Nr. 240. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungs Preisliste für 1898 unter Br. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgefpaltene kolonel geile oder deren Naum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Eroberung der politischen Macht.*) In der Diskussion politischer Streitfragen ist es ein bekannter Uebelstand, daß die Begriffe, die mit bestimmten Worten verbu: den werden, selten genau begrenzt und stets dem Gesetz der Veränderung unterworfen sind. Man streitet um Dinge, über die man im Grunde einig ist, oder doch sehr wenig auseinander geht, blos weil man unter bestimmten Ausdrücken Verschiedenes versteht. Oder, was auf dasselbe hinausläuft, man streitet an dem Kernpunkt der Sache borbei, weil die verschiedene Auffassung politischer Ausdrüde es entweder gar nicht zu einer sachgemäßen Erörterung desselben kommen läßt oder immer wieder von ihm ablenkt. Das ist auch der Fall in den Diskussionen über die Frage der Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse. Es giebt Leute, für die dies Wort ausschließlich den Sinn hat, daß die Arbeiterklasse regierende Klasse wird, auf irgend eine Weise Regierungsgewalt ausübt. Offenbar schließt das Wort diese Deutung ein, aber sein Begriff wird durch sie nicht erschöpft. Will man die so verstandene Frage erörtern, so ist es besser, von politischer Herrschaft zu sprechen, statt von politischer Macht. Bleiben wir vielmehr bei der allseitig unbestrittenen Frage, nämlich dem Mißverhältniß zwischen der politischen Macht, über welche die Sozialdemokratie heute in Deutschland rechtlich verfügt, und der Kraft, welche sie nach der Zahl und Regsamkeit ihrer Anhänger im Voltstörper thatsächlich darstellt. Jede Klasse oder Partei hat das natürliche Bestreben, ihre politischen Rechte in Ginklang zu bringen mit der potentiellen Macht, über die sie gebietet, oder, was dasselbe ist, ihre politische Macht ihrer sozialen Bedeutung anzupassen. Donnerstag, den 13. Oktober 1898. Abmachungen auszugleichen, daß die Wahrscheinlichkeit ernsthafter internationaler Komplikationen immer geringer wird. Es war eine intereffante Beobachtung, daß während die Bondoner und Bariser Presse bei der Nachricht von der Anwesenheit Marchand's in Fashoda außer sich gerieth und Artikel brachte, die einen Zusammenstoß zwischen Frankreich und England schier unvermeidlich erscheinen ließen, die sonst so empfindliche Börse von all dem Lärm fast unberührt blieb. Wir leben in der Aera der Zugeständnisse und der Lokalisirungspolitit, und wenn nicht alles täuscht, so wird in Europa wenigstens diese Aera so bald kein Ende nehmen. Es sind indeß auch Katastrophen möglich, von denen die Sozialdemokratie unmittelbar eher Nachtheil als Vortheil zu gewärtigen hätte. Dahin würde meines Erachtens eine größere Katastrophe in Italien gehören. Der nächste Erbe des Hauses Savoyen ist nicht die Sozialdemokratie, sondern to m. Roms bester Alliirter aber ist das offizielle Frankreich. Die Aufrollung der römischen Frage würde die religiösen und nationalen Gegensäge verschärfen und die politischen und sozialen Fragen um so viel von der Tagesordnung ab= drängen. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Auch die Frage des bevorstehenden allgemeinen Zusammenbruchs der bürgerlichen Gesellschaft habe ich in Stuttgart nicht behandelt, weil das theoretische Auseinandersetzungen erfordert hätte, die zu weit geführt hätten. Wenn ich auf die Wahrscheinlichkeit politischer Katastrophen zu sprechen kam, so that ich das im Gegenfaz zu jenen Stellen der Bernstein'schen Erklärung, wo es heißt: Politisch sehen wir das Privilegium der kapitalistischen Bourgeoisie in allen vorgeschrittenen Ländern Schritt für Schritt demokratischen Einrichtungen weichen. Unter dem Einfluß dieser und getrieben von der sich immer kräftiger regenden Arbeiterbewegung hat eine gesellschaftliche Gegenaktion gegen die ausbeuterischen Tendenzen des Kapitals eingesetzt, die zwar heute noch sehr zaghaft und tastend vorgeht, aber doch da ist und immer mehr Gebiete des Wirthschaftslebens ihrem Einfluß unterzieht.... Je mehr aber die politischen Einrichtungen der modernen Nationen demokratifirt werden, um so mehr verringern sich die Nothwendigfeiten und Gelegenheiten großer politischer Katastrophen." Diese Auffassung Bernstein's, sagte ich, stimmt für England, fie stimmt nicht für Amerika, nicht für das Festland Europa's, wo sich allenthalben gewaltige Katastrophen vorbereiten. Meine Anschauung wird durch den letzten Bernstein'schen Artikel in teiner Weise erschüttert. Was schließlich den etwaigen Zusammenbruch Oesterreichs an betrifft, so ist wohl unbestritten, daß seine unmittelbare Wirkung auf Deutschland die Entfachung einer starten nationalpatriotischen Be Denn der Begriff der politischen Macht ist ein sehr viel weiterer. wegung sein würde. Es hängt dann alles von der Fähigkeit der Wichtiger als Bernstein's Ausführungen über die Katastrophen Macht kann eine Partei oder Klasse auch ausüben, ohne an der Sozialdemokratie ab, zwischen nationalem Chauvinismus und über- find jene über die Frage der Taktik. Da soll ich ihn gründlich Herrschaft zu sein. Die Arbeiterklasse und die sie vertretende Partei, triebenem Kosmopolitismus die rechte Mitte einzuhalten, ob ihr aus mißverstanden haben, als ich erklärte, Bernstein empfehle oder die Sozialdemokratie, ist in Deutschland schon heute eine große diesen Ereignissen Stärkung oder zeitweilige Schwächung erwachsen predige" der deutschen Sozialdemokratie die englische Taftit. Nichts politische Macht, ohne an der Herrschaft zu sein. Sie ist es direft, würde. Es würden da Fragen auftauchen, die mit dem Klaffen- liege ihm ferner als das. Gerade er sei zu verschiedenen Malen durch ihre Verbindung in den gefeßgebenden und verwaltenden fampf der Arbeiter in keinem direkten Zusammenhang stehen, und auf das energischste gegen den Dogmatismus in der Frage der Körpern. Sie ist es indirekt durch die gewerblichen Or- zu denen eine große Partei, wie die Sozialdemokratie, pofitive politischen Mittel aufgetreten, und es sei selbstverständlich, daß mit ganisationen der Arbeiter, durch die Stärke des sozialistischen Stellung zu nehmen hätte. Versieht sie es hier, so muß fie ge- den Umständen sich die Kampfart ändern müsse. Bewußtseins in den Massen, durch den politischen Zusammenhang wärtigen, daß andere, gleichzeitig zur Neuregelung drängende Das ist alles ganz rid,' g. Aber was wollte Bernstein mit und Zusammenhalt dieser Massen, ihre Energie und Aftionsbereit Fragen, an denen sie direkt interessirt ist, in einer für sie ungünstigen feinen Untersuchungen über die Probleme des Sozialismus beschaft. Die Macht, welche die Sozialdemokratie heute auszuüben im Weise entschieden werden. weisen? Doch nicht die billige Wahrheit, daß wir unsere Tattit stande ist und, genauer zugesehen, indirekt auch schon in hohem Was eine sozialistische Partei durch Kluge Ausnüßung von Vor- nach den jeweiligen Verhältnissen einrichten müssen? Unsere Tattit Grade ausübt, ist unvergleichlich größer als die Macht, die sie in gängen erzielen fann, die für den wirthschaftlichen Kampf der Ar- hängt auch garnicht allein von den jeweiligen augenblicklichen Verden gefeßgebenden Körpern direkt darstellt. Darüber kann gar kein beiter untergeordnet erscheinen, dafür liefert ein glänzendes Beispiel hältnissen ab, sondern ebenso sehr von unseren Grundsägen, Streit bestehen. Nur darüber kann man streiten, ob die in der die österreichische Sozialdemokratie. Im Laufe weniger Jahre hat von unseren allgemeinen Anschauungen. Das scheint heute nicht Sozial demokratie ruhende potentielle Kraft auch schon groß genug fie es dazu gebracht, aus einer politisch für Null zählenden allgemein anerkannt zu sein, angesichts der heiligen Scheu mancher ist, sie zur Uebernahme und zielführenden Ausübung der politischen Gruppe nicht nur ein ernsthaft zählender, sondern auch Leute vor dem fich festlegen", das heißt vor dem Bekennen Herrschaft zu befähigen. Die Beantwortung dieser Frage hängt ein tonangebender Fattor im politischen Leben Desterreichs fester Grundsäge, aber Bernstein wird der letzte sein, der das davon ab, unter welchen Umständen die Erlangung der politischen zu werden. Viel haben die eigenthümlichen Parteiverhältnisse Defterleugnen wird. Aendern sich unsere Grundsäge, so muß sich Herrschaft durch die Sozialdemokratie heute in Deutschland denkbar reichs dabei geholfen, das fei vorausgefchickt. Aber die Gunst also auch unsere Taktik ändern; nicht nur jeder besonderen Situation, ist und vor welchen Aufgaben die Partei sich in solchem Falle gestellt der Verhältnisse lieferte nur erst den Boden, auf dem Siege zu er- sondern auch jeder besonderen theoretischen Auffassung entspricht eine sähe. Meine Ansichten über diesen Punkt sind bekannt, und ich fämpfen waren. Dieser Boden selbst war indeß keineswegs nur ge- bestimmte Taktik, oder wenn man lieber will, entsprechen bestimmte tomme daher nicht weiter auf ihn zurück. decktes Terrain. Die Siege wurden vielmehr erkämpft, weil die taktische Grundsätze. Und einer bestimmten Theorie, die Strategen da waren, die alle Vortheile des Terrains auszunuzen, allgemeine Geltung für ein bestimmtes gesellschaftliches Geseine Abwege zu vermeiden wußten, weil an der Spiße der öster- biet hat, entsprechen auch allgemeine taktische Grundsätze reichischen Bewegung Leute standen, die man darf es wohl für dieses Gebiet. So hatte das tommunistische Manifest" fagen Meister jenes Opportunismus find, der den echten Heer- das weffliche Europa im Auge; Engels in seinem Vorwort zu den führer vom stümpernden Experimentirer unterscheidet. Sie verstanden Klaffentämpfen in Frankreich", das ganze Europa; Bernstein spricht es, im rechten Moment außerparlamentarisch zu handeln, wie sie sich in seinen Artikeln über die Probleme des Sozialismus und in seiner ebenso als außerordentlich gefchickte parlamentarische Taktiker er- Stuttgarter Erklärung ganz allgemein von der kapitalistischen Gesellwiesen haben. Sie verstanden es, eine energische, anfeuernde Sprache schaft; und so entspricht auch jeder dieser Enunciationen eine bezu führen, ohne sich in zwedwidrigen, blos provozirenden Drohungen stimmte Tattit für die europäische resp. die internationale ArbeiterSie kann das auf verschiedenem Wege erreichen, je nach den zu ergehen; und ohne die Arbeiter darüber zu täuschen, daß bewegung überhaupt. Wenn Bernstein also eine neue, von der des politischen Einrichtungen, der Gruppirung der anderen Parteien und die Zeit der politischen Herrschaft noch weit im Felde Kommunistischen Manifests" verschiedene Theorie der sozialen Entihren Beziehungen zu einander, und, neben allerhand anderen, auch liegt, haben sie ihnen den Weg zu einer Machtposition wickelung aufstellt, so sucht er damit eine neue Tattit für Deutschder internationalen Lage des betreffenden Landes. Mit den Um- gezeigt, wie sie sie sich vorher nicht hatten träumen lassen. Wären land ebensowohl wie für die anderen Länder der kapitalistischen ständen ändert sich naturgemäß die Kampfart. Daß die deutsche fie Dogmatiker, Ritter vom starren Buchstaben des Prinzips, es ist Produktionsweise zu begründen. Sollte das nicht auch ein„ VorSozialdemokratie sich in dieser Hinsicht auf einen bestimmten Weg sehr fraglich, ob sie all' das erreicht hätten, und ob die Arbeiterpartei schreiben des Weges für die deutsche Sozialdemokratie" sein? Dem festlegen solle welcher Mensch mit gesunden Sinnen wird ihr das Desterreichs, die nicht nur mit anderwärts unbekannten Vortheilen, entspricht es, daß Bernstein besonderen Nachdruck auf die Revision zumuthen? sondern auch mit anderwärts nicht gekannten Schwierigkeiten zu der Taktik legt, die Engels in seinem Vorwort zu den„ KlassenEs ist mir um so unbegreiflicher, wie man das von mir voraus- fämpfen hat, heute die Machtstellung einnähme, die sie thatsächlich fämpfen in Frankreich" angeblich forderte. In der Stuttgarter Erfezen fonnte, als gerade ich zu wiederholten Malen sehr energisch innehat. flärung Bernstein's heißt es unter anderem: über die Verkehrtheit des Dogmatismus in der Frage der politischen In ähnlicher Weise hat die belgische Arbeiterpartei durch geschickte, Mittel mich ausgesprochen habe. Es sei hier nur an einen Artikel energische Ausnußung politischer Möglichkeiten sich das Wahlrecht im Jahrgang 1894 der Neuen Zeit" über den Streit als politisches und eine wachsende Macht im belgischen Parlament errungen. Kampfmittel", sowie daran erinnert, was ich anläßlich der sächsischen Die Vorstellung von einem nahe bevorstehenden Zusammenbruch Wahlrechtsverkürzung im Jahrgang 1896 derselben Zeitschrift ge- der ganzen bürgerlichen Gesellschaft birgt die Gefahr in fich, schrieben habe. Der dort entwickelte Standpunkt ist noch heute der daß doch nicht alles gethan wird, diejenigen Etappen zu meinige. nehmen, die jedenfalls auf dem Wege zum Ziele liegen. Ebenso mit den politischen Katastrophen. Es ist mir nicht ein- Es ließe sich dies ant einer ganzen Reihe Beispiele aus Diese Berufung auf Engels scheint mir irrig. Woher tommt ca gefallen, dogmatisch die Möglichkeit politischer Katastrophen zu be- der Geschichte der Arbeiterbewegung aller Länder nachweisen. denn, wenn Engels im gleichen Sinne dachte, wie Bernstein, daß des streiten Gewiß ist der Gedanke an ein großes, weitumfassendes Ziel ein ersteren Vorwort vor 3 Jahren in der Partei lebhafte Zustimmung der müßte ein seltsamer Politiker sein, der das wollte und noch weniger fonnte es mir einfallen, die bestmögliche Aus- erhebender, aber auch ein weniger umfassendes und daher näher fand und von der bürgerlichen Presse mit Gleichgiltigkeit aufnuzung solcher Katastrophen für die Erreichung bestimmter Ziele zu liegendes Biel fann zur höchsten Begeisterung entflammen, wenn die genommen wurde, ganz im Gegensatz zu den kritischen Artikeln des verpönen. Es ist mir unbegreiflich, wie man so etwas aus meinen Ueberzeugung da ist, es muß genommen werden und es fann ge- letzteren? Artikeln herauslesen kann. Ich habe mich gegen eine ganz be- nommen werden. Ob der Arbeiterklasse durch eine Verkettung ber- Die Aufnahme, die das Engels'sche Vorwort" fand, rührt daher, stimmte Katastrophentheorie gewendet: gegen die Auffassung, daß der schiedener Umstände im Kampfe um politische Rechte die politische daß dieses thatsächlich nichts weniger bezweďte, als eine Kritit an der Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft und eine aus ihm sich herrschaft zufällt, kann niemand voraussagen; aber das kann man bisherigen Taktik der deutschen Sozialdemokratie. Im Gegentheil, es ergebende allgemeine große Statastrophe nahe bevorsteht. Diese Auf- fagen, daß ohne Erweiterung der gegebenen Rechte die Erweiterung ist die glänzendste Rechtfertigung derselben, und die neue fassung halte ich für irreführend und deshalb verderblich. ihrer politischen Macht eine sehr zweifelhafte Sache ist. In diesem Tattit, bie er den romanischen Wölfern empfiehlt, es ist die alte Andere Katastrophen sind gewiß nicht unmöglich, und es ist Sinne habe ich meinen Brief an den Stuttgarter Parteitag ge- attit, die die deutschen Arbeiter seit drei Jahrzehnten üben. auch ganz gut, dessen eingedenk zu sein. Es giebt für schlossen, und nur dadurch, daß man den Schlußsaz übersehen, kann Bernstein geht auf der einen Seite hinter Engels zurück und politische Parteien kategorische Imperative. Parteien find ich es mir erklären, daß man aus ihm herauslesen ionnte, ich wollte auf der andern Seite über ihn hinaus. Er geht hinter Engels zurück, Sachwalter bestimmter Interessen, die sie in jeder Weise der deutschen Sozialdemokratie auch den Weg dazu vorschreiben, wenn er es heute noch für nothwendig hält, einem deutschen Parteitage wahrzunehmen haben. Von einer Gelegenheit, diese Aufgaben ihr eine den gegenwärtigen englischen Verhältnissen entnommene die Richtigkeit der Engels'schen Auffaffung zu demonstriren, daß die zu fördern, feinen Gebrauch machen, ist stets ein grobes Taktik predigen. Nichts konnte mir ferner liegen als das. Denn Zeit der infurrektionellen Handstreiche und der glücklichen StraßenPflichtvergehen, denn hier heißt es oft genug: was du von wenn ich in England eines habe Ternen können, so ist es die alte fämpfe mit dem Militär vorbei sei. Er geht aber auch über Engels der Minute ausgeschlagen, bringt ein Jahrzehnt dir nicht zurück. hausbackene Wahrheit, daß, was für das eine Land gut ist, darum hinaus, wenn er an dem Kommunistischen Manifest eine Kritik Wenn es somit richtig ist, die mögliche Rückwirkung auswärtiger noch nicht für das andere paßt. Die Engländer sind alles Mögliche fibt, wie sie Engels nie geübt hat und geübt hätte. Das ist Katastrophen auf die innere Entwicklung Deutschlands nicht ganz nur feine Doktrinäre der Taktik. Und ich glaube, darin liegt das Ge- Bernstein's gutes Recht, aber damit tritt er für eine Tattit ein, die außer Augen zu lassen, so wäre es jedoch ein Fehler, größere Hoff- heimniß ihrer größten politischen Erfolge. sich mit der von Engels empfohlenen keineswegs deckt. So weit Ed. Bernstein. fein Standpunkt dem von Engels entspricht, wird Bernstein feinen nungen auf sie zu bauen. Bei einem Theil der in Aussicht gestellten Widerspruch in der Partei finden. Der Widerspruch beginnt erst Katastrophen anderer Länder ist eine solche Rückwirkung ziemlich unwahrscheinlich. Die Bürgerkriege Spaniens z. B. haben das übrige dort, wo er darüber hinaus geht. Europa von Epoche zu Epoche weniger in Mitleidenschaft gezogen. Etwas nach Art der Hohenzollern'schen Thronkandidatur ist diesmal nicht zu gewärtigen. Ueberhaupt sind in allen europäischen Großstaaten die Regierungen und aus guten Gründen so sehr darauf bedacht, ihre Differenzen durch diplomatische *) Wir bringen diesen Artikel unseres Mitarbeiters Bernstein, und lassen die Antwort Kautsky's sofort folgen. Wir glauben auch Bernstein's Zustimmung sicher zu sein, wenn wir mit Kautsky meinen, daß die weitere Diskussion besser in der„ Neuen Zeit" gepflogen werden kann, wo es leichter möglich ist, in umfassender Weise die streitigen Fragen zu behandeln, als in einem den Aufgaben des Tages gewidmeten Blatte. Taktik und Grundsätze. Engels ist so sehr von der Ueberlebtheit der auf die Katastrophen zugespitzten Taktik überzeugt, daß er auch für die romanischen Länder, wo die Tradition ihr viel günstiger ist als in Deutschland, eine Revision von ihr hinweg für geboten hält. " Haben sich die Bedingungen für den Völkerkrieg geändert, so nicht minder für den Klassenkampf", schreibt er. hat man das schon vergessen?" " Nun ist es freilich richtig. daß Bernstein eine bestimmte neue Daß mit den Stuttgarter Verhandlungen die Diskussion über Tattit nicht empfohlen hat. Darin sehe ich jedoch keinen Vorzug, sondern den Bernstein'schen Standpunkt nicht abgeschlossen, sondern vielmehr den größten Nachtheil seines Revisionsfeldzuges". Ich muß gestehen, erst recht eröffnet sei, das war mir schon in Stuttgart vollständig daß dies einer der Gründe war, warum ich den Bernstein'schen flar. Trotzdem überraschte mich der Artikel Bernstein's über die Artikeln in der Neuen Zeit" nicht sofort antwortete. Ich wartete Eroberung der politischen Macht", schon deswegen, weil Bernstein ihn immer auf noch mehr, sie schienen mir unvollständig, weil sie zu offenbar schrieb, ehe er einen genauen Bericht hatte. Sonst hätte er keine feinem pofitiven Resultat gelangten, weil sie die Grundlagen unserer Veranlassung gefunden, gegen die Anschauung zu polemisiren, als sei bisherigen Taktik umstürzten, ohne neues an deren Stelle zu setzen. von auswärtigen Katastrophen eine größere Einwirkung auf die Und diese Unvollständigkeit ist wohl auch der Grund, warum die Davon war in Bernstein'schen Artikel so vielfach als das Produkt eines müden inneren Verhältnisse Deutschlands zu erwarten. Stuttgart gar keine Rede, auch nicht in meinen Ausführungen, die Bessimismus und Steptizismus erschienen. Bernstein jedenfalls in erster Linie im Auge hat, wenn er es auch vermeidet, mich zu nennen. Was Bernstein nicht selbst that, mußten nun seine Kritiker thun: die Konsequenzen seines Standpunktes ziehen. Und da bin ich zur erNeberzeugung gelangt, daß, wie die einzigen Thatsachen, auf die eingeschoben werde des Inhalts:„ Die dienstliche Aufsicht über die den Fischer G. aus dem Verein auszuschließen, widrigenBernstein einigermaßen sich stützen kann, wenn er über Engels hin- Geschäftsführung des Gewerbegerichts nimmt gemäß§§ 7 und 24 falls er der Stolper Landrath- gewillt sei, die Auflösung ausgeht, England entstammen, so auch diejenige Taktif, bie noth- des Buständigkeitsgesetzes der Regierungspräsident wahr." Die des Kriegervereins anzuordnen. Als Motiv zur Auswendig wird, wenn der Bernstein'sche Standpunkt der richtige, die Frankfurter Zeitung" räth allen Gemeindebehörden, jeden Vor- schließung des F. waren verschiedene Gründe angegeben, die in der englische ist, d. h. die Taktik der englischen Trades- Unions und der fchlag des Regierungspräsidenten nach Einfügung eines derartigen Versammlung aber als unrichtig erwiesen wurden. Dem Fischer G. Fabier. Paragraphen in das Ortsstatut rundweg abzulehnen, da es sich bei war zur Last gelegt, daß er bei der Stichwahl im Auftrage des libeUnd diese Auffassung wird nicht schon dadurch widerlegt, daß diesem Vorgehen um die Einengung der gerichtlichen Selbst- ralen Wahlfomitees das Wahllokal eines ländlichen Wahlbezirks Bernstein erklärt, er sei fein Doktrinär der Taktit. ständigkeit der Gewerbegerichte handle und um die Durchbrechung überwacht und mit Sozialdemokraten, die dasselbe be Bernstein hat das Mißgeschick gehabt, daß er bisher jede Stritit, der Auffassung, daß das Gewerbegericht ausschließlich der Justiz aufsichtigten, den Weg in Gemeinschaft zurück. die an seinen jüngsten Enunciationen aus Barteifreifen geübt aufficht unterstehe. gelegt habe. Das letztere erwies sich als unzutreffend. Dieser wurde, für eine mißverständliche erklären mußte. Ich führe das zum theil darauf zurück, daß Das Gefch gegen den nnlauteren Wettbewerb soll sich gut landräthliche Antrag rief unter den Versammelten eine große Aufer e3 unterließ, die bewährt haben; zu diesem Urtheil ist die in Leipzig versammelt ge- regung hervor, und die Generalversammlung beschloß mit StimmenKonsequenzen seines Standpunktes, so weit hinausreicht, klar und deutlich zu ziehen. Zum theil aber gekommen. Aber für die Regierung und die Behörden scheint das glieder dem Verein angehören follen, da nach den er über Engels wesene Konferenz deutscher Schutzvereine für Handel und Gewerbe einheit, daß die beiden Kameraden nach wie vor als Mitsuche ich die Ursache davon in der Form, in der Bernstein seine Gesetz stellenweise schon recht unangenehm geworden zu sein. Die Sagungen des Kriegervereins die Mitglieder ihren Verein ſelbſt Ausführungen bisher zu machen hatte. Es war die Form einer offiziösen Berl. Pol. Nachr." schreiben: leiten, und nur aus ihrer Mitte ein Auflösungsantrag eingebracht gelegentlichen Polemit mit Belfort Bag, die sich mischte mit einer Bolemit gegen einige andere, genannte und nicht genannte werden könne, wozu jezt kein Grund vorliege." Ein Patriot" darf nicht mit einem Sozialdemokraten eines Parteiſchriftsteller. So trefflich die polemische Form geeignet ist, Weges gehen so will es der Landrath v. Puttkamer. Nun, ein Stlärung zu schaffen und Mißverständnisse zu beseitigen, wenn Sozialdemokrat wird nichts wird nichts entbehren, wenn ihm derartige Dünkel den weitesten Kreiſen offenes sich um selbst darauf hinarbeiten müssen, daß nicht Anforderungen an die Allerdings wird man vornehmlich auch in den Geschäftskreisen Gerichte gestellt werden, denen diese auf grund des Gesetzes nicht entsprechen können. In einzelnen geschäftlichen Kreisen hat sich scheinbar die Ueberzeugung festgesezt, daß das Gesez die bereits methodisch dargestellt worden sind, so muß sie geradezu die Konkurrenz überhaupt helfen for gegen Patrioten" zehn Schritt vom Leibe bleiben. Wohl aber wird jenes eine Brutstätte von Mißverständnissen werden, wenn es sich um einen Standpunkt handelt, ber noch nirgends entwickelt worden, und die Sache wird schon gar schlimm, wenn der Vertheidiger des neuen Standpunktes gleichzeitig mit mehreren Gegnern zu thun hat, von denen jeder wieder auf einem besonderen Standpunkt steht. Politische Neberlicht. Berlin, den 12. Oktober. " doch nur die unlautere getroffen wird. Die Folge dieser An- baren. Wie weit es unsere ostelbischen„ Edelsten" bereits mit ihrem schauung ist verschiedentlich eine ungerechtfertigte Inanspruchnahme Hochmuth gebracht haben, zeigen die oben geschilderten Vorgänge im der Gerichte." Stolpminder Kriegerverein. Selbst bei den Loyalsten der Loyalen Um solche falsche Auffassungen zu vermeiden, wird die weitere findet dies Gebahren bereits Widerstand. Gründung von Vereinigungen zur Bekämpfung des unlauteren WettSoll die Diskussion über die Bernstein'schen Anschaumgen eine bewerbs empfohlen, die sollen dann aufflärend wirken. Köln, 11. Oftober.( Eig. Ver.) Der hiesige Vorsitzende des Es ist Verbandes deutscher Kriegsveteranen ist wegen Verdachts der Unterfruchtbare werden, dann ist es vor allem nothwendig, daß wir eine dies die alte, fchlaue Taktil, dem beißenden oder doch nurrenden schlagung und Urkundenfälschung verhaftet worden. Vorher hatte er folide Grundlage dazu bekommen, eine fyftematische, zusammen- Hunde, um Ruhe vor ihm zu haben, einen Knochen hinzuwerfen, eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, of ohl ihm faffende und eingehend begründete Darstellung seiner grundlegenden mit dem er sich dann eine Weile amifirt. Die Regierung weiß durch den Zentralvorstand in Leipzig telegraphisch die Vollmacht entAnschauungen, so weit fie aus dem Nahmen der bisher in jedenfalls ebenso gut wie andere Leute, daß all diese Schutzvereine zogen sein soll. In dieser Versammlung wurden acht Vorstandsunferer Partei giltigen Grundsätze hinausgehen. Wie die und all diese Gesetze gegen den umlauteren Wettbewerb, die Aus- mitglieder nicht wiedergewählt. Am jüngsten Sonntag fand nun Sachen heute liegen, erscheint mir eine solche Darstellungnahme- Besteuerung der Waarenhäuser u. f. w., daß alles dies gegen eine von einem nach seiner Angabe von der Behörde dazu aus der Feder Bernstein's, sei es in einer besonderen Broschüre, sei die Uebermacht und das ständige, erdrückende Vorrücken der kapital- autorifirten Mitgliede des alten Vorstandes einberufene Versammlung cs in einer Artikelserie in der Neuen Zeit", unbedingt nothwendig. fräftigen Unternehmungen nichts müßt. Aber der Hund muß doch statt, in der es zu unglaublichen Auftritten fam. Der Einberufer Eine Fortsetzung der Polemit in kleinen, zerstreuten Artikeln über bei guter Lanne erhalten werden; darum die von Zeit zu Zeit hin wollte die vorhergegangene Versammlung für ungiltig erklärt wissen, einzelne aus dem Zusammenhang gerissene Punkte dürfte, wie ich geworfenen Knochen.weil man darin mit gekauften Menschen" bewährte Männer habe fürchte, mehr persönliche Verbitterung säen als prinzipielle Klarheit schaffen. K. Kautsky. Die Umfastener für Waarenhäuser und Magazine wird hinausschieben wollen. Mehrere Beteranen" sprangen auf und vom Mittelstand gegenivärtig als Schutz gegen die übermächtige protestirten gegen die Aeußerungen, man schrie" Hinaus!" und es Konkurrenz verlangt, und die Auguren vom Schlage des Herrn entstand ein solcher Tumult, daß der anwesende PolizeiMiquel verhandeln ganz ernsthaft über diese Wünsche. Man weist fommissar einschreiten und einige vor der Thür poftirte Schuyleute namentlich auf Frankreich hin, wo eine Gesetzgebung sehr segens- 3 feiner Unterstügung hereinrufen mußte. Auch die folgenden reich gewirkt habe. Wie wenig das der Fall ist, beweist z. B. ein Redner wurden durch unbeschreibliche Unruhe, Geschrei und Scharren Rundschreiben, das an die französischen Goldschmiede gerichtet ist, in mit den Füßen unterbrochen, fodaß man schließlich umverrichteter Dinge auseinanderging. Solche Aufführung ist für die fürstlichen dem es heißt: Das Geschäft wird, wie Sie wissen, immer schwieriger, und die Protektoren der Kriegervereine und besonders für den wackeren Ifolirung, in der wir uns befinden, erlaubt uns nicht, gegen die General Spitz schr betrübend. Anstatt geschlossen gegen den„ IlmDazare, Waarenhäuser, Abzahlungsgeschäfte u. f. w. anzufämpfen. Sturz" zu marschiren, krakehlen diese Krieger untereinander wie die Die großen Bazare, welche uns allen eine so schreckliche Kon- Wilden. furrenz machen, haben in Paris eine Gesellschaft gebildet Strasburg i. E., 10. Oftober.( Eig. Ber.) Die hiesige Sollten die Regierungsvertreter wirklich eine derartige mit einem gemeinsamen Einkaufs fomptoir; auf Bürgerzig." veröffentlicht heute eine ihr vom kommandirenden Forderung sei es im Reichstage sei es im Abgeordnetenhause diesem beruht ihre Stärke, weil sie durch das Komptoir von den General des 15. Armeekorps, Frhru. v. Falkenstein, zugegangene stellen, so würden sie damit von neuem der Monarchie einen Lieferanten so bedeutende Rabatte verlangen, daß sie ohne theurer Berichtigung in Sachen der am 14. September d. 3. erfolgten schlechten Dienst erweisen. Die Palästina- Reise ist ein Privat- Ver- zu verkaufen, doch mit größerem Nutzen arbeiten können." Das Tödtung des Sergeanten Scheinhardt durch den gnügen des Kaisers, wofür derselbe felbstverständlich genau so wie Rundschreiben beklagt sich dann, daß Regierung und Parlament nicht Ulanen- Rittmeister Grafen Stolberg- Wernigerode. Diese sogenannte jeder andere Reiselustige die Kosten tragen muß. Reichen die interveniren, um diese„ ungefeßliche und unglückselige" Konkurrenz Berichtigung befagt: 1. daß die Verlegung des Sergeanten Scheinhardt fünfzehn Millionen der Zivilliste nicht aus, so müssen eben beseitigen, und nicht mindestens die Transportkosten für den lediglich in einem durch grobe Dienstvernachlässigung und fortgesetzter kleinhandel herabsetzen. Man sieht hier, wie die Ausnahme- Widerrede provozirten Säbelhieb bestand, 2. daß der sofort nach folche fostspieligen Kreuzfahrten unterbleiben. Es würden im besteuerung die Waarenhäuser auch noch zur Kartellbildung treibt. dem Hinscheiden des Verletzten gegen den Beschuldigten erlassene Volke seltsame Gedanken entstehen müssen, wenn die Regierung Jedenfalls für die kleinen Geschäftsleute ein sehr unerwünschter Haftbefehl infolge der Manöverbewegung erst am folgenden Tage die Steuergroschen der Aermsten für prunkvolle Auslandsreisen Erfolg jener Gesetzgebung. in Saarburg vollzogen werden konnte, 3. daß die Angabe, des Kaisers noch über die gefeßlich festgesetzte Zivilliste hinaus der Beschuldigte habe bereits früher seinen Burschen erstochen, in Anspruch nehmen wollte. auf unwahrheit beruht. Dazu bemerkt die„ Bürgerzeitung": Diese Berichtigung" ist in der Hauptsache eine Bestätigung der seinerzeit gebrachten Nachricht, wonach der Rittmeister Graf zu Stolberg- Wernigerode den Sergeanten Scheinhardt im Manöver erstochen hat. Eine Kostenrechnung für die Orientreise? Die Palästinafahrt des Kaisers wird ein heidenmäßiges Geld kosten. Da munkelt man nun davon, daß die Kosten aus Reid) smitteln berlangt werden sollen. Die„ Berl. Neuest. Nachr." schlagen vor, daß die Regierung sich an den preußischen Landtag wenden solle. Deutsches Reich. Offiziöses über den Beginn der Reichstagsfeffion. Die Berl. pol. Nachr." schreiben:" Der Tag der Eröffnung der nächsten Reichstagstagung dürfte gegenwärtig überhaupt noch nicht feststehen, so viel aber darf als ziemlich sicher angesehen werden, daß er in das Ende des Novembers oder in den Anfang des Dezembers fallen wird. Wahrscheinlich dürfte die Reichstagstagung beiläufig um die felbe Zeit wie im vorigen Jahre eröffnet werden, wo der Beginn auf den 30. November fiel." " Der Pariser Korrespondent der Krenz- Zeitung", Herr v. Jagow, ist aus Frankreich ausgewiesen worden. Er soll falsche und beunruhigende Mittheilungen über die Pariser Verhältnisse nach Deutschland gesendet haben. " Die Kreuz- Zeitung" befindet sich in der fatalen Lage, diese Ausweisung ihres Korrespondenten ohne ein Wort der Kritik hinnehmen zu müssen, da sie stets die eifrigste Bertheidigerin deutscher Regierungen war, so oft diese Ausweisungen„ mißliebiger" Ansländer vornahmen. Die Berichtigung stellt amtlich fest, daß Graf zu Stolbergs Wernigerode den Sergeanten Scheinhardt mit einem Säbelhiebe verwundete. Die Berichtigung bestreitet des weiteren nicht, daß Scheinhardt furze Zeit nachdem er die Verletzung erhielt, Der christlich- soziale Parteitag trat am Montag in Gießen zusammen. Hofprediger a. D. Stöder gab sich den Anschein, als gestochen ist, sowie daß Stolberg den Sergeanten Scheinhardt mit ob er mit dem Stande seiner Sache ganz zufrieden sein könne; die Ausdrücken wie gemeiner Hund"," Schuft" 2c. regalirte. Es hätte 50 000 christlich- sozialen Stimmen seien doch immerhin ein Erfolg, nach der That eine amtliche Klarstellung der Affäre ermehr zur Beruhigung des Publilums gedient, wenn unmittelbar Die deutsch- englischen Beziehungen haben sich in neuerer der Glaube zur Sache scheine ihm gerade in letzter Zeit stärker zu folgt wäre. Statt dessen kommt jetzt fast vier Wochen nach dem Beit verbeffert. Als einen neuen Beweis hierfür wird aus London werden. Weniger optimistisch freilich äußerte fich Dr. Burd- Geschehuiß, welches das peinlichste Aufsehen erregte, eine„ Bes mitgetheilt, der deutsche Kaiser habe ein Handschreiben an die hardt, der den Rechenschaftsbericht gab und führte fiber die geringe richtigung". Bezeichnend ist, daß in der Berichtigung davon die Königin Victoria gerichtet, worin er den lebhaften perfönlichen Opferwilligkeit der Parteigenossen, die weder durch Geldbeiträge, Rede ist, der Sävelhieb sei durch grobe DienstvernachWunsch ausdrückt, die Bölker beider Länder in den Banden noch durch Mitarbeit die Partei unterſtügten. enger Freundschaft miteinander verhüpft zu sehen und hinzu- Stöder sprach über die politische Lage: Die größte Gefahr feiäigung( also nicht einmal widerfeglichkeit oder gar Be fligt, er beabsichtige alles, was in feiner Macht stehe, zur Er- heute, daß man das Unglück und die Schäden der Zeit als lediglich drohung 1) provoziri worden. Das Militär- Reglement fennt als reichung diefes gweds zu thun. Weiter fündigt der Kaiser durch die Sozialdemokratie hervorgerufen ansieht, und darüber allen Folge von Dienstvernachlässigungen schwere Strafen. hieben provozirten und nichtprovozirten ist darin leine Rede. feine Balästinarcise an und sagt, er werde die heiligen Orte besuchen politischen, sittlichen und sozialen Fehlern Absolution ertheilt. Eine mit Gedanken des Friedens und der Freundschaft für die ganze Gefahr, die nicht hoch genug angeschlagen werden könne, bestehe erscheinende und von V. Boinet herausgegebene Beitung L'illustré Das Ministerium für Elsaß- Lothringen hat die in Paris Menschheit, insbesondere für die edle Ration unter der Herrschaft darin, daß man den Arbeitern mit Zuchthaus droht, wenn sie zin National" bon von der Berbreitung im te ich slaude ausfeiner bewunderten und geliebten Großmutter. Streit anreizen. Man habe nicht mehr den Muth, die innerlichen Schwierigkeiten anders überwinden zu können. Hierauf folgte ein Geschlossen. Vortrag des Grafen v. Solms Laubach über die Stellung der Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Vom LandChriftlich- Sozialen zu den übrigen Parteien. gericht zu Dresden wurde ein 48 Jahre alter, noch unbestrafter Zur Annahme gelangten einige Resolutionen, in denen die be- Schuhmachermeister Fickert, aus Ehrenfriedersdorf gebürtig, zu sechs fannten Forderungen der Partei auf politischem und sozialem Ge- Monaten Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung verurtheilt. Der betreffende foll gelegentlich eines Feldgottesdienstes zur Feier biete wiederholt werden. des 200jährigen Bestehens des sächsischen Pionierbataillons vor einer großen Menschenmenge beleidigende Redensarten in bezug auf den König von Sachfen geäußert haben. Die bisherige Unbescholtenheit des Berurtheilten wurde als strafmildernd in betracht gezogen. Bemerkt sei, daß es sich nicht um einen Sozialdemokraten handelt. „ Gedanken des Friedens und der Freundschaft für die ganze Menschheit" find gewiß recht lebenswerth. Was aber können sie bedeuten gegenüber der Thatsache, daß die deutsche Regierung un entwegt den völferentzweienden Militarismus pflegt und Ausnahmegefeße gegen die arbeitenden Klaffen ihres Landes fabrizirt? Gerüchte über den Rücktritt des Prinzen Albrecht von der braunschweigischen Regentschaft zirkuliren wieder. Sie dürften faum mehr begründet sein, als die früheren Gerüchte gleicher Art. Eine juristische Unmöglichkeit. Zu der Berichtigung des Juftizministers Schönstedt hinsichtlich der Festhaltung von Gefangenen über die eigentliche Strafzeit hinaus bemerkt die Sächs. Arbeiter Beitung": Es wird gewiß allgemein intereffiren zu erfahren, daß diese juristische Unmöglichkeit in Sachsen in der That besteht. Es wird hier jedem Gefangenen in seiner Instruktion von vorn herein bekannt gemacht, daß er zur Verbüßung von Disziplinare ftrafen, die er fich etwa am lepten Tage feiner Strafzeit zuzicht, auch über die Dauer der eigentlichen Strafzeit hinaus festgehalten werden kann." -Von Kiantschon. Durch kaiserliche Kabinetsordre ist der Kapitän zur See Jaeschke zun Gouverneur von Kiantschou ernannt worden, der bisherige Gouverneur, Kapitän zur See Rosendahl, tritt zur Marinestation der Ostsce zurück. Desterreich. Prinz Ludwig von Bayern und die Zölle. Auf dem Bayerischen Landwirthschaftsrath wurde ein Antrag des Kreisausschusses von Niederbayern berathen, der sich für die Beseitigung event. Herabsetzung der Pflasterzölle und Markgebühren aussprach. In der Diskussion nahm auch Prinz Ludwig das Wort, um einige bemerkenswerthe Aeußerungen über Zölle im allgemeinen zu thu. Prinz Ludwig führte aus:„ Die Aufschläge für Lebensmittel und Pflasterzölle feien auseinander zu halten. Das Reich Reich erhebe landwirthschaftliche Zölle, aber auch die Gemeinden nähmen an ihren Grenzen Zölle. Beide gölle Wenn derartiges in Sachfen geschehen ist, so liegt eine offenbare Wien, 12. Oftober. Die amtliche Wiener Zeitung" veröffent bertheuern. Der Zoll des Reiches fei ein Schutz der heimischen Widergefeßlichkeit vor. Wir würden einem Gefangenen, der über licht eine Verordnung des Gesammiministeriums, durch welche die Landwirthschaft, während die städtischen Zölle zur Finanzirung der feine Strafzeit hinaus im Gefängniß festgehalten wird, anrathen, für 33 politische Bezirke Galiziens getroffene Ausnahme= städtischen Büdgets dienen. Für den Konsum wäre es wegen Freiheitsberaubung Klage zu führen. verfügungen hinsicht 10 dieser Bezirke vom 11. Oftober ab bortheilhaft. wenn gar teine 8ölle erhoben aufgehoben werden. Kriegervereinliches aus Puttkamerun. Der„ Lib. Korr." würden. Das Budget der Städte würde aber durch die wird aus Stolpmünde gefchrieben: Kurz vor dem ReichstagsNugarn. Aufhebung der Zölle in große Verlegenheit kommen." Wahltage fand eine Generalversammlung des hiefigen Kriegervereins Budapest, 11. Oftober. Der volfswirthschaftliche Ausschuß des Was Prinz Ludwig hier gesagt hat, ist für uns nicht statt, in welcher der damalige Vorsitzende Buhr in einer Ansprache Abgeordnetenhauses stimmte dem Gesetzentwurf über das Zoll- und neu. Aber bemerkenswerth ist, daß ein Mann, dem ein warmes Herz über Parteipolitik sprach und die Versammelten aufforderte, Handelsbündniß zwischen Oesterreich und Ungarn im allgemeinen zu; für die Landwirthschaft auch von der„ Deutsch. Tagesztg." nicht wohl für den bisherigen konservativen Abgeordneten die Einzelberathung findet morgen statt. Im Laufe der Debatte abgesprochen werden dürfte, dem oppositionellen Standpunkt der Will Schweßlin zit stimmen. Als ein Vereinsmitglied, erklärte der Ministerpräsident Baron Banffy, wenn das Gesetz von Konsumenten, vornehmlich also der Arbeiter, objektiv zu würdigen Maler F., auf den§ 9 des Vereinsstatuts aufmerksam machte, nach 1867 jetzt anders gedeutet werde, als es seit 30 Jahren geschehen versteht. Es wird hier zugegeben, daß die großen Massen der Bevölkerung welchem die Erörterung von Politit und Religion in den Vereins fei, so möge man sich nicht wundern, went möglicherzu fiskalischen Zwecken durch Zölle vertheuerte Lebensmittel faufen müssen. jigungen auszuschließen sei, stellte der Vorsigende sofort den Antrag, weise eine Erschütterung des fonftitutionellen Lebens eintreten oder Es ist auch zugegeben, was bekanntlich die agrarische Presse be- den Kameraden F. als Störenfried aus dem Verein zu entfernen. streitet, daß nicht etwa das Ausland den Zoll trägt, sondern die hei- Die Versammlung lehnte den Antrag entschieden mit allen gegen mischen Konsumenten. Die Einführung und Erhöhung der Zölle hat zwei Stimmen ab. Einige Zeit darauf haben der Stolper Landrath, demnach die Inlandspreise erhöht und nicht zugleich die Auslands Geheimer Regierungsrath v. Puttkamer und der Stolper preise sinken lassen. Der Zoll traf voll und ganz die Inländer und Bezirks Kommandeur durch den hiesigen Amts wird nicht, wie das konservative Handbuch behauptet, dem Ausländer vorsteher und den hiesigen Kriegervereins- Vorsitzenden den Kameraden am Preise abgezogen. Werden die Agrarier den Prinzen Ludwig F. dahin vernehmen lassen, ob er sich in einem Kneipgespräch wegen feiner Aeußerungen munmehr in das Lager der liberalen und geäußert habe: bei der Stichwahl eher für einen Sozialdemokraten Budapest, 12. Oktober. In der Ortschaft Lepsenh im Wesals für einen bündlerischen Agrarier zu stimmen," und für welchen primer Komitat riefen gestern betrunkene Sozialisten Raufereien herdemokratischen Agitatoren verweisen? 0 auch die durch das Zollbündniß gesicherten Vortheile verloren gehen fönnten. Die Minorität könne wohl die Majorität am Schaffen hindern, aber etwas gegen den Willen der Majorität zu stande zu bringen, sei unmöglich. Dies wäre kein verfassungsmäßiges Leben mehr, dies wäre parlamentarische Revolution. Die Ausgleichs- Vorlagen bedeuteten gegen das bisher in Geltung Gewesene eine große Besserung, er bitte, die Vorlage anzunehmen. Ein Eingriff in die Selbständigkeit der Gewerbegerichte der aufgestellten Kandidaten des Wahlkreises F. vor, und versuchten den Gendarmen, welche einschritten, die Gewehre fcheint in der neuesten Nummer des Ministerialblattes für die innere wohl gestimmt habe. Die hiesigen Sozialdemokraten zu entreißen. Einer der bedrohten Gendarmen machte von der Verwaltung in Breußen enthalten zu sein. Es bringt eine gemein- sind verhört worden, ob F. mit ihnen politisch in Verkehr Feuerwaffe Gebrauch; die Kugel verwundete einen Arbeiter schwer schaftliche Verfügung des Ministers des Innern und des Handels- stehe. Der Maler F. rechnet sich zur nationalliberalen und tödtete ein hinter demselben stehendes Mädchen. Mehrere Per ministers vom 18. August 1898, die davon ausgeht, daß in letzter Partei! In der am jüngsten Mittwoch stattgefundenen General- fonen wurden verhaftet. Zeit wiederholt zweifelhaft geworden sei, von welcher behördlichen versammlung des Kriegervereins verlas der Vorsitzende ein mehrere Richtig an diesen offiziellen Mittheilungen dürfte blos sein, daß Stelle die dienstliche Aufsicht über die Geschäftsführung der Ge- Seiten unifassendes Schriftstück des Stolper Landraths, nach welchem die Gendarmerie unschuldige Personen erschossen hat. Ueber den werbegerichte wahrzunehmen sei. Es solle daber dafür Sorge ge- derselbe im Einverständniß mit dem Stolper Bezirkskommandeur den Anlaß zu dem bedauerlichen Zusammenstoß dürfte man wohl auch tragen werden, daß in die Ortsstatuten ein besonderer Paragraph hiesigen Kriegerverein aufforderte, den Maler F. und aus anderen als den offiziellen Quellen noch einiges erfahren. Frankreich. Paris, 12. Oft. Picquart durfte gestern in Gegenwart des Gefangnißwächters mit seinem Schwager sprechen. Dem Vertheidiger Labori wurde jedoch bisher die Ermächtigung, Picquart zu besuchen, verweigert. 3 Paris, 11. Oktober. In einer Besprechung des englischen Blauouches über die Fashoda Frage fagt der„ Temps", der wichtigste Bunkt in demselben sei, daß England seine Ansprüche auf Fajchoda nicht mehr auf frühere Rechte des Khedive oder des Sultans stüße, sondern auf das Recht der Eroberung. Diese Frontverände rung sei für die Beweisführung seitens Frankreichs von beträcht lichem Nußen. Hoffentlich werde die Frage gütlich geregelt werden. Jedenfalls könne der Minister des Auswärtigen, Delcaffé, auf einmüthige Unterſtügung von ganz Frankreich rechnen. Dänemark. darauf, daß dieser Hafenplay Manila und etwa die Provinz Cavite Dieser Urtheilsspruch zeugt nach der Köln. 8tg." von gefundem sein soll, so wird Spanien dies zugestehen. Aber über dies hinaus Menschenverstand und von Lebenserfahrung. Die einfache Mitwird von spanischer Seite nichts bewilligt werden, auch nicht die theilung:„ Hier wird gestreift!" habe in sehr vielen Fällen die Bedeutung Unabhängigkeitserklärung der Inselgruppe, da nach dem Friedens- einer Drohung. Am Schlusse giebt sie ihrem Bedauern Ausdruck protokoll den Aufständischen nur eine Autonomie zu bewilligen ist. darüber, daß der Urtheilsspruch juristisch leider nicht haltbar ist. Hält also das rheinische Unternehmerorgan diese einfache, und, Werden nun die nordamerikanischen Unterhändler dieser Haltung Spaniens gegenüber etwa zu Drohungen übergehen, so werden die wie vor Gericht festgestellt wurde, in ruhigem Tone gesprochene" Spanier fofort die Konferenz, verlassen. Sollten darauf die Ver- Mittheilung schon für strafwürdig, dann ist auch nicht abzusehen, einigten Staaten versuchen, bie Philippinen mit Gewalt in ihren warum es nicht bei Anreizung zum Streit die Buchthausstrafe. Besiz zu bringen, so wird Spanien vielleicht nicht in der Lage sein, für angemessen halten sollte. Diese Organe haben daher durchaus diesem Gewaltatte entgegenzutreten; aber es wird bei den übrigen fein Recht, sich zu entristen, wenn wir uns an des Kaisers Wort Mächten gegen diese Verlegung des Völkerrechtes Einsprache erheben halten.und niemals auf seine Befigtitel auf die Philippinen verzichten, was freilich die Amerikaner gleichmüthig aufnehmen dürften. Türkei. Wozu noch das Zuchthandgesek? Der Bauarbeiter Gr. in 2übed hatte während des dortigen Bauarbeiter- Ausstandes zwei Arbeitswillige zum Mitstreiten zu Konstantinopel, 12. Oftober. Die Generale Osman Nuri überreden gesucht. Als diese sich trotz allem gütlichen Bureben Dem Folkething ift der Budget- Entwurf für 1899/1900 Pascha und Sabit Pascha erhielten den Befehl, sich nach Streta zu nicht herumbringen ließen, soll er mit Mißhandlungen gedroht zugegangen. Finanzminister Hörring schätzt die Gesammt Ein begeben, um die nöthigen Vorbereittungen bezüglich der haben. Das Gericht verurtheilte Gr., der bisher noch unbescholten nahmen des Staates auf 68 162 000 kr. Hiervon kommen auf äumung zu treffen. war, zu 6 Monaten Gefängniß, der Staatsanwalt hatte die Eisenbahnen 5 Millionen Ueberschuß, Post- und Telegraph Afrika. 3 Monate beantragt. In der Begründung des Urtheils wurde nach 1/3 Million; Klassenlotterie 1 Million; die Domänen 1 Million; die Kapstadt, 12. Oftober. Infolge des gestern von der Kammer dem Gen.- Anz." ausgeführt, daß deshalb auf eine so hohe Strafe direkten Steuern 1012 Millionen, wovon die Agrarsteuer 62/3 Mil- beschlossenen Mißtrauensvotums gab das Ministerium seine Ent- erkannt werden müsse, weil ein Bergehen, wie das des Angeklagten, lionen, die Gebäudesteuer 31/2 Millionen und die Rang- lassung, die der Gouverneur annahm. Das Mißtrauensvotum wurde eine Gefahr für alle Arbeitswilligen bilde. Durch solche Drohungen steuer ganze 59 700 Kronen ausmacht. Stenern liefern 48 Millionen( 111), zu denen allerdings Niederlage der Rhodes'schen Politik. Die indiretten mit 39 gegen 37 Stimmen beschlossen. Der Beschluß bedeutet eine werde nicht nur auf die einzelnen eingewirkt, sondern auf die Gesammtfälschlich auch die Erbsteuer( 1/2 Millionen), Stempelsteuer ( 3 Mill.) Rechtssporteln und Totalisatorabgaben( 21/2 Mill.) gerechnet find. Es bleiben als reine Bollabgaben 40 145 000 kr.(!). Das ist der Anschlag, der aber stets bedeutend übertroffen wird. Bekanntlich werden diese Steuern zum größten Theil aus dem Beutel des armen Mannes genommen. Für den Landarbeiter sind 10 pet. seines Einkommens als Durchschnitt seiner Steuerlast berechnet. Diesen Einnahmen stehen folgende Ausgaben gegenüber: für das Militär 17 287 000 kr., wozu noch 2½½, Millionen Pensions- und Invalidengelder kommen.( 20 Mill. Militär- Budget, fast ein Drittel der Staatseinnahmen.) Es sind dies wieder 380000 Sr. mehr als im Vorjahre verlangt, und 1 295 000 Str., mehr als damals bewilligt wurden. Für die Erhaltung der Kopenhagener Feftung, das Schmerzenskind des dänischen Budgets, werden wieder 26 900 Kr. mehr als versprochen verlangt, außerdem aber 151 500 Kr. für Verstärkung der Befestigung. Unser dänisches Partei- Organ meint, dieser Posten mahne an einen Konflikt! Die Staatsschuldentilgung erfordert 7 Mill. Kr. Der Rest geht größtentheils für Beamtengehälter drauf. Lächerlich klein, aber prinzipiell doch anerkennenswerth ist, daß wenigstens 120 000 Kr. zur Erhöhung der Löhne der Staatsarbeiter eingesetzt sind. Von den beanstandeten Wahlen sind zwei als giltig anerkannt, darunter die unseres Parteigenossen Lyngfies in Horsens. Dagegen ist die Sloth's in Kjellerup für nichtig erklärt. Er war mit 1515 gegen 1513 Stimmen gewählt, und eine Reihe Inkorrektheiten beim Wahlgang nachgewiesen. Ein fachliches Urtheil. Wer heit. Im Jahre 1896 und 1897 sei in ähnlichen Fällen auf eine ebenso Sum englisch- portugiesischen Afrika- Vertrag. Die portu- hohe Strafe erkannt worden, weshalb es nur eine Forderung der giesische Zeitung" O Commercio do Porto" schreibt: Während die Gerechtigkeit fei, jezt das gleiche Strafmaß anzuwenden. Regierung noch immer den Wortlaut des mit England getroffenen solch gemeingefährliche" Handlungen vornimmt, muß auch die strengste Strafe tragen. Abkommens verheimlicht, erklären halbamtliche Blätter, daß die Vereinbarungen überhaupt nur für eine spätere Zukunft Bedeutung haben würden. Demgegenüber können wir auf grund sehr guter Informationen versichern, daß man englischerseits schon jetzt alle Vorbereitungen trifft, um spätestens zu Beginn des nächsten Jahres die thatsächliche Verwaltung der Delagoabucht in die Hand zu nehmen. Man wird demnach in der Lage sein, etwa am 1. Januar den Vertrag zu veröffentlichen und am 2. Januar in Lorenzo Marques die britische Fahne aufzuziehen. Afien. " Yokohama, 12. Oftober. Das Neuter'sche Bureau" meldet aus Söul: Kim Hongniul und zwei andere Männer, welche an geblich die Leiter der Verschwörung zum Zwecke der Vergiftung des Kaisers von Korea waren, wurden am 10. d. M. im Gefängniß gehängt. Amerika. Beim vorjährigen Streit in der Schriftgießerei von Ludwig u. Mayer in Frankfurt a. M. stellte die Firma Arbeiter aus anderen Berufszweigen ein. Vom Streitausschuß wurde nun an jeden dieser Arbeiter ein vertrauliches Schreiben gerichtet, in dem ihnen auseinandergesetzt wurde, daß sie nur Lückenbüßer wären, daß sie aus ihrer früheren Arbeit zwecklos herausgerissen seien, und daß die Firma sie späterhin einfach auf die Straße feßen werde. Dieses Schreiben war von dem Schriftgießer Emil Dornies, als dem Schriftführer des Streifausschusses unterschrieben. Auf grund des§ 153 der Gewerbe- Ordnung wurde D. unter Antlage gestellt und vom einem Monat Schöffengericht wegen Drohung zu Gefängniß verurtheilt. Gegen dieses Erkenntniß legte der Vertheidiger des D, Berufung ein, mit der Begründung, daß in dem Schreiben keine Drohung enthalten sei. Die Berufungsinstanz New- York, 11. Oktober. Die Beseßung Kuba's durch schloß sich den Gründen des Anwaltes an und erkannte auf FreiDieses Urtheil wurde vom Ober- Landesdie Amerikaner begann gestern, indem Manzanillo besetzt, die sprechung. amerikanische Flagge gehißt und die Zivilverwaltung der Stadt gericht aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Verunter Protest der Spanier Amerikanern übertragen wurde. Die Handlung an die Straffammer verwiesen. Die Kammer blieb aber amerikanischen Räumungstommissare theilten den spanischen Be- fest und erkannte wiederum auf Freisprechung. Es liege hörden mit, daß sie die vollkommene Verwaltung Kuba's am in dem Schreiben keine Drohung, sondern nur eine Warnung. Dies Urtheil hebt sich vortheilhaft ab von denen zahlreicher an= Ferner ging dem Foltething der vom Vorjahr bekannte 1. Dezember und Portoriko's am 18. Oktober übernehmen werden. Regierungsantrag auf Anwendung des Proportional- New- York, 11. Oktober. Seit dem Ausbruch des gelben derer Gerichtshöfe in Fragen des Koalitionsrechtes der Arbeiter. Wahlsystems bei der Wahl des Gemeinderaths in Fiebers im Staate Mississippi sind dort 470 Erkrankungs- und Gegen die Zuchthausvorlage Kopenhagen zu. Natürlich bleibt der Grundzensus von 36 Todesfälle festgestellt worden. erflärten sich Boltsversammlungen in Rehme i. W., Pirna, 1000 Kronen Minimaleinkommen bestehen. Man versucht durch Aus New- York meldet man der Frauks. Ztg.": Halbamtlich Bremerhaven, Solingen, Wald bei Solingen, Burg diesen Antrag, der„ Rechten" einige Sitze im Gemeinderath zu er wird erklärt, die Vereinigten Staaten würden keinesfalls die spanischen bei Magdeburg, Gablenberg in Württemberg, Potsdam halten, die ihr sonst unfehlbar verloren wären. Kolonialschulden übernehmen, selbst nicht die durch Zolleinnahmen( 450-500 Theilnehmer), Elberfeld, Hildesheim. Auch das Landarbeiter- Ansiedelungs- Gesez ist garantirten. dem Folkething wieder zugegangen, über dessen Jrrfahrten zwischen den beiden Things wir in der vorigen Seffion ausführlich berichtet haben. Norwegen. Omaha( Nebraska), 12. Oktober. Der Präsident Mac Kinley traf gestern Abend hier zum Besuche der Trans- Mississippi- Ausstellung Partei- Nachrichten. Die ein. In einer Rede, welche der Präsident in der Nähe von Cedar In Wismar hat der Parteigenoffe Kobe'r das in der ABCRapids hielt, erklärte er, der jetzt beendete Krieg bringe Straße gelegene altberühmte Restaurant 3ur Hansa" auf sein Chriftiania, 12. Oftober. Das Storthing ist heute Nach den Bereinigten Staaten unberechenbare Segningen, aber eigenes Risiko käuflich erworben. Er stellt das Lokal, das durch Anmittag von dem Ministerpräsidenten Steen durch Verlesung einer auch eben solche Lasten. Die Amerikaner entzögen fich aber bau eines großen Saales noch erweitert werden soll, neben den Thronrede eröffnet worden, in welcher es heißt, der König habe niemals einer Verantwortlichkeit und lehnten niemals eine Bürgern auch den Arbeitern zur Verfügung, die dadurch in den fich mit Freude dem Abrüstungsvorschlage des Last ab, welche die Zivilisation fördere. Die Leistungen Stand gesezt werden, ihre Versammlungen fünftig in Raisers von Rußland angeschlossen. Weiter wird in der Amerikaner seien zu Lande und zur See ohne gleichen einem schönen großen Lokale abhalten zu können. der Thronrede bemerkt, Rußland habe eine Revision der und brächten der Tapferkeit der Amerikaner neue Ehren. Amerika Inhaber der übrigen großen großen Säle Wismar's geben zwischen Rußland und Schweden Norwegen bestehenden Handels- habe den Krieg aus Menschlichkeit auf sich genommen und werde dieselben wohl zu Arbeiterfestlichkeiten, nicht aber zu Arbeiter= Verberträge vorgeschlagen. Die norwegische Regierung habe sich bereit feine Friedensbedingungen annehmen, die nicht im Interesse der sammlungen her. Die Gegner sind von dem llebergang der„ Hansa" erklärt, Verhandlungen über einen norwegisch russischen Menschlichkeit seien. Die Nation habe ein gutes Gewissen.- in sozialdemokratische Hände nichts weniger als erbaut. Im HamSondervertrag einzuleiten. Die Throurede fündigt Gefeßburger Fremdenblatt" macht einer seinem betrübten Herzen Luft, entwürfe an, betr. die Errichtung einer Süften artillerie sowie wobei er anführt, daß es sich um dasselbe Lokal handelt, dem der die Einführung einer Arbeiter Unfall- und Altersehemalige Leiter des Reichspostamts, Dr. v. Stephan, bei seinen bersicherung. Reisen nach Wismar stets einen Besuch abstattete. Italien. Die internationale Preßkonferenz", welche fürzlich in Lissabon tagte, lehute es bekaimtlich ab, eine Resolution zu gunsten der in Italien verfolgten Journalisten anzunehmen. Am Schluß der letzten Sizung jedoch nahm ein belgischer Journalist das Wort, ohne erst den Präsidenten darum zu ersuchen, und beantragte, eine Adresse an die Vereinigung der italienischen Presse abzusenden, die zu unterzeichnen er diejenigen einlud, welche sich damit einberstanden erffären. Mehr als die Hälfte der KongreßTheilnehmer unterzeichnete dieselbe. In der Resolution wird das Vorgehen der italienischen Regierung gegen die oppofitionelle Breffe getabelt und es wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß eine baldige Amnestie das begangene Unrecht wieder gut mache. Zu dieser Resolution nimmt, wie uns aus Rom geschrieben wird, jest' Italie", das Organ des Hofes, der Gesandtschaften und der Offiziere, Stellung. Das Blatt tommt zu dem Schluß, daß die Minister einen Beweis großer Klugheit und politischen Tattes" an den Tag legen würden, wenn sie dem König eine allgemeine Amnestie der politischen Gefangenen empfehlen würden. " Der Avanti" bezeichnet dies als den ersten Sieg, den die unaufhörliche Agitation für die Sache der Freiheit errungen hat. Rom, 9. Oktober.( Eig. Ber.) Das neue Unfallversicherungsgesetz verpflichtet die Besizer von Bergwerken, Steinbrüchen u. f. w., einen jährlichen Beitrag für jeden Arbeiter zu entrichten. Die Unternehmer sträuben sich mit aller Macht gegen diese Maßnahmen, Einige Unternehmer auf Sizilien haben, nur um dem Gesetz nicht nachkommen zu müssen, ihre Betriebe geschlossen und ihre Arbeiter, etwa 400 an der Zahl, entlassen. Der Ministerpräsident Belloug soll den Präfekten haben Weisung zugehen Lassen, dem Geseze Achtung zu verschaffen und mit Strenge gegen die widerspenstigen Unternehmer vorzugehen. Von anderer Seite wird versichert, die Regierung wolle den auf die Unternehmer fallenden Theil der Versicherungssumme aus Staatsmitteln bezahlen. In Mailand schlug ein Offizier auf der Straße einen Arbeiter mit dem Säbel, wiel dieser angeblich einen Unteroffizier beleidigt haben sollte. Die Beleidigung soll darin bestanden haben, daß der Arbeiter den Unteroffizier zu sehr firirt habe. Die Bevölkerung, welche nicht mehr an den Belagerungszustand gewöhnt ist, ist über den Vorfall sehr aufgebracht. Spanien. Kampf um das Koalitionsrecht! Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Die Schuld der Unternehmer an dem Ausbrechen von Streiks war von dem Gewerkschaftsausschuß in einer Resolution Die Amtshauptmannschaft Birna i. S. hatte, wie ihre also gekennzeichnet worden: Dresdener Kollegialbehörden, für den 1. Mai alle MaffenspazierDie in dem Gewerkschaftsausschuß vereinigten Vertreter der gänge verboten. Wegen Zuwiderhandlung gegen diese Vorschrift Vorstände der gewerkschaftlichen Zentralverbände, welche ca. 420 000 erhielten vier Parteigenossen aus Sebniz i. S. einen Strafbefehl, Mitglieder zählen, erklären, daß fie in ihrer zum theil langjährigen wonach jeder von ihnen 20 M. Strafe und 15,10 M. Kosten bezahlen Praris im Gewerkschaftsleben die Erfahrung gemacht haben, daß sollte. Sie riefen richterliche Entscheidung an, was insoweit Erfolg Sie Verantwortung für das Ausbrechen eines Streits in den meisten hatte, als das Schöffengericht in Schandau die Strafe auf 6 M. Fällen die Unternehmer trifft." herabsetzte. Die Festsetzung der Kosten soll noch erfolgen. Die Das bringt die„ Berl. Neuest. Nachr." in den Harnisch. Sie frühere Höhe derselben wurde damit zu begründen versucht, es sei schreiben:" Auf welche Thatsachen sich diese angebliche Erfahrung üblich, von mehreren Angeklagten jedem die Gesammtkosten aufstügt, wird nicht einmal darzuthun versucht, der Gewerkschafts- Aus- zuerlegen, weil es vorkomme, daß bei diesem oder jenem Berurtheilten schuß stellt sich vielmehr so an, als ob die von ihm aufgestellte nichts zu haben sei. Behauptung ein Sardinalsaß wäre, der keines Beweises bedürfe." Warum, so fragen nir, haben die„ N. N." nicht auch die nachstehenden Säge der Resolution mit zum Abdruck gebracht, worin es heißt: Bostdirektionen M Soziales. Betreffe der Anforderungen an den Gesundheitszustand, Die in den Gewerkschaftsverbänden organisirten Arbeiter und die die Reichs Postverwaltung an die Personen stellt, die um Anstellung Arbeiterinnen haben in allen Fällen eine friedliche Vereinbarung über sich im Post- und und Telegraphendienst bedie Lohn- und Arbeitsbedingungen mit den Unternehmern herbei- werben, hat das Reichs Postamt jetzt sehr strenge neue getroffen. Dieselben weisen die Oberzuführen gesucht, ehe sie zum Streit griffen oder zur Arbeitseinstellung Bestimmungen getroffen. an, insbesondere dahin สิน wirken, daß aufforderten. Die Unternehmer haben mit wenigen Ausnahmen ganz im Sinne der im deutschen Staatsleben vorherrschenden Tendenz bei der ärztlichen Untersuchung der Bewerber die Beschaffenheit der es rüdsichtslos zurückgewiesen, die Organisationen der Arbeiter als Ath mungsorgane- der Lungen und des Halses- so zu berechtigten Fattor bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen an- verlässig wie möglich ermittelt werde. Um festzustellen, ob die zuerkennen, jede friedliche Verständigung zwischen Unternehmer Möglichkeit einer erblichen Belastung des Bewerbers mit der und Arbeiter verhindert und dadurch die Arbeiter zum Streit Sch windsucht oder einer Ansteckung durch Familienangereizt." angehörige 2c., die an dieser Krankheit gelitten haben oder noch Der Abdruck dieser Sätze würde es dem ehrenwerthen Blatte leiden, vorliegt, sind von den Postanstalten in jedem Falle allerdings nicht so leicht gemacht haben, gegen den ersteren zu eifern. Ermittelungen vorzunehmen. Nach Umständen haben die eine nochmalige ärztliche Untersuchung enn es aber den Einwand erheben sollte, daß das immer noch Ober- Postdirektionen feine Thatsachen sind, so möge es sich des letzten Berliner Former des Bewerbers anzuordnen und den Arzt, soweit erforderlich, streits entfiumen, der höchst wahrscheinlich nicht zum Ausbruch ge- von dem Ergebniß der Ermittelungen oder den sonstigen Bedenken in Bewerber, deren Athmungsorgane nicht fommen wäre, hätten nicht die Unternehmer jedwede Unterhandlung mit Kenntniß zu setzen. den Arbeitern progig abgewiesen. Beim Hamburger Hafenarbeiter- Streif, völlig gesund befunden werden, sind von der Annahme ausbeim jezigen Bäckerstreit ist es genau ebenso gewesen, furz, die Arbeiter zuschließen. Im übrigen ist es Sache des mit der Prüfung der müssen immer die Erfahrung machen, daß sie von den Unternehmern Brauchbarkeit beauftragten Beamten, auf grund des ärztlichen Zeugdurchaus nicht als ein gleichberechtigter Faltor angesehen werden, niffes und nach dem Augenschein zu beurtheilen, ob der Betverber mit dem zu unterhandeln sie bereit sein sollten. Sie lassen es in für den Post dienst förperlich geeignet ist. In zweifelder Regel lieber zum Bruch kommen, sie wollen absolute Herren haften Fällen ist die Ober- Postdirektion verpflichtet, den bereits im eigenen ause" sein, was auf deutsch heißt, die Arbeiter anderweit unterfuchten Gesundheitszustand des Bewerbers, wenn Gesollen Sllaven in der Fabrik sein. legenheit bazu vorhanden ist, durch einen Post- Vertrauensarzt feststellen zu lassen. Zuchthausstrafe soll nach der Mittheilung eines angeblich dem Grafen PosaArbeiter- Nifiko. In der Herrmann'schen Brauerei in Bum glauben dieser Nachricht kann selbst in Spanien niemand bowsky nahestehenden Blattes in dem Gesezentwurf, der den Bechta bei Oldenburg wurde ein junger Arbeiter von der Eisverpflichtet werden. Schutz der Arbeitswilligen festlegen soll, nicht angedroht sein. So maschine erfaßt und zermalmt. Madrid, 12. Oktober. Die hier über die Haltung der amerika- lange die Regierung nicht sagt, was sie will, werden wir nach wie Durch einen aus Konstantinopel eingetroffenen Dampfer ist in nischen Mitglieder der Friedenskommission in Paris verbreiteten vor uns an das halten, was flar und deutlich gesagt ist, Triest der Milzbrand eingeschleppt worden. Ein mit der DesGerüchte rufen lebhafte Unzufriedenheit hervor, namentlich der Be- nämlich, daß der, der andere zum Streit anzeizt, ins Zuchthaus infektion beschäftigter Arbeiter erlag der Seuche, zwei andere find schluß der Amerikaner, die Schulden von Kuba und Portorico nicht kommen soll. Die deutsche Arbeiterklasse wird sich durch die schwer erkrantt. anzuerkennen. Beschwichtigungs- Hofräthe nicht einschläfern lassen. Wie unrecht sie Nach den neuen Vorschriften über die Dienstbauer beim Die Stellung der spanischen Regierung gegenüber der damit thun würde, zeigt wieder eine Auslassung der Köln. 8tg." preußischen Eisenbahn- Betriebspersonal soll jeder im BahnPhilippinen- Frage. Aus Madrid wird der Jut. Korr." be- Diese bespricht den Fall des Maurers Taur in Görlitz, über den auch betriebe ständig beschäftigte Bedienstete monatlich mindestens einen richtet: In den der Regierung nahestehenden Kreisen wird jetzt mit wir vor einigen Tagen berichteten. Taug hatte am Bahnhof einen Ruhetag erhalten, und soweit das Betriebspersonal auch an den großer Bestimmtheit behauptet, daß die Friedensunterhändler unter neuautommenden Maurer mit den Worten angeredet:„ Sollege, ich Sonn- und Feiertagen zum Dienst herangezogen zu werden pflegt, feiner Bedingung in die Abtretung der Philippinen- mache Sie darauf aufmerksam, daß die Maurer hier streiten". DasSchöffen ist ihm an jedem zweiten, mindestens aber an jedem dritten Sonngruppe, oder auch nur der ganzen Insel Luzon ein- gericht verurtheilte ihn deswegen zu 30 M. Geldstrafe oder 10 Tagen Haft, tage Gelegenheit zur Theilnahme am Gottesdienst zu geben. willigen würden. Die spanische Regierung werde sich streng weil der Angeklagte in durchtriebener Weise Einspruch"( gegen den der Durchführung dieser Vorschriften scheint es im Direktionsbetriebe an das Friedensprotokoll halten, nach welchem Nordamerita einen Strafbefehl erhoben habe. Er, der Vorsitzende, hoffe, daß man in Breslau aber noch recht zu hapern. In Lauban sollen, wie uns Hafenplay mit einem entsprechenden Nachbargebiete aller Kürze derartige ungehörigkeiten ganz geschrieben wird, Weichensteller, Bahnwärter und Rangirarbeiter, Bestehen beanspruchen habe. die Vereinigten Staaten anders bestrafen können werde. also Leute, die doch gewiß sehr verantwortungsvollen Posten vorMadrid, 11. Oktober. Nach einer amtlichen Depesche von den Visayas- Inseln unterwarfen sich 38 Anführer der Aufständischen und 4000 Aufständische bedingungslos den Spaniern. зи " Mit ftehen, zwar den dritten Sonntag frei zum Kirchenbesuch haben, der Brauer folgende Notiz veröffentlichte: Die Klassenbewußte berathung der betreffenden Magistratsvorlage von der Versammlung aber im übrigen nur den sechsten Sonntag als Ruhetag gewährt Arbeiterschaft Erfurts steht mit der Brauerei Büchner auf dem ein Ausschuß niedergesetzt worden ist. Derselbe hat unter dem Vorsitz bekommen, wobei die Weichensteller, die einen achtstündigen Dienst Kriegsfuß." Dieselbe feierliche Ueberraschung wurde dem Vorsitzenden des Stadtverordneten Friederici und im Beisein des Stadtraths verrichten, ihren freien Sonntag untereinander dienstlich ausgleichen des Gewerkschaftskartells, Genossen Fahrentamm, wegen Marggraff und des Magistra sassessors Meher diese Bedenken einer müßten, da kein Vertreter gestellt werde. Gesuche an die Vorgesetzten, Herausgabe eines Flugblattes zu theil. Das Urtheil ist ein neues Prüfung unterzogen und ist, nachdem von dem anwesenden die Bestimmungen über die freien Sonntage in größerem Umfange Ruhmesblatt für den groben Unfug. Testamentsvollstrecker, Stadtverordneten Jacobi, befriedigende Aufdurchzuführen, seien ohne ohne Erfolg geblieben. Weiter wird In der Gießerei von Heilbronner in München sind Diffe- flärungen gegeben worden waren, einstimmig zu dem Beschlusse geu. a. noch Klage über große Wohnungsnoth geführt, renzen ausgebrochen, die zu einem Streit der dort beschäftigten kommen, der Stadtverordneten- Versammlung die Annahme des Verin der sich das untere Bahnpersonal der Station Lauban Arbeiter führten. mächtnisses zu empfehlen. befände. Da die Miethen am 1. April und 1. Juli wieder gestiegen seien, solle man den Unterbeamten und Arbeitern Theuerungszulagen gewähren. Diese Kategorien seien um so übler daran, als auch sonst der Lebensunterhalt sehr kostspielig wäre, da durch die kgl. Hauptwerkſtatt und andere Fabriken alles vertheuert würde. Eine Verbesserung der Wohnungsverhältnisse wäre in Lauban leicht durchführbar, da die Eisenbahnverwaltung noch größere Ländereien besize, die jetzt an Private verpachtet seien. Zur Beschaffung von warmem Frühstück für arme Schulfinder bewilligten die Stadtverordneten in Halle a. 2000 M. auf die Zeit der Wintermonate. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Vergolder und Berufsgenossen haben bis jetzt Ausland. Die Talesweber in Kolomea( Galizien) befinden sich im Ausstand. Die Arbeiter hatten sich bemüht, eine Organisation zu gründen, die sie gegen ein weiteres Herabdrücken ihrer sehr dürftigen Lage schützen sollte. Nachdem fortgesetzt die Mitglieder dieses Vereins gemaßregelt wurden, haben nunmehr die Weber zum Ausstand gegriffen, um ihre Rechte zu vertheidigen. fomitee " = Soziale Rechtspflege." Der Streik der Versilberer bei der Firma August Werk meiſter beschäftigte gestern das Gewerbegericht in einem sogenannten Vergleichstermin, d. H. einem Termin ohne Beisitzer. Die Verhandlung leitete Gewerberichter Dr. Gerth. Es handelte sich um die Klage, die August Werkmeister, vertreten durch seinen an Ausdehnung. Die einzelnen Branchen halten jeden Tag Ver- bruches angestrengt hatte. Der Kläger beantragt, die Beklagten Der Streit der Pariser Bauarbeiter gewinnt noch immer Schwiegersohn, gegen 18 Versilberer wegen angeblichen Kontraktsammlungen ab, die von vielen Tausenden besucht sind. Die Eiſenzu verurtheilen, die beim Eintritt in den Streit liegen bahnarbeiter hatten eine Versammlung einberufen, in welcher gebliebene unfertige Affordarbeit fertigzustellen. Millarg und Guérard, der Präsident des Eisenbahnarbeiter- Syndikats, erklärte, norre, die die Beklagten vertreten, bestreiten jede rechtliche daß die Antworten der meisten Sektionen bezüglich des Anschlusses Verpflichtung dazu, da Kündigung ausgeschlossen war, sie erklärten an den Generalstreit noch fehlten, daß er aber nicht zweifle, daß die aber einen Vergleich nicht für ausgeschlossen. Die Beklagten seien wie Mehrzahl derselben ihm zustimmen werde. Das Zentral- geneigt, die unfertige Arbeit sofort ordnungsmäßig herzustellen, wenn nur giebt bekamit, daß zunächst am Mittwoch in einer Versammlung berichtet wurde die Erdarbeiter, 61 Aussich der Vertreter der Firma bereit finde, betreffs der Forderungen welche am längsten im Ausstande sich befinden, Unterder gesperrte zu verzeichnen. Die Zahl der streikenden Versilberer beVersilberer bor Aufnahme der Arbeit in Unter Die Kooperativ Genossen handlungen stützungsgelder erhalten würden. trägt 78, einige arbeiten bereits zu den gestellten Bedingungen. Die fchaft Gleichheit" verpflichtet sich, den Streikenden während der bewilligen. handlungen einzutreten und die Forderungen event. zu Versammlung beschloß nach längerer Diskussion, einstweilen keine Dauer des Ausstandes das Brot zu kreditiren. Den Blätter- anwesende Herr August Werkmeister lehnten dies indessen Der Vertreter der Firma und der persönlich weiteren Schritte zu unternehmen, sondern den Termin abzuwarten, meldungen zufolge haben am Dienstag auf den Baustellen 3000 ab und betonten, daß die fragliche Arbeit bedingungslos welcher in Sachen der 18 Werkmeister'schen Arbeiter am Freitag vor Personen gearbeitet. Wie die" Liberté" berichtet, haben auch die fertiggestellt werden müßte. Dann könnten die Leute dem Gewerbegericht stattfindet. Man hofft, daß nach Entscheidung Metallarbeiter die Absicht, in den Generalstreit einzutreten. Im ihre Forderungen vorbringen, eine Einigung darüber wäre dann der Klage eine Einigung zwischen den zwischen den Fabrikanten und den Streifenden stattfinden könnte. Wie aus privaten Mit- ganzen soll die Erregung der Streikenden geringer sein, und die eventuell wahrscheinlich". Herr Wertmeister führte noch aus, er theilungen des Fabrikanten- Vertreters Weigert bekannt geworden wehrzahl der Blätter glaubt, der Streik werde durch die Uebernahme müsse seine Verpflichtungen dem Fabrikantenverein gegenüber erist, besteht die Firma August Werkmeister darauf, daß die der Arbeiten in städtische Rechnung baldigst beendet sein. füllen, er könne deshalb nicht frei entscheiden. Ein Streit wäre vielbei ihr ausständigen, angeblich kontraktbrüchigen Arbeiter die an sich gestern Vormittag zum Handelsminister, um demselben die gewartet hätten. Sie hätten die Fabrik verlassen, obwohl er ihnen Die Präsidenten des Stadtrathes und des Generalrathes begaben leicht überflüssig gewesen, wenn die Ausständigen noch ein paar Tage gefangene Arbeit vollenden. Wenn dann die übrigen, nicht kontratt versprochen habe, brüchigen Arbeiter das Einigungsamt anrufen, dann würden die Forderungen der Ausständigen hinsichtlich der Ausstellungsarbeiten gewartet hätten. Sie hätten die Fabrik verlassen, obwohl er ihnen auseinander zu sehen. Der Minister erwiderte, troß seines Wunsches, Versammlung versprochen habe, in den nächsten Tagen eine UnternehmerFabritanten unter möglichster Berücksichtigung der Forderungen der den Ausstand beendigt zu sehen, tönne er zur Zeit nichts thun. Der der zu veranlassen und dort die Forderung Streifenden mit diesen unterhandeln. Die bereits Ausgesperrten Minister fügte hinzu, die Ausstellungsarbeiten seien genügend weit bemerkten Versilberer vorzulegen. Die Vertreter der Arbeiter würden sofort wieder eingestellt nachdem bei Werkmeister die Arbeit vorgeschritten, so daß man das Ende des Ausstandes abwarten( feit 14 Tagen) gestellt gewesen, die Versilberer der Firma hätten hierauf, die Forderungen seien schon schon längst aufgenommen worden sei. Der Vorsitzende des Gewerbegerichts, könne, ohne den Erfolg der Ausstellung zu beeinträchtigen. Die aber nie einen definitiven Bescheid erhalten Herr v. Schulz habe sich bereit erklärt, alles was er könne, zu thun, beiden Präsidenten begaben sich hierauf in Begleitung von Ab- Organisation beschlossene Wartefrist abgelaufen gewesen sei. Länger um eine Einigung der streitenden Parteien herbeizuführen. ordnungen Ausständiger zum Arbeitsminister, um denselben zu hätten sie nicht warten können. Ein Vergleich kam nicht zu stande. Achtung, Puter! Die im Sommer vorhandene Arbeitslosig- bitten, bei den Eisenbahn- Gesellschaften zu gunsten der Erdarbeiter Der somit nothwendig gewordene neue Termin findet am 14. Oktober feit unter den Buzzern haben haben sich die Arbeitgeber zuvorstellig zu werden. Der Minister erwiderte, er könne amtlich bei unter Mitwirkung von Beisigern statt. nuze gemacht und den Buzern Bedingungen auferlegt, den Gesellschaften nicht interveniren. die nicht fänger zu dulden sind. Die Lieferung von Rüstzeug, Schablonen und vierzehntägige Löhnung find Dinge, die umleidlich geworden sind. Einzelite Kommunales. bis die von der Sehr befremdlich war, daß im Gerichtssaale Polizeibeamte in Zivil anwesend waren, welche sich unter die dort anwesenden Ver-. silberer mischten. Ob diese Erscheinung ebenfalls ein Ausfluß des größere Baufirmen haben sogar den Versuch gemacht, zwei Tage Die städtische Kommiffion für Kunstzwecke hat gestern unter neuesten Rufes in der Sozialpolitik ist, oder ob sie sonst einen Zweck Löhnung der ersten Arbeitswoche als Kaution einzubehalten. Alle dem Vorsitz des Bürgermeisters Kirschner beschlossen, dem diese Uebelstände haben die vereinigten Buzer innerhalb der letzten Hansaplaz- Bezirksverein, welcher um die Aufstellung eines haben soll, wissen wir nicht. So viel ist sicher, daß die Gegenwart drei Jahre versucht energisch zu bekämpfen. Leider trägt der Wantel- Monumental- Brunnens auf dem Hansaplatz auf von Beamten gerade nicht danach angethan war, die Lust zur friedmuth der einzelnen Kollegen viel dazu bei, daß wir oft vergeblich städtische Kosten nachsucht, zu antworten, daß gegenüber den lichen Beilegung des Konfliktes bei den Arbeitern zu fördern. tämpfen müssen. Bei der jetzt eingetretenen günstigen Arbeits- bereits für die nächsten Jahre in Angriff genommenen gelegenheit ist es auf mehreren Bauten den Kollegen unter Mit- Arbeiten keine Mittel für den gedachten Zweck verfügbar Tekte Nachrichten und Depeschen. wirkung der Lohntommission gelungen, einige Uebelstände zu be- find. Stadtbaurath Hoffmann erstattete Bericht über den seitigen und den Tarif von 1896 zurückzuerobern. Nur 1 oder 2 Tage Stand der Arbeiten für die Ausschmückung des Eingangs zum Elbing, 12. Oftober.( B. H.) Der„ Elbinger Zeitung" zufolge Arbeitsruhe reichte hin, um die Forderung durchzusetzen. Es ist so- Friedrichshain. Es wurden Zeichnungen vorgelegt, welche im ist in der vergangenen Nacht das Amtsgerichtsgebäude in Saalfeld mit der Beiveis erbracht, daß ein ernster Widerstand großen und ganzen die Billigung der Deputation fanden. Das in Ostpreußen mit sämmtlichen Akten vollständig niedergebrannt. des Arbeitgebers nicht zu erivarten ist, wenn die Kollegen Projekt gipfelt in drei Monumentalbauten, welche in Verbindung mit Frankfurt a. M., 12. Oftober.( B. H.) Wie der Frank ernstlich eine Verbefferung ihrer Lage verlangen. Die Lohn- Springbrunnen und reichem Figurenschmuck die deutschen Märchen furter Zeitung" aus Konstantinopel telegraphirt wird, lehnten kommission ersucht deshalb alle diejenigen, welche zu niederen zur Darstellung bringen. Die Kosten der über mehrere Jahre vertheilten die Mächte die von der Pforte in ihrer gestrigen AntwortPreisen arbeiten, in ruhiger Weise bei ihrem Arbeitgeber Arbeiten werden etwa 250 000 m. betragen. Zur Ausführung find note verlangte Beibehaltung dreier Garnisonen auf Kreta, vorstellig zu werden, um die jetzt günstige Arbeitsgelegenheit die Bildhauer Göze, Manzel und Wiedemann gewonnen. Die Auf- nämlich in Sandia, Kanea und Rethymo, als Zeichen der Sou zu ihrem Vortheil auszunuzen. Ganz besonders haben die stellung der Hermen der Freiheitssänger im Bittoriapart soll beränetät des Sultans ab und bestehen auf der vollständigen Kollegen, die im Innern arbeiten und die Arbeit für 18 Pf. pro im nächsten Frühjahr erfolgen. Die Modelle für den vom Professor Räumung der Insel. Meter anfertigen, die Pflicht, in ihrem eigenen Interesse mit Hand Leffing auszuführenden Monumentalbrunnen auf dem Lügowplay meldet aus Konstantinopel: Das italienische Generaltonfulat hat Frankfurt a. M., 12. Oftober.( B. H.) Die Franff. 8tg." ans Werk zu legen, um den früher schon gezahlten Tarif zurück- wurden von der Deputation besichtigt. Der Brunnen wird zuerobern. In allen Fällen ersuchen wir aber, uns sofort zu benach- im Frühjahr 1900 zur Aufstellung gelangen und sind für gestern fünfzig hier als verdächtig bezeichnete Individuen zwangsrichtigen, damit wir energisch eingreifen können. Die Lohnkommission dieses Kunstwerk, welches in Sandstein ausgeführt wird, weise repatriirt. der Buzer. 150 000 Mart. ausgesetzt. Eine Abordnung von fünf Mitgliedern Leipzig, 12. Oktober.( B. S.) Die Leipz. Neuest. Nachr." bringen der Deputation begab sich nach Schluß der Sigung nach dem in ihrer Donnerstag- Nummer über Moritz Busch einen äußerst scharfen Die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands Andreasplaz, um die nunmehr fertig gestellte Sigbanf und die Artikel ihres Berliner Korrespondenten, welcher bekanntlich Beziehungen beröffentlicht in der letzten Nummer des„ Correspondenzblatt" folgende dazu gehörigen Marmorgruppen abzunehmen. Die von den Bildhauern zu dem Hause Bismarck hat. In dem Artikel werden dem Buche Busch's Berichtigung: In der Streifstatistik, welche im Jahre 1897 ver- Haverkamp und Gormann ausgeführten Gruppen( Arbeiter mit zahlreiche Mißverständnisse, grobe Irrthümer und bewußte Lügen und öffentlicht worden ist, befindet sich in der kleinen Tabelle Angriffs- feinem Knaben und Mutter mit einem Säugling) sowie die von Fälschungen nachgewiesen. Auch wird Busch vorgeworfen, in seiner Eigenstreits" ein Druckfehler. Es muß dort bei„ Anzahl der Streits" Ressel u. Röhl hergestellte Bank in dunklem Granit geben zu keinen schaft als Beamter geheime Staatsdokumente widerrechtlich kopirt und 674 statt 647 heißen. Dieser Fehler ist leider in die Statistik für Erinnerungen Anlaß. Fertiggestellt ist nun auch die Sandsteingruppe veröffentlicht zu haben. Geh. Rath Prof. Schweninger hat dem 1897 übernommen; es muß deshalb in der gleichen Tabelle heißen:" Ballspiel" von Kokosky auf dem Koppenplay. Artikel zufolge Busch's Darstellungen der Gewohnheiten des verstorbenen Fürsten Bismard als infame Lügen" bezeichnet. Anzahl der Streits von 1890/91 bis 1897 1004 statt 977, wie irrthiimlich angegeben ist. Dentsches Reich. Aus dem von der Deputation für die städtischen Kanali: Paris, 12. Oktober.( W. T. B.) Die Liberté" erklärt, sationswerke und Rieselfelder in diesen Tagen erstatteten Rechen- General Mercier habe die Anregung des Ministeriums, die Die Leipziger Modell: und Fabriktischler haben ihren Streit schafts- Bericht über den Kassenabschluß für 1897/98 ergeben sich Dreyfus- Blätter zu verfolgen, abgelehnt, weil er über die vertagt. An dem Streit waren noch 12 Geschäfte mit 66 Gehilfen einige Betrachtungen von allgemeinem Jntereffe. Die Kosten für geheimen Absichten, welche hinter der Anregung stecken, nicht betheiligt. 17 Gehilfen arbeiten zu den alten Bedingungen, zu den die Betriebsabtheilung der Kanalisationswerke, nämlich den Betrieb ganz beruhigt sei. Die Zahl der auf den großen Bauneuen Bedingungen sind 78 beschäftigt, 4 sind anderwärts unter der Hausanschluß- und Straßenleitungen einerseits und den Betrieb pläßen Arbeitenden betrug heute 6000. Ministerpräsident Brisson gebracht. der Pumpstationen, also die Beförderung der Abwässer von den empfing heute Nachmittag die Bureaus des Munizipalraths und des Der Verband der christlichen Maurer in Köln, um dessen Bumpstationen mittels der Druckrohre nach den Rieselfeldern anderer- Generalraths, welche mehrere Verwaltungsfragen hinsichtlich des Gründung die Führer der Kölner Zentrumspartei, besonders die seits, hatten eine Höhe von 1 155 486 M., sie bleiben damit infolge Ausstandes zur Sprache brachten. Brisson erwiderte, der Ministerfatholische Geistlichkeit sich vor Jahresfrist bedeutende Mühe gemacht mehrerer Ersparnisse um ca. 55 300 M. hinter dem Etat zurück. Die rath werde sich demnächst mit diesen Fragen beschäftigen. haben, fristet mur ein bescheidenes Dasein. In einer öffentlichen Ver- Bewirthschaftung der Riefelfelder hat an baarem Gelde einen lleber- Paris, 12. Oftober.( W. T. B.) Der Seine- Präfekt empfing fammlung, die schon acht Tage vorher bekannt gemacht und zu der schuß von 1682 M. mit Einrechnung des Mehrwerthes an Materialien, heute Nachmittag eine Abordnung von Unternehmern von Arbeiten auf Plakaten alle Freunde der christlichen Gewerkvereine eingeladen Inventar und an den bis zum Kassenabschluß noch nicht in baares der Stadt Paris. Die Unternehmer nehmen die ihnen gestellte Beworden waren, fanden sich nur achtundzwanzig Personen ein, deren Geld umgesetzten Erntevorräthen gegenüber dem vorjährigen Ab- bingung an und werden den Arbeitern 60 Cts. pro Stunde zahlen. sechs zudem noch dem Zentralverband der Maurer angehörten. Man schlusse, insgesammt einen Ueberschuß von 68 774 M. ergeben. Bei London, 12. Ofte er. Nach einer bei Lloyds eingegangenen nahm unter anderem auch Stellung zur Oeynhauser Rede den Hausanschlüssen, die in etwas größerer Anzahl stattfanden, als Meldung aus Dover war das Schiff, mit welchem das belgische und forderte in einer Resolution die Abgeordneten auf, nicht nur veranschlagt war, hat die Stadtverwaltung den Betrag von Postschiff„ Princesse Josephine" in der vergangenen Nacht im Kanal einer Beschränkung des Koalitionsrechts entschiedenen Widerstand ent- 16 004 Mart zugeschossen, weil sie die Kosten für den unter dem zusammenstieß, die norwegische Bark Alm", welche nach Natal begegenzusetzen, sondern für eine weitere Ausdehnung des Koalitions- Straßendamm lagernden Theil der Hausleitungen trägt, stimmt war. Letztere wurde arg beschädigt und leck und antert in rechts zu wirken. während die übrigen Kosten, für den Theil unter dem Dover. Ueber die Lohnbewegung der Vergarbeiter im Ruhr- Bürgersteige, von den Eigenthümern der betreffenden Grund- Christiania, 12. Oftober.( W. T. B.) Die norwegische Regebiet wird der" Bossischen Zeitung" aus Essen geschrieben: stücke erstattet werden. Sehr stark ist die Rate angewachsen, welche gierung hat auf grund der Friedenskundgebung des Kaisers von Wie ich zuverlässig erfahre, ist man in den Kreisen der für die Amortisation der Anleiheschulden aufgewendet wird; fie be- Rußland eine Vorstellung an den König gerichtet, welche auregt, die Bergbautreibenden fest entschlossen, den von dem Bergarbeiter- trägt für dieses Jahr 2596 M. über den Anschlag hinaus, 1947 552 Anerkennung der Neutralität Schwedens und Norwegens von den Verbande aufgestellten Forderungen gegenüber einen durchaus ab- Mart; an Anleihezinsen dagegen waren 75 953 Wt. weniger aufzu- Mächten anzustreben. Die Vorstellung wurde durch königliche Resolehnenden Standpunkt einzunehmen. Ein Ausstand der Berg- wenden, als im Etat angenommen war, weil die Kanalbauten, lution in liebereinstimmung mit dem Vorschlag der norwegischen arbeiter soll mit einer Betriebseinschränkung auf den Zechen und Optirungsarbeiten nicht den erwarteten Umfang angenommen hatten; der schwedischen Regierung übersandt. einer Herabsetzung der Löhne beantwortet werden. Die vom immerhin haben sie noch einschließlich der Zinsen einer Hypothek die Handelsminister Brefeld in Erwägung gezogene Anstellung von stattliche Höhe von 2945 473 M. erreicht. Gedeckt sind diese zum Hilfskontrolleuren aus dem Arbeiterstande beim Privatbergbau soll theil bedeutenden Ausgaben durch die Kanalisationsgebühr, welche feine Aussicht auf Verwirklichung haben. In der Bevölkerung des zu 11/2 pet. des Ertrages der angeschlossenen Grundstücke sich auf Industriebezirks ist man allgemein der Ansicht, daß man einer be- 4 732 577 m. belief und damit den Etat um 104 779 M. überschritt. Kanea, 12. Oftober.( B. H.) In der muselmännischen Bewegten Zeit entgegengehe, da man die durch die jüngsten großen Gruben- Die Zahl der gebührpflichtigen Grundstücke bleibt um ein geringes bölferung herrscht große Erregung infolge des jetzt eingetroffenen unfälle gesteigerte unzufriedenheit der Arbeiter kennt. Durch die Ein- hinter den Erwartungen zurück; anstatt 23 800 Grundstücken unter- Befehls des Sultans, wonach in der nächsten Woche mit der Räumung führung der Arbeiterinspektoren könnte die erbitterte Stimmung lagen nur 23 533 der Gebührenpflicht. Zur Herstellung des Gleich- Kretas von den türkischen Truppen begonnen werden soll. Da der unter den Arbeitern leicht gemildert werden, denn thatsächlich tritt gewichts zwischen den Ausgaben und Einnahmen der Verwaltung Ausbruch neuer Massakres nicht unwahrscheinlich ist, so treffen die die Lohnfrage bei den meisten unter ihnen hinter der Frage der war ein Zuschuß aus den laufenden Einnahmen der Stadt, d. H. Admirale weitgehende Vorsichtsmaßregeln. Grubenkontrolle weit zurück." also aus ihren Steuern, in Höhe von 1448 963 M. erforderlich, Kanea, 12. Oftober.( Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Auf Die Drohung der Grubenbarone, den Ausstand der Bergarbeiter während der Etat erheblich mehr, nämlich eine Summe von die Antwort der Pforte, daß sie in die Zurückziehung der Truppen mit einer Herabjegung der Löhne zu beantworten, dürfte geeignet 1651 851 M. angenommen hatte. Schon jetzt sind von den Anlage- unter der Bedingung einwillige, eine genügende Besatzung auf der sein, daß die Arbeiter in der Lohnbewegung um so fester zusammen fosten von 106 789 218 M. volle 19 394 633 m. getilgt. Insel belassen zu dürfen, erwiderten die Admirale, ihre Nehalten und der Kampf an Schärfe gewinnt. Daß unter dem Eindruck Die große Fraktion und die neue Fraktion der Linken der gierungen müßten, da dies ein zu dehnbarer Begriff sei, der Oeynhauser Rede und vor allem unter den gegenwärtigen sozial- Stadtverordneten- Bersammlung haben beschlossen zu beantragen, mit Rücksicht auf in Candia gemachten Erfahrungen politischen Anschauungen in Regierungsfreifen, die Abneigung gegen die auf der Tagesordnung der heutigen Stadtverordneten auf dem Verlangen einer völligen Entfernung der türkischen Truppen die Grubenkontrolle in leitenden Kreisen an Stärke zugenommen Sizung stehenden Berathungen über den mit den Berliner von der Insel beharren. Was die Entsendung von Baschas anlangt, hat, ist wohl anzunehmen. Es giebt keine Unternehmer- Elektrizitätswerten abzuschließenden neuen Vertrag welche den Abmarsch der Truppen hier leiten sollen, so beschlossen die fategorie, die leichtfertiger mit dem Leben der Arbeiter spielt, als auf 14 Tage zu vertagen, weil die Mitglieder der Admirale, deren Landung nicht zu gestatten, um neue Schwierigkeiten die Kohlenindustrielen. Daß sie nicht Maßnahmen unterſtügen, die Versammlung bei der Kürze der Zeit und dem von dem vor- und Verhandlungen zu vermeiden. Da die Pforte keinerlei Anim Interesse der Arbeiter die Sicherheit des Betriebes gewähren, ist berathenden Ausschusse vorgelegten umfangreichen Material des be- deutung über die Abreise ihrer Zivilbeamten gemacht hat, so beflar, fie verleugneten sonst ihren ganzen Charakter. Aber daß diese züglichen Gegenstandes sich noch nicht haben genügend unterrichten antragten die Admirale bei ihren Regierungen, die Zustimmung der Kreise heute jede berechtigte Forderung der Arbeiter niederhalten fönnen. Pforte dazu als vollendete Thatsache anzusehen. tönnen, tennzeichnet die Stellung der Regierung. Gegen die zur Ausbreitung und Ausgestaltung von Volks New- York, 11. Oktober.( Frants. 8tg.") Eine geologische Grober Unfug. Der Redakteur der Erfurter Tribüne" bibliotheken testamentarisch angeordnete Stiftung des früheren Stadt- Expedition entdeckte am Sutschinafluß in Alaska einen Bergriesen, Rudolph wurde vom Schöffengericht in Erfurt zu einer Woche verordneten Professors Dr. Leo, waren in der Stadtverordneten- Ver- der höher als der St. Eliasberg ist.( Der St. Eliasberg in Alaska Gefängniß verurtheilt, weil er im Anschluß an die Lohnbewegung sammlung verschiedene Bedenken geltend gemacht, weshalb zur Vor- ist 4563 Meter hoch.) Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Rom, 12. Oktober.( B. H.) In einer in Vorbereitung befindlichen Encyclica wird der Papst alle Staaten auffordern, die fortdauernden Rüstungen einzustellen und dafür die Religion im Volle besser zu verbreiten. Ir. 240. 15. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 18. Oktober 1898. Tokales. Präsident, das ging bei meinem Geschäfte nicht. Ich violettes Glas gehen, wodurch die drei verschiedenen Negative fonnte mir nicht den Wucherparagraphen vornehmen und nach dessen entstehen, von denen man nun beliebig viele Diapositive herInhalt fragen: Königliche Hoheit, sind Sie vielleicht in stellen kann. Kindereinschulung- Rekruteneinstellung, das sind die einer Nothlage oder sind Sie unerfahren oder sind Sie Eine zusammengehörige Gruppe von drei solchen Diapositiven beid. Ereignisse, welche zur Zeit auch solche Bevölkerungsschichten leichtsinnig? Wer würde sich denn das gefallen laffen?" wird durch den Projektionsapparat auf ein und dieselbe Stelle der berühren, die den großen weltbewegenden Interessenfragen vielfach Tableau!... Unmittelbar darauf wurde die Verhandlung aus- Leinwand hingeworfen, wobei auch wieder jedes der drei Bilder in noch gleichgiltig gegenüberstehen. Der erste Schritt in die Schule gesetzt,... da sich das persönliche Erscheinen eines erkrankten Beugen analoger Weise von violetten resp. grünen und rothen Strahlen bewird von dem jungen Menschenkind gar oft mit bangem Herzklopfen als nothwendig erwies. Eine öffentliche Verhandlung in der Sache lichtet wird. Dadurch kommt in ganz überraschender Weise der Angethan; manchmal ereignet es sich allerdings auch in der besten der hat seither nicht mehr stattgefunden. Jetzt ist der biedere Pariser gar blick der Körperfarben zum Vorschein. Welten, daß das sechsjährige Proletarierknäblein schon ein hartes noch übergeschnappt!" Feuerbericht. Ein größerer Zimmerbrand, der eine werthvolle Stück aus der Schule des Lebens hinter sich hat, daß es in Hunger und Kummer, mit dem Brotbeutel oder der Zeitung Berlin hat an die Vorstände der Garnisonlazarethe in einem Rund- von der Heydstr. 17 Wasche mit Petroleum. Der Generalstabsarzt Dr. Coler- Wohnungseinrichtung zerstörte, war Dienstag Abend 11 Uhr mit einem Nohre abzulöschen. unter dem Arm, auf die Straße gekommen, selbst dem gestrengen Herrn Lehrer, mit einem, wir möchten fast sagen gereisten Blick vor schreiben auf eine Reinigungsart der Bettwäsche hingewiesen, welche, Schliemannstr. 24 brannten Lumpen und der Fußboden, auch nachdem eingehende Versuche die Methode als vortheilhaft erwiesen wurde das Haus erheblich beschädigt. Panfstr. 31 entstand in die Augen tritt. Aber selbst unter der drückendsten Noth wird gar haben, in Zukunft möglichst zur Anwendung gebracht werden soll. einer im Keller belegenen Tapezierwerkstatt ein Brand, der infolge bald der Segen der Schule den Kindern wie den Eltern offenbar, trotz der Muckerei und Pfäfferei, die ihr anhaftet, und trotz des relativ Diese Methode besteht darin, daß dem Wasser außer Seise und Soda starter Verqualmung der Wehr viel zu schaffen machte und mit geringen Wissens, das das Kind in achtjähriger Schuldauer in sich noch Petroleum hinzugefügt wird und zwar so viel Gramm, als einem Rohre abgelöscht werden mußte. Se reuzbergstraße 76 Liter Wasser zur Verwendung kommen, sodaß beispielsweise auf hatte sich die Schaldecke über der Hängelampe entzündet, während aufnehmen lernt. Wie ganz anders ist die Wirkung, die das Soldatenleben auf 30 Liter Wasser 30 Gramm Petroleum zu nehmen sein würden. Fruchtstraße 25 in einer Tischlerei ein Posten Hobelspäne in den 20jährigen Staatsbürger ausübt. Die Schulzeit ist zu Ende Durch diesen Zusatz von Petroleum wird nicht nur eine Flammen aufging. Möbel wurden Petersburgerstraße 11 gegangen, mit Mühe und Noth haben die Eltern es dahin gebracht, leichtere Reinigung und Schonung der Wäsche erzielt, sondern vom Feuer beschädigt, das aber schnell beseitigt werden konnte. erreicht, daß dieselbe ihre Farbe behält und außer daß der Junge einen Beruf erlernte. Kaum hat der Jüngling sich so weit auch Ferner werden die Wäschein sein Handwerk hineingearbeitet, daß er ein wenig ans Aufathmen dem gründlich desinfizirt wird. denken kann, so reißt ihn der Klassenstaat aus seinem Griverbsleben reinigungskosten durch die Ersparniß an Seife vermindert. Erheraus. Wir wählen dies Wort mit Vorbedacht, weil das Bewußt fahrenen Wäscherinnen ist die hier empfohlene Reinigungsmethode sein, daß durch den Militärdienst der ganzen Volksgenossenschaft ein schon seit langem bekannt. nothwendiges Opfer gebracht werde, gerade unter der Heranwachsenden Jugend mehr und mehr ins Schwanken kommen muß zu einer Zeit, wo bei jeder Gelegenheit auf die Bekämpfung des inneren Feindes hingewiesen und den jungen Männern sogar die Möglichkeit vorgemalt wird, auf Vater und Mutter zu schießen. Gebietet somit die zunehmende Erkenntniß den sogenannten niederen Bevölkerungsschichten, daß sie der Schule bei aller Vernachlässigung, die sie von oben erfährt, immer mehr Interesse entgegenbringen, so ist es gleich falls eine in der Natur der Dinge liegende Nothwendigkeit, daß das Militärwesen trotz der umfassenden Förderung von oben im arbeitenden Volte immer mehr an Sympathien verliert. Gegen die Wahl der Gewerbegerichts- Arbeitgeber: Beifiker im 42. Kommunal- Wahlbezirk ist von den dortigen Genossen Protest eingelegt worden. Begründet wird derselbe dadurch, daß sieben Innungsmitglieder gewählt haben. Des weiteren haben einige 30 Wertmeister das Wahlrecht ausgeübt, ohne daß eine Prüfung stattgefunden hat, ob dieselben auch ein Einkommen von mehr als 2000 M. haben. " 1 Aus den Nachbarorten. Achtung, Schöneberg! Der Parteigenosse, welcher anläßlich der Stadtverordnetenwahlen an Unterzeichneten einen Brief richtete, wird um Angabe seiner Adresse gebeten. H. Schubert. Fortbildungsschule. Freitag, den 14. Oftober, wird in der 4. Fortbildungsschule für Jünglinge, Heinersdorferstr. 18, Aus Spandau wird uns berichtet: Recht bezeichnend für die infolge starken Andranges wieder ein neuer Kursus im Englischen er- Auffassung, welche bürgerliche Richter den Bestrebungen der Aröffnet. beiter nach Verbesserung ihrer Lage entgegen bringen, Der Unterricht erfolgt Dienstags und Freitags von 7-9 Uhr ist folgender Auszug aus dem Urtheil eines preußischen Schöffenund beginnt sofort mit Englisch- Sprechen, dem äußerst billige Fibeln gerichts, durch welches zivei Zimmerer vor einiger Zeit wegen„ Beund Lesebücher, wie sie in der englischen Schule benutzt werden, zu brohung" einiger Schüßlinge unserer heutigen tapitalistischen Gegrunde liegen. Das Unterrichtshonorar beträgt nur 4 M. pro Halb- sellschaft zu drei Monaten beziehungsweise sechs Wochen jahr. Anmeldungen, auch schriftliche, nimmt noch täglich Rektor Gefängniß verurtheilt worden sind. Es heißt in diesem Urtheil: Lugenberger, Heinersdorferstr. 18, entgegen. Bei der Strafzumessung wurde vom Gericht die Frivolität fo " zu Zu dem am Dienstag gebrachten Bericht über das Feuer im der Handlungsweise der Angeklagten in Erwägung gezogen, die sich Hause Potsdamerstraße 22 sendet uns der dort wohnende Herr F.darin zeigt, daß sie den fleißigen Arbeiter, dem der Lohn, mit . Harnisch folgende Richtigstellung: 1. lagerten auf meinem Boden dem er seine Familie erhalten kann, genügt, erstlich durch ihre Befeine Chemikalien, sondern einige wenige Kräuter, Kisten und Ge- strebungen mit seiner Lage unzufrieden machen(!!) und dann schäftseinrichtungs- Theile, die nicht stärker brennen, wie das auf fogar durch Drohungen oder Verrufserklärungen zwingen, feinen im Interesse einer großen, einer großen, nicht meinen Nachbarböden als Wintervorrath angehäufte Brennmaterial; sicheren Eriverb 2. hat das Feuer in meinem Hause erst ca. 1 Stunde nach Beginn frieden zu stellenden Masse von Arbeitern aufzugeben und seine Familie der Noth und dem Elend auszusetzen." des Feuers im Nebenhause mit heller Flamme gebrannt, was man Um Abänderung des Gewerbesteuer- Gesetzes vom 24. Juni jedenfalls nicht eine allzuschnelle Verbreitung des Feuers nennen Darf man sich bei solcher Auffassung noch überhaupt wundern, wenn das Wort: Die schwerste Strafe dem, der seine Nebenmenschen an fann." 1891 petitionirt der Verband der Gast- und Schankwirthe für freiwilliger Arbeit hindert", einzig und allein gegen die Arbeiter Berlin und Umgegend" beim Abgeordnetenhause. Dieses Gesetz beDie hier wohnenden Parteigenoffen aus dem Wahlkreise angewandt wird und zwar so ausgiebig, daß es auf diese alle Tage stimmt, daß die Betriebssteuer in einer Summe für das Wittenberg- Schweinig werden ersucht, heute abends 8 Uhr in der jahrelange Gefängnißstrafe herunterhagelt? Demgegenüber bedarf es ganze Jahr bezahlt werden muß. Tritt nun, was häufig geschieht, Versammlung bei Zubeil, Lindenstr. 106 zu erscheinen, desgleichen nur eines Hinweises auf die wirkliche Frivolität“ und Ungenirtheit, im Laufe des Jahres ein ein- oder mehrmaliger Besitzwechsel ein, die Parteigenossen aus dem Kreise Torgau- Liebenwerda. mit welcher die Arbeitgeber hunderte von Arbeitern gang willkürlich auf das so ist für jeden einzelnen Fall die volle Jahres- Betriebssteuer zu J. A. P. Grohmann, Nollendorfstr. 27. Pflaster werfen und diese so bewußt an freiwilliger" Arbeit zahlen, wodurch lettere nach Ansicht der Wirthe den Charakter einer Sonderbare Vorbereitungen hat die Verkäuferin Ama Czickow hindern, einzig zu dem Zweck, die fargen Löhne der Arbeiter reinen Konzessionssteuer annimmt. Die Betenten bitten daher, eine getroffen, um sich das Leben zu nehmen. Das Mädchen trat einige zu kürzen und ihnen das gesetzlich garantirte Koalitionsrecht Abänderung des Gewerbesteuer- Gesetzes vom 24. Juni 1891 in der Tage vor dem 1. Oktober in die Dienste eines Bäckermeisters in der zu rauben. Nach dem zu ungunsten der ausgesperrten BauRichtung herbeizuführen, daß die Betriebssteuer als reine Objetts Kurfürstenstraße und blieb zur Ausbildung kurze Zeit im Haupt- arbeiter in Spandau verlaufenen Streit geht diese Rücksichtslosig= steuer im Falle des Besizwechsels einer Gast- oder Schankwirthschaft geschäft, um am 1. d. M. die Leitung einer Nebenstelle in der Kulm- feit der Unternehmer so weit, daß sie frank und frei erklärent, für das Steuerjahr, innerhalb dessen der Besizwechsel sich vollzieht, ftraße 3 zu übernehmen. Nachdem sie hier bis zum Montag ge der oder jener Arbeiter, der gerne Arbeit nehmen will, mur einmal erhoben werde, und dann in Vierteljahresraten. schaltet hatte, gab die neue Verkäuferin ihrem Dienstherrn kund, daß erhält in Spandau teine Arbeit mehr, weil er in der Revolutionäre Backsteine. Der Schweinburg hat Auftrag sie am nächsten Tage nach Moabit müsse, um sich wegen Körper Organisation einen Posten bekleidet oder sich am Streit bc= erhalten, folgendes zu schreiben:„ Nach dem Erkenntniß des Ober- verlegung zu verantworten. Als der Meister morgens früh theiligt hat. Der Obermeister der Innung, Baumeister Perrin, Verwaltungsgerichts vom 9. Juli 1898 charakterisirt sich die von der fam, um dem Zweiggeschäft frische Waare zu bringen, war er versendet an die Innungsmitglieder in Spandau ein Zirkular, in Stadtverordneten- Versammlung Berlins beschlossene Ehrung für die nicht wenig überrascht, daß der Laden geschlossen und der Schlüssel welchem alle diese Arbeiter namentlich aufgeführt und einzelne noch Märzgefallenen als eine Ehrung revolutionärer Thaten und somit als vor der Thür lag. Auf dem Ladentisch aber fand er einen ganz besonders kenntlich gemacht sind, mit dem ausgesprochenen eine Ehrung der Revolution selbst. Es wird keinem Zweifel unter- Bettel, auf dem die Verkäuferin ihm mittheilte, daß sie zu dem Zweck, diese Arbeiter an ihrer freiwilligen Arbeit" zu hindern! Ja liegen, daß in einer solchen Verherrlichung der Revolution ein Schaden Termin erst garnicht hingehen, sondern sich das Leben nehmen werde. ein Zimmerer, der erst vor einigen Stunden bei dem Zimmerfür das Gemeinwohl zu erkennen sein würde. Wie der schon von Den Meister erschütterte diese Mittheilung, bis er bald darauf fand, meister Sambach in Arbeit getreten war, und der auch auf dem Magistrat zu den Aften gelegte Beschluß der Stadtverordneten- daß die Lebensmüde auch seine Ladenkasse in den Tod mitgenommen der schwarzen Liste steht, wurde schon am Abend wieder entlassen, Versammlung auf Errichtung eines Denksteins für die Märzgefallenen hatte. Als er später seiner Frau diese Erlebnisse mittheilte, nahm mit dem offenherzigen Bemerken, er könne laut Beschluß der Arbeitbeweist, kann auch eine Verherrlichung der Revolution sehr wohl in einer baulichen Anlage beabsichtigt werden, und es würde daher nach dem geltenden Baurecht sowohl das Recht als die Pflicht der Polizei sein, einem Bauvorhaben, das sich als zu Ehren der Märzgefallenen, also zur Verherrlichung der Revolution, bestimmt erweist und daher dem Gemeinwesen zum Schaden gereicht, entgegenzutreten." Es wäre zum Lachen, wenn die Sache nicht derart läge, daß die Urheber der Schweinburgereien auch dem Ruhigsten die Schamund Zornesröthe ins Gesicht trieben! diese Veranlassung, auch in ihren Behältnissen einmal nachzusehen. Nun stellte sich heraus, daß auch hier 150 M. fehlten, die beim Dienstantritt der neuen Verkäuferin noch vorhanden gewesen waren. Die" Lebensmüde" hat außerdem auch ihre sämmtlichen Sachen, die sie im Zweiggeschäft hatte, mitgenommen. Bis jetzt hat man noch feine Spur von ihr wiedergefunden. Wieder eine kleine Freude für die Arbeiterfeinde. Der amtliche Polizeibericht meldet: Mit den Worten:" Es lebe die Anarchie", umarmte gestern Nachmittag an der Ecke der Hißig Stülerstraße der Kommis Karl Jachmann die Modiftin Anna as per und brachte ihr gleichzeitig mit einem Taschenmesser einen Stich in den Hinterkopf bei. Der Thäter wurde verhaftet. Von anderer Seite wird berichtet, daß Jachmann entschieden leugnet, den anarchistischen Ruf ausgestoßen zu haben. Er habe vor dem Hause auf seine Braut gewartet. Da er sich mit ihr veruneinigt hätte, hätte er ihr den Stich versetzen wollen. geber nicht weiter beschäftigt werden. Diese und zahlreiche andere Fälle sind so flar und offen vorgekommen und verstoßen so offenbar gegen das Gefeß, daß die betheiligten Arbeiter der Staatsanwaltschaft Gelegenheit zum Einschreiten gegen die Gesegesverleger geben wollen, um so einmal das Wort von der schwersten Strafe an den Arbeitgebern zu erproben. Für Ordnung, Religion und Sitte. Die Stadtverwaltung von Spandau hat dem Verlangen der Aufsichtsbehörde nach Vermehrung der Polizeikräfte am Ort keine Folge gegeben. Der Magistrat will aber einige Sicherheitsbeamte beritten machen; im übrigen sind die Ordnungshüter heute schon außer mit dem Seiten gewehr noch mit einem scharf geladenen sechsläufigen Revolver bewaffnet. Was will die Aufsichtsbehörde mehr? Die Schultheiß- Brauerei- Aktien- Gesellschaft hat, wie der „ Konfektionär" meldet, die in Nieder- Schöne weide gelegene Hewald'sche, frühere Boruffia- Brauerei nebst anliegendem größeren Terrain erworben. Von dort aus soll hauptsächlich das Biererportgeschäft betrieben werden und ein großes Sommerlokal eingerichtet werden. Von den Droschkenkutschern, welche alltäglich zahlreich am Stettiner Bahnhof zu den ankommenden Zügen Aufstellung nehmen und zur Disposition der Reisenden stehen müssen, wird es von jeher als ein schwerer Uebelstand empfunden, daß für sie keine öffentliche Bedürfnißanstalt vorhanden ist, daß sie vielmehr in Nothfällen gezwungen find, die privaten Rotunden in Anspruch zu nehmen oder aber eine Gastwirthschaft aufzusuchen, was in beiden Fällen mit Geldkosten für die Kutscher verknüpft ist. Der Vorstand des Auf dem Wege nach der Irrenanstalt ist vorgestern der Vereins Berliner Droschkentutscher hatte daher Veranlassung ge- 30 Jahre alte geisteskranke Arbeiter Neumann aus der Mittenwaldernommen, an die Behörde eine Petition zu richten, in welcher um straße 3 entlaufen. Neumann war 6 Jahre lang in der Anstalt zu Im Grunewald erhängt aufgefunden worden ist der Maler. Aufhebung des für die Droschkentutscher bestehenden strengen Verbots, Dalldorf, wurde aber auf unbestimmte Zeit beurlaubt, weil er nicht meister Blanke aus der Hollmannstr. 37. Seit mehr als einem die entsprechenden, im Bahnhofsgebäude befindlichen Anstalten zu be- gemeingefährlich zu sein schien. Vorgestern wollte ihn seine Mutter Jahre führte er einen Rechtsstreit mit einem Bauunternehmer aus muzen, gebeten wurde. Diese dringende Eingabe hat die Eisenbahnbehörde nach Dalldorf zurückbringen. Er fuhr auch ruhig bis zum Wedding Steglitz. Dieser Prozeß, der immer noch kein Ende nehmen wollte, wie folgt beantwortet:" In Beantwortung Ihres Schreibens wird mit. Dann aber machte er plöglich ein unheimliches Gesicht, rollte scheint ihn in den Tod getrieben zu haben. Ihnen ergebenst mitgetheilt, daß die Aborte in dem diesseitigen die Augen, sprang vom Pferdebahnwagen und lief davon. Bis Bahnhofsgebäude lediglich für die die Bahn benußenden Fahrgäste gestern Abend hatte man ihn noch nicht wieder ermittelt. und für die diesseitigen Beamten bestimmt sind. Die Aborte noch Das Polizeipräsidium bringt zur öffentlichen Kenntniß, daß weiteren, der Bahn fernstehenden Kreisen zugänglich zu machen, auf dem Grundstück Prinzenallee 13 die Geflügelcholera auswürde zu Unzuträglichkeiten führen. Ihrem Antrage kann daher gebrochen ist. feine Folge gegeben werden. Es wird bemerkt, daß sowohl auf dem Borplatz der Ankunftsseite als auch auf der Abfahrtsseite des Stettiner Bahnhofes Bedürfnißanstalten vorhanden sind." Es sind dies private Anstalten, die nur gegen Bezahlung benutzbar sind. Die Droschkenfutscher wollen mun weiter ihr Ziel verfolgen. Vom wahnsinnigen Pariser. In der„ Staatsb.- Beitung" Vermißt wird seit Sonnabend der 22 jährige Kaufmann Er verließ die elterliche Wohnung Langestr. 81 Wilhelm Heuser. gegen 1/29 Uhr morgens, um sich nach dem Geschäft zu begeben und ist seitdem verschwunden. Bekleidet war er mit schwarzem Rock, parzer Hose, heller Weſte, hellem Sommerüberzieher und schwarzem, steifen Hut. Nachrichten an obige Adresse erbeten. Gerichts- Beitung. 44 Soziale Uebelstände in der Konfektionsbranche. Mit einer glänzenden Freisprechung unseres verantwortlichen Nedakteurs August Jacobey endete die Privatklagesache des Herrn Heinrich Maurer, Direttors an der„ Berliner ZuschneideAkademie" am Alexanderplatz, die gestern vor der 148. Abtheilung des Amtsgerichts I zur Verhandlung stand. In der Nr. 120 bes „ Vorwärts" vom 25. Mai d. J. übernahm der Angeschuldigte einen Tesen wir: Im Anschluß an unsere Mittheilung, daß das Straf Vereins der Wäsche und Die Grimmstraße von der Dieffenbachstraße bis zur AdmiralVersammlungsbericht des verfahren gegen den Geldmann Heinrich Pariser wegen GeistestrantKravattenbranche", worin unter anderem folgendes aus heit des Angeschuldigten eingestellt sei, bringt das" Deutsche Wolfs- brücke einschließlich des Kreuzdammes wird behufs limpflasterung blatt" eine Reihe von Betrachtungen und geschichtlichen Er- bom 12. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter geführt wurde:" Im Verschiedenen wurde auf die an Schwindel grenzenden Manipulationen einiger sogenannter Zuinnerungen. Das genannte Blatt ist über die plögliche Geistes- gesperrt. schneide- Akademien hingewiesen, welche den jungen Leuten das LehrZu dem Unglücksfall auf dem Ostbahnhof, über den wir geld abnehmen, eine Ausbildung aber nicht geben können, frankheit Pariser's erstaunt, weil eine Unzahl Details aus seinem Leben nicht auf Geisteskrankheit schließen lassen. Auch Desterreich gestern berichteten, erhalten wir eine Mittheilung, in der besonders da sie kein Material dazu haben. Als hervorragend auf habe der Berliner Hofwucherer mit seiner Gegenwart beglückt. gerügt wird, daß im Eisenbahndienst anscheinend niemand zu diesem neuen Gebiete der Ausbeutungsmethode Noch vor kurzem habe er sich in Ischl befunden, wo man dem„ Un- Samariterdiensten ausgebildet ist. So kommt es, daß bei Unglüds- zeige fich unter anderen auch die Zuschneide= glücklichen" täglich auf der Esplanade begegnen konnte. Dabei habe fällen nie ausreichende Hilfe sofort zur Stelle ist. Gestern ließ man akademie von Maurer, Alexanderplaz Die hier er fich, der„ Wahnsinnige", über seinen„ bevorstehenden" Prozeß in fogar, statt einen Arzt herbeizurufen, den Berunglückten in einen gesperrten Worte sind unter Anklage gestellt. In den, in verschiedenen der ultigsten Weise lustig gemacht, und er wußte wohl, warum! Tragforb legen, damit er erst zum Arzt gebracht werde. Es ist an hiesigen Zeitungen erschienenen Annoncen wird die Maurer'sche „ Die Berhandlung gegen den jüdischen Bucherer", so heißt es weiter, der Zeit, daß auch im Reiche des Herrn Thielen zum Schutze des Schneider- Akademie als die größte und bedeutendste Fachlehranstalt war zu wiederholten Malen anberaumt worden, allein stets mußte Menschenlebens na Kräften Fürsorge getroffen werde. der Welt hingestellt, die ganz neue Pfade wandele." Das" Zuschneiden fie vertagt werden; denn es stellte sich stets heraus, daß die vom Das Chromoskop, ein neuer Apparat zur Herstellung von werde den Schülern beigebracht und ihnen auch besonders eine Staatsanwalt geführten Belastungszeugen nicht erschienen waren, sie Photographieen in natürlichen Farben, der auf der Naturforscher- praktische Ausbildung gegeben, da es der theoretische Unterricht nicht thue. hatten ein jeder Krankheitszeugnisse eingesendet. Dieses Schau- Versammlung in Düsseldorf das größte Interesse erregte, wurde am allein nicht Nach absolvirtem Kursus würden sie spiel wiederholte sich etliche Male, bis schließlich eines Tages un- Montag auf der Treptow Sternwarte einem geladenen Publikum daraufhin eine Stellung bekommen u. f. w. Die event. Schüler ergeachtet der nicht erschienenen Zeugen dennoch in die Verhandlung vorgeführt. Es handelt sich bei diesem von dem Engländer Ives hielten dann noch von dem Kläger Prospekte, die als Anhang Dankeingegangen wurde. Freilich war dieselbe sehr kurz. Nach Er- erfundenen Apparat um eine weitere Ausbildung des sogenannten schreiben und Reklamenotizen enthielten. Der Preis für einen ledigung der üblichen Vorfragen und nachdem Pariser sich bis dahin Dreifarbendrucks, eine Ausbildung freilich, die eine photographische Kursus im Wäschezuschneiden( darum handelte es sich allein in jener der gegen ihn erhobenen Anklage gegenüber sehr fühl verhalten, Vervielfältigung der Bilder zuläßt und jedem Photographen auf die Versammlung und dem inkriminirten Bericht) betrug je nach der richtete der Präsident an den Delinquenten mir eine einzige leichteste Weise gestattet, mit geringen Modifikationen an seinem Dauer 45-500 m. 45 M. war nach Angabe der Prospekte der Frage, und zwar: Präsident: Herr Pariser, Apparat die Gegenstände in ihren natürlichen Farben aufzunehmen. niedrigste Satz, doch wurde auch bis auf 20 m. her= Aber, Haben Sie sich denn auch immer überzeugt, ob die Herren, die Es werden von einem Gegenstand drei Aufnahmen gemacht, wobei untergegangen( welchen Mindestsatz auch die Annoncen anDer Beklagte erbot Geld von Ihnen wollten und denen Sie ja hohe Zinsen abnahmen, für jede derselben andere Lichtstrahlen zur Wirkung kommen. gaben). sich, den Wahrheitsbeweis fich nicht in einer Nothlage befanden?-Pariser: Herr Man läßt das weiße Licht durch ein rothes resp. grünes und dafür zu erbringen, daß die Nellamen in teinem Ver. hältniß zu dem standen, was werthlos war. Schillern geboten der Staatsanwalt eine Verlegung des§ 158 der Gewerbe- Ordnung ein öffentliches Interesse für vorliegend er wurde, daß vielmehr das, tas fie in der Maurer'schen und beantragte sechs Wochen Gefängniß. Der Gerichtshof( zweite achtete und die Anklage erhob. Die Beweisaufnahme ergab Akademie lernten, für die Schüler zum praktischen Fortkommen Straffammer am Landgericht II) schloß sich aber den Ausführungen zwar, daß die damals vorgelefenen Säße nicht in dieser Form von Sein Vertheidiger, Rechtsanwalt Wolfgang des Vertheidigers Rechtsanwalt erzfeld an, daß im ersten Falle Bued herrühren, gestaltete sich aber sonst für den Angeklagten durch Heine, hatte zu diesem Zwecke mehrere Zeugen, ehemalige Schüler jede Einwirtung auf andere fehle, da der Angeklagte nicht aus günftig. Der Staatsanwalt ließ selbst die Anklage wegen der Akademie, laden lassen, die seine Behauptungen voll und ganz wissen konnte, daß im Nebenabtheil' Maurer faßen, welche die öffentlicher Beleidigung fallen und beantragte wegen einfacher Bebestätigten. Die Betreffenden haben praktischen Zuschneide- Unterricht Stellen der Streifenden ausfüllten. Ebensowenig fei im zweiten Falle leidigung 50 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof erkannte, wie bemerkt, faum erhalten; fie mußten fast durchweg nur zeichnen; der Kursus eine Einwirkung auf andere erwiesen, da die Beendigung des auf Freisprechung. des einen sollte nur 14 Tage dauern, ein anderer mußte für einen Streits bereits beschlossen war. Es wurde daher auf Freisprechung Monatsturfus bei täglich Gstündiger Arbeitszeit- 50 m. bezahlen; erkannt. Sa " Dersammlungen. ihm war bei der Aufnahme gesagt worden, daß er nach Vollendung Eine für alle Arbeiterinnen wichtige Entscheidung hat das des Kurjus ein perfefter Wäschefonfektionär sein würde und daß er Kammergericht in feiner legten Sigung gefällt. In einer Gemeinde Der Wahlverein für den zweiten Berliner Wahlkreis dann eine Stellung erhalten würde. Er hat aber ebenfalls nur Oberschlesiens besitzt der Hirsch Dunder'sche Gewertverein der hielt am Dienstag bei abel in der Bergmannstraße eine gut be zeichnen müssen; erst in den legten Tagen schnitt er mit der Scheere Waschinenbauer eine Filiale, die den englischen Maschinenbauern gesuchte Generalversammlung ab. Der Vereinskassirer Schüler eraus Papier und manchmal auch aus Stoff aus. Daß in Konfektions legentlich ihres großen Streifs Unterstützungsgelder überwies. Als stattete den Kassenbericht, nach welchem der Verein eine Einnahme geschäften nur mit dem Messer zugeschnitten wird, ist ihm nicht der zuständige Amtsvorsteher davon hörte, gerieth er gesagt worden. Als er fich später um eine Stellung bewarb und große Aufregung. in bon 2106,77 M. und eine Ausgabe von 1355,70 M. zu verzeichnen Der einfache Beweis solidarischer Pflicht hat, so daß ein Kassenbestand von 751,07 m. verblieb. Die Höhe fagte, er wäre bei Maurer gewesen, fagte man thm in renommirten erfüllung ließ ihn den Gewerkverein in sozialrevolutionärem der augenblidlichen Mitgliederzahl des Vereins beträgt 1186. Hierauf Wäschegeschäften: Ach, Sie sind bei m. gewesen, das Lichte erscheinen. Um aber in seiner Beurtheilung des erstattet 2 ankow den Vorstandsbericht, nach welchem im verhat für uns teinen Werth", oder: Ja, Papierschnipfel, das Vereins ganz genau zu gehen, wandte er sich an den Vorsitzenden floffenen halben Jahre 7 Bersammlungen stattgefunden haben. akademische Lernen hat gar keinen Werth." Achnlich ging es den Macikowsty mit dem Ersuchen, ihm das Original mitglieder Sierauf fand die Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren statt; die anderen Zengen, die entweder Stellung nicht bekamen oder von verzeichniß einzureichen. m. vertveigerte ihm dies und betonte, er Wahl gestaltete sich folgendermaßen: erster Vorsitzender Kuschka, zweiter neuem zu fernen anfangen mußten. Nach Stoffen zugeschnitten brauche der Polizei höchstens eine Abschrift des Originalverzeichnisses Vorsitzender Graßner, erster Saffirer Schiller, zweiter Stassirer wurde bei M. mur dann, wenn sich die Schiller die Stoffe selbst mit zu unterbreiten. Der Anitsvorsteher bestand jedoch auf seinem Ver- inge, erster Schriftführer Köderiz, zweiter Schriftführer brachten. Die Schüler erhielten aber zum Schluß Zeugniffe und langen und machte geltend, er brauche das Original verzeichniß. Steller, Beisiger Schrade, Nevisoren Luy. Schon heim und Diplome. Ein von dem Kläger geladener Zeuge bekundete, er hätte um daraus zu ersehen, ob der Verein sozialdemokratische Tendenzen a B.- Unter Vereinsangelegenheiten gelangten nach furzer Debatte, genügend gelernt, und legte unter allgemeiner Heiterfeit einige verfolge. Macikowsky hielt feine Weigerung aufrecht, worauf in welcher Zubeil, Schüler, Dahme, witte, Jakob Kragen, ein Frauenhemd und eine, respektablen Umfang zeigende, er ein Strafmandat wegen Vergehens gegen den§ 2 und Nikolai das Wort ergreifen, folgende drei Anträge von ihm selbst verfertigte Frauenhofe" vor. Bu gunsten des des Bu gunsten des des Vereinsgesetzes erhielt. Er beantragte dann richter zur Annahme: 1. Fortant find dem ersten Kafftrer 10 Mart, Klägers sprach sich auch eine seiner Lehrerinnen aus. Rechtsanwalt liche Entscheidung und das Schöffengericht sprach ihn auch frei. dem zweiten Kassirer 5 Mark und dem ersten Vorsitzenden Dr. Ivers, der Vertreter des Klägers, beantragte die Bestrafung Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und führte aus, nach 10 Mart pro Halbjahr für Auslagen u. s. w. zu bewilligen. des Beklagten, da er die berechtigte Stritit überschritten habe. Die 2 des Vereinsgesetzes seien die Vorsteher von Vereinen, die auf 2. Zu Agitationszwecken darf fortan alles vom Kassirer für fiberMaurer'sche Rellante gehe im Ausdruck zu weit, doch das sei in der öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezweckten, verpflichtet, den zählig gehaltene Geld verwandt werden. 3. Zu Agitationszivecken Großstadt Mode; Ausdrüde, wie fie der Beklagte gebraucht, paßten Orts- Polizeibehörden auf Verlangen jede auf den Mitgliederbeftand find von dem jezigen Kaffenbestande dem Genossen Richard Fischer nicht darauf. Rechtsanwalt eine hielt den Wahrheitsbeweis für und das Statut bezügliche Auskunft zu ertheilen. Diese Bestimmung 600 M. zu überweisen. Im Verschiedenen" theilt Schüler mit, erbracht und das Verfahren des Klägers für gemteingefährlich, be- schließe die Verpflichtung in sich, eventuell auch das Original- daß noch eine Anzahl Protokolle vom vorjährigen Parteitage vorsonders bei solcher Rellame, die es als gemeinnützig erscheinen lasse. verzeichniß einzureichen, damit die Behörde es mit den ihr gemachten handen seien, und daß dieselben von den Vereinsmitgliedern, die Der Gerichtshof Borsigender Landgerichtsrath aad- sprach Angaben vergleichen könne. Jm vorliegenden Falle komme hinzu, daß der noch keine besigen, unentgeltlich in Empfang genommen werden den Beklagten frei und legte die Kosten des Verfahrens dem Privat Amitsvorsteher gemuthmaßt habe, der Verein verfolge foaial tönnten. fläger auf.§ 185 fönne nicht in Anwendung kommen, da die demokratische Tendenzen. Da sei sein Verlangen infriminirten Worte fachlich bezeichnende Ausdrücke, nicht Schimpfereien besonders berechtigt gewesen. Das Landgericht sprach( Often) hielt am Dienstag in der Königsbank" in der Frankfurter Der Wahlverein für den vierten Reichstagswahlkreis feien. Was$ 186 anbetreffe, fo fei seitens des Beklagten der Wahr- indeffen den Angeklagten ebenfalls frei und das Kammergerichtstraße seine ordentliche Generalversammlung ab. Schneider als heitsbeweis in vollem Umfange erbracht. In den Prospekten be verwarf die Revision der Staatsanwaltschaft mit der Begründung, Vorsitzender erstattete Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. fänden sich Ankündigungen, die der Wahrheit widersprechen. daß die Polizei auf grund des§ 2 des Vereinsgesetzes nicht das Danach wurden im Verlaufe des vergangenen Quartals 6 Sigungen Ein Renkontre unferes Parteigenossen Fritz Zubeil mit Originalverzeichniß der Mitglieder verlangen könne und daß die und eine Versammlung abgehalten. Das Protokoll des diesjährigen einem Polizeilieutenant gelegentlich einer Beerdigung beschäftigte lebergabe einer Abschrift genüge. Parteitages wird, entsprechend dem Vorschlag des Vorstandes, ivie gestern die dritte Straffammer am Landgericht II. Am 1. Mai d. J., Die für Pommern erlassene Verfrommungs: Verordnung in früheren Jahren, in nächster Zeit den Mitgliedern des Wahlder bekanntlich auf einen Sonntag fiel, sollte nachmittags 3 Uhr vom 9. Dezember 1895 und die Regierungs- Polizeiverordnung vom vereins unentgeltlich verabfolgt werden. Das Stiftungsfest des vom Hause Bismarckstraße 77 in Charlottenburg die Beerdigung 10. März 1890 sollte der Parteigenosse Storch in Stettin übertreten Wahlvereins findet am Sonntag, den 16. November statt, des Zimmermanns Barthel erfolgen. Die Polizeidirektion von haben. Man warf ihm vor, er habe für einen Sonnabend eine wozu Eintrittskarten bei den Vorstandsmitgliedern und in den beCharlottenburg hatte die Genehmigung ertheilt, daß der Leichenzug öffentliche Tanzluftbarkeit veranstaltet, die bis über Mitternacht tamten Zahlstellen zu haben sind. Der Bericht des Kaffirers mit Musik durch die Straßen ziehen konnte. Dagegen war verboten hinaus gedauert habe, während§ 12 Abfat III der Oberpräsidial Frante ergiebt eine Einnahme von 2057,13 M., und eine worden, daß rothe Schleifen an Kränzen 2c. anders als verhüllt Berordnung vom 9. Dezember 1895 vorschreibe, daß solche Luftbarkeiten Ausgabe von 1787,13 M., fo daß ein Bestand von durch die Straßen getragen würden. Letzteres Verbot war neu. an Sonntagen nicht vor 3 Uhr nachm. beginnen und fich des Sonnabends 270 m. verbleibt. Die Mitgliederzahl beträgt über 1800. Das Bisher war es dem Leichengefolge stets unbenommen geblieben, nicht über Mitternacht hinaus erstrecken dürfen. Schöffengericht und Andenken der im letzten Quartal verstorbenen Mitglieder Kränze mit rothen Schleifen offen zu tragen. Namens der Reichs- Landgericht nahmen folgenden Sachverhalt als festgestellt aut. Storch Herrmann, Finder und Hartmann ehrt die Versaminlung tags- Fraktion nahm Gen. Zubeil an der Beerdigung theil, um einen stellte in einer Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins durch Erheben von den Sizen. Die vorschriftsmäßige Neuwahl des Kranz der natürlich eine rothe Schleife trug, auf dem Grabe des für Stettin, deffen Vorsitzender er war, den Antrag, am 26. Fe- Vorstandes fand dadurch ihre Erledigung, daß auf Antrag Kunert Verstorbenen niederzulegen. Da rothe Schleifen bisher stets un bruar 1898 einen Maskenball abzuhalten. Zu diesem Zwecke wurde der Gesammtvorstand aufs neue von der Versammlung mit der beanstandet geblieben waren, ließ Zubeil die Schleife unverhüllt, dann auch ein Komitee gewählt, aus dem er aber seiner Mittheilung weiteren Geschäftsführung betraut wurde. Als Revisoren wurden weil er annahm, daß es sich nur um die eigenmächtige Anordnung nach bald ausgetreten ist. Im Stettiner Voltsboten" erschien ein unert, Biese und Pohl ernamit. Hierauf hielt Genosse eines Polizei- Organs handele. Während sich der Zug vor dem Hause Inserat, worin auf den Maskenball unter Angabe des Jahn einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über ordnete, stand Zubeil mit dem Kranze seitwärts auf dem Trottoir. Eintrittspreises hingewiesen wurde. Wer das Entree bezahlte, Die politischen und wirthschaftlichen Kämpfe der Gegenwart". Der Bolizeilieutenant Henze verlangte schon hier die Umhüllung der wurde zugelassen. Der Ball endete erst in den Morgen- Vortragende, wie die nachfolgenden Redner Plewe, Kunert, Schleife, was Zubeil ablehnte. Ein Schuhmann erhielt daher Ordre, stunden des Sonntags, es soll bis gegen 6 Uhr getanzt worden Schneider und Wegener sprachen die Erwartung aus, daß in den Zubeil aus dem Zuge zu weisen, falls dieser die Schleife offen sein. Genoffe Storch wurde zu einer Geldstrafe verurtheilt. Beide späteren Versammlungen die Erörterung von wirthschaftlichen Fragen trage. Der Schutzmann kam aber nicht dazu, denn kaum hatte sich Instanzen nahmen an, Storch habe sich im Sinne der angezogenen und der gesammten Handelspolitik Gegenstand der Verhandlungen Bubeil dem Zuge eingereiht, so faßte der Lieutenant nach dem Verordnungen dadurch strafbar gemacht, daß er beim Arrangement sein mögen, da der gegenwärtige Reichstag voraussichtlich für das Strange und riß auch den Träger desselben mit aus dem Gliede. der Festlichkeit mitgeivirkt habe. Der Angeklagte legte Revision ein Bustandekommen der neuen Handelsverträge den Ausschlag geben Nun entstand ein großer Tumult, der Lieutenant wurde von allen und erzielte, daß das Kammiergericht die Borentscheidung aufhob und werde. Seiten umringt und die Situation schien dem Lieutenant so be- die Sache in die Vorinstanz zurückverwies. Zur Begründung führte drohlich, daß er Die Mikstände in der Orts- Krankenkasse der Schneider und von der Waffe Gebrauch machen wollte. der Präsident des Straffenats aus: Da trat Zubeil beschwichtigend dazwischen und sagte zu nicht schuldig, sich gegen die Oberpräsidial- Berordnung vom einer öffentlichen Versammlung der Kaffenmitglieder, die am Dienstag Der Angeklagte fei Schneiderinnen bildeten wieder den Gegenstand der Erörterung feinen Begleitern wie auch zum Lieutenant: Das ist eine Dezember 1895 vergangen zu haben; denn die Bestimmung, im Englischen Garten tagte. Von den behaupteten Mißständen in Gefühlsrohheit, das ist eine Gesinnungsrohheit! Laßt Euch nicht daß sich Tanzluftbarkeiten des Sonnabends nicht über Mitternacht dieser Kasse hat der„ Vorwärts" wiederholt berichtet. Wie in früheren hinreißen, wir machen das an anderer Stelle geltend. Das foftet hinaus erstrecken dürften, sei rechtsunwirksam. Diese Be- dieser Kasse hat der„ Vorwärts" wiederholt berichtet. Wie in früheren dem Lieutenant den Kragen!" Auf grund dieses Thatbestandes ver- ftimmung werde nicht rechtlich gestützt durch die Kabinetsordre Bersammlungen so wurden auch in dieser sehr schwere Beschuldigungen urtheilte das Charlottenburger Schöffengericht den Angeklagten Zubeil vom 7. Februar 1887, auf grund deren die Oberpräsidial- Verordnung gegen den Rendanten der Kasse, den Herrn Schü, erhoben. Bewegen Beleidigung des Polizeilieutenants Henze zu 150 M. Gelderlassen sei. Der Zweck der letzteren und der Kabinetsordre sei, die fanntlich wurde vor längerer Zeit ein Flugblatt verbreitet, in dem strafe, und da die Beleidigung eine öffentliche war, so wurde dem äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage zu gewährleisten; den Verfasser des Flugblattes hat der Rendant einige Monate später, der genannte Rendant der Bestechlichkeit beschuldigt wurde. Gegen Beleidigten auch die Publikationsbefugniß zugesprochen. Gegen die äußere Heilighaltung der Sonntage werde aber noch und wie angenommen wird, erst auf Drängen des Vorstandes, die dieses Urtheil wurde von beiden Seiten Berufung eingelegt. Die nicht gestört, wenn ein Tanzvergnügen ohne besondere Aus- und wie angenommen wird, erst auf Drängen des Vorstandes, die Staatsanwaltschaft verlangte in ihrer Berufungs- Rechtfertigungs- schreitungen bis in die ersten Morgenstunden des Sonntags Generalversammlung dem Rendanten aufgegeben hatte, die Kelage Klage beim Schiedsrichter anhängig gemacht. Trotzdem eine schrift, daß Bubeit auch noch besonders wegen Beleidigung der hinein dauere. Die Regierungs- Verordnung vom 10. März 1890 zu beschleunigen, ist doch längere Zeit verstrichen und schließlich Polizeidirektion bestraft werde. Der Angeflagte blieb auch sei hier nicht anzuwenden, weil sie sich mir auf Lust vor der zweiten Instanz dabei, daß er nicht gewußt habe, daß die barkeiten im Sinne des§ 33 a der Geiverbe- Ordnung be- wurde die Klage angeblich wegen Berjährung zurückgezogen. Der Polizeidirektion eine neue Anordnung getroffen. Er habe sich in ziche, nicht aber auf Tanzluftbarkeiten, und seien es auch Vorstand wird nun von einem Theil der Mitglieder mit der Sache bem guten Glauben befunden, daß es sich um eine eigenmächtige Mastenbälle. Dagegen sei anzunehmen, daß Storch für die des Rendanten identifizirt. Statt den Rendanten, wie die MitAnordnung des Lieutenants handelte. Staatsanwaltsrath Schulz Veranstaltung des Maskenballes mit verantwortlich zu machen wäre, glieder forderten, zu entlassen, hat der Vorstand mit allen Behielt die Beleidigung der Polizeidirektion nicht aufrecht, doch be- wenn für Stettin eine Polizeiverordnung Geltung hätte, wonach für sehr ähnlich sicht, ohne aber der einige Tage später abgehaltenen amten türzlich einen Vertrag abgeschlossen, der einem lebenslänglichen antragte er eine höhere Strafe und zwar vier Wochen Gefängniß. das Vergnügen eine polizeiliche Erlaubniß hätte eingeholt werden Generalversammlung davon Wittheilung zu machen. Dieses Der Vertheidiger, Rechtsanivalt erafeld, plaidirte für die müssen. Ob eine solche Polizeiverordnung vorliege, müsse der Vorder- Vorgehen des Vorstandes wurde einer herben Kritit unterzogen. Annahme, daß der Angeklagte fich in gutem Glauben befand. richtet nachprüfen und demgemäß entscheiden. Das Verhalten des Lieutenants verdiene kaum eine andere Unter den Lieferanten der Kasse soll die Meinung vorhanden Bezeichnung als die angewendete. Dem Angeklagten stehe Ein sehr fideles Gefängniß ist das Justiz- Gefängniß zu sein, daß nur diejenigen berücksichtigt werden, auch der Schutz des§ 193 zur Seite, dem derselbe llenstein. Vor der Straftammer dieses Ortes hatten sich vor Rendanten schmieren", und diese Meinung haben Lieferanten Reichstags- Abgeordneter, außerdem seien die Worte einigen Tagen zwei Männer und eine Frauensperson wegen auch unverhohlen dem Borstande gegenüber ausgesprochen. Außer in begreiflicher Erregung gefallen. Man brauche nicht anzunehmen, am 28. Auguft verübten Einbruches zu verantworten. Den den Lesern des„ Vorwärts" schon bekannten Anschuldigungen daß wenn Sozialdemokraten mit rothen Schleifen erscheinen, sofort Dies wäre nun nichts Besonderes gewesen, wenn sich nicht wird behauptet, daß der Nendant unter anderem von Bandagisten, lieferten, eine Provision von 15 und auch ein großer Auflauf entstehe, im Gegentheil, bei solchen Beerdi herausgestellt hätte, daß die Diebesthat von 8uchthäuslern die für die Staffe gungen gehe es stets sehr ernst und würdig zu, dagegen mache begangen war, die am Abend gemüthlich ihre Bellen und das Ge- 25 pet. erhielt. Nach Beendigung dieser Diskussion, an der sich Sie Polizei die Aufläufe. Der Gerichtshof verwarf beide Be- fängniß verlassen, sich die Stadt ein wenig angesehen und dann in auch frühere und jezige Vorstandsmitglieder betheiligten und sich rufungen. Der§ 193 stehe dem Angeklagten in diesem Falle nicht der Nacht den Einbruch in einem Restaurant verübt hätten, aus gegenseitig Vorwürfe machten, gelangte eine Resolution zur Annahme, zur Seite. Er wußte, daß das Verbot ergangen war, er hätte sich welchem sie mit Geld und Lebensmitteln reich beladen, ohne irgend in der die Dreizehner- Kommission befugt wird, auch ferner die Rechte daher fügen müssen. Da die Handlung aber in der Erregung ge- welches Aufsehen ruhig wieder in ihre Zellen zurückkehrten. Nur das der Kassenmitglieder zu vertreten, um die ungefunden Zustände in schchen sei, werde eine Gefängnißstrafe nicht verhängt, dagegen Malheur, daß die Diebe dank der überreichlich genossenen Spirituosen am der Kaffe zu beseitigen. Der weitere Punkt der Tagesordnung: misse die vom ersten Richter gewählte Strafe als angemessen nächsten Morgen sinnlos betrunken in ihren Zellen aufgefunden wurden, Stellungnahme zur freien Arztwahl, wurde des schwachen Besuches führte zur Entdeckung des genialen Gaunerkniffs. In der Ver- wegen abgesetzt. achtet werden. Wie man Streitbrecher ,, bedrohen" kann. In eigenartiger handlung stellte sich übrigens heraus, daß von den Gefangenen Die städtischen Arbeiter hielten am Dienstag eine stark bemehrfach Sprizfahrten in die Stadt unternommen waren; ferner Weise sollte sich der Maurer Hermann Lindenberg zweier Verfam ans Licht, daß sie häufig des Nachts den Weiberfüget fuchte Versammlung ab, in welcher der Redakteur ihres Fachblattes, gehen gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung schuldig gemacht haben. des Gefängnisses mit Dietrichen geöffnet und mit den weiblichen mit der Betriebsdirektion referirte. Er führte aus: In früheren Bruno Pörsch, über die Differenzen der Kanalisationsarbeiter Im Herbst v. J. waren auf einem Neubau des Maurermeisters Gefangenen intimen Verkehr gepflogen hatten. Nachlässige BeFlemming in Stegliß zwei Reulinge eingestellt worden, die aber der Bettie prettion wegen angeblicher Leistungsunfähigkeit bald wieber entlaffen auffichtigung und ungenügende Beleuchtung des Gefängnisses sollten Jahren hätten sich die Arbeiter der Kanalisation mit ihren bas angeblicher Leistungsunfähigkeit bald wieder entlassen derartige Vorkommnisse ermöglicht haben. Die drei Angeklagten refp. die zuständigen Vorgesezten gewandt. Da jedoch von diesen wurden. Die anderen Maurer waren der Meinung, daß die Entlassung unbegründet sei und verhängten die Sperre wurden zu längeren Zuchthausstrafen verurtheilt. Stellen keine Abhilfe bestandener Mißstände erfolgt sei, so über den Bau. Für die streifenden Maurer traten aber alsbald Zur Charakteristik des Generalsekretärs Buck und des hätten sich die Arbeiter, als sie in diesem Jahre eine AufStreifbrecher ein, doch fühlten sich diese keineswegs sicher und mußten heutigen Unternehmerthums. Die" Hilfe" meldet: Vor der befferung ihrer Lohnverhältnisse wünschten, unter Umgehung der von und zur Arbeit durch Polizeibeamte begleitet werden. Eines Straffammer des königl. Landgerichts zu Staffel hatte sich der Litho- unteren Instanz unmittelbar an die zuständige Magistratsdeputation Abends fuhr mun Lindenberg von der Arbeit heim. Er saß mit dem graph Tischendörfer wegen Beleidigung des Landtags- Ab- gewandt. Seit dieser Zeit sei das Verhalten der Direktion sowie Maurer sta dan in einem Abtheil des Bahnzuges und unterhielt geordneten, Generalsekretärs Bued zu verantworten. Die Verhand- ber unteren Beamten den Arbeitern gegenüber ein sehr rigoroses. Es sich mit demselben über die Sperre und über die Streifbrecher. Tung endete mit Freisprechung des Angeklagten und leber- fcheine, als ob die Organisation, mit deren Hilfe die städtischen ArDabei machte er die Bemerkung:" Die müßten sich schämen, freie tragung der Kosten auf die Staatstaffe. Der Sachverhalt ist folgender. beiter eine Verbesserung ihrer Lage erstreben, den betreffenden Beamten Maurer zu sein! Freie Maurer laffen sich nicht von der Polizei zur Am 18. April befand sich Lithograph Tischendörfer als Delegirter des verhaßt sei. Mehrfach vorgekommene Entlassungen organisirter Arbeiter Arbeit führen!" Jm nächsten Wagenabtheil saßen aber mehrere Evangelisch- sozialen Arbeitervereins zu Berlin auf dem Delegirten- ließen darauf schließen, daß man es darauf abgesehen habe, die Streifbrecher, die natürlich die Aeußerung hörten, sich darüber ge- tag des Gesammtverbandes in Kaffel. In der Diskussion über das Verbandsmitglieder aus den Arbeitsstellen zu entfernen, indem man waltig entrüsteten und Anzeige erstatteten. Der zweite Fall betraf Koalitionsrecht der Arbeiter nahm Tischendörfer das Wort und ver- ganz geringfügige Verstöße der organisirten Arbeiter gegen die eine Bersammlung der Streifenden, die Mitte Dezember stattfand. las u. A. aus der neuesten Nummer feines Fachblattes für Litho- Dienstvorschriften mit der Kündigung beantworte. So sei ein Lindenberg führte den Vorfiz. Es war bereits beschlossen, daß am graphen einige für die Arbeiterschaft sehr geringschäßige Säge, Arbeiter der Pumpstation 9 deshalb dem Inspektor gemeldet worden, 16. Dezember eine Kommission mit dem Meister unterhandeln, daß welche vom Generalfekretär Bueck herrühren sollten. Als über den weil er sich an einem heißen Augusttage, als er während der MittagsDie entlassenen beiden Neulinge bor dieser Kommission Ursprung Zweifel laut wurden, erklärte Tischendörfer, sich zur Fest- pause einen in der Sonnengluth stehenden Arbeitswagen zu be eine Probearbeit machen und daß dann am 21. Dezember stellung der Wahrheit selbst an Herrn Bued wenden zu wachen hatte, auf die andere Seite der Straße in den Schatten ge= die Sperre aufgehoben werden solle. Am Schluß der Versammlung wollen, was er auch in einem höflichen Schreiben vom 19. April stellt habe. Als der Inspektor wegen dieser Angelegenheit den Arbeiter hat der Vorsitzende die Aeußerung gethan, daß die Maurer aus gethan hat. Aber sein Brief blieb unbeantwortet. Es erstattete viel zur Rede stellte, habe er dem letzteren gesagt: Sagen Sie Steglitz und Umgegend nicht auf dem betreffenden Neubau arbeiten mehr Herr Bueck am 23. April auf grund eines unzutreffenden nur Ihren Kollegen, daß wir auf ihren Streit und auf ihre Organis sollten, sonst würde man ihnen die Streiftarten abnehmen und fie Berichtes im Rhein- Westf. Tageblatt" vom 16. April( Redakteur fation pfeifen. Aus dieser Auslassung des Inspektors hätten die als Streifbrecher behandeln. In diesen beiden Vorfällen erblickte Quandel) eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Staffel, welche Arbeiter geschlossen, daß es sich um einen Schlag gegen die Organis sei eines " die den # = . Arbeiter Bildungsschule. Luisenhof, Buckowerstr. 9, Il. Donnerstag: " " " girl I", jeden 1. Donnerstag, Wilke, Andreasstr. 26. 2. Donnerstag, Raabe, Kolbergerstr. 23. Bezirk III", jeden 3. Donnerstag, Ewald, Schönleinstr. 6." Hauptversammlung", jeden 4. Donnerstag, Wilke Andreasstr. 26. Le Cercle de Conversation Française s'assemble touts les jeudis soir à 9 h. dans son local„ Zum Patzenhofer", Leipzigerstr. 136. Cercle Française: Jeudi Séance à 9 h. dans son local Rest. Des hôtes sont les Vier Jahreszeiten", Prinz Albrechtstr. 9. bien- venus. sation handele, um so mehr, als der vorgenannte Arbeiter ent- um wieder zu der von der Gesellschaft geplanten Fabrik- Kranken- Gesangs, Turns und gesellige Vereine. Donnerstag. Geselliger Orchesterverein Allegro", Tassen worden sei. Ein Arbeiter der Station 12 habe in einer fasse Stellung zu nehmen. Bekanntlich haben die Arbeiter die Er- Verein" Unter Uns", Fischer, Beuffelstr. 66. Rauchtl.„ Süd- West", Michaelis, SimeonVersammlung erzählt, daß er sich auf eine Meldung des richtung der Betriebs Krankenkasse in den früheren Versammlungen Richter, Dresdenerstr. 116. straße 18. Rauchtl. Kernspize", Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Statklub Aufsehers beim Inspektor verantworten wollte, daß der nicht gutgeheißen und gegen den von der Gesellschaft aufgestellten unter Ung", Bauer, Eisenbahnstr. 7. Orchesterchor, Vorwärts", Rirdorf, Inspektor ihm aber das Wort abgeschnitten habe mit der Be- Statuten Entwurf eine Reihe von sehr berechtigten Einwendungen Bictoria- Säle, Hermannstr.- Stattl.„ Süd", Strebs, Boechstr. 21.- Gesangv. merkung: Halten Sie den Mund, Sie haben gar nichts zu sagen. Diese erhoben. Dem eingehenden Bericht, den Freithaler über die Sängerfreis"( Musikinstrumenten- Arbeiter), Raabe, Fichtestr. 29.- Ruberv. Angelegenheit fei ohne Zuthun des betreffenden Arbeiters in die Thätigkeit der Kommission erstattete, war zu entnehmen, daß durch Vorwärts", Luisenhof, Budowerstr. 9. Stattl. Gemütht. Ramsch", Jonas, Statkl.„ Grand- Schwarz", Stein, Christburgerstr. 47. Presse und dadurch zur Kenntniß des Betriebsdirektors Adams ge- mehrmalige Verhandlungen mit den Vertretern der Direttion es ge- Blumenstr. 21a. Rauchklub„ Ohne: kommen. Herr Adams habe das Verhalten des Arbeiters als eine lungen ist, einige wesentliche Abänderungen im Statut zu erlangen. Gesango.„ Eintracht", Mauß, Schönhauser Allee 139. Gefangv. Ritterhof", Zubeil, SindenVerletzung des Betriebs Geheimnisses erklärt und der Ar- Weitere Konzeffionen bei mehreren anderen Paragraphen des Statuts forge", Münsberg, Loutſenufer 52. straße 106. Pflanzerv. Veilchen". Rixdorf. Jeden Donnerstag nach dem beiter sei gekündigt worden. Die Arbeiter der Kanali- wurden den Arbeitern von der Direktion für später in Aussicht ge- 15. Effenftr. 73. Tanzki.„ Union", jed. Donnerstag nach dem 1. u. 15. Perlefation haben am 1. September das Einigungsamt angerufen. stellt. Wie in den früheren Versammlungen so kam auch in dieser bergerstr. 23. Musikv. Harmonie", Brizerstr. 19. Schachtl. Nordstern", Die Arbeiter seien der Ansicht, daß der Magistrat das Verhalten unzweifelhaft zum Ausdruck, daß die Arbeiter die zu errichtende Be- dennſtr. 3. Musikv. ,, Kosack'scher Bläserchor", Nölte, Liesenstr. 16. Statfl. ,, Karo der Beamten nicht billigen werde, aber es errege Befremden, daß triebskasse nicht als Wohlfahrtseinrichtung betrachten und von diesem Sieben", Kürsten, Koppenstr. 28. Gefangv. Hoffnung", Friedrichsberg, Theaterv.„ Edelweiß", Altmann, Neue Hochauf die Anrufung des Einigungsamtes noch keine Antwort des Unternehmen der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft durchaus nicht Frey, Friedrich- Karlstr. 34. Magistrats erfolgt sei. Als erster Diskussionsredner nahm Stadt- erbaut sind. straße 49. Vergnügungsv.„ Glocke", Lerche, Rüdersdorferstr. 3. Arbeiter: Turnerbund. Donnerstag: Turnv." Fichte", Berlin, verordneter Vogtherr das Wort. Er sei im Auftrage der sozialdemokratischen Fraktion der Stadtverordneten erschienen. Obwohl die abbs. von 8-10 Uhr: 7. Männer- Abth., Reichenbergerstr. 131; 2. DamenEinladung zu dieser Versammlung an alle Stadtverordneten er Abtheilung, Aderſtr. 67. Arbeiter Radfahrerverein Berlin. Monatsversammlungen:„ Begangen sei, sehe er, daß außer ihm keiner der Stadtverordneten der " Bezirk II", jeden Einladung Folge geleistet habe. Die hier vorgebrachten Klagen richteten sich ja fast ausschließlich gegen untere Beamte, und man könne wohl verstehen, daß diesen die Organisation ein Dorn im Auge sei, da der organisirte Arbeiter dem unteren Beamten nicht so willenlos gegenüberstehe, wie der indifferente. Im weiteren versicherte der Redner, daß Beschwerden der Arbeiter, wenn sie auf anderem Wege keine Erledigung finden könnten und an seine Fraktion geTangen, mit Nachdruck von seinen Kollegen vertreten werden, falls die Klagen begründet sind. Gewerbegerichts- Beisiger Fabrikant Weigert trat der Annahme entgegen, als ob der Magistrat die Soalitionsfreiheit der Arbeiter beeinträchtigen wolle. Was in dieser Hinsicht geschehen, sei nur auf untere Beamte zurückzuführen. Stadtrath Marggraf habe den Redner ermächtigt, der Versammlung mit zutheilen, daß die Erwägungen darüber, ob der Magistrat dem Rufe vor das Einigungsamt folgen werde, noch nicht abgeschlossen seien. Es handle fich hier um die Frage, ob die Kanalisation ein Gewerbebetrieb fci, für den das Gewerbegericht zuständig ist, oder ob sie eine kommunale Wohlfahrtseinrichtung darstelle, in welchem Falle sich das Gewerbegericht nicht mit der Angelegenheit befassen dürfe. Sobald sich der Magistrat über diese Frage entschieden habe, werde er dem Gewerbegericht antworten, ob er dem Rufe vor das Einigungsamt folgen werde. In seinem Schlußwort bemerkte Börsch, wenn das Einigunsamt des Gewerbegerichts nicht für zuständig erachtet werde, dami sei die Einrichtung eines Schiedsgerichts wünschenswerth, wo die Arbeiter ihre Klagen vorbringen können. Wenn der Magistrat das Koalitionsrecht achte, dann hätte er dem Direktor Adams wegen seiner angeführten Aeußerung einen Verweis ertheilen sollen. Wie das Koalitionsrecht in den städtischen Betrieben geachtet werde, das gehe daraus hervor, daß man einem kürzlich eingestellten Arbeiter sagte, er solle sich vor dem Verband in acht nehmen, wenn demselben beitrete, werde man ihm scharf auf die Finger sehen. Nach weiterer Diskussion wurde eine Resolution folgenden Inhalts angenommen: Die hier versammelten Arbeiter der städtischen Betriebe hoffen, daß der Magistrat bald Schritte thun werde, welche geeignet sind, eine Regelung der zwischen den Arbeitern der Kanalisation und der Betriebsleitung schwebenden Differenzen herbeizuführen, und daß der Magistrat die Betriebsbeamten anweisen möge, daß kein Arbeiter wegen Bugehörigkeit zur Organisation entlassen werden darf. er Der | Gesezeskunde. Zivilprozeß, Handelsrecht, insbesondere das neue Recht der Handlungsgehilfen, Strafrecht, Strafprozesse, ev. Gewerberecht. Bor: tragender: Rechtsanwalt Roth. Beginn der Vorlesungen pünktlich um 9 Uhr abends bis 10% Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an den Unterrichtsabenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet: Mitgliedsbeitrag monatlich 25 Pf., Unterrichtsgeld per Fach und Kursus( zehn Abende) 1 M. Alle Zuſchriften find an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Tempelhof- Berlin, Berliner: straße 36, Geldsendungen an den Kassirer H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 30, zu senden. Der Vorstand. Lese: und Diskutirklubs. Donnerstag. Neue Zeit", Gießel, Boyenstr. 40.„ Süd- Ost", Tolksdorf, Sorauer: und Görlizerſtraßen- Ecke " Klub der Freunde", Burghause, Buttbuserstr. 32. Sozialist. Lese- und Diskutirkt.", Reichenbergerstr. 157. August Geib", Streit, Naunynſtr. 87. „ Oſt", „ Ost", Schumann, Tilsiterstr. 85( feden Donnerstag vor dem 1. und 15.). Morgenroth", witte, Liebenwalderstr. 43( jeden Donnerstag nach dem 1. und 15.). Brüderlichkeit", Haseloff, Landsbergerstr.( jeden Donnerstag nach dem 1. und 15.). Friedrich Engels II", Thäder, Görligerstr. 40. „ Gleiches Recht", Lange, Reichenbergerstr. 83. " Freies Wort", jeden Donnerstag nach dem 1. u. 15. im Monat, Urban, Friedrichsbergerstr. 11. Arbeiter- Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vors.: Ad. Neu- AT mann, Brunnenstr. 150. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Weanteuffelstr. 50, v. 2 Tr. Donnerstag. Briefkasten der Redaktion. Abends 9-11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban", Prozz, Annenstr. 9.„ Rienzi", Schecht, Lausitzerplaz 2. Borwärts II", Wernau, Schwedterstr. 24. Süd- Ost I", „ Frühlingsluft", Berner, Bülowstr. 59. Becker, Köpnickerstr. 191. " Flöter'scher Gesangv.", Wiedemann, Boray", Scholz, Naunynstr. 6. „ Gesangv. Berliner Kürschner", Friedenstr. 67. Feindt, Wein straße 11.„ Lyrik II", Charlottenburg, Bartsch, Straße 6a Nr. 1 Einigkeit III", Gr.- Lichterfelde, Pagel, Chauffeeſtr. 104.„ Liedeslust I", Fürstenwalde a. d. Spree, Schloßfelleret. Morgenroth IV", Köpenick, Schulz, Schönerlinderstr. 9." Bufunft III", Velten i. d. M., Grunow, Wilhelm " Fröhlich", Rummelsburg, Schröter, Mozartstr. 7.-„ Vineta", straße 19. Augustin, Kastanien- Allee 11. Alpenröslein", Hilgenfeld, Bergstr. 60 Alpenrose", Kunze, Forsterstr. 22." Sangeslust I", Reimann, Buttbu.sertraße 30.- Deutsche Eiche II", Brandenburg a. G., Winter's Salon, Hauptstraße. " Freiheit III", Neu- Weißensee, Königchaussee 38.- Loreley", Hemmerling, Grünthalerstr. 3-4. Sangestreue", Brandenburg a. H., Wollenweberstr. 3. Kornblume", Gold, Gr. Frankfurterstr. 133. Sängerhort", Liebehenschel, Mariannenstr. 48.„ Liedes Echo", Drathschmidt, Stalizerstr. 102. Oberon", Gründer, Köpnickerstr. 100.- Sorgenfrei", Möhring, Admiralstr. 18c. Morgengrauen"( Bäder), Neumann, Brunnenstr. 150( nachm. 4-6 Uhr). Süd- Ost II", Ludwig, Wrangelstr. 86. Möbelpolirer", Kautsch, Frucht straße 61. " Fortschritt", Peufert, Köpnickerstr. 38. Bereinigte Sänger" Wilmersdorf, Bollsgarten, Berlinerstr. 40." Gerstenähre", Sommer, Grüntraße 21.„ Waldlapelle", Krüger, Seydelstr. 30. Vorwärts IX.", Char: Liederlust II", Rempfer, lottenburg, Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Moabit, Beuffelstr. 25. Oranienburger Vorstadt", Diefe, Ackerstr. 123. Arbeiter- Gesangverein Freiheit III", Bernau, Elysium, Berliner Thor. " Steinnelte", Sachs, Lindowerstr. 26. Verein für Körper: und Naturheilkunde. Heute Abend 81/2 Uhr, im Prälaten, Alexanderplatz: Vortrag des praktischen Naturheilkundigen. Grundmann. Gäste, nur Männer, willkommen. Berliner Naturheilverein II. Heute Abend 812 Uhr, im Saale des Vereins junger Kaufleute, Beuthstr. 20: Vortrag des Herrn Gerling.' Gäste willkommen. Berliner Schachverein Donnerstag, abends 812 Uhr, Kommandantenstraße 20. Gäste willkommen. -" n " Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donnerstag und Freitag abends von 7 bis 8½ 1hr statt. Paul R., Rixdorf. Ihr Schreiben hat uns sehr intereffirt, und wir hoffen, daß wir manche darin enthaltene Anregung bei Gelegenheit verwenden können. D. A. Das ewig Weibliche. 8:26. 1. 2 Wenliche Anträge sind wiederholt von Sozialdemokraten gestellt worden. Natürlich kommt es zur Beurtheilung auf den genauen Wortlaut an. Sekhaft. Wir denken, daß jetzt keine Ursache mehr vorliegt, nochmals auf die Angelegenheit zurückzukommen. Kübart. Ohne den Stempel der Organisation können wir solche Mittheilungen nicht veröffentlichen. O. P. 66. Wenden Sie sich an ein Patentbureau oder sprechen Sie Engelzur Klarlegung des Rechtsverhältnisses in der Sprechstunde vor." schulz. 1. Die Klage wäre von dem Mädchen, nicht von dem Bräutigam durch einen Rechtsanwalt beim Landgericht anzustellen. 2. Etwa 100 Mart. Briefkasten der Expedition. Pankow 67. Nachdem Sie vor dem 1. Oktober die Zeitung bei M. abbestellt haben, weisen Sie Zeitung und Quittung zurüc H. N. Der Spediteur K.- Friedrichsberg erklärt auf unser Befragen, daß er vor 6 Uhr die Zeitung nicht bestellen kann. Witterungsübersicht vom 12. Oftober 1898, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Bum zweiten Punkt der Tagesordnung: Wie stellen wir uns zur Frage der Pensionsberechtigung und der Versorgung wurde Hinterbliebenen der städtischen Arbeiter, nach einem Referat Börsch's folgende Resolution angenommen: Arbeiter- Naucherbnud Verlins und der Umgegend. Aenderungen In Erwägung, daß gegenwärtig fast gar nicht, meist im Vereinskalender sind zu richten an Hermann Braunschweig, Dresdener aber nur ungenügend für die arbeitsunfähigen städtischen Ar- straße 80, 2. of. Pfeifendeckel", Trichter, Fruchtstraße 69. beiter und deren Hinterbliebene gesorgt wird, die gewährten Unter- Straßburgstraße 66. Donnerstag: Wehr Licht", Weißensee, Sorrer, " Glühlicht II", Burmann, stigungen aber den Charakter des Almosens tragen, in fernerer Er- Columbus", Conrad, Kamphausenstraße 3. Liebenwalderstraße 27.„ Tabakblüthe", Schulz, Bernauerstraße 91. wägung, daß andere Städte bereits eine Pensionsberechtigung für Gemfithlichkeit II", Gragig, Wrangelstraße 21. Tegeler- Alpen", Franke, ihre Arbeiter eingeführt haben, ersucht die Versammlung den Magi- Schulstr. 21. Kornblume II", Charlottenburg, Gembries, Wallstr. 99. Swinemde. Hamburg strat, auch für Berlin die Pensionsberechtigung der städtischen Arbeiter ,, Morgengrauen", Brinkmann, Elbingerstr. 17." Wahrer Jakob", Berlin 756 OSO „ Mehr Licht", Weißensee, Sorrer, Straßburgbaldigst einzuführen. Ferner entschied sich die Versammlung für Lier, Alte Jafobstr. 119. Glühlicht I", München Kamerun", Kupfer, Zorndorferstr. 2. den Anschluß der organisirten städtischen Arbeiter an die Gewertstraße 56. schaftskommission und bestimmte Pörsch zum Delegirten und Neu- Weißenfee, Stegemann, Streustr. 3.- Edelweiß", Charlottenburg, Kuhlmey, Kaiser Friedrichstr. 50 a.„ Südwest", Nige, Simeonstr. 13. Petersilie zum Stellvertreter. Unverzagt I", Lehmann, Koppenstr. 17. Grüner Hain", Barts, Cotheniusstr. 3. Veronita", Weber, Görlitzerstr. 33b. Feste Brüder" Rixdorf, Brotmann, Hermannstr. 39. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Allgemeinen Elektrizi äts- Gesellschaft waren am Montag im„ Rösliner Hof" versammelt, " Windstärte Wetter 758 OSO 2 bedeckt 756 NO 1 Regen 1Regen Wiesbaden 759 2 1 bedeckt 4 Regen 1wolfig Wien Temp. n. C. 5° 4° R. Stationen stanb mm 5 Haparanda 759 6Petersburg 756 8 Cort 9Aberdeen 6 Paris Winds Bunjia Windstärke Wetter Temp. n. C. [ 1607=" 300000 764 S 764 N 761 S 2voltent-0 1 bedeckt 35lb. bed. 13 35lb. bed. 2516.bed. 6. 759 3 759 S Wetter- Prognose für Donnerstag, den 13. Oftober 1898. Ein wenig fühler, vorwiegend trübe, mit leichten Regenfällen und schwacher Luftbewegung. Berliner Wetterbureau. Das 12 te Preis- Buch mit 89 Illustrationen und 12 Seiten Inhalt ist erschienen und wird kosten.os und portofrei zugesandt. Moderne Maass- Anfertigung unter Leitung eigener erster Meister. 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