Nr. 234. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illuftrirter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1898 unter Br. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Norwärts Exfying kallig autre Montage.Berliner Volksblatt. Erscheint täglich 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Koloneis zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr Dormittags geöffnet. Ternsprecher: Bmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Wegen des außerordentlichen Depeschenandranges mußten wir die Unterhaltungs- Beilage heute ausfallen laffen. Die Redaktion. Donnerstag, den 6. Oktober 1898. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. den Jahren 1892-1896 durchschnittlich 74,75 pet. und im folgenden nach wie vor nach bestem Ermessen selbst regeln. abtheilung der Königlichen Charitee betrug die Sterblichkeit in nur ein Achselzucken haben. Ihre Angelegenheiten werden sie Jahre, nach Einführung einiger einschneidender Verbesserungen doch noch 58,55 pCt. Daß das zu einem großen Theile die Folge der Die Konservativen ärgern sich über die glänzende Lage Verhältnisse ist, unter denen die Kinder vor der Aufnahme unserer Partei, die durch die auf dem Parteitag erstatteten in das Krankenhaus gelebt haben, geht daraus hervor, daß ein sehr Berichte wieder einmal in das hellste Licht gerückt und zur erheblicher Prozentsatz in der Charitce 35 pt. schon bald staunenden Kenntniß aller Arbeiterfeinde gebracht wurde. Die nach der Aufnahme, beziehungsweise in der ersten Woche stirbt. Konservative Korrespondenz" hat mit heller Wuth vernommen, Das ergiebt fich auch daraus, daß die Waisenkinder in dieser Beziehung besonders ungünstige Verhältnisse dar- daß die Sozialdemokratie in der Lage war, 4 Millionen bieten; vor etwa vier Jahren wurde festgestellt, daß von den Mark für Wahlzwecke auszugeben und sie ruft dazu wehSäuglingen, welche der Charitee von dem Waisenhause zur Pflege müthig aus: überwiesen werden, 93 pet. sterben.„ Es ist leicht verständlich," so führt Heubner aus, daß diesen früh verwaisten oder verlassenen Kindern in den Wochen oder Monaten, bevor die Waisenpflege in die Lage kommt, sich ihrer anzunehmen, eine einigermaßen geeignete Pflege und Ernährung gewöhnlich nicht zu theil wird. Dadurch ge= rathen fie in einen Zustand von Lebensschwäche, dem eben sehr häufig auch durch die beste Pflege nachher nicht mehr Einhalt zu thun ist." Wie kläglich nimmt sich dagegen die Finanzgebahrung" anderer Parteien aus! Wahrlich, die Sozialdemokratie zeigt, daß sie die Macht des Mammons zu schäzen weiß, möge ihr stolzer" Bericht auch in staatserhaltenden Kreisen eine die Taschen auftnöpfende Wirkung haben. Die Kinder des Proletariats. Nachdem im Jahre 1890 das Sozialistengesetz gefallen war, rüstete sich, wie bekannt, der Führer der freisinnigen Partei, Herr Eugen Richter, um gegen die Sozialdemokratie den Kampf mit geistigen Waffen" aufzunehmen, den er in seiner bekannten Ritterlich feit so lange hatte ruhen lassen, als unserer Partei durch Ausnahmegesetz der Mund geschlossen war. So entstanden zunächst„ Die FrrLehren der Sozialdemokratie", und deren Erfolg wiederum begeisterte den Verfasser zu einem noch fühneren Unternehmen: er, der bis dahin seinen Hauptehrgeiz darin gesehen hatte, bei der Etats: Nun, wir wollen den Konservativen nun verrathen, wie berathung durch die vollkommene Beherrschung des trockenen die Sache zusammenhängt, daß die Sozialdemokratie Bahlenmaterials zu glänzen, wurde zum Dichter und entwarf in troßdem sie die Partei der Aermsten im Lande, der feinen Sozialdemokratischen Zukunfsbildern" eine phantasievolle Freilich zum andern Theile trägt auch die durchaus ungenügende mühsam 11111 ihr täglich Brot ringenden LohnDarstellung des Zukunfsstaates. Unter den traurigen Erlebnissen Beschaffenheit der Krankenhäuser die Schuld an diesen traurigen proletarier ist dennoch weit bedeutendere Kriegskosten der ehrsamen Buchbindersfamilie, über welche dort berichtet wird, Sterblichkeitsverhältnissen. So lange der Moloch Militarismus alle aufzubringen vermag, als die Parteien der reichen Großwar eine Glanznummer der Tod der jüngsten Tochter, der kleinen verfügbaren Geldmittel an sich reißt, und das wird ja nach bourgeoisie und des Feudaladels. In den Reihen der armen Annie; fie ging elendiglich an einer Erkältung zu grunde, weil sie unserer Ueberzeugung so lange sein, als die bürgerliche Gesellschafts Arbeiter loht die Begeisterung für eine große und edle Sache, die Gewohnheit hatte, sich nachts bloß zu strampeln, und ordnung besteht bleibt eben für derartige Zwecke nichts übrig. weil die Aufseherin der zukunftsstaatlichen Kleinkinder- und doch könnten selbst verhältnißmäßig bescheidene Summen hier die Begeisterung für die Befreiung ihrer Klasse und der ganzen Bewahranstalt auf diese leidige Angewohnheit nicht die gebührende sehr viel gutes schaffen. Menschheit. Darum bringen sie mit Freuden, wenn auch Rücksicht nahm. Einem unter dem obersten Prinzip der möglichsten Aus- unter steten, schweren Opfern, die Summen zusammen, die schaltung von Infektionsgelegenheiten( mit Quarantänezimmern 2c.) nöthig sind, um den Befreiungskampf zu führen. Die Parteien erbauten Säuglings- Krankenhause prognostiziren wir Resultate, die der Bourgeoisie dagegen, die immer über Geldmangel jammern das Vorurtheil gegen die Wassenverpflegung kranker Säuglinge müssen, vertreten eine absterbende, hoffnungs- und begeisterungsenergisch zum Schweigen bringen werden. Wir können diese Blüthenleje nicht schließen, ohne einen Auslose Gesellschaftsklasse ohne Ideale, und von solchen hoffnungsspruch zu zitiren, der schildert, wie wenig diese Verelendung der lofen Leuten ist natürlich nicht zu verlangen, daß sie für Kinder des Proletariats, welche die Folge der bestehenden Birth- Biele, an die sie nicht glauben, einen besonderen Opfermuth schaftsordnung ist, bisher die öffentliche Meinung beschäftigt hat. Die bekunden sollen. Darum glauben wir auch, daß der Kassenöffentliche Aufmerksamkeit," sagt Prof. Baginsky, der Direktor des bericht unserer Partei, so sto Iz er lautet, bei der Bourgeoisie Kaiser und Kaiserin Friedrich Kinder- Krankenhauses, wird nicht troßdem keine„ die Taschen auffnöpfende Wirkung" haben erregt dadurch, daß tausende der öffentlichen Fürsorge anheimgegebene Kinder schwächlich aufwachsen, um vielleicht nach Jahr und Tag der Kommune vollkommen oder mehr oder weniger stark zur Last zu fallen; ja, sie wird kaum dadurch erregt, daß die Sterblichkeitsziffern dieser Kinder weit über das normale hinausgehen, vielmehr wird dies alles wie ein nothwendiges Naturgesetz hingenommen. Diese traurige Geschichte von der Strampel- Annie", welche ein so anschauliches Bild von der Gefährdung der Kinder im sozialisti schen Zukunftsstaat giebt, fam dem Schreiber dieser Beilen jüngst bei der Lektüre einiger medizinischer Auffäße über Säuglingspflege" wieder in den Sinn; er fand nämlich in diesen Aufsägen eine Fülle von Material, das auf die traurige Lage der Proletarier finder im Gegenwartsstaat ein grelles Licht wirft. Freilich unbedingt Neues und bisher Unbekanntes findet sich in diesen Auffäßen nicht, wenigstens nicht für die Aerzte und nicht für das Proletariat selbst, das ja aus eigener Anschauung die Verhält nisse fennt, unter welchen seine Kinder leben und leider so häufig frühzeitig zu grunde gehen müssen. Trotzdem aber wird eine Wieder gabe einiger besonders bezeichnender Stellen ein gewisses Interesse schon deshalb haben, weil die Verfasser dieser Aufsätze Professoren und Assistenten an hiesigen Universitäts- Justituten gewiß über den Verdacht einer Uebertreibung aus sozialdemokratischem ParteiInteresse erhaben sind. Dr. Finkelstein, Assistent an der Kinderklinik der königlichen Charitee, schreibt in einem Auffaze, in welchem er über die auf der Säuglingsabtheilung gemachten Erfahrungen berichtet: " " So liegen die Dinge im Gegenivartsstaat! Ohne daß man auch nur Vermuthungen über die Handhabung von Kinderpflege und Kindererziehung in der Zukunftsgesellschaft zu äußern braucht, wird man darum doch das eine kühnlich behaupten können: schlechter, wie im Gegenwartsstaat, fann es gar nicht werden! Und so wird das traurige Schicksal der Strampel- Annie die weitere Ausbreitung der sozialistischen Ideen auch nicht aufhalten können. " In beiden Jahren( 1895/96 und 1896/97) wiesen nur 6 bis 7 pct. der Kinder unter 14 Jahr( bei der Aufnahme in das Krantenhaus) ein annähernd ihrem Alter entsprechendes Gewicht auf." " Die Durchschnittszahlen liefern das bezeichnende Resultat, daß das Kind, dessen Pflege unserem Krankenhause zufällt, bereits im ersten Monat mehr als ein In der Zusammenstellung der gewerblichen Unfälle nach Kilogramm hinter dem ihm zukommenden den einzelnen Wochentagen im gestrigen Leitartikel be= Normalgewicht zurückbleibt und daß diese treffen nur die Zahlen der ersten Reihe unter 1892 die bei der Differenz langsam aber stetig sich bergrößert, fo Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie Deutschlands zur daß Ende des ersten Lebensjahres das Meldung gelangten Unfälle, während alle andern Reihen nicht nur Krankenhaus- kind mit einem Minus von mehr als Unfälle der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie, sondern 3 kilogramm einem Normalkind von 3-4 Monaten( wie auch in den vorhergehenden Säßen gejagt) die von den Gewerbegleich zustellen ist." Aufsichtsbeamten der betreffenden Bezirke allgemein ermittelten Zahlen angeben. am Politische Uebersicht. Berlin, den 5. Oftober. Und er schließt das betreffende Kapitel mit folgenden Sägen: " Zum Schluffe dieses Abschnittes mag noch angedeutet werden, welche Ausblicke unsere Zahlen auf das Geschick des hilflosen Kindes aus den untersten Schichten der Großstadtbevölkerung eröffnen. Kurz nach der Geburt der Mutter entzogen, die es zumeist nicht bei sich behalten kann, viel seltener nicht behalten will, gelangt es in die ungeschickten Hände Fremder oder wird der Kommunalpflege Unsere lieben Bürgerlichen gerathen jedesmal in ein überwiesen. In der mangelhaften Pflege ertrantt schon im ersten bedenkliches Schütteln des Kopfes, wenn in unserer Partei Quartal ein großer Bruchtheil tödtlich, der kleinere, glücklicher oder wie es gegenwärtig wieder der Fall ist und wie die Partei zäher, entgeht der grausamen Auslese. Die verminderte Schaar es sich infolge ihrer inneren Straft leisten kann in aller stellt dem Krankenhaus auch eine entsprechend verminderte Quote Oeffentlichkeit und ganz ungenirt wieder und wieder die Grund- das zeigt der Sturz von der Höhe der Aufnahmezahl fragen der zu befolgenden Taktik erörtert und alle unter den Gedes dritten Monats zu der des vierten. Gehemmt in der Entwickelung, von Krankheit und Siechthum umlagert, schleppt nossen vorhandenen Differenzen rückhaltlos ausgesprochen und ersich dieser Rest mühsam in die höheren Altersstufen, bis er in der ledigt werden. Auch die gegenwärtig in Stuttgart gepflogenen man gestatte das Wort Kondition( Körperverfaffung) eines Diskussionen machen unseren bürgerlichen Politikern sehr viermonatigen Kindes durch das Ziel am Ende des ersten viel zu schaffen. Aber in der Beurtheilung dieser Debatten Jahres geht." und in den für die bürgerliche Politit daraus zu ziehenden Daß nicht böser Wille der Eltern, sondern deren Unvermögen Schlußfolgerungen gehen die Herren sehr weit auseinander. in den weitaus meisten Fällen die Ursache der ungenügenden Wartung Heute dafür nur zwei ergögliche Beispiele. Das Scharfund Ernährung der Kinder ist, ist im obigen schon angedeutet. macherorgan die" Post" schreibt zn den Stuttgarter Debatten Schon allein eine hygienischen Anforderungen genügende Zubereitung über die Taktik: der Kuhmilch zur Säuglingsernährung ist für Proletarierfamilien taum durchführbar. Treffend werden die hierbei sich ergebenden Schwierigkeiten in einer Broschüre geschildert, welche den Direktor der obengenannten Klinik selbst, Professor Dr. Heubner, zum Verfaffer hat. Aber die Schwierigkeiten mehren sich erst im Haushalt der wirthschaftlich Schwachen in der Bevölkerung. Hier fehlt, besonders in kinderreichen Familien, die Zeit zu sorgfältiger Zubereitung der Nahrung, es fehlen tühle Orte zur Aufbewahrung, es fehlt die nöthige Zahl reinlicher Gefäße, die genügende Reinigung der Saug flaschen und Hütchen, das nöthige Feuermaterial zu genügender Erwärmung, ja oft genug sogar die genügende Menge Milch, wodurch die armen Mütter genöthigt sind, zu allerhand Surrogaten ( Ersatzmitteln) zweifelhafter Natur ihre Zuflucht zu nehmen." So finden auch die geradezu grauenhaften Sterblichkeitsziffern der Kinder, welche nicht an der Mutterbrust ernährt werden, ihre Erklärung. Während von den Brustfindern in Berlin im ersten Lebensjahr nur 7,4 auf Tausend sterben, gehen von den mit Kuhmilch ernährten 42,1, von den mit Kuhmilch und Milchsurrogaten ernährten gar 125,7 pro Mille zu grunde. „ Ein positives Ziel fehlt der Sozialdemokratie entiveder ganz, oder es besteht nur in den schwankendsten Umrissen, und das negative, welches sie ins Auge faßt, die Zerstörung der Monarchie und der Eigenthumsordnung, läßt sich nicht anders als durch Blut und Eisen realisiren. Wundern muß man sich nur über den Mangel an Selbsterkenntniß oder Gerechtigkeitssinn, der darin liegt, daß eine Partei, die auf solchem Boden steht, die der bestehenden Rechtsordmung Urfeh de geschworen hat und mit ängstlicher Beflissenheit auf die Hervorkehrung ihres antibürgerlichen Charakters bedacht ist, jedesmal ein so großes Lamento erhebt, wenn man Miene macht, ihr in gleicher Münze heimzuzahlen und sie den Dank auch fühlen zu lassen, den sie sich durch ihre Bestrebungen feitens der Staatsgewalt und aller ordnungsliebenden Faktoren berdient hat." Beitung": Indessen selbst diese Ziffern erscheinen noch flein gegenüber der Sterblichkeit der Kinder, deren Aufnahme in ein Säuglingshofpital nothwendig geworden ist. Aus den Berichten einer Reihe von Säuglingsstationen geht hervor, daß zumeist nur 30-40 pet. der Pfleglinge die Anstalt lebend verlassen; in der Säuglings- so wird. Anarchistenbekämpfung. Die italienische Einladung zur Theilnahme an einer die Abwehr der anarchistischen Gefahr be ziedenden Konferenz ist, wie der Münchener Allg. 3tg." drahtlich gemeldet wird, in Berlin eingetroffen. Bei den engen freundschaftlichen Beziehungen zu Italien verstehe es sich von selbst, daß diese Aufforderung die wohlwollendste Aufnahme finde." Bestimmte Vorfchläge in bezug auf Ort, Zeit und Programm der Konferenz seien noch nicht bekannt geworden. * Deutsches Reich. Kaiserreifen. Zur Jerusalemfahrt des deutschen Kaisers wird dem Herold- Bureau" aus Venedig telegraphirt: Die ganze Bahnstrecke Ala- Venedig wird während der Fahrt des deutschen Kaiserpaares vom Militär und Karabinierie befekt gehalten. Alle an der Strecke liegenden Bahnstationen werden für das Publikum abgesperrt." In der Nationalhymne heißt es zwar:„ Nicht Roß. nicht Reisige sichern die steile Höh', wo Fürsten stehn". Aber ab und zu scheint man doch bei Kaiserreisen die russische Methode zu bevorzugen und Militär und Karabinierie für sicherer zu halten. Von einem Rückgang in der Sozialpolitik so leitartikelt die offiziöse Norddeutsche Allgemeine Zeitung" fönne gar feine Rede sein. Das Reich sei auf dem sozialpolitischen Gebiet bahnbrechend vorangegangen und nachdem dann eine Pause eingetreten fei, werde nun wieder weiter gearbeitet werden. Allein es dürfte sich der Natur der Sache nach nicht sowohl um Lösung neuer zialpolitischer Probleme, als vielmehr um ein behutfames planmäßiges Fortschreiten auf der bisherigen Bahn handeln." " " Es wird dann in einem Zitat aus dem amtlichen Dresdener Journal" dargelegt, daß sich der Reichstag mit den Versicherungsgesetzen beschäftigen werde, und dann heißt es wörtlich weiter: Eine wichtige soziale Aufgabe für den Reichstag ist ferner der Schutz der Arbeitswilligen gegen den Streifterrorismus. Die Nothwendigkeit eines solchen Schutzes ist ebenso unbestreitbar, wie es müßig ist, sich heute auf längere Erörterungen einer Vorlage einzulassen, von deren Inhalt amtlich noch nichts bekannt ist. Wenn die Sozialdemokratie die bloße Ankündigung des bezüglichen Gesezentwurfs zu Agitationszwecken wahrgenommen hat, so ist das nicht zu verwundern; denn von jener Seite wird keine Gelegenheit versäumt, den vielfach verödenden Parteiversammlungen neues Interesse zu verleihen. Eine besondere Zugkraft hat die Losung: das Koalitionsrecht ist bedroht, gleichwohl nicht erwiesen. In immer weitere reise, namentlich in die gutgesinnter Arbeiter, dringt die Erkenntniß ein, daß eine schranken= Iose Koalitionsfreiheit den Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitern immer mehr hinausschieben und nur der sozial revolutionären Bewenung nüßen würde.. Daß die Arbeiter selbst zu der Erkenntniß gekommen sind, daß ihnen das schrankenlose Koalitionsrecht" schadet, wollen wir den Preßkulis der Regierung und Großunternehmer schenken. Für solche Entdeckungen werden sie bezahlt. Aber unbezahlbar ist es, wenn hier die Bearbeitung der Buchthausvorlage, die den Arbeitern das Koalitionsrecht illusorisch machen soll, zu den aufbauenden fozialpolitischen Gesetzen gerechnet wird. Aus ganz anderer Tonart aber schreibt die„ Vossische Der Fall des Sozialistengesetes im Jabre 1890 giebt den „ Staatserhaltenden" Parteien und Persönlichkeiten noch immer Anlaß Man wird zugeben, daß diese Verhandlungen von Stuttgart zu Erörterungen und Erklärungen, so sehr bedauern die Herren das die allgemeine Aufmerksamkeit verdienen, weil sie den Beweis er- Bunichtewerden des Schandgesetzes. Keiner will die Ursache gewesen sein, bringen, daß die Sozialdemokratie in einem Mauserungsprozeß daß die nichtswürdige Waffe des Sozialistengesetzes zum alten begriffen ist, den durch eine Gewaltpolitit zu stören falsch und verkehrt wäre, den vielmehr zu fördern alle Parteien Anlaß sehen sollten." So lange das Bürgerthum in seinem Urtheil über uns weit auseinandergeht, werden die Arbeiter für dieselben Eisen geworfen wurde, und die Herren suchen sich gegenseitig die Schuld an diesem traurigen Vorkommniß in die Schuhe zu schieben. So erläßt jezt der Herr von Helldorff- Bebra, der damalige Führer der Konservativen, der nachher wegen seiner Beliebtheit bei Hofe aus den Vorderreihen der Partei verdrängt wurde, in der „ Konservativen Korrespondenz" eine Erklärung, aus der hervor- Der deutsch- klerikale Agrarier Baron Dipauli ist an stelle geht, daß die Konservativen an dem Fall des Sozialistengesezes Bärnreithers zum Handelsminister ernannt worden. Die Ausganz unschuldig find. Sie hätten die Regierung und speziell den lieferung des Kabinets Thun an die Klerikalen, Feudalen, Polen und Fürsten Bismard ausdrücklich gefragt, ob sie für das durch die Jungczechen wird bald vollendet sein. damalige Reichstags- Kommission etwas abgeschwächte Sozialistengesetz stimmen sollten oder nicht. Die damalige Situation der konservativen Partei wird folgendermaßen geschildert: Schweiz. Amerika. # New- York, 5. Oftober. Nach einer Meldung des„ New York Herald" aus Washington wurde das Mitglied der amerikanischen Kommission der Pariser Friedens Konferenz Day ermächtigt, die Arbeiten der Kommission jederzeit zu unterbrechen, falls. Spanien sich unzugänglich erweisen oder die Arbeiten unnöthig verzögern sollte. Eine Flottenfundgebung würde. folgen. Agoncillo, der Vertreter Aguinaldo's, werde von der Pariser kommission vernommen werden. Kampf um das Koalitionsrecht! Bern, 8. Oftober.( Eig. Ber.) Die Grenzberlegungen Es wäre eine unbegreifliche Inkonsequenz gewesen, wenn die der italienischen 30llbeamten gehören zu den alltäg Konservativen, deren Vertreter in der Konmission in voller leber- lichen Vorkommnissen, über die, wenn sie nicht ganz grob find, man einstimmung mit der Fraktion gehandelt hatten, im Plemum ohne sich garnicht mehr aufhält. Allein es tamen das Jahr hindurch zahlweiteres für die, gegen die Regierungsvorlage so wesentlich ab- reiche grobe Grenzverlegungen vor, worauf sich dann, wenn die New- York, 5. Oftober.( W. T. M.) Nach einem Telegramm geschwächte Kommissionsvorlage gestimmt hätten. Wenn die Schweiz reklamirt, die italienische Regierung entschuldigt, aber nur, aus Havana versicherten in der gestrigen Sitzung der gemischten Regierung die Kommissionsvorlage für unannehmbar hielt und die um sie durch ihre Beamten wenige Tage darauf wiederholen zu Rommission für die Räumung Kubas die spanischen Mitglieder, es Absicht hatte, dem nächsten Reichstag eine neue verschärfte Vorlage laffen. Die größte Frechheit erlaubten sich aber vorige Woche zwei sei unmöglich, Kuba sofort zu räumen. Die amerikanischen Mitzu machen, würde diese Abstimmung der Konservativen die Stellung italienische Zollwächter, indem sie sich in ein schweizerisches glieder bestanden auf ihrer Instruktionen und verlangten sofortige der Regierung auf das empfindlichste geschwächt haben. Anderer- 8o Ilhaus, das 100 Meter von der Grenze entfernt Räumung. Die Verhandlungen dauerten zwei Stunden, ohne daß feits mußte erwogen werden, ob die Annahme eines, wenn auch steht, einquartirten und sich und sich dem Einschreiten der eine Einigung erzielt wurde. sehr abgeschwächten, aber denn doch noch einige wirksame Be- schweizerischen Zollbeamten widersetzten, sodaß diese ihrer vier die stimmungen enthaltenden Sozialistengesezes, nicht dennoch dem Revolver auf fie anschlugen, worauf sie sich ergaben und in das Gefängniß Versuche, von dem nächsten Reichstag ein besseres Gesetz zu er von Mendrisio abgeführt wurden. Die brutale Grenzverlegung zeigt, halten, vorzuziehen sei da dieser zu einem Konflikt mit dem daß ein Berner Blatt recht hat, wenn es konsequent von der Reichstage führen konnte, der möglicherweise in einer gespannten italienischen Verbrecher- Regierung" schreibt. Wie Weltlage nicht ohne Bedenken war. Die konservative Fraktion der Herr so der Diener, wie die Minister in Rom, wie die Bureauglaubte durchaus richtig und loyal zu handeln, wenn sie die fratie im ganzen Lande, so die Zollwächter an der Grenze. Es ist Entscheidung dieser schwerwiegenden Frage der Regierung überließ. das faule, gewaltthätige italienische Regierungssystem, das in seinen Nun, eine Erklärung der Regierung erfolgte nicht vermuthlich zwei würdigen Vertretern im schweizerischen Gefängnisse sigt und weil der Kaiser damals im Gegensatz zu Bismarck der Ansicht war, die internationale Anarchistenbekämpfung möge bei diesen den Anauch ohne Sozialistengesetz mit den Sozialdemokraten fertig zu fang machen. werden." Dies ist allerdings ohne Sozialistengesetz ebensowenig gelungen, weil es früher mit dem Sozialistengesetz nicht gelungen war. Paris, 5. Oftober. Wie der„ Temps" meldet, hat die Polizei Es hat sich hier eben gezeigt, daß eine in den legten Tagen etwa 50 fremde Anarchisten ausgewiesen. zu müssen, ermöglicht wird, seinem Arbeitgeber zu sagen:" Der weltgeschichtliche Bewegung wie der Sozialismus durch einige Gesetzesparagraphen nicht reglementirt werden kann. Und des wegen ist der Streit darüber, wer eigentlich die meiste Schuld am Ablauf des Sozialistengesetzes hat, ganz müßig. Die Herren Bourgeois brauchen sich deswegen teine gegenseitigen Vorwürfe zu machen. Die Sozialdemokratie hat unter dem Sozialistengeset gegrünt und ohne das Gefch geblüht, und sie wird weiter wachsen und gedeihen, was die herrschende Klasse auch gegen sie zu unternehmen für gut finden wird. mänen kaufen. zweite Frankreich. " " der seine Mittel eine Stelle bei einem Wozu überhaupt noch das Zuchthaus- Gesetz? Unsere Richter versuchen die vorhandenen Geseze den Intentionen unserer Machthaber so konform auszulegen, daß neue Geseze vollkommen überflüssig sind. Auch das Reichsgericht betheiligt sich daran, das Koalitionsrecht der Arbeiter dadurch illusorisch zu machen, daß es den vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen eine Auslegung giebt, die weder von dem Gesetzgeber beabsichtigt war noch überhaupt der Tendenz des betreffenden Gesetzes entspricht. So hat das Reichsfericht in letzter Zeit den Begriff der Nöthigung soweit gesteckt, daß feinent Arbeiter mehr, ohne Gefahr in das Gefängniß wandern Reber die Vorgänge in Paris in den letzten Tagen wird bisher bezahlte Lohn ist mir zu gering, ich will mehr haben. uns von unserem Storrespondenten noch geschrieben: Die Ber- Erklärt nämlich ein Geselle mitten in der Arbeit seinem Arbeitgeber: sammlungskampagne zu gunsten der Revision lag den General nicht weiter", so liegt nach einer Entscheidung des Reichsgerichts Wenn Sie mir nicht sofort mehr Lohn versprechen, so arbeite ich stäblern schwer im Magen. Während die Patrioten" keine einzige fchon Nöthigung vor, und es tritt bei Anzeige beim Staatsanwalt öffentliche Versammlung abzuhalten wagten, veranstalteten die Revisionsfreunde fast jeden Abend mehrere öffentliche Versammlungen, Gefängnißstrafe ein. Das Urtheil des Reichsgerichts besagt:„ Wird die wachsenden Erfolg hatten. Die letzte und glänzendste Kund zum Zwecke der Erlangung günstigerer Arbeitsbedingungen das Vorder Nöthigung angewandt, so gelangen bei gebung, veranstaltet von der„ Petite Republique", fand am 1. Othandensein der tober statt im proletarischen Montmartre- Viertel, wo 4000 Personen sonstigen Thatbestandsmerkmale die Strafbestimmungen§ 240 Maßregeln gegen Veröffentlichung vertraulicher Aften mit einmüthiger Begeisterung den Reden des Genossen Jaurès über oder§ 253 des Strafgesetzbuches ftücke werden in verschiedenen Blättern angekündigt. Das ist die Haltung der Sozialisten in der Dreyfus- Affäre lauschte. Am zur Anwendung, gleichviel ob diese Nöthigung von Einzelnen leichter gesagt als gethan. In welche Verlegenheit fämen 2. Oftober, Sonntag Nachmittag, sollte eine weitere Volksversammlung droht mit Gefängniß bis zu einem Jahre,§ 253 nicht unter einem oder von einer Koalition und ihren Vertretern ausgeht."§ 240 denn dann Herr von Zedliz- Neukirch und die anderen stattfinden, einberufen von der parteilosen„ Liga der Menscheneinflußreichen, der Regierung so nahestehenden Journalisten rechte" mit Betheiligung mehrerer sozialistischer Redner neben den Monat. Graf von Pojadowsky mit seinem geplanten Gefeßentwurf und Richtjournalisten, die einen schwunghaften Handel mit Bundes- Rednern der Liga. ist also ein höchst überflüssiger Akteur. Man braucht den Streit rathsvorlagen treiben. Hat Herr Schönstedt denn wirklich Leute zur Das patriotische" Gesindel hat men mit der eifrigen Hilfe brecher garnicht mehr zu schützen, wenn man vorher schon jeden Hand, die einen bombenfesten Gesezentivurf fertigstellen tönnen, der Polizei diese Boltsversammlung verhindert. Die Ehre der Arbeiter und jede Arbeitervertretung, die von den Arbeitgebern mit höhere Löhne verlangen und durch den blos sozialdemokratische Blätter getroffen werden können, Urheberschaft gebührt dem Hanswurst Déroulède, einer Arbeitseinstellung fanu. Es wenn sie Geheimerlasse publiziren? bleibt jetzt nur ebenfalls geschlossene Patrioten- Versammlung, die drohen, ins Gefängniß schicken Surrah, der Thomasmehl- Boykott des Bundes der Land- um mit Trompetenschall in provokatorischen, beleidigenden Plakaten Arbeitnehmer auszuschlagen, wo nach feinem Dafürhalten der der überhaupt fich Surrah, der Thomasmehl- Boykott des Bundes der Land- auf den gleichen Nachmittag einberufen war, verschoben hatte, noch übrig, daß auch noch der Arbeiter bestraft wird, erdreiftet, wirthe ist zu Ende. Nun darf der preußische Landwirth seine Absicht zu verkünden, die„ Vaterlandslosen" in ihrer Versamm- Arbeitnehmer auszuschlagen, wo nach seinem Dafürhalten der schafts- Minister wieder Thomasmehl für die königlichen Do- lung zu zerschmettern. Das Manöver hatte den gewünschten Erfolg: Lohn zu niedrig ist. Das Reichsgericht scheint gar nicht gewußt zu haft rücksichtslose Führung dieses Boykotts unsere uneingeschränkte und verweigerte das Lokal aus mehr oder minder aufrichtiger morgen gekündigt wird, der Arbeiter also, wenn er seinen Lohn erWir sprechen dem Bunde für die muster Der Besiger des Saales brach im letzten Augenblick das gegebene Wort haben, daß in dem überwiegenden Theile industrieller Etabliſſements längere Ständigungsfristen gar nicht beſtehen, sondern von heute auf Anerkennung aus. Wir sind sicher, daß keines ihrer Organe und Furcht vor Ruheſtörungen. In Wirklichkeit aber war die Saalauch fein preußischer Minister etwas einwenden kann, wenn die höht haben will, nicht anders handeln kann, als daß er sagt:„ Wennt Arbeiter fünftig das thun werden, was die Agrarier nun gethan abtreibung im letzten Augenblick gerade wie darauf berechnet, Sie mir nicht mehr Lohn geben, dann höre ich auf!" Wenn die Straßenunruhen zu verursachen. Ueber die Haltung der Polizei sind alle Beobachter darin Arbeitgeber nunmehr niederträchtig sein wollen, so führen sie jezt Der Wagenmangel und die Arbeiter. Bom Standpunkt einig, daß sie, wie ich telegraphirt habe, mit zynischer Offen- insgesammt die eintägige Kündigungszeit in ihren Werken ein und wehe dem Arbeiter, der von heute auf morgen höheren Lohn verder Arbeiter legt man dem Wagenmangel in unseren Industrie- heit gemeinsame Sache mit den Leuten Dérouléde's gemacht. Diese, bezirken viel zu wenig Bedeutung bei, obgleich bei Schädigungen, im Vergleich mit den revisionsfreundlichen Manifestanten ein fleines langt. Er wird laut der neuesten Entscheidung des Reichsgerichts die durch zu geringe Anlieferung der geforderten Wagen entstehen, Häuflein, durften straflos mit bleigefüllten Stöcken über ihre Gegner wegen Nöthigung ins Gefängniß geworfen. die Arbeiter am meisten geschädigt werden, insofern nämlich, als die Fabrikanten und Fabrikdirektoren, um sich einigermaßen schablos zu halten, den Betrieb für einige Tage einstellen. So hat der Wagen mangel im vorigen Herbst den Arbeitern int RheinlandWestfalen ganz erhebliche Lohnverluste verursacht. Eine einzige größere Beche in Handelskammerbezirk Mühlheim an der Ruhr berechnet den hieraus sich ergebenden Lohnausfall für ihre Arbeiter auf 62 000 W. Ja, der eben erschienene Handelskammerbericht der genannten Stadt geht sogar so weit, der Eisenbahn- Verwaltung, die doch sonst für das Seelenheil des Bublifums in jeder Weise besorgt ist, direkt vorzuwerfen, daß durch den Wagenmangel die Sozialdemokratie gefördert werde. Sie schreibt:„ Es kann den Wie ferner aus Paris gemeldet wird, soll sich der General Staatsbehörden nicht bringend genug ans Herz gelegt werden, Vor- proturator Manau in seinen Schlußanträgen entschieden für die forge 811 treffen, daß Störungen, vie sie int den Revision ausgesprochen haben. Er stüße sich hierbei 1. auf das GeTezten Jahren regelmäßig int Wagenmangel wieder ständniß Henry's und 2. auf den Umstand, daß zahlreiche Schriftfehrten, vermieden werden, da sie abgesehen von dem geld- stücke der Dreyfusaften, wenn nicht als Fälschungen, so doch als sehr Unzufriedenheit unter den Arbeitern fördern verdächtig gelten müßten. und sie der Sozialdemokratie in die Arme treiben, aber auch Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Paris: Die Revision das gute Verhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern be einträchtigen." Wer gehofft hat, daß der preußische Eisenbahnminister durch Abstellung des Wagenmangels die Quelle der Unzufriedenheit der Arbeiter stopfen würde, hat sich getäuscht, denn schon wieder Die Nachricht, Baty de Clam sei in Rom in einem Hotel fommen Rachrichten, daß infolge nicht gelieferter Wagen Werte feiern abgestiegen, wird dementirt. Nun, wo der Herr herumreist, ist ziemlich müssen. Im Saargebiet haben in einem Schacht der Grube Klein- gleichgiltig, jedenfalls scheint er doch Ursache zu haben, sich möglichst fern Roffeln 750 Arbeiter die Arbeit einstellen müffen, weil die ver- vom Schuß zu halten. Ebenso macht es sein Lumpaci Esterhazy, Tangten Wagen nicht gestellt wurden und die Stapelpläge der Grube der in Belgien und England herumreist, wo er die Zeitungen durchweg überfüllt sind. 750 Wann sind so wieder einmal für einen bis mit richtigen und auch falschen Nachrichten über das Spionagezwei Tage brotlos. Wahrhaftig, es wäre besser. Vorsorge zu treffen, wefen im allgemeinen und über die von ihm ausgeführten daß die Arbeiter durch das Verschulden der Eisenbahn Verwaltung Lumpereien versorgt. Dabei macht er nicht blos ein Geschäftchen, nicht um ihr Brot tämen, anstatt Zeitschriften wie den Simplicissi- sondern verfolgt damit auch den Zweck, sich als möglichst unschuldiger mus" und die Zukunft" unter Zensur zu stellen und auf den Bahn- Engel darzustellen. fen zu verbieten. haben. lichen Schaden = Hannover, 5. Oftober. Bei der Reichstags Erfa iv a hl im 7. hannoverschen Wahlkreise( Nienburg) erhielten bisher Scheele( Welfe) 2157, Brandt( B. d. 2.) 1685 und Wiele( S.) 838 Stimmen. herfallen, jedesmal, wenn diese an einem Punkte in der Minderheit waren. Die Revisionsfreunde hingegen werden von der Polizei bestialisch mißhandelt wegen eines Hochrufes auf die Revision, auf Bola, auf Picquart oder auf Jaurès. Jaurès warnt die Regierung vor der Gefahr, die das provofatorischen Treiben der Polizei heraufbeschwört. Herr Brisson hört aber auf diesem Ohr nicht. Die einzige Garantie gegen zweckwidrige Krawalle besteht vielmehr in der, zugleich von Jaurès geforderten Organisation der sozialistischen Masse sowie der demokratischen Elemente überhaupt, damit sie nicht ein Spielball der„ patriotisch"-polizeilichen Provokationen werden." des Dreyfus- Prozesses ist heute Nachmittag 2 Uhr bei der Gerichtsschreiberei des Kaffationshofes in das Verhandlungsregister eingetragen worden. Der Ministerrath foll das gerichtliche Verfahren gegen den antisemitischen Abgeordneten Lazies wegen seines beleidigenden„ offenen Briefes" an Chanoine beschlossen haben. Rußland. Petersburg, 5. Oftober. Die Ernennung des bisherigen ersten Eine Parteiverfammlung in Schleswig beschloß einstimmig: Sekretärs bei der Gesandtschaft in Beting, Pawlow, des geheimen " In Erwägung, daß bis jetzt nur ein konservativer Kandidat auf- Leiters der letzten Revolution in Peting, zum Geschäftsträger und gestellt ist und wir nicht in der Lage sind, selbständig einen Kan- Generalfonful in Soul( Korea) wird jetzt amtlich bekannt gemacht. Sidaten durchzubringen, verzichten wir darauf, uns an den preußischen Landtagswahlen mit ihrem elendesten aller Wahlsysteme zu betheiligen." Die ,, Voffische Zeitung", die die ersten Angriffe gegen ihr Blatt anläßlich der Affäre Dung ignorirte, dann, als die Deutsche Tageszeitung" Lärm schlug, sehr großmäulig auftrat, schweigt auf unseren Angriff in der legten Nummer, sie schweigt, obgleich auch von anderer Seite böses Material gegen sie vorgebracht wird. Defterreich. = Bulgarien. Türkei. Das ,, Schweineglück" der Sozialdemokratie. Die Köln. Volts Beitung" schreibt: „ Nachdem der Kaiser in Oeynhausen das neue Gesez in so eigenartiger Form angekündigt hatte, wurde seine alsbaldige Veröffentlichung als wünschenswerth bezeichnet, damit die Sozialdemokraten die Rede nicht ausbeuten könnten. Sie haben aber wieder Schweineglück". Mit der Veröffentlichung wird gewartet, bis die Sozialdemokratie die Rede erschöpfend ausgenuzt hat. Und überdies ergiebt sich mit ziemlicher Gewißheit, daß die Veröffentlichung schon deshalb noch nicht erfolgen fann, weil die Regierung selbst noch nicht weiß, was sie will. Auch das bemerken die Sozialdemokraten mit heller Schadenfreude." Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Seine Wähler zu verrathen, das ist es, was die„ Berl. Neuest. Nachr." dem Zentrum zumuthen, indem sie die Hoffnung aussprachen, diese Partei werde das Zuchthaus- Gesetz, wenn es in die richtige Fassung gebracht werde, nicht fcheitern lassen, und daran die Worte Inüpfte:" Im letzten Winter stand man vor den Wahlen, jetzt liegen sie hinter uns." Die Köln. Voltsztg." weist jegt mit Entschiedenheit diese Zumuthung zurück. Sie schreibt: Im letzten Winter stand man vor den Wahlen; jekt liegen sie hinter mis." Das will doch wohl besagen: die Zentrumswähler find gegen unnöthige und zweckwidrige Unterdrückungsmaßregeln und für Koalitionsfreiheit der Arbeiter. Traut man nun dem Zentrum zu, es nehme vor der Wahl auf die Meinung seiner Wähler Rückficht und halte sich nach der Wahl für befugt, fie in den Wind zu schlagen? Ein derartiges Spiel mit den Wählern überläßt das Zentrum Leuten, die z. B. vor der Wahl jede böse Absicht gegen das Reichstags- Wahlrecht feierlich ableugnen, unmittelbar nach der Wahl aber das Wahlrecht als unhaltbar hinstellen." Wir nehmen gern Kenntniß von dieser Absage; eine Partei freilich, die schon so häufig umgefallen ist, wie das Zentrum, muß fich solch dreistes Liebeswerben schon gefallen laffen. Protestversammlungen. wurden weiter abgehalten in Mainz( 3000 Besucher), Gablenz wurden weiter abgehalten in Mainz( 3000 Besucher), Ga blenz bei Chemniz, Remstädt bei Gotha, Lambrecht in der Rheinpfalz,& Lensburg. Es hat taum jemals eine Regierungsvorlage die Arbeiter so vieler Orte und so verschiedener Distrikte Deutschlands in eine gleich lebhafte Bewegung gebracht, wie die sogenannte ZuchthausVorlage. Partei- Nachrichten. Belohnte Revolutionäre". Wenn die Mostowskija Wjedomosti" aus Sofia gut unterrichtet sind, so steht eine überraschende Lösung der Emigranten- Frage in Aussicht. Fürst Ferdinand wolle den bekannten Oberst Grujew, den Haupträdelsführer bei dem Putsche gegen den Fürsten Alexander, zum Kriegsminister ernennen, aber In eigener Sache. Angriffe gegen den„ Vorwärts" find blos auch die übrigen heimkehrenden Emigranten auf sehr verantwortungs- on sehr wenigen Delegirten vorgebracht worden. Die meisten entvolle Posten stellen. Dies sei die Ursache der Kriegsminister- Krise, halten blos Sentiments subjektivster Art, über die man lediglich an und wenn die Verhandlungen mit Grujew abgeschlossen seien, werde das ruhige Urtheil der Leser appelliren kann, die aber, auch wenn Wien, 5. August. Abgeordnetenhaus. In der Fort- der gegenwärtige Kriegsminister Iwanow unverzüglich über die sie durchaus unbegründet sein sollten, nicht widerlegt werden können, fetzung ver Debatte über die Ausgleichsvorlage sprachen die linge springen. Sollte Fürst Ferdinand ſich wirklich stark genug als durch entgegengesetzte Behauptungen von unserer Seite. Wir fühlen, um der bulgarischen Armee eine solche Demüthigung zuzu würden es für wenig vornehm halten, uns auf einen solchen Deutsch Fortschrittler Noser und Rocke, die ChristlichSozialen Schlefinger und Lueger, der Sozialdemokrat Hamnich fügen?— Kampf einzulassen. Wir begnügen uns deshalb, an das Urtheil und das Mitglied der deutschen Volkspartei Chiari, fämmlich Bebel's zu erinnern, daß gerade in der für die Partei entscheidenden gegen die Vorlagen. Hierauf wurde mit 183 gegen 149 Stimmen Konstantinopel, 5. Oftober. Die Kollektivnote der vier Mächte Beit, bei den Reichstagswahlen unter den schwierigsten Umständen Schluß der Debatte angenommen. Ueber die Auslegung der Ge- betreffend die endgiltige Regelung der tretischen Frage ist waren doch mehrere Redakteure und die von uns am meisten schäftsordnung entspann sich eine längere Debatte. Der Präfident heute Vormittag der Pforte überreicht worden. geschätzten externen Arbeiter durch die Wahlagitation dem Blatte fast völlig entzogen Fuchs erklärte, daß nach seiner Rechtsanschauung die Regierungsdas Zentralorgan seine Schuldigkeit voll vorlagen den Dringlichkeitsanträgen vorauszugehen hätten; um aber gethan hat. den beiderseitigen Auffassungen Rechnung zu tragen, werde er am Deutschland und die Revolution in Peking. Das deutsche Nur auf die Angriffe von einer Seite, von Stadthagen, wollen Schlusse jeder Sigung Dringlichkeitsanträge zur Verhandlung bringen. Kriegsschiff„ Kaiserin Augusta" ist zum Schuße der deutschen Inter- wir eingehen, weil sie mit Thatsachen zu bekämpfen sind. Die Nedner der Linken protestirten gegen die Anschauung des Die Beschwerden des Genossen Stadthagen gegen den„ Vorwärts" Bräsidenten, Bergelt beantragte, daß das Gefeß, betreffend die Ereffen von Kiautschon nach Tatu abgegangen. An Bord befinden sich höhung der Bezüge der Staatsdiener, sofort nach Schluß der ersten außer der eigenen Besayung noch ein Offizier und 30 Mann Marine- gipfeln in dem Vorwurf, daß wir nicht schon früher über das Infanterie von der Besagung der Deutschland", um, falls eine oalitionsrecht und den Arbeiterschus ausführliche Lesung der Ausgleichsvorlagen verhandelt werde. Der Präsident erklärte, diesem Wunsche entsprechen zu wollen. Requisition seitens der deutschen Gesandtschaft in Peking in dieser Artikel gebracht haben. Ferner haben wir sein Mißfallen dadurch Die nächste Sigung findet morgen mit folgender Tagesordnung statt: Richtung erfolgen sollte, in Taku ausgeschifft zu werden und nach erregt, daß wir aus einer von ihm gelieferten Notiz die Bemerkung gestrichen haben sollen, welche dahin ging, daß die Leutenoth ends Fortsetzung der ersten Lesung der Ausgleichsvorlagen, Gefeyz betr. Pefing zu marfchiren. giltig nur abgestellt werden kann in einem sozialistischen GemeinErhöhung der Bezüge der Staatsdiener, Nothverordnung in betreff Peking, 3. Oftober.( Frantf. 8tg.") Der Kaiser wird im wesen." Wir vermögen heute nicht festzustellen, in welchem Zudes Budgetprovisoriums, Anklagen gegen die Minister Grafen Palast gefangen gehalten. Bei den letzten Unruhen wurden fünf ſammenhange der Eaz gebraucht wurde und warum vir Badeni und Thun. Chinesen getödtet. Die Angriffe auf die Europäer dauern fort. ihn gestrichen haben. Um so weniger sind wir hierzu in der Afien. 11 " Die Volts- 8eitung": Lage, als wir bei Stadthagen'schen Manuskripten nur zu häufig in alles, was nicht uniformirt ist. Das nennt man in Preußen die Lage kommen, recht viel streichen zu müssen. Entschieden Fortschritt." müssen wir uns dagegen verwahren, daß wir unsere Pflicht als In ähnlicher Weise äußern sich die Parteiblätter von Breslau, Arbeiterblatt verletzt hätten, indem wir über die für die Erfurt, Elberfeld, Magdeburg, Altenburg, BraunArbeiter wichtigsten Dinge nicht geschrieben haben. Eine ober- schweig, Frankfurt 2c. flächliche Zählung hat ergeben, daß seit dem Hamburger Parteitage im„ Borwärts" über Arbeiterschuß und Fabritgeset= gebung 51 und über das Koalitionsrecht 25 felbst= ständige Artikel, die meisten an leitender Stelle, erschienen sind. Das macht 73 Artikel bei etwa 300 Nummern des Vorwärts" pro Jahr. Damit ist aber das, was wir in diesem Zeitraum über diese Materien geschrieben, aber auch noch nicht im entferntesten aufgezählt. In unzähligen Notizen haben wir Stellung genommen zu diesen für die Arbeiterschaft so ungemein wichtigen Dingen. Als der Posadowsky- Erlaß erschien und als er später im Reichstag diskutirt wurde und neuerdings, nach der Deynhausener Kaiserrede haben wir für diese Dinge besondere Rubriken eingerichtet und ganze Spalten des Vorwärts" find angefüllt mit polemischem Stoff zu dieser Frage. Im vergangenen Jahre hatten wir auch die Wahlbewegung. Was haben wir in der Wahlzeit anders gethan, als Material beigebracht und unsern Parteigenossen Waffen geliefert im Kampfe. Und das Koalitionsrecht war einer der wichtigsten Punkte im Wahlkampf. Sollte das alles der Genosse Stadthagen nicht gesehen haben! " Und die Parlamentsberichte, die Berichte über Kongresse von Arbeitern, die Rubrik Soziale Rechtspflege", die Korrespondenzen unserer in- und ausländischen Mitarbeiter, die Bücherbesprechungen, sie alle enthalten bald mehr bald weniger über diese Themata. Bemerkt das alles der Genosse Stadthagen nicht? Der Werth seiner Angriffe auf den„ Vorwärts" mag nun von Anderen beurtheilt werden? Die Parteigenoffen in Solingen beschlossen, sich an den beborstehenden Stadtverordneten Wahlen der 3. Abtheilung energisch zu betheiligen. Unsere belgischen Parteigenoffen haben am 1.Oftober ein neues Organ Le Laboreur"( Der Arbeiter) herausgegeben, das speziell den Interessen der Landarbeiter dienen soll. Am Sonntag wurde in Brüssel eine sozialdemokra tische Preẞtonferenz abgehalten, zu der die Redaktionen der Parteiblätter und die Leiter der Partei- Provinzialverbände eingeladen waren. U. a. wurde über eine Beschwerde gegen das ZentralOrgan der belgischen Sozialdemokratie, den„ Peuple", verhandelt, der häufig Artikel, die von Parteigenoffen eingesandt wurden, abgelehnt hat. Die Konferenz stellte fest, daß die Redaktion des Peuple" im Rechte gewesen ist, polemische Artikel über die Taltit und das Prinzip der Partei zu einem Zeitpunkte zurückzuweisen, wo die Veröffentlichung der Partei Schaden verursachen fonnte. Mitten im Kampfe sei die Ablehnung solcher Artikel sehr wohl gerechtfertigt, während in politisch ruhigeren Zeitläuften den Parteigenossen das volle Recht auf Kritik selbstverständlich gewahrt bleiben müsse. Aus denselben Gründen erkannte die Konferenz der Redaktion das Recht zu, Polemiken zu schließen. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Der Parteigenosse Regierungs- Baumeister Keßler aus Berlin soll in einer Nede, die er am 18. März in einer Volksversammlung in Zeitz gehalten hat, gegen den§ 130 des Strafgesetzbuchs verstoßen haben. Das Landgericht in Naumburg verurtheilte ihn zu einem Monat Gefängniß. Preßstimmen zu dem Geheimerlaß des Herrn v. d. Recke. Den gestern veröffentlichten Breßstimmen über den jüngsten Erlaß des Polizeiministers lassen wir heute noch die nachstehenden folgen: Auch die gesammte Parteipreffe druckt den Erlaß im Wortlaut ab und unterzieht ihn einer scharfen aber berechtigten Kritit. Das Hamburger Echo" sagt: " Und gleichwohl hält der preußische Polizeiminister diese Gelegenheit( gemeint ist der Erfurter Strawall) für günstig, eine schärfere Anwendung der Beruhigungs"-Mittel zu empfehlen. Wir würden staunen vor so viel staatsmännischer Weisheit, wenn wir uns nicht längst alles Staunen abgewöhnt hätten." Der Lübecker Wolfsbote": " Das Schriftstück spricht für sich selbst. Von 1820 bis jetzt hat die alte, minder scharfe Instruktion genügt. Selbst in den Zeiten, wo die Reaktion in Preußen allmächtig war, hat sie ausgereicht. Jetzt jedoch, wo der Zuchthausfurs gesteuert werden soll, da soll auch der Säbel hauen und die Flinte schießen. Fürwahr, es ist weit gekommen, dank der Rückgratlosigkeit des liberalen" Bürgerthums." Die Magdeburger, Voltsstimme": „ Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß diese Verfügung so ziemlich alle Schichten der Bevölkerung lebhaft erregen wird. Denn man muß wissen, daß dank der Anschauungen, die man in behörd lichen Kreisen von der Staatsautorität hegt, die Polizei dem Publikum gegenüber bisher schon oft in einer Weise ihres Amtes gewaltet hat, die alles andere eher denn beruhigend war und selbst solche Leute, die im allgemeinen bei Aufläufen nicht auf die Straße steigen, mit triftigem Mißtrauen gegen zahlreiche Vertreter der Ordnung erfüllen mußte." Die, Leipziger Bolts Beitung" polemisirt in scharfer Weise gegen den Erlaß. Sie schreibt u. a.: " Unter den erstaunlichen Proben preußischer und sonstiger Regierungsweisheit, deren dieser Herbst mehr als eine gebracht hat, wird dieser Erlaß des Herrn v. d. Recke an den Regierungs- Präsi denten in Erfurt nicht den letzten Platz einnehmen. 9 Die Hoffnung, die Autorität durch fließendes, um geringfügigen Anlasses willen vergossenes Bürgerblut stärken zu können, ist freilich echt preußisch. In wirklichen Kulturvölkern sind solche staatsmännische Einbildungen natürlich unmöglich; da weiß man recht gut, daß die Autorität jeder Regierung in ihrer Fähigkeit wurzelt, wirklichen Kulturaufgaben gerecht zu werden, daß die Wurzeln aller Autorität in einem mit Bürgerblut getränkten Boden vertrocknen müssen und auch regelmäßig vertrocknen. Braktisch wird der Erlaß des preußischen Polizeiministers keine andere Wirkung haben, als daß er je nachdem Blutbäder in denjenigen politisch entwickelten Boltsschichten anrichten wird, die ein konservativer Schriftsteller einmal die Hurrahkanaille" genannt hat. Aber auch diese Opfer der Polizei werden nicht umsonst fallen: mit ihrer durchschossenen Brust und ihrem zerspaltenen Schädel wird das letzte Kapitel von„ Autorität“ zerhauen und zerschossen werden, das diese Regierung noch in jenen ganz zurückgebliebenen Klassen haben mag. Bom politischen Standpunkt aus quittiren wir den Erlaß des Herrn von der Recke mit Dant, wenn wir ihn auch vom humanen Standpunkt aus lebhaft bedauern und entschieden tadeln müssen." Die Sächsische Arbeiter Beitung" bemerkt: " Den hauptsächlichsten Inhalt dieser Verordnung hatten wir ja bereits schon mitgetheilt. Aber wir hielten es für angebracht, auch den ganzen Wortlaut wiederzugeben, damit unsere Leser einen richtigen Begriff davon bekommen, wie am Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein preußischer Minister über das Zivilpack denkt. Einfach niederknallen, wenn das Gesindel sich muckst, das ist der Inhalt der Verordnung. Neugierig sind wir, ob die linksliberalen Abgeordneten des preußischen Landtages den Muth haben werden, die richtige Kritit an dieser schneidigen" Verord mung zu üben." Die Münchener Post" schreibt: " „ Die preußische Polizei ist nicht eine Wohlfahrts einrichtung, fondern eine militärische Schutztruppe, die bestimmt ist, den blinden Gehorsam des Zivilpads mit Schneidigkeit zu erzwingen. Das Buttfamer'sche: die Flinte schießt, der Säbel haut", galt nur der Sozialdemokratie. Der Recke'sche Erlaß richtet sich gegen „ Die Erfahrung spricht durchaus nicht dafür, daß das Aufziehen der schärfsten Register bei der Behandlung einer Menschenmenge das beste Mittel sei, einer Verschärfung und Zuspigung der Situation vorzubeugen. Sehr gewiegte Kenner der Kunst, eine aufgeregte Menschenmenge zu beschwichtigen, sind der Meinung, daß oft durch ein möglichst schroffes Einschreiten der Sicherheitsbeamten erst Katastrophen herbeigeführt werden, die bei weniger schneidigem" Vorgehen vermieden worden wären. Selbst ein so schneidiger Militär, wie der frühere Kriegminister Bronsart von Schellendorff, hielt die sofortige Bernichtung bon Menschenleben in Fällen der erwähnten Art nicht für dringlich. Im Reichstage erklärte er, daß das rechtzeitige Eingreifen einer Feuersprize ihm als ein durchaus geeignetes Mittel erscheine, einen Aufruhr zu vereiteln. Thatsächlich ergeben zahlreiche Schilderungen von Straßenaufläufen auch in den Fällen, wo einzelne Individuen bereits grobe Ausschreitungen begangen hatten, daß durch Abgabe von bloßen Schreckschüssen die ausgezeichnetsten Wirkungen erzielt worden sind. Da auch die Polizeibeamten nicht immer die in ihrer schwies rigen und verantwortungsvollen Lage doppelt nöthige Selbstbeherrschung haben, so würden wir es praktischer finden, es würde ihnen die Anwendung von Pulver und Blei und von der Schneide des Säbels erst dann zur Pflicht gemacht, wenn alle anderen, minder blutigen Mittel, die sich anderwärts vielfältig bewährt haben, thatsächlich erschöpft sind. Es bleibt zu bedenken, daß bei einem rücksichtslosen Dreinhauen und Dreinschießen über Personen gleichsam die Todesstrafe verhängt wird, die im Wege des gerichtlichen Verfahrens vielleicht mit kurzen Gefängnißstrafen bestraft würden, wenn sie nicht gar freigesprochen würden. Und darum Siechthum oder Tod?" " Die Tägliche Rundschau" schreibt: " In dem Erlaß ist also klar und deutlich gesagt, daß es sich nicht um Einführung neuer Bestimmungen, sondern um strengere und zweckmäßigere Beobachtung der bestehenden Vorschriften handelt, und zwar in der ganz richtigen Absicht, etwaige Unruhen nicht unnöthige Ausdehnung gewinnen zu lassen. Der " Vorwärts" stellt sich natürlich so, als sei der Erlaß auf die Arbeitermassen" gemünzt, und hebt dem gegenüber hervor, es seien doch nur dumme Jungen und Neugierige, die davon betroffen würden. Der Meinung sind wir auch; aber gerade sowohl die dummen Jungen als die neugierigen Gaffer sollen wissen, daß es mit der Autorität der Staatsgewalt scharfer Ernst ist. Sie mögen sich danach richten; die Behörden und die ordentlichen Bürger brauchen sich aber nicht nach der Laune dummer Jungen zu richten. So wenig wir die Bevormundung des in gesetzlichen Bahnen sich bewegenden öffentlichen Lebens durch die Polizei wünschen, so fest müssen wir das Recht der Polizei wahren, Ordnung zu halten gegenüber der Gesezlosigkeit. Der Vorwärts" bemüht sich zivar, das heilige Recht des Janhangels, gegen die Polizei zu ulken, zu befürworten, unterläßt es aber festzustellen, daß die Behauptung, die Polizei solle fortan von der Schußwaffe Gebrauch machen, eine Unwahrheit ist. " Die, ossische Zeitung" widmet dem Erlaß nachträglich einen besonderen Leitartikel, worin sie u. a. folgende Ausführungen macht: ,, Ein junger Rekrut entscheidet über Leben und Tod seines Mitbürgers. Aber es kann auch sein, daß der Nekrut ein schlechter Schütze ist. Bei der heutigen Tragweite der Geschosse kann die Kugel, die am Brandenburger Thor abgefeuert wird, an der Schloßbrücke einen Menschen tödten. Dieser Mensch kann auch ein Gelehrter von Weltruf, ein General, selbst ein Brinz sein. Ist es unerläßlich, daß in verkehrsreichen Straßen ein Wachtposten oder eine Patrouille das Recht habe, von der Schnßwaffe Gebrauch zu machen? Mancher unbefangene Beobachter glaubt, diese Frage verneinen zu sollen. Allein, wen nimmt es Wunder, daß von Amts wegen die Frage bejaht wird?" In den Berliner Neuesten Nachrichten" wird die Buſchrift eines Offiziers veröffentlicht, dem die Sache eigentlich noch gar nicht schneidig genug ist. Der Herr schreibt 11. a.: Wenn einzelne Mißgriffe der Polizei zu beklagen waren die sich aber nicht auf Tumulte bezogen so haben aufmerksame Beobachter schon lange zu bemerken Gelegenheit gehabt, daß die Polizeibeamten in großen Städten oft nicht mehr mit der gehörigen Energie auftreten, was man mur als eine Folge der revolutionären planmäßigen Verhegzung und Einschüchterung erflären fann." Und an anderer Stelle: ,, Nicht nur, daß durch Schreckschüsse dem Aufruhr gewöhnlich die Erregung. In der Pragis wird es also, wenn es erst einmal so weit ist, immer auch zu ernsthaften Schüssen kommen. Nicht ganz sicher find wir, ob man das Dareinhauen mit flacher Klinge so niedrig einschätzen darf. Im Prinzip ist also auch gegen diese Anordnung nichts einzuwenden." Die Köln. 8tg.": Der Erlaß des Herrn v. d. Nede hat also der Sozialdemos fratie wieder Stoff geliefert, den sie in ihrer Weise verarbeitet. Das Attenstück dürfte aber auch sonst noch viel Kritik herausfordern. Wir sind auch unsererseits der Meinung, daß nicht gleich scharf geschossen zu werden braucht, wenn einige dumme Jungen einen Krawall verursachen. Man denke nur, wie viel unschuldige Straßenpaffanten bei der Durchschlagskraft und weiten Tragfähigteit der heutign Schießgewehre in belebten Straßen in Mitleidenschaft gezogen werden können. Man tühle die Krawallmacher mit der Feuersprige gehörig ab. Ist diese doch im Reichstage bereits von einem preußischen Kriegsminister als wirksames Mittel bei Voltsaufläufen empfohlen worden. wie " Die katholische Köln. Boltsztg." gloffifizirt den Erlaß folgt: " Also immer schneidig!" Um die„ Autorität" des„ Staates", d. h. der Polizei aufrecht zu erhalten, tommt es auf ein paar Menschenleben nicht an. Dabei ist die Schneidigkeit" der Polizei nicht selten schuld, wenn Straßenaufläufe entstehen oder nicht harmlos bleiben. Gewiß soll die Polizei für Aufrechterhaltung der; Ordnung sorgen, aber der Minister hätte gut gethan, sie nicht allein daran zu erinnern, daß sie wirksam" von der Waffe Gebrauch. machen soll, sondern auch daran, daß sie nicht ohne ernſteren Anlaß hauen und schießen und daß sie nicht gegen harmlose Leute wüthen soll. In der Regel besteht ja auch die große Maffe bei solchen Straßen- Aufläufen aus Neugierigen und Harmlosen. Den Tumult" machen ein paar dumme Jungen oder Betrunkene, welche die Polizei auslachen oder laut schreien." " " Die Frantf. 8eitung":" Ueber die Frage, in welchem Augenblick gegenüber einer Menschenmenge, die der Aufforderung zum Auseinandergehen keine Folge leistet, von der Waffe Gebrauch zu machen ist, enthält die Verfügung einen Satz in verzwicktem Juristenstil, den aber der Polizeisergeant schwerlich anders als dahin verstehen wird, daß der Waffengebrauch sofort einzutreten hat, wenn der dreimaligen Aufforderung nicht ohne weiteres geHorcht wird. Es wäre sehr heilsam, wenn neben diesem scharfmachenden Erlaß der§ 28 der Gendarmerie- Instruktion von 1820, auf welchen sich der Erlaß berufen will, zur Vermeidung von Mißverständnissen den Beamten wörtlich vorgehalten würde. Er schließt nämlich mit den Worten: es liegt ihnen( den Gendarmen) jedoch auch in diesen Fällen ob, die Waffen nur, nachdem gelinde Mittel fruchtlos angewandt sind und nur wenn der Widerstand so stark ist, daß er nicht anders als mit gewaffneter Hand überwunden werden kann, und auch dann noch mit möglichster Schonung, zu gebrauchen." Die Dienstinstruktion von 1820 beruht auf königlicher Verordnung und kann nicht, wie nach den Zeitungsberichten die Liegnizer Polizei zu meinen schien, durch einen Erlaß des Herrn von der Recke abgeändert werden. Der Erlaß beruft sich ferner auf eine im Jahre 1863 ergangene Instruktion und bemerkt, daß sie in der Mittler'schen Hofbuchhandlung zu haben ist. Wir haben die Absicht, uns diesen Wink zu Nuze zu machen und behalten uns unser Urtheil über die rechtliche Zulässigkeit und Giltigkeit des Erlasses vor. Daß aber Herr von der Recke durch den Erlaß bloggestellt ist, läßt sich schon vor der genaueren Prüfung des Inhalts sagen, allein wegen der Aufschrift„ vertraulich". Die Einwohner in Ungewissem darüber zu lassen, wann und wo sie aufs Schießen gefaßt sein müssen, daran mag vielleicht ein Eroberer im fremden Lande ein Interesse haben, der mit einer bewaffneten Söldnerbande die feindliche Bevölkerung in Schrecken halten muß und von der unbestimmten Angst Vortheil ziehen will. Aber den eigenen Mitbürgern gegenüber sollte doch gerade das Interesse bestehen, ste mit allem bekannt zu machen, was dazu dienen kann, die traurige Nothwendigkeit des Schießens zu vermeiden. Nachgerade könnte die Regierung eingesehen haben, daß ihre Erlasse ja doch bekannt werden, entweder durch den Reichs- Anzeiger" oder durch den Vorwärts" und andere Blätter. Und da will es uns scheinen, daß die Regierung den ersteren Weg vorziehen sollte." Die Münchener Neuesten Nachrichten": Die Vorschrift bezüglich der Anwendung der Schußwaffe aber, die bei der außerordentlichen Durchschlagskraft der modernen Geschosse jezt eine ganz andere Bedeutung hat als früher und vielfach Unschuldige treffen wird, wird nicht die volle Billigung finden, die man im übrigen jeder gegen die Krawalle und Tumulte des städtischen Abschaums gerichteten ernsten Maßregel nicht bersagt." Der Bund deutscher Frauenvereine kein Ende gemacht wird, sie werden von den Revolutionären hält gegenwärtig in Hamburg seine Generalversammlung ab. Die ebenso ausgenügt werden wie scharfe Schüsse. Dies be= weist der 18. März 1848 in Berlin, an welchem Tage die Bersammlung wurde von dem Hamburger Senator Dr. Ha chmann aus Versehen in die Luft gegangenen beiden Schüsse auf dem begrüßt und die Sigung von der Präsidentin des Bundes, Fräulein Schloßplatz zum Vorwand des Aufstandes genommen wurden." Auguste Schmidt, eröffnet. niederknallen!? richten" an: wie, daß Die Naumann'sche Hilfe" schreibt: Das nennt man wenigstens Logik. Da die„ Nevolutionäre", Aus dem Geschäftsbericht von Frau Anna Simson ersehen die freilich weder in Erfurt, noch in Liegni, noch bei sonst wir, daß die Zahl der Vereine, welche jetzt zum Bunde gehören, auf irgend einem Tumulte, der in Deutschland seit Bestehen der Sozial- 105 gestiegen ist. Sie theilt mit, daß für die Vorbesprechung für den demokratie vorgekommen, mitgewirkt haben, die über die Köpfe internationalen Frauenkongreß in London Mrs. Craighton als gehenden Schüsse doch eventuell als Vorwand zum Vorgehen aus- dann über die Vorschläge, welche vom internationalen Bunde für Vertreterin des Bundes gewählt wurde. Die Rednerin berichtet nügen, warum dann nicht gleich von vornherein wenigstens ein paar den Kongreß in London eingebracht worden sind. Es wird vor Den brutalsten Ton schlagen natürlich die Hamburger Nach- Lande eingerichtet wird, in dem die Präsidentin des internationalen allem ein internationales Auskunftsbureau vorgeschlagen, das in dem Bundes wohnt. Wohin es kommt, wenn die Polizeiorgane von den ihnen zustehenden Befugnissen bei Unterdrückung von Tumulten nicht recht- staschte aus Berlin, die Vorsitzende der Rechtskommission, giebt Es folgen die Berichte der Kommissionen: Fräulein Marie zeitig und ernstlich Gebrauch machen, haben ausländische Beispiele eine Darstellung der Schicksale der Petitionen, welche von der Komzur genüge erwiesen. Daß der Sozialdemokratie Strenge mission an den Reichstag geschickt worden sind. Eine Resolution und in dieser Beziehung nicht zusagt, ist ebenso begreiflich, eine Petition des Bundes vom 16. Juni 1896, das vierte Buch des der Hund den Prügel nicht liebt. Wir sind der Ansicht, daß derjenige der wahre Menschen Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuches bis zur Tagung des Reichsfreund ist, welcher bei Aufständen und dergleichen sofort tages im Herbst desselben Jahres zurückzustellen, wurden am 22. Juni energis eingreift, bevor die Sache große Dimensionen an dem teichstage mit 23 000 Unterschriften eingereicht. Die Berliner Mitglieder der Kommission setzten sich nimmt und Ströme von Blut zur Herstellung der Ruhe und zur wirtGefeßlichkeit fließen müssen. Deshalb sehen wir in dem Inhalt des samen direkten Einwirkung auf die Gesetzgeber mit einzelErlasses nichts Berheimlichenswerthes." nen Abgeordneten in Verbindung, es fanden mit den Abgeordneten zwecks thunlichster Berücksichtigung der Vorschläge der Kommission Besprechungen statt. Leider war es bei der Zusammen" Solche Anweisungen sind sehr bedauerlich. Gewiß soll bei fetzung nicht möglich, die prinzipiellen Forderungen durchzusetzen. Exzessen die Polizei fräftig und zielbewußt vorgehen. Aber es Für diese war in der Reichstags- Kommission resp. im Reichstage darf doch auch beim schlimmsten Boltsauflauf nicht vergessen felbst nur eine geringe Minderheit vorhanden. Dagegen ist es gewerden, daß es Volksgenossen, wenn auch verblendete, erregte, lungen, bei einigen in sozialer Beziehung bedeutungsvollen Bunkten irregeführte Volksgenossen sind, gegen die die Obrigkeit ein- einige unserer Anträge durchzusetzen, wobei wir insbesondere schreitet. Bis jezt haben noch fast alle traurigen Fälle von Zu- von den Abgeordneten Kauffmann, Mundel und Träger fammenstößen zwischen Polizei und erregten Voltsmaffen eher ein unterſtügt wurden. Einen Aufruf und eine neue Petition um Buviel als ein Buwenig an Schneidigkeit der Behörden ergeben. Menderung des Familienrechts an den Reichstag zählt bis jest Und bis jetzt haben sich die Hiebe mit flacher Klinge noch immer 30-40 000 Unterschriften. Durch die Petition betreffend den Entvorzüglich bewährt! Wozu also diese neuen, unerhörten Anwurf eines Handelsgefetzbuches hat der Bund erreicht, daß der jetzige weisungen?" § 71 des H.-G.-B. geändert worden ist. Die Petition um Zulassung Der Hamburgische Correspondent" äußert sich der Frauen zum Laienrichteramte, die vom Bunde unterstützt wurde, folgendermaßen: ist abgelehnt worden. Für die demnächstige Tagung des Reichstags " Der Vorwärts" entrüstet sich furchtbar über diesen Erlaß wird die Rechtskommission bei den Vorlagen betreffend Koalitions und meint schließlich, er werde zur Folge haben, daß die Be- recht, Vereins- Gesetz 2c., eine neue Thätigkeit entfalten können. fämpfung des gegenwärtigen Regierungssystems in immer weiteren Es folgte dann der Bericht von Frau Bieber- Böhm für die Kreisen als ethische, nicht mehr blos politische Pflicht erkannt Sittlichkeitskommission. Das Gesuch an den Minister des Innern. werde. Wir zweifeln sehr daran, ob das der Fall sein wird. um Anstellung von gebildeten Bolizeimatronen wurde abgelehnt. Wenn der zuchtlose Theil des Nachwuchses der Sozialdemokratie, für Das Anschreiben an die Lehrer und Professoren um ihre Mithilfe den sie die moralische Verantwortung trägt, so wenig sein Treiben für die fittliche Erziehung hatte guten Erfolg. Eine Eingabe an ihr in das offizielle Konzept passen mag, mit dem Feuer der den Kriegsminister wurde dahin beantwortet, daß der Kriegsminister Revolution spielen und die Autorität des Staates verhöhnen zu davon mit Interesse Kenntniß genommen hat. Die vierte Aufgabe dürfen glaubt, so soll er die eiserne Faust der Staatsgewalt in der Kommission war ein Anschreiben an die Mütter. Frau Biebers ihrer ganzen Wucht spüren. Erfahrungsgemäß haben auch die Böhm fordert mit eindringlichen Worten die Hamburgerinnen auf, sogenannten Schreckschüsse gar keinen Werth, sondern steigern nurlauch mitzuwirken an der Verbreitung größerer Sittlichkeit. " Ausland. Die Buchbinderei Arbeiter und Arbeiterinnen in Wien befinden sich im Ausstand. Bisher haben 260 Arbeiter und Arbeiterinnen die Forderungen bewilligt erhalten, während in fast sämmt lichen anderen Betrieben die Arbeiter im Streit stehen. Dem Ausstand der Pariser Erdarbeiter hat sich der größte Theil der Auslader in den Häfen angeschlossen, ebenso ist eine große Anzahl Maurer und Baumaler gestern Vormittag in den Austand getreten, um mit den ausständigen Erdarbeitern gemeinsame Sache zu machen. Boziales. Frl. Ottilie Hoffmann fann mit Freude über die Fort- beiter die Gunst der Kirchenhohen und Zentrumsgewaltigen zu gute, Gerichts- Beifung. schritte berichten, welche die Mäßigkeitsfrage gemacht hat. Die die dem unbequemlichen Geistlichen versagt blieb. Kommission hat eine Petition in dieser Angelegenheit an das Kultus- Im übrigen aber müssen wir, die wir die rheinischen, und be- Ein prügelnder Schuhmann. Durch Mangel an Selbstministerium gerichtet, die Lehrer und Lehrerinnen aller Staats- fonders die Kölner katholischen Arbeiter, sehr genau kennen, es als beherrschung hat sich der Schußmann August Frelandt zu einer schulen behördlicherseits anzuweisen, beim Unterrichte in der Natur- der Wahrheit durchaus widerstreitend bezeichnen, wenn Giesberts fie Handlung hinreißen lassen, die ihn beinahe um sein Amt gebracht funde und Gesundheitslehre Aufklärung zu verbreiten. Frau Schul- als monarchisch gesinnt hinstellt. In Wirklichkeit hat der katholische hat. Er stand gestern unter der Anklage der thätlichen Beleidigung An einem rath Cauer berichtet, daß die Kommission für Organisation der Arbeiter gar teine Neigung für das, was im landläufigen Sinne vor der 131. Abtheilung des Schöffengerichts. Handlungsgehilfinnen, die in Kassel eingerichtet wurde, noch nicht so patriotisch heißt. Das gilt auch für das Huldigungstelegramm, das Februartage d. J. hatte der Angeklagte den Handelsmann frei arbeiten konnte, wie sie es wünschte, da die Arbeiten durch viele im Namen dieser Arbeiter an den Kaiser abgeschickt wurde. Lösch, der sich einer Uebertretung schuldig gemacht hatte, Berichte an den Bund eingereicht wurden. Fräulein Bonfort macht zur Wache zu sistiren. Da Lösch Widerstand leistete, mußte Gewalt darauf aufmerksam, daß diese Kommission die einzige ist, welche angewendet werden. Sowohl der Beamte wie der Sistirte befanden eine Berufsorganisation vertritt und daher wohl die Schwierigkeit sich noch in großer Erregung, als sie die Wache erreicht hatten. Als entsteht. hier der erstere die Vorgänge auf der Straße zu Protokoll gab, leber die Kommission für weibliche Gewerbe- Inspektion berichtet unterbrach Lösch ihn mit den Worten: Das ist gelogen!" Hierauf an stelle von Frau Jeanette Schwerin, die leidend ist, Fräulein vergaß der Angeklagte sich soweit, dem Sistirten eine Ohrfeige gu Alice Salomon aus Berlin: Es wurden Kurse für Inspettogeben. Obgleich Lösch nicht abgeneigt war, den gestellten Strafrinnen eingerichtet und werden auf Wunsch der Schülerinnen im antrag zurückzunehmen, kam es doch zur Verhandlung, da die Benächsten Jahre wiederholt, ferner wurde durch Vortrag von Frau hörde des Angeklagten auf deffen Bestrafung bestand. Der StaatsSchwerin und Frau Simson Propaganda gemacht und die einzelnen anwalt führte aus, daß er eine Geldstrafe beantragen würde, wenn Kongresse beschickt. In München eröffnete der Verein zur Förderung der Angeklagte ein Privatmann gewesen wäre. Aber im vorliegenden der Interessen einen Kursus für Inspektorinnen, von denen die erste Falle handle es sich um eine Mißhandlung auf der Wache, ein Beamter, jezt angestellt worden ist. Zu dem 2. Kursus in Berlin sind eine der für Aufrechterhaltung der Ordnung zu sorgen habe, müsse Selbstgroße Zahl von Anmeldungen eingelaufen und es konnten a beherrschung üben können. Er beantrage gegen den Angeklagten 15 Schülerinnen in die Pflichten der Gewerbe- Inspektorinnen ein- Arbeiter- Rifiko. In den Sandsteinbrüchen bei Vigen- drei Tage Gefängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, geführt werden. Erfreulich ist es auch, daß in Bayern und burg im Regierungsbezirk Merseburg wurden am Dienstag fünf bat dringend, mit Rücksicht auf die ganze Sachlage dem Angeklagten Hessen feste Inspektorinnen angestellt sind, auch in Weimar ist auf Arbeiter durch ein ab stürzendes Felsstüd verschüttet; zwei mildernde Umstände zu bewilligen und von einer Gefängnißstrafe dem Verwaltungswege eine Inspektorin eingestellt worden. blieben todt, die drei anderen sind schwer verletzt. Abstand zu nehmen. Der Angeklagte verliere sonst zweifellos ſein Als lezte Berichterstatterin spricht Frau Henriette Gold so mühsam errungenes Amt und seine Frau und Kinder würden schmidt über die Kommission für Erziehungswesen. Die Kom 160 M. mehr Lohn pro Kopf als im Jahre 1895 sollen im vereine Geldstrafe von 50 Mark. Noch einmal die Bergarbeiter Löhne. Man schreibt uns: dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Der Gerichtshof erkannte auf mission hat eine Petition vorbereitet, in der sie die Errichtung staatlicher Kindergärten und Errichtung von Seminarien für Kinder- gangenen Jahre die Bergarbeiter im Ober- Bergamtsbezirk Dortmund In Ulm hat am 4. Oktober vor dem Schwurgericht der Prozeß wegen der Göppinger Wahlunruhen begonnen. Vor dem gärtnerinnen verlangt. Frl. Dr. Schirrmacher ladet zuletzt den erhalten haben. In der bürgerlichen Presse wird diese Ziffer als die Bund im Namen der französischen Frauen ein, sich an den beiden Folge einer Lohnerhöhung ausgegeben, sie ist aber, wie sich leicht Hotel zu den Zwölf Aposteln, wo sich die Anhänger der deutschen im Jahre 1899 stattfindenden Kongressen, die von der gemäßigten nachweisen läßt, in der Hauptsache die Folge erhöhter Leiſtungen Partei" versammelt hatten, war es am Abend des 16. Juni zu Skandalund radikalen Richtung einberufen werden, zu betheiligen. Die fahrenen Schichten lange nicht so groß wie im Jahre 1897. Für Gerücht verbreitet hatte, daß aus dem Gasthause mit Flaschen geworfen der Arbeiter. Im Jahre 1895 war die Zahl der jährlich ver- izenen gekommen, die besonders bedrohlich ausarteten, als sich das Versammlung beschließt die Beschidung beider Kongresse. der Arbeiter selbstverständlich seinen worden sei. Sowohl die behördlichen Organe als auch einige unserer Am Montag Nachmittag fand die Sigung der Kommission für jede Schicht muß aber Lohn erhalten. Dadurch wächst allein die Lohnsumme im Organisation der Handlungsgehilfinnen statt. Frau Schulrath Cauer Jahre 1897 schon um Millionen. Es kommt hinzu, daß der Arbeiter Parteigenossen suchten vergeblich die Menge zum Auseinandergehen stellt nach langen Berhandlungen die Frage an den Bund, ob er ein in der einzelnen Schicht im Jahre 1897 mehr Kohlen zu tage landjäger und Schutzleute zurü dzog, beruhigten und zerstreuten zu bewegen. Erst als man, um weitere Reibung zu vermeiden, treten will für die Berufsorganisationen. Frl. Lischnewska beantragt folgende Resolution: Die Versammlung spricht den Wunsch aus, daß gefördert hat, als im Jahre 1895. Wenn man berechnet, was allein fich die Leute allmälig. 16 Personen, welche ergriffen wurden, haben Surch diese Mehrförderung pro Schicht die Kohlenzechen Rheinlanddie Kommission wieder heißen möge„ Kommission für Organisation der Westfalens verdient haben, so ergiebt sich, daß die Löhne lange nicht sich nunmehr vor Gericht zu verantworten. Handlungsgehilfinnen"( das Wort, Organisation' sollte gestrichen werden). Frl. Dr. Augspurg beantragt zu der Resolution den Zusatz und diesem so gewachsen sind, wie die Sumine des Verdienstes, der aus dieser Namen gemäß handle". Nach Annahme der Resolution theilt Frau Cauer Mehrleistung der Arbeiter den Zechen erwuchs. Freilich, betrachtet mit, daß vom Berliner Hilfsverein für weibliche Angestellte ein man den Gesammtdurchschnitt im Ober- Bergamtsbezirk Dortmund, Stellenvermittelungsbund für ganz Deutschland eingerichtet werden kommt diese erhöhte Leiſtungsfähigkeit des einzelnen Arbeiters foll. In der Kommissionssigung für weibliche Gewerbe- Inspektion wie die Vermehrung der Schichtenzahl nicht so start zum Ausdrud, als wie es in der That auf den meisten Zechen der Fall war. unter der Leitung von Frau Anna Simson werden Anfragen über Selbst der Verein für die bergbaulichen Inter- Die Graveure und Ziseleure hielten am Dienstag im Dres Gewerbe- Juspektorinnen, ihre Stellung, ihr Gehalt von Frl. Alice Salomon beantwortet; ein Austausch persönlicher Erfahrungen füllt elfen im Ober- Bergamtsbezirk Dortmund muß in dener Garten eine gut besuchte Versammlung ab, in welcher Baul feinem 1897er Jahresbericht zugeben, daß die Durchschnittsziffern Litfin über das Koalitionsrecht und die bevorstehende Gesezesdie übrige Zeit aus. Am Montag Abend wurden öffentliche Vorträge in Sagebiel's fähigkeit der Bergleute betrachtet werden können. Es heißt dort mit aufgenommenen Vortrag fand nicht statt, dagegen gelangte einstimmig für das Jahr 1897 lange nicht als genauer Ausdruck der Leistungs- vorlage referirte. Eine Diskussion über den außerordentlich beifällig Etablissement gehalten. In der Sizung am Dienstag weist Frau Hecht aus Tilfit darauf Rücksicht auf die verwirrenden Durchschnittsziffern des Jahres 1897: eine Resolution zur Annahme, welche gegen jede Beschränkung des Einen Maßstab für die Leistungsfähigkeit der Belegschaften Soalitionsrechtes der Arbeiter energisch Protest erhebt und die Kollegen in hin, daß in vielen Städten Voltsunterhaltungen mit Beihilfe oder von Frauen allein abgehalten werden. Mit Unterſtügung mehrerer wie Gebirgs- und Flößverhalten auf den einzelnen der Organisation anzuschließen. Im Verschiedenen machte dann Mit Unterſtügung mehrerer geben diese Ziffern nur dann, wenn alle einschlägigen Verhältnisse, anbetracht der drohenden Vorlage auffordert, sich mehr als bisher Vereine bringt der Tilsiter Lehrerinnenverein den Antrag ein: Gruben, Umfang der Vorrichtungsarbeiten und des Winzer auf das am 12. November stattfindende Verbandsvergnügen Der Bund wolle eine besondere Kommission einsetzen zur Abbaucs, Regelmäßigkeit der Arbeitsgelegen aufmerksam und bat die Kollegen, doch recht rege für dasselbe zu Pflege der Voltsunterhaltungen durch die Frauen. Fräuleinheit 2c., berücksichtigt werden. Für den Ruhrbezirk dürfte die agitiren. Zum Schluß forderte dann der Vorsitzende die Anwesenden Auguste Schmidt tritt als Delegirte lebhaft für den Antrag starke Zunahme von Tagesanlagen von Tagesanlagen in Gestalt von Neben- auf, es sich nicht bei der Annahme der Resolution genügen zu lassen, ein und schildert die glänzenden Erfahrungen, welche der Leipziger Frauen- Bildungsverein für Volksunterhaltung gemacht hat, gewinnungen, die mehr und mehr sich verzweigende Herstellung von sondern auch im Sinne derselben zu handeln. aufbereiteten Produkten, ferner die starke Zunahme des Bergeversagebenso theilt Frl. Hoffmann die guten Resultate der Bremer Bolts Abbaues und die hiermit in Verbindung stehende erhöhte Beschäfsprechen zu müssen, da zu viel Kommissionen eingeführt würden, igung von Vergeverfaß- Schleppern c. in Frage kommen. AllerFrl. Alice Salomon schließt sich dem an, indem sie bemerkt, daß in dings ist auch zu berücksichtigen, daß diesem Zuwachs auf die Tonne Frl. Alice Salomon schließt sich dem an, indem sie bemerkt, daß in der Zentralstelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtung bereits eine Förderung ein Minderbedarf an Mannschaften durch Ausbildung der Organisation vorhanden ist. Hier arbeiten Männer und Frauen gesammten Betriebstechnik, z. B. in Gestalt der maschinellen Forde zusammen. Frau Simon beantragt eine Resolution: Die General- rung, gegenübersteht." Die Mehrleistungen der Belegschaften im Jahre 1897 im Berversammlung empfiehlt allen Bundesvereinen, die Pflege der Bolts- gleich zum Jahre 1895 wird daher viel eher illustrirt durch eine unterhaltung in ihrer Stadt anzuregen, falls dort solche nicht be- Reihe Einzelbeispiele, die sich auf größere Bergwerksunternehmungen stehen. Die Resolution wird sodann angenommen. Bon Frau Elise Berg wird ein ordnungsmäßig unterstützter beziehen. Es betrug 3. B. auf den Zechen: Antrag der Nürnberger Ortsgruppe des Allg. d. Frauenvereins eingebracht: Die Generalversammlung des Bundes wolle beschließen, die Bestrebungen zur Verbesserung der Pflege und Erziehung der ver- Konkordia, Bergbau- Aktien 1895 wahrlosten und aller außerehelichen Koft- und Ziehlinder zur Bundesfache zu machen. Diese Bestrebungen fassen in sich die Agitation jährliche Schichtzahl 267,4 328,7 der Arbeitseffekt pro Schicht und Mann f 0,96 Gesellschaft zu Oberhausen 1897 1,05 1895 0,863 292,7 . 1897 0,973 1895 1897 1,06 1,12 in allen Reichs- und Bundesstaaten: a) Für Einführung einer Ver. Nosenblumendella. nach Artikel 126 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche zulässigen Generalvormundschaft über alle außer Hibernia 300,1 304,37 325,31 Aus Mainz wird dem„ Berl. Tageblatt" berichtet: Die Tagelöhnerin Baumann, die ihren treulofen Geliebten auf offener Straße erstochen hat, wurde von den Geschworenen freigesprochen. Versammlungen. am Montag bei Stechert, Andreasstraße, in der Genosse Täterow Eine gut besuchte Versammlung der Stockarbeiter tagte über: Wie hat die Arbeiterschaft das Koalitionsrecht auszuüzen und umzugestalten? referirte. Der recht interessante Vortrag wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Eine längere Diskussion entspann sich hierauf über die Zustände in der Stockfabrik der Gebr. Noa, Dresdenerstr. 38. Wie angeführt wurde, werden daselbst wieder Ueberstunden gemacht und auch in bezug auf die Lohnverhältnisse sind verschiedene Mängel vorhanden. Betanntlich haben in der letzten Zeit bei dieser Firma, um die verschiedenen Mißstände zu beseitigen, wiederholt Arbeitseinstellungen stattgefunden. Um ein gemeinsames Handeln der Arbeiter in Zufunft möglichst zu verhindern, haben die Fabrikanten mit mehreren Arbeitern verschiedenartige Verträge, mit einigen auf die Dauer eines Jahres und vierteljähriger Kündigung abgeschlossen, während für andere andere die Kündigung von fürzerer Dauer, oder gänzlich ausgeschlossen ist. Diejenigen Arbeiter, die für bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse eingetreten sind und in der stillen Zeit aussetzen mußten, wurden nicht wieder eingestellt. Das Verhalten der Arbeiter, die diese Stontratte unterschrieben und gegen dieses Vorgehen nicht protestirten, wurde von mehreren Rednern ehelichen Kinder. b) Für Ueberwachung der Verpflegung An diesen drei Beispielen ist gezeigt, was etwa 100 000 Arbeiter und Erziehung verwahrlofter ehelicher und aller unehelichen Kinder der rheinisch- westfälischen Belegschaft im Jahre 1897 mehr geleistet fritisirt und schließlich ein Antrag angenommen, nach welchem die durch Aerzte und behördlich angestellte Pflegerinnen, sowie durch haben, als im Jahre 1895. Durch die vorsichtige und man möchte Agitationskommission die Angelegenheit untersuchen und dann weitere Unterbringung in geeignete Pflegefamilien. c) Für eine einmalige fagen- tendenziöse Berichterstattung des„ Reichs- Anzeigers" über die Schritte unternehmen soll. Nachdem Hildebrandt über das Landessammlung zur Beschaffung eines unter staatlicher Verwaltung Arbeitslöhne und Arbeitsleistungen beim Bergbau Preußens im Jahre Ergebniß seiner Agitationsreise nach Leipzig einen eingehenden zu stellenden Landesfonds zwecks eventueller Deckung aus diesem, 1897 erscheint es, als ob wunder wie starke Lohnerhöhungen im Ober- Bericht erstattet hatte, gelangte eine Resolution zur Annahme, dem Leipziger System erwachsenden Mehrkosten. Bergamtsbezirk Dortmund stattgefunden hätten. Nach den Nach- in der sich die Versammlung verpflichtete, jede Bewegung der Stoc Nach einer längeren Verhandlung, in welcher die Mittheilungen weisen dagegen, die die preußische Bergverwaltung über arbeiter für die Aufbesserung der Lage nach Kräften zu unterstützen. einzelner Damen über das Ziehlinderwesen mit dem regsten Inter- die Ergebnisse der staatlichen Bergwerte, Hütten und Salinen Ferner wurde beschlossen, nachdem auf das Ueberhandnehmen der esse angehört wurden, wird der erste Theil des Antrages mit im Jahre 1896/97 erstattet hat, beträgt die Lohnsteigerung seit 1895 feberstundenarbeit in einzelnen Fabriken und auf sonstige Mißstände Vorbehalt einiger redaktioneller Aenderungen angenommen, die etwa gerade 11 pct., obwohl nach unseren Berechnungen über die hingewiesen worden war, daß von nächster Woche ab für jede UeberAgitation aber der auf der Generalversammlung des Allgemeinen Rentabilität der Bergwerke in den Jahren 1895-97 eine Lohn- stunde ein Zuschlag von 25 pet. gefordert werden soll. Hierauf deutschen Frauenvereins in Stuttgart eingesetzten Kommission über erhöhung von 15 pet. das mindeſte hätte sein müssen, was den wurde bekannt gegeben, daß am Sonntag, den 9. Oktober, eine Arbeitern an Lohnaufbesserung gewährt werden mußte. Festlichkeit zu gunsten eines erkrankten Kollegen bei Lindenhahn in Nicht 160 M. fondern etwa 90-100 M. betrug der wirkliche Grünau stattfindet und nach einigen weiteren Mittheilungen die VerLohnzuwachs des Bergarbeiters seit 1895. Dabei ist noch zu be- sammlung geschlossen. Ver lassen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Rabinpuzer der Firma Schulz erreichten durch gemeinsames Niederlegen der Arbeit, daß die Firma eine angekündigte Lohnreduzirung zurückzog. Die im Juferatentheil der heutigen Nummer angekündigte Sperre ist somit aufgehoben. Achtung, Vergolder! Die Kollegen Dänemarks befinden sich im Streit. Zuzug ist streng fernzuhalten. Der Hauptvorstand des Verbandes der Vergolder Deutschlands. Deutsches Reich. Achtung Möbelpolirer! In dem Geschäft von Glogowski, Chaussele str. 2e, haben sämmtliche Kollegen wegen entstandener Cohnbifferenzen die Arbeit eingestellt. Der Vorstand des Verbandes der Möbelpolirer Berlins und der Umgegend. Ein Kölner katholischer Arbeiterverein weihte am Sonntag unter feierlichen Umständen sein Vereinshaus ein. Der Fest redner, Justizrath Custodis, that dabei fund, das Annohaus" werde stets sein und bleiben eine Hochburg gegen die Sozialdemokraten". Diese belustigende Aeußerung sei mur beiläufig erwähnt; mehr interessirt uns die Rede des Arbeiters Giesberg, der gelegentlich der Feier unter anderem sagte: A Die Schneider und Schneiderinnen nahmen am Dienstag aber man aus, wennt achten, daß seit dem Jahre 1896 schon wieder eine schlechterung zu konstatiren ist, wie sich z. B. ganz deutlich aus der Lage der auf den Zechen der„ Hibernia"- Gesellschaft beschäftigten den Bericht Witte's über den Verlauf des Verbandstages ent Bergleute ergiebt. Dort verdienten 1896 mehr als 1000 m. jährlich gegen. In der Diskussion sprachen mehrere Redner ihr Bedauern 52,09 pet. der gesammten Belegschaft, 1897 dagegen nur 49,30 pt. barüber aus, daß beschlossen worden ist, anstatt der bisherigen In betracht kommen hier über 6000 Bergleute. Daß sich die Zechen 30 pet. nur 25 pCt. der Mitgliedsbeiträge am Ort zu verwenden. zu einer solchen Lohnberbesserung überhaupt bequemt haben, ist eine Für Kleine Städte möge das ausreichen, in den Großstädten täme mit geringen Mitteln nicht Folge des großen Arbeitermangels gewefen, der während man die Verbandsinteressen nach jeder Richtung fördern des vorigen Jahres herrschte. Die Jahresberichte der einzelnen Bergwerks Aftiengesellschaften lassen darüber keinen Zweifel. So wolle. Mit Freuden begrüßte man die in Aussicht genommene fagt z. B. der Jahresbericht des Dortmunder Steinkohlen- Bergwerts Ansiedelung geeigneter Kollegen in den Ostprovinzen, welche Ob diese Einrichtung Luise Tiefbau":" Durch Arbeitermangel und andauernden Wechsel daselbst die Agitation beleben sollen. den erhofften Erfolg haben werde, müsse man abwarten. Jedenfalls der Belegschaften, insbesondere bei den jüngeren Arbeitsfräften, er fei es nicht flug gehandelt, daß ein Kollege aus Stettin, der in giebt sich eine Abnahme beziv. eine unzureichende Zunahme der Leistung dortiger Gegend eine schwer zu ersetzende tüchtige agitatorische Kraft bei steigenden Löhnen." gewesen sei, in den Hauptvorstand berufen wurde. Im Hinblick auf einen vom Verbandstag abgelehnten Antrag, das Verhältniß zur Generalfommission zu lösen, meinte ein Redner, er sei ebenso wie die Antragsteller der Ansicht, daß die Generalfommission mehr für die Gewerkschaften hätte thun können, als sie gethan habe. Es erfolgte die Wahl einer Agitationstommission, in die Witte, Stupei, Molz und Frau Pangram berufen wurden. Soziale Rechtspflege. Der Dr. Ruh, Besitzer eines chemischen Laboratoriums, gehört mit zu den Leuten, die ständig das Gewerbegericht beschäftigen. Er zieht es jedoch vor, nie vor dem Gericht zu erscheinen, " Es soll nicht unausgesprochen bleiben, daß durch die Dehn- und dazu scheint er gute Gründe zu haben. Ein Laboratorium In Pankow Schönhausen fand am 4. d. Mts. eine VolksverHauser Nede des Kaisers große Verstimmung in Arbeiterkreisen diener verlangte von ihm nicht weniger als 120 Mark rüdhervorgerufen worden ist. Wir katholischen Arbeiter lehnen es aber ständigen 2ohn und 400 Mart Raution. In der Ver- fammlung statt, in welcher Frau Ihrer über die Zuchthaus. ab, diesen Vorfall auszuschlachten(!) und durch Hetz-(!) und Protest- handlung vor der Kammer VII legte Kläger einen großmächtigen Vorlage referirte. Von einer Diskussion wurde auf Vorschlag Versammlungen das monarchische Gefühl noch weiter Vertrag vor, eine Spezialität des Dr. Ruh, worin die 400 Mart aus der Versammlung abgesehen, da sich Gegner nicht gemeldet Der Kläger hatten. Es kam die bereits im Vorwärts" veröffentlichte Resolution herunterzudrücken, als es leider schon geschehen als Geschäftsantheil bezeichnet werden. darüber, daß er Gesellschafter Des zur einstimmigen Annahme. ist. Wir bedauern die in Oeynhausen gefallenen Aeußerungen, sehen erschrat ordentlich Er bemerkte, daß er auf den Zentralverband der Konditoren.( Mitgliedschaft Berlin.) Heute, uns dadurch aber nicht veranlaßt, unsere monarchistischen Gefühle zu Herrn Doktor sein sollte. revidiren. Unsere monarchische Gesinnung entspringt hohen religiösen Wortlaut gar nicht so genau geachtet habe, da Dr. Ruh immer abends 82 Uhr, bei Schiller, Rosenthalerstr. 57: Mitgliederversammlung. Motiven, die auch in schlimmen Stürmen sich als ausreichend er- nur von einer Kaution gesprochen habe. Es wurde ein Versäumniß- Gäste willkommen. weisen. Wir stehen fest zu Kaiser und Reich; aber eben so fest urtheil gefällt. Der Kläger wird sich indessen seine Forderung wohl werden wir jeder Schmälerung der ohnehin so geringen Rechte der in den Rauch schreiben müssen.- Ein Herr aus dem Bublikum er: Arbeiter entgegentreten." zählte, Dr. Ruh„ mache das inumer jo". Er befize nichts. Der Dieser gewundenen, Schönrednerei eines Kölner Arbeiters eigentliche Besizer des Laboratoriums sei ein Mann, der in bon verflossene Woche gegenüber muthet mit Spanien hause. Der Anwalt, der früher Ruh vertrat, habe Dr. Ruh getheilte Erklärung des Kölner Staplans Heßdörffer, der wegen das Mandat wegen jener Verhältnisse niedergelegt. feiner Freimüthigkeiten nach einem weltentfernten, öden Landörtchen ist inzwischen schon wieder in zwei Fällen verklagt worden und wieder hat der hiesige spanische Konsul Novelli Selbstmord durch Erschießen bersezt ist, ganz anders an. Hoffentlich kommt dem strebsamen Ar- handelt es sich um Kautionen. die uns Lehte Nachrichten und Depeschen. Wien, 5. Oktober.( B. H.) In Fiume ist, wie die Blätter bes richten, unter den Soldaten der Typhus ausgebrochen. Ancona, 5. Oktober.( B. H.) Wegen eines förperlichen Leidens berübt. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen, Br. 234. 15. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 6. Oktober 1898, Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. Wir tragen die der Kommission über die Landtagswahlen überwiesenen Anträge nach. Dieselben lauten: 16. Die Parteigenossen des Kreises Calbe- Aschers Teben:„ Der Hamburger Beschluß, die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen betreffend, ist aufzuheben und den Parteigenossen anHeimzustellen, schon bei der Urwahl für bürgerlich- oppositionelle Wahlmanns- Kandidaten einzutreten." 17. Die Parteigenossen des Niederbarnimer Kreises: " Der Hamburger Beschluß, die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen, ist dahin zu erläutern: Ob und inwieweit Erfolge aus der Wahlagitation zu erwarten, sind, und deshalb in die Wahlagitation einzutreten ist, entscheiden die einzelnen ReichstagsWahlkreise." 18. Die Parteigenossen in Harburg:„ Dem Hamburger Beschluß, die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen betreffend, eine solche Fassung zu geben, daß er den Genossen eine unzweifelhafte, auf alle Fälle anwendbare Direktive giebt." " " Der Parteitag hält für die in diesem Jahre vorzunehmenden Wahlen zum preußischen Landtag folgende Beschlüsse aufrecht: a) Den wiederholt auf Parteitagen gefaßten: " Der Parteitag empfiehlt den Parteigenossen, überall da, wo Erfolge, und seien dieselben auch nur propagandistischer Art, in Aussicht stehen, in die Wahlagitation einzutreten." b) Den wiederholt, zuletzt auf dem Kölner und dem Hamburger Parteitag dahin gefaßten: Der Hamburger Parteitagsbeschluß von 1897 bezüglich der Betheiligung an den Landtagswahlen ist aufzuheben und dafür eine energische Agitation zur Erringung des allgemeinen Stimmrechts für den Landtag zu entfalten. Durch stete allgemeine Wahlenthaltung ist die völlige Bedeutungslosigkeit der Landtagswahl für die Interessen des Volkes am besten zu eriveisen." Stuttgart, 4. Oftober 1898. Nachmittagsfitzung. " zutreten, daß an stelle des Dreiflassen- Wahlsystems ein dem Ausbau fördern müssen. Wer, wie ich selbst, zum Federvieh gehört, Reichstags- Wahlrecht gleichstehendes allgemeines, gleiches, ge- weiß, mit welchen unendlichen Schwierigkeiten die Parteiheimes und direktes Wahlrecht gesetzt wird. Das Herrenhaus redaktionen zu kämpfen haben, trotz der Ueberanstrengung der ist aufzuheben." Parteiredakteure. Und dabei giebt es leider immer noch einzelne 85. Die Parteigenossen des 5. Berliner Kreises:" Das Parteigenossen, welche meinen, sie brauchten sich nur auf den Redurchweg arbeiterfeindliche und zage Verhalten der freisimmigen daftionsstuhl zu setzen, um Redakteur zu sein. Das RedaktionsParteien bietet keinen Schutz gegen die Reaktion. Wirklicher und budget fast sämmtlicher Parteizeitungen mit Ausnahme von einem wirksamer Widerstand gegen alle volksfeindlichen Pläne wird durch vielleicht halben Duzend, ist so gering bemessen, daß wir bürgerliche Parteien niemals geleistet werden. in Depeschen, Berichten 2c. nach anderer Richtung selbst mit manchem fleineren bürgerlichen Blatte nicht konkurriren können. Mit einer anderen Gruppe von Schwierigfeiten haben die Expeditionen zu kämpfen, die oft genug kleine Filialen wieder eingehen lassen müssen, weil von deren Verwaltern nicht abgerechnet wird. Manches läßt sich durch Wiederholung der Preßkonferenz, wie eine solche vor zwei Jahren stattfand, verbessern. Es ist sehr wünschenswerth, daß noch in diesem Jahre eine Preßfonferenz stattfindet. Wenn der Parteivorstand in seinem Berichte sagt, die Parteiblätter benügten fleißig die ihnen zugehenden Borwärts"-Abzüge, so muß doch gesagt werden, daß diese Abzüge Die Diskussion über Punkt Presse geht weiter. in vielen Fällen auch den bescheidensten Ansprüchen nicht genügen. Rosa Luxemburg: Vellmar hat es mir zum bitteren Vor- Wenn möglich, müssen die Abzüge mit späteren Zügen versendet wurfe gemacht, daß ich als junger Rekrut in der Bewegung die alten werden. Bei den Preß- Unterstützungen ist zu moniren, daß die 19. Die Parteigenoffen in Magdeburg:" Der Parteitag Beteranen belehren will. Das ist nicht der Fall. Es wäre über- Fränk. Volfstribüne" mit 1600 m. unterstützt worden ist. Als vor wolle dem Hamburger Beschluß, betreffend Betheiligung an der preu- flüssig, wenn ich der Ueberzeugung wäre, daß die Veteranen auf zwei Jahren die Würzburger Genossen 1000 M. Unterſtüßung verßischen Landtagswahl, eine präzisere Fassung geben, damit die Ge- demselben Boden stehen wie ich. Es kommt mir mur darauf langten, um die letzten Schulden zu bezahlen, bewilligte der Parteifahr der Kompromisse mehr beseitigt wird." an, eine bestimmte Taktik zu zeichnen, Daß ich noch meine vorstand nichts, und das Blatt mußte eingehen. Jetzt, wo es im 20. Die Parteigenoffen des 3. Berliner Kreises:" Der Epauletten in der deutschen Bewegung erst verdienen muß, weiß ich; Verlage des Genossen Oertel in Nürnberg als Kopfblatt der„ Fränk. Hamburger Beschluß über die Betheiligung an den Landtagswahlen ich will es aber auf dem linken Flügel thun, wo man mit dem Tagespost" erscheint, find 1600 M. Zuschuß bervilligt worden, das bleibt aufrecht erhalten. Bei den Landtagswahlen haben die Ur- Feinde kämpft, und nicht auf dem rechten, wo man mit dem Feinde ist auffällig, und der Parteivorstand wird nicht umhin können, den Sachwähler und Wahlmänner nach denselben Grundsätzen zu verfahren, schachert.( Oh! Oh!) Daß Vollmar mich als einen Geldschnabel verhalt aufzuklären.- Werfen wir uns mit ganzer Kraft auf weitere die bisher bei den Reichstagswahlen beobachtet worden sind. Die behandelt wie ein Großvater, beweist mir, daß er mit seinen logischen Verbreitung unserer Parteipresse; räumen wir die übergroßen Bersammlung erwartet, daß der Parteitag genauere Bestimmungen Gründen auf dem letzten Loche pfeift.( Lachen.) Aus dem Wunde Schwierigkeiten aus dem Wege, mit denen die Parteiredaktionen zu festsetzt." eines Veteranen in der Partei waren seine Ausführungen wenigstens fämpfen haben, und bedenken wir, daß die Zahl der Abonnenten 21. Die Parteigenossen der Kreise Bielefeld und Herzum theil sehr befremdlich. Seinem niederschmetternden Ausspruch unserer Parteiblätter ein weit sichererer Maßstab für die Ausbreitung ford:„ Die Betheiligung an der Landtagswahl hat auf grund von Mary über den Arbeiterschutz halte ich den an- des sozialistischen Gedankens ist, als die bloße Zunahme unserer cines Wahlbündnisses mit der freisinigen Volkspartei zu erfolgen, deren Mary'schen Ausspruch Mary'schen Ausspruch entgegen, daß die Einführung Stimmen bei den Reichstagswahlen. Daß im vergangenen Jahre demgemäß gemeinsame Wahlmänner aufgestellt werden und der des Arbeiterschutzes in England geradezu die Rettung unsere Blätter 46 000 Abonnenten gewonnen haben, ist jedenfalls Sozialdemokratie eine entsprechende Anzahl von Abgeordneten- der bürgerlichen Gesellschaft selbst bedeutete. Er sagte, es sei falsch, ein Beweis, daß seitens der Parteiredaktionen mit größtem Fleiße mandaten eingeräumt wird." die gewerkschaftliche Bewegung nicht als sozialistische zu behandeln gearbeitet worden ist. 22. Die Parteigenossen des Kreises Torgau- Lieben und verwies auf die Trades- Unions. Ja, hat denn Vollmar gar Frohme: Das Auftreten der Genossin Luremburg und des werda:„ Der Beschluß des Hamburger Parteitages Die Be- nichts von dem Unterschied zwischen dem alten und dem jungen Genossen Parvus lassen deutlich erkennen, mit welchen Faktoren, theiligung an den preußischen Landtagswahlen wird den einzelnen Trades- Unionismus gehört? Weiß er nicht, daß die alten Trades- welcher Geistesrichtung wir hier zu thun haben. Ich möchte Frau Streisen überlassen", ist aufzuheben und der Beschluß des Kölner Unionisten ganz auf dem verstockten bourgeoisen Boden stehen? Bettin ausnehmen; sie ist gewiß von den edelsten Absichten erfüllt, Parteitages ist wieder in fraft zu setzen." Weiß er nicht, daß kein anderer als Engels es war, der wenn sie sich auch auf einen falschen Weg hat fortreißen lassen. 23. Die Parteigenossen des Niederbarnimer Kreises: die Hoffmung ausgesprochen hat, jetzt werde in England die sozia- Diesen Milderungsgrund gewähre ich den Genossen Parvus und Der Parteitag möge, falls er zu den Landtagswahlen erneut listische Bewegung vorwärts schreiten, weil England auf dem Welt- Luxemburg nicht. Deren Auftreten hat auf mich den Eindruck geStellung nehmen sollte, beschließen: markt die Präponderanz verloren hat und im Zusammenhang macht, als tomme es ihnen nur darauf an, ein bischen Brillantdamit die Trades- Unions- Bewegung verschwinden müsse. Den feuerwerk zu machen. Blanquismus hat Vollmar als Schreckgespenst vorgeführt. Kennt er Singer: Ich muß die Genossen doch dagegen verwahren, daß nicht den Unterschied zwischen Blanquismus und Sozialdemokratie? sie nur um ein Schauspiel aufzuführen, um zu täuschen hier ihre Weiß er nicht, daß bei den Blanquisten eine Hand von Emissären Ausführungen machen. Derartige Infinuationen sollten unterbleiben.. im Namen der Arbeiterklasse, bei der Sozialdemokratie die Arbeiter- Frohme: Wenn ich mir vergegenwärtige, in welch' unerhörter klasse selbst die politische Macht erobern soll. Das ist ein Unter- Weise Parvus gegen unsere besten, angesehensten, vernünftigsten schied, den man nicht vergessen darf, wenn man ein Veteran der Männer Wochen und Monate lang geeifert und gegeifert hat, dann sozialdemokratischen Bewegung ist. Drittens hat er mir die Unterschiebung muß man es mir zu gute halten, wenn ich gegen die parlamentarische gemacht, daß ich für Gewaltmittel, für Bomben schwärme. Ich habe weder Ordnung verstoße. Parvus sagte, es scheine ihm, hier werde ein in meinen Ausführungen noch in meinen Artikeln den geringsten Reßergericht abgehalten. Er ist der ärgste Kezerrichter, er hat sich Anlaß dazu gegeben. Ich stehe gerade auf dem entgegengesetzten in der Sächsischen Arbeiter- Beitung" in einer Art und Weise Standpunkte und ich sage, weit stärker als Gewaltmittel ist die gegen die Aufgaben unserer Parteipresse vergangen, daß der sozialistische Erkenntniß der Arbeiter. Ich hoffe, daß Vollmar sich in Parteitag einmal entschieden dagegen Stellung nehmen sollte. seinen Ausführungen gegen mich sich nicht auf den Parteitag be- Barteiblätter haben sein Verhalten Unfug und Vergehen genannt. schränken wird. Die Neue Zeit", die" Sächsische Arbeiter- Ich gebe ihnen voll Recht. Hat er nicht behauptet, daß Auer und Beitung" steht ihm offen: Will der Herr Graf ein Tänzchen Heine im Gegensatz zu der bisherigen Taltit Opportunismus, wagen, er darf es nur sagen.( Heiterkeit, Vollmar: Ich kann Schacherpolitik treiben wollten? Unsere Tattit ist die alte geblieben; nicht tanzen!) Meinen Ausführungen konnte man fein größeres sie hat uns groß gemacht. Mit radikal flingenden Phrasen, mit Kompliment machen, als durch die Behauptung, daß sie etwas ganz dem Heraushängen des rothen Lappens erobert man teine politische Selbstverständliches seien. Gewiß muß das für einen Sozialdemo- Macht.( Sehr richtig!) Den wirthschaftlich Nothleidenden zu helfen, traten etwas Selbstverständliches fein, aber nicht für alle darauf hat unsere Taktik Rücksicht zu nehmen. Ich habe in den hier auf dem Parteitag ist es etwas Selbstverständliches langen Jahren, die ich in der Partei thätig bin, gelernt, daß wir es ( Oho!), z. B. für Genossen Heine mit seiner Kompensationspolitik. in ihr mit einer historischen Nothwendigkeit zu thun haben, die sich und an muß deren endlichen Wie verträgt sich diese mit der Eroberung der politischen Macht? Wir durchsetzen Sieg der verlangen Stärfung der Volksrechte, demokratische Freiheiten, der Wille des Einzelnen nichts ändern kann. Genossin Luxemburg sprach fapitalistische Staat verlangt Stärkung seiner Machtmittel und von einem linken Flügel, der kämpft, und von einem rechten, der mit Kanonen. Gesetzt den günstigsten Fall, daß das Tauschgeschäft von dem Feinde schachert. Ja, wo ist denn auch nur das leiseste Ans beiden Seiten ehrlich geschlossen und gehalten wird, so steht das, zeichen für solches Schachern? Luxemburg spricht wie eine Göttin aus was wir erhalten, nur auf dem Papier. Schon Börne sagte: Jch den Wolfen und wirft mit bestechenden Phrasen um sich, ohne den rathe niemandem, auf eine deutsche Konstitution eine Hypothek zunehmen. leisesten Beweis anzutreten. Ich wollte gerne sehen, wie Parvus Konstitutionelle Freiheiten, wenn sie bleibenden Werth haben sollen, und Luxemburg mit den Theorien, die sie hier vertreten haben, auch müssen durch Kampf, nicht durch Vertrag gewonnen werden. Was nur einen einzigen Wahlkreis erobern könnten, und das ist zur Eraber der kapitalistische Staat von uns eintauschen würde, das hat oberung der politischen Macht doch nöthig. Mögen die beiden hinter eine feste, brutale Existenz. Die Kanonen, die Soldaten, die wir den grünen Tischen bleiben und wissenschaftliche Prinzipien erörtern bewilligen, verschieben die Machtverhältnisse zu unseren ungunsten. und klären. Uns aber, die wir den Kampf zu führen haben und die Der unsterbliche Lassalle aber war es, der sagte:" Die wahre Kon- Verantwortung zu tragen haben, vor Mit- und Nachwelt, uns überstitution eines Landes besteht nicht in der geschriebenen Verfassung, lassen Sie die Feststellung der Taktik!( Beifall.) sondern in seinen thatsächlichen Machtverhältnissen." Wir schwächen uns und stärken den Gegner. Ich frage, ob man von einem Menschen, der das vorschlägt, behaupten kann, daß er in ernster Weise die Eroberung der politischen Macht erstrebt. Ich glaube, die Entrüstung des Genossen Fendrich war blos irrthümlich an mich adressirt, sie richtete sich im Grunde gegen Heine; sie war nur der Ausdruck des schroffen Gegensatzes, in den sich Heine zu dem proletarischen Charakter unserer Partei gesetzt hat. 2. Beschließen die Parteigenossen eines Wahlkreises die Wahl- Dann die Aeußerung von Konrad Schmidt, daß die Anarchie betheiligung, so kommen für dieselben folgende Grundsätze in betracht: der kapitalistischen Herrschaft durch gewerkschaftliche Kämpfe und derWenn etwas a) Der Wahlkampf ist auf grund unseres Parteiprogramms zu artiges beseitigt werden könne. zu dem Proführen. grammfage von der Nothwendigkeit der der Eroberung der b) Wahlbündnisse sind nur mit solchen bürgerlichen Oppositions- politischen Macht Anlaß gegeben hat, so war es die Ueberzeugung, parteien zulässig, deren Kandidaten sich verpflichten, für den daß auf dem Boden der kapitalistischen Gesellschaft für die Beseitigung Fall ihrer Wahl in den Landtag dringliche Anträge auf Ein- der kapitalistischen Anarchie kein Kräutlein gewachsen. Jeden Tag führung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen wächst die Anarchie, die furchtbaren Leiden der Arbeiterklasse, die UnWahlrechts für die Wahlen zum Hause der Abgeordneten und sicherheit der Existenz, die Ausbeutung, der Abstand zwischen Arm die Gemeindewahlen zu stellen und nachdrücklich zu unter- und Reich. Kann man von einem, der die Lösung durch kapitalistische stützen, sowie für die Aufhebung der landesgesetzlichen Sonder- Mittel herbeiführen will, behaupten, daß er die Eroberung der bestimmungen gegen die land- und Forstwirthschaftlichen politischen Macht durch die Arbeiterklasse für nothwendig hält? Arbeiter und der Gefinde- Ordnungen und deren Ersatz durch Also auch hier richtet sich die Entrüstung Fendrich's und Vollmar's Bestimmungen nach den Grundsägen der Reichs- Gewerbe- nicht gegen mich, sondern gegen Konrad Schmidt. Und dann die thöricht ist es, irgend eine andere einzelne Person in dieser Weise Ordnung einzutreten, ferner auch alle Maßnahmen entschieden bewußte Aeußerung in der Neuen Zeit"." Das Endziel, was es anzugreifen. Die Mißstände liegen nicht an einzelnen Personen, liegen tiefer begründet in einer Fülle bon zu bekämpfen, welche geeignet sind, die bestehenden Volksrechte immer sei, ist mir nichts, die Bewegung ist mir alles!" Auch wer sondern sie denen das Bentralorgan unterworfen ist. im Einzelstaat weiter zu schmälern oder zu beseitigen. Die das sagt, steht nicht auf dem Standpunkt der Nothwendigkeit der Schwierigkeiten, der Vorwärts" getadelt, daß er in agi Parteigenossen dürfen sowohl als Urwähler wie als Wahl- Eroberung der politischen Macht. Sie sehen, daß manche Partei- Einerseits wird Ja, verehrte männer nur bei Erfüllung dieser Voraussetzungen für die genossen nicht auf dem Standpunkt des Endziels unserer Bewegung tatorischer Beziehung nicht lebendig genug sei. bürgerlichen Parteien ihre Stimme abgeben. stehen, und darum ist es nöthig, das zum Klaren unzweideutigen Parteigenossen, in dieser Beziehung könnte wohl manches besser sein, Ausdruck zu bringen; und wenn es je nothwendig war, so das gebe ich ohne weiteres zu, ich glaube, daß im„ Vorwärts" hier gerade jetzt. Die Schläge der Reaktion sausen hageldicht auf und da mancher Artikel anders geschrieben sein könnte, aber desAuf die neueste Drohung muß die Antwort wegen so zu verallgemeinern, wie Genosse Stadthagen gethan hat, uns herab. in dieser Debatte gegeben werden. Klipp und flar müssen wir das halte ich für falsch. Wir haben doch im„ Vorwärts" die auss sagen, wie der alte Cato: Im übrigen bin ich der Meinung, daß gezeichneten, in der ganzen Parteipreffe unübertroffenen agitatorischen 3. Um eine genaue Durchführung der vorstehenden Beschlüsse zu der Staat zerstört werden muß." Die Eroberung der politischen Artikel von Liebknecht. Stadthagen mag uns doch die Leute zeigen, noch packender schreiben fönnen. Wir find δοχή ermöglichen und die Interessen der Gesammtpartei nach allen Rich- Macht bleibt das Endziel und das Endziel ist die Seele des Kampfes. die Aehnlich steht es mit dem Vorwurf, tungen hin zu sichern, betraut der Parteitag den Parteivorstand mit Die Arbeiterklasse darf sich nicht auf den dekadenten Standpunkt nicht alle Liebknechts. dieser Aufgabe. des Philosophen stellen:„ das Endziel ist mir nichts, die Bewegung daß wir die Endziele nicht besonders betont haben. 27. Der Genosse Ernst Wilhelm- Berlin:" Diejenigen ist mir alles"; nein umgekehrt: die Bewegung ist uns nichts, das muß ich entschieden bestreiten, wir haben bei allen möglichen Ges Tegenheiten, hauptsächlich bei Betrachtungen über MittelstandsDelegirten, welche zu Preußen gehörende Wahlkreise vertreten, be- Endziel ist uns alles".( Beifall.) schließen folgende, den öffentlichen Versammlungen vorzulegende Thiele Halle: Nach dem Bericht des Parteivorstandes zählten bewegungen, über sozialreformerische bürgerliche Bewegungen unsere und beim preußischen Abgeordnetenhause einzureichende Resolution: unsere Parteiblätter insgesammt 390 000 Abonnenten. Das ist nur Endziele, auch im Wahlkampfe, vorgebracht. Stadthagen müßte mit In Erwägung, daß der preußische Landtag auf grund eines der fünfte bis sechste Theil unserer Reichstags- Wähler. An diesem ganz anderen Beweisen aufwarten. Was ist denn eigentlich das Dreitlassen Wahlsystems gewählt eine wahre Bolksvertretung verhältnißmäßig geringen Abonnentenstande sind Ursachen mit schuld, Ideal von Stadthagen, wie möchte er den Vorwärts" redigirt nicht bildet, dieses Dreiklassen- Wahlsystem den im Jahre 1848 deren Beseitigung nicht in unserer Macht steht. Hierher gehören die haben? Stadthagen hat ja selbst während der Wahl eine gewährleisteten Voltsrechten zuwider läuft, und ferner dieses Anfechtungen, denen die Leser unserer Blätter auf dem Lande und Beitung herausgegeben, die im Brandenburgischen Kreise verbreitet Wahlsystem von Vertretern des Voltes nicht berathen, sondern von in fleinen Städten seitens der Behörden und Unternehmer aus- ist. Mir liegt es fern, zu sagen, daß diese Zeitung nicht war, aber wenn der„ Vorwärts" ebenso redigirt der Regierung aufoftroyirt ist, wird ein hohes Abgeordnetenhaus gesetzt sind. Andere hindernde Ursachen können jedoch beseitigt gut Wir werden δα aufgefordert, sofort in eine Verfassungsrevision dergestalt ein- werden. namentlich den redaktionellen würde, wie der Wähler" von Stadthagen, so würden ebenso viel „ Die Genossen haben keinerlei Kompromisse mit bürgerlichen Parteien einzugehen." 24. Die Parteigenossen in Breslau:„ Der letzte Satz des Hamburger Parteitagsbeschlusses, lautend:„ Kompromisse und Bünd nisse mit anderen Parteien dürfen nicht abgeschlossen werden" wird aufgehoben." Dem verbleibenden Theile des Hamburger Beschlusses wird hinzugefügt: Den Parteigenossen der Wahlkreise, welche die Betheiliging beschließen, ist gestattet, die Wahl von Wahlmännern und Ab geordneten bürgerlicher Oppositionsparteien zu unterstüßen, wenn die betreffenden bürgerlichen Oppositionsparteien bereit sind: a) ihre Kandidaten zu verpflichten, für den Fall ihrer Wahl in den Landtag für die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, wie solches für die Wahlen zum Reichstag besteht, auch für die Wahlen zum Landtag einzutreten und im Landtage alle Maßnahmen entschieden zu bekämpfen, die geeignet sind, die bestehenden Volksrechte im Einzelstaat weiter zu schmälern oder zu beseitigen; b) eventuell auch einem sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimmen zu geben. Die Parteigenoffen der einzelnen Wahlkreise sind verpflichtet, für ihre Abmachungen mit anderen Parteien die Zustimmung des Parteivorstandeseinzuholen". 25. Genosse Wilhelm- Berlin: Der Beschluß des Parteitages in Hamburg, betreffend die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen, ist aufzuheben." 26. Die Parteigenossen in Königsberg: Die Resolution des Hamburger Parteitages, betreffend die Betheiligung an den diesjährigen preußischen Landtagswahlen, wird folgendermaßen abgeändert: 1. Die Betheiligung an den diesjährigen preußischen Landtagswahlen ist überall geboten, wo die Verhältnisse den Parteigenossen Erfolge im Sinne der Bekämpfung der Reaktion, und seien dieselben auch nur propagandistischer Art, ermöglichen. Ob solche Erfolge zu erwarten sind, entscheiden die Parteigenossen der einzelnen Wahlfreise nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse. c) Ist die Wahl eigener Wahlmänner möglich, so ist dieselbe mit aller Kraft zu betreiben. d) Ist die Aufstellung eigener Wahlmänner unmöglich, so ist die Wahl von Wahlmännern solcher Parteien, welche die Bedingungen unter b) erfüllen, geboten. " " Gradnauer: Genosse Bebel sagte gestern, der„ Vorwärts" habe vor der Wahl eine zu große Zuversicht zur Schau getragen. Ich möchte demgegenüber, wenn auch etwas Richtiges an dieser Meinung ist, darauf hinweisen, daß der„ Borwärts" schon häufig eindringlich die Genossen gewarnt hat, nicht zu siegeszuversichtlich zu sein. Und warum hat uns denn Bebel, wenn er dieser Ansicht ist, feinen Wint gegeben, er weiß ja, wie gern die Redakteure des Vorwärts" bereit sind, seinem Rathe zu folgen. Ueber die Angriffe der Genoffin Betkin habe ich mich eines äußerlichen Grundes wegen sehr gewundert'; ste ist bekanntlich Mitglied der Parteileitung und tommt alle Jahre in dieser Eigenschaft mehrere Male nach Berlin, wo sie Gelegenheit hat, Uebelstände, die sie wahrnimmt, zur Sprache zu bringen und Mittel und Wege zur Abhilfe vorzuschlagen. Meines Wissens hat sie das nicht gethan, und ich möchte beinahe sagen, daß das eine Unterlassungssünde ist. Vielleicht wäre schon Abhilfe geschaffen oder doch eine Einigung erzielt, wenn ste ihre Ausstellungen im engeren Kreise vorgebracht hätte. Genossin Zetkin sagt, als Liebknecht nicht da war, war der Vorwärts" ganz haltlos. Nun, ich habe niemals auf dem Standpunkt gestanden, daß Liebknecht an den Uebelständen im Vorwärts" schuld ist. Es ist eine Thorheit, das zu behaupten, aber ebenso " Das " 1 Kritiker kommen.( Ruf: Noch mehr!) Ich habe Stadthagen unter| lichen auf die Ausführungen des„ Konumunistischen Manifestes". I das„ Wie" der schließlichen Gestaltung der Dinge. Ich habe zu vier Augen gefragt, wie er denn eigentlich das Blatt haben will, In jeder Hinsicht mit unrecht. feiner Zeit ein über allgemeine Grundsäge hinausgehendes Interesse und da sagte er, ich denke mir es so, wie das„ Hamburger Echo". Die Prognose, welche das„ Kommunistische Manifest" der Ent- an der Zukunft gehabt, noch kein Zukunftsgemälde zu Ende lesen Ich schätze das Hamburger„ Echo" ganz außerordentlich, es ist ein wickelung der modernen Gesellschaft stellt, war richtig, soweit sie die können. Den Aufgaben der Gegenwart und nächsten Zukunft vorzüglich geleitetes Parteiorgan, aber so himmelweit unterscheidet ullgemeinen Tendenzen dieser Entwickelung kennzeichnete. Sie irrte gilt mein Sinnen und Trachten, und nur soweit sie mir die Richtes sich in Sprache und Agitation nicht vom Vorwärts". All das aber in verschiedenen speziellen Folgerungen, vor allem in der Abschnur für das zweckmäßigste Handeln in dieser Hinsicht geben, beveranlaßt mich, die Vorwürfe von Stadthagen für unbegründet zu schäßung der Zeit, welche die Entwickelung in Anspruch nehmen schäftigen mich die darüber hinausgehenden Perspektiven. halten. würde. Letzteres ist von Friedrich Engels, dem Mitverfasser des„ Mani- Die Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse, die Genossin Bettin meinte, daß der Vorwärts" zu wichtigen Partei festes", im Vorwort zu den„ Klassenkämpfen in Frankreich" rückhaltlos an- Expropriation der Kapitalisten sind an sich keine Endziele, sondern fragen nicht Stellung genommen habe, ich bin durchaus der Ansicht, erkannt worden. Es liegt aber auf der Hand, daß, indem die wirth- mur Mittel zur Durchführung bestimmter Ziele und Bestrebungen. daß das Zentralorgan zu wichtigen Fragen Stellung nehmen muß, schaftliche Entwickelung eine weit größere Spanne Zeit in Anspruch Alls solche sind sie Forderungen des Programms der Sozialdemokratie aber hier liegt gerade die allergrößte Schwierigkeit vor. In der nahin als vorausgesetzt wurde, sie auch Formen annehmen, zu und von niemand bestritten. Ueber die Umstände ihrer Durchführung läßt Provinzpresse kann jeder einzelne sich nach seiner Individualität Gestaltungen führen mußte, die im„ Kommunistischen Manifest" nicht sich nichts voraussagen, es läßt sich nur für ihre Verwirklichung fämpfen. hinsetzen und losschreiben, da hat es nicht so viel zu sagen, wenn vorausgesehen wurden und nicht vorausgesehen werden konnten. Zur Eroberung der politischen Macht aber gehören politische Rechte, einmal ein Fehler vorkommt. Ganz anders im Zentralorgan. Die Die Zuspigung der gesellschaftlichen Verhältnisse hat sich nicht und die wichtigste Frage der Taktik, welche die deutsche Sozials gegnerische Presse schnappt jede Kleinigkeit auf und bauscht alles zur in der Weise vollzogen, wie sie das Manifest schildert. Es ist nicht demokratie zur Zeit zu lösen hat, scheint mir die nach dem besten Staatsattion auf. Denken Sie doch an die preußischen Landtags- nur muglos, es ist auch die größte Thorheit, sich dies zu verheim Weg der Erweiterung der politischen und gewerb= wahlen! Es ist unsere Pflicht, mit den Berliner Genossen auf lichen. Die Zahl der Besitzenden ist nicht kleiner, sondern größer lichen Rechte der deutschen Arbeiter zu sein. Ohne daß auf gutem Fuße zu leben. Die Berliner, die durch die Eigenschaft des geworden. Die enorme Vermehrung des gesellschaftlichen Reichthums diese Frage eine befriedigende Antwort gefunden wird, würde die Vorwärts" als Zentralorgan außerordentlich benachtheiligt sind, wird nicht von einer zusammenschrumpfenden Zahl von Kapital- Betonung der anderen schließlich nur Deklamation sein. stellten sich auf einen anderen Standpunkt als der Hamburger magnaten, sondern von einer wachsenden Zahl von Kapitalisten aller London, den 29. September 1898. Ed. Bernstein. Parteitag. Was sollten wir thun? Wir mußten den Ham- Grade begleitet. Die Mittelschichten ändern ihren Charakter, aber sic Ich glaube, daß es nothwendig war, diese Erklärung hier zur burger Beschluß ausführen, und damit waren die Ber- verschwinden nicht aus der gesellschaftlichen Stufenleiter. Sprache zu bringen, angesichts der Erörterungen, die sich an die liner Genossen nicht sehr zufrieden. Es bleibt uns also Die Konzentrirung der Produktion vollzieht sich in der In Person Bernstein's und seiner Ansichten knüpften. Ich glaube, wir in solchen Fällen nichts übrig, als unsere Kampfesfreude dustrie auch heute noch nicht durchgängig mit gleicher Kraft und können Bernstein noch besonders dankbar sein, daß er durch diese etwas zu zügeln. Bei der Gelegenheit noch eine kleine Abschweifung. Geschwindigkeit. In einer großen Anzahl Produktionszweige recht Erklärung gewissermaßen einen Extrakt deffen gegeben hat, was er Stadthagen hat erklärt, daß wir in diesem Kampfe das Koalitions fertigt sie zwar alle Vorhersagungen der sozialpolitischen Kritik, in in einer längeren Reihe von Artikeln in der Neuen Zeit" ausrecht vollständig falsch behandelt haben, und er hat von Unwissenheit anderen Zweigen bleibt sie jedoch noch heute hinter ihnen zurück. geführt hat, und so denjenigen, die sich in Zukunft mit dieser Frage oder Demagogie gesprochen. Die Sache verhielt sich so, daß eine Noch langsamer geht der Prozeß der Konzentration in der Land- beschäftigen werden und werden beschäftigen müssen( 3ustinmung), Notiz im Vorwärts" erschien, in welcher Zitate aus Herrenhaus wirthschaft vor sich. Die Gewerbestatistik weist eine außer das erleichtert hat.( Lebh. Beifall.) Ich erkläre gleich, daß ich nicht auf dem reden von Dr. Giese und Frhrn. v. Stuinm wiedergegeben waren, ordentlich abgestufte Gliederung der Betriebe auf; keine Größenklasse Standpunkt Bernstein's stehe, ich weiche in wichtigen Punkten von ihm ab. die sich dahin geäußert haben, daß sie durch die lex Recke die macht Anstalt, aus ihr zu verschwinden. Die bedeutsamen Verände- Bei wiederholtem Lesen dieser Erklärung habe ich den Eindruck gewonnen, Streitmöglichkeit den Arbeitern nehmen wollen, und es war rungen in der inneren Struktur der Betriebe und ihren gegen- daß sich Bernstein in sehr tiefen Widersprüchen mit seinen eigenen daran die Bemerkung geknüpft, daß ein solcher Versuch von seitigen Beziehungen kann über diese Thatsache nicht hinwegtäuschen. Ausführungen befindet. Aber darüber kann der Parteitag nicht neuent gemacht werden könnte. Stadthagen ist doch ein Politisch sehen wir das Privilegium der kapitalistischen Bour sprechen, denn hier handelt es sich nicht um Fragen der Taktit, sehr findiger Jurist, er sollte doch nicht so schlecht denten von geoisie in allen vorgeschrittenen Ländern Schritt für Schritt demo- sondern unserer gesammten Grundanschauung( Lebhafte Zustimmung), den preußischen Geheimräthen, daß er ihnen nicht zutraut, fie fratischen Einrichtungen weichen. Unter dem Einfluß dieser und ge- und die lassen sich nicht auf einem Parteitage entscheiden; die könnten auch einmal den Versuch machen, über die Reichs- Gewerbe- trieben von der sich immer fräftiger regenden Arbeiterbewegung hat müssen sehr gründlich pro und contra in der Presse ers Ordnung hinweg durch den preußischen Landtag das Koalitionsrecht eine gesellschaftliche Gegenaktion gegen die ausbeuterischen Tendenzen örtert werden. Warum das die Neue Zeit" nicht gethan hat, zu nehmen. Weiter macht die Genoffin Zettin uns den Vorwurf, des Kapitals eingesetzt, die zwar heute noch sehr zaghaft und tastend darüber wird sich mein Freund Kautsky wohl nachher aussprechen. daß wir einige Fragen nicht genügend behandelt haben, z. B. die vorgeht, aber doch da ist und immer mehr Gebiete des Wirthschafts- Aber ich bin auch nicht gewillt, mich heute auf die überaus wichtige Heine- Frage. Ich bin auch durch die Ausführungen der Genossin lebens ihrem Einfluß unterzieht. Fabrikgesetzgebung, die Demokrati Frage der Taftit einzulassen. Wir haben gestern und heute Reden Dr. Luremburg noch nicht davon überzeugt, daß es sich hier um eine sirung der Gemeindeverwaltungen und die Erweiterung ihres gehört, die mit dem eigentlichen Thema faft nichts zu thun hatten. große Partei- Angelegenheit handelt. Arbeitsgebiets, die Befreiung des Gewerkschafts- und Genossenschafts- Heiterkeit.) Nur Thiele und Gradnauer sprachen zur Sache; die Wir halten auch heute noch daran fest, daß die Sache auf- wefen von allen gesetzlichen Hemmungen, Berücksichtigung der Arbeiter- anderen aber behandelten eine Frage, die außerordentlich wichtig ist, gebauscht ist. Dazu kommt, daß sich die Reichstagsfraktion mit der organisationen bei allen von öffentlichen Behörden vergebene Arbeiten die wir erörtern müssen, die aber dazu erst vorbereitet werden muß. Sache beschäftigt hat und zu dem Schluß gelangt ist, fennzeichnen diese Stufe der Entwickelung. Daß in Deutschland man Der Parteitag hat es ganz mit recht abgelehnt, die Frage der Baß keine Veranlassung vorliegt, gegen Heine einzuschreiten. noch daran denken kann, die Gewerkschaften zu tnebeln, kennzeichnet Tattit noch in letzter Stunde auf die Tagesordnung zu setzen; es ( Sehr richtig.) Es tam ferner dazu, daß wir am Vor- nicht den Höhegrad, sondern die Rückständigkeit seiner poli- wäre dabei heute nichts herausgekommen. Ich werde also zu keiner der abend der Reichstagswahl standen. Sollten wir vielleicht gegen tischen Entwicklung. hier geäußerten Fragen Stellung nehmen. Nur einige kurze BeHeine vorgehen und die ganze Berliner Wahlbewegung stören? Da Je mehr aber die politischen Einrichtungen der modernen merkungen. Die Frage, betreffend die Aeußerung des Genossen wären uns die Genossen von Berlin schön auf den Kopf gekommen Nationen demokratisirt werden, um so mehr verringern sich die Noth- Heine in seiner ersten Rede, ist für mich insofern abgethan, als ich Genau so verhält es sich mit anderen wendigkeiten und Gelegenheiten großer politischer Katastrophen. Wer als Mitglied der Fraktion auskömmlichste Gelegenheit hatte, in der Fragen. Es ist die Kolonialfrage gestreift, die ja auch an der Theorie der Katastrophen festhält, muß die hier gezeichnete Sigung, in der Heine auf unsere Einladung erschienen war, meine abeine Sache von großer großer Bedeutung Bedeutung sein soll. Auch hier Entwicklung nach Möglichkeit bekämpfen und zu Hemmen weichende Meinung auszusprechen. Die Frattion hat auch, wie allbekannt, hat die Reichstags- Fraktion bereits gesprochen und es wurde klar- suchen, wie das die konsequenten Verfechter dieser Theorie in dieser Frage eine Erklärung gefaßt und damit ist die Sache erledigt. gestellt, daß prinzipielle Gegensäge oder Abweichungen nicht vor übrigens früher auch gethan haben. Heißt aber die Er Für mich könnte ein Disput mit Heine erst dann wieder entstehen, lagen. Ebenso war es mit der Bernstein- Frage. Wir sollten dazu oberung der politischen Macht durch das Proletariat blos wenn er Anschauungen entwickeln oder Handlungen begehen sollte, Stellung nehmen. Das ist aber nicht so einfach. Wir hatten sofort, die Eroberung dieser Macht durch eine politische Katastrophe? Heißt die mit meiner Auffassung unverträglich sind. Das ist zwischen jener als wir die Aeußerungen im Vorwärts" mittheilten, erklärt, es die ausschließliche Besizergreifung und Benutzung der Staats- Rede und heute nicht geschehen. daß es unmöglich sei, in einem Tageblatte Stellung dazu macht durch das Proletariat gegen die ganze nichtproletarische Welt? zu nehmen, wir haben allerdings eine gewisse Mißbilligung von Wer das bejaht, der sei hier an zweierlei erinnert. 1872 erklärten Anfang an durchblicken lassen. Bo sollten wir denn die Kräfte her Mary und Engels im Vorwort zur Neuauflage des„ Kommunistischen nehmen, um uns als Tageblatt in solche Polemik ein Manifestes," die Pariser Kominune habe namentlich den Beweis zulassen? Die Redakteure find bei uns wie bei den geliefert, daß die Arbeiterklasse nicht die fertige Staats meisten Parteiblättern mit der täglichen handwerksmäßigen maschine einfach in Besitz nehmen und fie für ihre Arbeit geradezu überlastet. Es giebt höchstens ein bis eigene Zwecke in Bewegung sezen tann". Und 1895 zwei Blätter in Deutschland, wo Ser Chefredakteur in der hat Friedrich Engels im Vorwort zu den Klassenkämpfen ausführlich Was nun aber die Polemik gegen die Sächsische ArbeiterLage ist, seine ganze Kraft wissenschaftlichen Fragen zu widmen. Um dargelegt, daß die Zeit der politischen Ueberrumpelungen, der von zeitung" anlangt, so will ich dem hier anwesenden früheren Leiter mit Parvus den Kampf zu führen, dazu hätten wir einen besonderen kleinen bewußten Minoritäten an der Spise bewußtloser Maffen dieses Blattes ganz offen erklären, daß ich sehr oft mich über seine Redakteur anstellen müssen.( Heiterkeit.) Für die Erörterung durchgeführten Revolutionen" heute vorbei sei, daß ein Zusammens Opposition und Kritik der Parteipreffe und meinetwegen auch der wissenschaftlicher Fragen sind nicht die Tageblätter da, sondern die stoß auf großem Maßstabe mit dem Militär das Mittel wäre, das Parteileitung gefreut habe, aber daß ich es auch ebenso mit aller Neue Zeit". Kritit am Vorwärts" zu üben, ist nicht nur gut, stetige Wachsthum der Sozialdemokratie aufzuhalten und selbst Entschiedenheit verurtheilen muß, daß er in der Mehrzahl der Fälle sondern auch wünschenswerth, damit immer weitere Verbesserungen für eine Weile zurüdzuwerfen, furz, daß die Sozial bei dieser Kritit sich eines Tones und einer Ausdrucksweise bedient die es vorgenommen werden, und ich kann nur sagen, die Redaktion demokratie weit besser bei den gesetzlichen Mitteln hat, machte, dem angegriffenen Theil unmöglich des" Vorwärts" hat das beste Bestreben, ( Sehr wahr!) man darf nur als bei den ungefeßlichen und dem Umsturz" gedeiht. sich in eine ruhige Erörterung einzulassen. nicht eine Kritit üben, die die thatsächlichen Verhält Und er bezeichnet demgemäß als die nächste Aufgabe der Partei, Angesichts der Situation, in der wir uns befinden, angesichts der nisse verkennt. Wer eine sachliche Kritik gegen den Vor- das Wachsthum ihrer Stimmen ununterbrochen in Gang zu halten" Erklärung Bernsteins, angesichts der Thatsache, daß diese Anschauwärts" führt, der kann nicht so sprechen, wie es Frau Bettin gethan bezw. langsame Propaganda der parlamenungen Bernsteins in einem gewissen Theile der Partei ein Echo gefunden haben, und der Nothwendigkeit, sich mit ihr zu beschäftigen, hat. Wie würde es der Genossin Zetkin, deren Temperament, tarischen Thätigkeit". deren Leistungen, deren schriftstellerische Thätigkeit ich bewundere, So Engels, der, wie seine Zahlenbeispiele zeigen, bei alledem fann auch ich nur mit dem Wunsche schließen: Diskutiren wir nach gefallen, wenn ich in derselben Weise die„ Gleichheit" fritifiren wollte? die Schnelligkeit des Entwickelungsganges immer noch etwas über- allen Richtungen, aber diskutiren wir objektiv und vergessen wir Dabei würde die Genossin gettin auch nicht gut wegtommen. Es schäßte. Wird man ihm nachsagen, er habe auf die Eroberung der nicht, daß wir als Parteigenossen zu Parteigenossen sprechen.( Lebist ihr nicht gelungen, mit ihrer Zeitung eine größere Arbeiterinnen- politischen Macht durch die Arbeiterklasse verzichtet, weil er es ver hafter Beifall.) Kautsky: Es ist gegen verschiedene Redner der Vorwurf erbewegung hervorzurufen. Das liegt natürlich nicht an ihr mieden sehen wollte, daß das durch die gefeßliche Propaganda gesicherte allein, sondern an mannigfaltigen Umständen, aber etwas Schuld stetige Wachsthum der Sozialdemokratie durch eine politische Statastrophe hoben worden, daß sie gar nichts Neues zur Sache gebracht, den Kongreß sehr enttäuscht hätten. Ich fürchte, daß dieser Vorivurf könnte man auch ihr persönlich daran beimessen, wenigstens unterbrochen werde? wenn man so fritisiren wollte, wie sie den Vorwärts" kritisirt hat, Wenn nicht, wenn man seine Ausführungen unterschreibt, dann auch mich treffen wird, wenn man von mir erwartet, daß ich etwas dann müßte man ihr sagen: Du schreibst ja derartig doktrinäre wird man auch vernünftigerweise daran keinen Anstoß nehmen besonders Neues sagen werde. Ich halte das nach den großen DeLeitartikel in Deiner Zeitung, Nummer für Nummer, so interessant fönnen, wenn erklärt wird, was die Sozialdemokratie noch auf lange batten, die wir bereits gehabt haben, für ganz unmöglich; alle entsie auch sind.( Sehr gut!) Es wäre mir nicht eingefallen, hinaus zu thun habe, sei, statt auf den großen Zusammenbruch zu spe- scheidenden Gesichtspunkte sind bereits vorgebracht. Ich hätte nicht eine derartige Aeußerung zu machen, wenn die Genossin fuliren, die Arbeiterklaffe politisch zu organisiren und zur Demo- das Wort ergriffen, wenn nicht meine Amtsführung angegriffen wäre mein dieser Vorwärts" und Bettin nicht in fritifirt fratie auszubilden, und für alle Reformen im Staate zu kämpfen, worden Stillschweigen dent Weise infolge dessen werden fönnte. Es handelt sich um die hätte. Bitte, fritifiren Sie, aber sachlich. Dann wollen wir Ihnen welche geeignet sind, die Arbeiterklasse zu heben und das Staats mißdeutet Bernstein'schen Artikel. Ich habe es mit Vergnügen bemerkt, daß auch versprechen, daß wir, soviel in unseren Kräften steht, bessern wesen im Sinne der Demokratie umzugestalten". wollen, um unser Zentralorgan zu einem wirklich guten Parteiblatt Das ist es, was ich in meinem angefochtenen Artikel gesagt niemand mir einen Vorwurf aus der Veröffentlichung der Artikel zu machen.( Lebahfter Beifall.) habe und was ich auch jetzt noch seiner vollen Tragweite nach auf gemacht hat. Von allen Seiten ist anerkannt worden, daß diese Bebel: Parteigenossen! Ich habe zunächst nicht im eigenen recht erhalte. Für die vorliegende Frage läuft es auf das gleiche Artikel sehr wichtige Probleme behandeln, sehr wichtige GesichtsNamen, sondern im Namen eines Abwesenden zu sprechen, der hinaus wie die Engels'schen Säge, denn die Demokratie heißt punkte in die Diskussion werfen, die für die Entwickelung unseres mehrfach angegriffen worden ist und mich beauftragt hat, eine Er- ledesmal soviel herrschaft der Arbeitertlaffe, geistigen Lebens nüglich und nothwendig sind. Nur hat man der klärung zu verlesen. Es ist Eduard Bernstein. Er wußte, daß seine als diefe nach ihrer intellektuellen Reife und Redaktion der„ Neuen Zeit" den Vorwurf gemacht, daß sie diese Artikel Artikelserie Gegenstand des Angriffs hier werden würde. Und des- überhaupt auszuüben fähig ist. Uebrigens beruft sich wesen; denn so nüßlich diese Artikel als Objekt für die Diskuſſion ſind, dem Höhegrad der wirthschaftlichen Entwidelung ohne Erwiderung gebracht habe. Das wäre unbedingt nothwendig gehalb bittet er mich, folgende Erklärung" zu verlesen: Engels an der angeführten Stelle auch noch ausdrücklich darauf, daß so verderblich müßten sie sein, wenn sie ohne Widerspruch blieben, schon das Kommunistische Manifest„ die Erfämpfung der Demokratie wenn sie gar in Zukunft für die Taktik der Partei maßgebend als eine der ersten und wichtigsten Aufgaben des streitbaren Prole- würden. tariats proflamirt" habe. Ich kann mun fagen, daß niemand mehr verwundert ist, daß " " " " " " " Aus denselben oder ähnlichen Gründen bin ich auch nicht in der Lage, mich irgendwie über die Haltung des Vorwärts" zu äußern. Als Mitglied des Parteivorstandes habe ich häufig Gelegenheit ges nommen, mich mit der Redaktion auszusprechen, auch für meine Person. Es wäre geradezu eine Taktlosigkeit, wenn ich unter solchen Verhältnissen mich hier weiter auf eine Diskussion über diese Frage einlassen wollte. " Die in der Serie" Probleme des Sozialismus" von mir nieder gelegten Ansichten sind neuerdings in sozialistischen Blättern und Bersammlungen zur Erörterung gelangt, und es ist die Forderung ausgesprochen worden, daß der Parteitag der deutschen Sozialdemo Kurz, Engels ist so sehr von der Ueberlebtheit der auf die Kata- sich aus diesen Artikeln in der Neuen Zeit" teine Diskussion enttratie zu ihnen Stellung nehmen solle. Für den Fall, daß dies ge- strophen zugespitzten Taktik überzeugt, daß er auch für die romanischen wickelt hat, als ich selbst. Ich habe erwartet, daß alle diejenigen, in der„ Neuen schieht und der Parteitag auf die Forderung eingeht, sehe ich mich zu Länder, wo die Tradition ihr viel günstiger ist als in Deutschland, die gegen Bernstein losgegangen find, es folgender Erklärung veranlaßt. eine Revision von ihr hinweg für geboten hält. Haben Zeit" thun würden. Die Neue Zeit" ist das DishissionsDas Votum einer Versammlung, und steht sie noch so hoch, kann sich die Bedingungen für den Völkerkrieg geändert, so nicht minder organ der Partei. Ich hatte erwartet, daß vor mich selbstverständlich in meinen, aus der Prüfung der sozialen für den Klassenkampf", schreibt er. Hat man das schon ver- auch die Genossin Luxemburg in der„ Neuen Zeit" BernErscheinungen gewonnenen Anschauungen nicht irre machen. Igessen? stein angreifen würde. Das ist nicht geschehen. Infolge dessen Was ich in der Neuen Zeit" geschrieben habe, ist der Ausdruck Kein Mensch hat die Nothwendigkeit der Erkämpfung der Demo- ging viel Zeit verloren; weitere Zeit ging dadurch verloren, daß meiner Ueberzeugung, von der ich in keinem wesentlichen Punkt ab- tratie für die Arbeiterklasse in Frage gestellt. Worüber gestritten andere Leute mir Artikel gegen Bernstein versprochen, aber nicht ges zugehen mich veranlaßt sehe. geben haben. Inzwischen ist ein Artikel von Plechanow erschienen, weitere werden folgen. " Aber es ist ebenso selbstverständlich, daß ein Votum des Parteitages mir nichts weniger als gleichgiltig sein kann. Und darum wird man es begreifen, wenn ich vor allen Dingen das Bedürfniß fühle, mich gegen fälschliche Auslegung meiner Ausführungen und falsche Schlußfolgerungen aus ihnen zu verwahren. Verhindert, selbst auf dem Kongreß zu erscheinen, thue ich dies hiermit auf dem Wege schriftlicher Mittheilung. wurde, ist die Zusammenbruchstheorie, und die Frage, ob bei der gegebenen wirthschaftlichen Entwickelung Deutschlands und dem Reifegrad seiner Arbeiterklasse in Stadt und Land der Sozialdemo fratie an einer plötzlichen Katastrophe gelegen sein kann. Ich habe die Frage verneint und verneine sie noch, weil meines Erachtens im stetigen Vormarsch eine größere Gewähr für dauernden Erfolg liegt, wie in den Möglichkeiten, die eine Katastrophe bietet. allem Ich bin nicht selbstbewußt genug zu glauben, daß es darauf angekommen wäre, daß ich unmittelbar, nachdem Bernstein gesprochen, dazu Stellung genommen hätte. Ich glaube, die Partei hat nichts daran verloren, daß ich es nicht gethan habe. Nun hat man aber dieses mein Schweigen als Zustimmung oder, wie Parvus sagte, Und weil ich der festen Ueberzeugung bin, daß sich wichtige als Nathlosigkeit aufgefaßt. Nun, dem Vorwurf der Mathlosigkeit Es ist von gewisser Seite behauptet worden, die praktische Folge- Epochen in der Entwickelung der Völker nicht überspringen lassen, brauche ich nicht entgegenzutreten; aber der Ansicht, daß ich deshalb rung aus meinen Aufsätzen sei der Verzicht auf die Eroberung der darum lege ich auf die nächsten Aufgaben der Sozialdemokratie, auf nicht geantwortet habe, weil die Redaktion der Neuen Zeit" boll politischen Macht durch das politisch und wirthschaftlich organisirte den Kampf um das politische Recht der Arbeiter, auf die politische ständig auf dem Standpunkte Bernstein's stehe, möchte ich entgegen Bethätigung der Arbeiter in Stadt und Gemeinde für die Interessen treten. Proletariat. Das ist eine ganz willkürliche Folgerung, deren Richtigkeit ich ihrer Klasse, sowie auf das Werk der wirthschaftlichen Organisation Ich ergreife sehr ungern das Wort, denn ich muß mich ansder Arbeiter den allergrößten Werth. In diesem Sinne habe ich einandersetzen mit einem Manne, mit dem ich mich 15 Jahre lang entschieden bestreite. Ich bin der Anschauung entgegengetreten, daß wir vor einem in seinerzeit den Satz niedergeschrieben, daß mir die Bewegung in innigster Kampfgenossenschaft befinde, mit einem Mann, Bälde zu erwartenden Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft alles, das, was man gemeinhin Endziel des Sozialismus der in der schwersten Zeit der Partei an vorderster Stelle nichts sei, und in diesem Sinne unterschreibe ich im Stampfe stand, der deswegen im Erile weilt, der nicht die stehen und daß die Sozialdemokratie ihre Tattit durch die nenne, Aussicht auf eine solche bevorstehende große ihn noch heute. Selbst wenn das Wort„ gemeinhin" nicht angezeigt Möglichkeit hat, seinen Standpunkt hier zu vertreten. Aber wo es foziale Katastrophe bestimmen, bezw. von ihr ab- hätte, daß der Satz nur bedingt zu verstehen war, lag es ja auf gilt, Zweideutigkeiten zu beseitigen, fönnen wir natürlich nicht solche hängig machen soll. Das halte ich in vollem Umber Hand, daß er nicht Gleichgiltigkeit betreffs der endlichen Durch Rüdsichten nehmen. Ich werde mich nur bemühen, jedes verlegende führung sozialistischer Grundsäße ausdrücken founte, sondern nur Wort zu vermeiden und die unnöthige Schärfe der Diskussion nicht fange aufrecht. Die Anhänger dieser Katastrophentheorie stügen sich im wesents! Gleichgiltigkeit oder, vielleicht besser ausgedrückt, Unbesorgtheit über weiterzuführen. : " " " 1 Sie haben durch den Mund Bebel's die Erklärung Bernstein's| fordert, und daß wir wünschen müssen, denselben Weg gehen zu vertrat, daß Genosse Liebknecht, um mich eines populären Ausdrucks gehört. Ich glaube, der gesammte Parteitag wird sich vor allem können; aber der Gang der Geschichte wird nicht von frommen zu bedienen, das Karnickel war, das angefangen hat, und daß seine verwundert haben darüber, daß Bernstein es für nöthig hält, Wünschen bestimmt, sondern von Thatsachen, und diese sagen uns, redaktionelle Thätigkeit ganz allein an den Mängeln des Blattes eine Reihe von Punkten zu befonen als besonders nothwendig, daß der Weg Englands für uns umgangbar ist, daß der Sieg der schuld sei, eine Ueberzeugung, die ich gegenwärtig nicht mehr habe. worüber gar feine Meinungsverschiedenheit besteht. Wenn er uns Demokratie nur durch den Sieg des Proletariats erfolgen kann. Aber auf Gradnauer, seitdem er in der Redaktion des„ Vorwärts" auseinandersetzt, daß der gesetzliche Weg für uns im gegebenen Glaubt aber einer, daß dieser Sieg möglich ist ohne Katastrophe? ist, scheint der Mantel des Elias gefallen zu sein, und er hat mir Moment vortheilhaft ist, daß uns nicht der Vorwurf der Gesetz- Ich wünsche es, aber ich glaube es nicht.( Bustimmung.) Die überhaupt das Recht, am Vorwärts" Kritit zu üben, abgesprochen widrigkeit treffe, daß wir die Aufgabe der Reformen haben, demo- Demokratie und auch das Proletariat wird immer mehr mit Rücksicht auf die Mängel der„ Gleichheit". Ich meine, fratischer und ökonomischer, die Aufgabe, das Proletariat zu organi in die Defensive gedrängt, der Liberalismus hat abgedankt. daß man ein vierzehntägig und ein täglich erscheinendes siren, so muß jeder fragen: wie kommt Bernstein dazu, das zu Statt daß die bürgerliche Demokratie vorwärts geht, geht sie zurück, Blatt, ein Organ für die Frauen und das Zentralfagen? Giebt es irgend einen Menschen in der Partei, der nicht und wir stehen unter dem Zeichen des Vordringens der Reaktion. organ der Partei mit verschiedenem Maßstabe messen muß. auf dem Standpunkte steht? Hier fritt deutlich zu tage, daß Es ist der gordische Knoten und daß dieser auf einem anderen Wege Der Ansicht bin ich allerdings auch, daß die Gleichheit" nicht im Bernstein die Fühlung mit der Partei verloren hat.( Bustimmung.) gelöst werden kann, wie jener alte, glaube ich nicht. Wir sehen all- stande ist, eine große Arbeiterinnenbewegung hervorzurufen, denn Ich muß das leider sagen: Bernstein hat sich aus einzelnen Wen- überall in Europa große Katastrophen sich vorbereiten. Steht nicht das ist Sache der Agitation und der Organisation. Eine Zeitung dungen in der Presse, in verschiedenen Reden ein ganz falsches Bild Desterreich vor einer Katastrophe? Steht nicht Italien vor einer fann feine Bewegung ins Leben rufen, fie fann nur eins thun, sie von der Partei gemacht. Er glaubt, daß wir Blanquisten sind, die blutigen Katastrophe, nicht Spanien? Schickt sich Frankreich nicht an fann innerhalb der Bewegung, schulend und fördernd wirken, und auf einen Zusammenstoß mit der bewaffneten Macht spekuliren 2c. zu einem schweren Kampf zwischen der bürgerlichen Freiheit und das hat die„ Gleichheit" gethan. Die" Gleichheit" hat das HauptIch glaube es giebt feinen Parteigenossen, der daran denkt. Sem Militarismus und Pfaffenthum? Und wovon redet man in ziel verfolgt, die Genossinen, die im Vordertreffen des Kampfes stehen, Ferner sett uns Bernstein auseinander, daß die Entwickelung Deutschland? Redet man etwa von Erweiterung der Rechte prinzipiell klar auf den Boden der Sozialdemokratie zu stellen und nicht so schnell vor sich geht, wie manche es wohl annehmen. Auch des Volkes, von Erweiterung des Koalitionsrechtes? Nein, man sie nicht von der bürgerlichen Frauenrechtlerei durchseuchen zu lassen, dieser Punkt, glaube ich, braucht nicht im Gegensatz zu Bernstein redet von Staatsstreich, von Abschaffung des Wahlrechts, vom Zucht- und diese Aufgabe hat die„ Gleichheit" erfüllt. Außerdem könnte die betont zu werden. Die Voraussetzung des Tempos der ökonomischen haus. Das sind die Aussichten, die uns offen sind, und bei diesen" Gleichheit" das allermiserabelste Blatt der Partei sein, so wäre das Entwicklung ist Sache des Temperaments. Aussichten ist der Weg, den Bernstein vorschlägt, undenkbar.( Leb- mit doch noch nicht mir die Fähigkeit und das Recht widerlegt, Kritik Ich gehöre nicht zu denjenigen, die alle Differenzen leugnen; hafter Beifall,) Wäre Bernstein in unserer Mitte, er wäre der erste, zu üben an der Beschaffenheit des„ Vorwärts".( Heiterkeit.) Das im Gegentheil, es liegen sehr große Differenzen vor, Differenzen der diesen Weg verurtheilen würde; das ist meine feste Ueber- ist der Standpunkt des Zünftlerthums, daß jemand, der nicht malt, taktischer und theoretischer Natur, die immer vorgelegen haben, seit zeugung. fein Recht hat, ein Urtheil über ein Bild abzugeben, daß jemand, die Partei besteht, und die sich sicherlich noch vertiefen werden, je Uns stehen schwere Kämpfe bevor, und was wir für diese der nicht den Ring des Nibelungen komponiren kann, auch nicht das größer die Partei wird, je mehr sie eine politische Macht wird; aber Kämpfe bor allem brauchen, ist der Glaube an uns Recht hat, über Musik zu urtheilen. Mir sind die am Vorwärts" gerade die Frage des Tempos ist eine Frage des Gefühls, des selbst, ist die Siegeszuversicht. Stürmischer Beifall.) Nicht herrschenden Schwierigkeiten sehr wohl bekannt, aber trotz Temperaments. Aber Bernstein geht darüber hinaus. Er sucht die die Siegeszuversicht, die uns vielleicht dazu führt, den Gegner zu dem habe ich die Ueberzeugung, daß der„ Vorwärts" nicht Langfamkeit der Entwickelung mit Argumenten zu begründen, denen unterschätzen, den Gegner leichtfertigerweise zu provoziren oder die das Teitende geistige Blatt der Partei ist. Er hinkt ich durchaus nicht beistimmen kann. Er setzt uns aus- Hände in den Schooß zu legen; nein, wir müssen gefaßt sein auf vielfach mit seinem Urtheil, mit seiner Berichterstattung hinterdrein. einander, daß die Zahl der Besigenden, der Kapitalisten schwere Opfer, und diese Zuversicht kann nur darin bestehen, daß Als Zentralorgan hat er die Pflicht, unparteiisch zu sein und zu allen wächst, daß also die Grundlagen falsch sind, auf denen wir unsere wir sagen: wie schwer die Opfer auch sein mögen, und wenn wir Aeußerungen des Parteilebens ohne Voreingenommenheit Stellung Ansichten aufgebaut haben. Ja, wenn das richtig wäre, dann wäre auch eine augenblickliche Niederlage erleiden, zum Schluß muß der zu nehmen, alle Meinungen zum Ausdruck kommen zu lassen. Abder Zeitpunkt unseres Sieges nicht nur sehr weit hinausgeschoben, Sieg doch unser sein.( Stürmischer Beifall.) Wian hat Bernstein vorgesehen von dem, was Liebknecht schreibt und was, trotzdem Lieb sondern dann kämen wir überhaupt nicht ans Ziel.( Lebhafte Bu- geworfen, daß seine Artikel unsere Siegeszuversicht verringern, dem fnecht ein Mann im Silberhaar ist, noch von der Agitationskraft und stimmung.) Wenn die Kapitaliſten zunehmen und nicht die Besitz- fämpfenden Proletariat in die Arme fallen. Dieser Ansicht bin ich Begeisterung des Jünglings durchglüht ist, muß man offen sagen, lojen, dann entfernen wir uns immer mehr vom Ziel, je nicht. Wäre ich es, damn wäre es allerdings eine Pflichtverletzung daß der Ton und Inhalt des„ Vorwärts" nicht belehrend wirkt, daß mehr die Entwickelung vor sich geht, dann festigt sich der gewesen, wenn ich als Redakteur eines sozialistischen Blattes die er nicht agitatorisch wirkt, daß er vielmehr in seinem politischen Kapitalismus, nicht der Sozialismus, dann kommen wir Artikel Bernstein's aufgenommen hätte. Aber so ist es nicht. Unser Theil, so weit nicht Liebknecht's Mitarbeit in betracht überhaupt nicht ans Ziel.( Lebhafter Beifall.) Aber gerade Glaube an uns selbst darf nicht ein Köhlerglauben sein, er darf fommt, die konzentrirte Langeweile in der Partei ist( Heiterkeit), und darauf will ich heute nicht eingehen, denn dann müßte ich gegen nicht auf überlieferten Thatsachen beruhen, die man unbesehen hin- daß es eine schwere Aufgabe ist, sich durch den Vorwärts" durchBernstein polemiſiren und das möchte ich soviel wie möglich ver- nimmt und jetzt vielleicht nicht mehr standhalten können; unser lesen zu müssen. Diese Meinung theilen viele, wenn sie sie auch meiden, da, wo es nicht nothwendig ist. Ich müßte auf die Berufs- Glaube an uns selbst muß auf immer neuer Prüfung beruhen. Wenn nicht offen aussprechen. und Einschätzungsstatistiken und dergleichen eingehen, und dazu ist die Artikel von Bernstein wirklich den einen oder anderen in seiner Was die weiteren Ausführungen zur Frage der Haltung der der Parteitag nicht der Ort. Aber soviel ist sicher, daß das Wort Ueberzeugung wankend gemacht haben, dann wäre es nur ein Beweis, Presse zur Taktik betrifft, so hieße es, geflicte Schienen nach von Marr noch heute wahr ist: Zunahme des Kapitals bedeutet daß es um solche Leute nicht sehr schade ist( sehr gut!), daß ihre Bochum tragen( Heiterkeit), wenn ich darauf noch eingehen auch Zunahme des Proletariats. Wenn Bernstein recht hat, müssen Ueberzeugung nicht sehr tief geturzelt hatte, und daß sie die erste wollte, nachdem Kautsky in so meisterhafter Weise sich die Proletarier abnehmen. Gelegenheit bemußten, um uns den Rücken zu kehren, und dann sowohl mit der Bernsteiniade wie mit der Heinerei aus Weiter sagt Bernstein, daß die zukünftige Geschichte sich nicht tönnen wir froh sein, daß es jetzt schon geschieht, statt bei einandergesetzt hat. Wir sind nicht hierher gekommen, unt mehr in Katastrophen entwickeln wird, daß die Zeit der Katastrophen der Katastrophe, wo wir jeden Mann brauchen.( Lebhafter Beifall.) Veteranen zu belehren, sondern um der Katze die Schellen vorüber sei. Er hat auf verschiedene Aeußerungen von Engels hin- Nein, Bernstein, hat uns nicht entmuthigt, sondern uns nur zum umzuhängen( Heiterkeit), um die Fragen, um die man sich gewiesen, die das beweisen sollen. Ich kann ihm darin nicht bei- Nachdenken veranlaßt( Beifall), dafür wollen wir ihm dankbar sein. bis jetzt herumgedrückt hat, offen zu diskutiren und um auszusprechen, pflichten. Ich habe jest nicht alle Zitate von Engels so genau im Wir wollen nicht kämpfen auf der Bahn, die er uns vorschlägt, wir daß die Mehrzahl der Delegirten, die Masse der Parteigenossen Gedächtniß, daß ich sagen könnte, in welchem Zusammenhange sie wollen kämpfen auf der Bahn, die uns die Verhältnisse vorschreiben, nichts wissen will von ciner Taftik, die δα lehrt, gefallen sind; aber ich weiß mich einer Aeußerung von Engels zu und dann werden wir siegen.( Stürmischer Beifall und Hände wir wollen das tägliche Brot im Klaffenkampf erringen erinnern, daß Katastrophen später nicht so sehr in die Erscheinung flatschen.) auf dem Wege des„ Ich gebe, damit Du giebst". Nem, treten werden. Aber das bedeutet nicht, daß sie in Zukunft ganz Heine Berlin: Sehr zu meinem Bedauern bin ich hier wieder wir wollen die nothwendigen Reformen in der heutigen Gesellschaft ausgeschlossen sein werden. in die Debatte über die Presse verwickelt worden, die mich eigentlich als proletarische, revolutionäre Kampfespartei, in stetem Kampfe Ich habe nicht die Absicht, Sie mit einer Kathastrophentheorie nichts angeht. Frau Zetkin und Frl. Luxemburg haben doch ihre gegen die Regierung, gegen den kapitalistischen Staat, der bisher zu langweilen. Ich möchte nur denjenigen Theil der Bernstein'schen heute früh durch den Debatteschluß abgeschnittenen Reden nicht noch nie der Arbeiterklasse die offene Hand, sondern die gepanzerte Krisentheorie hier behandeln, der auch hier in der Versammlung hinunterwürgen fönnen, sondern sie mir jetzt noch versetzt. Fauft entgegengestreckt hat:( Beifall.) Widerhall gefunden hat, nämlich die Fragen potitischer Krisen und Heiterkeit.) Ich gedente nun nicht zu wiederholen, was ich Liebknecht: Genossinnen und Genossen! Ich werde mich Katastrophen. Bernstein ist der Ansicht, daß die Entwickelung sich heute früh gesagt habe, sondern will blos feststellen, daß hier nicht gegen das wenden, was meine Freundin Zetkin in bezug von jetzt an in gewerkschaftlichen Kämpfen ohne große Katastrophen die Genoffinnen die falschen Behauptungen über meine Aeußerungen auf die Agitation gefagt hat; ich stehe da im wesentlichen auf dem= vollziehen wird. Das Proletariat gewinnt immer mehr politische wieder aufgestellt haben. Ich begnüge mich, dies zu erklären, selben Boden wie sie. Aber auf einige andere Bemerkungen Rechte, immer mehr ökonomische Macht durch die Gewerkschafts- damit es nicht heißt, ich gäbe etwas zu. von ihr möchte ich eingehen. Wenn sie meint, daß in der bewegung, den Einfluß in der Verwaltung der Gemeinden, die Was ich gesagt habe, ist bekannt, und ich nehme nichts davon Gleichheit" leichter Fehler vorkommen, als im Vorwärts", weil Bildung von Kooperativgenossenschaften u. f. w.; so werde die sozia- zurück. Ich weiß, daß es nur zwei Möglichkeiten giebt, die Macht die„ Gleichheit" mur alle vierzehn Tage erscheint, der„ Vorwärts" listische Produktionsweise allmälig die kapitalistische überwuchern, bis des Proletariats zu begründen. Entweder man ſetzt den herrschenden aber täglich, so ist das ein recht mangelhaftes Argument. Der diese eines Tages in der sozialistischen Gesellschaft aufgeht. Diese Klassen die Pistole des Bewilligungsrechts im Parlament auf die Brust Vorwärts" muß als Tageblatt eilig, in der Hize des Gefechts Ansicht ist als thöricht hingestellt worden. Nein, diese Ansicht von oder- die wirkliche Pistole. Daß wir auf den zweiten Weg verzichten hergestellt werden. Da kommen leicht Fehler vor. Und ich bestreite Bernstein beruht auf sehr triftigen Thatsachen. Sie hat mir den müssen, hat noch der alte Engels furz vor seinem Tode auseinander nicht, daß der Verwärts" bedeutende Fehler hat. Ich verlange einen Fehler, und unser Unglück ist es, daß diese Thatsachen nicht gesetzt. Ihm stimme ich bei. Bleibt also mir der andere Weg. aber, daß dabei berücksichtigt wird, was ich schon in Gotha in Deutschland zu finden sind, sondern in England.( Schr wahr!) Rennt ihn Schacherpolitif, oder wie Ihr wollt, aber verlangt nicht, gefagt habe. Schon da wurde der Vorwurf erhoben, Nun wird man sagen: Ja, ganz richtig; England ist ja aber das daß ich ihn wegwerfe, che Ihr einen dritten gezeigt habt. So lange daß der Vorwärts" bei Streitfragen keine leitende Rolle Ilassische Land der kapitalistischen Produktionsweise, England die Richtung der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" feinen andern Weg spiele. Ich sagte schon da, das kann er nicht, er muß den Strönungen zeigt uns unsere eigene Zukunft. Der Ansicht bin ich nicht. nennt, aber gegen den von mir empfohlenen protestirt, solange muß folgen, er muß sich hüten, bei streitigen Fragen in einseitiger Weise England ist allerdings das Klassische Land des Kapita sie sich gefallen lassen, daß Vollmar ihr Blanquismus vorwirft. Stellung zu nehmen. Nun ist er Doppelorgan, Zentralorgan und lismus, aber England ist ein ganz ausnahmsweises Land Gepredigt hat Erl. Luxemburg zwar die Gewalt nicht, aber die Lokalorgan zugleich. Wäre er mur Lotalorgan, dann könnte er in in bezug auf seine politische Struktur, in bezug auf seine Entwicke- Logit läßt ihr keine andere Möglichkeit übrig. ähnlicher Weise wie das„ Hamburger Echo", die Leipz. Volksztg.", Tungsgesetze in politischer Beziehung, in bezug auf seine politischen Ich kann auf die Kautsky'sche Rede nicht eingehen, weil ich Sächsische Arbeiterztg." sein. Er hätte selbstverständlich eine von den Tendenzen. In England sehen wir die Verhältnisse anders wie in nicht genügend vorbereitet bin; nur das eine will ich sagen: ich Genossen eingesetzte einheitliche Redaktion und könnte sofort Stellung der ganzen Welt. Dank seiner Geschichte, dank seiner insularen Lage habe aus den Artikeln Bernsteins nicht entnommen, daß er eine neue nehmen. Der Vorwärts" hat Fühlung zu erhalten mit dem Vors schen wir dort einen großen Staat ohne Armee, ohne Bureaukratie, Taftit, die im Widerspruch mit der bisherigen stände, empföhle. stande. Ich stehe als Chefredakteur darin, ernannt von der Partei. ohne Bauernstand, eine ganz minimale Landwirthschaft die land- Vieles, was Kautsky über den Unterschied zwischen englischen Die übrigen Redakteure ernennt der Vorstand. Es treten wirthschaftliche Bevölkerung beträgt nur 5 pCt. der Gesammtbevölkerung und deutschen Verhältnissen gesagt hat, ist gewiß richtig, aber ich in der Redaktion verschiedene Meinungen auf, wie in Wir sehen in England, daß der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit ziehe daraus nur den einen Schluß: wenn bei uns die bürgerliche der Gesammtpartei. Da ist es oft schwer, einen Ausgleich viel geringer ist als anderswo trotz der ökonomischen Fortschritte Demokratie schwach ist, und wir genöthigt sind, direkt eine zu finden. Ich kann sagen, in den acht Jahren, seit ich und daß das englische Kapital bereits viel zu groß geworden ist, proletarische Demokratie zu schaffen, so sind wir doppelt verpflichtet, Chefredakteur des Vorwärts" bin, habe ich mehr Friktionen und um in der englischen Industrie allein Unterkunft zu finden. Das jedes, auch das unscheinbarste Mittel zur Erringung der Macht für Merger gehabt, als in meinem ganzen früheren politischen Leben. englische Kapital ist angelegt in der ganzen Welt; der Theil des in die Arbeiterklasse anzuwenden.( Beifall.) Wenn einmal das Parla- Es liegt das nicht an den Personen, sondern an den unnatürlichen der englischen Industrie angelegten Kapitals wird immer minimaler ment in die Lage käme, den herrschenden Klassen wirksam die Pistole Verhältnissen, die auf die Dauer nicht aufrecht zu er= und der Theil, der direkt an der Ausbeutung der englischen Arbeiter des Bewilligungsrechts auf die Brust zu setzen, so wäre es Verrath, halten sind. Es hat Unzuträglichkeiten gegeben jetzt bei interessirt ist, dadurch auch immer geringer. Die Menschen sind aber wenn man dies unterließe, doktrinären Erwägungen zuliebe. der Frage der Landtagswahlen. Die Berliner Genossen sind in ven Natur sehr zum Mitleid veranlagt, und das spricht immer mit, Haberland Barmen: Die„ Neue Zeit" hat verschiedentlich ihrer ungeheuren Mehrheit gegen die Betheiligung. Das ist wo nicht eigene Interessen entgegenstehen. Und so sehen wir, daß wichtige taktische Fragen angeschnitten, aber die Diskussion nicht zu im Vorwärts" nicht so zumt Ausdruck gekommen, und die Bourgeoisie in England Arbeiterstreits unterstützt, wo kapitalistische Ende geführt. Die Redaktion sollte die Genossen auffordern, ihre darüber ist eine bedeutende Unzufriedenheit entstanden. Gesellschaften die Gewerkschaften vernichten wollen. Der Philanthropis Meinung zu äußern, damit ein wirklicher Abschluß erzielt wird. Der Gedanke, die Funktionen des Zentralorgans von denen mus ist in England eine Macht, wie nirgends sonst. Dort ist es Ein Schlußantrag, den Hoffmann Bielefeld bekämpft, des Lokalorgans zu trennen, ist dadurch gestärkt worden. infolge dessen möglich, daß die Arbeiter auf friedlichem Wege ohne wird abgelehnt. Ehe dies Verhältniß in gründlicher Weise geregelt ist, mögen eine Katastrophe allmälig zur Macht gelangen. Das hat aber nicht Schmidt Essen führt Beschwerde über Lütgenau wegen feines Veränderungen in der Zusammensetzung der Redaktion vorBernstein neu entdeckt, das hat bereits Mary vor mehr als zwanzig Verhaltens bei Aufnahme von Berichten in die„ Rheinisch- Westfälische genommen werden, soviel sie wollen, es wird nie so glatt gehen, Fahren gesagt, indem er schrieb, daß England dasjenige Land sei, Arbeiter- Beitung". Die Kontrolleure haben sich in Schweigen gehüllt. wie bei einem reinen Lokalblatt. Nur da ist Einheitlichin welchem ein friedlicher Uebergang vom Kapitalismus zum Sozia Frau Bettin: Die Milderungsgründe, die Genosse Frohme feit möglich. Im Vorwärts" wäre diese Einheitlichkeit mur möglich, lismus möglich sei. Möglich! Denn Katastrophen sind nicht aus für mein Eingreifen in die Debatte angeführt hat, weise ich zurück, wenn sie in der Partei in allen taftischen Fragen bestände. geschlossen. Wie die englische Bourgeoisie sich stellen wird, wenn die ich habe mich nicht fortreißen lassen, sondern ich war der festen Da haben wir sie aber nicht. Es wird Sache späterer Parteitage Arbeiter von ihrer politischen Macht Gebrauch machen, was sie bis lieberzeugung, und nicht etwa erst seit heute und gestern, daß inner sein, in bezug auf den„ Vorwärts" gründlich zu ändern. jetzt nicht thun, ob die heutigen Bourgeois dann nicht mit den kapi halb unseres Parteilebens Vorgänge sich abgespielt haben und Diffe- Nun zur Debatte über die Taktik. Frau Zetkin meinte, der talistischen Gesellschaften fraternisiren, das können wir jetzt noch nicht renzen zu tage getreten sind, die erörtert werden müssen. Ich be- Kaze sei die Echelle umgehangen worden. Darin täuscht sie sich. wissen. Solche Zustände wie in England finden Sie sonst nirgends anspruche aber die gleiche Rücksicht und die gleiche Anerkennung, die Die Art, wie gestern die wie gestern die Debatte geführt wurde, Ivar in der ganzen Welt, auch in Amerila, das mit England souft so man meiner ehrlichen Ueberzeugung hat zu theil werden lassen, auch eher gegen ihre Sache eine gegnerische Stimmung zu erzeugen. Als viel gemeinsam hat, finden Sie ganz andere Zustände. für alle anderen Personen, die mit in die Debatte von einem anderen aber Kautsty auf dem Boden des Prinzips und zur Höhe der Nirgends ist die Neigung zu gewaltigen Katastrophen so groß, so Standpunkte aus eingegriffen haben, als Heine, Frohme u. f. w. Man mag Theorie sich erhebend, dieselben Darlegungen brachte, da gab ihm naheliegend, wie in Amerita, und schon Amerika allein würde die über die Ansichten von den Genossen Parvus und Frl. Luxemburg denken der ganze Parteitag jubelnd seine Zustimmung. Kautsky hat die Bernstein'sche Theorie, über den Haufen werfen. Aber auch bei uns wie man will, aber das eine darf man ihnen nicht absprechen, daß Debatte über die Taktik erst auf prinzipielle Höhe geführt. in Europa steht es nicht anders. Ueberall Militarismus in höchster sie aus voller, ehrlicher Ueberzeugung geredet und geschrieben haben Gegen den Ton ist hüben und drüben gesündigt worden. Ausgestaltung, überall eine Bureaukratie, die absolutistisch herrscht, und nicht etwa aus Schauspielerei, um ihre Person in den Vorder- Erbitterte und gereizte Kritik wurde geübt und heftige Antworten nicht nur in den monarchischen Staaten, sondern auch in Frank- grund zu drängen. Ich gehöre gewiß zu denen, die die Taktik der hat sie gefunden. Mit Parvus war ich sachlich meistens einreich. Wir haben ferner auf dem Kontinent von Europa Sächsischen Arbeiter- Zeitung" bezüglich der Form des Angriffs und verstanden, nicht aber mit dem unangenehmen, schulmeisterlichen, einen maßgebenden Einfluß des Großgrundbesiges, die der Verquidung mit allem Möglichen gemißbilligt haben. Aber die nicht parteigenössischen Ton, mit dem er die Dinge von oben Bourgeoisie bengt sich unter die Säbelherrschaft, fie hat jenigen unserer Partei- Organe, vor allem der Vorwärts", die von herab behandelt. In anderer Form wäre eine gedeihliche Debatte aufgehört, eine" demokratische Macht zu sein. Hier bei uns den Ausführungen der Sächsischen Arbeiter Beitung" immer möglich gewesen. Es ist von Kezerrichterei gesprochen worden. Der giebt es mur eine demokratische Macht, das ist das nur das Persönliche, immer nur das taktisch Ungeschickte aufgegriffen Parteitag war blos empört, daß man gegen die Partei KetzerProletariat. Wir können die demokratischen Reste aus der Jugend- und den eigentlichen Kern ganz außer acht gelassen haben, haben richterei treiben wollte, und hat hiergegen reagirt. Es wäre aber zeit der Bourgeoisie vielleicht noch benutzen, aber daß diese die sich meiner Ansicht nach auf ein noch niedrigeres Niveau der Dis- thöricht, zu bestreiten, daß Grund zu scharfer Kritik vorMöglichkeit hätte, nene demokratische Rechte zu erobern, das ist aus- fussion begeben und durch diese Art und Weise der Polemik die Aus- handen ist. Ich bedauere deshalb, daß die Frage der geschlossen, das ist nur möglich durch das Proletariat selbst.( Leb- einandersetzungen in der Partei nicht gefördert. Genoffe Gradnauer Tattit nicht als besonderer Punkt auf die Tagesordnung hafte Zustimmung.) Wenn Bernstein meint, daß wir erst die Demo- hat den Vorwurf gegen mich erhoben, daß ich als Mitglied der gesetzt worden ist. Das hätte eine einheitliche Debatte fratie haben müssen, um dann Schritt für Schritt das Proletariat Parteileitung mich einer Unterlassungssünde schuldig gemacht habe, gegeben.( Zustimmung.) So kam man vom Hundertsten ins zum Siege zu führen, so sage ich, die Sache steht bei uns umgekehrt, weil ich die Mängel des Vorwärts" nicht beanstandet habe. Nun, Tausendste. Wo Interesse und Bedürfniß vorhanden ist, da läßt der Sieg der Demokratie bei uns wird bedingt durch den Sieg des meine Mitkontrolleure wiffen, daß unsere Thätigkeit in der Haupt- es sich nicht unterdrücken, da bricht es hervor. Daß wir zu einer Proletariats.( Lebhafter Beifall.) Wir können zur wahren Demo- fache der Kontrolle der geschäftlichen Angelegenheiten gewidmet Einigung gelangt sind, schließe ich aus dem einstimmigen Beifall, fratie gar nicht gelangen ohne das Proletariat. Ich gebe zu, daß das war. Wir haben uns zweimal mit dem Vorwärts" beschäftigt der der Rede Kautsky's folgte. Wären Bernstein's Auseine sehr schwierige Aufgabe für uns ist, das Proletariat kann sich und da habe ich davon kann Genosse Gradnauer überzeugt führungen richtig, dann tönnten wir unser Programm und unsere nicht leicht entwickeln ohne Demokratie. Ich gebe zu, daß der Weg, fein in der Diskussion aus meinem Herzen keine Mördergrube ganze Bergangenheit begraben lassen, dann würden wir aufhören, den das englische Proletariat geht, besser ist, weniger Opfer er gemacht, mur daß ich den jezt als irrig erkannten Standpunkt eine proletarische Partei zu sein. Für ihn ist der Aufenthalt in Eng" = " = Mit zur Debatte gestellt werden die beiden genügend unter stüßten Anträge des 6. sächsischen Kreises: Verhandlung gestellt werden, erstattet Wurm: Da der Berich gedruckt vorliegt, habe ich nicht nöthig, auf die Einzelheiten einzugehen, wohl aber halte ich es für angebracht, die in der Debatte gestreiften großen Gesichtspunkte nochmals hervorzuheben. Voraus schicken will ich, daß der Bericht kein offizielles Attenstück, sonderit die Arbeit eines einzelnen ist, der mit der Abfassung derselben prinzipiellen Fragen alle die für die Fraktion maßgebenden Gründe angeführt, weil darunter Meinungsverschiedenheiten in der Presse vorhanden waren. Die beiden wichtigsten Punkte sind der Militarismus und die Kolonialpolitik. Das sind die beiden wichtigsten Fragen, die Lebensfragen der deutschen Arbeiterbewegung, bei denen sie nicht den geringsten Zweifel bezüglich ihrer Stellung lassen fann. So lange der Militarismus in seiner heutigen Gestalt besteht, Tand verderblich geworden. Ein Geist wie Marg mußte in England Singer: Ich will hoffen, daß dieser Beschluß auch nach der sein, um dort sein„ Kapital" zu schreiben, Bernstein aber läßt sich anderen Seite hin des Eindrucks nicht entbehren wird. imponiren von der folossalen Entwicklung der englischen Bourgeoisie. Hierauf wird dem Vorstande einstimmig Decharge Der Unterschied zwischen den Verhältnissen hier und in England ertheilt. besteht darin, daß England seit 300 Jahren das Mittelalter beseitigt Singer: Der nächste Punkt der Tagesordnung, der Bericht hat, während wir hier noch mit mittelalterlichem Plunder kämpfen über die parlamentarische Thätigkeit, wird voraussichtlich zu einer müssen. Deutschland hat nicht den Vorzug politischer Reformen und umfangreichen Diskussion führen, und es ist nicht rathsam, dieselbe beauftragt war. Infolge dessen habe ich in meinem Bericht bei tontinuirlicher Entwicklung, bei uns herrscht der Zickzacfurs, furz abzubrechen. Da wir aber alle Ursache haben, mit der Zeit zu das Proletariat ist noch nicht fähig, die Herrschaft zu geizen, so schlage ich Ihnen vor, im Einverständniß mit dem Neerlangen. Das Bürgerthum hat abgedankt und das Junker- ferenten, jetzt den Punkt: Die Maifeier 1899 zu berathen. thum, die Prätorianer des Kapitals, find bereit, jeden Damit ist der Parteitag einverstanden. Augenblick es zu einer Katastrophe zu treiben. Thöricht ist es, teine Katastrophe zu erwarten. Blicken Sie nach Italien, nach den blutigen Vorgängen dort, nach Ungarn und Frankreich! Wer will behaupten, daß angesichts der ZuchthausVorlage eine friedliche Entwickelung bei uns garantirt ist? Wer will da sagen, daß die Zeit politischer Katastrophen, gewalts famer Kämpfe vorüber ist. Wir wollen sie nicht, aber der Geist, der Bismarck bis in den Tod beseelte, der nichts sehnlicher wünschte, als das Proletariat auf die Barrikaden zu treiben, er herrscht heute noch. Katastrophen, werden bon uns zu vermeiden gesucht, aber von unseren Feinden vor bereitet.( Beifall.) Da gilt es, in bezug auf Tattit und Prinzip festzustehen. Ein Hinübergleiten in andere Bahnen muß vermieden werden. Da kommt nun die Heine'sche Angelegenheit. Ich Ivill fie nutr streifen, ich habe seine Aeußerungen nicht gehört, aber wie sie auch lauteten, es war die Ansicht eines einzelnen, die Fraktion hat alle solche Velleitäten vermieden. Wir haben das Militärbudget verweigert und werden fortfahren es zu thun. Aber andere Dinge liegen vor. Neigungen in staatsfozialistischer Richtung sind aufgetaucht, Neigungen, in der Schutzzollpolitit Entgegenkommen zu zeigen, sind aufgetreten. Da sollten wir mur dankbar sein denen, die heute die Alarmglocke hier geläutet haben. Leicht kann auf praktischem Gebiet zu viel gethan werden, und um so nothwendiger ist es unsere Pflicht, darauf zu achten, daß tein Seitensprung oder eine Frrfahrt gemacht wird. 1. Die Parteileitung wird beauftragt, dafür zu sorgen, daß eine planmäßige Agitation für den Achtstundentag in Versamm- so lange die Armee in blindem Gehormsam dem obersten Kriegslungen, durch die Presse und Flugblätter betrieben wird. herrn gehorchen muß, so lange ist eine drohende Gefahr für das 2. Der Parteitag wiederholt die Forderung, für die Durch- Boltsleben vorhanden, so lange ist die Möglichkeit vorhanden, daß führung einer allgemeinen Arbeitsruhe am 1. Mai zu sorgen. die Armee nicht nur gegen einen äußeren Feind, sondern auch gegen das Berichterstatter Pfannkuch: Der Hamburger Parteitag lehnte eigene Bolt selbst geführt wird, das man als den inneren Feind be es ab, die vorjährige Resolution gleich für mehrere Jahre zu fassen, zeichnet. Das ist ja die alte Praktik, der alte Witz der Reaktion. wir müssen uns also auch heute wieder mit der Frage beschäftigen. 1848 fagte man: Gegen Demokraten helfen nur Soldaten; 1878 Ein Grund, in der Maifeier eine Aenderung eintreten zu lassen, liegt sprach Eulenburg von der Flinte, die schießt, und dem Säbel, der nicht vor, und deshalb schlage ich Ihnen namens der Parteileitung haut, blutrünstige Träume erfüllten Bismard bis an sein Ende. heute wieder die Annahme der Hamburger Resolution vor. Dieselbe Große Kreise im gegnerischen Lager setzen alles daran, diese Träume lautet: zur Wirklichkeit zu machen. Das ist die drohende Gefahr der " In Nebereinstimmung mit den Beschlüssen der Internationalen Katastrophe von oben. Der Militarismus ist nicht mir eine Gefahr Arbeitekongresse zu Paris 1889, Brüssel 1891, Zürich 1893 und für den Frieden nach außen, sondern auch für den Frieden nach London 1896 feiert die deutsche Sozialdemokratie den 1. Mai als das innen. Es giebt Leute unter unseren Gegnern, die die vorzüglichen Weltfest der Arbeit, gewidmet den Klassenforderungen des Proletariats, Kanonen anivenden möchten gegen die, denen sie die Existenz nicht der Verbrüderung und dem Weltfrieden. Als würdigste der Feier des gönnen. Unsere Frattion hat bisher gegen den Militarismus ge1. Mai betrachtet die Partei die allgemeine Arbeitsruhe. Der kämpft und gegen den Etat im allgemeinen gestimmt, weil die EinParteitag macht es daher den Arbeitern und Arbeiterorganisationen nahmen aufgebracht wurden durch das Volk belastende indirekte zur Pflicht, neben den anderen Kundgebungen für die allgemeine Steuern, und weil die Gelder hauptsächlich verwendet wurden für Arbeitsruhe am 1. Mai einzutreten, und überall da, wo die den kulturfeindlichen Militarismus. Die Mehrheitsparteien haben für Möglichkeit zur Arbeitsruhe vorhanden ist, die Arbeit am 1. Mai den Etat gestimmt und alle Ausgaben für den Militarismus bewilligt. ruhen zu lassen." Und jetzt muß der Zar erklären, daß der Militarismus eine Aber gerade die Seite, die der Katze die Schelle umgehängt In Hamburg machte Genosse Stolten den Verfuch, eine Geißel für die Völker ist. Unsere Verweigerung der haben will, hat eine viel ärgere Verirrung angerichtet. Parvus hat Aenderung herbeizuführen, aber die Debatte zeigte, daß hierfür Mittel ist die nothwendige Folge unserer ganzen grundsäglichen bei der Frage der Betheiligung an den Landtagswahlen den feine Neigung vorhanden war. So weit ich die partei Stellung zum herrschenden Klassenstaat, dem wir als Vertreter der Boden des laffenkampfes verlassen und dazu gerathen, der genössischen Streise kenne, besteht auch nicht die Abficht, unterdrückten und besizlosen Klassen alle Mittel verweigerten, womit preußischen Bourgeoisie die Hand hinzureichen. Das ist eine tausend- eine Aenderung an unserem bisherigen Verhalten zu treffen, die politische und wirthschaftliche Unterdrückung der Arbeiterklasse mal größere Verirrung. wir werden also gut thun, die Hamburger Resolution aufrecht erhalten werden sollte. Je mehr die Gegenfäße sich zufpigen, desto einiger gilt es zu anzunehmen. Der Antrag der Genossen des sechsten sächsischen Das sind die Motive, die sich aus den Aften des Reichstags für sein. In dem Augenblick aber, wo wir die Grenzlinie zu den bürger- Streises ist wahrscheinlich deshalb gestellt, weil der Parteivorstand mich ergaben. Jnnerhalb der Fraktion haben niemals Meinungslichen Parteien verwischen, wo wir die Genossen nicht mehr wissen in diesem Jahre keinen Aufruf erlassen hat, aber die Agitation war verschiedenheiten geherrscht, außerhalb der Fraktion find MißTassen, was ist proletarisch und sozialistisch, bürgerlich und demo- bereits allerorts im gange, so daß es Eulen nach Athen tragen hieße, verständnisse vorgekommen. Auf einem solchen Mißverständniß be= kratisch, da ist auch die Kraft unserer Partei verloren. die Genossen noch besonders anzufeuern. Ich halte den Antrag für ruht es, meiner Meinung nach, daß die Frankfurter Volksstimme" In dem Boden des proletarischen Klaffenkampfes liegt die überflüssig, denn wenn es sich als nothwendig herausstellen wird, diese Stelle aus meinem Bericht in Gegensatz stellte zu dem ErKraft unserer Partei; in dem Augenblick, wo ihn eine planmäßige Agitation einzuleiten, so wird es der Partei- gebniß der Verhandlungen auf dem Hamburger Parteitag, zu den verlassen, ist es wie mit der elektrischen Straft: ist der Strom unter- vorstand von selbst thun, und daß dabei die Frage des Achtstunden- Ausführungen von Schippel und Auer. Nach dem Protokoll, brochen, wir stehen kraftlos da; wir hören auf eine proletarische tages in den Vordergrund treten wird, ist selbstverständlich. Es ist Seite 138, hat aber damals Auer ausdrücklich gesagt:„ Wir find Partei zu sein in dem Augenblick, wo wir aufhören, eine Partei nicht nöthig, der Parteileitung noch eine besondere Direttive zu gegen alle Bewilligungen, weil wir grundsäßliche Gegner des des Klassenkampfes zu sein. geben. Man glaubt von bestimmter Seite immer darüber Militarismus sind." Ich sehe also keinen Widerspruch. Sollte ich Da ist das Wort gefallen:" Die Bewegung ist mir wachen zu müssen, daß die Parteileitung ihre Pflicht erfüllt, mich täuschen, fönnen wir uns hier ja darüber aussprechen. alles, das Endziel nichts." Das ist eine große eine große Thor- aber die Parteileitung, die die Agitation zu betreiben hat, Eine zweite Meinungsdifferenz hat die Fraktion beschäftigt, die heit. Denn was ist eine Bewegung ohne Ziel? Ein plan- wird schon von selbst diese Gelegenheit zur Agitation nicht sich nachher als ein Mißverständniß herausstellte. Es war die Rede loses Umherirren.( Sehr wahr!) Die Genoffin Luxemburg vorübergehen lassen. Bis jetzt haben ja die zweitägigen Verhand- Heine's im dritten Wahlkreise. Der erste Bericht über die Rede hat umgekehrt gesagt:„ Das Endziel ist mir alles, die Bewegung lungen ergeben, daß die Genossen mit der Thätigkeit der Parteileitung im Vorwärts" war ungenau. Heine veröffentlichte dann den nichts." Das ist ebenfalls falsch. Wie ist das Endziel ohne Be- zufrieden gewesen sind. Was den zweiten Antrag betrifft, so genauen Wortlaut. Daraus ging hervor, daß er gleich zu Anfang wegung zu denken? Nein: eine Bewegung zum Endziel, und das End- ist derselbe abgelehnt, sobald Sie die vom Parteivorstand beantragte gesagt hat: Das Armeesystem und der Geist der Armee stehen dem ziel ist die Niederwerfung der kapitalistischen Gesellschaft.( Stürmischer Resolution annehmen. Ich meine, wir haben keine Veranlassung, Volte gegenüber, deshalb würde er dieser Regierung keinen Mann Beifall und Händeklatschen.) die Kraftprobe mit dem Kapitalismus zu bestehen.( Sehr und keinen Groschen bewilligen, auch das nicht, was für die Armee. Ein erneuter Schlußantrag wird nunmehr an richtig!) Wir haben keine Veranlassung, das Bestehen der unbedingt nöthig ist. Erst im weiteren Verlaufe der Nede hat er genommen. Kraftprobe zu suchen. Können wir ihr nicht ausweichen, gesagt, es sei zu untersuchen, ob nicht in der militärischen Bewilli Persönlich bemerkt so wird sich kein Genosse finden, der feige genug wäre, ihr auszu- gung ein Kampfmittel für uns liege, es gäbe militärische Aufweichen. So lange uns aber die Kraftprobe nicht aufgedrängt wendungen, die zur Vertheidigung der Nation erforderlich wären, ohne wird, werden wir sie nicht suchen. Ich bitte Sie deshalb, den unsere Ideale und Grundsätze direkt zu berühren, so nene Kanonen. Antrag abzulehnen und einstimmig die vom Parteivorstand beantragte Für ihre Bewilligung könne man vielleicht werthvolle Wolfsrechte Resolution anzunehmen. eintauschen. Wortmeldungen zu diesem Punkte lagen Nachdem Höppner( 6. sächsischer Kreis) seine Anträge zurückgezogen hat, wird die Resolution des Parteivorstandes angenommen und nach Verlesung einiger eingelaufener Telegramme die Sigung um 7 Uhr geschlossen. Parvus: In den acht Jahren meiner sogenannten persönlichen und gehässigen Diskussionen habe ich niemals einem anderen unlautere Motive vorgeworfen. Ein Schelm giebt mehr als er kami, wir haben von Frohme nicht mehr erwartet. Weit näher geht mir aber, was Bebel und Liebknecht gegen mich gesagt haben. Denn sie habe ich mir zu Musterbildern meiner politischen Thätigkeit genommen. Ihr selbst, Liebknecht und Bebel, waret niemals so, wie Ihr mich haben wollt. Ihr waret ebenso persönlich wie ich. Frohme: Was Parvus von mir erwartet hat, ist mir sehr gleichgiltig. Ich konstatire nur, daß seine Behauptung, er habe niemandem unlautere Motive unterschoben, unwahr ist. Er hat das gethan( Parvus: Wo?) und zwar in einer Art und Weise, die die allgemeinste Entrüstung hervorgerufen hat. Er sprach von Leuten, die jeden Augenblick bereit seien, die Sache des Proletariats an die Regierung zu verkaufen( Parvus: Niemals!), wenn sie geneigt sei, Kompensationen zu gewähren. Wenn er da sagt, das sei keine Verdächtigung, dann ohrfeigt er sich moralisch selber. Parvus: Einen Beweis hat Frohme nicht angeführt. Ich überlaffe den Zuhörern, wo die moralische Ohrfeige ist. " nicht vor. Vormittags- Sitzung. Stuttgart, 5. Oftober. ( Privatdepeschen des Vorwärts".) " 69. Dieselben:„ Der Parteitag in Stuttgart wolle dahin wirken, daß die Reichstags- Fraktion keine Gelegenheit vorübergehen läßt, für ein einheitliches Vereins- und Versammlungsgesetz für ganz Deutschland einzutreten." 1m 94 Uhr wird die Sigung eröffnet, den Vorsitz führt Kloß. Den Bericht über die parlamentarische Thätigkeit, wozu die Anträge*) 66 bis 82, 86( Absatz 4 bis 8), 92, 94, 96 und 104 mit zur *) 66. Die Parteigenossen in Braunschweig:„ Die Fraktion zu beauftragen, sofort nach Zusammentritt des Reichstages wegen Zum Punkt Kaffenbericht liegen Wortmeldungen nicht vor. der angekündigten Zuchthausandrohung für Streikanreizer zu Meister streift in seinem Schlußwort furz die Essener Be- interpelliren und die stenographischen Berichte darüber als Flugschrift schwerde. Die Kontrolleure haben den Beschwerdeführern schon ge- zu verbreiten." antwortet, die Antwort hat ihnen aber nicht gefallen.( Heiterfeit.) 67. Die Genossen Kietisch und Schumann in Torgau Zum Geschäftsbericht des Vorstandes erhält Gerisch das und die Genossen in Hildesheim: Die Reichstags- Fraktion ist Schlußwort. Die Essener Angelegenheit, die hier zur Sprache tam, verpflichtet, den Antrag auf Einführung der dreijährigen Legislatur ist ganz unwesentlich. Es handelt sich um die Aufnahme eines Ve- periode in jeder Session zu wiederholen." richts in der Rh.- Westf. Arbeiterztg.", den der Schriftführer einer 68. Die Parteigenossen des 4. sächsischen Kreises:„ Die Versammlung ungeschickt abgefaßt hatte. Was die Zuwendung für Reichstags- Fraktion zu beauftragen, den Antrag:„ Einführung eines die" Fränkische Voltstribüne" betrifft, so liegen die Dinge so, daß das gesetzlichen achtstündigen Arbeitstages" erneut im Reichstage einzuWürzburger Unternehmen mit 1000 m. nicht zu faniren war, wie bringen." Thiele behauptete; das ganze Unternehmen hing in der Luft, eine eigentliche Buchführung war nicht vorhanden. Redner bittet die Genossen dringend, mit der Neugründung von Blättern vorsichtig zu fein. Was die Verwendung der Essener Gelder betrifft, so hat sich die Kommission für die Verwaltung der Gelder mit 7 gegen 2 Stimmen auf folgende Resolution gecinigt: " In Erwägung, daß die Unterstügung der Familien dank der Opferwilligkeit der Parteigenossen in angemessener Weise geschehen Lonnte; ferner, daß den aus ihrer Strafhaft entlassenen Essener Verurtheilten ein Betrag zur Erholung ihrer Gesundheit bis zu 600 M. und zur Gründung einer bürgerlichen Eristenz eine Summe bis zu 3000 M. zuerkannt wird, beschließt das Komitee den 71. Die Parteigenossen des Kreises Calbe- Aschers Ueberschuß des Unterstützungsfonds dem Parteivorstand zur Ver- leben:" Die Reichstags- Fraktion zu verpflichten, in der nächsten wendung für ähnliche Opfer der heutigen Justiz zu über- Reichstags- Session einen Gesezentwurf zum Schutze der in der Landweisen. Das Komitee weiß, daß es mit diesem Beschluß den wirthschaft beschäftigten Kinder und jugendlichen Arbeiter und ArIntentionen der Geber gemäß gehandelt und dem Verlangen der beiterinnen einzubringen." Einsender verschiedener Partei- Orte, daß eine Auftheilung des 72. Die Parteigenoffen in Harburg: Der Reichstagsganzen Fonds unter die Verurtheilten nicht stattfinden sollent- Fraktion ist zur Berücksichtigung zu überweisen folgender Antrag: sprochen hat." ,, Alle möglichen Gelegenheiten sind zu ergreifen, um im Sinne einer Ich möchte dieser Resolution gegenüber erklären, daß der bis praktischen Landproletarier- Politit 1. die Abschaffung der Gesindeherige Vorstand an der Auffassung festhält, daß das Geld in erster Linie Ordnungen und Koalitionsverbote für ländliche Arbeiter und Gefür die Essener Verurtheilten aufgehoben bleiben muß. Wir wollen die finde, 2. die Errichtung von nach Art der Gewerbegerichte organiGelder als separaten Fonds und für Nothfälle der Verurtheilten reserviren. firter Landarbeiter und Gesindegerichte, 3. die Gewährung unIch will aber nicht verhehlen, daß der zunächst Betheiligte, der entgeltlicher ärztlicher Hilfe und freier Medizin auf dem Lande anGenosse Schröder, Brotest gegen unseren Vorschlag erhoben hat. Er zustreben." hat uns einen Brief geschrieben und gebeten, dem Parteitag davon Die Parteigenossen in Mainz:" Der Parteitag Kenntniß zu geben. Ich verzichte aus gewissen Gründen auf die wolle die Reichstags- Fraktion ersuchen, bei erster Gelegenheit einen Berlesung des Briefes, lege ihn aber beim Bureau nieder, wo jeder, Antrag auf Einführung der allgemeinen einjährigen Dienstzeit ein der sich dafür interesfirt, ihn einsehen kann. zubringen." Es wird nunmehr zur Abstimmung geschritten, und zwar zus nächst über den Vorschlag Gerisch bezüglich der Bertheilung der für die Essener Verurtheilten gesammelten Gelder. ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) 77. Die Parteigenossen in Oberursel:„ Auf unsere Reichstags- Fraktion einzuwirken, daß dieselbe in der nächsten Seffion einen Antrag einbringt, wonach die verfügbaren Gelder der Altersund Invalidenversicherung zu dem mäßigen Zinsfuß von 1 pet. zu gemeinnützigen Zweden abgegeben werden." 78. Die Parteigenossen des 5. Berliner Kreises: Der. Parteitag möge die Reichstags- Fraktion beauftragen, bei der Berathung des Militäretats den Antrag zu stellen, auf Einführung des Milizsystems resp. der allgemeinen einjährigen Dienstzeit." 79. Genosse Vieth in Berlin:" Der Parteitag ersucht die Reichstags- Fraktion, den in die Budget- und andere Kommissionen entsandten Abgeordneten das Eingehen von Versprechungen, welche sich auf die Geheimhaltung seitens der Regierungsvertreter gemachter vertraulicher Mittheilungen beziehen, nicht zu gestatten." 80. Derfelbe:„ Der Parteitag fordert die ReichstagsFraktion auf, auf den ihr im Präsidium des Reichstags zustehenden Posten nicht, wie vor fünf Jahren, freiwillig zu verzichten, sondern ihre Ansprüche darauf mit allen Mitteln zur Geltung zu bringen." 81. Derselbe:„ Der Parteitag fordert die ReichstagsFraktion auf, mit dem im Reichstage Herrschenden Usus zu brechen, wonach die Person des Kaisers nicht in die Debatte gezogen werden darf." 82. Die Parteigenoffen des 10. badischen Kreises:„ Der Parteitag möge die Reichstags- Fraktion beauftragen, in der bes 70. Die Parteigenossen in Königsberg: Die Reichstags- ginnenden Legislaturperiode einen neuen Arbeiterschutz- Gesezentwurf Fraktion wird beauftragt, eine Interpellation an die verbündeten dem Neichstag vorzulegen." Regierungen zu richten, wann dieselben, entsprechend dem Beschluß 86. Die Parteigenossen des 6. sächsischen Kreises: des Reichstages vom 11. März 1897, dem Reichstag einen Gesez 4. Die Reichstags- Fraktion wird beauftragt, den Achtstundentag entwurf vorzulegen gewillt sind, wodurch die Rechtsverhältnisse aufs neue im Reichstage einzubringen. zwischen den land- und forstwirthschaftlichen Arbeitern, sowie dem Gesinde einerseits und deren Arbeitgebern andererseits reichsgesetzlich geregelt werden." 73. 74. Die Parteigenossen in Lüneburg:„ Die ReichstagsFraktion ist aufzufordern, im Reichstag die Einführung eines Milizheeres zu beantragen." 5. Ebenso soll sie den Arbeiterschutzgesetz- Entwurf von 1890 in entsprechend abgeänderter Form wieder einbringen. 6. Sie hat bald nach dem Zusammentreten des Reichstages über das Schicksal des vom Reichstage gefaßten Beschlusses über die Einschränkung der übermäßig langen Arbeitszeit zu interpelliren. 7. Sie wird ferner ersucht, den Antrag auf Veranstaltung einer Enquete über Arbeitszeit und Arbeitslohn einzubringen. 8. Die Landtags- Fraktionen werden beauftragt, Geseßentwürfe, oder, wo das nicht möglich ist, Juterpellationen zur Einführung des Achtstundentages in allen Staatsbetrieben einzubringen." 92. Die Parteigenossen des Kreises Kassel: Die Reichstags- Fraktion wird beauftragt, in der nächsten Session des Reichstages einen Ergänzungsantrag zu§ 43 al. 3 und 4 der Reichs- Gewerbe- Ordnung einzubringen, dahingehend, daß die öffentliche Vertheilung von Druckschriften zu Wahlzwecken gefeggebender Körperschaften jederzeit, also auch Sonntags, ohne vorherige polizeiliche Erlaubniß stattfinden tönne. 94. Die Reichstags- Fraktion wird unter Hinweis auf die Deynhauser Kaiserrede beauftragt, im Reichstage abermals den Antrag auf Aufhebung des Majestätsbeleidigungs- Paragraphen(§ 95 Str.-G.-B.) zu stellen. 96. Die Parteigenossen in Ottensen: Unsere Reichstags- Abgeordneten werden ersucht, mit aller Energie und Nachdruck für Aufhebung des Impfzwvanges, als einer veralteten dem Fortschritt der Zeit ins Gesicht schlagenden Ein richtung, einzutreten. Singer bemerkt, daß er einen Beschluß eigentlich nur deshalb 75. Die Parteigenossen des Kreises Duisburg:„ Der Parteiprovozirt, weil der Parteivorstand der moralischen Billigung der Ge- tag möge die Reichstags- Fraktion beauftragen, mehr als bisher für fammtpartei durch ihre Delegirten sicher sein wolle. Der Partei- Beschleunigung der Wahlprüfungen im Reichstage einzutreten." 104. Thiel Raffel: Beantrage unter Zurückziehung des vorstand habe wiederholt erklärt, daß er gar kein Interesse daran 76. Die Parteigenossen in Hildesheim:„ Die Fraktion zu Antrags 93: Die Reichstags- Fraltion zu beauftragen, das Vereins habe, das Geld irgendwie anders zu vertheilen als zum Besten beauftragen, im Reichstage einen Antrag einzubringen, welcher be- und Versammlungsrecht, welches jetzt durch die Sabbathordnungen derer, für die es gesammelt ist; ihm liege aber daran, zu hören, fagt, daß bei den Reichstagswahlen in allen Wahlbezirken verschloffene einzelner preußischer Provinzen aufs höchste gefährdet wird und ob seine Auffassung von der Partei getheilt wird. Wahlurnen verwendet werden und nicht, wie das in unserem Wahl- somit einen hauptsächlichen Theil unserer praktischen Agitation lahni Die Anwesenden erklären sich mit dem Vorschlage des Partei- freise so üblich, auf den Ortschaften offene Suppenschüsseln als Wahl- legt, durch einen im Reichstage einzubringenden Gesezentwurf sicher vorstandes einverstanden. zustellen. urnen dienen." Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Ir. 234. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnertag, 6. Oktober 1898. Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. ( Fortsetzung aus der 1. Beilage.) ihm, sondern er uns die Pistole auf die Brust. Wir fordern, daß die Vertheidigung des Landes organisirt wird auf demokratischer Grundlage, wir fordern das Milizsystem, weil dies die demokratische Organisation ist, weil das Milizsystem es unmöglich macht, daß die Armee ein blindes Werkzeug in der Hand des obersten Kriegsherrn ist und daß ihr eines Tages kommandirt werden könnte, ihr müßt auf Vater und Mutter schießen. Der Kriegsminister meinte unseren Rednern Bebel und Liebknecht gegenüber, daß das Milizsystem theurer werden würde, als das jezige System des stehenden Heeres. Selbst wenn das wahr wäre, und es ist nicht richtig, wenn durch Geld der Militarismus dem heutigen Volfe abgewälzt werden könnte, feine Summe wäre hoch genug, die dafür gezahlt werden müßte, um dem Volke Freiheit zu geben für seine Entwicklung, für die Erwerbung seines Brots. bon Wurm'sche Bericht. Wenn Auer feine Aeußerung anders aufgefaßt lette Rest der Illusion bom sozialen Königthum, zum wissen will, gut, so bescheide ich mich. Teufel ist gegangen die letzte Fiktion von einem FriedensSinger: Es ist ja durchaus erklärlich, daß, nachdem hier schluß mit der bürgerlichen Klasse, die nach Gewalt schreit. zwei Tage lang über die von der Partei einzuschlagende Tattit, hat nicht Herr der Recke in seinem letzten Erlasse über die Weiterverfolgung des Endzieles der Partei gesprochen gewünscht, daß die Flinte schießen soll? Gegenüber dieser Politik, worden ist, der Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der Sie uns bringen wird den Hungerzoll, toloffale neue Rüstungen für Fraktion nicht mehr den Raum in der Diskussion einnehmen wird, Militarismus und Marinismus, ein Attentat der schlimmsten Art Aus diesen Aeußerungen entnahm so ziemlich die ge- den er sonst vielleicht gefunden hätte. Aber ich bin der Meinung, daß gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter, und dann auch das, wonach fammte öffentliche Meinung, daß Heine gesagt habe:„ Kanonen für es doch nothwendig sein wird, auch bei dieser Gelegenheit festzustellen, fie girren, ein neues Sozialistengefeß, ein neues Ausnahmegeſetz: in Volksrechte", und daß er die Kanonen dem herrschenden militärischen daß durch die Diskussion namentlich am gestrigen Nachmittag, durch den dieser Stunde der Gefahr, da heißt es einfach, sich zusammenSystem innerhalb des Klassenstaates bewilligen wolle. Die Fraftion lebendigen Beifall, den die Ausführungen der Genossen Kautsky und Lieb- zuschließen zu einer Phalang, die teine Meinungsverschiedenheit tenut, hat sich mit dieser Frage beschäftigt und Genosse Heine hat da die knecht in dieser Frage gefunden haben, festgestellt ist, daß die Thätigkeit in der Erkenntniß, daß blos durch den entschiedenen Zusammenschluß bündige Erklärung abgegeben, daß davon absolut nicht die Rede der Fraktion, welche bisher genau auf demselben Standpunkt ge- der Arbeiterklasse, die ihr Ziel nicht verhüllt, allein in dem sein könne. Nach dieser bündigen Erklärung, an der zu zweifeln wir standen hat, den die beiden Genossen in ihren Ausführungen gegen entschiedensten Widerstande gegen die eiserne Politik der heutigen nicht die geringste Veranlassung haben, erließ die Fraktion im Bernstein gekennzeichnet haben, demjenigen entspricht, was die Regierung die Möglichkeit besteht, bessere Zustände zu Vorwärts" am 23. Februar eine Erklärung, daß die Angelegenheit Gesammtpartei von ihrer parlamentarischen Vertretung verlangt. schaffen und vor allent zu verhüten, daß nicht noch mehr für sie befriedigend erledigt sei. Diese Mißverständnisse entspringen Wir haben innerhalb der Fraktion, entsprechend den Ansichten, die begangen werde gegen das arbeitende Volt. In diesem Sinne faſſe daher, weil Genosse Heine sich in seiner Rede mit Zukunftsstaatsmalereien die Partei auf ihren Parteitagen Jahr für Jahr zum Ausdruck ge- ich den Bericht der Fraktion auf, die Diskussion über ihre Taktif, beschäftigte. Daß wir unser Bewilligungsrecht ausüben können, um bracht hat, immer den Standpunkt vertreten, wir sind nicht im und darin glaube ich, sind wir alle einig: Auf zum Kampf gegen Macht zu gewinnen, ist selbstverständlich; das ist ja das Wesen des Parlament um des Parlaments wegen, sondern wir sind im das persönliche Regiment, gegen den Kapitalismus, gegen Hunger, Barlamentarismus. Aber dem Staate, der keine Macht anwendet Parlament, um die Forderungen der Arbeiterklasse zu vertreten und Ausbeutungs- und Unterdrückungspolitik, die zur politischen Knechtung gegen das Volk, wird auch Genosse Heine seine neuen Mittel be- zu erkämpfen.( Sehr richtig!) Ist aber dieser grundsägliche die wirthschaftliche fügen wollen. Die Arbeiterklasse, die die Fahne der willigen. Heine sagte gestern, wir setzen dem Staat die Pistole des Standpunkt richtig, dann fann im Parlament von einer Kompro- Aufklärung der radikalen Umwälzung voranträgt, wird ihrer AufBewilligungsrechtes auf die Brust. Nun, wenn wir dein Staate| misselei, bon einer Taktik, wie fie jetzt von manchen gabe tren bleiben, freie Zustände zu schaffen durch den Kampf, durch moderne Kanonen und Pistolen bewilligen, dann setzen wir nicht empfohlen wird, nicht die Rede sein, dann fann feine S- Classenkampf.( Lebhafter Beifall.) Rede davon sein, daß man Kanonen gegen Volksrechte aus- Beus: Ich hatte soeben den Eindruck, als wären wir in einer tauscht. Nach unserer eingehenden gestrigen Diskussion kann ich mit Bolksversammlung( Sehr richtig.), in der wir nöthig hätten zu lernen, Freuden konstatiren, daß der Standpunkt der Gesammtpartei in was wir schon seit Jahrzehnten wissen.( Sehr wahr.) Das war feiner Weise geändert ist.( Schr richtig!) Und ist das der Fall, nicht der Ausdruck des Machtgefühls( Sehr wahr.), sondern der Angst. dann brauchen wir über Vergangenes uns nicht so sehr aufzuhalten,( Sehr gut.) Wir haben keinen Grund, so zu thun, als ob man dann wird auch denjenigen Genossen, die, wie ich überzeugt bin, aus mächtiger ist, als wir thatsächlich sind. Schoenlant sagt, wenn man lautersten Gründen der Meinung sind, daß die bisherige Taktik der Kanonen bewilligt gegen Wolfsrechte, dann werden die Kanonen auf Partei in bestimmten Dingen geändert werden muß, der Beweis ge- die Volksrechte schießen.( Sehr richtig!) So leicht schießt es sich liefert sein, daß die Gesammtpartei keine andere Vertretung ihrer mit Kanonen nicht.( Lachen.) Die Erregung über den Militarismus Sache im Parlament will, als bisher.( Sehr wahr!) Das ist das ist im Volke schon jetzt sehr groß, und diejenigen Leute, die es sich erfreuliche Fazit, welches man aus den gestrigen Verhandlungen so leicht vorstellen, auf das Volk zu schießen, könnten in dem Augenziehen kann. Wenn in einer Reihe von einzelnen Fragen Meinungs- blick, wo sie das wirklich thun wollten, doch sehr böse Erfahrungen abweichungen vorhanden sind, so ist das durchaus erklärlich, denn wir machen. Wir haben alle Veranlassung, mit aller Ruhe, mit aller sind keine Fraktion von Automaten, wir sind eine Fraktion von selbstbewußten Ruhe unsere Arbeit, wie wir sie bisher ge= lebendigen Menschen, die jeder für sich ihre Ansicht haben. than haben, an der Aufklärung des Volkes weiter zu thun, und Das, was uns eint, was uns allen gemeinsam ist, das ist unser brauchen nicht ängstlich zu sein, als ob man alsbald mit Kanonen Programm, das ist die Aufgabe, die wir zu erfüllen haben, das ist auf uns schießen wird. Wir bieten uns nicht den Kanonen an und das Streben nach Befreiung der arbeitenden Klasse. Die noth- brauchen deshalb auch nicht zu befürchten, daß wir mit ihnen wendige Aufgabe ist, niemals abzuweichen von dem Standpunkte in Konflikt kommen. Darum sehe ich nicht ein, warum wir des Klassentampfes.( Beifall.) In diesem Rahmen können über uns so Angst machen sollen, als ob es schon morgen losgehen könnte. einzelne Fragen Meinungsverschiedenheiten herrschen. Es kann sich Mir scheint, daß man mit großen Worten die Massen fortreißen aber nicht darum handeln, daß die Gesammtthätigkeit der Partei in möchte.( Sehr gut.) Es geht nicht so schnell, wie wir es uns einirgend einer Weise geändert wird. bilden. Der kapitalistische Staat von heute ist nach 10, nach 50 Jahren ein ganz anderer. Es steht mit dem Denken, das uns Mary und Engels gelehrt haben, im Widerspruch, wenn wir den fapitalistischen Staat uns so verhärtet vorstellen, als ob er immer derselbe bliebe. Der bestehende Staat ist immer ein Kompromiß der verschiedenen Machtverhältnisse. Heute ist der Kapitalismus noch so mächtig, die Arbeiterklasse noch so schwach, daß der Staat ganz natürlich den fapitalistischen Interessen Rechnung trägt. Wenn wir aber dafür sorgen, daß die Arbeiterklasse mächtiger wird, als die kapitalistische, und das wollen wir ja, dann muß auch dieser Staat Rechnung tragen dieser Macht der Arbeiterklasse. Darum habe ich auch keine Sorge, daß wir nicht schließlich unser Ziel erreichen. Weil ich ganz fest davon überzeugt bin, daß die jeweiligen Machtverhältnisse weit entscheidender sind, als papierne Gefeße. Deshalb haben sie doch nicht solche Angst. ( Lachen.) Die großen Worte sind der Ausdruck solcher Angst, daß der Gegner uns niederiverfen könnte. Dazu sind wir viel zu kaltblütig, wir verfolgen unser Ziel, die Arbeiterklasse zur Macht zu bringen, in ruhiger Arbeit und dann wird auch eines Tages die Möglichkeit der Umwandlung des heutigen Staates auch, des Militarismus kommen. Ich sehe schon im Geiste die Zeit kommen, wo wir den heutigen Militarismus umwandeln werden in eine gymnastische Turnanstalt des Volfes.( Lachen und Beifall.) Dem Fraktionsbericht selbst habe ich nichts hinzuzufügen. Ich bin überzeugt, daß der Bericht im großen und ganzen die Ansicht aller Mitglieder der Fraktion wiedergiebt, deshalb will ich den Parteitag mit Wiederholungen nicht aufhalten, sondern nur den Wunsch aussprechen, daß die Fraktion auch in der Folge fortfahren wird, so wie bisher im Sinne des Programms entsprechend den ihr gestellten Aufgaben zu handeln.( Beifall.) = Baerer Harburg: Wir sind und bleiben eine Kampfpartei und haben deshalb keine Angst( Beifall). Aber wir müssen vorbereitet sein auf das, was kommen kann, denn es gehet etwas vor in den hohen Regionen.( Beifall.) Die zweite wichtigste Frage ist die Kolonialpolitit. Auch hier hat immerhalb der Fraktion nicht die geringste Meinungsverschiedenheit bestanden. Der Bericht der Fraktion läßt über unsere Stellung nicht den geringsten Zweifel. Die Gründe sind mit voller Klarheit und Schärfe dort dargelegt. Auch hier kam es zu Auseinandersetzungen innerhalb der Fraktion, nicht mit Fraktionsmitgliedern, sondern mit der Redaktion des Vorwärts", die in der China- Politik eine andere Stellung einnahm. Hierauf erließ die Fraktion am 20. Januar 1898 eine Erklärung, worin sie sich scharf gegen den Eroberungszug nach Kiautschou aussprach und hinzufügte, fie werde diese Stellung bei nächster Gelegenheit unzweideutig im Reichstag zum Ausdruck bringen. Die Gründe, die die Fraktion veranlaßten, gegen die Kolonialpolitik Stellung zu nehmen, sind Gemeingut sozialdemokratischen Denkens. Es ist ganz selbstverständlich, daß wir dem herrschenden System nicht auf Kosten der Arbeiter Mittel zu gunsten der kapitalistischen Klasse bewilligen können, die die Möglichkeit der Ausbeutung noch steigern. Unsere Kolonialpolitik Ohne auf die Anträge im einzelnen jetzt einzugehen, möchte ich hat ja mit recht den Spott der Welt herausgefordert. Wenn wir nur ganz im allgemeinen an den Parteitag die Bitte richten, sich bedenken, daß unsere werthlosen afrikanischen Besizungen einen Zu- doch zu überlegen, daß die Erfüllung der Aufgaben, die der Parteischuß von 13 Millionen erfordern, der ganze Handel dagegen nur tag der Fraktion stellt, auch von Umständen innerhalb des Parlaments 11 Millionen beträgt, wovon ein Fünftel noch auf Spirituosen ent- felbft abhängt.( Sehr richtig!) Der Parteitag und die gesammte fallen, so kann man sich ein Bild davon machen. Aber China Partei darf aus dem Umstande, daß vielleicht der eine oder andere wird werthvoller sein! hieß es damals. Nun, was bisher über den Antrag nicht sofort eingebracht oder verhandelt wird, nicht etwa Werth von Kiautschou verlautet, das fordert zum Spott und zur den Schluß ziehen, daß die Fraktion den ihr vom Parteitag Verhöhnung heraus. Wenn wir aus den Schilderungen von Baul gegebenen Aufträgen gegenüber harthörig ist. Sie dürfen Goldmann in der Frankfurter Zeitung" hören, wie flug und weise überzeugt sein, daß dann die parlamentarische Lage Schwierig unsere Politik es verstanden hat, Kiautschou zu einer kleinen Polizei- teiten mit sich bringt, die die Einbringung oder Verhandlung der filiale Deutschlands zu machen, wenn wir hören, daß man nicht für Anträge unmöglich machen. Ich werde nachher Gelegenheit haben, genügende saubere Wohnungen für die Soldaten sorgt, daß man sich das bei den einzelnen Anträgen nachzuweisen. In diesem Augenaber beeilt, dafür zu sorgen, daß man nicht ohne Schwimmhosen blick lag mir nur daran, daß auch aus der Mitte der Fraktion heraus badet und daß die Hunde einen Maulkorb haben( Heiterkeit), dann öffentlich vor der Partei und vor unseren Gegnern fonstatirt wird, muß man sich wundern über die junkerliche Weisheit, die sich in daß, mögen auch einzelne abweichende Stimmen in der Presse oder diesen Erlassen bekundet. Nein, wir haben kein Vertrauen, daß es in Versammlungen sich geltend machen, doch niemals in der Fraktion dieser junterlichen Bureaukratie möglich sei, eine solche Kolonialpolitik oder in der Partei daran gedacht wird, das große Prinzip, das uns zu treiben wie etwa England. Wir Sozialdemokraten haben uns von zusammenführt, auch nur um Haaresbreite zu verlassen.( Lebhafter Ulrich Offenbach: In der allgemeinen Situation hat sich bornherein ablehnend gegen die Kolonialpolitik verhalten und wir Beifall und Händeklatschen.) durch die Oeynhauser Rede absolut nichts geändert. Daß man uns haben keine Veranlassung, in Zukunft eine andere Stellung einzunehmen. Schoenlant: Nach den Ausführungen Singer's habe ich im Zuchthause haben möchte, wußten wir schon früher. Zu der AufWir wissen, daß jede Ausdehnung der Kolonialpolitik den Militaris- nur wenig hinzuzufügen. Es freut mich das Resultat, das diese regung Schoenlant's war fein Grund. Es ist der alte Kurs und mus stärken muß. Wir, die wir aufrichtig beklagen, daß noch zu- Verhandlungen erzielt haben. Ich begrüße, daß die Anregungen deshalb brauchen wir nicht mit Kanonen nach Spazzen zu schießen. stände herrschen, in denen die Völker aufeinander gehezt werden gestern und vorgestern auf so fruchtbaren Boden gefallen sind. Es Allerdings bin ich nicht der Meinung des Peus, daß die Kanonen fönnen, wir wollen nicht den Militarismus stärken, der die Gefahr ist erreicht, was wir erreichen wollten. Die Meinungsverschieden- nicht leicht losgehen können, aber wir müssen selbstdes Zusammenpralls der Völker, des Massenmordes, eines Welt heiten über die Parteitaktik find festgestellt. Ihre ruhige Diskussion verständlich unverrückt in engem Zusammenschluß auf unser Ziel frieges heraufbeschwört. Wir wollen, daß die Völker sich lieben, sich ist die Aufgabe der Parteipresse und der Organisation. Ich habe in marschiren. Darüber besteht kein Meinungsunterschied. Auch Geberbrüdern, nicht sich hassen und todtschlagen. Der Militarismus der ganzen Frage der Kompensationspolitik, wie mir auch Heine noffe Heine ist der Ueberzeugung, daß wir nur mit Aufbietung aller ist tein Schlagwort, er ist die absolut despotische Organisation, die zugeben wird, sachlich und ruhig vom ersten Augenblick an debattirt. Straft und unter Befolgung der bisherigen Taktik dem Gegner Organisation des blinden Gehorsams, die Organisation des geheimen, Es wäre da besser gewesen, Heine hätte seine persönlichen Benter- imponiren und vorwärts schreiten können. Es ist gar keine Bervom bürgerlichen getrennten Strafverfahrens, am Ende des neunzehnten tungen und frostigen Späßchen gelassen. Aber das ist nebensächlich. anlassung, uns an rrrrevolutionären Phrasen zu berauschen.( Große Jahrhunderts. Gegen dieses System protestiren wir. An stelle Der Parteitag hat durch den Gang der Verhandlungen deutlich ge- Heiterkeit und Beifall.) Jch behaupte, mindestens so revolutionär zu dieses Systems verlangen wir die Miliz, die Volkswehr, das wirt zeigt, wie er sich zur Parteitaktik stellt. sein als jene Herren und Damen, die uns in den letzten Tagen ihre liche Volt in Waffen, das niemals die Waffen gegen sich selbst kehren Nun zur Fraktionstaftit. Ich fann Wort für Wort unterschreiben, besonderen revolutionären Auffassungen vorgetragen haben.( Sehr wird. Bisher ist die Fraktion und die Partei hierüber einig ge- was Wurm im Auftrage der Fraktion von dieser Stelle ausgesprochen wahr!) Mindestens manchmal kommt es mir sogar vor, als ob wir wesen. hat. Wenn jemals die Vermittlungs-, die Ausgleichspolitik fläglich in unserer Ruhe( Sehr wahr!) und unserer flaren Voraussicht Wenn Meinungsverschiedenheiten auftauchen, so ist es feiner Fiasko vor den Thatsachen erlitten hat, dann jetzt. Kanonen sollen desjenigen, was fommen wird, weit revolutionärer find demokratischen Partei erste Pflicht, sie in öffentlicher Diskussion zu gegen Volfsrechte eingetauscht werden. Nun, die Regierung ist gerne als die, die immer revolutionär reden. Wir haben keine verhandeln. Versteckenspiel und Vertuschen ist einer demokratischen bereit, uns Voltsrechte gegen Kanonen zu geben, aber in dem Augen- neue Taktik einzuschlagen. Wir haben auf dem alten Wege weiter Partei unwürdig. Bisher haben alle Meinungsverschiedenheiten, die blick, wo wir die Volksrechte praktisch anwenden wollten, da würden zu arbeiten. Gewiß, man wird uns in der nächsten Zeit schärfer auftauchen, nachträgliche Erklärung als Mißverständnisse gefunden. Die bewilligten Kanonen gegen die Volfsrechte und ihre Vertheidiger anfassen, man wird uns wieder durch Nadelstiche zu Dummheiten Aber ich habe die feste Zuversicht: Wenn es nicht mehr Mißver- losgehen.( Sehr richtig.) Die Kanonenpolitit ist eine Utopie, sie zu verleiten suchen. Demgegenüber haben wir die Pflicht, uns in ständnisse geben sollte, wenn wirklich andere Meinungen eines Tages zeugt von einem sehr geringen Verständniß der Situation und der unserer Ruhe nicht beirren und uns weder nach rechts noch auch auftreten sollten, dann wird die Partei durch ihre maßgebende Vertretung, Entwicklung der Dinge. In einem Augenblick, wo die deutsche nach links von unserer Haltung abdrängen zu lassen.( Beifall.) den Parteitag, das Steuerruder des Parteischiffs ergreifen und mit einem Bourgeoisie vollkommen einig ist, auf wirthschaftlichem Gebiete Hungerhörbaren Rud nach links werfen.( Lebhafter Beifall.) politik zu treiben, die Brotzölle zu erhöhen; in einem Augenblic, Vorsitzender Kloß stellt die Unterstützungsfrage bezüglich der wo der Militarismus und Marinismus mit den dreistesten Anzur Berhandlung gestellten Anträge. Von diesen finden die Anforderungen hervortreten, nachdem eben erst die Flottenvorlage beträge 74, 77, 79 und Absatz 6 von 86 teine Unterstügung. Antrag 78 willigt ist; in einem Augenblick, wo das deutsche Bürgerthum, soist erledigt durch die Unterstützungsfrage zu 73 und 74. Antrag 93 weit es Einfluß befigt, das allgemeine Wahlrecht für den eigentist zurückgezogen zu gunsten von 104. D Besching Bremen: An dem Bericht der Fraktion habe ich nichts auszusetzen. Ich bin mit der Thätigkeit unserer Vertreter im Parlament völlig einverstanden. Hingegen kann ich der Ansicht Ulrichs, daß sich die Situation nicht geändert hat, nicht beistimmen. Die Februarerlasse können doch nicht das Produkt derselben Anschauung sein wie die Oeynhauser Rede.( Sehr richtig.) Dem Druck lichen Krebsschaden ansieht, dem Arbeiter das Wahlrecht nehmen will, von oben müssen wir Drud von unten entgegenseßen und deshalb Auf Vorschlag von Singer erstreckt sich die Diskussion zunächst zu einer Zeit, wo die deutsche Bourgeoisie, geführt von einem Mann muß unsere Fraktion sofort beim Zusammentreten des Reichstags auf die bisherige Thätigkeit der Fraktion beziehungsweise auf den wie dem Grafen Bojadowsky und inspirirt durch den Herrn eine Interpellation über die Lage einbringen. Die Situation ift Bericht von Wurm. von Saarabien und b. Stumm, nicht allein fordert, erregt, und deshalb müssen wir die Mittel suchen, die uns über diese Böhle Straßburg: In dem Berichte des Parteivorstandes ist daß das arbeitende Volt politisch entrechtet wird, sondern erregte Lage hinweghelfen. auf die obligatorische Einführung der Gewerbegerichte aufmerksam ihm auch das höchste soziale und ökonomische Recht, das Schoenlant: Ich habe keine Verazlaffung eingehend auf Beus gemacht. Ich fete es als selbstverständlich voraus, daß die Fraktion Koalitionsrecht entreißen will; in einer Zeit des Kampfes der einzugehen, feine phantastische Vorstellung von der Umwandlung des auch in der nächsten Session einen bezüglichen Antrag stellen wird. foalirten Kapitalisten des mobilen und agrarischen Kapitals; in einer fapitalistischen Staates entspricht so wenig der wissenschaftlichen Die Fraktion scheint aber der falschen Meinung zu sein, daß die solchen Zeit haben wir alle Ursache, bei aller Objektivität in der Ueberzeugung, die wir haben, daß mich seine Bemerkungen, ich hätte Durchführung der Gewerbegerichte in den Reichslanden vollendet ist. Diskussion, bei Meinungsverschiedenheiten in tattischen Fragen, dafür wie ein Volksversammlungsredner, das heißt, wie der Parteigenosse Dem ist nicht so! Auch in dieser Beziehung äußere sich die Wirkung zu sorgen, daß wir die Kampfpartei sind, die wir allein berufen sind zu Parteigenossen reden muß, geredet, sehr fühl lassen. Besser im des Ausnahmegesetzes. Mit aller Energie muß darauf gedrungen zu sein, eine geschloffene, einheitliche, rücksichtslose, radikale Taktik be- Tone eines Voltsversammlungsredners reden, als im Tone eines werden, daß diese Schmach des 19. Jahrhunderts endlich be- folgen; unsere legten Ziele offen darzulegen, auf das schärffte zu be- langweiligen Sonntagnachmittags- Predigers.( Heiterkeit.) Genosse seitigt wird. tonen, daß nur mit der alten proletarischen Tattit, die keine Ver- Ulrich ist mit mir grundsätzlich nicht einverstanden. Er predigt Ruhe Quard: Ich hätte mich nicht zum Wort gemeldet, wenn nicht mittelungs- und keine Versöhnungspolitik tennt, Kampf bis und Geduld in demselben Augenblick, wo die Arbeiterklasse ergrimmt der Berichterstatter unser Frankfurter Blatt erwähnt hätte. Es war zum Aeußersten, Kampf gegen dieses System, Kampf gegen ist und Front macht gegen die Zuchthausvorlage, in demselben um so weniger nothwendig, in die Debatte einzugreifen, als ja die Ueberscepolitif, gegen die verstiegene Kreuzfahrerromantik, gegen die Augenblid, wo das Schaugericht der Sozialreform von oben bereits in den beiden legten Tagen eingehende Kritik geübt ist. Geſellſchaft, die mit eiserner Faust zerschmettern will die Volksrechte, sich verwandelt hat in die rücksichtslose Zwangspolitik des Kerkers Bären die Kritiker wirklich Politiker, so hätten sie geschwiegen, nicht das Koalitionsrecht. Dazu brauchen wir einen Zusammenschluß und Zuchthauses. Kaltes Blut hat die Sozialdemokratie ſtets aber in einer Zeit, wo wir mit dem Junkerthum ringen, wo die aller Genossen. Da müssen diese Meinungsverschiedenheiten, die bewahrt. Die Aufrüttelung der Massen ist unsere Aufgabe. Vielleicht Zuchthausvorlage droht, über die Endziele debattirt. Ich habe ge- garnicht so tief gehen, wie unsere Gegner meinen, zurücktreten gegen hätten wir eine ähnliche Taftit, wie sie Genosse Ulrich empfiehlt, hört, daß einige Genossen in der verflossenen Nacht schiver mit den über unserer aktuellen wichtigsten Hauptaufgabe, dem Zusammen- auch bei der Reichstagswahl anwenden sollen. Damit hätten wir Endzielen gerungen haben.( Heiterkeit.) Genoffe Wurm hat erklärt, schluß der Partei im Parlament, in der Presse, in der Organisation, schöne Resultate erzielt. Wir sind nicht dazu da, um dem arbeitenden der Widerspruch, der von uns behauptet wurde, zwischen dem Kampf für die Erhaltung unserer kümmerlichen Boltsrechte. Volfe Beruhigungsmittel zu geben, aufrütteln zum Kampfe wollen feinem parlamentarischen Bericht und den Aeußerungen von Danken müssen wir dem Kaiser für das Schicksalswort in Deyn wir die Massen. Was bedeuten denn die großen Worte von Pens? Schippel und Auer, auf einem Mißverständniß; hansen. Dieses Wort des hohenzollernschen Fürsten hat die Ist es etwa nicht wahr, daß der deutsche Kaiser ausdrücklich die Nut, ich habe keine Veranlassung, scharfsichtiger zu sein, als der Situation wie mit einem Blitzschlag erhellt. Beseitigt ist der Einbringung einer Vorlage angekündigt hat, die etwas einführt, beruhe was bisher in feiner Getverbe- Ordnung des Deutschen Reiches des Milizsystems ist viel schwerer zu begründen, als die Einführung die Forderung eines einheitlichen Vereins- und Versammlungsrechtes möglich 1111d denkbar gewesen ift, die das Zuchthaus der allgemeinen einjährigen Dienstzeit. Wir müssen doch an die für Deutschland, ganz Deutschland unter die preußische Pickelhaube in Aussicht stellt für die sogenannte Anreizung zum gegebenen Verhältnisse des heutigen Militarismus anknüpfen und bringen.( Lebhafte Zustimmung.) Wir haben keine Veranlassung Streit? Wenn das kein Umschwung ist, dann giebt es überhaupt denselben allmälig zum Milizsystem umwandeln. Auch Hauptmann zu wünschen, daß in den Ländern, in denen ein besseres Vereins- und keinen Fortschritt von den schwächeren Mitteln der Gewalt zu den Krafft weist ja nach, daß sogar eine Dienstzeit von neun Monaten Versammlungsrecht besteht als in Preußen, das preußische Vereinsallerschärfsten. Noch nie ist im Deutschen Reiche so offen die Vers genügt. Stimmen sie dem Antrag zu und stoßen sie sich nicht daran, recht eingeführt wird.( Sehr wahr!) Glauben Sie doch nicht, daß schlechterung des Reichstags- Wahlrechts gefordert worden. Ist da? baß er eine Beschränkung enthält, denn gerade diese Beschränkung er es in der heutigen Situation in Deutschland möglich ist, ein Vereinskeine Thatsache? Und wird die Verschlechterung nicht kommen möglicht es, auf die Massen einzuwirken. Dann wird auch der und Versammlungsrecht durchzuführen, wie wir es wünschen.( Sehr Anzeichen genug find da. Haben nicht angesichts des Genfer Atten- dümmste Bauernjunge einsehen, daß die Sozialdemokratie das Wohl wahr!) Nein, im Augenblicke an den Vereins- und Versammlungstates die einflußreichen Stumm'schen Organe sofort geschrien: her des Volfes will. Wir felbft werden unserem Endziel näher kommen, gesetzen rütteln, bedeutet, eine Verschlechterung derselben herbeimit einem neuen Sozialistengesetz! Da muß das Volk aufgerüttelt, und wir werden den Beweis erbringen, daß wir solidarisch sind mit führen.( Sehr wahr!) So sehr ich entsprechend unserer organisirt werden zum Protest, um wenigstens die schlimmsten Pläne unseren Genossen im Ausland, mit den Genossen in Frankreich, dem ganzen prinzipiellen Auffassung der Ansicht bin, daß es der beste der Reaktion zu vereitelu. Die große Masse der deutschen Arbeiter sogenannten Erbfeinde.( Beifall.) Zustand ist, wenn wir auf allen Gebieten einheitliche Rechtsist mit mir der Meinung, daß man jetzt nicht falmiren, beruhigen Antrag 78 ist durch die Begründung des Antrages 73 mit- und Verwaltungsnormen Verwaltungsnormen haben, so muß doch anerkannt darf, sondern rufen muß: Auf zum Stampfe!( Beifall.) begründet. werden, daß in der gegenwärtigen Situation, 100 man fich namentlich östlich der Elbe mit immer neuen Snebelungen der politischen Rechte des Volkes beschäftigt, gegenüber den augenblicklichen Machtverhältnissen in Deutschland der einzige Schuß gegen die gänzliche Knebelung in dem herrschenden Partitularismus besteht. Darum kann nicht die Rede davon sein, daß ein solcher Antrag im gegenivärtigen Moment gestellt wird, ich bitte dringend ihn abzulehnen. M Antrag 75 findet keine Begründung. Antrag 76 begründet Evers Hildesheim mit der Nothwendig feit, die Agitation unter der Landbevölkerung zu erleichtern, die sich fürchte, sozialdemokratische Stimmzettel abzugeben. Er bittet um eberweisung des Antrages an die Fraktion zur Berücksichtigung. Die Anträge 80, 81 und 82 finden teine Begründung. Antrag 86 wird von Höppner Dresden begründet: Das Bedürfniß nach einer ernenten Berhandlung des Arbeiterschutzgeset Entwurfes der Fraktion im Reichstage ist allgemein in der Partei gerade angesichts der Ochnhausener Rede vorhanden. Dr. David: Die Nervosität eines einzelnen mag hingehen, aber nicht die Nervosität einer ganzen Partei.( Sehr richtig.) Am allerwenigsten ist sie am Plage der Nervosität der Regierung gegenüber.( Schr richtig.) Wir machen damit mehr aus ihr, als wirklich vorhanden ist. Gerade dieser Nervosität gegenüber heißt es für uns, ruhig zu bleiben, kaltes Blut zu haben und auf dem Wege weiter zu schreiten, den wir bisher gegangen sind. Stellen Sie sich vor, wir alle machten es so wie Genosse Schoenlant. Wir gäben zu, Zwei weitere Anträge habe ich zu bekämpfen, weil sie überdaß wir vor einer drohenden Gefahr stünden und griffen zu einer flüssig und nach meiner Auffaffung hin fast undurchführbar sind. rabiaten Taklik. Lieferten wir damit der Regierung nicht gerade Der Antrag 80 ist zunächst überhaupt falsch, denn vor 5 Jahren das erwünschte Material für ihre Zuchthausvorlage, womit sie die Die Anträge 92, 94 und 104 begründet Thiel Kassel: Es haben wir garnicht auf einen etwaigen Anspruch aufs Präsidium bisher widerstrebenden Theile des Bürgerthums gewinnen fönnte? wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere politischen Zustände, verzichtet, der Antragsteller meinte wahrscheinlich den Moment, ( Sehr richtig.) Es ist schädlich, wenn wir uns in diesent Moment daß der Antrag 92 überhaupt noch nöthig ist. Man sollte glauben, wo der Reichstag es abgelehnt hat, Bismarck zum achzigsten nervös zeigen, wir dürfen nicht, wenn wir vom fapitalistischen die Vertheilung von Druckschriften während der Wahlzeit sei gegen Geburtstag zu gratuliren und wo infolge dessen eine Veränderung Staat sprechen, immer mir an Preußen Deutschland denken. Vergewaltigung seitens untergeordneter Behörden sichergestellt. Da im Präsidium stattfand und die Rede davon war, daß die sozialEs giebt auch kapitalistische Staaten, wo andere Zustände sollte doch unsere Fraktion einmal im Reichstage den Herren, die demokratische Fraktion als drittstärkste einen eventuellen Anspruch erherrschen, z. B. die Schweiz, England und die Vereinigten Staaten ihre eigenen Hausgesetze haben zur geistigen Bekämpfung der Sozial- heben würde. Ansprüche nach dieser Richtung haben wir aber überhaupt von Nordamerika. Die Umbildung des kapitalistischen Staates zur demokratie, gehörig auf die Finger flopfen. Zumal bei uns in nicht erhoben. Ganz abgefehen aber davon meine ich, es ist dies aber demokratischen Form ist eine Nothwendigkeit des Kapitalismus selbst. Seffen ist es nothwendig. Stedner giebt ein drastisches Bild der blos meine persönliche Auffassung, daß wir absolut feinen übermäßigen Sie sehen ja, wie der moderne Kapitalismus damit ringt, aus der Wahlfreiheit und des Wahlgeheimmisses bei den letzten Wahlen in Werth darauf zu legen haben, im Präsidium des Reichstages zu Staatsform herauszukommen, die dem preußischen Junkerstaat auf der Provinz Hessen. Im Antrag 104 beantragen wir mur, daß das fizen. Wir sind viel freier, viel unabhängiger, wenn wir außerhalb gezivungen ist. wenige, was wir an Vereins- und Versammlungsrecht besigen, des Präsidiums sind sehr richtig). Daß wir dabei nicht auf eine Nun ist heute wieder die Kanonenfrage angeschnitten. Ich ers nicht noch beschnitten wird. Was Antrag 94 anlangt, unseren Stärkeverhältnissen entsprechende Vertretung in den Kom innere daran, daß Heine ja ausdrücklich gesagt hat, er glaube nicht so stehe ich nicht auf dem Standpunkte des Genossen Peus, daß ihn missionen verzichten, versteht sich von selbst. Aber heute gilt das daran, daß wir in Deutschland in absehbarer Zeit Zustände erlangen, die Deynhausener Rede falt läßt. Ich denke, keinen Menschen Reichstagspräsidium als die Repräsentation des Reichstages, und wo man Kanonen gegen Wolfsrecht austauschen könnte. Es war eine läßt es falt, wenn er als Buchthausaspirant bezeichnet wird. Der daß wir keinen Grund haben, uns danach zu sehnen, diesen reine Doktorfrage, aber sehen Sie doch auf die Schweiz. Die Schweiz Braunschweiger Antrag, der eine Interpellation wegen der Kaiser- Reichstag mit zu repräsentiren, das versteht sich doch von selbst. ist auch ein fapitalistischer Staat und trotzdem bewilligen unsere Ge- rede fordert, geht mir nicht weit genug; ich denke, wir haben alle( Heiterkeit. Lebhafter Beifall.) nossen in den gesetzgebenden Körperschaften Waffen für das Heer. Beranlassung, den Punkt über das i zu setzen und nachdrücklich rück- Denselben Standpunkt nahme ich ein zum Antrag 81; das ist einet Faßt man die ganze Kanonenfrage als Doktorfrage auf, so hat man haltslos und demonstrativ unsere Meinung zu sagen. Dazu muß der Anträge, die absolut wirkungslos sind und sein müssen, denit nahrlich nicht nöthig, drei Tage lang mit Kanonen auf Kanonen zu aber erst der Niegel des§ 95 des Reichs- Strafgesetzbuches beseitigt wir bestimmen ja nicht den usus, und brechen wir mit ihm, so schießen.( Heiterfeit.) Verbringen wir also nicht noch einen Tag werden. wird damit noch nicht die Auffassung der Majorität des Reichstags mit diesen Debatten. An der Haltung der Fraktion haben Sie nichts Dr. Wehl- Berlin spricht für den Antrag 96 aus Ottensen, geändert, die auf dem gegentheiligen Standpunkt steht. Wie wir auszusetzen. Geben Sie also Ihre Zustimmung dazu, daß sie auf der die Aufhebung des Impfzwanges fordert. Selbstverständlich kann stehen, wissen ja die Parteigenossen. Wem von den Rednern des dem bisherigen Wege fortfährt.( Beifall.) sich eine politische Partei unmöglich auf einen Standpunkt in wissen- Reichstages wird es denn vom Präsidium verwehrt, die Person des schaftlicher Beziehung festlegen. Auf dem Frankfurter Parteitag wurde Kaisers in die Debatte zu ziehen? Doch mir den Sozialdemokraten ein Antrag, der die Partei verpflichten wollte, gegen den Impfzwang und zwar immer erst dann, wenn sie es bereits gethan und das Stellung zu nehmen, mur gegen eine große Minorität abgelehnt. Aber nöthige gesagt haben. Aber daß wir einen Antrag stellen auf Aenderung ganz unbeschadet der Stellung des Ginzelnen zum Impfzwange der Geschäftsordnung bezüglich einer Sache, die garnicht darin steht, man kann ein überzeugter Parteigenosse sein und ein fanatischer An- davon fam teine Rede sein.( Beifall.) Ich bin überhauptder Meinung, hänger des Impfzivanges haben wir alle Veranlassung, aus daß wir jetzt eine viel zu große und viel zu starke Partei geworden fonstitutionellen Gründen den Grafen Posadowsky zu interpelliren, find, als daß wir Anträge stellen, von deren absoluter Nußlosigkeit warum er die Resolution Förster, die vom Reichstag angenommen wir von vornherein überzeugt find.( Lebhafter Beifall.) ist, in einer Kommission die Impffrage grundsäßlich zu prüfen, nicht ausgeführt hat. Es handelt sich um eine Stontroverse der Wissen schaft, da hat eine politische Partei wie wir nicht das Recht, für einen Zwang einzutreten. angenommen. Ein Antrag auf Schluß der General debatte wird Persönlich bemerkt Beus: Schoenlant hat mich als Sonntagsnachmittags- Prediger hingestellt. Von Schoenlaut habe ich allerdings nichts anderes erwartet, aber die übrigen Genossen werden diese Anficht nicht theilen. Ulrich Offenbach bemerkt persönlich: Ich wollte mit meiner Ruhe nicht als Befchwichtigungshofrath auftreten. Ich verlange die Ruhe der Kraft, nicht aber das Zipperlein der Schwäche.( Sehr gut! und große Heiterfeit.) V & loß schlägt vor, daß jetzt zunächst die einzelnen Anträge begründet werden und daß dann über alle gemeinsam debattirt wird. Mit diesem Vorschlag ist der Parteitag einverstanden. Es beginnt die Begründung der einzelnen Anträge. Den Antrag 66 begründet Heymann Göttingen: Wir wollen nicht die Fraktion mit Aufträgen überhäufen, sondern mur veranlassen, daß durch die Interpellation einmal flar gelegt wird, daß unsere Verfassung nur das Feigenblatt des Absolutismus ist. Wir dürfen nicht abwarten, bis im Reichstag die Zuchthausvorlage eingebracht wird, sondern wir meinen, daß die beste Abwehr der Hieb ist. Die Verbreitung der stenographischen Berichte über die Verhandlungen wird ein gutes Agitationsmittel bilden. Antrag 67 wird von Evers- Hildesheim begründet: Der Antrag ist gestellt, um einmal offen zu zeigen, daß die bürgerlichen Parteien, namentlich das Zentrum, zwar vor der Wahl die Devise ausgegeben haben, Schutz dem allgemeinen Wahlrecht, daß sie aber später bei der Stichwahl diesen Standpunkt verlassen haben. Es muß gezeigt werden, daß die Volksrechte bedroht sind. Dazu kommt, daß, wenn die Wahlen nur alle fünf Jahre stattfinden, sich unter den Genossen eine gewisse Schlaffheit geltend macht. Den Antrag 68 begründet Braune- Dresden: Die Forderung des Achtstundentages, auf die besonders die Gewerkschaften Werth legen, muß vom Parteitag Hochgehalten werden, damit die Gewerk schaften fehen, daß die Partei etwas für sie thut. bringen. Zur Begründung des Antrags 71 führt Greiner Aschersleben aus, daß die Ausbeutung der Kinderarbeit sehr zunimmt. Einen besonders krassen Fall hat das Partei- Organ besprochen; da es aber nicht möglich war, alle Einzelheiten zu beweisen, so wurde der Nedakteur zu Gefängniß verurtheilt. Das hat uns veranlaßt, den Antrag einzubringen. Es muß endlich einmal von Reichs wegen gegen die Ausbeutung der Kinderarbeit etwas geschehen, denn das ist nicht mehr als billig. Man darf nicht glauben, daß die Landarbeit für die Kinder gesundheitlich unschädlich ist. Ebenso gut wie die in der Industrie beschäftigten Kinder müssen auch die in der Landwirthschaft thätigen geschützt werden. Eine landesgesetzliche Regelung genügt nicht, denn hierbei wird doch nur den Wünschen der Agrarier Rechnung getragen. Damit haben alle zum parlamentarischen Bericht gestellten Anträge ihre Begründung gefunden. Es ist ein Antrag zur Geschäftsordnung eingegangen, alle diese Anträge der Fraktion zu überweisen. Nummehr wird die Diskussion eröffnet. Das deckt sich nicht mit der Auffassung, daß man dann überhaupt keine Anträge stellen sollte. Nein, wir müssen unsere Anträge stellen, obgleich oder vielleicht sogar weil die Majorität ihnen nicht zustimmt, aber wir sollen keine Antrage stellen, von deren Undurchführbarkeit und Nuglosigkeit wir selbst überzeugt find.( Beifall.) Die Anträge, die wir stellen, können nicht damit zurückgewiesen werden, daß ihre Ausführung unmöglich ist, daß sie keinen moralischen und materiellen Werth haben sondern sie werden abgelehnt, weil die herrschenden Klassen ihre Rechte Singer: Anknüpfend an die wenigen Worte, die ich vorhin nicht einschränken lassen wollen, weil unsere Anträge etwas gesprochen habe, kann ich nur wiederholen, daß wenn die Fraktion für das Volk verlangen. Das ist etwas ganz anderes, als den Aufträgen, die ihr der Parteitag wiederholt gegeben hat, nicht wenn man einen Antrag stellt, der absolut gar keine Bedeutung hat in allen Fällen nachgekommen ist, dies nicht etwa aus Gering- und von dem man sich von vornherein sagen muß, daß er nicht anschätzung geschah, sondern weil wir den thatsächlichen Verhältnissen genommen wird.( Beifall.) Auch möchte ich rathen, auf diesem GeRechnung tragen mußten. Aehnlich stehe ich zu der übergroßen biete etivas vorsichtiger zu sein. Wir wollen uns das Wort, das Mehrzahl der hier gestellten Anträge. Ich halte die in den meisten wir heute auf der Tribüne des Reichstages haben, nicht beschränken Anträgen gegebenen Anregungen für außerordentlich nützlich und lassen. Erinnern Sie sich doch des Vorganges, als der Staatseine große Anzahl von ihnen für durchaus berechtigt, naments anwalt einen Antrag auf Einleitung des Strafverfahrens gegen lich so weit so weit sie sich auf das wirthschaftliche Gebiet er Liebknecht wegen feines Sigenbleibens Kaiserhoch streden. Alles was wir auf wirthschaftlichem Gebiet im Reichstag stellte, da dieser Neichstag die Gelegenheit beantragt und vertreten haben, deckt sich mit Forderungen, die in mugt hat, um eine sogenannte Maulforbbestimmung für die Geschäftsordnung diesen Anträgen gestellt werden, und ein Theil der heutigen Anträge Sozialdemokratie in die hineinzubringen. ist ja bereits im Reichstage behandelt worden. Wenn man glaubt, Sollen wir so närrisch sein, der Majorität erst Beranlassung zu daß man diese Anträge immer wiederholen muß, so ist das für geben, Dinge in die Geschäftsordnung hineinzubringen, die bis jetzt gewisse Fälle richtig. aber auch das hängt von Umständen ab, die nicht darin stehen?( Sehr richtig.) wie Singer's an. = beim bc= wir nicht bestimmen können. Vergessen wir das eine nicht, wir Die übrigen Anträge bitte ich der Fraktion als Material zu Auf die Begründung des Antrags 69 wird verzichtet. haben im Parlament nach dem dort geltenden Usus einen Tag in überweisen. In diesem Vorschlage liegt keine Verkleinerung der Antrag 70 begründet Braun Königsberg: Es handelt sich der Woche, an dem Petitionen und Initiativanträge der Fraktionen Bedeutung dieser Anträge, aber es ist der einzige Weg, um ihnen darum, die Fraktion durch einen Beschluß anzuhalten, die Regierung behandelt werden. Sie können ungefähr ermeffen, wieviel von gerecht zu werden. Sie tönnen, Parteigenossen, zu der Fraktion das 31 interpelliren, wann sie den Standal beseitigen will, daß die dieser Verhandlungszeit auf die Initiativanträge fommt, wenn Bertrauen hegen, daß kein Antrag verloren geht.( Lebhafter land- und Forstwirthschaftlichen Arbeiter noch immer ich darauf hinweise, daß vont allen Fraktionen Anträge Beifall.) unter einem Ausnahmegesetz stehen. Werden landwirthschaft gestellt werden und daß man, eine einigermaßen Der Antrag Singer wird zur Diskussion gestellt. liche Arbeiter gemißhandelt, dann wird auf die Gesinde Ordnung vernünftige Verhandlung zu ermöglichen, die Bestimmung treffen Schrader Osnabrück schließt sich den Ausführungen hingewiesen, die es erlaubt, hält ein landwirthschaftlicher mußte, daß die Anträge der Fraktionen der Reihe nach behandelt Arbeiter es bei seinem Herrn nicht mehr aus, so wird er wie ein werden, und daß jede Fraktion erst dann wieder mit einem Antrag Groth Schiverin: MTs Mecklenburger hätte ich besondere Stlave zurückgeführt. Die Fraktion muß energisch auf Abhilfe herankommt, wenn alle anderen Fraktionen an der Reihe gewesen Veranlassung, mich gegen Singer's Ausführungen zum Antrag 69 zit find. Wenn Sie berücksichtigen, daß das nur einmal in der Woche wenden. Aber die Gründe, die er auführte, waren für mich durchgeschieht, so können Sie sich ungefähr denken, wie lange die Session schlagend. Ich will nur kurz darauf hinweisen, weshalb wir Medlenbauern müßte, um die hier gestellten Anträge alle zur Verhandlung burger besondere Veranlassung haben, ein Reichs- Vereinsgesetz zu zu bringen. Man glaube nicht, daß die Anträge, wenn sie gestellt wünschen. Politische Vereine und Versammlungen sind bei uns nur find, auch sofort verhandelt werden. Die Anträge, die sich auf erlaubt, wenn das Ministerium es gestattet. Uns erlaubt es natürlich iwirthschaftlichem Gebiet bewegen, sowie ein Theil der Anträge, die nichts. Wir haben uns aber zu helfen gewußt. Wir halten unsere mehr die politische Seite betreffen, halte ich für durchaus berechtigt. Parteitage in Lübeck ab. In dem offiziellen Regierungsorgan wird Noch ein Wort über den Antrag 94, der die Frattion beauftragt, jest aber erklärt, daß alle Delegirten, die den Parteitag in Lübeck abermals den Antrag auf Aufhebung des Majestätsbeleidigungs- besucht haben, unter Anllage gestellt werden sollen, weil sie einer Paragraphen zu stellen. Diesen Antrag haben wir bereits früher nicht erlaubten Versammlung beigewohnt haben. Es ist ungeheuereingebracht und ich glaube, es entspricht auch der Abficht der Frat- lich, wir sollen bestraft werden, weil wir in Lübeck gethan haben, tion, ihn gegenüber den jezt veränderten Verhältnissen aufs neue was in Lübeck erlaubt ist. Wir sind neugierig auf die Erkenntnisse einzubringen.( Sehr gut.) Wir standen von Anfang an auf dem der Gerichte. Der Artikel fagt aber schon, sollten wir freigesprochen Standpunkt, daß wir dem deutschen Kaiser so wenig wie jedem an- werden, so müßte das Vereinsgesetz so verschärft werden, daß wir Den Antrag 72 begründet Baerer- Harburg. deren an sich das Recht bestreiten wollen, seine Ansicht über die ein- gewissermaßen in Mecklenburg internirt würden. Nun, so lange die Zur Begründung des Antrages 73 bemerkt David Mainz, zelnen Tagesfragen zu äußern. Aber die konstitutionelle Fittion freizügigkeit noch besteht, werden wir wohl noch verreisen können daß schon ähnliche weitergehende Anträge feitens der Fraktion der Unverleglichkeit des Kaisers kann nur darauf begründet sein, trotz unserer Junfer! So liegen die Zustände bei uns, durch die früher gestellt waren. Meinungsverschiedenheiten können darüber daß der Kaiser sich nicht in politische Tagesfragen einmischt. wir hauptsächlich nur durch schriftliche Agitation ankämpfen tönnen. nicht bestehen. Ein äußerer Anlaß liegt vor, da das Bestreben( Schr richtig.) Nimmt er, was wir ihm auch nicht bestreiten Wir verlassen dabei niemals den Boden des Programms, das Gegendas Recht in Anspruch, die herrscht, die zweijährige Dienstzeit nur auf bestimmte Zeit zu be- wollen, das Recht öffentliche Meinung theil tönnte aus der Stelle hervorgehen, die Genosse Lingweiler aus willigen, nicht aber sie gesetzlich festzulegen und sie abhängig zu nach bestimmter Richtung hin zu leiten, dann muß er sich einem mecklenburgischen Flugblatt zitirt hat. Er hätte sich vorher machen von Bewilligungen weiterer Mittel. Dazu tommt, daß der auch gefallen laffen, daß dagegen diejenige Stritit ausgeübt an uns um Auftlärung wenden und nicht nach Eugen Richter einen Antrag ein vorzügliches Mittel ist, den Erlaß des garen auszungen. wird, die innerhalb des allgemein geltenden Rechts möglich aus dem Zusammenhang gerissenen Satz zitiren sollen. Natürlich sagt Schon Engels hat darauf hingewiesen, daß eine allgemeine Abrüstung ist.( Lebhafte Zustimmung.) Und so wenig wir uns Aus- das Flugblatt nicht, daß jeder ländliche Arbeiter sich im Zuhinftsnur auf dem Wege einer allmäligen Verkürzung der Dienstzeitnahmegeseze gegen uns gefallen lassen können, so wenig fönnen staat einen Garten und ein Hänschen aussuchen könne, die Steffe möglich ist. Unsere französischen Genossen sind uns auf diesem wir Ausnahmegesetze für den deutschen Kaiser dulden.( Sehr wahr.) steht vielmehr durchaus in Uebereinstimmung mit Kautsky's und Wege vorangegangen. Es ist eine taktische Nothwendigkeit, daß auch also dieser Antrag entspricht durchaus der Auffassung, die die Fraktion Schoenlant's Erläuterungen zum Erfurter Programm. Dort heißt die deutsche Sozialdemokratie einen Borstoß unternimmt. Die hat, er ist gestellt worden und er wird eventuell wieder gestellt es auf Seite 25: Für die Kleinbetriebe wird wohl auch nach dem Siege des Proletariats das Privateigenthum an den Produktions Antragsteller haben sich absichtlich eine gewisse Beschränkung auf werden. erlegt in der Befürchtung, man fönnte man fönnte darin schon wieder Ich habe mich zum Wort gemeldet, um boch einige dieser An- mitteln fortdauern, von einer Konfistation der Kleinen Bauerngüter eine Kompromiffelei erblicken. Aber thatsächlich ist die Einführung träge zu befämpfen und werde zum Schluß den Antrag stellen, diese und Handwerksstellen phantasiren blos unsere Gegner. Ganz in der einjährigen Dienstzeit ein Weg, um dem Endziel näher zu Anträge abzulehnen, alle übrigen aber der Fraktion als Material zu diesem Sinne heißt es nun in jenem Flugblatt: Wir werden die fommen. Die Forderung der einjährigen Dienstzeit erwirft uns überweisen. Sie können sicher sein, daß keine dieser Anregungen ver- Häusler und Büduer, die selbst ihr bischen Ader bestellen, die also Sympathien bei Freund und Feind, wie jeder erfahren hat, der auf dem nachlässigt wird, aber es hieße, uns, der parlamentarischen Ver- feine Lohnarbeiter ausbeuten, nicht wie die Großgrundbesizer ges Lande Agitation getrieben hat. Unsere Gegner gerathen dadurch stets tretung, eine Laſt auferlegen, wenn Sie die Bestimmung träfen, die waltsam enteignen, sondern ihnen die Wahl stellen, ob sie Einzelin eine unangenehme Situation, dem im ganzen Bolt Herrscht eine und die und die Anträge müssen jetzt eingebracht werden. betrieb oder genossenschaftlichen vorziehen. Wir sind überzeugt, fie tiefe Wißstiminung gegen das Privilegium der jetzigen einjährigen Sie müssen sich nach meiner Meinung dazu entschließen und können werden bald aus eigenem Interesse legteres wählen. So und Dienstzeit. Gegen dies Privilegium wollen wir Sturm laufen, aber auch der Fraktion den geeigneten Zeitpunkt überlassen, in der sie von nicht anders heißt es in jenem Flugblatt. Wenn also Genosse nicht, indem wir es abschaffen, sondern indem wir es verallgemeinern. der Anregung, Gebrauch machen will. Das ist der richtige Weg und Lingweiler deshalb uns Mecklenburger an den Pranger stellen will, Der Beweis dafür, daß eine einjährige Dienstzeit völlig genügt, ist es geschieht niemand ein Schaden. Zu den Anträgen aber, die ich dann möge er daneben nur gleich das von der Gesammtpartei hinreichend erbracht. Wenn auf die höhere Bildung der Einjährigen bekämpfen muß, gehört zunächst Antrag 69. Ein ähnlicher Antrag stets empfohlene Buch Kautsky's und Schoenlant's an denselben hingewiefen wird, so find wir gern bereit, die allgemeine Bildung hat einen früheren Parteitag beschäftigt, damals ist er, wie ich Branger nageln. Kloß macht den Redner darauf aufmerksam, daß diese Auss zu heben. Ich bin überzeugt, daß wir, sobald misere Schulen beffer glaube, mit recht abgelehnt worden. Mit noch größerem Recht aber find, sehr schnell zur Einjährigen- Dienstzeit kommen. Die Forderung muß er heute abgelehnt werden, denn mehr wie damals hieße heute führungen nicht ganz zur Sache gehören. Die weiteren Verhandlungen werden abgebrochen. Die Mittagspause tritt ein. Nachmittags- Sihung. Die Debatte wird fortgesetzt. = v. Elm befürwortet den Impfzwang- Antrag. Die große Mehrheit unserer Genossen ist gegen den Impfzwang und eine Voltsabstimmung würde ihn mit überwältigender Mehrheit verurtheilen. Im Gegensatz zu Singer tritt v. Elm für die Forderung eines einheitlichen Vereins- und Versammlungsrechtes ein. Der Reichstag wird sich keinesfalls zu einer Verschlechterung verstehen. Mecklenburg, Hamburg werden nicht früher ein besseres Recht auf diesem Gebiete haben, als bis ein Reichsgesetz es erzwingt. Besonders die gewerkschaftliche Bewegung ist daran intereffirt. So lange die EinzelTandtage darüber zu bestimmen haben, kann unsere Kritik im Reichstage nicht durchgreifend sein. W über das Endziel viele Genossen nicht habe schlafen laffen, so müssen I der Zukunft entgegensehen. Mag man uns bebrohen, mag man uns das Genossen gewesen sein, die ein böses Gewissen haben, denn ein verfolgen, wir haben schlimmeres überstanden, wir werden vielleicht gutes Gewissen ist bekanntlich ein sanftes Ruhetiffen.( Seiterkeit.) noch schlimmeres bekommen. Aber auch das werden wir bestehen, Peus hat aber dann den Einwand erhoben, daß einige Redner ohne wenn wir einig und fest auf der Grundlage unseres Programms Grund große Worte gebraucht hätten; nichts wäre falscher, als unsere revolutionären Forderungen der Umgestaltung der wirth Baker Hamburg: Die Fraktion wird ja nichts versäumen, die Tattit der Leisetreterei, wie sie Beus empfiehlt.( Sehr richtig!) fchaftlichen Ordnung aufrecht erhalten und geschlossen in den Kampf was im Interesse der Parteigenossen liegt, aber auf die Verhältnisse Indem wir, wie es unsere Pflicht ist, auf die Gefahr hinweisen, ziehen.( Lebhafter Beifall.) muß man sie doch aufmerksam machen, da sie ihr ferner liegen, als zeigen wir noch keine Angst.( Sehr richtig.) Wir zeigen, welche Es wird nunmehr zur Abstimmung geschritten. Der Fraktion den Landagitatoren. Ich bedauere, daß der Antrag 69 nach den Mittel wir besigen gegenüber den Drohungen. Wir zeigen, daß werden als Material überwiesen die Anträge 66, 67, 68, 70, 71, 72, Ausführungen Singer's wohl nicht zur Annahme gelangt, besonders diese Drohungen nothwendige Produkte des Klassenstaates find, daß 73, 76, 82, 86 b. 7, 92, 94 und 104. Lekterer, von Thiel- Kaffel mit Rücksicht auf die mecklenburgischen Verhältnisse ist er eine Noth- der Kapitalismus nothwendig immer despotischer werden muß und gestellt, lautet: Beantrage unter Zurückziehung des Antrags 93, wendigkeit. Das gleiche gilt von dem Wahlurnen- Antrag. damit zeigen wir auch, weshalb wir revolutionärer sein müssen, die Reichstags- Fraktion zu beauftragen, das Vereins- und VerBrecour Stiel tritt für den Antrag 52 ein. Eine Agitation weshalb die vollständige Umgestaltung der wirthschaftlichen Ordnung fammlungsrecht, welches jetzt durch Sabbathordnung einzelner auf dem Laude sci nur möglich, wenn die Bestimmung nothwendig ist. Um so mehr hat es mich geschmerzt, daß ein preußischer Provinzen aufs höchste gefährdet wird und somit einen des§ 43 der Gewerbe Ordnung dahin erweitert wird, daß die alter Mitkämpfer, der sonst nicht zu den Leisetretern ge- hauptsächlichen Theil unserer praktischen Agitation lahmlegt, durch Bertheilung von Druckschriften zu Wahlen auch Sonntags ohne hört, so billige Wize gemacht hat über das Wort„ Re- einen im Reichstag einzubringenden Gesetzentwurf sicherzustellen. polizeiliche Erlaubniß stattfinden könne. Die Fraktion müsse bei der volution".( Sehr wahr!) Ueberlassen wir doch das schnarrende Abgelehnt werden die Anträge 69, 80, 81, 96. Angenommen Berathung des Antrages dafür sorgen, daß diese Bestimmung nicht den Gardelieutenants.( Lebhafter Beifall.) Wir wollen nicht die Ne- wird Antrag 75. Die übrigen zum Bericht über die Thätigkeit der etwa mur auf dem Papier steht. In Schleswig- Holstein haben sich volution mit Heugabeln, mit Dolch und Dynamit; das weiß unsere Frattion gestellten Anträge sind durch die früheren Beschlüsse erdie Behörden einfach über das Gesetz hinweggefeßt, es wurden Ge- Gegnerschaft, die uns das nachsagt, so gut wie wir. Aber die ledigt. nossen inhaftirt, die als die Wahl schon ausgeschrieben war, Flug- revolutionäre Umgestaltung der Wirthschaftsordnung ist die Grund- Es folgt Punkt 5 der Tagesordnung: Das Koalitionsrecht. blätter vertheilt haben! Eine Beschwerde beim Landrath hatte lage unseres Seins. Die Revolutionen des Bürgerthums, haben Berichterstatter Richard Fischer: Meine Aufgabe kann es feinen Zweck, es wurde geantwortet, daß der Gendarm nicht gewußt wir etwa Anlaß, darüber zu spotten? Hut ab vor den Revolutionären heute selbstverständlich nicht sein, hier vor den Vertretern der habe, daß die Wahl schon ausgeschrieben war! Die inhaftirten Ge- von 1848( Bravo 1), ohne sie gäbe es fein Deutsches Reich, ohne sie deutschen lassenbewußten Arbeiterschaft erst die Bedeutung des noffen, die auf der Torpedo- Werft beschäftigt waren, wurden aus gäbe es feinen deutschen Reichstag, ohne sie gäbe es feinen sozial- Koalitionsrechts zu schildern, als Waffe für den Befreiungskampf der der Arbeit entlassen. Ein Beweis dafür, wie wenig Rücksicht die demokratischen Parteitag. Wir haben keinen Anlaß, über sie zu Arbeiterklasse durch die Beseitigung und Zertrümmerung der kapis Staatsbetriebe auf die verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte der spotten.( Sehr richtig!) talistischen Ausbeutung. Meine Aufgabe kann es auch nicht sein, Arbeiter nehmen. Auf solche Fälle muß im Reichstage nachdrücklich Der Zusammenhang unserer wirthschaftlichen und politischen hier Ihnen die Kämpfe zu schildern, die die deutsche Arbeiterschaft hingewiesen werden. Lage ist so eng, daß es ganz klar ist, daß gerade der Militarismus führen mußte, um wenigstens für die Industrie Arbeiter das Wenn wir heute die nothwendige Folge des Kapitalismus ist, er ist die einzige Bu- Koalitionsrecht zugestanden zu erhalten. flucht des Kapitalismus. Schauen wir doch um uns. Ueberall ist diese Frage auf die Tagesordnung gestellt haben, so Die Herrschaft des Generalstabs, überall Bayonette, dann Abrüstungs- deshalb, weil wir, die Vertreter der deutschen Klassenbewußten vorschlag, der aus dem Lande des größten Despoten kommt. Mußten Arbeiterklasse, auf die Oeynhauser Rede unsere Antwort geben, wir schon deshalb das größte Mißtrauen entgegenbringen, wenn jene gegen die bei dieser Gelegenheit ausgesprochene, Drohung abrüsten, dann müßten wir ausrüsten, denn so weit werden sie nicht gehen, Stellung nehmen. Die deutschen Arbeiter würden es nicht daß auch der letzte Mann des stehenden Heeres verschwindet. Es verstehen, man würde es uns als Feigheit, als Zeichen der Schwäche werden Prätorianertruppen, es wird eine Söldnerschaar übrig bleiben, die und Furcht anrechnen, wenn wir dazu schweigen würden! Und, fich den Kapitalismus hält, um sich gegen den inneren Feind zu Parteigenossen, wir sind alle darin einig, zur Feigheit und zur Furcht wehren.( Sehr wahr.) Darum halte ich es auch für nicht richtig, haben wir keinen Anlaß. Hat der Kaiser zu Oeynhausen in seiner Tischwenn David gesagt hat: wie schön ist es, wenn wir den Bauern rede den westfälischen Unternehmern seinen Schutz und seine Hilfe Gottschalt- Königsberg: Zu den nach dem Antrage Singer's fagen fönnen, wir wollen die Verkürzung der Dienstzeit. Das soll versprochen, um sie vor wirthschaftlich schweren Stunden zu be fo der Fraktion als Material zu überweisenden Anträgen, gehört auch leichter begreiflich sein als die Forderung des Milizsystems. Ich bin wahren, wohlan, wollen wir, das Arbeiterparlament ,; Antrag 96. Er hält ihn also für diskutabel und im Interesse der entgegengesetzter Ansicht. Das ist keine grundfäßliche Agitation, den Arbeitern unsere Hilfsbereitschaft damit ausdrücken, daß und zu rüsten Partei darf meiner Ansicht nach dieser Antrag die sozialdemokratische wenn wir nur die Erleichterung des Militarismus fordern, wir wir sie auffordern, sich zu waffnen, Partei überhaupt nicht beschäftigen, es ist die Förderung einer Interessen- haben auf den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Mili- damit sie selber sich vor den wirthschaftlich schweren Stunden vertretung. Mit der Frage nach der Ausführung des Reichstags- tarismus hinzuweisen. fönnen, Beide sind Geschwistertinder und wenn bewahren mit welchen die Verfolgungsbeschlusses hat dieser Antrag nichts zu thun, er will die Partei fest- auch der Kapitalismus außen abrüsten sollte, weil Unterdrückungssucht der Unternehmerklasse, der Reichs- und BundesIegen zu gunsten der Impfzwangsgegner. Aber auch in seiner ärzt er die Lasten nicht mehr tragen will, nach innen be- regierungen sie bedroht. Bei der grundsätzlichen Stellung, die wir lichen Eigenschaft hat Weyl Unrecht gethan, wenn er den Impfzwang hält er den Militarismus, weil er ihn schützen soll. der Monarchie gegenüber einnehmen, bei unserer Auffassung von der für eine veraltete, dem Fortschritt der Zeit ins Gesicht schlagende( Sehr richtig.) Demgegenüber hat die Arbeiterklasse, die Macht und Bedeutung des Monarchen im Klassenstaat würden wir Einrichtung erklärt. Nicht eine einzige medizinische Autorität steht Sozialdemokratie die Forderung zu erheben: Demokratifirung des zur Dehnhauser Rede teine Stellung zu nehmen haben, wenn wir auf diesem Standpunkt. Wohin kommen wir mit dem Argument, Heerwesens. Nicht wehrlos wollen wir das Land machen, wir wissen nicht überzeugt wären, daß, was der Kaiser dort ausgesprochen hat, daß die Partei diese Sache zu ihrer machen müsse, weil sie die großen sehr gut, daß, bis die Zeit kommen wird, wo die Streitfragen auf zugleich auch die innersten Herzenswünsche und die geheimen AbMassen angehe! Ist denn alles, was die Proletarier anlangt, eine friedlichem Wege geschlichtet werden, die Rüstungen unvermeidlich fichten der deutschen Unternehmerklasse sind. Man darf wohl blos proletarische Frage? Berührt diese Frage irgendwie die wirthschaft- sein werden, aber wir verlangen, daß diese Rüstungen nicht ein auf die Thatsache zu verweisen, daß mit einer gewissen affenartigen liche Lage der Proletarier? Werkzeug sind, das in erster Linie gerichtet ist gegen die, die sie be- Geschwindigkeit die Vertreter der deutschen Baumwollen- und Eisens Heymann Braunschweig: Der Vorredner hat das wesent zahlen müssen, zu deren Schutze sie angeblich gemacht werden. Nicht barone ihre Bereitwilligkeit dem Kaiser erklärten, alle Unterdrückungslichste von dem, was ich sagen wollte, schon vorweggenommen.( Große Kanonen für die Regierung, Kanonen für das Volk wollen wir maßregeln, die er, der Kaiser, nicht etwa der Reichstag, wünschen Seiterkeit.) Es ist ein grober Unfug, in diesen Fragen den Genossen haben. Das Volk in Waffen, die bewaffnete Miliz, die grauenhafte würde, zu unterstützen. Wir haben hier wieder einmal die die Freiheit der Entschließung zu nehmen. Damit wird aber Miß- Busammenstöße zwischen Kindern desselben Volkes unmöglich macht, Thatsache zu verzeichnen, daß die deutsche Bourgeoisie bereits brauch getrieben. Wir wollen dem groben Unfug nicht noch Nahrung die wir unter allen Staatsformen gesehen haben. David sagt uns, daß bei dem Grade der Knechtseligkeit angelangt ist, daß sie geben, daß der Arbeiter durch das Krankenkassengesetz gezwungen der Kapitalismus in seinem eigenen Interesse demokratisch werden muß. nur noch in monarchischem Regimente, in der Militärdiktatur die wird, fich an einen wissenschaftlich gebildeten Arzt zu wenden, und Es sind aber nur Bermuthungen. Die Herren wollen selbst da fizzen, Möglichkeit sieht, ihre Selaffenprivilegien sich zu erhalten. Wir können nachher kommt der Vater des franken Kindes und geht zum Natur- wo jezt das Junkerthum sitzt. Glauben Sie aber nicht, Genosse vielleicht auf die andere Thatsache hinweisen, daß die deutsche Unters arzt und der andere Arzt hat die Verantwortung. David, daß der Kapitalismus, wo er nicht durch eine übermächtige nehmerpresse vom Schlage der Stumm'schen" Post" diese Kaiserrede Arbeiterklasse davon abgehalten wird, gegebenenfalls auf die Arbeiter mit wahrem Jubel begrüßte. Allen voran war das Reptil der schießen lassen wird? Sind die Mezeleien von Fourmies vergessen, Kapitalistenklasse, der zwar nicht mit Spreewasser, aber mit Weihwo das Blut der französischen Arbeiter floß? Zu unserem Pro- wasser getaufte Galizier Schweinburg, der gegen 12 000 M. Jahres gramm gehört die Forderung der Einführung des Milizsystems und gehalt jahraus jahrein die deutschen Arbeiter wegen mangelnder deshalb können wir für den Antrag Mainz nicht stimmen. Die De- christlicher und deutscher Gesinnung beschimpft. Er nannte die Nede batten haben gezeigt, wie trotz aller herumschwirrender Gerüchte die eine erlösende That. Partei einig und gefestigt dasteht in ihren Grundanschaungen. Wir sehen, daß keine Beschwerde über die Thätigkeit der Fraktion vorgebracht wurde, wir sehen, daß der Parteitag die Grundsäße billigte, die die Fraktion zu ihrem Vorgehen veranlaßten und so können wir getrosten Muthes = Ein Schlußantrag, den Schöpflin Burgstädt damit begründet, daß man doch unmöglich in dieser Debatte noch auf den Kneipp'schen Malzkaffee kommen könne( Heiterkeit), wird an genommen. Das Schlußwort zu diesem Punkt der Tagesordnung erhält Wurm: Die Frage des Impfzwanges hat mit der Politik absolut nichts zu thun. Es ist nicht nöthig, daß wir uns damit befaffen. Gegen den Bericht an und für sich sind Einwendungen kaum erhoben. Es ist nicht die geringste Klage gegen die Fraktion wegen ihrer Thätigkeit vorgebracht. Wenn Genosse Quard sagt, daß die Debatte Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Hausdiener Hermann Kleinke, am Sonnabend, den 1. Oftbr., mittags 2 Uhr verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Nachmittag 4 Uhr statt von dem Krankenhause Urbanstraße stadt- Gemeinde, Nixdorf, Hermannftraße 190. Um stilles Beileid bitten nach dem Begräbnißplatz der Louisen Die trauernde Wittwe nebst Kindern. Verband aller im Handelsu. Transport Gewerbe beschäft. Hilfsarbeiter Berlins Bureau Kommandantenstr. 25. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, ber Stollege Hermann Kleinke, am 1. Oftober verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Nach mittag 4 Uhr vom Krankenhause Urbaustraße aus statt nach dem Be gräbnißplaz der Louisenstadt= Ge meinde Nixdorf, Herrmannstr. 190. Freie Volksbühne. Sonnabend, in der ,, Aktien Brauerei Friedrichshain" Herbstfest. Anfang 8 Uhr. Grosses Instrumental- Konzert, ausgef. v. Neuen Berliner Sinfonie- Orchester. Leitung: Kapellmeister v. Blon. Mitwirkende: Orgel: Herr Kurz. Cello: Herr Knöpke. Gesang( Berliner Doppelquartett Harmonie). Aus dem Programm heben wir hervor: Sanatorium ( Schluß in 3. Beilage.) 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Oft., Nachmittag 4 Uhr von der Leichen: Halle des Krankenhauses am Urban aus nach dem Louisen Kirchhof statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 241/2 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher *) Die Mitglieder werden gebeten, sich in ihrer Zahlstelle schleunigst eine Festmarke zu lösen. Männer! Morgen Freitag, 7. Oftober, abends 8 1hr, hält praft. Naturheilkundiger Grundmann in Nieft's Saal, Weberftr. 17, einen Experimental Vortrag mit farbigen Lichtbildern über: Gr. Möbelverkauf, vaffende Gelegenheit für Brautfeute, Gneifenauftr. 15, Möbel- Ausstattungs: magazin, sollen viele Wohnungs- Einrichtungen, verliehen gewesene und neue Möbel zu sehr mäßigen Preisen verkauft werden. Durch große Ge Tegenheits- Einfäufe zu billigen Preisen ist es mir möglich, schon Einrichtungen für 100 bis 300 Mart zu liefern, ferner herrschaftliche Einrichtungen von 500 bis 3000 Mark. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. 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Augsburgerſtr. 18, Wilchgefch. bahnstraße 14 Bühne, auch Sonntags, zu vergeben. ein August Erdmann, Tischler, Neue Hochstr. 49. 14076 13976 Mariannenstr. 16.' 1399b] Admiralftr. 19 bei Höfer. 14056 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 6. Oktober. Opernhaus. Zar und Zimmermann. Anfang 7/2 Uhr. Schauspielhaus. Das Käthchen von Heilbronn. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Johannes. Anf. 71/2 Uhr. Berliner. Zaza. Anfang 72 Uhr. Leffing. Paméla. Anfang 72 11hr. Residenz. Frühlingswende. Hierauf: Eifersucht. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Schiller. Mauerblümchen. Anfang 8 Uhr. Westen. Der Waffenschmied. Anfang 71 Uhr. Metropol. Das Paradies der Frauen. Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anf. 71/2 Uhr. Thalia. Unser lustiges Berlin. Anfang 7 Uhr. Luisen. Jocko's Streiche. Anfang 8 Uhr. = Belle Alliance. Napoleon oder: Die hundert Tage. Anfang 8 Uhr. Oftend. Die Geier- Wally. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Waise aus Lowood. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Eine Ehrloſe. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstrasse 48-49. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. Urania Taubenstr. 48/49. Täglich: Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Helmerding. Unser luftiges Berlin. Große Gesangspoffe in 4 Bildern Die Urzeit des Menschen. on. Sondermann u. Ch. BischoffInvalidenstr. 57/62: Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Kunst- Schaubühne in der Urania, Invalidenstrasse No. 57. Sonntag, d. 9. Oktober, 5 Uhr: Eine Wanderung durch Pompeji mit farbigen Lichtbildern. Castan's Neu!! Panopticum. Neu!! Lebendig begraben!! Couplets von Alfred Bender. Musit von Curt Goldmann. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Concerthaus. Leipzigerstr.No.48 Täglich: Hoffmann's QuartettHumoristen und Schauspiel- Ensemble Der liebe Onkel. Zum Schluß: Lustspiel in 4 Aften von Rudolph Kneisel. Nabatt- Sparverein ,, Norden" Berlin. Den verehrlichen Mitgliedern des Rabatt- Sparvereins„ Norden" hierdurch zur Nachricht, daß die unter: zeichneten am 27. September 1898 vor der 16. Zivilkammer des föniglichen Landgerichts I einen Vergleich ge= fchloffen haben. Gemäß Buntt 3 dieſes richterlichen Vergleiches beehren wir uns, die Mitglieder des Rabatt Sparvereins„ Norden" zu der am Freitag, den 7. d. Mts., abends 8½ Uhr, stattfindenden außerordentlichen General- Versammlung 268/6 im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 42, einzuladen. Tagesordnung: Neuwahl eines Vorstandes.- Sparbuch legitimirt zum Eintritt in die General: Versammlung. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, den 9. Oktober, nachmittags 22 ihr, Eisfeld. Scheffler. Charlottenburg. Das Kaffenlokal der ZeutralKranten Kasse der Maurer, " Grundstein zur Einigkeit", be: im Offend- Carl Weik- Theater: findet sich jetzt Bismarckstr. 35 Die Agrarkommission. Bauernkomödie in 3 Aften von Kurt Aram. Regie: Cord Hachmann ( Oberregisseur vont Deutschen Theater"). " Um Störungen zu vermeiden, werden die Mitglieder ersucht, recht pünktlich zu sein. Neue Mitglieder werden noch durch die Zahlstellen sowie durch den Unterzeichneten aufgenommen; jedoch können nur diejenigen die angezeigte Vorstellung besuchen, die sich mindestens 3 Tage vorher zur Aufnahme angemeldet haben. 150/17 J. A.: Adolf Löhr, Saffirer, Ackerstraße 40. Achtung! Achtung! Mähr's Theater Brauerei- und Bierverlags- Hilfsarbeiter Oranienstr. 24. Täglich Spezialitäten und TheaterVorstellung. Charley's Tante. Burleske. The tree Brothers Wells, Afrobaten an den hängenden Ketten. Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern des Vereins zur Kenntniß, daß sämmtliche Mitglieds- Bücher bis Ende September in Ordnung sein müssen. Sämmtliche Bücher sind an die Zahlstelle Robert Scheere, Blumenstr. 38, ab zuliefern, wo dieselben vom Vorstande dem Zentralverbande der deutschen Brauer und verwandten Berufsgenossen behufs Umschreibung überwiesen werden. Es werden die Mitglieder gebeten, umgehend ihre Bücher in Ordnung Der Vorstand. Naturkundliche Ausstellung. Tag Passage- Panopticum. en Wochentagen 8 Uhr. zu bringen und dieselben an genannte Zahlstelle abzugeben. lich geöffnet von 10 Uhr vor: mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Die Urzeit des Menschen. Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 7/2 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage Panoptikum. = täten Vorstellung. Speziali Schiller Theater ( Wallner Theater). Donnerstag: Manerblümchen. Freitag: Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Der berühmte f. t. Fechtmeister Mr. Sulivian und feine Schülerin Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Reichshallen. Täglich: Pets Aranka. Stettiner Sänger SeparatVorstellung tägl. Mittags 12 Uhr. Von 6 Uhr ab: Théâtre-Variété ohne Extra- Entrée. Apollo- Theater. Friedrichstr. 118. Die Haubenlerche. Direktion: E. Waldmann. Sonnabend zum 1. Male: Bartel Turaser. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus Geschichte. Operette in 3 Aften von Owen Hall. Musit von Sidney Jones. Deutsch von C. M. Röhr und Julius Freund. In Szene gefekt von J. Ferenczy. Dirig. Hr. Kapellmstr. E. Goldmann. Staffeueröffnung 17 Uhr, Anf. 28 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. Sonntag Nachmittag zu bedeutend ermäßigten Preifen: Der Ober: fteiger. Operette in 3 Atten von Karl Zeller. Consuela Tortajada. Prinzessin Pocahuntas. Familie Agoust. Jean Chermont. Montroses. The Troubadours. Kasseneröffnung 6% Uhr, Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Volks = Theater im Welt- Restaurant Dresdener Straße 97. Novität! Täglich: Novität! Isabella. Oftend- Carl Weiß- Theater. Komische Oper von Franz von Suppé. Außerdem der reizende Schwant: Neu! Gr. Frankfurterstr. 132. Die Geier- Wally. Schauspiel in 4 Akten nach d. Roman von Wilh. v. Hitlern, bearbeitet von E. Hildebrandt. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Novität! Novität! Novität! Die Unentbehrliche. Kolossaler Lacherfolg! 4 Gesammtauftreten des durchweg neu engagirten Schauspiel: u. Speziali: täten- Personals. Freitag: Berlin, wie es weint und Anfang: Sonntage 6 Uhr. lacht. Ferdinand: Carl Weiss. Sonn abend: Preciosa. Sonntag: Robert und Bertram. Bons haben an allen Wochentagen Giltigkeit. Direttion: A. Kolig. Artistischer Leiter: A. Runge. Metropol Theater. Alcazar- Theater Behrenstr. 55-57. Direktor: Rich. Schultz. Novität. Zum 34. Male: Novität. Das Paradies der Frauen. Jut 2. Bilde: Die Moden des Jahrhunderts. Jm 5. Bilde: Eva's Vermächtniß. Anfang d. Vorst. 128 Uhr, Ende gegen 11 Uhr. Morgen u. folgende Lage: Das Paradies der Frauen. Luisen- Theater 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Jocko's Streiche Burleske nach d. Englischen in 3 Atten von James Carlisle. Deutsch von W. Sallis. Jodo: Paul Herbig vom Apollotheater in Nürnberg als Gaft. Mit grösstem Lacherfolge aufgeführt am Bolts- Theater in München und Apollo Theater in Nürnberg. Freitag: Abonnements- Vorstellung. Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Nichard Winkler. Novität! Täglich: Novität! Tantalus oder: Hungrige Liebe. Schwant in 1 Aft v. Georg Kaiser. Neu! Nen! Neu! Das verschleierte Ballet! Operetten Burleske von Stir. Wufit von Roth. In Szene gesetzt von Wendt. Gesammtauftreten des durchweg neuengagirten Künstler: und Spezialitäten- Personals. Wochent. Anfang: entr Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Res. Platz 50 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. CIRCUS BUSCH Zum 1. Male: Gefährliches Glüd. Donnerstag, d. 6. Oktober 1898, Ein Stück aus dem Leben, von Marimilian Braun. Hierauf: Der dritte Von Franz Wallner. Sonn Kopf 2 folgende Lage: Jocko's Streiche. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Heute, Donnerstag, den 6. Oktober cr. Die Tochter des Herrn Fabricius. Schauspiel in 4 Aften v. Wilbrandt. 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Donnerstag, 6. Oktober 1898. Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. ( Schluß aus der 2. Beilage.) an bei Fühlen der Arbeiterklasse. Ehrenhafte Arbeiter, die, um für beiter geschützt werden müssen. müssen. In Lübeck wurden Weib und Kind δας traurige Lebenslos zu mildern, für dem Streit in der Kersten'schen Fabrik streikende Arbeiter bis zu fich und ihre Kameraden ein paar Pfennige mehr Lohn zu erhalten, drei Jahren Gefängniß verurtheilt, weil sie sich zu einigen Thätlichzum Streit anreizen, also die Arbeitseinstellung empfehlen, für sie feiten gegen andere Arbeiter hinreißen ließen. Ein Arbeitswilliger, agitiren, sollen wie Räuber und Mörder, wie Gauner und Betrüger, der auf die Streifenden, die von ihm zehn Meter entfernt standen, wie Kuppler und meineidige Schufte ins Zuchthaus geschickt werden. schoß, wurde nicht angeklagt, sondern erschien als Zeuge im Den Hamburger Unternehmern ist zugerufen worden, sie Prozeß. Ein Arbeiter, der einem polnischen Streitbrecher die Erst als man allgemein merkte, daß nicht blos die Sozial- sollten nur fest zusammenstehen, die englischen Metallarbeiter Müze bom Kopf schlug, bekam 7 Monate Gefängniß. denic ratie, die sogenannten Streitheßer, sondern die ganze wurden wegen ihres ruhigen festen Zusammenstehens beim In Erfurt wurde der Steinmez Fromm zu einem Jahr deutsche Arbeiterklasse diese Zuchthausdrohung wie einen Peitschen Achtstunden- Kampf offen belobt. Der deutsche Arbeiter aber, Gefängniß wegen Hausfriedensbruch, Nöthigung und Körperverlegung hieb ins Gesicht empfand, da ſuchte diese Presse zurückzuhufen, der zum Streit anreizt, soll ins Zuchthaus gesteckt werden verurtheilt, während sogar der Staatsanwalt mit sechs Monaten die da begann man, an der Kaiserrede zu drehen und zu deuteln. Die deutschen Korpsstudenten werden wegen ihres Korpsgeistes Handlung für gefühnt erachtete. In Bielefeld wurden vier und Sogar die„ Nordd. Allg. 3tg." wagte zu schreiben, über den Inhalt belobt, die preußischen Junter wegen ihres Standes- sechs Monate wegen Mißhandlung verhängt, in Berlin erhielt wegen des Gesetzentwurfs läßt sich vernünftigerweise erst reden, bewußtseins als" Edelste und Beste der Nation" ge- Nöthigung der Zigarrenarbeiter Fengler neun Monate und wegen wenn derselbe bekannt geworden ist, wofür sie freilich das Agrarblatt rühmt, wenn aber die Unfreien", wenn die Arbeiter ihr Hausfriedensbruchs und Mißhandlung noch weitere drei Monate „ Die deutsche Tageszeitung" mit der treffenden Bemerkung abführte, Standesbewußtsein, ihr Klassenbewußtsein bethätigen, für dessen Gefängniß und der Maurer Koppe ebenfalls wegen Nöthigung neun cine so große Taftlosigkeit sei bei einem offiziösen Blatte geradezu Bekundung durch den Streil agitiren wollen, dann soll die Gesetz- Monate, weil er einem Arbeitswilligen mit dem Schirm gedroht habe. unverständlich. Andere Blätter, wie die„ Köln. 3tg.", verlegten sich gebung ste ehrlos machen. Die Richter und die Polizei sollen Und dann vergleichen wir gegenüber diesen Urtheilen an darauf, die Zuchthausdrohung als einen Lapsus linguae( als ein fie ins Zuchthaus stecken! Ja noch mehr: in allen jenen Kreisen wird Arbeitern das Maß von Milde, das angewendet wird, wenn Versprechen, falschen Ausdruck) hinzustellen und die feigsten angeblich der geringste Verstoß gegen diesen Korpsgeist, gegen die es sich um Unternehmer handelt. Vor wenigen Wochen ist in Jammerlappen waren, wie immer, die Freisinnigen. Während Standesehre als ein Verstoß gegen den Ehrbegriff angesehen, der Altenburg ein Streit gewesen, da hat der Unternehmer zu den Eugen Richter seine alte Jereminade herleiert, daß der mit der gesellschaftlichen Rechtung bestraft wird und hier Arbeitenden gesagt, wenn jemand zu Euch herankommt, dann haut ihn Monarch nur in konstitutioneller Form an die Deffentlichkeit beim Arbeiter soll die Gesezgebung den Grundsatz aufstellen, mit der Wasserwaage über den Kopf. Und als das Streik. treten soll, sagte das„ Berliner Tageblatt", man müsse weniger auf daß nicht der als ehrlos gelten soll, der offen die überall geltenden komitee den Arbeitern Gelegenheit geben wollte, sich von dem die Worte als auf den Sinn der Kaiserrede schauen. Der Kaiser Forderungen von Treu und Glauben mit Füßen tritt, der seinen gleichen Maß, das gegenüber Arbeitern und Arbeitgebern vor Gericht wünscht lediglich die Unmöglichmachung von Ausschreitungen. Gegen Klaffengenossen das gegebene Wort bricht, der offen zum Verräther angewendet wird, zu überzeugen, und Klage erhob, da wurde die dieses Versteckenspiel, gegen diese Täuschung, gegen diesen politischen seiner Klaffengenoffen wird, sondern der seine Brüder für Be- Klage zurückgewiesen, weil der Richter erklärte, es sei eine angebrachte Betrug des Berl. Tagebl." müssen wir Stellung nehmen. Wir haben thätigung der Klassenehre auffordert. Warnung und Aufforderung, sich gegen rechtswidrige Angriffe ja gewiß nicht die Aufgabe zu untersuchen, in welchem Lichte sie die Das wäre nach unserer Auffassung die logische Folgerung und nöthigenfalls mit Gewalt zu vertheidigen. In Hamburg wurde Person des Kaisers nach solchen Deutelungen- wenn man an praktische Wirkung eines solchen Gesetzes. Gegen solche, allen bekanntlich ein Streitbrecher freigesprochen, der einen Streifenden ihre Aufrichtigkeit glauben wollte erscheinen lassen. Aber modernen Rechtsanschauungen widersprechenden Absichten müssen wir durch einen Pistolenschuß schwer verletzt hatte. In Lübeck wurden der Monarch, dessen Entrüstung über die Reichstags- Majorität nicht nur protestiren, sondern offen den Kampf aufnehmen. Freilich, wenn anläßlich einer Prügelei zwischen Streitenden und Nichtstreikenden die beim Bismard- Jubiläum, dessen Verurtheilung der vaterlands Zuchthausstrafe- auf der Aufforderung zum Streit läge, wie Streifenden bis zu 10 Monaten Gefängniß verurtheilt, die Erhebung losen Gesellen" und der„ vaterlandslosen Rotte, die nicht bequem wäre das für die Unternehmer. Da könnte man furzerhand der Anklage gegen den Streifbrecher hingegen, der auf 10 Meter Entwerth ist, den Namen Deutsche zu tragen", den jubelnden Beifall des jeden Agitator, jeden Gewertschaftsführer, jede Lohn- fernung einen Revolverschuß abgab, ohne bedroht zu sein, wurde abgelehnt. größten Theils dieser Presse fand, dessen Ausführungen sind auch fommission, jedes Streiffomitee in die Untersuchungshaft abführen Man fann sich also ungefähr ein Bild machen, was die deutsche wörtlich zu nehmen, wenn er versichert, das Gesez naht sich seiner lassen. Arbeiterklasse zu wenn zu ertragen hätte, noch weitere VerVollendung und wird den Volksvertretern in diesem Jahre zugehen, Unsere Unternehmer haben so viel Vertrauen zu unseren Richtern schärfungen durchgesetzt werden. Und dann müssen wir auch bei. worin jeder, er möge sein, was er will, und heißen, wie er will, der und zu unserer Polizei, daß das sofort in allen Fällen geschehen dieser Gelegenheit darauf hinweisen, wie die Klaſſengesetzgebung es einen deutschen Arbeiter, der willig wäre, seine Arbeit zu vollführen, würde. Aller und jeder Lohnkampf wäre beendet. längst fertig gebracht hat, Strafparagraphen anzuwenden, bei daran zu hindern versucht oder gar zu einem Streit anreizt, mit Erlaß kein Mensch Wenn dann die ihrer Rathgeber und ihrer Vertrauensleute deren diese Praxis gedacht hat. Buchthaus bestraft werden soll. Die Strafe habe ich damals ver- beraubten Massen sich zu Erzessen hinreißen ließen- um so Hat jemals bei Schaffung des Erpressungsparagraphen daran sprochen und ich hoffe, daß das Volk in seinen Vertretern zu mir besser, wir wissen ja, daß die Polizei in Preußen jüngst vom gedacht werden können, daß Leute verurtheilt werden könnten, stehen wird, um unsere nationale Arbeit in dieser Weise, soweit es Minister von der Recke den Befehl erhalten hat, bei etwaigen die bei der Unterhandlung mit ihren Arbeitgebern ihren Forderungen, möglich ist, zu schützen. Unruhen sofort scharf zu schießen, Blut zu vergießen. Und wir dadurch Nachdruck gaben, daß sie sagten: Werden sie nicht beMan muß sich im ersten Augenblick sofort fragen, wenn schon thun vielleicht nicht unrecht, wenn wir nicht ihm allein die Vater willigt, wird die Sperre verhängt. Und da haben wir Urtheile von die bloße Anreizung zum Streit als ein Verbrechen aufgefaßt schaft dieses Gedankens zuschreiben. Seit Jahren hören wir ja die 6, 7, 9 Monaten Gefängniß. Aber ich habe noch keinen Staatswerden soll, das mit dem Brandmal der Ehrlosigkeit, mit Auffassung in Deutschland vertreten, daß die soziale Frage in letzter anwalt gesehen, der eine Erpressung darin sah, wenn die Unternehmer Zuchthaus zu bestrafen ist, welche Strafe ist dann eigent- Linie eine militärische sei, daß sie nicht auf gesetzlichem, sondern auf sich koalirten zum Zwecke einer Lohnherabsetzung, und wenn sie lich groß genug, um den Streit selber zu treffen?( Sehr militärischem Wege zu lösen sei. ihren Arbeitern erklärten: Fügt Ihr Euch nicht, so müßt Ihr wahr.) Wenn man den Gedanken logisch verfolgt, muß man dahin Nun sagen uns freilich die Siebengescheidten der bürgerlichen nach Ablauf der Kündigungszeit Euere Arbeit verlassen. Die kommen, daß wenn auf die Anreizung Zuchthaus gesetzt ist, den Parteien: Ach was, Ihr braucht Euch ja garnicht so zu ängstigen, Beispiele, die sich um Dußende und Aberdukende vermehren ließen, Streifenden selbst die Todesstrafe treffen muß.( Sehr gut!) Und die Regierung wird keine solche Vorlage, die auf Zuchthaus lautet, beweisen unwiderleglich, erstlich, daß heute schon die Arbeiter in damit fällt die Drohung eigentlich ganz in sich selbst zusammen, im Reichstage einbringen. Und selbst wenn sie es wagen sollte, der Praxis minderen Rechtes sind, als die Unternehmer, zweitens, aber daß die Worte ernst gemeint waren und daß es sich nicht um dann ist bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Reichstages daß die heutige Gesetzgebung mehr als ausreicht. etwaige Ausein Versprechen handelte, das wird sofort klar, wenn man sich den gar keine Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit gegeben, daß ein solcher schreitungen strenge zu bestrafen. Mag daher das Material des Werdegang dieses Gedankens ansieht. In Bielefeld versprach der Gesezentwurf die Majorität im Reichstag findet. Möglich! Aber Grafen Posadowsky, das er sich auf so eigenthümliche Weise verKaiser dem Pastor Bodelschwingh schwerste Strafe", dem, der nach den wiederholten und so ostentativ geäußerten Wünschen und schafft, denn kein Arbeiter, teine Gewerkschaft ist nach ihren Ereinen Arbeitswilligen an der Arbeit hindere; wenige Monate Anschauungen des Kaisers wird die Regierung einen schweren Stand fahrungen gefragt worden, sondern diese Erhebungen erstrecken sich später konnte der„ Vorwärts" den bekannten Geheimerlaß des haben, diese Dinge anders zu machen als sie verkündet worden sind. auf bloße polizeiliche Gutachten, sind von der Regierung ver Grafen Posadowsky veröffentlichen, der trotz aller Versicherung des Und dann kennen wir ja auch die alte Taktik, Zuchthaus zu fordern, anstaltet und ergeben was es wolle. Für ein objektives Material wird es Staatssekretärs von der deutschen Arbeiterschaft als ein Attentat auf wenn man Gefängniß will. Aber für diese Politit haben die Ar- von niemandem gehalten werden können. Wir wissen durch den Jahrdie Koalitionsfreiheit aufgefaßt wurde. Während der Wahlbewegung beiter kein Verständniß, weil sie die Auffassung haben, daß es über- zehnte langen Kampf, in dem wir stehen, daß zu einer Aenderung haben die Regierung, die bürgerliche Presse und Parteien nicht aufgehört haupt keine Nothwendigkeit ist, die Strafbestimmungen irgendwie zu der Gesetzgebung nach der Richtung, wie sie angedroht ist, gar keine zu versichern, daß alle Behauptungen von einer Bedrohung des verschärfen. Veranlassung vorliegt. Die deutsche Arbeiterklasse protestirt gegen Koalitionsrechts nichts als Verhegung, trügerische Behauptungen feien, Wir müssen die deutschen Arbeiter immer wieder und immer jede Verschlechterung des heutigen Standes der Gesetzgebung. und jetzt wenige Wochen erst nach der Wahl die Kaiserrede, wieder darüber aufklären, wie er deutsche Kaiser über ihre Nun fonimt für uns noch die wichtige Frage: wie werden die Zuchthaus androht und zwar jedem, er möge sein, was er Streitbewegung und über Klassenkämpfe denkt, und wie er die sich die einzelnen Parteien dazu stellen? Und da bin ich der will, und heißen, wie will, der gar zu einem Streit anreizt". Das Wortführer in diesen Kämpfen betrachtet und behandelt wissen Meinung, da müssen die Arbeiter sehr mißtrauisch sein. Erist so klar, so deutlich, daß nur ein Narr oder ein Betrüger an der will. Was dem Unternehmer recht ist, ist dem Arbeiter blos innern wir uns doch, daß im preußischen Landtage die Freikonfer Gefahr zweifeln kann, welche der auf dem Wege der Koalition und billig. Die Unternehmer können sich koaliren, wie sie wollen, sie vativen und Nationalliberalen bei der lex Necke ganz offen nach Arbeitseinstellung für eine Besserung ihrer Lebenslage kämpfenden können Anssperrungen androhen, kein Staatsanwalt hat bis jetzt Unterdrückung der Streifbewegung riefen, daß auch die NationalArbeiterklasse droht. Auch Graf Posadowsky sprach schon bei der Ver- gefunden, daß dadurch die Arbeiter beunruhigt oder genöthigt werden, liberalen sich, wenn nicht die Wahlen vor den Thüren gestanden Handlung über seinen Erlaß davon, auch die bewußten und Sie können schwarze Listen zirkuliren lassen, kein Unternehmer hat hätten, für das kleine Sozialistengesetz" der Freikonservativen ents unbewußten Mitläufer der Sozialdemokratie würden die Macht- bisher in der Charakterisirung und Bezeichnung als Streithetzer eine schieden hätten. Auch die Freisinnigen sind in dieser Frage durch mittel des Staates fühlen müssen“. Man sieht also den Beleidigung gefunden. Wohlan, diese Aktionsfreiheit der Unter- aus nicht zuverlässig; erinnern wir uns der Abkommandirungen Zusammenhang ganz klar. Nun sind wir Sozialdemokraten nehmer beanspruchen wir für die Arbeiter auch! Auf dem Papiere Richter's unter dem Sozialistengesez, an dem Umfall Gutfleisch gewiß die letzten, die sich über diese Kaiserrede besonders des Strafgesetzbuches haben wir sie heute schon, aber diese in der Verschlechterungskommission der Arbeiterschutz- Kommission. aufregen oder gar entrüsten. Im Gegentheil, wir sehen in ihr die Gleichheit auf dem Papiere bedeutet nicht Gleichheit in der Und jetzt schreibt die Bossische Zeitung"," die Strafe für den Bestätigung unserer Auffassung, daß die in den Februar- Erlassen Braxis. Was seit der Bielefelder und insbesondere seit der Ausstands zwang sei zu mild, eine Woche in Minimum und ein angekündigte Sozialreform zur Zeit denn wir wissen ja nie, was Deynhausener Rede auf dem Boden der heutigen Geseze alles Jahr in Maximum. Dagegen wäre kein Bedenken, wenn das Dann ließe morgen fommt endgiltig aufgegeben ist. Und diese möglich ist, und wie die deutschen Richter für die Erfüllung Vereinsgesetz sicher gestellt und erweitert wäre. manche Bestimmung reden, die den MißThatsache ist eine glänzende Rechtfertigung unserer damaligen der Wünsche des Kaisers auch ohne Gesetzesänderung gesetzliche sich über finden wissen, Also schon Stellungnahme zu diesen Erlassen. An dem guten Willen des Handhaben halbe dafür ein paar Beispiele: brauch verhüten will". Umfall. Kaisers haben auch wir damals nicht gezweifelt, wohl aber mußten In Magdeburg, das ja den Ruf Sachsens mit Erfolg zu Und das Zentrum, auf dessen Stimmen es hauptsächlich ankommt? wir nach unserer Kenntniß der ökonomischen und politischen übertreffen sucht, wurde wegen Bedrohung verurtheilt, weil Vorläufig hat allerdings der Führer des Zentrums bei Berathung des Zusammenhänge, bei unserer Ueberzeugung, daß im Klassen in einem Flugblatt stand: Bis jetzt ist es den Unternehmern nicht Bofadowsky- Erlasses sein„ Niemals" der Regierung zugerufen. Aber Staate unter Aufrechterhaltung des Klassenstaats- Charakters die gelungen, auswärtige Arbeitskräfte heranzuziehen, daß es auch in der Umfall einzelner Zentrumsleute beim Sozialistengesetz und die Regierung auf die Dauer nichts anderes sein kann, als die politische Zukunft nicht geschicht, das wird unsere Sorge sein. Ein anderes offen arbeiterfeindliche Richtung der schlesischen und rheinischen Die Arbeiter können Exekutive der politisch und wirthschaftlich herrschenden Kapitalisten Gericht verhängte wegen Nöthigung einen Monat Gefängniß über Magnaten bieten durchaus keine Garantien. Klaffe, an die Durchführung und Verwirklichung dieser kaiserlichen zwei Arbeiter, weil sie eines Abends einen Streitbrecher begleiteten. sich daher auf keine der bürgerlichen Parteien verlassen, sie müssen Versprechungen durch die gesetzgebenden Faktoren, die Vertreter der Der eine Angeklagte hatte versucht, seinen weiterarbeitenden Kollegen aus eigener Kraft den Kampf führen, und dazu ist vor allem fapitalistischen Interessen, zweifeln. Stärker als der gute oder böse zum Streit zu überreden, während der andere zur Seite Organisation nöthig. Noch mehr als bisher müssen wir für die Wille des einzelnen erweist sich eben immer die Macht der Ver- ging. Das Gericht folgerte, daß durch die stumme Rolle, die politische und gewerkschaftliche Organisation agitiren hältnisse. Das Deutsche Reich ist ein Klassenstaat und deshalb der zweite Begleiter ausführte, der Streitbrecher genöthigt müssen die Agitation auch in die uns noch ferustehenden entscheiden auch in der Regierung und in der Gesetzgebung die gewesen wäre, die Vorhaltungen des anderen mit anzuhören. Massen tragen, immer wieder und wieder die Nothwendigkeit des fapitalistischen Interessen, und die Posadowsky, die Thielen, Wegen groben Unfugs wurden in einer Reihe von Fällen vier Klassentampfes betonen, immer wieder und wieder die Klassendie Brefeld das sind blos andere Namen für die Be Wochen Gefängniß verhängt für die Worte:" Buzug fern- gegensäge ihnen vor Augen führen, sie von der Unversöhnlichgriffe Stumm, Krupp, Kardorff, Mirbach 2c. Was sie thun und zuhalten!" In Dresden wurde Genosse Horn zu zwei Monaten feit dieser Klaffengegensäge überzeugen, die die moderne Gesell laffen, ist einfach die Wahrung der kapitalistischen Interessen Jauf Gefängniß oder 500 M. Geldstrafe deshalb verurtheilt, und das schaft geradezu in zwei Welten trennen, die im Denken und agrarischem wie industriellem Gebiete! Dabei ist es völlig gleichgiltig, Gericht motivirt dies damit, weil nicht blos die Fabrikanten Empfinden, im Urtheile über Recht und Unrecht soweit ausob sie dies selbst nicht einmal wissen und begreifen und es in ehr- sondern auch die Lieferanten und Aktionäre beunruhigt würden. einandergehen, daß was in ihren Kreisen als Bürgertugend und licher Ueberzeugung vielleicht sogar bestreiten, das dem so ist. Aber Eben dort wurde der Maurer Busse zu 7 und Fischer zu 5 Monaten Bürgerpflicht gilt, von ihnen bei uns als ehrlos, als Verbrechen an wenn auch das Deutsche Reich ein Klassenstaat ist, so ist doch die Art und 2 Wochen verurtheilt, weil sie am 1. Mai arbeitende Kollegen gesehen wird, das mit Zuchthaus bestraft werden muß. Es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn wir mit diefer und Weise, wie unsere Reichsregierung und unsere Großkapitalisten durch Drohungen gezivungen haben sollen, 50 Pf. in die Streitfasse diese Interessen gegen die Bestrebungen der Arbeiterklaffe gewahrt zu spenden. Alle diese Fälle sind jeden Tag zu Dußenden aus Agitation nicht bei jedem Arbeiter, der auch nur ein bischen politisches wissen wollen, diese spezielle Methode zu erklären aus dem Um- der deutschen Gerichtspragis zu fonstatiren. Sehen wir uns Empfinden besitzt, eine politische Ader hat, Verständniß für die Ges stande, daß wir im Deutschen Reiche eben überall die Rudimente ein paar Fälle an, wo der Nichter Bedrohung angenommen meinsamkeit der Interessen erweckten. Lassen wir den hundertIn Frankenthal wurde ein Küfer zu vier Mo- tausenden von katholischen Arbeitern, die heute noch hinter den des Polizei und Feudalstaates tragen. In England herrscht die hat. Bourgeoisie, der Großkapitalismus unbestritten, aber solch kleinliche, naten Gefängniß verurtheilt, weil er einen Drohbrief an Arbeits- Zentrumsfahnen marschiren, ihren lieben Herrgott und ihren Glauben. bureaukratische beschränkte Unterdrückungspolitik gegen die Arbeiterklasse, willige geschrieben. In Berlin erhielt ein Arbeiter eine Ge- Wenn wir sie erst von der Interessengemeinsamkeit mit uns, der die wir noch mit uns schleppen, kennt man dort nicht, und das ist nicht fängnißstrafe von einem Monat, weil er zu einigen Arbeits- Interessengemeinsamkeit aller Arbeiter und dem Gegensage ihrer etwa ein Zeichen der Schwäche der englischen Bourgeoisie, der Furcht vor willigen" die Aeußerung that:" Seht Euch die Kollegen an!" Intereffen und denen ihrer katholischen oder jüdischen Arbeitgeber der Arbeiterbewegung, nein, im Gegentheil ein Zeichen ihrer Stärke, In einem anderen Falle gab es einen Monat Gefängniß, weil ein überzeugt haben, dann wird sich auch das andere finden. Ich weiß ihres Straftbewußtseins. Bei uns glauben die Unternehmer vom Arbeiter einen anderen mit den Worten zu beeinflussen gesucht habe, dies aus meiner eigenen Entwickelung. Und da ist die Ankündigung der Buchthausvorlage ein Schlage Stumm, Haßler, die Sozialpolitiker von der ökonomischen es sei nicht schön, wenn Arbeiter ihren älteren Kollegen in den Rücken Einsicht der Posadowsty, Tirpis, Goßler, Brefeld und Bosse, man fallen! Der Gerichtshof erklärte die Aeußerung für strafbar, weil sie vorzügliches Agitationsmittel! Rügen wir daher die Ges fönne mit ein paar Strafparagraphen die ganzen den Unter den Vorwurf einer hinterlistigen Handlungsweise und damit eine Ehr- legenheit aus. Das monarchische Gefühl, das da und dort bei Arbeitern vorhanden war, geht zum Teufel. Wir nehmern so unangenehmen Streitbewegungen aus der Welt schaffen. verlegung enthalte und auch den Erfolg gehabt habe, daß die Kollegen vor einzelnen Genau vor 100 Jahren hat England seine Stoalitionsverbote erlassen, dem Betreffenden ausspieen. In Wiesbaden erhielten zwei Maurer eine müßten ja geradezu feige Hundefeelen sein, wenn wir diese ewige Be1800 seine Verschwörungsbill, die jeden Versuch der Organisation mit Woche Gefängniß, weil sie zu einem Arbeitswilligen gesagt hatten: Geh tomung des inneren Feindes", der„ vaterlandslosen Rotte" und Zuchthaus bedrohte, Barlamente und Richter stellten sich schamlos und heim, Du hast nicht ausgeschlafen. Für bloßes Streifpoftenstehen jetzt gar die Brandmarkung jedes Arbeiters, der gar zum Streit) zynisch in den Dienst der Unternehmerklasse. Umsonst! 1824 mußte wurde in Rostock in Dußend Fällen Wochen Gefängniß verhängt; anreizt", als ehrlosen Zuchthäusler unerwidert lassen. Wir haben den das Parlament die Koalitionsverbote wieder aufheben. Und nun, ebenso in Nürnberg und das Brandenburger Gericht Muth, den Arbeitern allüberall und allezeit zu sagen, daß sie von hundert Jahre später, soll bei uns von der Regierung und den erhöhte eine Polizeibuße, weil grober Unfug vorliege, auch ohne daß der monarchistischen Regierung nichts zu hoffen und alles zu fürchten? Unternehmervertretern den Arbeitern, die zum Streit an der Versuch gemacht werde, von der Arbeit abzuhalten. Und wenn wirk- haben und daß die nothwendige Voraussetzung des entgiltigen Sieges reizen", das Brandmal der Ehrlosigkeit in Gestalt der Zuchthaus- lich einmal einer sich hinreißen ließ zu einer gewaltthätigen Handlung, der Arbeiterklasse als zur Beseitigung der Klassenherrschaft die Ve strafe aufgedrückt werden, während selbst bei Hoch- und Landesverrath dann werden drakonische Urtheile gefällt, die wirklich eine schärfere fämpfung und Besiegung des monarchistischen Gedankens ist. Wic der Richter wenigstens die Ehrlosigkeit der Gesinnung ausdrücklich Strafbestimmung unmöglich machen sollten. In Dresden erhielt sprechen aus der Seele aller deutschen Arbeiter, wenn wir beim Kaiser, nicht bei der Regiefonstatiren muß. Hier ist die That von vornherein zu einer ehr ein Maurer 6 Monate Gefängniß, weil er einem Streitbrecher mit ihnen zurufen: Nicht losen gestempelt. Da muß man sich in der That fragen, ob man Verhauen gedroht, in Berlin 4 Monate, und der Richter führte rung, nicht bei den bürgerlichen Parteien im Parlament findet an, daß die gutgesinnten und fleißigen Ar- Ihr die rücksichtslose Vertretung Eurer Klasseninteressen, die findet denn in jenen Kreisen gar keine Ahnung hat von dem Denken und ausdrücklich git " " der = Ihr einzig und allein bei der angeblich vaterlandslosen Sozial-| Beschlusses zu stimmen. Selbstverständlich ist mit dieser Resolution poe dem Parteitage als Vertreter des Zentralorgans ger Demokratie. der Hamburger Beschluß aufgehoben. Nach Meinung aller Mit- da ist der Parteivorstand, der dasselbe thut, und die Und ich meine, wenn wir diese Agitation hinaustragen, zu keiner glieder der Kommission ist jest jeder Streit beseitigt und jedem, Redaktion, die die Verantwortung hat. Wir sollten nicht Zeit waren die Chancen für das Wachsthum der Partei, für die auch dem entschiedensten Gegner der Wahlbetheiligung ist es mög- so viel Instanzen schaffen. Es liegt auch kein Bedürfniß Werbung neuer Refruten günstiger als heute. Und darum bitte ich lich, der Resolution zuzustimmen. Ich spreche die Hoffnung aus, daß für den Antrag vor. Wenn ich recht unterrichtet bin, sind Sie, die von mir Ihnen unterbreitete Resolution einstimmig anzu- der Parteitag sich mit der Resolution einverstanden erklären wird. vier Mitglieder der Berliner Preßkommission als Delegirte hier annehmen.( Minutenlanger stürmischer Beifall und Händeklatschen.)( Beifall.) wesend. Die Berliner Parteigenossen können auf den Parteitagen Die Resolution hat folgenden Wortlaut: Hoffmann Bielefeld: Ich ergreife nur das Wort, weil überhaupt eine starke Vertretung haben. Berlin kann 18, die beiden Genosse Liebknecht in der ersten Sigung gesagt hat, die Bielefelder Wahlkreise vor den Thoren Berlin 6 Delegirte entsenden, 16 Abhaben gegen den Hamburger Parteitagsbeschluß verstoßen. Dagegen geordnete wohnen zur Zeit in Berlin, hierzu kommen Vertreter der muß ich protestiren, wir haben dem Beschluß entsprechend gehandelt. Redaktion, der Buchhandlung und in Berlin wohnende Kontrolleure, Ein Schlußantrag wird, nachdem Thiele- Halle dafür so daß wir, wie die Dinge liegen, 40-50 Berliner Genossen auf dem gesprochen hat, augenommen. Parteitag haben können. Das Ziel einer ausreichenden Delegation In seinem Schlußwort bemerkte Liebknecht, daß er seine Berlins ist also erreicht. Schon deshalb liegt kein Anle sor, der Meinung, als hätten die Bielefelder gegen den Hamburger Beschluß Preßkommission einen Delegirten zu gewähren. Erwähnen will ich, daß der Vorstand zu dieser Frage keinen Beschluß gefaßt hat, sondern gehandelt, aufrecht erhalten müsse. Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen gestellten Anträge persönliche Ansicht ausgesprochen. Hierauf wird die Resolution angenommen, die in bezug auf die dem Parteitag die Entscheidung anheimstellt. Ich habe mir meine find damit erledigt. „ Unter der kapitalistischen Produktionsweise hat die Unternehmerklasse das Bestreben, jeden Fortschritt in der Produktionstechnikt, jede Einführung arbeitsparender Maschinen, jede ihm günstige Konjunktur des Arbeitsmarktes dahin auszunüßen, die Löhne der Arbeiter zu kürzen, die Arbeitszeit zu verlängern und die politische und wirthschaftliche Abhängigkeit der Arbeiterklasse zu erhöhen. Die Arbeiter haben daher im Interesse ihrer Selbsterhaltung und der Hebung ihrer Lebenshaltung die Pflicht, mit allen im heutigen Klassenstaat verfügbaren politischen und wirthschaftlichen Kampfmitteln dieses fulturfeindliche Bestreben der Unternehmerklasse zu vereiteln. Ein unentbehrliches Mittel zur Verbesserung der LebensTage und zur Erhöhung der politischen und wirthschaftlichen Unabhängigkeit der Arbeiterklasse ist die gewerkschaftliche Organisation und dies ungehinderte Benutzung eines gesetzlich gewährleisteten Koalitionsrechts. Der Parteitag erflärt es als eine der ersten Aufgaben der Gesetzgebung, allen Arbeitern das Koalitionsrecht zu ge= währen und es gegen die unablässigen Anschläge des Unternehmerthums sicher zu stellen. Er wendet sich daher entschieden gegen die Drohung in der Tischrede des Kaisers zu Oeynhausen am 6. September 1898, demnächst der Volksvertretung einen Gesetzentwurf vorlegen zu lassen, wonach jeder mit Zuchthaus bestraft werden soll, der gar zu einem Streit anreizt. Streikandrohung und Streifverhängung sind für die Arbeiter im wirthschaftlichen Kampfe eben solche Waffen wie Aussperrungen, Kündigungsandrohung bei beabsichtigter Lohnherabsetzung u. dgl. für die Unternehmer, die durch ihre sozialestellung und ihre geringeAnzahl den Arbeitern gegenüber im Vortheil sich befinden und soweit sie in Verbänden, Ringen, Syndikaten koalirt sind, von vornherein eine ungeheure Uebermacht gegenüber den Arbeitern besigen. Der Parteitag fordert die deutschen Arbeiter ohne Unterschied der politischen und religiösen Anschauungen auf, sobald dem Reichstag eine solche oder ähnliche Vorlage zugeht, Protestversammlungen zu veranstalten und die Abgeordneten zur Stellungnahme gegen eine solche Vorlage zu drängen. Der Parteitag erblickt in der Kaiserrede das unzweidentige Zeugniß, daß die in den kaiserlichen Erlassen vom 4. Febritar 1890 in Aussicht gestellte Sozialreform seitens der Regierungen aufgegeben ist. Der nunmehr erst im richtigen Licht erscheinende Erlaß des Grafen Posadowsky zeigt, daß das Reichsamt des Innern statt des früher in Aussicht gestellten Schutzes gegen eine willkürliche und schrankenlose Ausbeutung der Arbeitskraft eine Politik der Unterdrückung der Arbeiterbestrebungen auf wirthschaftlichem Gebiete einleitet, eine Politik, die den legten Arbeiter über das Märchen vom sozialen Königthum" aufklären und ihn davon überzeugen muß, daß im heutigen Klassenstaat die Regierung immer mehr und immer deutlicher die Sachwalterin der Kapitalisteninteressen wird, und allein die Sozialdemokratie die rückhaltlose und offene Vertreterin der Arbeiterinteressen ist." Zur Geschäftsordnung bemerkt Die Resolution hat folgenden Wortlaut: Die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen unter dem Dreiklassensystem tann nicht wie die an den Reichstagswahlen als eine Heerschau betrachtet werden, als ein Mittel, durch die Zählung unserer Stimmen einen moralischen Erfolg zu erreichen, sondern nur als ein Mittel, bestimmte praktische Erfolge zu er zielen, namentlich die Abwendung der Gefahr, daß die krasseste Reaktion die Mehrheit im Landtag erlangt. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, erklärt der Parteitag, daß die Betheiligung an den Landtagswahlen nicht in allen Wahlkreisen geboten ist, umsoweniger, als bei der Kürze der Zeit, die uns von den preußischen Landtagswahlen trennt, nicht daran gedacht werden kann, die in dieser Frage jetzt weit auseinandergehenden Meinungen innerhalb der Partei einander so zu nähern, daß ein einheitliches Vorgehen der Gesammtpartei möglich ist. Unter diesen Umständen überläßt es der Parteitag den Genossen der einzelnen Wahlkreise, über die Frage der Betheiligung zu entscheiden. Wird in einem Wahlkreise die Betheiligung beschlossen, so werden, falls es sich dabei um eine Unterstützung bürgerlicher Oppositionskandidaten handelt, die Kandidaten fich verpflichten müssen, für den Fall ihrer Wahl in den Landtag für die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, wie solches für die Wahlen zum Reichstage besteht, auch für die Wahlen zum Landtage einzutreten und im Landtage alle Maßnahmen entschieden zu bekämpfen, die geeignet sind, die bestehenden Volksrechte im Einzelstaat weiter zu schmälern oder zu beseitigen. Die zu dem Punkte preußische Landtagswahlen gestellten Anträge sind durch die Annahme dieser Resolution erledigt. 7*), 8, 28, 29, 30, 35, 36 und 91. Es folgt die Berathung der Anträge zur Organisation Kiesel Berlin erklärt sich mit den Ausführungen Auer's einverstanden. Voigt Berlin: Die Preßkommission will nicht einen Delegirten haben als Vertretung des" Vorwärts", sondern um etwaige Angriffe auf ihre Thätigkeit abzuwehren. Auf diesem Standpunkt stehen die Genossen des vierten Wahlkreises. Die Mehrkosten spielen feine Rolle. Die Verhältnisse liegen so, daß alles in Berlin zu sammentrifft, daher die Möglichkeit der 40 Vertreter. Mit unserem Antrage hat das nichts zu schaffen, und Auer's Einwände sind daher hinfällig. 3 Thiele Halle widerspricht dem Antrage: Für uns ist die Breßkommission des Vorwärts" nicht ein Deut mehr als die jedes anderen Organs.( Sehr richtig!) " " der einfach die logische Folge des§ 17a des Organisationsstatuts Gerstenberger- Niederbarnim erklärt sich für den Antrag, sei, wonach die Preßkommission auch die prinzipielle und taktische Haltung des Vorwärts" zu kontrolliren hat. Auer weist darauf hin, daß heute viele Mitglieder der Preßkommission anwesend sind. Das ist doch nur Zufall. Wie es in Zukunft sein wird, wissen wir nicht. Hiermit schließt die Diskussion. Der Antrag wird abgelehnt. Es folgt die Diskussion über Antrag 30. ein Beschluß einer Kreiskonferenz mur sehr schwer wieder aufgehoben Bär Krefeld hält den Antrag für unannehmbar, weil danach werden kann. = Förster Hamburg ist ebenfalls gegen den Antrag. Würde derselbe angenommen, so fönnte man es erleben, daß sich in Zukunft der allgemeine Parteitag mit Beschlüssen der Kreiskonferenzen zu befassen hat. Das würde nur zu Streitigkeiten führen. der Demokratie in direktem Widerspruch. Aus den Ausführungen Steinijanz- Solingen: Der Antrag steht mit den Prinzipien mit ihrer Organisation gerathen. Ich kann den Genossen nur den des Genoffen Hoffmann geht hervor, daß die Genossen in Kollision Rath geben: Studiren Sie die Prinzipien der Demokratie, dann werden Sie auch eine passende Form für ihre Organisation finden. Hoffmann- Bielefeld wendet sich gegen die Vorwürfe des Vorredners und bittet nochmals um Abnahme des Antrages. Daß der Parteitag nach Annahme des Antrages mehr mit lokalen Angelegenheiten beschäftigt werde als jetzt, glaube er nicht. Man müsse doch die bestehenden Verhältnisse formuliren. Der Antrag wird abgelehnt. Es folgt die Berathung der Anträge, die sich auf die Taktik beziehen, es sind das die Anträge 11*), 12, 13, von denen nur die beiden ersten genügend unterstützt werden. V Man Die Unterstüßung reicht nicht aus zu den Anträgen 8, 29, 35, 36, Diese Punkte scheiden aus der Diskussion aus. Breh Hannover begründet Antrag 7: Parteitage an den Grenzen des Reiches verursachen nennenswerthe Koften, die auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden können. Was für außerordentliche Parteitage gut ist, kann für ordentliche Parteitage billig sein. Vertreter der Preßkommission muß auf den Parteitagen anwesend Görde Königsberg i. Nm. begründet den Antrag 28: Ein Den Antrag 11 begründet Bruhns Breslau: Pfannkuch hat sein, um Auskunft zu geben. Wenn wir diesmal noch keinen Ver- auf eine Anregung Staßenstein's auf dem Hamburger Parteitage ge= treter zum Parteitage entsandt haben, so geschah dies deshalb, weil äußert, die Sache dürfte nicht über's Knie gebrochen werden. wir wie immer in Berlin müsse Augustin: Nach der glänzenden Begründung der Resolution zu bescheiden waren.( Heiterkeit.) zur Sammlung und Sichtung des Materials Zeit durch Genossen Fischer können wir nichts besseres thun, als dieselbe träge sollen bestimmen, was die Kreiskonferenzen, die Bezirks- Partei- nach Hoffmann Bielefeld begründet den Antrag 30: Die An- haben. Jetzt sei wieder ein Jahr vergangen und die Frage einstimmig ohne Diskussion anzunehmen.( Lebhafte Zustimmung.) Arbeiten der Studienkommission wohl berechtigt. Stubbe Hamburg widerspricht dem Antrag, da er mit dem tage und die Kreis- Vertrauensmänner zu sagen haben. Punkt 2 soll Daß überhaupt Studienergebnissen der Agrarkommission Bassus der Resolution, der von der Veranstaltung von Protest- andalöse Vorgänge wie in Sachsen unmöglich machen, wo fich Leipzig nichts oder nicht viel vorhanden sei, das aber solle hier dann auch versammlungen redet, nicht völlig einverstanden sei. Protesteinfach über den Beschluß der Landeskonferenz hinwegfetzte. Vielleicht ist ausgesprochen werden. versammlungen allein genügen nicht, sie müssen einheitlich von einer die Form der Anträge nicht sehr glücklich, aber dem kann ja hier Stelle aus geleitet werden. abgeholfen werden. Eine Unzuträglichkeit ist, daß die KreisWenn nicht juristische Bedenken dagegen sprechen, bitten wir um Vertrauensmänner meistens vor dem Parteitage gewählt werden. Annahme des Antrages. nehmen. = Der Parteitag beschließt, von einer Diskussion Abstand zu Hoffmann- Bielefeld bedauert, daß er nicht zu Worte getommen ist. Als Vertreter des Kreises Bielefeld- Wiedenbrück, wo alle die Dinge vorgekommen find, hätte er dem Parteitag doch noch etwas Neues fagen können. Hierauf wird die von Fischer beantragte Resolution ein stimmig angenommen.( Lebhafter Beifall.) Ulrich- Offenbach erklärt nachträglich, daß die Behauptung Wurms, er habe die Revolution verspotten wollen, eine Unterstellung fei. Was ich habe verspotten wollen, waren die revolutionären Phrafendreschereien, und das halte ich aufrecht auch gegenüber ihren Anwendern hier.( Beifall.) Wurm erwidert, daß die Art, in der Ulrich gesprochen, auf ihn einen unangenehmen Eindruck gemacht habe.( Sehr richtig.) Gine Unterstellung habe er nicht gemacht. Er habe nicht gehört, daß Ulrich von revolutionären Phrasendreschern gesprochen habe. Sonst hätte er ihm recht gegeben. Zur Geschäftsordnung bemerkt Singer, daß der Referent Sachse zum Punkt Bergarbeiterschutz" und Schippel zum Punkt " Zollpolitik" Werth darauf legen, erst morgen zu reden. Auch Liebknecht hätte gern noch einige Stunden Zeit zur Vorbereitung. ( Liebknecht: Oho!) Liebknecht ist bereit, er wollte nur den Delegirten Zeit laffen, sich zu informiren. Wenn es der Parteitag wünscht, kann dieser Punkt jezt erledigt werden. Der Parteitag beschließt es. Es folgt somit die Verhandlung über Punkt 6: Die preußischen Landtagswahlen. = Es folgt die Diskussion über die gestellten Anträge betreffend die Organisation. Leutert Apolda erklärt sich gegen den Antrag 7. Wenn wir den Parteitag im Prinzip fest in die Mitte Deutschlands verTegen, wird das Bild des Parteitages verschoben. Lassen wir dem Parteitag freie Hand. Antrag 7 wird abgelehnt. fein Unglück angerichtet werde, daß der Antrag selber aber, seiner Zu Antrag 28 hebt Auer hervor, daß mit der Annahme zivar Meinung nach, überflüssig sei. Die Vertretung des Vorwärts" ist mit ihren erweiterten Befugnissen kann doch nur die Aufgabe haben, Sache der Parteileitung und der Redaktion. Die Preßkommission die Intereffen der Berliner Genossen dem„ Vorwärts" gegenüber nicht stören, wenn wir nicht in Zukunft recht unliebſame Auftritte wahrzunehmen und zu vertreten. Dies Verhältniß sollten wir doch haben wollen. Was soll es heißen, wenn sich die Preßkommission *) 7. Die Parteigenossen in Burg und Hannover:„ Die Parteitage haben möglichst in geographisch günstig gelegenen Orten stattzufinden." " den Zur Begründung des Antrages 12 führt David Mainz aus: Genosse Zubeil hat neulich gemeint, wir solches Programm nöthig ist, um in den Landtagen in agrarbrauchen kein Agrarprogramm. Ich bin aber der Ansicht, daß ein politischen Fragen einheitlich vorgehen zu können. Sind wir nur erst in theoretischen Beziehungen einig, dann wird auch die praktische Agitation leichter werden. Auf die Materie selbst will ich nicht eingehen, wohl aber möchte ich den Redakteuren und Schriftstellern den Rath geben, sich, wann sie eine Aeußerung über eine Agrarfrage thun, zu überlegen, ob sie damit nicht der praktischen Landagitation Schwierigkeiten bereiten. Es wird die Diskussion über Antrag 11 eröffnet. arbeiten müssen, ehe sie mit ihren Studien fertig ist. Fühlen die Pfannkuch: Die Agrarkommission wird wohl noch einige Jahre Genossen dann noch das Bedürfniß, von dem Ergebniß der Studien Inzwifchen mögen sie ruhig so wie bisher auf dem Lande agitiren, Kenntniß zu nehmen, so mögen sie dann einen Antrag stellen. nicht aber derartige Anträge stellen.( Heiterkeit.) Die Debatte wird geschlossen. Der Antrag wird abgelehnt. Zu Antrag 12 weist Baudert- Apolda auf die Verschieden heit der Verhältnisse in den einzelnen Ländern hin. Der Antrag sei überflüssig. M Landagitation nur sehr wenig geeignet sind, man kommt auch ohne 8ubeil ist der Ansicht, daß die bisherigen Broschüren für die Agrarprogramm mit dem allgemeinen sozialdemokratischen Programm auf dem Lande aus.( Sehr richtig!) Belasten wir uns nicht mit unnützem Ballast, sondern gehen wir schrittweise vorwärts, dann werden wir auch mit der Zeit die Bauern für uns gewinnen. Scheidemann Gießen ist gegen den Antrag, und zwar gerade deshalb, weil ihm ein Agrarprogramun oder eine Richtschmur für die Agitation auf dem Lande dringend erwünscht ist. Die Agrarfrage ist aber in weiten Arbeiterkreisen noch nicht geklärt, und es fönnte nichts Schlimmeres für die Agitation geben, als wenn wit ein zweites Breslau erleben müßten. Er sei überzeugt, daß diejenigen, welche jetzt noch auf dem hohen Roß sitzen, dereinst selbst ein Agrarprogramm verlangen würden. Wir müßten ja die Kleinen auf dem Lande für uns gewinnen, wenn wir die politische Macht erobern wollten.( Beifall.) Die Diskussion wird geschlossen. 8. Die Parteigenossen des Niederbarnimer Kreises: " Den Parteitag zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinden zu laffen." 28. Die Parteigenossen des 2., 4. und 5. Berliner und des Nieder- Barnimer Kreises: Als 4. Absatz des§ 9 Berichterstatter Liebknecht: Die Kommission ist gewählt worden, des Organisationsstatuts zu setzen: Und einem Vertreter der Preß um eine längere Debatte abzuschneiden und um zu ermöglichen, daß ein kommission des Zentralorgans( Vorwärts") der Partei." einheitlicher Beschluß gefaßt werden kann. Es würde in dem 29. Die Parteigenossen in Solingen:" Dent§ 10 des jezigen Augenblid, wo wir bezüglich des Koalitionsrechts die Noth- Organisationsstatuts folgenden Zusatz beizufügen: Erklären sich wendigkeit eingesehen haben, dem Feinde geeint gegenüberzustehen, gegen einen Beschluß des Parteitages mindestens 10 Wahlkreise falsch sein, über eine Reihe tattischer Fragen in heftige Debatten zu mittels Kreis- Parteiverſammlungsbeschlüsse, so muß die betreffende gerathen, in Debatten, die, wenn keine Verständigung erzielt wäre, Frage der Gesammtpartei zur Abstimmung unterbreitet werden. Die Bazu geführt hätten, daß zwar nicht eine Spaltung, aber doch eine Abstimmung hat ebenfalls in Kreisversammlungen zu erfolgen. Das Trennung der Partei entstanden und daß der eine Theil durch den Resultat wird nach Wahlkreisen berechnet." anderen majorifirt wäre.( Sehr richtig!) Die Aufgabe der Kom- 30. Die Parteigenossen des Kreises Bielefeld= Persönlich bemerkt David, daß er die Bearbeitung der Fragemission war eine sehr einfache. Jeder von uns hatte den Zweck der Wiedenbrüd: bogen aus Süddeutschland schon vor einem Jahre nach Berlin ge= Kommission begriffen und beide Theile waren sich darüber einig, fandt habe und dem Vorstand anheimgegeben habe, ob er die Druckdaß es galt, eine Form zu finden, die uns aus der Schwierigkeit legung angesichts der großen Unkosten veranlassen wolle. herausriß. 1. Die Beschlüsse der Kreiskonferenzen in denjenigen Kreisen, welche eine Organisation haben, sind für die Parteigenossen im Kreise bindend. Aufgehoben können diese Beschlüsse nur werden durch die entsprechenden Bezirksparteitage oder den allgemeinen Parteitag. Auch haben die Kreiskonferenzen das Recht, die Delegirten zum Parteitag zu wählen. 2. Die Beschlüsse der Bezirksparteitage sind bindend für die Genossen des Agitationsbezirks. Aufgehoben können diese Beschlüsse nur werden durch den allgemeinen Parteitag. Daß eine allgemeine Betheiligung nicht mehr möglich sein würde, daß keine Richtschnur gegeben werden konnte, nach welcher die Partei in ihrer Gesammtheit verfahren kami, darüber waren wir uns alle vollständig klar. Wenn in den letzten Monaten die Meimungen statt sich zu nähern, immer weiter auseinander gegangen sind, dann würden sie sich auch jetzt nicht mehr genähert und zu einem allgemeinen Resultat geführt haben. So galt es demi, da 3. Die Anordnungen der Kreisvertrauensmänner, welche sich auf allgemeine Betheiligung nicht nur durch die Meinungs- die Agitation im Kreise beziehen, haben Giltigkeit für die Vertrauensverschiedenheiten, sondern auch durch die Nähe der Wahl aus- männer im Kreise." geschlossen ist, alle streitigen Punkte zu beseitigen und uns dahin 35. Die Parteigenossen des Kreises Torgau- Lieben zu einigen, daß wir die Entscheidung über die Wahlbetheiligung wer da:" Jeder Wahlkreis kann einen Delegirten zum Parteitag ben einzelnen Kreisen überlassen. Die einzelnen Wahlkreise, senden. Die Kosten trägt ohne Ausnahme die Parteikasse." in denen ja die Lage eine sehr verschiedene ist, haben 36. Genosie H. Vogel in Charlottenburg: Die Gesich also darüber schlüssig zu machen, ob sie sich betheiligen wollen nossen eines jeden Reichstags- Wahltreises haben das Recht, einen und können oder nicht. Es ist vermieden worden, eine Direktive Delegirten aus ihrer Mitte zu den Parteitagen zu entsenden, für den von oben zu geben, es ist vermieden, zu sagen, der Parteitag will die Parteikasse Reise- und Tagegelder nach einem bestimmten Saze oder empfiehlt das und das, weil wir uns sagten, daß das eine Ver- zahlt. Die Kosten für weitere Delegirte haben die betreffenden gewaltigung der Minorität wäre, die gegen eine Betheiligung ist. Wahlkreise selbst zu tragen." So haben wir uns denn nach Vorschlägen von Bebel, Kautsky und mir auf eine Resolution geeinigt, für die wir alle gestimmt haben, mit Ausnahme von Meist- Köln, der das gebundene Mandat hatte, unter allen Umständen für Wiederherstellung des alten Kölner 91. Die Parteigenossen des 5. Berliner Kreises: Dem§9 des Organisationsstatuts als Abfag 4 einzufügen: Der Barteitag fezt die Diäten der Delegirten fest und sind dieselben aus der Parteitasse zu zahlen. Pfannkuch: Es hat mir fern gelegen, dem Genossen David oder einem anderen Mitgliede der Agrarkommission einen Vorwurf zu machen. Glaubt David das nöthig zu haben, so will ich erklären, daß er außerordentlich Mühe, Zeit und Fleiß auf die ihm *) 11. Die Parteigenossen in Breslau:„ Den Parteivorstand aufzufordern, die Ergebnisse der Arbeiten der vom Breslauer Parteitag befchloffenen Studienkommission für die Agrarfrage im Laufe des nächsten Jahres zu veröffentlichen." 12. Die Parteigenossen in Mainz:„ Der Parteitag empfiehlt den sozialdemokratischen Vertretern in den Landtagen, im Interesse eines einheitlichen Verhaltens, in agrarpolitischen Fragen Fühlung mit einander zu nehmen und den Entwurf eines agrarpolitischen Aktionsprogramms auszuarbeiten, der dem nächsten Parteitag zur Berathung und Beschlußfassung vorzulegen ist." 13. Der Genosse J. Brand in Hamburg:„ Der Parteitag empfiehlt den Parteigenossen, an allen Orten, wo eine gute politische und gewerkschaftliche Organisation besteht, die Disfussion über den Werth der Konsumvereine für die Arbeiterbewegung zu eröffnen, und zwar auf der Grundlage, daß unabhängig von der politischen und gewerkschaftlichen die Organisation des Konjumvereins geschaffen werde." #berwiesenen Arbeiten verwendet hat.( Sehr richtig.) Das An- und ihm drohend zugerufen: Sie haben mit mir bis jetzt noch wundungen aufgewiesen habe, die sehr wohl von Mißhandlungen erkenntniß fann man ihm nicht versagen. nichts zu thun gehabt; ich werde mir Ihr Gehöft öfter herrühren konnten, wohl aber nicht von einer Messingschnalle. Hierauf wird Antrag 12 abgelehnt. ansehen, hier scheint ein anderer Wind zu wehen!" Im Oktober 1894, befundet Zeuge Sabattus, wurde ein Damit sind die Anträge zur Taktik erledigt. Die Eigenthümerfrau Kupski bestätigt durchaus diese Aus- Mann namens Kuhn polizeilich mißhandelt. Ich bat, den Kuhn Kloß theilt mit, daß die anwesenden Vertreter der Gewerk- fage. Als der Gendarm den W. aufgeschrieben, habe der Bahnwärter doch zu entlassen; darauf bin ich schwer geschlagen, verfluchter schaften ersucht werden, nach Schluß der Sizung zu einer Be- ihn gefragt, warum das eigentlich geschehen sei. Klößsch äußerte: weil Hund, Lump, Ludewig, Strolch" genannt worden. Ich bekam dann sprechung zusammenzutreten, um diejenigen Schritte zu präzisiren, W. den Bahndamm entlang gegangen sei, worauf der Bahnwärter Stahl ein Strafmandat in Höhe von 3 M., bezahlte dieselben und ließ die welche angesichts der drohenden Zuchthausvorlage zu einer um erwiderte: Sch dächte, hier auf dem Bahndanım bin ich Polizei Sache auf sich beruhen; ich dachte, Du hast Dein Schicksal, Du befassenden Gegenaktion der deutschen Gewerkschaften zu ergreifen sind. und Sie auf der Landstraße." Klößsch entgegnete: Sie wollen mir fommst ja doch nur mehr Strafe. Schluß der Situng. wohl Vorschriften machen? Ich bin Beamter! Stahl antwortete: Am 2. September 1895 will Zeuge Müßig von vier SchutzIch bin auch Beamter und schon 25 Jahre, als Sie noch nicht die leuten so mißhandelt sein, daß er längere Zeit erwerbsunfähig wurde. Beamtenhosen trugen! Darauf habe der Beamte, diese Aeußerung Strafrechtliches Einschreiten gegen die Schutzleute wurde abgelehnt, falsch wiedergebend, gesagt, er sei beleidigt worden, worauf sämmt- weil nicht festgestellt werden konnte, wer geschlagen hatte. Nach dem liche Umstehenden sofort erklärten, Stahl habe das garnicht gesagt, ärztlichen Attest sind ihm mittels eines stumpfen Instruments, wahrwas der Beamte behaupte. Weisbach, der auf dem Kupski'schen Gehöft scheinlich eines, Ochsenziemers, mehrere Verlegungen beigebracht. An demselben Tage, befundet ein Arbeiter Lapöhn, ist auch Eine Leporelloliste Als er stand, habe dies durch die Bemerkung bekräftigt:„ Wir wissen ganz genau, was Stahl gesagt hat! Wir sind doch nicht besoffen! Da habe sich er wegen Straßenkontravention, derentwegen er drei Mart zahlen der Gendarm mit den Worten umgedreht:„ Was? Sie sagen, ich sei be- mußte, fiſtirt und auf der Polizeiwache geschlagen worden. offen? Sie sind mein Arrestant!" Dabei habe er ihn am Kragen dagegen remonstrirte, sei gesagt:„ Der Hund hat noch eine große gepackt und mit dem Revolver immer von unten nach Schnauze, der kriegt gleich noch eins gegen den Schädel!" Ein o herausgefprißt sei. Es sei nicht wahr, daß die Gesellen habe sich legitimirt, seine sofortige Entlassung verfügt. oben ins Gesicht geschlagen, so daß das Blut nur Lieutenant sei dann hinzugekommen und habe, da er hörte, er Herrn Klößsch bedrängt hätten. Mehrere Zeugen bestätigen in be= stimmter Form die Mißhandlung mit dem Revolver, andere haben Diese zwar nicht selbst gesehen, aber von dem blutenden Weißbach gehört, daß er mit dem Revolver geschlagen worden sei. Es folgt die Beweisaufnahme über eine Reihe angeblicher Mikhandlungen auf Polizeiwachen. Im August 1894 ist ein Bauarbeiter Fischer, wie der Korbmacher eller befundet, schwer mißhandelt, mit der Faust ins Gesicht geschlagen, so daß er blutüberströmt war. Als Zeuge dagegen demonstrirte, hieß es: Halten Sie das Maul, seien Sie zufrieden, daß es Ihnen nicht auch so geht! polizeilicher Mißhandlungen wurde gestern vor Gericht aufgerollt. Eine schon seit vier Jahren schwebende Anklage wegen Beleidigung durch die Presse gegen den Reichstags- Abgeordneten Arthur Stadthagen, die zuletzt im Juli 1898 das Gericht beschäftigte, gelangte nämlich gestern vor der im großen Schwurgerichtssaale versammelten achten Straffammer des Landgerichts I zur Verhandlung. Den Vorsiz führt LandgerichtsDirektor Weinmann, die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Eger. Es sind über 50 Zeugen geladen. Der Angeklagte hat ausnahmsweise die dritte Beilage des„ Vorwärts" vom 14. Oktober 1894 als verantwortlicher Redakteur gezeichnet. Diefelbe enthält in den ersten vier Spalten den Abdruck der Beschwerde, die Stadthagen gegen den Justizminister gerichtet hat und in welcher er verlangt, daß entweder gegen ihn wegen anKlempner Sch euch bekundet: Am 3. Oftober 1888 wurde ich geblicher bewußter Gebührenüberhebung öffentliche An= Zeugin Frau Anders sollte am 13. September 1895 zu früher arretirt. Auf der Wache wurde ich gefragt: Wie heißt Du? Du flage erhoben wird oder aber, daß gegen die Mitglieder des Stunde von der Polizei zur Wache gebracht werden, weil sie eine Strafe bist Ludewig, wirst Du mal gestehen, daß Du Ludewig bist und geEhrengerichtshofs der Ober- Staatsanwaltschaft beim Kammergericht nicht bezahlt hatte. Sie wurde in einen engen Raum geführt. Trotz tohlen hast? Und als ich entrüstet die Fragen verneinte, bekam und der Reichsanwaltschaft beim Reichsgericht wegen geflissent ihres Drängens, entlassen zu werden, damit sie zu ihren Kindern ich Ohrfeigen, dann wurde ich in die Belle gebracht; nach zehn licher Rechtsbeugung und ferner gegen diejenigen Beamten komme und daß sie ja die 24 Mark Geldstrafe bei sich habe Minuten kam der Schußmann mit einem Ochsenziemer und schlug und Privatpersonen eingeschritten wird, die nach Mittheilung des Ober- und bezahlen wolle, sei sie in eine dunkle Belle gebracht auf mich ein, ich sollte gestehen. Ich blieb dann besimmungslos liegen. Staatsanwalts die Akten und Geschäftsbücher nach Beendi- worden. Als sie dann wieder geklopft habe, sei sie von Im Herbst 1895, erzählt Zeuge Lansti, bin ich sistirt, habe gung des ehrengerichtlichen Verfahrens verbrannt oder an der Schuyleuten mit der Faust bearbeitet und derart an den Ohren geBeseitigung derselben vorsätzlich oder fahrlässig zogen worden, daß sie von 1895 her noch Schmerzen verspüre. Worte schon auf dem Hausflur einen Stoß ins Genick erhalten, wurde mitgewirkt haben. Wegen dieses Artikels ist Steafantrag wie„ altes Sauaas" fielen dann, als sie in der Angst den Raum dann von mehreren Schußleuten gemeinsam geschlagen, in ein dusteres nicht gestellt, dagegen sind in derselben Nummer des Vorwärts" verunreinigt hatte. Als ihr Sohn gekommen sei, habe man auch immer geführt, mit einem stumpfen Instrument, ich glaube einem Schlagring, über die Nase geschlagen. Nun sei er' zwei andere Artikel erschienen, welche ebenfalls vom Angeklagten diesen und in seiner Gegenwart auch sie, die Mutter beschimpft. verfaßt waren und in denen die Anklagebehörde eine Beleidi- Endlich sei der Wachtmeister gekommen. Dieser habe dann das Geld wüthend geworden und habe sich gewehrt. Plötzlich aber feien gung der Beamten des Polizeipräsidiums sowie genommen, dann sei sie endlich freigelassen worden. Später ſei ſie 10 bis 12 aus dem Bett gesprungen und hätten mit Stiefeln 2c. in dem ganz dunklen Zimmer, in welchem die Schutzleute schliefen, des Gendarmen lösch zu Reinickendorf erblickte. Der erste zum Arzt und zur Redaktion des Vorwärts" gegangen. Er sei völlig blutig gewesen gewesen und Artikel trägt die Ueberschrift: Wie wird man auf den Berliner Dr. Christeller bestätigt, daß er Frau Anders untersucht auf ihn losgeschlagen. Polizeiwachen behandelt?" Es wird die Behauptung aufgestellt, hat und ihr ein Attest darüber ausgestellt hat, daß ihr Körper als er gebeten, ihn niedersitzen zu lassen, habe man ihm bedaß Bürger, welche auf Polizeiwachen zu thun haben, diese Orte in Spuren von Mißhandlungen zeige, die sehr wohl auf die von Frau fohlen, stehen zu bleiben und die Schnauze" zu halten. Als er um Wasser gebeten, habe man ihn in die Zelle geworfen vielen Fällen in anderem Zustande verlassen, als sie ihn betreten Anders angegebene Weise entstanden sein könnten. haben. Während sie in unverlegtem Zustande hinkamen, wiesen sie Beuge Stein will am 23. September 1895 auf einer Polizei- und dort habe er bis zum frühen Morgen liegen müssen. Der Zeuge, nachher Verwundungen und Verlegungen auf, welche dem Anscheine wache mißhandelt worden sein. Wegen einer geringfügigen Straßen- ist aus dieser Affäre zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Es werden hierauf mehrere Aerzte vernommen, die seinerzeit nach von Fausthieben, bisweilen auch von Schlägen mit Waffen lontravention sei er gefesselt und dann von zwei Schuyleuten geherrührten. Die Leute behaupteten, auf der Wache mißhandelt schlagen worden. Auf Beschwerde hierüber sei ihm bedeutet worden, kurz nach der Entlassung der betreffenden Zeugen aus den Polizeiworden zu sein. Sollten sie alle an Halluzinationen leiden? Es die Schnauze" zu halten. Die Straßenkontravention habe er später überall Verletzungen vorgefunden, die der Darstellung der Zeugen wachen ihnen ärztliche Atteste ausgestellt haben. Die Aerzte haben wird dann auf die bekannte Gummischlauch- Affäre gelegentlich der mit 3 M. Geldstrafe gebüßt. Zeuge übchen theilt zu diesem von der Art, in welcher sie die Verletzungen empfangen haben wollen, Versammlung der Arbeitslosen hingewiesen und zum Schluß der Falle gleichfalls mit, daß Stein gefesselt worden fei, und Vorschlag gemacht, es möchten sich höhere Polizeibeamte in entsprechender Kleidung arretiren lassen, um aus eigener Erfahrung darüber urtheilen zu können, ob auf den Polizeiwachen geprügelt werde oder nicht. " Der zweite beanstandete Artikel trägt die Ueberschrift:" Wozu tragen die Gendarmen Revolver?" Der Verfasser erzählt, daß der Gendarm Klötzsch einem Tischler, den er wegen eines gering fügigen Vergehens zur Wache zu bringen hatte, ohne Veranlassung mit seinem Revolver einen heftigen Schlag gegen das rechte Auge bersetzt habe. war start, Blut " In einem Falle Schleich ist die angeblich mißhandelte Frau nicht ermittelt; die geladenen Schuzzleute bestreiten jede Mißhandlung. Es folgt nunmehr Der Fall Mechlinski. so das daß aus dem Handgelent entsprachen. bekundet Zene Schneider. hervorgetreten sei. Dasselbe Der Staatsanwalt behält sich vor, in diesem, wie in dem später zur Verhandlung kommenden Falle die Schuyleute und sonstige Gegenzeugen zur Vernehmung zu bringen. Er habe das deshalb nicht gethan, weil der Hauptpunkt der Anklage sich dahin richte, daß der AnDer Zenge Reisender Mechlinski bekundet: Am 9. August 1897 geklagte einzelne Vorfälle von Mißhandlungen generalisirt und dadurch eine Beleidigung begangen hat. Uebrigens seien die betreffenden hatte ich Geburtstag, stand nachts gegen 1 1hr Ecke Hirtenstraße ich wohnte damals Nr. 3. Personen bestraft. Er wolle im übrigen dem Angeklagten zugeben, in der Nähe meiner Wohnung daß die von diesem behaupteten Fälle und noch mehr sich ereignet Schußleute forderten mich auf, fortzugehen; ich erwiderte, ich wohne in der Nähe und stehe auch niemand im Wege. Der Angeklagte, der eine Reihe von formellen Einwendungen haben, so daß auf Beweisaufnahme verzichtet werden könne. gegen das Verfahren macht, wiederholt zahlreiche alte Beweis- Stadthagen bemerkt hiergegen: Der Wortlaut des Nunmehr wurde ich aufgefordert, mit zur Wache zu kommen. Ich anträge, u. a. auch den, sämmtliche in den Jahren 1893 und 1894 Artikels ergiebt, daß nur von hier und da" vorkommenden Fällen erklärte, gutwillig mitgehen zu wollen, wurde aber vom Schutzmann auf die Polizeiwachen Sistirten als Zeugen zu laden. Er hat auch gesprochen ist. Im übrigen stehe es für ihn fest, daß die Be- am linken Arm fortwährend gekniffen. Als wir über den Hof zur den Polizeipräsidenten v. Windheim vorschriftsmäßig laden handlung, wie sie dort geschildert ist, allerdings leider als Regel Wachtstube gingen, wurde ich von Schußleuten mit Füßen in die lassen, um durch seine Vernehmung darzulegen, daß die von ihm erachtet werden könne. Ob dies thatsächlich der Fall sei, hätte durch Nähe des Gemächtes gestoßen. In der Wachtstube wurde ich am behaupteten Zustände auf den Berliner Polizeiwachen thatsächlich bestehen. eine Voruntersuchung und durch Erhebung der abgelehnten Beweis- Halje gewürgt und an die Kante des Tisches gedrückt. Als ich die Er beruft sich ferner auf den im Jahre 1897 vorgekommenen und anträge festgestellt werden können. Nichts liege ihm daran, was der Beamten bat, mich doch nicht so zu mißhandeln, holten sie auch schon in der Stadtverordneten- Bersammlung behandelten Fall Staatsanwalt ihm gegenüber zugeben wolle. Es komme lediglich einen Gegenstand, ich glaube, einen Ochsenziemer, und schlugen Mechlinski, in welchem angeblich ein Mann, der ohne Grund darauf an, ob thatsächlich geprügelt sei und dafür seien damit auf den oberen Hinterkörper. Nachdem dann meine Personalien verhaftet worden sei, sich darüber beschwerte, daß er in ein ja die Zengen geladen. Für eine Generalisirung, die nicht festgestellt waren, sollte ich meinen Hut, der auf der Erde lag, aufIrrenhaus gebracht und erst durch die Aerzte von Herz- im Artikel steht, sei er nicht verantwortlich, habe ja im übrigen heben und nach Hause gehen. Ich bückte mich nach dem Hut, darauf wurde ich nochmals von hinten gestoßen, so daß ich aufs Gesicht fiel berge aus dieser Anstalt befreit wurde, weil er weder geistes- trotzdem hierfür Beweis augetreten. frant noch gemeingefährlich sei. Angeklagter will aus In einem dritten Falle befindet ein Zeuge Bardenberg, und das Blut aus der Nase floß. Ich ging nach der Sanitätsdiesem Beweise ex post darthun, daß auch jetzt der daß er auf der Polizeiwache im April 1895 mißhandelt worden sei. wache X, um ärztliche Behandlung zu erhalten. Dort wurde mir Polizeipräsident noch nichts gegen die angeblichen Wißstände ge- Er sei ins Gesicht geschlagen, gefnebelt und mit Füßen gestoßen gerathen, meine Schmerzen durch Kühlen zu lindern und mich an than habe und daraus der Rückschluß gestattet sei, daß diese Miß- worden. Veranlassung zur Sistirung gab eine geringfügige Straßen- einen Arzt zu wenden. Zu Hause reinigte ich mein Gesicht von Bhit. Am 10. August vormittags erbat ich auf dem Polizeirevier die Personalien stände im Jahre 1894 um so mehr vorhanden gewesen Polizeikontravention. jeien. Er erklärt, auf den vorschriftsmäßig geladenen, aber nicht Eine Frau Walther ist ebenfalls ihrer Aussage nach der beiden Schußlente, die mich sistirt hatten. Ich wurde auf 4 Uhr anwesenden Zeugen v. Windheim nicht verzichten zu können, ebenso im August 1895 auf dem Wege zu einer Polizeiwache, wohin sie ge- nachmittags bestellt, da der Lieutenant nicht da sei. Um 4 Uhr traf wenig auf den Tischler Weisbach, der von dem Gendarmen Klößschführt wurde, weil sie vor ihrem Hause stand und sich auf Auf- ich den Lieutenant, stellte diesem die Sache vor, mußte mich vor mißhandelt worden sei. Der Angeklagte macht ferner den Schutz forderung nicht entfernte, so stark mißhandelt, daß ihre Kinder, die ihm auskleiden und wurde gebeten, zu warten, bis der Arzt käme. des§ 193 für sich geltend, da er als Bürger und als Stadtverord sie auf den Armen hatte, gefährdet waren und deshalb von anderen Ich wartete vergeblich bis 7 Uhr abends. Der Lieutenant sagte, ich neter von Berlin das Recht und die Pflicht habe, polizeiliche Miß- Leuten in Sicherheit gebracht wurden. Sie sei zu unrecht arretirt sollte am nächsten Tage um 10 Uhr wiederkommen. Am nächsten stände in der Oeffentlichkeit zu behandeln und auf ihre Abstellung worden und habe sich gewehrt, allerdings sei sie später von der Morgen ließ ich mich nun zunächst von einem privaten Arzt untersuchen. zu drängen. Der Gerichtshof beschließt nach längerer Berathung, Straffammer wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu drei um 10 Uhr traf ich auf der Wache einen Polizeiarzt; dieser untersuchte mich. Mir wurden nun sämmtliche Sachen abgenommen, ich mußte die Beschlußfaffung über die gestellten Beweisanträge auszusetzen, Wochen Gefängniß verurtheilt worden. inzwischen aber auf alle Fälle bei dem Minister des Innern, der bis 7 Uhr abends warten, dann wurde ich von zwei wärtern der Frrenanstalt Herzberge als angeblich gemeindem Polizeipräsidenten die Geehmigunng, Aussagen zu machen, noch gefährlich geistestrant nach Herzberge geschafft. Die nicht ertheilt hatte, dem Antrage des Angeklagten entsprechend unter Mittheilung des Beweisthemas anzufragen, ob er dem PolizeiAustalisärzte stellten meines Wissens sofort einen Entlassungsantrag. Ich wurde dann am 25. August aus der Anstalt entlassen. Ich habe präsidenten v. Windheim die Erlaubniß ertheile, sich vernehmen zu laffen. Bezüglich des Tischlergesellen Weisbach theilt der Staatsdiesen Fall dem Angeklagten mit der Bitte um Nemedur mitgetheilt, an den Polizeipräsidenten direkt habe ich mich nicht gewendet. anwalt mit, daß Weisbach nicht kommen könne, weil er zu schlechte Kleidung habe und sich schäme, in dieser vor Gericht zu erscheinen. Da ein Zeuge sich erbietet, dem W. eigene Kleider zu leihen, wird er beauftragt, den Zeugen aus Reinickendorf herbeizuholen. Die Beweisaufnahme erstreckt sich zunächst auf Die Gendarmen- Angelegenheit. Zeuge Kellner Grazinski erzählt, wie am 11. Juli 1894 ein Schußmann einen Mann schwer mißhandelt habe. Der Staatsanwalt hält entgegen, daß Zeuge wegen wissentlich falscher Anschuldigung zu 9 Monaten Gefängniß und 2 Jahren Ehrverlust verurtheilt worden sei. Der Zeuge sagt: das ist ganz richtig, meine Verurtheilung ist aber meiner Ueberzeugung nach durchaus zu unrecht passirt. " StaatsZeuge Bäcker Paul Kautsch ist, wie der Staatsanwalt Der Staatsanwalt erklärt, der Fall habe nichts mit dem vorweg konstatirt, von einem später ins Frrenhaus gebrachten Schutz- bereits 1894 geschriebenen Artikel zu thun. mann auf der Polizeiwache schwer mißhandelt worden. Stadthagen Angeklagter: Ich bin anderer Ansicht. Diesen Fall habe ich wendet demgegenüber ein: Aber Verfolgungen gegen diefen, wiederholt in der Stadtverordneten- Versammlung öffentlich vorspäter irre gewordenen, oder diejenigen, die die Wißhandlung getragen. Dem Polizeipräsidium muß dieser Fall bekannt sein; es sahen, sind nicht eingetreten. Nur der„ Vorwärts" habe den hat aber bis heute keinerlei Abhilfe dagegen geschaffen, daß Bürger, Zenge Gendarm Klötzsch bestreitet entschieden, den Weisbach Vorfall ausführlich dargelegt. Zeuge Kautsch selbst theilt die polizeilich sistirt werden, solchen Gefahren ausgesetzt werden. Die Ich muß auf Vernehmung des ordnungsmäßig geladenen Polizeivorsätzlich mit dem Revolver ins Gesicht gestoßen oder geschlagen zu mit, daß der Fall im Mai 1892 sich ereignet habe. haben. Er habe am 8. Oftober 1894 den Weisbach betroffen, als er Mißhandlungen hätten zunächst in Ohrfeigen bestanden, dann sei er präsidenten beharren, event. bitte ich, den Direktor Professor Mocli Sunbefugt die Bahnstrede entlang ging. Als er ihn gefragt, was er ohumächtig geworden, und als er wieder zum Bewußtsein gefomumen zu laden. Eine Juzwischen ist vom Minister des Innern ein Telegramm einda thue, habe er eine schnoddrige Antwort erhalten und sei genöthigt sei, hätte er Verwundungen am Kopf und am Auge gehabt. gewesen, die Persönlichkeit des 2. festzustellen. Dabei sei es zu Photographie, die ihn im verlegten Zustande zeigt, liegt auf dem getroffen mit folgendem Inhalt: Zur Entscheidung darüber, ob dem erregten Aeußerungen gekommen und als er infolge des Schimpfens Tische des Gerichtshofes. Die Photographie ist auf Aurathen im Polizeipräsidenten die Erlaubniß zu seiner Vernehmung ertheilt des W. nochmals zurückkehrte, sei dieser schon auf dem Gehöft des Vorwärts" gemacht. Der Vorwärts" selbst hat den Fall ausführ- werden könne, gehöre, daß Polizeipräsident v. Windheim vom Minister zunächst über die Sache selbst gehört werde. Tischlermeister Krupsti gewefen. Dieser habe den Gendarm von lich im Jahre 1892 gebracht. feinem Grundstück gewiesen und die Gesellen hätten ihn Zeuge Neumann will verschiedene Male auf Polizeiwachen anwalt Dr. Eger beantragt, den Antrag auf Vernehmung des mit allerlei Handwerkzeug in bedrohlicher Weise bedrängt, mißhandelt worden sein; zuerst vor 15 Jahren, dann vor etwa Polizeipräsidenten v. Windheim abzulehnen, da dieser ganze Vorfall so daß er seinen Revolver gezogen und gedroht habe, Feuer 3, dann vor 2 Jahren. Als er 1894 beim Polizeipräsidium sich be- aus dem Jahre 1897 mit dem Artikel aus dem Jahre 1894 nichts zu geben. Ihm sei nicht bewußt, den W. mit dem schwerte, sei ihm gesagt, daß er noch obendrein bestraft werden zu thun habe. Auf Antrag des Angeklagten find noch eine Anzahl von Aftens Revolver in das Gesicht gestoßen zu haben. Der würde. Ereignet habe sich der Fall am 7. August 1894. Er sei Zeuge befundet im Verlaufe der Verhandlung, daß er infolge eines denn auch später wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu stücken herbeigeschafft worden, darunter ein solches von Feldmannzu Langenbielau. Der Redakteur Feldmann war wegen Beleidigung Sturzes vom Pferde an Gedächtnißschwäche leide. Von sechs Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Zeuge Arbeiter Schuchert ist seiner Aussage nach im angeflagt, von der Strafkammer aber freigesprochen worden. Das Stadthagen darauf aufmerksam gemacht, daß er einem Zeugen gegenüber sich über die Affäre Weisbach noch am Abend des Juli 1894 sistirt worden. Auf der Wache wurde ihm gesagt, er solle Reichsgericht hatte das Urtheil aufgehoben, die Straffammer aver 7. Oftober 1894 geäußert und davon gesprochen habe, daß er es die Schnauze halten; er erwiderte, er habe keine. Der Beamte zum zweiten Male auf Freisprechung erkannt, weil sie als erwiesen erachtet hat, daß auf Berliner erklärte der erwiderte: Wenn Sie keine Schnauze haben, dann halten Sie Ihre dem betreffenden gewissermaßen eintränken werde, Gendarm, daß der Mann, mit dem er ein solches Gespräch geführt Fresse! Als ich entgegnete: die habe ich auch nicht, ließ er mich Polizeiwachen so gehauen ist, daß es sich anEin Zeuge hat dort haben solle, der größte Feind von ihm sei". Der Zeuge, Bau- durch einen anderen Schutzmann in die Zelle bringen. Dann wurde hörte, als würden Teppiche geflopft. unternehmer kind, bestätigt die Darstellung Stadthagen's und fügt ich von 4 oder 5 Schußleuten festgehalten, mit den Fäusten und mit glaubwürdig behauptet, wiederholt sei auf einer Wache so geschlagen hinzu erst eine Woche später sei Feindschaft eingetreten. Ueber einem Riemen mit einer Messingschnalle auf den Kopf und anders- worden, daß es mächtig bumste". den Vorfall selbst wird eine ganze Reihe von Zeugen vernommen. wohin geschlagen, ich wurde gefnebelt. Auf meine Bitte, mich los- Nachdem Staatsanwalt und Angeklagter ihre entgegenstehenden Unter diesen erklärt der Bahuwärter Stahl, der inzwischen zumachen, wurde feste losgeschlagen, ein Taschentuch in den Mund gesteckt Ansichten über die Nothwendigkeit der Ladung des Polizeipräsidenten wegen Beleidigung des Klößsch in erster Justanz zu 10 M. und dann noch toller geschlagen. Ich wurde schließlich mit Waffer vorgetragen haben, beschließt der Gerichtshof gegen 5 Uhr, die Sache Geldstrafe verurtheilt worden ist, auf das bestimmteste, daß begossen und nachdem ich den ganzen Nachmittag dort gelegen hatte, auf morgen, Donnerstag 11/2 Uhr, zu vertagen und den Polizeis der Gendarm zum Schluß seines Renkontres den Weißbach gegen 10 Uhr endlich entlassen. Veranlassung zu meiner Siftirung präsidenten von Windheim vorzuladen, hingegen den Antrag bei der Kehle gepackt und mit dem Revolver, den er aus der Tasche gab eine unerhebliche Sache, wegen deren ich später zu 6 m. ver- auf Ladung des Professor Moeli abzulehnen. gezogen, wiederholt heftig ins Gesicht geschlagen habe. Als der urtheilt wurde. Mir wurde von Bekannten gerathen, mich nicht zu Eigenthümer Kupski ihn von seinem Grundstück gewiesen, habe der beschweren, da man der Polizei gegenüber doch den Kürzeren ziehe. Dr. 8inner bestätigt, daß Zeuge ihn aufgesucht und VerGendarm auch diesem mit dem Revolver vor dem Gesicht gefuchtelt Tokales. wenigen die Geflügelcholera ausgebrochen. In dem Geflügelbestande auf dem Grundstück Ackerstr. 22 ist Theater. " Im Lessing Theater wurde am Dienstag Sardon's neueste Geschichtsklitterung Pamela" zum ersten Male aufgeführt. enn unser Theater lediglich von eitlen Schauspielerinnen abhinge, so tämen wir dazu, daß nur Fabrikate von der Art der " Paméla" auf den Bühnen herrschten. Für theuren Preis wurde das Machwerk des geriebenen theatralischen Jongleurs aufgekauft und an der Kaufsumme ist auch Jenny Groß, die Darstellerin ist ein reaktionärer Haſſer der französischen Revolution und ihrer Folgeerscheinungen. Darum könnte er, wäre er nur ein Dichter, doch das Elementare einer Bewegung erkennen, die ihm verhaßt ist. Statt deffen hängt er sich lieber an Kleinlichkeiten und sucht große geschichtliche Prozesse mit Hintertreppen- Romantik zu erklären, Leichtfertig, wie die geschichtliche Auffassung, ist ebenso die künstlerische Ausführung. Anekdotisches Gewißel und viel Heulme ei, das in etlichen losen Bildern durcheinander gerieben, giebt d. Inhalt des Stückes in Stücken". Jahren im zweiten Stock des Hauses Friedrichstr. 200. Seine Pragis| dacht einer verkleideten Mannsperson, daß ihre Sistirung erfolgte. war nicht sehr bedeutend, seine Ehe unglücklich, weil er ein loderes Der Mißgriff stellte sich aber bald heraus, und unbehelligt konnte Die Höhe der monatlichen Armemmterftügung stellte sich Leben führte. Wenn wir nicht irren, hat er schon einmal von sich reden die in so üblen Verdacht gerathene Berlinerin von dannen gehen. Bei der städtischen Armenverwaltung im Jahre 1896/97 dem gemacht durch einen Auftritt in der Leipzigerstraße, der dann noch zu legten, über das bis jetzt Veröffentlichungen vorliegen auf durch einer Duellforderung führte und so auch noch das Gericht beschäftigte. bahn in Steglitz hat schweres Unheil angerichtet. Der im Augen Eine Dampfkessel- Explosion im Depot der Dampfstraßenschnittlich 13,73 M. Von den 27 027 Almosenempfängern, die am Frau Dr. Meine hatte schon vor 22 Jahren ihren Mann verlassen. blick der Explosion mit dem Heizen einer Maschine beschäftigte 31. März 1897 in den Almosenlisten standen, betamen aber: Dieser wollte jetzt nach dem Hause an der Ecke der Friedrich- und Maschinist Gerber wurde zu Boden geschleudert und sehr schwer 7 Personen( 0,03 pet.) nur bis 3 M. pro Monat, 1755 Personen Bimmerstraße umziehen. Als gestern Morgen um 6 Uhr Arbeiter verwundet. Die anderen in demselben Raume thätigen Arbeiter er ( 6,49 pet.) über 3 bis 6 M., 3096( 11,46 pet.) über 6 bis 9 M., kamen, um die Möbel abzuholen, fanden sie keinen Einlaß. 6977( 25,81 pt.) über 9 bis 12 M., 6807( 25,19 pet.) über 12 bis Pförtner des Hauses benachrichtigte den Wirth und dieser ließ die Materialschaden entstanden. Der litten nur Verlegungen leichterer Art. Außerdem ist ein erheblicher 15 W., 5122( 18,95 pet.) über 15 bis 18 m., 2540( 9,40 pCt.) 2ohnung durch einen Schlosser öffnen. Man fand nun den Arzt in über 18 bis 21 m., 371( 1,37 pCt.) über 21 bis 24 M., 210( 0,78 pet.) feinem Schlafzimmer in seinem Blute schwimmend todt liegen. Er über 24 bis 27 M.. 109( 0,40 pct.) über 27 bis 30 m., 33( 0,12 pet.) hatte sich aus einem Revolver, den er noch in der rechten Hand hielt, über 30 M. pro Monat; das heißt zu größeren Gruppen zusammen- zwei Kugeln in den Kopf und zwei in die Brust gejagt. Die Polizei gefaßt: es bekamen 18 642 Personen oder 68,98 pct., also nahezu schloß die Wohnung. fieben Zehntel aller Almosenempfänger, nur bis 15 M., davon 4858 oder 18,18 pet. sogar nur bis 9 M., während andererseits 8385 oder 31,02 pet. über 15 M., davon aber nur 723 oder 2,67 pct. über 21 m. bekamen. Die daneben gezahlten Extra- UnterIm Falle Rothenburg ist endlich ein Erkenntniß des Landstützungen tragen, da die meisten davon an nicht laufend gerichts zu Stargard vom 1. Oktober erwirkt, daß die Schwester der unterstützte Bersonen gezahlt werden, nur bei Frau Rothenburg unter Tragung aller Kosten vorläufig verurtheilt Almosenempfängern zu einer Kleinen Erhöhung der Laufen- ist, eine lebenslängliche Rente von 80 Mark monatlich der der" Paméla" betheiligt. den Monatsunterstützung bei. Für Wittwen mit Kindern Frau R. zu zahlen. In dem Prozesse wurde festgestellt, daß Ernsthaft fassen kann man den neuesten Sardou nicht. Es kommen außerdem die Pflegegelder in betracht; sie stellten sich Fräulein Beckner ein Vermögen von über 200 000 Mart hinter handelt sich nicht so sehr um die dick aufgetragene Tendenz. Sardou 1896/97 auf 3 bis über 10 W., durchschnittlich 6,34 M. pro Kind und sich hat. Demnach ist die Stadt Berlin seinerzeit in der Eintreibung Monat, doch wird in der Regel für ein Kind nichts gezahlt. Aus der Alimentation für Frau R. nicht mit der nöthigen Energie vor diesen Zahlen ist ohne weiteres klar, daß ein großer Theil der Berliner gegangen, wie lettere immer behauptete. In gleicher Weise er Almofenempfänger, namentlich alle die, welche nichts mehr dazuver- scheinen die Entmündigungsanträge der hiesigen Staatsanwaltschaft I dienen können oder nicht noch von anderer Seite Unterstützungen, unhaltbar, weil nunmehr gerichtlich konstatirt ist, daß Frau Rt. und Renten 2c. bekommen, sich in der denkbar traurigsten Lage befinden deren Sohn lediglich Rechte verfolgen, welche ihnen zustehen, um in muß. Das Gesetz verpflichtet nur zur Gewährung dessen, was zum aller- Befiz des entzogenen Vermögens wieder zu gelangen. nothdürftigsten Lebensunterhalt erforderlich ist; aber die von der Traurige Familienzustände. Zu erregten Auftritten tam es Berliner Armenverwaltung gewährten Unterstützungen reichen vorgestern Abend gegen 7 Uhr in der Bad- und Bankstraße. Die das darf unbedenklich behauptet werden, und es wird auch durch Tochter des auf dem Gesundbrunnen wohnenden Fabrikanten F. war Jm reinen Operettenstil wird das Regiment von Barras, dem manchen traurigen Fall aus dem Leben und Sterben der Almosen- feit mehreren Tagen, nachdem sie in der Wohnung der Eltern einen Frauengeneral geschildert; Napoleon, der Sieger von Toulon, bleibt empfänger bestätigt vielfach selbst zur Beschaffung des Allernoth- Einbruchsdiebstahl verübt hatte, flüchtig. Da ihm das Mädchen noch im Hintergrunde. Der fleine Dauphin fist im Gefängniß. wendigsten nicht aus, und sie entsprechen somit noch nicht einmal schon sehr viel Sorgen bereitet, beschloß F., gegen seine Tochter den Die Szene wird gar weinerlich ausgebeutet; und um den der gesetzlichen Mindestleistung. Strafantrag zu stellen und er begab sich zu diesem Zwecke vorgestern Dauphin beginnt das Nänkespiel zwischen Barras sammt seinen Große Erbitterung herrscht gegenwärtig unter den hiesigen zur Polizei. Auf dem Rückwege von der Wache traf der Vater zu- Polizeiagenten und zwischen den wackeren royalistischen Verschworenen. Möbeltransportarbeitern, welche als jogenannte ständige Arbeiter bei fällig die Entflohene, hielt sie fest und wollte das Mädchen einem Ihnen hat sich aus reinem Mitgefühl für das unglückliche Königsden hiesigen Möbeltransport- Fuhrunternehmern angestellt sind. Die Schußmann übergeben. In wenigen Augenblicken sammelte sich eine find die allzeit refolute, weiberschlaue Pariserin Paméla zugefellt, die Herren haben in neuerer Zeit zunächst eine lokale Vereinigung ge- große Menschenmenge an, welche trotz der vom Vater gegebenen in den gefährlichsten Situationen obzufiegen pflegt. gründet zu dem ausgesprochenen Zwecke, die Fuhrlöhne bei Möbel- Aufklärung den Versuch machte, das Mädchen zu befreien und den Aufguß der„ Madame Sans- Gêne! Sardou kennt das Räthsel des transporten und Umzügen möglichst gleichmäßig zu regeln und auf Fabrikanten zu mißhandeln. Erst hinzukommenden Schutzleuten ge- Dauphins natürlich genau. Er soll untrügliche Dokumente dafür eine der Zeit angemessene Höhe zu bringen. Es ist denn auch ein lang es, die aufgeregte Menge zu zerstreuen und die junge F. nach besigen, ließ er aussprengen, daß der Dauphin aus dem Kerker gerettet worden sei und daß statt seiner ein todtkrankes Kind unterTarif ausgearbeitet worden, welcher von der Vereinigung der Möbel- der Polizeiwache zu überführen. transporteure anerkannt worden ist und beim diesmaligen Oktober- Ein Greis von 87 Jahren hat im Siechenhaus an der geschoben worden sei. Das Theaterstück als solches machte unser Publikum nicht warm Umzuge seine Feuertaufe bestanden hat. Daß dieser Tarif nicht zum Schönhauser Allee Nr. 59 Hand an sich gelegt. Der frühere SchiffSchaden der Unternehmer berechnet worden ist, bedarf wohl keiner bauer Wilhelm Jander, der sich hier seit 6 Jahren befand, konnte und nicht kalt. Man weinte nach dem zweiten Aft mit dem unman war mit Paméla's Frauenmuth besonderen Versicherung. Die Möbeltransportarbeiter, welche bei troß seines hohen Alters das Trinken nicht lassen. Um Geld für glücklichen Dauphin, man sich dem umfangreichen Oktober- Umzuge einen übermäßig angestrengten Schnaps zu bekommen, ging er betteln. Dreimal wurde er dabei im vierten Aft einverstanden; im übrigen ließ Dienst hatten, waren in dieser Voraussicht und in der Abficht, noch in den letzten vierzehn Tagen von der Polizei aufgegriffen. von dem Vorgehen der Fuhrunternehmer auch etwas für sich Die Folgen scheinen ihm das Leben verleidet zu haben. Als ihm zu profitiren, schon vor der Umzugszeit dahin sich einig geworden, gestern Mittag eine Aufwärterin der Anstalt das Essen bringen wollte, für die Tage der Hauptziehzeit einen Tagelohn von 5 W. zu er fand sie den Alten als Leiche auf; er hatte sich im offenen Kleiderlangen, und fühlten sich umsomehr zu dieser Forderung veranlaßt, spinde erhängt, nachdem er vorher versucht hatte, sich durch Deffnen als ihnen durch den Tarif der Möbeltransporteure die sonst üblichen der Pulsader zu tödten. Die Hochbahn. Der Magistrat ist von zahlreichen Vereinen aus Süd und Südwest ersucht worden, dafür einzutreten, daß die elektrische Hochbahn bereits von der Gitschinerstraße aus, vor der Bellealliance- Brücke in eine Unterpflasterbahn oder Untergrundbahn übergeleitet werde. " Verdünnter nicht aufregen. Auch durch die zuckersüße, geleckte Spielmanier des Frl. Groß nicht. Neben der Paméla, dem freibenden Geist, giebt's nur noch eine wichtigere Rolle im Stück, den Barras, dessen selbstgefälligen Ton Herr Klein treffen mußte, da er sonst in seinem Vortrag auch gleichgiltiges gerne mit Nachdruck unterstreicht. Es liegt das in seiner besonderen Spielweise. Vermischtes vom Tage. ―ff. Trinkgelder gänzlich abgeschnitten oder doch wesentlich verkürzt Einen blutigen Zusammenstoß führte gestern früh wieder einwurden. Fuhrunternehmer, an welche die Möbeltransportarbeiter. mal das lichtscheue Gesindel herbei, das sich am Humboldtmit ihrer Forderung herantraten, sagten auch bereitwilligst die hafen umher zu treiben pflegt und in der letzten Zeit wieder sehr Zahlung eines Lohnsatzes von 5 M. für die Ziehzeit zu. Jetzt breit macht. Sieben oder acht Strolche hatten in der Nähe der y. Wegen Verlegung des Briefgeheimnisses wurde haben die Arbeiter nun die Erfahrung machen müssen, daß man Eisenbahnbrücke beim Lehrter Bahnhof ihr Quartier aufgeschlagen in Hamburg eine Frau von ihrem Ehemann angeklagt und vom ihnen die Zusage gemacht hat in der vorbedachten Absicht, sie nicht und trieben die Nacht hindurch allerhand Unfug. Als heute früh Schöffengericht zu 20 Mark Geldstrafe verurtheilt. Sie hatte gegen zu erfüllen. Soweit bis jest nämlich bekannt geworden ist, haben zwei Männer mit einer Frauensperson vorbeikamen, rempelten sie das ausdrückliche Verbot des Mannes, der einen Ehescheidungsprozeß nur die Firmen Sch.( Krausenstraße). Gebr. B. u. Co.( Köpnicker- biefe ohne weiteres an. Die beiden Männer schienen aber im Ge- gegen sie führt, an ihn gerichtete Briefe geöffnet. straße) und M. u. C.( Dorotheen- und Elsasserstraße) ihr gegebenes brauche des Messers auch sehr bewandert zu sein. Sie versezten- Bei dem Amtsgericht in Sch we I'm gelangte ein Prozeß Versprechen gehalten und den Arbeitern 5 M. pro Tag gezahlt; den beiden Angreifern, die ihnen am nächsten waren, sofort je einen um fünf Pfennige zur Verhandlung. Der Kläger wurde die übrigen Firmen haben die Arbeiter mit 4 und 3 M. abgespeist. Stich, der sie kampfunfähig machte. Alls auf das Jammergeschrei abgewiesen, weil er seine Ansprüche nicht in Schwelm, sondern bei Daß eine so schäbige Handlungsweise die Arbeiter verbittert, wer der Gestochenen ein Schußmann des 5. Neviers herbeikam, ergriffen dent Amtsgericht in Haspe hätte geltend machen müssen. Die wollte sich darüber wundern? sie die Flucht, sprangen über den Baum des Chariteegeländes und für die Klage und den lägerischen Rechtsanwalt entstandenen entkamen. Die Frauensperson hatte sich schon vorher entfert. Die Kosten betragen ungefähr vierzig Mark. Nummehr hat der Gestochenen wurden von einem Schußmann dem Krankenhause zu- Verklagte seine Schuld von fünf Pfennigen bezahlt, und somit hat geführt. Der eine nannte sich Arbeiter May Detschmered aus sich sein Prozeßgegner die hohen kosten umsonst gemacht. der Chorinerstr. 84. In Mühlheim a. Rh. feuerte ein Musiker nach vorausAls die Polizei sich hier heute Vormittag bei den Eltern einmal nach dem Sohne näher er- gegangenem Streit vier Revolverschüsse auf seine Schwiegermutter Ein Theil der Chariteestraße wird infolge der Erweiterungs- hmdigen wollte, stellte sich heraus, daß die Angabe falsch war. ab und brachte sich alsdann selbst einen tiefen Stich in den Hals bei. Der Bursche bequemte sich dann, seinen richtigen Namen anzugeben; Beide Personen wurden tödlich verletzt. bauten der Charitee kassirt werden. Der zwischen der Schumann er ist ein wohnungsloser Umbertreiber Franz Feind, erst 18 Jahre Der Lehrjunge eines Schlossermeisters in Markirch( Elsaß) und Unterbaumstraße liegende Theil dieser Straße ist Eigenthum der alt. Der zweite ist noch jünger, ein erst 16 Jahre alter Ewald fiel auf ein Stück glühendes Eisen, das ein Arbeiter gerade aus Charitee, deren Verwaltung beschlossen hat, da das für die Er- Schönberg aus der Ruppinerstraße, ein verwahrlofter, unverbesser- dem Feuer geholt hatte. Dieses drang ihm tief in den Rücken und weiterungsbauten zur Verfügung stehende Terrain sich als nicht aus- licher Bengel, der seinen achtbaren Eltern schon sehr viel zu schaffen verlegte noch die Lunge. Der Knabe starb kurz darauf. reichend erwiesen, an dieser Stelle den Fahrdamm und den öst- gemacht hat. Die Begleiter der beiden Burschen gaben von dem An der Küste, der Bretagne herrschte in den letzten Tagen lichen Bürgersteig zu Bebauungszwecken mit zu verwenden. Hier soll Borkommniß eine Darstellung, bei der sie und die beiden Gestochenen ein schwerer Sturm. Der Dampfer„ Vigilant", der drei Kähne sich später das neue Direktions- und Aufnahmegebäude der Charitee als harmlose Leute möglichst gut wegkommen. Sie wußten einen im Schlepptau hatte, wurde bei der Insel Sein vom Sturm überganzen Schauerroman von dem furchtbaren Ueberfalle zu erzählen, rascht. Die Kähne rissen sich los und verschwanden mit vier portu Die Baupläne für das zweite Rathhaus, welches zwischen dem sie ausgesetzt gewesen seien. giesischen Matrosen spurlos. der Kloster- und Jüdenstraße seinen Platz erhalten soll, werden nunFenerbericht. Nach dem Friedrich Wilhelmstädtischen y. In Kopenhagen tenterte ein Boot, in dem vier deutsche mehr in Angriff genommen. würfen für das dritte märkische Frrenhaus begonnen. Zur Fertig- rufen. Es brannte der neue Bohlenbelag im Maschinenhause. Da Gleichzeitig wird auch mit den Ent- Theater wurde die Feuerwehr Mittwoch frith gegen 1 Uhr ge- Matrofen bei hochgehender See zu ihrem Schiff zurückkehren wollten. Alle vier ertranken stellung der umfangreichen Zeichnungen hat der Magistrat besondere das Feuer rechtzeitig bemerkt war, fonnte es in kurzer Zeit gelöscht einen Kämpfer der Arm gebrochen. Bei einem Borerkampf in New York wurde dem Räumlichkeiten miethen müssen. Dieselben befinden sich in dem werden, so daß die Feuerwehr schon nach einer halben Stunde Damit hörte aber der Hauſe Jüdenstr. 20 und sind bis zum Oktober 1900 zu einem jähr wieder abrückte. Um dieselbe Zeit ging Pappel- Allee 131 ein Kampf nicht auf, da das Ende des Kampfes erst eintritt, wenn lichen Miethspreise von 2100 M. zu vorgedachten Ziveden gesichert beladener Heuwagen in Flammen auf. Gin Rohr trat längere Zeit ein Gegner zehn Sekunden lang am Boden liegt. Der Ver Zwecken letzte unterlag erst nach mehreren Gängen. in Thätigkeit. Senefelderstraße brannte eine Stunde später ein Bosten Werg und Stroh auf freiem Felde. Außerdem mußten noch fleinere Brände abgelöscht werden Blumenthal str. 4, ussitenstr. 45, Borsigstr. 24, Koppenstr. 97 und Fichtestr. 34. erheben. worden. Straßensperrung. Der Spreeweg von den gelten bis zum Großen Stern, mit Ausnahme des Plates an der Lutherbrücke, wird behufs Ausführung von Kanalisations- Arbeiten vom 6. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerte und Reiter gesperrt. Aus den Nachbarorten. Hüben und Drüben. Zahlreiche Matrosen der amerikanischen Marine weilen, wie ein Berichterstatter mittheilt, gegenwärtig in Berlin. Den Leuten ist bei Gewährung freier Her- und Rückreise ein achtwöchiger Urlaub bewilligt worden. Nach Deutschland wurden Schöneberg. Unter der Negie des Herrn Julius Türk annähernd 150 Mann beurlaubt, von denen etwa 30 Mann in Berlin finden in dem von den Parteigenossen gesperrten Lokal„ Schwarzer bei Angehörigen eingetroffen sind. Was werden die deutschen Kriegs- Adler", Hauptstr. 13, in bestimmten Zwischenräumen schauspielerische veteranen von 1870, die sich heute noch um Gewährung einer färg- Vorstellungen statt. Herr J. Türk sucht unter der Arbeiterschaft lichen Bension abmühen, zu dieser Generosität einer wilden Staats- Schönebergs für diese Vorstellungen Propaganda zu machen. Wir regierung fagen? machen darauf aufmerksam, daß der Lokalbefizer, Herr A. I mm, sich nach wie vor weigert, feinen Saal der Sozialdemokratie zur Die Lokalfommission von Schöneberg. Verfügung zu stellen. Die Austellung eines Schularztes ist in der Gemeinde Briz erfolgt. Diese Neuerung wurde dadurch erleichtert, als sich Herr Dr. Siegel dortselbst bereit gefunden hat, die Funktionen eines Schularztes unentgeltlich zu übernehmen. Von Klondyke nach Vancouver zurückgekehrte Gold d sucher schildern in grellen Farben die Schrecken der durch britisches sucher schildern in grellen Farben die Schrecken der durch britisches Gebiet gehenden Ashcroft- Route. Nur wenige, die diese Route wählen, sollen ihren Bestimmungsort erreichen. Von Haselton bis Glenora sei der Weg mit Menschen- und Pferdeleichen und Auss rüstungs- Gegenständen bestreut. In den Wäldern hätten die Indianer viele Skelette von Menschen gefunden, die Hungers gestorben sind. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet während der Parteitags woche am Dienstag, den 4., Donnerstag, den 6., und Freitag, den 7. Oktober, abends von 7 bis 8% ihr statt. J. M. 200. Natürlich kommt eine solche Entfernung sehr in betracht. Mit der Distanz wachsen die Schwierigkeiten. Telephonische Verbindung mit Amerika nicht vorhanden. 44. Buverlässige Mittheilungen, die sich auf allgemein wissenswerthe Dinge beziehen, sind selbstverständlich willkommen. Briefkasten der Expedition. Zum Raubmord in der Zionskirchstraße liegt jetzt das ärztliche Gutachten über die erfolgte Obduktion vor. Dasselbe besagt, daß zwischen dem Mörder und seinem Opfer ein Ringen stattgefunden haben muß, da letzteres zu beiden Seiten des Kehlkopfes Strangulationsmarken aufweist. Ob der Tod aber durch Erwürgen oder infolge der Kopfstiche eingetreten ist, fonnte mit Sicherheit nicht festgestellt werden. Das Gutachten besagt außerdem, daß die Stiche, die übrigens nicht Auf Brandstiftung wird ein Feuer zurückgeführt, welches vormit einem Messer, wie anderwärts behauptet wird, beigebracht gestern Nacht zu Tempelhof in der Friedrich Wilhelmstr. 105 Recknagel, Weißenfels. Postabonnenten wollen ihre Beschwerden wurden, wie ihre lappigen Ränder beweisen, mehr von vorne be- ausgebrochen und von der Freiwilligen Ortsfeuerwehr gelöscht worden über Unregelmäßigkeiten in der Zustellung nicht an die Expedition, sondern führt wurden, so daß Mörder und Opfer einander Aug' in Aug' ist. Der Inhaber der Wohnung, in welcher der Brand entstanden, stellt haben. Wir liefern an das Postzeitungsamt die von diesem angegebene stets an das betreffende Post amt richten, bei dem sie den Vorwärts" be gegenüberstanden. Der zurückgelaffene 27 Bentimeter lange und der Arbeiter S., dessen Ehefrau ihm davongelaufen ist, hatte schon Anzahl von Exemplaren; die Bersendung erfolgt von letzteren, wir haben 21/2 Zentimeter an der Schneide breite, sehr scharfe Stahlmeißel zeigt wiederholt geäußert, daß er bald die„ Bude" in Brand stecken werde. garnichts damit zu schaffen. eine Ausbruchstelle von 2 Zentimeter Breite und 1 Zentimeter Länge. Diese Aeußerung und der Umstand, daß das Feuer unter dem Es ist ein Instrument, wie es gewöhnlich zum Kiftenöffnen gebraucht Treppenverschlag ausgebrochen ist, haben den Tempelhofer Amtswird. Der aufgefundene Ueberzieher ist nach Angabe eines vorsteher veranlaßt, den Arbeiter S., der bei der Entstehung des Sachverständigen aus theurem Diagonalstoff angefertigt, aber schon Feuers allein in der Wohnung anwesend war, in Haft zu nehmen. mehrere Jahre alt. Der mitgenommene Ueberzieher des Pfarrers Er ist denn auch bereits in das Berliner Untersuchungsgefängniß Roller ist stahlblau, etwa 2 Jahre alt und bereits etwas verblichen. abgeliefert worden. Stoffproben von demselben wie auch der zurückgelassene Baletot Was einer Schriftstellerin in einem Berliner Vororte können jederzeit bei der Polizei besichtigt werden. Der Mörder muß passiren kann. Auf der Suche nach dem entsprungenen Richard sehr stark mit Blut besudelt sein, was daraus geschlossen wird, daß Erpel befinden sich unausgesezt die Polizei- Organe der Vororte, Swinemde. 773 SS bedeckt weder an den Wänden noch auf dem Fußboden Blutstrahlen, die da wohl mit recht angenommen werden muß, daß der Flüchtige fich Hamburg zweifellos aus den Wunden schoffen, vorgefunden sind. Jedenfalls in der ihm bekannten Gegend aufhält. Gefunden haben die Polizei- Wiesbaden 770 D hat sich der starke Blutstrom gegen den Mörder ergossen, woraus sich Organe den Erpel allerdings noch nicht, dagegen ist am vergangenen München auch erklärt, daß derselbe ein bereits beschmutztes Oberhemd des Sonntag in einem östlichen Vororte eine Berliner Dame, von der Wien p. Roller überzog, um die Blutbesudelung zu verdecken, aber einen ganzen Posten anderer Wäsche unberührt ließ. Witterungsübersicht vom 5. Oktober 1898, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° 4° R. Stationen Barometerstand mm Winds richtung Windstärke Wetter 2 bedeckt Temp. n. C. 16° G.= 4° R. 64481 773 NNO Berlin 772 OSO 770 NO 771 Still 10 Haparanda 757 SW 1 bedeckt 13 Petersburg 764 2 1Regen 13 Cort 768 DSO 1 heiter 11 Aberdeen 773 1 bedeckt 12 Baris 767 NO wolkent 11 1 bedeckt 4Dunst 1 bedeckt 1wolfent 11 14 vermuthet wurde, daß unter dieser Maske der gesuchte Erpel sich Wetter- Prognose für Donnerstag, den 6. Oftober 1898. verborgen halte, das Opfer der polizeilichen Recherchen geworden. Mild und ruhig, vorwiegend nebelig und wolkig ohne erhebliche Die Betreffende, eine Schriftstellerin, trug nämlich so ausgeprägt Niederschläge. männliche Züge und erweckte auch im übrigen so lebhaft den VerDer Selbstmord eines Arztes wird aus der Friedrichstadt gemeldet. Der praktische Arzt Dr. med. Meine wohnte seit zwei Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.