10 Juli 1924. gskrieg, Erober paren die reinen nur ein bisserl be Ein Bur selben 3e ieb die Wiener A Red Bevor das Bolt Preich, wo es nach de Gewicht vielleicht in nte, sprechen hätte Umfang Tagesree8795. Nachtredaktion: 6797. Postscheckanut: 57544. Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlah. 4. Jahrgang. Soz demokrat Zentralorgan der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Der Häuptling der Nationalsozialisten. Die, deutsche nationalsozialistische Partei in der Tschechoslowakei ist nur eine Filiale, die ihr Hauptunternehmen in Deutschland hat und deren Zentrale sich in München befindet. Auch die Knirsch, Jung, Pazel und Simm sind nur Unterführer, sozusagen Feldwebel, während die Generalstäbler der Partei als ihren Feldherrnhügel die bayrische Biermetropole erwählt haben. Ihrer subalternen Stellung sind sich die hiesigen hakenkreuzlerischen Unterläufel auch bewußt, denn unmittelbar nach Beendigung des Hitler- Prozesses begaben sich die Abgeordneten Jung und Simm in das Mekka des Nationalsozialismus, nach München, um dort den Hoheiten Hitler und Ludendorff die ergebenste Huldigung der„ sudetendeutschen Gesinungsgenossen" zu Füßen zu legen. Früher einmal, ehe sie in das Lager Hitlers eingeschwenkt war, hatte die nationalsozialistische Partei zeitweilig den Ehrgeiz, auch eine, wenigstens sozusagen Arbeiterpartei" zu sein, sie suchte ihren proletarischen Charakter zu betonen und wollte sogar immer um einige Grade sozialistischer sein als die Sozialdemokratie. Sie verlegte sich darauf, der Sozialdemokratie, wenn auch nicht deren überzeugte Anhänger, so doch wenigstens ihre Mitläufer aus den und ganzindifferenten Arbeiterschichten abzujagen. Es ist nicht so lange her, daß die deutschen Nationalsozialisten bei uns mit den Kommunisten im Rufen nach Herstellung einer sozialistischen Einheitsfront" fonfurrierten, und unsere Partei mußte den Herrschaften sehr energisch zu verstehen geben, daß sie mit Deutschgelben, aud) wenn sie sich hundertmal Sozialisten" nennen, feinerlei Gemeinschaft eingehen könne. Bald darauf siegte bei den Nationalsozialisten die Strö mung, die dahin ging, aus der Arbeiterpartei" schlechthin eine„ Volksgemeinschaft" zu machen, die allen Klassen und Ständen offenzustehen habe. Die Hitlersche Bewegung war nämlich für die deutschnationale Reaktion eine Hoff nung geworden, in deren Gefolgschaft sich zu begeben, den Jung und Knirsch viel verlockender und aussichtsreicher erschien, als Arbeiterpartei" zu spielen. Nach dem Kriege gab es so viele, deren wirren politischen Vorstellungen die anderen Parteien nicht genügten, entwur zelte Eristenzen, Studenten, entlassene Offiziere u. a., daß sich eine schöne Gelegenheit bot, durch Heranziehung dieser Elemente „ Massenpartei" zu werden. Die Firmentafel der Arbeiterpartei" wurde heruntergeholt und aus der Partei wurde nach Münchener Muster eine Volksbewegung" gemacht, in der alle Mallontenten, Rückwärtsgewandten, Abgetakelten und Abenteurer, die bei der Wiederherstellung der alten Zustände profitieren wollten, zusammenströmten. Hitler wurde der oberste Häuptling dieserHeerscharen und Ludendorff der militärische Feldherr der Bewegung, welche die deutsche Republik stürzen, die Arbeiterbewegung vernichten, Frankreich besiegen, die Tschechoslowakei und noch ein paar Dörfer erobern sollte. Samstag, 19. Juli 1924. Fortschritte in London. Der wirtschaftliche und militärische Räumungsplan im Vordergrunde. London, 18. Juli.( A.R.) W wohl die Ausschüsse der interalliierten Konferenz ganz befriedigende Fortschritte machten und machen, haben ihre Arbeiten bisher nicht das Stadium erreicht, in welchem die Ergebnisse veröffentlicht werden Die Ausschüsse haben folgendes Vorgehen augenommen: Ihre Berichte entFönnten. halten verschiedene Empfehlungen, die der Penarsißung der Konferenz zur Diskussion und Annahme vorgelegt werden müssen, bevor ih endgültiger und genauer Text zur Veröffentlichung geeignet ist. Der erste und dritte Ausschuß tagte auch heute; der zweite Ausschuß wird morgen vormittags zusammentreten, um sich dem Vernehmen nach mit französisch- belgischen Plane für die wirtschaftliche Räumung Ruhrge bietes zu befassen. Abschriften dieses Planes wurden heute den Delegierten der übrigen Nationen übergeben, um die Diskussion in der morgigen Ausschußßißung zu erleichtern. Wie die„ Times" berichten, ist der Bericht Seydoux über die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebietes, der heute vormittag der Zweiten Kommission vorge legt werden soll, in sehr entgegenkommender Form gehalten, besagt aber, daß es in seinem zweiten Punkt für Frankreich ein Mindestmaß der Zugeständnisse gebe. Das ganze französisch- englische Eisenbahnpersonal könne aus dem besetzten Gebiet nicht zurückgezogen werden. 600 bis 1000 Beamte müßten zurückbleiben, um für den Fall eines deutschen Eisenbahnerstreits die völlige Isolierung ter französischen Streitkräfte zu verhindern oder im Falle einer Erneuerung der Besehung als Stammtruppen zu gelten. Der diplomatische Korrespondent des Daily Chronicle" glaubt, daß sich die Ausfichten auf eine erfolgreiche Beendigung der Konferenz gestern beträchtlich vers mehrt haben. Nicht ein einziger Delegierter teile den Pessimismus, den gewisse auf Sensationen bedachte Pariser Blätter zur Schau tragen. Die englischen Delegierten in der Rommission für Einhaltung der Verpflichtungen und nicht für die Sanktionen fordern, daß fünftighin Belüffe in wichtigen Fragen einmütig und ein wichtigen Fragen ein mütig und nicht von einer Mehrheit gefaßt werden. Sie wollagen vor, daß der Generalzahlungsverwalter und die Bevollmächtigten die Art und Schwere eventueller nicht eingehaltener Verpflichtungen vor ihrer offiziellen Konstatierung beurteilen sollen. Reuter zufolge ist eine Regelung getroffen worden, nach der bei den folgenden Plenarfißungen der Konferenz die Verireter der Dominics anwesend sein werden. Man nimmt an, daß die Konferenz nicht länger als zehn Tage dauern wird. erwartet. Die nächste Plenarsihung der Konferenz wird für den Anfang der nächsten Woche Drei Borschläge. Paris, 18. Juli. Der Matin" verzeichnet| Der Treuhänder sollte nach dem englischen die beiden Hauptunterschiede in dem im ersten Vorschlage ein Engländer sein. Der„ Matin" beExpertenfomitee vorgebrachten Projekte. Veretti merkt dazu, daß der amerikanische Vertreter 20bella Rocca habe folgenden Text vorgeschlagen: gan einen Vermittlungsantrag gestellt " Im Falle einer von der Reparations habe, welcher vom französischen Standpunkte aus tommission festgestellten Befehlung annehmbar erscheint. Deutschlands werden die Regierungen übereintommen, angemessene und wirksame Santtionen zu ergreifen, damit die nor male Ausführung des Dawesplanes gesichert und die Interessen der Geldgeber gewahrt blei ben, sowie um einen Ersatz für den durch die Alliierten erlittenen Schaden zu gewähr= leisten." Snowden hat den französischen Text a bgelehnt und einen eigenen vorgeschlagen, worin es heißt: Seine die wirtschaftliche Einheit des Deutschen Reiches betreffende Maßnahme wird ergriffen, bevor der Generalzahlungsverwalter und der Treuhänder nach gemeinsamen Uebereintommen tonstatiert haben, daß eine flagrante Berfehlung Deutschlands vorlicgt." Der Berichterstatter des„ Matin" hatte mit Owen Young eine Unterredung, in welcher der amerifanische Erverte erklärte, daß die fünftigen amerikanischen Geldleiher verlangen: 1. daß mit dem Deutschen Reiche ein freies Uebereinkommen abgeschlossen werde, Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich. vierteljährlich Kč 16.48." halbjährig " ganzjährig 96.192." Rüdftellung von Manu( telpten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich früb. Nr. 169. ner an das Auswärtige Amt telephonieren ließ. dem deutschen Friedensangebot sollten die 14 Punkte des Präsidenten Wilson zu Grunde gelegt werden( in denen u. a. Polen der Besiz jämtlichen polnisch sprechenden Gebietes und der freie Zugang zum Meer zugesichert war, was praktisch für Deutschland den Verlust des polnisch sprechenden Ostens, eines großen Teiles von Westpreußen und Danzig bedeutete. So hat Ludendorff das deutsche Volk unüberlegt in die Situation gestürzt, mit dem Gegner in legter Stunde und um jeden Preis verhan deln zu müssen, was ihn nicht hinderte, hinterher andere, die an Stelle der Generale die Waffenstillstandsverhandlungen führen mußten, zu beschimpfen. Als sein Spiel verloren war und der militärische Zusammenbruch erfolgte, überließ er die Liquidation dieser Katastrophe freundlichst anderen und flüchtete u falschem Namen ins Ausland. Obwohl fein ❤ noch so reaktionären General in der ganzen Revolutionszeit ein Haar gekrümmt wurde, hielt es der tapfere Ludendorff für notwendig, unter falschem Namen und mit blauer Brille jeine teuere Person im Ausland in Sicherheit zu bringen. Aber auch dann hielt die nationalsozialistische Exzellenz ihre Rolle noch nicht für ausgespielt. Als politische Desperados unter Kapps Führung einen Gewaltstreich gegen das Deutsche Reich unternahmen, war Ludendorff wieder zur Stelle. Er erschien in voller Uniform am Brandenburger Tor-- ganz„ zufällig", wie er später versicherte, als der" Gewaltstreich miẞlang, und er beteuerte, nur ein harmloser Spaziergänger gewesen zu sein. Wieder flüchtete er unter falschem Namen, er hatte darin bereits Routine, in die Ferne, diesmal nach Bayern. Wie noch in jeder Situation, wenn es galt, seinen Mann zu stellen, dieser General ausgefniffen war, so tat er es auch beim Münchener Novemberputsch. Wieder versicherte er mit treudeutschem Augenaufschlag, daß alles nur ein Mißverständnis gewesen sei, daß er eine unschuldige Lilie sei, und daß es ihm gar nicht eingefallen wäre, eine Revolution machen zu wollen. Vor dem Putsch hatte Hitler angekündigt, es werde feiner von den Führern, wenn das Unterneh men feinen Erfolg haben sollte, den Tag überleben, doch am nächsten Tage waren Hitler wie Ludendorff darin einig, daß es doch besser sei, zu leben als für ihre Idee" zu sterben. Das ist der Mann, den die Nationalsozialisten wie eine Reklamefigur vor sich herschieben, in der richtigen Spekulation auf die Untertanenseligkeit und den Servilismus weiter deutscher Volkskreise vor Erzellenzen und 2. daß jedwede fremde Interven Generälen. Ludendorff erwies sich sehr vertion in Deutschland ausgeschlossen sei wendbar: er wetterte ebenso überzeugt gegen und den Imperialismus wie gegen die Arbeiter3. daß die Garantie gegeben ist, daß die schaft, gegen Juden wie Seleritale, gegen für den Dienst der Anleihe beſtimmten Ein- Anhänger der Verfassung wie deren Feinde, künfte nie beschlagnahmt werden wenn sie die Verfassung anders brachen, als er sie brach. In allem ist er der allein Gescheite. der einzig wahre Jakob. Gegen Hitlers Willen hat er die Partei in die Bahnen einer parlamentarischen Partei gelenkt, und nun hat der Gegensatz zwischen ihm und Hitler dazu ge= führt, daß Hitler ins alte Eisen_geworfen fönnen. Er hat hinzugefügt, daß das Reparationsproblem auf diese Weise technisch gelöst werden könne, ohne daß die Interessen Frankreichs berührt werden. Partei geworden ist. Von Hitler zu Luden- Spieler alles auf eine Karte setzte, bei der wurde. Ludendorff aber ist der Sieger geAlles schien gut zu gehen, bis zum Mün- dorff, das scheint kein großer Schritt zu das deutsche Volk alles verlor und unsägliches blieben, er wird von nun an die Partei fühchener Novemberputsch, der ebenso an der über- sein, aber es drückt doch die Tatsache aus, daß Leid und Elend auf sich nehmen mußte. Es ren, ihr seinen Geist Eren, ihr seinen Geist man verzeihe das legenen Strategic Ludendorffs scheiterte, wie die Partei auch den letzten Schein einer Ar- war derselbe Ludendorff, der heute das Blaue harte Bort! aufdrücken, die Bewegung zur daran, daß eine Gruppe der deutschnationalen beiterpartei" aufgegeben hat, und daß in ihr vom Himmel schwindelt, der damals in den Verdummung und Versklavung des deutschen Recken die andere zu übertölpeln suchte. Seit die bürgerlich- monarchistischen Elemente voll- entscheidenden Kriegstagen völlig die Herrschaft Volkes kann jeßt erst recht Fortschritte machen. her ist der Stern des Hakenkreuztertums stän- ends die Oberhand gewonnen haben. über seine Nerven verloren hatte, so daß er So meinen wenigstens die, die Ludendorff auf dig im Sinten. Nun kam vor einigen Tagen Ludendorff als Häuptling der National- mit dem Waffenstillstandsangebot wartete, bis den Schild gehoben haben. Es wird sich aber die Kunde, daß aus der Firma Hitler, Luden- sozialisten das ladet ein, ihn den Prole- es zu spät war und bis er den politischen Be zeigen, daß diese buntscheckige Gesellschaft von dorff u. Co., die so lange die stolze Hoffnung tariern, deren Unaufgeklärtheit ihnen noch hörden des Reiches erklären mußte: 48 Stun- Landsknechten, verkrachten Existenzen, politiunserer Deutschgelben war, Hitler gestrichen immer die nationalsozialistische Partei als den kann die Armee nicht mehr warten!" Erichen Strebern und Hohlköpfen eine Blase ist. worden und die Führung der Partei völlig auf Arbeiterpartei" erscheinen läßt, vorzustellen. war es, der am 28. September 1918 die jo die eines Tages mit Gestank zerspringen muß. Ludendorff übergegangen sei. Formell hat Daß er an die Spiße der Nationalsozialisten fortige Stapitulation verlangte, der am 1. Of. Die nationalsozialistische Partei wollte einst Ludendorff nach Hitlers durchaus nicht frei- gelangt ist, liegt daran, daß ihn, den großen tober unangemeldet zum Kaiser hereinstürmte eine Arbeiterpartei sein, heute ist sie auf Luwilligem Abgang an dessen Stelle wohl den Feldherrn", die Partei als Aushängeschild und diesen anschric, warum das neue Kabinett dendorff als den Führer gekommen. Er wird völkischen Landtagsabgeordneten Strasser in verwendete, doch bei näherer Betrachtung zeigt( Mar von Baden) noch nicht gebildet sei, das sie ebenso ruhmreich zum Siege führen, wie er die Reichsführerschaft" berufen, aber niemand es sich, daß gerade Ludendorff als Feldherr Friedensangebot müsse noch am gleichen Tage das deutsche Volk dazu führte, das ihm seine wird zweifeln, daß nun Se. Exzellenz" der versagt hat, weil er den Krieg nicht rechtzeitig heraus. Ludendorff wiederum war es, der am Verelendung und Versklavung zu danken hat. alleinige Führer der nationalsozialistischen zu beenden wußte und wie ein Vabanque- 2. Oktober durch den Legationsrat von Lers Beife 2 1924. 18. Juli m Hori Reaktionäre und Kommunisten gegen das Kabinett. Von unserem Pariser Korrespondenten. Ich schilderte Ihnen in meinem Teßten Briefe[ neuen Mann. Einst unterschied Chateaubriand Die zukünftige Ta Der Pranger für die Kriegsheker. Wie die Duger„ Deutsche Volksstimme" die sozialdemokratischen„ Friedens. schwärmer" verhöhnte, wie sie den alten lieben Herrgott" gegen die serbischen Schweine" um Hilfe anriefen, wie sie Frankreich„ beerben" wollten und wie Herr Knirsch freiwillig ins Feld zog. die Schwierigkeiten der Situation Herriots, zwischen einer Gewissensopposition und einer zonte auf: Die Einight zu erwerben, fich gnd der der im Feuer der Nationalisten und systematischen Opposition und versicherte, daß nur Sozialisten zu zerbrechaus der Natur ber jorität, Sommunisten steht. Wenn Sie die letzten diese in der Politik wirksamt wäre. Bisher hat Zentrum und Linke unen. In diesem Bursalieren. Kammerberichte gelesen haben, haben Sie fest- Herriot weder in der Kammer noch im Senat Ohne irgend etwas wie deutschen Unfallgiffem zu stellen tönnen, daß ich nicht übertrieben habe. Die eine systematische Opposition vor sich gehabt. Hier opfern, wird sich ustach der Statistit des gh bea Alle Augen find augenblicklich auf die Non- Tattit der Gegner ist sehr einfach: Es handelt sich wie dort haben seine Gegner sogar für ihn ge- mühen, diese Tattit reigneten sich in diesem den ferenz in London gerichtet. Wird sie besser gelingent, als die vorhergehende? Wird sie endlich die darum, mit allen Witteln die Kammer vom stimmt. Aber schon verkünden mehrere Zeitungen, Sieg vom 11. Mai zer Unfälle, davon 640 or er 11. Mai zu diskreditieren und zu beweisen, daß so der„ Temps", daß man endlich dieses Doppel- seine Früchte getragen 17.000 mit bouembere. französisch englische Uebereinstimmung über das spiel aufgeben müsse. Problem des Dawesplanes verwirklichen? Wird, fie das parlamentarische System schände. Diese Taktik wurde schon anläßlich der letzten so wie es das Foreign Office in seiner Einladung Debatten über die Amnestie im großen angewen an Jtalien und Belgien ausspricht, Deutschland zur Verhandlung zugelassen werden, um mit den det. Das Projekt der Majorität und der RegieVerbündeten zu diskutieren, anstatt blog- wierung war gleichzeitig hochherzig und flug. Man wollte Frieden und Vergessen schaffen, ohne vor fünf Jahren ein von den Alliierten präjemanden zu provozieren oder zu verwunden. Gefentiertes Dokument zu unterzeichnen? Alle diese Fragen werden vielleicht schon zum Teil beantrade das aber wollte die Opposition nicht, sie wollten um jeden Preis einen Standal haben. wortet sein, wenn Sie diese Zeilen lesen. Einerseits schützte der Bloc national vor, daß die Es ist wohl faum notwendig, zu betonen, daß Amnestie nichts anderes als eine politische Opera die sozialistische Partei Frankreichs, welche offen tion zum Zwecke der Rehabilitierung Caillaug, für die Zulassung Deutschlands auf der Londoner Malvys und anderer Verräter des Vaterlandes Konferenz eintritt, den Verhandlungen einen fei. Sie beuteten in zynischer Weise die Toten und Die Deutsche Arbeiterpartei", fie von vornherein verwünschen. Wenig fehlte öffneten die Kommunisten eine wüste demago- Nationalsozialisten", entfachten selbstdazu, und die Zusammenkunft der Alliierten, die gische Hezze, verlangten laut schreiend eine unverständlich, nachdem sie jahrelang strupellos in Chequers beschlossen wurde, wäre zerschlagen mittelabre Amnestie ohne jeden Vorbehalt für zum Striege gehetzt hatten, nach dessen Ausbruch worden. MacDonald und Herriot haven in den alle Deserteure und für verschiedene andere Uebel- eine glühende Surraſtimmung. Feig und doplezten Wochen wirklich die hinterliſtigsten Angriffe täter; was die Eisenbahner des Streits vom pelzüngig erklärte die„ Deutsche Voltsihrer Gegner abwehren müssen, der Gegner, die, Jahre 1920 betrifft, verbreiteten sie, daß die Re- it i nt me" in Dux:„ Wir haben den Krieg nicht vergessen wir es nicht, sehr zahlreich in beiden gierung sie hinterlistigerweise amnestiert habe, um gesucht...", in einem Atem aber appellierte sie Ländern sind. In England war es nur ein sie schußlos dem Gerichte der Eisenbahngesellschaf- an die germanische Königstreue" der Deutschen. Sturm in der Teetasse, wenn man MacDonald ten zu überliefern, welche sich weigern würden, Warum teine sofortige Kriegserklärung?", hatte felbst glauben soll, während es bei uns am Quaisie wieder anzustellen. Im Laufe der langen De- fie noch am Tage vor der Statastrophe gerufen. d'Orsay ein richtiger Sturm war. In batten, welche durch diesen Kreuzangriff der Na- und entrüstet wandte sich das Blatt der Deutschder Kammer erhoben die Besiegten des Bloc nationalisten und Kommunisten hervorgerufen gelben noch am 1. August gegen die„ Kriegstional bereits wieder ihre Köpfe und schrien in wurden, bemühten sich die Sozialisten, den ur proteste der deutschen Sozialdemokraten" und allen Tonarten:„ Die Konferenz in London wird sprünglichen Text der Gefeßentwürfe zu verstellte die Aufrufe unserer Partei( die wir geſtern nicht stattfinden! Man muß sie vertagen! Auf bessern. Sie bedauerten, daß das abgestimmte zitierten) als abschreckendes Beispiel hin. Diekeinen Fall wird dort Herriot Frankreich ver- Amnestiegese nicht genug weitherzig sei, daß es felben, die sich heute erfrechen- man lese nur( 27. November). noch genug viele Unglückliche in den Kerlern lasse, den Duger Tag" vom 28. Juni d. J! die vollen Erfolg wünschen, während die Reaktionäre die Opfer des Weltkrieges aus. Andererseits er- nach der neuen Firmatafel: Deutsche Und wenn die Welt voll Teufel wär! treten!" ( 14. August), In Ost und West, in Süd und Nord ( 21. August), Heil Kampf, Heil Sieg!( 28. August), Mitgefangen, Mitgehangen( 11. September), Vor der Entscheidungsschlacht( 18. September), Der heilige Krieg( 25. September), Mit vereinten Kräften( 2. Oktober), Langjam, aber sicher( 16. Oktober), Vorwärts mit Gott!( 23. Oktober), Biel Feind viel Ehr"!( 30. Oktober), ,, Einstche für Pflichterfüllung bis aufs Aeußerste"( 13. November), " Deutsche Frauen, Deutsche Treue..." Der Aufruhr war heftig, die Leidenschaften aber daß man anerkennen müsse, daß, wenn es Sozialdemokraten, als Kriegsbegeisterte" hinzu- Am 1. Auguſt meldete das Arbeiterblatt": beruhigten sich erst ein wenig nach dem Besuche auch nicht alle Dramen des serieges auslösche, es stellen, weil es jenen schwer fällt, die Verant- Kaiser Franz Josef möchte mit ins Feld, MacDonalds in Paris und die Herausgabe einer doch das Maximum dessen sei, was derzeit auswortung vor den Arbeitern, so wie es gebührt, am 7. August: Abg. Knirsch hat sich zum gemeinsamen Note zerstreute erst die Mißverständ- Stammer und Senat herauszuholen wäre. Da dica II ein zu tragen, diefelben, die heute freiwilligen Waffendienst gemeldet, nisse. Diese Zusammenkunft in Paris hat leb- kommunistische Fraktion die Stühnheit hatte, unitate sozialdemokratischer Zeitungen von damals am 21. August: Der deutsche Kaiser reitet hafte Unruhe jenseits des Rheins hervorgerufen. feren Genossen vorzuwerfen, daß sie nicht für die aus dem Zusammenhang reißen und sie durch ins Feld. Gewijse Streife haben darin eine Wiederkehr der totale Amnestic gestimmt hätten, welche Marty Weglassung ganzer Säße fälschen dieselben Also waren sie alle fröhlich beisammen. Die Angriffspolitit Poincarés gesehen und ein Zurück verteidigte, legten unsere Genossen den Jüngern verhöhnten zu Kriegsbeginn die Frie-" Deutsche Volksstimme" freute sich dieses Bündweichen des Kabinetts Herriot. Es ist wahr, daß Moskaus nahe, einen analogen Druck auf die den sagitation der Sozialdemokra- nisses und bemerkte dazu:„ der alte liebe Herrim Senat die fast vollkommene Einstimmigkeit Sowjetregierung auszuüben und mit derselben ten auf die blutigste Weise. Sie liefen nicht nur gott ist unser höchster Verbündeter“. nach einem Vertrauensvotum für die Regierung Heftigkeit die Befreiung jener Gefangenen zu ver- Sturm gegen unsere Kriegsproteste, sondern lach- leber dem Strich sangen sie das„ Gebet auf die Weiſung Poincarés zurückzuführen iſt, der langen, welche die russischen Kerter und Konzenten die Friedensschwärmer" obendrein aus, wie vor der Schlacht", das unter dem Strich felber seine Stimme für seinen Nachfolger Herriot trationslager füllen. folgende Meldung der Deutschen Volks-( siehe Nummer vom 21. August 1914) folgen abgab. Aber es wäre ungerecht, daraus zu schlie Das Land sicht klar: es konstatiert, daß die stimme", gleichfalls vom 1. August 1914, bermaßen lautete: ßen, daß erriot in das Fahrwasser Poincarés heftigen Auftritte und beschämenden Krawalle im beweist: Wenn es Russenköpfe regnet gekommen sei und daß er der Gefangene des Valais Bourbon nur von den Extremisten von Unb Franzosenknöpfe schneit, Mannes der Ruhr geworden ist. links und rechts provoziert wurden. Von Marty, Dann bitten wir den lieben Herrgott, Die öffentliche Meinung Deutschlands hätte der feine Kollegen mit seinem Stod bedrohte, oder Daß das Wetter so bleibt!" utrecht, sich so schnell zu beunruhigen. Man muß von einem General de Saint Just, welcher Oder: sich daran erinnern, daß das radikale Kabinett Miene machte, den alten Minister Malvy nie crst seit einem Monat am Ruder ist, daß es sich derzuschießen. Diese Brüderlichkeit der Reaktioin einer delifaten parlamentarischen Situation nären und Kommunisten wird bald der Arbeiter befindet und daß das Ruhrabenteuer nicht mit Klasse die Augen öffnen. Im großen und ganzen einer Handbewegung liquidiert werden kann. Wir beweist die Notwendigkeit, zur Gewalt zur grei- Diese Zitate aus den deutschnationalen Blät verstchen sehr wohl die Ungeduld der Demokraten fen, nur die Ohnmacht und die Wut der Oppo- tern spiegeln wohl am schlagendsten den Frie und der Sozialisten Deutschlands, denn wir fran- fition. Die Kommunisten gehorchen dem Befehle, denswillen wieder, von dem unsere Partei selbst Die Serben sind alle Verbrecher, zösischen Sozialisten wünschen mit Ungeduld, daß den ihnen Sinowiew auf dem fünften Kon- in den Tagen der Massenhypnose beseelt war, Ihr Land ist ein finsteres Loch. der französische und belgische Soldat die Garni greß gegegeben hat, jener Sinowiew, der nicht und sie sind darum auch zugleich die beste Ant- Die Ruſſen find noch viel schlechter. sonen der Ruhr verlasse. Aber gegen die wüten- müde wird, jedes Jahr die Weltrevolution vor- wort auf die Lügen der Stommunisten, der Aber sie b', aber sieb', triegen sie doch!" den Angriff der Nationalisten gegen das Kabinett auszusagen für das nächste Jahr und der Helfershelfer der Hakenkreuzler. Wir fragen noch- Bekanntlich sind die frommen Wünsche alle Herriot, MacDonald und Mary tönnen wir nichts dieser Tage seinen Zuhörern fund tat, daß Her- mals, wo waren die treibich, Neurath, in Erfüllung gegangen. Restlos fand beispiels anderes tun, als unsere Reihen schließen und un- riot ein Ministerium zusammengestellt habe aus Heller und Wünsch, als die Sozialdemo- weise folgendes„ völtische" Gebet Erhörung: fere Tattif der Unterstützung fortzusetzen. Wenn sechs Ministern des Erkabinetts Poincaré. Sich fraten mit den Striegshehern rangen? bei uns der Bloc national Herriot gezwungen hat, ba, wie man in Moskau informiert ist über die Das Arbeiterverräterblatt in Frankreich, Rußland, England müssen sterben Der abgesagte Weltfriedenskongres. Der für den 15. bis 21. September nach Wien einberufene Weltfriedenskongreß wurde abgesagt. Die Friedensschwärmer mögen recht betropste Gesichter machen, ebenso die Sozialdemokraten mit ihren Generalstreikideen. -„ Es braust ein Nuf wie Donnerhall, Zar Niti fit im Schweine stall, Der Hammelbieb ist auf der Walz. So muß es kommen. Gott erhalts." Oder: erben." Denn's Reich und Oesterreich wollen Du erlebte in den ersten Kriegswochen Die bürgerliche Opposition sucht immerwäh- wenn man von der Münchener Putschvoche abrend ihren Anführer, findet ihn aber nicht. Ma sieht seine herrlichste Zeit. Ueber die ganze Kein Zweifel, die Völkischen" und Hafenginot aspiriert ersichtlich auf diesen Ruhm, aber erste Breitſeite der einmal wöchentlich er- freuzler, die heute wiederum zur Revanche gegen es ist zweifelhaft, ob man sich auf ihn einigen scheinenden Zeitung prangten damals folgende Frankreich hezzen, haben dazu allen Grund. Sie werde. Denn viele wollen einen jungen, einen| Titel: führten ja seinerzeit nur einen Verteidi= ein wenig sein Gebaren zu mäßigen und einige Dinge in Frankreich. Nonzessionen zu machen, so soll man doch nicht daran zweifeln, daß das gegenwärtige Kabinett willens wäre, unmittelbar den Sachverständigen plan in die Tat umzuseßen und infolgedessen ökonomisch und militärisch die Nuhr zu räumen. Die fleine Lotte.( 46) um." sein; das hängt von den Bedingungen ab. Es gibt nehmen. Sache der Reichen ist es, zu denen zu| natürlichen Gesichtsausdruck. Oder stecken Sie sie also nicht eine Gnade, sondern Mengen von Gna- gehen, die es nicht sind. den, für jeden eine und für jede Sekunde des Le- Henri sieht viele Dinge anders an, als alle Er hat dich dazu gebracht, sie' runterzuneh bens. Welt es tut. Er teilt das Weltall in zwei Teile; men", ruft Martha am nächsten Morgen aus, da Von Simone Bodève. Charlotte versteht ihren Freund nicht sehr der eine angenehm, der andere langweilig. Alles sie den Sut wieder ganz schwarz sieht. Ueberzegt von Dr. Anna Nußbaum, Copyright by gut. Spricht wenig von ihm in der Werkstatt, in fönnte angenehm sein, gäbe es nicht gewisse Leute, Jaterritorialer Verlag„ Renaissance", Wien. dem Gefühl, ihre Gefährtinnen würden ihn noch sich selbst im Wege und anderen auch, mit Vorur Wenn du dich im Spiegel anschaust, sichst du weniger verstehen. Mariha neckt sie mit ihren teilen, die sie am Leben hindern; sie zwingen sich dich da nicht? Er hat Angst, daß du einen an So gehen sie dann häufig in ein kleines Kaf- Borlesungen, wirft ihr vor, daß sie sich in einen zu Beschäftigung mit allem, ausgenommen mit deren nimmst. Was du dumm biſt! So sind die feefonzert in der Nähe des Luxembourg. Neben Duval führen lasse. Darein hätte sie nie einge- fich selbst. Charlotte hat Vorurteile. Sie trägt Männer, stellen euch unter einen Glassturz, aber der Weathematik iſt die Musik Henri zum Leben willigt. Charlotte ist glücklich, ihr sagen zu können, einen Schleier, den Henri Fliegenfäfig" nennt. fie lassen die sitzen, die nicht sie unter dem Panunentbehrlich. Was die Wathematik anlangt daß sie auch in die Sper gehe. Henri bringt sie Manchmal läßt sie ihn nur bis zur Nasenspite toffel haben. Schauſt mich an? Glaub nur, ich Charlotte vertraut ihm auf Treu und Glauben. Aber Leidenschaft ergreift sie zur Mufit. Noch ganz hoch hinauf, und da sie spät kommen, siten fallen. Das ist unerrtäglich: entweder hat dieser kenn mich da besser aus." wagt sie nicht das Ausmaß zu gestehen. Ihr ist, sie sehr schlecht, gerade im Luftzug. Er legt ihr sei- Schleier die Aufgabe, ihr Gesicht zu schüßen, dann Armandine gibt zu, daß die rote Schleife sehr als sänge ihr ganzes Wesen. Henri bemerckt ihre Freunde, sie sind sehr arm, sehr sonderbar gefiei- nichts, was wahrscheinlicher ist, dann muß er ab- muß es verstehen, der Eintracht Opfer zu bringen. als sänge ihr ganzes Wesen. Henri bemerkt ihre nen Ueberzieher um die Schultern. Hier trifft er sollte er es ganz bedecken, oder er dient zu gar zu Charlottens schwarzen Haaren passe. Aber man Vorliebe für César Frand und Seirchenmusik. Er flagt sie des Mystizismus au; je wehrt sich dage- Doch können alle französisch), grüßen sie. Sie ist det. Er spricht deutsch oder englisch mit ihnen. gelegt werden. Das junge Mädchen hat auch noch andere Opfer. Freitag abends geht sie zu Armandine. Charlotte bringt ihr ein schmerzlicheres gen. Lauscht sie dem Ave Maria, erscheint sie ihm ein armes junges Mädchen, genötigt während Vorurteile, die ihr Freund nicht ahnt. Geht sic Senri ist zu dieser Zeit in der Physikalischen Ge wie eine Schwalbe, die aus Versehen in eine Sta- ihrer Studien auch Handarbeit zu leisten. Das mit Anette aus, horcht sie auf die Gespräche der sellschaft, wo Charlotte sich langweilen würde. thedrale hineingeflattert ist, im Vertrauen auf das sellschaft, wo Charlotte sich langweilen würde. offene Tor. Nun wird sie an der Deckezerschellen. Scheint niemanden zu überraschen. Es findet sich Reisenden und der Träger. Das bestärkt sie in der Denn selbst die fühnsten Gewölbe haben Decken. unter den Herren immer einer, der ihr einen. bef- Ueberzeugung, daß die Männer nicht umsonst hin- Er Holt sie gegen elf Uhr ab um sie nach Hause zu begleiten. Gibt ihr eine Unwenge Aufträge: Nur die Wissenschaft hat Unendlichkeit zum Ge- feren Platz überläßt. Charlotte dankt, errötet, ein ter Frauenröden herlaufen. für Bertchen, der in die Fabrik eingetreten ist, Alles abscheuliche Grobiane", wiederholt ihr foll sie Lehrbücher der Mechanit, für Anatol eine biet; Ewigkeit ist ihre Stunde. Charlotte wird es wenig geärgert ist sie doch von Henri getrennt. Fast immer gibt man Wagner. Charlotte ge- Martha, faum daß sie allein sind. Dein Schnee. Flöte, cin Tuch und ein paar beliebte Leder für sehen, wenn sie wissen wird. Cesar Frand hat an dem Bankrott der Wissenschaft geglaubt, snit steht, nichts von dem zu verstehen, was auf der mann wie die anderen. Glaubst doch nicht, daß Rosa' taufen, Blumen für die Mutter, Tabat hätte er weniger gestöhnt; dieser Bankrott ist Wie- Bühne vor sich geht. Sie ſicht auch nur wenig er dich noch lange so um deiner schönen Augen für den Alten, Stuchen für alle. Charlotte durchdergeburt. Sie denkt einer kleinen Kirche auf dem davon. Sie zieht bei weitem das Stonzert Colonne willen spazieren führen wird. Laß dich doch nicht schaut diese Vorwände, um ihr Geld zu geben. Lande, so bescheiden, so gastlich damals hat sie bor, in dem sie eines Sontags nachmittags war. für eine Gans halten." Sie will ihm Rechnung erstatten: Ist Henri in fie verliebt oder nicht? geglaubt. Mit Mühe wehrt sie Tränen. Er sieht man steigt auch ganz hoch hinauf, trifft dieselben Charlotte denkt nach: er sagt ihr niemals ein Das Geld ist en abscheuliches Ding wenn es, drückt ihre Hand, beginnt wieder zu scherzen. Menschen. Aber sie fann zuhören, ohne in dem Er beweist ihr, daß sie natürlich Mystikerin ist, fa- Verfuch zu sehen, müde zu werden, da sie ja weiß, Liebestport, macht ihr nicht einmal ein Rompli- uns die Sorge darum beherscht. Es ist nicht Ihre netisch gegen alle Frömmelei, nicht verstehen will. daß man nicht Theater spielt. Henri ist ihrer Mei- ment. An einem Abend ist es Martha eingefallen, Schuld, daß die Welt so eingerichtet ist; Tausende Charlotte ruft Pascal zu Zeugen, der fein Fana- nung, er liebt die Oper nicht besonders. Er geht den abgetragenen Hut der Kleinen frisch aufzubon Wesen sind verurteilt, nur im Sinbl of auf tifer gewesen. hin, um seine Freunde zu sehen, um sich über den pußen. Sie steckt eine große, grellrote Schleife bar- dieses armselige Metall zu leben. Für Sie existiert Wert des ganzen Stückes flar zu werden. Aber auf. Henri betrachtet den Aufputz die ganze Zeit es nicht, da sein Besitz Sie nicht geringer im Werte Jit er's nicht, so ist es seine Gnade", ant- er betet Wagner an, das ist ein großer Mystifer. über, während des Abendeffens, dann im Stonzert. zu machen vermöchte. Sprechen wir nicht mehr wortet Henri. Sie hält sich für die einzige." Charlotte wird ihn lieben, hat sie sich erst an ihn Beim Abschied sagt er( Charlotte findet es fed): bavon, begreifen Sie, daß Sie mir damit einen Vermessene Forderung, die nur dahin führen gewöhnt. Henri findet auch, daß man oben im Wenn es Ihnen nicht zu viel Kummer Gefallen emveisen." fonnte, die Welt unnötig zu verwirren. Denn ist Konzert Colonne ersticke. Die Mehrzahl seiner macht nehmen Sie die Schleife herunter. Sie eine Lösung gut, fann es eine Unendlichkeit auch Freunde ist avm. Sie können keine andeven Pläge teht Ihnen nicht, ist im Widerspruch zu Ihrem 10 1112700 ( Fortsetzung folgt.) 19. Juli 1924. gungstrieg, Eroberungen lagen ihnen ferne, sie waren die reinen Samperln, die Frankreich usw. nur ein bisserl beer ben wollten! 1 3ur selben 3eit( am 13. August 1914) schrieb die Wiener Arbeiter 3eitung": Dort, wo die Arbeiter Zeitung" in dem selben Artikel besonders die österreichischen und reichsdeutschen Drahtzieher zur Verantwortung ziehen wollte, starrte den Lesern ein weißer Fled enigegen. Und am 23. August, an dem Tage, da in Wien der Internationale Sozialistentongreß hätte zusammentreten sollen, schrieb die„ Arbeiter Zeitung": diefer vaterländischen Begeisterung, dieser antiSeite 3. plutokratischen Mittelstandsbewegung treffen follte. Der Dames- Plan vor der Internationale. ist am Granit der Seelen stumpf geworden. In der, auswärts zumeist weit unterschätzten Gefahr und Peinlichkeit der Matteottilleberrumpelung hat sich der Fascismus auf sich selbst besinnen müssen, auf seinen vaterländischen Opferwillen, auf seinen Tatwillen und auf seine moralische Berechtigung." Die Beratungen der Büros der sozialistischen und der gewerkschaftlichen Internationale. Sachverständigenbericht, Londoner Konferenz und Achtstundentag. ,, Bevor das Bolt in England und Frankreich, wo es nach der Machtverteilung fein Gewicht vielleicht in die Wagschale werfen könnte, sprechen hätte können, bevor es sich über den Umfang der Gefahr halbwegs klar Also mit der Ermordung Matteottis hat das richteten, in Amsterdam eine gemeinsame Be- deutschen Arbeiterklasse verhält Am 14. Juli 1924 fand, wie wir turz be- problem in der Weise zu lösen sucht, daß er der werden konnte, war der Strieg da ,; die and Judentum den Fascismus überrumpelt. Die ratung des Büros des Internationalen Gewert- nismäßig ungleich schwerere Lasten boll Politiker, geradezu eine Clique Korruption der leitenden fascistischen Streise war schaftsbundes( Amsterdam) und des Büros der auferlegt als den tapitalistischen von Drahtzichern, hatte die Ent nur die Folge einer bewußten und raffi Sozialistischen Arbeiter- Internationale( London) Klassen Deutschlands und die deutsche scheidung schon herbeigeführt, bevor nierten Vergiftungsoperation, die statt. An ihr nahmen teil: als Vertreter des Reichseifenbahnverwaltung kapitalistischen Einsich das Bolt erst aufraffen und zum Wider- das Judentum am heiligen Fascismus vorneh-. G. B. Purcell( England, Vorsitzender), flüssen des Auslandes ausfezt. Sie erklärt daher, stand ermannen konnte." men wollte. In gerechter Empörung über so Jouhaux( Frankreich), Mertens( Belgien), daß es aus diesem Grunde unmöglich ist, diese römische Vertreter der Deutschen Zeitung" einen Subegeeft, Saffenbach und Brown, als Vertreter lichen und der sozialistischen Internationale entviel raffinierte Gemeinheit kündet der Leipart( Deutschland) und die Sekretäre Lösung als eine den Forderungen der gewerkschaft neuen Marsch der Fascisten nach Rom an: der S. A. J. Bell( England), Blum( Frant sprechende anzusehen. ,, Auf zu neuem Marsch nach Rom. Und dann reich), Vandervelde( Belgien), de Broudere nicht wieder Schonung! Die ebenso kampfbereite( Belgien), Hermann Müller( Deutsch Sachverständigengutachtens würde ein Scheitern Indes, troß aller Mängel und Fehler des milizia nazionale, vor der die Canaillio. land), Bliegen( Solland) und der Sekretär der gegenwärtigen Altion nichts besseres traten zittern, wird durch Uebernahme in Friedrich Adler. an seine Stelle sehen, sondern im Gegenteil die den Heeresverband- ganz wider die Wünsche der Zur Beratung standen die mit dem Repara- Krise Europas auf das Schlimmste ver Opposition" für alle Fälle gesichert, nicht falt tionsproblem zusammenhängenden Fragen, insbe- fchärfen. Unter diesen Umständen ist die gestellt." sondere das Sachverständigengut- Durchführung des Sachverständigenplanes heute Aber auch der große Führer" scheint nicht achten, die bevorstehende Londoner Re- die einzige unmittelbar mögliche ser Tag, der uns ein Festtag sein sollte. Der mehr ganz rein und zuverlässig zu ſein. Er macht gierungskonferenz und die Verteidi- Lösung. gehender Diskussion, die allen Anwesenden Ge- übrigens bereits über die uneingeschränkte Anlegenheit zum Meinungsaustausch bot, wurde nahme des Sachverständigengutachtens geeinigt, folgende Resolution einstimmig angenommen: die die Aufhebung der wirtschafts Die Konferenz verzichtet in diesem Mo- lichen Bejeßung der Ruhreinschließ mente darauf, das ganze Problem der ökono- lich Düsseldorfs, Ruhrorts und mischen und politischen Schwierigkeiten, in die Duisburgs, sobald die im Sachverständigender Weltkrieg die Menschheit gestürzt hat, dar gutachten festgefeßten Bedingungen erfüllt fein zulegen. Dies ist in den Beschlüssen der Konfes werden, mit sich bringt. Andererseits müßte jeder renzen von Amsterdam im April 1921, des Versuch die militärische Offupation länger aufKongresses im Haag im Dezember 1922 und rechtzuerhalten als die ökonomische, zur Folge des Kongresses in Hamburg im Mai 1923 haben, daß: eingehend geschehen. Die Konferenz erinnert heute bloß daran, daß schon auf Grund der Beschlüsse der Frankfurter Fünfländer Konferenz im März 1922 sich folgende Forderungen ergaben: ... Es ist anders gekommen. Nicht Worte der Erhebung und der Hoffnung bringt uns dieDonner der Geschüße erfüllt jedes Ohr und auf offenbar dem Judentum allzu große Zugeständ- gung des Achtstundentages. Nach ein- Die beteiligten Regierungen haben sich nicht mehr zu zählenden Schlachtfeldern fließt das nisse: Blut der Menschen, fließt das Blut derselben Proletarier, die sich als miteinander leidende, miteinander um dieselbe große Sache ringende Brüder solidarisch verbunden fühlten... „ Ist der Führer ermüdet? Oder-? Und da sehen sie( die treuen Fascisten) drei Jahre zurüd und weisen auf den jetzt zum Unterstaatssekretär im Innern ernannten 30jährigen Dino Grandi hin, der schon damals die sentimentale, wandlung Mussolinis, der zur Zusam menarbeit mit den Sozialisten geneigt war, aus geschaltet hat. Solche Anwandlung, die mit Todfeinden versöhnlich verhandeln statt zuschlagen will, befürchten sie auch jetzt. Sie haben allein in Mussolinis Reden zum Fall Matteottis die Eisenfaust" aufs schmerzlichste ent behrt." .... Wir haben alle in allen Ländern, Deutsche, Franzosen, Engländer, Velgier, Defter- zweifellos charakteristisch weiche An reicher und Serben unsere Pflicht als Internationale getan, solange es möglich war, haben wir vor dem Kriege gewarnt, jeder Blutstropfen in uns hat ihn zu hindern gesucht, jede letzte Mög lichkeit der Erhaltung des Friedens haben wir bis zum legten Augenblick zu nügen gesucht. limsonst! Wie ein schauerlich- feierliches Symbol steht am Eingang des blutigen Dramas der Märthrertod unseres edlen und großen Jean Jaures, als ob der Krieg nur über seine Leiche hätte hinwegschreiten können..." In dem Schmerz des deutschen Mussolini Anhängers enthüllt sich die tiefe Erschütterung, die durch die Reihen des Fascismus in ... Aber auch in diesem wahrhaft tragischen Italien hindurchgeht. Er hat seinen Boden und Augenblick vergessen wir nicht, daß wir inter- sein Ansehen nicht nur beim Bürgertum vernationale Sozialdemokraten sind..." loren, das zufrieden war, durch den Fascismus .... daß auch diese Ströme von Menschenblut vom Bolschewismus befreit zu werden, nicht die Idee der menschlichen, der proletarischen noch viel mehr in den eigenen Reihen schwer Solidarität ertränken können. Kein Lebender erschüttert. So kommen dem wotansgläubigen Yann sagen, was dieser Krieg aus der europäischen Mussolini- Freund schwere Bedenken, die vielleicht Menschheit machen wird. Das aber wissen wir ähnlich einem fascistischen Freunde der Deutschin innerster Seele, das ist die einzige Hoffnung, völfischen im Deutschen Reichstag kommen mögen, der heilige Glaube, der uns das Unerträgliche wenn er dort die heldische Schar derer um Ludenertragen, den bittersten uns aufgezwungenen dorff bewundern muß: Kampf männlich mittämpfen läßt, daß sich die große Sache des Sozialismus, der Befreiung der Völler und ihrer brüderlichen Solidarität groß, herrlich und ficgreich aus dem Blutmeer erheben wird! Die Internationale ist nicht tot! Es lebe die Internationale!" " Freilich ersetzen weder moralisches Streben noch Tatwillen die praktische Erfahrung, am wenigsten die staatsmännische oder auch nur zum Führer befähigende Gabe. Der Fascismus begräbt in diesen Tagen den Irrtum, als könne auf Befehl eines Führers eine Führerschicht, eine Schicht von Staatsmännern, eine neue Aristokratie entstehen. Die bedarf natürlichen Wachstums und langfristiger- dem Fascismus bisher nicht gegönnter Auslese. Er muß bei Anderen sachkundige Helfer erbitten." 1. die endgültige Festsetzung der von Deutschland noch verschuldeten Summe auf einen Betrag, der in seinem Gegen wartswert den wirklichen Betrag der materiellen Reparationen darstellt. 1. der Zustand der Wirrnis und der Unsicher heit, der die Wiederherstellung des Fries dens und den Wiederaufbau Europas vers hindert, weiter bestehen blieb; 2. die Durchführung des Planes der Sachber ständigen in Gefahr geriete, indem das Bertrauen, das diese selbst für seinen Erfolg als unbedingt notwendig erachten, era schüttert würde. Daher fordert die Konferenz die Aufhebung der militärischen Besehung der oben bezeichneten 2. Die Festsetzung eines Zahlungs- Gebiete, gleichzeitig mit der Aufhebung der ökono planes, der mit Hilfe internationaler mischen. Sie fordert auch, daß Deutschland von Kreditoperationen sobald wie möglich so daß endlich an Stelle des Systems des Diftates, der Konferenz in London eingeladen werde, Deutschland von seiner Schuld befreit und alsbold den das System der Verhandlungen Gläubigermächten die zur Reparation gleich bere chtigter Böller tritt. notwendigen Summen zur Verfügung Die Konferenz betont die Notwendigkeit der stellt. unverzüglichen Ratifikation des 3. Den Abschluß von Uebereinkommen Abkommens von Washington über zwischen den alliierten Regierungen, die den Achtstundentag in allen Ländern. Sie es ermöglichen, für die eigentlichen nimmt zur Kenntnis, daß der SachverständigenWiedergutmachungen die Gesamtsumme plan feinem Sinne nach jeden Angriff auf den der erwähnten Zahlungen zu verwenden. Achtstundentag in Deutschland ausschließt das setzt seitens der alliierten Mächte und erwartet, daß gemäß dem einstimmigen Beund der Vereinigten Staaten von schluß der Arbeitergruppe auf der jüngsten Zuternationalen Arbeitskonferenz in Genf das InterAmerika voraus: a) Verzicht auf die Forderungen auf nationale Arbeitsamt seine Bemühungen für die Deutschland, soweit sie Militär- Sicherung des Achtstundentages fortjeßt. Vor pensionen betreffen; allem aber fordert die Konferenz, daß der Sachihrer verständigenplan sobald als irgendmöglich ergänzt werde durch Maßnahmen, die der Resolution der Frankfurter Fünfländerkonferenz in allen Punkten Rechnung tragen." b) allgemeine Annullierung gegenseitigen Forderungen Schulden. und Gibt es einen frasseren Gegensatz zwischen dieser Haltung der Sozialdemokraten, die das können wir heute mit Stolz sagen das Men schenmöglichste taten, um das Verderben aufzuhalten und in den ersten, blutigsten Tagen des Krieges den Glauben an die proletarische Tiefbesorgt muß Maurenbrechers röSolidarität, an die Internationale, an das Menschentum aufrechterhielten und mischer Vertreter gestehen, daß die Gefahr nicht jenen niedersten Hetzern, die eben deswegen die ganz von der Hand zu weisen ist, daß doch vielSozialdemokratie verhöhnten, die mit Gott" leicht auch Mussolini den Größenwahn, den die Die Konferenz stellt fest, daß der Plan der gegen die„ serbischen Schweine" ausrückten, alles Gold- und Streditkönige Amerikas und All- Sachverständigen zwar gewisse Anfäße zur Nichtdeutsche mit Füßen traten und die verwerfiudas vor sich herwälzen, nicht als ein zu ver- Lösung des Problems im Sinne der ersten beiden lichsten Justinkte in den ohnehin außer Rand und achtendes, ja unausweichlich zu bekämpfendes nie- Forderungen enthält, daß er aber bezüglich des Band geratenen Menschen aufpeitschten? derträchtiges Spiel zu erkennen imstande ist". All dritten Punktes versagt. Sie stellt fest, daß Arbeiter, heute buhlt diese juda erscheint eben überall start. Es stärkt im Aus- der Plan der Sachverständigen das Reparations Rotte wieder um eure Gunst. land, in Frankreich und Italien die Kräfte, die Gebt ihnen die Antwort am Antikriegstag! einer Verständigungspolitik das Wort Sagt ihnen, daß das internationale Proletariat reden und es entzieht dadurch in Deutschland den überall die Kriegsheßer zum Teusel jagen will! Heroen von der Größe Ludendorffs die Möglichkeit, ihr„ segenreiches" Wirken im Interesse der Nation zu entfalten. Darum fommt aus tiefstem, deutschvaterländischem Herzen die Sorge Die Internationale der Falciften. der Deutschen Zeitung", daß ja doch unter allen Umständen die Heldengestalten Mussolinis und Poincares dem Ausland und uns er halten bleiben möchten! Scheußlich, daß Alljud aus solchem Anlaß von einer Internationale" des Fascismus zu sprechen wegt! Wir lesen im Berliner Vorwärts": Telegramme. Frankreichs Räumungsplan. " Die Sekretäre der beiden internationalen Organisationen wurden beauftragt, die nötigen Vereinbarungen zu treffen, um bald eine neue ra liche gemeinsame Siyung einzuberufen, in der insbesondere die Frage der Garantiever träge erörtert werden soll. Maßnahmen mit der inzwischen eingetretenen Steigerung des Getreidepreises. Wie unberechtigt Berlin, 18. Juli. Die Vossische Zeitung" dies ist, geht schon daraus hervor, daß die Kons meldet aus London: In französischen Kreisen ver- sumgenossenschaften Berlins ein Brot in gleicher lautet, daß die von Herriot genehmigte Denkschrift Güte um 45 Pfennige abgeben. Man kann ge des Sachverständigen Seydoux folgendes vorsicht: spannt sein, welche Antwort Minister anik 1. Freigabe aller wirtschaft und die bürgerlichen Parteien auf diese neue lichen Unternehmungen von jeder preistreiberische Aktion erteilen werden. Wenn Militärkontrolle, soweit die Reparationsfom- jetzt schon das erste gelinde Anziehen der Gemission festgestellt hat, daß Deutschland den treidepreise im Kleinhandel Preissteigerungen in Dawesplan annimmt, nach Verabschiedung der diesem Ausmaße zur Folge hat, welche Belastung Gesetze zur Ausführung des Planes durch den wird erst dann eintreten, wenn die GetreideReichstag. preise in Deutschland auf Weltmarkthöhe gebracht sind. Dann werden dem Volf gar bald die Augen aufgehen, wer die Lasten der bürgerlichen Wucherpolitik zu tragen hat. 2. Sobald Deutschland die ersten Zahlun gen nach dem Dawesplan geleistet und sonst seinen guten Willen erwiesen hat, schrittwei ser Abbau, der militärischen Bc= setzung des Ruhrgebietes mit Ausnahme der Stadt Essen. Die Räumung Essens soll die letzte Etappe sein. Die völkische Deutsche Zeitung" kennt feine größere Not und feine größere Gefahr für ihre und Deutschlands Zukunft als die Erschütterung des fascistischen Regimes in Italien. Sie unterhält in Rom einen ständigen Vertreter, der mit gläubiger Seele und gläubigem Herzen den Ruhm des großen Meisters Mussolini verkündet. Ungefähr so wie in Deutscht nd die Eine Schlacht zwischen Bolizei und Juden Rathenau umbrachten, um seine Ermordung der deutschvölkischen Bewegung anGardetruppen. hängen zu können, so haben in Italien die Kräfte Lissabon, 18. Juli. Hier ist es zu einem internationalen Judentums" schweren Zusammenstoß zwischen der republik: nidurch die Ermordung Matteottis einen entschei- schen Garde und der Polizei gekommen. Aus dem denden Schlag gegen den heidischen Fascismus zu fich ein regelrechtes Gefecht entwickelte. führen versucht. Worum handelt es sich bei den Acht Personen, darunter der Chef der Poitalienischen Vorgängen für diesen deutschen An- lizei, wurden getötet, zwei Frauen und 16 beter Mussolinis? Die„ Deutsche Zeitung" ant- Soldaten beziehungsweise Polizisten wurden ver- Streiks deutscher Eisenbahnbeamten aufrecht erwortet auf diese Frage: wundet. Der Zusammenstoß ist als Ausbruch schon des zubrechen im Begriff stehen. Reichstagswahlreform. Berlin, 18. Juli. Der neue Gesetzentwurf 3. Die militärische Kontrolle soll über die Parlamentsreform im Reiche ist dem in bezug auf die Eisenbahnlinien des Rhein- Reichsrat zugegangen. Er unterscheidet sich nicht landes als strategische Maßnahme angesehen viel von dem bereits dem letzten Reichstage vorwerden und als Sicherung gegen etwaige gelegten Entwurfe. Die Zahl der Reichstagsab Streiks deutscher Eisenbahnbeamten aufrecht er- geordneten wird von 471 auf 399 abge= halten bleiben. baut, welche Zahl dadurch erreicht wird, daß ein Abgeordneter auf 75.000 Stimmen anstatt wie bisher auf 60.000 Stimmen entfällt. Es handelt sich darum, ob die Regierungs- seit längerer Zeit bestehender Gegensätze zwischen zewalt des Fascismus, und au dessen Spize Mus- der Polizei und der republikanischen Garde anDeutsche Brotwucherer am Werte. solini, vor dem feindlichen Ansturm zuzusehen. sammengebrochen sind oder in Form von Berlin, 18. Juli.( Eigenbericht.) In Berlin. Zugeständnissen oder gar Abdankung zusammen- Eine Bombenfabrit ausgehoben. finden Verhandlungen der Bäckerorganisationen Riesenüberschwemmungen in China. Warschau, 18. Juli. Nach einer Meldung über eine Verteuerung des Brotes statt, Tatsächlich steht der Fascismus nach diesem aus Thorn hat die dortige Polizei während einer die bereits sehr weit gedichen sind. Die Bäcker- Auch Peking bedroht. Bisher Tausende von Sturme fest. Freilich nicht fester als vorher, wie Hausdurchsuchung in einem Privatgebäude eine meister fürchten allerdings eine direkte Erhöhung etliche Jünglinge behaupten. Das iſt Beſchön geheime Bombenfabrik und ein Lager von des Brotpreises, der augenblicklich in Berlin für gung. Der Hieb oder die vielen Hiebe der Gegner Explosivmaterialien entdeckt. Es besteht der Ver- ein Vierpfundbrot 50 Pfennige beträgt. Sie wol- wurden durch andauernde Regengüsse waren zu gut vorbereitet und zu sicher dacht, daß von Thorn Bomben und Explosivstoffe len es vorläufig bei dem Preise belassen, möch große Schäden verursacht. In Peking und in die schwachen Teile gehauen, um für die Attentäter in Warschau und Lemberg ge- ten aber das Gewicht des Brotes um ein halbes Tientsin drohen Ueberschwemmungen. Die nicht schmerzvoll zu sitzen, um nicht peinliche liefert wurden. Die Polizei hat im Zusammen- Pfund verringern. Das stellt eine neue Hälfte der Stadt Wantschal ist überschwemmt. Wundmale zu hinterlassen. Aber der inter- hange mit dieser Affäre zahlreiche Verhaftungen ungeheuere Belastung der Arbei- Die Katastrophe hat Tausende bon nationale Dolch stoß, der Geist, das Herz vorgenommen. terschaft vor. Die Bäcker begründen ihre Opfern gefordert. Opfern. Moskau, 18. Juli.( AR.) In China ette 4. Kommunistische Einheitsfront mit derGewerbepartei. Eine Anregung der Kommunisten im Brünner Gemeinderat. Die Brünner Kommunisten haben eine Af-] tion angeregt, an der Väterchen Sinowjew seine Freude haben kann. Es handelt sich um die nach den vorgenommenen Gemeindewahlen- gegen die übrigens von den deutschen Sozialdemokraten und den deutschbürgerlichen Parteien ein Protest eingebracht wurde, der noch nicht erledigt ist notwendige Neufonstituierung des Brünner Gemeinderates, dessen Leitung nach kommunistischem Wunsch ein sozialistischer Blod" über nehmen soll. Diesem Block sollen alle sozialistischen Parteien beitreten; eingeladen sind auch die Nationalsozialisten, die für diesen Zwed zum Range und zur Würde einer sozialistischen Partei im Sinne der Kommunisten erhoben wer den. Aber alle sozialistischen Parteien zusammen, ergeben noch keine sozialistische Mehrheit; sie er geben erst die Zahl 43 von 90 Gemeinderäten. Um eine Majorität" auf dem Wege der politis schen Addition zusammenzubringen, ging die tommunistische Aufforderung zur Bildung eines sozialistischen Blokfes auch an die aus drei Mitgliedern bestehende tschechische Gewerbepar tei(!), wodurch der Charakter und die Lebenstraft diefes sozialistischen Blodes" nicht minder deutlich gekennzeichnet ist, wie die Motive, aus denen sich die Kommunisten um diese sozialistische" Jdee bemühen. Was dazu vom Standpunkt der deutschen Sozialdemokratie zu sagen ist, drückt unsere, im folgenden abgedrudte Antwort auf die fommuni ftische Einladung aus. Es wird wohl jeder, der die wechselnden Prinzipien und die wechselnde Taftif der Kommunisten fritisch zu verfolgen Luſt hat, fragen müssen: Saben sich die Kommunisten zu der von ihnen verlästerten formalen Demo fratie befehrt, daß sie um den Preis einer Verbindung mit der reattionären, fleinbürgerlichen Gewerbepartei zu Majorität und Herrschaft kommen wollen? Oder ist für sie das die Diftatur des Proletariates, die fie als ihren privilegierten Weg zum Sozialismus in die Welt hinausschreien? Was würde Sinowjew und die anderen gestrengen Richter von Mosfau, die eben jetzt die Politit ihrer tschechoslowafischen Sektion als opportunistisch verdonnert, und zur Sochewisierung gemahnt haben, sagen, wenn sie von diesem neuesten Afrobatenstüd der herrschaftlüfternen Brünner Kommunisten erfahren würden? Und es wäre nicht unmöglich, daß sie davon erfahren und ihr Richtschwert über den Häuptern der von allen fommunistischen Geistern verlassenen Brünner Kommunisten schwingen. Der zussische Muschit pflegte seine Verzweif Iung im Sprichworte auszudrücken: Gott ist hoch und der 3ar ist weit. Die herrschaftslüsternen Brünner Kommunisten müßten ihre Hoffnungen in ein abgeändertes Sprichwort fleiden: Gott ist hoch und Sinowiew ist weit. Die Kommunisten haben den Empfang des Schreibens unserer Partei damit quittiert, daß sie in der Rovnost" vom zweierlei Gesicht der Sozialdemokratie" faselten. Wer wirklich ein Doppelgesicht hat, zeigt der folgende Briefwechsel. Die Zuschrift der Stommunisten lautet: Kreissekretariat der Kommunistischen Partei Seftion dar III. Internat. Brinn, Zeile 57, 1. Sto. Brünn, den 6. 6. 1924. Dem Vollzugsrasschuß der Deutschen sozial demokratischen Arbeiterpartei in Brünn. In der gemeinsamen Sigung des Kreisvollzugsausschusses mit dem Klub der neugewählten Gemeindevertreter der St. B. C. wurde beschlossen, die Vertreter aller sozialistischen Parteien und die tschechische Gewerbepartei Schuss Ausstellung eines sozialistischen Blocks in der Gemeindeverwaltung für die kommende Pericde zu einer unverbind lichen Besprechung einzuladen. Als Ort der Zusammenfunft empichlen wir den Situngssaal des Stadtrates am Dienstag, den 10. d. M. um 15 Uhr Indem wir Sie hiemit zu dieser Zusamfunft einladen, teilen wir Ihnen zugleich mit, daß wir für unsere Partei vier unserer Vertreter delca giert haben und erwarten, daß Ihrerseits ebenfalls die gleiche Anzahl delegiert wird. Zeichnen mit sozialistischem Grußze für die K. P., Sektion der III. Internationale XVI. Kreis Brünn An das Krček Franz, Sekretär. Hierauf erfolgte folgende Antwort unse: er Brünner Organisation: Brünn, den 14. Juli. Sekretariat der kommunistischen Partei in Brünn. Mit Ihrer Zuschrist vom 6. Juni d. J. laden Sie uns sowie die übrigen sozialistischen Parteien der Stadt Brünn ein, gemeinsam mit der Partei der tschechischen Gewerbetreibenden in der Brünner Gemeindevertretung einen sozialistischen Block zu bilden. Wir haben Ihre Vorschläge und nicht minder auch das uns übermittelte Attionsprogramm auf das eingehendste geprüft und können nicht umhin, Ihnen unsere größte Verwunderung darüber auszudrücken, daß Sie uns die Zusammenarbeit mit zudrücken, daß Sie uns die Zusammenarbeit mit einer Partei zumuten, die, wie die Partei der tschechischen Gewerbetreibenden, ihrem Wesen und ihrem Programme nach bürger lich reaktionär ist, die rückhaltlos auf dom Beben der heutigen Papitalistischen Gesellschaftsordnung steht, in allen sozial politischen Fragen und vor allem in der Frage des Acht stund entages immer den rüdständigsten Standpunkt eingenommen hat und im Parlamente zu den erbittersten Gegnern der Arbeiterklasse gehört. Sie selbst haben die tschechische Gewerbepartei in der Rov nost" vom 28. April 1923 wie folgt charakterisiert: 19. Juli 1924. herige tschechische Rathauskoalition Die Berfolgung des greisen Bablo ein abschredendes Beispiel ist. Iglefias. Sie scheinen aber weiter zu vergessen, daß die unerläßliche Voraussetzung für einen sozialistischen Ein spanischer Genosse schreibt der ,, ArbeiterBlock nicht bloß der Wille zur Zusammenarbeit und die Erkenntnis der Notwendigkeit bildet, sou Beitung": Zu der Meldung von der Verhaftung son- des Gründers der spanischen Arbeiter dern auch ein gewisser Geist der Rame bewegung, Pablo Iglesias, ist zu sagen, daß radschaft, den Sie immer bisher, besonders ein Saftbefehl gegen den greisen Politiker ſeit aber in legter Zeit unserer Partei gegenüber einem Jahre erlassen ist; er ist aber nicht vollvermissen ließen und ohne den in solchen zogen worden, um die Empörung des Landes Situationen jede Zusammenarbeit zu einer des nicht zu steigern. Iglesias ist eine von allen sel für die einzelnen Parteien und zu einer Quelle politischen Kreisen anerkannte Persön unzähliger Mißhelligkeiten wird, und zu einer lichteit Spaniens und ist seit drei Jahren mit weiteren Verschärfung der Gegenfäße führen muß. Eurzen Unterbrechungen bettlägerig. Sein Dadurch würden die Interessen der Ar Strantenbett hat aber nicht aufgehört, eine polibeiter und die Machtstellung ihrer Klasse aufs tische Zentrale der bürgerlichen Opposition und schwerste geschädigt werden. der Arbeiterbewegung zu sein. Auch Albert Wir können nicht schließen, ohne auszuspre- Thomas hat, als er vor kurzent im Auftrag des chen, daß wir in unserer bereits mehrere Deze Völkerbundes in Madrid war, Iglesias ant nien umfassenden kommunalen Betätigung für die Strantenlager besucht. Vor einigen Monaten war in Ihrem Aktionsprogramm erwähnten Forde der vierundsiebzigste Geburtstag Pablo Iglesias rungen, die selbst in den ältesten sozial von ganz Spanien gefeiert worden. Viele Ge Demokratischen Kommunalprogrammeinden haben Straßen nach seinem Namen bemen nachgelesen werden können vielfach nannt. Die Presse hat da ohne Ausnahme den jogar in noch weitgehenderem Maße einge Charakter, die Unbeugsamfeit, die Ehrlichkeit, den treten sind und daß wir dies auch in in Mout und die konstruktive Tätigkeit Pablo Iglesias tunft so halten wollen. Wenn wir in diesem anerkannt. Gegen ihn hat das Militärdirektorium unserem Rampje für die Interessen des Prole- dreiundzwanzig Anklagen wegen tariats gegenüber der bürgerlichen Mehrheit die Pressedelitte erhoben. Es handelt sich auch anderen, auf sozialistischem Boden stehenden Par um alte Sachen, die vor der Einführung der teien auf unserer Seite finden, wer Militärzensur geschehen sind. Merkwürdigerweise den wir dies begrüßen, ebenso wie wir ist er auch angeflagt wegen Artikel, die unter jederzeit bereit sein werden, die proletarischen Sontrolle der Militärzensur ers Aktionen der anderen sozialistischen Parteien in schienen sind. Die Person Iglesias ist in der weitgehendster Weise aufrichtig zu unterstüßen. legten Zeit der Militärdiktatur besonders gefährWir bitten Sie, hievon Kenntnis zu nehmen lich geworden, weil sich alle demokratischen Eleund zeichnen: mente des Landes um ihn sammeln. Außerdem ist Iglesias ein entschiedener Gegner des Marottotrieges, den er soit fünfunddreißig behaupten, daß beim opportunistischen Wett Spaniens, Miguel de Unamunos. Es Wir glauben, nicht fehlzugehen, wenn wir Jahren in und außer dem Parlamente bekämpft, und ein intimer Freund des größten Gelehrten beverb, den die Kommunisten in aller Welt auf war die allgemeine Meinung verbreitet, daß mit auf- war ter aussetzen und den Gedanken des So- führen, gegenwärtig der Rekord von den Brün- der letzten Amnestie, die infolge der Verurteilung ner Kommunisten geschlagen wird, die mit ihrem der Generale wegen des Mißerfolges in Marotto mittieren. Mit einer solchen Partei eine Plane eines sozialistischen Blockes" von der an zustande kam, auch alle Prozesse und Anklagen Arbeitsgemeinschaft zu bilden, erscheint uns mit gegebenen Fasson einen Seiterkeitserfolg bis weit gegen die Opposition und Presse annulliert wer unserem sozialistischen Gewissen nicht in die Kreise der vor den Kommunisten bangen- den. Bisher ist aber diese Annullierung nicht vereinbarlich, wobei wir, nebenbei gefagt, das den Bourgeoisie erzielen werden. zustande gekommen. Ihre Internationalität charakterisierende, für unsere Entscheidung selbstredend ganz belanglose Moment erwähnen, daß Sie in den sozialistischen Block wohl die tschechische, nicht aber auch die deutsche Gewerbepartei cinbezogen wissen wollen, obwohl beide Parteien auf dem selben Programme ausgebaut sind, sich in natio nalistischer und sozialreaktionärer Hinsicht vollkommen die Wage halten und daher für eine Mitarbeit mit sozialistischen Parteien unter feinen Bedingungen in Betracht kommen, fönnen. Die mittelständische Gewerbepartei ist bei ihrem scheinbar fortschrittlichen Programm cine reaktionäre Partei bürgerlichen Chara!. ters. Sie hat sozialistisch schillernde Grundsäte, aber die lebendige Wirklichkeit ist anders. Zum Wahlkampf hat die Partei die Parole ausge geben: Vernichtung der sozialistischen Wirtschaft! Das ist eine flarere Sprache, als 100 ausge dachte Programme. Sie geht also gegen die Arbeiterklasse. Damit ist auch unser Stand punkt gegen sie gegeben, denn das, was sie in Wirklichkeit verlangt, ist zünstlerische Anmaßung, die sich aber niemals verwirklichen wird, da der Kapitalismus für andere wirtschaftliche Bedingungen reift, als für Söde reien." Von einer solchen Partei eine Mitarbeit in sozialistischem Sinne zu verlangen, hieße sich ge radezu dem allgemeinen Sohngelächzialismus aufs Schwerste kompro Schon die vorangeführten Feststellungen allein entheben uns der Verpflichtung, Ihre Vorschläge einer weiteren Nachprüfung zu unterziehen, z ihnen auch in ihren übrigen Teilen Stellung zu nehmen und vor allem die Frage zu prüfen, ob überhaupt und inwieweit die Bildung eines Blocks mit Ihrer Partei und gewissen anderen, von Ihnen für den Block in Aussicht genommenen sowir auf Ihre Vorschläge trotzdem noch des Nähe zialistischen Parteien möglich erscheint. Wenn ren eingehen, so nur aus dem Bedürfnis herausIhnen einiges vor Augen zu führen. Die Brünner Bezirksorganisation der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Prager Kurse am 18. Juli. 100 holl. Gulden. 1 Billion Mark.. 100 belg. Frants. 100 fchweiz. Frant 1 Bfund Sterling 100 Lire. 1 Dollar. 100 franz. Frants 100 Dinar 10.000 maghar. Stronen 100 boln. Bloth 10.000 österr. Stronen Geld 1289 00 8.06.75 154.50.00 616.50'00 148.8000 146.75.00 83.95.00 174 00.00 40.30'00 8.92.50 654: 00 4.71.50 Ware 105000 Besuchet das„ Haus der Arbeit“. 8.26.75.00 156.00'00.00 619.50.00.00 149.70'00.00 148.25.00.00 34.2500.00 175.50'00.00 40.80.00.00 4.4250 00 Ausstellung Aussig 1924. Zerstörer Kommunis mus. 660'00.00 Durch die Lotterwirtschaft der Kommunisten 4.91.50.00 wurde aus einem Arbeiterheim- ein privates Stino. Tages- Neuigkeiten. An die Toten des Weltkrieges. Wacht auf ihr Toten, die ihr liegt auf Frankreichs Feldern, ihr, die ihr starbt in Rußland und in Polens Sümpfen, in Flanderns Sand und in Armenien; Wenn man den Tatsachen flar in die Augen ihr, die ihr auf dem Grund der Meere ruht: sieht und Ihnen nicht, wie es men beliebt, Wacht auf, wacht auf! durch Umfrisierung der Partei der tschechischen Gewerbetreibenden in eine sozialistische Partei Gewalt antun will, liegen die Dinge im Brünner Gemeinderate in Wirklichkeit so, daß nach dem Ergebnis der legten Wahlen nicht die sozialistischen, sondern die bürgerlichen Parteien die Mehrheit besitzen. Aus dieser Tatsache gibt es nur eine einzige natürliche Stonsequenz und das ist die, daß die sozialistischen Parteien die ihnen durch Minderheitsstellung diktierte oppositionelle Front zu Es lebt ein Bolt, das droht euch zu vergessen beziehen haben und den bürgerlichen Parteien und diesen Krieg, der noch in unsern Gliedern durch geschlossenes und tatkräftiges Vorgehen Stück bebt, Euch ruft ein Mund, der eurer nic vergißt, euch ruft ein Mensch, der ewig um euch leidet. Sucht sie zusammen, die zerfetzten Glieder, zerscholjen, bleich, entmartt, und tretet an! Wir haben in der porigen Woche berichtet, daß die in Preßburg vor zwanzig Jahren gegründete, von den Kommunisten zugrunde ge richtete Volksst imme" nun von unseren Genossen wieder aufgerichtet wurde. Das Zugrunderichten des Parteiblattes zeigt nur einen Frankreichsleinen Teil jenes Vernichtungswertes vier Jahren an der organisierten Arbeiterschaft auf, das die stommunisten in Preßburg jeit verbrochen haben. Die Geschichte des Arbe terheims in Preßburg ist auch genug inter essant, um den Arbeitern die Augen zu öffnen. Das Arbeiterheim in Preßburg war länger als Arbeiterschaft, bis nach dem Umſturz die Słom zwanzig Jahre im Besitz der sozialdemokratischen munisten hiervon Besiz ergriffen. In diesem Arbeiterheim feierte die Preßburger Arbeiterschaft ihre Feste, hielt sie Versammlungen ab und leistete ihre Bildungsarbeit. Den schweren Kampf gegen die magyarischen Machthaber führte die Arbeiterschaft zum großen Teil in dent Massenversammlungen, die im Arbeiterheim abgehalten wurden; auch zahlreiche Organisationen wurden hier gegründet. Die Wiener Genossen, die in der Zeit vor dem Striege fast jeden Sonntag mittelst Separatschiff nach Preßburg famen, fnüpften hier das Band internationaler Solidarität. Das Arbeiterheim war der Preßburger Arbeiterschaft alles. Hier hörte sie die begeistern den Ansprachen der Genossen Kunfi, Bokanyi, Buchinger, Garbai, Teszarsz, Fenyes usw. Von den Wiener Genossen sprachen hier Winarsky, Adelheid, Popp, Wutschet, Danneberg, Forstner, Glödel, Staret, Domes usw., Vandersmissen aus Belgien, Schlicke aus Deutschland und viele andere. Die Kommunisten wußten mit dem Arbeiterheim nichts anzufangen. Es gab dort Um eure Kinder geht's, um eure Weiber, um cure Brüder, uns, die wir euch folgen sollen: Wacht auf und hört! für Stüd an Rechten für die arbeitenden das lechzt nach neuem Krieg, Menschen dieser Stadt abzutroßen der die Vernichtung weiter führt, und abzu kämpfen suchen müssen. Angesichts die ihr nicht ganz beenden konntet, dieser Tatsache bleibt der von Ihnen vorgeschla- weil euer Blut zu früh im Sand verrann, gene und auf der Voraussetzung der Mitarbeit der und eure Weiber nicht mehr hungern wollten, tschechischen Gewerbetreibenden aufgebaute soge- da ihnen schon der Tod im Naden saß. nannte sozialistische Block ein Phan= tom, das schon beim leisesten Wind- Das alles hat man heute schon vergessen, hauch wie ein Kartenhaus zusammenbre- Millionen find's, die hungrig an der Werkbank chen muß, denn die tschechische Gewerbepartei steh'n würde in dem sozialistischen Block das Bünglein und in Gedanken mit dem Kriege spielen, an der Wage bilden und ihr Versagen bei den weil sie den Feind am falschen Orte seh'n. einzelnen Abstimmungen müßte den Block sofort in die Minderheit treiben. Dieser Zustand würde Drum Tote auf, ihr seid genug, um neben jeden, die ganze Zeit hindurch oft tumultuöſe Szenen, für die proletarischen Parteien ein geradezu hö- der euch vergaß in friedlichem Gewerk, lisches Martyrium bedeuten und die Sache nun einen Mann zu stellen. denken, des Proletariats aufs schwerste schädigen. Sol de Stoßt in den Naden fic, wenn sie an Kriege faule Kompromisse zu schließen, überlassen wir den Antragstellern. und fallt in ihre Träume ein, so wie vom Wir für unseren Teil wollen von derlei nichts Schlachtfeld ihr erstandet: wissen. Mit flapperndem Gebein, entstelltem Angesicht, Dabei stelle man sich vor, welche Schlagkraft und laßt fie enre legten Schreie hören und Aktionsfähigkeit selbst nach dem Ausschei- in jeder Nacht, daß sie nicht schlafen können, den der tschechischen Gewerbepartei ein Block und auch der lepte auf den Knien liegt vor euch aufweisen würde, der nach Ihren Vorschlag und schwört, daß er euch nie vergessen will, trotz der vielen sozial, national, prinzipiell und und nimmermehr zur Waffe greifen, taktisch se verschieden eingestellten Parteien in die feinem Bruder Morb entgegenschreit. allen Hauptfragen nicht den Willen der Mehrheit, sondern die Einmütigkeit Denn wir sind alle Brüder, alle, alle, aller Zeile entscheiben ließ e. Diese Ein- ob wir in welscher oder deutscher Zunge reden. mütigkeit würde in grundsäßlichen Fragen fast nie und nicht der Mord des cig'nen Blutes ist's, der erzielt werden und damit das Schicksal des sozia- und befreit. listischen Blocks schon in der Geburtsstunde be- Rein, tausend Nein. Er ist es nicht! siegelt sein. Denn er ließe sich dann nur durch Das 8 Leben ist's, der Tat geweiht, eine Kompromißpolitik aufrechterhalten, die jedes die jeden Menschen heilig spricht. sozialistischen Geistes und jeder prinzipiellen und alle Not ist ausgelöscht auf Erden, Festigkeit entbehren würde und für die die bis. wenn wir uns wieder lieben werden. arge Raufereien und ab und zu eine Ver sammlung, in der auf die Sozialdemokraten ge schimpft wurde. Es ging immer mehr bergab, zum Schluß wurde, um die Einnahmen für das Arbeiterheim zu steigern, den Arbeitern vom Proletkult der Affenmensch Gogo gegen Entree gezeigt, der von der Polizei als ein Schwindler entlarbt und abgeschoben werden mußte. Die Kommunisten tamen ihren Verpflichtungen, die die sozialdemokratische Arbeiterschaft durch mehr als zwanzig Jahre wohl schwer aber doch pünftlich entrichtete, nicht nach und nun kam das Arbeiterheim in privatkapitalistische Hände, die daraus ein Kino machten... Sie haben also auch das Heim, nicht nur die Zeitung der Arbeiter in knappen vier Jahren verwirtschaftet. Die Geschichte dieses Heims, seine Blüte und seine Vernichtung entrollt im Kleinbilde die ganze Einwirkung der Kommunisten auf die Arbeiterbewegung. Einst kehrt das Heim hoffentlich wieder in sozialdemokratische Hände zurück, sowie die Arbeiter sich wieder aufraffen gegen ihre Zerstörer. Jahrg. 1 Nr. 12 Am 19. Juli 1924 Wer litt? Die proletarische Frau Ich sah unzählige Leichen liegen und die Gerippe von jungen Männern ich sah fie die Trümmer aller Gefallenen des großen Krieges. Aber ich sah, daß sie anders waren, als man gedacht; fie selber lagen im Frieden, sic listen nicht, die Lebenden blieben und litten, die Mütter die Frauen und Kinder, der finnende Waffen gefährte, und die übriggebliebenen Heeresic litten. Walt Whitman. litten, Erscheint an jedem zweiten Samstag sizzen sie daheim, mit kraftlos hängenden Händen,! Kriegswitive! Was heißt das? Eine unter( Sunstiverf an: sie sind mit Leib und Seele bei nach innen gekehrt die Blicke, die suchenden Augen, vielen Tausenden sein, eine unter vielen, vielen an der Arbeit. die Gatten und Söhne auf den Wegen der Gefahr deren. Aber ist das ein Trost, hilft das, einen Ver- In jedem Sinde lebt die Lust, mit seinen begleiten. Ach, es mochte mancher junge Mann in lust, der unersetzlich ist, leichter zu tragen? Wie feinen Händen Kuchen zu backen oder durch die glücklicher Hoffnungsfreudigkeit die nächsten Tage arm, wie bescheiden war doch das Glück, das sie sich Fingerchen Sandkörnchen rieseln zu lassen. Ach, fehen, als seine Mutter, es mochten manchem, aufgebaut hatten? Drei Jahre vor dem Seriege wenn sie nur mit den Händchen auf die Erde dessen Frau nie mehr leuchtende Tage sah, die hatten sie geheiratet. Mühsamt hatten sie gespart, flopfen fönnen! fommenden Wochen weniger grauenvoll erscheinen bis sie das Geld für die allernotwendigsten Möbel als ihr! Denn für die Männer gab es, auf dem beisammen hatten. Alles hatten sie von der Zu Transporte wenigstens, noch hie und da eine funft erwartet. Wenn erst der Bub und das Mä Stunde des Vergessens, im Scherz der Kamera del größer sein werden. Und nun, da sie heran den, in der Laune des Weines vielleicht, nicht wachsenach, aber wie bleich sind sie!-nun aber für die Frauen! Sie waren immer dabei wird der Vater sie nicht sehen und nie werden die dort, wo gräßliche, unvorstellbare Gefahren droh Kinder den Vater, den sie faum gefannt, wieder Hand. ten und bangten und zitterten um ihre Liebschen! Was soll aus ihnen werden? Und was aus sten immer, immer! So waren sie dabei von ihr, der Frau? Wird sie denn fähig sein, sich allein gehen. durchzuschlagen, allein die Kinder großzuziehen? Natürlich muß das Sind auch spielen. Darüber ist sich Frau Dr. Stolze klar. Jeden Nachmit tag geht sie mit ihrem kleinen Rolf spazieren. Das ist ein muntrer Junge. ,, Mutti, Muttider Sandhaufen!" Der Kleine Appelt voller Ungeduld an hrer ,, Na, jei doch artig! Du fannst ja auch hinZitternde Hände machen ein Feldpostpaket Und wie mag es dem armenLiebsten ergangen sein machiti Daß du dich aber ja nicht schmutzig ,, Nicht fnien, nicht fnien...", hört er da seine Mama rufen. Erschrocken ſteht er auf. Rolf ist ein artiges Sind und immer folgjam. Nach einer Weile fauert sich der Kleine, Das ist erlaubt. Frau Dr. Stolze aber felgt ihrem Söhnchen wie mit Argusaugen. Geht die Frauen nichts an...! eiten Tage an. Ob Krieg oder Friede, ob Militarismus oder zurecht. Schmerzzudend: Lippen, die nicht mehr in seinen letzten Stunden? Keine liebe Hand, die Warnend jagte es Frau Doktor und jest fich nicht, das geht die Frauen nichts an. Kämpfen aufgehört haben, einen lieben Namen zu flüstern, ihn weicher und bequemer bettete, die ihm die auf die Rubebant. Der fleine Rolf sieht einen und bluten muß der Mann, also ist's auch ganz werden einen Augenblick lang verschönt von einem fieberbeiße Stirne fühlte, fein Mund, der ihm Augenblick den Kindern zu. Dann ist er aber allein seine Sache, über alles das, was mit diesem milden Lächeln der Vorfreude: Wird er froh sein, Trostesworte zuflüsterte, kein Auge, das liebe auch bei voller Arbeit. seinem männlichsten" Tun dem Kampfe zu wird er sich freuen? Ich hab doch mein letztes voll den Blick in seines tauchte, da es Abschied sammenhängt, zu entscheiden. So sagen sie alle, Geld zusammengerafft, wenn er nur überhaupt nahm von der Welt!.... Und Tränen fließen, die Anhänger der„ Wehrhaftigkeit" und Kampf- noch lebt, wenn ich nicht vielleicht schon um einen in solchen Strömen fast, wie an den Fronten das tüchtigkeit" des Voltes, und sie nehmen dabei Toten mich sorge!- Hunderttausende haben mit Blut. Denn fein aus, kaum eine Wohnung, in ohne weiteres als selbstverständlich an, daß die zitternden Sänden Liebesgaben in Pakete zusam- der nicht die Nächte durchweint werden. Keine Männer friegerisch und waffenfreudig feien, der mengeschlossen, hunderttausende haben ihre ganze Stadt und fein Dorf, in der nicht gleiches Leid ein Kampf mit den Waffen gewissermaßen Betätigung Liebe, ihre ganze Sorge, ihr ganzes Leid mit ein- gefehrt ist. Kein Land, in dem nicht der selbe einer männlichen Naturanlage sei. Erbliden sie geschlossen in diese fleinen, unscheinbaren, unifor- Schmerz die Frauen quält! doch darin, daß immer häufiger und immer nach- men Päckchen.... drücklicher pazifistische( friedensfreundliche) Anschauungen auftauchen, einen Beweis der Verweiblichung unserer Zeit! In einem deutschnationalen Blättchen hab' ich fürzlich gelesen: Doch in dem kleinen Rolf regt sich etwas. Der Sand zieht ihn gewaltig nieder. Und che cr sich noch bedacht, gräbt er als fleiner Bergmann mit den andern Jungen weiter. Frau Dr. Stolze hat einen Augenbiid nicht hingesehen. Und nun das Kind...! Rolf, Rolf, willst du gleich aufstehn, du sollit nicht fnien...!" Sie schreit es aufgeregt. Rolf aber liegt jest in der Erde. Da ruft jie noch einmal:" Nicht fnien, nicht fui- en...!" Rot wie ein Strebs läuft das Gesicht vor Aerger an. Mit aller Lungenkraft hat sie gerufen. Die letzten Worte flingen auch im Ohre Rolfs. Nnicht fnien...!" Geschwind springt er von seiner Arbeit auf. Er blidt verwirrt um sich. herausgerissen aus seiner ernsten Tätigkeit, aus feinem Reich. Spielen fannst du, nicht knien." Mit diesen Worien reißt ihn die Mama ganz aus seiner Welt. Nun hört er wieder art g Frau Dr. Stolze läßt aber jetzt feinen Das war noch im ersten Kriegsjahre, da Noch immer fein Brief! So schleicht Teg um schrieb eine französische Wutter an eine deutsche: Tag, Woche um Woche. Jeder Morgen entzündet Im Herzen sind alle Frauen Schwestern." Alle Die Waffen sind des Mannes eigen, wo neu die Hoffnung, jede Stunde des Tages trübt Frauen trugen damals gleiches Leid. Alle Frauen, Männer fämpfen, sollen Weiber schweigen. sie mehr und mehr. Jeder Abend breitet Schleier auch wenn sie einander nicht verstanden hätten, Doch freilich: Männer gibt's in unser'n Tagen, über zertrümmerte Erwartung, über gewaltig sich wenn sie miteinanderWorte getauscht hätten, da ja die Weiberkittel sollten tragen." aufredende Verzweiflung. Qualvolle Üngewißheit! der Unterschied der Sprachen sie trennte, alle " Bölfischen" Knyben mag mit solchen Pfeffer- und doch gesegnet, weil die Gewißheit vielleicht Frauen fühlien sich einander näher gerückt, in luchensprüchlein zu imponieren sein. Sie mögen überhaupt nicht zu ertragen! Ach, daß nicht alle den Herzen aller Frauen glühte Schmerz auf, um sich auch schon als Helden dünken, wenn sie sich Frauenherzen zerbrachen, beweist es nicht alle Leidenden, um die vielen, vielen Millionen, einmal dessen bewußt geworden sind, daß sie Kraft der Frau, die alles friegerische Heldengetue die schuldios Opfer des Krieges geworden. In den Knaben sind, und mögen nun nach der Waffe überwiegt? Herzen fast aller Frauen wuchs der Wille, so unschreien wie das Kleinkind nach dem Schnuller. geheuerliches Verbrechen nicht mehr zu dulden, Frgend einen Zusammenhang mit der Wirklichkeit In die Reihe! Nicht vordrängen! Anderehrer Seelen Sehnsucht forderte:„ Nie wieder haben solche„ völkische" Reimereien natürlich nicht, warten noch länger! Jede friegt ihren Teil, wenn Strieg!" und damit, daß man es behauptet, ist noch lange der Vorrat reicht! Das fönnt' jede sagen, daß nicht bewiesen, daß die Freude am Krieg wirklich fie ein frankes Kind daheim hat. Wer hat denn eine Eigenschaft der Männer ist. Dürfte man nach jetzt feine kranten Kinder? Dafür ist halt Strieg! Noch mehr von Kriegserlebnissen der Frauen auf fic. dem persönlichen Heldentum der Kriegsführer auf Da kann man nichts machen. Ja, wenn Sie heute reden? O, man fönnte es noch stundenlang! Man ihre Männlichkeit ſchließen, dann ſtünd es darum fein Mehl friegen, da müssen Sie half bis zum fönnte reden von der Frau als Krankenpflegerin, Augenblick das Kindchen aus den Augen. Fol herzlich schlecht! Jst nicht Wilhelm Großmaul sofort nach Holland ausgerissen, als die Sache für mehr Glüd! Ihre Kinder haben Sunger? Ja, Frau, die auf den Wiesen brauchbare Sträuter er hin und her im Sand. Bald lebt er auch fort nach Holland ausgerissen, als die Sache für nächsten Mal warten; vielleicht haben Sie dann als Oberbauarbeiterin bei der Bahn, von der gen muß es, sonst... der Kleine greift nun wieihn gefährlich werden konnte. Folgte nicht Luden wer hat denn Kinders, die jetzt feinen unger fucht, fie für ihre Kinder zu fochen, von der Frau, von Neuem mit seinem Tunnel. Ganz forglos dorff dem erhabenen Beispiele seines Obersten haben? Hunger haben wir alle. Dafür ist jetzt die einen bein oder armlosen Mann zu pflegen mit Eifer an dem begonnenen Werke weiter. Striegsherrn", indem er nach Schweden reiste, Krieg. Jekt ist das Hungern eine patriotische hat, unerschöpflich ist das Buch der Kriegsleiben Doch das hat seine Mama sofort geschen. Böse cine feine Nuance feiner gleichgearteten Fahrt dadurch anfügend, daß er auch seinen Helden Betätigung. Jetzt hungern wir für das Vater der Frau. Sie war dabei, sie mußte dabei fein, erhebt sie sich von ihrer Ruhebank und schreitet namen ablegte und sich eine farbige Brille auf- und den anderen ein schlechtes Beispiel gibt und feiste? Wie, und gerade diese Lindström- Luden die zum Durchhalten nötige Siegesstimmung ser dorffs und diese Wilhelms, wären die Berufenen, stört, der wird eingesperrt.. über Krieg und Frieden zu entscheiden nicht nur zu reden!- und die Frauen, die mit dabei waren bis zum bitteren Ende, sie nicht? Sie ginge das nichts an? Aber waren denn die Frauen dabei? Nun, reden wir davon, wie die Frauen am Kriege teilnahmen! Dann läßt sich leichter davon reden, ob das sie etwas angeht oder nicht, die Frage Strieg oder Frieden"! Munitionsarbeiterinnen! Gelbe Gesichter, ge bleichte Haare. Irgendwo- wer weiß wo der Mann- vielleicht gefallen, vielleicht gefangen. Bont Unterhaltsbeitrag fann man nicht leben. Also arbeiten! Arbeiten für die Kinder! Flüche des Aufsehers in den Ohren, bange vor Zudringlichkeiten männlicher Kameraden, entsetzt über die Wirkungen dieser Arbeit auf den Körper, mühsam ſchiert. In brehende heren tragen ſie all; uſchnelle abtroßend— ach, was iſt das für ein entsetzliches Mobilmachung. Die Männer sind abmar- dem unterernährten. Störper die Kraft zur Arbeit Büge. Die Frauen und Wütter sind daheimgeblic- Leben! Wie lange noch? Wie lange noch? verklungen sind ihre Abschiedsruse. Nun ben 1 Der Heimgekehrte. „ Ja was ist denn so ungewöhnlich an meinem Gesicht?" Laut lachend ging die Schwester hinaus, der Warunt seid ihr überhaupt so bleich und Bruder aber sagte in ruhigem, überzeugungs so cinsilbig und Huscht um mich herum wie vollem Tone: Schatten?" Der Bruder lachte laut auf und fagte: Wir sind doch nicht einfilbig!" Und die Schwester sefundierte ihm: ,, Wir reden doch in einem fort!" Ich muß einmal sehen, wie weit das Abendbrot ist", sagte die Mutter und ging hastig hinaus." Ja, du hast dich nur wenig verändert. Eine fleine Glaße hast du bekommen." ,, Dante dem Herrgott, daß ich wenigstens ( niet er nieder und seine fleinen Hände taient bis zu ihrem fläglichen Ende. Und dann soll sie wortlos nach dem Sandhausen hin.„ Stehst du die mehr erlebte in diefem Striege und ganz gefährt von seiner Arbeit auf. Die harten Worte über Krieg und Frieden nicht mitreden dürfen, sie, gleich auf...". herrscht sie ihr Söhnchen an und zerrt es äugerlich am Aermel. Der Steine wiß Schlimmeres als Dutzende Generale? die aber hat sein Geist nicht aufgenommen, er it Frauen werden mitreden! Sie werden sagen, Sie werden sagen, was sie vom Kriege wissen, werden es ihren noch Bergmann im tiefen Schacht. Er sicht fay Kindern fünden und denen, die noch friegsgläubig nur von seiner Mama hin und her geschüttelt. „ Du garsi' ges Kind... Du sollst nicht fnien. sind und sie werden, was sie angeht, das ihre tatu, ich fann nicht mehr mit dir hierher gehen um die Parole zur Weltparole zu machen:„ Nie ich kann nicht mehr mit dir hierher gehen..." Und dann fiopft sie mit ihrem Handschuh der wieder Krieg!" Staub ab, der an dem Kleinen hängt. Der Stleine blicft aber immerfort auf seine Arbeit. Der Sandhausen. ,, Gud mal, Mama, mein Tunnel... Nech voller Freude kommt's aus dem Kinderseleinen wühlen entsig im Sand, sie bauen Tun und keinen Sinn. Sie faßt verärgert den SteiSier wimmelt es in bunten Farben. Die mund. Frau Dr. Stolze hat dafür fein Ohr nel und Straßen und Gärten, sie schaufeln und nen an der Hand und geht weiter spazieren... graben cifrig, dann guden sie sich aufmerksam ihr Johannes. Berthold. „ Natürlich. Ich bin ja kein Briefträger!" Ter Bruder blieb plötzlich stehen und fragte: Sag mal- wovon zittert eigentlich dein Stopf so?". at nichts zu sagen.... wird vergehen, meinte der Doktor." ,, Und auch deine Hände zittern?" Ja, ja auch die Hände. Wird alles vergehen. Fahr mich nur, bitte, ein bißchen, das Stehen langweilt mich." Sie hatten mich aus der Stimmung gebracht, diese Leutchen, die mit mir so gar nicht zufrieden schienen. Aber die Freude fehrte wie der ein, als man mir mein Bett bereitete ein wirkliches Bett, mit wirklichen, weichen Kissen, wie man sonst nur draußen auf dem Schlachtfelde schreit: Was ist denn das? Was ist denn das?" Und sie stürzte auf mich zu, umarmte mich, warf sich vor mir nieder und barg ihren Stepf an I meinen verstümmelten Gliedmaßen, wich schau dernd zurück und schmiegte sich wieder an, wobei sie diese unglücklichen Stummel mit Stüssen bedeckte und schluchzend ausrief: dir geworden! Du zählst doch erst dreißig Jahre! ,,, mein Lieber, Guter! Was ist denn aus Du warst jung und schön. S, was ist das, was ist das? Wie grausam sind doch die Menschen! Warum das? Wer hat einen Nußen davon? Du mein armer stiffer Sunge, mein Lieber, Deber" meinen Stopf behalten habe," verseßte ich mit Gleichmut. Aber wohin sind sie denn alle aus gerüct? Erst die eine, dann die andere Fahr' mich doch ein bißchen durch die Zimmer! Ein prächtiger Stuhl so bequem und völlig ,, Gewiß, ihr seid so schweigsam", wiederholte geräuschlos! Was hat er gefoſtet? Auf's Geld ich mit Bestimmtheit. Seit dem frühen Mor- foll's mir sicherlich nicht ankommen: ein paar gen höre ich nicht ein Wort von euch, ich allein Beine will ich mir faufen, besser als... ah, da Und auf ihr Geschrei famen alle herbeigeschwaze immerzu und lache und freue mich. hängt ja auch mein Zweirad!" die auf meiner Bettstelle lagen; ich hatte diese laufen, die Mutter, die Schwester, die Kinderfrant Freut ihr euch denn nicht, daß ich zurück bin? Es hing an der Wand noch so gut wie neu, Bettstelle vor vier Jahren, als wir Hochzeit und sie alle weinten und sprachen durcheinander Und warum weicht ihr mir immer mit euren nur daß die Pneumatifs schlaff geworden waren. machten, selber gekauft. Ein reines Laken wurde und warfen sich vor mir zu Boden und weinter Blicken aus? Habe ich mich denn so sehr ver- Am Vinterrad haftete noch etwas trockener darüber gedeckt, dann wurden die Niſſen tüchtig so bitterlich. Auf der Türschwelle aber stand ändert? Es muß wohl der Fall sein. Ich sehe Schmuß- von der letzten Radtour, die ich da- aufgeschüttelt und die Dede umgeschlagen: ich mein Bruder, bleich, ganz bleich, und seine Stinnauch keine Spiegel. Ihr habt sie wohl fortge mals, vor dem Ausmarsch, unternommen hatte. war Zeuge dieser feierlichen Zeremonie und die lade bebte und er schrie in wimmerndem Ton: nommen? Gebt mir doch mal einen Spiegel Der Bruder schwieg und schob den Stuhl nicht Tränen standen mir in den Augen vor Lachen. Ich werde bei euch hier verrüdt, ich werde weiter. Ich verstand sein Schweigen und Zögern. verrückt!" Gleich bring ich ihn", sagte meine Frau; sie tam lange nicht zurück, und den Spiegel brachte ,, Von unserem Regiment find nur vier Offis schließlich das Stubenmädchen: Ich blidte hinein siere am Leben geblieben", sagte ich düster. Ich Und das da" ich - und fah dasselbe Gesicht, das ich bereits unter- habe noch Glück gehabt wegs im Waggon und auf den Bahnhöfen ge- wies auf das Zweirad. das kannst du jetzt besehen hatte: es war mein altgewohntes Gesicht, nüßen, nimm es dir gleich morgen." etwas gealtert, aber sonst ganz dasselbe. Sie ,, Gut, ich will's nehmen", sagte der Bruder schienen erwartet zu haben, daß ich vielleicht auf- in ergebungsvollem Ton. Ja, du hattest noch schreien oder in Ohnmach: fallen würde und um Glüd. Die halbe Stadt hat bei uns Trauer. so mehr freuten sie sich, als ich in aller Ruhe und die Beine nun, die sind.... schließlich...." fragte: her!" -Und nun zieh mich aus und bring mich zu Bett!" sagte ich zu meiner Fran. D, wie ich mich darauf freue!" „ Sofort, mein Lieber!" ,, Nur rasch. rasch!" Ja. was ist dir denn?" Sofort, mein Lieber!" Sie stand hinter mir, neben der Wasch toilette, und ich wandte heftig den Kopf nach ihr aus. Da schrie sie plötzlich auf, so jäh und laut, Und die Mutter froch um meinen Rolljessel herum und weinte nicht mehr, sondern röchelte nur noch heiser und schlug mit dem Kopf gegen die Räder des Sessels. Dort aber, an der Wand, stand das saubere Bett, mit den aufgeschütteltent Kissen und der umgeschlagenen Decke, dasselbo Bett, das ich vor vier Jahren gekauft hatte damals, als wir Hochzeit machten. Beite 6. Devisenturfe. Die tschechische Krone notiert in: NewYork 100 Kč Zürich 100 Berlin Bien ... Dolar 2.93.62 Schweiz. Frant 16.40.00 Mart 122.700,000.000.0) . österr. Nronen 2.088'00 Ein Fliegerunglüd nach dem andern. Absturz eines Militärflugzeuges bei Budweis. Pilot, Beobachter und Flugzeug verbrannt. Budweis, 18. Juli. Bei einer Flugübung erlitt heute um 8.45 Uhr früh bei einer Notlandung das Militärflugzeug SS 2-32 vom Flugregiment Nr. 1 bei Hartowi, nördlich von Budweis, eine Havarie und verbrannte. Der Pilot, Oberleutnant Křečan und Beobachter, Leutnant Wondraček, wurden als vertohlte Leichen geborgen. Antisemitismus um jeden Preis! Der beutschnationale Volksruf" bringt in der stän digen Rubrit Der Antisemit" in seiner letzten Nummer folgende Notiz: Jübliche Anmaßung. Die Bohemia" vom 11. Juli bringt folgende welterschütternde Nach richt: Der jüdische Fußballverband für die Tschechoslowakische Repu blit hat Mattabi"( Brünn) und„ Hakoah"( Olmüß) gesperrt, da sie ihre nichtjüdischen Spieler bis zum angeordneten Stichtage, dem 1. Juli, nicht ausgeschlossen hat." Recht so. Arier haben in jüdischen Vereinen nichts zu tun, sind daher hinauszuschmeißen und der jüdische Fußballverband hat ganz recht gehandelt, daß er bis zum 1. Juli die Entfernung der Nichtjuden aus den jüdischen Fußballvereinen verlangte. Unrgekehrt gehört natürlich auch in feinen deutschen Verein ein Jude und es wird gut sein, auch hier eine Frist zu stellen, bis zu welcher die Juden aus diesen Vereinen austreten müssen, widrigenfalls dieser Verein nicht mehr als deutscher Verein bezeichnet werden kann. Was die wiedergegebene Notiz der„ Bohemia" mit Jüdischer Anmaßung" zu tun hat, wird jedem unklar sein. Dem„ Voltsruf" Schreiber sicher auch, denn sonst hätte er wohl zu dieser jüdischen Anmaßung" faum Recht so" gesagt. Oder bezeichnet gar der„ Bollsruf" seinen Ratschlag am Ende der Notiz mit jüdischer Anmaßung"? „ Böltischer" Monolog am Stammtisch. Stammtisc ,, Damals, ja, das war eine herrliche Zeit, als wir riefen und sangen: Jeder Tritt ein Brit." 11 19. Juli 1924. talenber eben nach der Seite hin ergänzen soll, daß die jüdische Abtunft oder Verwandtschaft dieser oder jener Adalsfamilien registriert wird. Eine interessante Persönlichkei in der völkischen Landtagsfraktion ist auch der Vorsitzende, Abgeordneter Dr. Glaser, der beeits dem vorigen Landtag angehört hat. Er wurde damals der Mittelpartei vom bayerischen Industriellenverband, der sich ja die Wahlen etwas tosten läßt, als Kandidat überwiesen. Während Glaser damals als junger Mann" des Dr. Rieppel von der Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg tätig war, ist er inzwischen zu der Firma des Berliner Kohlengroßjuden Cäsar Wollheim hinübergewechselt." Matteottis Leiche. Auf Anzeigen hin, daß der Leichnam Matteottis in Ponte Catena zwischen Rom und dem Meere begraben worden fei, hat die Polizei die dortige Gegend genau durchsucht. Es fonnte kein Ergebnis erzielt werden. Auch Verhöre der Bewohner ergaben feine Spur des ominösen Automobils. Eine furchtbare Auswanderertragödie hat sich vor kurzer Zeit auf einem nach Südamerika fahrenden Auswandererschiff abgespielt. Josef Szögyeni, ein wohlhabender Landwirt, der früher in Becskeret, später in der Gemeinde Debeljacs in Ungarn lebte, wurde ebenfalls vom Auswanderungsfieber erfaßt und schiffte sich im Feber mit Weib und fünf Kindern nach BrafiLien ein. Die Reise wurde für den Mann ver hängnisvoll; er erkrankte nach einigen Tagen und starb furz darauf. Der Leichnam wurde ins Meer versenkt. Seit jener Zeit war die verlassene Frau von Trübsinn befallen, und eines Tages faßte sie zuerst die dreijehnjährige Tochter, dann den zwölfjährigen Sohn und endlich den Jüngsten ,, den sechsjährigen Lajos und warf ihre Kinder uber Bord, um gleich darauf selber in das Meerzu springen. Man stellte zwar Rettungsversuche an, die Unglücklichen hatte die See jedoch schon verschlungen. Bubonenpest in Griechenland und Süd- Rußland. In Patras wurden sieben, in Calamaro drei Fälle von asiatischer Bubonen pest offiziell festgestellt. Von seiten der griechischen Behörden wurden die nötigen Maßnahmen zur Hintanhaltung eines Umsichgreifens der Epidemie getroffen. Desgleichen er Die Popen müssen umsatteln. Da die nüßen und sind die Karten für den Sportschnell- Feiglinge befänden, durch deren Tätigkeit der Sowjetregierung die orthodoxen Geistlichen nicht zug ohne Aufschlag zu anderen Zügen gültig. Von Mißerfolg des November- Putsches in erheb- mehr bezahlt, sind diese genötigt, sich einen neuen einem Att besonderer Beamtenrüdsichtslosigkeit lichem Maße herbeigeführt worden sei. Beruf zu suchen. Ein Bischof, der jüngst in Mos tönne daher nicht gesprochen werden. Die telephonische und telegraphische Berbin- tau eintraf, hat nach der Jswestja" dort jetzt Klofač bei Macdonald. Senator Klofac dung zwischen Prag und Wien wurde gestern einen Brauausschant eröffnet, und der wurde Freitag in Begleitung des tschechoslowa- gegen 8 Uhr früh unterbrochen. Als Grund hiefür Pope Ljubinow hat sich genötigt gesehen, einen tischen Gesandten in London Dr. Mastny vom wird ein Streik der Wiener Postangestellten ange- Busten als Aufseher eines Holzhofs an englischen Premierminister Macdonald empfan- geben, welche mit dem in Beratung stehenden Ge- zunehmen. Besser als die Geistlichen sind die gen, mit dem er eine längere Unterredung hatte. fete betreffend die Reform der Gehälter der Kirchenfänger daran, die zumeist mit prächtigen Der Doppelmord von Zwittau. In Wien wur- Staatsbeamten unzufrieden sind. Stimmen ausgestattet sind und deshalb im den, wie auch wir gemeldet haben, gegen Ende der Traurige Folgen des Studentensuffs. Aus heater chor leicht Unterkunft finden. Beneš und die Judenfrage. Die Selbst vergangenen Woche auf Grund einer Meldung fäch Innsbruck wird gemeldet: Zwei Studenten, wehr veröffentlicht ein Interview Dr. Benešs fischer Sicherheitsorgane zwei Männer verhaftet, die ein Mediziner und ein Jurist, verließen um mit dem Vertreter eines jüdisch- amerikanischen des doppelten Raubmordes von Zwittau beschul- 2 Uhr nachts nach einer Kneiperei ein Gasthaus Blattes, zu dem sich Dr. Beneš über die Juden- digt wurden. Infolge eines Hörschlers bei der tele- in der Erlerstraße und warfen aus Uebermut frage wie folgt geäußert hat: Was die Juden phonischen Uebermittlung der Nachricht( Verwech- einen Spazierstock über die Mauer des Gasthaus betrifft, so betrachten wir sie als eine Nation, flung der Orte Zittau in Sachsen mit Zittau in gartens in den Nachbargarten. Um den Stock zu die alle Rechte bei uns genießt, die ihr der Mähren) wurde jedoch zuerst angenommen, daß es holen, brangen die beiden Studenten in den NachMinoritätsvertrag zusichert. Selbst- sich um die Verhaftung der Doppelmörder von Be- bargarten und erbrachen mit Gewalt und hielten auch die Konstantinopler Behörden offiverständlich werden wir nichts dagegen unter- tersdorf, das in der Nähe der sächsischen Grenz- Lärm eine Holztür. Da sie in der Dunkelheit den zielle Nachrichten über das Vorkommen von nehmen, wenn ein Teil der Juden zu einer nichtstadt Zittau liegt, handelt. Wie jedoch nunmehr Stock nicht fanden, gingen sie in den Hof. Vom Pestfällen am russischen Litorale des jüdischen Nation neigen sollte, aber wie ich feststeht, handelt es sich um den doppelten Raub- ersten Stod erfchollen plöslich die Rufe: Salt, Schwarzen Meeres, weshalb die Hafenbehörden bereits gesagt habe die jüdische Bevölkerung mord an den Schwestern Weißmayer in Zwittau. oder es wird geschossen! Einbrecher! Banditen!" das gesamte russische Küstengebiet als peſtgefährals solche wird in unserem Staate als eine Verhaftet wurden der Schuhmachergehilfe Gloser Da die Studenten nicht stehen blieben, feuerte der lich erklärten. eigene Gruppe betrachtet. Bei uns hat es und der Webwarenarbeiter Friedl, die nach hart- Stellermeister aus einem Militärgewehr auf die Antwerpen von Bienenschwärmen heimges nie antijüdische Ausschreitungen nädigem Leugnen schließlich beide das Geständnis vermeintlichen Einbrecher, wobei dem Mediziner sucht. Pariser Blätter melden aus Antwer gegeben, es fann feine und wird keine geben. ablegten, an dem Raubmord mit zwei anderen Bur- der linke Oberschenkel durchschossen pen, daß diese Stadt durch den Einfall von Auf die Bemerkung, daß die jüdische Bevölkerung schen beteiligt gewefen zu sein. Sie gaben an, ein wurde. Der Jurist erlitt durch Splitter eine Ver- Bienenschwärmen heimgesucht wurde, welche die überrascht gewesen sei, daß kein einziger Vertreter gewisser Johann Nedoma, der eigentliche Anftif- legung am rechten Augenlid und an der rechten Beleuchtungskörper an den Häuserfronten bededder Juden in Karpathorußland ins Parlament ter bes Mordplanes, der auch in Wien geweilt hatte, Wange; ein Geschoßsplitter drang ihm ins rechte ten, so daß die Stadtbehörden umfangreiche Vorgekommen wäre, fagte Minister Dr. Beneš, daß sei noch im letzten Augenblick geflüchtet. Eine De daran die lokalen Verhältnisse, aber auch die pesche des Dresdener Polizeipräsidiums meldet nun, Ein Justizslandal in Bukarest. Vor einem Uneinigkeit der Juden selbst Schuld trügen; er daß Friebl und Gloser gemeinsam mit Nedoma in Jahre erregte es in Bukarest riesiges Aufsehen, Expreßzuges berichtet das Berliner Tageblatt", glaube aber, daß die Juden bei den nächsten Dresden angehalten worden waren, als sie Silber daß in der Nähe des Dorfes Ciurea ein Bauern daß bisher acht Tote und 60 Verwundete Wahlen ihre gewählten Vertreter in der Natio- und Goldbruch an den Mann zu bringen suchten. bursche, der auf der Landstraße einem ihm ent- festgestellt werden konnten. Die Zahl der Todes nalversammlung haben werden. Bon Dresden wandten sich die Räuber nach Wien, gegenkommenden Automobil nicht schnell genug opfer scheint aber noch größer zu sein. Die tschechisch- fleritalen„ Lidove Lifth" find wo awei von ihnen das verdiente Schicksal ereilte. auswich, von den Insassen des Seraftivagens mit aus dem Häuschen geraten. Mit großer AufEin Freiballon im Kanal gescheitert. Aus Ein Steinzeitfund. Bei den Arbeiten auf den einem Gewehrkolben einen Schlag auf den Kopf Boulogne- sur- Mer wird gemeldet: Hier ist machung und eindringlichem Pathos verkünden„ Anděly" in Střešowitz bei Prag legten Arbeiter erhielt, so daß der Bursche kurz darauf starb. Man eine Schaluppe mit den Insassen eines im Kanal fie, daß sie die Gefahr entdeckt haben, die diesen in einer Tiefe von eineinhalb Meter eine Wohn- mankelt, daß die Tat von einer hochstehenden Per- gescheiterten Freiballons eingelaufen. Der Ballon Staat bedroht. Ganz verblüfft" von der gerade- itätte aus der Steinzeit frei. Es wurden sönlichkeit begangen wurde, und unter dem Druce war am 14. d. in Paris aufgestiegen und ist lange zu„ sensationellen" Aussage des Oberstl. Bese- Longefäße und einige steinerne und beinerne Ge- der öffentlichen Meinung wurde von den Zivil- Zeit durch heftigen Sturm zwischen der franzöſiIy" im Benzinprozeß, der sichergestellt habe, daß räte gefunden. In dem tieferen Teile des Fand- behörden eine Untersuchung eingeleitet. Das Er- schen und der englischen Küste hin und her ge im Hintergrunde mächtigere Faktoren, ausschließ- ortes wurde die Feuerstätte aufgedeckt. In den gebnis der Untersuchung wurde der Deffentlichkeit trieben worden. Donnerstag früh war er dann lich Mitglieder der Freimaurerloge„ Come- wertvollen archäologischen Ausgrabungen wird wei- vorenthalten, jedoch dem Militärgerichte auf dem Meeresspiegel niedergegangen, wo er nius" arbeiten, stellen sie fest:„ Niemand werde ter fortgeschritten. mitgeteilt, da als Täter eine Militärperson in Be- am Nachmittag von der Schaluppe aufgefunden tracht tam. Der Militärstaatsanwalt stellte jedoch wurde. so naiv sein, anzunehmen, daß die Freimaurer sich bloß um Benzinlieferungen bekümmern. Schon Handgelenk. tehrungen treffen mußten. Zu der Entgleisung des Mailand- Novarer Unsere Bruderpresse in Deutschland ist vogel- daß der Täter nicht mehr zu eruieren sei. Die ftellung. In feinem Land wird die Sonntagsruhe die weitere Untersuchung mit der Begründung ein, Die englische Sonntagsruhe und die Reichsautsdas bloße Faktum, daß die Fraimauerer in eine frei! Vor einigen Tagen fam es bekanntlich zu Blätter veröffentlichen nun den Bericht des Unter- so streng gehandhabt wie in England, wo jede laute so spezielle und untergeordnete Sache, wie das Hausdurchsuchungen in der„ Dresdener Volks- suchungsrichters, der die Angelegenheit zuerst ver- Veranstaltung am Sonntag streng verboten ist. Die Benzingeschäft, eingreifen, lasse vermuten, daß zeitung", um den Verfasser eines Artikels zu folgte. Aus dem Bericht geht klar hervor, daß der Eröffnung der britischen Reichsausstellung in Wemdiese mysteriösen Hände auch an be- eruieren, in dem über eine Sigung des vom Land- Totschlag von dem Kommandanten der bley hat nun eine absonderliche Lage geschaffen. deutungsvolleren Staatsangelegenheiten tag eingesetzten Untersuchungsausschusses über Gendarmerie in der Moldau, Oberst Non- leber zehn Millionen Engländer der arbeitenden arbeiten. Für uns Katholiken ist es ein geradezu das unerhörte Vorgehen der Reichswehr gegen stantin Stere, begangen wurde, als der Oberst Stasse sehen sich der Möglichkeit beraubt, die Auserschütterndes Faktum, daß internatio die Zivilbevölkerung berichtet worden war. Das von einem Jagdausflug in seinem Ford- Wagen stellung zu besuchen, da diese am Sonntag auf nale Freimaurerorganisationen, deren Hauptziel Vorgehen des Oberreichsanwaltes, der gegen den nach Jassy zurückkehrte. Aus dem Bericht geht Grund des Gesetzes geschlossen bleibt. Ein bekann die Vernichtung der katholischen Kirche ist, einen Verfasser dieses Berichtes das Verfahren wegen weiter hervor, daß die von dem Untersuchungs- ter englischer Barlamentarier, der Admiral Guy so bedeutenden Einfluß auf die Leitung dieses Landesverrat einleiten will, stellt einen richter einvernommenen Zeugen von Gendarmen Gaunt hat mit Rücksicht auf die unhaltbaren VerStaates haben." Tas Blatt fordert schließlich zum glatten Bruch der Reichsverfassung gezwungen wurden, ihre belastenden hältnisse jey. die Frage vor das Parlament gebracht. Rampf für die Reinigung des Staates von den und des Preßgefeßes vor, wornach wahrheitsge- Aussagen gegen den Gendarmerieoberst zurüd- Sein Antrag fordert, daß die Ausstellung auch „ schädlichen Einflüssen der jüdischen Freintaurer- treue Berichte über öffentliche Parlamentsver- zuziehen. logen" auf. handlungen von jeder Verfolgung frei sind. Sonntags geöffnet bleibe, weil sich der Staat nicht Zur Aufklärung. Zu der in der Nr. 167 ver- Es ist Vorsorge getroffen, daß der Reichsjustizzige Jude im bayerischen Landtag ist nen von Bürgern von den Besuch der Ausstellung Der völlische Judenstämmling. Der ein- der Ungerechtigkeit schuldig machen dürfe, Millio öffentlichten Notiz„ Ein Aft besonderer Beamten- minister sich zu dieser Sache äußern muß. Mitglied der völkischen Frattion! Unter auszuschließen. Der Antrag, der eine Durchlöcherücksichtslosigkeit" teilt uns das Bahnamt in Sitler lernt um! Nach Meldungen aus dieser Ueberschrift schreibt das Organ der baye- rung des Gesetzes der Sonntagsruhe bedeutet, hat Bodenbach folgendes mit: Der von Stommotau München soll in Adolf Hitler während seiner Ge- rischen Abteilung des eintreffende Personenzug 408 hatte eine 33 Mi- fangenschaft eine tiefgehende innere Bauernbundes: Das flingt wie ein Plan gerufen, die entrüstet fordern, daß das Gefeß Abteilung des Deutschen die religiösen Körperschaften auf den nuten betragende Verspätung( nicht nur 30). Vor- Wandlung vor sich gegangen sein, die sich schon Faschingsult und doch stimmt es. Freilich handelt und der religiöse Charakter des Sonntags respet schriftsmäßig soll bei Verspätungen nicht länger äußerlich durch seinen Rücktritt von der Führung es sich nicht um einen Religionsjuden, sondern als fünf Minuten gewartet werden. Im Schnell der nationalsozialistischen Bewegung befundet hat zug, der ohnedics längere Zeit auf den Anschluß und sich insbesondere auf seine Stellung mit der Nordbahn warten mußte, waren viele nahme zur Judenfrage beziehen soll. Passagiere, denen man nicht zumuten konnte, während er in dieser Beziehung bisher start unter wegen weniger Personen noch mehr Zeit zu der dem Einfluß des mittlerweile verstorbenen Dietrich Hieren. Erwähnt sei, daß der Sportschnellzug nur Edardt stand, soll er zu der Auffassung gelangt deshalb so elegant aussicht und mehrere Wagen fein, daß gerade vom völkischen Stand 1. und 2. Klasse führt, weil es sich um für diesen punkt aus das Judentum in seiner GeTag von anderen Garnituren entbehrte W: gaons fchloffenheit eine nicht wegzuleug handelt. Uebrigens fönnen Passagiere 3. Slaffe nende Bebeutung habe, während andererauch die übrigen Waggons ohne Aufzahlung be- feits sich gerade in den Reihen der eigenen Partei tiert werden, um so mehr, als das zahlreiche in bloß um einen Rasfejuben", aber nach völlischer Wembley beschäftigte Personal sonst um seine Sonn Theorie kommt es ja eben auf die Rasse, wie sie tagsruhe gebracht werden würde. Der Kampf, der den understandenen Begriff bezeichnen, und nicht von beiden Seiten mit zunehmender Erbitterung auf das Glaubensbetenntnis an. Dies ist der neu- geführt wird, tobt weiter. Inzwischen hat man gewählte Abgeordnete Graf Fischler von Massen von Freiwilligen aus allen GesellschaftsTreuberg. Am jüdischen Blute der Familie treisen mobilisiert, um die Angestellten der AusFischler ist fein Zweifel, darf wenigstens für die stellung am Sonntag durch Hilfskräfte zu ersetzen. Böltischen selber feiner sein, den ihre jüdische Man hofft auf diese Weise ein Kompromiß zu er Raffenzugehörigkeit wird bezeugt durch den von möglichen, das den Millionen von Arbeitern den judengegnerischer Seite herausgegebenen Semi- Besuch der Ausstellung ermöglicht, ohne daß da Gotha", der die bekannten Gothaischen Abels durch das Gesetz der Sonntagsruhe verlegt wird. 19. Juli 1924. Wetterübersicht vom 18. Juli. Böhmen und Westmähren hatten Donnerstag unter Einwirkung cines Tiefdruckausläufers Regenschauer und stellen weise Gewitter. Der Osten der Republik war trof len und sehr warm.( Magima über 25 Grad Cel fius.) Der Ausläufer ist verfallen; Freitag steht die Besthälfte Eurepas unter Einwirkung eines fräftigen Tiefdruckgebietes, das sehr rasch von Ozean über den Kanal an die holländische Küste vorgerückt ist. Trübes Wetter mit Regenfällen und Gewitter herrscht vor. Wahrscheinliches Wetter von heute: Im Westen: Veränderlich, Neigung zu Schauern, fühler, Westwind. Im Osten: Veränderlich, Gewitterneigung, mäßige Wärme. Der Brager Fensterfturz. Seite 7. Sowjetrußland fauft holländische Flugzeuge. ihn äußerst felten allein ließ, aut 31. März ihre gelassen wäre, Martinitz und Slavata hätten es ger seien der Hauptverhandlung, in der die ganze Wie der Vorwaarts" meldet, hat der Bevoll Angehörigen in Saint- Felig besuchte und die fol- berfaßt, es wäre wohl niemals aus Prag heraus Materie erschöpfend behandelt worden sei, ständig mächtigte" des Verteidigungsrates der Sowjet- gende Nacht dort verbrachte. Nach der Anklage gekommen. Den Prahlhansen müsse einmal zugegen gewesen, so daß eine Bertagung zweds republik chiritin in den Niederlanden schrift hat nun der Branntweinhändler diese Um gründlich das Maut gestopft werden. Einzelne weiterer Vorbereitung der Berteidigung überflüs einen Vertrag über die Lieferung von 330 Flugstände benüßt und schlich sich in nächtiger Stille in Stimmen wurden laut, man müsse sie defene- fig sei. Die Berteidiger Baß und Popel erbitter zeugen, meist Foller- Typ, abgeschlossen. Diese das Amtsgebäude. Dort erfchoß er den Postmeister strieren, sie hätten es vollauf verdient, Lanomut sich bis morgen Bedenta eit, ob sie unter diesen Flugzeuge werden teilweise auf dem Luftwege und und raubte aus der Amt@ taffe 828.000 Franfen und mache sie nur dreister. zum Teil auf dem Seevege von Rotterdam aus dem Privatvernrögen des Ehepaares 110.000 Umständen die Verteidigung noch weiter führen Erhitzt und in wilder Laune stiegen die Her sollen. Nach einer viertelstündigen Bedenkzeit, die nach Petersburg befördert werden. Franten. Dann legte er Feuer in der Wohnung, ren zu Pferde und ritten den Weg zum Schloß ihnen der Vorsitzende schließlich einräumt, erklären Ein Schmugglerschiff. Die amerikanischen um so die Spuren seiner Tat zu verwischen. So hinan; Goldregen, Rotborn und Schneeball quol sie sich bereit, die Berteidigung weiter zu führen, Behörden haben auf dem italienischen Ozean rasch auch Hilfe zur Stelle war, konnte doch nicht len in dicken Gebüschen über die Mauern der obwohl sie diefe unter solchen Umständen für zwed. dampfer„ Duilio“ bei seiner Landung in New mehr die völlige Bernichtung der Wohnungseinrich Gärten, und die Luft war von füßen Gerüchen los halten. Im Laufe der Verhandlung erregt es York Stotain und andere Stimulantien im Werte tung verhindert werden. Inmitten der devaftierten durchkreuzt, als würfen sich vielende Frühlings- große Heiterteit, als sich die tommerziellen Gadhver von 20 Millionen Live unter dem Gepäck, sowie Räume fand man den fast unkenntlichen und ver- götter mit Haufen von Fliederduft. ständigen auf die chemischen berufen, während der im Besitze der Passagiere, der Remannung und fohlten Leichnam Peytavins. Zuerst glaubte man Die Vertreter der Krone, die bereits im Vorsitzende feststellen muß, daß diese umgekehrt die der Offiziere des Dampfers endedt. Der Staats- allgemein an einen Unglücksfall. Bald aber regte Schlosse versammelt waren, nahmen die unge- tommerziellen Sachverständigen für zuständig anwalt hat den Antrag gestellt, das Schiff zu sich der Verdacht gegen Ayral. Er, dessen Vermö- stümen Fragen der Stände, sie wollten wiffen, tärt haben. gen ursprünglich sich faunt auf 40.000 Franken be- iver den faiserlichen Drohbrief verfakt bc, mit beschlagnahmen. lief, taufte sich bald nach der Unglücksnacht eine anscheinend hochmütiger Gelassenheit und ein verfahren für geschlossen und erteilt dem Der Vorsitzende erklärt hierauf das Beweis Abflug von der Straße. Der deutsche Pilot Stonditorei, ein Stino und eine Metallwarenyand- wenig hämer Söflichkeit entgegen; aber sie Militärprofurator Dr. Rubat das Wort zu seis Ra a b stieg dieser Tage vor dem Fabriktor der lung. Bei den Käufen, zu denen ein weitaus grö fonnten ihre Unsicherheit und Aengstlichkeit nicht nem Plädoyer. Dieser führt in längerer Rede aus, Dietrich Gobict Flugzeugwerke in der Körnereres Scapital gehörte, als rechtmäßig dem Brannt ganz verberaen, die durch das umonde Gerücht daß es sich hier um einen schweren Korruptionsfall straße in Staffel nach furzem Start zu einem weinhändler zur Verfügung stand, zahlte er die von der Wut und dem gefährlichen Vorhaben der Rundflug über Kassel auf. Das ist der erste ge- Staussummen prompt ans. Das gab den ersten An- Evangelischen über sie rekommen war. In den auf Kosten des Staates bereichern wollten. Daher handle, da sich hier Offiziere in böswilliger Absicht Tungene Abflug eines Passagier- Kleinflugzenges von laß zum Verdacht. Nachbarn gaben ferner an, in feindlichen Blicken, die unter den Fragen und müsse auch das Urteil, das die Schuldigen treffe, der Straße einer Stadt. jener Nacht vor dem Ausbruch des Feuers aus der Antworten auf sie gerichtet waren, bemerkten Stille plößlichen Lärm, Schüsse und Stöhnen ge- Martiniß und Stavots loßlich eine böse Lust, sein, da hier grobe Verletzungen der wichtigsten nicht nur objektiv und gerecht, sondern auch streng hört zu haben. Jemand hatte sogar einen Schat- die ihnen Entsetzen einflößte. Martinib wurde staatlichen und militärischen Intereffen vorgekommen ten gegen das Tor des Postgebäudes huschen gesehen. bleich, stotterte etwas von der Gerecskeit des feien. Es seien hier Millionenlieferungen im Spiel Bei seiner Einvernahme konnte Ayral kein Alibi Kaiſers und daß er nicht von Majestätsbrief ab- gewesen, aus denen dem Staat ein großer Schaden bringen und konnte auch nicht die Quelle seines weichen würde und wich dabei zurück, um durch erwachsen sei, und auch die militärische Sicherheit löglichen Reichtums glaubhaft nachweisen. Ayral ein anstoßendes Gentach zu entfliehen; aber schon des Staates sei in Gefahr gewesen. Der Prokuraversucht sich sehr heftig und geschickt zu verteidigen, wurde er umringt, von mehreren Fäusten gepadt tor charakterisierte nun der Reihe nach und der Staatsanwalt dürfte einige Mühe haben, und an das offenstehende breite Fenster geschleppt, die einzelnen Angeklagten. Bei Oberst ben temperamentvollen, starrköpfigen und intelli- vor welchem der goldene Mai sich ausbreitete. Adam, dessen Schuld durch das Beweismaterial genten Verbrecher der Schuld zu überführen. Unter Sträuben und Zappeln hörte er lautes Brüllen: Fahre zur Hölle, Teufelsbraten! worauf einwandfrei feſtgeſtellt ſei, feien gerade sein Alter, ihm, bevor er noch an der steilen Mauer hinunter- feine Intelligenz und seine juristische Bildung er. schwerende Umstände, während Boubela ein fauste, die Sinne vergingen. Ingwischen hatten Mensch von ungewöhnlicher Intelligenz und unge schon verschiedene Fäuste den erschrocken zur wöhnlichen Fähigkeiten fei. Dies gehe schon aus feiFlucht sich wendenden Slavata ergriffen und schleuderten den fläglich um Gnade lehenden ner Berteidigung hervor, die nicht die Verteidigung eines Unschuldigen, sondern die eines äußerst gerie dem ersten nach; die beiden Schelme gehören zu- benen Menschen fei. Ruttel was cher habe fich sammen! hieß es unter höhnischem Gelächter. benen Menschen sei. Ruttel wascher habe sich Den Schreiber der beiden, namens Fabricius, der durch die Naphthaspol taufen lassen und sei dann dem geschwinden Vorgang schlotternd zugefehen ihr willenloses Werkzeug gewesen, während Mott! hatte, warfen sie nachträglich hinterher, damit er, nach der Meinung des Prokurators bloß der Ver. wie sie ihm lachend zuriefen, sich des fatalen führte sei, der überdies durch eine schlechte Auswahl in ein Ressort gekommen sei, von dem er überhaupt Briefschreibens nicht mehr unterstehen fönne. Der Ausgang dieser raschen Tat war über- nichts verstanden habe. Stabskapitän Dost a I fei raschend, indem die drei aus. einer Höhe von ebenfalls von der Naphthaspol bestochen gewesen vierzig Ellen herabgestürzten Männer, durch einen und habe in raffinierter und klug durchdachter Weise Misthaufen weich aufgefangen, teine Verlegung zu deren Vorteil gearbeitet, wobei er das Vertrauen erlitten, sondern sich vor der Wut ihrer Feinde, feiner Vorgesetzten zum großen Schaden des Staa. die ihnen noch einige Schüsse nachknallten, in das tes mißbraucht habe. Oberstleutnant Rieger nahegelegene Haus des Popel von Lobkowit flüch fommt etwas besser hinweg; doch sei auch bei ihm ten konnten. Während die Geretteten sich des seine Amtsführung höchst verdächtig und die AnBlut- ahegelegene Beistandes der wundertätigen Mutter Gottes lage daher begründet. Was den Major Přib an. rühmten, erließen die Direktoren eine umstände lange, so überlasse es der Prokurator dem freien liche Rechtfertigung: fie hätten verräterische Leute, Ermessen des Gerichtes, zu entscheiden, ob er in die sie zu Rebellen gegen des Kaisers Majestät böswilliger Absicht oder nur in ſträflicher Nachläs hätten machen wollen, nach alter Weise durch die figkeit gehandelt habe. Bei Pokorny sei nachge Defenestration justifiziert und hofften, der Kaiser, wiesen, daß er 5000 Aronen angenommen und sich beffen treue Untertanen sie wären und auch öfters ein Effen habe zahlen lassen. Daraus könne bleiben wollten, werde fünftig ihre Anliegen man schließen, daß er sicher der Naphthaspol ge gnädig erhören und die ungerechtigkeiten ab- wisse Gogendienste geleistet habe, die sonst wohl nicht stellen, wodurch der liebe Frieden wiederhergestellt fo freigebig gewesen wäre. Dem Major Ra plan verden könne. sei wohl seine große Erregung zugute zu rechnen, als er von der Verhaftung Boubelas hörte, doch sei er immerhin für seine Tat verantwortlich. Der Pro. furator endet soine Rede mit dem Hinweis darauf, daß man in unserem Staate endlich einmal der Rorruption ein Ende machen müsse, und er beantragt deshalb die Berurteilung aller Angeklagten zu Strengen Strafen. Auch das Ausland verfolge den Prozeß mit Spannung und es müsse sehen, daß wir ohne Rücksicht auf die Stellung der Schuldigen diese der gerechten Strafe zuführen. Eine milde Strafe würde so gedeutet werden, als ob auch schon unsere Justiz demoralisiert sei. Humor.( Ja, Kuchen!) Bei Maiers über Von Ricarda Such. An einem warmen Maimorgen versammel ten sich die Stände bei Wilhelm von Lobkowik, um sich nach gemeinschaftlich eingenommenem Frühtrunk auf das Schloß zu begeben und die Bertreter der Krone zur Rede zu stellen. Jetzt wollten sie sich vor Skompromissen hüten, sagte Solonna von Fels unter dem Trinken, einmal müsse gründlich aufgeräumt werden mit den Habsburgern, sonst würden sie nie zur Ruhe fommen. Ja, sagte stinsky, einmal müsse man Mut zum Handeln finden, ein einmaliger starker Bluterguz sei nicht so gefährlich wie das stete Tröpfeln aus einer offenen Wunde. wns wird der Stammthalier erwartet. Meine Frau nimmt lebhaften Anteil an der bevorstehenden Freude Maiers find nette Leute; im stillen hat sie sogar so was wie einen Totalisator eröffnet: Bib oder Mädel? O- oder X- Beine? Finish mit einem oder zweien? Vorgestern nachts nun ging der Spektakel droben los; Schreien, Din- und Ser rennen, Gepolter treppauf und ab, Wasserpläts schern; endlich Ruhe; Gott sei Dant, alles vorüber! Morgens schickt meine Frau einen Suchen hinauf und läßt nach dem Befinden fragen.„ Maiers las sen herzlich danken für die Anteilnahme," berichtet das Dienstmädchen; es sei aber auch ein arger Das sei nicht gesagt, meinte Wilhelm von Schred gewesen; in der Nacht sei plöglich etwas ge Lobkowitz topfschüttelnd, bei einem starten Blutplatzt an der Wasserleitung und habe schleunigst erguß fahre oft die Seele zugleich heraus. Unvorrepariert werden müſſen; aber jetzt sei wieder alles bereitet loszuschlagen sei sinnlos, man müsse gegedichtet." Den Kuchen haben Maters behalten.rüstet sein, wenn es auf einen Krieg auslaufen ( Münchener Kunstschmal z.) Die Münche sollte. ner Stammerspiele geben Billette aus, auf deren Rüdeite Reklamen stehen. Man lieſt alſo auf der Borderseite: Münchener Slammerspiele." Auf der Rüdseite:„ Münchener Stunstschmalz"... Welch tiefsinnige, fontbolische Verknüpfung!! Naubword an einem Boitmeister. Das sei gewiß, fagte Thurn, daß der Beitpunkt bei der Wahl Ferdinands geeigneter gewesen wäre. Es sei doch ein anderes, wenn man sich im Rechte wisse. Jebt hätte man gewissermaßen zugegeben, daß Böhmen ein habsburgisches Erbland sei. Aus dem Roman Der große Krieg in Deutschland". ( Insel- Verlag zu Leipzig.) Gerichtssaal. Was? rief insty, wodurch sie das zugegeben hätten? Sie hätten Ferdinand aus Recht und Freiheit, nicht pflichtschuldig gewählt. Uebrigens Aus Paris wird gemeldet: Ein Sriminal- würde geschriebenes Recht doch nicht geachtet, die fall, der in Frankreich großes Aussehen hervorge- Faust gäbe den Ausschlag. Verträge wären nichts rusen hat, gelangt in den nächsten Tagen vor den anderes als der Schafspel; wölfischer Fürsten, Geschworenen von Tarn zur Verhandlung. M. töricht, wer sich dadurch blenden ließe. Und ob Peytavin war Postmeister von Graulhet. Der sie etiva damals triegsgerüstet gewesen wären? im Orte überaus geschätzte Mann hatte eine Wer es ehrlich meine, verschange sich nicht hinter Der Benzinprozeß. Schwäche: er war einem Gläschen Absinth oder Ausflüchten. Stognak nicht abhold. Diese kleine Leidenschaft be- Auf diese Worte fielen heftige Entgegnungen. Schluß des Bewelsverfahrens. Beginn der Plädoyers. nüßte der ebenfalls in Graulher ansässige Brannt- mehrere sprangen von den Sitzen, und es wurde Prag, 18. Juli. Der heutige Tag zeigte nach weinhändler, der 40jährige Justin Ayral, um sich laut durcheinander geschrien. Nachdem sich der langer Zeit wieder einmal einen mit Zuhörern übermit Herrn Peytavin innigst zu befreunden. Mit Lärm gelegt und die Streitenden sich beruhigt füllten Saal, welche der für heute angekündigte Hierauf lommen nach einer Pause einzelne Vergutgespielter Dienstjertigkeit und Biederkeit er- hatten, sagte Thurn, sie wären ja darin einig, Schluß des Beweisverfahrens angelodt hatte. Bu teidiger zu Worte. Die übrigen Verteidiger werden schlicht er das Vertrauen des Postmeisters. Nach- daß sie mit dem Hause Desterreich nicht weiter Beginn der Verhandlung teilt der Vorsitzende mit, morgen im Laufe des vormittags ihre Plädoyers barn und Bekannte staunten über die neue Bezie- wirtschaften wollten. Sie wären voll Lug und daß der Antrag des Obersten Adam und des Stabs. halten, worauf nach den verschiedenen Repliken gehung des stets sehr korrekten Bostmeisters zu dem Toug, dabei lendenlahm, faul und blöde, ließen tapitäns Boubela auf Vertagung der Verhandlung, gen Mittag die Verhandlung geschlossen werden übelbeleumbeten und bereits siebenmal vorbestraf übermütige Diener schalten. Alle stimmten zu: bezw. Ausscheidung der gegen sie gerichteten An- dürfte. Da die Beratung des Gerichtshofes drei Tage ten Branntweinhändler. Da traf es, daß Frau Matthias wisse wohl faum etwas von dem scharflage aus dem allgemeinen Prozeß vom Gericht ab. beanspruchen dürfte, ist das Urteil nicht vor MittPeytavin, die ihrem Manne sehr zugetan war und fen Schreiben, das in seinem Namen an sie abgelehnt wurde. Die Angeklagten und ihre Verteidi- woch zu erwarten. Die Träume. Novelle von Johan Luzian. Der Servierfellner Arthur hatte sein Zeugnis schon in der Tasche und war dabei, von seinen Kollegen Abschied zu nehmen. Um 11 Uhr ging der Nachtzug nach Triest, wo er übermorgen seine neue Stelle antreten sollte. " Direkt am Meer. Herrliche Aussicht auf Miramare. Ia Pension. Ueber 300 3immer stand auf dem Prospekt des neuen Hotels groß gedruckt, das er voller Eifer herumzeigte. Seit vier Wochen wartete er ungeduldig auf diefen Moment, wo er zum letzten Male diese Mauern sehen, diese Küchendämpfe riechen, diese Jahre, die er hier verbracht, träge, systemhaft weiterschleppen sollte. Triest war für ihn Reichtum. Glück. Freiheit. Freiheit! Das Wort schmeckte wie Tofayer. Er sog es ein, hauchte es brünstig aus. Als sagte er: Gott oder: Rosen Da trat Auna zu ihm und gestand ihm unter bangem Erröten, weinend, verliebt, fassungslos und doch mütterlich marienzart: daß sie ein Kind von ihm svüre und was denn nun werden folle-? Da machte Triest in Arthur puff!! und flog etliche Höhen zum Himmel hinauf. Wie zwei Verbrecher fchlichen sie zusammen hinaus, trippelten die belebte Straße zehnmal auf und ab, verfolgt, verhöhnt. angegloßt von einem unheimlichen: Was nun? pfeifen. Junge Menschen sangen, jemand spielte Mundharmonika. Anna redet abwechselnd von ins Wasser gehen" und ,, Mutterglüd". Arthur sagte geistesabwesend: Ja, ja." Der Zug verrollte. 300 immer schönes Trinkgeld, was?" " Ja, ja." Dann trant er mit seinen Kollegen ,, bunte Reihe" zum Abschied. Alle Sorten wurden durch probiert aus sein Glück in der Ferne. Auch Anna ließ man hochleben, und gegen die Sperrstunde waren alle, auch der Zahlfellner, besoffen. ,, Man muß das Schicksal doch irgendwie aus der Bahn werfen können!!" brüllte es in Arthur. Oder soll man sich rund und klein schleifen lassen, wie eine Warmel in der großen Fabrik. walze?!" Als sie heimgingen ,. hatte er des Zahlfellners Brieftasche im Rod. Zu Hause gab er Anna 200 Mart, von seinen Ersparnissen, wie er sagte, und pendelte dann langsam zum Bahnhof, um den Morgenzug zu er reichen. Als er in der stinkigen Bahnhofshalle einen Staffee zu sich nahm, schienen alle Passanten an ihm vorbei zu defilieren. Als sei er ausgestellt. Als kannten sie ihn alle bei Namen. nen. der Beim Bahnhof hörte Arthur den 11- Uhr- Zug Manche lächelten brüderlich. Arbeiter. DirZerlumpte. Die meisten höhnten, glosten, spieen nach ihm. ,, Triest?" fragte er den Portier ,,, wann geht Zug eigentlich nach Triest?" Och, da haben Sie noch viel Zeit!" " Zeit? Ja, ja, Danke schön! Zeit- haha!" lachte Arthur. Boll Ekel legte er den Kopf auf einen der bierbespienen Tische und schlief über dem Wort Zeit" bleiern ein. Er erwachte erst wieder, als der Kriminal beamte neben ihm stand und lächelte still, während er an dessen Seite durch die große Bahnhofshalle, über den Platz voller Menschen und Autos, an den Blumenverkäuferinnen und Bettlern vorbei, mitging. ihn. Die Morgensonne schien warm auf alle, auf Triest? Als er nach zwei Jahren zum ersten Male wieder in der Sonne ging, furte er ein ungeheures Lebens- und Liebesbedürfnis in sich. Sein Geld reichte aus, um einige Tage an die Sec zu fahren. Er ließ sich in einem ersten Hotel nieder. Saß stundenlang still auf der Terrasse. Starrte auf das wundervolle Meer. Befühlte Gräser und Tiere, lächelte Kindern zu. Als wäre alles aus einem Wunderland ihm hergebracht. Spielzeug Gottes Er lächelte. Wie im Paradies. Er war der erste Mensch. Neu erschaffen. Frei!! Begreift man dieses Wort so ohne weiteres. Wie: Kaffeetrinken, Hund, Woche? F- r- e- i! Frei Herr sein. Eigner Herr! Als er Hunger spürte und der junge Kellner ihm nicht gleich das Gewünschte brachte, schlug er ihm eine schallende Ohrfeige. Daß der das Staffeezeug fallen ließ und der Portier fam. Da löste sich in Arthur ein Glockenzeichen los. Sein Leben fing plöglich an, auf- und abzurollen. Wie ein Stinodrama. Weiße Leinewand. Lange starrte er in sich hinein. Auf die leere Leinwand. Allerlei Lichter spielten noch darauf. Reklame vielleicht.- Triest Anna Die Brieftasche des Zahlkellners Eduard- Zelle Nr. 745. Das Hotel verließ er sofort, aus Scham über sich selbst. Außerdem war sein Geld alle. Im Bummelzug fuhr er durch die Nacht zur Stadt zurück. -O Stellung suchen. Arbeiten. Ernährung! Frei! Frei sein!!" schrie er aus dem Halbschlaf auf, als ihn das regelmäßige Schütteln des Buges etwas eingeduselt hatte. Im Abteil setzten sich einige hoch und schauten ihn öde an. Ruhe!"" Wollen schlafen!" wohl Fieber!" hr ahnt ja gar nicht, wie Ihr Euer Leben lebt!" sagte Arthur laut vor sich hin. Darum toollt Ihr schlafen. Um Euren Bauch gesund zu halten. Um den Träumen nachwatscheln zu können" Ich wollte mal nach Triest, meine Dame! Ja Nach acht Tagen trat Arthur, schmutzig und abgerissen, ohn Arbeit gefunden zu haben, in Annas Stube. Die Wirtin erkannte ihn wieder und betrachtete ihn scheu und kühl. Er lächelte verloren. Fast ängstlich vor der gesunden Frau. Da wischte sie sich die fettigen Häde, verwirrt Seite 8. Kleine Chronit. Raubüberfall im Expreßzug. Petit Parisien" meldet aus Straßburg, daß ein unbekannter Räuber eine Frau, die allein in einer Abteilung erster Klasse des Expreßzuges Karlsruhe- Halle fuhr, chlorofomieren und sie berauben wollte. Sein Versuch mißlang, doch gelang es ihm zu entfliehen. 19. Juli 1924. Die schwere Industriekrije in Sachsen. Die verschiedene Empfehlungen, betroffend die Des- Beschäftigung konnte ihnen aber nicht zugesichert Arbeitsmartilage in Sachsen hat sich in der ersten infektion der Tierhaare, Hörner und Hufe und werden; jetzt fönnen die nichtorganisierten BergJulihälfte weiter verschlechtert. Die Zahl der umschrieb die zum Schuße der Arbeiter gegen die arbeiter, die ohne Tarifvertrag arbeiten, beffer beErwerbslosen steigt fortgesetzt. Größere Ent Gefahr einer Vergiftung im industriellen Betrieb schäftigt werden, da die Unternehmer dieser laffungen erfolgten in der Textil-, Metall- und vorgeschlagenen Maßnahmen. Der Ausschuß ent- Gruben die Preise der anderen unterbieten lasindustrie. Durch Entlassungen bei der schied, daß Arbeiter, die die Opfer bestimmter fönnen. Demzufolge sind von den Organisierten Porzellanfabrik Freiberg find rund 700 Arbeiter, Berufskrankheiten( deren Liste aufgestellt wurde) bereits 30.000 arbeitslos, während die übrigen durch die Stillegung der Margareten- Sütte" geworden sind, ein Recht auf eine Entschädigung 50.000 weniger als zwei Tage in der Woche be 985 Arbeiter erwerbslos geworden. In Crimmit- haben sollen, die mindestens derjenigen Entschädi- schäftigt sind. schau arbeiten von 68 Textilfabriken 60 mit ver- gung entspricht, die sie beziehen würden, wenn sic Gildenbewegung in Frankreich. Eine Anzahl türzter Arbeitszeit. Zahlreiche Betriebe haben die einem Arbeitsunfall zum Opfer fielen. Weiter führender Genossenschafter und Sozialreformer wöchentliche Arbeitszeit auf 24 Stunden herab- umschrieb der Ausschuß die Mitwirkung der haben vor furzem einen Verein gegründet, um Aerzte bei der Arbeitsinfektion und bereitete die für die Schaffung von Arbeitsgenossenschaften in den Vereinigten Staaten befindet. Ueber die Deutschland gegen den Achtstundentag. Die Grundlage eines Entwurfes über eine patho- wissenschaftliche und praktische Propaganda zu Berteilung der ganzen Masse, von der der Reichtum fezialdemokratische Reichstagsfraktion hat an die ogisch- medizinische Untersuchung der gesundheits- machen. Es wurden folgende Programmpunkte Der Goldschah der Welt. Boller Stolz haben die Amerikaner festgestellt, daß fast die Hälfte des ganzen Goldschaẞzes, über den die Welt verfügt, sich gefetzt. schädlichen Industrien vor. jedes einzelnen Landes abhängt, macht der englische Reichsregierung eine Interpellation eingebracht, aufgestellt: 1. Die Organisationen der Arbeiter Nationalökonom R. J. Martin in einem Londoner in der ausgeführt wird: Die Haltung des Ver- Aus der französischen Gewerkschaftsbewe- sollen frei aus ihren Reihen Genossenschaften für Blatt nähere Mitteilungen. Nach seinen Angaben treters des Reichsarbeitsministers auf der Konfe- gung. In der letzte Woche abgehaltenen Sigung die Verwendung der Arbeitskraft gründen. 2. Die beträgt der Wert des ganzen Vorrates an Gold- renz des Internationalen Arbeitsamtes in Genf des Verwaltungsrates des Französischen Gewerk Kosten der Ausführung der übernommenen Ar münzen und Goldbarren auf der Welt etwa zwei ist als eine Ablehnung der Ratifizierung des schaftsbundes wurde eine Kommission zum Stu- beit sollen zwischen dem Unternehmer und den Milliarden Pfund. Davon bejißen die Ver- Washingtoner Abkommens über den Achtstunden- dium der Frage der Verbreitung von Propa- Vertretern der Arbeitergenossenschaft vereinbart einigten Staaten gegenwärtig mehr als 800 tag aufgefaßt worden. Wir fragen deshalb die ganda- Reden vermittels Radio eingesetzt. Ferner werden. 3. Die Leiter der Genossenschaft sollen Millionen Pfund, ein gewaltig angewachsener Reichsregierung: Ist sie bereit, ihre ablehnende stimmte der Verwaltungsrat einem Vorschlag be- von den Arbeitern gewählt werden, wie auch die Reichtum, wenn man ihn mit den 300 Millionen Haltung gegenüber dem Achtſtundentage aufzutreffend die Organisation einer Exkursionswoche Verteilung der Arbeit durch die Genossenschaft Pfund vor dem Kriege vergleicht. An zweiter Stelle geben und dem Reichstag sofort die Ratifilation nach Saint- Claude zu, dessen Arbeiterwohlfahrts- selbst erfolgen soll. 4. Den Pauschalpreis für die stände nach dieser Statistik Frankreich mit 220 des Washingtoner Abkommens vorzulegen? einrichtungen hervorragend ausgebaut sind. Die Ausführung der Arbeiten sollen die zu GenossenMillionen Pfund, und dann käme England mit 160 Ratifizierung eines internationalen Arbeiter fem Projekt kommt ganz besondere Bedeutung zu, schaften verbündeten Arbeiter untereinander verMillionen, derselben Summe, die es bereits 1913 be- fchupabkommens durch Deutschland. Die deutsche weil es sich dabei um eine Art Sommerschule teilen. In diesem Programm zeigt es sich, daß jaß. 150 Millionen Pfund werden davon in den Regierung hat beim Sekretariat des Völkerbundes handeln würde und in Frankreich wegen der feit die französischen Sozialpolitiker die Schaffung von jicheren Geldschränken der Bank von England be- das internationale Abkommen vom 30. Septem- dem Krieg bestehenden ungünstigen Verhältnisse Gilden, beziehungsweise gildenähnlichen Einrich wahrt, während man annimmt, daß sich 10 Millio- ber 1921 über die Einschränkungen der Frauen auf diesem Gebiete noch sehr wenig geleistet wer- tungen im Auge haben. nen Pfund in Gold noch in den„ Strümpfen" der und Kinderarbeit endlich offiziell ratifiziert. Das( den konnte. Sparer befinden. Wie die meisten kriegführenden ist die erste vollzogene Ratifizierung eines inter- Der Achtstundentag in England. Die englische Staaten ist ja auch England zur Papierwährung nationalen Abkommens durch das Deutsche Reich. Gewerkschaftszentrale hat durch Rundfrage bei übergegangen, und beträchtliche Mengen an GoldKunst und Willen. " fcher und darstellerischer Schliff fehlt. Auch dieses zweite Gastspiel bei aufgehobenem Abon nement zu geben, war ein Fehler zum eigenen Schaden des Theaters und künstlerisch dem Publikum gegenüber nicht gerechtfertigt. Aus der im allgemei. nen zerfahrenen Aufführung hob sich Frau Hus[ as prächtig lebensvolle, dramatisch packende und gefanglich im Wohllaute der schönen und großen Stimme schwelgende„ Tosca" doppelt hervor. der kleinen Rolle des Amelotti hörten mehrmonatlicher Pause wieder einmal den schön. ―ci.nen, fatten Baß Herrn Ludviks. Spielplan des Neuen Theaters. Heute„ Die geschiedene Frau". Sonntag Fra Dia. münzen werden versteckt. Ueberraschend ist es daß Zum Personalabbau im deutschen Bank- den angeschlossenen Organisationen festgestellt, in wieweit der Achtstundentag in England bereits Spanien, ein Land, das man früher immer für arm gewerbe, von dem hier schon die Rede war, entZweites Gastspiel Jlari.( Tosca".) Als Mahielt, im Goldbesitz jest an vierter Stelle steht und wirft eine Darstellung von Benno Marr, des durchgeführt ist. Von 133 Gewerkschaften mit von mehr als 100 Millionen Geschäftsführers des„ Allgemeinen Verbandes der 4,688.609 Mitgliedern find Antworten einge- ler Cavaradossi hatte Herr Ilari entschieden mehr Pfund verfügt. Den deutschen Besitz an Gold gibt deutschen Bankangestellten", ein erschütterndes laufen. Danach ist die Lage folgendermaßen: 40- Glüd als jüngst in Boheme" als Dichter Rudolf. der Engländer mit etwa 22 Millionen Pfund an. Bild. Von 250.000 Banfangestellten, die zu Ende Stundenwoche: 24.300 Mitglieder, 42- Stunden- Vor allem rein stimmlich zeigte der junge, sympa. woche 800.000 Mitglieder, 44- Stundenwoche thische Sänger diesmal ein nicht alltäglich großes Die Golderzeugung der ganzen Welt belief sich im der Inflationszeit im Bankgewerbe tätig waren, 305.687 Mitglieder, 46- Stundenwoche 8500 Mit- und Blangreiches Material, um deffentwillen doppelt vergangenen Jahr auf 72.5 Millionen Pfund, und sind bereits mehr als die Hälfte abgebaut und davon kommt mehr als die Hälfte aus Transvaal. mit weiteren Entlassungen ist noch zu rechnen. glieder, 46.5- Stundenwoche 11.590 Mitglieder, zu bedauern ist, daß ihm noch so viel gesangstechni. Der Preis, der für Gold, gezahlt wird, wird jeden Die mittleren und fleineren Bankgeschäfte haben 47- Stundenwoche 964.224 Mitglieder, und 48Morgen um viertel 12 Uhr in London festgesetzt, ihr Personal bis zu 65 und 70 Prozent, die Stundenwoche 1,409.613 Mitglieder. Es arbeiten denn die Themse- Stadt, durch die der größte Teil Großbanken zum Teil bis 40 und 50 Prozent also 3,524.714 Gewerkschaftsmitglieder 48 Stunden und weniger, das heißt, dreiviertel der Bedes nengewonnenen Goldes strömt, ist noch immer abgebaut; eine Großbank, die Mitteldeutsche der Goldmarkt der Welt, und dieser Markt hat seinen Sereditbank, sogar 70 Prozent. Ungefähr zwei fugten. Bemerkenswert ist der große Prozentsatz, Sig in dem Bankhaus der Rothschilds. Drittel der Entlassenen haben überhaupt keine der nur 42 Stunden pro Woche arbeitet. Abfindungssummen erhalten. Bei einer Beschäf- Die englischen Eisenbahner gegen die Ratifi tigungsdauer von einem bis anderthalb Jahren zierung des Washingtoner Abkommens über den wurde keine Abfindung zuerkannt. Diejenigen Achtstundentag. Die größte Gewerkschaft der eng aber, denen eine Abfindungssumme zuerkannt lischen Eisenbahner hat gegen die unbedingte Ratiwurde, erhielten durchschnittlich eine Abfindung fizierung des Washingtoner Abkommens über den von 100 bis 130 Mart, während bei dem Achtstundentag Stellung genommen. Sie meint, österreichischen Bankbeamtenabbau den ge- daß dadurch die Arbeitsverhältnisse der englischen fündigten Angestellten 9 bis 30 Monats- Eisenbahner verschlechtert, ihre Errungenschaften Der Abwehrkampf der Metallarbeiter im gehälter ausgezahlt wurden. Bei dem Abbau auf diesem Gebiet in Frage gestellt würden. Sommerauer Eisenwert bei Horowitz dauert wurde häufig auch versucht, die Betriebsvertre Gegenwärtig gelten bei den Eisenbahnern nur die ungeschwächt fort und wird, durch nicht alltägliche tungen abzubauen, was jedoch in der Regel ver- Werktage als normale Arbeitstage, für die Sonn Vortommnisse herausgefordert, mit feltener Er- hindert werden konnte. Der notwendige Bersonal tagsarbeit bestehen besondere Vereinbarungen für bitterung geführt. Ueber die Zutreiberdienste des abbau gab auch oft Gelegenheit, die Maßregelung außerordentliche Entlohnung. Nach der Auffassung Leiters der politischen Bezirksverwaltung wurde mißliebiger Angestellter zu verdeden. 80 Prodes englischen Eisenbahnerverbandes ist diese Lage schon gestern berichtet. Das bestreifte Unter- ient der Abgebauten ist gegenwärtig er mit dent Washingtoner Abkommen nicht vereinnehmen, welches die Vermessenheit hatte, hochwerbslos. Die übrigen suchten als Zeitungs- bar. Es ist sehr zu wünschen, daß hier ein Ausqualifizierten Arbeitern Wochenlöhne von 100 bis händler, Zigaretten- und Streichholzverkäufer, weg geschaffen wird, der aber bisher leider nicht 160 stronen zu zahlen, bietet nun einen großen Provisionsreisende oder Versicherungsagenten Be- gefunden wurde. Wolfswirtimait. Aushungerungskrieg gegen Streikende. und fostspieligen Apaparat auf, um Streitbrecher schäftigung. Eine Anzahl Bankbeamite sind Stra- Arbeitslosigkeit in den Bereinigten Staaten. auch im nichtamtlichen Wege zu bekommen. Um zenbahner, Hilfskutscher, Hausdiener oder ähn- Das Abflauen der Konjunktur hat sich bisher int den in den Streif gejagten Arbeitern auch anders- liches geworden. Die staatliche Erwerbslosenfür- allgemeinen noch nicht in Form von Arbeitslosig wo jede Erwerbsmöglichkeit zu nehmen, stellte forge stellt sich im Durchschnitt auf rund fünf feit ausgewirkt. Für den Winter wird aber die Werfsleitung eine schwarze Liste der Streifen- Mark wöchentlich und reicht selbstverständlich mit erheblicher Arbeitslosigkeit gerechnet, und zwar den zusammen, die den anderen Eisenbetrieben nicht für das bescheidenste Lebensminimum aus. insbesondere in der Stahl- und Schuhwarenmit dem dringenden Ersuchen übermittelt wurde, Der Allgemeine Verband der deutschen Banf- industrie, mit Wahrscheinlichkeit aber auch in der feinen der verzeichneten Arbeiter zu beschäftigen. angestellten" war bisher in der Lage, seinen Textil- und Automobilindustrie. Neben dem so 930 Arbeiter, die gezwungen waren den Abwehr Mitgliedern Unterstüßungen in der Höhe zwischen lampf gegen infame Sklavenhalter aufzunehmen, 7.50 und 45 Mark monatlich, je nach Dauer werden in der schwarzen Liste geführt, werden der Mitgliedschaft, zu zahlen. solcherart von rachsüchtigen Kapitalisten steckbrieflich verfolgt und daran gehindert, anderswo ein weniger saures Brot zu verdienen! Die hier wieder angewendete Lumperoi des Schwarze Listen" Systems, das man schon als Scharfmacherrequisit im sozialen Kampfe nicht mehr kannte, sollte, so meinen wir, auch die Staatsgewalt für den Sommerauer Lohnfampf interessieren. volo". Spielplan der Kleinen Bühne. Heute haben Sie nichts zu verzollen" mit Richard Romanowsky, Sonntag Better aus Dingsda". Herausgeber: Dr. Ludwig Ezed) und Karl Termah. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Nichnet. Druck: Deutsche Zeitungs-.-, Brag Für den Druck verantwortlich: O Soith Kub& Kretsch Erzeugung von alkoholfrelen Fruchtperlen 1488 Teplitz- Schönau fort zu erwähnenden Kohlenbergbau sind es die genannten Industrien, wo die Ueberkapitaliſierung am größten ist, beziehungsweise die Leistungsfähigkeit über die normalen Verbrauchs Internationale Regelung des Arbeiterschußes. möglichkeiten hinausgeht. Im Kohlenbergbau, Werbet bei jeder Gelegenheit für Der Ausschuß für industrielle Hygiene, der wäh- wo die Ueberkapitalisierung am größten ist, berend dreier Tage im Internationalen Arbeitsamt steht bereits jetzt eine sehr erhebliche Arbeitslosig Euer Parteiblatt den tagte, hat seine Arbeiten abgeschlossen. Nach teit, und zwar zum Schaden der organisierten Prüfung der vom Internationalen Arbeitsamt in Bergarbeiter. Diese konnten vor einigen Monaten der Frage der industriellen Hygiene geleisteten einen Tarifvertrag auf drei Jahre zu den damaArbeit formulierte der Sachverständigenausschuß ligen hohen Löhnen abschließen. Die dauernde Lust machen! Los werden, was drückt und drückt! schied Frei- schreien! „ Gozialdemokrat"! -und neugierig, in der Schürze ab, trat leise an die[ die Kinder. Zwecklos. Gedankenlos. Nur- ficher lachend aus, wie sein Vater einmal beim Ab-| ist. Man sieht vage Bilder, eilt ihnen nach Bretter, die man zu einer Kinderwiege zusammengeschlagen hatte, streichelte vorsichtig das Geschöpfchen, das dort schlief. Durch die Berührung er wacht, fing es an zu schreien. Es fürchtete sich vor dem Hut, mit dem Arthur, als sei ihm furchtbar heiß, sich Stühlung zufächelte. Die Wirtin lächelte:„ Na, sehn Sie sich das Balg man mal an. Sie kennen ihn wohl noch gar nicht? Ja, ganz die Nase wie Sie. Ja, ja. - Das ist so'n Sereuz, nicht?" Sie stellte sich groß vor ihn, selbst ganz Mutter. Wuchs immer mehr empor zum Schicksal: Ja, nun helfen Sie Anna man, daß sie ihn durchbringt. Ich mein', Sie werden hier wohl noch Arbeit finden--" Arthur knickte zusammen. Seine Zukunft fant zusammen, ausgebrannt. In der Tür drehte sie sich noch mal um: Na, Ihre Braut muß gleich kommen. Warten Sie man." Dann zum Mind:„ Armes Sterlchen - ja, ja" Bleiben Sie, Frau" schrie Arthur. " Was-?" " Ja, verzeihen Sie mir ist nämlich- Ich meinte nur, wenn das Kind Die Wirtin schüttelte den Kopf und trachte die Tür zu. Draußen flapperte wieder Geschirr. Arthur saß auf einem Kreisel. Alles drehte sich. Die Wände im Takt zum Geschrei des Kleinen. Eingeschnürt in die Geburtswindeln bleiben wir unser Leben lang Endlich wurde er ruhiger. Langsam trat er an die Bretterschaufel. Mechanisch fing er an zu wiegen. Das Kind schlief wieder ein. Lächelnd sann er. Begräbt man so leicht? Die Hoffnung, die Träume-? Dabei rollte sich ihm wieder die Kinoleinwand auf. Triest zog in majestätischen Bildern vorüber. Die Sonne schien heiß aus dem Azur. Glühte im weer. Ein großes Plakat leuchtete auf„, 300 Zimmer." ,, Gutes Trinkgeld" fummte Arthur, damit hätte ich mich in fünf Jahren freilaufen fönnen. Sicher!- Hätte Plöglich fing die Mundharmonika bei der Abfahrt des 11 Ühr- Zuges wieder an zu spielen. Arihur jah Anna weinen. Wie sie beide durch die Gassen irrten und das Kind, was da in beider Leben hineingreifen wollte, verfluchten! ,, Knarrrr!" machte es. und stößt nun, liebend oder tötend, was den Weg, Nein; Nein!! Du sollst nicht! Ich bin noch ihnen nach, verstellt da!" schrie Arthur und alle zurückgedämmte Die Träume das Grausamste und das Qual löste sich brennend in Haß, wütenden, sinu- Beste in uns-! losen Haß! Liebevoll betrachtete er die blanke Waffe. Bedächtig setzte er ihn an die Schläfe. Der Finger frümmte sich. In seine Hand rann der Haß. Hob die Hand. Suchte irr. An etwas Weichem, Feuchtem glischte sie vorbei. Dann trallte sie sich fest, ohnmächtig fest. Leile wimmerte es einmal. -Tscheng! wird es gleich machen," dachte Arthur, und dann ist es aus? ,, Aus? Aus?! Aus!!!?" Weiß flimmerte es vor Arthur auf- und es Alle Gedanken schnellten plötzlich in dies sant teuchend, ein leeres Grinsen um den Mund eine Wort. zusammen. ,, Keine Träume dann mehr?? Nur grüne Wie er, von Annas Schrei durch die Gassen Verwesung? Ein unbekanntes Nichts, für das gepeitscht, zu dem Revolver gekommen gefommen war,( man teine harte Semmel gibt!?" wußte er selber nicht. Irgendwo hatte es nach Nein!!! 3wiebeln und Trödel gerochen und er hatte in der traumfeligen Gasse überlegt, ob er es dort Wasser. gleich tun sollte. Doch die vielen Menschen unt ihn verwirrten ihn und selbst in diesem Moment noch fürchtete er sich vor einem Auflauf. Auf dem Wege zum Park beim Stadtteich traf er viele Laternen. Voller Graufen berbarg er seine Hand vor so höflich fervieren fonnte? dem Lichtschein. Die hatte es getan? Die Hand, die im Im weitem Bogen flog die Waffe ins " Gluds!" machte es höhnisch. Arthur lachte dröhnend lange und wälzte sich feuchtem Gras. Dann richtete er sich langsam hoch. Torkelte den Weg zum Ausgang. Warum leben Sie eigentlich?" fragte er den Schußmann am Parktor. Das Kind hatte die unsichtbare Kurbel erAch, das müssen sie gewohnt werden! Wie- griffen, Triest verschwand und über die Leingen Sie man ein bißchen." Ist es nicht eigentlich und weil man doch Und nur um eine kleine Kinderkehle-? wand huschten Bilder: grau in grau- ,, Triest!" feuchte Arthur und wollte die Sturbel zurückdre- brechen liegt viel tiefer, dachte Arthur. Eine ganze mich gleich arretieren. Bitte schön. Aber, schen träumen fann? Sehen Sie, ich habe vor einer hen. Die Kinderfaust frallte sich fest darum. Die Hand war gewiß unschuldig. Alles Ver Stunde mein Kind umgebracht, ja, Sie werden Welle von Schmutz kann dich erst dreckig machen. Sie, ich wollte mich eben dort unten erschießen. die ich zu Tode wiegen sollte! Meine toten Träume! Meine Hoffnun- Dann wäre es doch aus gewesen, nicht? Aus! bitte bedenken Sie mach das Wort! Bitte Herr Es ruht doch in jedem Leben etwas unge- wollen. Sie eine Zigarette rauchen? Bitte, wollen heueres. Ein Mysterium, an das man gebannt Sie mich arretieren!?" Lange, gesunde Kinder- Schreilaute. Er dachte: schreien- schreien tönnen! Wie Da wurde ihm bewußt, daß dieses Lebewesen das er da wiegte, sein Blut ausgetrunken hatte seine Träume, seine Hoffnungen. Es wuchs größer und größer. Triest!" rief gen