sogleich ganzen Frankfurter- Allee 59. Lilge, Petersburgerstr. 88. sein. Eine genauere Besichtigung zeigte, daß ein Hieb mit einem törper in Flammen. Die Fenster wurden zertrümmert. Die städtische Verkehrsdeputation hielt Montag Bormittag stumpfen Gegenstande auf das rechte Auge geführt worden war. Die Flammen verbreiteten sich sofort in das andere Zimmer. Die unter Borsiz des Bürgermeisters se irschner eine 4/ 2stündige Mehrere Schläge hatten dann den Hinterkopf getroffen und den anwesenden Frauen wurden zu Boden gerissen, die Männer retteten Sigung ab. Hinsichtlich der eingegangenen Angebote auf Schädel zertrümmert. Die Lage der Leiche und des Bett- sich ins Freie hinaus. Der Schutzmann Kosinski und andere Perdie vom 12. August d. I. erfolgte Ausschreibung zeuges läßt darauf schließen, daß die Mörder ihrem Opfer den sonen brachten zunächst den kleinen Grundmann, der am leichtesten neuer Linien wurde nach einer eingehenden Berathung eine ersten Schlag auf das Auge versezten, während es auf dem Bett- verlegt war, in Sicherheit. Frl. Auguste Schulz stand mit brennen Subkommission eingesetzt, welcher die Aufgabe gestellt ist, zunächst rande saß. Nachdem es so betäubt und hintenübergesunken den Kleidern Hilferufend am Fenster. Ihre Mutter wurde vor Schreck mit der Kontinentalen Gesellschaft für elektrische war, zertrümmerten sie ihm den Schädel und zerrten es vom Bett irrsinnig. Die herbeigerufene Feuerwehr nahm sich mit der Unternehmungen in Nürnberg, bezw. mit der herunter, um es nun, nachdem es am Boden lag, noch einmal zu Bolizei aller Schwerverletzten an, löschte die Flammen und fuhr Firma Schuckert u. Co. hier wegen des 8u bearbeiten. Ein Theil des mit Blut besudelten Bettes wurde mit die Frau Schulz, ihre Tochter Frau Scharfenberg, den Sohn schlages in Verhandlung zu treten. Bezüglich heruntergezerrt. Ueber die Leiche der Ermordeten hinweg schritten Emil und ihre Nichte Anna Grundmann mit einem Mannschaftsdes Antrages der Aktiengesellschaft Siemens 1. Halste, dann die Mörder zum Diebstahl. Sie erbrachen zunächst die wagen nach dem Lazarus- Krantenhause, wohin Herr Scharfenberg betreffend die Uebergangs- Rampe von der Hoch- Kommode der Dienstmagd, rissen die Schubladen heraus, durch- und feine Schwägerin Auguste Schulz schon durch die Polizei be bahn zur Untergrundbahn in der Bülow- wühlten alles und raubten die Baarschaft der Ermordeten, die sie fördert worden waren. Bald nach der Einlieferung um 4 Uhr war straße zwischen der Potsdamer- und giethen in der Kommode aufbewahrte. Hiernach wandten sie sich den Auguste Schulz gestorben. Montag früh war das Befinden der übrigen straße, wurde beschlossen, den Antrag nicht zu geübrigen Räumen 81. Im Arbeitszimmer Roller's erbrachen Personen bis auf Scharfenberg, der am schwersten verletzt ist, zu nehmigen, da eine solche Rampe die Benuzung der Promenade sie das Zylinderbureau und wühlten alle Fächer durch. Dann friedenstellend. Der fleine Grundmann ist schon außer Gefahr. Die behindert und den Durchgangsverkehr in der Frobenstraße sperrt, machten sie sich an das Geldspind, das aber ihren Anstrengungen große Aufregung während der Nettung und Löschung benußte ein dieselbe auch einen häßlichen Anblick darbietet. Dagegen soll die widerstand. Auch in den übrigen Räumen waren alle Schränke Dieb, um dem bettlägerigen Schulz unter seinem Kopffissen hinweg Firma Siemens u. Halste ersucht werden, ein Projekt aufzustellen, und Kästen erbrochen, ihr Inhalt herausgerissen und durcheinander eine Geldbörse mit mehreren hundert Mark zu stehlen. welches die Durchführung der Unterpflasterbahn in geworfen. An der Ausgangsthür nach der linken Treppe hatte vorher der ganzen Bülowstraße ermöglicht. Auch soll in Er- eine Leiter gestanden. Diese war weggenommen und an die Wand Durch einen Revolverschuß in die rechte Schläfe versuchte wägung gezogen werden, ob die Hochbahu nicht schon von der gelehnt. Wahrscheinlich haben die Einbrecher diesen Ausgang zur fich gestern, Montag, Nachmittag der 50 Jahre alte KonfektionsAlexandrinenstraße am Halleschen fer entlang Flucht benutzt, während Noller und die übrigen Hausbewohner an schneider Hermann Carweger aus der Gothenstr. 8 zu Schöneberg in Unterpflasterbahn übergeführt werden kann. dem anderen Eingange standen. Sie müssen die Thüren mit Nach- zu tödten. Er schien angetrunken zu sein und gab an, daß er nicht schlüsseln geöffnet und wieder verschlossen haben. Da Roller noch Ge- länger leben wolle, weil vor acht Tagen seine Frau gestorben sei. räusch in der Wohnung hörte, als er flingelte, die Magd damals aber Ein Schugmann brachte den Schwerverletzten in ein Krankenhaus. schon todt war, so sind die Einbrecher durch sein Klingeln wohl gestört mit Morphium vergiftet hat sich gestern, Montag, Morgen Bei der Gedenkfeier für Theodor Fontane, die der Verein worden, als sie sich umsonst bemühten, den Geldschrank zu der 37 Jahre alte Bureaubeamte Rüdiger von Fritsche. Er wurde Berliner Presse am Sonntag Mittag im Festsaale des Rathhauses sprengen. Die Diebe haben es wahrscheinlich anf die Mieth 3 besimmungslos mittels einer Droschte in ein Krankenhaus gebracht. veranstaltet hatte, waren außer den eingeladenen Behörden zahlreiche gelder abgesehen gehabt, die sie bei Roller noch in der Wohnung Der Beweggrund ist nicht bekannt. Männer und Frauen anwesend, die dem verstorbenen Dichter ent- vermutheten. Es sind voraussichtlich dieselben Einbrecher, die am weder persönlich nahe gestanden oder sich doch an seinen Werken er- Donnerstag in der Kapelle waren und die Gelegenheit genau aus- Von einer Rangirmaschine überfahren und getödtet worden quickt haben mochten. Die Feier wurde eingeleitet durch den Vor- baldowert hatten. Die Kriminalpolizei erschien bald nach dem Be- ist am Sonntag früh der 28 Jahre alte Weichensteller Albert Meißner Er hatte auf dem trag des Bach'schen Chorals„ Wenn ich einmal soll scheiden". Der fanntwerden der Blutthat am Thatorte. Um Mitternacht hatte man aus der Brauerstraße zu Groß- Lichterfelde. Philharmonische Chor sang dies Lied, das der Dichter im Leben be- noch keine Spur von den Thätern. Diese haben am Orte des Ver- Außengelände des Anhalter Bahnhofes Dienst, sah beim Ütlebersonders gern gehört haben soll, mit ergreifender Meisterschaft. brechens nichts zurückgelassen, das zu ihrer Entdeckung führen könnte. Schreiten eines Geleises nicht, daß eine Rangirmaschine herankam, Dann betrat Herr Professor Erich Schmidt das Podium, Die entsetzliche Blutthat rief unter der Bevölkerung die größte Auf- wurde von dieser gefaßt, auf das Geleise geworfen und vom Kohlenum in einer Gedächtnißrede die Bedeutung des Verstorbenen regung hervor. Tausende umlagerten noch nach Mitternacht tasten todtgequetscht. Tokales. bor den Zuhörern vorübergehen zu lassen. Herr Erich das Haus. Es konnte nicht ausbleiben, daß das Gerücht das Der Rentner Eichler aus Friedenau, der am Sonnabend Schmidt behandelte in Haltung und Auftreten sein Thema neueste Kapitalverbrechen mit dem entflohenen Buchihäusler einen Mordanschlag auf den Sanitätsrath Dr. Edel zu Charlottenvielleicht ein wenig gemessen und leichenfeierlich, gemessen und leichenfeierlich, der Bor- Erpel in Zusammenhang brachte. Hierin geht man aber wohl fehl. burg machen wollte und dabei festgenommen wurde, ist als gemeintrag felber war jedoch, ganz abgesehen von der ihm eigenen Von dem Mörder war, wie uns mitgetheilt wird, bis gestern gefährlich geistestrank in die Edel'sche Anstalt eingeliefert worden. wohl tadellosen Vollendung der Form, ein Meisterstück anmuthender noch keine Spur entdeckt. Der Verdacht war auf den bis- Die Ueberführung war sehr schwierig, da der kräftige Mann sich Lebensdarstellung zu nennen. Nichts von wehmuthvoller Berhimme- herigen Hausreiniger gelenit, der am 1. d. M. die Wohnung heftig wehrte. lung des Todten und ebenso wenig von wohlwollender Kritikasterei; hatte verlassen müssen. Mit dieſem stand Thereschen nicht auf gutem Feuerbericht. Die Dachstuhlbrände in Moabit häufen sich wieder in schlichten, flaren Bildern ward der Redner dem äußeren Leben Fuße, weil er öfter betrunken war. Auf ihr Drängen verlor der in beunruhigender Weise. Merkwürdigerweise werden davon Hauptdes Dichters und seinem inneren Schaffen gerecht. Besonders wohl- Mann auch die Stellung. Der Verdacht hat sich jedoch vollständig fächlich Eckhäuser betroffen. Sonnabend Abend ging Thurm str. 69 thuend wirkte die bündige Beweisführung, daß der mit allen Fasern infällig erwiesen. Der Mann hat sein Alibi einwandsfrei fast die gesammte Dachkonstruktion eines großen Edhauses in Flammen im Heimathlande wurzelnde Fontane sich den Titel eines vater: nachgewiesen. ländischen" Dichters wohl verbeten haben würde, wie er selber ja auch trotz alles Vaterlandsgefühls herzlich vermieden hat, dem modernen Bedürfniß nach Schaffung nationaler Heiligen gerecht zu werden. Nach Beendigung der Rede trug Herr Kainz einige Gedichte des Verstorbenen vor, worauf der Philharmonische Chor mit einem Gefange aus Händel's" Samson" die Feier schloß. auf, und die Wehr hatte fast 3 Stunden zu thun, um Herr des Feuers zu Wie noch mitgetheilt wird, ist, soweit sich bisher hat ermitteln werden. Während man hier noch mit dem Ablöschen beschäftigt war, lief von lassen, ein Portemonnaie mit einigen 20 m., welches dem Dienst dem benachbarten Hause Thurm str. 67 eine Feuermeldung ein. herrn gehörte und in einem Vorderzimmer auf einem Schreibtische hier handelte es sich um einen Brand in einer Stellmacherei, der gelegen hat, sowie ein auf dem Korridor hängender heller Sommer noch im Entstehen gedämpft werden konnte. Im Laufe des Sonnüberzieher geraubt worden. Nach der Angabe des Dienstherrn nuß tags und Montags erfolgten Alarmirungen nach Grüner Weg 97, die Ermordete im Besize von etwa 60 W., sowie von Zinsschein- Wilsnader straße 57, Thaerstraße 20 und Gubener. bogen zu drei konvertirten Attien der Deutschen Hypothekenbank über straße 12. Es handelte sich jedoch in allen diesen Fällen nur um Eine große Verkehrsstörung erlitt Sonntag Bormittag der je 500 M., die der Dienstherr in Verwahrung hat, gewesen sein. Ob unbedeutende Brände. Betrieb der Siemens- Halste'schen elektrischen Straßenbahn- Linie das baare Geld und die Zinsscheine fehlen, fonnte vor Besichtigung ( Lokales" siehe auch 2. Beilage.) Treptow- Behrenstraße. An der Kreuzung der Mauer- und Mohren- durch die Gerichtskommission nicht festgestellt werden. Der PolizeiVerantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Br. 232. 15. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienas, 4. Oktober 1898. September. Unterm neueffen Kurs. 1. Schirgiswalde. Vom Monat Auguft ist nachzutragen: 5 Genossen je 30 M. Geldstrafe und ein Genosse 7 Tage, ein anderer 5 Lage Haft.. " " Breslau. Genosse Neukirch wegen Beleidigung eines Schutzmanns 1 Monat Gefängniß. Neumünster. Wegen Streifvergehen die Arbeiter Nielsen und Spiegel je 20 M. und ein Maurer 3 M. Geldstrafe. Ratibor. 3 Genossen wegen Verübung groben Unfugs je 20 M. Geldstrafe. 2. Frankfurt a. M. 50 M. Geldstrafe Genosse Schmidt wegen Beleidigung eines Obersten a. D. 5. Leipzig. Die gleiche Strafe Genosse Lipinski wegen Beleidigung eines Obermeisters. Die Treptow- Sternwarte bleibt in diesem Winter, mit Aus6. Erfurt. Wegen Röthigung, Hausfriedensbruchs 2c. der Stein- nahme der kurzen Institutsferien vom 12. bis 24. Dezember täglich met Fromm 1 Jahr Gefängniß. Antrag 6 Monate. von 2 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends geöffnet. In dieser Gleiwitz. Genosse Legien wegen Beleidigung eines Gen- Woche ist der Mond in den späten Abendstunden zu beobachten. darmen 200 M. Geldstrafe. " # " 17 " " Teuchern. 30 M. Geldstrafe Genoffe Otto wegen Beleidigung eines Gendarmen und 15 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines städtischen Beamten. Kiel. Wegen Verstoßes gegen das Preßgesetz Genosse Lütjens 20 M. Geldstrafe. Staßfurt. Genosse Fritsche 30 M. Geldstrafe wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes. Rigdorf. Wegen des gleichen Vergehens Genosse Klein 20 M. Geldstrafe. Oberweißbach. Genosse Ehrhardt aus Meura wegen Körperverletzung einen Monat Gefängniß. 7. Braunschweig. Der Bauarbeiter Schulze wegen Nöthigung, Beleidigung 2c. einen Monat Gefängniß. Goslar. 75 M. Geldstrafe Genoffe Schnedenhaus wegen Beleidigung eines Polizeibeamten. " 8. Dresden. Die Maurer Streis und Riedel vier bezw. sechs Monate Gefängniß wegen Beleidigung eines Boliers. Wegen Nöthigung und Bedrohung die Bauarbeiter Schilde zu vier, Hoher zu drei, Kern zu einem Monat und Hosemann zu einem Monat und zwei Wochen Gefängniß. 8. Halberstadt. Wegen Fabrikantenbeleidigung Genosse se ün ne 12. Beuthen. Genosse Sabierah wegen Beleidigung eines Wahlvorstehers 6 Monate Gefängniß. Antrag 2 Monate. 14. Stafifurt. 75 M. Geldstrafe Genosse Hadenholz wegen Beleidigung des Bürgermeisters. " vier Wochen Gefängniß. Spandau. Die Zimmerer Geride und Neumann drei Monate beziv. sechs Wochen Gefängniß wegen Vergehens gegen § 153 der Gewerbe- Ordnung. = 15. Flensburg. Wegen Beleidigung von Streifbrechern die Former Knirpo und Porsch drei bez. zwei Wochen und Ser Maurer Krogt eine Woche Gefängniß. 16. Frankfurt a. D. Genosse Jahn Berlin wegen Gotteslästerung 2 Monate Gefängniß. Magdeburg. 100 M. Geldstrafe Genosse Müller wegen Beleidigung eines Ortsvorstehers und 6 Wochen Gefängniß wegen Beleidigung des Reichskanzlers. " " Breslau. Wegen Beleidigung des Staatssekretärs Grafen Posadowsky Genosse Bruhns 300 M. Geldstrafe. 17. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Stadthagen wegen Richterbeleidigung 5 Monate Gefängniß. Brandenburg. 2 Zimmerer und Maurer wegen Verübung groben Unfugs je 20 M. Geldstrafe. Lübeck. 5 Bauarbeiter wegen Verübung groben Unfugs je 20. Dresden. Wegen Vedrohung von Streifbrechern die Genossen Rentsch und Hustig je einen Monat Gefängniß. Wegen des gleichen Delitts die Bauarbeiter Trepte und Hasch te je 4 Monate Gefängniß. " 5 Tage Haft. Stuttgart. 3 Wochen Gefängniß der Zimmerer Gutbrod wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung. 21. Dresden. Genosse Eichhorn wegen Beleidigung eines Gemeindevorstandes 1000 M. Geldstrafe. " " Erfurt. Wegen Bürgermeister- Beleidigung Gen. Rudolph 100 M. Geldstrafe. 10 " also Ein anderes Bild. Ein jedermann bekannter Arzt begeht muß man sich verwundert fragen, ob es denn gar keine Stelle giebt, fittliche Verfehlungen allerschwerster Art, die ihn auf sehr welche Besserung erzwingen fann? bedenkliche Weise mit dem Strafgesetz in Konflikt bringen. In den Um 39 114 Thiere im Monat September war der Auftrieb Augen christlich- patriotischer Männer müssen die Verfehlungen sich am hiesigen Biehhof geringer als im September 1896. Diese Ziffer noch um so schlimmer darstellen, als sie auf einem Kirchhof, also an ergiebt sich, wie die Allgemeine Fleischer- Zeitung" schreibt, aus der geweihter Stätte begangen worden sind. Vergleichung der Angaben des antlichen Berliner Marktberichts, auf Dem obersten Beamten des Staates, dem Fürsten Bismarck, fällt den sich die agrarischen Blätter in ihrer fortgesetzten Ableugnung es bei, die Interessen eines solchen Mannes zu fördern. Er zwingt der Fleischnoth stets berufen. Gerade dieser amtliche Bericht die Mitglieder der höchsten Lehranstalt hiesiger Stadt, den sittlich bestätigt zweifellos das Bestehen einer andauernden Fleischwakelhaften Arzt als einen der ih rigen anzuerkennen, verschafft ihni noth. Oder besteht fein Mangel an Vieh und gewaltsam cine Professur und damit die Würde, als Lehrer ant Fleisch, went auf dem Berliner Viehhof der Zu Ser akademischen Jugend zu fungiren. Man stelle die Fälle trieb von Schweinen im September dieses Jahres gegen Singer und Schweninger einander gegenüber. Wie doch den Zutrieb des Jahres 1896 um mehr als 21 000 Thiere zurückdie Meinungen über das, was der Jugend frommt und was ihr geblieben ist und gegen September 1897 um fast 14 000 Thiere? nicht gut thut, an höchster Stelle wechsen können! Bont 83 456 Schweinen im September 1896 ist der Auftrieb im September des Vorjahres auf 76242 und diesmal auf 62007 Schweine herabgesunken. Der Auftrieb der Kälber ist im September 1896, 1897 und 1898 zurückgegangen von 14476 auf 12 134 und auf 11 625, der Hammel von 69 242 auf 63 738 und auf 52 996Das Reichs Versicherungsamt hat neuerdings Ent- also gegen 1896 bei Hammeln ein Minus von 16 246 scheidungen getroffen, die in Arbeiterkreisen großes Mißfallen Thieren in einem Monat." Gewachsen ist zwar der Auferregen müssen. Es hat nämlich entschieden, daß der Verlust von trieb von Rindern, aber nur um die fleine Zahl von Fingergliedern oder ähnlichen minder bedeutenden Handverlegungen 1432 Stück von 1896 auf 1898 und auch dieses kleine Plus wird nicht ohne weiteres die Gewährung einer Rente für theilweise noch mehr als aufgewogen dadurch, daß die Rinder in diesem Jahre Eriverbsunfähigkeit rechtfertigen. Stenten unter 10 pCt. der Vollrente, im Gewicht weit geringer sind. Und ebenso ist der Rückgang der insbesondere solche von nur 5 oder 71 pCt. der Vollrente, sollten Schweine( 21 449) und der der Hammel( 16 246 Stück) noch viel beüberhaupt nicht gewährt werden. Denn die Erfahrung lehre, daß deutender, als er sich in diesen Zahlen ausspricht, denn die jetzt zum die Erwerbsunfähigkeit, die auf weniger als 10 pCt. geschätzt werden Markt gebrachten Thiere stehen vielfach im Gewicht und auch in müsse, im wirthschaftlichen Leben als meßbarer Schaden nicht zum Qualität gegen die der Jahre 1896 und 1897 zurück. Die obigen Ausdruck komme. Es werde daher, wenn die berufene Instanz Bahlen also ergeben sich aus einem Vergleich der amtlichen MarktWege der Schätzung zu der Annahme gelange, eine berichte und auf grund dieses Materials wollen die Agrarier wirkErwerbsunfähigkeit liege etiva im Grade von 72 oder gar 5 oder lich ernsthaft das Bestehen einer Fleischnoth leugnen? noch weniger Prozent vor, von der Festsetzung einer Rente regelKlagen über die Ueberfüllung der Stadtbahnzüge gehen mäßig abzusehen sein. Diese Entscheidungen des Reichs- Versicherungs- uns neuerdings wieder häufiger zu. Die Beschwerden haben fast amtes leiden alle an dem Fehler, daß sie um in der Sprache der ausnahmslos die Schablonenhaftigkeit zum Gegenstand, mit der die christlichen Anschauung zu reden unserm Herrgott ins Handwerk ersten, kaum von anderen Personen als von Arbeitern benutzten pfuschen wollen. Nur ein Mensch mit seinen gesunden vollzähligen Frühzüge zusammengestellt sind. Die Abtheilungen der Wagen Gliedern ist im wirklichen Sinne voll erwerbsfähig. Verliert er auch dritter Klasse bis zum Bersten gefüllt. In jedem Koupee mit neun nur eines, so ist er es nicht mehr. Ganz besonders aber ist der oder zehn Sigplägen sind zwanzig, fünfundzwanzig Fahrgäste einVerlust von Fingern oder Fingergliedern eine so erhebliche Sache, gepfercht; man muß es als ein Wunder betrachten, daß bei einem daß die allgemeine Erwerbsfähigkeit auf alle Fälle meßbar verkürzt Systemt, das solchen haarsträubenden Umgang mit Menschenleben wird; die allereinfachsten Handgriffe sind nicht mehr so möglich zeitigt, noch fein größeres Unglück passirt ist. wie mit einer gesunden Hand. Kommt erst einmal die Magime auf, daß der Verlust von einzelnen Gliedern oder Glieder theilen die Erwerbsfähigkeit nicht beeinträchtigen, dann kann es auch dahin kommen, daß man den Verlust eines ganzen Fußes in dem Falle nicht als eine Verkürzung der Erwerbsfähigkeit betrachtet, wo der betreffende Verlegte mit den Händen zu arbeiten hat. Bei einen im wirthschaftlichen Leben so nothwendigen Werkzeug wie der Hand, ist jeder Verlust eines Fingergliedes eine Verminderung der wirth schaftlichen Leistungsfähigkeit und führt dadurch auch zu einer meßbaren Verminderung der Erwerbsfähigkeit. Die Grundsäge, die das Reichs- Versicherungsamt den Schiedsgerichten zur Nachachtung unter breitet hat, sind daher nicht nur ein Eingriff in die Rechte der Arbeiter, sondern befunden auch eine Behandlung der Arbeiter als einer Menschenklasse zweiten Ranges. Denn wir wissen, daß z. B. bei der Festsetzung der Entschädigungen für die im Kriege verlegten Perfonen nach ganz anderen Grundsägen verfahren wurde. Es ist uns im Während das Menschenmaterial dritter Klasse auf so lebensgefährliche Weise transportirt wird, räkeln sich in den nach Schema F eingehängten drei Wagen zweiter Klasse im ganzen vielleicht zehn, fünfzehn Leutchen, meist verspätete Bummler und Bummlerinnen, herum. Die Wagen sind leer, wie eine Kirche in Berlin N oder O am Sonntag Nachmittag. Jst wirklich keine Aenderung dieses Zustandes möglich? Geht es nicht an, so fragen sich die Arbeiter, daß man es unter solchen Umständen mit einem Wagen zweiter Klasse genug sein läßt und statt der anderen beiden zwei Wagen dritter Klasse mehr einstellt? Mit solcher Maßregel wäre gewiß nicht aller Beschwerde abgeholfen, aber es gäbe sich damit doch wenigstens ein Stück guten Willens zu erkennen. Wie unhaltbar das Verbot ist, in auswärtigen"| Lotterien. zu spielen, lehrt folgende Mittheilung der amtlichen„ Berliner Korrespondenz": der Fall bekannt, daß ein Philologe, Professor an einer höheren Lehranstalt, der im siebziger Kriege an der linken Hand eine kleine nicht zugelassenen Lotterien nimmt mit der Vermehrung der Klassen" Das aufdringliche Angebot von Lotterieloosen der in Preußen Verlegung davontrug, die ihn in seiner Thätigkeit als Lehrer in gar lotterien infolge Errichtung neuer Lotterien in den thüringischen keiner Weise hinderte, doch mit einer ganz wesentlichen jährlichen Staaten, Lübed und Ungarn einen immer größeren Umfang an. Entschädigung bedacht wurde. Warum will man den Arbeitern gegenüber, denen wahrlich der Verlust eines Fingergliedes nicht Die Agenten dieser Lotterien laffen kein Mittel unversucht, um das Publikum zum verbotenen Spiel zu verleiten. In einerlei sein kann, da sie von ihrer Hände Arbeit leben, Grundsätze einführen, die weder vor der Physiologie noch vor dem Forum der neuerer Zeit gehen sie sogar so weit, Schülern von höheren Unterrichtsanstalten Prospekte und Originalloose verbotener Gerechtigkeit stand halten können? Lotterien zuzusenden. Auch die Kolportage derartiger Loose Die Zukunft der Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche" in wird in Berlin ganz offen betrieben. Nach einer Mittheilung Berlin bereitet, noch ehe der Bau vollendet ist, ihren Urhebern des Berliner Tageblatt" vom 28. August d. J. hat in dem große Sorgen. Der Verein ist Eigenthümer der Kirche, die Ge- Stadtviertel am Morigplatz ein Mann von Haus zu Haus den someinde nur die Nutznießerin, die vom Eigenthümer mehr genannten fleinen Leuten Loose der Lübeder Staatslotterie zum verlangt, als er zu leisten vermag; der Play, auf Preise von 2 M. angeboten. Da der Einsatpreis bedeutend höher dem die Kirche steht, gehört der Stadt Charlottenburg. ist, so liegt hier anscheinend ein Schwindelgeschäft vor, so daß die Es ist bisher nicht gelungen, legteren übereinigt zu erhalten, Abnehmer sich nicht allein straffällig gemacht haben, sondern auch was im Bericht des Kirchenbau- Vereins lebhaft bedauert wird, um ihr Geld geprellt sind. Bei außerdeutschen, in Preußen nicht 22. Magdeburg. 300 M. Geldstrafe Genosse Müller wegen da es die rechtlichen Verhältnisse klären und vereinfachen würde. zugelassenen Lotterien, 3. B. der Ungarischen, tritt zu der Beleidigung des Grafen Posadowsky. Auch die anderweitige billige Regelung der Verhältnisse zur Gemeinde gesetzlichen Strafe des verbotenen Spiels noch der fünffache Berlinchen. Zwei Genoffen je 15 M. Geldstrafe wegen ist nothwendig; doch sind alle diese Fragen äußerst schwierig zu lösen, Betrag des Hinterzogenen Stempels hinzu. Wenn man außerVergehens gegen die Verordnung betr. die Heilighaltung des weil nach dem Bericht so viele Juristen dabei mit dem in betracht zieht, daß die Spieler von Loosen der verbotenen Sonntags. 21. Hamburg. Wegen unerlaubten Anklebens von Plakaten Ge- prechen. beren Weisheit im altheidnischen( 1) Lotterien nicht einmal mit Sicherheit auf die Auszahlung der Recht tief begründet ist". Gewinne zu rechnen haben, so kann man es nur der Unerfahrenheit nosse Saute 1 Tag Gefängniß. Die schwierigste Frage ist aber die: Was wird aus der theuren und Unkenntniß des Publikums zuschreiben, daß den Agenten doch 22. Gotha. Genosse Joos wegen Beleidigung eines Gendarmen Kirche dann werden, wenn der Verein sie dereinst einmal mit noch in vielen Fällen der Absatz der verbotenen Loose gelingt." 75 W. Geldstrafe. einem Gesammtkosten- Aufwande von ca. 7 Millionen Mark fertig Wenn wir das Sozialistengeset unsauberen Angedenkens ausLübeck. Ein Bauarbeiter wegen Beleidigung von Streit gestellt haben wird? Wer will die schwierige und kostspielige Er- nehmen, so ist bis jetzt wohl auf keine Gesezesbestimmung mehr brechern 3 Wochen Gefängniß. 23. Berlin. Wegen Bergehens gegen§ 158 der Gewerbe Ord- haltung und Beaufsichtigung übernehmen und bezahlen? Sierüber gepfiffen" worden, als auf die, welche den preußischen Einwohnern mung die Maler Großmann und Niederjahn je 3 und haben die maßgebenden Personen in den kirchlichen Behörden seit verbietet, in den Lotterien von Hamburg, Mecklenburg und anderen Jahren ernste Bedenken, da weder die Gemeinde noch die Stadt- deutschen Ausländern" ihr Geld zu verpulvern. Wann wird dieses 24. Stade. In der Berufungsinstanz Genosse Adler- Harburg synode dazu in der Lage sind. Der Vereinsvorstand will nur bis unhaltbare Verbot endlich fallen? zur Fertigstellung und bis zum vollen Ausbau der Kirche wegen Beleidigung 100 M. Geldstrafe. für die Erhaltung sorgen. Was aber später werden wird, darüber Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Bä plow- Ham ist der Kirchenbau- Verein in großer Sorge; schreibt er doch im Beburg 1 Monat Gefängniß wegen Beleidigung. richt:„ Wenn mun gar einmal in späteren Zeiten in der GemeindeBerlin. Die Tischler Meyer und Now a c 3 Wochen bez. vertretung viele Juristen fizzen, die, gestützt auf das heilige Römische Recht, ad 1 Monat Gefängniß wegen Vergehens gegen§ 153 der Ge- flar und schlagend nachweisen, daß eine Stirchengemeinde alles eher 26. Kiel. 100 M. Geldstrafe Genosse Lütjens wegen Be- thun darf als einen Pfennig für Erhaltung künstlerischer Denkmäler leidigung der Verwaltung des Armenhauses in Neumünster. auszugeben, wie nahe liegt da die Gefahr, daß aus Mangel an 27. Berlin. Wegen Nöthigung der Maurer Hoppe 9 Monate Mitteln eine theure Kirche langsam verfällt." Als Ausweg wird Gefängniß. Begen des gleichen Delitis und wegen Beleidi- mun vorgeschlagen, die Kirche zu einer Stiftskirche zu machen gung, Hausfriedensbruchs 2c. der Zigarrenarbeiter Fengler Dazu bedarf es eines Stiftungskapitals von mindestens einer halben im Bezirke einer„ diesseitigen" Anstalt Beschäftigung zu sichern, fei " " Lindner 2 Monate Gefängniß. werbe- Ordnung. 1 Jahr Gefängniß. V Da Million und gesicherter Jahreseinnahmen. Ein von Kunst- und Sachverständigen und Gemeindevertretern unter der Aufsicht der BeSchweidnik. Genoffe Feldmann- Langenbielau wegen hörden gebildetes Kollegium soll dann die Verwaltung übernehmen. Beuthen. 1½ Jahre Gefängniß Genosse Dylong- Königs- Doch dazu gehört noch viel Arbeit und noch mehr Opferwilligkeit. hütte wegen Berächtlichmachung von Staatseinrichtungen und da in den vergangenen 10 Jahren rund 10 Millionen Mark zufammengebracht wurden für Kirchenbauzwecke, so erscheint es nicht Anordnungen der Obrigkeit. unwahrscheinlich, daß es dem Kirchenbau- Verein nochmals gelingt, Insgesammt wurde erkannt auf 9 Jahre 1 Monat 2 Wochen in den nächsten Jahren abermals 2,5 bis 3,5 Millionen zusammen und 3 Tage Gefängniß und 2988 m. Geldstrafe. Berlin, den 1. Oktober 1898. Der Parteivorstand. Lokales. Achtung, Parteigenoffen Berling! zu betteln. Mit einer sonderbaren Begründung hat der Vorstand der Alters- und Invaliditäts- Versicherungsanstalt Berlin das Gesuch eines Arbeiters um Aufnahme in eine eilanstalt abgewiesen. Die Mittheilung des Vorstandes lautet:" Auf das Schreiben vom... theilen wir mit, daß Ihre Aufnahme in eine Heilanstalt zu unserem Bedauern nicht angeordnet werden kann, da Sie zu unserem Bedauern nicht angeordnet werden kann, da Sie zu urge Beit im Bezirk der diesseitigen Anstalt gearbeitet Ganz abgesehen davon, daß die heutige Produktionsweise es dem Arbeiter kaum möglich macht, sich längere Zeit seines Lebens bemerkt, daß der in betracht kommende Krante feiner Mittheilung nach bereits seit Januar vorigen Jahres in Berlin wohnt und haben." arbeitet. Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie am Montag, den 15. August, abends 61/2 Uhr, am Morizplak, Ecke Stallschreiberstraße, Richtung nach Gesundbrunnen, ein älterer Fahr gast vom Trittbrett eines Straßenbahn- Wagens auf das Straßen. pflaster fiel, werden gebeten, sich Brunnenstr. 111, Pferdebahn- Depot, Die Berliner Markthallen- und insbesondere die Zentral- zu melden. Besonders ist ein Bauarbeiter, welcher in der Hafenhaide arbeitet, erwünscht. Derselbe stieg Ecke Gneisenau- und Markthalle- find fortgesezt Gegenstand lebhafter Klagen seitens Bärivaldstraße auf; er stand rechts auf dem Hinterperron und fuhr der Markthalleninteressenten. Vor allem sind es hygienische Miß auf Arbeiter- Wochenkarte. stände, über welche Klage geführt ist. Wie gerechtfertigt diese Klagen Orgelkonzert. Mittwoch, den 5. Oftober, Mittag 12 11hr, find, beweist der Umstand, daß jetzt auch der Verein der SchweineEngrosschlächter Berlins Veranlassung nimmt, auf die in der Zentral- werden Frl. Gertrud Mauksch und Frl. Lotte Dienel ein Duett von Markthalle bestehenden Mißstände hinzuweisen. Wie angeführt wurde, Rossini und im Verein mit Herrn Alexander Curth ein Terzett von sind die von den Schlächtern benutzten Kühlräume infolge mangel- Dienel in der Marienkirche singen. Außer Hrn. Musikdirektor Dienel hafter Ventilation von Miasmen und bestialiſchen Dünſten angefüllt. wirkt noch Hr. Heuer mit. Eine Arie von Dienel, das ewige zicht, Die weitere Folge sei, daß die in den Kühlräumen aufbewahrten fommt zur erstmaligen Aufführung. Der Eintritt zu den Diener Fleischvorräthe infizirt und verdorben, mindestens aber minderwerthig schen Orgelvorträgen ist frei. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird alle Abende würden, wodurch den Schlächtern wie dem laufenden Publikum in gleichem Maße Nachtheile erwüchsen. Bemerkt sei hier, daß auch die Urzeit des Menschen" aufgeführt. Mit Rücksicht auf die Schulüber mangelhafte Ventilation in den Fleischkammern der erst neu ferien sinden am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend dieser Woche errichteten Schlachthofsanlagen geklagt wurde. Im weiteren wurde nachmittags 3 Uhr Schülervorstellungen zu ermäßigten Preisen statt. Eine Reminiscenz. Die Berliner Stadtverordneten- Bersamm hingewiesen auf die in und vor der Halle lagernden faulen Obstlung hat einen nach jeder Richtung hin unbescholtenen und und Gemüse- Abfälle 2c., welche den Verkehr erschweren, den Aufehrenhaften Mann aus ihrer Mitte zum Mitgliede der enthalt in der Halle start beeinträchtigen, eine stete Gefahr für Schuldeputation gewählt; der preußische Kultusminister Leben und Gesundheit nicht nur der nächsten Anwohner der Halle, zwingt den Magistrat von Berlin jedoch, diese Wahl zu annulliren, vielmehr einen Seuchenherd inmitten der Stadt bilden. Da diese weil der Gewählte. Sozialdemokrat ist und er als solcher Mißstände schon vor langer Zeit gerügt worden sind und trotzdem, wie sich aus obigem ergiebt, noch heute unverändert fortbestehen, so einen verderblichen Einfluß auf die Jugend ausüben könnte. Am Mittwoch, den 19. Oftober cr., abends 81% Uhr, finden die Bersammlungen zur Berichterstattung über den Stuttgarter Parteitag statt. Die Parteigenossen und Leiter von Wahlvereinen und Gewerkschaften werden ersucht, auf diesen Tag teine Versammlungen ein zuberufen, Die Vertrauenspersonen. Aus den Nachbarorten. Rigdorf. Der Sozialdemokratische Verein„ Vorwärts" hält Dienstag, den 11. Oktober, seine Generalversammlung in Gröpler's Salon, Bergstr. 147 ab.( Siche später Inserat.) Wir ersuchen die Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen registriren, diese bis Donnerstag, den 6. Oktober, zu ordnen. Die Zahlstellen des Vereins find: Wilhelm| wegen Meineids die mur gegen die R., Verleitung zum Meineide| Geldstrafen von 20 und 30 m. verurtheilt worden. Sie sollten als Krüger, Materialwaaren, Prinz Handjerystr. 58, Köpke, Re- gegen die Th. und wegen Verleitung und Anstiftung in drei Fällen Unternehmer, Leiter und Redner einer nicht angemeldeten Bersammſtaurateur, Karlsgartenstr. 1, te per a u, Bigarrengeschäft, Hermann- gegen K., der als die Seele des ganzen Vertuschungs- und Meineids- lung fungirt haben, in der öffentliche Angelegenheiten erörtet worden straße 50, le in, Restaurateur, Kaiser Friedrichstr. 236, Thomas, planes hingestellt wurde. Rechtsanwalt Mosse und Rechtsanwalt höseien. Das Gericht erklärte für festgestellt, daß man in der fragRestaurateur, Bergstr. 162, Herrmann, Zigarrengeschäft, Kirchhof niger beantragten die Freisprechung der beiden weiblichen Angeklagten, lichen Zusammenkunft der Bauhandwerker über die Unterſtügung straße 1, Sy, Restaurateur, Jägerstr. 69, egert, Restaurateur, die unter Thränen ihre llnerfahrenheit und Unschuld betheuerten und baten, streifender Zimmerer gesprochen habe, und es sah hierin eine Herthastr. 1, woselbst täglich Beiträge sowie Aufnahmen entgegen event. nicht wissentlichen Meineid, fordern nur fahrlässigen Falscheid Erörterung öffentlicher Angelegenheiten. Die Versammlung hätte genommen werden. Der Vorstand. anzunehmen. Rechtsanwalt Dr. Werthauer verwahrte den bei der Polizei angemeldet werden müssen. Das zuständige LandTreptow- Baumschulenweg. Der Verein„ Vorwärts" hält am Angefl. K. gegen den Vorwurf, die ganze Sache angeftiftet zu gericht wies die Berufung der Angeklagten zurück, worauf diese die Mittwoch, den 5. Oktober, im Lokal von O. Lange seine ordentliche haben. Derselbe sei bei dem Vorfall überhaupt nicht betheiligt, da Revision einlegten und folgendes geltend machten. Es handle sich Generalversammlung ab. Es findet Neuwahl des gesammten Vor- die Mädchen sich die Sachen allein beredet hätten. Er beantragte garnicht um eine eigentliche Versammlung, man sei nur in einem standes statt. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich deshalb die völlige Freisprechung des K. Die Geschworenen ver- Lokal gesellig beisammen gewesen. Die Unterhaltung habe zu erscheinen. Der Vorstand. neinten denn auch die Schuldfrage bezüglich des NK. und sprachen die allerdings Unterstüßungsverhältnisse berührt, indessen sei R. und Th. nur wegen fahrlässigen Falscheides bezw. einfacher An- über Unterstützung der in ziemlich geringer Zahl Die Teupiter wollen nicht Dörfler werden. Bekanntlich stiftung zum Falscheide schuldig. Der Gerichtshof verurtheilte die am Orte anwesenden Zimmerleute gesprochen worden, also wurde vor einigen Tagen die Absicht der Stadt Teupi laut, ihr R. und Th. zu drei bezw. sechs Monaten Gefängniß und sprach den über eine Angelegenheit, die die Deffentlichkeit nichts angehe. Stadtrecht aufzugeben und wieder Dorf zu werden. Dieser Wunsch K. frei, der aus der Untersuchungshaft, in der er sechs Monate ge- Der Straffenat des Kammergerichts hob die Vorentscheidung auf scheint jedoch nur im Schooße des Teupiter Magistrats entund wies die Sache zu anderweiter Entscheidung an das Landgericht standen zu sein, weil der Stadtsäckel ohne ein stärkeres Anziehen der sessen, nachts 1/212 Uhr entlassen wurde. Steuerschraube die Kosten der Selbstverwaltung nicht mehr auf- Ein Betrug, durch den lange Zeit hindurch der Post fistus zurüd, indem er eine genügende Begründung des Urtheils vermißte. bringen und besonders für den Bürgermeister nur ein unzu- in erheblicher Weise geschädigt sein soll, beschäftigte gestern die fehle vorläufig an jeder genauen Feststellung. Das längliches Gehalt abwerfen kann. In der Bürgerschaft dritte Straffammer des Landgerichts I in umfangreicher Verhandlung. Gericht zweiter Instanz müsse zunächst untersuchen, wie die Unterstützungsangelegenheit besprochen sei und ob der Ausstand, um den es sich jedoch scheint der Städterstolz jedes andere Bedenken zu überwiegen, Die Inhaber der Getreidefirma Lüdike u. Ko., die Kaufleute Stari angelegenheit besprochen sei und ob der Ausstand, um den es sich handelte, die Allgemeinheit berührte. Ferner fehle die Denn die Einwohner wollen von den Erniedrigungsplänen ihres& üdike und Ernst Amelang befanden sich nebst ihrem Ge- handelte, die Allgemeinheit berührte. Ferner fehle die Magistrats nichts wissen, sondern haben in einer Versammlung schäftsführer Max Bomborn auf der Anklagebant. Die genannte Feststellung, ob es der von vornherein bestimmte Zweck schleunigst den Beschluß gefaßt, an ihrer beinahe 500 Jahre alten Firma hatte seit Jahren die Lieferung von Heu, Erbsen und anderen der Versammlung gewesen sei, öffentliche Angelegenheiten zu er örtern. Nur dann, wenn eine Versammlung ausdrücklich zu Stadtverfassung auch fernerhin festzuhalten und um Futterstoffen für die Ober- Postdirektion Berlin auszuführen. Im Anfang diesem Zwecke einberufen wurde, sei sie anzumelden. Und feinen Preis„ Bauern" zu werden. Demgemäß haben denn auch des Jahres 1896 wurde eine neue Submission für Hafer ausgeschrieben. schließlich wisse man nach den Feststellungen der Vorderrichter noch die Teupiger Stadtverordneten in ihrer letzten Sigung den Die Firma Lüdike u. Co. betheiligte sich an der Bewerbung und Antrag des Magistrats auf Ausscheiden aus dem Städteverband ein- erhielt den Zuschlag, da sie etwa 12 000 m. jährlich unter dem Gebot nicht, warum gerade die Angeklagten schuldig sein sollen. Ein stimmig abgelehnt. Der Bürgermeister jedoch soll fortandes bisherigen Lieferanten zurückblieb. In dem Vertrage machte netter Rüffel für die Vorinstanzen. ein besseres Gehalt bekommen. die Ober- Postdirektion die Bedingung, daß kein dumpfiger, Luftbarkeitsstener für eine Zichharmonika. Die Gastwirthe schimmeliger Hafer geliefert werden dürfe, es vielmehr reine, Keßner und Brockerhoff in Wesel hatten es geduldet, daß Gäste getadellose, unvermischte Waare sein müsse, von einer Schwere, legentlich auf den in ihren Lokalen stehenden Klavieren spielten und daß ein Neuscheffel, gleich 50 Liter Raummaß, nicht unter daß Soldaten sich in ihren Schankräumen an den Klängen einer von 23 Kilo wägen dürfe. In diesem Frühjahre erhielt die Postbehörde ihnen mitgebrachten Harmonita erfreuten. St. und B. eine Anzeige ohne Unterschrift, worin behauptet wurde, daß die wurden daraufhin Soziale Rechtspflege. wegen Bergehens gegen eine Stener Mit dem Gelde, das er an sechs Zimmerer auszahlen sollte, Firma Lüdike u. Co. keinen reinen Hafer, sondern ein Gemisch ordnung vom Schöffengericht zu Geldstrafen verurtheilt, weil von Hafer und russischer Gerste liefere. Die Ermittelungen fie feine Luftbarkeitssteuer entrichtet entrichtet und die Antwar eines Sonnabends der Polier der Bauunternehmer Steinke und ergaben die Richtigkeit der Anzeige, worauf obige Anklage erhoben meldung öffentlicher Luftbarkeiten zur Steuer unterlassen hatten. Zimmermann durchgebrannt. Die Gesellen warteten zunächst ver- wurde. Den Vorsitz führte Landgerichtsrath Fritschen, die Sie legten Berufung ein und machten geltend, daß sie jene geblich auf ihren Wochenlohn und machten sich schließlich an die Staatsanwaltschaft vertrat Staatsanwalt Stachow II, die Ver- musikalischen Vorträge nicht veranstaltet hätten. Auch lägen öffentBerfolgung des Ausreißers, den sie denn auch glücklich stellten. theidigung führte Rechtsanwalt Dr. Ivers. Als Sachverständige liche Lustbarkeiten überhaupt nicht vor. Das Landgericht sprach die Vom Eintritt des Feierabends bis zu dem Zeitpunkt, wo sie waren Geh. Rath Professor Dr. Wittmad sowie mehrere Beamte Angeklagten frei, worauf die Staatsanwaltschaft beim Kammerendlich ihren Lohn erhielten, waren fünf Stunden verflossen. der Ober- Postdirektion geladen. gericht Revision einlegte. Das Revisionsgericht gab denn auch Für diese Zeit verlangten die sechs Gesellen von ihren UnterDer Angeklagte üdike machte bei seiner Vernehmung folgende der Revision statt und wies die Angelegenheit mit folgender hübschen nehmern je 3 M. Die Herren Steinke und Zimmermann Angaben: Es sei richtig, daß er den Hafer mit russischer Gerste ver- Begründung in die Vorinstanz zurück: In dem Stehenlassen hielten sich dazu nicht verpflichtet und verweigerten den Leuten das mischt habe. Es seien Zusätze von 5 bis 10 pet. gemacht eines unverschlossenen Klaviers in einem öffentlichen Lokale Geld, worauf es zur Klage beim Gewerbegericht kam. Die worden. Reinen" Hafer gäbe es überhaupt nicht im Handel, mir könne schon eine Veranstaltung musikalischer Vorträge gesehen Beklagten wandten ein, daß sie doch nicht dafür könnten, wenn der in Ausnahmefällen werde reiner Hafer gefät. Da russische werden, wenn ein Gast darauf spiele und wenn der Wirth das Bolier mit dem rechtzeitig erhaltenen Gelde durchgehe. Der Vor- Gerste denselben Nährwerth besize wie Hafer, so könne von einer Instrument habe geöffnet stehen lassen, um hierzu den Gästen Gefizzende Schmieder gab ihnen darauf folgende Rechtsbelehrung: Schädigung der Postbehörde keine Rede sein. Abgesehen davon, daß legenheit zu bieten. Dagegen sei es feine Veranstaltung des Wirthes, Die Geschäftsinhaber seien verpflichtet, den Lohn pünktlich auszuzahlen, die Anklage nur einen Gesammtschaden von etwa 8000 m. heraus- wenn sich einige Gäste eine Harmonika erst herbeiholten und dann widrigenfalls könnten die Arbeiter für die Wartezeit eine Entschädigung rechne, hätten die Angeschuldigten 12 000 m. billiger geliefert als der im Lokal damit Musik machten. Dulde jedoch der Wirth das verlangen. Werde die Auszahlung dem Polier übertragen, so sei dieser Vorgänger, und schließlich habe die Behörde eine Kaution von Harmonikafpiel, dann treffe ihn immerhin ein Verschulden und er Stellvertreter der Unternehmer. Für die vom Polier verschuldete 15 000 Mart hinter sich. Als die Submission ausgeschrieben sei dan verpflichtet, auch hierfür die Lustbarkeitssteuer zu entVersäumniß müsse der Arbeitgeber auffommen. Die Beklagten sollten sei, hätten sich die Angeklagten den vom Vorgänger gelieferten richten. die Kläger nur ruhig freiwillig entschädigen. Das thaten die Herren Hafer angeschen, und nachdem sie sich davon überzeugt Eine Versammlung des liberalen Banern Vereins denn auch. hatten, daß auch dieser Hafer mit Gerste vermischt war, hätten sie ,, Nordost", die in einem Dorfe bei Stolp in Pommern stattfand, Der Mützenmacher Salomon bot der Näherin Sch. 8 M. dementsprechend ihr Gebot gemacht. Ein Hafer, der 23 Kilo den war der polizeilichen Auflösung verfallen. Nach vergeblichen BeWochenlohn an, nachdem sie eine Woche bei ihm gearbeitet hatte. Neuscheffel wäge, lasse sich überhaupt nicht auftreiben, ganz un- schwerden flagte der Leiter jener Versammlung, Landwirth Richard Fräulein Sch. war damit nicht zufrieden, fie gab die Stellung auf möglich sei es im Jahre 1887 gewesen, als in Deutschland wegen Haffe, beim Ober- Verwaltungsgericht gegen den Reund verlangte im Klagewege 14 M. für die Woche, in der sie der Dirre nur ein leichter Hafer zu erzielen war. Wie bei allen gierungspräsidenten zu Köslin. Nach der öffentlichen Verhandlung gearbeitet hatte. Der Beklagte wandte ein, daß die Klägerin Submissionen sei auch im vorliegenden Falle seitens der Behörde war der Sachverhalt etwa folgender: Zu der Versammlung, zu der eine langsame Arbeiterin gewesen sei, die nicht mehr als uerfüllbares verlangt worden. besonders die kleineren Landwirthe eingeladen waren, hatten sich auch 8 M. beanspruchen könne. Beim Engagement sei über den Lohn In gleichem Sinne äußerten sich die Angeklagten Amelang und mehrere Großgrundbesitzer mit ihren Inspektoren und Knechten einnichts verabredet worden. Die Kammer II des Gewerbe- Bomborn. gefunden. Kaum hatte der Schriftsteller Brand, der Redner des Abends ,. gerichts verurtheilte den Beklagten, 12 Mark an die Klägerin zu Die Beweisaufnahme begann mit der Vernehmung des Ober- einen Vortrag begonnen, so ward auch offenbar, was die Großagrarier zahlen. Der Vorsitzende führte begründend aus, der Arbeiter roßarztes Giesede, welcher zur Abnahmekommission gehörte. Er herbeigelockt hatte. Die im liberalen Sime gehaltenen Ausführungen brauche, wenn beim Engagement kein bestimmter Lohn vereinbart meinte auch, daß man nicht so rigoros vorgehen dürfe, wenn der des Herrn Brand wurden fortwährend durch Zwischenrufe der sei, nicht mit dem zufrieden sein, was der Arbeitgeber mun gerade Safer mit einer geringen Menge vermischt sei. Es sei in der That Fendalen und ihrer Trabanten unterbrochen. Als ein Jnspektor geben wolle. Auch könne sich der Arbeitgeber nicht darauf berufen, absolut reiner Hafer kaum zu beschaffen. Bei der Abnahme habe Hoppe sich besonders hervorthat, rief ihm Brand zu:„ Wenn Sie daß der betreffende Arbeiter oder die Arbeiterin zu langsam er sein Hauptaugenmerk darauf gerichtet, daß der Hafer rein als nicht ruhig sind, fliegen Sie bald mit der Nase in den Schnee!" gearbeitet habe. Sei der Arbeiter in Fällen wie dem vorliegenden Futterkorn und als solches von tadelloser Beschaffenheit sei. Post Jezt entstand ein so furchtbarer Skandal, daß der Vorsitzende nicht mit dem angebotenen Lohn zufrieden, dann müsse der übliche direktor Schneider, der Vorsteher des Postfuhramts, befundet, daß die Versammlung vertagte. In demselben Moment löste er sich in betreff der Feststellung des Gewichts auf die Angaben der der überwachende Durchschnittslohn gezahlt werden. Gendarm die Versammlung auf. In Posthalterei- Vorsteher verlassen und den Hafer nur mit Auge und einem Bericht an den Landrath führte der Gendarm aus, es hätte Sind Lohukellner( Aushilfekellner) versicherungspflichtig Nase geprüft habe. Es sei ihm bekannt, daß Hafer stets mit etwas eine derbe Holzerci gegeben, wenn die Versammlung von ihm nicht nach den Bestimmungen des Invaliditäts- und Alters: Gerste vermischt sei und deshalb werde darüber hinweggesehen, wenn aufgelöst worden wäre. So habe Hoppe nachträglich erklärt, er set versicherungs- Gesetzes? Bisher hat in dieser Frage nie so recht der Prozentsatz ein nicht zu hoher sei. Dies sei mehrere Male der nur durch die Auflösung verhindert worden, Brand zu ohrfeigen. Klarheit geherrscht und in Reihen der Arbeitgeber als auch Arbeit Fall gewesen und dann sei die Lieferung zurückgewiesen worden. Der Gendarm führte den Lärm darauf zurück, daß Brand zu heftig nehmer gingen die Meinungen darüber auseinander. Selbst inter- Etwas Gerste sei auch in den Lieferungen der Vorgänger der geredet habe. Von der Anklage, den Gendarm beleidigt zu haben, pellirte Beamte der Versicherungsanstalten wußten bisweilen nicht Angeklagten vorhanden gewesen. Die Postbehörde habe sich ist Brand inzwischen freigesprochen worden. Das Ober Vergenauen Bescheid zu geben. Auf eine diesbezügliche Anfrage des nach diesen Vorkommnissen selbst gefragt, daß die den Haferwaltungsgericht hob die Beschwerdebescheide des Landraths und des Verbandes deutscher Gastwirthsgehilfen"( Ortsverwaltung Berlin) lieferanten auferlegten Bedingungen wohl auferlegten Bedingungen wohl zu schwer seien, Regierungspräsidenten zu Köslin auf und erklärte die Auflösung der ist diesem vom Vorstand der Versicherungsanstalt Berlin nachstehender es sei jetzt das Gewicht des Hafers auf 22 Stilo für den Versammlung für unberechtigt. Gründe publizirte Präsident Bescheid zugegangen: Neuscheffel herabgesetzt worden. Der Zeuge habe unter„ reinem" Bersius nicht. Anscheinend ist für das Gericht maßgebend gewesen, Personen, welche berufsmäßige Lohnarbeit verrichten, sind ohne Hafer auch solchen verstanden, der frei von Kehricht, Rade und an- daß die Versammlung schon vertagt war, als der Beamte ihre AufRücksicht auf die Dauer der Beschäftigung und die Höhe des Ver- deren lureinigkeiten fei. Die Hauptsache sei ein gutes fräftiges lösung aussprach. dienstes versicherungspflichtig nach Maßgabe des Invaliditäts- Futter für die Pferde und nach dieser Richtung sei an der Lieferung und Altersversicherungs Gesetzes vom 22. Juni 1889. Diese der Angeklagten nichts auszusehen gewesen. Die Kündigung des meier vom polnischen Turnverein Sokol in Bosen war angeklagt Vereinsrecht und Dolus eventualis. Der Vorsitzende FechtBestimmung findet auch auf die sogenannten Lohnkellner Vorgängers der Angeklagten sei erfolgt, um der Postkasse Ersparnisse worden, sich gegen den§ 17 des Vereinsgefeßes vergangen zu haben. Anwendung. Ob sie Montags Buzarbeit verrichten oder zuzuwenden und dies fei auch in Höhe von 14 000 m. jährlich Die Behörde machte geltend, Fechtmeier habe durch Annonce in fünf nicht, ist unerheblich. Unerheblich ist ferner, ob sie ob sie Lohn geschehen, obgleich die Pferde ebenso gut genährt seien wie polnischen Zeitungen zu einer öffentlichen Versammlung unter freiem empfangen oder auf den Bezug von Trinkgeldern angewiefen früher. sind. Die Verwendung der Beitragsmarken liegt demjenigen ArbeitProfessor Dr. Wittmad begutachtete, daß er in den Proben, Himmel aufgefordert, ohne im Besize der im§ 9 vorgeschriebenen geber ob, für welchen die Lohnkellner in der im Sinne des Gesetzes die nach Eingang des anonymen Briefes entnommen wurden, etwa polizeilichen Erlaubniß gewesen zu sein. Der Angeklagte führte danach Mitternacht von Sonntag zu Montag beginnenden Kalender- 25 pet. Gerste vorfand. Ueber den Nährwerth äußerte der Sach- sondern um ein Waldfest gehandelt habe. Sollte man aber darin eine gegen aus, daß es sich garnicht um eine öffentliche Versammlung, woche zuerst erwerbend thätig gewesen sind." verständige sich dahin, daß Erfahrung und Gewohnheit gelehrt hätten, daß bei uns im Norden der Hafer den Pferden zuträglicher sei als Gerste, Bersammlung unter freiem Himmel sehen, dann könnte er trotzdem denn der letzteren Getreideart fehle der Fettgehalt. Leider sei es in den sei. Er habe durch die Inserate nur die Mitglieder des Vereins nicht bestraft werden, weil das Fest tein öffentliches gewesen letzten Jahren Gebrauch geworden, eine Mischung von Hafer und Sofol" und deren Familienangehörige eingeladen, daran theilGerste vorzunehmen. Daß es einen absolut reinen Hafer nicht gäbe, zunehmen. Die Beweiserhebung ergab, daß sich auf dem Festplatz müsse er einräumen. Für die Verhandlung des Prozesses Grünenthal hat Land- Der Staatsantvalt hielt nicht für erwiesen, daß der höhere im Walde eines polnischen Gutsbejigers etwa 300 Personen eins gerichts Direktor Dr. Felisch zwei Sigungstage, den 21. und Prozentsatz, der in den entnommenen Proben gefunden wurde, auf gefunden hatten. Man hatte Bier mitgebracht und beluftigte sich aufs 22. 6. M., am Schwurgericht des Landgerichts Berlin I offen ge- die Thätigkeit der Angeklagten zurückzuführen sei, es tönne beste. Es wurde geturnt, Musik gemacht und sogar bei bengalischer Beeines eine bösartige Handlung leuchtung getanzt. Zurückgewiesen wurde niemand. Tanzen durfte, wer laffen. Da verhältnißmäßig wenige Zeugen zu vernehmen sind, Grünen- hier anderen vorliegen. wollte. Schöffengericht und Straffammer verurtheilten F. zu einer thal auch im großen und ganzen geständig ist, wird die Verhandlung Bewiesen sei mur, daß die Angeklagten 10 pet. Gerste zugejezt Geldstrafe. Sie waren der Meinung, daß ein solches Waldfest als wahrscheinlich in einem Tage zu Ende geführt werden können. Die Pragis, hätten, aber auch, daß sie annehmen durften, die Postbehörde werde Versammlung unter freiem Himmel anzusehen sei, und beide Gerichte bei der Verhandlung von Anflagen wegen Münzverbrechens die Deffent darüber hinwegsehen. Es fehle sowohl an einer Täuschung, wie an nahmen an, daß es sich um eine öffentliche Versammlung ge= lichkeit auszuschließen, dürfte in diesem Falle nicht playgreifen, da einer Schädigung der Postbehörde, und deshalb beantrage er die nahmen an, daß es sich um eine öffentliche Versammlung getommen ist und sie gefälscht hat, schon eingehend in der Oeffentlich- vers, führte noch weitere Gründe an, welche jede unredliche Absicht können. Nach den gerichtlichen Feststellungen hätten auch thatsächlich die Art, wie Grünenthal in den Besitz der 1000- Markscheine ge- Freisprechung der Angeklagten. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. handelt habe, weil niemandem der Zutritt verwehrt worden sei und fomit jedermann, auch Nichtmitglieder, daran hätten theilnehmen feit behandelt worden ist. Die Vertheidigung des Grünenthal hat der Angeklagten ausschließen müßten. Der Gerichtshof fällte nach viele Leute theilgenommen, die nicht Mitglieder des Vereins neuerdings neben Herrn Rechtsantvalt Henschel Herr Justizrath furzer Berathung ein freisprechendes Urtheil. gewesen seien und auch nicht zu den Angehörigen der Dr. Sello übernommen, die Bertheidigung der Angeklagten Golz In der Ertheilung von Singspiel- Konzeffionen ist der Mitglieder gehört hätten. Diesen Erfolg der Annoncen führt Rechtsanwalt Dr. Schwindt. Stadtausschuß in Berlin neuerdings sehr zurückhaltend. Die meisten hätte Angeklagter vorhersehen müssen. Fechtmeier legte Res Auch die letzte Sihung der diesmaligen Tagung des Schwur berartiger Gesuchsteller werden mit ihren Anträgen zurückgewiefen. vifion ein, berief sich auf Wortlaut der Annoncen gerichts währte bis um die Mitternachtsstunde. Auf der Anklage Auch der Lieder- und Walzerkomponist Frankl hatte dieses Schicksal, und betonte, er könne wegen Verlegung des§ 17 des Vereinsgefeges bant faßen die zwei jugendlichen Kurbelstepperinnen Stowers und als er sich um eine solche Konzession für ein am Kölnischen Fisch unmöglich bestraft werden, denn maßgebend müsse sein, daß durch Thiesdorf, sowie der Bräutigam der letzteren, Kurbelstepper markt zu eröffnendes„ Neues Theater American" bewarb. Er die Zeitungsanzeigen nur die Mitglieder und ihre Familienangehörigen Kohnert, die sämmtlich unbescholten sind und sich auf die schwere An- beschritt den Weg des Verwaltungsstreit- Verfahrens und in dem eingeladen worden seien. Daraus gehe hervor, daß man ein schuldigung des Meineids, der Verleitung zum Meineide und Anstiftung Termine vor dem Stadtausschusse drang Rechtsanwalt Dr. Schoeps öffentliches Fest nicht habe arrangiren wollen. Das zuun Meineide in wiederholten Fällen zu verantworten hatten. Das mit folgenden Ausführungen durch: Das Frankl' sche Gesuch sei anders Kammergericht wies jedoch die Revision zurück. Wenn auch Vorspiel der Auflage bildete eine Anklage wegen Verbrechens gegen feimendes Leben, die besonders verhandelt wird und vorläufig ver- zu würdigen als irgend eins der sonst an den Stadtausschuß ge- die Einladung durch die Zeitungen mur ergangen sei an die tagt ist. In diesem Verfahren sollen sich die Angeklagten mit dem langenden. Frankl sei Jahre lang Leiter des musikalischen Theils der Mitglieder und ihre Angehörigen, so ließen doch die fests Aufführungen des alten American- Theaters gewesen. Seine Absicht gestellten Thatsachen erkennen, daß der Angeklagte die Absicht Bräutigam verabredet haben,„ nichts zu fagen, wie es auch komme", gehe dahin, unter der Firma„ Nenes American- Theater" eine Singspiel- gehabt habe, weitere Kreise zu dem Feste heranzuziehen. Er habe und als die erste Angeklagte als Beugin gehört wurde, soll sie trotz bühne ins Leben zurufen, welche eine Fortsetzung des alten eingegangenen mindestens bewußt mit der Möglichkeit gerechnet, daß die ihrer Bereidigung diesem Mathe gefolgt sein. Die Verhandlung hatte American- Theaters bilden und eine Pflegstätte des Berliner Humors Bersammlung zu einer öffentlichen werden würde. Hiermit ſei der alle Gegenstand und gestaltete sich infolge dessen äußerst langwierig. Es in Wort und Gesang sein solle. Ein derartiges Unternehmen sei zur Dolus eventualis gegeben. Im übrigen habe der Vorderrichter wurden u. a. die Richter, die mit der Sache befaßt waren, und zahl- Beit nach Eingehen des alten American- Theaters nicht mehr vor- aus seinen thatsächlichen Feststellungen mit geschlossen, daß das Der Stadtausschuß erkannte diesen Grund als berechtigt reiche männliche und weibliche Arbeitskollegen der Angeklagten vernommen und es ergaben sich wiederholt recht naive Anschauungen der an und ertheilte die nachgesuchte Singspiel- Ronzeffion. Wegen Vergeheus gegen das Vereinsgeseh waren vom Angeklagten über die Pflicht, vor Polizei und Gericht die Wahrheit zu fagen. Staatsanwalt v. Jaraszewki beantragte das Schuldig Schöffengericht zu Pyritz drei Zimmerer, Bode und Genossen zu Gerichts- Beitung. handen. = Waldfest sich als eine öffentliche Versammlung inter freiem Himmnet darstelle. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Dienstag, 4. Oktober. Opernhaus. Die beiden Schützen. Die Jahreszeiten. Anfang 7/2 Uhr. Schauspielhaus. König Richard der Zweite. Anfang 7½ Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 72 Uhr. Berliner. Zaza. Anfang 7 1hr. Urania Taubenstr. 48/49. Täglich: Die Urzeit des Menschen. Invalidenstr. 57/62: Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Kunst- Schaubühne in der Urania, Invalidenstrasse No. 57. Mittwoch, 5. Oktober, ab. 8 Uhr: In den Ateliers Deutscher Meister. Parquet 1 M. Volks Theater im P CIRCUS BUSCH Dienstag, den 4. Oktober 1898, abends 71/2 Uhr: Elite- Abend. Welt- Restaurant Auftr. b. Sen. Franz Gebhardt, Dresdener: Straße 97. Novität! Täglich: Novität! Isabella. Reffing. Pamela. Anjang 7 Passage- Panopticum. Romische Oper von Franz von Suppé. Residenz. Frühlingswende. Hierauf: Eifersucht. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Schiller. Manerblümchen. Anfang 8 Uhr. Westen. Die Jüdin. Anfang 72 Uhr. Metropol. Das Paradies der Frauen. Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 72 Uhr. Thalia. Unser lustiges Berlin. 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Täglich abends von 5-10 1hr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Neu!! Neu!! Lebendig begraben!! Reichshallen. Stettiner Sänger Thalia- Theater. Anfang 8 Uhr. Passage Panoptikum. Spezialitäten Vorstellung. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Helmerding. Schiller Theater unter uniges Berlin. ( Wallner Theater). Dienstag: Manerblümchen. Mittwoch: Manerblümchen. Donnerstag: Manerblümchen. Freitag: Die Haubenlerche. Sonnabend: Zum 1. Male: Bartel Turaser. Central- Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha Große Gesangspoffe in von E. Sondermann u. Ch. Bischoff. Couplets von Alfred Bender. Musik von Curt Goldmann. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Novität! Täglich: Novität! Tantalus oder: Hungrige Liebe. Schwang in 1 Att v. Georg Kaiser. Neu! Neu! Neu! ober: Eine japanische Theehans: Das verschleierte Ballet Geschichte. Operette in 3 Atten von Owen Hall. Musit von Sidney Jones. Deutsch von C. M. Röhr und Julius Freund. In Szene gesezt von J. Ferenczy. Dirig. Hr. Kapellmstr. E. Goldmann. Kaffeneröffnung 1/27 Uhr, Anf. 1/28 Uhr. Morgen: Die Geisha. Metropol Theater. = Behrenstr. 55-57. Direktor: Rich. Schultz. Novität. Zum 32. Male: Novität. Das Paradies der Frauen. Jm 2. Bilde: Die Moden des Jahrhunderts. Jm 5. Bilde: Eva's Vermächtniß. Anfang d. Vorst. 1/28 Uhr, Ende gegen 11 Uhr. Morgen u. folgende Tage: Das Paradies der Frauen. Luisen- Theater 34. Neichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Jocko's Streiche Burleste in 3 Atten nach d. Englischen des James Carlisle v. W. Sallis. Jodo: Paul Herbig bom Apollotheater in Nürnberg ( als Gast. Mit grösstem Lacherfolge aufgeführt am Bolts- Theater in München und Apollo- Theater in Nürnberg. Morgen: Jocko's Streiche. Operetten Burleske von Stir. Musik von Noth. Ju Szene gesetzt von Otto Wendt. Gesammtauftreten des durchweg neuengagirten Künstler: und Spezialitäten- Personals. 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Brunnenstr. 16. Heute, Dienstag, den 4. Oktober cr.: Die beiden Waisen. Schauspiel in 8 Bildern v. Orenfort. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Morgen, Mittwoch: Wegen Privat: festlichkeit keine Vorstellung. Concerthaus. Leipzigerstr.No.48 Täglich: Soeben erschienen: ArbeiterOrts- Krankenkasse en: für das Barbier- Gewerbe. notizkalender 1899 Außerordentliche do General- Versammlung Geb. 60 Pfg.- Porto: 10 Pfg. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Rechte und Pflichten und Stellung der Arbeiter in Innungs- und Handwerkergeseh. Lohnjaylung und Lohnbeschlagnahme nach der Gewerbeordnung.- Was zahlt eine Arbeiterfamilie für Lebensmittel jährlich Stenern? Hängen- nnd Hohlmaße und Gewidhte der verschiedenen Länder im Vergleich zum metrischen Maße, bez. Kilogramm.- Vergleichende Münztabelle. Adressen der deutschen Gewerkschafts- Organifationen und Fabrikinspektoren unter Angabe ihrer Bezirke. Jährliches Wachsen der Militärnusgaben, der Reichsschulden und der Binspflichten von 1871-1899. Die Reichstagswahlen 1898 mit Angabe der Abgeordneten und der in jedem Wahltreise auf jede einzelne Partei abgegebenen Stimmen unter Betfügung der 1893 für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen.- Einnahme und Ausgabe Tabelle. Notiz Kalendarium für jeden Tag 2c. 2c. Der Kalender dürfte auch für 1899 seine Freunde befriedigen. Gegenüber den Zwangsinnungs- Bestrebungen ist die loffmann's Quartett- Darlegung des neuen BandwerkerHumoristen und gesehes von Robert Schmidt, als Mitglied der Reichtags- Kommission für Diesen Gefeßentwurf, angebracht und das Hauptintereffe dürften die tabelSchauspiel- Ensemble larischen Leberichten über die ReichsZum Schluß: Reichshallen. Der liebe Onkel. Täglich: Stettiner Sänger ( Meyfel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader). Anfang präzise 8 Uhr. Vorher: Konzert. Entree 50 Pf., Vorverkauf 40 Pf. Num. Balfon 75 Pf., Balton- Loge 1 M., Orch.- Log. 1,50 M., FremdenLoge 2 M. Tagesfasse 11-1 Uhr. 1 Pfd. Brot 50 Pfg. 5% 4 H. 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Für die überaus große Theilnahme, welche mir anläßlich des Todes und der Beerdigung meines lieben Mannes Julius Lissauer racht wurbe entgegengebracht wurde, sage ich allen Freunden und Parteigenossen innigen Dant. [ 13826 Martha Lissauer. Kranzbinderei u. Blumen61502* handlung von Robert Meyer, No. 2. Mariannenstr. No. 2. Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ballsträußchen, Bouquets 2c. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert Verloren v. Tempelhofer- Ufer bis Lantwigstr. 9 ein Portemonnaie| mit 2 Hundertmarkscheinen, I Fünfmarkschein, 10 M. Gold, divers. Kleingeld, 3 Spindlermarken. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen hohe Belohnung Lankwitzstr. 9 I. abzugeben. Für 36 Mark fertige feine Winter: Paletots nach Maß, für 30 Mart Hochfeine Anzüge nach Maß, für 8-12 Mart [ 60602* feine Hosen nach Maß. Riesenstofflager Krausenstr. 14. I( tein Laden). auf Theilzahlung 5888 Möbel J. Kellermann, Sonnabende 10. u. 17. Dezbr. frei Mandarinen- eue Jakobstr. 26. Deutsch. 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Folgende Werkstätten find hierzu eingeladen: Weise, Beuffelstr. 31; Thiemich, Thurmstr. 29; Mesche u. Co., 8wingliftr. 20; Martens, Thurmstr. 58. Wedding und Gesundbrunnen: im Lokale des Herrn Raabe( Kolberger Salon), Kolbergerstr. 23. Die Kollegen von Gebr. Schaar, Chausseestraße, find hierzu be fonders eingeladen. Schönhauser und Rosenthaler Vorstadt bei Wernau, Schwedterstr. 23. Eingeladen zu dieser Versammlung sind die Kollegen von Brunslow ( 1 Treppe): Düntel; Wichmann; Baldin; Opalsky; Große; Hohenfeld; Gallandi; Scheulz; von 4 Treppen Schalins fy; Brodmann; ferner die Kollegen der Werkstatt von Psillie, Putbuserftraße 19. Often und Nordoften: bei Mann, Strankbergerstr. 3. Tages Ordnung: 1. Bericht der Obmänner. Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. 2. WerkstattSüdoften: bei Rautenberg, Oranicuftr. 180. Obmann Meyer wohnt Wrangelftr. 23, II. Tages Ordnung: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Bericht des Obmanns der Kontrollkommission. 3. Werkstellen- Angelegenheiten. Jede Werkstelle ist verpflichtet, einen Delegirten zu entsenden. Süden: bei Krieger, Wafferthorstraße 68. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Gauger über: Die industrielle Reserve- Armee und die Vorschläge zu ihrer Beseitigung." 2. Diskussion. 3. Bericht der Kontroll Kommission. 4. Verbands: angelegenheiten. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen folgender Werkstellen eingeladen: Peters, Prinzenstr. 86; 2ade, Dieffenbachstr. 36; Richter, Boppstr. 4; Prüfer u. Celina, Brandenburgstr. 19; Weißmann, Dieffenbachstr. 36. Das Erscheinen sämmtlicher Kollegen ist nothwendig. Westen und Südwesten: bei zubeil, Lindenstr. 106. Die Kollegen folgender Werkstellen sind eingeladen: Händler, Bülowstr. 98; Körner, Kreuzbergstr. 7; Brä chtel, Krausenstr. 31. Modell- und Fabrik- Tischler im Vorstädtischen Kasino", Ackerstr. 144. V Die Kollegen der Firma Kapler, Prinzen Allee, werden ersucht, sämmtlich zu erscheinen. Musikinstrumenten- Arbeiter im Lokale des Herrn Zubeil, Lindenstraße Nr. 106. Tages Ordnung: 1. Die angehenden Ueberstunden und deren Abhilfe. 2. Werkstätten- Angelegenheiten und Verschiedenes. Der Tages- Ordnung wegen muß jede Werkstatt vertreten sein. Vertrauensmänner- Versammlungen der Drechsler Südosten und Westen: Oranienstr. 184 bei Mehner. Ergänzungswahl der Kommission. Besonders eingeladen sind die Kollegen von Marzahn, Bergmannstr. 91; Pfeiffer; Lausitzerstr. 43; Straus u. Co., Manteuffelstr. 60. Norden: Ackerstr. 145 bei Hoppe. Ergänzungswahl der Kommission. Osten und Nordosten: Koppenstr. 41 bei Mühle. Tages Ordnung in allen Versammlungen: Unsere Stellung nahme zur 8 wangsinnung. Besonders die Kollegen, welche bei Innungsmeistern arbeiten, sind verpflichtet zu erscheinen. Achtung, Rabikputer! 107/20 Dienstag, den 4. Oktober d. 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Den Mitgliedern des Vereins zur Kenntniß, daß sämmtliche Mit: glieds Bücher bis Ende September in Ordnung sein müssen. Sämmtliche Bücher sind an die Zahlstelle Robert Scheere, Blumenstr. 38, ab: zuliefern, wo dieselben vom Vorstande dem Zentralverbande der deutschen Brauer und verwandten Berufsgenossen behufs Umschreibung überwiesen werden. Es werden die Mitglieder gebeten, umgehend ihre Bücher in Ordnung zu bringen und dieselben an genannte Bahlstelle abzugeben. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Maurer Charlottenburgs! Mittwoch, den 5. Oktober d. J., abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokale Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Tages Ordnung: Maler! Privat- Schule für Dekorationsmaleret. Blumenmalen, Modern ( Englisch) etc. 10 Stunden wöchentl. Monat 10 M. Oskar Hüttel, Det. Maler. Beusselstr. 65. Anmeldungen: Sonntag 9-2, Mittwoch 7-9 Restaur. Robakowsky, Wiclefftr. 3( Ede Bredowstraße). Beginn: Anfang Oktober.[ 60962* Fahrräder. Stets großes Lager erstklass. 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Deffau Voltsblatt für Anhalt" Landstr. 38. ,, Vorwärts Berliner Volksblatt, Beuthstr. 2, SW. 19 Dortmund Täglich erscheinend. Wissenschaftliche Wochenschrift. " Die Neue Zeit." Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. Stuttgart, Furthbachstr. 12. Täglich erscheinende Zeitungen. Altenburg Altenburger Volkszeitung" Kunstgasse 12. Bant Norddeutsches Voltsblatt" Neue Wilhelmshavener straße 38. Bielefeld Volkswacht" Schulstr. 20. Bochum„ Volksblatt" Johanniterstr. 10. Brandenburg Brandenburger Beitung"," Märkisches Volksblatt", St. Annenstr. 33. gießerstr. 13. " IV. Quartal 1898. Dreimal wöchentlich erscheinend. Westfälische Volkstribüne" Lüdenscheid, Leipzig Correspondent für Deutschlands Buch druder und Schriftgießer", Seeburgstr. 3/5. Louisenstr. 7. Dresden Der Boltsfreund" Gerbergaffe 1. Falkenstein Bogtländische Boltszeitung", Anzeiger für Stadt und Land. Forst i. L. Märkische Volksstimme" Frankfurterstr. 11. Gotha Voltsblatt für die Herzogthümer Coburg und Gotha" Mohrenberg 7. Greiz Reußische Volts- Zeitung" Untere Silberstr. 1. Halberstadt Halberstädter Arbeiterzeitung" Batenstr. 37. Königsberg i. Pr.„ Volts- Tribüne" Knochenstr. 32 p. Offenburg i. B.„ Volksfreund" Kesselstraße 12. Rostock Mecklenburgische Volkszeitung" Hopfenmarkt 19. Solingen Bergische Arbeiterstimme" Kaiserstr. 29. Zwickau i. S." Sächsisches Volksblatt" Richardstr. 15. Wöchentlich zweimal erscheinende Blätter. " Braunschweig Braunschweiger Boltsfreund" Kannen- Aachen Aachener Voltsblatt" Kurhausstr. 14. Breslau Die Wahrheit" Neue Graupenstr. 5/6. Delmenhorst Delmenhorster Volksblatt" Bahnhofstr. 23. Bremen Bremer Bürger- Zeitung" Hankenstr. 21/22. Bremerhaven„ Norddeutsche Voltsstimme" Am Markt 6. Langenbielau„ Der Proletarier aus dem Eulengebirge" Breslau„ Volkswacht" Neue Graupenstr. 6. Caffel„ Voltsblatt für Hessen und Waldeck" Hohenthorstr. 2. Dortmund Rheinisch- Westfälische Arbeiter- Zeitung" Westenhellweg 120. Dresden Sächsische Arbeiter- Zeitung" 3wingerstr. 22. Düsseldorf„ Niederrheinische Voltstribüne" Graf Adolphstraße 43. Elberfeld- Barmen Freie Breffe" Kleine Klozbahn 10. Erfurt„ Tribüne" Futterstr. 7 p. Ober- Langenbielau, 2. Bezirk. Saalfeld Thüringer Volksfreund"( Thür. Waldpost) Rosmaringaffe 15. „ Thüringer Voltsblatt"( Schwarzburger Voltsfreund) Rosmaringasse 15. " Neustädter Volksblatt" Rosmaringaffe 15. Wöchentlich einmal erscheinende Blätter. Berlin Frankfurt a. M." Boltsstimme" Großer Hirschgraben 17. Bant„ Die Nord- Wacht" Neue Wilhelmshavenerstr. 38. Fürth Fürther Bürger- Zeitung" Königstr. 95. Gera Reußische Tribüne" Bichochern 54. Halle a. S.„ Boltsblatt für Halle" Geiftstr. 21. Hamburg Hamburger Echo" Gr. Theaterstr. 44. Harburg„ Volksblatt" Großer Schippsee 4 p. Hannover Volkswille" Burgstr. 9. Gazeta Robotnicza" Andreasftr. 78a. Braunschweig" Der Landbote" Rannengießerftr. 13. offen„ Der Bedruf" Brüningstr. 8a. 11 Hof„ Oberfränkische Volkszeitung" Lorenzstr. 23. Kiel Schleswig- Holstein'sche Volts- Zeitung" Bergstr. 11. Köln Rheinische Zeitung" St. Agatha 3. Leipzig Leipziger Volkszeitung" Mittelstr. 6/7. Ludwigshafen Pfälzische Post" Oggersheimerstr. 10. Lübeck„ Lübecker Volksbote" Johannisstr. 50. Lüneburg„ Lüneburger Volksblatt" Altstadt 20. Magdeburg„ Boltsstimme" Breiteweg 127. Mainz Mainzer Volkszeitung"( Hessische Boltsstimme") Margarethengasse 13. Mannheim Voltsstimme" R. 3, 14. München Münchener Post" und" Augsburger Volts: zeitung" Senefelderstr. 4 I. Nürnberg Fränkische Tagespost" Weizenstr. 12. Offenbach Offenbacher Abendblatt" Große Marktstr. 25. Saalfeld Saalfelder Boltsblatt" Rosmaringasse 15. Stettin Bolts- Bote" König Albertstr. 15. " Gießen" Mitteldeutsche Sonntags- Beitung" plaz 11. Halberstadt Sonntags: Beitung" Bakenstr. 37, Wöchentlich erscheinend. Altenburg Correspondent für die Arbeiter und Ar beiterinnen der Hut- und Filzwaaren Industrie", Wilhelmstr. 2, parterre. Berlin Die Ameise", Organ des Porzellan Charlottenburg, arbeiter Verbandes, : " " Marchstr. 22 I. Bildhauer- Zeitung", Neanderstr. 3. Ang. Fahr- Zeitung", Schützenstr. 58. Der Gastwirthsgehilfe", Jüdenstr. 36. " Der Steinarbeiter", Rirdorf, Steinmetzstr. 14. Bochum„ Deutsche Berg: und Hütten " arbeiter 8eitung". : Bremen Deutsche Böttcher- Zeitung", Langeftr. 100 I. Burgstädt Der Textilarbeiter", Marienstr. 285. Gotha Schuhmacher- Fachblatt", Mohrenberg 7. Hamburg" Correspondenzblatt der' Generaltommission der Gewerkschaften Deutschlands", Bollvereins- Niederlage, Wilhelmstr. 8 I. „ Der Arbeiter"( für Bau- und Hilfsarbeiter) Eilbeck, Konventstr. 5. „ Glück auf!"( für Former), Hamburg- Eilbeck, Konventstr. 5. " Der Grundstein"( für Maurer), St. Georg, Neue Brennerstr. 19 I. " Holzarbeiter- Zeitung", Eimsbüttel, Bismard Straße 10. Bruder Schmied", Uhlenhorst, Herderstr. 21, Haus 8 II. Fachzeitung für Schneider", Lehmweg 41 II. Vereins- Anzeiger für Maler 2c.", Barmbeck, Vogelweide 19. Der Zimmerer", Barmbed, Feßlerstr. 28 I. Kirchen- Leipzig Buchdruder Wacht", Mittelstr. 7. Leipzig Der Tabatarbeiter"( für Bigarrenarbeiter), Mittelstr. 7. Monatlich einmal erscheinend. Hanau Der Bauernfreund" Philipp Ludwigs- Anlage Wikblätter( Erscheinen alle 14 Tage). München„ Süddeutscher Postillon" Senefelderstr. 4. Stuttgart Der wahre Jacob" Furthbachstr. 12. Stuttgart Schwäbische Tagwacht" Furthbachstr. 12. Würzburg Fränkische Volfstribüne" Stifthaugerpfaffen- Hamburg gaffe 3. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. " essen der im Handels, Transport und Verkehrsgewerbe beschäftigten Arbeiter Deutschlands, C., Heiligegeiststraße 15, Hof part. " Die Einigkeit", Organ der Vertrauensmänners Bentralisationen Deutschlands, Dresdenerstr. 110 IV. " Die Gewerkschaft", Organ für die Interessen der Arbeiter in Gasanstalten und sonstigen städtischen Betrieben, Berlin 14, Neue Jakobstr. 26. „ Der Handels Angestellte", N., Schönhauser Allee 151. V Der Handels- Silfsarbeiter", Organ für alle im Handels- und Transportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter Deutschlands, C., Kommandantenstraße 25 I. „ Lederarbeiter 8eitung", N., Brinzen- Allee 90. " Sattler: und Tapezirer Beitung", N., Jn validenstraße 118. Allg. Steinfeger- Zeitung", NW., Waldenferstr. 18. ,, Solidarität", Organ aller im graphischen Berufe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, Chausseestraße 52. Braunschweig Barbieru. Friseur- 8eitung", Rosenhagen 5. Frankfurt a. M. ,, Neue Deutsche Dachdecker: Zeitung", Buchgasse 10. Hamburg Deutsche Bäcker Zeitung", Organ des Bäcker- Verbandes, Jdastr. 15/17. ,, Der Schiffszimmerer", Gilbeck, Konventstr. 5. " Gärtner 8eitung", Organ für die Interessen der Gärtner und ihrer freien Vereinigungen, Marktstraße 10, H. 1 p. Der " Handlungsgehilfen Blatt", Grindeĭthal 11. Kupferschmied", Eilbeck, Wandsbecker Chauffee 180 II. Der Seemann", Konventstr. 5. Hannover Der Proleterier"( für Fabrik: 2c. Ar= beiter und Arbeiterinnen), Burgstr. 41. Leipzig Reudnik Zeitschrift für Graveure und 3iseleure", Rohlgarten 30 I. Georg Wagner. „ Correspondenzblatt der Tapezirer", Ge meindeftr. 19 I. All love Pforzheim„ Der Golbarbeiter", St. Georgenstr. 50. Stuttgart Die Gleichheit", Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen, Furthbachstr. 12. Leipzig- Schfendit„ Graphische Presse", Schfeudik. Linden- Hannover Brauer Zeitung", Faltenstr. 29 II. Löbtau: Dresden„ Der Fachgenoffe"( für Glas, Porzellan u. Thonwaaren- Arbeiter), Reisewigerstr. 34. Berlin 9. Nürnberg Deutsche Metallarbeiter- Beitung", Weizen straße 12. " Offenbach a. M. Die Glaser- Beitung". Stuttgart Buchbinder- 3eitung", Heufteigstr. 30. Der Handschuhmacher", Gierstr. 21 II. Zwickau Glück auf!"( für Bergarbeiter), Rofen ftraße 25 II. " Monatlich dreimal erscheinend. Berlin Der Töpfer"( Fachblatt für Töpfer und Ziegler), Rosenthalerstr. 57. " " Monatlich einmal erscheinend. Der Bäder", Organ für die Interessen der Bäckergesellen Berlins und Umgegend, Klosterstr. 101. Correspondenz Blatt des Verbandes der im Vergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands", Chauffeeſtr. 43, 4 Tr. Der Bureau Angestellte", N., Arfonaplag 3 II. Deutscher Maschinist und Heizer", Organ der Maschinisten und Berufsgenossen Deutschlands, SO., Bücklerstr. 55. * Versammlungen. In der Versammlung der Zahlstelle 1 der Bau-, Erd. und Hilfearbeiter berichtete Gutsch, daß das Stiftungsfest mit einem Defizit von 69,60 M. abschließe. Nach den Berichten des Kassirers betrug die Einnahme im dritten Quartal 1495,26 M., die Ausgabe 1269,26 M. Schlüter wird, da er die Beleidigung gegen die Lohntommission öffentlich zurückgenommen hat, wieder zum Verein zugelassen. Sörig weist den ihm gemachten Vorwurf, er habe die Löhne gedrückt, mit Entschiedenheit zurück. Schließlich wird noch mitgetheilt, daß Böttcher rechts und Schönrock links der Spree als Spediteure des Fachorgans bestimmt sind. Illustrirte Unterhaltungsblätter. Obige Zusammenstellung veröffentlichen wir zu Beginn Alle 14 Tage erscheinend. jeden Quartals. In der Zwischenzeit sich ergebende AdreßBerlin Jn freien Stunden" Beuthstr. 2 SW. 19. Gr scheint in Wochenheften. Altenburg Einigkeit", Publikationsorgan für die oder sonstige Veränderungen bitten wir uns behufs VorDie Neue Welt" Große Theaterstr. 44. Gr deutschen Müller und Konditoren, Pfeffer- und Leb- merkung mittheilen zu wollen. Berlin, den 3. Oft. 1898. Der Parteivorstand. tüchler- Verbände, Mauergaffe 4b. scheint wöchentlich einmal. Etablissements zur Machtfrage für die gesammte Branche proflamiren. Partielle Bergarbeiter- Streiks sind auf der Grube MariDie Arbeiter der Piening'schen Gerberei waren in den Ausstand gehaye bei Lüttich und auf einigen Schächten bei Flénu austreten, weil sie sich die völlig unmotivirte Herabsetzung der Akford- gebrochen. In beiden Fällen handelt es sich um eine geringe Ersäze um mehr als 20 pet. nicht gefallen lassen wollten. Schon in höhung des bisherigen Lohnes, welche die Unternehmer nicht bewilligen Achtung, Bureau- Angestellte! Heute Abend 81%, Uhr findet den Verhandlungen des als Einigungsamt von beiden Seiten an wollten. in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20( großer Saal) eine öffent- gerufenen Gewerbegerichts hatte Herr Piening den krassesten Machtliche Versammlung statt, in welcher Herr P. Litfin über:" Die standpunkt des Unternehmers insofern hervorgekehrt, als er ZuBedeutung gewerkschaftlicher Vereinigung für die Bureau- Angestellten" geständnisse, die er der Lohnkommission der Ausständigen kurz nach und Herr G. Bauer über: Stellungnahme zu den Wahlen der Beginn des Streits gemacht hatte, zurücknahm und wörtlich Delegirten der Orts- Krankenkasse für die in den Geschäftsbetrieben erklärte:" Je länger der Streit dauert, desto der Anwälte, Notare, Gerichtsvollzieher, der Versicherungs- Gesell- weniger zahle ich und desto schärfere( 0) Be schaften 2c. beschäftigten Personen" referiren werden. Wegen der dingungen stelle ich". Seien innerhalb 24 Stunden( 1) Bedeutung der Tagesordnung bitten wir um zahlreiche Betheiligung. feine Vorschläge von den Streikenden nicht akzeptirt, so betrachte er fie als nicht gemacht und stelle noch niedere( 1) Säße". Dem Nachweis der Arbeitervertreter, daß in Hamburg z. B. beDie Bewegung der klassenbewußten Handlungsgehilfen deutend höhere Löhne in dieser Branche gezahlt würden, als in Deutschlands ist jetzt einen großen Schritt vorwärts gekommen. Elmshorn, begegnete Piening mit der Bemerkung, in Elmshorn fei Als vor zirka 10 Jahren die ersten Versuche einer Organisation die Wohnungsmiethe billiger, als in Hamburg, deshalb brauchten Der Schiedsspruch des der Handlungsgehilfen auf dem Boden der modernen Arbeiter- seine Arbeiter nicht soviel zu verdienen. Friedrichsfelde. In einer öffentlichen Maurer Ver= bewegung unternommen wurden, mußte man sich auf die Er Einigungsamtes, der im wesentlichen Piening's Standpunkt sich zu wurde denn auch von den Arbeitern in sammlung, die am 28. September hier tagte, referirte richtung lokaler Organisationen beschränken. Stärker und stärker eigen machte, Der öffentlicher Versammlung einstimmig abgelehnt. Und zivar Schulze- Berlin über die Lehren des letzten Maurerstreits. trat aber das Bedürfniß einer zentralen Organisation hervor. erste Handlungsgehilfen- Kongreß, der Ostern 1896 zu Berlin ftatt- war es weniger die Formulirung der Lohnfrage, welche die Zurück Am Schlusse seines mit Beifall aufgenommenen Vortrages fordert fand, erklärte fich im Prinzip für eine Zentralorganisation und beweisung der Vorschläge des Einigungsamtes herbeiführte, als der Um- der Redner die Anwesenden auf, den gegen das Koalitionsrecht ges auftragte die Agitationsfommission, die nothwendigen Schritte stand, daß der Schiedsspruch nicht die Maßregelung der Streifenden führten Kampf mit dem Massenbeitritt zur Organisation zu beantfür die Errichtung einer solchen zu veranlassen. Unglüdlicher- seitens des Fabrikanten flipp und flar ausschloß. Daraufhin faßte worten. Sodann wird die Gründung einer Zahlstelle Friedrichsfelde weise trat bereits Anfang 1897 eine Spaltung ein und eine Anzahl der Verein der Arbeitgeber der Lederbranche in Elmshorn den Be- des deutschen Maurerverbandes beschlossen. Den Vorstand derselben Tofaler Organisationen verschmolzen sich zu einem Zentralverband schluß, von Montag den 3. Oktober ab in den hiesigen Betrieben bilden: Gluve, Schmolte, Hebold, Schulz, Henschel der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, der seinen Siz teine Häute mehr einzuweichen und innerhalb 14 Tagen die und Dreke. Ferner wurde bestimmt, die Mitgliederversammlungen in Hamburg erhielt. Dem in Berlin erscheinenden Handels- Ange- älfte aller beschäftigten Arbeiter zu entlassen. jeden Mittwoch nach dem ersten des Monats, abends 8 Uhr, bei stellten" erstand ein Stonkurrenzblatt in dem Organ des Zentralverbandes. Der Beschluß wurde der Lohnkommission der Lederarbeiter in einem Mömber, Wilhelmstr. 10, stattfinden zu lassen. Mit einem Hoch auf Die drei größten lokalen Organisationen: Berlin, Dresden und München, Schreiben, das von den 16 Arbeitgebern der Lederbranche unter- das Gedeihen der Bahlstelle schloß der Vorsigende die gut besuchte und auch Stuttgart, hatten sich Hatten sich dem Zentralverbande nicht zeichnet war, zugestellt. Damit ist die Machtfrage aufgerollt und Versammlung. angeschlossen. Die Folge war, daß weder der Bentral- der Krieg in der fvivolſten Weise erklärt. Es ist gar keine Frage, Bildungsverein für Frauen und Mädchen in Nigdorf. Mits verband, noch die lokalen Organisationen sonderliche Fort- daß, wenn die Hälfte der Elmshorner Lederarbeiter anfs Pflaster schritte machten. Eine Vereinigung der verschiedenen Organi- geworfen wird, die andere Hälfte auch nicht ruhig weiterarbeiten glieder- Versammlung am Mittwoch, den 5. Oktober, abends 8 Uhr, bei Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über: Männer haben sationen wurde unumgänglich nothwendig. Im Juli dieses Jahres wird. In diesem Sinne wird eine zu Montag einberufene Leder- Christoph, Steinmetzstr. 54. teinen Zutritt. wurden von Berlin aus Einigungsverhandlungen eingeleitet, die am arbeiter- Versammlung zweifellos zu dem Unternehmer- Utas Stellung Frauenkrankheiten". Frauen als Gäste willkommen. Verein selbständiger Fensterputzer. Heute Abend: Sigung im Sonntag ihren Abschluß gefunden haben. Auf einer Zusammen- nehmen. funft von Vertrauensleuten aus Berlin, Dresden und München, sowie In Leipzig find die Klempner, Schlosser und Vereinslokal. Bureau Angestellte. Große öffentliche Versammlung: Heute Abend einem Vertreter des Zentralverbandes wurde vorgestern die Auf- Mechaniker der Acetylen Gasapparat Geselllösung der drei Freien Vereinigungen der Kaufschaft Prometheus in den Ausstand getreten. Sie fordern 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, großer Saal. Tagess lente" und der Anschluß an den Zentralverband diefelben Löhne und Arbeitszeit, wie sie von der dortigen Inmung ordnung: 1. Die Bedeutung gewerkschaftlicher Vereinigung für die Bureau beschlossen. Das Organ des Verbandes erscheint vom gewährt werden. 1. November ab in Berlin; der Redakteur desselben wird aus der Eine große Aktion war feitens der Mannheimer StaatsMitte der Berliner Kollegen gewählt. Mit dieser Verschmelzung ist eine einheitliche Organisation unter den wenigen klassenbewußten anwaltschaft gegen die dortige Boykottkommission, die anläßlich der Handlungsgehilfen endlich erreicht worden, und es ist kein Zweifel, daß legten Brauereiarbeiterbewegung dort in Thätigkeit getreten war, jetzt die sozialistischen Ideen unter den Handlungsgehilfen eine weitere eingeleitet worden. Sie sollte durch die Aufforderung zum Boykott Verbreitung gewinnen werden. Die Mitgliederzahl des Zentralverbandes verschiedener Brauereien und Wirthschaften groben Unfug" verübt ist infolge der Verschmelzung von 400-500 auf etwa 1000 gestiegen. Der haben. Eine ganze Reihe Spießbürger traten als Zeugen auf; sie Verband gewährt seinen Mitgliedern freien Rechtsschutz und Unter- behaupteten, beunruhigt zu sein, indem sie zu befürchten hätten, stützung bei Stellenlosigkeit; das Verbandsorgan wird gratis ge- nicht ruhig mehr ihren Schoppen trinken zu können. Half alles liefert. Bisher war es den im Reiche verstreuten sozialdemokrati- nichts! Der Gerichtshof stellte sich auf den Standpunkt, daß das schen Handlungsgehilfen schwer, sich für eine der bestehenden große Publikum nicht beunruhigt sei, für die Art der Verbreitung Organisationen zu entscheiden; aus diesem Grunde unterließen sie seien die Angeklagten nicht verantwortlich zu machen. Die Mit in der Regel einen Beitritt überhaupt. Nachdem eine Organisation glieder der Kommission sowohl als auch der Redakteur der„ Voltsgeschaffen ist, werden auch sie derselben beitreten und ihr damit einen stimme", der in seinem Blatte zum Boykott aufgefordert hatte, wurden neuen Zuwachs zuführen. Die Geschäftsstelle des Verbandes ist freigesprochen. Hamburg, Grindelthal 11. Der Streit der Steinmetzen und Steinschleifer bei der Firma Heinig in Rostock dauert fort. Der Stand des Streits ist für die Arbeiter günstig. Wird für Fernhaltung des Zuzuges gesorgt, muß die Firma die Forderung der Arbeiter anerkennen. Es sind noch zu unterstüßen: 3 ledige, 29 verheirathete Streikende mit 61 Kindern. 18 Steinmetzen sind abgereist und haben ander weitig Arbeit gefunden.. Dagegen wurden der Verfasser und Verleger eines BoykottFlugblattes zu 50 bezw. 25 M. Geldstrafe verurtheilt, weil angenommen wurde, die Angeklagten haben durch die Herausgabe desfelben das Verbot des vorher verausgabten Flugblattes umgehen ivollen. Eine Konferenz pfälzischer Gewerbegerichte, die in Lam brecht tagte, beschloß, darauf hinzuwirken, daß die Urtheile der Gewerbegerichte, wenn sie als Einigungsamt fungiren, für Unternehmer und Arbeitnehmer bindend sein sollen. Ausland. Ans Elmshorn wird uns geschrieben:" 8ur Aussperrung sämmtlicher Lederarbeiter Elmshorns scheint der Streit in der Piening'schen Gerberei führen zu wollen. Wieder liegt In der Baumwollen- Weberei von Gedde in Kopen der Fall vor, daß eine Unternehmerfoalition, hier die vereinigten hagen ist, wie uns telegraphisch mitgetheilt wird, ein Streit ausArbeitgeber der Lederbranche, die Lohnforderung der Arbeiter eines gebrochen. Angestellten. 2. Stellungnahme zu den Orts Krankenkassen- Wahlen. Referenten: P. Litfin und G. Bauer. namen. " Briefkasten der Redaktion. wird nicht ertheilt. Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Schriftliche Antwort Die juristische Sprechstunde findet während der Parteitags. 7. Oktober, abends von 7 bis 82 Uhr statt. woche am Dienstag, den 4., Donnerstag, den 6., und Freitag, den N. H. Es gab zwei verschiedene Kriegsminister mit denselben Familien: O. 2. Ohne weiteres, wenn bereits zwei überwachende Beamte vorhanden sind. 200 Ohligs. Ganz richtig, so sehen blödsinnige Verleumdungen aus. In der Mitte der 60er Jahre lehnten vielmehr Männer wie Karl Marx, Wilhelm Liebknecht und Robert Schweichel ihre Mitarbeiterschaft für die Nordd. Allg. Zeitung" und den Preußischen Staats Anzeiger" ab. Das sind geschichtliche Thatsachen, woran auch das stärkste Hornvieh nicht rütteln fann. Brief folgt. M. L., Marienburgerstraße. Könnte die Frau nicht einmal zu uns fommen? C. W., Dunckerstraße. Es tam in diesem Falle wohl mehr darauf an, daß der Schutzmann die Wahrheit beschworen hat, als barauf, wie er dies that. O. G. Vielleicht hilft Ihnen das Wöchnerinnenheim im Krankenhause am Urban. Blautoller. Die Angelegenheit ist am 1. Ottober auch von uns in der, Gerichtszeitung behandelt worden. S. 100. Vor etwa drei Jahren war unseres Wissens eine zeitlang eine Pferdebahn- Linie Kreuzbergstraße- Tegeler Chauffee eingerichtet. Busine Berliner 1.00% 02 Genossenschafts- Bäckerei ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht) Neue Hochstr.18 SchutzMarke. Telephon: Amt III Nr. 2931. Plan- Ufer 16. Arbeiter, Parteigenossen! Das Brot ist unstreitig das wichtigste Voltsnahrungsmittel; und doch wird der Art seiner Zubereitung und seiner Qualität von seiten der am meisten Brot essenden Bevölkerung den Arbeitern, wenig Interesse entgegengebracht. Im Jahre 1892 wurde in mehreren Volksversammlungen die Gründung einer Genossenschafts- Bäckerei beschlossen, um der Arbeiterschaft ein wirklich gutes Brot zu liefern. Die Hoffnung, die man auf dieses Institut gesetzt, erfüllten sich nicht. Da man auf diesem Gebiet zu wenig Erfahrung hatte, ging das Geschäft zu grunde. Wir Arbeiter, die wir in der Genossenschafts- Bäckerei gearbeitet, hatten aber die feste Ueberzeugung, daß bei richtiger Leitung eine Genossenschaft in dieser Branche wohl bestehen könnte und gründeten unter dem Namen Berliner Genossenschafts- Bäckerei eine neue Genossenschaft. Nach zweijährigem Bestehen können wir zufrieden sein. Denn durch eine streng reelle Bedienung unserer Kundschaft stieg unsere Produktion von 700 Stück Broten à 0,50 M. auf 3000 Stück täglich. Durch unseren großen Umsatz sind wir nicht nur in der Lage, allen in unserem Betriebe beschäftigten Arbeitern ein menschenwürdiges Dasein zu bieten, sondern können auch unserer Kundschaft ein Brot liefern, welches, was Güte und Schmackhaftigkeit anbetrifft, von keinem anderen Brot erreicht wird. Darum, Genossen, unterstützt uns durch Entnahme unseres Brotes dahin, daß wir in die Lage kommen, noch bedeutend mehr Arbeiter zu beschäftigen. Es arbeiten bis jetzt 19 Mann im Betriebe. Unser Gewinn kommt nicht einem einzelnen zu gute, sondern kann nur laut Statut zu Geschäftserweiterungen verwendet werden. Wir geben Euch das Versprechen, unser ganzes Können daran zu setzen, den ganzen Betrieb dahin umzuwandeln und zu vergrößern, daß ein jeder Genosse mit Stolz von dem Geschäft sagen kann: Es wurde von Arbeitern gegründet und es wird von Arbeitern geleitet und es geht alles gut. Namentlich Ihr Frauen, kauft in den Geschäften nur unser Brot, ein Versuch wird Euch überzeugen, daß Ihr, die Ihr auch mit jedem Pfennig rechnen müßt, von uns ein preiswerthes und namentlich gutes, reines Roggenbrot bekommt; jedes Brot trägt unsere Schutzmarke. Man achte genau darauf, weil vielfach versucht wird, minderwerthe Waare für unser Produkt zu verkaufen. In folgenden Geschäften ist unser Brot täglich frisch Der Vorstand. R. Kelm, Kassirer. K. Petersohn, Geschäftsführer. à 25 Pf., 50 Pf., 75 Pf. und 1,00 Mark zu haben: Norden. Ackerstr. 79, Freiberger. Ackerstr. 129, Tappert. Anklamerstr. 56, Jonas. Anklamerstr. 46, Griepentrog( liefert frei Haus). Antonstr. 31, 2aschofski. Wildenowstr. 6, Georg. Zehdenickerstr. 14, Löwe. Gesundbrunnen. Biesenthalerstr. 17. Tauzki, liefert frei Haus. Freienwalderstr. 21, Reetz. Brinzen- Allee 62-63, Tiez.. Prinzen- Allee 52, Stein. Nord- Osten. Wittstockerstr. 4, Köppen. Waldensenstr, 21, Drendel. Wilhelmshavenerstr. 59, Kröger. Zwinglistr. 16, Sels. Süd- Osten. Adalbertstr. 15, Noak. Adalbertstr. 21, Glaubig. Admiralstr. 19, Barnak. Böchstr. 49, Köppen. Brizerstr. 38, Müller. Naunynstr. 65, Krahel. Oppelnerstr. 42, enz. Oppelnerstr. 32, Werner. Ohingasse 6, Reich. Bücklerstr. 55, Remann. Brunnenstr. 61, Mah. Brunnenstr. 85, Lickke. Brunnenstr. 93, Körner. Buchholzerstr. 6, Stenigke Burgsdorfstr. 5, Drescher. Boyenstr. 8, Kroll. Christinenstr. 6, Degen. Chauffeestr. 104, Pawlikki. Demminerstr. 23, Rüffort. Diedenhofenerstr. 4, Blankenburg. Gartenstr. 148, Lehmann. Gartenstr. 157, Wellron. Gartenstr. 2, Buhle. Gartenstr. 54, Schulz. Gartenstr. 82, Nilius. Suffitenstr. 31, Scholz. Hochmeisterstr. 31, Dähne. Jasmunderstr. 20, Becker. Invalidenstr. 11, Prusch. Kastanien- Allee 49, Rösling. Röslinerstr. 11, Kuorr. Lorgingstr. 10, Nawrodt. Lottumsfr. 16, Peters. Müllerstr. 34, Pet. Müllerstr. 163a, Krüger. Müllerstr. 7a, Gleinert. Oberbergerstr. 44, Kaiser. Pappel- Allee 22, Masuch. Pantstr. 24b, Hensing. Reinickendorferstr. 46, Freier. Rheinsbergerstr. 22, Hübner. Ryteftr. 44, Muchnow. Saarbrückerstr. 31, Brenner. Swinemünderstr. 42, Oestmann. Swinemünderstr. 88, Stahn. Swinemünderstr. 104, Klemmt. Schliemannstr. 16, Brusch. Schwedterstr. 33, Dierte. Schönholzerstr. 16, Lühmann. Stralsunderstr. 64, Neumann. Straßburgerstr. 32, Hanneke. Strelitzerstr. 40, Matthies. Veteranenftr. 2, Löwe. Wollinerstr. 15, Kolofski. Weißenburgerstr. 26, Wiegand. Wedding 8, Blättermann. Wiesenstr. 15, Stolzenburg. Wiesenstr. 29a, August. Barnimstr. 46, Helfe. Barnimstr. 3, Rauer. Bödikerstr. 1, Parchen. Bödiferstr. 10, Parchen. Borsdorferstr., Genossenschaftshaus, Wendling. Fürstenwalderstr. 6, Rintisch, liefert frei Haus. Fruchtstr. 62, Leme. Georgenkirchstr. 12, Vogeler. Königsbergerstr. 11. Wittig. Hübnerstr. 7, Ewald. Hübnerstr. 2, Wulf. Langeftr. 96, Valleit. Liebigstr. 11, Nadau. Memelerstr. 23, Dannenberg. Memelerstr. 51, Schwalbach. Memelerstr. 50, Sommerfeld. Mühlenstr. 60, Parchen. Pallisadenstr. 21, Kind. Ballisadenstr. 54, Müller. Poſenerstr. 21, Glöthe. Petersburgerstr. 78, Kaufmann. Rüdersdorferstr. 18, Maak. Warschauerstr. 29, Wegemund. Borndorferstr. 52, Morit. Moabit. Benfselstr. 79, Kynaft. Beuffelstr. 9, Kroschinski. Beuffelstr. 29, Eichmann. Havelbergerstr. 15, Klatt. Suttenstr. 3, Schulz. Jagowstr. 17, Faul. Lessingstr. 32, Bartsch. Lübeckerstr. 8, Keul. Quizzowstr. 129, Schulz. Rostockerstr. 3, Franke. Rostockerstr. 5, Böhm. Rostockerstr. 26, Schulze. Rostockerstr, 46, Steputat. Siemensstr. 3, Windmüller. Salzwedelerstr. 9, Sachse. Sidingenstr. 2, Muchow. Stephanftr. 23, Pieper. Waldstr. 3, Hartmann. Wittstockerstr. 6 Unbehauen. Cuvryftr. 30, Sardeller. Cuvryftr. 32, Waalk. Cuvrystr. 22, Kriesel. Cuvrystr. 45, Helfer. Dieffenbachstr. 76, Berger. Reichenbergerstr. 162, Groß. Reichenbergerstr. 171, Klische. Reichenbergerstr. 149, Fischer. Reichenbergerstr. 72, Wittenberg. Neichenbergerstr. 142, Selfer. Reichenbergerstr. 123, Schlicht. Ratiborstr. 5, Dietrich. Ratiborstr. 1, Böttcher. Stalizerstr. 94 b, Hennig. Staligerstr. 28, Jonas. Staligerstr. 24a, König. Dieffenbachstr. 26, 3iefete, liefert frei Staligerstr. 66, Kerzel. ins Haus. Faldensteinstr. 29, Scholz. Faldensteinstr. 12, Mörife. Forsterstr. 21, Fiege. Gräfestr. 8, Blah. Gräfestr. 68, Fuhrmeister. Görligerstr. 72, Leppak. Görligerstr. 67, Donath. Görligerstr. 43, Winkler. Grünauerstr. 33, Bücher. Glogauerstr. 29, Andrä. Rottbuserstr. 18, Halfpap. Rottbuserstr. 11, Arbeiter Konsum: verein Befreiung. Rottbuser- Ufer 58, Petras. Rottbuser- Ufer 44, Faust. Rottbuser- Ufer 72, Purrmann. Köpnickerstr. 126, Legler. Stöpniderstr. 112, Weigel. Lausitzerstr. 20, Röhle. Lausitzerstr. 38, Chin. Liegnizerstr. 3, Görsch. Liegnigerstr. 39, Schulz. 12 Liegnigerstr. 15, Kästner. Lübbenerstr. 26, Müller. Mariannenstr. 33, Meier. Mariannenstr. 41, Schulze. Maibach- Ufer 4, Knuth. Manteuffelstr. 38, Sommern. Manteuffelstr. 4, Hamann. Manteuffelstr. 2, Schulz. Manteuffelstr. 68, Hennichend. Moskauerstr. 47, Meltzer. Moskauerstr. 49, Grimpe, liefert frei Haus. Neanderstr. 4, Herrmann. Naunynstr. 9, Fiedler. Naunynstr. 11, Günther. Naunynstr. 21, Hilger. Skalitzerstr. 126, Block. Sorauerstr. 2, Schwarzenstein. Sorauerstr. 29, Zolidau. Schönleinstr. 33, Zimmermann. Wendenstr. 4, Lange. Wilmsstr. 7, Amann. Wienerstr. 31, Jeratsch. Wrangelstr. 101, Engel. Wrangelstr. 109, Balkenholl. Wrangelstr. 22, Wilhelm. Wrangelstr. 119, Kurko. Wrangelstr. 14, Parchen. Wrangelstr. 75, Kndrak. Wrangelstr. 63, Beier. Wrangelstr. 68, Neumann. Urbanstr. 119, Menzel. Urbanstr. 124, Kahl. Urbanstr. 36, Berger. Rixdorf. Berlinerstr. 94, Busch. Berlinerstr. 14, Horst. Fallstr. 7, Homuth. Hermannstr. 230, Glaubig. Kopfstr. 18, Arbeiter Konsum- Ge: nossenschaft„ Befreiung". Kaiser Friedrichstr. 236, Morių. Kaiser Friedrichstr. 241, Manglus. Lessingstr. 32, Libscher. Lessingstr. 30, Homuth. Mühlenstr. 20 Wagner. Mahlowftr. 31, Göttleb. Bannierstr. 6, Duckert. Pannierstr. 53, Buchholz. Prinz Handjerystr. 48, Saffe. Wißmannstr. 48, Stoppe. Biethenstr. 30, Jahn. Straße 20 1, Kunst. Zentrum, Westen und Südwesten. Albrechtstr. 5, Neumann. Albrechtstr. 23, Bauer. Arndtstr. 26, Schmidt. Aleranderufer 5, Lane. Annenstr. 47, Utrecht. Alexandrinenstr. 44, Brose. Alexandrinenstr. 122, Marquardsen. Alexandrinenstr. 116, Arnholz. Alexandrinenftr. 35, Bischof. Alexandrinenstr. 39, Lenkeit. Kl. Alerauderstr. 10-11, Wittenberg. Besselstr. 4, Steinbis. Dennewigstr. 67, Walife. Dresdenerstr. 105, Wähnelt. Dresdenerstr. 51, Bading. Fischerstr. 9, Fischer. Fidicinstr. 16, Günther. Gitschinerstr. 80, Ninnemann. Grenadierstr. 15, Frijeke. Grenadierstr. 26, Löwe. Hollmannstr. 38, Kunert. Hollmannstr. 2, Ritzenhein. Heilige Geiftstr. 37, Werner. Sel. Hamburgerstr. 4, Genzmann. Jägerstr. 65, Ziersch. Neue Jakobstr. 5, Kretschmann. Kurfürstenstr. 172, Soife. Kaplerstr. 8, Guhl. Kaylerstr. 13, Brink. Linienstr. 111, Küter. Linienstr. 65, Geigals. Marienstr. 12, Schmidt. Markthalle Zimmerstraße, Stand 196, Krumpelt. Markthalle Lindenstraße, Stand 236/37, Scherzer. Blanufer 15, Freese. Planufer 76, Amon. Ritterstr. 19a, Suppet. Ritterstr. 14, Striefe. Soluftr. 18, Piste. Stallschreiberstr. 8, Hepprich. Steinmegstr. 52 b, Pfeil. Teltowerstr. 41, Mansfeld. Waterloo Ufer 9, Scherzer. Waterloo- Ufer 6, Döring. Willibald Alerissir. 16, Wusterhaus. Boffenerstr. 17, Purrmann. Boffenerstr. 37, Mig. Boffenerstr. 11, Nadke. Schöneberg. Apostel Paulkirchstr. 28, Gebert. Barbarossastr. 8, Busche. Belzigerstr. 62, Katmaret. Belzigerstr. 3, Manglus. Gleditschstr. 26, Windmüller. Golzstr. 39, Buts. Gothenstr. 31, Horn. Gothenstr. 28, Wirthschaftsverein Schöneberg. Hauptstr. 7, Weile. Herbertstr. 3, Werner. Sohenfriedbergstr. 7, Hannemann. Soburgstr. 15, Weile. Koburgstr. 5, Ehring. Kaiser Friedrichstr. 12, Müller. Kaiser Friedrichstr. 4, Schulze. Kaiser Friedrichstr. 6, Laßmann. Kolonnenstr. 38, Hoffmann. Kyffhäuserstr. 15, Pommerente. Kyffhäuserstr. 17, Mosch. Merseburgerstr. 3. Gerecht. Nollendorfstr. 38, Schiller. Pallasstr. 13, Kablik. Sedanstr. 14, Paul. Siegfriedstr. 9, Sernau. Stubenrauchstr. 2, Steinbach. Nene Winterfeldstr. 51, Linke. Biethenstraße, Weichert. Charlottenburg. Bleibtreustr. 5, Gertig. Goethestr. 37/38, Kliemte. Keithstr. 5, Maier. Kleiftstr. 5, Lukas. Kantstr. 55, Röder. antstr. 109, Sauermann. Kaiser Friedrichstr. 61, Reimann. Maaßenstr. 34, Sump. Bestalozzistr. 100, Binneweiß. Pestalozzistr. 11, Mende. Pestalozzistr. 17, Müller. Pestalozzistr. 30, Gudat. Pestalozzistr. 23, Rehfeld. Potsdamerstr. 31, Schimmat. Potsdamerstr. 19, Wunsch. Potsdamerstr. 3, Simon. Sophie Charlottestr. 27, Marth. Spreestr. 2, Grosch. Schlitterstr. 67, Prenk. Schlüterstr. 69, Höft. Schillerstr. 98, Krüger. Schillerstr. 94b, Rönnebek. Schillerstr. 92, Pierow. Straße 6a, Wend. Wallstr. 62, Schulze. Wielandstr. 65, Noat. Weimarstr. 32, Bas Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin.