Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Havlitovo nár. 32. Lageste : 6796 Nachtreda n: 6797. Poftfchedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Enshaltungen Preisnachlaß 4. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowatischen Republit. Was ist das Gebot der Stunde? Regierung. Abgeordnetenhaus und Teuerung. Die agrarische Presse weiß auf die Klagen der Verbraucher über die zunehmende Steigerung der Preise nichts anderes zu erwidern, als, daß die Teuerung der Lebensmittel eine Folge der steigenden Weltmarktpreise sei, auf die weder den tschechoslowakischen Behörden, noch den heimischen Landwirten ein Einfluß zusteht. Die Preisentwicklung in der letzten Woche hat jedoch bewiesen, daß auch die hei mischen Agrarier und Spekulanten, Erzeuger und Händler nicht unschuldig sind an den steigenden Preisen, die eine immer schwerere Gefahr für die Lebenshaltung der Bevölkerung bilden. Während nämlich auf dem Weltmarkt die ansteigende Preiskurve vor einigen Tagen vorläufig einen Höhepunkt erreicht hat und die Preise abgebrödelt sind, steigen die Preise im Inland noch immer. An der New Yorker Börse notierte am 16. August Weizen 147.45, am 23. jedoch nur 138.25. Ebenso ist der Preis des amerikanischen Echweinefettes vom 19. bis 23. August von 15.02 auf 14.17 gefallen. An der Prager Börse dagegen klettern die Preise noch immer ständig hinauf. Am 8. August tostete Weizen in Prag 190 bis 205 Stronen, am 22. August 200 bis Korn, be Mittwoch, 27. August 1924. Der Kampf um die Dawes- Gelege: 3wmeidrittelmehrheit? Umfall der Deutschnationalen? Berlin, 26. August.( Eigenbericht.) In der henligen Sitzung des Reichstages wurde die zweite Beratung der Geseßentwürfe zur Durchführung des Sachverständigenplanes vorge nommen. Der Vertreter der Sozialdemokratie Genosse Keil wies der Rechten in scharf zugespißten Ausführungen nach, daß es nicht zu der heutigen Situation hätte Tommen brauchen, wenn man rechtzeitig eine ehrliche Erfüllungspolitik betrieben hätte. Während einer ausge zeichneten Rede unserer Genossin Toni Sender kam es zwischen ihr und den Kommuni sten, die sie niederzubrüllen versuchten, zu stürmischen Auseinandersetzungen. Es war ihnen offenbar sehr peinlich, daß Genossin Sender ausgrub, wie die Kommuni ften früher gegen die von den Sozialdemokraten geforderte Erfas fung der Sachwerte gearbeitet hatten und wie unsinnig die Hoffnungen auf die Hilfe Rußlands gegenüber den Kredit- und Wirtschaftsverhältnissen in Deutschland seien, Bei der Beratung des Eisenbahngesetzes wurden von der Genoffin Schuhmann sozialistische Forderungen für größeren Einfluß der Arbeitervertetungen der Reichsbahngesellschaft in eingebracht. Die Debatte zog sich übrigens stundenlang bis abends hin. Morgen soll die zweite Lesung über die Geseße zu Ende geführt werden. Die Abstimmung zur zweiten Lesung findet morgen abends statt. Der Donnerstag ist nach wie vor für die entscheidende Abstimmung nach der dritten Lesung vorgesehen. 218 Kronen. Etwas weniger gust 200 bis den Deutschnationalen und den Regierungsvarteisz ift der deutend dagegen die Gerste gestiegen. 99 Bezugs Bedingungen: B Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monaffich.... Kč 16.vierteljährlich halbjährig " 48.96.ganzjährig.... 192." Rüdstellung von Mannstripten erfolgt nur bei Einsendung der Refourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb, Nr. 202. Man tann auf die Dauer tein Bolt unterdrüden!" Herriot in der Sigung der französischen Kammer am 23. August 1924: Wir waren gewöhnt, aus Paris ganz an dere Rufe zu hören. Während des Krieges unterdrückte Clemenceau graujam jede Aeußerung, die nur einen leisen Wunsch nach Frieden enthielt, und ließ den einstigen Ministerpräsidenten Caillaux, der vor dem Kriege einer Verständigung mit Deutschland das Wort geredet und während des Völkermordens sich noch ein bißchen Vernunft und weltbürgerlichen Sinn bewahrt hatte, ein sperren. Zu Poincares Zeiten hörten wir nur Saß und Rachsucht, unbändigen Haß vor allem gegen alles Deutsche, was natürlich auch dies jeits der rot- weiß- blauen Grenzpfähle verständnis volle Zustimmung fand. Die Liebe zu Frankreich, die Nachahmung französischer Sitten und Ge bräuche waren in der Tschechoslowakei eine patriotische Tat, wenn ein Franzose in die Tschechoslowakei fam, er mußte nicht einmal in den Augen seiner Mitbürger ein bedeutender Mann sein, wurde er mit Ehren überhäuft, alles nur deswegen, weil man in dem Franzosen den Gleichgesinnten jah, der in Deutschland den Feind erblickte, genau so wie es die Pflicht jedes tschechoslowakischen Patrioten war, Deutschland spinnefeind zu sein. Auch heute wurden die Bemühungen fortgejeßt, zu einem Kompromisse mit den Deutschnationalen zu kommen. In den Rechtskreisen nimmt man schon als Wir fürchten, daß die jetzt nach der Lonsicher an, daß die 3weidrittelmehrheit zustande kommen wird. Nicht nur die doner Konferen; erst greifbar in Erscheinung tretenden Folgen der französischen Wahlen vom Deutschnationalen des beseßten Gebietes wollen sich für das Eisenbahngesez aussprechen, sondern 11. Mai die Franzosenfreundschaft der tschechi auch einige weft- und süddeutsche Abgeordnete dieser Partei. Einer der Hauptvermittler zwischen schen Nation etwas abfühlen werden. Die offiit der rechts gerichtete Zentrumsabgeordie ichechoslowake licht das militariſtiche, rechts gerichtete Zentrumsabgeord nete Stegeri alb, ber einmal Ministerpräsident in Preußen war und sicts für die Bildung des Bürgerblodes im Reiche eingetreten ist. Der Preis für seine Bemühungen soll in der Uebernahme des Reichskanzlerpostens bestehen. Die Deutsche Volkspartei int das ihrige, um den Deutschnationalen den Umfall zu erleichtern. Sie hat heute einen Antrag eingebracht, wornach in den Gesehentwürfen über die Londoner Konferenz ein neuer Paragraph eingefügt werden soll, daß die Regierung darauf hinwirke, daß die Gebiete, die über die im Vertrage von Versailles bezeichneten Grenzen hinaus besetzt worden sind, so rasch wie möglich, jedenfalls aber erheblich vor dem 15. August 1925, geräumt werden, und daß die Kölner Zone unter allen Umständen am 10. Jänner 1925 endgültig geräumt werde. Dieser Antrag hat, nuch wenn er angenommen werden sollte, gar feine Bedeutung. Er ist lediglich eine Resolu tion, die die Regierung zu gar nichts verpflichtet. Sollten die Deutschnationalen aber trotzdem nach diesem Rettungsseil für ihren Umfall greisen, so ergibt sich daraus mit aller Deutlichkeit, daß ihre bisherige Stellungnahme verlogene Demagogie war. Im übrigen wurde am späten Abend im Reichstag mitgeteilt, daß der deutschnotionale Abgeordnete Hergt dem Reichsaußenminister Stresemann mitgeteilt habe, daß die Deutsch nationalen gegen die Sachverständigengutachten stimmen würden. Aber nicht nur Getreide und Mehl, alle anderen Lebensbedarfsartikel steigen. So Fett, Kaffee und Reis. Beachtenswert sind auch die Vorgänge auf dem Zudermarkt. Es scheint, daß in der Tschechoslowakei, dem klassischen Lande der Zuckererzeugung, eine Zuckernot bevorsteht! Die Verpflichtung, die die Zuckerindustrie seinerzeit übernommen hat, den Inlandskonsum sicherzustellen, dürfte nur auf dem Papier bleiben. Den Zuckerbaronen, die im Auslande höhere Preise erzielen, fällt es nicht ein, den Zuder zu dem festgesetzten Inlandspreise zu verkaufen, obzwar dieser so hoch angejetzt ist, daß die reichen Zuckerfabrikanten genug verdienen. Es ist Sache der Behörden, dafür Sorge zu tragen, daß in dem Lande, in dem weite Gebiete mit Zuderrüben bedeckt find, feine Zudernot eintritt. Auch der Bemegung der Fleischpreise sollte die Regierung ihr Augenmerk zuwenden. Die Fleisch. preije werden solange unangemessen hoch sein, bis sich die Regierung entschließt, große Stühlanlagen zu bauen, damit die Konsumgenossenschaften in die Lage verjeßt werden, über Unter allen Umständen annehmen!" verschiedene Anregungen bezüglich Marottos, die ihm von einzelnen Regierungen gemacht worden seeisches Gefrierfleisch einzuführen, wodurch Berlin, 26. August. Aus dem besetzten Ge- feien, abgewiesen habe, und erklärt, daß die ipadie Preise des Fleisches sofort um drei bis vier biete laufen stündlich dringende Aufforderungen nische Aufgabe in Marotto einen„ erhabenen Kronen pro Kilogramm hinuntergehen würden. aller Wirtschaftskreise ein, das Londoner Abfom- Charafier" habe. Er zollt den spanischen Offizieren Das Entscheidende ist jedoch, men unter allen Umständen anzu volles Lob Dasselbe Blatt veröffentlicht gleich daß alle kompetenten Regie- nehmen. So hat der deutsche Beamtenbund de daneben eine Antwo: Unamunos, in welcher die rungsfaftoren dafür sorge tracheinisch- westfälischen Induſtriegebiete an jämtliche fer seine früheren Behauptungen aufrecht erhält. gen, daß in einer Zeit steigender politischen Faktoren in Berlin die Aufforderung Weltmarktpreise die inlän di- nach Annahme des Londoner Pattes gerichtet. Ferner hat der Rheinische Städtebund dringend ge= schen Preise nicht noch über die beten, den Londoner Abmachungen troß aller Weltmarktpreise hinaufflettern Bebenfen zuzuftimmen, damit der völligen und so der Bevölkerung direkt das Geld aus 3errüttung der Wirtschaft des besetzten Geder Tasche gestohlen wird. In dem in den bietes ein Ende gemacht werde. Aehnliche Aufcufe nächsten Tagen zusammentretenden Abgeord sind vom Reichsverband der Ausgewiesenen und netenhause müssen die sozialistischen Parteien von anderen Organisationen eingelaufen. mit Energie darauf dringen, daß die Regierung Die Zentrumsparici hat ihre Organisationen im ganzen Lande angewiesen, die Vorbereitungen für eine etwa notwendig werdende Neuwahl zum Reichstag sofort einzuleiten. Der Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei tritt Freitag zur Beratung der politischen Loge zusammen. die Einfuhr von Getreide und Mehl voll- Der erhabene Charakter der spanischen ständig freigibt, damit die Inlandspreise wenigMarotto- Maffaters." Micum liquidiert. Sonderbare Vorgänge. voinearitjen, von Seindschaft gegen Zeutschland erfüllte Frantreich, aber ein Frankreich, das sich bemüht, zu Deutschland in ein anehmbares Verhältnis zu kommen, das, statt Deutschland zu drohen, mit Deutschland Verträge abschließt, wird sich keine besondere Beliebtheit bei den Batentpatrioten hierzulande eriverben. Die Rollen werden wohl allmählich vertauscht werden. Nicht die regierenden Streise dieses Staates, wohl aber die unterdrückten Völker und Selaffen der Tschecho slowakei werden nun mit Sympathie nach Frankreich bliden, von wo ein Wind weht, der für die Herren Kramar und Dyf fein angenehmes Mailüfter sein wird. Der Herr Kramar hat affent Grund, tief betrübt zu sein, gleich dem Gerber, dem die Felle davongeschwommen sind. Er fann für seine panslavistischen Ideale in Rußland feine Gegenliebe finden und nun sagt ihm ein fran zösischer Ministerpräsident Worte von Völkerverföhnung, die der Führer des tschechischen Bürgertums, für den die Geschichte nichts anderes darstellt als nationale Stämpfe, wohl als„ romantisch" bezeichnen wird, die aber doch eine Taifache und für alle Unterdrückten eine Hoffnung find. Ueberall, wo eine imperialistische Herrenflasse ein Volf unterjocht hat, werden die Worte Serriots als Stichwort empfunden werden. Die Gewaltfriedensschlüsse von Paris haben eine Reihe von Völkern und Volksfeilen den siegreichen Nationen ausgeliefert. Aber man fann wie Berriot fagt fein Bolf auf die Dauer unter drücken. Ueberall regen sich die Völker, die unter der Herrschaft einer anderen Nation stehen. In Aegypten, in Indien gärt es, ja fogar die Neger Afrifas und Amerifos fordern ihre Freiheit. Ja, glaubt man denn, daß man im Herzen Europas ein geistig und wirtschaftlich hochstehendes Boll von drei Millionen einfach ignorieren fann? Glaubt man, daß die Entwicklung der Welt bet Düsseldorf, 26, August. Die französisch- bel- 0000COOOOS gische Micum arbeitet jetzt hier mit Hochdruck an ihren Auflösungsgeschäften, da man in Paris und Das Ende des Belgrader Zentralismus. nahme der Londoner Protokolle rechnet. Die letz- Belgrad, 26. August. Der MinisterBrüssel mit großer Bestimmtheit mit der Anten Erzeugnisse der Micum- Zechen stehen zum rat beschloß, die in Kroatien bisher noch stens den Weltmarktpreisen angeglichen wer- Paris, 26. August. Der„ Quotidien" ver- Verkauf, finden aber kein Angebot. Die Kritik bestehenden Gespanschaften aufzuhehen den. Ebenso dürfen es die tschechischen soziali- öffentlicht ein ihm zugegangenes persönliches deutscher und auch französischer Geschäftsleute an und die Statthalterei wiederherzustellen. stischen Parteien, welche die Macht dazu haben, Schreiben Primo de Riveras als Antwort im gegenwärtigen Augenblick auf keinen Fall auf die im gleichen Blatte erschienenen Ausfüh den Praktiken gewiffer Micum- Geschäfte wagt sich Eine diesbezügliche Verordnung wurde zur Einführung der Getreidezölle fom- rungen Unamunos über die maroffanische jetzt an den Tag und wird zweifellos manchen schon amtlich verlautbart. Die oppositiomen lassen. Das würde uns noch fehlen, zu Frage. Primo de Rivera dementiert, daß Spanien sonderbaren Vorgang bloßlegen. den steigenden Weltmarktpreisen Getreidezölle zu bekommen, die die Preise von Mehl und nellen Kreise bezeichnen diesen Regie: **** rungsbeschluß; als Verfassungsverletzung und als gefährliche Nachgiebigfcit Getreide um den Zoll erhöhen würden. Bei Weltmarkt als Stäufer auftreten wird, ist so- lgierung nicht verantworten könnte und gegen den gestiegenen Getreidepreisen verdienen die wieso wenig Hoffnung auf eine Preisjentung die sich ein Sturm erheben würde, der die gegenüber Radic. Die RegierungsBauern ohnehin genug und haben nicht die im Weltmaßstabe vorhanden. Die Erschweruing tschechischen Soalitionsparteien nicht gleichgültig freise erklären hingegen, daß die Wiederden Verfassungsbestimmungen Ausrede, daß sie nicht auf die Kosten der Pro- der Einfuhr ausländischer Lebensmittel in die lassen fönnte. Es fönnte dies eine Maßnahme herstellung der Provinzstatthalterei vollduftion fommen. Da nach Begebung der Re- Tschechoslowakei und, die Einführung von Gefein, welche das wadelude Stoalitionsgebäude kommen parationsanleihe auch Deutschland auf dem treidezöllen, wäre eine Maßregel, die die Ne-! vollends zum Einsturz bringt! entspreche. Seite 2 für sie. Die Vertreter der Staatsgewalt fühlen auch ſtrierung der nationalen Kampfparolen die Be schon, daß sie in dem neuen Europa der Ver- Hauptung ohne Kommentar berichten. Wir sind föhnung und Verständigung- siehe die Rede des überzeugt, daß wir auf diese Weise vielleicht einSenators Brabec in Bern- anders auftreten facher als durch jede Polemik erreichen, daß die müssen. Es sind vorläufig nur Worte, die denjenigen Arbeiter, die sich heute noch durch Knirsch jenigen, der weiß, daß Versprechungen der tsch- und Lodgman täuschen lassen, bald einsehen, wie chischen Regierungsmänner so billig sind wie viel Ernst hinter den irredentistischen wie hinter Brombeeren, nicht täuschen können. Aber wenn den aktivistischen Parolen der Hakenkreuzler steden. der Imperialismus der französischen Großmacht Eines aber müssen wir schon heute sagen. Sollte sich Schranken auferlegen muß, dann werden auch das Tempo des Konfurrerstampfes Knirsch die Bäunte des tschechischen Imperialismus nicht Lodgman sich so steigern, daß von jeder Seite in den Himmel wachsen. Die Zeit arbeitet jeden Tag eine Frontschwenfung erfolgt, so tönnte uns eines Tages der Vlaß man geln, getroul ch alles wiederzugeben, was die nationalen Führer einander vorzuwerfen haben. für alle Unterdrüdten! Inland. Chronische Front, chwenkungen. Beginn der Bar aments ession. 27. Aust 1924. Ausland. Bodenbach oder Eger haltmachen wird? Die Vor- Partei zu halten ist die heute eine Forderung auf stattgefundenen Sibung der finanziellen schuß des Abgeordnetenhauses ist für Donnerstag, herrschaft Frankreichs auf dem Kontinen, die ihr Banner schreibt, die sie gestern noch als Ber Fachpětka vorlagen. Mit Rücksicht darauf, daß den 28. August, 10 Uhr vormittags, zu einer Serabdrückung der Deutschen in Europa zum po rat an den Pranger gestellt hat. Die österreichi der Hauptstre't in der Scalition die landwirtschaft Sigung einberufen, um den Generalbericht des litischen Objet der imperialistischen Großstaaten, schen Großdeutschen buchen de Verschlung des lichen Zölle wegen der Teuerung gegenstandslos Abg. Dr. Winter über die Sozialversicherungsvors hat in den fünf Jahren nach dem Striege auch die Herrn Senirsch natürlich mit besonderem Vergnügeworden ist. fühlt sich die Koalition wieder etwas lage entgegenzunehmen. Abg. Winter hat die wirklichen politischen Straftverhältnisse in diesem gen. Sie rechtfertigen durch diese Lasterhaftigkeit lebensfreher". Sie hofft, die Neuregehung der Sommermonate, während derer die Arbeiten des Staate verzerrt und verschoben. Nun, da man be- des anderen Tells ihre eigene Sündenschuld in Bollfoeffizienten nunmehr in Ruhe und ohne Eile Ausschusses ruhten, dazu benützt, die Vorlage in gonnen hat, an die Stelle der Gewalt die Ver- der Genfer Angelegenheit. Da hnen die Haken besprechen zu können. Die Aussichten der neuen der vom Ausschuß angenommenen Jaffung den ständigung zu feyzen, da Frankreich auf dem euro- freugler in Oesterreich durch den Vorwurf die Baramentsfampaane werden deshalb von der Zentralämtern sowie allen in Betracht kommen päischen Festlande nicht mehr machen fann, was Teilnahme an der Seipe sanierung sei nationaler Stoalition als günstig bezeichnet. Getrübt wird den Korporationen zur Begutachtung und Erstat es will, müssen auch bei uns die politischen Ver- Verrat, einige Stimmen abgewinnen möchten die Einigkeit in der Koalition nur durch die Fortung von eventuellen Abänderungs- oder Verbessehältnisse in ein anderes Gleichgewicht kommen,( man kann sich vorstellen, welche Bedeutung eine derung der Nationaldemokraten und Seferifalen sungsvorschlägen zu übermitteln. Auf Grund der wird es sich auch bei uns zeigen, daß ein Stant, Partei hat, die von dem lebt, was eine zweite, die nach Reorganisierung des Bodenamtes. Diese ihm zugegangenen Aeußerungen wird Abg. Dr. derselbst wenn man Tschechen und Slowaten ihrerseits schon am Absterben ist, von ihrem beiden Parte en waren bei der Aufteilung des Winter in der Donnerstagsibung des sozialpolitials die eine unteilbare Staatennation betrachtet„ leberfluß" abgeben kann), freuen sie sich, jest Bodenamtes, die zur Zeit der Herrschaft der rot schen Ausschusses eine Reihe von Aenderun36 Prozent nichttschechischer Bevölkerung zählt, hren Getreuen zeigen zu können, daß auchy die grünen Stoalition stattfand, außerhalb der Mehr- gen einzelner Bestimmungen beantragen, die je nicht allein für das tschechische Volk da ſein, nationalsozialistische Volkstreue Schwindel ist. heit und fühlen sich deshalb in ihren staatsbilden doch zumeist nur stilistischer Art sein werden und nicht ein Monopol der gegenwärtigen Koalition uns obliegt die angenehme Aufgabe, diese Kom- den Rechten verkürzt. den Zweck verfolgen, die betreffenden Paragraphen sein kann, sondern daß die innere und auswärtige plimente, die die nationalen Herrschaften e'nander präziser zu fassen, um auf diese We te Unklavhei Politik des Staates der sozialen und nationalen machen zu registrieren und so ihre Politik ins Finanzminister Bečka im Spiegel der Koali- ten und Zweideutigkeiten bei der Handhabung des Zusammensetzung der Bevölkerung Rechnung rechte Licht zu stellen. Jetzt behauptet Serr tionskritik. Li dove Noviny" schreiben, daß Gesetzes nach Möglichkeit auszuschließen. Nach fragen muß. Je länger sich die tschechischen Ge- Knirsch, daß er in Aufſig le'neswegs das selbst die Ursache der gegenwärtigen Defl: tionserveri- Genehmigung dieser Texiforrekturen wird Abgewalthaber dagegen sträuben, desto schlimmer bestimmungsrecht verleugnet hat. Wir wollen ge- mente in der durchaus unwissenschaftlichen Leis ordneter Dr. Winter dem Ausschuß den für das freu unserem Vorsatz einer gewissenhaften Reaistung einiger finanzieller Refforts zu suchen sei. Plenum ausgearbeiteten ausführlichen General Der Minister müsse Herr der Situation ſein und motivenbericht unterbreiten, nach dessen Genehmi sein Ressort vollkommen beherrschen. Hiezu fagt gung die Vorlage an den Budgetausschuß Narodni Osvobozen i", daß die Tätigkeit weitergeleitet werden wird, der sich über die finanbes Ministers Beeta gleich Null ist. Rašin ziellen Auswirkungen der Vorlage zu äußern habe die Deflationspolitik wegen dürfen, da sein haben wird. Das Referat über de Sozialversiche eiserner Wille auch von wirtschaftlichen Störungen rungsvorlage in diesem Ausschuß wird Abg. Prof. und politischen Sivisen nicht abgeschreckt wurde. Srdinko erstatten. In politischen Kreiſen Beata hingegen habe im Vorjahr mit seinem nimmt man an, daß der Entwurf den BudgetansEingriff in den Produktionsprozeß durch Serab- schuß nur in einer, höchstens in zwei Sibungen, sezung des Stohlenpreises bewiesen, daß ihm dieses beschäftigen wird und daß mit einer Annahme Recht nicht zugesprochen werden könne. Denn der der Vorlage in ihrer vom sozialpoli Großhandelsinder sei durch diesen Eingriff in tischen Ausschuß festgesetzten Gestalt feiner Weise zurückgegangen. Auch die Reduzierung zu rechnen ist. des Budgets sei ohne Einfluß geblieben, da diese nur zur Stonstatierung der Tatsache geführt habe, daß aus dem Steuerzahler nicht mehr heraus u pressen sei. Um eine vollgültige Reduzierung des Budgets durchzuführen, müßte man an eine ReAus den Dokumenten Matteottis. Es steht nunmehr endgültig fest, daß das form der Staatsverwaltung schreiten, aber dafür Seit sich die Wege der Herren Knirsch und Parlament am 4. September zusammentritt. Auffet Bečka nicht der geeignete Mann. Daß die Ein italienischer Genosse teilt uns vodgman getrennt haben, befle zigen sich die der Tagesordnung der ersten Sigung des Ab- Serone ihren Kurs beibehalten habe, sei das Ver- aus dem von Matteotti zum Angriff gegen den beiden Parteien, die das Deutschtum in diesem geordnetenhauses stehen die Gewerbeordnung für dienst des Bantamtes und nicht Beckas. Es sei Fascismus gesammelten Material Folgendes mit: Lande gepachtet haben, einander an Nationalis- die Slowakei, mehrere Immunitätsfälle und die charakteristisch, daß man von Bečka nicht erfahre, Die fascistische Regierung hat sich die pos utus zu übertreffen und sich gegenseitig Verrat an Wahl des ständigen Ausschusses. Sofort in der was er in Zukunft plane, wie er zum Beispiel litische Macht mit Hilfe von Waffen und Ver der nationalen Idee vorzuwerfen. Und weil der ersten Sigung werden von der Regierung acht sich im Falle der Verwirklichung des Dawes gewaltigungen angeeignet. Sie rechtfertigte ihr Maulirredentismus schließlich eine natürliche finanzielle Vorlagen überreicht und deren beschleu- Planes verhalten würde. Verfahren mit der vorgeschüßten Notwendigkeit, Grenze hat, da auch den Berufsschimpfern des nigte Verhandlung beantragt werden. Darunter Šramek soll die Staatsbeamten abbauen. Die Autorität der Gesetze und des Staates wieder Durer Tag" und des Tetschner Weltblattes hie befinden sich das Kriegsanleihe gefeß und Rude Pravo" sagt, daß die Stoalition für die herzustellen, Wirtschaft und Finanzen zu reſtauund da der Atem ausgeht, so suchen sie gelegent- das Einlegerschußgesch. Die Sozial- undankbare Aufgabe des Abbaues von 30,000 rieren, fie vor dem Ruin zu retten. lich, mit positiven Leistungen zu prozen. Dann versicherung soll in einer der ersten Sibun Staatsbeamten Sramet bestimmt habe, in dessen Wie liegen die Dinge wirklich? Generell ist creignet es sich, daß eine der beiden Parteien einen gen zur Verhandlung gelangen, doch ist der Ter- Partei am wenigsten Staatsbeamte organisiert vorwegzunehmen, daß die früheren Regierungen fleinen Ausflug ins aftivistische Lager macht und min bis heute noch nicht festgesetzt. Vor dem Zu find. Die„ Lidove Listy", das Sprachrohr Sramets, sich schon mit Erfolg an der Sanierung versucht anstelle des Selbstbestimmungsrechtes lediglich fammentritt des Abgeordnetenhauses wird der bereiten auch schon auf die Notwendigkeit des an hatten. Die gesunden Kräfte des Landes regten eine Autonomie fordert. Am weitesten in dieser sozialpolitische Ausschuß am 28. Auguſt zusam- geblichen Staatsbeamtenabbaus vor. Sie sagen: sich und ließen Fortschritte im Wiederaufbau era Hinsicht ist Knirsch auf dem Aussiger völimentreten, um den Generalbericht des Bericht-" Wir haben eine Unmenge von Beamten und kennen. Der Fascismus hatte versprochen, die schen Tag gegangen, auf dem er volle Selbstver- erstatters Dr. Winter über die Sozialversicherung zahlen sie elend. 1913 hatte Desterreich 413.519 Sira auf 50 Goldcentesimis zu bringen, tatwaltung des Schulwesens. Teilnahme am Boden entgegenzunehmen, während der Budgetausschuß Staatsbeamte, unser- um so viel kleinere Republitsächlich steht sie heute niedriger als beim Amts amt und Anstellung deutscher Beamten für das voraussichtlich am 2. September die Sozialver hatte ihrer 1922 319.032. Wir sind überbureau- antritt Mussolinis, nämlich auf dem Stand in deutsche Gebiet als Biele des Kampfes feiner Var- ficherungsvorlage beraten wird. Nach den be- fratisiert und das rächt sich. Unsere Deflations- der Zeit der kommunistischen Revolte- 20 Cen um durch ihr österreichisches Organ, die„ Deutsche Frühjahrssession des Abgeordnetenhauses nur bis auch im Budget ihr Einfluß fühlbar wäre. Wenn liarden verringert, weiter nichts, als eine Folge tei bezeichnete. Die Nationalpartei benüßt das, ſtehenden Absichten dürfte die Resttagung der politik würde im Sande verlaufen, wenn nicht tesimis. In der ganzen Zeit hat die fascistische Regierung den Notenumlauf um nur 1.5 Wil Zeit", den Halenkreuzlern Berrat an der nationa- 20., spätestens bis 24. September dauern, worauf es also die Regierung zustande bringt, das Bud- der schon vorher angebahnten Sanierung. Die len Sache vorzuwerfen. Wie wir aus dem„ Tag" der Senat zur Erledigung der vom Abgeordneten get um drei Milliarden und 764 Millionen Kronen warenpreise stiegen immer mehr, in 1923 erfahren, zitiert sie auch den Sozialdemokrat", haus vorberatenen Vorlagen zusammentritt. Die zu entlasten, werde sie ein tüchtiges Stück Arbeit die Lebensmittel allein um 50 Prozent; die der angeblich über Knirschs Verzichtrede ganz Serbstfession beginnt Mitte Oktober. In der geleistet haben. Einige Parteien, die von der Lasten der Teuerung trugen die Arbeiter, wäh „ niedergeschlagen" war. In dieser Hinsicht fön- Bwischenzeit werden die Räumlichkeiten des Varla- Gunst der Staatsangestellten abhängen, unter- rend die Börse außerordentliche Gewinne machte, nen wir die Großzdeutschen und Herrn Knirsch be- ments dem anfangs Ottober stattfindenden Inter- nehmen aber alles, um bei der Lösung dieser die Werke zahlten hohe Dividenden, jedoch die ruhigen. Es iſt nus nicht das Herz gebrochen. nationalen sozialpolit fchen Kongreß zur Verfü- Frage das Odium auf andere abzuwälzen. Etwas Löhne sauten in 1923 in den Web-, Bau- und Wir haben ihn niemals so ernst genommen, daß gung gestellt werden. Es verlautet mit Bestimmt ähnliches wie unseren Beamtenabbau hat Dester- chemischen Industrien um fast 20 Prozent, in den wir von einer Frontschentung seinerseits eine heit, daß die Adaptierungsarbeiten im Abgeord reich, von Kommissär Zimmermann inspiriert, fleineren Industrien um zirka 30 Prozent. Die wesentliche Aenderung im Schicksal der deutschen netenhause so rechtzeitig fertiggestellt se'n werden, durchgeführt. Wir sind Gott sei dank unter feiner Berechnungen der fascistischen Regierung über die Arbeiterklasse dieses Landes erwarten könnten. daß eine ungehinderte Tagung des Varlaments im internationalen Kuvatel und daher werde man Arbeitslosigkeit stehen auch auf ganz schwachen Wir haben die Autonomieforderung von Aufsig Rudolfinum möglich sein wird. bei uns wohl eine andere Form der Lösung fin- Füßen, 1922 gab es 409.390 Arbeitslose, in den lediglich als ein Dokument der haltlosen Politik Die Arbeiten der politischen Betfa" find den müssen. ersten acht Monaten des Jahres 1923 allerdings der Nationalsozialisten festaehalten, um den Arbei schon so weit vorgeschritten, daß die Gefeßent Ueber die Sozialversicherungsvorlage schreibt nur 261.494. Ein Erfolg des Fascismus? Steitern zu zeigen, was von den Versprechungen einer würse finanziellen Charakters bereits der gestern die„ Prager Presse": Der sozialpolitische Aus- neswegs: denn man muß die hohe Zahl der Auseinen und so weiter, bis zur Anweisung auf beachtete dieses Klingeln nicht. Sie hatte im auf dem Boden gelegen. Es sind ja Holzsplitter Rothschild? Nein. Er enthielt überhaupt feine zweiten Stod zu tun. Aber als ein rasendes drin-" Anweisung. Läuten einsetzte und überhaupt nicht aufhören zu Räumen Sie auf und machen Sie feine Er war voll blinkender Dinger, zu deren wollen schien, verfügte sie sich langsam zu dem dummen Bemerkungen!" Identifizierung Gerdt Lyman feine fünf Sefun- einsamen Zimmer im dritten Stock, flopfte an den brauchte. Er war voll von Zwanzigmark- und öffnete die Tür. stüden in Gold. Und soweit Gerdt Lymans stepfische, aber weit aufgerissene Augen bei einem hastigen Ueberblick sehen fonnten, zum mindesten hundert Stück. 9 Der ibirische Expreß. Roman von Frank Heller. Copyrigt by G. Müller, München. Zum erstenmal an diesem Abend konnte ,, Will der Herr aufgeräumt haben?" Gerdt Lyman ehrlich antworten, ohne zu lügen. Ja, und zwar rasch!" ,, Geht der Herr nicht aus?" ,, Nein, sie kommt nicht mit der Post, das fann ich Ihnen versichern. Man muß sie holen. „ Nein! Ich will im Zimmer arbeiten." Zweitausend Mark in Gold! Eine halbe MilAber wenn Sie glauben, daß ich unterdessen bei lion in Papier. Wo hatte der Jrrsinnige das her? dem altertümlichen Kleiderschrank, der eine ganze Der Gast stand in Hemdärmeln drüben bei Ihnen zu schmaroßen gedenke! nein! Um mich war ein verkleideter Engel um Fenster des ar- Ecke des Zimmers ausfüllte. Er war sichtlich ein bißchen rühren zu tönnen, habe ich das her men Gerdt Lyman hereingestiegen? mitgenommen. als ich vom Nordpol herkam." Der Narr sah seinen unfreiwilligen Gastgemüssen. Das Stubenmädchen kannte diesen Typ erregt, weil er eine Viertelstunde hatte warten Sein Gesicht leuchtete vor Verschmigtheit, er ber ens freundlichen blauen Augen an. von Gästen. Sie holte brummend ihren Eimer steckte die Hand in einen Schlitz des Trikots und„ Nun, mein Freund, das ist doch weiter begann unterhalb herumzutasten, icht viel an- nichts! Warten Sie, bis wir die Million geholt und ihren Kehrbesen. Der Gast stoppte sie mit ders als jene armen Kollegen im Wahnsinn die baben! Aber wissen Sie, was wir morgen tun man vor hundert Jahren durch eine Impfung werden?" Der schmerzhaften Hautkrankheit zu kurieren ,, Nein." suchte. Gerdt Pyman stöhnte dumpf. Was war Morgen werden wir essen- essen- Beefdas für eine Millionenanweisung an Rothschild, steaks en masse. Sie ahnen nicht, was ich für auf Zeitungspapier eder Aergeres geschr eben die einen Appeti: habe." nun ans Licht sollte, um hm aufgedrängt zu wer den? War das die Strafe der Strindberai- hen Mächte für alle faulen Papiere die er selbst in den Banken präsentiert hatte? Die Hand fand, was sie suchte. Sie wurde mit dramat scher LongFünftes Kapitel. einem irritierten: Das Stubenmädchen bettete unter erstiden Ver wünschungen auf, leerte das schmutzige Wasser aus und schickte sich an zu gehen. Die ganze Zeit stand der Gast regungslos beim Kleiderschrank. Blößlich erblickte das Stubenmädchen einen Anzug, der über einer Stuhllehne hing. Sie nahm ihn und näherte sich dem Seleiderschrank. Der Gast geriet sichtlich außer sich. ,, Was machen sie denn mit meinem Anzug?" " Ich wollte ihn nur in den Kleiderschrank hängen", knurrte das Stubenmächen. Erst jetzt bemerkte sie eine Sache: Der Gast stand, mit der einen Hand im Schrank drinnen. Warum um Himmelswillen, stand er mit der Hand im Schrank? Er stand nicht so da, als wenn er Ist nicht nötig!" etwas aus dem Schrank nehmen wollte, er stand Was ist nicht nötig?" Auszukehren! Leeren Sie das schmußige da, die Hand in den Schrank gestreckt, als drückte Wasser aus und machen Sie die Betten, dann ist er jemanden die Hand.„ Soll ich ihn nicht hineines gut!" hängen?" Nein!" rief der Gast und wies mit der Das Stubenmädchen verschluckte einen Fluch, denn eigentümlicherweise war sie ordentlich, ob- anderen Hand auf die Tür. Das war eine Geste, gleich sie Hotelstubenmädchen war. Sie machte die unmöglich mißzuverstehen war. Das Stuben sich an das Bett. Das Bettzeug lag in einer mädchen ging langsam hinaus, indem sie sich nach allen Seiten umsah und Worte murmelte, so eigentümlichen Unordnung. Sie nahm Decke und häßlich, daß ein alter Papagei sie darum hätte samkeit wieder aus dem Trifot gezogen und zeigte Das Stubenmädchen im Hotel Krakau war feintuch weg und rief erstaunt aus: beneiden können. Der Gast dort drinnen schien sich, aber nicht mit einem Papierfeben, sondern im Laufe der Jahre abgebrüht; sie setzte feine Hat der Herr am Boden geschlafen?" noch nicht über seine schlechte Laune hinausgekom mit einem schwarzen Stofffädchen. Der Bärtige großen Hoffnungen auf den ritten Stock, wenn es immer fam seine Stimme drüben vom Kleidermen zu sein; er murmelte in sich hinein und legte das Stofffäckchen in die andere Sand fab es stolz an und hielt es triumphierend seinem Wirt Herren mit nur einem Handkoffer und ohne Über- ähnen. um Trinkgelder handelte. Und von einem schrank her. Jetzt schmetterte ein schrilles Signal roddenn Gerdt Lyman reiste spartanisch Hat der Herr auf dem Boden geschlafen", ein einziges Mal das galt dem Kellner. ,, Bitte schr!" fagte er herablassend. D 3 ohne Haaröl im Saare erwartete sie am wiederholte da Stubenmädchen verblüffi. Der Stellner tam langsam die Treppe herauf. habe ich mitgenommen, um in der ersten Zeit bafchungen in dieser Hinsicht. Nein!" rief der Gast.„ Warum sollte ich Auch er hatte manches vom Leben gelernt. Und niemanden genieren zu müssen. Bitte recht sehr. Die wurden ihr auch nicht. Aber dafür andere auf dem Boden schlafen, wenn ich für ein Bett be- das Hotel Krakau hatte diefe bitteren Lehren nicht sehen Sie!" Ueberraschungen. zahlt habe? Und was zum Teufel würde es sie an- forrigiert. Er sah die horchende Atritüde des Gerd Lyman beeilte sich den Sack zu öff- Am Morgen nach der Ankunft des Gastes gehen, wenn ich auf dem Boden geschlafen hätte?" Stubenmädchens. nen. Enthielt er einen neuen Sad und wieder flingelte es in aller Frühe. Das Stubenmädchen ( Fortsetzung folgt.) entgegen. Der geheimnisvolle Hotelgast. I. schrant stand, murmelte etwas zwischen den Der Gast, der die ganze Zeit drüben beim Aber die Matraße sicht so aus, als hätte sic 27. August 1924. Seite 3. wanderer berücksichtigen, so daß die Zahl der ders geformter Art in Erscheinung zu treten. Diese Arbeitslosen sich auf über eine halbe million er zweite stategorie von Bahnpolizei ist der Letzte Nachrichten: fascisti Boincaré spricht.. Patenter Reichtum Deutschland ,, Minister Blum". Für die Ruhrbeschung. standen, daß eine militärische Besetzung nach der wirtschaftlichen Räumung möglich sei. Die Beibehaltung einer beschränkten Besetzung, sagt Poincaré, wäre eine Nom- endigkeit. Wenn die Dawesobligationen nicht untergebracht werden, so stürzt das ganze Gerüst der Experten zu von der demokratischen Linken nung lautet: am ,, Der Senat billigt die Erklärung der Regierung, drückt ihr das Vertrauen aus für den weiteren Erfolg des Londoner Abkom mens, auf daß sie die für Frankreichs Sichers heit und für eine zufriedenstellende Lösung der Frage der interalliierten Schulden notwendi gen Garantien erhält und geht zur Tagesordnung über." Herriot höht, d. h. größer ist als im Jahre der schlimm schen Nationalmiliz angegliedert. Sie hat die be ften Arbeitslosigkeit( 1921: 445.000). Der Rüde fondere Aufgabe, unter dem Bahnpersonai Stampfgang der Zahl der Streits ist ebenfalls kein Be- acte ungen für die fascistische Ausdehnung und leg für den Aufschwung der fascistischen Wirt Propaganda zu provozieren, eventuell zu denun schaft, sondern beweist nur, wie rücksichtslos die zieren, die nicht der fascistischen Sache angehöRegierung Mussolinis gegen die Arbeiter vor ren und genchm sind. Wian befist feine genauen ging. Im Staatshaushalte zeigen sich ebenfalls 3iffernt über die Stärke der Bahnpolizei, bedentfiche Strebsschäden. Wo Besserungen zu be- spricht aber davon, daß sie 10.000 bis 15.000 merken sind, gehen sie nicht auf das Konto der Mann starf und in 12 Legionen eingeteilt sei. Wer die Debatte über die Londoner Abkommen auf. Paris, 26. Auguft. Der Senat nahm heute fammen. Fascisten, sondern diese ernteten vielmehr die sie bezahlt und wie hoch die Bezige ihrer Leute Bemühungen der früheren Regierungen. Und wo find, bleibt zunächst ein Rätsel. Der auf par Aufmerksamkeit das Wort. Er warnt vor einer der Ruhr steht? Deutschland wird uns ohne Dann heiße es wieder Pfänder zu ergrei Poincaré ergreift unter gespannter fent. Aber wenn kein einziger Soldat mehr in die fascistische Regierung bemerkenswerte Ersparlamentarischem Wege befragte Minister hüllte sich mystischen Auffassung des Frie- Blutvergießen nicht wieder einrücken lassen und nisse zuerst gemacht hatte( Saushalt der öffent hierüber noch in Schweigen. Ein jeder aber möge dens. Alle Franzosen wünschen, daß ein neuer das wollen wir doch vermeiden. lichen Arbeiten, Landwirtschaft, Industrie), wurde sich selbst die Auswirkungen und Schnüffeleien diese Wohltat wieder ausgeglichen durch Erlasse, einer so zahlreichen Polizei vorstellen, in den Dienst nur in bezug auf die Mittel und Wege. Er an Schluffe der Sitzung einzubringende Tagesord Strieg vermieden werde. Unterschiede bestehen Die die außerordentliche Kredite verlangten. Den Den einer staatlichen Verwaltung eingestellt, die, wie Fehlbetrag für 1923 gab die fascistische Re- mit Vaufen und Trompeten verfündet, nur induerfennt den Mut und die große Arbeit des Migierung auf 1.186 Millionen Lire an, tatsächlich strielle Ziele zu verfolgen und zu erfüllen hat. nisterpräsidenten. Der Einmarsch der Franzosen betrug er aber 2.616. Vor dem Regierungsantritt in die Ruhr habe Deutschland nachgiebiger geschrieb der Fascismus den Kampf gegen die macht. Poincaré erwähnte u. a., daß in den Steuern auf sein Programm, er hat diese Verersten Monaten dieses Jahres die Ruhr für die sprechungen zwar gehalten, soweit es sich um die Die internationale Abrüstung. Zu der fran Zahlung an die Alliierten 1,267.000 Frant Besteuerung des Kapitals handelte, und das, ob zösischen Antwort bezüglich eines Paftes der ge- ergeben habe. Daraus lasse sich auf den lawohl das Zentralkomitee der Partei im Juli 1920 senseitigen Hilfele ſtung, welche in einem Schrei- tenten Reichtum Deutschlands in seinem Steuerprogramm eine rücksichtslose Be- ben Herriots an den Generalsekretär des Völker schließen. Poincaré fuhr fort, daß der Dawes steuerung des Reichtums gefordert hatte( Sonder- bundes enthalten ist, schreibt der Matin" u. a.: plan unbedingt als vorteilhafter zu bezeichnen besteuerung des Kapitals, scharfe Erbschaftssteuer, Es werde deutlich bekanntgegeben, welche Stel jei als der Bonar Laws, welchen der wort Einziehung aller Güter der geistlichen Kongre- lung Frankreich in jeder fünftigen Abrüstungsführen de Minister des gegenwär gationen, Abschaffung der Bischofspfründe, Be- fonferenz einnehmen müsse. Frankreich fann in igen Rabinetts Herr Blum für besser führte u. a. aus, daß Poincaré eine wirksame Lö schlagnahme der Striegsgewinne). Aber einmal an teine Einschränkung seiner Land- erachtet habe.( Diese Bemerkung Poincarés fung der Reparationsfrage stets abgelehnt habe. der Regierung, benahm sich der Fascismus den streitkräfte einwilligen, ohne auch die gibt Herriot zu einem Proteste Anlaß), Wenn man in London nicht übereingekommen vermögenden Leuten gegenüber immer liebens- Frage der Rüstungen zur See und in der Luft Poincaré widerruft den Titel, den er Leon Blum wäre, so hätte man den deutschen industriellen Unwürdiger, an eine Durchführung jenes Pro- sowie jener der französischen Sicherheitsgarantie gegeben hat. Er verurteilt sodann das Schieds- ternehmungen neue Zugeständnisse gemacht oder gramms dachte man nicht mehr; dafür lasteten die aufzuwerfen. Zu ähnlichen Schlüffen gelangt das gerichtsverfahren, das praktisch jede Feststellung die Ruhr noch enger schließen müssen. Zur Abstarken Verbrauchssteuern um so mehr Journal", welches bemerkt, daß Frankreich eine einer Berfehlung unmöglich macht. Auch in be- rüstungs- und zur Kontrollfrage bemerkte Herriot, auf den nichtbesitzenden Klassen. Wiederholung der Streites von Wash ngton verzug auf die Naturallieferungen sei der Versailler daß man zunächst die bisherige Wiethode anven In der Beamtenmißwirtschaft erblickt man citeln werde. Berriot habe die Position Frank- Vertrag durch den Dawesplan nicht verwirk den müsse. Die Regierung werde die national ſti gleichfalls eine Frreführung seitens der fascisti reichs für die bevorstehende große Debatte in licht worden. Poincaré ist von den Abänderun sche Bewegung in Deutschland nicht aus dem Auge schen Gesetzgeber. Um ganze fünf Prozent ist der klarer Weise definieren wollen; er habe sogar an gen in der Frage der Nebertragungen enttäuscht. laffen. Es bleiben noch ernste Probleme zu lösen. Beamtenförper abgebaut worden, die Ausgaben gedeutet, daß Frankreich gene gt ist, die Leitung Das hier vorgesehene Schiedsverfahren könne Es ist dem hohen Haus anheimgestellt, sich für eine für ihn aber find gestiegen. In den von Musso- einer Bewegung zur Erleichterung der militäri- nur Deutschland zugute kommen. isolierte Aktion oder für eine Politik der interlini geleiteten Ministerien ist überdies die Zahl schen Lasten selbst zu übernehmen, wenn die Nach einer kurzen Pause kommt um 6 Uhr nationalen Zusammenarbeit zu entscheiden. der Beamten noch gestiegen, im Ministerium des Rüstungseinschränkungen mit realen Sicherheits Poincaré auf die Frage der Ruhrräu- Weiner Ueberzeugung nach habe ich ein unum Innern von 6891 auf 8145, im Außenministe garantien verbunden werden. Im„ Echo de Pamung zu sprechen. Er bezeichnet sie als die gänglich notwendiges Werk begonnen, nämlich die rium von 384 auf 489. Auch auf dem wichtigen ris" schreibt Pertinax, daß die Antwort Herriots unangenehmste Frage der Londoner Einheit unter den Alliierten wiederherzustellen. Gebiete der Staatsbahnen findet man mehr Worte den Beginn einer lebhaften diplomatischen Kon Konferenz. Herriot, sagte Poincaré, hat am Nachdem der Schluß der Debatte mit als Taten, bzw. Ausführung von Versprechun- troverse bedeutet, welche in Genf zu erwarten fei. 12. Juli erklärt, diese Frage wird in London 262 gegen 13 Stimmen beschlossen worden war, Eine Anklageschrift des Kommissars der Auf der einen Seite werde Frankreich die unerläß nicht berührt werden. Redner polemisierte so wurde Staatsbahnen vom August 1923 wirft dem Pu- lichen Verteidigungselemente aufrecht zu erhalten dann ausführlich gegen das Schreiben Mac- die Tagesordnung, mit welcher der Regierung blikum vor, daß es vielfach ohne Fahrkarten fahre, trachten, nämlich die Abkommen, welche die durch Donalds vom 24. Juli, das, wie Herriot erklärt das Vertrauen bezüglich der Londoner Abauch keine Bahuſteigfarten löse; demgegenüber den Pangermanismus bedrohten Völker verbin habe, ihn umgestimmt und zum Nachgeben ver- machungen ausgesprochen wird, mit 204 gegen muß aber festgehalten werden, daß die Geschwaden, auf der anderen Seite werden jene Staaten anlaßt habe. Selbst Stresemann habe zuge= 40 Stimmen angenommen. der der fascistischen Vereinigungen in weitem stehen, welche sich durch diese Abkomment in ihrer Ausmaß gezeigt haben, wie man fostenfrei auf diplomatischen. Aftion beeinträchtigt fühlen. Das den italienischen Bahnen fährt. Dieser Unfug Deuvre" schreibt, die Antwort Herriots bereite nahm derartige Ausdehnungen an, daß die Re- ben Weg für eine neue Plattform vor, welche mission der Verbündeten in Bulgarien, Magyarien gierung sich gezwungen sah, endlich dagegen ener- Frankreich bald vorlegen wird. und Desterreich besprochen werden. Die Kleine gisch zu protestieren. Der sogenannte Abbau der Entente wird einen entsprechenden Beschluß fassen, Eisenbahner stellte sich als nichts anderes dar, Die Konferenz der Kleinen Entente. Der zufolge welchem dieser Entvarf als für die Sicher ols eine politische Verfolgung von Nichtfascisten, serbische Außenm nister Dr. Marinkovič und belt ihrer Staaten schädlich, abgelehnt werden soll. Rework 100 Ac allerbeste Elemente unter den Bahnangestellten Außenminister Dr. Beneš treffen sich in Cilli, von Die jugoslawische Regierung teilte dem Völker- i famen auf diese Weise um ihr Brot- ohne Ent- avo beide Minister im Automobil die Reise nach bund zur Frage des allgemeinen Abrüstungsschädigung. Laibach fortseven. Mittwoch findet eine Son antrages mit, daß ein solcher Antrag Garantien Das merkwürdigste Verfahren der fascistischen ferenz zwischen Dr. Beneš und Dr. Marinković der unbedingten Sicherheit enthalten müsse. Vor Regierung aber zeigte sich im Eisenbahnwesen als statt. Der rumänische Außenminister Duca trifft jeglicher Abrüstung müsse das Problem der praf man auf der einen Seite angeblich überschüssige amt 28. d. M. vormittags in Laibach ein, worauf ischen und unmittelbaren Hilfeleistung dargelegt Beamtenfräfte entließ und dafür eine Eisen die Konferenz zwischen den Vertretern der Klenen werden. Da dies im vorgelegten Entwurfe nicht Beamtenträfte entlich und dafür eine„ Eiſen d bahnmili" einstellte. Man wird sich ver Entente stattfindet. Am Abend erfolgt die Reise deutlich ausgesprochen sei, erklärte die jugosla gebens in der gesamten zivilifierten Welt nach nach Genf. Sufolge Berichten aus gut unterrich vische Regierung. sich dem Abrictwas Aehnl chem umsehen. Diese erste Bahn- teter Quelle soll während der Konferenz der Verstungsantrage nicht anschließen zut polizei scheint hre Aufgabe aber so gründlich miß- treter der Kleinen Entente der vom Sonderausfönnen. verstanden zu haben, daß die Regierung sie wieder schuß des Völkerbundes ausgearbeitete Entwurf aufhob, um bald darauf aber mit einer Miliz an- über die Aufhebung der ständigen KontrollfomDie kommunistische„ Kampfwoche" und ihr Ende. Bei der kommunistischen Demonstration in Evaljava wurden drei Arbeiter erschossen. Daraufhin veran stalteten die Kommunisten eine„ Kampfwoche". 000000 INDUSTRIEPALAST LINKER FLÜGEL :: ☑ Am Ende dieser Kampfwoche" gab es im Prager Ausstellungsgebäude ein kommunistisches Volksfest, wobei sich die Revolutionäre in einem Flügel des Ausstellungspalais, nach dem Bericht des„ Rudé Právo", bei der Musik der kommunistischen Turner dem Tanze hingaben". • Devisenturse. Die tschechische Krone notiert in: ien 100 1 .. Dollar 3.00'00 • Schweiz. Frant 16.02'00 Mart 1261.00,000.000'00 österr. Kronen 2.138.00 Prager Kurse am 26. August. Geld Ware 100 holl. Gulden... 1318.50.00 1324.50'00 1 Billion Markt. 100 belg. Franks. 100 schweiz. Frant 1 Pfund Sterling 100 ire. 1 Dollar. 8.00'87 8.20.87 170.25: 00 171.75: 00 637.50.00 640.50'00 152.3000 158.70'00 150.75.00 152.25.00 33.95.00 34.25.00 100 franz. Frants 184.5000 185.00.00 100 Dinar 42.30.00 42.80.00 10.000 magyar. Seronen 100 poln. 3loty. 4.18: 50 4.68: 50 650.50'00 656.50'00 10.000 österr. Stronen 4.71.75 4.91.75 Knabensterblichkeit und Frauenüberschuß. In den verschiedenen Ländern Europas lebten, nicht erst nach dem Krieg, sondern auch schon vorher, mehr Frauen als Männer. Dieser Frauenüberschuß steht im Widerspruch zu den Geburtenzahlen. In Europa fominen nämlich schon seit vielen Jahren ziemlich regelmäßig auf hundert Geburten von Mädchen 106 Senaben. Der Senabenüberschuß wird aber schon in den ersten Lebensjahren ausgeglichen durch eine höhere Sterblichkeit. Nur zwischen dem 5. und 20. Jahre und zwischen 30 und 35 Jahren ist die Stevbl ch feit beim weiblichen Geschlecht höher. Die größere Sterblichkeit der Frauen in diesen Lebensepochen ist offenbar geschlechtsbedingt. Entwicklungsjahre und Mutterschaft beanspruchen die weiblichen Storperfräfte in besonderem Maße. In allen anderen Lebensaltern überwiegt bei weitem die Sterblichfeit beim männlichen Geschlecht. Besonders nach; dem 45. Jahr tritt eine verhängnisvolle Wendung zu ugunsten des männlichen Geschlechtes ein. Der Frauenüberschuß bestand nach der Alters gliederung, die für die Zeit vor dem Krieg vor liegt, fast ausschließlich aus Witiven. Die höhere Sterblichkeit der Männer wird von den Medizi nern zum Teil auf den häufige ren Alkoholgenuß zurückgeführt, der zwar nicht direkt zum Tode führt, die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen Strankheiten aber doch wesentlich herabsetzt. Die stärfere Beanspruchung des weiblichen Störpers durch die Mutterschaft wird auf diese Weise bei weitem ausgeglichen, trotzdem bei den Frauen auch noch im allgemeinen eine erhöhte Disposition zu Blut- und Gelenkserfrankungen und zu Störungen innerer Drüsen besteht. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß die Zurückführung der Zunahme der Erwerbsarbeit der Frauen und jungen Mäd chen auf den Frauenüberschuß in der Zeit vor dem Kriege der tatsächlichen Grundlage entbehrte. Diese Entwicklung hat sich unabhängig von dent Frauenüberschuß vollzogen. «w*«. UWBU«I?,B«r>UBBBBWBBI»WBUkISINIZWUNU»r!B Slneftcllung Aussig M);M. Genossen und Genossinnen! Llrdcitcr, Arbeiterinnen und Angestellte aller Berufe! Am 8. September wird dir Jlujfiflcc Ausstellung»nd dcnrit r.iirii die proletarische Sonderauc-stelluiig in?„Hous der?•: geschlossen. Nützet bis dahin noch die wenigen Tag?, uin Euch Euere'AussteNiing gründlich an- zusehen, damit Euch dauernd im Gedächtnis bleibt, was ans der ft-iiüc des mit vieler Mühe und Aufopferung ziisammengetrage- »cn»nd bearbeiteten Materielles zu lernen ist auch für denjenigen, der selbst schon viele Jahre i» der Organisation steht. Leben. Leid, Kamps und Ausstieg der klassenbewußten Arbeiter- und Angestellten- schast führt Euch diese von allen dcutschprolc- tari'chen Organisationen der Tschcchoslowa- tischen Republik unter großen finanziellen Opfern veranstaltete Sonderausstellung in künstlerischen Werken, Bildtafeln, Photos, geschichtlichen Briese» und Dokiimenten»slv. anschaulich vor und kein Arbeiter oder Ange« stclllcr, ob inännlick, weiblich oder fugend« lich, sollte sich den Vorwurf niachcn müssen, sie nicht besucht z» haben, lvcnn cd ihm seine Verhältnisse nur einigermaßen ermöglichten. qbbbbbbi-lEIIlRtlBBBBSBSBURKnBtSBBDBBB TagrS-MlitglMen. Ein vergebener Doichltotz oder warum Deutschland den Krieg verlor. Ein Blättern in allen Zeitungsausschnitten "mt uns blitzartig i>ic Erkeniiliiis gebracht, warum Deutschland den Krieg verloren hat. Wir stehen ■ cht an, der Welt unsere epochale inhaltssctstvere Entdeckung milpuri.cn und so der hakenkrenzleri- >chen Behauptung vom„Dolchstoß von hin- . e n" Beweiskraft zu verleihen. Daß den Haleulreuzlern die Entdeckung cnt-- ging, ist verwnndcrl ch, denn daß„A> l j u da" an Klein schuld iil, ahnen sie instinktiv und ihre Bor- -änger, die Antisemiten, waren cs, die schon vor ! enan Jahren wußten, daß Teutschland den Krieg unbedingt verloren muß. Fin Mai 18Ü2 rslbien in Dreedcn eine Broschüre, die den anii 'emilischen Reichstagsabgeordneten Rektor a. D. 'ermann Ahlwar dl(Berlin) zum Berfass.r alte, in welcher behauptet wurde, eine Gewehr •chr'f liefere schlechte, nnta»gliche Geivchre für eic Armee>»i Auftrage der„A l l ia» ce i sra e- . i t c universell c", damit das Deutsche Reich n Falle eines Krieges geschlagen werde. Auf den Trümmern des Deutschen Reiches werde dann die .'Usance israelilc universelle" die von ihr erstrebte eidisch.- Wclihcrrschaft aufbauen lönnen. Bei der über Antrag der deutschen Militär- Zle Lsttdouer Straße. Ben Ri a r i a» iic Poll a f. Tos Vcrkeh'oivnnbcr. D.'r Fremde, der im Bahnhof ankommt, wird von dein Getriebe, das sich vor ihm auflnt, lvie .an einem Wirbelwind erfaßt. Endlose Reihen liucs, grellrote Autobusse, Lokomobile, Hupen- -gnalc, Zeiinngeausrnstr»ich großen Plakaten i.d dazwischen eine Flut von ebtenscheu, die sich urch das Geiviih! der Wagen drängt. Es ist ein Bild von talcidoikoparlig bÄvcgter Buntheit, in as Sinn und Ordnung zu bringen eine gute Weile erfordern. Ein Wachmann in lr-esbianer Uniform mit .lauem Tnchh.'lin steht an der nächsten Straßen- eeke, mitten im Trubel des um ihn brandenden 'erkchrs und hebt die Hand. Schon steht das tuto vor ihm»nd de Bahn wird frei. Neues wi-emiien. Fn den wenigen Sekunde», die der :l)üchtcvuc Fremde zum lieberguereu der Straße -raucht, steht ne-ben ihm, wie ans der Erde ge- stchirpft, ein riesiger Wagenparl, so eng ineinander •erteilt, daß es dem Fremde» uiiiuöglich vor- eeninit, daß der Knäuel je wieder zu lösen sei, ohne daß ein Unglück geschieht. Wieder hebt der Wachmann die Hand. Und schon entivirrc» "ch erstaunlich rasch und ruhig die hundert Wagen, reit denen der verblüffte Zuschauer eben»och ge- meint hat, sie müßten im nächsten Augenblick durch naiiderpnrzeln wie in der Zp.ielzengschrchtel -Ines unordentlichen Kindes. Weiter führt ihn der Weg. Da sieht ein klei- >-er Held, den die Armul seiner Eltern zum S.-lf- viadeuiann macht. Kaum sechsjährig, ml dem -inde», vfscueu Bastlc-rb d.-e Mutter am Arm. ''a hinüber? Aber schon hat ihn der Wachmann !.-sehen. Der Bcr-lchr ist gerade nicht sehr dicht: "r hebt den Arm die Wagen stehen. Und nun iinint er den tapferen Kleinen bei der Hand und ? chrt ihn sicher ans andere Ufer... Der Fremde besteigt einen Autobus, kurz Bus"(sprich büß) genannt Diese scharlachroten. ?•—et[)-•{)•;» Ko'osst aus deren oberer Plattform man ."üe in hoher offenev Egüipaoe fährt, geben der Lond.ner Straße ihr buntes Gepräge. Die Slra- behörde erhotvnen Anklage tvnrdc'n in der wehr lägigen Perhandlung von dem Kaufmann.Karl Paasch die iv vi mitten Pläne der A. i. a. Voll ständig aufgedeckt. Paasclx berichtete,>>iß ein jüdischer Lieferant n Paris schlechte Schuhe liefert, ein jüdischer Lieferant in Meß schleck»- Konserven, der Fude Drevsnß in Paris an Rußland fchfcchtes Getreide. Die Berworfcirheit der„Al>ia»ce isiae !■'t; universelle" geht aus dieser Aussage mit er schreckender Deutlichkeit hervor. Deutschland er hielt schlechte Geweine: die Soldaten konnten nick» schieße». Frankreich erhielt schlechte Schuhe: den Soldaten innßten Hnhncrangeii toachsen. Rußland eichiclt schlechtes Guireide: die Soldaten mußten von Bauchschmerzen geplagt werten. Ein fein ans g'.cklügeiier«Kedauso: Drei Staaten•führen nick- einander Krieg und alle drei zertrümmern sich g.-geuseir-g. Zu-.i Schlangen, die sich gegenseitig in den Schwanz beißen und von da an einander auffressen. Daß unsere Haleukrenzler noch nicht daraus gekommen sind, wie schon!»i Fähre 1892 Alljnda den Weltkrieg 1914- 1018 vorbereitete und auf die Zertrümmerung dreier Staaten hinarbeitete, mag für sie einigermaßen schmerzlich sein. Run, wir überlassen ihnen unsere Entdeckung in selbstloser We sc- zur unbeschränkten'Anedentnng und Verwertung. Ein ZozisZiftisÄer in New-Äork. Auf dem politischen Himmel der.Bereinigten Staaten von Nordamerika hat es zu wetterleuchten begonnen. Die Republikaner und Demokraten, d e nch vis her um die Macht im Staate bei den Wal: Um gegenseitig begaunerten und durch aller.ei'Mittel und Rtitlclche» die Wöhlermassen zu gewinnen suchten, sehen sich in ihrem Treiben durch das Anftrete» La Fol.-lies bedroht, der die ehrlich denkenden D-einokrale» und die Arbe ter Farmerpartci hinter sich hat. Die größtmöglichste Unterstützung des K» Kur Klan hat es nicht zu verhindern vermocht, daß die auegebeuteten Massen Amerikas zu cnvachen»nd sich energisch zu rührcil^beginuen. Als Symptom für dieses Erwachen und die 'Abkehr von den•Schlagwort:» der herrschenden Parteien muß auch jene Meldung gewettet werden, die über die Staatskonveiltion der Sozialistischen Partei von Rem?>ork in amerikanischen Blättern zu lesen ist. Die Staatskonvention hat min,.ich einstimmig als Kandidaten für die Stelle eines Staatssekretäre den Reger E r o ß in a i t h c ans New'York aufgestellt. Man bedenke-. Fit der Metropole des hundertprozentigen An'.erikanertums, das nur einen protestantischen Bollblntainc-rikaner öffentlicher Würden und Acmler für würdig hält, soll ein Neger gegebenenfalls Staatssekretär werden. Broadway und Fisch Avenue werden vor Wut ausheulen über diese Tat der Sozialisten. Aver je mehr sie schreien und geifern werden, desto fester wird in den Sozia steu Amerikas das Bewußtsein verankert werden, daß sie sich auf dein rechten 'Wege befinden. Das Wetterleuchten am politischen Himmel der Bereinigtelt Staaten wird immer heftiger und eindrucksvoller. D e Zeit lann nicht mehr ferne fein. Ivo auch jenseits des großen Wassers der er- wachte Riese Proletariat nicht mehr zurück- gedrängt und beerntiiugslos wird gemacht werden tön neu. ficu sind asphaltiert und geteert— London kennt keine Stanbplage— und spiegeln abends das Licht der Bogenlampen wie Parkettböden wider. Sc sind bis auf die engen und dumpfeu Gaffen der Eich(dorn Banken-Viertel) und den anderen Teilen der Stade ganz auffallend breit. Ein paar Minuten Fahrt, und schon flaut der Lärm ab. Es ist eines jener wohlinend stillen Wohnviertel, die jedes ihren eigenen Eharakler trägt, als wäre» sie noch immer die Keine Stadt, die sie waren, ein: sie zu Großlondon zusammenwuchsen. Die drei- teil Avenue!!, die villcnartigcn Häuschen, de freien Plätze, sie vielen Gärten, nichts erinnert daran, daß man kaum eine Viertelstunde von dem Getriebe der Weltstadt entfernt ist, man glaubt sich weit draußen in friedlicher Sommerfrische: der Engländer macht jeden Tag einen dicken Strich nn- lcr sein Leben der Arbeit, weun er abends heimfährt. Fn der Unterwelt. Bei der nächsten Station der Untergrundbahn verläßt der Fremde den Bus. Eni beleuchtetes Transparent zeigt das weitverzweigte Retz so übersieh riech, daß die Orientierung eine Spielerei ist. Er tritt ein. Der Beamte am Schalter drückt auf einen Knopf, die gewünschte Karle springt ans einem dünnen Spalt hervor. Ein paar Schritte weiter sind die Lifts. Wieder ein Druck auf den elektrischen Taster. Die Lifttüreu öffnen ficht auf der einen Seile strömen d'e Menschen zum Ausgang, ans der anderen drängen die nächsten hin- ein. Ein Druck, die Düren schließen sich, mall spürt einen Ruck in den Knien, der Lift fährt in die Tiefe. Und»int da unten, viele Meter unter der Straße packt ihn von neuem das Staunen. Fst es möglich? Fst diese ganze kleine Stadt, mit ihren velcn Gängen kreuz und gner, mit all den Linien, die sich hier treffen, mit den Minute iila»- gen Verbindungswegen, ist das alles wirklich nn- ter der Erde? Er ist in einem der.Hanpivcrlehrs- zentrcn der Londoner Untergrundbahn, deren es ein gutes halbes Dutzend gibt. Da laufen schmale Röhrenwege zn den verschiedenen Perrons, da weisen elektrisch beleuchtete Orientieruiigstastln an allen Kreuzpunkten unfehlbar den Weg, da führen Trvüoiv roulauis auf die Straße oder zur Wie kommunistische„Rote Sporttage" auS- sehe», konnte man vergangenen Sonntag in G ö r k a n beobachten. Lange Zeit vorher lxillcn die Kommunisten seyon die Wertu-Iromuiel ge- rührt, einen riesigen Tamtam geschlagen und die Arbeiter»nd Arbeiterinnen sowie Turner und Sportler ans R'uh und Fern geladen; ja zu allem Ileberfluß halte der Komnmnisteufiihrer Sierzl in der kurz vorwr staltgesilndciicn Sitzung der Görkauer Stadtvcrtretnng auch noch die Werbetrommel gerührt, tvobei er die Stadtver- trelnng ersuchte, es mögen nur ja keine f ck>>v a r z- r o t- g c l b e» F a h>t c» gehißt werden, tvorauf der bürgerliche Bürgermeister den Manu beruhigen konnte, indem er ihm sagte, daß er sich diese Bitte hätte ersparen können. Fo, die Bürgerlichen habe» wirklich Anstand! Sie wissen zwar sehr gut, daß die Komnmnistcn infolge ihrer Spciltarbeit unter der'Arbeilersckyift nur dem Bürgertum in die Hin de arbeiten, eigentlich also von den Kapitalisten begrüßt werden müßten, doch dokumentieren die Spießer ihre Freude darüber nicht allzu öffentlich. Hier gilt eben das Wort:„Mein Liebchen grüß' mich nicht unter den Linden".— Schließlich kam bor große Tag, doch die Massen fehlten. Wären nicht einige tschechische Kommunisten, der Arbeiter- turnverein Görkau und der Arbeitergcsangvcrei» „Frohsinn", welche beiden Vereine zumeist sozial- dc-mokratische Mitglieder habe», erschienen, dann wäre der Fcsttug des„Roten Sponlages" noch kläglicher gewesen, denn dann hätte man in aller Deutlichkeit das kleine Häuflein irregeleiteter Menschen gesehen, das die Koniiiinnistkn als ihren„Heerbann" bezeichnen. Ilm aber die ge- wattige Wirkung des kommunistischen Sport- tagc-s ins richtige Licht zu setzen, verraten wir. baß der Vorbeimarsch des Festznges— angefangen vom ersten Radfahrer bis zuni letzten Rationalfozialistc», die auch mit im Zuge marschierten, i'A Minute dauerte! Die Zahl der Teilnehmer am Festzng, einschließlich der Kinder, Musikanten und Richtkommunisten betrug— wohlgezäbkt!— 180 Maim. So schauen kotmnuniftischc„Rote Sporttage" ans. Erinnerst du dich»och? In einer Rümmer der„Arbeiterzeitung" aus dem ersten-Halbjahr 1011 war folgendes Inserat enthalte»: Vi Kilo Selchslcisch K—.81 Ä Kilo Hals und Karree... K 1.— A Kilo Prager oder polnische Salami K—.85 Vi Kilo Preßwurst K—.50 V Kilo Preßwurst im Magen. K—.75 Knack oder Krcnwürste 15 Stück I< 1.— Vi Kilo Schwcinshaxcln... K—.48 Vi Kilo Speckfett K—.80 Vt Kilo Filzsctt K—.80 Vi Kilo Gest. Schweine—.70 Schwcinstrappe, per Stück... Is 5.— verfeiwst gegen'Nachnahme Großselcher L. Urban, Prag-^iZkov H u S st r a ß c 15. Das war in jener Zeit, als die Welt imr durch das„Slahlbad" eines Krieges gerettet werden konnte. Tie Errettung durch den Krieg verspüren wir jetzt alle allerdings auf die nachhaltigste Weise. Schund im Film. Räch den üblichen(oder üblen?) Genüssen, deren man beim Besuche der meisten Kinos teilhaftig wird, sollte man meinen, ixrß eine Steigerung des Schunds schlechthin un- möglich sei. Eine Berliner F i l m z e i l u n g l tiefer gelegenen Röhrcilbahn(Tube). Und überall Meilscheu, Menschen, die unaufhörlich diese mo- derncn Katakomben durchfluten. Fahren doch aus den Londoner Untergrundbahnen mehr als vier Millionen Menschen im Tag! 'Auf den Perrons, die mit ihren iveihgekachel- ten Wänden und den vielen, riesig großen Plaka- len einen geradezu freundlichen Ei»druck machen, find Transparente angebracht, in denen antoma- tisch das Fahrziel der jeweils nächsten drei Züge sichtbar wird. Mit einem Ruck tauchen sie ans den schmalen Röhren. Wenge Sekunden Aufenthalt und schon verschlingt sie wieder der schwarze Nachen des Tunnels. In den älteren Zügen ist noch in jedem Waggon ein Kondukteur; in den neuesten werde» sämtliche Wagentüren von einem einzigen Kondutnir bedient:-So schreitet die Automatisierung fort und erspart menschliche Arle er. Unsichtbare Hände sind hier überall am Werke: sie geben die.Karten, sie fahren in die Tiefe, sie weisen den Weg, sie öffnen die Türen. Es ist das Märchen der Technik, das wir in dieser Unterwelt staunend erleben. Die Lichtreklame. Nach fünf Uhr, wem, d e Millionen arbeiten- der Menschen von ihrem Tagewerk heimfahren, bietet London ein Bild von geradezu atemberau- be-.ldcr Buntheit. So nnivah'rscheinlich in seiner Bielgcstaltigkcit, so rrscnhaft in der Quantität, daß kein Märchenbuch der Großstadt es grandioser erfinden könnte. Und über ihm glichen in vielen Farben die Lichtreklamen, steigen ans dem Tuntel des Abends so unvermittelt ans, als schwebten sie frei im Raum. Ein ganz neuer Zweig der Technik dient dieser blendendsten Form moderner Reklamekunst. Da laufen farbige Leuchtkugeln um ein ganzes Hans, um ans den nächsten Bariötvschlager aus- merksam zu machen; dort spricht ein Feaierregen und wirft Strahlenbiindel in de Luft, die in weitem Bogen j» die Nacht sinken: ein neuer Ricsenfilm: hier wechseln die Birnen unaufhörlich ihre Farben, purpurrot, schwefelgelb, grasgrün irgendein Whisky bietet sich durstigen Kehlen als iliiübertrcfflich an. Immer neue Tricks suchen das blasierte Ange auf sich zn lenke». Ein trauriges Babygeficht aus 27. August 1024. belehrt uns jedoch eines anderen. Sie verösfc-nt. licht folgende Ankündigung! „Das beste Kassengeschäft ist der Film des Massenmörders Ha a rm a nn. Ein Krnninalsall in Hannover. Haarman». Sein Mittäter Grans. Das geheim- niSvollc Gängeviertcl. Die Bcrkehtslokale des Massenmörders. Sein letztes Opfer»nd seine Angehörige». Seine Wohnungen. Seine Wirtin. 'Absischen der Leine nach Knochenrcsten." „Das beste Kassengeschäft": eine» anderen Zweck hat ja ein Film und das Kino überhaupt nicht zu erfüllen und es gibt Kinobesucher genug, die es sich nicht entgehen lassen werden, den Massenmörder Haarman» zu sehe». Herrlich weit haben wir es gebmcht; der Massenmörder im Film. Profit ist tne- treibende Kraft, der Zweck Nebensache und Kultur? gibt cs so etwas überhaupt noch? Woran man bei den Adapticrnngsarbeiten im Parlament vergessen hat.„Eeskr Slovo" besch.oert sich darüber, daß während man für den Umbau aller übrigen Abteilungen so viel Geld ausbo nge, im so u r n a I i st i f ch e n R amiu kein e B e r- ändc r u n g vorgenommeir wird und daß es w'i- ter bei dem unhaltbaren Zustande bleiben füll, daß sich in dem kleinen Raum mit einem einzigen Fenster über 80 Journalisten aushalten müssen. Ein neues Disziplinarverfahren für die Ange- stellten der Staatsbahnen. Durch Erlaß des Eisenbahuministc-riitins, Z. 8Z-t78 vom 10. Fuli 1024, wurden einige Beränderungeu in den Strafbcstimiimngen der Dienstordumcg durchge- führt, nach denen die Eiscnbahnorganisalivnen bereits längere Zeit verlangten. Die alten Be- stinimvilgen paßten für die neuen Verhältnisse nicht mehr, nanientlich die Borschristcn über das Rügevcrsahren. die einen allen Modus der Znstiz hinter verschlvjscne» Türen darstellten.— Die geänderten Vorschriften gewinnen auch fiir die Angestellten der getveseneil Buschliehrader und Aussig- Töplitz« Bahn Geltung, haben aber nicht rück- wirkende Kraft. Ter alle Paragraph 7 der Dienst- ordnnng lvnrde durch die neue Forderung der sittlichen II nbc s ch o ltc nhc i t ersetzt, ebenso der Abschnitt Vll durch einen neuen, der die'Verfolgung der vernachlässigten Dienstpflicht zum Gegenstände hat. Neu geregelt Wurden die Zuständigkeit für die Verfolgung der vernachlässig- len Dienstpflichten, die Tisziplinarstrafgewat I, die Beurteilung des Zusammenhanges der Berschnl- dungeu und die Vorschriften ftir d>is Rügeverfahren. Nach den neuen Bestimmungen der Ver- handlungsordnnng für das Disziplinarverfahren hat der Beschuldigte das Recht auf eine» Bcr- leidiger. Die mündliche^Verhandlung beim Tis- ziplinarverfahreu ist nicht öffentlich, läßt aber die Teilnahme einer beschränkten Zahl von Zuhörern aus dem Kreise der Angestellten zu. Ein Bor- zug des neuen Verfahrens ist die bedingte Be r nr t c i ttl ng. Tie Riigobc'sliminungen gelten auch für Beaitileuposteuaittvärter. Für die ständigen Arbeiter gelten die Bestimmungen der Arbeitsordnung ebenso wie fiir Alishilst« kanzlcibcamle». Während der Heimfahrt vom Maritc iibcrsallcu und beraubt. Als der Fleischer K v a v i> i k vom Markte in Ltnintz nach B y st r o s ch i tz hcimsnhr, wurde er überfallen und durch Hiebe m:i einem slumpfen Werkzeug ans den Kops lebensgejährlich verletzt. Er lvnrde im sterbenden Zustand anfgefnn- den. E-5 liegt ein Ranvmord vor. Den Tälern ist die Gendarmerie a»f der Spur. fleischfarbigen Birnen. Fnl Mund ein-: leere Rkitchslasche. Da bliiizolu die Auge», die Stirn- locke hebt sich, die Flasche ist plöhlich gefüllt und die Lippen saugen fest drauf los: i'iebt eure n Kindern diese Nahrung! Gleich ban den wacht ein Riesensoxtcrrier eine ganze Reihe Lichtcffcftc beim :lia nck)en einer be bebten englischen Zigarette: sein Schwanz wedelt, feine Ohren wackeln, in Ringeln kommt der Ranch aus der Schnauze. Ein paar Meter weiter. Zivei Männerköpfe in leuchtendem Rahmen. Gläser füllen sich goldgelb. Die Man-- ner stoßen an: Trinkt»»streit Sherry! steht unter dem flammenden Bild. Am Trafalgar Square mit seiner Kolossal- statne Nelsons und den vier erzenen Ricstnlöwen, die als stolzes Wahrzeichen des englischen Welt- reiches breit und wuchtig tun den Sockel liegen, wird der Blick von der purpurnen Glut gefangen, in die das Kolosse»!» getaucht ist, um das, jede Kontur nachzeichnend, rote Birnen glühe». Luis von der Statue schaut eine Gruppe Menschen nnvcrtvandt in die Höhe. Eine Buchstaben« reihe ans elektischen Glühtörpcrn läuft ohne Unterlaß auf dorn Dache eines-Hauses ab. Das Abeudbuilcti» einer englischen Zeitung:„Mac- donald in Paris,, ,"„Unfall beim Rennen.-" „Der Könl'g lwt heute.. Die Ricsenreklame einer Riescnzoitung- Aber schon ist auch das über- holt. Ein»euer, packender Trick ist das Tages- gespräch der Stadt. Eine englische Zeitung läßt jetzt allabendlich einen Aeroplan hoch in de Luft steige», bis er dem freien Auge entschwindet. Dort kreist er in Riesenbrgcn und stößt im Fluge dicke, helle Ranchtvolke» ans, die in der Lust schweben bleiben. Unten aber stehen die'Menschen und stau-- neu empor: Demi da schreibt Plötzlich eine unsichtbare-Hand langsam und ungelenk in das Geflimmer des sommerlicheit Abendhinnncls:„Daily Mail!" Diese Zeitung hat mit dem„himmlischen" Plakat den wahren Gipfelpunkt der Reklame er- reicht. Aber für wie lange? Gerade jetzt tagt in London ein Kongreß für moderne Reklame, a» dem allein 5000 Amerikaner teilnehmen- die den rückständigen Enaländern beibringen wolle», was kapitalistische Reklame erst einmal im- staube ist. 27. August 1924, Erhalt« dein Augenlicht,.heutzutage, wo die Kurzsichtigkcit und andere Augenleiden immer mehr überhandnehmen, kann man n cht ofl genug'vor einigen üblen Gewohnheiten warnen, die schon manche« Auge ruiniert haben Jedermann sollte folgende Zie gel» befolgen: I. Strenge deine Augen nie an bei ungenügendem Tämmerlichic, oder wenn sie heiß sind>»>d schmerzen, 2. Tos Licht falle immer über deine linke Schulter auf das Buch oder den Gegen- stand, welche» du betrachtest, 3. Trage keine enge Kleidung um den Hals. Das Zimmer, in dem du beschästig! bist, soll nicht he ß, die Füße aber sollen warm sein, 1, Halte die Augen nicht zu nahe an>>cn bctrcjfendcn Gegenstand, 5. Lies niemals in liegen- der Stellung oder im Wagen während einer Zahlt; schlimme Augenkrankheiten sind die Folge 6. Ver- dirb.deine Augen nicht dadurch, das; du sie sonderbar und nnnatürlich rollst und verdrehst. 7. Wenn dn die Augen sehr anstrengen muht, so gönne ihnen zu- weile» eine kleine Ruhepause und stärke sie mitunter durck) kalte Augenbäder, 8. Wen» dn als Schily vor grellem Lichte, Schneeflimiucrn usw. eine farbige Schutzfrille trägst, so trage sie nicht länger, als es dir Umstände bedingen; ihr beständ'ger Gebrauch schwächt dai Auge. Die Jugend und der Völkerbund. Ter französische Minister für öffentlichen Unterricht hat dem Generalsekretär de» Völkerbundes einen Brief übermittelt, in welchem Bezug genommen wird auf d e von der französischen Regierung ergriffenen Maßnahmen bezüglich der auf der Böl- kerb-nndsversammlung von 1923 ausgesprochenei» Wünsche, man solle die Jugend mit dem Bestellen rrnd den Zielen des Völkerbundes bekannt machen. Ter belgische Sozialistensiihrer Vandcrvclde ist Montag in Belgrad eingetroffen. Er bleibt als Gast der serbischen Sozialisten zwei Tage in Belgrad und wird im Sozialistenklnb einen Bor- trag über den derzeitigen Stand der sozialistischen Bewegung hakten. Die Jagd nach dem Alkohol. Di« Pariser Zeitungen bringen ein ausführliches Elaborat des .Svaptäns des französischen Schiffes„Milchonse", in welchem der Ucberfall geschildert wird, welcher im Juli durch eine Piratengeelctte ans das ge- nannte Schiff«sägte und bei welchem sich die Piraten geistiger Getränke im Betrage von 3 0 0.000 Dollars bemächtigten. Neu« Flicgerweltrckorde. Der Aviatikcr B a c o l a. welcher mit o nein Hydroaeroplan in eine Höhe von 5500 Meter flog, und der Aviatikcr Centnr-ione, welcher mit einer Ladung von 500 Kilo in eine Höhe von 4559 Meter flog, haben neue Weltrekords erzielt. Der rebellierende Sudan. Reuter meldet aus Echartnm: Kürzlich wurden in einer Moschee und in anderen öffentlichen Gebäuden in E l Obeid, der Hauptstadt von Kordosan(einer Provinz deS Sudan) Proklamationen angeschlagen, in dem:» die Bevölkerung zum Aufstand gegen de britische Regierung aufgefordert tvnrde. Tic örtlichen Be- Hörden entfernten die Proklamationen. England wird gesünder. Nach dem Bericht deS oberste» Beamten des englischen Gesundheitsamtes, Sir George Rcwman, war das Jahr 1923 daS gc> sündeste, das man bisher in England nach den vor- liegenden Statistiken erlebt Hai. Tic Tooeszisser be- tief sich ans 11.6 pro Tausend und war um 42.000 Jällc geringer als im Jahre 1022 Tabe! sind 10 Prozent aller Todesfälle bei Personen unter SO Jahren zu verzeichnen, und es gibt in diesem so lichten Bilde einige dunkle Punkte, die das Ergcb- nis verschlechterten, näml ch die sehr zahlreichen P o ck c n s ä l l e und die Fälle von Schlaf- k r a n k h e i t. Zusammenbruch einer Zuschauertribüne bei einem Stierkampf. Lei einem Stierkampf in San Sebastian brach die Znschancrtribünc zusammen, wobei fünf Personen auf der Stelle den Tod sandcn. Eine große Anzahl Personen wurde in schwer- verletztem Zustande in die Spitäler gebracht. Spitzbubenhumor. In Barcelona hat eine VersichernngsgescUschast gegen EinbrnchSdiebstaht ihren Sitz, die eine unerhörte Reklame macht. So hat sie beispielsweise im belebtesten Stadtteil ein riesiges transparentes Plakat aufstellen lassen, das die Aufmerksamkeit der Passanten aus die günstigen Bedingungen der Gesellschaft gegen Ticbsgesahr in leuchtender Schrift lenken soll. Kürzlich wurde nun dieses Ricscnplakat am hellen Tage von Diebe» abmontiert und weggeschafft, und es ist b's heute noch nicht gelungen, den Spitzbuben, die sich on der ihnen feindlichen Gesellschaft so lustig gerächt haben, ans die Spur zu kommen. Vogel Strauß als Opfer der Mooe. Ans Süd- asrila wird berichtet, das, der Strauß in den letzten Jahren immer seltener wird. Ter Bestand an diesen Ricsenvögeln soll von 000.000 aus 120 000 Exemplare zurückgegangen sein Ter Grund zu dicter Abnahme ist in der starken Nachsrage zu luchen. die in Amerika und Europa nach de» kostbaren Fcd-'rn dcö Vogels besteht Sollte sich der Bedars nicht vcr ringern, so ist das Aussterbe» der wertvollen Tier- art unausbleiblich Scho» jetzt sind die Vorräte der Händler vollständig erschöpft, obwohl»>'Amerika längst ganze Slranßenfarmcn eingerichtet sind Wetterübersicht vom 2«. August. Bei. in de» Gruiidzüge»»»veränderter Tuulverieilnog ,Tiescr Druck in den nördlichen Teile» Europas und über dem Nordatlantic Hochdruckgebiet über Südwest- europa, mit nach Osten aiisgrciscndc» Keil), dauerte auch am Montag in der Republik veränderliches, westlich der Karvaihen kühles Wetter an. Die Ergie bigkeit der Niederschläge»ahm im allgemeine» gegen Osten zu. ab(In Vöhuic» Höchstwert 5 Millimeter, in der Slowakei 3 Millimeter) Ein.' andauernde Besserung sieht noch nicht bevor- W ahrlchci n sich es Wetter von heute:'Andauern des bis herigen Wiiierungscharakicrs bei wenig geänderte' Temperatur. Barbusse in GreissuzM . 1,0* acht Jahren etwa, da.lagen dciitiche Bürger aus Berlin, München, Le i p'z g, U1, k"Uch cktls Greifswald in verlausten --chntzengrabeil und waren schon gar nicht mehr <»rger, jondcrn verdreckte Gelegenheitsarbeiter der internationalen Mord.n-dustric. Mit Törrgc- »uise im Leib mußten sie sch'cßen. um erschossen tveiceii zu könne». Sic tvurden schikaniert und verwundet, und immer hing der Tod itiu sie. Da- mal« gab es einen, der das Leid dieser deutschen Burger mitfühlte und der das i'aglc. Er saß aber Ä." Hinterland. Dort saßen in der Mohrzahl ltitv jene, d e Gedichte auf Geschäfte mit deren Besuch dem Fremden ein köstliches Erleb- ü s ist, abgehalten. Inmitten der„B'.lle de Flore" liegt der groß.- Stadtpark mit seinem Palais des pccics. worin das Werk der Kooperative» vom Juni bis September untergebracht ist. Bor allem sei festgestellt, daß die Genier Alisstcllnng, obwohl sie sich eigentlich ans c.n einziges Gebiet beschränkt in ihrer Art der ,Stadt" Wembley wenig nach zugeben hat. Ilm in Ge»t von Skandinavien über England. Frankreich, die Schweiz, Italic», d-.'n Balkan,»ach Rußland zu gelangen, wird auch c n -rag nicht zu viel sein; dabei nehme ich Argen- Innen und ähnliche ferne Landen, von der Wan- dernng aus. r iL'"'-n—i Mahrlich, auch in Gent ist eine ÄKlt vertrc- dem sterben ihrer Landsleute machten. Er saMen, ober jene der Arbeiter, die. sich ihrer Kraft geradezu, über die Schützengräben)veg in Fein- bewußt, ihre Versorgung mit den notwendigsten bestaub und hieß Barbusse. Dieser Barbusse Ixittc ein großes Herz, in dem die Not aller schwang, ein Herz, d-as nicht von Grenzpfählen eingeschnürt war, ein Herz, das sogar für die unbekannten Einwohner von Greifs- Wald litt. Das haben dic r c dem französischen Dichter vor einigen Tagen dadurch gedankt, daß sie ein Versammlungslokal stürmten, in dc>m er sprechen olltc und daß sie veranlaszle», daß er umgebend abgeschoben wurde. Denn er sei cm Franzose. To etwas bat mit Nationalismus nichts methr zu tuet. Da sind wir schon mitten im Stumpfsinn. Im vorigen Jahre kam unter stürmischem Beifall m einer Münchner Hakenirenzlerver» sammln»g ein Engländer zu Worte, der sich zum fascist.scheu Gedanken bekannte und, von Heil- Rufen bombardiert, sich für den FaseiSmns in England einzn'etzeil beschwor. Es ist demnach so, daß die Nationalisten so international denken, im ausländische.» Nationalisten den Gesinnniigsbnlder zu achten, aber im Internationalen, der für ihr eigenes Land fühlt, den Gegner zu vcrab'chcncn. _ Nationalismus ist nicht nur ein dreckiges Geschäft, er ist auch ein konfuses.?kbcr das ist ja wohl in Kauf zu nehmen, solange er überhaupt eines ist. Hans B a u c r. Wembley.©«Et, MW. Ein Genosse, der die britische Reichs- ausstellung in Wemblen, die Jnlernalio- »ale GenossenschaftSausslellung in Gcni nnd das Hans der'Arbeit in Aussig besucht hat, schreibt unS: Ich sprach unlängst m't einem Genosse» über die Ausstellungen von Wembley, Gen: und Aaffig; unser Gespräch mar der Anlaß zu den folgenden Zeilen: Die Leser des„Soz'a.demvkrai" werden sich vielleicht noch dessen erinnern,»ms hier am 13.?Nai d. I. von London aus über die Eröffnung der britischen Rcichsausstelluiig geschr eben wurde Seitdem ist dieselbe auch in diesem Lande so viel gerühmt worden, daß London das Reiseziel der Einen und die Sehnsucht der Anderen geworden st. Ich selbst bin inzwischen über Gent, wo ich die Ausstellung des internationalen genossenschaft- lichcu und sozialen Fürsorge Werks besucht habe, nach Böhmen gefahren; vor wenigen Tagen fonnie ich auch uock) die Aussig« Ausstellung für Kultur med Wirtschaft, sowie das.Hans der Arbeit sehen. Ich will im» versuchen, ein'gc der Gedanken, welche die Besichtigung der drei Ausstellungen in mir geweckt hat. hier wiederzugeben. Zwei Welten bestehen heule nebeneinander, liegen miteinander allüberall im Kampf: bisset- den sind auch auf den Ansstelluiigsgeländc,, reprä- sentiert. Wembley, wo 78 Dominions, Kolonien und Schutzgebiete des britischen Weltreichs ihre Schätze zeigen, ist im Grunde nichts anderes als ein Ausdruck, eine Propaganda der ungeheuere» Wirtschaftsmacht des englischen Kapitals. Dieses gewinnt die Rohstoffe in allen Teilen der Erde, bringt sie auf sc.neu Schiffen und Eisenbahnen in die Prodnktionsslälten. weiche in anderen, weit da- von entfernten Ländern gelogen sind; auch die dort hergestellten Produkte werden vielfach von seinen Organen kontrolliert und verteilt. Wie dieser Kreislauf vor sich geht, besser gesagt: des« Ring sich schließt, wird nirgends anschaulicher gezeigt, als in Wcmblcy Die Produkte oder Waren aller Weltteile sind dort in unerhört« Mannigfaltigkeit nnd Anzahl ocrlrcie»; all jene großen Baute» welche d e stolze» Namen'Australien, Cauada, Indien, Südafrika usw. in goldenen Lettern tragen, sind davon bis in den letzte» Winkel angefüllt. Doch von der menschlichen Arbeit, die alles' bewegt nnd eistet, ist wenig, fast gar nichts zu sehen. Dc zahllosen Tabellen und Statistiken führen nur die Pfundbeträge an welche die gewonnenen Werte darstelle». Bei dieser Erkennt nis fühlt der Sozialist, der ja das Großartige des in Wembley Gebotenen anerkennt, einen Mangel, eine. Lücke.'Aber verstandesmäßig ivird es hm bald klar daß mit eine, entsprechenden Berücksichtigung der Arbeitsleistung, der Charakter der briti- scheu Rcichsausstelluiig von Grund auf geändert worden tpärc. Sie ist eben das wahre Abb'ld des heutigen britischen Weltreichs, wo der Kapitalis- »ins in höchster Reife steht das Kapital sich'» allen möglichen Funkt onen schrankenlos auslebt Gent-„wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein"! In dieser alten Kuiturstadt Flanderns haben sich die internationalen Genossenschaften zusammengefunden, um sich selbst sowie der Welt zu zeigen me weit es genossenschaftliche Arbeit und genossenschaftlicher Unternrhninngsge'st heute unter de» verschiedenen Nationen gebracht haben. De Gent« Ausstellung hat einen große» Vorteil für sich: sie wird in einer wunderschönen Vtacü, Lebensbedürfnissen unabhängig»nd solbsläiid! organisiert haben. Ich will nicht lange über Kon" samt-, Produktiv- nnd agrarische l^eiwsseuschaste» sprechen und nur soviel sage», daß es jedem, der das lebendige Zeugnis vo» der Tätigkeit der inter nationalen Genossenschaften gescheit'hat. klar werden muß. daß die Arbo lerschaft die Kraft»nd die Fäh'gkeit besitzt, an die Stelle der heutige» Wirt sthaflsvrdiiiliig eine bessere, gerechtere zu setzen. Gewiß ist de biskyerige Organisation des im« nationalen GenossenschaflSwcfens noch keine voll konimene, aber das, was in den einzelnen Ländern(j. B. England, Skandinavien, der Schweiz und nicht zuletzt in der Tschechoslowakei) erreicht ist, bildet eine feste Grundlage für den Aus bau der bereits bestehenden internationalen Beziehungen. Tie Frage der Distribution wird in der sozalisti scheu Gesellschaft zu den schwierigste» unter den Lebensfragen zählen; ihre Lösung wird vor allem Aufgabe der Genossenschaften sein. Heute sind die -selben zwar nur mit der Deckung der pr initivste» Bedürfnisse eines Teils der Konsumenten befaßt, aber cs gilt die Trusts»nd.Handelsgesellschaften jener, die Wembley bauen ließen, durch kooperative Bereinigungen zu ersetzen. Ich erwähnte bereits, daß d'c tschechoslewak'-kche Abteilung in Gent»nd insbesondere die Aussteifung des Verbandes beut scher Wirtschaftsgenossenschafte». zu den bedeutend sten gezählt werden müssen, deck; soll nicht ver- ichlviegen werden, daß die finanzielle Organisation (Banken, Versicherungsgesellschaften) gegenüber anderen Länder», die große Arbeiterbanken iliid Barst che rungSverbände haben, noch etwas zu rücksleht. 'Aussig: als-ch nun einige Wochen später vor dem Haus der'Arbeit stand, d-a zaudert? ich. bevor ich eintrat. Bei der Betrachtung der stelzen, ein fach kraftvollen Fassade sagte ich mir jed ch. daß das Werk der deutschen Arbeiter in diesem Staate mir ein gelungenes sein kann. Das Haus der'Ar bot in'Aussig ist ezn Mn-'cnm der Vergangenheit so wie der Gegenwart der deutschen Arbeiter in den Sudeienländernz nnd für den. der näher zu sieht, noch mehr: hinler all den Tafeln und Zah- len steht das Leben»nd eine starke Zukunft. Die Kraft der Politisch»!, gewerkschaftlichen nnd genossenschaftlichen Organisation wird deull'ch versinnbildlicht nnd wenn eiwige von diesen augenblicklich geschwächt erscheinen, so ist der Weg. der zum Enderfolg führen soll, eröffnet! Wembley. Gent und Aussig, welch verschobene Bikd« des menschlichen Schaffens nnd Ringen-Z — und alle drei stellen de» Bestich« vor die E»t schcidnug zw fch.'il der allen und einer neuen Welt. H. P. Seite 5. gen, sowohl im AmtÄvege als auch•» der Presse aufmerksam zu machen, daß iveder bei den Erzen- gern noch bei den Verkäufern der Vierpreis erhöht werden darf. Im Falle anderen Vorgehens sind die politischen Bezirksvcnvaltnngen ermäch tigr, die Bierpreise vom l. Jnft als Höchstpreise fest;» setzen. Der Erlaß bietet die M ö g» l i ch k e i I, überall dort, w o e t w a s ch v n eine B i e r p r e i S e r h ö h n n g e i n g c t r e-- t e n i st, d l e B c h ö r d e n ans derartige Preistreibereien m a ch c n. a n f;n e r k s a in z n ÄsIkAirtsthgit. Die Teuerung. Kundgebung der tschechoslowakische» Genossenschasleii. Der Vorstand des Zontralvcrbandes der tschechoslowakischen Genossenschaften hat sich in seiner Sitzung vom 25. August mit der bestehenden Teuerung befaßt. Es wurde-dabei festgestellt, daß die Preise der Lebensbedürfnisse in der Tschecho- slowako. die höchsten unter allen Staaten sind und das; sie in keinem'Verhältnis zum Einkommen der breiten Masse» der Bevölkerung stehen. Ter allgemeine Angriff der Erzeuger und Zwischen» Händler ans die Taschen der Verbraucher muß den Widerstand der Verbraucher, welche die Mehrheit der Bevölkerung der Tschechoslowakei b'lden, hervorrufe». Ter Vorstand des Zenträlverbandes erachtet es als notwendig, daß die Regierung alles int. damit die Preise der Lebensbedürfnisse nicht durck; die teuere Einfuhr der Lebensmittel und der zur Erzeugung der Lebensmittel d'cnenden Rohstoffe noch durch hohe Zölle in die Höhe getrieben werden und daß der einseitigen Interesse- nähme für die Erzeuger landivirtschaftich« Ware» eine Grenze gesetzt werde. Zum Schluß wird ans die Wichtigkeit der Genossenschaftcn zur gegenwärtigen Zeit hingewiesen. Keine Bierpreiserhöhung. Die Kampagne der deutschen nnd tschechischen sozialistische» Presse gegen die Teuerung der L bensmittcl hat berc 1s einen Erfolg erzielt. Das Ernähruiigsmillistcrinin hat an alle politischen LandcSverwaltnngcu einen Erlaß hinauSgcgcben, der o.ne Bierpreiserhöhuiig unmöglich macht. In dein Erlasse wird gesagt, daß sich die Bier- bremereien mit Rücksicht auf die Steigerung der Preise der heurigen Gerstcne.nle mit der'Absicht tragen, den Bierpreis ab 1. September zu erhöhen, obwohl das gcgeMväriig gebraute B er ans Rohprodukten erzeugt ivird, die bereits im'Vorjahre zu billigen Preisen eingekauft wurden. Den po Mischen Landesverwaltungen wird daher aufgetra Ein Lüge der Kommunisten. In Nummer acht des koniinunistischcn„Landarbeiter" ist folgende Anschuldigung gegen den Verband der land nnd serstw'Ascl'ast.'ichen'Arbeiter iTnr) zu lesen: „Prägnanter zeigten sich die Vertreter des Tnxer Verbandes in ihrer tvahren Gestalt bei den Verhandlungen über die Hopsenaktordtöhnc, >vv sie gegen unseren Antrag der aus l.5,0 K für den Viertelhektoliter gepflückten Hopsens lautete, gemeinsam mit de» Agrarier» für den Antrag Komincls von 1.10 K für den Viertelh.'ltoliter Stellung nahmen und unseren Antrag dadurch verhinderten. Ten Arbeiter» draußen aber wer- den die D»xer Vertreter weismachen wollen, daß sich nichts machen lasse»nd an allem die verfluchte» Kommunisten schnldiragend seien." Dazu nun folgende Feststellungen: Der Antrag aiiis K 1.50 für den Biertelhektolit« gepslück icn Hopfens war bin Antrag der Kommunisten, sondern ein gemeinsamer Antrag sämllick)cr Land- arboiterorganisalionen. Weiter* standen nicht zwei, sonder» dre'Anträge zur Abftinlinnng und.war: 1. der Antrag der Agrarier ans K 1.30, 2. der Antrag der Arbeilcrvenreter ans K 1.50 nnd 3. der Permitteln ngsanIrag Keininets ans ll. 1.40. Bei der Abstimmung über den Antrag l. den der Agrarier, stimmten nur die'Agrarier dafür, die 'Arbcitcrvertreter dagegen. Für den Antrag 2 stimmen de Arbeitcrvertreler dafür, d'e Agrarier dagegen. Bei der Abstimmung über den Antrag 3, den'Vermilttuiigsanlrag.Stimmtet' stimmten die Agrarier dafür nnd drei Vertreter der'Arbeiter dagegen. Ter Antrag erhielt so die Majorität »nd mir angenommen. Von den Komm»» sten stimmte Herr Bolen gegen den'Antrag.Stoininek nnd der pveite Vertreter der Kommunisten enthielt sich der Stimme und trug so mit bei, eine Majorität für den Antrag Keminck zn schassen. Dieses Verhalten der Kommnn steil wurde sofort vom Herr» Inspektor Ttöhr festgestellt.'Auch die .^Landpost" l>at dies berichtet. So die Wirklich-- fcit. Und nun vergleiche man ihr elendes Ge» schreibe über unseren Verrat. Warum verschtvcigt des« Gesellschaft die wirklichen Tatsache»?>ä!an den de»»» die Komm»nisten, deiß sie alle Schuld immer den anderen in die Schuhe schieden könnet»'? Da täuschen sie sich aber gewaltig. Der.Schreib« dieser lügenhafte»?l»gaben soll mir bei seinem Kollegen Boen nachfragen, wie es in dieser Sitzung zuging. Einen Beweis für ihre unwahren Angaben tonnen die Sendboten'Moskaus nictit erbringen. Uns fällt es auch gar nicht ein, den Arbeitern etwas weiszumachen. Wir sind ge wohnt, ehrlich zn handeln nnd was wir tu» tonne» wir auch verantworten. Das Geschrei der Kommunisten lockt keinen Hund hintern Ofen her vor. Die Arbeiter beurteilet» die Tät'gkeit der Organisation nicht nach dem Ntnndtverk mancher Leute, sonder» nach der Praktffckvt» Arbeit, dst die 'rganisat'on leistet. ArbeitSzeitlonserenz in Paris'? Wahrend Sozialdemokraten" m Kopenhagen berichtet halle, daß eine Konferenz der Arbeite minister wahrscheinlich in Kopenhagen abgehalten tverdc, wird jetzt eine Meldung des„Platin" verbreitet, wonach demnächst in Paris eine französisch oel gisch-dcnlsche Konferenz stattfinden lvivd, um die Frage der Ansführmig des Washingtoner'Ali- kommens über die achtstündige'Arbeitszeit zu re- gein. An der.Konferenz werde» die Arbeiismi- nister der drei Staaten teilnehmen. Nun, der Ort ist Nebensache. Ha»ptsack>e, daß die Konfere»', zusammeiikomiiit und vernünftige Beschlüff: zu- tage fördert. lieber die Sparlastcn im Jahre 1922 ver- öfsentlicht das Statistische StaaiSamt in seinen Mitteilungen Nr. 5'.l/6» zahreiche Taten. Diese Daten betreffen 372 Anstalten. Von 370 dem Regulativ unterliegenden Sparkassen waren 102 tschechische. I7(i deutsche nnd gemischte nnd zwei slovakische, die am 31. Dezember 1022 im gaire» 8.038,550.000 Kronen Einlagen ans Einlage- biichcl und 223,328.000 Kronen Einlagen ans anfe»de Rechnung ansgcwiesenl Sämtliche Üic servefonds(einschließlich Peiisionssonds) betrugen zn Ende des Jahres>022 289,075.000 Kronen. -arlehen wurde» gewähr, im Beirage von 3.598,755.000 I< l davon entfallen 1.651,829.000 Kronen ans Hypothekardarlehen»nd 031.422 000 Kronen auf Kommunaldarlehen). Die Bilanz- summe betrug 0.021,117.000 Kronen, der ge- s nilc Gewinn 107.115.000 Kronen, der Verlust 13,998.000 Kronen. Die dem Regulativ nicht unterliegeilden Sparkassen haben einenvin» von 4,711.000 Kronen»nd einen Verlust von 111.000 Kronen ausgewiesen. Ter Bilanzwert der Wertpapiere, welche sich im Eigentum sämtlicher Sparkassen befanden, bestes sich ans 3.200,008.000 Kronen, wovon 1.001.004.00» IC auf Staatsanleihen der Tschechoslowakischen Re-- publik. 282,301.000 Kronen ans sonstige ein heimische Anlagcwcrte, 02.850.0>l0 l'C auf sonstige einheimische Wertpapiere. 595,001.000 Kronen auf österreichische nnd ungarische Kvieasanleihen, 290.701.000 Kronen ans die ens dem Gebiete der ehemalige» Monarchie ausgegebenen Wertpapiere, 4,791.000 Kronen aus sonstige ausländische Wert- Papiere entfielen. St He 6. 97.««gast 1924. Mitteilungen aus dem PnKMum. Das Beste lür Stire Augen liefert Optiker iDeutsch,<£ra S. Qrabon 25, tKL Stator. 1332 Halt Sit in Meiern Monat schon einen neuen Abnehmer liir aus Zentralorgan^Sozialdemokrat" gewonnen? Aei der WaffenSbimg zn Crmide gegangen. Meine Fhronik. Seegras-Farmeu. Ein neuer Industriezweig ist an der kalssorni- >chen Küste gegrünocl wurden, dem man den Namen „Marikuitur" gegeben hat. Dadurch tritt der„Anbau" des Meeres neben den Ackerbau, tf# sind riesige Farmen van Seegras, die man in Kalifornien gc- sebasscn hat, denn man bat hier den großen prak- tislbcn Wert deS Seegrases erkannt. So ist in kaum sünf Jahren die kalifornische Sergrascrnte zu eine», der wichtigsten Erträgnisse an der Küste de» Stillen Ozean» geworden. Es werden jcvl jatzrlich mehr als eine Kalbe Million Tonnen von diesen Pflanzen gc- erntet, die man bis vor kurzem noch für fast nutzlos hielt. Durch neue Verbesserungen hofft man die Ernte bis ans zwei Millionen Tonnen im Jahr zu steigern. Tie Wissenschaft bat uns in den Stand ge seht, eine Anzahl wichtiger Erzeugnisse aus dem 'Seegras zu gewinne», so;. B.-Kali. Dünger, Vieh- juttrr, Fasern, oic zn Gewcocn versponnen werden und als Poljtrrmateriai dienen, sowie schließlich „Agar agar", eine ans Seegras gewonnene haltbare Gallert, die als Ersatz für(Gelatine zu Arznei- Mitteln und auch als Nahrungsmittel verwendet ivird. Agar agar. ein färb, geruch und oeschmaik.o- scr Stvss, gilt c'.i die beste Nahrung für Mikroben, die daraus gezüchtet werden tönne»: ai>er auch sonst wird es für Medizinen verlvendct und anch Suppen und Gelees zugesetzt. Ein andere» SeegraSerzeugniS ist eine Art von Fisckieim oder Hausenblase, die für photogravhüchc Fjlnic und ähnliche» benutzt wird. Tie wichtigste Sccgrocan für die industrielle Per- wertuna ist der große Plat: Tang, der sich an fast allen.stüsten iindet und gewaltige Pflanzen hervor bringt Pon einer solchen Anpflanzung kann man drei, manchmal sogar ni'r Ernten im Jahr erhalten. Die dichten Massen werden mit scnseartige» Messern geschnitten, die im Wasser arbeiten. Aus diese Weise können in der Stunde von sünf erfahrenen Arbeitern 30 Tonnen Seegras pcerntet werden. Tic kalisor- nischc Regierung gestaltet das Schneiden nur zu be. stimmten Jahreszeiten. Die Anpflanzung von See gra! wirb in Japan bereit» seit uralten Zeiten ge- trieben, aber sie war n'cmalS in so großem Umfange ausgebaut, wie es jetzt in Kalifornien der Fall ist. Das japanische SccgraS ist viel kleiner als das kalifornische und wird von Taiichcrinnen gesammelt. Trotz dieser primitive» Methoden führt Java» jähr lich große Mengen von Seegras und seinen Prodnk trn au?. Dle in Kaliiorn.cn entstandene„Mari kultnr" tritt jetzt als ein immer stärker werdender Konkurrent ans. Humor. AnS einer kommunistischen Zentral- ratSsitzung.„Wer sind denn die erotisch auS- sehende» Herren?"„Das sind die Turkcstancr." „Und wer sind bii ausfällig elegant gekleideten Li- rraien?"„Das sind die Konjuukturkestaner!" * Der kürzlich verstorbene Schauspieler Emonuel R-: ckier halte emst für eine Rofle eine Christus maSte angenomnwn, ans die er nicht wenig stolz war.„Sehen Sie mal, Doktor," sagte er zu seinem damaligen Direktor O. Linincntal,„schaue ichnichl ans ivie Jesus?" Der wirft ihm einen Blick z» und e»-widcrt:„Ganz recht, bevor er zum Christentum übertrat."(„Lachen links".) Herausgeber: Ar. Ludwig C z t ch und Rott 2 c r rn<1 h Berantwo etliche- Redakteur. Wilhelm A i e ß n« r. Drum: Deutzche Z«i!ur.gs-A.-nmkn. g'mciitsübullg statt: nm balb sechs Uhr früh mar- sckstercnde GanitätSiMmnschaft herbei, docki sie kam zu spät. Es gelang trotz»aller Bemüh»»gen der Saidinlsmannschgft nicht»icbr, de» arinen Man» zum Bewußtsein zn erwecken. Festgestellt muß werden, baß die S a n i t ä t S in a» n s ch a f t überhaupt keinerlei Heilmittel zur Verfügung hatte, und daß ein Rcgiinenis a rzt an der Uvbung in cht t c i lg< mi om m e n hatte. Rothmeier würbe mit einem Zanitäisanto ins Truppenspital geschast, auf dem Wege d a h i n a a b c r s c j n e n G e i st a u f. Eine Illustration Hie;» bild»n der Ausspruch des Oberstleutnants Nllm»ann, der den ver- sammelten Reservisten am ersten Einrückungßtig sagte:„Von hundert Prozent der zur Marodenvisite gehen de n Mann- schaft sind 0fl Prozent Schwindler. Ein jeder Schwindler ivird auf das strengste be- stre.fi werden." lieber diese» Fall ivird wohl im Zlbgeord- »elenhausc gesprochen iverden. Turnen und Spott. Borwätts und Aukwötts! Do? Milleibmgsblait des 5. ftreise« des .Irbrlter-Turn- und S»>ortvcrl>anSe? oeröstcnt- Ich! nechtlchei'dc» Dcrbiausriif Ver PcrcNis- leitung de» ö. Rrcises. der überall txker.rgl werden Witt«. Wir müsicn werben!— DaS VundcStnrnfcst war ein voller Erfolg der freien Turn- und Sport- fache und nun muß es unsere Sache sein, diesen Er- folg auch weiter auszudehnen. Die von vielen gc° schmähte Turnern konnte sich Achtung undAncrkcn nnng erringen, hat zugleich auch in demonstrativer Form einen gewaltigen Eindruck hinterlassen, der den karlsbader Ersolg erst richtig vervollkommnen soll. Wir müssen werben! Wir waren im- stände, durch einige Tage der Arbeiterschaft in Wik- digcr Weise unsere Bestrebungen darzutun. Nun svl- len die nächste» Tage neuerlich benützt werden, nm von Stube zu Stube zu gehen, nm dort neue Mit- kämpfcr für unsere Sache zn gewinnen. Air haben den Kreis der mit uns Sympathisierenden um Tau- sende vergrößert. Wir wollen aber nicht nur Sym- paihie, sondern wir wollen Mitwirkende nnscrer Be- wegung. Jetzt ist eine günstig- Gelegenheit, neue Mitglieder zu gewinnen. Daruin nirgend» gezögert und frisch ans Werk! Unsere Gegner haben ein Deboclc erwartet. Eni- täuscht darüber, daß unsere Vcrbandsvcranstaltung ein derartig glänzendes Gelingen zeitigte, erheben sie nun«in wütendes Gekläjs und versuchen in olle» Tonarle» den Erwlg abzuschwächen. Sie, die cS bei ihren Festen nur>» Bierftrciks brachten, sie, die all.» Kulturbestrebunge» der Arbeiterschaft mit Hohn und Spott gegenübertreten, haben in gemeiner und ordi- närer Weise die Kinder in unserem Festzuge als„auf- fallend wohlgenährte jüdische Kinder" bezeichnet. Niedriger, gemeiner Verleumderhaß soll dazu diener, der unterernährten, im Wachstum zurückgebliebenen Zukunft des Proletariats eins auss Zeug z» flicken. Sagt es den Arbeiiereltern, wenn ihr hinkommt, wo der wahre Feind der Schassenden ste kt. Sagt es laut, warum wir der Jugenderziehung ein so großes Gewicht beimessen: Wir wollen durch unser Wirten beitragen, die Jugend lörperlich zu ertüchtigen und zugleich auch mit sozialistischem Geiste erfüllen. Sagt ober auch den Arbeitereltern, daß ihre Kinder nicht in die Reihen der gegnerischen Turn, und Tortver- bände gehören. Tort werden sie vom Klassenkampf abgelenkt und nur soweit geistig beeinflußt, damit sie später als Gegner den eigenen Eltern entgegen- treten sollen. Sagt es aber auch den Müttern und Töchtern, daß sie im Befreiungskämpfe der Arbeiterschaft nicht zurückstehen dürfen. Sie müssen ihren Körper kräs- tigen, um den Anforderungen der Lebensbedingungen gewachsen zu sein. Sagt ihnen, daß sie als Trägerin- nen der Zukunft mit bauen, mit gestalten sollen die neue Zeit der neuen Menschen. Eine große Zeit braucht ein starkes Geschlecht. Und je kräftiger diese? Geschlecht in allen seinen Teilen sich entwickelt, desto größer der Fortschritt in der Beseitigung der bestehenden Gesellschaftsordnung. Sprecht zugleich auch z» den Männern und Burschen. Schildert ihnen nicht nur die Freuden, an denen die Leibesübungen so reich sind, sondern zeigt ihnen>iuck> ans, daß der Sport als Mittel im Klas senkampse von bedeutender Wichtigkeit ist. Werbet überall! In der Wohnung, aus der Straße, bei Zusammenkünften, in den Betrieben. Wie eine Sturzwelle soll sich in den nächste» Tagen der Gedanke der freien Tnrnerei, de« freien Sportes in die Hirne der Arbeiterschaft ergießen. Jeder helfe mit und opfere ei» bis zwei Stiin de» unserer Sache. Der Ersolg wird und kann dann nicht ausbleiben. Führen wir dies richtig durch, dann erst wird da? BundeMurnsest einen vollen Erfolg gebracht haben, dann war Karlsbad die Wende zum Ausstieg. „Aoter Sporttag"-Schwindel. Wie schon immer, segeln die Kommunisten euch jetzt wieder einmal unter falscher Flagge, um ihre Maulwurfsarbeit zum Schaden des ge se.inten Proletariats zu vollbringen. Als Wühl- gebiet haben sich die Schädiger der klassenbeimisz- teil Arbeitevschaft jetzt den Arbeiler-Tur»- und Sporwerband ausg«s»cht, iyeil es nämlich dort noch immer Sozialdemokraten und Kommunisten in einer Organisation gibt. Die Mitglieder des Arbeiter-Turn- und Sportverbandes betrachten sich lediglich als A r b e i t e r t u r n e r und lehnen eS, bis atlf verschwindende Ausnahme», selbstverständlich ab. Moskauer Aiilveisuilgcn über Rei- ckienberg und Aussig für ihr Organisationslebcn citlgegenzunehmcn. Tas mußten die kommunistischen Spaltpilze zn ihrem Leidwesen am Karls- Im der Bnndesturnfcst erkennen. T ic kommunisti» scheu Quertreibereien am Buiidcsturnfcst wurden zu einer so großen Blamage für die Mosb.iner Ererziersoldaien, daß sie sicki nun mit aller flk» malt bemühen, jene wenigen Manneit, die noch auf einen Pfiff des kleine» Otlo.Heller horchen, aus dem Arbeiter-Turn- und Sportverband her- auszuziehen, bevor diese erkennen, daß die Ab- sichten der MoSkaufünger nur zun» Schaden des Timlerbimdes ausschlagen, genau so, wie die Trciliereien in der ehemaligen einheitlichen Partei ja anch nur das Proletariat schädigten. Nun. versuche» die Kommunisten den Turner- bnnd, der sich ihrem Diktate nicht gebeugt hat, zu schndui, wo es ihnen nur immer möglich erscheint. Das am Sonntag in P oder so m stattfindend? 20jährige Grnndnngssesl des dortigen Arbeiier-TuvnvcreineS gibt ihnen die er- wünschte OX'Icgenhcit, um im itordmestböhntischen ländlichen Gebiete die frei? Turnbetvegung zu schädigen. Der kommnnisttschc Untcrltntfck von Podcrsam, ein gewisser.Herr Krehan, verbindet nun, um den Moskauer Anweisungen über Rei- chenberg gerecht zu werden, das Griindiliigsfesl des Podersamer Arbeiter-TuriweroineS mi! einem „Roten Sporitag". Ter Sporttag ist natürlich nur ein Borwand, um anch N i ch t k o m m u it i» ste n zu dieser k o m mn n i st i s ch c n B e r« anstaltiing zu locken und dann nach den An- Weisungen des letzten Moskauer Parteikonvems der Sowjet jünger mit einem Schwindelgerede über angebliche„Einheitsfront" Rekruten für die in allen Fugen krackende K o m rn n n i ste n pa rte i zu ergattern. Ties ist keineswegs eine Nebertreibnng der So- zialdemokraten, wie die Kommunisten so oft zu sagen belieben, sondern bestätigt' ein Rund- schreiben des A n s s i g e r k o m m n n i st i- s ch e n K r e i S es e k r e t ä r s Otto Pfeffer, der den kviiiniiinistifchen Organisationen folgendes zu sage» hat: Werte Genossen! An alle Bczirksorganisalioncn! Am 3l. August veranstalten unsere Pötzer- s»mcr Genossen in Podcrsam einen roten Sport- tag. Trotzdem diese Veranstaltung anläßlich deS 20jährigen Gnintzungssestes d-S Podersamer Ar beitcrlnrnvercincS„Freiheit" erfolgt, ist es nicht nnrAngelegcnheildeSTnrnvcreincs. sondern auch aller übrigen Arbeiterorganisationen, vor allen der Partei. Unsere Podersamer Genossen laden zu dieser Veranstaltung auch die„Federaee Dölniekych Teloeviknych jednota(Federation der Arbeiterturn- vereine) ein, trotzdem diese unsere tschechische» Turnorganisationen von der Bundesleitung der deutschen Arbeiterturnvereine bei Gelegenheit des Bundeswrnsestes in Karlsbad ignoriert wurden. Es ist dieL ein P r o t e st gegen d a S Vor« gehen der B u n d e S l e i l u n g und eine Demonstration siir das internationale Denken und für die internationale Solidarität. Darum schon ist es unsere Verpflichtung, die Podersamer Genossen dahingehend zu unterstützen, daß wir uns an ihrer Veranstaltung beteiligen. Da» Kreissekre'ariat eismht Euch deshalb im Auftrage des KreisvollzugSansschusses dafür zn sorgen, daß sich die deutschen Arbeiterturnvereine, soweit sie unter kommunistischem Einfluß stehe», am 31. August an dem roten Sportlag i» Podcrsam beteiligen, daß auch die übrigen Genossen, soweit es ihue» die Mittel erlauben und die Möglich- keit vorhanden ist, am 81. August in Podcrsam sind. Ilmsouiehr als es auch eine Kundgebung gegen den in dieser Gegend immer mehr um sich greifenden deutschen Fascismns ist. Mit kommunistischem Gruß Ollo Pfeffer. In dein Pfeffer-Brief wivd also von der berufeitdsten kommunistischen Seile gesagt, daß das Gründungsfest des Podersamer Turnvereines „trotzdem" nicht nur eine Angelegen- h e t t des Turnvereines, sondern„vor ollem der kommunistischen Partei" ist. Jeder sozialdemokratische A r b c i t e r! u r-- »er hat also— frei nach Pfeffer— von vornherein auf diesem Feste nichts zu such c n, da es ja ein koininunistischcs Pcirteifest ist. ES hat aber nicht einmal ei» Arbeiterlurner, auch lvenn er Kommunist ist, auf diesem Feste zu erscheinen, da die Arbeiker-Tttrnverernc gegen, über den Arbeiterparteien neutral sind mid es ausgeschlossen sein inuß. daß ein Arbeiter- Turnverein seinen Namen für ain kommunistisches Fest hergibt. Sollte sich aber iaisächlich ein sozialdemokratischer Arbeiterlurner an dem Po- dcrsaiiter Schwindel-Sportfest der kommnnistischen Partei beteiligen, dann möge er sich gesagt sein lassen, daß H e r r P f e f f c r nur K o m m u n i- st e n g n f seinem Partei feste wünscht, denn er schreibt ansdriicklich. daß sich die deut- schcn Arbciter-Tnrnverest,e an dem Feste nur zn beteiligen hoben,„soweit sie unter kom- in>l n i st i schc rn Einfluß stehen". D-Ibst- verständlich ist es dagegen, daß zu dem Poder- sanier kommunistischen Feste die tschechssckzcn Kommunisten eingeladen wurden» di- als Späh. Pilze itichl im ischechischcn Arbeiter-Tunwerband bleiben konnte». Wer daher nichts mit den kom. munistischen Spaltpilzen zu tnn haben will, loct die Sache des Arbeiter.TnrnverbandeS nicht schö. digen will, iver sich als sozialdemokratische Ar. beiteriurner nicht ins Gesicht spucken lassen will, wer es mit der Neutralität des Arbeit«r»Turn. und Sportverbandes ernst meint— sei er nun Sozialdemokrat oder Kommunist- der ha, da» Podersamer Fest der kommunistischen Schädlinge der freien Turnsache nicht zu besuchen! An rtftc Vereine des V. Kreises! Die Kreisleitung sieht sich genötigt, den Turngenossen Krehan vom Arbeitertnrnverci» „Fre!heit"-Podersanl aus der Liste der Mitglieder- schaft zn streichen. Der Grund der AuäMießnng ist folgender: 1. Ter Arbeiterturiwerein„Frcihei^-Poder- fant veranstaltet am 81. August sein.zwanzig- zährigeS GründtUtgsfest. Wir stellen fest, daß diese Veranstaltung entgegen der im Kreise bestehenden Beschlüsse, wonach alle Feste zu melden sind, durchgeführt wird. Ter Kreisleitung ist bis Izeutc noch keine offizielle Verständigung zu- gegangen. 2. Handelt es sich dabei um eine bewußte Irre- fichrnng der Oeffenllickkeit, da diese Veranstal- tung den Titel„Bereinigte Arbeilcrschast" trägt, also eigentlich nichts mit dem Turnverein zu tun hätte. 8. Ist diese Veranstaltung eine Kampfansage geg.'>i die sozialdcinokratisch gesinnte Aiitglied- schasi, also eine rein kommunistische Temonstra» tion, die die Einheit des Verbandes gefährdet. l. Wurde neben der Einladung an koininnui- stisch gesinnte Vereine ein Flugzeltel versandt, welck)cr eine offene Beleidigung gegen die sozial» demokratischen Funktionäre enthält und Mißtrauen unter der Mitglied?rsctzast erzengen soll. Der benn'ßtc Zettel enchält folgenden Satz: „Unser„Roter Sporttaa" richtet sich gegen die sazialdem.'kralischeit Mackt1ml»er im deutschen Arbeiterturn- und Sporwevbaitd.. Dieser Satz beinlialtct eine Tisziplinarver- lcynug und eine Mißochwngsbeze.ngnng ärgster Art. 3.•Ferner verstoßt die Einladung der tchze- chisckzen Tuen-Föderation gegen die im Verbände geltenden Beschlüsse. Ans diesem Grunde siehr sich die Kreis- keitung veranlasst, den Tu rngen offen Kre hau als den geistige» Leiter dieser^ganzen Aktion ans dem Verbände a u s z u s ch l i c- ß e n Zugleich wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Kreisleitung mit allen Mitteln lxstrcbt sein wird, die Einheit des Ver- baudes zu wahren und gegen jeden Schädling oder Störenfried mit dezw'Ausschluß vorgehen wird.^^. Bemerkt sei, daß siir die Turn und Sport- vereine keine Verpflichtung bestehi, die Podersamer Veranstaltung zu besuchen. Tie Vereine mögen eventuelle Vorkommnisse, die eine Statute»- oder Beschlnßverletznng beinhalten, so- fort an den Kreis berichten. Ter Ausschluß wurde in der am Sonntag, den 2-1. August 1024 In Eichwald stattgefundenen ÄreiSsitznng beschlossen. Frei Heil! Für die Kreisleitung: Eduard E r l a ch e r. Obmamr. Fili» vom l. BundeSturns'.ss. Der Arbeiter- Tur» und Spvrtverbnnd teilt mit: Ans die zahlreich bei uns einlankenven Anfragen geben wir bekannt, daß der Film jertiggeslellt ist und nach Passiere» der Zensur in dm Kinos zur Vorführung gelangt. Da ein« rege Nachfrage herrscht, mögen alle Tnrnge- noss'.n bei ihren Orlskino? wegen Vorführung des Funk vorstellig werden. A.2.K. Viktoria Winterberg geg D.F.K. Prack! ätitz L: 1, gegen tschechische Ä p o r t v e r- e i n! g u n g g: 0. Kommende Wettspiele in Prag. Samstag: Real Soeiedad San Sebastian geg. Slavia. vorher Praha VII g. AFK. VrScviee.— Meisterschaft 1. Klasse: Meteor VIII g. Meteor Vinohrady, Radliektz AFK. g. Lechie Karlin.— Sonntag snachmitiaa Spiclvcrbot): Länderkamps Rumänien gegen Tschechoslowakei, vorher Real Soeiedad San Sebastian g. DFE.— Vormittag: Meisterschaft I. Klasse: Liben gegen Nuselsk>> S.K., Viktoria Nusle g. Mala- stranSch Ad. Zn dem Länderweltspiel wurde jol- gcnde Mannschaft aufgestellt: Slaplik(Slavia), Per- ner, Steiner, Koietany. Kada, Stepan(alle Sparta); Mraz, Nysavp, it.darsch(alle Meteor VIII), Laäto- viäka, Rohlikek ckeide Sideniee, Brünn). Als Eriatz- leute wurden nominiert: Hochmann, Klftpera tSparta), Kratochvil, Silny, Seifert, Soltys(Slavia) tipera(LAFE.). Der Länderkanips wird wahrschcin- lich vom österreichischen Schiedsrichter Seemann geleitet werden, welcher anch beim vorjälirigsn Tref- fen der beiden Staaten in Ciuj Unparteiischer war.