Nr. 235. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illuftrirter Sonntags= Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungs Preisliste für 1898 unter Dr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. 50 Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: But I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Prügelnde Polizeibeamten. Raum ist der Erlaß des Herrn v. d. Recke an die Re gierungspräsidenten bekannt geworden, so tritt durch den Prozeß Stadthagen die hohe Aufgabe, die die Polizei zum Schuße des friedlichen Bürgers angeblich zu erfüllen hat, abermals trefflich in die Erscheinung. Und zwischen beiden Dingen ist ein recht inniger Zusammenhang. Freitag, den 7. Oftober 1898. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Politische Nebersicht. vom Polizeirevier Beuthstr. 3 statt. Auf diesem Polizeirevier waren mehrere streifende Packetfahrt- Angestellte ins Gesicht geschlagen. worden und ein Beamter hatte den Verhafteten höhnend die Berlin, den 6. Oktober. Redensart zugerufen: Ihr 2ümmels, warum streitt Jhr!" Koinzer, der sich besonders brutal benommen hatte, bekam pflogenen Debatten über die Tattit unserer Partei beschäftigen Der sozialdemokratische Parteitag und die dort gedrei Monate. Bon der Aberkennung der Befähigung, öffentliche nunmehr die gesammte gegnerische Presse. Einige Proben der Aemter zu befleiden, hatte der Gerichtshof abgesehen, weil der Konfusion im bürgerlichen Lager haben wir schon gestern Polizeilieutenant dem Angeflagten das Zeugniß eines pflichttreuen Beamten ausgestellt hatte Schmidt wurde zu 50 M. schon seit so manchem Jahre. Sowie irgendwo in der Partei und gegeben. Dasselbe ergögliche Schauspiel wiederholt sich Strafe verurtheilt, der letzte Angeklagte freigesprochen. in In dem Erlaß der entschiedene Befehl, bei Ruheſtörungen besonders auf den Parteikongressen zu tage tritt, daß in der Partei Am 17. Februar 1897 verurtheilte die Berliner Straffammer den diefe oder jene Materie von verschiedenen Standpunkten aus disauf die Uebelthäter unnachsichtig mit der blanken Waffe ein Schuhmann Harf zu einem Monat Gefängniß. Der Angeklagte beging futirt wird, dann beginnen gar bedächtig und bedenklich die zuhauen, und ja nicht über die Köpfe der Menge zu schießen; an einer Straßenlaterne eine Uebertretung. Zur Rede gestellt von alten Perrückenstöcke zu wackeln. Aha, die Spaltung!" in dem Prozeß die Thatsachen aneinandergereiht, daß eine einem Baffanten pacte er diesen am Halse und würgte ihn unter ruft zunächst die Majorität der Berrücken.- Oh nein," Reihe schwerer Mißhandlungen von Beamten ausgeübt wurden, Schimpfivorten. Eine große Menschenmenge nahm Partei für den Gemiß- klingt es von links, es ist die Mauserung! Laßt die denen die öffentliche Sicherheit anvertraut ist. Was liegt handelten. Harf zog den Säbel und stürmte gegen Leute jetzt nur machen und stört sie nicht, dann werden wir näher, als daß ein Beamter, der mit der Weisung aus die Menge Ios. Schließlich wurde er von einem hinzu- sie bald gerüstet ist, in den vom Erlaß erwähnten Fällen von der kommenden Schußmann verhaftet. bei den bürgerlichen Reformern haben und Auf dem Wege zur dann iſt der ganze Waffe den ausgiebigsten Gebrauch zu machen, seinem Eifer Polizeiwache riß sich der Angeklagte los und ver. Da schreit aber schon die gesammte Reaktion dazwischen:„ Ach, borüber." Sozialistensput auch in diesen Fällen die Zügel schießen läßt, wo nach seiner sette dem ihm folgenden Schuhmacher Conrad hr Schlummertöpfe, seht Ihr denn nicht die nackte Heuchelei Auffassung minder staatsgefährliche Dinge niederzuschlagen sind. einen Fußtritt gegen den Unterleib. Würden solche Ausschreitungen der Beamten nur ganz verbei jenen rothen Brüdern? Von Reformen sprechen sie. Der Schutzmann Zachow erhielt am 28. November 1897 bon Aber ihre innere Absicht ist die blutige Revolution, einzelt ans Licht treten, dann hätte man noch einen Grund zur der Berliner Straffammer eine Geldstrafe von 50 M. zudiftirt, die in allernächster Zeit ausbrechen wird, wenn die Regierung Entschuldigung. Ein gut Theil der Schuld an diesen Zuständen weil er einen Arrestanten mit dem liegt in der Auswahl der Beamten. Leute ohne jede Kenntniß über den Kopf schlug, daß dieser eine 5 Zentimeter Umsturzpartei aufs Haupt schlägt." Säbel sich nicht endlich aufrafft und mit schonungslosen Waffen die der Verhältnisse einer Großstadt, ohne mehr als oberflächliche lange Wunde erhielt. in wenigen Wochen eingedrillte Kenntnisse der zahllosen, die Polizeiverwaltung betreffenden Gesegesvorschriften erlangen 21. Januar 1898 zwei Polizeibeamte, der eine zu fünf, der andere als Bolizeibeamte Anstellung. Die Hauptbedingung ist nur, daß der betreffende eine Militärdienstzeit hinter sich hat, das andere findet sich von selbst. Von der Straffammer in Düsseldorf wurden Wie sich diese interessante Diskussion diesmal abspielt, noch einige Proben. Die agrarische Deutsche Tageszeitung" am davon aus den heute vorliegenden bürgerlichen Zeitungen sieht alles roth: zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, weil sie einen Arrestanten auf das unmenschlichste mißhandelt hatten. Dabei hatte man vorher den Gemißhandelten noch angeklagt wegenWiderstandes gegen die Staatsgewalt. In der Verhandlung selbst wurde ein Beamter wegen Verdacht bes Meineids verhaftet. Nur wenn von solchen Beamten arge Mißgriffe geschehen, wenn Leute aus den Kreisen des honetten Bürgerthums auch einige Büffe abbekommen, oder gar ehrbare BürgersInteressant ist auch ein Urtheil der Potsdamer Straffammer frauen unter falschem Verdacht den Weg zur Polizei antreten vom 12. April 1898 gegen einen Kriminalkommissar wegen Sittlichkeitsmüssen, dann kommt auch in diesen Streisen ein Gefühl vergehens. Die Straffammer verurtheilte den überführten Angeklagten der Unsicherheit über unsere Rechtszustände zum Ausdruck, mit Rüdsicht auf seine Stellung, wie es in der und die Entrüstung wird in Blättern laut, die sonst für jede urtheilsbegründung hieß, und mit Rücksicht auf sein Vorleben nur That der Polizei, die gegen Arbeiter gerichtet ist, eine Ver- zu einer Geldstrafe von 400 m. theidigung zur Hand haben. Das ist das charakteristische Merkmal: So oft Ausschrei fungen von Beamten bekannt werden, fast immer richten sie sich gegen Arbeiter. Studenten sind gewiß auch recht oft Gäste auf den Polizeiwachen; daß sie sich gerade immer sehr harmlos Gegen den Schuhmann Parhna erkannte am 3. Juli 1898 die Berliner Straffanmer auf eine Gefängnißstrafe von vier Monaten, weil er sich der schweren Körperverlegung in zwei & ällen schuldig gemacht hatte. Wenn es einerseits richtig ist, daß die Sozialdemokratie allgemein und unter allen Umständen an ihrem revolutionären Endziele festhält, und wenn der Ausspruch Frohme's von den rothen Phrasen und den rothen Lappen andererseits einen wirklichen Sinn haben soll, so läßt er fich nur so erklären, daß die Sozialdemokratie gewillt ist, um Mandate zu gelvinnen, ihre rothen Phrasen hinter dem Zaune der Zähne zu behalten und ihre rothen Lappen sorgsam zu verhüllen, d. h. mit anderen Worten: Bauernfang zu treiben. Die ganze, insbesondere zu Wahlzeiten in wenig durchfeuchten Gegenden, zur Schau getragene Mäßigung ist also weiter nichts als Lug und Trug, dazu bestimmt, diejenigen zu ködern und ihnen blauen Dunst vorzumachen, die durch die rothen Lappen noch erschreckt werden würden und für die Enthüllung der Endziele, also für die rothen Phrafen, noch nicht reif zu sein scheinen. Das Berliner Tageblatt" bläst die Beschwichtigungs" Dies nur einige Fälle aus dem umfangreichen Material, benehmen, ist nicht anzunehmen; auch Leute aus den sogenannten das uns zur Verfügung steht. Sie alle zeigen eine äußerst schalmei: besseren Gesellschaftskreisen verirren sich an diesen Stätten. milde Beurtheilung der Vergehen von Polizeibeamten seitens" Jeder Politiker, der unbefangen die Entwickelung der Aber man hört sehr selten, daß sie dort mit Gummischlauch der Gerichte, ganz zu schweigen davon, wie weit die Sozialdemokratie verfolgt hat, muß zugeben, daß ihre Taktik oder Ochsenziemer Bekanntschaft gemacht hätten. Der aus irgend Justizverwaltung verurtheilte Polizisten der Begnadigung sich immer mehr nach der Richtung hin entwickelt, die einem entlegenen Dorf zum Militär eingezogene Knecht, der empfohlen hat. Eduard Bernstein charakterisirt hat. Das Thörichteste, später Gefreiter, dann Unteroffizier und schließlich den Sozialdemokraten, Schuhmann wurde, hat aus seinem Dienſtverhältniß noch mit den Vergehen, die Arbeiter sich zu schulden kommen die an Stoffmangel leiden, Stoff zu neuen Diskussionen Fordern diese Dinge nicht auch zum Vergleich heraus was man thun könnte, wäre, immer den richtigen Respekt vor dem„ gnädigen Herrn" be- ließen und ihrer Beurtheilung seitens der Gerichte? Wir zu geben. Vor allem aber sollte man sich hüten, wahrt. Ein solcher prügelnder Schuhmann dürfte die Menschen fragen uns, was wäre den Arbeitern geschehen, die im Lohn- ihnen den Stoff zu Agitationen, über den sie leider ja reich. meist nach ihrem Aeußern einschäßen. Dem schlechtfampf gegen andere Arbeiter ähnliche Gewaltakte verübt lich verfügen, noch zu vergrößern. Die sozialdemokratische gekleideten Arbeiter gegenüber wird seine Hand oft viel loser hätten? Wir können sicher sein, sie hätten an Strafen so viel Bewegung ist in ruhige Bahnen gekommen- wer sie daraus fizen, als gegenüber dem schon in der äußeren Erscheinung Monate, vielleicht Jahre bekommen, wie die Beamten Wochen. auf das Endziel abzulenken sucht, ist verantwortlich für etwaige ihm mehr Respekt einflößenden Bourgeois. Dieselbe Werth- Wo aber finden wir die Stimme, die sich entrüstet über die Katastrophen." schätzung, die ihm bei dem„ gnädigen Herrn" zu theil wurde. Gewaltakte, die Sicherheitsbeamte ausführen? Wo, Herrv. d. Recke, In ungetrübter Heiterkeit genießt endlich das„ Berliner bringt er jetzt Leuten gegenüber in Anwendung, die mit ist die Gesetzgebung, die eine Verschärfung der Strafe bei Miß- Fremdenblatt" die Parteitagsberichte. Hier heißt es: ihm ungefähr in gleicher Stellung standen, denn er fühlt sich brauch der Amtsgewalt einführen würde? Wir haben im Gegenjezt selbst als„ Gebieter". theil eine überaus milde Anwendung der bestehenden gesetzlichen Betrachtet man die zahlreichen Fälle von Mißhandlungen Bestimmungen fonstatiren müssen. Und wenn wir sorgfältig eine auf Polizeiwachen, wie fie in dem Prozeß und auch sonst Statistit aufstellten und all die Fälle, wo Arbeiter bei Streits zur öffentlichen Kenntniß kamen, so sollte man meinen, Ausschreitungen begingen, gegenüberstellen würden den Mißder Herr Polizeipräsident von Richthofen hätte feinerzeit bräuchen der Amtsgewalt, dann würden die Arbeiter sehr eigens in einem Erlaß angeordnet, daß auf jedem günstig abschneiden, während diejenigen, denen die Behütung Polizeibureau ein Gummischlauch und ein Ochsenziemer als ber Geseze anvertraut ist, nicht im vortheilhaftesten Licht Bureau- Utensilien aufgeführt werden müssen, damit in geeigneten erscheinen würden. Aber der Staat, der seine ganze Kraft Fällen der nachhaltigste Gebrauch von diesen Gegenständen aus dem Militarismus und dem Polizeisystem schöpft, kann den anderen ihre Gruselgeschichten. Gut ist es nur, daß die gemacht werden könne. Vielleicht würde es sich empfehlen, ernstlich gegen solche Mißstände nicht einschreiten, es sei denn, Sozialdemokratie in solchem Gefasel noch nie etwas anderes wenn von Herrn v. d. Recke den Beamten eingeschärft würde, er verleugnete feinen ganzen Charakter. als das Geklapper der fassungslosen Perrückenstöcke gein anbetracht der vielen Ausschreitungen und Gefezesüber- Unter dem Eindruck der erdrückenden Beweisführung hört hat. tretungen dafür zu sorgen, daß dem Gesetz Achtung ber- mußte Stadthagen von einer Reihe zur Anklage stehender schafft wird. Bisher ist hierüber nichts bekannt geworden, Anschuldigungen gegen mißhandelnde Beamte freigesprochen Das schneidige Vorgehen des Polizeiministers hat in der denn wir hätten davon wohl auch Kenntniß erhalten. formaler Beleidigungen verurtheilt boltsfeindlichen Presse begeisterten Widerhall gefunden. Man verDer Herr Staatsanwalt hat schon vorgestern zur Ent- werden. Dem gedächtnißschwachen Beamten Klößsch konnte übelt blos dem Minister, daß er nicht den„ ordnungsliebenden Bürger" schuldigung dieser Zustände erklärt, die Beamten feien auch schließlich das Gericht keinen größeren Glauben bei- durch Veröffentlichung des Erlaffes im Staats- Anzeiger" gewarnt für die erwiesenen Ausschreitungen bestraft worden. Das ist messen, als einer ganzen Anzahl einwandsfreier habe. Jetzt sei aber das Publikum aufgeklärt und alle, die an vielfach geschehen. Es dürfte nicht uninteressant sein, einige Beugen. Wenn auch und nur wegen An jenes Studentenvöllchens ungebändigten Frohsinn, dessen Lebensregel ungeheure Heiterkeit zu sein pflegt, wird man beim Lesen der sozialdemokratischen Parteitagsberichte gemahnt.„ Stürmische", große" und schallende" Heiterkeit, Gelächter in allen Abstufungen, das ist das charakterische Merkmal, das fast der ganzen bisherigen Debatte den Stempel aufdrückt. Der breite Humor, von dem der diesjährige Parteitag der rothen Internationale gesättigt ist, ist bezeichnend für die Wandlung der Anschauungen, die im Heerlager Liebknecht's, Bebel's und Singer's plaggegriffen. Nun, wir gönnen den Herrschaften ihr Amüsement und dem Staatsanwalt die Beweis- Tumulten keine Freude" haben, hätten es nun in der Hand, Fälle wegen der Höhe des Strafmaßes, das dabei in An- führung nicht genügte, nach außen hin konnte der Eindruck fich außer Gefahr zu begeben. Da fragt es sich, haben dieſe wendung fam, in Erinnerung zu bringen. nicht verwischt werden. Herr v. Windheim wird über den Scharfmacher- Organe denn auch bedacht, wie schwer es oft sein Am 19. September 1896 wurden von der Straffammer in Prozeß nicht sehr erbaut sein, denn die Genugthuung, daß der dürfte, der Gefahr zu entgehen? Wird es immer möglich sein, aus Potsdam die Luckenwalder Bolizeisergeanten Radloff und Radazz zu Angeklagte wegen formaler Beleidigung zu 300 m. Geldstrafe dem Menschenknäuel, in den man ohne sein Verschulden hinein20 und 10 M. Strafe verurtheilt, weil sie den Drechsler Witte auf verurtheilt wurde, ändert nichts an dem Thatbestand, daß gerathen ist, wieder heraus zu kommen? Und die Durchschlagsdem Transport nach dem Rathhause mit dem zahlreiche Ausschreitungen der Herrn Windheim unterstellten fraft der Gewehre? Weit ab von dem Schauplatz des Auflaufs Säbel und den Fäusten derartig bearbeiteten, Beamten mit Erfolg unter Beweis gestellt werden konnten, die kann der„ Ordnungsliebendste" von einer abirrenden Kugel in den daß derselbe acht Tage lang unpäßlich war und nicht zum Lobe der Polizei ins Feld geführt werden können. Sand gestreckt werden. Nebenbei wurde durch die Vernehmung des Herrn Wind- Bezeichnend ist auch der Hinweis darauf, daß die Bestimmungen Blut spuďte. Am 9. Oktober wurde von dem Landgericht in Danzig der heim noch bekannt, daß der Beschluß der Berliner Stadt- durchaus nichts neues seien, daß dieselbe Instruktion der Gendarmerie Schuhmann Johannes Lows zu 200 M. Geldstrafe verurtheilt. verordneten, der Magistrat möge mit dem Polizeipräsidium ia bereits im Jahre 1820 gegeben worden sei. Soll es besonders Der Angeklagte war beschuldigt, den Fleischer Hinz aus Zudau ohne verhandeln, wie fünftig Vorgänge, die der Fall Köppen empfehlend für unser vielgerühmtes humanes Zeitalter sein, daß dieBerechtigung festgenommen und ihn dabei mit einer zeitigte, vermieden werden, vom Magiftrat garnicht zur Aus- felben Gewaltmittel schon vor 80 Jahren angewandt wurden? Es Peitsche, mit den Füßen und mit der Kette, womit führung gebracht ist. Das ist so ganz unserer liberalen Stadt- ist aber gar nicht ſo. der Fleischer geschlossen werden sollte, mißhandelt verwaltung würdig. zu haben. Am 3. November 1896 fand vor der Berliner Straffammer eine Berhandlung gegen die Schugleute Koinzer, Schmidt und Schlemmer Vergleichen wir. Der§ 28 der Dienstinstruktion für die Gendarmerie vom 30. Dezember 1820 lautet in den hier in betracht kommenden Stellen: „ Die Gendarmen sind befugt, auch ohne Autorisation der vorgefeßten Behörde, sich der ihnen anvertrauten Waffen zu bes dienen, a) wenn Gewalt oder Thätlichkeit gegen sie selbst, indem fic sich in Dienstfunktion befinden, ausgeübt wird, c) wenn sie auf andere Art den ihnen angewiesenen Posten nicht behaupten oder die ihnen anvertrauten Personen nicht beschützen können. Es liegt ihnen jedoch auch in diesen Fällen ob, die Waffen nur, nach dem gelinde Mittel fruchtlos angewandt sind, und nur, wenn der Widerstand so start ist, daß er nicht anders als mit gewaffneter Hand überwunden werden kann, und auch dann noch mit möglichster Schonung zu gebrauchen." gehören, was mit den meisten Flüssen in Zentral- Afrika der Fall ist wie mit dem Schari, dem Niger und dem Kongo. Diese Lösung scheint uns geeignet, den Stolz und die Interessen der beiden rivalisirenden Mächte zu befriedigen. Der Vorschlag ist nicht schlecht gemeint; ob aber England darauf eingehen wird, ist recht fraglich. Deutsches Reich. Frankreich. In der Revisionsfrage gehen die Meinungen der Blätter weit auseinander. Vielfach wird die Meinung vertreten, daß es nicht zu einer Revision, sondern zu einer Annullirung des Dreyfuss Prozesses tommen werde. Der General- Staatsanwalt Manau soll sich allerdings, wie wir auch bereits mittheilten, in seinem Bericht an den Kaffationshof entschieden für die Revision auss gesprochen haben. Nach ihm ist das Protokoll über die Geständ nisse Henry's eine Thatsache, welche die Revision begründe. Die Reichstags- Eröffnung. Von zuverlässiger Seite wollen mehrere Aurore" fügt dem bei: In betreff der Annullirung glauben wir Blätter erfahren haben, daß der Reichstag um die Mitte nächsten zu wissen, daß schon heute die Mitglieder der Kriminalfammer einfestgesetzt, boch gelte der 15. November für wahrscheinlich. Die Er den unwahrscheinlichen Fall, daß die Revision nicht zugestanden würde. Monats einberufen werden soll. Ein bestimmter Tag sei noch nicht müthig der Ansicht sind, daß die Annullirung unumgänglich ist für öffnung soll durch den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe erfolgen, da Ferner berichten die Blätter, Picquart fei am Sonnabend und Also„ nur, nachdem gelinde Mittel fruchtlos angewandt find, der Kaiser zu jener Zeit noch nicht von seiner Palästinafahrt zurückgestern zum Verhör vorgeführt worden. Gegen ihn bestehe ein Attenund nur, wenn der Widerstand so stark ist..." gekehrt sein wird.- Ueber die dem Reichstag zu stellenden Aufgaben material, das noch von Henry zusammengestellt worden sei, dieses Herr von der Recke verpflichtet die Beamten, daß, wenn sie haben wir schon vor wenigen Tagen berichtet. Material werde jegt genau geprüft, die Untersuchung darüber werde einmal genöthigt sind, mit bewaffneter Hand einzuschreiten, sie von der Waffe fofort wirksamen Gebrauch zu machen haben. Der Bundesrath trat heute wieder zu einer Plenarsizung au- noch einige Tagn dauern. Der Nath am Kaffationshof, Bard, ist zum Berichterstatter sammen. Dent Antrage Badens, betreffend die Errichtung eines Von der Anivendung„ gelinder Mittel", von„ möglichster weiteren Schiedsgerichts für den Bezirk der badischen landwirth in der Angelegenheit der Revision des Dreyfus- Prozesses ernannt Schommg" kein Wort. schaftlichen Berufsgenossenschaft, und dem Ausschußantrag, be- worden. Es hilft kein Deuteln: Der jezige Erlaß ist weit schärfer, der treffend die Anwendbarkeit des§ 12 Abs. 2 des Reichsdie Anwendbarkeit des§ 12 Abs. 2 des Reichs- Gegenüber der Generalstabspreſſe, welche den sicheren Sturz des Beamte wird ihn nicht anders auffassen können, als daß er im Zeit- Stempelgesetzes, wurde die Zustimmung ertheilt, und bie Ministeriums bei dem Zusammentritt der Kammer voraussagt, hebt alter der größeren Schneidigkeit alle der Instruktion vom Jahre Uebersicht der Ergebnisse des Heeres Ergänzungsgeschäfts für der„ Matin" hervor, daß der Ministerpräsident Brisson für die ver1897 zur Kenntniß genommen. Den zuständigen Ausschüssen loren gegangenen Stimmen der Antisemiten und Nationalisten reich1820 anhaftenden Humanitätsflosteln als überflüssig zu betrachten wurden überwiesen: der Antrag Babens, betr. die Abänderung der lichen Ersatz bei den gemäßigten Republikanern finden werde, von itätsflosteln_als_überīli habe. Ausführungsvorschriften zu dem Gesetz über die Besteuerung des denen viele bereits jetzt dem Kabinet ihre Unterstügung zusicherten. Analogien zum Recke- Erlak. In den reaktionären Zeitungen Tabats vom 6. Juli 1879; die Borlage, betr. die Abänderung der Italien. wird anläßlich des Erlasses über den Waffengebrauch der Polizei- Ausführungsvorschriften zu dem Gesez vom 10. Mai 1892 über die beamten an eine Entscheidung des Reichsgerichts vom 8. De- Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen eingezogenen und Unterdrückungsmaßregeln der Regierung und trotz aller VerDie sozialistischen Siege häufen fich trotz aller Verfolgungen zember 1896 erinnert( abgedruckt in Goltdammer's Archiv für Mannschaften; ebenso die Vorlage, betr. den Entwurf einer neuen feumbungen der Gegner. Wie unser römischer Korrespondent beStrafrecht, Jahrgang 44, Seite 388 ff.) Hier wird unter ausdrück- Militärtransport- Ordnung nebst zugehöriger Einführungsverordnung richtet, sind in Frascati( Provinz Rom) bei den Kommunalwahlen licher Billigung der von den Militärgerichten beobachteten und eines neuen Militärtarifs für Eisenbahnen. Schließlich wurde vier Sozialisten gegen Liberale gewählt worden. Unser KorPraris festgestellt, daß eine Militärperson sich eines Miß über eine Reihe von Eingaben Beschluß gefaßt. brauchs der Waffe schuldig macht, wenn sie in einem Falle, in dem respondet meldet leider auch von neuen Verurtheilungen: der sie von derselben Gebrauch zu machen befugt, beziehungsweise verleber die Aufgaben des Landtages in der nächsten Direktor des Avanti" wurde in contumaciam zu 4 Jahren Gefängniß und 2000 Fr. Geldstrafe verurtheilt. Der Nedatteur pflichtet ist, mit dem Seitengewehr absichtlich flach schlägt. Seffion wird geschrieben: Eine solche Anwendung der Waffe entspreche nicht 10 Die wichtigste Vorlage dürfte wohl die Wahlgesetz- Reform dar- Cassola erhielt 5 Monate und 1000 Fr. Geldstrafe. Der meint das Reichsgericht das ihrer Bestimmung; abstellen. Sie wird sich nur auf das tommunale Wahlrecht Bürgermeister von Sarso wurde seines Postens enthoben, weil er fichtliche Flachschlagen mit dem Seitengewehr stelle sich somit beziehen, da bekanntlich für die Landtags- Wahlreform erst die Erfozialistische Agitation getrieben habe. Der Grido del Popolo" als ein nach§ 55 des Militär- Strafgesetzbuchs zu ahndender fahrungen der Wahl abgewartet werden sollen. Recht umfassend( Boltsstimme) von Turin ist abermals tonfiszirt worden, das dritte Mißbrauch der Waffe dar, die Mal seit kurzem. bestimmungsgemäße werden sich die Ausführungsarbeiten stellen, Verwendung in scharfen Schlägen bestehe. Ganz in derselben infolge des Bürgerlichen Gesetzbuches und der Revision des Wahlgefehes. Wir konnten kürzlich mittheilen, Weise, wenn auch in einem etwas veränderten Zusammenhange, hat mit ihm gleichzeitig in kraft tretenden anderen Geseze daß die Regierung an der Rückwärtsrevidirung des Wahlgefeges fich das Reichsgericht schon früher einmal ausgesprochen, und zwar nöthig werden. Von feiten des Stultusministeriums ist die arbeite. Jegt wird dem Berl. Tagebl." aus Rom gemeldet, daß in dem Urtheile vom 8. Mai 1894( vergl. Entscheidungen des Reichs- Medizinalreform in Aussicht gestellt, vom Landwirthschafts- dies Gesetz folgende Bestimmung enthalten soll: Ein Wahlkreis, der gerichts in Straffachen, Band 25, Seite 348 ff). Hier heißt es: ministerium ein Entwurf über die Regelung der Verhütung der zweimal hintereinander einen Verurtheilten zum Abgeordneten wählt, " Nach feststehender Braris der preußischen Militärgerichte Verunreinigung der Flußläufe. Sodann wurde früher geht für drei Jahre des Wahlrechts verlustig. Natürlich bezweckt der Parawird im Falle absichtlichen Flachschlagens nicht an auch daran gedacht, schon in der nächsten Tagung mit den in Aussicht graph lediglich, die Wahl von verurtheilten Sozialisten, Anarchisten oder genommen, daß ein der Bestimmung des Seiten genommenen gesetzgeberischen Arbeiten zur Verhütung von Republikanern und dadurch deren Freilaffung oder Begnadigung zu gewehrs entsprechender Gebrauch vorliegt, weil bei ochwasser- Katastrophen in den schlesischen Gebirgsflüssen verhindern. Eine weitere Vorlage wird ein Amendement des Preßeiner solchen Verwendung desselben in der Art eines stumpf zu beginnen. Ob sich jedoch die Vorarbeiten auf diesem Gebiete gefeyes beantragen. Der Zusammentritt der Kammer ist auf den wirkenden Instrumentes seine Eigenschaft als Waffe in der prägnanten o fördern lassen, daß bestimmte gesetzgeberische Vorschläge bereits 15. November festgesetzt. Bedeutung des§ 149 Militär- Strafgesetzbuchs außer betracht" bleibt. in der nächsten Tagung möglich sein werden, steht noch dahin. Als Man fürchtet eben, daß die zn Buchthaus verurtheilten AbDas sind entschieden sehr interessante Streiflichter, die sowohl ganz sicher darf dagegen angesehen werden, daß das Finanz- geordneten, wie die Genossen Turati, Pescetti bei den bevorstehenden auf die preußischen Kulturzustände, wie auf den Militarismus ge- ministerium bis zum Beginn der Tagung die Arbeiten beendet haben Nachwahlen einstimmig wiedergewählt werden. Dieses Voltsurtheil worfen werden. Unseres Erachtens wäre es die Aufgabe moderner wird, die sich auf den Ausgleich der Härten in der Besoldung gegen die infamen Urtheile der Militärgerichte fürchtet man eben. Staatsmänner, solche Ueberbleibsel roherer Jahrhunderte nach und der Unterbeamten beziehen. Ebenso sicher ist auch, daß Spanien. nach aus dem modernen Leben zu entfernen. Unsere Minister aber wiederum für Neben und Kleinbahnen Kredite gefordert Madrid, 5 Oktober. Admiral Cervera wird zum Senator auf halten es für nöthig, die Gebräuche und Anschauungen des werden sollen. Auch wird es immer noch als mehr wie wahrscheinErfolgt diese Rangerhöhung für die Militarismus in die Zivilverwaltung herüber zu retten. lich angesehen, daß die große Kanalvorlage dem Landtage Lebenszeit ernannt werden. schon in der nächsten Tagung unterbreitet werden wird." verdienstvolle Vernichtung der in die Mauſefalle von Santiago de Cuba gebrachte Flotte oder als Schweigegeld zum Schuße des Ministeriums? deren Zur Anarchistenbekämpfung wird gemeldet, daß der Vorschlag der italienischen Regierung, eine Konferenz der Regierungen stattfinden zu lassen, nicht überall Zustimmung finde. So wird aus Brüssel gemeldet:" Die Thatsache, daß Belgien bisher die italienische Einladung zur Theilnahme an der internationalen Anarchistenkonferenz unbeantwortet ließ, ruft hier zahlreiche Kommentare hervor. Der Minister des Aeußeren Favereau versichert zwar, die Antwort werde bald abgehen und für formell zustimmend Lauten. Trotzdem ist es sicher, daß in hiesigen leitenden Kreifen großes Mißtrauen gegenüber der Konferenz herrscht." Die belgische Regierung soll für Verhandlungen von Staat zu Staat sein. Trotzdem soll das Zustandekommen in Rom gesichert sein. Ueber das voraussichtliche Ergebniß der Konferenz wird der Kreuz- Zeitung" aus Rom gemeldet: listen des deutschen Reichsheeres für 1897 geführt 105 903 PerAls unentschuldigt ausgeblieben werden in den Restantenfonen. Ein ganz überwältigender Beweis für die Beliebtheit der Ferienkolonien bei der Bevölkerung! Der Handelsminister Brefeld wird etwa Mitte Oftober sich nach Oberschlesien begeben, um den dortigen Induſtriebezirk zu bereisen. An verschiedenen Orten sollen Konferenzen mit den Industriellen der betreffenden Gegend stattfinden. Will sich Herr Vrefeld bei dem Grafen Tiele- Winkler, den Herren v. Donnersmark, Friedländer und Genossen informiren, wie man die Vergiverksinspektion einzurichten habe und ob sie sich für Inspektoren aus dem Streise der Arbeiter erklären? Die diesjährige Konferenz der Rektoren der preußischen Universitäten ist zusammengetreten. Handelt es sich diesmal um die Durchführung der lex Arons und die Organisation des hierzu erforderlichen Spionage und Gesinnungsriecherei- Systems? sintisasi sia tuo oblot Besetas gesandt worden zur Rahlung der rückständigen Löhnung an Madrid, 6. Oftober. Nach Kuba find fünfzehn Millionen die Freiwilligen. Die vollständige Räumung Bortorico's wird am 12. 5. M. beendet sein. Die Transportkosten für die Rückbeförderung der Soldaten in die Heimath werden die Höhe von 25 Millionen Besetas erreichen. 1907 Die tubanischen Aufständischen werden am 10. d. M. einen neuen Präsidenten der Republik wählen. Der Prozeß wegen der Zerstörung des Geschwaders vor Santiago und Cavite vor dem obersten Kriegsgericht dauert fort; man glaubt, er werde 8-10 Monate dauern. Türkei. לימפה. bit Zur Kretafrage wird aus Paris telegraphirt: Der französische, der russische und der italienische Admiral vor Streta baten bei ihren " Bei den zu treffenden Vereinbarungen wird es sich faum um Regierungen um Verstärkungen. Diese drei Mächte beschlossen, der neue Abmachungen, sondern darum handeln, daß die Verpflichtung Bei der Reichstags Ersatzwahl im 7. Hannoverschen Wahl- Bitte nachzukommen. Frankreich wird 800 Mann mit 2 Geſchüßen zu gleichmäßigem und gemeinsamen Vorgehen nach den betreis Nienburg für den verstorbenen welfischen Abg. v. 6. Decken abgehen lassen, ohne die Antwort des Sultans auf die Note ber stehenden Gesetzen feierlich durch einen internationalen ist am Dienstag der welfische Kandidat v. Schele gewählt Mächte abzuwarten. England wird keine Verstärkungen entsenden, Vertrag oder durch ein ähnliches Instrument bekräftigt werde. worden mit 6397 gegen 4660 bündlerische und 1369 sozialdemokratische da es vor Kreta genügende Streitkräfte hat. Die Ausführung der zu ergreifenden Maßnahmen wird Sache der Polizei sein. Diese wird, was von besonders praktischem Werthe sein wird, auf grund des, gemäß dem Vertrage zwischen den Mächten, zu treffenden Einvernehmens und zu vereinbarenden Ineinandergreifens vorzugehen haben, so daß durch allseitige Ausweisungen der anarchistischen wühler in ihre Heimath diese Elemente bewältigt und unschädlich gemacht werden können." Ob der gegenwärtige Zustand in Europa besser werden wird, wenn etwa die in England befindlichen ausländischen Anarchisten, in welchem gastfreien Lande sie sich ruhig verhalten, in ihre italienische, französische oder spanische Heimath zurückbefördert werden, das dürfte doch sehr zu bezweifeln sein. Stimmen. Bröckelt es im Bunde der Landwirthe? Wie die in Hildburghausen erscheinende" Dorfzeitung" meldet, steht die Gründung eines thüringischen Bauernvereins nach erfolgter Losagung der thüringischen Landwirthe vom Bund der Landwirthe nahe In Bayern besteht bereits ein vom Bund der Landwirthe unabhängiger bayerischer Bauernbund. bevor. " Afrika. Amerika. Von der Transvaal- Republik. Einer Meldung des„ Daily Telegraph" aus Kapstadt von gestern zufolge soll ein Agent des Barons Erlanger Dr. Krause mit der Regierung der Südafrikanischen Republit wegen einer Anleihe von 6 Millionen Pfund Sterling in Verhandlung stehen. Der Volksraad habe wegen der Delagoa- Frage und wegen der Anleihe 6 Tage lang geheime Sigungen abgehalten. Ueber einen recht bezeichnenden Berichtigungsprozek be- Pretoria, 5. Oftober. Der Boltsraad hat die Beschlüsse der richtet die„ Breslauer Morgenztg. Sie hatte eine Berichtigung nicht gemeinschaftlichen Konferenz zwecks engerer Vereinigung mit dem abgedruckt, deren Angaben durchweg wider besseres Wissen gemacht, Oranje- Freistaat angenommen mit Ausnahme des Beschlusses, der die nicht blos objektiv, sondern auch subjektiv falsch waren, die mit die Errichtung eines Appellgerichts betrifft. einem Wort ein Bündel von Lügen darstellten. Das Schöffengericht erkannte auf eine kleine Geldstrafe und auf nachträgliche Aufnahme der Aus New- York wird der Frantf. 8tg." gemeldet: General Ueber die internationale Friedenskonferenz wird den Verichtigung. Das Landgericht erkannte auf die von der Breslauer Garcia begiebt sich im Dienste der amerikanischen Regierung in das Times" aus Wien telegraphirt: In gut informirten tontinentalen Morgen- Zeitung" eingelegte Berufung hin auf Freisprechung und Innere Kuba's, um die Insurgenten zur Niederlegung der Waffen zu Kreisen herrsche die Meinung, die Friedenstonferenz des ordnete nur die nachträgliche Aufnahme der Berichtigung an. Um bewegen. Zaren werde wenig mehr als einen Achtungserfolg die Sache zum grundsäglichen Austrage zu bringen, legte die New- York, 6. Oft. Wie eine Depesche aus Walfer meldet, fand haben, aber in Petersburg nehme man sie ernst.(?) Jede Breslauer Morgen- Zeitung" gegen dieses Erkenntniß Revision vertretene Macht solle einen militärischen, einen seemännischen, einen ein, so daß das Breslauer Oberlandesgericht in die Lage kam, gestern im Staate Minnesota, 30 Meilen von Walker, ein heftiger finanziellen Beirath senden. fich als dritte und letzte Instanz mit der Angelegenheit zu be- Rampf zwischen Truppen der Vereinigten Staaten unter General Zum Streit um Fafchoda. England und Frankreich schäftigen. Zur Begründung der Revision machte der damalige Bacon und Indianern statt. Einem Telegramm der„ World" zu100 Mann schätzt, niedergemetzelt. Von Washington wurde telescheinen nunmehr entschlossen zu sein, den Streit um Faschoda Rechtsanwalt in Breslau, jezige Ober- Bürgermeister Berlins, Herr folge wurde Bacon mit der gesammten Mannschaft, die man auf Kirschner, unter anderem geltend: Die gerichtlichen Urtheile auf dem Wege gegenseitiger friedlicher Unterhandlungen bei- werden" Im Namen des Königs" erlassen. Es gehe doch aber nicht graphisch die Absendung einer Verstärkung von fünftausend Mann zulegen, die baldigst in Paris beginnen sollen. Frankreich an, jemanden im Namen des Königs" zu einer unverhält sich zwar, wie der Matin" versichert, noch ablehnend moralischen Handlung zu zwingen. Dies aber geKampf um das Koalitionsrecht! gegen die englische Forderung einer Zurückberufung Marchand's schehe, wenn eine Beitung gezwungen werde, Lügen zu verbreiten, bor Aufnahme der Verhandlungen, doch hat es in so weit was durch einen Abdruck der in Nede stehenden Berichtigung bewirkt Mit der Zuchthaudrede nachgegeben, als es jetzt das englische Anerbieten annimmt, würde. Der Hinweis hat nichts genügt, das Breslauer Oberlandes- so scheint es, hat der Kaiser niemandem eine ganze und ungetheilte einen Stourier auf dem Nilwege über Chartum an Marchand gericht verwarf die Revision.Freude bereitet. Mit Schrecken sieht man, daß der Sozialdemokratie Herr Stephany ist in Norderney. Die Boff. Zeitung" nur neuer Agitationsstoff geliefert worden. Und deswegen schreit abzusenden. Dem Pariser Figaro" zufolge dürfte der Bericht des Majors Marchand über die Besetzung von Faschoda Mitte erklärt deshalb, auf die Angriffe der Presse nicht antworten man auf allen Seiten nach Veröffentlichung der angekündigten Vor fünf Tagen forderte das Blatt alle An- Gesetzesvorlage, weil man hofft, das Zuchthausgesetz selbst werde Oftober eintreffen; alsdann sollen der Vereinbarung gemäß au tönnen. griffe heraus. Und als die Angriffe hageldicht zu fallen nicht so schlimm sein, wie es die Ankündigung hat erscheinen lassen. die Verhandlungen mit England beginnen. Zur Lösung der Frage macht der bekannte französische begannen, ist Herr Stephany verreist. Merkwürdig ist, das Heute schreibt in diesem Sinne die„ Tägl. Rundschau": die anderen Redakteure der Voss. Zeitung", die bei dem erNationalökonom Paul Leroy- Beaulieu im Jurnal des Débats" wähnten ehrengerichtlichen Verfahren Mann für Mann für den folgenden Vorschlag: pp. Dunk stimmten, jcht über die Sache so wenig orientirt sind, 11 = " " Die Lösung, scheint ums, sollte folgende sein: Flüsse sind die daß sie die Rückkehr des Herrn Stephany abwarten müssen. Wie besten Grenzen und in Afrika find sie allgemein angenommen wäre es mit einer Sammlung für die Reisekosten des Herrn worden. Der Schari bildet die Grenze zwischen Frankreich und Stephany von Norderney nach Berlin? Deutschland in der Gegend des Tschad- Sees. Der Kongo und Chronik der Majestätsbeleidigunge Prozesse. Wegen dann der Ubanghi bilden die Grenze zwischen Belgien und Frant majestätsbeleidigung wurde in Würzburg der Hufschmied reich. Der Nil vom 12. oder 11. Breitengrade würde eine ganz Schweizer von Herbertshofen zu vier Monaten Gefängniß vernatürliche Grenze zwischen Frankreich und Egypten sein. Wir würden so vom 12. Breitengrade bei Lado das linke Ufer des urtheilt. Nil und Egypten das rechte besetzen. Das Bugeständniß war Desterreich. unfererseits fein kleines, denn wir würden darauf verzichten, unsere Wien, 6. Oktober. Das Abgeordnetenhaus nahm einen Besitzungen mit Abessynien zu verbinden, wo wir durch Herstellung Antrag Jaworski an, dahingehend, die Regierungsvorlagen betreffend der Dschibulit und Harrar- Eisenbahn anfangen, überwiegende den Ausgleich mit Ungarn einem achtundvierziggliedrigen, aus wirthschaftliche Interessen zu haben. Der Nil in seinem oberen allen Parteien des Hauses zu wählenden Ausschusse zu überTheile würde auf diese Weise verschiedenen Mächten gemeinsam weisen. erbeten. " Auf die wilde und stupellose Agitation muß von der Regierung geantwortet werden, wenn nicht weiteres Unheil geschehen soll. Die oft zu offiziösen Auslassungen benutzte Kölnische Zeitung" hat erklärt, daß es sich bei jener Drohung nur um einen lapsus linguae des Kaisers handeln fönne, und sie hat mit dieser Deutung von amtlicher Seite feinen Widerspruch erfahren. Aber das genügt nicht, denn eine unverbindliche Beitungsauslaffung braucht eine angegriffene und bedrohte Partei nicht zu beachten, wenn es nicht zu ihren Zweden paßt. Wohl aber müßte sie die Gesezesvorlage beachten, wenn sie nun bald bekannt gegeben würde und ihre Fassung den Verdacht, als beabsichtige man eine Zerstörung Ses Koalitionsrechtes, zerstreuen könnte. Jetzt noch, nach der Kaiserrede und nach ihrer Ausbeutung durch die Sozialdemokratie mit verdeckten Karten zu spielen, halten wir für verhängnißvoll. Jetzt tönnte Offenheit allein beruhigen und heilen." Das Bürger- und Unternehmerthum wünscht, daß alsbald der Berdacht beseitigt werde, als beabsichtige die Regierung eine gänzliche " Berstörung des Koalitionsrechts. Darum so schnell wie möglich dier- Der Parteigenoffe Gabriel 2öwenstein, Redakteur| stellten Artikel stehe, wahr fet. 8euge v. inbheim: Der Beröffentlichung des Gesetzes, damit die lästige sozialdemokratische an der Fränkischen Tagespost", hat am 5. Oktober die Artikel ist im Jahre 1894 verfaßt worden, ich habe mein Amt erst Agitation aufhöre. Aber auch die armen Beamten sind in argen 2/2 monatige Gefängnißstrafe angetreten, die ihm vom Geschworenen im Juni 1895 angetreten. Da es sich für mich nur darum Schwulitäten; denn sie haben ja nichts zu veröffentlichen, sintemalen gericht wegen Beleidigung des Nürnberger Magistrats auferlegt handeln kann, daß ich über Thatsachen aussage, so liegen, der Entwurf noch gar nicht fertig sein soll. Ja, fie können nicht wurde. Das Urtheil erscheint um so härter, als Löwenstein ein die vom Angeklagten behaupteten Thatsachen jedenfalls vor der Zeit einmal der erregten Oeffentlichkeit mittheilen, in welchem Sinne der Greis von 73 Jahren ist. Die Partei, für die er sein Lebenlang meines Dienstantritts. Ich bin nicht in der Lage, über diese AnEntwurf bearbeitet werden soll, weil sich die Regierungen auch raftlos im Vordertreffen gekämpft hat, gedenkt seiner mit den herz- gelegenheiten eine Auskunft geben oder gar dem Angeklagten zu darüber noch nicht einmal einig sein sollen. Wir können uns in lichsten Sympathien. Möge er am 20. Dezember gesund und wohl bestätigen, daß die von ihm behaupteten Thatsachen wahr seien. die schwierige Lage der Beamten vollkommen hineinversezen. Auf der zu uns zurückkehren! einen Seite die wegen drohenden Verlustes ihres Koalitionsrechts in Bewegung gerathene Arbeiterschaft und ferner ein Bürgerthum, dent die Beseitigung des Koalitionsrechts doch zu gefährlich scheint. Auf der anderen Seite der Kaiser, der klipp und klar behauptet, daß ein Gesezentwurf feiner Vollendung entgegengeht, durch den die Anreizung zum Streit mit Zuchthaus bedroht wird. Daß die arme Regierung in diesem Dilemma nichts veröffentlichen kann, sollten die bürgerlichen Zeitungen doch einsehen; und daß sich die Sozialdemokratie bei ihrer Agitation an die ohne Vorbehalt gegebenen Worte des Kaifers halten muß, auch.Ehre wem Ehre gebührt! Kommunales. Stadtverordneten Berfammlung. 25. Sizung vom Donnerstag, den 6. Ottober, nachmittags 5 Uhr. AngetL: Ist dem Herrn Zeugen vielleicht bekannt, daß nach seinem Amtsantritt Beschwerden über Mißhandhingen, die noch in eine frühere Zeit fielen, eingegangen sind, und daß sich vielleicht bei Erledigung derartiger Beschwerden herausgestellt hat, daß solche Fälle wirklich vorgekommen sind?-8euge v. W.: Mir find die Fälle, auf die der Herr Angeklagte anzuspielen scheint, nicht bekannt. Angeklagter: Ist dem Herrn Zengen bekannt, daß später In die gemischte Deputation für die Berathung von eventuellen mehrere Schußleute strafgerichtlich verurtheilt worden sind wegen. Abhilfemaßregeln gegen die Fleischtheuerung in Berlin ist Mißhandlungen, welche sie 1894 und vorher begangen haben unter anderen Stadtv. Singer gewählt. follen. 8euge v. Windheim: Ich kann darüber Ueber eine Reihe von Rechnungen referirt namens des Rechnungs- feine Auskunft geben, wüßte auch nicht von Fällen, wo ausschusses Stadtv. Kyllmann. Die Abrechnung über den Bau festgestellt wäre, daß eine Untersuchung gegen Schußleute Verliehen wurde das Ritterkreuz erster Kaffe des Herzoglich mängelungen Anlaß gegeben, die in folgender Resolution ihren nachher nicht verfolgt seien.- Angefl.: Nein, daß feſtgeſtellt ist, der Waisenbrücke hat dem Ausschuß zu verschiedenen Be- wegen angeblicher Mißhandlungen eingeleitet wäre und daß diese braunschweigischen Ordens Heinrich's des Löwen dem Bau- Ausbruck gefunden haben: Die Versammlung vermag sich nicht von daß thatsächlich Mißhandlungen stattgefunden haben. 8euge: meister Bernhard gelisch, Mitglied des Reichs- Versicherungs- der Nothwendigkeit zu überzeugen, daß bei bem qu. Bau neben der Ich erinnere mich derartiger Fälle nicht.- Angeklagter nennt oberen Bauleitung und deren technischem Bureau ein Baubureau eine Reihe von Namen gerichtlich bestrafter Schußleute. Herr Feliſch iſt einer der wüthendſten Feinde aller Selbständig von 6 Beamten, außer dem Bauaufseher und dem Bureaudiener, Ich erinnere mich der genannten Namen und Fälle nicht und kann teitsbestrebungen der Arbeiter, vor allem des Koalitionsrechts. Ihm in erster Linie ist die Eingabe der toalirten erforderlich gewesen ist, und ersucht den Magistrat im Interesse der nichts darüber sagen. Bauunternehmer an den Grafen Posadowsky zu verdanken, die Gleichartigkeit im Dienste und der Kostenersparniß, in Bukunft die Anlaß zu dem berühmten Erlaß des letteren gegeben hat. Und Baubureaus nur mit der absolut nothwendigen Zahl von Arbeitsauf dem Delegirtentag des Innungsverbandes der Baugewerbe- fräften zu befeßen. treibenden in Breslau protestirte Herr Felisch noch jüngst energisch gegen jedes Unterhandeln und Baltiren mit den Arbeitern. Daß ein solcher Mann vom heutigen Kurs mit Ehrenzeichen geschmückt werden muß, ist selbstverständlich. amtes und des Hauses der Abgeordneten zu Berlin. Protestversammlungen Partei- Machrichten. " Vom Reichstags- Wahlkomitee für Leipzig Stadt und Land erhalten wir folgende Buſchrift: " In dem Bericht über die Reichstagswahlen hat Genoffe Gerisch nach dem Vorwärts" geäußert:" Wir haben zwar gebeten, daß alle überschüssigen Mittel der Zentraltasse überwiesen werden, weil nur von da aus eine gerechte und gleichmäßige Vertheilung der Gelder sich ermöglichen läßt. Das ist aber leider nicht an allen Orten geschehen.... Leipzig hat noch drei preußische Kreise unterstützt, ohne daß wir eine Ahnung hatteit." Unterm 20. September hat der Magiftrat an die Versammlung die Mittheilung gerichtet, daß er die am 17. Juni erfolgte Wahl des Stadtv. Singer in die Schul deputation nicht bestätigen könne, und ersucht unter Beifügung des bekannten Bosse'schen Erlasses und der bezüglichen Verfügung des Provinzial- Schulkollegiums um die Vornahme einer anderweitigen Wahl. Beuge: Der Polizeipräsident über den Fall Mechlinski. Bräs. Nun ist auf das Zeugniß des Herrn Zeugen auch noch über einen zweiten Punkt Bezug genommen worden. Der Reisende zweite betr. die Revisionsbedürftigkeit veralteter Bestimmungen über Bolizeiwache mißhandelt worden zu sein; als er sich darüber beschwerte, Die Resolution gelangt ohne Debatte zur Annahme, desgl. eine Mechlinsti behauptet, in der Nacht zum 10. August 1897 auf der bie Vergütung außerdienstlicher Leistungen der Baubureaudiener. sei er auf grund eines Pyysitatszeugnisses nach der Jrrenanstalt HerzDie Vorlage wegen Erwerbung von Thiergartenland zur Ver berge geschafft, von den dortigen Aerzten aber nach wenigen Tagen entbreiterung und Regulirung des Großen Weges" wird laffen worden, weil sich herausstellte, daß er durchaus nicht geistestrant unverändert angenommen. sei. Der Angeklagte hat behauptet, daß der Hergang der Polizeigegen die Buchthausvorlage sind ferner abgehalten worden in Auch den Antrag Meher, betr. die Ehrung des Oberbehörde bekannt und öffentlich besprochen worden sei, daß Mechlinski Heldrungen an der Unstrut und in Bosen, wo eine gut be- bürgermeisters Belle durch eine Belle- Stiftung und auch eine Beschwerde an die Polizeibehörde gerichtet, darauf aber suchte Holzarbeiter- Bersammlung eine Resolution annahm, an deren durch ein Bildniß, welches im Rathhause seinen Blaz finden soll, nichts veranlagt worden sei. Beuge v. Windheim: Wenn unter Schluß es heißt:„ Die Versammlung protestirt energisch gegen jede nimmt die Versammlung an, nachdem Vorsteher angerhans der Polizeibehörde meine Person gemeint sein sollte, so trifft diese Verschärfung der bestehenden Strafvorschriften; sie ist vielmehr der namens des Ausschusses unter Ausdrücken lebhaftester Anerkennung Unterstellung nicht zu. Ich habe von dem Vorgange nichts Ueberzeugung, daß dieselben jetzt schon gegen die Arbeiterschaft zu für das verdienstliche kommunale Wirken Belle's die Annahme gewußt und habe erft gestern durch Einsichtnahme der Aften ftreng angewandt werden." empfohlen hatte. Gegen den Antrag stimmen die sozialdemokratischen den Borgang festgestellt und erst heute Morgen zufällig auf RückMitglieder. frage in verschiedenen Bureaus davon erfahren, daß von der AnIn den Kommunal- Landtag hat die Versammlung an gelegenheit in der Stadtverordneten- Versammlung die Rede war. stelle des verstorbenen Stadtv. Reiß einen Ersatzmann zu wählen. Mir war von einer öffentlichen Behandlung der Sache bis dahin Im ersten Wahlgang werden 84 Stimmen abgegeben; 40 fallen auf nichts bekannt, ich bin nicht verpflichtet, alle Verhandlungen der Stadtv. Esmann, 25 auf Stadtv. Singer, 19 auf Stadtv. Stadtverordneten- Versammlung zu lesen. Zur Sache selbst Kyllmann. Es hat also, wie der Vorsteher unter großer Heiter- habe ich zu bemerken, daß nach dem Ausweis der Aften teit der Versammlung verkündet, zwischen Esmann und Singer der Hergang doch anders gewesen, als hier behauptet wurde. Stichwa hI stattzufinden. Gewählt wird Stadtv. Es mann mit Nach den Aften liegt eine Anzeige des 16. Polizeireviers an die 56 gegen 34 Stinmen. 4. Abtheilung vom 11. August vor, und zwar mit dem Rubrum: Geistestrante Person. Danach ist Mechlinski sistirt worden, weil er in der Nacht zum 10. groben Unfug getrieben, ist entlassen worden, hat keinerlei Beschwerde über angebliche Mißhandlung auf der Polizeiwache verlautbart, ist aber plöglich am nächsten Tage mit einer solchen über ihm zugefügte schwere Mißhandlungen hervorgetreten. Sein Auftreten war so eigenthümlich, daß der zuständige Bezirksphysikus Die Angelegenheit wird, da Stadtv. Singer heute nicht anwesend nach Prüfung seines Geisteszustandes zu der Ueberzeugung kam, daß ist, auf die nächste Sigung vertagt. Mechlinski geistig nicht normal sei und an alkoholischer Geistesstörung leide, Die neue Fraktion der Linten hat folgenden Antrag gestellt: deshalb gemeingefährlich und seine Ueberführung in eine Jrrenanstalt Da in einem großen Theile der Privat- Töchterschulen des nothwendig sei. Nach diesem Gutachten hat der Reviervorstand nur Westens die Aufnahme von Schülerinnen von pflichtmäßig gehandelt, wenn er die Anstalt requirirte. Die Abtonfessionellen Rüdsichten abhängig gemacht holung durch zwei Wärter von dort erfolgte noch an demselben Tage. wird, ersucht die Versammlung den Magistrat, eine zweite Er ist auch nicht nach wenigen Tagen, sondern erst nach 14 Tagen höhere städtische Mädchenschule im Westen zu er- aus der Anstalt Herzberge entlassen worden. Der Vorwurf, daß die richten. Polizeibehörde der Beschwerde des M. keinen Fortgang gegeben habe, Stadtv. Friedemann bemerkt zur Begründung, daß die betrifft nicht zu, denn ich bin wohl nicht in der Lage, auf die Bezüglichen Klagen seit Jahren im Westen erhoben werden und sich in schwerde eines Mannes, der als gemeingefährlich geistestrank von der letzten Zeit so gehäuft haben, daß die davon betroffenen jüdischen einem polizeilichen Phyfitus erklärt worden, noch einen Bescheid zu Schülerinnen nicht mehr in den Schulen Unterkunft finden können. ertheilen, die er anstellt in dem Moment, wo der Arzt ihn für geiftestrank Daraus rechtfertige sich der gestellte Antrag. erklärt. Angefl.: Ist Ihnen bekannt, daß die Anftaltsärzte ersucht haben, Stadtverordneten- Vorsteher Langerhans: Schon im März ihn zu entlassen, weil er weder geistestrant noch gemeingefährlich sei eine ähnliche Anzeige an die Schuldeputation gelangt und dem sei? Beuge: Das weiß ich nicht, das geht aus den Akten nicht Beschwerdeführer damals geantwortet worden, daß eventuell die hervor. Angefl.: Unter Polizeibehörde" meine ich hier nicht Deputation die Konzessionirung weiterer Privatmädchenschulen mit der den Polizeipräsidenten, sondern die zuständige Stelle im Organis Auflage, teinen Unterschied hinsichtlich der Konfession zu machen, bei der mus. Sie erklären ja selbst, daß der Mann hingekommen ist und aber mindestens noch in weitem Felde. Besser sei es, den Antrag an auf der Wache mißhandelt zu sein, so pflegt er, das ist faft ausRegierung in Antrag bringen werde. Die Abhilfe auf diesem Wege stehe Beschwerde geführt hat.- 8euge: Wenn ein Mensch behauptet, zunehmen und das sei auch erforderlich, um Protest einzulegen nahmslos der Fall, sich an die richtige Stelle zu wenden, und zwar gegen die religiöse Unduldsamkeit der verbündeten Orthodoxen und an den Polizeipräsidenten oder an das Kommando der SchußmannKatholiken, die die Simultanschulen ausrotten wollen und nicht schaft oder an den Hauptmann der zuständigen Hauptmannschaft. einmal soviel Religion haben, um die Religion anderer zu achten. Es bleibt merkwürdig, daß dieser Mann die Beschwerde gerade bei ( Beifall.) Der Ausschuß werde die Beschwerden auf ihre Berechtigung dem Revier selber anzubringen suchte, wo er angeblich diese Prügel zu prüfen haben. bekommen hat. Die zuständige Stelle ist der Polizeipräsident. Diese Aeußerung könnte so aufgefaßt werden, daß wir den Befugnissen des Parteivorstandes vorgegriffen hätten. Ich bitte Sie deshalb zu bemerken, daß der Aufwand der Leipziger Genossen für jene drei Kreise in Höhe von 1500 M. dadurch vernesacht wurde, daß wir während der Haupt- und Stichwahl von Leipzig aus nach jenen Kreisen Redner und Genossen zur Flugblattund Stimmzettel- Berbreitung sandten, die natürlich Zehr- und Fahrgeld brauchten. Hierzu erst die Genehmigung des Parteivorstandes einzuholen oder die Kreise an den Parteivorstand zu verweisen, war bei der schnellen Entschließung, die während des Bahltampfes nothwendig war, nicht möglich. Baarmittel haben die Kreise von Leipzig aus nicht erhalten. Im übrigen hat Leipzig und sein Agitationsbezirk teinen Zuschuß aus der Parteitasse erhalten, sondern hat vielmehr 4500 m. im letzten Jahre an den Parteivorstand abgeführt. Es ist wohl deshalb eher anzuerkennen als zu tadeln, daß mir trotzdem die Kreise unterstützt und dadurch zu unserem Siege in einem der Kreise beigetragen haben." Bei der Gemeinderaths: Wahl in dem hessischen Flecken Griesheim wurden vier Sozialdemokraten mit 278 bis 429 Stimmen gewählt, während die Gegner es nur auf 201 Stimme brachten. In die Redaktion der Mannheimer ,, Volkeftimme" ist der Parteigenosse Herzberg aus Leipzig eingetreten, um den Redakteur Seeler zu ersetzen, der am 1. Oftober eine vierwöchige Gefängniß strafe angetreten hat. Aus Amsterdam. Ein erfreuliches Zeichen für das Wachsthum der Sozialdemokratie in Holland ist der Umstand, daß das Partei- Organ, der, Sociaaldemokraat", der bisher zweimal wöchentlich erschien, seit 1. Oktober wöchentlich dreimal herausgegeben werden kann. Hoffentlich wird nun auch das tägliche Erscheinen nicht zu lange auf sich warten lassen. Ein anderes, freilich weniger erfreuliches Zeichen für die Wirksamkeit unserer Propaganda ist der schärfere Ton, den die Polizeigerichte jetzt gegen unsere Parteigenossen anschlagen. So ist Shaper, Mitglied des Gemeinderaths von Groningen und der Provinzial Staaten, wegen Beleidigung zweier Bürger zu der für holländische Verhältnisse außerordentlich hohen Strafe von 300 Gulden ( rund 500 M.) oder zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Den Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen anzutreten hatte ihm das Gericht verweigert. Polizeiliches, Gerichtliches ze. Der Antrag geht an einen Ausschuß. " Stadtv. Hugo Sachs führt aus, der Stein des Anstoßes sei anget I.: In der Stadtverordneten- Versammlung iſt das Provinzial- Schulkollegium. Werde dem Antrage nicht statt- beschlossen worden, den Magistrat aufzufordern, im Anschluß gegeben, so müsse ein unerhörter Nothstand eintreten, der eine große an den Fall Köppen mit dem Polizeipräsidium in Anzahl von Bürgern treffe, die ebensolchen Anspruch auf die tommissarische Verhandlungen über die SicherBildungsmittel der Kommune hätten wie die der anderen Kon- heitsverhältnisse Berlins einzutreten. Dabei ist dieser fessionen. Fall ausführlich besprochen worden. 8euge: Jedenfalls ist dieser Beschluß nicht ausgeführt worden und Die speziellen Entwürfe für den Neubau einer Gemeinde- insoweit als Machlinski betheiligt war, nicht zur Kenntniß der Doppelschule nebst Straßenreinigungs- Depot in der Sto sto der Polizeibehörde gekommen. Bra f.: Es ist doch wohl anzunehmen, straße werden nach kurzer Debatte, in welcher die zu reichliche daß, wenn so wichtige Verändernngen in Frage stehen, wie sie der Ausstattung der nach dem Hofe gelegenen Hauptfassade beanstandet Stadtverordneten- Beschluß in Aussicht nahm, Ihnen persönlich die wird, mit der Aenderung genehmigt, daß 21 000 M. an der Bausch darauf bezüglichen Schriftstüde unterbreitet werden? Benge summe abgesezt werden. v. Bindheim: Selbstverständlich würden diese Dinge an mich Schluß 74 Uhr.. persönlich gehen. Die Vernehmung war hiermit beendet und Polizeipräsident v. Windheim wurde entlassen. Der Angeklagte stellt noch eine Reihe von Beweisanträgen, die vom Gerichtshofe nach längerer Berathung sämmtlich abgelehnt wurden. Plaidoyer des Staatsanwalts. - Der verantwortliche Redakteur der Königsberger Voltstribüne", Genosse Ratutt, hatte sich am Dienstag vor dem Landgericht in Königsberg i. Pr. über vier Anklagen zu Aufnahme getstedschwacher Kinder in Dalldorf. Nach den verantworten. Im ersten Falle, Beleidigung eines Polizei- bestehenden Bestimmungen war die Idiotenanstalt zu Dalldorf zutommissars, wurde die Verhandlung vertagt, weil ein wichtiger nächst für solche idiotische Kinder bestimmt, welche der öffentlichen Beuge, Redakteur Otto Braun, nicht erschienen war, weshalb Armenpflege bedürfen. Kinder zahlungsfähiger Eltern durften nur das Gericht ihn zu einer Geldstrafe von 50 M. und zu den Kosten dann aufgenommen werden, wenn für sie ein Pflegegeld von 900 M., Hierauf ergriff Staatsanwalt Dr. Eger das Wort: In bezug des Termins verurtheilte.( Braun war, einer Reise halber, mindestens aber 450 M. jährlich gezahlt wurde. Infolge dieser Be- auf den Fall des Gendarmen Klößsch ist zuzugeben, daß es wiederholt um Vertagung eingekommen, vor dem Eintreffen ſtimmungen wurden viele Eltern abgehalten, ihre Kinder der dem Angeklagten gelungen ist, eine Reihe von Zeugen dem der legten Antwort, die wie die frühere abschlägig lautete, Idiotenanstalt zu überweisen. Sie fürchteten, bei Inanspruchnahme Gerichte vorzuführen, die bekundet haben, daß der Gendarm den Zeugen Weisbach mit dem Revolver ins aber schon abgereift.) Im zweiten Falle handelte es sich um eine der Armenverwaltung ihren Kredit zu vernichten und Geschäfts- Klößsch Beleidigung der preußischen Minister, begangen durch den nachtheile zu erleiden, außerdem aber als„ arm" ihrer politischen Gesicht gestoßen hat. Es ist zuzugeben, daß, wenn man in einem Artikel Ein Kaiserhoch auf das deutsche Volt". Der Staatsanwalt Rechte verlustig zu gehen. Um diese Härten zu beseitigen und eine Gerichtsverfahren sich befände, bei dem die Staatsanwaltschaft dem beantragte 3 Monate Gefängniß, das Urtheil lautete auf 6 Wochen. ausgedehntere Benutzung der segensreichen Einrichtung der Idioten- Angeklagten nachzuweisen hätte, daß seine Behauptungen falsch seien, Der dritte Fall betraf einen Artikel, der die Ueberschrift trug:" Ist anstalt herbeizuführen, hat die Deputation für die städtische Frrenpflege die Staatsanwaltschaft dazu kommen würde zu sagen: Die Sache es den Beamten in Ostpreußen gestattet, die Geseze mit Füßen zu unter Vorfiz des Stadtraths Struve beschlossen, bei den Gemeindes ist nicht aufgeklärt und deshalb ist ein non liquet auszusprechen. treten?" In diesem Artikel war die Verhaftung und Einsperrung behörden eine Aenderung der bestehenden Bestimmungen dahin zu Hier handelt es sich aber um ein Beleidigungsverfahren, in welchem dreier sozialdemokratischer Flugblattvertheiler geschildert, die, wie in beantragen, daß die Aufnahmebefugniß von der Armen- Direktion dem Angeklagten der unumstößliche Beweis der Wahrheit obliegt. der Verhandlung festgestellt wurde, thatsächlich zu unrecht erfolgt ist. auf die Deputation übertragen werde. Die von den Zahlungs- und da spricht das non liquet gerade gegen ihn, denn nach der Das Gericht billigte dem Angeklagten, der Mitglied des Wahlkomitees verpflichteten zu leistenden Verpflegungskosten- Beiträge würden dann Zeugenvernehmung kann nur ein gewisser Grad der Wahrscheinlichkeit war und die betreffenden Flugblätter verlegt hatte, den Schutz des von der Deputation nach dem Leistungsvermögen der betreffenden für die Behauptung des Angeklagten zugegeben werden, aber es ist § 193 zu und verurtheilte ihn wegen formaler Beleidigung der drei festgesetzt und nur solche Fälle der Armendirektion überwiesen werden, doch kein voller Beweis geführt und deshalb bleibt bestehen, daß Personen, die Strafantrag gestellt hatten ein Gendarm, der in welchen die Angehörigen ihre Kinder auch nicht zu Hause unter der Angeklagte durch die Behauptung nicht erweislich wahrer That stellvertretende Amtsvorsteher und ein Gastwirth- halten, also überhaupt keinen Beitrag leisten können. Ferner hat fachen den Gendarm Klößsch herabgewürdigt, ihn in seiner Ehre zu 50 M. Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte 100 m. beantragt. Die Deputation beschlossen, für die nächsten drei Jahre 1. April getränkt hat. Was den zweiten Theil der Anklage, die Mißhanda Biertens sollte Statutt durch eine Notiz über die Bentenar- Medaille 1899/1902 die gegenwärtig für die Jrrenanstalten geltenden Säße Lungen auf der Polizeiwache, betrifft, so hat der An eine Majestätsbeleidigung begangen haben. Hier lautete der zu erhebenden Pflegegelder beizubehalten, und zwar 2,20 M. geklagte ganz generell behauptet, daß auf Polizei. das Urtheil auf fostenlose Freisprechung. Die Vertheidigung führte für die Frrenanstalten und 2,60 m. für die Anstalten für Epileptische wachen ganz grobe Mißhandlungen stattfänden. Wuhlgarten. unser Parteigenoffe Rechtsanwalt Haase. Die Thatsache, daß hin und wieder auf Berliner Polizeiwachen Ausschreitungen vorgekommen sind, soll nicht in Abrede gestellt -Am 7. Oktober verläßt der Parteigenoffe Steinhold werden; der stritte Beweis dafür liegt in der Thatsache, daß Stenzel, Redakteur am Hamburger Echo", das Gefängniß Schußleute von den Gerichten wegen begangener Mißhandlungen nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten und 8 Tagen. verurtheilt worden sind. Die Staatsautorität und das Ansehen der Von dieser Strafe waren ihm 8 Monate wegen Beleidigung des Polizeibehörde können es ruhig über sich ergehen lassen, ob eine Königs der Belgier auferlegt worden. Während in Belgien über den König Leopold in der ungenirtesten Weise gesprochen und geIm Prozeß Stadthagen wurde heute von 11%, Uhr ab die Ver- Reihe von Leuten behaupten, von Beamten mißhandelt worden zu schrieben wird, ohne daß es irgendwem einfiele, Majestäts handlung vor der achten Straftammer des Landgerichts I fortgesezt. sein. Die Beweisaufnahme, die durch den Angeklagten veranlaßt beleidigungsprozesse anzuftrengen, hielt es die Justiz in der freien" Der Polizeipräsident v. Windheim war zur Stelle und wurde worden ist, hat aber rein nichts bewiesen. Der Angeklagte ist Stadt Hamburg für ihre Aufgabe, ein freimüthiges Urtheil über als erster Beuge vernommen. Der Angeklagte hatte sich auf diesen so unvorsichtig gewesen, seine unlauteren Quellen hier dem Gericht jenen Botentaten mit schwerer Strafe zu ahnden. Beugen darüber berufen, daß alles, was in dem unter Anklage ge- vorzuführen. Würde er im Vorwärts" bestimmte Fälle angeführt haben, " Eine Leporellolifte polizeilicher Mißhandlungen. Der Vorsigende macht den Angeklagten darauf aufmerksam, daß möglicherweise in Abweichung von dem früheren Beschluß vielTeicht angenommen werden könnte, daß sich die Beleidigung direkt gegen den Polizeipräsidenten richte. Angeklagter Stadthagen 11 Gerichts- Beitung. = in denen Ausschreitungen vorgekommen, so wäre dies sein gutes| bleiben, Aber auch in betreff des zweiten Artikels feir Der Pariser Erdarbeiterstreit steht im Begriff, sich zu einem Necht. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte schon 1894 erheb- erwiesen, daß Mißhandlungen auf den Polizeiwachen vor- allgemeinen Bauarbeiterstreit auszuwachsen. Die Geliche Borstrafen wegen Beleidigung erlitten hat und damals schon gekommen seien und der Angeklagte sei wegen diefer Mittheilungen wertschaften der Maurer, der Schlosser, der Anstreicher sein Hang, mit der Ehre seiner Mitmenschen in leichtfertiger Weise ebenfalls freizusprechen. Der Angeklagte habe indeffen hinzugefügt, und Maler haben sich für den Generalstreit erklärt. Außerdem umzugehen, festgestellt ist, rechtfertigt sich wegen beider Strafthaten daß der Polizeipräsident v. Windheim von diesen Mißständen wisse beschloß eine Versammlung der Auslader, der Bewegung eine Zusatzstrafe von zwei Monaten Gefängniß. in betracht für die und nichts thue, um denselben abzuhelfen. Darin liege der Vorwurf beizutreten. Letterer Beruf kommt Die gemeinsamen einer groben Amts- und Pflichtverlegung und der Angeklagte müsse Zufuhr von Rohmaterial für die Bauarbeiten. deshalb, da ihm der Schutz des§ 193 des St.-G.-B. nicht zugebilligt Forderungen der Bauarbeiter find: Lohnerhöhung gemäß dem gewerden könne, wegen einfacher Beleidigung des Polizeipräsidenten werbegerichtlichen Tarif von 1882, Ungiltigkeit der von den Unterbestraft werden. Der Gerichtshof habe hierfür auf eine Geldstra fe nehmern erpreßten Hungerlohn- Kontrakte, Durchführung des gefeßlichen von 300 Mart, im Nichtzahlungsfalle auf 30 Tage Gefängniß Verbotes des Zwischenmeisterthums. Die Anstreicher und Maler fordern erkannt. Dem Polizeipräsidenten sei die Publikationsbefugniß im ihrerseits den Achtstundentag und 8 Fr. Lohn im Sommer und im Winter, bittet um Freisprechung. Beide Artikel enthalten nichts Strafbares. Vorwärts" und im Reichs- Anzeiger" zugesprochen worden. sowie einen wöchentlichen Ruhetag. Wird der Generalstreitbeschluß von Im Falle Klößsch sei der Wahrheitsbeweis in vollem Umfang und der Masse befolgt, so schwillt die Zahl der Streifenden auf etwa in geradezu überraschender Weise erbracht, so daß sich aus Anlaß 150 000 Mann an. Insgesammt zählt man in der Pariser Baudieser Behauptung des Artikels vielleicht Gelegenheit ergebe, wegen Industrie etwa 300 000 Arbeiter. wissentlich falscher Anschuldigung nach anderer Richtung vorzu- Aus Erfurt wird berichtet: Der Anlaß zu den StraßenDie Bedingungen für einen Massenstreit sind zur Zeit in Paris gehen. Punkt für Punkt sei der Inhalt des Artikels zweifels- trawallen bildete am 4. Oktober den Gegenstand der Verhand- insofern günstig, als die Weltausstellung eine außerordentliche Anfrei erwiesen; ausgelassen sei nur, was der Gendarm selbst lung vor der Erfurter Straffammer. Die Frau des Magistrats- häufung von Bauarbeiten bewirkt hat. Die Arbeiter wollen die auszugegeben, daß die Verhaftung eine widerrechtliche war; es lag arbeiters 3 ahn sollte sich wegen Landfriedensbruchs verantivorten. nahmsweise Situation ausnuten. Die mangelnden materiellen ferner eine widerrechtliche Körperverlegung vor, zu der nicht der An die Arretirung dieser Frau schlossen sich die bedauerlichen Vor- Mittel zur längeren Unterstüßung der ungeheuren Generalstreitgeringste Anlaß gegeben gewesen sei. Hier müsse also Freisprechung gänge, die Erfurt zu einer traurigen Berühmtheit verhalfen. Die Armee hofft man durch die intensive Wucht des gleichzeitigen Anerfolgen. Den zweiten Artikel anlangend, habe der Staatsanwalt Angeklagte giebt an, sie habe am 24. Mai gegen Abend mit ihrem griffs erjeßen zu können. Thatsächlich hat die Androhung eines eigentlich selbst zugegeben, daß dieser Artikel zu unrecht unter An- halbjährigen Kinde auf dem Friedrich Wilhelmsplatz ihren Mann Massenstreits die Erdarbeiten Unternehmer versöhnlicher gemacht. flage gestellt worden sei. Von ganz generell" stehe in dem Artikel erwartet, der von Arbeit kommend, mit ihr gemeinsam noch einige Sie haben gestern die früher früher abgelehnte Einmischung des tein Wort. Wenn der Staatsanwalt meine, daß hin und wieder Wege habe gehen wollen. Am Zirkus sei noch eine größere Anzahl Friedensrichters zweds eines Einigungs- Versuches angenommen. fönnen und wollen jetzt nicht mehr Ausschreitungen stattfinden, so sage der Artikel dasselbe: wieder- Personen versammelt gewesen. Sie sei vom Polizeibeamten auf- Aber die Erdarbeiter holt" sahen Bürger Leute die Polizeiwache in anderem Zustande ver- gefordert, den Platz zu verlassen, habe aber den Grund nicht ein- darauf eingehen, nachdem sich die Bauarbeiter- Gewerkschaften lassen, als sie sie betreten; die so Aussehenden behaupten, ge- fehen können, da an die anderen Personen diese Aufforderung mit ihnen solidarisch erklärt haben. Sie betrachten mit recht die verschlagen zu sein, sollten sie alle an Hallucinationen leiden?" nicht gerichtet wurde, und habe dem Beamten geantwortet, sönliche Stimmung der Unternehmer als ein Manöver, das die Spaltung. Als Redakteur und als Mensch würde er seinen Lesern nicht den sie erwarte ihren Mann und habe ein Recht, hier zu ver- der Arbeiterschaft bezweckt, und verlangen ohne weiteres die Bewilligung Unsinn aufbürden, daß alle Sistirten mißhandelt würden. Die weilen. Der Beamte hat dann ihren Namen feststellen ihrer ursprünglichen Forderungen. Andererseits hat der drohende MaffenUeberschrift könnte vielleicht als Generalisirung gedeutet werden, aber wollen, sie habe zunächst die Angabe des Namens verweigert, streit den Entschluß des Gemeinderaths beschleunigt, die Erdarbeiten in der Inhalt ergebe klar das Gegentheil. Die Zahl der Sistirungen dann aber, als sie nach der Wache gebracht werden sollte, ihren tommunale Regie zu übernehmen und die geforderte Lohnerhöhung zubeund der Schutzleute sei freilich für die Beurtheilung nicht Namen genannt. Trotzdem habe jetzt der Beamte auf Sistirung bewilligen. Die Regierung dürfte dem Gemeinderath desto eher freie Hand entscheidend. Eine ganze Reihe solcher Mißhandlungen auf standen, sie hart am Arme gefaßt, obgleich fie versichert habe, mit- laffen, als die Unternehmer selber anfänglich den Verzicht auf ihre unter dem Vorwand, sie den Berliner Wachen fei mun gestern erwiesen worden. gehen zu wollen. Sie habe auch, da sie das Kind auf dem Arme Submissions- Verträge angeboten hatten Die Schlüssigkeit des Wahrheitsbeweises sei umso höher zu ver- gehabt, einen ernstlichen Widerstand nicht leisten können. Polizei- wären außer stande, die Lohnerhöhung zu zahlen. Nun wird es sich anschlagen, wenn man bedenkt, wie oft die Mißhandelten sich scheuen, sergeant Weinberg, der mit seinem Kollegen Bischoff den Auf- zeigen, ob es ihnen damit ernst war. sich zu beschweren, weil sehr viele Personen der Meinung seien, daß trag gehabt hat, den Zugang zum Zirkus frei zu halten, giebt an, fie in einem Konflikt mit der Polizei doch immer den Kürzeren ziehen, daß eine allgemeine Aufforderung an das Publikum, den daß der Spieß sich leicht umkehre. Die Ergebnisse der Beweis Blaß zu räumen, nicht ergangen sei, er habe nur einzelne Personen aufnahme lassen gar keinen Zweifel darüber, daß in einer recht allerdings sehr oft durch den Zuruf: Weitergehen!" Zurück!" und erklecklichen Anzahl von Fällen Leute, die wegen irgend einer Lappalie so weiter veranlaßt, einen 3-4 Meter breiten Zugang zum Zirkus auf die Polizeiwache sistirt wurden, dort sofort mit Schimpf- frei zu geben. Der Staatsanwalt ließ die Anklage wegen Auflaufs worten empfangen und aufs gröblichste mißhandelt worden sind. und Landfriedensbruchs fallen und beantragte drei Monate Gefängniß Aus dem September 1895 habe er allein fünf ihm zur direkten wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Der Gerichtshof erkennt Kenntniß gebrachte Fälle vorführen können, unter denen der Fall der sie des letzteren Delifts für schuldig und verurtheilt die Frau Zahn Frau Anders geradezu typisch sei. In teinem dieser Fälle zu 30 m. Geldstrafe. In Hamburg ist auf Anregung der Kommission, die zur habe einer der Schuyleute, die unbetheiligt Aus Gotha wird uns unterm 4. Oktober berichtet: Vor dem Prüfung der Arbeiterverhältnisse im Hafen und waren, aber zugesehen haben, eine Straf Landgericht hatte sich heute Redakteur Joos wegen Beleidigung auf den Schiffen vom Senat eingesetzt worden war, der zuanzeige erstattet. Damit sei selbst die im Artikel durch das„ Gothaische Volksblatt" zu verantworten. Es handelte ständigen Behörde der Entwurf eines Gesetzes zugestellt worden, der nicht stehende Behauptung gerechtfertigt, daß häufig geschlagen sich um eine Korrespondenz in der Nummer vom 5. November v. J., Vorschriften betreffend die Verwendung von Farben beim werde. Wenn er trotz der Unzulänglichkeit seiner Machtmittel als durch die sich der Superintendent Dewes in Gräfenroda beleidigt Be malen der Schiffe in Beziehung auf Feuergefährlichkeit Privatmann im stande war, eine solche Reihe von Mißhandlungen gefühlt hat. Joos machte geltend, daß ihm die Korrespondenz und Gesundheitsschädlichkeit 2c. enthält. Nach diesem Entwurf soll hier vorzuführen, so lasse das einen Rückschluß auf die vor der Aufnahme gar nicht zu Gesicht Gesicht gekommen fei, die Verwendung aller der Farben untersagt sein, die mit leicht wirkliche Zahl der Mißhandlungen zu. Er habe diesen Rüd- ba er sich am Morgen des betreffenden Tages wegen brennbaren Stoffen versezt sind, und es sollen nur solche gestattet schluß aber gar nicht gezogen, er habe nicht generalisirt, Krankheit von der Redaktion entfernen mußte. Wenn er in der werden, die einen näher firirten Entflammungspunkt nicht erreichen. sondern nur behauptet, daß wiederholt solche Mißhandlungen Nummer dennoch als verantwortlicher Redakteur genannt wurde, so Dann wird bestimmt, daß Schiffsräume, wo die Lichtzuführung nicht auf Berliner Polizeiwachen vorgekommen seien und dies habe ja der sei das deshalb geschehen, weil er den gesammten übrigen Tert der möglich ist, mit feuergefährlichen Farben überhaupt nicht gestrichen Staatsanwalt selbst zugegeben. Gerade der Fall Machlinsti zeige, wie Nummer redigirt habe. Genosse Hildebrand, der Expedient werden dürfen; auch ist es auf das strengste verboten, solche Räume bedenklich es werden kann, wenn man sich über Mißhandlungen des„ Gothaer Voltsblatt", bestätigte als Zeuge, daß die fragliche anders als mit feuerficherem Licht zu betreten. Eine weitere Bor auf der Polizeiwache beschwert. Gerade dieser Fall zeige, wie Korrespondenz erst eingegangen war, nachdem Joos wegen schrift bestimmt, daß die alte Farbe der Schiffe, sowohl innen schwierig es sei, in solchen Dingen den Wahrheitsbeweis zu Krankheit die Redaktion verlassen hatte, er, Zeuge, habe wie außen, nicht mehr, wie es jetzt geschieht, troden abgefragt werden führen. Unverständlich sei, weshalb gerade der Umstand, daß die Korrespondenz nach einigen Abänderungen sofort in darf, sondern vorher mit Del und Lauge aufgeteicht werden muß. Mechlinski sich mit seiner Beschwerde an das Satz gegeben. Hildebrand wurde nicht bereidigt, da er an Durch diese Bestimmung soll verhindert werden, daß die betreffenden felbe Revier gewendet habe, ein Indizium für der Sache selbst betheiligt war. Der Staatsanwalt enthielt sich Arbeiter den gifthaltigen Staub einathmen. Ferner enthält der seine Geistesstörung bildete, wegen deren er 14 Tage eines Antrags und stellte das Urtheil dem Ermessen des Gerichtes Entwurf eine Vorschrift für die Reffelreinigungs- Unters Danach sollen diese verpflichtet sein, an Bord des in Herzberge zubringen mußte. Jedes Revierbureau sei doch zur anheimt. Nach kurzer Berathung theilte der Vorsitzende mit, daß das nehmer. Entgegennahme und Weitergabe von Strafanzeigen verpflichtet. Urtheil über acht Tage verkündet werden solle. Joos, der gegen Schiffes genügende Waschvorrichtungen zur Benugung ihrer Gehilfen Wenn 1897 noch, trot aller Vorkommnisse aus den wärtig eine zweimonatige Gefängnißstrafe verbüßt, wurde durch aufzustellen, damit diese nicht gezwungen sind, mit schmutzigen früheren Jahren, so etwas möglich war, und wenn ein einen Gendarm vor- und abgeführt. Händen ihr Frühstück- oder Vesperbrot anzufassen. Durch diese Gewerkschaftliches. Berlin und Imgegend. Deutsches Reich. Soziales. Arbeiter Risiko. Durch Bruch des Drahtseils stürzte am Elevator der Walzmühle in Ludwigshafen am Rhein ein mit Kohle gefüllter 16-17 Zentner schwerer Kasten aus beträchtlicher Höhe herab. Der Inhalt des Kastens fiel in ein Kohlenschiff, wo vier Mann mit dem Füllen der Kästen beschäftigt waren, und erschlug einen Arbeiter. Versammlungen. Der Sozialdemokratische Agitationsverein für den Wahl freis Stralsund- Franzburg- Rügen hielt am 2. Oftober feine Generalversammlung ab. Die Quartalsabrechnung ergab eine Einnahme von 41,89 M. und eine Ausgabe von 41,50 M. An Zeitungen und Broschüren wurden 26 Kilogramm gesammelt. Ms Ergänzung zum Borstande wurden gewählt: Schuldt, Vorsitzender; Werner, Schriftführer; Weißenftein, Revisor. Die Sigungen werden jeden Sonntag nach dem 1. im Monat, vormittags 10 Uhr, bei Mörschel, Jüdenstr. 35, abgehalten. Die Korbmacher erledigten in ihrer Versammlung am Unter 26. September eine Reihe geschäftlicher Angelegenheiten. Die Kontrollanderem wurde folgender Antrag angenommen: fommission möge bei der Ortsverwaltung vorstellig werden, damit diese die Bezirkskommissionen der Tischler veranlaßt, die Korbmacher zu den einzelnen Bezirksversammlungen einzuladen, um auf diese weise den Versuch zu machen, die Kollegen aus ihrer Intereffenlosigkeit aufzurütteln. solcher Fall, der die Deffentlichkeit beschäftigte, nicht einmal Der Klaviervirtuose Sieveking, welcher im August in Ischl Maßregel sollen die Arbeiter davor geschützt werden, Giftstoffe in zur Kenntniß des Polizeipräsidenten gekommen ist, so sei es unter Beschuldigung der Religionsstörung verhaftet wurde, ist sich aufzunehmen. Schließlich ordnet der Entwurf an, daß die an doch natürlich, daß ein großes Gefühl der Unsicherheit unter den gestern vom Kreisgerichte Wels wegen Beleidigung eines Religions- Bord befindlichen, für den Schiffsgebrauch bestimmten Farben in Publikum sich verbreitet, welches die Mißhandelten es sich zweimal Bieners während einer gottesdienstlichen Verrichtung zu drei Tagen feuerfesten Behältern untergebracht sein müssen und daß diese nicht überlegen läßt, ob sie die Mißhandlungen an die Deffentlichkeit einfachen Arrestes verurtheilt worden. Die Verurtheilung erfolgte in der Nähe der Kessel aufgestellt werden dürfen. bringen sollen oder nicht. Dieser Zustand sei geeignet, die Unsicher- wegen des Ausdruces" Lump", welchen Sieveling gegen einen auf heit individuell und allgemein zu fördern. Er habe nicht auch nur einem Versehgange begriffenen Kaplan gebraucht hat. Bezüglich der annähernd die Zahl der wirklich vorgekommenen Fälle der Miß übrigen Anklagepunkte erfolgte Freisprechung. handlung angeben können, wolle aber doch darauf hinweisen, daß unter den Zeugen des Wahrheitsbeweises sich fein einziger Berbrecher befinde. Wenn schon solche Leute, die lediglich fleine Polizeiübertretungen begangen, von den Schutz Teuten auf der Wache mit" Halten Sie die Schu.. oder„ Halten Sie die Fr....!" angeschrieen werden, so kann man Die durch Vertrauensmänner zentralisirten Zimmerer befich vielleicht eine Vorstellung machen, wie nun wirkliche Verbrecher rufen zum 30. Oktober d. J. nach Berlin eine Konferenz der Verbehandelt werden mögen. Er habe sich auch auf das Urtheil des trauensmänner ein. Auf der Tagesordnung steht: 1. Bericht über Liegnizer Gerichts in der Sache Feldmann berufen können, in die bisherigen Erfolge der Agitation. 2. Die Aufgaben der Verwelchem als bewiesen erachtet wurde, daß schon 1892 auf Berliner trauensleute und die Aufgaben der Organisation. 3. Das SammelPolizeiwachen so geschlagen wurde, daß es nur so bumste" wesen. 4. Die Presse. 5. Wahl des ersten Vertrauensmannes. und daß es sich anhörte, als wenn Teppiche geklopft werden." Nachdem der Polizeipräsident mitgetheilt, daß ihm von alledem nichts bekannt sei, so müssen doch die Leute, Streiks in Deutschland im September. Die Zahl der bedie ihm solche Dinge zur Kenntnißnahme zu unterbreiten haben, gonnenen Streifs beträgt nach dem„ Arbeitsmarkt" im ganzen solche Vorkommnisse für gar nicht so ungeheuerlich und selten an- während des Monats September 26 gegen 56 im Vormonat. Es gesehen haben, daß es sich für sie verlohnte, sie dem Chef der entfallen auf: Bolizei zu unterbreiten. Die Behauptung, daß der Polizeipräsident beleidigt sei, habe der Staatsanwalt heute nicht wiederholt, aber auch nicht festgestellt, wver denn eigentlich beleidigt sei. Wenn in einem Falle, so irgend sei doch sicher hier die Zubilligung des Schutzes des§ 193 geboten. Er habe zunächst als Bürger das Recht, mit dafür zu sorgen, daß das Gesetz geachtet werde, welches die Integrität des Körpers gewährleiste. Sein berechtigtes Interesse erhelle auch aus dem Fall Mechlinsti. Nun und nimmer habe die Polizei das Recht, ohne vorgeschriebenes gerichtliches Verfahren, lediglich auf grund des Gutachtens eines beliebigen Bezirks- Physikus, jemand in eine Jrrenanstalt zu bringen und dort festzuhalten. Er selbst müsse sich in seiner persönlichen Freiheit beeinträchtigt halten, wenn die Möglichkeit vorliege, daß er auf der Polizei gemißhandelt und wegen der Anbringung einer Beschwerde Jahres hiermit die niedrigste Biffer auf. Gegen den Vormonat hat einfach ins Frrenhaus abgeschoben werden könne und er habe deshalb ein sich die Zahl der Streits um mehr als die Hälfte vermindert. Die wohlberechtigtes persönliches Interesse daran, daß solche Mißhandlungen meisten Ausstände sind dazu ihrem Umfang nach unbedeutend. für die Zukunft zur Unmöglichkeit werden. Daß es richtiger Namentliche Erwähnung verdienen nur der Ausstand der Schiefersei, sich zur Erreichung dieses Zweckes an die Oeffentlichkeit decker in Dresden mit 147 und der Weberstreik in Glauchau mit als an den Polizeipräsidenten zu wenden, können nach der heutigen 150 Betheiligten. = Bergbau-, Hütten- und Salinenwesen Industrie der Steine und Erden August Septbr. • . 2 Metallverarbeitung. Industrie der Maschinen, Werkzeuge und Instrumente Textilindustrie Industrie der Holz- und Schnitzstoffe Industrie der Nahrungs- und Genußmittel Industrie der Bekleidung Baugewerbe Uebrige Industriezweige 322 487 6263 16 • 1 15 11 Summa 56 26 Der Monat September weist in ben ersten neun Monaten des Aussage des letzteren faum zweifelhaft sein. Er handle aber Der Streit in der Handschuhfabrik von Peters in Oft er auch im Interesse des Publikums und der Polizei selbst. wied hat bisher zu keinem befriedigenden Abschluß geführt. Die Die lettere sei, wie der letzte Berwaltungsbericht des Polizei- Streifenden sind mit wenigen Ausnahmen ihrer Sache treu geblieben präsidiums anerkannt hat, auf die Mithilfe des Publikums an- und dürften auch die jetzt thätigen Streitbrecher dem Geschäft zu gewiesen und der Bericht bedauere, daß das Publikum sich so feinem großen Nugen verhelfen. = bon Der Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter( Filiale 1) hielt am 3. d. M. eine Versammlung ab. In einem Vortrag gab Genosse Rückert eine eingehende Schilderung der Kanalisation in Berlin. Hierauf verlas der Kassirer die Abrechnung. Die Einnahme inkl. Bestand bom II. Quartal betrug 903,85 M., die Ausgabe 640,85 m. Die Mitgliederzahl beträgt 391. Dem Vertrauensmann überwies die Versammlung 200 M, Nachdem bekannt gegeben, daß die Bibliothek wieder geöffnet ist und der Vertrauensmann Lück nach der OppelnerStraße 44 verzogen ist, entspann sich eine Debatte über das Verhalten des Mitgliedes Richter, der aus dem Verbande ausgeschlossen wurde. Verband der Maler. Am 5. Oktober fand die General versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt, in versammlung in den Arminhallen, Kommandantenſtr. 20, statt, in Referat über das Handwerkergesez hielt. Nach Berlesung des Kaſſenwelcher Robert Schmidt ein anregendes und interessantes über die momentanen Ergebnisse der Werkstellen- Agitation. Zum berichts gab Nicolai einen turzen Bericht über den Umfang und Schluß fand die Wahl der Fachschul- Kommissionsmitglieder statt. Berliner Kranken Unterstütungs- und Begräbniß- Verein für Frauen und Mädchen, gegr. 1892. Jeden Freitag, abends 7 Uhr, Baylabend bei Mehrwald, Alte Jakobftr. 54/55. Neue Mitglieder werden daselbst aufgenommen. Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen Berlins und Umgegend. Heute Abend 82 Uhr bei Hoppe, Ackerstr. 145: GeneralBersammlung. Verein für Körper und Naturheilkunde. Heute Abend 81/2 Uhr, schwer entschließe, diese Mithilfe zu leisten. Er behaupte, daß eine Wegen Maßregelung eines Maurers stellten in Stettin so große Reihe von Polizei Mißhandlungen indirekt dazu 57 Maurer beim Verwaltungsgebäude des Hafenbaues die Arbeit beitragen müsse, die Entdeckung Verbrechen zu er schweren, denn sie müssen das Publikum vor jeder Berührung mit ein. Nach Unterhandlung mit der Lohnkommission war der Unter- bei Nieft, Weberstr. 17: Bortrag des praktischen Naturheilkundigen Grund: der Polizei zurückschrecken. Er beantrage, im Interesse der Sichernehmer geneigt, den Gemaßregelten wieder einzustellen; er verlangte mann. Gäfte, nur Männer, willkommen. jedoch, daß die übrigen Arbeiter erst zu Mittag wieder anfangen heit unserer Stadt, im Intereſſe der Abwehr solcher strafbaren sollten, gewiffermaßen eine Strafe für ihr solidarisches Handeln. Handlungen, ihn nicht nur freizusprechen, sondern die Staatskaffe Diese besannen sich nicht lange, sondern nahmen ihr Arbeitsgeschirr auch mit den Kosten der zu seiner Vertheidigung nothwendig ge- und verließen den Bau. wesenen Auslagen zu belasten. Ausland. Tehte Nachrichten und Depelthen. Paris, 6. Oftober.( W. T. B.) Heute Vormittag ist auch ein Theil der Fuhrleute, welche den Straßenschmutz abfahren, in den Ausstand eingetreten. An verschiedenen Punkten der Stadt sind die Schmutzfästen nicht entfernt worden. Nach erfolgter Replit und Duplik zieht sich der Gerichtshof um drei Uhr zurück. Die Zahl der ansständigen Buchbinder und Arbeiterinnen Nach 3stündiger Berathung verkündete der Landgerichtsdirektor in Wien beläuft sich auf 900. Der Zusammenhalt der Ausständigen Weinmann das Urtheil. Im Falle Klötzsch habe der Angeklagte eine ist ein ausgezeichneter und sind bisher nur wenige Streifbrecher zu der Wirklichkeit entsprechende Darstellung gegeben. Es sei erwiesen, verzeichnen. An Unterſtügung stehen den Ausständigen vorläufig von daß der Gendarm Klößsch dem Zeugen Weißbach mit dem Revolver der deutschen Organisation 15,000 M. zur Verfügung und auch einen Schlag gegen das rechte Auge gegeben habe. von den übrigen Arbeiterkategorien werden zahlreiche Unterstügungen In diesem Falle müsse der Angeklagte demzufolge straflos leinlaufen. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Rom, 6. Oftober.( W. T. B.) Die Agenzia Stefani" veröffentlichte den Wortlaut der Note, die der Minister des Auswärtigen Canevaro an die diplomatischen Vertreter Italiens bei den Mächten. gerichtet hat in der Angelegenheit des Zusammentritts einer internationalen Konferenz zur Feststellung von Maßregeln gegen die Anarchisten. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt, Br. 235. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 7. Oktober 1898. Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. Vormittags: Sihung. Stuttgart, 6. Oftober. ( Privatdepeschen des„ Borwärts".) Um 9/4 Uhr vormittags wird die Sigung eröffnet. Den Vorsitz führt Io ß. Es wird in den Punkt 6 der Tagesordnung„ Bergarbeiterschutz" eingetreten. = Grundlinien dieser Reform sollen sein: 1. Festsetzung einer Arbeitszeit von höchstens 8 Stunden, Ginund Ausfahrt eingeschlossen, Ueberschichten, welche nicht zur Fortführung des Betriebes nöthig, sind zu verbieten. Wo die Temperatur in den Grubenräumen+28 Grad Celsius übersteigt, muß die Schichtdauer auf sechs Stunden ermäßigt werden. 2. Abschaffung des Affordsystems für unterirdische Arbeiten. 3. Männlichen Arbeitern unter 18 Jahren ist die unterirdische und Frauen überhaupt jede Grubenarbeit zu verbieten. 4. Vermehrung der Grubenkontrolleure aus den Reihen der Bergarbeiter; auf höchstens 1000 Mann der Belegschaft soll ein Arbeiterinspektor tommen. Diese Hilfsinspektoren sind von den Arbeitern zu wählen und vom Staate zu bezahlen. 5. Für mit Schlagwetter Gasen behaftete Grubenräume sind dafür vorgebildete Wetterbeamte anzustellen. 6. Errichtung zweckentsprechender Waschanstalten( EinzelBrausebäder) und Mannschaftsstuben( Nauen). Der Parteitag beauftragt die Reichstags- Fraktion, den Erlaß eines Berggefeges im Sinne dieser Forderungen zu beantragen. Solange aber eine reichsgesetzliche Regelung des Bergarbeiterschutzes nicht eingetreten ist, sollen die sozialistischen Abgeordneten der bergbautreibenden Bundesstaaten in den respektiven Landtagen eine Reform der Landes- Berggesetzgebung in obigem Sinne herbeizuführen suchen. Berichterstatter Sachße Zwickau: Die Organisation der Bergarbeiter ist noch schwach, die sächsischen Berg- und Hüttenleute find zu allerlegt in die Organisation eingetreten. In den 70er Jahren ist allerdings bereits ein Versuch dazu gemacht worden, aber es war damals nur ein Strohfeuer. Auch seit 1890 ist die Organisation wieder sehr zusammengeschrumpft. Daß fie da nicht eine große Macht zur Erringung eines Arbeiterschuzes entfalten fonnte, ist naheliegend. Unsere Forderungen wurden im sächsischen Landtage zum größten theil zurückgewiesen, mit der Begründung, daß. Sachsen nicht allein den Bergarbeiterschutz einführen könne, weil seine Kohlenbergwerkte dann konkurrenzunfähig werden würden. Seit dieser Zeit haben wir auf allen Kongressen dahin gewirkt, daß in allen Bundesstaaten dem Bergarbeiterschutz mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird und daß namentlich die großen Unglücksfälle besprochen werden. Leider beweist die Unglücksstatistit, daß die Zahl der Unglücksfälle, nicht wie in anderen Betrieben, zurückgegangen, sondern gestiegen ist. Es liegt auf der Hand, daß H. Sachße Zwidau; Horn Niederhaslau; Seifert es nothwendig ist, eine schärfere Inspektion und einen besseren Zwickau; Biedermann- Delizich; A. Leopold Beiß; Arbeiterschutz anzuwenden, um die Zahl der Ungeücksfälle zu ver- Plorin Beiß; Lange Niederhäslich( Plauenscher Grund); mindern. Die Vorschriften an und für sich sind ja gut, aber Höppner Cotta; A. Winter Beuthen( Oberschlesien); mit der Befolgung derselben steht es anders. Da liegt der Merkowsky Kattowiz; Schmidt- Essen a. N.; Dohle Hafe im Pfeffer. Darauf müssen wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Bochum; A. Thiele Halle a. S.; Bischel- Dortmund. Vor Jahren ging die Behauptung immer wieder durch die Presse, daß die meisten Unfälle Montags stattfinden. Man wollte damit Wir fordern in der Resolution zunächst eine achtstündige Marimalfagen, daß der Kater vom Sonntag die Unfälle verschulde. Diese schicht. In den allermeisten Kohlenrevieren ist dieselbe länger, ja in Behauptung ist eine lügnerische. Die Statistit der Knappschafts- einer Anzahl müssen in der Woche fieben Schichten gethan werden, genossenschaften hat sie wiederlegt. Mit der ständigen Steigerung und fo fommen statt der nominellen acht und zehnstündigen in der Zahl der Unfälle wird auch die Nothwendigkeit immer größer, für Wirklichkeit zwölf und vierzehnstündige Schichten heraus. Da wird Bergarbeiterschutz zu sorgen. Aber weder die Regierungen noch die einfach von oben dekretirt: jezt geht das Kohlengeschäft gut, jezt maßgebenden Arbeitgeber haben bisher für eine beffere Inspektion muß Beischicht gemacht werden. Da heißt es, die Leute, die in gesorgt. Die jetzigen Vorschriften mögen ja in vielen Bezirken großer Hige arbeiten müssen, ruhen ja inzwischen aus, arbeiten genügen, aber die Revisionen reichen nicht aus, dazu ist die mit Pausen und so reduzirt sich die Arbeitszeit. Es muß aber Zahl der Beamten viel zu gering. Man kann doch zum darauf gedrungen werden, daß im Interesse der Gesundheit und des mindesten verlangen, daß jedes Werk vierteljährlich mindestens Lebens dieser Arbeiter strenge eine sechsstündige Schicht eingehalten einmal revidirt wird, eine monatliche Revision wäre sicher wird. Ferner verlangen wir die Abschaffung des Akkords, des auch nicht zu viel. Wir fordern aber außerdem, daß mau mit der Gedingesystems, eines Mordsystems im wahrsten Sinne des Wortes. Kontrolle auch Bergarbeiter betraut, die ständig auf dem Werte sind Daneben besteht auf manchen Bergwerken noch ein Tantiemensystem. und wenn nöthig jeden Tag inspiziren tönnen. Es ist eine nicht Die Beamten erhalten Prämien und die Arbeiter, die möglichst viel wegzustreitende Thatsache, daß bei den Revisionen jetzt sehr häufig schaffen. Daher kommt es, daß die Unfallziffern in Deutschland Betrügereien vorkommen. So find auf unserem Kongreß Fälle mit beständig steigen. Nun wird gesagt, ja, in andern Ländern gehen Thatsachen belegt worden, wonach gefährliche Orte im Betriebe ein die Unfallziffern zurück und es besteht dort doch auch im Bergbau fach verschlagen wurden. Wenn der Revisionsbeamte fam, da mußte das Alfordsystem. Aber in diesen Ländern, wie in England und sich der Beamte etwas weiß machen lassen, da er die Betriebsorte Frankreich, besteht die Arbeiter- Inspektion im Bergbau. Wir sind nicht fennt. Bei Arbeiterinspektoren wäre das unmöglich. Ein weiterer überzeugt, daß diese ganz gut durchzuführen ist und daß unsere Uebelstand ist die vorherige Anmeldung der Revision. Da ist es dann Forderung durchgeführt werden muß im Interesse von Leben und kein Wunder, wenn keine Verstöße gegen die bergpolizeilichen Vor- Gesundheit der Arbeiter. Die Kosten würden sich für ganz Deutsch schriften gefunden werden. Die Leiter der Bergwerke und land nur auf 1/2 Millionen belaufen. die Beamten haben häufig dieselbe Bergakademie be= sucht, daraus refultiren Beziehungen, die der strengen vorgebildeten Wetterbeamten für mit Schlagwettergafen behaftete Inspektion nicht förderlich sind. Rein Arbeiter fann sich bei der Berginspektion beschwerden, ohne daß es zur Kenntniß der BergwerksLeitung kommt. Er hat dann seine Entlassung zu gewärtigen. Nur ein Beispiel dafür: Ein Arbeiter brachte seine Beschwerden in der Berginspektion vor und beschrieb die Gefährlichkeit der Strede. Statt sich zu überzeugen, ob die Schilderung auf Wahrheit beruhe Die Knappschaftstassen, die neben der Alters- und Invalidenund eventuelle Abhilfe zu schaffen, wurde dem Arbeiter erwidert: versicherung dem Bergarbeiter eine Zuschußrente geben sollen, erEr sei zu ängstlich und eigne sich nicht zum Grubenarbeiter, sondern fordern hohe Beiträge, die oft mehr als eine Mark betragen. Wenn nur zum Tagarbeiten. Damit waren Lohnreduzirungen verbunden, ein Arbeiter nun aus seinem Revier ausscheidet, verliert er jeden die sich der Arbeiter nicht gefallen ließ; er beschwerte sich darüber Anspruch an die Kasse. Wir verlangen daher, daß ihm in diesem und wurde entlassen. Aehnliche Fälle ereignen sich sehr häufig. Falle seine gezahlten Beiträge zurüdgezahlt werden. Wenn derartige Sachen vorkommen, wenn selbst die Berginspektion mit solchen Maßregeln einverstanden ist, dann ist es flar, daß die Vorschriften nur auf dem Papier stehen. Unsere weiteren Forderungen sind die Anstellung von dafür Grubenräume und die Errichtung von zwedentsprechenden Waschräumen und Mannschaftsstuben. Von einer Aenderung des Knapp schaftswesens, die ebenfalls nöthig ist und die unser Freund Hué verlangt, steht in der Resolution nichts, weil wir es ja hier nur mit dem Bergarbeiterschuß zu thun haben. Ich lasse mich auf weitere Einzelheiten nicht ein. Nehmen Sie unsere Resolution, die die Reichstagsfraktion veranlassen will, mit aller Energie für ein einheitliches deutsches Verggefeß und einen wirksameren Bergarbeiterschuß einzutreten, einstimmig an.( Lebhafter Beifall.) Zur Geschäftsordmung beantragt Agster, der Resolution ohne Debatte zuzustimmen. Bebel widerspricht diesem Vorschlage. Die Frage ist von so außerordentlicher Wichtigkeit, daß der Parteitag geradezu verpflichtet ist, eingehend darüber zu debattiren.( Lebhafte Zustimmung.) Der Antrag Agfter wird abgelehnt. 1892 können. Während meiner ganzen Arbeitszeit habe ich noch nichts von einer Inspektion zu sehen bekommen. Geht man und beschwert sich über einen Mißstand, so gilt man für einen Nörgler, bekommt schlechte Arbeit, Gedinge- Abzug, wird entlassen, kommt auf die schwarze Liſte und läuft dann wie ein räudiges Schaf vergebens von einer Grube zur anderen. So ist es mir gegangen. Nehmen Sie sich der Bergarbeiter an. Wer Du auch seist, gieb Ehr dem Bergmannsstande!( Lebhafter Beifall.) Horn Niederhaßlau: Wir legen auf die Besprechung der Mißstände im Bergbau hier großen Werth. Die Bewegung der Bergarbeiter selber wird zu unterdrücken gesucht. Die Maßregelungen beim Bergbau treffen die Arbeiter viel schwerer, als in anderen Betrieben, weil die Bergarbeiter so isolirt dastehen mit ihrem Kaffenwesen, da kommen in der Organisation leicht Rückschläge vor. Hoffent lich geben die Verhandlungen hier einen neuen Aufschwung. Der Redner zählt die Maßnahmen auf, die gegen die sächsische Bergarbeiter- Organisation im Laufe der Jahre getroffen worden sind. Als wir zuerst die Mißstände im Bergbau aufdeckten, leugnete die offiziöse Presse alles ab. Ein praktischer Arbeiter weiß sich bei Unfällen häufig rascher zu orientiren als ein höherer Beamter. In den Einzellandtagen ist es kaum möglich, über diese Sachen zu reden. Uns in Sachsen ließ das Kammerpräsidium nicht einmal bie Forderung vertreten, daß die sächsische Regierung im Bundesat für den Erlaß eines einheitlichen Berggefezes eintreten solle. Verglichen mit dem sächsischen Landtage herrscht im Reichstag doch Anständigkeit. Ist ein großes Unglück passirt, dann wird in der Presse für die Hinterbliebenen gesammelt. Für diese Summen fönnte durch Unfallverhütung viel mehr geschehen. Nehmen Sie unsere Resolution einstimmig an.( Beifall.) Die Morawski Berlin: Kurz vor dem großen Unglück in der leophasgrube tamen viele Zuschriften an die„ Gazeta Robotnicza", die sich darüber beschwerten, daß die Leitern oben und unten zu zwei und drei fortgenommen würden, um die Arbeiter am sofortigen Verlassen der Arbeit zu verhindern, wenn sie beendet wäre. Arbeiter würden sich im Falle eines Unglücks nicht sofort retten fönnen. Unser Blatt veröffentlichte den Bericht. Der Redakteur erhielt eine Anklage wegen Beleidigung und wurde zu 3 Mouaten Gefängniß verurtheilt. Während er faß, geschah das furchtbare Unglid auf der Kleophasgrube, das 114 Bergleute fortgerafft hatte, ba schrieben bürgerliche Zeitungen, ein Drittel der Verunglückten hätte sich retten fönnen, wenn die Leitern dagewesen wären.( Hört! hört!) Nachträglich wurde von oben in Erinnerung gebracht, daß die Leitern nicht fortgenommen werden dürfen. Ich habe aber, als ich jetzt in Oberschlesien war, von den Arbeitern erfahren, daß der alte Schlendrian weitergeht. Die Leitern sind an vielen Stellen wieder nicht da. Hier ist eine Arbeitskontrolle von seiten der Bergleute nothwendig. Ein zweiter wunder Punkt ist die Vertrauensarztfrage. Auf die Atteste der Privatärzte wird, wenn es sich um den Anspruch auf eine Rente handelt, nichts gegeben, maßgebend find allein die Vertrauensärzte der Grubenverwaltung, ein liebelstand, der schwer empfunden wird und die krassesten Fälle zeitigt. bors Ein Schlußantrag wird gegen wenige Stimmen abgelehnt. Dr. Winter Beuthen: Die Anträge auf Schluß der Diskussion scheinen zwar zu beweisen, daß die vorliegende Frage des Bergarbeiterschutzes genügend geklärt sei; auch ist die einstimmige Annahme der ihnen vorgelegten Resolution völlig sicher. Trotzdem ist es noch nöthig zu zeigen, in wie hohem Grade ein Bergarbeiter schutz nothwendig ist. Die Wichtigkeit der Bergarbeiterfrage beruht in der Wichtigkeit der Montanindustrie, von ihr hängen alle anderen Industriezweige ab. Gelingt es uns, die hunderttausende deutscher Bergarbeiter auf ein höheres Niveau zu bringen, denn das beabfichtigen wir doch mit dem geforderten Bergarbeiterschutz, dann haben wir die gesammte deutsche Arbeiterbewegung ganz bedeutend gefördert. Hierin liegt die große politische Bedeutung der Bergarbeiterfrage. Leider kann ich hier nicht die liegende Frage noch weiter von diesem Gesichtspunkte aus betrachten, sondern muß mich auf die Anführung von Thatsachen beschränken, um wieder einmal einen Lichtstrahl auf das in doppelter Beziehung schwarze Oberschlesien fallen zu lassen. Es ist das besonders deshalb nöthig, weil es gerade jezt in Oberschlesien selbst zu tagen beginnt. Die Unfallzahlen find in Oberschlesien, obwohl wir dort feine schlagenden Wetter haben, ganz besonders hoch. Sie hören meist nur von den Massenverunglückungen und ich brauche Sie in dieser Beziehung nur an die Namen Schwientochlowitz, Kleophasgrube, Borsig, Orzegow, Rosdzie u. dgl. zu erinnern, aber von den täglich, ja stündlich sich ereignenden Unfällen hören sie nichts. In den vier Jahren von 1893 bis 1896 wurden ca. 33 000 Unfälle in der Oberschlesischen Montanindustrie gezählt, jeder zehnte Mann kommt jezt jährlich einmal„ dran". Die Zahl der zu Tode verunglückten ist bis auf 264 im Jahre 1896 gestiegen. Es war intereffant zu sehen, daß die höchsten Unfallzahlen in einem der Privatregalbezirke erreicht wurden, die ja noch ein ganz besonderes Kennzeichen Oberschlesiens find. Die steigende Höhe der Unfallzahlen beweist mit aller nur wünschenswerthen Deutlichkeit die Nothwendigkeit neuer scharfer Maßregeln zum Schuße der Arbeiter. Besonders schlimm steht es auch mit dem Gerade jetzt ist eine Bewegung oberschlesischen Suappschaftswesen. Nun ist die Frage, ob die Bergbau- Industrie in der Lage ist, größere Laften zu tragen, um eine Mehrausgabe für den Schuß ihrer schwer geplagten Lohnftlaven zu leisten. Die Kölnische 3tg." hat fürzlich selbst dargelegt, daß die Dividenden sich seit 1885 im Durchschnitt verdoppelt haben, von 51/2 auf 11 pct. im Jahre 1897. In diesem Jahre sind die Ueberschüsse noch viel grüßer als in dem schon sehr günstigen vorigen Jahre. Es liegt also nur an dem guten Willen der Bergbau- Industrie. Die preußische Regierung hat eine Kommission nach England geschickt zum Studium der dortigen VerSchmidt Essen bringt die Wünsche der Bergarbeiter im Ruhrhältnisse. Die Kommission ist zurückgekehrt, die Ergebnisse ihrer revier vor, die darin gipfeln, daß die sozialdemokratische Fraktion Studien sind noch nicht bekannt. Aber schon die bloße Verlaut- des Reichstags mit allen Mitteln dahin wirken möge, daß ein allbarung der Anficht, daß eine Zuziehung der Arbeiter zur Herbei- gemeines Reichs- Berggesetz zu stande komme. Schon infolge der führung einer besseren Kontrolle nöthig fei, hat wie eine Bombe bei vielen Massenverunglückungen muß die Berginspektion eine Erweite zu gunsten einer Verbesserung des Knappschaftsstatuts im Gange. den Bergbau- Industriellen eingeschlagen. Sie lennen ja die Eingabe rung erfahren, und zwar müssen praktische Bergarbeiter als Unter- ezt haben die Werkbesizer alle Rechte, die Arbeiter alle Pflichten. derselben an die preußische Regierung und die Gründe, die sie an inspektoren von ihren Kollegen durch geheime Wahl gewählt und Durch die Schaffung einer ausgedehnten Organisation, die den zu geführt haben. Es wurden Bedenken politischer Art geltend gemacht vom Staate angestellt und besoldet werden. Der Minister Brefeld wählenden und die Arbeiterinteressen vertretenden Knappschaftsund darauf hingewiesen, daß bei den Wahlen die Massen aufgereizt, hat ja selbst im preußischen Abgeordnetenhause zugegeben, daß die Aeltesten einen Rückhalt gewähren soll, soll versucht werden, diesen unzufrieden gemacht und der Sozialdemokratie zugeführt werden Berginspektion einer Reform bedarf und daß ein der Neuzeit ent- Mißstand zu beseitigen. Schlimmer noch als mit dem Knappschaftsfönnten. Wie haben auf unseren Kongressen bereits die Nothwendig sprechender Apparat zur Grubeninspektion herangezogen werden soll, wesen steht es mit den Werkpensionskassen Einrichtungen, durch feit einer Reform des Bergarbeiterschutzes von Reichswegen, die aber die Bergarbeiter hoffen wenig oder gar nichts vom die in der eben verfloffenen Zeit bei den Maßregelungen die Arbeiter Das Schicksal der Nothwendigkeit eines einheitlichen deutschen Reichs- Berggefeges be- Abgeordnetenhause. Bergnovelle vom zum theil hunderte von Mark verloren haben, die sie nach und nach tont und die Regelung des Knappschaftswesens gefordert, aber bis- Jahre hat ja zur Genüge bewiesen, daß sich in Beiträgen haben zahlen müssen. auf die Mitglieder des preußischen Landtages das aller= her ohne Erfolg. Es bleibt mir nur noch übrig, auf die von uns be- die Mitglieder Ein wichteger Grund dafür, daß gerade für Oberschleften Bergantragte Resolution näher einzugehen. Sie lautet: nothwendigste beschränken. Und jetzt haben die Bergwerksbefizer arbeiterschuß nöthig ist, ist die Thatsache, daß die Herren der oberDie ständig an Intensität zunehmende großkapitalistische Ge- und Grubenbarone schon wieder einen Vorstoß gegen diesen seitens schlesischen Montanindustrie dieselben Herren sind, die Ihnen als des Ministers geplanten Aufsichtsapparat unternommen. Aehnlich Agrarmagnaten und Junker mit ihrer leider noch so großen politischen winnung der Erdschäze( Kohlen, Erze, Salze 2c.) hat für die steht es in Sachsen. Alle Forderungen der Bergarbeiter, die acht Bedeutung bekannt sind. Mit dieser Thatsache aber steht die andere dabei betheiligten Arbeiter eine außerordentliche Zunahme der Un- stündige Schichtzeit, das Verbot der Gedingsarbeit, eine Reform in unmittelbarem Zusammenhange, daß gerade Oberschlesien das fallsgefahr zur Folge. Seitdem die deutschen Bundesstaaten, von bes Berggefeßes, sind vom Landtage abgewiesen worden. Hinsichtlich Land der Privat- Negalbezirke ist, der Bezirke, in denen es ftaatder Mitte bis zum letzten Drittel dieses Jahrhunderts an allmälig der Bewetterung der Gruben verlangen die Bergleute die Zuführung liche Aufsichtsbeamte überhaupt noch nicht giebt und in denen das Direktionsprinzip( Leitung der Gewinnungsarbeiten im Berg- guter Luft und die Anwendung aller zu Gebote stehenden technischen millionenreichen Leuten jährlich neue Millionen als Steuern in die bau nur durch staatliche Betriebsbeamte und Anlegung und Ablegung Mittel für diesen Zwed. Weiter sind die Wettermessungen 8 bis unergründlichen Taschen fließen, ohne einen Finger zu rühren. So der Arbeiter staatlicherseits) aufgaben, also den Grubenbetrieb für Meter von Ort zu Ort vorzunehmen, um festzustellen, wieviel bezieht z. B. Herr v. Tiele- Winkler blos von einer Grube, der das Privatkapital freimachten, nimmt auch die Zahl der im Betrieb frische Luft dem Bergmanne in Wirklichkeit zugeführt wird. traurig berühmten Kleophasgrube, jährlich eine halbe Million Mart. das Privatkapital freimachten, nimmt auch die Zahl der im Betrieb Bei der ganzen Reform muß man immer den Gesichtspunkt Sogar der Staat, der seinerseits den Grubenherren die Bergabgaben getödteten und verlegten Bergarbeiter rapide zu, wie die amt- im Auge behalten, daß die Regelung nicht auf dem Wege der geschenkt hat, muß diesen Privatregalherren die Taschen füllen helfen. lichen Statistiken lehren. Die heute im Sinne der verschiedenen Landesgesetzgebung, sondern von Reiche wegen zu erfolgen habe. Und dabei ist erwiesen, daß theilweise, vielleicht ganz die Bergregaldeutschen Berggefeße( z. B.§§ 198 und 199 des allgemeinen Seit lange hegen die Bergarbeiter den Wunsch, die sämmtlichen Gerechtigkeit nichts weniger als„ wohlerworben" jind. Trotzdem bera preußischen Berggefeges vom 24. Juni 1865/1892) gehandhabte Snappschaftstassen des Deutschen Reichs zu einer einzigen um verstehen sich die oberschlesischen Regalherren nicht etwa dazu, auf Beaufsichtigung der Bergwerke durch staatliche Kontrollbeamten hat fassenden Kaffe zu verschmelzen, damit wäre die Existenzfähigkeit ihre Rechte zu verzichten. Nein, sie wollen sie erweitert haben, wie die Zunahme der Betriebsunfälle nicht hindern können. dieser Kassen gesichert, ihre Leistungsfähigkeit würde erhöht, und das einige jezt noch nicht erledigte Prozesse beweisen. Gin anderer Unsere heutige Berginspektion ist, wie die in den letzten Jahren mancherlei Schädigungen der Bergarbeiter beim Verziehen aus einem gerade in Oberschlesien sehr sichtbarer Mißstand ist die Qualität der sich häufenden Massenunglücke im deutschen Bergbau und die dabei Knappschaftsbezirk in den anderen würde vermieden. Den größten dort thätigen Beamten. Bergrath Triebel- Natibor macht selbst auf sich häufenden Massenunglücke im deutschen Bergbau und die dabei uns Tageslicht gebrachte Unzulänglichkeit der geübten Kontrolle unwillen der Bergarbeiter erregt der§ 90 des Bochumer Knappschafts- diesen Mißstand aufmerksam und muß dabei erwähnen, daß von den Statuts, wonach den Knappschaftsmitgliedern die Reichsrente auf die Unterbeamten seines Reviers zirka zwei Drittel kaum lesen und tlar erwiesen, nicht in der Lage, den Bergmannsstand vor zu Sinappschaftspension aufgerechnet wird. Den Bergarbeitern ist der höhere schreiben können, dabei aber in so rigoroser Weise mit den Arbeitern nehmender Lebensgefahr zu schützen. Auch die Ergebnisse der Beitrag für die Knappschaftstasse auferlegt, aber für die höheren umgehen, daß sie sogar in Oberschlesien, wo doch sonst das Prügeln Krankheitsstatistik( Knappschafts- und Pensionskassen- Berichte) der Pflichten erfolgt teine Gegenleistung. Wird gegen dies System von noch Brauch und Mode ist, wegen Mißhandlung und Körperverlegung Bergleute lassen erkennen, daß eine energische Aenderung des heute den Bergarbeitern entschieden Front gemacht, so treten Maß gerichtlich bestraft werden mußten.( hört! Hört!) Herrschenden Ausbeutungssystems in der heimischen Grubenindustrie regelungen ein. Und steht ein Bergarbeiter einmal auf der schwarzen Liste, dann findet er nirgends mehr Beschäftigung und geht der im Interesse der Knappen dringend nöthig ist. Rechte verlustig, die er durch Beitragszahlung an die Knappschaftsfasse erworben hat. In Anerkennung dieser durch die öffentliche Kritik besonders im letzten Jahrfünft als unachtfechtbar bewiesenen Thatsachen erflärt der Parteitag: Eine gründliche Reform der Berggesetzgebung in Deutschland Ist eine dringende Nothwendigkeit, damit Leben und Gesundheit ber Bergleute nach Möglichkeit geschützt werden. Durch die einstimmige Annahme der vorgeschlagenen Resolution werden Sie auch Oberschlesien einen wichtigen Dienst erweisen. Sie werden die dort so frisch aufblühende Bewegung durch die Annahme der Resolution bedeutend fördern.( Beifall.) Ich könnte Ihnen noch sehr trübe Bilder aus dem Ruhrrevier Thiele Halle: Eine unendliche Menge von stillem Leid und vorführen. Es sind auf einer Anzahl Bechen so zahlreiche und Elend ist es, unter denen die Proletarier seufzen, die sich den Herzgroße Mißstände eingerissen, daß es unmöglich ist, mit dem bis- lichsten Gruß„ Glück auf" bieten. Bei Halle liegt das Beißer und herigen Inspektionsapparat weiter zu hantiren. Wir müssen eine Weißenfelser Braunkohlenrevier und das Mansfelder Erzgebiet. Im untere Inspektion hinzubekommen, um unsere Wünsche vortragen zu Braunkohlenrevier herrschen dieselben Mißstände, welche von den Nehmen wir uns der Gedrücktesten der Gedrückten durch Annahme der Resolution an, ziehen wir die verlassenen deutschen Bergleute an die starke Bruft der Sozialdemokratie und suchen wir ihnen proletarischen Stolz einzuhauchen, damit auch sie Hand anlegen zur Besserung ihrer traurigen Lage.( Beifall.) Genoffen Sachße und Horn schon betreffs der Steinkohlengruben be- 1 Berichterstatter Shippel: Von den beiden hierzu vorliegenden sich über alle Staaten verbreiten wird. Die Engländer hatten ihre richtet worden ist. Das Gedinge ist niedrig und wird oft genug noch Resolutionen steht in der von mir eingebrachten zunächst etwas, Holzzölle, ihre Fabrikatszölle abgeschafft; da begann die Freihandelswillkürlich gekürzt. Die Schichtdauer ist lang und wird durch worüber wir alle einig sein werden. Es steht darin, daß wir die bewegung auf dem europäischen Kontinent. Napoleon III. hat, ohne Ueberschichten noch mehr ausgedehnt, denn die Revisionen find Handelsvertrags- Politik weiter unterstützen wollen, weil wir sie die Einwilligung der Kammern einzuholen, die er auch nicht bes unzureichend. Als im vergangenen Sommer der Berginspektor seine für richtig halten. Es steht weiter darin, daß die Arbeiterklasse tommen hätte, einfach durch Dekret die Bölle herabgesetzt. Er hat Antunft angemeldet hatte, wurde auf einer Grube rasch die sehr gegen jeden Lebensmittelzoll und gegen jeden agrarischen Zoll auf- durch Handelsverträge die Bölle herabgesetzt, weil dazu die parlatvadlige Brücke ausgebessert, und die ausgebesserten Stellen wurden freten wird und daß, wenn neue Anläufe tommen, die Zölle zu er- mentarische Zustimmung nicht so nöthig war. Dann hat Preußen mit Schmutz bestrichen, damit nicht zu sehen war, daß die Reparatur höhen, wir die Reichstagsfraktion verpflichten, diesen Zollerhöhungen den Trumpf des Freihandels ausgespielt gegen unsere früheren deutschen noch neu war. Noch trauriger find die Verhältnisse im Mansfelder nicht zuzustimmen. Die zweite Resolution von Kautsky und Ge- Mitbürger und durch den deutsch- französischen Handelsvertrag einen so Revier. Hier tritt zu den übrigen Leiden noch ein unerhörter noffen schließt alles ein, was in meiner steht, aber sie geht niedrigen Vertragstarif geschaffen, daß entweder der Zollverein gegeistiger Zwang. Die Bergleute werden zu unentgeltlichen Dienst weiter und proflamirt den Grundsaß, daß wir, die Bertreter der sprengt wurde, oder daß Desterreich niemals in den Zollverein einLeistungen für Beamte herangezogen, sie müssen gehorchen, wenn sie Arbeiter, alle der Meinung sind, daß wir überhaupt keinen treten fonnte. Es war ausgeschlossen, daß Oesterreich derartige Zollnicht schlechtes Gedinge haben oder ganz abgelegt sein wollen. Von Industriezoll in Deutschland bedürfen. Am wichtigsten ist der Punkt fäße annehme, und es war ausgeschlossen, daß man etwa Differentialder Mansfelder Gewerkschaft abgelegt zu zu werden, bedeutet drei, daß die deutsche Industrie weit genug entwickelt ist, um des tarife hätte schaffen können. Die anderen Zollvereinsstaaten haben aber für den Gemaßregelten, aus der Heimath getrieben zu werden, Bollschußes entrathen zu können. Dafür möchte ich die Partei nicht sich nach schweren Kämpfen diesem Vertrag angeschlossen, und dann da der Gewerkschaft in jener Gegend fast alle größeren industriellen verpflichten. Wir wollen die Dinge an uns herankommen lassen, hat der Freihandel damals auch eine wichtige politische Rolle gespielt. Betriebe gehören. Die Ablegung ist sogar erfolgt lediglich um deswillen, wir sind ja im allgemeinen alle Freihändler. Ich wüßte wenigstens So hat er weiter und weiter um sich gegriffen, man hat Handelsweil die betreffenden dem Berg- und Hüttenarbeiter- Verbande an- nicht, wer von uns heute für einen Schutzzoll eintreten würde. Aber verträge geschlossen; zum Freihandel sind wir ja nie gekommen, gehörten. Besonders laute und schmerzliche Klagen werden ich plaidire dafür, daß wir uns nach dieser Seite nicht festlegen, aber allmälig sind die Zollfäße doch niedriger geworden. Und als aus dem Mansfelder Gebiete laut fiber tentenquetschung und sondern offene Hand behalten. in den siebziger Jahren der Rückschlag kam, da waren es nur Länder Rentenverweigerung. Man beschäftigt den Verunglüdten nach Und nun gestatten Sie mir einige allgemeine Bemerkungen mit zurückgebliebener industrieller Entwickelung, die noch hoheZölle hatten. feiner Wiederherstellung mit leichter Arbeit und ist die vorauszuschicken Ich war noch bis in die letzten Tage Ich erwähne das, weil man sehr oft sagt, ja wer war es denn, der Zeit der Unfallanmeldung verstrichen, so fann er gehen. Bei den hinein unschlüssig, ob ich mich in meinem Referat beschränken sollte die Schutzölle gebracht hat? Bismard, hätten wir den nicht gehabt, Knappschaftskaffen ist der Unterschied zwischen den ständigen und auf einen Rüdblid, was in den letzten Jahren in der Zollpolitik ge- wenn ein anderer Mann an seiner Stelle gewesen wäre, so hätten nichtständigen Mitgliedern, deren letztere wohl alle Pflichten, aber schehen ist, und auf einen Ausblick in die Zukunft. Ich will aber wir den Schutzzoll nicht gehabt. Parteigenossen! Einmal darf man nur wenige Rechte und fast keinen Einfluß auf die Kaffenleitung doch lieber etwas weiter ausholen und Fragen streifen, über die wir nicht einen Mann, der doch nur auch ein Mensch war, derartig ins haben, zu tadeln und zu beseitigen. Werden Mißstände ans Licht ge nicht ganz einig sind. Schon deshalb, weil in den letzten Tagen Uebermenschliche verzerren. Das fann kein Mensch, das ist nicht zogen, so ist die Staatsanwaltschaft leicht bei der Hand, sich der von angesehenen Parteiblättern, wie der„ Leipziger Volkszeitung" sozialdemokratisch, so etwas glauben zu wollen. Die Schutzzölle Bergwerksverwaltungen anzunehmen. Wie bequem die Unternehmer in und dem" Hamburger Echo", die Frage der Zollpolitik angeschnitten waren längst da; in Amerika und auch bei uns in Europa waren der Lage wären, für erweiterten Bergarbeiterschuß Ausgaben zu machen, ist. Da darf ich es wohl als allgemeine Anschauung bezeichnen, Bolltarife schon geschaffen oder auf dem Wege, geschaffen zu werden. lehrt das Beispiel der Riebe'schen Montanwerke, die im vergangenen daß man meint, der Freihandel sei so eine Art internationaler Wölfer- Wir haben den Schutzzoll nicht geschaffen, wir haben ihn auch Jahr insgesammt über 3115 000 m. für Arbeitslöhne verausgabten, verbrüderung. Während heute die Völker gegen einander kämpfen, würde nicht am weitesten getrieben; wir haben immer einen relativ aber fast 2 800 000 M. Ueberschuß erzielten. der Freihandel ein Schritt sein zur Versöhnung der Völker. Ein Berliner mäßigen Schutzzoll in Deutschland getrieben und wir können es uns Redner hat einmal diese Ansicht sehr drastisch zusammengefaßt, in- ruhig verbitten, wenn man uns den Vorwurf macht, wir hätten die dem er gegen jede Weltpolitik protestirte, die mit Striegsschiffen auf anderen Länder in den Schutzzoll hineingetrieben. Aber sie sind alle die Meere hinausgeht, imd sagte, die proletarische Weltpolitik: das schutzzölnerisch geworden: Oesterreich, Italien, Frankreich, die Schweiz, ist der internationale Freihandel, die Handelsfreiheit. Diese Ansicht freie Gemeinwesen, Republiken so gut wie monarchische Staaten. ist sehr alt. Als die Freihandelsagenten in alle Welt hinaus- und das kann doch kein Zufall sein: Die Menschheit läuft doch nicht Greiner- Aschersleben: Thiele hat die Verhältnisse sehr zu- gegangen sind, da haben sie genau dasselbe Evangelium gepredigt. allesammt auf dem Kopf herum. Es müssen doch Ursachen für einen treffend geschildert. Den Arbeitern in den Salzwerken muß auch bei Cobden hat seinerzeit an H. Afchworth geschrieben: Offenbar würde solchen Entwicklungsgang vorhanden sein. der Ausführung der Arbeit ein größerer Schuß gewährt werden. es gut sein, unsere Freihandelsagitation auf die Friedensbewegung Nun tomme ich zu einem Sazze, der ja auch in der Partei weit Sie werden in einer so intensiven Weise in Anspruch genommen, aufzupfropfen. Sie sind schließlich eines und dasselbe. Ich verbreitet ist. Man sagt, die Reaktionäre sind es, die für die Schutzdaß man Arbeiter im Alter von über 30 Jahren nicht mehr anlegt. habe mich oft gewundert, daß die Freunde die Sache des zölle sind. Der Schutzzoll hat ja immer den Anstrich des Reaktionären ( Hört! hört!) Die Herren in den Bergwerken wissen, daß sie das Freihandels nicht vertreten als den Weg, und zwar den einzigen Weg und der Freihandel hat immer den Anschein, als ob er liberal, als Mark des 30 jährigen Arbeiters bereits so ausgefogen haben, daß zum allgemeinen, ewigen Frieden". Und der deutsche Freihandelsmann ob er fortschrittlich ist. seine Arbeit ihnen nicht mehr nußbringend sein fann. Zeigen Sie Prince- Smith, den sie alle aus den Schriften Lassalle's kennen, drückt Was sagt denn die Geschichte dazu? In der Parteipresse zitirt den Bergarbeitern, daß Sie gewillt sind, auch ihnen den Stampf um sich in seinem Buch über die weltpolitische Bedeutung des Freihandels man ja immer Karl Marx und ich habe gewiß eine große Hochihre Eristenz zu erleichtern.( Beifall.) so drastisch aus, daß ich mir erlauben will, die wichtigsten Stellen achtung für Karl Marr. Aber man darf auch nicht auf Worte Plorin- Zeit: Der Arbeiterschutz ist für die Bergarbeiter zu verlesen. Er sagt da:„ Die Freihandelsfrage ist eine Frage von schwören. Was Karl Marg in seiner Rede über den Freihandel sagt, noch viel nöthiger als für die übrigen industriellen Arbeiter, da ihre weltpolitischer Bedeutung".. Weiter sagt er:„ Die durch die Handels- ist etwas ganz anderes, als was unsere Parteigenoffen fagen. Ich Thätigkeit weit gesundheitsschädlicher ist. Der jezige Schuß reicht freiheit zu bewirkende Befestigung friedlicher internationaler Be- führe die Stelle an. Sie lautet: Das Schutzzollsystem ist konser keineswegs aus, um den Bergarbeiter/ vor körperlichem und geistigem ziehungen ist noch viel wichtiger als der unmittelbare wirthschaftliche vativ, das System der Handelsfreiheit beschleunigt die soziale Verfall zu schützen. Namentlich ist die Arbeit in Braunkohlen- Gewinn wohlfeilerer Versorgung mit Befriedigungsmitteln. Die Revolution; in diesem revolutionären Sinne stimmen wir Bergwerken noch gefährlicher als in Steinkohlen- Bergwerken. Wir weltpolitische, viel mehr noch als die blos wirthschaftliche Reform ist für den Freihandel." Wie oft ist dieses Wort wiederholt in unserem Kreise, wo nur Braunkohle gewonnen wird, haben daher das große Ziel, nach welchem auch die prinzipiellen Freihandels- worden und wie oft hat man daraus geschlossen: wer für den Fortdie allermeiste Veranlassung, die Arbeiter vor Schaden zu bewahren, männer streben und für welches sie den Gemeinsinn begeistern schritt ist, muß Freihändler sein, und wer für die Reaktion ist, muß zumal da die Kontrolle bei uns mangelhaft ist. Dazu kommt, daß möchten. Die Größe dieses Zieles erhebt auch gegenüber Schutzöllner sein. Sehen wir uns einmal die Schutzzollstaaten an. die Lebenshaltung in Zeiz- Weißenfels eine solche ist, daß die Ar- der Schwierigkeit der Erreichung desselben ihren Muth. Auch Die Rede von Karl Marx ist in den vierziger Jahren gehalten. 2er beiter gar nicht im stande sind, sich genügend zu ernähren. Die nicht unabsehbar fern liegt seine Verwirklichung und dann sind denn die Freihändler in den Vereinigten Staaten? Sind das Arbeiter kommen herunter, sie haben keine höheren Jdeale und sind die Erkenntniß desselben verbreitet sich täglich mit wachsender die vorwärtstreibenden Elemente? Nein, das sind die Plantageninfolge dessen leider auch schwer von der Nothwendigkeit einer Organi- Stärke." Ferner fagt er: Arbeiten wir daran, eine all- befizer, die großen Sklavenhalter auf den Baumwollpflanzungen. Sie fation zu überzeugen. Die Streits und Arbeitseinstellungen gemeine flare Anschauung zu verbreiten von der volkswirthschaftlichen wollen ihre Baumwolle billig nach England schicken und dafür sollen der Bergarbeiter sind so gering, daß das Unternehmerthum feine Weltgemeinde, deren Einheit nicht durch Staatsgrenzen zerstückelt als billige Rückfracht die englischen Industrieprodukte hereinkommen. Veranlassung hat, sich darüber besonders zu beschweren. Wir müssen werden darf. Verbreiten wir die Anschauung, daß die in der wirth- Sie wollen teine Industrie, feine Lohnarbeiterklaffe in Amerika den Bergarbeitern ein menschenwürdiges Dasein bereiten und des- schaftlichen Produktion wetteifernden Nationen bei freiem friedlichen haben, sie wollen die Sklavenherrschaft heben auf grund des Freihalb bitte ich sie, die Resolution anzunehmen. Verkehr nicht anders als sich gegenseitig förderlich sein können, daß handels. Wer aber sind dort die Schutzöllner? Das sind die Leute, Knoop Frankfurt: Aus dem Nassauer Revier möchte ich noch im Wege des freien Handelsverkehrs das eine Volt sich niemals auf einiges hinzufügen, dort werden Löhne von 40 bis 45 M. im ganzen Kosten des anderen bereichern kann, daß sogar der Gewinn relativ Monat verdient. Auf die Schicht kommen da vielfach noch nicht 80 Pf. stets am reichlichsten ist für das wirthschaftliche schwächere, d. H. für ( Hört! Hört!) In welcher Weise man mit den Arbeitern das am wenigsten in der Industrie vorgeschrittene Bolt!" Und dort umgeht, ersehen Sie daraus, daß ein Obersteiger dort sagte, dann an anderer Stelle:„ Erheben wir also den Geist des Volkes er werde für die alten Leute einen Scharfrichter kommen lassen, um auf die Höhe unseres volkswirthschaftlichen Prinzips. Die Welt fie wegzufegen, da sie doch nichts nüze sind.( Pfui!) In diesem sieht sich von diesen Höhen viel schöner, reicher, friedlicher an." Bezirke ist das Zentrum maßgebend, hat aber absolut nichts gethan. Ich meine, in ganzer Klarheit und Einfachheit ist hier gesagt, ( Sehr wahr!) Als wir hingekommen sind, wurden wir von den was man von der Freihandelsbewegung erivartet. Blicken wir Bentrumsleuten als Hezer und Aufiviegeler bezeichnet. Beigen wir zurück, was daraus geworden ist! Zuerst schien es ja, als ob sie den Bergarbeitern durch Annahme der Resolution und durch die ( Beifall.) That, daß wir die einzige Partei sind, die ihre Intereſſen vertritt. Schmitt- München: An das, was von den Rednern bis jetzt gesprochen, trifft auch auf die oberbayerischen Bergarbeiter zu. Auch hre Arbeitskraft wird aufs äußerste ausgebeutet. Von dem Direktor des oberbayerischen Bergwerks rührt das Wort her: Man muß von den Bergarbeitern das Unmögliche verlangen um das Mögliche zu erreichen. Auf zwei Monate wurde das Prämienſyſtem eingeführt. Die Leute arbeiteten Tag und Nacht. Nachdem so festgestellt war, was aus den Arbeitern herauszuschinden war, wurden die Löhne entsprechend verkürzt. Größere Unfälle sind noch nicht vorgekommen, aber einzelne Verunglückten kommen beständig vor. Welche Mühe Haben diese armen Teufel um ihre Nente zu erlangen. Einem Bergarbeiter wird das linke Augenlid gelähmt, der Arzt erklärte, daß sei nur ein Schönheitsfehler.( Hört! hört!) Die meisten von Ihnen werden gelesen haben, daß die Bergarbeiter sich zu einem Verein zusammengethan haben und daß die Direktion, sobald sie davon Kenntniß erhielt, die organisirten Arbeiter auf die Straße warf. Darunter waren Arbeiter, die 18 Jahre lang beschäftigt waren und sich nichts haben zu schulden kommen lassen. Ich war selbst beim Direktor, um ihn zur Zurücknahme der Verfügung zu bewegen; aber sie hätten nur sehen sollen, wie er mich behandelte. Ein solcher Zynismus ist mir noch nicht vorgekommen. Meine Vorstellungen müßten nichts und er ließ mich schließlich einfach stehen. Die Arbeiter waren nicht mir brotlos geworden, sondern auch ihre Beiträge zur Knappschaftskaffe gingen ihnen verloren. Es ist Zeit, daß wir uns dieser Aermsten der Armen annehmen und endlich ihre unglückliche Lage lindern.( Beifall.) = Schrader Osnabrüd: Wie nothwendig eine reichsgesetzliche Regelung der Berggesetzgebung ist, das hat in diesem Sommer recht drastisch der Streif amẞiesberge bewiesen. Es handelte sich da um gutgläubige Katholiken und nicht um Lohnforderungen. Die reine Ausbeutungswuth des Kapitals wollte den Leuten ihre althergebrachten Feiertage nehmen. Katholische Geistliche, Mitglieder des Zentrums, waren es, die den Kapitalisten hilfreich an die Hand gingen und ihnen riethen, durch Ueberstunden die Arbeiter die Feiertagsschichten einbringen zu lassen. Also Ultramontane wollten die Arbeiter veranlassen, noch mehr als bisher ihre Arbeitskraft anzuspannen.( Hört! hört!) und als die Arbeiter sich das nicht gefallen ließen und die Arbeit einstellten, und als die Unternehmer nicht genügend Arbeitskräfte von auswärts heranziehen konnten, da griffen sie zu einem Radikalmittel, fie ftellten den Betrieb ein, ließen das Werk versaufen mit den Hunderttausende an Werth repräsentirenden Maschinen, fum ein Erempel zu statuiren, um gefügige Arbeiter zu erhalten. Durch Reichsgesetz müßte solchen Manipulationen ein Riegel vorgeschoben werden. Ein Schlußantrag wird angenommen. Die Resolution findet einstimmige Annahme. Es folgt Punkt 8 der Tagesordnung: Die deutsche Zoll- und Handelspolitik. Hierzu liegen die Resolutionen 102*) und 103 bor. *) 102. Resolution: Der Parteitag sieht in der nach dem Sturze des Fürsten Bismarck eingeleiteten Handelsvertragspolitik einen wesentlichen Fortschritt gegenüber dem früheren internationalen Wettrennen nach immer neuen gegenseitigen Bollerhöhungen. Das Interesse der deutschen Arbeiterklasse erfordert auch für die Zukunft nicht nur die möglichste Sicherstellung unserer Ausfuhr durch umfassende vertragsmäßige Bindung der Auslandszölle, sondern auch die weitere Ermäßigung und schließliche Aufhebung aller unserer Lebensmittelaölle, welche die im Norden in den Küstengebieten wohnen. Die unabhängigen früheren englischen Bürger, sie wollen Amerifa zu einem unabhängigen Industriestaat machen, wie jeder fortgeschrittene Staat es heute sein muß. Die Schutzöllner sind dort die fortgeschrittenen Elemente, die Amerika nicht zur Ackerbau- und Pflanzerkolonie herabgedrückt haben wollen, die von dem großen Industriegebiet Neu- Englands träumen. Also, der Schutzzoll ist, wenn wir diese Ausdrucksweise einmal gebrauchen wollen, das revolutionäre Element innerhalb der alten Gesellschaft. Vielleicht keiner hat dieser Stimmung der schutzzöllnerischen Elemente so scharfen Ausdruck gegeben wie Friedrich Liſt, der bekannte deutsche Schutzöllner, der selber in Amerita erheblich gerade die ärmsten Schichten der Bevölkerung ant schwersten be- thätig gewesen ist bei der Schaffung von Schutzöllen. Da heißt es: Wenn die Freistaaten nicht fabriziren, teine Seemacht aufbringen drücken und in der Erhöhung ihrer Lebenshaltung hemmen. zöllner, die nothwendige Revision unseres Zolltarifs zu neuen Zoll- in die See geworfen, dann ist all ihr Detlamiren über UnabhängigJeden Versuch der vereinigten Industrie- und Agrar- Hochschutz- wollen oder können, dann haben die Bostoner den Thee vergeblich feit und fünftige Nationalgröße eitel, dann thun sie besser, stehenden Mitteln bekämpfen als einen Beutezug gegen die deutschen sobald als möglich in die englische Kolonialabhängigkeit zurüdsteigerungen zu benutzen, wird die Partei mit allen ihr zu Gebote Arbeiter und Konsumenten, der zudem das Ausland zu feindlichen pflanzer werden dann ihre schönsten Träume in Erfüllung gehen zukehren. Die amerikanischen Stlavenhalter und BaumwollenGegenmaßregeln herausfordern und zu erbitterten Zollfriegen führen muß. am Schippel. 103. Jn Erwägung: 1. daß Lebensmittelzölle eine fünftliche Vertheuerung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse herbeiführen und die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen in Stadt und Land herabdrücken; sehen. Auch hat in der That ein solches Berhältniß dem Patriotis mus, den Interessen und Bedürfnissen dieser Pflanzer schon seit längerer Zeit besser eingeleuchtet, als die nationale Selbständigkeit und Größe von Nordamerika. Nur in der ersten Aufwallung von Freiheit und Independenz schwärmten sie von industrieller Selbst2. daß bei den heutigen Machtverhältnissen zwischen den herr- jahrhundert ist ihnen die gewerbliche Prosperität der mittleren und ständigkeit. Von da ab wurden sie kühler und seit einem Viertelschenden kapitalistischen Interessen im Deutschen Reiche die Induſtrie- östlichen Staaten ein Greuel, suchen sie im Kongreß den Beweis zölle nothwendigerweise mit Lebensmittelzöllen zusammenfallen; 3. daß die deutsche Industrie weit genug entwidelt ist, um den zu führen, die Prosperität Amerika's sei durch die Industrieherrschaft Englands über Nordamerika bedingt. Was will das anders sagen, als Schußzzoll entrathen zu können; 4. daß der Schutzzoll bei entwickelter Großindustrie das wirk- daß Nordamerika reicher und glücklicher wäre, wenn es zu England 4. daß der Schutzoll bei entwickelter Großindustrie das wirk- wieder in das Verhältniß seiner Kolonie zurückkehrte? Gäbe es samste Mittel ist, die Bildung von Kartellen, Trusts und anderen nun eine Macht, die mit dem Plan schwanger ginge, die amerikanische festgeschlossenen Unternehmerverbänden zu fördern; 5. daß diese Verbände die Aufgabe haben, die Preise der Nation in ihrem Aufschwung niederzuhalten und sie sich für alle Waaren über ihr normales Niveau zu erheben, wodurch sie stets Das Mittel zu diesem Zwed läge nicht ferne, man brauchte mir zu Zeiten industriell, kommerziell und politisch dienstbar zu machen? die Masse der Konsumenten und speziell die Arbeiter, oft aber verhindern, daß eine Manufakturkraft in den atlantischen Staaten auch die Industrie selbst schädigen, die durch den Schutz der nationalen Arbeit" angeblich gefördert werden soll, der sie aber auffomme, man brauchte nur dem Prinzip der absoluten Freiheit des die nothwendigsten Rohmaterialien und Hilfsstoffe( Eisen, Kohle) die atlantischen Staaten nicht manufatturirend, so können sie sich auswärtigen Handels in Amerita Geltung zu verschaffen, denn werden vertheuern; 6. daß diese Berbände aber auch ein mächtiges Mittel sind, die Vereinigungen der Arbeiter lahmzulegen, alle ihre Bestrebungen nach Hebung ihrer Lage zu nichte zu machen und sie in ein modernes Helotenverhältniß herabzudrücken; nicht nur nicht auf dem gegenwärtigen Standpunkt ihrer Stultur er halten, sie müssen sinken, in jeder Hinsicht finten." " Dies Verhältniß zwischen den fonservativen Freihändlern und den ich gebrauche nochmals die Ausdrucksweise der Sächsischen 7. daß die Schutzölle gleichzeitig als Finanzzölle wirken und bis zum Bürgerkrieg, ja die exportirenden Farmer find heute noch Arbeiter- Zeitung" revolutionären Schußzöllnern spinnt sich fort den Regierungen die reichsten Mittel liefern, den Militarismus zu Kerntruppen des Freihandels, aber nicht, wie behauptet wird, Kernentwickeln, der ohne die Schutzzollpolitik nie zu seiner jezigen truppen des Fortschritts. Die Schutzöllner sind die Revolutionäre, Höhe hätte gelangen fönnen; 8. daß endlich die Schutzölle der internationalen Solidarität die eine höhere Wirthschaftsordnung aufbauen und sie schützen 8. daß endlich die Schutzölle der internationalen Solidarität wollen gegen äußere Angriffe, die ihr lebensgefährlich sein können. des Proletariats entgegenwirken, indem sie die aus den kapita- Wie war es denn in Deutschland bei den früheren Zollvereinslistischen Produktions- und Absatzverhältnissen entspringenden fämpfen? Sie wissen ja alle, die Preisfechter des Freihandels waren Interessengegensätze zwischen den Nationen fünstlich vertiefen, die Großgrundbesizer, die ostelbischen Landjunker, die Reaktionären, erklärt der Parteitag: die Schußzollpolitik im Deutschen Reich wie die Feudalen, die ihre Schafherden aufzogen, ihre Wolle nach Engin jedem Staatswesen entwidelter Großindustrie ist unver- land liefern wollten, ebenso das Getreide, das Nugholz aus den einbar mit den Interessen des Proletariats, der Konsumenten, der ökonomischen und politischen Entwickelung und liegt allein im Interesse der großen Land- und Industrie- Monopolisten, sowie des Militarismus und der nicht unter demokratischer Kontrolle stehenden Regierungen, also der schlimmsten Feinde des Proletariats und der Demokratie. Es sind dieselben Klassen, die den Arbeiterkoalitionen mit dem Zuchthaus drohen und die Unternehmerkoalitionen durch den Schußzzoll zusammenschweißen. Wäldern. Revolutionär waren sie nicht und sie irrten auch nicht etiva über die ganze Entwicklung. Nein, sie wußten ganz genau, der Freihandel hätte die Entwicklung in Deutschland zurückgehalten. Und wer waren die Schutzöllner? Die gegen den Feudalismus und die absolute Staatsform als selasse auftretende Bourgeoisie, die Baumwollspinnerei in Preußen, in Sachsen, Württemberg, Baden und Bayern, die großen Fabrikbefizer der Eisenindustrie am Rhein und in Südwestdeutschland. Zweifellos haben die Schutzöllner freilich waren sie mäßige Schutzöllner die Entwicklung viel rascher vors wärts getrieben, sie sind auch das treibende und beschleunigende Element in unserer Entwickelung gewesen. Und wenn wir heute hier figen, verdanken wir es zum theil den Schutzzöllnern. Es ist daher geboten, namentlich bei der Erneuerung der Handelsverträge, jeden Schritt im Sinne der Verkehrsfreiheit zu unterstügen, dagegen alle Maßregeln aufs schärffte zu bekämpfen, die auf Er haltung oder gar Verstärkung des heutigen schutzöllnerischen Regimes abzielen. Bei List gelangt auch die Sehnsucht, das verspießerte, verbauerte Kautsty. Bebel. Singer. gettin. Liebknecht. Deutschland zum Industriestaat zu machen, zu ergreifendstem AusMeist. Stadthagen. Schoenlant. Schmidt- druck. Da heißt es:„ Eine Nation, die blos Agrikultur treibt, ist ein Frankfurt. Krumm. Hildenbrand. Gradnauer. Individuum, dem in seiner materiellen Produktion ein Arm fehlt. Oertel Herbert. Herbert. Ullrich Stuttgart. Segit. Bei der großen landwirthschaftlichen Produktion besteht Willfür und Vollmar. Scherm. Heimann. Heymann. Knechtschaft, Aberglaube und Unwissenheit, Mangel an Kultur und 9 zwei Fällen eingetreten werden: Erstens nämlich bei einem Industriezweige, der in voller Blüthe ist, der dem Auslande gegenüber vollständig konkurrenzfähig ist, ebenso im entgegengesezten Falle, wenn nämlich ein Industriezweig vorliegt, der im Absterben begriffen, der. zweifellos dem Untergange verfallen ist. fönnen, als gegenwärtig. Ich will zum Ende kommen, indem ich hervorhebe, daß ich aus dem Grund, und ich wiederhole das noch einmal, für die einzelnen Schutzzollpositionen stimme, weil ich glaube, daß für die Gegenwart eine Belebung der Industrie eintreten wird, obwohl ich und diese Reserve anzuführen, müssen Sie mir schon gestatten- glaube, Der Kongreß erklärt, daß die Sozialisten Deutschlands dem daß ebenso wie die äußere Konkurrenz zu einer Krisis innerhalb der besigenden Klassen ausgebrochenen Kampfe zwischen geführt hat, auch die innere Konkurrenz zu einer Krise Schutzzoll und Freihandel fremd gegenüberstehen; daß die führen wird. Aber über die Schwierigkeiten des Augenblics Frage, ob Schutzzoll oder nicht, nur eine praktische Frage ist, die in werden wir zum theil hinweggebracht werden. Ich bin vorjedem einzelnen Falle entschieden werden muß; daß die Noth der züglich der Meinung, daß man nicht alles beim alten lassen arbeitenden Klassen in den allgemeinen wirthschaftlichen Zuständen soll, wie es der Herr Abgeordnete Bamberger wünscht, also hier es wurzelt, daß aber die bestehenden Handelsverträge seitens der Reichsregierung ungünstig für die deutsche Industrie abgeschlossen sind und eine Aenderung erheischen; daß endlich die Parteipreffe aufzu fordern ist, die Arbeiter davor zu warnen, für die unter dem Verlangen nach Schutzöllen eine Staatshilfe erstrebende Bourgeoisie die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Verkehrs- und Transportmitteln, Armuth und politische Ohnmacht. I es den jungen Staaten, den kolonialen Freistaaten nicht diesem Parteitag niemand, Barteitag niemand, der die Dinge so übersehen Im bloßen Agrikulturstaat wird nur der geringste Theil der in der verwehren wollen, ihre Industrie mit Hilfe der Schußzölle könnte. Nun ist es charakteristisch, so wie Zollfragen ge Nation liegenden geistigen und körperliche Kräfte geweckt und zur zu entwickeln, daher können wir keine Propaganda für den inter- kommen sind, haben immer und immer wieder einzelne von unseren Ausbildung gebracht, nur die ihr zu Gebote stehenden Naturkräfte und nationalen Freihandel treiben. Deshalb fönnen wir nicht plädiren Abgeordneten fich für Zölle interessirt. Ich glaube nicht, daß sie Naturfonds können benutzt, feine oder nur wenige Kapitalien können ge- für internationalen Freihandel und unseren ungarischen, polnischen, übermäßfg dafür begeistert waren, vielleicht haben sie sich damals fammelt werden. Man vergleiche Polen mit England. Beide Nationen sind russischen, rumänischen Arbeiterbrüdern damit die Hälse abschneiden. auch nicht so sehr mit diesen Fragen beschäftigen können, einst auf der gleichen Stufe der Kultur gewesen und jetzt welcher Da sind Interessengegensätze auch in der Arbeiterklasse vorhanden, aber immer wieder brödelt es und kommt die Zustimmung aus Unterschied! Die Manufakturen und Fabriken sind die Mütter und denen wir ruhig ins Gesicht sehen müssen. Wir lehnen Arbeiterkreisen für Industriezölle, freilich nur für solche. Als die die Kinder der bürgerlichen Freiheit, der Aufklärung, der Künste und die Propaganda für den internationalen Freihandel ab. Garnzölle herabgesetzt wurden, war es Herr v. Schweizer, der daWissenschaften, des innern und äußeren Handels, der Schifffahrt und Wir könnten nicht anders, wenn wir nicht die emporwachsenden gegen sprach. Die Agrarier wollten sie abschaffen. Ich weiß nicht, der Transportverbesserungen, der Zivilisation und der politischen Industrien der jungen Staaten in Grund und Boden rennen wollen. ob sein Standpunkt ein berechtigter war, aber er war ein fluger, Macht. Wenn irgend eine Nation zu Pflanzung einer nationalen Sehen wir uns einmal die Arbeiterklasse darauf hin an, überall da, überlegender, praktisch erfahrener Kopf, und er äußerte damals: Industrie berufen ist, so ist es die deutsche, wenn irgend eine wo die Industrie erst emporgebracht wird, sind die Arbeiter" Bon meinem Parteistandpunkt aus kann für eine Aufhebung be Nation von einem ihren Zuständen angemessenen Schutzsystem schutzzöllnerisch. Haben sie darum ihren Klassenkampf nicht stehender Schutzölle oder für eine Verminderung derselben nur in reiche Früchte zu erwarten hat für das Aufkommen ihrer vertreten, sind ste nicht stürmisch genug vorwärts geinneren Manufakturen, für die Vermehrung ihres auswärtigen gangen? Haben wir ihnen darum Vorwürfe zu machen? Nein, sie Handels und ihrer Schifffahrt, für die Vervollkommning ihrer haben ihre Klasseninteressen zusammenfallen sehen zunächst mit den inneren Transportmittel, für die Blüthe ihres Ackerbaues, jenigen der Großindustrie, die ja nun einmal in der Bourgeoisie das sowie für die Behauptung ihrer Unabhängigkeit und die Vermehrung vorwärtsdrängende revolutionäre Element ist. In Amerika ist unsere ihrer Macht nach außen, so ist es die deutsche. Noch erfüllt indessen Parteipresse wohl im allgemeinen freihändlerisch veranlagt, sie be- Dann kamen die Eisenzölle, kam die Frage der Wirkung der das deutsche Schutzsystem seine Zwecke nur in sehr unvollkommener fämpft aber vorwiegend nur die übertriebenen Hoffnungen, die man französischen Ausfuhrprämien, und da war es der Genosse Bracke, Weise, so lange nicht Deutschland seinen Bedarf an Baum- anf die Schußzölle jetzt. Aber freihändlerisch gesinnt sind sie nicht, wieder einer der erfahrensten Parteigenossen, die wir gehabt, der davor wollen und Flachs- Maschinengarn selbst spimit, so lange es nicht und ich würde ihnen das auch sehr verdenken, denn der Frei- warnte, ohne weiteres in das Lager der Freihändler überzugehen. seine Bedürfnisse an Kolonialwaaren unmittelbar aus den Ländern handel ist dort auch noch nicht morgen oder übermorgen schon ein- Er äußerte am 23. April 1877: Wir erkennen an, daß es eine Ander heißen Zone bezieht und sie mit eigenen Manufakturprodukten geführt. zahl von Fällen geben kaun, wo es geboten ist, der heimischen. bezahlt, so lange es nicht diesen Handel mit eigenen Schiffen be- Man spricht so viel von Australien, man sagt, das ist das Land Industrie einen Schutz durch Zölle zu gewähren. Diese Fälle sind treibt, so lange es seiner Flagge feinen Schutz zu gewähren vermag, des staatlichen Arbeiterschutzes, da ist der Achtstundentag, die folgenden: Erstens, wenn es sich handelt um eine sich so lange es tein vollständiges Strom, Kanal- und Eisenbahn- da find alle möglichen staatlichen Einrichtungen zu gunsten der entwickelnde und zu guter Hoffnung berechtigende Industrie, Transportsystem befitt, so lange nicht der deutsche Zollverein auf Arbeiter. Jawohl, aber die dortigen Arbeiter sind sammt und sonders wenn also die Industrie im eigenen Lande noch zurückgeblieben alle deutschen Küstenländer und auf Holland und Belgien sich er- schutzöllnerisch. In dem Werke von Walker über die australische ist gegenüber der gleichen Industrie im Auslande, aber streckt." Das sind die Worte eines Schutzöllners, aber gewiß nicht Demokratie liest man:„ Ein großer Theil der Arbeiter Australiens die Bedingungen vorhanden sind, sie konkurrenzfähig zu machen eines Reaktionärs. Auch in der deutschen Nation sind die besteht aus überzeugten Anhängern des Schutzzolls, das Wort in gegenüber dem Ausland. In solchen Fällen würden wir die vorwärts treibenden Elemente damals die Schutzzöllner gewesen. seinem weitesten Sinne genommen; schließt man von den parlamen- vorübergehende Erhebung eines Schutzzolles für gerechtfertigt Die Freihändler waren die Großgrundbesizer, die den Teufel danach tarischen Arbeitervertretern auf die Meinung der Arbeiter selber, so werde anerkennen. In einem anderen Fall, wenn nämlich die Beseitigung gefragt haben, was aus Deutschland wird. Und sie sind nicht bloß darüber Einstimmigkeit herrschen. In Vittoria, Südaustralien und Neu- eines bestehenden Schutzzolls einen vernichtenden Einfluß auf die Feinde der Industrie, nicht blos Feinde der Bourgeoisie; die das Seeland, also im Freihandelsstaate, haben die Arbeitervertreter um der Industrie im eigenen Lande ausüben würde, würden wir auch anmaligen Freihändler sind auch Arbeiterfeinde, die Löhne in der zoll- Einigkeit willen die Tariffrage fallen lassen, aber die Mehrheit ist erkennen, daß es sich hier rechtfertigt, den bisherigen Schutz weiter geschützten Industrie sind ihnen noch zu hoch, 1848 überreichten die schutzöllnerisch und möchte die Tariffrage durch Boltsabstimmung ent- beizubehalten. Es handelt sich da mit um die Lage der Deputirten jämmtlicher landwirthschaftlichen Vereine in Sachsen der schieden sehen. Dadurch glauben sie den Schutzzoll zu erreichen und für Arbeiter; gesetzt den Fall, eine Industrie habe sich während Nationalversammlung in Frankfurt eine Denkschrift, in der es heißt: ihre weiteren Ziele die Kräfte ungehindert frei zu erhalten. In Queensland des Bestehens eines Schutzzolls entwickelt und durch Aufgabe dieses „ Die höheren Arbeitslöhne lassen diesen Vortheil( der Rückwirkung heißt es im Arbeiterprogramm ebenfalls, daß die Tariffrage keine Partei- 3olls werde dieselbe plößlich dem Ausland gegenüber konkurrenzauf die Industrie) verschwinden, anderentheils darf man nicht über- frage fei. Der Schutzzoll, gestehen die Arbeitervertreter ein, erhöht den unfähig gemacht, so würde das auch die Folge haben, daß eine hehen wollen, daß die Induſtrie Sachſens dem Ackerbau die nöthigen Preis für den Konsumenten, aber sie behaupten, daß die Kraft der Ge- große Anzahl von Arbeitern brotlos würde, und das können wir Arbeitskräfte entzogen habe, daß diese letteren bereits effektiv fehlen. werkschaften hinreichen sollte, eine Lohnerhöhung zu erzwingen. nicht wünschen. Ich betone da dem Herrn Abgeordneten In Sachsen fehlt es nicht an Arbeit, sondern an Arbeitern für die um ihre Gründe gleichsam in der Nußschale darzustellen: Dr. Hirsch gegenüber, daß wir sehr wohl die Harmonie der Landwirthschaft, namentlich in den Industriebezirken. Sachfens Auf- Es sei besser, hohe Preise und gute Löhne zu haben, wie Interessen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern anerkennen, gabe ist, der Landwirthschaft wieder Kräfte zuzuführen. Eine Aus- billige Waaren, schlechte Löhne und häufige Arbeitslosigkeit. Ich wo sie vorhanden ist, daß wir es aber nicht für recht halten, wenn dehnung der Industrie liegt nicht im Interesse Sachsens." Also um habe mir hier noch eine Stelle notirt, die recht charakteristisch ist man eine Harmonie da findet, wo feine ist. Ein letzter Fall, in welchem die Arbeiter nicht emporkommen zu lassen, sind die Herren Frei- dafür, wie 1845 ein Radikaler über Schutzzoll und Freihandel ge- wir gegen einen Schutzzoll uns nicht feindselig verhalten würden, ist Händler! sprochen hat, am Rhein, in denjenigen Distrikten, wo die Industrie folgender: wenn durch Reformen auf gewerblichem Gebiet eine unSo können Sie es weiter verfolgen, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für erst geschaffen werden sollte. Lining schreibt im Jahre günstigere Stellung der heimischen Industrie gegenüber der des AusJahrzehnt. In den sechziger und im Anfang der siebziger Jahre 1845:" Der Bollverein selbst hat das Prinzip der Handelsfreiheit landes playgreifen sollte. Das würde z. B. der Fall sein, wenn für die ist es genau so. Wie oft haben die Großgrundbesitzer Anträge ge- welches er bisher ziemlich strenge festhielt, zum theil aufgegeben eigene Industrie Kinder- und Frauenarbeit sehr beschränkt würden, stellt, die Eisenzölle abzuschaffen, weil es ihnen unangenehm war, und das ist am Ende ein größerer Gewinn, als die Ausdehnung während die ausländische noch mit diesen billigeren Faktoren arbeitet. daß in die Industriebezirke die Arbeiter einwandern. die Fast alle über einige Provinzen. Mit dieser Handelsfreiheit haben uns die Ich sage also, in einem dieser Fälle würden wir die Erhebung eines Industrien, nicht nur bei uns, sind aufgewachsen nur unter dem Engländer einmal derb über den Löffel barbirt, überall predigten Schutzzolls für nicht ungerechtfertigt erachten. So weit unser GeSchutzzoll. Mit der englischen Industrie hat es seinerzeit auch nicht englische Agenten die Nothwendigkeit der Handelsfreiheit, nosse Brace. anders gestanden. Wo sie heute auch hinblicken, nehmen Sie Dester- das heißt, sie verlangten freie Einfuhr für englische Fabritate, Dann komme ich zu der bekannten Rede des Abgeordneten Kayser, reich, nehmen Sie die jungen aufstrebenden Balkanstaaten, Ungarn, ließen aber nach England nicht Mann oder Maus herein; und wir die die Anfechtung erfahren hat in der„ Laterne", die damals in Italien, Spanien, alle diese Staaten haben sich zunächst mit einer Deutsche waren schwärmerisch genug, uns durch das beigesetzte Wort Brüssel als verbotenes Blatt erschien. Auch Kayser ist bei der Schutzzollmauer umgeben, um ihre Industrie nicht niederrennen zu Freiheit" englische Habsucht und englischen Eigennus für fiefe auf Berathung des Zolltarifs für eine ganze Reihe von Zöllen lassen. Und da hat der Schutzzoll, man mag stehen, wie man will, Menschenliebe gestigte Staatsweisheit verkaufen zu lassen. Es ver- eingetreten. Er ferklärte am 17. Mai 1879:„ Ich will mur sagen, eine revolutionäre Wirkung geübt. Damit ist nicht gesagt, daß wir für ihn steht sich übrigens von selbst, daß Handelsfreiheit der Zweck und daß ich für diese Position, wie sie uns von der Regierung eintreten sollen. Aber gestehen wir doch die thatsächliche Entwicklung zu. das Ziel der zivilisirten Welt ist, aber die deutsche Industrie vorgeschlagen ist, stimmen werde, wie auch ähnlich für die übrigen, Nehmen wir einmal das Verhältniß zwischen Oesterreich und Ungarn. braucht Schutz gegen die durch ungeheure Kapitalien und die höchste weil ich in dieser wie in den übrigen Positionen einen Ungarn ein Ackerbauland, Desterreich ein entwickeltes Industrieland. Vollendung der Maschine furchtbare Konkurrenz der Engländer." Bruch mit dem Freihandelssystem gemacht sehe. Meine Die revolutionären Elemente Kossuth plaidirten in den vierziger So schrieb damals ein Radikaler in einem Buch, das Herren! Für mich ist Eisenindustrie so zu sagen das Jahren für Schutzzoll, aber die österreichische Regierung gab ihnen sich alt die Arbeiterschaft wandte. Und mint fomme ich Knochengerüst des Wirthschaftssystems, und ich bin der Ueber. die Schutzölle nicht. Täuschen wir uns doch nicht darüber, der zu unserer Partei. Wenn ich die Resolution Kautsky zeugung, daß in dieses Knochengerüst die englische Krankheit- ich Konflikt zwischen Oesterreich und Ungarn wird noch erst kommen. richtig verstehe, so bedeutet fie, jetzt ist jeẞt Deutschland meine darunter eine Krankheit, die die ganze Stellung des Diese Elemente verzichten auf ihre Zölle nicht, sie wollen keine Kolonie unbedingt soweit, daß es die Konkurrenz jedes Staates bestehen Industriezweiges etwas erweicht und stört gekommen ist. Desterreichs sein, dazu ist heute der Ungar schon viel zu selbstbewußt, fann. Unsere Industrie hat nichts zu befürchten, sie wird gefördert Meine Herren, bei der Schutzzoll- und Freihandelsfrage haben, fühlt sich schon viel zu sehr als selbstständige Nation und weiß, daß werden, wenn wir den Freihandel für Deutschland heben. Ich wir uns vorzüglich gefragt, in welcher Weise ist der er es nicht sein kann, wenn er nicht fußt auf einer starken Industrie. persönlich will das nicht bestreiten, ich habe auch schon eine ganze eingeführte Schutzzoll im stande, die Lage der Arbeiter zu verUnd was macht Ungarn, da es den Schutzzoll nicht hat? Es Reihe von Leitartikeln in diesem Sinne geschrieben, aber wogegen bessern. Ich erwarte nicht, daß durch die Einführung irgend eines giebt Boden umsonst, es giebt Steuerfreiheit für eine Reihe von ich mich wenden möchte, das ist der Versuch, die Partei festzulegen Bolls auf irgend einen Gegenstand der jetzt so außerordentlich Jahren, es giebt Ausnahmetarife, es giebt sogar direkte Staats- auf eine Anschaumg, die wir uns doch nicht so einfach bilden können. niedrig stehende Lohn um viel erhöht werden wird. Allein ich Unterstützung für aufstrebende Etablissements, es giebt für Maschinen Wie hat sich denn die Partei sonst verhalten? Es ist doch hoffe, daß die Unterkunft der Arbeitslosen eher wird stattfinden die Zölle zurück, die an der österreichischen Grenze gezahlt sind. Das charakteristisch, daß immer und immer wieder in der deutschen ist doch auch ein Schutzzoll- System und das wiederholt sich von Staat Arbeiterklasse die Befürchtung hervorgebrochen ist, soweit sind wir zu Staat. noch nicht, daß wir unseren Markt ganz frei öffnen können. Run, Nun Parteigenoffen! Das glaube ich aus Erfahrung der auf dem Gothaer Kongreß im Jahre 1876 ist es abgelehnt worden, Wirthschaftsgeschichte der Völker entnehmen zu können. Aber es die Partei auf freihändlerischem Boden festzulegen; Sie fc: men ja beruhigt vielleicht die Parteigenossen, von einer sozialdemokratischen alle die dort gefaßte Resolution. Dieselbe lautet: wissenschaftlichen Autorität diese Ansichten über die Rolle des Schutzzolles bestätigt zu sehen. Friedrich Engels sagt über den Schutzzoll: Bor ungefähr fünfzehn Jahren reiste ich im Eisenbahnwagen mit einem intelligenten Glasgower Geschäftsmann, der ein besonderes Interesse au Eisen nahm. Die Rede kam auf Amerika, er gab mir die alten Freihandelsredensarten zum besten: Sei es nicht unbegreiflich, daß geriebene Geschäftsleute, wie die Amerikaner, ihren einheimischen Hüttenbefizern und Fabrikanten Tribut zahlen, 100 ste doch denselben oder gar einen besseren Artikel für den halben Preis bon hier aus beziehen können? Dann folgten Beispiele, wie wahnsinnig hoch fich selbst die Amerikaner besteuerten, um ein paar geldgierige Besizer von Eisenhütten zu bereichern. Nun," sagte ich, die Sache scheint Das ist eine ganz klare und meines Erachtens auch ganz Ich will die Artikel in der„ Laterne" verlesen, weil nämlich in auch eine andere Seite zu haben; Sie wissen, daß in Kohlen, vernünftige Stellungnahme. Machen wir uns doch klar die der Parteipreffe behauptet worden ist, für unsere Partei sei seit Wasserkraft, Eisen und anderen Erzen, wohlfeilen Nahrungs- Stellung der Arbeiter innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. diesem Artikel die Frage des Schutzzolles endgiltig beseitigt. Da mitteln, einheimischer Baumwolle und anderen Rohstoffen Wer sind heute die eigentlich vorwärts treibenden freihändlerischen muß man ungemein genügsam sein, wenn man diese Artikel für eine Amerifa Hilfsquellen und Vortheile besigt, worin ihm fein Elemente? Das sind die internationalen Handel treibenden, die See- Wiederlegung der schutzölnerischen Bestrebungen hält. Was für ein europäisches Land das Wasser reicht, und daß diese städte, die Kaufleute. Diese werden von selbst immer eine Neigung zum Verständniß der Artikelschreiber für die damalige Schutzzollbewegung Hilfsquellen mur dann vollständig entwickelt werden können, Freihandel haben. Wenn unsere Industriellen noch Schutzzölle für nöthig gehabt hat, das geht schon daraus hervor, daß er schreibt:„ bis wenn Amerika ein Industrieland wird; Sie werden ferner zugeben, halten, wenn wir keine starke Gegenströmung dagegen heute in der April wird diese ganze Schutzzollbewegung erloschen sein( Heiterfeit.) daß heutzutage ein großes Bolt wie die Amerikaner nicht blos deutschen Industrie wahrnehmen denn alles, was man uns da vor- sie ist ja nur durch Geld erkauft. Wenn der Schutzöllner für das acerbauend bleiben kann; daß das eine Verurtheilung zu erzählt von einer starten Agitation gegen die Zölle, trifft ja nicht zu- Stück gedruckte Oeffentliche Meinung 10 000 m. giebt, dann kommen ewiger Barbarei und Unterordnung wäre. Heutzutage fann ich sage, wenn die Industrie unter Schutzöllen litte, wären die die Freihändler, die mehr Geld haben und bieten 50 000 M." Und fein großes Volt bestehen ohne eigene Industrie. Nun gut, Industriellen die ersten, die dagegen anfämpften. Sind denn die dann kommen alle die Späße: Wenn man die Grenzen sperrt von wenn Amerika ein Industrieland werden muß und wenn es Interessenkonflikte in Deutschland heute schon wirklich so, daß man Land zu Land, weshalb nicht auch von Stadt zu Stadt, von Stuttalle Aussicht hat, hierin seine Nebenbuhler nicht nur zu erreichen, fagen tann, es kommt zur Umkehr? Die freisinnige Agitation gegen gart bis Cannstatt, von Berlin bis Potsdam?" sondern selbst zu schlagen, dann stehen ihm zwei Wege offen: Ent- die Zölle geht ja einfach vom Standpunkt des Konsumenten aus; da Wir sind doch, Parteigenossen, eine deutsche Sozialdemokratie weder bei freiem Handel während meinetwegen fünfzig Jahren einen zeigt es sich gerade, daß wir, wenn wir unseren Klassenstandpunkt be- und bewegen uns in bestimmten Grenzen. äußerst fostspieligen Konkurrenzkampf zu führen gegen die englische wahren wollen, sehr häufig genöthigt sein werden, viel weiter rechts zu Lächerlichkeit brauche ich nicht erst aufzutreten. Und dann Industrie, die ihm um hundert Jahre voraus ist, oder aber stehen, als die abgebrödelten Elemente aus der bürgerlichen Gesellschaft. geht es in persönlichem Ton gegen den Abgeordneien Kayser Yos. durch Schutzölle die englische Konkurrenz um meinetwegen fünf- Wer sind denn die Konsumenten? Das sind die Beamten, die Bebel: Ach lassen Sie das doch!) Da heißt es: Wackerer undzwanzig Jahre auszuschließen mit der absoluten Gewißheit, Bureau Angestellten mit festen Gehältern, die kleinen Leute aus Jüngling, Breslauer Hanswurst, gut daß die Partei dieses Früchtchen daß am Ende der fünfundzwanzig Jahre die amerikanische dem Mittelstand, deren Einkommen vielleicht noch heruntergeht, los geworden, ödes Gemengsel unverdauter schutzöllnerischer Phrasen, Industrie auf dem Weltmarkte ihren Platz behaupten wird. Welcher wenn die Großindustrie sich entwickelt; das sind diejenigen, meistens den Bismarck'schen Frühstücks- Blättern entnommen. Dader beiden Wege ist der wohlfeilste und der kürzeste? Darum handelt die mit jedem Pfennig haushalten müssen, dies sind die zwischen immer wieder ein burleskes Angebell, mit dem der dicke Herr es sich. Wenn Sie von Glasgow nach London reisen, so können reinen Konsumenten. Die freisinnigen Spießbürger, die frei den Präsidenten förmlich um einen Ordnungsruf anflehte, um mit sie den gesetzlich vorgeschriebenen Bummelzug( Parliamentary finnigen Philister sind die Kerntruppen des Freihandels bei uns und guter Manier abschieben zu können. Als ehrsamer Handlungsdiener Train) nehmen; sie zahlen einen Benny die Meile und fahren zwölf werden es sein. Die Arbeiter aber find nicht reine Konsumenten schrieb er sich noch mit i, damn änderte er es in y um. Will uns Meilen die Stunde; aber das fällt ihnen nicht ein, dazu ist ihnen ihre und je mehr Fabriken wir errichten, je mehr unsere Produktion sich der neue Demosthenes etiva glauben machen, er stamme von den Zeit zu lieb. Sie reisen Expreßzug, zahlen zwei Pence die Meile und ausdehnt, in desto geringerem Maße werden sie reine Konsumenten alten Griechen ab?( Große Heiterkeit.) U. f. w., 11. s. w. machen vierzig Meilen die Stunde. Nun gut, die Amerikaner ziehen sein. Schon die australischen Arbeiter haben immer gesagt, Parteigenossen! Es ist ja nicht unmöglich, daß auch ich nachher vor, ein Expreßbillet zu nehmen, um so viel rascher vorwärts zu das Endziel, die höhere Entwickelung unserer Industrie, ist uns start angegriffen werde, aber bitte, werden Sie dann nicht so kommen." Mein schottischer Freihändler hatte kein Wort der Erwiderung. alles. Das bischen Preisbewegung und Preiserhöhung fann für uns persönlich!( Heiterkeit.) Eigenthümlich ist aber auch die Art der Das ist eine ganz richtige Auffassung. Der Freihandel kann unter nichts bedeuten. Also nicht als Konsumenten haben die Arbeiter fachlichen Behandlung. Eigentlich ist die„ Laterne" weder Umständen revolutionär sein, aber auch der Schutzzoll kann es sein. darüber zu urtheilen, sondern als Theilnehmer an dem heutigen für Freihande! noch für Schutzzoll, sondern sie ist für einen sozialen Denn revolutionär sein heißt doch mit dem Expreßzug reisen und Produktionsorganismus. Bedenken Sie doch, was hier geschaffen Staat. Da heißt es: Also steckt unser Heil nicht im Schutzzoll nicht mit dem Bummelzug. wird, das ist unser Erbtheil, das uns einmal zufallen wird, und das und nicht in der Vereinigung aller Länder zum Zweck einer nicht dabei lassen, daß der Gegenstand, der einmal frei von Zoll war, auch davon freibleibt, sondern ich halte es für meine Ber pflichtung überall da, wo ich bei Prüfung des einzelnen Falles sehe, daß wirklich ein Uebel in einem bestimmten Industriezweig vorhanden ist, dann auch dem vorhandenen Mittel, welches das Uebel beseitigen soll, zuzustimmen." " Ich komme jetzt zu unserem Selassenstandpunkt. Wie stehen die wollen wir hochhalten. Den Kampf um den Freihandel für die In- Wirthschaft, welche die Produkte der Kultur dem arbeitenden Volke Arbeiter zu dieser Frage? Sie werden herausgefühlt haben, dustrie aufzunehmen, dazu find wir nicht die Leute, das muß aus unserer zukommen läßt."" Schutzollpfaffen auf der einen Seite, Freihandelsdaß die Arbeiter eine sehr verschiedene Stellung dazu einnehmen. Industrie selbst herauswachsen. Aber hier den Parteitag auf eine prediger auf der andern." Ich behaupte, daß sie alle beide Wo die Industrie sich erst entwickeln soll, da sind die fortschrittlichen Resolution festzulegen für unbedingten Freihandel, das kann ich Klasseninteressen verfolgen, tur halte ich es für unsere Elemente der Arbeiterklasse immer schutzöllnerisch, wo die Industrie nicht verantworten. Das geht mir gegen die innerliche Ehrlichkeit, Pflicht, gerade den Charlatanismus derjenigen von beiden zu ents aber start und mächtig ist, da werden sie immer freihändlerisch sein, dazu bin ich nicht der Mann, der Ihnen das empfehlen könnte, dazu larven, die jeweilig auf dem Regierungskarren fizen und uns ihr. aber internationale Freihändler fönnen wir nicht sein. Wir können müßten andere tommen. Und ich sehe auch hier auf volksbeglückendes Mittel appliziren wollen. Sigt der Freie Handel auf dem Regierungsfarren, wird gegen den Freihandel| vorherzusehen wäre, bamit niemals aus dem reinen Schutzoll ein es die Arbeiter, die Gesetze burchgebracht haben, durch die losgelegt, figt der Schußzoll auf dem Regierungskarren, gegen den wirksamer Finanzzoll entstehen könnte. Ein reiner Schutzoll ist sie sich gegen diese Konkurrenz der Arbeitskraft schützen. Schutzzoll. Die Hauptsache ist, daß ordentlich losgelegt wird. übrigens dem Herrn v. Bismard auch ziemlich gleichgitig, da ein solcher Nun, ist das nicht auch eine Art Echuzzoll? Sperrt sich da die Was man will, braucht man ja nicht zu sagen, man erstrebt eben nicht besonders geeignet ist, die Lücken in der Reichskasse zu stopfen. Wenn Nation nicht auch ab? Und wenn wir uns gegen die Arbeitskräfte die große Zukunftsweltwirthschaft. Aber noch charakteristischer ist es, die Frage, ob Schutzzoll oder Feihandel? auch durchaus feine Brinzipien- sperren, dann wird es vielleicht auch einmal nöthig sein, auch die daß durch die Artikel fortwährend schutzöllnerische An- frage für die Sozialdemokratie ist, sondern lediglich eine Machtfrage Waaren nicht hineinzulassen; denn die Aussperrung der Kulis wandlungen gehen. Da heißt es: Wer würde denn in einem zwischen Großindustriellen und Großhändlern, so halte ich doch würde uns nichts nüßen, wenn sie die Waaren genau so billig sozialistischen Gemeinwesen die Haupttäufer sein? In erster Linie dafür, daß bei weiter entwickelten Stulturländern der freie Aus- in ihrem eigenen Lande produziren. Wie gesagt, ich sehe der Staat für die hunderterlei Verwaltungen und humanen Zwecke, tausch der Waaren selbstverständlich sein wird und das Zusammen die Dinge nicht so gefährlich an, ich theile nicht die Gespensterfurcht die zu seiner Aufgabe gehören. Dann die Produktivgenossenschaften, brechen der legten Zollschranke nur eine Frage der Zeit ist. So anderer, doch das sind Fragen, die man distutiren, auf die man sich Gewerkschaften, Vereine aller Art. Nun, fie brauchen ja blos ihre lange aber die jetzt dominirenden Reiche auf so verschieden- aber nicht festlegen soll. Wenn man Bedürfnisse vorzugsweise den inländischen Produzenten, das heißt, artiger und theilweise noch tiefer Kulturstufe sich befinden, werden einige Nun Parteigenossen! Ich komme jetzt zum Schluß und Sie sich selbst gegenseitig abzukaufen! Wenn das auswärtige Kapital Bollschranken als sogenannte Nothwehr vorhanden bleiben. Hasen- kommen zum Essen.( Heiterleit.) Ich hoffe Ihnen gezeigt zu auf seine Waaren teine Bestellungen erhält, so wird clever wahrte sich also immer das Recht, sich die Dinge erst anzu- haben, daß die Frage Schutzzoll oder Freihandel niemals es sich nicht damit amüsiren, sie uns zuzuschicken und sehen und legte sich nicht von vornherein fest. Klassenfrage die Arbeiter werden kann. Je nach dem Standpunkt wir brauchen keine Leute anzustellen, die ihnen an der Grenze Der Kongreß von Wyden hat es abgelehnt, sich mit dieser Frage sind die Arbeiter in den einzelnen Ländern schutzöllnerisch oder den Weg versperren. Man schämt sich eigentlich, eine so einfache zu beschäftigen. Es heißt da:„ Betreffs der Frage Schutzzoll oder freihändlerisch und sie thun recht daran. Ich glaube Ihnen auch geSache erst erörtern zu müssen, aber seitdem die Flamme unserer Freihandel schließen wir uns völlig der Resolution an, welche seiner zeigt zu haben, der Freihandel ist nicht immer der Friedensengel, Bresse in Deutschland ausgelöscht ist, denken unsere Gegner, im zeit vom Genter Weltkongreß mit Einstimmigkeit angenommen wurde, sondern sehr oft auch das Mittel für die Vergewaltigung schwächerer Dunkeln ist gut munkeln, und möchten gerne Spaltungen daß namentlich diese Frage eine interne Ängelegenheit der Bour- Völker, die in ihrer Entwickelung dadurch zurückblieben. Zweifellos ist in der Partei hervorrufen, deshalb war es nöthig, daß geoisie sei." Man ist damals aber nicht weiter darauf eingegangen, unsere internationale Kultur dadurch gefördert worden, daß überall und wir über diese wichtige Frage allen, die sich im Zweifel und so ist es mun weiter gegangen. überall Industriestaaten entstanden sind. befanden, ein kleines Licht aufsteckten. Auf Seite 50 heißt In dem Protokoll von St. Gallen zum Beispiel finde ich ein von revolutionärem Wirken sprechen will, dann hat es der Schutzes weiter:" Ich könnte mir denken, daß ein Volt unter abnormen Referat von Auer, in dem auch er sich ganz richtig immer das zoll gethan. An allen Ecken der Welt hat er fleine Industrieen Umständen, z. B. um eine freie und kollektive Nationalindustrie zu Recht wahrt, die Dinge anzusehen, wenn sie an ihn herankommen hervorgerufen, die nachher mächtige Industrieen geworden find. organisiren, für eine begrenzte, provisorische Zeitdauer und für be- und fagte: So hinfällig, durch die Thatsachen ad absurdum Wenn ich nun zur Resolution komme, so kann ich kurz sein. stimmte Industriezweige die Konkurrenz der ausländischen auf geführt, auch die Behauptung sei, daß durch Schutzzölle Ich sage nochmals: hätte ich einen Leitartikel zu schreiben gehabt, tapitalistische Ausbeutung beruhende Produktion durch Zölle balanzirte. bie Soziale Frage in ihren Schärfen gemildert oder würde ich ihn wahrscheinlich so geschrieben haben wie Kautsky seine Derartige Maßregeln würden indeß auch erst gerechtfertigt sein, ihrer Lösung näher gebracht werden könne, so sei doch Resolution; denn das sind Anschauungen, die uns vielfach gemeinsam wenn alle Versuche, den nöthigen Schuß im Vertragswege zu er andererseits nicht zu leugnen, daß Schutzölle als Kampfmittel gegen find. Aber meine Resolution unterscheidet sich dadurch, daß sie uns langen, gescheitert oder von vornherein aussichtslos waren. Also Staaten, welche jeder Arbeiterschutz- Gesetzgebung gegenüber sich ab- nur festlegt gegen die Lebensmittelzölle. Fällt die Landwirthschaft, wenn wir einmal den sozialen Staat haben, dann müssen wir auch lehnend verhalten und so durch rücksichtslose Ausbeutung der Kinder- dann wird wird die Industrie um so mächtiger; wir sind einen Schutz haben, aber dann brauchen wir feinen Bollschnüffler an arbeit eine unerträgliche Schmuskonkurrenz bereiten, durchaus für die Handelsverträge, wir werden jede Bollerhöhung ablehnen, der Genze, denn die Produktivgenossenschaft bestellt dann eben ein- am Plaze sein könnten. Auer hat sogar, weitergehend, noch hinzu- aber im übrigen bitte ich Sie: Legen Sie sich nicht fest und stimmen fach nichts! Nun, der kapitalistische Staat braucht Bollschnüffler, aber gefügt: Wenn eine internationale Regelung über die Fragen des Sie meiner Resolution zu.( Lebhafter Beifall. Händeklatschen.) in der Sache ist das ganz dasselbe. Die Mittel werden nur durch Arbeiterschutzes stattfinden sollte, sei sogar eine vollständige Ab- Bebel zur Geschäftsordnung: Schippel hat ein sehr gutes die Umstände bestimmt. Ich verlasse jetzt die Laterne". Aber schließung gegen ablehnende Staaten gestattet." Num, Parteigenoffen! Referat gehalten, aber auch wenn die Resolution Kautsky nicht vor charakteristisch ist es, gleich hinterher, nachdem diese Frage angeblich Täuschen wir uns doch darüber auch gar nicht, daß, trotzdem in der läge, wäre es flar, daß in der Partei abweichende Meinungen bestehen. für die Partei beseitigt war, starb der Genosse Reinders- Breslau, Partei diese Fragen noch nicht eingehend behandelt worden sind Es handelt sich um eine Frage, die im Augenblick nicht spruchreif und an seiner Stelle wurde Hasenclever aufgestellt. und die Parteigenossen sich meist nur in einem Nebel befinden, in ist, die aber in der nächsten Zeit im Parlament sehr aktuell Er hat sich durch die" Laterne" gar nicht einschüchtern lassen, dieser Beziehung täuschen wir uns doch darüber nicht, daß auch ein- werden wird, und wo es nothwendig ist, daß der Parteitag, sondern in seinem Brief an die Wähler hat er sich unter Um- fache Parteigenossen schutzzöllnerische Anwandlungen haben. Wenn man wenn er dazu Stellung nimmt, es erst thut, wenn er von ständen für Schutzölle ausgesprochen. Er sagt in demselben: von den Kulis spricht, von den Arbeitskräften, die man nicht ins Land allen Seiten Aufklärung bekommen hat.( Sehr wahr.) Daher schlage Schutzölle für wirklich bedrängte Industrieen können unter Umständen hineinlassen will, ja, ist es denn im Prinzip etwas anderes als ich vor, es zu machen, wie bei früheren Gelegenheiten, und für für unser Land, auch für die Arbeiter günstig wirken, doch dürfen diese Schutzzoll? Wenn man in England sagt, der Freihaudel müsse sich diejenigen, die wesentlich abweichender Meinung find, Kautsty Zölle der Natur der Sache nach nur vorübergehend sein. Ich könnte also auch auf die Arbeitskraft erstrecken, der Ausschluß der fremden Ar- als Korreferenten zu bestellen.( Lebhafte Zustimmung.) Die 3. B. wohl, wie es die Mehrzahl der sozialdemokratischen Abgeordneten beiter sei barbarisch; ich gehe eine Wette ein, die Hälfte oder wohl Frage muß objektiv behandelt werden, hier gilt es nicht, einen gethan hat, für einen mäßigen Boll auf Eisen stimmen, doch müßte ich die große Mehrheit unter Ihnen hier würde es sich sehr schlecht zu machen, hier gilt es, die Wahrheit zu suchen.( Lebhafter mich, wie gefagt, erst von der Nothlage dieser Industrie überzeugt überlegen, dem zuzustimmen. Ich selber fürchte von dieser Kon- Beifall.) haben. Für einen hohen Zollsazz aber würde ich bei einem In- furrenz ja nichts, aber die immer so radikal auftreten, die leben ja Der Vorschlag Bebel's wird angenommen. dustriezweige, der nothleidend ist, nur dann mich erklären können, immer in der Angst vor den Kulis. Wir haben aber Staaten, wo Schluß der Sitzung 114 Uhr. wenn eine recht kurze Dauer der Zollerhebung im Geseßentwurf die Arbeiter mächtig sind, im Kapland, in Australien. Dort find Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Ostend Carl Weiß- Theater. = Gr. Frankfurterstr. 132. Publikum gegenüber feinerlei Berlin wie es weint u. lacht. Verantwortung. Thraker. Freitag, 7. Ottober. Opernhaus. Rienzi, der letzte der Tribunen. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Faust. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 7/2 Uhr. Berliner. Ein Wintermärchen. An fang 72 Uhr. Boltsstück m. Gesang in 3 Alten von D. Kalisch. Musik von Conradi. Anfang 8 Uhr. Urania Tanbenstr. 48/49. Täglich: Die Urzeit des Menschen. Invalidenstr. 57/62: Apollo- Theater. Feen- Palast- Möbel- Kaufhaus Friedrichstr. 118. Direktion: E. Waldmann. Consuela Tortajada. Prinzessin Pocahuntas. Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Direttion: Winkler und Fröbel. Das neue Oktober Programm. Neu! Wilhelm Fröbel Men! als Fahrrad Dienstmann in der Ausstattungs- Ges.- Posse Sternwarte. Familie Agoust. Berlin, wie es liebt Im Tunnel: Frei- Konzert. Anfang 7 Uhr. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Sonnabend: Erstes Wiederauftreten des Frl. Martha Weick, unter gefl. Mitwirkung der Mitglieder des Sübs Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Oft Konservatoriums: Preciosa. Preciosa: Martha Weid. Sonntag Abend: Robert und Bertram. Leffing. I'm weißen Rößt. Aufans nisen- Theater 72 Uhr. Residenz. Frühlingswende. Hierauf: Eifersucht. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 7/2 Uhr. 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Abonnementsvorstell. Zum 1. Male: Schiller. Die Haubenlerche. Anfang Gefährliches Glück. 8 Uhr. Westen. Eugen Onégin Anfang 72 Uhr. Metropol. Das Paradies der Frauen. Anfang 72 Uhr. Ein Stück aus dem Leben in 4 Aften von Maximilian Braun. Hierauf: Zum 1. Male: Central. Die Geisha. Anf. 7% Uhr. Der drikke Kopf. Thalia. Unser luftiges Berlin. Anfang 72 Uhr. Luisen. Gefährliches Glück. Hier: Boffe in 1 Aft von Franz Wallner. Sonnabend und folgende Tage: auf: Der britte Kopf. Anfang Jocko's Streiche 8 Uhr. Belle Alliance. Napoleon oder: Die hundert Tage. Anfang 8 Uhr. Oflend. Berlin wie es weint und Tacht. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Waise aus Lowood. Anfang 8 Uhr. Alexanderplats. Gine Ehrloſe. Anfang 8 Uhr. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. irania. Taubenstrasse 48-49. Englische Burleske von W. Sallis. Jodo: Paul Herbig vom Apollotheater in Nürnberg als Gaft. Metropol- Theater. Behrenstr. 55-57. Direktor: Rich. Schultz. Novität. Bum 35. Male: Novität. Naturkundliche Ausstellung. Täg Das Paradies der Frauen. lich geöffnet von 10 Uhr vormittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Die Urzeit des Jm 5. Bilde: Eva's Vermächtnik. Menschen. Anfang d. Vorft. 1/28 Uhr, Ende gegen Invalidenstraße 57/62. Täglich 11 Uhr. Morgen u. folgende Tage: abends von 5-10 1hr: Stern- Das Paradies der Frauen. warte, Operntelephon. Jun 2. Bilde: Die Moden des Jahrhunderts. Apollo. Spezialitäten Borstellung. Thalia- Theater. Anfang 7/2 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. # Passage Panoptikum. Spezialt täten Borstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitag: Die Haubenlerche. Sonnabend zum 1. Male: Bartel Turaser. Sonntag Nachm. 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends 8 Uhr: Bartel Turafer. Central Theater Direttion: José Ferenczy. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Helmerding. Mufer luftiges Berlin. Große Gesangsposse in 4 Bildern von E. Sondermann u. Ch. Bischoff. Couplets von Alfred Bender. Mufit von Curt Goldmann. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Heute, Freitag, ben 7. Oftober cr.: Die Tochter des Herrn Fabricius. Schauspiel in 4 Atten v. Wilbrandt. wegen Privat- Festlichkeit teine Morgen, Sonnabend: Vorstellung. Die Geisha Mähr's Theater ober: Eine japanische Theehaus: Geschichte. Operette in 3 Aften von Owen Hall. Musik von Sidney Jones. Deutsch von C. M. Röhr und Julius Freund. Ju Szene gesetzt von J. Ferenczy. Dirig. Hr. Kapellmstr. E. Goldmann. Kaffeneröffnung 17 Uhr, Anf. 18 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. Sonntag Nachmittag zu bedeutend ermäßigten Preisen: Der Obersteiger. Operette in 3 Aften von Starl Zeller. Oranienstr. 24. Täglich Spezialitäten- und Theater Vorstellung. Charley's Tante. Burleske. The tree Brothers Wells, Afrobaten an den hängenden Ketten. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Kunst- Schaubühne in der Urania, Invalidenstrasse No. 57. Sonntag, d. 9. Oktober, 5 Uhr: Eine Wanderung durch Pompeji mit farbigen Lichtbildern. Passage- Panopticum. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Der berühmte t. t. Fechtmeister Mr. Sulivian und feine Schülerin Petö Aranka. SeparatVorstellung tägl. Mittags 12 Uhr. Bon 6 Uhr ab: Théâtre- Variété ohne Extra- Entrée. Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Lebendig begraben!! Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger ( Weysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader). Anfang präzise 8 Uhr. Vorher: Konzert. Entree 50 Pf., Vorverkauf 40 f. Num. Balkon 75 Pf., Balton- Boge 1 M., Orch.- Log. 1,50 M., FremdenLoge 2 M. Tagestasse 11-1 Uhr. Jean Chermont. Montroses. The Troubadours. Kasseneröffnung 6% Uhr, Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Novität! Täglich: Novität! Tantalus oder: Hungrige Liebe. Schwank in 1 Att v. Georg Kaiser. Nen! Neu! Nen! Das verschleierte Ballet! Operetten- Burleske von Stir. Musik von Noth. In Szene gesezt von Otto Wendt. Gesammtauftreten des durchweg neuengagirten Künstler- und Spezialitäten Personals. Anfang: Wochent. 7 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Res. Platz 50 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. D Volks Theater im Welt- Restaurant Dresdener: Straße 97. Novität! Täglich: Novität! Isabella. Komische Oper von Franz von Suppé. Novität! Novität! Novität! Außerdem der reizende Schwant: Neu! Die Unentbehrliche. Kolossaler Lacherfolg! Gesammtauftreten des durchweg neu engagirten Schauspiel: u. Speziali täten Personals. Wochentags 8 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Bons haben an allen Wochentagen Giltigkeit. Direktion: A. Kolig. Artistischer Leiter: A. Runge. CIRCUS BUSCH Freitag, den 7. Oftober 1898, abends 72 Uhr: Große humorist. Vorstellung. Zum 1. Male: Miß Ella( Parod.) von August Belling. Zum 1. Male: Klown Bojanowsti als Professor der Magie. 8. 1. Male: August Magrini m. f. fingenden Hunde. Auftreten ber vorzüglichen musikalischen Klowns The Namrays. Außerdem Auftr. des Herrn Franz Gebhardt, Ritter p. p., bisheriger Chef der f. t. spanischen Hofreitschule in Wien, auf dem Lippizanerhengst Napolitano Maeculi. Aufzug sämmtlicher Reiter: typen in prunthaftester Ausstattung. Zusammenkunft der Blumen, gr. Ballet- Divertissement. Die neuen Freiheitsdreffuren des Dir. Busch. Morgen, Sonnabend, 72 Uhr: Parade- Gala- Vorstellung. und radelt! Neu! Kriesel's Reu! amerikanische Doggen: Meute. Der Indianer- Ueberfall. Die Kraft Turner Sühlsdorf. Auftreten des vorz. Schau spiel u. Künstlerpersonals. Nur noch kurze Zeit! Elsa Balleni. Anfang 71/2 Uhr, Sonntag 6 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf Vorm. v. 1-11 Uhr. Olympia Theater ( Circus Renz) Karlstrasse. Heute u. folgende Tage: Größter Schlager der Saison MENE TEKEL Anfang 72 Uhr. Parquet 2,10 M. inkl. Garderobe. Vorverkauf v. 10 Uhr vorm. an. Concerthaus. Leipzigerstr.No.48 Heute, Freitag: 8um 25 Mal: Der liebe Onkel. Morgen, Sonnabend: gefchloffen. Deutsch. Porter Deffert u. Malstraftbier 1. Rang. Die Möbelfabrik Neue Schönhauser: straße 2, zwischen Münzstraße und Rosenthalerstraße( früher Rosenthalers straße 13) verkauft in den neuerbauten Fabritsälen Quergebäude und Seitens flügel, erfte und zweite Etage, Möbel zu jedent annehmbaren Preise. Auch für weniger Bemittelte halte ich stets Lager von einfachen Einrichtungen schon von 150-300. Eventuell gebe ich an sichere Leute Ausstattungen gegen Theilzahlungen unter toulanten Bedingungen, Beamten ohne Ans zahlung. Eigene Tapezier: und Des forationswerkstatt. 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Die Deutsche Gesellschaft für volksthümliche Naturkunde Mutter band noch vorsichtshalber das Fenster mit einem Bindfaden wird in diesem Monat ihre Arbeiten wieder aufnehmen. Am Montag, Die Freie Volfsbühne bringt Sonntag Nachmittag 23/4 Uhr zu. Die Kleine aber, der es in der Einsamkeit wohl sehr den 10. Oftober, abends 8 Uhr, wird im Bürgersaale des NathGrillparzer's Trauerspiel langweilig wurde, wußte fich ein Messer zu ver- hauses der durch seine populären Vorträge bekannte Meister auf dem Des Meeres und der Liebe schaffen, schnitt den Bindfaden durch, öffnete das Fenster und sah Gebiete der Experimentirfunst, Herr Gustav Amberg, unter VorWellen" für die zweite Abtheilung( blaue Karten) zur Aufführung auf den Hof hinab, um zu beobachten, was dort vor sich ging. führung zahlreicher Experimente einen Vortrag halten über die Die Borstellung findet im Friedrich Wilhelmstädtischen Dabei lehnte sie sich zu weit hinaus, verlor das Gleichgewicht und Theater statt. Die Vorstellungen der 3., 4. und 5. Abtheilung Wärme mit besonderer Berücksichtigung der mechanischen Wärmefinden am 16., 23. und 30. Oftober statt. Die Mitglieder werden stürzte kopfüber auf das Pflaster hinab. Die Verunglückte, die sich theorie von Robert Mayer und Wilhelm Helmholtz. Zu weiterer gebeten, rechtzeitig ihren Oktober- Beitrag zu entrichten. Nachzügler außer schweren Kopfverlegungen einen Bruch des linken Ober- Auskunft ist gern bereit der I. Schriftführer Dr. W. Greif, Köpeniderfönnen günstigstenfalls einen Stehplatz erhalten. Die Mitglieder schenkels zugezogen hatte, wurde von Hausgenossen aufgehoben, von straße 142. werden gebeten, das Inserat in heutiger Nummer zu beachten. Der einem Arzte verbunden und dann mit einem Lück'schen Rettungs- Feuerbericht. Donnerstag Nachmittag entstand Neue HochVorstand. wagen in ein Krankenhaus gebracht. " Aus den Nachbarorten. straße 36 ein Bodenbrand, bei dem Bettstroh und einige WirthschaftsUeberfall auf einen Radfahrer. Durch die Nohheit eines gegenstände eingeäschert wurden. Mittwoch Abend wurde die Wehr Eine ganz besonders harte Arbeitsleistung hat in diesen Rowdys aus Rirdorf ist der praktische Arzt Dr. Blobel aus Sprottau nach Hannoversche str. 16 gerufen, wo Fleisch im Kochtopfe anTagen unsern Mitarbeitern und besonders denen obgelegen, die zu Schaden gekommen. Als Dr. B. auf dem Fahrrade von einem gebrannt war. Weitere Alarmirungen nach Brunnenstr. 78, sich mit der Expedition und dem Vertrieb des Blattes befaßten. Der Krankenbesuch nach seiner Wohnung zurückkehrte, wurde er unter- Chausse estr. 57 und Fischerstr. 3 erfolgten aus geringfügiger Borwärts" hat, wie wohl jedermann einleuchtend ist, in der Be- wegs von vier soeben von auswärts zugewanderten Rowdys über- Ursache. arbeitung der ausführlichen Parteitagsberichte ein überaus fallen und vom Rade gestoßen. Vor ernsteren Folgen blieb der Arzt umfangreiches Material zu bewältigen. In der gestrigen Nummer durch die Hilfe mehrer Passanten und eines Nachtwachbeamten bezum Beispiel füllten die Berichte über die Verhandlungen wahrt. Leider gelang mir die Festnahme eines der Strolche, Schöneberg. Am Sonntag, früh 7 Uhr, findet eine FIug. etwa 81/2 Seiten, und davon waren über fünf Seiten, während die anderen noch nicht ermittelt werden konnten. Der Ver- blattverbreitung statt. Die Genossen werden ersucht, in das find nicht weniger als rund siebzehntausend haftete ist aus Rigdorf gebürtig. folgenden Lokalen zahlreich zu erscheinen: Stephuhn, Hohen Worte, aus Stuttgart telegraphirt. Nur auf diese Weise staufenstraße 83; Schilling, Kyffhäuserstr. 16; Obst, Grunewaldist es uns möglich, trotz der weiten Entfernung von Stuttgart noch 10/2 Uhr der Kaufmann Julius Hirschfeld erschossen, der Würzburg- Grimm,' Siegfriedftr. 8; auser, Sedanstr. 31; Büschel, In der Rotunde auf dem Spittelmarkt hat sich gestern Morgen ftraße 110; Klein, Merseburgerstr. 7; Schulz, Bahnstr. 35; in derselben Nacht über die Verhandlungen des verflossenen Tages ftraße 21 in Schöneberg wohnte. Der Grund zum Selbstmord ist Guytowstr. 9, Mo II, Sponholzstr. 84. Der Vertrauensmann. zu berichten; eine journalistische Leistung, die in solchem Umfange nicht bekannt. wohl taum jemals von einem anderen Blatt vollbracht worden ist. Bei der gestern in Schöneberg im 12. Bezirk stattgefundenen Daß unter solchen Umständen unsere Zeitung an einem Tage dieser Die Dachstuhlbrände von Moabit nehmen jetzt wieder einen Nachwahl erhielt Genosse Schubert 110 Stimmen, der UnWoche nicht genau zur gewohnten Zeit aus der Maschine kam, ist erschreckenden Umfang an. Es vergeht fast kein Tag ohne einen abhängige Bergemann 103 Stimmen, der Bürgerparteiler Schultz erklärlich; und wir sind überzeugt, daß unsere Leser es entschuldbar solchen, und die Miether der oberen Stockwerke leben in steter Auf- 71 Stimmen. Es findet also eine Stichwahl zwischen Genossen finden werden, wenn die Austräger trok verdoppelter Anstrengungen regung. Donnerstag früh kurz nach 8 Uhr kam Feuermeldung von Schubert und Bergemann statt. Der Stichwahltermin ist auf das Blatt in diesem oder jenem Falle ein wenig später als ge- Rathenowerstraße 25. Der erste eintreffende Löschzug fand Mittwoch, den 26. Oftober, angefeßt. fast den gesammten Dachstuhl des Vorderhauses in Flammen, so wöhnlich abgeliefert haben. Ieute. = Kaum eine andere Berliner Zeitung darf sich rühmen, in so daß schleunigst weitere Hilfe nachbeordert wurde. Nach Angabe der im Lofal Bismardshöhe eine öffentliche Parteiversammlung abgehalten. In Charlottenburg wird am Donnerstag, den 13. Oftober, enger Beziehung zu ihren Lesern zu stehen, wie der Vorwärts". Hausbewohner muß das Feuer schon stundenlang vor seiner Wahrnehmung im Lokal Bismardshöhe eine öffentliche Parteibersammlung abgehalten. Dieses enge Band wird ohne Zweifel gerade in diesen Tagen unsere geschielt haben. Obgleich mm 4 Rohre Dampfsprigentaliber und An die Vorstände der Gewerkschaften ergeht die Bitte, für diesen parteigenössischen Freunde zu lebhafter Agitation für immer größere 2 Drudleitungen in Thätigkeit traten, wurde doch der gesammte Tag keine Versammlungen anzuberaumen. Die VertrauensVerbreitung unseres Blattes anregen. Die Verhandlungen über den Dachstuhl mit den hohen Dachkammern total eingeäschert und erleiden mehrere Miether starke Verluste. Es wird Brand- Pünktlich mit dem Schluß der Ausstellung am SavignyParteitag bieten die beste Unterlage zu solchem Wirkenstiftung bermuthet. Abweichend von den bisherigen Dahlstuhl- platz hat die Bahnverwaltung die vielgenannte Fahrkartenausgabe Wo ehrenhaften Leuten das Zuchthaus droht, haben die bränden, die fast alle in& dhäusern ausbrachen, ist diesmal das ant westlichen Aufgange des hnhofes wieder geschlossen. Ebenso Gauner goldene Tage. Das sieht man an einer groß- Nebenhaus gewählt, das zweite von der Perlebergerstraßen- Ede. pünktlich stellen sich die Klag der Bewohner jener Gegend wieder fpurigen Ankündigung im„ Börsenblatt für den deutschen Buch ein, daß sie entweder auf die Automaten angewiesen sind oder den handel", in welcher der durch seine Verleumdungen bekannter Sozial- Zu den Auerlicht- Prozessen. Die bisher in der Berufungs- weiten Umweg über die Kantstraße zu machen genöthigt sind, um demokraten„ berühmt" gewordene Korbmacher Fischer außer seiner instanz noch nicht erledigten Gasglühlicht- Prozesse standen gestern den Bahnsteig zu erreichen. Auf dem Bahnhof Savignyplatz werden gegen 22 Millionen Stadtbahn Fahrten angetreten. alten Broschüre über den Werth der Sozialdemokratie gleich givei vor dem zehnten Zivilsenat des Kammergerichts zur Verhandlung jährlich neue Werke ankündigt, die demnächst aus seiner Feder erscheinen an. Die Deutsche Gasglühlicht- Aktiengesellschaft gab die Erklärung Sicherlich die Hälfte aller Karten werden oder würden( wenn der werden. Die eine Schrift nennt sich„ Im Kampf mit den Führern ab, daß fie auf alle geltend gemachten Ansprüche verzichte und die Schalter geöffnet wäre) an dem westlichen Aufgange gelöst werden. der Sozialdemokratie", die andere" Fünfzig Opfer der Sozial- sämmtlichen Klagen zurücknehme. Infolge deffen kam es nicht zur Da dürfte sich die regelmäßige Besetzung des Schalters an der demokratie". Zahlreiche Unternehmer waren bekanntlich schamlos genug, Verhandlung. Schlüterstraße sicher rechtfertigen. die Fischer'sche Broschüre massenhaft ihren Arbeitern aufzudrängen, In einem gesperrten Lokal, nämlich in der Konkordia", Ein schwerer Vanunfall trug sich gestern Morgen auf dem trotzdem sie wußten, daß sie von A bis 3 erstunken und erlogen Andreasstraße, halten die Arbeiter der Firma Julius Pintsch eine war und trotzdem sie ferner wußten, daß der eine ihrer Verfasser, Jubiläumsfeierlichkeit ab. der" Post"-Redakteur und Sekretär der freikonservativen Partei, Find, der die Vorwürfe Bebels noch nicht entfräften konnte, und daß der andere, Korbmacher Fischer, ein wegen Meffer stechereien, Betruges, Widerstandes 2c. bestraftes Individuum ist. Die Winterausgabe von Storms Kursbuch fürs Reich" für Nord- und Süddeutschland, mit dem Hotelpreisanzeiger, ist soeben erschienen. Breis 50 Pf. Im Hörsaal der Urania, Taubenstr. 48/49, beginnt Herr Dr. G. Naß am Freitag einen Zyklus von zehn chemischen Vorträgen, dem sich eine Reihe interessanter Exkursionen in industrielle Etablissements anschließen werden. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, heißt es in der Bibel. An ihren Freunden und Helfershelfern sollt ihr sie erkennen, kann man von der Scharfmacherklique sagen, wenn man sieht, wie ihr das ärgste Lumpengesindel im Stampfe gegen die Arbeiterschaft Die Geschäftsstelle der Deutschen Plakat- Ausstellung in gerade gut genug ist. Bemerkt sei noch, daß beide Broschüren bei der Firma Hermann Walther in Berlin SW.( Friedrich Bechly), die damit gleich dem moralischen anrüchigen Verfasser" unzweifelhaft ein gutes Geschäft machen wird. " Berlin 1898 ist nach den Ausstellungsräumen, Leipzigerstraße 128 I, verlegt worden. Steubau des Offizierstafinos des Garde- Artillerie- Regiments in Spandau zu. Der Neubau, der bis zum zweiten Stock gediehen ist, befindet sich am Lindenufer an der Havel. Rings um den Bau ist ein zweistödiges Gerüst errichtet, welches sich auch durch den Bau felbst quer hindurchzieht. Gestern Morgen um 1/28 Uhr maren auf dem inneren Gerüft 4 Maurer und 3 Lehrlinge beschäftigt, während eine Anzahl Steinträger die Rüstung passirten. In diesem Augenblick brach entweder ein Negriegel oder eine Stange des Holzwertes und sämmtliche Personen, die auf der Rüstung standen, stürzten in die Tiefe. Glüdlicherweise blieb die Rüstung des ersten Stockes fest, so daß die Leute nur etwa 2 Meter tief stürzten. Sur etiva 5 Personen fielen über die Brüftung der ersten Etage hinweg in den Keller hinein. Sämmtliche Bauarbetter Die Werkstätten deutscher Künstler schilderte ein Vortrag, eilten sofort den verunglüdten Kollegen zu Hilfe und es gelang auch den Herr Redakteur Stahl gestern Abend in den Räumen der alten innerhalb weniger Minuten, die unter den Trümmern Bes Die Ausstellung des Gewerbesaales ist am Donnerstag Mittag Urania hielt. Unterstützt durch zahlreiche Lichtbilder von vorzüg- grabenen zu befreien. Es wurden als schwerverletzt der dem Publikum geöffnet worden. Sie unterscheidet sich nur wenig licher Wirkung, ionnte der Redner seinem Publikum ein plastisches Maurer Bruno Sarotti, ein Italiener, ferner der 42 jährige von der vorjährigen. Bei den Kunstschmiede- Zeichnungen überwiegt Bild interessanter Intimitäten vorführen. Nach den einleitenden Maurer Rüfter aus Spandau und der 38 jährige Maurer Bözow immer noch die Repetition der alten Stile, besonders der italienischen Worten, die sich namentlich mit der Technik klassischer Künstler, wie aus Spandau nach dem städtischen Krankenhause geschafft.) Renaissance. Ihre weichen Fonnen, die so wenig dem Material, dem Rubens, Rembrandt, Chodowiec beschäftigten, ging Herr Stahl zu Bözow, der eine Kopfverlegung erlitten hat, konnte nach Anlegung harten Eisen entsprechen, werden oft zur Vorlage benutzt. Das den Lebenden über und verweilte mit besonderem Behagen bei dem eines Verbandes wieder entlassen werden. Nüster hat schwere immere Fördern der Phantasie der Schüler durch Selbstbilden neuer Formen Gegensatz der beiden Malercharaktere Lenbach und beiden Malercharaktere Lenbach und Menzel. Verlegungen davongetragen, während bei Sarotti ein komplizirter aus gegebenen pflanzlichen oder thierischen Motiven wird sehr Die Werkstatt" des berühmten Münchener Borträtmalers ist Bruch des Unterschenfels fonstatirt wurde. Der 68jährige Maurer wenig geübt. Nur eine Stizze aus Kastanienblättern stellt ein Balast von unerreichter künstlerischer Pracht, sein Sieg, der von einer Höhe von etwa 5 Metern in den Keller gestürzt diese nothwendige Uebung dar. Die engherzige Nachahmung der Besizer gastfrei für jeden Besucher offen hält. Die Haupteigen- war und ebenfalls eine erhebliche Stopfverlegung erlitten hat, wurde Natur und der alten Stile, die schlecht zu den heutigen Riesenbauten thümlichkeit in der Technik dieses Malers besteht darin, kein Bild zu nach seiner Wohnung gebracht. Außerdem erlitten 4 Bersouen leichtere passen, ist in diesem Entwurf überwunden. Durch Kernschläge ist vollenden, das irgend einen, wenn auch ohne große Mühe auszu- Kontufionen resp. Hautabſchürfungen. die richtige Wucht, der Schwung erzielt. Die anderen Arbeiten merzenden Fehlstrich aufwiese. Aus dieser Gewohnheit heraus ist sehen aus wie Entwürfe zu Stud. Bei den Modellirungen sind der bekannte Betrugsprozeß gegen die Händler erklärlich, welche wegschon bedeutend mehr neue, interessante Seiten zu sehen. Das große geworfene Stizzen des Meisters vollenden ließen und diese Bilder Rellergitter ist voll Originalität: Aufstrebende Stäbe mit schwamm- bann als echte Lehnbach's" auf den Markt brachten. Im Gegensatz artigen Blumentöpfen getrönt. Der Thürklopfer aus einem orna- zu Lenbach hält Menzel sein schmuckloses Atelier jedem Fremden vermentalen Hund ist ebenfalls gute Arbeit. Unter den Zeichnungen schlossen. Ein Bild zeigt diesen Künstler, wie er seiner Gewohnheit der Mechaniter und Maschinenbauer sind, dem Bedürfniß entsprechend, nach mit beiden Händen an der Vignette arbeitet, die erst nach seinem viele elektrische Apparate. je Apparate. Außerordentlich exalt sind die feinen Zobe herauskommen und der Gesammtausgabe seiner Werte vorInstrumente mit der Feder gezogen und mit leichten Farbentönen gedruckt werden soll. Weiter gab Herr Stahl noch einen interabgesetzt. Nur scheint der Anfang, das Körperzeichnen, gar zu ernst effanten Einblick in das Schaffen der beiden Maler Liebermann und genommen zu werden. Derartig verzwidte Stellungen und Körper Bödlin. geheit über den Zweck des Unterrichts: Perspektive- Erkennen und Die Neue Freie Volksbühne bringt am Sonntag Nachmittag Swinemde. 767 NW 11 Haparanda 761 Linienführung, hinaus. Die Ausstellung ist unentgeltlich zu be- 1/23 Uhr im Ostend Carl- Weiß- Theater die Novität„ Die Hamburg 9Petersburg 755 OSO 1Rebel 11 Cort 762 SO 5 bedeckt fichtigen: Freitag und Sonnabend von 12-3 und 6-9, sowie am agrarkommission", Bauernkomödie von Kurt Aram, zur Auf- Wiesbaden 769 NO 2bedeckt 13 Aberdeen 770 SSO 2wolfig Sonntag von 12-5 Uhr. führung. Die Regie hat Herr Cort Hachmann( Oberregisseur vom München 1bedeckt 11 Paris 764 NO 2 Dunft Wenn die Arbeiterfrau außer dem Hause frohuden muß. Deutschen Theater). Die Hauptrollen sind besetzt durch die Herren Bien 766 Still Nebel 12 Durch einen Sturz aus dem Fenster ist gestern, Donnerstag, Vor- Rothenburg und Meinhardt vom Deutschen Theater, B. Forst vom Wetter- Prognose für Freitag, den 7. Oktober 1898. mittag die 4 Jahre alte Tochter Frieda der Arbeiter Wegener'schen Berliner Theater und O. de Nolte vom Hoftheater Sondershausen. Ziemlich trübe und nebelig bei mäßigen nördlichen Winden und wenig Eheleute aus der Putbuserstr. 18 lebensgefährlich verunglückt. Die Neue Mitglieder werden noch durch die Zahlstellen, sowie durch den veränderter Temperatur: feine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Eltern gingen morgens auf Arbeit und ließen das Kind in der im Kassirer Adolf Löhr, Ackerstr. 40, aufgenommen. 100 Mark Belohnung! 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Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein der Anwesenden mit ihren Familien. Für Unterhaltung wird gesorgt. D. D. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Sonntag, den 9. Oktober, vormittags 10% Uhr, im Lokale des Herrn Wernau, Schwedterstr. 23-24: General- Derlammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 3. Quartal 1898. 4. Abstimmung über den Antrag des Kollegen Krüger. 5. Vereinsangelegen heiten und Verschiedencs. Der Vorstand. 31/12 Verband der Sattler und Tapezirer. Sonnabend, den 8. Oktober, abends 9 1hr, im Englischen Garten, Alexanderstrasse No. 27e: 156/19 Tages Ordnung: 1. Vortrag des Zahntechnikers Genossen Karl Gedicke über: Die Zähne, ihre Krankheiten und Pflege. 2. Dis fuffion. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Versammlung. Mitglieder- Versamminng der Bau-, Erd- n. gewerblichen Hilfsarbeiter ( Zahlstelle V) Gruppe Nabitspanner und Träger, Sonntag, den 9. Oftober, vorm. 10% hr, im Lokale ,, Louisenhof", Buckowerstraße 9. 268/8 Tages Ordnung: 1. Regelung des Sammelwefens. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Der Vorstand. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Am Montag, den 10. Oktober cr., abends 8% Uhr, in den Oranienhallen". Oranienstraße Nr. 51: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Schriftsteller Knaak über: Die Bolksschule der Gegenwart und Zukunft". 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Sommer Fest. 4. Bericht der Agitationskommission und Neuwahl derselben. 5. Ver schiedenes. 142/20 Achtung! Die Versammlungen finden von jetzt an immer Montags statt, und bitten wir dies zu beachten! Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Achtung! Import. Export. Cigarren Engros. Versand. 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M., nachmittags 51/2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Thomas Kirchhofes in der Hermannstraße aus statt. V J. A.: R. Dittberner. Für die überaus große Theilnahme, welche uns anläßlich des Todes und der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres Vaters und Schwiegervaters August Keune I entgegengebracht wurde, sagen wir ber Freien Bereinigung der Bauanschläger Berlins und Umgegend sowie dem Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend innigen Dant. 14156 Die trauernden Hinterbliebenen. Kraufen- Unterstügungsund Begräbnißkasse der Lederzurichter Berlins ( E. H. Nr. 40). General Versammlung am Sonntag, den 16. Oftober 1898, vormittags 102 Uhr, Weinstraße 11 bei Feind. 14136 Tagesordnung: 1. Rechnungslegung für das 2. und 3. Quartal 1898. 2. Revisorenwahl. 3. Geschäftliche Mittheilungen. Der Vorstand. J. A.: G. Buffe. Jung. Goldschmied sucht einfach möbl. Bimmer. Náhe Spittelmarkt. Preis-, offerten unt. G. 6. an d. Erped. d. Bl. Möbel auf Theilzahl. Oranienstr. 131. 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