Einzelpreis 70 Hellez. Rebaffion und Verwaltung: Prag... Nelajanta 18. Telephone: Cagesrebattion: 6795, 31.469. Machtre d'altion: 6797. Bostichedamt: 57544. Inferate werden aut Tarif billigt berechnet Bei öfteren Einschaltungen Preisnahlas 5 5 Jahrgang. 334 Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Weihnachten, Kirche und Sozialismus. Wieser, erflingt die Freudenbotschaft der Donnerstag. 24, Dezember 1925. Unser die Zukunft! Ein Weihnachtsgruß Dr. Karl Renners. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich. K 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig. 48.96. 50 192. Rüdstellung von Manuftripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarlen. Ericheint mit Ausnahme des Montar aplich rüh Nr. 299 Die Wiener Mischung. Von Karl Leuthner- Wien. Die Mataja- Affäre, die Vorlage gegen den gischen Grundlagen der christlichKirche:" Frisde auf Erden!" Die Orgeln und choslowakei hat ihre erste große Wahlschlacht der realen Möglichkeiten losgelöst und über jozialen Bolitit rege. Wie können a Die deutsche Sozialdemokratie der Tfche- Teile der Arbeiterklasse von der Erdenschwer: Mieterschuß macht Fragen über die psychol oGlocken der christlichen Welt wollen den Men unter Nachfriegsbedingungen geschlagen: schen glauben machen, das Wort sei zur Wahr- Parlamentswahlen, die diesem Lande die erste ausgeträumt. Schon weiß man auch in Moskau böds übersehen, daß innerhalb der eigenen städti Die Nacht in her fiebenten gimmel verfest hat, ist wandte eft fer von der gri Seipel und sich heit geworden. und den Menschen Volksvertretung gegeben haben, standen noch zu daß man auch mit den Lokomotiven der schen Wählerschaft de Cause: gntümer bloß eine ein Wohlgefallen!“ Seit faft zwei Jahrtausen- sehr unter dem Einfluß der Kriegs- und Geschichte, mit Revolutionen nicht ganze verschwindende Minderheit ausmachen? Die hen wird die Heilsbotschaft verkündet, nach der Stevolutionspsychoje. Diese Wahlen waren aber Geschichtsphasen überspringen kann. Man hat Antwort, die Seipel in feinem Brief: Sienter ealle Menschen Kinder Gottes"," Brüder Chriſti“ und„ Erben der Seligkeit" sein sollen.infofern normal, als in ihnen die wahre Natur sich dort zur„ Ne p". zur" Neuen ökonomischen feiner Rede, der Geſchrtwurf ſelbſt in ſeiner Ve dieses Staates, die Abnormalität aller seiner Politik" zurüdrevidieren müssen und die gründung gegeben hat. Klingt ungemein. prinziWeihnachten, es soll das alljährlich wieder- Daseinsbedingungen und die trostlose Lage der Stunde ist nicht mehr fern, wo man die neue nung erfordere mit grundsäglicher Notwendigkeit Staates, die Abnormalität aller feiner Politit". zurüdrevidieren müssen und die piell: Die Erhaltung der lavital stischen Ordfehrende Fest der Menschenliebe sein, das Er- Nationen und Nationssplitter, die inmitten politische Politik verkünden wird: Es ist die Ertragsfähigkeit des Hausbesives, die Wiederinnerungsfest an die Geburt des großen Naza- biefer Schöpfung der Friedensverträge zu leben beffer, statt in allen Weststaaten die Arbeiter- herstellung der Hausherrenrente. Bleibt das teners, der vom Himmel zur Erde herabge: haben, zum Ausdruck tamten. Die deutſchen klaſſe durch Spaltung ohnmächtig zu machen, Staunen, daß eine Partei, beren Seele ftets die ſtiegen iſt, um die Menschheit zu erlösen. Wer Arbeiter dieses Landes haben auf einem Kampf- und so weder den Schutz der Arbeitermehrheit Demagogie war, sich mit ihren Führer auf dem ſic in Selbsttäuschung übt, und wer die Dinge felde fich geschlagen, von dem man ruhig sagen zu genießen, noch auch so wertvolle Minderheit Altar eines Prinzips opfern will. Die Erklärung in ber Welt nicht ſehen will, wie sie wirklich fann; daß es niemals mehr für sie un- zu erzielen, daß sie Rußland stüßen könnten liegt in der persönlichen Art ebendieter Führer find, mag sich in dem Glauben der vollbrachten günstiger sein wird. Das war die Erlöſung wiegen. Er wird es auch nicht ver- euerprobe ber Partei, und zwar die sozialistische Barteien zu haben, die im Innern mögen. Seipel hält sich wirklich für es ist besser, anstatt dessen überall geeinigte and in dem Einflusse. den sie auszuüben verftehen, warum die sozialistische Bewegung zur Feuerprobe an allen Fronten! Als Nation ihres Landes Politik nach ihrer Fasson machen, lichene derhersteller der bürger Ordnung. Sein von Natur überKirche und zum Chriſtentum unserer Zeit in und als Iaffe zugleich haben die deutschen in der Außenpolitik aber einig sind, jeden An- normales Selbstgefühl ist durch Zeitungslob über Widerspruch geraten mußte, weil er eben nicht Arbeiter der Tschechoslowakei standgehalten, ihre schlag der Westmächte von Rußland fernzu- alle Maße hinausgewachsen. Er gehört zu den erkennt und erkennen will, daß es längst nur Fahnentreue bewährt, ihre politische Reife be haiten. Diese Erkenntnis ist auf dem Warsche. unleidlichen Menschen, die mit dem Gefühl eter mehr ein Schein und Lippenchristentum ge- fundet. Die Frucht dieser proletarischen Kampf- Zie bebeutet aber in der Fülle der Zeit die Miffion bef aftet berumlaufen. Er ist der große worden, und daß die fatholische Kirche von den Lehren ihres Begründers abgekommen ist. Doch tugenden wird bald reifen. 4. Liquidierung des Versuches, durch eine ge- Sanierer. Die kapitalistische Wirtschaft ist in ihm, die Menschen, die nach einer Befferung ihres Der nationale Chauvinismus fonderte Internationale die Weltrevolution er in seiner Person, von den Toten auferstanden. Loses streben, dürfen dem Selbstbetrug, daß hüben und drüber hat sich schon überschlagen, zwingen zu wollen und in allen Landen Sein Zauberwort hat die Fluten der Inflation in die Ufer zurückgewiesen. Wo sein Zauberwort alles gut auf Erden fei. nicht erliegen, fie abschon der höchste Distant seines Geschreies Sturmtrupps gegen bie eigen ertönt. muß bald jeder Widerspruchschwe gen. müffen vielmehr nach Erkenntnissen ringen und noch nicht erreicht ist, denn er ist verurteilt. Stále zu halten. die in lester Linie doch Es wäre seiner Art durchaus angemessen. taß er ernste Einkehr und Umschau halten. Das herr- um fo mehr zu lärmen, je mehr die Oeffentlich nur. den Fascismus großziehen und sich einbildete. er vermöchte durch die Gewalt fetliche Evangelium des Nazareners! Mo i es feit die Abfurdheit seiner Ergebnisse au- belehrheit und Minderheit der Parteien zugleich zu Mehrheit und Minderheit der Parteien zugleich gern und ein cittel u megy de geblieben? Un einem Loge image bareifen beginnt. Die allmematest or hostaus igene Bugde mercios gain, ehrfürchtig hervorgeholt, an allen anderen bn ber Tschechen wird rasch dahinter. Tie bettertfalle wird wieder Lagen mito es miẞachtet und mit Füßen ge- fommen, daß ein bielnationales Staatswesen 3ur Einheit werben! Diese Einheit ist reten. Der Friebe, qui Grben" wo ist nicht als nationaler Einheitsstaat einrichten er zu finden? Alle Lehren der Kirche haben läßt, wie der deutſch nationale Chaunicht, vermocht, einen einzigen Krieg au ver- inism us erfahren wird; daß Staatsgebilde. hindern; alles: Christentum hat auch ben Serbie unter ber Patenschaft der halben Welt foneinbruch des Weltkrieges nicht verhindert, der struiert sind, fich nicht ohne weiters wegwünschen die Welt in einen Riefenfriedhof mit den lassen. Damit ist der Tschechoslowakei jene Evo. Leichen der erwürgten, erschlagenen Brüderlich lution gewiesen, die das alte Desterreich 1867 Uebergangszeit hindurchgeführt, ein wegsicherer phasen heranzuziehen ist praktisch kein Anlaß. ab führt es sie vorwärts und aufwärts zur Der soziale Fiebertraum der Ginheit und Macht! evolution, der so viel große und wertvolle Com her Gründe und feines unfehen, die Wieniſchen be mehr ihres Entommens opfern, um der Haus. berrenrente wieder ben alten Goltglanz zu ber leiben. Weil Größenwahn unter Bolt tern die verbreitetste Krankheit ist. werden von der Megalomanie befallene Staatsmänner, meist erſt interniert, wenn es schon zu spät ift. t crit inter vorzubereiten, und zwar nicht durch halbschlach tige Nachgiebigkeit, sondern durch mutige e fenntnis zur Bernunft und Festigkeit auf unserer Seite. Doch wenn Seipel und Kienböd grundsäßIhr kampferprobtes Blatt hat die deutliche Bekenner des Favitalismus sind, so muß fchen Arbeiter dieses Landes durch diese man nicht an Grundsätze derkn, die in ticfen Moraltheologen von Wirtschaft find überhaupt Erkenntnissen wurzeln. Die Vorstellungen tes nebelhaft. Er nur b'e ſtrenge logiſche feit verwandelte. Und seither?. Noch immer fist bis 1914 durchgemacht hat, und längere Beit- fabpfinder in Nacht und Wirrjal: Von nun redung der Scholaftit. die gestattet. auch s Renner. die der Friedensengel auf dem Kanonenrohr. Noch immer geht ber höchste Eifer der Herrschenden flar Gedachtem im Ausdruck den Schein der Klar in allen Staaten dahin, einander gegenseitig in heit zu leihen. Und Kienböck, der Rechtsanwalt, der Herstellung weiftragendster Geschüße, gifunterliegt der Selbsttäuschung der Rechtsanwälte tiner Gafe, ungeheuerer Massen von Kriegsund Journalisten so leicht erlegen, daß sie meichiffen und Buftfahrzeugen zu überbieten. clizernden Weihnachtsbäume gibt es Bahllose.| Erlöser und Befreier gekommen wäre. Sie fei so viel. wie alles zu verstehen und zu meistern. nen, über alles reden und schreiben zu können weifausend Jahre erklingt das Wort vom die kaum haben, um den Hunger zu stillen. haben angefangen, nur an sich, an ihre eigene In Wirklichkeit sind die Wiener Chriftlichfoz alen Frieben auf Erden, doch zweitausend Jahre meil die fapitalistische Gesellschaftsordnung fie Kraft zu glauben. feit der Sozialismus fie mit in der ärgsten Form dem Uebel verfallen, das herrscht die blutige Tat. wider Willen zum Feiern zwingt. Sie möchten neuen Erkenntnissen, neuen Gefühlen erfüllt fleinbürgerliche Parteien stets bedroht. sobald sie Warum, so müssen die Menschen fragen, arbeiten, aber der Kapitalismus hat ihnen die hat. Er hat sie die, wundervolle Riesenzauber zur Herrschaft kommen. Ihre Ratlosigkeit vor ift, troß aller schönen Weihnachtspredinten und Möglichkeit genommen. Raum für alle hat die fraft der Solidarität gelehrt, er hat die seelisch den vielverfchlungeren Problemen, des modernen Millionen Weihnachtsterzen der Schrei nach Erde und auch genug, um alle zu nähren und stumpfen und dumpfen Massen, die von aller Wirtschaftslebens läßt sie nach Ratgebern aus Frieden und Gerechtigkeit ungehört verhallt? zu fleiden. Aber der Wahnwiß der fapitalisti- Kultur abgesperrt waren, zur Menschenwürbe dauen, und sie geraten der Regel nach an ber: beroenpittigen und zum minderwert gsten, an die Strauchritter und Aben seil das Wort allein nicht Erfüllung bringen fchen Eigentumsordnung häuft bei den einigen und zum Selbstbewußtsein erweckt. Während teurer der Wirtschaft.. So sind die Seipel und fann. Es fehlt die Tat, um die Voraus- Wenigen alle Reichtümer, während er Milionen die Diener der Kirche der arbeitenden Mensch- Kienböck an den Dr. Kunwald geraten. Einen sehungen zu schaffen, daß das Wort zur Wahr- und Abermillionen in die Hölle der Armut und heit das alte Entsagungslied sangen, um sie der wenigen Kenner des Geldwesens nennt Stienheit werde! des Elends hinabstößt. Die Kirche aber hat außer einzuschläfern, auf daß sie willige und billige böck den Mann, der unter dem Titel eines Rechtsfrommen Traftätchen und Bertröstungen auf Stlaven des Kapitalismus bleiben, während sie anwalts faule Börser geschäfte betreibt und faule Ihr rebet von Weihnachten, von Erlösung, das Jenseits fein Mittel übrig, um dem die Demut forderten, den Verzicht auf alle Banten gründet. In dem Heim, des Juden kaben von Frieden und Glud. Für Millionen Men- fchreienden Unrecht ein Ende au bereiten. Freuden dieser Welt für die, die ohnehin in die Führer der Wiener Antisemiten jeden Frei fdjen find das immer noch leere Begriffe. Ihr Gerade ihre Repräsentanten sind die eifrigsten des Lebens Tiefen dahinvegetieren, hat der tag Abend gefeiert und den finanzwissensd aft molſt Chriſti Nachfolger sein und behauptet, in Berfechter der heutigen Ordnung, die wütend- Sozialismus den Massen die freudige Buver- lichen Weisheitscrgüffen des„ Ratgebers gelauscht. feinem Geifte zu handeln. Aber was würde der ten Gegner aller Bestrebungen auf Beseitiguna ficht gegeben, daß auch sie der Güter ihrer Sätte man eine genügend üppige Einbil este Rimmermannssohn sagen, wenn er heute der kapitalistischen Ausbeutungsmöglichkeiten. Arbeit einmal teilhaftig werden. Nicht mühe- dungskraft. so möchte man an das Walten gewiebertame unb, jahe, welch ein Gemisch von Ueberall find fie treue Wächter des Gelbfads. los, fondern erst nach harten opfervollen Kämp- heimnisvoller Kräfte und Zufammentärge glauTrommelel, Brutalität, Profithunger und in Desterreich, Ungarn. Belgien maridhieren fie fen! Ihr Frommen fagt: Ernst machen mit dem ben. Im alten Desterreich fand die Bourgeoisie, waffenstarrender Britderlichkeit die Welt trop geradezu an ber Spike des tapitalistischen Christentum, das ist der Friede. Wir haben der die Vertreter im Parlamente fehlten, ihre alles Christentums geworden ist! Was würde Deerbanne Erwachsene und Kinder gehen an lange genug gehofft und geharrt, daß Ernst Sachwalter an der hohen Bureaukratie. In der er fagen, wenn er die Nachfahren all jener Unterernährung zugrunde, die Kirche aber rät gemacht werde. Es fonnte nicht Ernst werden, Republik Deutschösterreichs gewinnt sie politische Böllner und Bucherer fähe, die er dereinst aus den Armen und Ausgebeuteten: Entfaget. peil Ihr die Quellen unserer Not und Aus. Geschäftsträger durch die ge ftige Ueberwältigung der Führer des Kleinbürgertums. Und das Bild bem Tempel Jehovas trieb. Alle schönen Buß- ouldet, leidet. Bestenfalls sucht sie durch Bettel- beutung nicht zum Versiegen bringen wollt! diefer Berquidung und Vermischung wird volund Sonntagsbredigten haben bisher nicht verfuppen ein paar der Alten und Gebrechlichen Best haben wir, das Proletariat, unser Schicksal tommen, wenn man bedenkt, wie sehr das Anmecht, bie Befiger der Produktionsmittel au notdürftig am Leben zu erhalten, nur, um daß iclber in die Hand genommen und wollen es wachsen der Sozialdemokratie alle nichtfpz'al ftiMenschlichkeit und Einsicht au befehren, ja eigene Gewiffen zu beruhigen. Welcher Unter formen. Ihr mögt predigen, wir wollen schen Voltsschichten drängt. unter dem Schußdach felbft nur das Leben eines einzelnen aus der fdjieb wifchen den einstigen Aposteln be handeln! Bleibt immerhin weiter Wächter des der chriftlichfozialen Partei ihre Zuflucht zu Maße ber Ausgebeuteten günstiger zu gestalten. iangen Christentums und seinen heutigen, fröm eldfads. Diener der Mächtigen, wir arbeiten fuchen. Wie auf der einen Seite die nationale Der Stapitalismus hält die Welt in feinen melnben, eifernden, undulbfamen und feisten indessen unverdrossen an unserem Werke: die Intelligenz hilfsbedürftig heranschleicht, stebt auf Slauen, bie eilerne Lonit kapitalistischen Profit Vertretern! Grbe zu einer wohnlichen Heimstätte für alle der anderen Seite die einst so verhöhnte Juden ftrebens pottet aller Mahnungen und frommen Menschen zu machen. Erst wenn die breffe", die Lueger verfolgte und feinem NachfolRatsläge, zu denen sich die Kirche gelegentlich Erlösung! Von wannen soll sie den Milaffende Menschheit nicht mehr ger Seivel das tägliche Hosianna ſingt. Man hüte fich jedoch, das rathetische Wort von der einen aufschwingt. Alles Christentum hat bisher nicht lionen Enterbten fommen! Die leidenden er flabe ihrer eigenen Produt reaktionären Maffe" auf dieses Sichherausgestalperiocht, die Beiber der Produktionsmittel Maslen haben aufgehört, Silfe in ber Not vor onsmittel fein wird, tann die ten einer Art von Sammelvartei anzuwenden. kavon abzubringen.. immer neue Attaden gegen er Stirche zu erwarten. Sie wissen: der Kapi Weihnachtsbotic ft vom Friedens find allerlei lebensunfäh ge Rückstände, die in Die Lebenshaltung der in ihrer Fron stehenden alismus häfte te vertiert, alle feelischen Werte uf Erden auch für uns zur Wahr das Bett der einzigen nichtfox alistischen Volks Profetarier zu unternehmen. Im Angesicht der Bertrampelt, wenn der Sozialismus nicht als heit werben! partei fließen. Auch wäre es irrig, hier Ergeb DI Seite 2 An unsere Lefer, Inserenten und Kolporteure! Die heutige Nummer unseres Blattes Kiegt bis Montag den 28. Dezember auf. Die nächste Nummer erscheint Dienstag den 29. Dezember zur gewöhstichen Stunde. Die Neujahrsnummer erscheint am 1. Zänner, die folgende Nummer ohne Unterbrechung am 2. Jänner in gewohnter Die Verwaltung. Weise. Die Ministerantlage der Opposition. Eine Aeußerung des Berliner„ Borwärts". Wie wir schon gestern in einem Telegramm meldeten, hat der Berliner„ Vorwärts", das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, zu dem AnMageantrag der Opposition gegen den Ministerpräsidenten und ben themaligen Eisenbahnminister Stellung genommen. Die Aeußerungen des Vorwärts" zu dieser Angelegenheit hat folgenden Woraut: der 24. Dezember 1925. nicht im Drud erscheinen, kurzum: der Fall ist juristisch" im vorhinein sozusagen als nichteria stent erledigt Mit der sehr einfachen Begründung, daß verfassungsmäßiges Recht noch nicht in handgreifliche Paragraphe umgegossen wurde( was wieder eine Schuld der Angeklagten und ihrer Freunde ist), weichen die Beschuldigten dem Gericht aus. Im alten Rom wäre ein Staatsmann, gegen den der Unmut des Volkes sich so manifestiert, ohne Verzug auf das Forum gecilt, ba lieber mit dem ne- en Rom. nur daß man um sig seinen Anklägern zu stellen uno fich wvmöglich zu rechtfertiget In Prag. hä! man es die Borgänge, die sich seitdem im Prager Barla- mit Gewalt nichts gegen sie auszurichten ist, fon Die Neuwahlen in der Tschechoslowakei und zu machen. Es bedarf keines Nachweises, daß ment abspisen, lassen start daran zweifeln, ob dern daß der entgegengesetzte Weg, der Weg bei uns die Selbstherrlichkeit und Unantastbarkeit durch die Fortseßung der bisherigen Koa- Versöhnung beschritten werden muß. der Diftatur immer nr 5 mit juristischen Sniffen. litionspolitik und damit des bisherigen Bugegeben, daß das Belchreiten dieses Weges und Flostein genießbar zu machen versucht. Regimes dem Staat auf die Dauer gedient fein durch das Verhalten der Opposition psycholo Mit diesen autokratischen Methoden, denen wird. Wohl lassen sich für diese Politit fogisch erschwert wird und daß besonders das Ab- die Begriffe Anstand, Gewissen und Veranüvorschmerzlich sie auch von den Deutschen diesseits fingen des Deutschlandsliedes im Parlament durch tungsgefühl fernab liegen, erzielte man aber und jenseits der Grenzen empfunden wurde, für die deutschnationalen Abgeordneten den Extremi überall und immer in der Geschichte nur das. nisse reiner politischer Prozesse zu vermuten. Es die Bergangenheit allerhand Rechtfertigungs- sten der anderen Seite Wasser auf die Mühle lei Gegenteil seiner Absicht. Wer sich einer Anklage, ift nicht nur geistige Ueberwältigung, was die gründe anführen. Handelte es sich doch darum, tet. Aber was psychologisch schwer ist, das ist entzieht, muß seine Vertrauenswürdigkeit im Führer des Kleinbürgertums in die Dienste des einem neugegründeten Staatswesen zunächst feste politisch desto nonvendiger. Die Geschichte mer mehr verlieren, lauft Gefahr, ohne GeKapitalismus ſtellt und nicht nur Durchmischung Formen zu geben und zu zeigen, daß es überhaupt Deutschlands in ben 1: zten Jahren liefert ein lehr- richt um so mehr schuldig gesprochen zu werden, mit bürgerlichen Elementen, auch nicht bloß das lebensfähig war. Im Verhältnis zwischen den reiches Beispiel bafür, wie notwendig ein politi. weil er vor der eigenen Verteidigung davonläuft, Gemeinsame und Einigende der gegensozialistischen Deutschen und Tschechen war mancherlei auszufches Sandeln gegen das überhitte nationale wird bei der nächsten Gelegenheit die Zahl seiner Weltauffaffung. Die Ratgeber find boch ebenso gleichen, und es ist begreiflich, wenn dabei das Gefühl gerade zu Zweden der nationalen Antläger noch vermehri finden und era wingt auch Geldgeber. Aus den Sumpfgewässern der Benbel zu start nach der anderen Seite schlug. Selbst erhaltung werden kann. Biegen die andere, unliebfamere Methoden gegen sich selber. Inflation und der Scheinhausse rieselten Bäch- Heute aber liegen die Dinge so, daß die Tschechen Dinge in der Tschechoslowakei auch in vielen Belein und Wäfferlein das einemal in die Partei- tatsächlich das Serrenbolt in ihrem Staate laffe, in den Wahlfonds, das anderemal in Form find, daß fie aber burch die Ueberspannung ihrer siehungen anders, so gilt diese Lehre auch für fie von Beteiligungen in die Privatschatullen. Das vorherrschenden Stellung ihre eigene Schöpfung hische Sozialdemokratie zu liegen. Bier scheint uns eine große Aufgabe für die t fch c bei ist nicht eigentlich den Miasmen der Groß- und ihr eigenes Machtinstrument in Gefahr stadt Schuld zu geben, draußen in der frischen, bringen. freien Luft der Bundesländer gedeiht das fröh liche Verwachsen von Geschäft und Politik noch beffer und trägt noch edlere Früchte. die Komotaver Stadtvertretung gegen den Staatsbeamtenabbau. Gegen die chauvinist sche Bernichtungskampagne, tönnen Die tschechischen Sozialdemokraten tö gegen die deutschen Staatsangestellten und Be diensteten. Die Unterdrüdung der nationa trotz aller nicht unberechtigten Kritik, die man an len Minderheiten kann seit den Verträgen ihrem bisherigen Verhalten geübt hat, das Ver In der am Dienstag stattgefundenen Situng von Locarno nicht mehr als ein Aft der staat dienst für sich in Anspruch nehmen, ihrem Staat ter Komot uer Stadtvertretung brachte unsere So gelangt man zu einer trüben Mischung. lichen Selbsterhaltung gerechtfertigt werden. Zu- und seiner Arbeiterklasse Müzliches geleistet zu Fraktion folgende Resolution ein, welche nach Wie der Antisemitismus der Christlichsozialen dem erweist es sich von Jahr zu Jahr als un haben. Aber die Lösung des schwierigsten Pro- furzer, mitunter heftiger Debatte mit dem tsche feine Wirtschaftspolitik nach den Ratschlägen des Börjenjuden Kunwald einrichtet, so ist auch der möglich, sie in den Formen der Demokratie durch- blems steht noch vor ihnen. Die tschechoslowaki- chischen Vertreter als DringlichkeitsKatholizismus unserer Kleritalen trop des fühzuführen. Gegenüber den Koalitionspolitikern sche Republik will eine Demokratie fein, andere antrag angenommen und weiterge renden Theologen nicht etwa mit den Massen des sind schließlich die tschechischen Fascisten Formen, in denen sie leben könnte, sind nicht sicht- leitet wurde: deutschen Zentrums zu messen. Es ist gewiß die tonfequentesten, die auch die Formen der De- bar, die Demokratie aber gerät mit sich in Wider. Der Staatsangestellten- und Bediensteten richtig. daß der agitatorische Apparat der Partei mokratie zerschlagen und ein mussolinisches Ge- spruch und begeht Selbstmord, wenn sie nicht abbau, der angeblich aus Ersparungsauf dem Bande faft durchaus, in Wien übertie waitregiment aufrichten möchten. Nur daß die lernt, den nationalen Minderheiten gründen durchgeführt werden sollte, hat sich im gend der kirchliche ist: Stanzel und Beichtstuhl. Minderheiten in der tschechoslowakischen Republik innerhalb des Staatsganzen freie Entfaltungs- national- chauvinistischen Sinne zu einer VernichIn allen kirchlich- hierarchischen Macht- und Geld- trot aller Bedrückung, die sie schon erlitten haben möglichkeiten zu gewähren. Das ist ein sehr nahe tungskompagne der deutschen Staatsangeft. tenfragen sind darum auch die Christlichsozialen und noch erleiden könnten dank ihrer Zahl eine liegender Gedanke, der auch den tschechischen und Bediensteten gew ndelt. Alte, erfahrene, im Deutschöstereichs hart und streng flerital, bandle ganz andere Machtstellung einnehmen als die un- Sozialdemokraten nicht fremd ist. Aber noch war- Dienste erprobte und tüchtige Kräfte. Die bisher es fich nun um die Bivilehe oder um die Macht glücklichen Südtiroler in Italien. Dicfe Macht- tet man auf die Taten die ihn in Wirklichkeit ihre Arbeit flaglos und zur vollite Zufriedenheit des Katecheten in der Schule oder gar um den stellung nüßen sie jest dazu aus, der tschechischen umsetzen und die damit dem tschechoslowakischen ausführten, find plößlich nur deshalb entlassen staatlich gewährleisteten und bezahlten Priester Regierung, die sich auf eine sehr schwache Mehr- Staatswesen die Grundlagen verschaffen, auf worden, weil sie die tschechische Sprache nicht so beherrschen, wie es die Brüfungsorgane wünschen. getalt. Doch die katholische Geistesströmung mit heit stüßt, das Leben bis zur Unmöglichkeit schwer denen es sicher und frei bestehen kann. Schon fett sind durch den Abbau des Berfonals all ihren Erneuerungen, wie sie sich innerhalb des bei der Post ganz defolate Zustände eingetreten. reichsdeutschen Ratholizismus offenbaren; davon Würde und damit die höchste Berantwortung der und wenn im nächsten Monat der Abbau fich voll sind bei uns nur Kimmerliche Spuren zu gewah Minister. Wird gegen ihn eine Anschuld- uswirken wird, muß die Bevölkerung damit ren. Der Bauer wählt flerifal, läßt jedoch den Im sibilen Beben ist es unter anständigen gung erhoben, privat ober öffentlich, so bat er rechnen, daß sich die Bostmisere noch weiter ber Herrgott einen guten Mann sein, bei den männ- Menschen selbstverständlich, daß jeder, der eines unter allen Umständen Rebe zu stehen. Wenn hlimmert. 50 Prozent des deutschen Postpersonals lichen Wählern der Städte und erst recht bei den schweren Unrechts, eines Versäumnisses, einer nun gegen die Herren Svebla und Frante in Romotau ist in den leßten Monaten zum Ab Gewählten der christlichfoz afen Barte; gattet fich groben schädlichen Fahrläffigkeit geziehen wird, auf Grund des§ 79 der Verfassungsurkunde von bau gelommen und viele davon stehen mit nur ein gedankenträges Gewohnheitschriftentum mit sich dem Antlager stellt, ihn auffordert, feine Bor- 140 Abgeordnetent, also von den Vertretern faft geringer Penſion oder vollständig mittellos da. einem gefühlstalten Halbindiffirentismus. Dazu mürfe zu beweisen, sie zu entkräften, sein Verber Sälfte der gesamten Staatsbür. Cine Existenzgründung aber ist bei den derzeingen tommien freilich die Kerzelweiber beider Geschlech halten als richtig zu erklären versucht und ent- gerfchaft, Antlage auf Verfassungsverlegung mißlichen, wirtschaftlichen Verhältnissen für einen ter, über deren Stimmen die Kanzel verfügt, und weder sein Unrecht einsicht und es gutzumachen erhoben wurde, so wäre als selbstverständlich zu ohne die es unmöglich wäre, die Wählerzahlen zu sich bemüht oder aber gerechtfertigt aus der Aus- erwarten, daß die beiden Beschuld gten, von denen halten. Wie weit ist das über alles entfernt von einandersepung bervorgeht. der eine der zweite Mann im Staate ist, ihren einem großen, einheitlichen Zug der Geister! Die Antlägern sofort Gelegenheit geben, ihre Anschulchristlichsoziale Partei hat ihrer heute weniger als bigungen zu beweisen. je. Und weniger als je bermöchte man heute ihren ethisch- gedanklichen Inhalt zu tennzeichnen. Das Fleisch ist noch start, doch der Geift ist schwach. In der besseren Gesellschaft plaudert man am liebsten über Dinge, von denen man nicht spricht. Vorurteile sind ein bequemes Vorbeugungsmittel gegen Anstrengungen des Geistes. Copyright durch Wilhelm Goldmann Verlag Leipzig. 19 8 79. Was da im privaten Leben gilt, gilt in noch erhöhtem Maße für das öffentliche Leben. Wer ein öffentliches Amt bekleidet oder gar eines, das er in erster Linie dem Vertrauen seiner Mitbür ger verdankt und dessen er mit dem Verlust dieses Bertrauens verlustig geben muß, trgät doppelte, vielfache Pflicht der Verantwortung und sich die ser Verantwortung, wenn sie in einem bestimmten Falle gefordert wird, zu entschlagen, ist eine doppelte und vielfache Verlegung der primitivsten Anstandsforderungen, der Korrektheit und Gewissenhaftigkeit. Im demokratischen Staate trägt die höchste Was aber werden der Ministerpräsident und der vormalige Eisenbahnminister der Tschechoslowakischen Republik tun? großen Teil der Abgebauten nicht denkbar. Die Stabivertretung erblidt in diesen willfürlichen Abbaumaßnahmen ein schweres Unrecht und protestiert leidenschaftlich gegen diese durch nichts gerechtfertigten Verfügungen, die nur ein Ausdrud des nationalen Chauvinismus find. Die: Stadtvertretung erachtet es als ihre Pflicht, darauf u verweisen, daß nationale Undulds ifcit fein Aus ihren Zeitungen, vor allem der Prae Wirtschaft fördernder Faktor ist, sondern nur ger Preffe", erfährt man die Antwort: der dazu beiträgt, den friedlichen Berfiändigungswillen Antrag der Opposition auf Ministeranlage ist der Nationen zu verrichten. rein demonstrativ", es fehlt ihm die gefepliche Gleichzeitig fordert die Stadtvertretung das Grundlage", weil das Recht, das im§ 79 der neugewählte Barlament auf, das Unrecht des Berfaffungsurkunde niedergelegt ist, noch nicht Be mten- und Bedienstetenabbaues des Staates Gesch geworden ist. Daher ist der Antrag der durch gesetzgeberische Maßnahmen wieder gutOpposition nicht verhandlungsfähig. wird gar zumachen. ba er sich anscheinend in die sonderbare Szene löst. Im Gegenteil, es war noch tiefer geworden| men, nicht mehr zurückgekehrt. Gestorben, wie nicht hineinmischen wollte. daburch, daß die zweite Miz Malony erfart der Bater ihr mitgeteilt hatte. Eſcher geries aber, Auch die Frauensperson in der Kabine fchien hatte, ebenfalls aus San Franzisto zu stammen. daß das nur die Form war, in der der Vater ihr Die Goldwäscher am Klondike siderſtrebe es ihr, ben Streit in Gegempart überhaupt befannt war, hatten ber Sache indessen An diesem hing fie mit schwärmerischer Biebe. ben feine Anwesenheit erst jest zu bemerken, und Die meisten Passagiere soweit ihnen der Umstand von einer Chetragödie Kenntnis gegeben hatte. eines müßigen Fremden fortzusehen, schlug sie teine Bedeutung beigelegt. Außerdem waren sie sonders nach dem angeblichen Tode der Mutter, einfach die Tür zu von ihren eigenen Angelegenheiten zu sehr in An- als sie fah, wie der Vater darunter litt. Er war spruch genommen, um sich noch viel um die an- Mufiler aber trotzdem er als solcher Künstler berer Passagiere zu fümmern. Es war eben ein war, erzielte er doch nur geringe wunderlicher Zufall, und das Leben ist ja so reich Eines Tages führte er dann einen an wunderlichen Zufällen. Roman aus der Zeit der großen Goldfunde in Kanada und Alasta 11 bon Emil Droonberg. Ganz recht", erwiderte die Frau oder das Mädchen. Wünschen Sie etwas von mir?" Ihre Augen, die bisher nervös gegwinfert hatten, wurden jetzt auf einmal ruhig, nahmen aber einen Ausdrud an, wie bei jemanden, der Ich habe das Gepäck für Miz Malony gebracht, fagte Rane. den er schon lange mit sich ber Es ist doch sonderbar, daß wir hier zwei hatte: Eileen Malony sein sollen", versette das jung Mädchen, das sich noch gar nicht von seiner Er reiste nach Alaska, um dort sem. Glüd als Ueberraschung erholt batte. Ich fann aber nach von dem Escher und in Ermangelung einer ande- heißen Tränen bat, be: ihr zu bleiben. Er baileDas war schließlich auch der Gefichtspunkt, Goldgräber zu versuchen, trotzdem sie ihn unter weisen, daß ich so heiße. Der Kapitan hat mich ren ausreichenden Erklärung auch die junge Get- ihr regelmäßig Geld gefandt, genug wenigstens, doch gefehen, als er mich engagierte." um ihren bescheidenen Unterhalt und die Kosten plöglich fühlt, daß er auf seiner Hut sein muß. Oh, die Sache wird sich auftlären", sagte genspielerin, die diesen Namen trug, die Sache anfaben. Diese Stellungnahme wurde ihnen da „ Nein aber hier ist Miß Malony, und sie Escher in beruhigendem Tone. Haben Sie noch durch erleichtert, daß die zweite Mik Malony fich tönnen. Seit dem vorigen Sommer batte für aber ihrer Ausbildung als Geigenspielerin bestreiten, zir möchte die Kabine gern benüßen", erklärte Escher, eine Kabine frei Mes. Gish?" nur ganz felten außerhalb ihrer Stabine its nichts mehr von ihm gehört und bes( lefilt, daß dem die Situation nicht recht verständlich war. ,, Nummer siebzehn ist noch frei." Sie leide schwer an Se frankheit, Mrs. fo ac " Dann geben Sie Miß Malony Nummer Bish, die Stewardeß Escher berichtet. thmt etwas zugestoßen fet, hatte quält daß sie nun selbst nach Tawson unterwegs Und sich den Dankesworten des jungen Mit Eileen war Escher inzwischen in ein war, um ihn aufzusuchen. Die Reise war thr frei Mädchens entziehend, lehrte er mit Raus auf recht vertrautes Verhältnis gelommen, denn er lich nur möglich geworden durch die Freundlich bas Deck zurüd. Das ist wohl nicht gut möglich", entgegnete bie Frauensperson mit einer harten, tiefen Stimme,„ benn ich bin Miß Malony." Dann ist der Name wohl zweimal vorhanden", wandte sich Escher, noch mehr verwirrt, an die Stewardeß. siebzehn!" V. Auf hoher See. batte befchloffen, fie im Auge zu behalten, ohne leit des Kapitans Smart, der sie für die Fahrt baß er sich Mühe gab. fich über seine Beweg- als Geigenspielerin engagierte. grünbe hierzu tlar bewußt zu werden. Er befand Diese Freundlichkeit verdankte sie eigentlich Ich bin Miß Eileen Malony", sagte bie jich ja bier allerdings in einem Lande, in dem es ihrem Lehrer, Prof. Died. der ntit Navilän Neuangekommene. Der Star of the Seit mehreren Tagen schon durchpflügte der durchaus nichts ungewohntes für ein junges Smart gut bekannt war. Das ist wohl nicht gut möglich", wider. Sprach die aptre etwas biffis denn ich bin iß Star of the North" die grauen Bogen des Mädchen iſt, auch eine weite Reife ganz allein zu North" hätte recht gut ohne eine Geigenspielerin Stillen Oreans, ber fich je weiter närblich man unterneten Sier war aber die Sache och et auskommen fönnen und unter gewöhnten VerEileen Malony." Ich muß doch aber am besten wissen, wer lam, immer mehr als ein recht stürmischer Ozean was anders. Denn dieses junge Mädchen schien hältniffen würde die Reeberei wohl auch über ich bin!" verteidigte sich das junge Mädchen. erwies. Des Schiff fegelte jest, nachdem es den noch reichlich unerfahren zu sein. Sie hätte fich bas Verlangen des Kapitans, dem alten Tramp Das werden Sie wohl auch", entgegnete die Buget- Sund in der Nacht passiert hatte, mit kurs sonst unmöglich in ein Abenteuer geftürst, von Steamer ben Buxus einer Gegenspielerin zu g andere höhnisch. Lassen Sie sich aber nicht ein- West- Nord- West an der langgestredten Bancou- beffen Größe fie trop der Warnungen, an denent statten, entfest gewesen sein. Mit den Hunderten fallen, hier unter meinem Namen herumzulau- perinjel entlang. Es war bereits empfindlich wohlmeinende Freunde es ihrem eignen Einge- bon Passagieren aber, die er jetzt nach dem Nor fen, sonst laffe ich Ihnen das vom Kapitan ver- talt geworden, und in der schweren Dünung rollie ständnis nach vor ihrer Abreiße nicht hatten feb- ben führte, und die ihm faft die Würde eines bieten. Sie mögen ja wohl Gründe dazu haben: das Schiff so start, daß nur die wenigsten Baffalen lassen, doch keine richtige Vorstellung baben Biners" berlichen war sie wahrscheinlich noch, froh gewefen, daß der Napitän nicht eine ganze aber bei mir tommen Sie damit nicht durch!" giere den Aufenthalt an Ded für furze Zeit er Sie war eine Balbwaise, wie sie Escher er- Musikfapelle gefordert hatte.Escher sah ratlos um sich. Dabei fiel fein träglich fanden. Blid auf Stane, der unbemerkt hier erschienen Das Rätsel der Anwesenheit von zwei Miß zählt hatte. Die Mutter war vor ein paar Jah Fortfegung folgt.) war, sich aber bisher im Dunkel gehalten hatte, Eileen Malony an Bord hatte sich noch nicht geren von einer Reife, die sie plöglich unternomTonnten. 24. Desember 1925. Seite 8. Was sind unsere Aufgaben im Jahre 1926. Unsere Redaktion hat sich an eine Reihe von Vertrauensmännern unserer Partei gewandt und ihnen die obige Fruge vorgelegt. Suchstehend veröffentlichen wir einige der uns zugekommenen Antworten: Dr. Ludwig Czech: Unsere Aufgabe: Bereinheitlichung des Proletariats. find. um der durch den letzten Wahlgang gestärkten politischen und wirtschaftlichen Reaktion Trotz zu Dr. Karl Heller: Abrüstung. Unter unerhörten Strämpfen wird aus den Trümmern, die der Krieg zurückgelassen, eine Das gilt auch für uns. Direkt und indirekt arbeiten auch bei uns viele Tausende fleißiger Hände für die amerikanischen Kapitalisten. um ist unser Schelkampf ein Stück Selassentam pf und Arbeit im Dienste des Sozialismus. Josef Hofbauer: Für eine wissenschaftliche Zeitschrift unlerer Partei. bieten, den kapitalistischen Ansturm gegen die Ar- neue Welt aufgebaut. Sieben Jahre sind seit der beiterklasse abzuwehren und den mit jedem Tage Beendigung des Weltkrieges vergangen; Sieger überhandnehmenden Nationalismus aus dem und Besiegte ächzen und stöhnen in gleicher Weise Gine harte Zeit liegt hinter uns: vielmonat- Sattel zu werfen. Dabei wollen wir uns absolut unter seinen Folgen, wie unter den Folgen der liches schwerstes Ringen und erbitterte Kämpfe. nicht bloß auf die Verteidigung beschränken, son- Friedensdiktate. England, Deutschland und In unseren Zeitungen können wir, da sic Den Abschluß bildete eine Wahlschlacht von un- dern mit starkem Angriffsgeist die Interessen der Desterreich leiden unter einer unerhörten Arbeits- doch die jeweiligen Tagesfragen gan; in Anspruch gewöhnlicher Leidenschaftlichkeit, wir haben sie Arbeiterklasse vorwärtetreiben. Soweit sich mit- losigkeit. Frankreich sieht seine Währung ver- nehmen, die so ungemein schwierigen, vielgestal gut bestanden. Man hat uns völl ge Vernichten in der geradezu unfagtaren Zerrissenheit des fallen; die Inflation mit ihren ruinösen Folgen tigen politischen Probleme, vor die wir in diesem tung prophezeit, aber wir haben nicht nur unsere Broletariats alle Teile desselben zu GesamtPosition behauptet, sondern gegenüber den Ge- aktionen, zu sozialistischen Vorstö- Land Teuerung, Mangel und Not- bedroht das Staate gestellt sind, nicht ausreichend diskutieren, noch auch können die P rteiblätter genügend die meindewahlen Terrain gewonnen. Wir haben Ben zusammenfassen lassen, wollen wir dies mit Die Welt, die aus diesen Kämpfen und Marysche Lehre popularisieren. Wir sollten er 400.000 arbeitende Menschen, die Elitetruppe der allen Mitteln fördern und hier bei jeder Ge- trämpfen hervorgehen wird. kann nicht die gleiche wägen, ob nicht doch die Schaffung einer wiffendeutschen Arbeiterklasse um unfer Panier gefchart. legenheit initiativ vorgehen. Um unseren näch- fein, wie sie vor dem Strieg: bestand. Herrschte chaftlichen Zeitschrift möglich ist. Dieſe Jeder bierte deutsche Wähler ist Sozialdemokrat, ſten Stämpfen eine möglichst große Schlagkraft zu der Kapitalismus vor dem Kriege unbeschränkt Zeitschrift könnte gleizeitig unserer Bildungsarbeit Die deutsche Sozialdemokratie die stärkste deutſche sichern, wollen wir der organisatorischen Tätig so wird er nunmehr seine Herrschaft gegen die dienen, sie müßte auch für die kulturelle Vertiefung Arbeiterpartei, ja sogar die stärkste deutsche Parteit der Partei, Gewerkschaften, Genossenschaften anstürmende Arbeiterschaft zu verteidigen haben. der Arbeiterbewegung wirken. tei geblieben. Diese Tatsachen verleihen uns das unser besonderes Augermerk zuwenden und Aus dem Angriff wird das Bürgertum in die Das scheint mir besonders wichtig in einem stärkende Gefühl, daß wir über eine mächtige unsere sich mit jedem Tage konsolidierende Te- Verteidigung gedrängt. Das gilt für alle euro- Lande, in welchem die Arbeiter die wichtigste, die Sterntruppe berfügen, auf die wir in den wegung so zum Mittelpunkt der gesam- väischen Länder; es gilt nicht für Amerika, dessen für die Sicherung der Nation und für ihre Be entscheidenden Stunden rechnen können uns helfen wird, die großen Aufgaben ten Arbeiterbewegung dieses Lan- Unternehmer in Wahrheit die Striegsgewinner Seutung wichtigste Selasse bilden. Der Sozialismus des machen. Dazu befähigt uns nicht nur unsere find. Das Schwergewicht der tapitalistischen Ent- ist eine Kulturbewegung, aber nur ein Bruchteil stern, die unserer harren, die großen Kämpfe zu jahrzehntealte stolze Vergangenheit, nicht nur wicklung ist von Europa auf Amerifa übergegan- tes Prolet riats ist sich dessen bewußt. Erkennt führen, die auf der ganzen Linie in Entwicklung unsere Stellung in der internationalen Arbeiter gen. Europa ist Amerika tributpflichtig gewor- die Masse diese gewaltige Bedeutung der Arbeiterbewegung, sondern vor allem die Tatsache, daß den. Millionen Arbeiter in allen Ländern Euro- bewegung, dann wird diese Erkenntnis der BeSo weit unsere Blicke reichen. liegen unsere sich unsere Partei auch in den schwersten Nöten, as wird der Mehrwert herausgepreßt, um ihn wegung neue, bisher taum geahnte Schwungkraft Aufgaben llar vor uns. Diese Klarheit verdan- aller Schlagworten und Methoden des Putschis. Amerika zufließen zu loſſen. geben. fen wir der Eindeutigkeit des Votums der prole- mus und der Gewalt fernzuhalten wußte und Diese neue Zeitschrift könnte auch das Blatt tarischen Schichten. Mitten durch das wüsteſte trop aller Stürme und Schwierigkeiten unverrückunserer Intellektuellen werden, die alle Aerzte, politische Gestrüpp hat sich der durch jahrzehnte- bar und in unwandelbarer Trene an Juristen, Lehrer, Mittelschul- und Hochschulvrolange politische Schulung gestählte Scharfblick, den Prinzipien des marxistischen fessoren, Techniker usw. in einer einzigen Verhat sich der traditionell gefunde Sinn der deut- Sozialismus festhält, mit deren Hilfe allein cinigung zusammengefaßt werden sollten. Ob sie schen Arbeiterklasse dieses Landes den Weg zur die Befreiung des Proletariats aus den Banden Langsam bricht sich der Gedanke des Zusam- einen Berein oder eine Freie Vereinigung bilden, flaren Erkenntnis der Tatsachen getahnt. Trotz des Kapitalismus vollbracht werden kann. menschlusses Europas Babn. Seinen augenfäl- ist von geringerer Bedeutung. Wichtig ist nur der Verworrenheit der Verhältnisse, troß der Doch über alle Tagestämpfe hinweg erblik. Ligen Ausdruck fand er im Vertrage von Locarno, ihr zusammenschluß, um den oft solierten Zudurch Orgien des Nationalismus begün- ten wir unsere einzige, unsere historische Aufgabe der nicht, wie das Exposee Sveblas behauptet, in versicht und Ser ft zu geben und ihnen das Werben ftigten nationalistischen Heze und trop der ge- darin, für die baldmöglichste Verein der Linie der bisherigen tschechoslowakischen für die sozialistischen Ideen in ihren Streifen zu radezu besinnungslosen Treibereien der Kom- heitlichung und Zusammenfassung Außenpolitik liegt, der vielmehr ein völliges Ver- erleichtern, aber auch, um sie fefter an die Parloi munisten haben sich die deutschen Arbeiter ein der Arbeiterklasse zu sorgen, die allein lassen dieser Linie bedeutet. Welch ein Weg vom zu binden. richtiges nüchternes lirteil über die Verhältnisse durch die Sozialdemokratie, die die Einheit und Diftat von Versailles( 1919), bom liftimatum bewahrt und Wahltage die Geschloffenheit des deutschen Proletariats ver- von London( Mai 1921), von der Beſeßung der Richtigkeit unserer Politik vollinhaltlich bestätigt. finnbildlicht, bewerkstell gt werden kann. Wie Ruhr( Jänner 1923) bis zum Vertrage von Die gute politische Erziehung und der klare In- überall, so fann auch auf diesem Boden der Ka- Locarno. Dieſer iſt in Wahrheit der erste Ver- Geistige Vorbereitung der Lösung der stinkt des fudetendeutschen Proletariats haben sich pitalismus nur durch die Kraft des international trag, der seit 1914 geschlossen wird. auch in dieser schweren Stunde durchgefeßt. Ge- geschlossenen Proletariats niedergeworfen werden. nationalen Frage. tragen vom Vertrauen der Arbeiterschaft, werden Ueber diese Geschlossenheit führt der Weg zum in kürzester Frist die Abrüstung folgt. Sie ist die Solange durch die Beteiligung der tschechiwir die großen Aufgaben, die unserer barren, viel Sozialismus und auf diesem Wege fällt der deut wichtigste Aufgabe des kommenden Jahres. schen Sozialdemokraten an der alltschechischen leichter und viel besser zu lösen vermögen. fchen Sozialdemokratie die Aufgabe zu, der geistige Unsere Aufgabe ist es, im Vereine mit dem sozia- Konzentrationspolitik und die Lahmlegung starSoweit der Tage stampf in Betracht Mittelpunkt, der Sammelpunkt und die Füh- listischen Proletariat aller Länder die Regierun- fer proletarischer Kräfte in der kommunistischen tommt. werden wir im Parlament und außer rerin des Proletariats in diesem Lande gen zu zwingen, die stehenden Heere zu beseitigen. Bartei der Sozialismus dieses Landes in seinem halb desselben alle Kräfte anzuspannen haben, zu sein! Damit wäre auch ein wichtiges Hindernis der Laufe unterbrochen ist, muß unsere Partei aus fozialen Entwidlung beseitigt. Sier bietet sich eigener Straft den Existenzkampf der für das Fahr 1926 ein dankbares, erfolgverspre benischen Arbeiterklasse führen. Sie hendes Gebiet der Tätigkeit der sozialistischen trotz aller verheerenden Auswirkungen des herr Arbeiter- Internationale und ihrer Glieder. schenden Unterdrückungssystems tampffähig zu er halten und sie gegenüber allen nationalistischen und kommunistischen Lockungen mit dem flaren Bewußtsein ihrer Lage und ihrer Aufgabe zu erFanni Blatny: Ringen wir um die Seelen der Frauen! Während das Resultat der Wahlen in die Nationalversammlung angesichts der furchtbaren tei wirkt, für die deutsche Sozialdemokratie eini** der Maſſe der arbeitenden Frauen zu klaffenbewußten Mitkämpferinnen. So wollen wir uns sere Partei nicht nur zahlenmäßig stärken, sondern werden ihr durch die Bewältigung unserer Aufgaben auch neue Impulse geben. Der Kapitalismus ist in Europa schwächer; er ist in Amerika stärker geworden. Er ist aber unvollständig, wenn ihm nicht Oswald Hillebrand: Der Schule. Wenzel Jakich: tei. politischen Verhältnisse, unter denen unsere Par- wollen in Reih und Glied mit unseren Genoffenjere Forderungen auf dem Gebiete Gestützt auf die Straft und auf die aufopfernde germaßen befriedigend ist, stellt uns weit weni- wo der revolutionäre Klassenkampf Die brutale Gewaltherrschaft der allnationager die Tatsache zufrieden, daß durch das Ein auf breiter proletarischer Grundtreten ber Frauen in die Politik dieselbe nicht lage mit bereinten proletarischen rebolutionär, sondern im Gegenteil reaktionär bekräften geführt werden kann auch in diesem einflußt worden ist. Wer könnte sich darüber auch wundern nach einer fast 2000jährigen Unterbrüdung der Frau, die sie naturnotwendig in einen feelischen und geistigen Zustand der Stumpfheit bersetzen mußte. Diese Kinderkrankheiten beg Frauenwahlrechtes müssen und werden nis der arbeitenden Frau. Lande! Dr. Emil Franzel: Gefolgschaft der politischen Kerntruppen der deutfchen Arbeiterschaft muß die Vartei ihren Fampf len Regierungstoalition löst taum auf einem an- gegen den in der Regierungskoalition verkörperderen Gebiete gleich große Erbitterung aus, als ten tschechischen Poincarismus mit dem der Bruin ihrem Kampfe gegen die deutsche Schule. Die talität feiner Methoden entsprechenden Nachdruck Entscheidung über die Sperrung oder Er- fortsetzen. Unser Kampf gegen die das politische richtung von Schulen und Klassen liegt in der Leben der Minderheitsvölker beherrschende TatTschechoslowakei in der Macht eines einzelnen sache der nationalen Unterdrückung soll aber nach Bürokraten, des Vorsitzenden des Landesschul- wie vor einen positiven Charakter tragen. rates. Unser Kampf muß deshalb darauf gerich Positiv in dem Sinne, daß wir jene schiedlichen tet sein, dieses Schulauflassungsgefeß zu Falle zu Lösungen, die nach dem Zusammenbruche der Ein Attionsprogramm tut not. bringen. Den fortgefeßten Bemühungen der tschechischen Nationalstaatspolitik an Aktualität tschechischen Gewaltpolitiker, die letzten Reste der gewinnen werden, jest schon geistig und vo zu überwinden sein. In diesem Zusammenhange In dem Kampf um Sein oder Nichtsein, in nationalen Selbstverwaltung auf dem Gebiete des litisch vorbereiten. In der deutschen erwächst der deutschen soz aldemokratischen Ar- dem die deutsche Arbeitert'asse dieses Staates Schulwesens völlig auszurotten, allen Versuchen, Bevölkerung, namentlich in ihren werktätigen beiterinnenbewegung die Aufgabe eines intensi- steht, kann nur die Sozialdemokratie den Weg die Schule zum Gegerstand nationaliſtiſcher Er- Schichten, gilt es, die alten foz'aliſtiſchen Fordeveren Ringens um die Seele und das Verſtänd- weisen, der zur Befreiung aus nationaler Unter- oberungspolitik zu machen, stellen wir die Forderungen nach Einführung nationaler und kultureldrückung führt und die Bahn frei macht für die rung nach der vollen nationalen Auto- ler Autonomie zu popularisieren und sie in dem Die erste Borauslegung dazu iſt der Au 3- großen Klaſſentämpfe auf internationaler Basis. nomie auch auf dem Gebiete der Schule ent- lebendigen Bewußtsein der Maſſen zu verankern. bau unferer Organisation, der Aufbau Troßdem die Sehnsucht der breiten Massen nach gegen. Sorgfältig ausgearbeitete Anträge wur- Darüber hinaus ist es eine große Aufgabe der und das Lebendigmachen unserer Frauenfettio- dem Sturze der allnationalen Gewaltherrschaft den von uns dem alten wie dem neuen Parla- Partei, angesichts der tiefen Seelenkrisis, in die nen der Bezirks- und der Streisfrauen- Komitees, sie zu uns weisen müßte, gehen große Schichten ment unterbreitet. Die obligatorische Einführung einen großen Teil unseres Volkes das zerbrechen ein noch innigerer Kontakt zwischen des Proletariats den Weg der Enttäuschung über des Unterrichtes in der zweiten Landessprache soll seiner machtpolitischen Ideale gestürzt hat. unab allen Instanzen. den Klaffenverrat einerseits, den Bolfchemismus die Völler einander näher bringen helfen. Eine lässig die weiten Möglichkeiten nationaler Selfsta Ein weit innigerer Kontakt auch mit den andererseits. Die Riele und Methoden unserer gründliche Schulreform soll unser erhaltung aufzuzeigen, die auf dem Felde sozialer Arbeiter- st inderfreunden", die uns, den Bolitit müssen auf eine klare, den Massen ver- Schulwesen auf neue Grundlagen stellen, die es und kultureller Leistungen durch gemeinnüß ge Jugendlichen", die unsere Kadres immer frisch ständliche, zündende Parole gebracht, die Füh- auch den Kindern der Armen ermöglicht, bei ent- Obferbereitschaft erschlossen werden können. Keine Tugendlichen", die unsere Cadres immer frisch rung der Mehrheit des sudetendeutschen Volkes ſprechender Begabung höhere Lehranstalten zu be- äußere Schwächung, hervorgerufen durch die Unmuß den Bürgerlichen und den Marodeuren des fuchen. Die Einführung der unentgeltlichen Ver- gunst der Verhältnisse im Nationalitäterstaat, aufzufüllen, berufen sind. Klaffer tampfes wieder entrissen werden. Vor- abfolgung der Lehrmittel, die für Kinder darf unsere Vartei hindern, ihre historische SenEine erhöhte Versammlungstä aussehung einer agitatorischen und politischen armer Leute kostenlose Ausspeisung der Schü- dung zu erfüllen: Bahnbrecherin der nationalen tigreit, weit mehr Frauenversammlungen, um Offensive der Partei ist ein tonkretes, zielflares ler soll dem Zwecke dienen. Die verabsetzung der Bleichberechtigung, Wegbereiterin der Völkerver= überall die Frauen aufzuklären, ausgehend von Aktionsprogramm. Der nächste Partei- heute vielfach übermäßig großen Schülerzahl auf ständigung und nach Wegräumung aller dieser ihren Interessen, ihren Gesichtskreis zu ertvei, tag wird die Vorbereitungen zur Schaffung eines höchstens 30 für eine Klaffe soll für die Erzie- äußeren Hemmungen die Seele der vroletarischen tern für die 3usammenhänge ihres wissenschaftlich fundierten Aktionsprogramms hung und einen wirklichen Unterrrichtserfolg erft Ginigung in der Tschechoslowakei zu ſein! Einzelfidfals mit dem Klaffen- nicht mehr vertagen tönnen. Die Stabilisierung die wichtigste Voraussetzung schaffen, die TrenLampf der Arbeiter. der interne onalen Lage durch die Dawes und nung von Schule und Kirche die heranwachserde Locarno- Abkommen hat die Bedenken, die gegen Generation zu einen geistig freien Geschlechte Seute gibt es noch viele Orte, in denen Menschen fronden und darben, noch ganze Ge- programmatische Bindungen sprachen, beseitigt. machen helfen. Die Lehrer aber sollen sich biete, in denen arbeitende Frauen diese dop- wertvolle Kräfte frei. Das Programm wird im lönnen: Die Entwicklung unserer Kinder iſt m Die Entlastung unserer Parlamentsfraktion macht ihrem Berufe ohne drückende Sorge widmen humpf und hoffnungslos bahinvegetieren, ohne Baufe des nächsten Jahres zur Diskussion stehen. hohem Maße in ihre Hand gelegt. Darum wer emals ein Wort vom Soz alismus zu hören! Daß es in erster Linie die nationale den wir immer auch für eine ausreichende BeFühlung mit ihnen suchen, ihnen den Weg zu fel. Alle Kräfte der Partei sollten m. E. in den Frage behandeln muß, steht wohl außer Zwei- soldung aller Lehrpersonen einstehen. Der Sozialismus braucht immer neue meisen, ber sie herausführt aus der grauen Dierst der geistigen Rüstung und selbstverständ. Kämpfer, die aus der heranwachsenden Jugend Freudlosigkeit ihres Daseins, das fei uns heilige lich der organisatorischen Feftigung gestellt wer- erfteben. Sie geistig rege zu machen, ihre Ur Aufgabe! den. Erst dann lönnen wir voraussichtlich teilstreft, ihre Dertfähigkeit zu steigern und daUnd Schulungs, Schulungs, auch unter besseren Bedingungen als beute mit die Borauslegung zu schaffen, den KampfSchulungs- Arbeit! auf der ganzen Linie zum Angriff gegen unsere willen gegen alles Ünrecht und für die BeSchulung für unfere Funktionärinnnen. Gegner mit Aussicht auf einen durchschlagenden freiung der Unterdrüdten in ihnen zu weden. da. Schulung für unsere Referentinnen und Erziehung Erfolg ausholen. zu bedarf es auch einer guten Schule. Und dar. pelt Belasteten und doppelt Unterdrückten *: Wilhelm Nießner: Bereit fein, räften, tämv'en! Die Etappen unserer Kämpfe lassen sich nicht nach Kalenderabschnit'en gliedern. Wenn ich dennoch meine Ansicht über unsere wichtigsten Aufgaben innerhalb eines solchen Abschnittes, das it für das Jahr 1926, formulieren soll. so fann ich nur das Allernächste berücksichtigen Immerbin glaube ich, daß felbst für diese verhältnis. mäßig turze Zeitspanne unserer Partei befondere Aufgaben erwachsen werden. Ich sehe deren met: eine allgemein politische und eine varteimäßige. Durch die les'en Barlamentswahlen ist die lange Zeit ins Stoden geratene Entwicklung der poli Seite 4 tischen Verhältnisse im Staate in Fluß gekommen und es scheint nur, in cinen rascheren, als mancher denkt. Es werden gewiß Verfuche unternommen werden, um das System der allnatio nalen Koalition, die durch ihre Wahnsinnspolitik die extremen Richtungen des Nationalismus und Kommunismus wie in einem Treibhause ges züchtet hat, zugalvanisieren, aber wun auch und wie immer dieser Versuch gelingen sollte, diefelbe Koation wird es nicht mehr fein. Die Dinge im Staate treiben einer anderen Gestal tung au, sie fönnen für uns nicht schlechtere sein als bisher, wo alles zusammenwirkte, um den Aufstieg unserer Bewegung zu hemmen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß die herrschende Bourgeoisie versuchen wird, das bisherige System durch den Fascismus zu retten, aber das hätte nur Erfolg, wenn größere Teile der Arbeiierfchaft dafür gewonnen werden würden, doch da ift aussichtslos, solange die Konimunisten ihrem maulmacherischen Revolutionsgetue nicht Taten folgen lassen. Mit anderen, vielleicht grundlegend verschiedenen Verhältnissen haben wir aber jeden falls zu rechnen. Vielleicht werden sie größere Straftanstrengungen der sozialistischen Arbeiter schaft notwendig machen, sie werden aber doch, ich hoffe, gesündere sein. Unsere Aufgabe wird es sein, diese Entwicklung zu fördern und alles zu tun, um unsere Aktivität und Kampffähigkeit zu steigern. Daraus erwächst unsere zweite Aufgabe. Die besteht in der denkbar lebendigsten Fühlungnahme mit den Maffen der Arbeitersalaft, die wir noch stärker als bisher suchen müssen. Allem anderen voran muß der Gedanke uns erfüllen, im innigsten Stontakt mit der Masse zu bleiben und für ihre Erziehung im sozialistischen Geiste forgen. Nur so können wir das Verständ nis der Arbeiterschaft für die Art unserer Kämpfe und für die ofi tomplizierten Situationen, vor die wir gestellt werden, rege erhalten. Masse und Führer müssen ein einheitliches Ganzes bilden. Das war gemiß auch jetzt der Fall, aber wir müssen das Bertältnis noch inniger gestalten. Alle unsere Attionen im Parlamente müssen im Lande Widerhall finden. Dazu ist öfters Klarheit utvendig. Klarheit auch über die reaktion nären Motive der deutschen nationalistischen Bourgeoisie und den Scheinradikalismus, wie über die schädliche Auswirkun der P si it der Kommunisten. Ich fasse zusammen: fon fequenten Kampf gegen das allnationale Koalitionssystem, fein Abirren von un'erer grundsählichen Politik, Wachsamkeit und Bereitschaft ge genüber dem Neuen, das lommen wird, und höchste Agilität der Partei. Unsere Aufgaben scheinen mir flar vorgeschrieben. * PRO Die Einfallstore der Reaktion find die Riffe unferer gefpaltenen Organisationen. FESTE GETREIDE= ZÖLLE REDUKTION DER LOHNE ABBAU Nicht Gewalt der Bajonette Sat uns in den Staub getreten, Nein, es schmiedet schwere Kette Bruderkampf uns der Proleten. LETA * Anton Schäfer: 24. Dezember 1925. RIAT Paul Kumpoach's Bruderhaß zerbrach die Mauern, Ließ das Werkvolk sich entzwei'n. Soll die Knechtschaft ewig dauern? Sozialisten, ichließt die Reih'n! ות der Abolf Pohl: fie sind das ist die Tragik des Sozialismus scher Forderungen. Weder das einzige noch das Frage der Arbeitsinspektion. Das be in diesem Staate durch die besonderen polit- wichtigste Instrument. Doch von solch überschät- stehende Gesetz über die Gewerbeinspektoren Borbereitung auf balbige Reuwahlen. schen Umstände außerordentlich erschwert. Das zendem Aberglauben war die deutsche Sozialde stammt aus dem alten Desterreich und hat, froßUnsere Partei hat in in diesem Staate die Proletariat, das bei geschlossener Klasseneinheits- mokratic immer frei. Aber auch von dem ähn dem es Mängel genug aufweist, bis heute noch gefachliche, Miffton zu erfüllen, Wegbetei front in sozialpolitischer und fultureller Bezie lichen Aberglauben, als ob alles außerhalb des nicht die geringste Berbesserung erfahren. Gleichs ter det jozialistischen Internatio hung Großes durchfeßen tönnte, ist in viele La- Parlamentes für die Arbeiterschaft durchgefeßt notwendig ist die Verbesserung des Gesetzes überst nale zu sein. Deshalb ist der Angelpunkt unfe- ger gespalten, was in einem Teile des Proleta- werden könnte. Jedes Werkzeug im Befreiungs- die Betriebsausschüsse, ebenso bedarf rer Politit das Verhältnis zur tschechiriats den für die sozialistische Gesamteritwicklung jo tampfe des Proletariats hat Grenzen für seine das Geseß über die Betriebs- und Revier schen Sozialdemokratie. Das gegen gefährlichen Zustand des Zweifels und der Gleich- Wirknugsfähigkeit und muß mit einer gewissen räte im Bergbau dringend einer Novellies wärtige Regierungssystem verspricht teine lange gültigkeit hervorruft. An diesen allgemeinen Ur- Freiheit gehandhabt werden. Die Aufgaben des rung. Das ebenfalls aus Desterreich überuomDauer. Die Gegenfäße in der neuen Regierungs- fachen für die Schwäche der sozialistischen Poli- kommenden Jahres find: die Parteigenos- mene Gesetz, das die Arbeitsverhältnisse der. toalition werden größer sein denn je, dazu kommt tik kann die deutsche Sozialdemokratie aus eige- fen durch klärung des politischen Handlung gehilfen regelt, ist längst in einzelnen die geringe Regierungsmehrheit, so daß wir nem nicht viel ändern. Aber sie hat auch keine Dentens, durch Vereinheitlichung Teilen veraltet und bedarf dringend der Umgewahrscheinlich längstens bei der Beratung des Ursache zur Aenderung ihrer bisherigen Politik des politischen Willens starter ma- staltung. Auch da hat es nicht an Anregungen nächstjährigen Budgets vor einer schweren Regie- und Tattit. Ihr Festhalten an den Grundfäßen chen, fie reif machen für die Stunde, und Vorschlägen gefehlt, ebenso wie zahlreiche rungstrise stehen werden. Wir haben uns daher des Sozialismus, mit dem allein sie über den da fie ihre Kräfte mit denen des Verbesserungen der Pensionsversicherung auf baldige Neuwahlen vorzubereiten. toten Punkt der gegenwärt gen Situation hin übrigen Proletariats in diesem Privatbeamten durch die zuständigen Organija Das ist also eine der Aufgaben, die wir zu er wegzukommen hofft, hat die Berechtigung dieser Staate vereinigen werden. Wenn auch tionen in Vorschlag gebracht worden sind. Eine füllen haben. Die andere Aufgabe ist, bei unse- Hoffnungen infofern erwiefen. als sie trok Ein- das Jahr 1926 die Verwirklichung dieser Auf- baldige Ueberprüfung der gegenwärtigen Einrem Organisationsapparat Wängel buße in der Zahl ihrer Wähler und ihrer far- gabe nicht bringen wird, aber anbahnen soll sie richtungen über die Arbeitslosenunter, stü yung ist gleichfalls notwendig. Außerdem und Fehler, die bei dieser Wahl sichtbar wurden, lamentarischen Vertreter an der ihr nach den na- das kommende Jahr. bedürfen die staatlichen und öffentlichen Angetürlichen Verhältnissen zukommenden Stärke abzustellen. Die Gegner haben viel von uns gestellten und die Staatsbediensteten eines besseren lernt und wir dürfen sie nicht unterschäßen. Es nichts eingebüßt hat. Ob das Jahr 1926 eine Schutzes. Die Herstellung eines modernen hat sich aber auch herausgestellt, daß wir die m- Verbesserung der allgemeinen Lage des SozialisDienstrechtes mit gefeßlicher Festlegung des Mat differente, wählerfchaft zu wenig erfaſſen. Wir unas bringen wird, if ſchwer voranzuſagen, aber Sozialpo itische Notwendigkeiten. bestimmungsrechtes der Angestellten und Bedienauf Aufklärung für die Zukunft das ist sicher, daß eine solche Besserung nicht mehr leisten, unsere Parteimitglieder intensiver erzielt würde durch Preisgabe oder Daß in den ersten Jahren des Bestandes, steten gehört mit zu den wichtigsten Forderun schulen, damit sie agitatorisch mehr wirken ton- bfchwächung des prinzipiellen der Republit eine Reihe soz alpolitischer Maß- gen dieser Berufsgruppe. In der Antrittsrede des Ministerpräsiden Standpunktes, durch eine der national. nahmen durchgeführt wurden und durchgeführt nen. Die Herausgabe einer aufklärenden Zeitschrift, die monatlich einmal unentgelt- staatlichen Einstellung der tschechischen Sozialde- werden mußten ergab sich aus den Kräfteverhält ten im neuen Parlamente ist die sozialpolitische Ge lich an die Barteimitglieder abgegeben wird, itik oder gar durch eine über gelegentliche parla-, des Weltkrieges auf dem Gebiete der tschechoslo- überrascht durchaus nicht, denn die kapitaliſtiſchen mokratie entgegenkommende opportunistische Tat- niffen, die unmittelbar nach dem Zusammenbruch| fetgebung sehr mager bedacht worden. Das unerläßlich. In dieser Zeitschrift. fönnte auch Ge- wat schen Republik bestanden. Kaum aber ließ Gruppen sind in der jeßigen Regierungsmehrheit über die parlamentarische Tätigkeit unserer Ab- mentarische Notwendigkeit hinausgehende geordneten und Senatoren regelmäßig Bericht er- meinsamkeit mit den deutschbürgerlichen Par- die Kampftraft der Arbeiter unter Enfluß be- wesentlich stärker vertreten als das bisher in der stattet werden. Es ist eine Tatsache, daß die teien. Wenn wir der Ueberzeugung sind, daß dauerlicher Ereignisse nach, stieg der Widerstand Mehrzahl unserer Parteimitglieder über unsere trotz des düsteren Gegenwart bildes sich allmäh- der Unternehmerklasse gegen die sozialpolitischen parlamentaris en Arbeiten nicht informiert sind. lich auch im tschechoslowat schen Staate die Po- Forderungen der Arbeiter und Angestellten. Die Herausgabe eines billigen Wochen- litik nach den Intereffen der Klaffen orientieren Mehrere Gesch: auf dem Gebiete des Arbeiblattes ist ebenso eine bringende Notwendig wird, so folgt daraus, daß wir trop der bisheri- terschutzes und der sozialen Fürsorge knüpfen teit. Makgebend vor allem wird für die Zukunft gen geringen Erfolge an unserer Politit festhal an Vorarbeiten aus der Zeit im alten Desterreich. die Aufklärungsarbeit unserer Vertrauensmän- ten müffen. In jenen Schichten der deutscher So geht das Gesetz über die Regelung des Arner sein, ganz gleich, ob sie sich in den politischen, Arbeiterschaft, die zu streifeln angefangen ha- beitsverhältniffes in der Heimarbeit durchgewertschaftlichen, genossenschaftlichen, sportlichen ben oder die durch kommunistische Demagogie auch nicht weiter als das bereits in dem österrei und tulturellen Organisationen betätigen. Sie und nationalistische Verlegenheit in umvegfames hischen Gesetzentwurf vorgesehen war. Der müssen mehr als bisher für unsere Partei tun. Bestrüpp gelockt wurden, muß vor allem die achtstündige Arbeitstag ist in der Ich warne vor einer fogerannten Neutralitäts- fo3ialistische Aufklärungsarbeit Tschechoslowakei zwar gefeßlich vorgesehen, aber dufelei. Es gibt teine neutrale Gewerkschaften mit aller Energie aufgenommen werden. Durch badurch, daß Ueberstunden nach diesem Gesetze Josef Schweichhart: usw., sondern nur sozialdemokratische und andere. aufbauende Organisationsarbeit, durch politische zwar besonders, aber nicht höher zu bezahlen Ein besonderes Augenmerk ist auf die Gewinnurg Aufklärung in den Organisationen werden wir, find, werden die Unternehmer förmlich dazu ver. Zulammenlaffung der Kräfte! der jugendlichen Arbeiter und der soweit es auf unsere, auf die deutsche Partei an- leitet. sich von den Behörden Ueberstundenarbeit Frauen zu richten. Wenn wir also in dieser kommt. die Bedingungen für die Wiedererlan- bewilligen zu lassen. In dem zu Ende gehenden Wenn man ausspricht, was ist, so ergibt sich Richtung tätig sein werden, können wir dem kom- gung sozialistischer Kraft verbessern und für den Jahre schon sollte mit Rücksicht auf die Einfüh- die für den Sozialismus unerfreuliche Tatsache, menden Wahlkampf ruhig entgegensehen. Augenblick gerüstet sein, in dem die Hemmungen rung des Genter Systems in der Arbeitslosen- daß bei den letzten Wahlen von den 80 Prozent für die Wiedervereinigung des national und unterstüßung die gefeßliche Regelung der Bevölkerung, die man zur arbeitenden Klaffe richtungsvolitisch gespaltenen Broletariats weg der Arbeitvermittlung erfolgen. Wic- zählen tann, nur 28 Prozent margisti gefallen fein werden. Das verlegt den Schwer- berholt ist außerdem die Schaffung eines Ge- fche Parteien( Soz aldemokraten und Kombunt unferer Arbeit für die nächste Reit auker- fches zum Schuße der Kollektivvet munisten) gewählt haben. Wieder einmal be halb des Parlaments. Parallel zu dieser außer- träge angekündigt worden, aber auch da weh- stätigt sich das Lassallesche Wort, daß wohl die parlamentarischen Parteiarbeit muß auch weiter ren sich die Industriellen mit Erfolg dagegen. herrschende Klasse weiß, was sie will, nicht aber Die Aufgaben, die der Sozialismus in hin unsere Arbeit im Parlamente gehen. Die Nicht einmal die geringfügige Verbesserung des die aufstrebende. Die herrschende bürgerliche Der Zschechoslowakei zu erfüllen hätte, find im Ertartung des Parlamentarismus im tschechoslo- Paragraph de der Gewerbeordnung lonnte im Klasse wird ohne Zweifel den Wahlev in Sinblide auf die soziale Gliederung der Bevöl- wakischen Staate ist trotz allem fein Argument ge- leßten Parlament zu Beschluß erhoben werden, ihrem Sinne energisch auszunüßen bersuchen. ferung dieses Staates, im Hinblice auf seine gen den Parlamentarismus als solchen. Denn tropdem die Vorlage im Senat und im sozialpo- Sieraus ergibt sich die Notwendiateit eines mög wirtschaftliche Bedeutung in Mitteleuropa und dieser ist bei gesunden parlamentarischen Ver- litischen Ausschuß des Abgeordnetenhauses ge- lichst gefchloffenen Abwehrkampfes der marnicht zulegt im Hinblice auf die Reife seiner Ar- hältnissen ein sehr wichtiges, ein sehr brauchka- nehmigt worden war. Im Rückstande ist die ristischen Parteten. Nachdem die tschechische Sobeiterschaft vielversprechend und bedeutsam. Wherres Instrument für die Durchfetung proletari- tschechoslowakische Republik unter anderem in der zialdemokratie vermeint, durch die Anteilnahme * Johann Polach: Sozialistische Auftlärungsarbeit. tschechoslowakischen Koalition der Fall war. Ist es den Unternehmern gelungen, schon seit vielen vielen Monaten bis auf die Sozialversicherung und auf das Urlaubsgefeß jeden sozialpoliti schien Fortschritt zu verhindern, so ist für die nächste Zeit unter der neuen Regierung noch schlimmeres zu befürchten, wenn die Arbei ter- und Angestelltentiaffe nicht dafür sorgt, mit Hilfe starter Orga nisationen den Stillstand in der So zialgefeggebung zu überwinden. 24. Dezember 1925. * Dr. Emil Strauß: Partner auf tschechischer Seite, Auflodern der na- lo ihre Hoffnung, ihre Zukunftsfreudigkeit und tionalen Leidenschaften, Ausnüßung dieser schein- damit ihre Stampfestraft wieder zu beleben, ist bar unabänderlichen Situation durch die deutsche die große Aufgabe, Bourgeoisie trostlos scheint dieses Bild, und Vorträge, die uns gestellt. unseren politischen Organis so beherrscht heute schon die Auffassung es nüßt fationen und in Versammlungen der Gewertdoch alles nichts" große Massen der deutschen schaftsmitglieder. Flugblätter, TaArbeiterschaft. gesblätter für die Städte, billige WoDas Weihnachtsdrama der Abgebauten Bilder vom Martyrium der deutschen Botangestellten. Seite 5. ferner, die Feierlage zu ermöglichen. Wahr ist ferrich dak entlassene Manirulationsbeamte träger fich in den Tagen nach ihrem Hinauswurf freiwillig ohne jede Aufforderung und Bezahlung in den Aemtern einfanden, um dort ihren Nachfoldern bei der Weiterführung der Agenden behilflich zu sein: Das sind T: tsechen, die jedem höheren Post" Eine moderne Folter. an der Regierung der Arbeiterschaft zu nüßen, die Kommunisten aber unter dem irreführenden Schlagwort Einheitsfront den Vernichtungskrieg gegen die Sozialdemokratie fortseyen und auf diese Weise ihren Klassenkampf" führen, sind die Aussichten für ein gemeinsames Vorgehen der marristischen Parteien in- und außerhalb des Parlamentes momentan nicht die günstig Wir haben also die Aufgabe vor uns, den hen blätter für das Landvolk, system at t= sten. Die wirtschaftliche Entwicklung und die Arbeitern nachzuweisen, daß sie teinem un- sche Anleitung zu fruchtbaren Di 3- beamten bekannt sind und die jederzeit mit Daten tavitalistische Klasse werden freilich dafür sorgen, a bänderlichen Schicksal verfallen sind. Die tussionen in den Mitgliederversammlungen, belegt und bewiesen werden können. Man mag daß die Verständigung zwischen den Ereignisse der letzten Zeit haben zur Genüge be- furze populär gehaltene Artikel in unseren Blät über diese Handlungswese denken, wie tan will, feindlichta Brüdern eines Tages efful wiefen, daß vie allnationale stoalitionspolitik nicht tern- immer unter Aufzeigung unsere& 3ic- fie zeigt im Grunde doch deutlich, mie febr gen muß. mehr lange aufrechterhalten werden kann. Das les, immer mit dem Nachweis der interna. sie Leute mit ihrer Arbeit verwach Für unsere Partei ergibt sich angesichts dieser heißt weiter. daß es der internationalen Befit- tionalen Verbundenheit des Schick- sen waren. So wird erst der Auspruch eines Umstände die Pflicht der Selbsterhaltung flaffe nicht mehr lange möglich sein wird, sich fals der Arbeiterklasse endlich aber Vertrauensmannes verständlich, der nach der und der Stärkung mit Schwert und Kelch" mit nationalistischem Geschreie zu decken, das muß auch die Erziehung der Arbeiterjugend Schilderung dieser Umstände meinte:„ Solche AnBei gleichzeitiger Abwehr der Schmußkonkurrenz endlich zur Klärung führen zum Bürger zum Sozialismus, größte Unterſtüßung unserer gestelle, wie sie jetzt hinausgeworfen wurden, wird von rechts und line auß die wirklich systema- blod anstelle der nationalen Blocks, und Jugendorganisation, nicht minder auch die Auf- der Staat nie mehr bekommen!" tische Aufklärungsarbeit in die weite- damit notwendig auch zum Arbeiter blod. flärungsarbeit in den Kreisen der Frauen, ften Kreise des arbeitenden Voltes getragen wer- Unsere Stunde kommt also auch hier. Ausgestaltung des Büchereiwesens ben. Dazu trägt mit Erfolg eine billige Presse Wir haben die Arbeiter auf die wirt- im sozialistischen Sinne, das ist es, was Die offizielle Begründung des Massenabbaues und eine geschickte Flugblattaktion bei. Organi- schaftlichen Tatsachen zu verweisen, ihnen nottut. vor allem deutscher Staatsangestellter ist der Hinsatorisch ist die zusammenfassung der aufzuzeigen, daß das Schicksal der Arbeiterklasse Wissen de Arbeiter, denkende Arbeiter weis auf die mangelnde Kenntnis der StaatsKräfte dringend nötig. Der Zersplitterung in international bestimmt wird, daß de können nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen, wer- spr che, nicht bestandene Prüfungen usw. Es überaus viele Organisationen. die Teilaufgaben Tschechoslowakei in Europa keine Ausnahmsstel- den in der Zeit der Finsternis ihre Kräfte weiter haben sich über den schlechten Willen" der deutder Bewegung zu erfüllen haben, ist entgegerzu- lung behaupten kann. Den Blick der arbeiter den stählen, um für den Sonnenaufgang gerüstet zu schen Staatsbediensteten schon ganze Legenden ge wirken. Die Partei muß wieder im Mittelpunkt Menschen auf das Große zu richten. die Men- fein. Aus dieser Erkenntnis die praktische Schluß bildet. Erst fürzlich wurde ihnen der Vorwurf geder Bewegung stehen und die alles beleber de schen nicht feeliſch in den eke haften Tagesstanda-| folgerung zu ziehen, iſt alſo unſere nächste und nacht, daß sie wohl Staatsgelder nehmen, aber die Sonne darstellen. Neue Kräfte müssen für den len der nächsten Nachbarschaft ersticken zu lassen, größte Aufgabe. Staatssprache nicht erlernen wollen. Die ganze politischen Kampf frei werden. Die Agitation Arguments tion ist wie schon wiederholt festmuß ins fleinste Dorf hinausdringen. Nur dort, gehalten wurde durchaus schief angelegt. wo ständige Verbindungen besteken, Erstens einmal weigert sich der angebliche tschefann mit Erfolg Partei- und Wahlarbeit geleistet chische Nationalstaat nicht im geringsten, Steuerwerden. Unsere Partei muß auch bei Lohngelder der Minderheitsvölfer ein utassieren und mit fämpfen deutlicher als bisher in Erscheinung ihnen zu wirtschaften. Entscheidend aber ist der treten. Die Interessen der arbeitenden Menschen Umstand, dß mit ganz wenigen Ausnahmen die müffen jederzeit in den Vordergrund gerückt betreffenden Staatsangestellten hundertfäl. werden. Die Auswirkungen der Abbauwut der all- streue Arbeit, dafür, daß er sich im Dienste des tige Beweise ihres redlichen Wil. Unsere Partei muß den Klassergenossen in nationalen Regierungsleute lassen sich mit toten Srates und der Deffen lichkeit zusammengeschun- lens lieferten, die tschechische Sprache zu er Stadt und Land immer wieder flar machen. daß Ziffern nicht erfassen. Was da an den Menschen den, förperlich und seelisch verbraucht hat, wird fernen. In den Bostämtern sind sie nach vollsie nur einen Freund Faben. der ihnen treu bleibt, en den primitivsten sozialpolitischen Grundsätzen hm zum Abschiedamtlich bescheinigt, brach: er idyverer Arbeitsleistung noch stundenlang der sie selbst sind. die Vertrauens män- und nicht zuletzt an den wirklichen Staats- daß er ein unfähiger, Mensch ist. So beisammengesessen, um dem ermüdeten Gehirne ner der Partei. Die Kraft, die aus den vin- nteressen gesündigt wird, kann die Deffent weit geht seine durch ein Menschenalter glänzend die schwierigen Formeln der tschechischen Sprache garden Notwendigkeiten der Arbeiterklasse herbor- lichkeit aus allen oppositionellen Protestreben und bewährte Unbrauchbarkeit", daß man nicht ein- einzupaufen. Eine jept abgebaute Be: min hat geht. wird und muß siegen. Unseren Partei- Zeitungsberich en nicht zur Gänze erfahren. Den mal auf die Familienverhältnisse und auf seine nachgewiesenermaßen 5000 Seronen für privaten genossen muß zum Bewußtsein gebracht werden, Wissenden, die im Mittelpunkte dieses so talen wirtschy ftliche Lage Rücksicht nehmen kann. Tschechischunterricht ausgegeben und ist stundendak die ruhige und zielbewußte Arbeit mit der Dramas stehen, ist der Mund zumeist verschlossen weit über Feldwege nach den Lehrstunden heimfelben Zuversicht gemacht werden muß wie aus Furcht vor Verfolgung und Makregelung. Mon unterschäße dieses seelische Moment gewandert. Von einem 57jährigen Unterbeamten immer. Nicht der ist ein Kämpfer. der sich moweit es Deutsche, aus„ n tonalen Rücksich'en", nicht! Bei manchen Abgebauten überwiegt der wird erzählt, daß er in seiner Tischlade das Tscheden Tagen des Siegesraufches fortreißen läßt soweit sie Angehörige der Saatsnation find. Nur Groll über die zugefügte Kränkung und Zurück chisch- Lehrbuch versteckt hatte, worein er sich jeden sondern der auch in schweren Tagen die persönliche Berührung mit den bisherigen febung noch die materiellen Sorgen, die mit der unbewachten Augenblick vertiefte:„ beru, bereš, mit Singabe feiner ganzen Kraft Opfern des Abbaues und denen, die als seine löglichen empfindlichen Einkommensverkürzung bere seine Pflicht erfüllt. fünftigen Opfer auserforen sind, verschafft tiefere verbunden sind. Und wie wirkt erst eine solche Nervöse Väter haben ihre Kinder halb tot Ellice in die Werkstatt des Staats- Behandlung verdienstvoller Staatsangestellter auf geschlagen, als sie ihnen abends zum Lernen nicht hauvinismus, dieses Großbetriebes der Un- die Arbeitsfreude und den Pflichteifer ihrer die nötige Ruhe ließen. Andere wieder haben die gerechtigkeit, Gefeßlosigkeit, der Parteiprotettion Sollegen, die noch im Amt verblieben sind? Herr tschechischen Abwandlungen noch im Schlafe Eine wissenschatliche Au'gabe unserer Einblid in die erschütternde Seelenpein und Ver- Blick in die Seele der wegen„ Unfähigkeit" Ab- fanden sich auch hier gewisse Geschäftsmacher, die und der P rteikorruption. Sie verschafft aber auch Erminister, wenn Sie bei diesem Besuch einen wiederholt. Wie bei allen derartigen Anlässen, Partei. zweiflung der Menschen, die sich als die Objekte qebauen werfen könnten, dann würden Sie erst bei ganz ungenügender Eignung den um thre Ich möchte mir erlauben, auf eine wiffeldzuges fühlen, eines Vernichtungstrieges. verte mit einer derartigen Durchführung des cines planmäßigen Ausrottung 3- ermeffen, welche mora ischen Riesen Existenz bangenden Menschen schweres Geld für fenschaftliche Aufgabe unserer Partei hinder mit den übermächtigen privaten Unterricht abknüpften. Bei manchen zuweisen, die für die Politik des klassenbewuß gewalt und der sie u urbierenden Parteien geführt Waffen der Staats Abb es für den Staat zerstört wurden. haben nun alle Bemühungen nichts genütt.”“ Es ten beutschen Proletariats nicht unwesentlich ist wird. Was sich darüber auf einer Erkundungs- abgebauten- Familie schon hinreichen, dem ge- effen des Staates durchaus vereinbar gewesen, den Vielleicht würde ein einziger Besuch in einer wäre einfach Menschenpflicht und mit den Inter Vertrauensmänner der Partei ist von zwei Mo- fahrt durch Deutſchböhmen an mark nten Einzel- wesenen Herrn Bostminister die Feiertagsstim- älteren Leuten diese Qual zu ersparen und von menten beeinflußt: von der grundsäglichen heiten zusammentragen ließ, sei hier berichtet: ihnen nur die für den Amtsbetrieb Wanderung tagelang fortsetzen. Um etwa teilzu notwendigen Sprachkenntnisse zu Einstellung zur Politik überhaupt, wie diese Dank vom Hause Svehla. nehmen an den Weihnachtsfreuden eines jungen verlangen. Bei den Sprachprüfungen, über deren von den wissenschaftlichen Begründern des Sozialismus, Marg und Engels, formuliert wurde, Weihnachtsstimmung der Abgebauten! Wie Beamten, der mit dreizehn Dienstiahren, und von den politischen Erfahrungen, wäre es, Herr Erminister Franke, wenn Sie, ein erkranken Frau unddreitranten Durchführung noch die Rede sein wird, wurden wie diese in der Vorkriegszeit gesammelt wurden, statt der geplanten Vergnügungsfahrt ins Gebirge in dern ebenso brutal aufs Pflaster geworfen jedoch die Anforderungen so hoch wie möglich geda die meisten von uns ihre entscheidenden Ein- oder der vorgesehenen Theater- und Konzertbesuche wurde, wie seine übrigen Leidensgenossen. Um ſtellt, was zur Folge hatte daß zahlreiche Angebrücke empfangen, da wir unsere Lehrjahre durch über die Weihnachtst ge eine Besuchsfahrt zu den die Gefühle derer u erforschen, die mit selbststellte trok verzweifelter Bemühungen, einer ungemacht haben. deutschen Bostangestellten und-Beamten unter- mortgedanken herumlaufen oder auf Ver- möglichen Vorschrift zu folgen, jetzt diesem Abbau Seither haben sich aber gewaltige Aenderun- nehmen würden, denen Sie als Festgeschenk das zweiflung staten sinnen. In hunderten und zum Opfer gefallen sind. Von schlechtem gen vollzogen. Wir sind Angehörige einer Abbaudekret ins Haus gesandt haben? Nehmen tausenden deutschen Familien fände er in hunder- illen oder mangelndem Eifer war unterdrückten Nation geworden, die wir an. Sie hätten nicht als offizielle Koalitions- terlei Gestalt dasselbe Bild des Jammers, der in der überwiegenden Mehrzahl deutschen Arbeiter sind nun doppelt unterdrückt: bersönlichkeit, sondern als Mensch und Verzweiflung und der tiefsten menschlichen Er der Fälle kein Rede, wer das Gegenteil als Deutsche und als Arbeiter. Auch die kapi Sozialist( der Sie als ein Führer der Partei bitterung en den Tagen, die dem Familienglück, behauptet, verleumdet bewußt oder unbewußt die talistische Wirtschaft ist heute eine andere der tschechischen Nationalsozialisten wenigstens uber festlichen, freudigen Erbauung denen sollen. betroffenen unglücklichen Menschen. Herr Franke, haben Sie den Mut, der Wirtals vor 1914. Die Konzertration des Kapitals fein vorgeben) ein Interesse, zu erfahren. wie sich Die„ Beſſerqualifizierten“. schreitet rasch vorwärts, insbesondere hat sich das Ihre Ministerhandlungen auswirken. In jeder lichkeit, die Ihre Taten geschaffen haben, ins GeAlso find viele deutsche Postangestellte als Finanztapital alle anderen Arten des Kapitals beliebigen deutschböhmischen Stadt könnten Sie sicht zu sehen? ,, minderqualifiziert" abgebaut worden, weil sie dig ( Industries, Handels-, städtisches und ländliches die Abgebauten leicht antreffen, weil ihrer so viele Staatssprache nicht bis ins lette Detail Boder tapital) und damit die ganze Volkswirt- find. In der ersten Wohnung vielleicht würden beherrschten, dafür beherrschen die neuen schaft unterworfen, die Bourgeoisie ist flassen Sie einen halbergrauten. aber noch rüstgen Betschechischen Angestellten, die thre bewußter, damit sind die gewertschaftlichen amten treffen, in dessen Gesichtsf lten die Spuren Natürlich ist alles bösvillige Uebertreibung Arbeitspläße einnehmen, vielfa; nicht die Kämpfe schwieriger geworden. Die soziale Zu- dreißigjähriger, barter Pflichterfüllung eingegraben und Verlästerung unserer demokratischen Muster- primitivsten Grundsäße der Ber sammensehung der deutschen Bevölkerung hat sich sind. Das Haupt in belde Hände geſtüßt, wird er republik, was von oppositioneller Seite über die tehrssprache, in der sich in den deutschböhmigeändert( Staatsangestelltenabbau, Rückgang der mit schmerzlicher Erbitterung n noch einmal das folgen des Abbaues gefagt und geschrieben wird schen Städten zu neunzig oder fünfundneunzig im Bergbau und in der Textilindustrie Beschäf- Abbau- Urteil ſtudleren. Seine Blicke werden so weiß es die offiziose Preſſe. Ein sta: ts- Prozent die Amtstätigkeit abspielt. Wieber be tigten, Folgen der Bodenreform). immer wieder auf den handgeschriebenen Säßen erhaltendes Blatt hat sogar gefunden, daß die ge- wahrheitet sich das alte Wort, daß die Beamten haften bleiben, die aus der Meschinenschrift des meldeten Störungen im Postbetrieb deutschböhmi- nicht für die Bevölkerung da sind sondern daß die amtlichen Formulars hervortreten: scher Städte auf die böswillige Sabotage er wenigen noch im Dienste stehenden deutschen Bevölkerung für die Beamten da sein muß. Neu Bostangestellten zurückzuführen sein dürften. Auf eingestellte Verkehrsbeamte bringen in grotester die Erörterung dieses Themas tönnen wir nach Weise ihre geringen Sprach- und Geographiezuverlässigen Informationen en Ort und Stelle fenntnisse zum Ausdrud. Jemand will ein Bafet mit Vergnügen eingehen. Die Tatsachen liegen so, nach Linz aufgeben und bekommt zur Antwort: Wo ist das Linz?" daß sämtliche im deutschen Gebiete tätigen tschechischen Bostamtsleiter sie sind ja schon in Ein anderer erkundigt sich, was ein Brief allen größeren Postämtern daheim nach den nach Innsbrud loftet; darauf die Gegenfrage: Grundfäßen der einfachsten Billigkeit und GerechInland oder Ausland?" tigkeit dem tschechischen Hezblatt hätten eine amt- Beim Telephondienst ist es vorgekommen, daß auf liche Berichtigung etwa folgenden Inh: Its senden die interurbane Bestellung einer Auffiger Telemüssen: phonnummer die bezeichnende Frage gestellt 1. Es ist unwahr, daß die deuschen Post- wurde: angestellten in ihrer nahezu ausschließlichen „ Þat Aussig ein Telephon?" Mehrheit jemals einen eing'gen Augenblic Sabotage geübt oder paffive Resistenz getrieben In einem Erzgebirgsort, wo nur ein Beamter haben. Wahr ist vielmehr, daß die deutschen den Bostdienst versieht. wurde ein Postmeister inBoft- und Staatsangestellten durch ihre ge- gestellt, der auf deutsch nicht einmal rid wissenhafte und aufopfernde Dienstleistung nach sehn zählen kann. In dem Umgang mir der Gründung der Tschechoslowakischen Republit der deutschen Bevölkerung gab es nun nicht geb'e besten Bausteine zum inneren Aufbau dieses ringe Schwierigkeiten. Sam jemand Masten lauStaatswesens lieferten. fen, so legte ihm der Postmeister die e ganze Mar. Das Derken vieler, insbesondere der älteren . Auf diesen neuen national, wirtschaftlich und fozial geänderten Boden ist nun das deutsche Proletariat und feine Politik gestellt. Es gilt nun biese soziologischen Veränderun. gen mit Hilfe marxistischer Metho Ben wissenschaftlich zu erfassen und nach allen Seiten zu durchleuchten. Statistisches und anderes Material ist dazu vorhanden. Ich zweifle nicht daran, daß aus einer folchen eindringlichen Studie unsere Politik wertbolle Anregungen, unfere politischen Vertrauensmänner Fingerzeige empfangen könnten. Wir tönnten wiederum den hundertemal geführten Beweis liefern, daß die Soz aldemokratie die einz ge Partei ist, die auf dem Boden der Wissenschaft steht. Ein solches Wert würde auch für die Auftlärung aller unserer Funkt onäre sehr wertvoll und der bürgerlichen Deffentlichkeit gegenüber ein wiffenfchaftlicher Nachtveis für die Richtigkeit unferer Politit sein. Wir haben genug Kräfte, die in der Lage wären, eine solche Leistung zu vollbringen. Eugen de Witte: Seine Hoffnungs'oligteit auftommen laffen. " A tu jsme zjistili, že Vaše služební spůsobilost, výkonnost a upotřebitelnost jest velice obmezcna a to proto, že neovládáte statního jazyka. Okolnost tato je tak závažná, že ohledy na hospodářské, rodinné a jinaké poměry musí ustoupiti v pozadí, Rozhodli jsme se proto, dáti Vás podle § 13. shora cit. zákona do trvalé výslužby s příslušnými odpočivnými požitky. Auf deutsch: Und da haben wir festgestellt, daß Ihre Dienstliche Eignung, Ausdauer und Brauchbarkeit sehr begrenzt ist, und zwar deswegen, weil Sie die Staatssprache nicht beherrschen. Diefer Umstand ist makgebend, daß die Rüdsichten auf wirtschaftliche, Familien- und andere Verhältnisse in den Hintergrund treten müssen, Wir haben uns daher entschieben, Sie gemäß Par graph 13 des obenzitierten Gesezes in den dauernden Ruhestand mit den bezüglichen Ruhegenüssen zu verfchen." Die größte Gefahr, die hier droht, zu bannen, Der Mann hat eine glänzende Beamtenlaufmuß natürlich unfere erste Aufcabe fein. Die bahn hinter sich. Oftmals wurde feiner musterGefahr heißt: Hoffnungslosigkeit des gültigen Dienstleistung Anerkennung gezollt. Und Proletariats vollständige Isolierung, fein mun, zur Belohnung für seine jahrzehntelange, mung zu verderben. Er könnte aber die Die„ Sabotage" der deutschen Postangestellten. " 2. Es ist unwahr, daß im Gefolge des Ab- tenmappe vor und die Kundschaft mußte mit dem baues durch deutsche Postangestellte irgendwelche Finger auf die gewünschte Markenforte hin zë 1Sabotagealte vorgekommen find. Wahr ist, daß gen. Weil diefer famose Postmeister", der zur die abgebauten deutschen Postangestellten in Berkehrsvermittlung wahrhaftig nicht viel taugte, einer geradezu unbegreiflichen Lonalität auch das Protettionstind eines tschechi nach der Entlassung teilweise noch gegen en fen nationalsozialistischen Abgeordgeringes Tagneld weiter Dienst verfahen, um neten war, wurde er für fähig befunden anstelle cine flaglose Abwicklung des Postberlehres über eines wegen unzulänglicher Sprachntenntnisse" Seite 6. abg: bauten Deutschen einzutreten. Ueber die fon-] Fangen wir im neuen Jahre mit erhöhter 24. Dezember 1925. ſtigen Dualitäten mancher tschechischer Erfaßkräfte Tätigkeit mit der Debife an:„ Organisie. Eine Neuauflage des Ausnahms- Rundfunt für Alle! zustandes von 1923? werden überdies taarsträubende Dinge erzählt ren wir die Vereinigten Staaten die wegen sonstiger Gefährdung von Existenzen von Europa!" Auf diese Weise werden wir Eine internationale Arbeiter- Radionicht wiedergegeven werden können. Bringt ein unsere Republit am sichersten fest gen. Berlin, 23. Dezember.( Eigenbericht.) Das deutscher Argestellter grobe Ungehörigkeiten oder Konferenz in Wien. Unsere Jahresbeiträge betragen: 8 K deutsche Friedenskartell, eine Vereinigung pazinoch ärgere Sachen zur Anzeige, so kann er höch für tätige Mitglieder, 6 K für beitragende, oder scher und republikanisch- demokratischer Or- Auf dem Wege zur geplanten Zusammen ſtens gewärtigen, als Feind der Staats- ein für allemal: 100 K, auch in fünf jährlichen annattonen, hat an alle Heichstagsabgeordneten faffung aller Arbeiter- Radio- Verbände in eine nation vernader und gemaßregelt zu werden. Raten zu 20 K für gründende Mitglieder. en Schreiben gerichtet mit der Aufforderung. internationale Organisation liegt eine Konferenz, Ueber diefes Stapitel wird noch mancherlei in die Offentlichkeit kommen. Jedenfalls dürften die rungen werden von unseren Mitgliedern entgegen nicht wieder, wie im Jahre 1923, an die Reichs- Male Vertreter der Arbeiter- Radioklubs aus verGeeignete Anträge zwecks Kriegsverhinde datur zu sorgen, daß im Falle einer Verhängung die Samstag, den 26. Dezember in Wien stattdes Ausnahmezustandes die vollziehende Gewalt findet. An dieser Besprechung, zu der zum ersten tschechischen Koalitionsparteien genau gewußt genommen, sorgfältig überprüft und eventuell an wehrkommandos übertragen werde. In diesem schiedenen Ländern zusammenkommen, werden haben, warum fie felbst um den Preis einer Ver- maßgebenden Stellen benüßt werden. zögerung und Erschwernis der Regierungsbildung Schreiben wird darauf hingewiesen, daß nach die Delegietten des Arbeiter- Radio- Klubs ben tschechischen Nationalsoziauſten das Gisen Sekretär Franz Novak Prag II. Pštrossova bes Heichsinnen- und Reichswehrminifteriums Wien, des Freien Rasisbunds in der Ische Informationen und Anmeldungen an den Zeitungsmeldungen bereits konferenzen Deutschlands,& Freien Rodiobunds, bahn- und Betreffort wegnahmen. Es gibt Dinge, Nr. 16.- asschuß der Chelčicky- tre- tattgefunden hätten, die felbft d'e nicht allzu fart von moral fdm Be- densgesellschaft", Prag II., Kaulichuv ya ngung des denken beschwerte Koalition nicht verantworten dum. tann. Das Ergebnis. Der bisherige Effekt der großen Reinigungsaltion in den Bostämtern ist eine schwere noch als weitere Passivpost der Abbauaktion das Aus der Herrlichkeit des Bundes Der Landwirte. die sich mit einer Ver- choslowatei usnahme zustandes meier rbeiterverbands auch d.s ** teilneh Programm für die Weihnachtsfeiertage. Heute: Bra g, 19: Der hl. Abend in der Mitfit. Brünn, 19: Orchestralfonzert. Berlin, 19.30: Seiliger Abend.- Wien, 21: Muſik. Feierstunde am 1 Abenb Freitag: Prag. 9.30: Kirchenmufit; 11: MaNationaltheater).- Brünn, 10: Matince: 19: tinee: 17: Fünfuhrtee; 19: Dalibor"( aus bem Stonzert. Berlin, 18: Lohengrin".- Wien, 20: Aus Wagner- Opern. 1 Samstag: Prag, 11: Matinee: 17: Konzert; 19.80 Tschechische Philharmoniker. Brünn: 19: Konzert. Berlin, 20 80: Fröhliche Beih nacht! Wien, 20: ,, Cine Nacht in Bencdig". besaß en. Diese Wieldungen sind zwar von den men. Auf der Tagesordnung dieser Beratung der beiden Wiinisterien dementiert worden, aber die deutschsprechenden Verbände stehen die Bevintspresse hat auf Grund ihrer Wissenschaft richte aus den teilnehmenden Vändern, die diesen Dementis keinen Glauben geschentt. In Frage einer gemeinsamen Zeitschrift drejem Briefe wird weiters verlangt, daß ohne und die Aussprache über einen internatio finanzielle Schädigung des Staates. sündler an die Spiße ihrer Kandidatenliste den des teichstages zusammentrete und die nötige band. Ueber das Ergebnis dieser Konferenz Im Wahlkreis Iglau hatten die Land- uchicht auf Feiertage der Stand ge Ausschuß nalen proletarischen RadioverVon Erfparungen kann fine Rede sein. Best Lehrer Wegner gestellt, ter auch gewählt wurde. Gorjorge treff, damit nicht wiederum die werden wir berichten. qualifizierte Leute wurden in Pension geschict Der bisherige Abgeordnete Pittinger wurde teichswehrkommandos an die Stelle der ordent und müssen nun- wenn auch bei geringeren an die zweite Stelle gelegt, über welche Zurückchen Verwaltungsbehördent treten. Go wit Bezügen weiter vom Staate erhalten werden. fopung er nicht wenig erbost war. Der Stampi uch verlangt, daß die gegenwärtige PersonalAn ihre Stellen mußten durchwegs Ersab der beiden Standidaten spielte sich in größter union zwischen dem Reichsinnen- und Reichsfräfte treten, ja es tritt der groteske Fall ein, Schärfe und, was das Belustigendite daran war, wehrministerium beendet werde, und es wird bas anfstelle eines aus Ersparnis Abgefanten in aller Deffem lichteit op. To tabt es bei einer patan ezinert, daß schon im Jahre 1928 gegen zwei nette Erfaßträfte amsieren. Dazu kommt wählerversammlung der Landbünder in die damaligen Vorgange, 3. B. das Eingreifen schwer erschütterte Bertrauen der Sock sprach der Sp zenkandidat Wagner und be naim zu den ergößlichsten Szenen. Im ersten der Metchswehr in Sachen und Thüringen. der Bevölkerung zum Postbetriebe überhaupt. Es gibt chimpfte weiblich auf Bittinger, der pratent Freimuth eine Tentschrift aus betannte republifanische Vordämpfer Senatsbereits Firmen die, um allen Schifanierungen doch mit ihm auf einer Biste stand; aber auch gearbeitet habe. und Unsicherheiten zu entgehen, ihre Warenpalete Bittinger war nicht faul; er sprach im Pr in alle erreichtaren Gebiete selbst mit Autos ver- terre des efben Gebäudes und erzählte den frachten. Eine Berringerung der Ein- verdußten Bauern, unter reichlichem Gebrauch von nahmen und gleichzeitig die Erhöhung der Schimpfworten, einiges aus dem recht Ausgaben ist das vorläufige Ergebnis der Abnteressanten Vorleben des Spizenbaualtion. Wie von Eingeweihten versichert tandidaten seiner Partei, zu dessen wird, ist nach dem 1. Jänner mit den größten Wahl er aber doch zugleich auch cufforderte. Schwierigteiten im Postbetriebe be zu rech Wagner himwieder fargle natürlich feinerseits wie nen, falls inzwischen der Abbau nicht zum Still der nicht mit der Preisgabe verschiedener stard gebracht wird. Die noch im Dienste stehen. Episoden aus dem Dasein des Herrn ben längeren Angestellten und Beamten, soweit Pittinger, so daß es also allfeits sehr luft's sie sich nicht der Protektion einer Regierungs- uging. Das ist ber bei weitem noch nicht alles: fartei erfreuen, sehen sich der Abtaugefahr ausge- denn Bittinger gab sich auch nicht mit dem ihm fest und es iſt unmöglich, daß diese Unsicherheit zugedachten politischen Ausgeding zufrieden, als ihrer Existenz dauernd ausgehalten werden kann. Wagner schon gewählt war. Er intrigierte so lange Tabei noch größer als die Abbaufurcht, die gegen ihn, bis er es durchsetzte, daß seine Partei, Angst der Abgebauten und Abzubauenden, daß die, wie Figura zeigt, die von ihr so lebhaft proihnen selbst die geringen Pensionsbeträge auf die pag erte Dorfgemeinsch ft nicht einmal in der Dauer nicht sicher sein könnten. Alle Maßstäbe, die pagierte Dorfgemeinfc ft nicht einmal in den das Casein dieser Schichte umschlossen, find ins Wanken geraten. Was gestern noch untrügliche Carantie und Sicherheit schien, ist heute dahin, Wie lange wird der Menschenapparat, der diesen wichtigsten Zweig des Verkehres in feinen änden hält, eine derartige moralische und seelische Belastung ertragen tönnen? Man kann diesen Tatsachenbericht nicht besser schließen, als mit den Worten eines Postang stellten: Die ärgften Frredentisten hätten den Staat nicht mehr schädigen lönnen als der frühere Postminister Franke mit seiner Abbaualtion!" W. J. Wellenlängen der Stationen: Die Abrüftungstonferenz. Amerika en sendet eine größere Delegation? Paris, 23. Dezember. Nav Port Herald" erfährt aus Washington. Präsident Coolidge hätte sich über Veranlassung des Obersten House und des Gesandten der Vereinigten Staaten in Bern, Gibson, entschlossen, nach Genf zur Vorbereitungskonferenz für die Abrüftungsfrage eine Delegation zu entenden, welcher außer Gibson und Oberst House noch Mirron, Serrick und Soughton angehören. Außer diefen Delegierten off noch eine ganze Reihe militärischer Experten Ungarische Faeisten als Banknotenn. ch Genf fahren. ällcher. Brünn 750, London 865. Parte 1750 Berlin 480 Brag 546, und 505, Stuttgart 443, cipro 454 Breslau 418, winchen 485, Frankfurt 470. Wien 580. Zürich 515. Berlin, 23. Dezember.( Eigenbericht.) In Amsterdam wurden drei ungarische Fascistenführer berhaftet, weil sie falsche Frank- Banknoten in Umlauf zu feten versucht hatten. Sie wur den dem Untersuchungsrichter vorgeführt und ertiarten, daß sie mit ihren Falschungen den ranzosischen Frank tonterminieren wollten, um dadurch Geld für ihre Sache zu erlangen. Wan chuezt dadurch, daß sich der ungarische Fascis mus in Geldnoten befindet. Xbb el Krim gibt nach. eigenen Reihen herstellen kann, eine Abilim Fr verlangt bloß administrative Selbständigkeit mung unter den organisierten Parteimitgliedern des Iglauer Wahlkrei es und verzichtet auf Tetuan. anordnete, ob sie lieber den Rabbi cber den Mönch, Paris, 23. Dezember.( 8.) Ein Redakteur den Bittinger oder den Wagner zum Abgeordneten des Journal" latte eine Unterredung mit dem haben wollen. Der Entscheidung dieses Forums Napitän Canning, welcher erklärte, er sei nicht wollten sich die beiden Herren bedingungslos Frietensverfandlungen bevollmächtigt, sondern unterwerfen. Wie nun verlautet, soll die Abstim- eine Mission sei nur offiziö 8. Er solle die mung zugunsten Bittingers ausgefallen sein, wo- Bläne Abd el trims auseinandersetzen und ihm hingegen de L ndoündler erzählen, daß sie noch sodann Bericht darüber erstatten, welchen Ein- 1000 nicht abgeschlossen sei. Sei dem wie immer druck diese Aufklärung hervorgerufen hat. das Geschrei möchten wir hören, wenn sich auch nur ein Teil des Geschilderten in unserer Partei ereignet hätte! Abd el Krim nehme die französische Interpretation der Autonomie an, d. h. er unterwerfe sich der geistlichen Souveränität des Sulians. Er bcharrt aber auf einer besonderen eigenen Administrative und auf Aufrechterhaltung Aufruf an die gesamte Bevölkerung Der Krath in der Morav lo llealta Banta er Gendarmerie mit militärischer Bollmacht. Brünn, 23. Dezember. Die let'en Verhand- Canning gl ubt, daß auch über die spani dungstage waren vollstandig mit der Werneh- ichen Bedingungen sich mit Abd el Krim werde Jeder Arbeiter braucht für das kommende Jahr einen Kalender. Der beste Kalender für das proletarische Heim ist das prächtig ausgestaltete und reichhaltige un erer Republit! Wir werden um den Abdruck des nachstehenden Aufrufs ersucht: Schreiten wir zur praktischen Durchführung verlejung von Aftenmaterial ausgefüllt. Das Unterhändlern überlasse. Abd el Krim würde auf des Masarykschen Friedensprogrammes nach den geringe Interesse, das seit jeher das Publikum Tetuan verzichten, fordert aber für sich Ajdir Aussprüchen Masaryks: Friede Friede Dem rozeß entgegenbrachte, hat böllig nachge als Saupstadt. das ist das Streben unserer Politik und unserer lassen. In der heutigen Versammlung war nur Die Blätter erklären, Abb el trim tenne Regierung. Jeder Bürger kann dem europäischen ein einziger Zuhörer anwesend. Auch die Angechon seit langer Zeit die französisch- spaniſchen Frieden beisteuern." Mein Ideal ist Friede." tlagten hatten es bis auf einen vorgezogen, zu Bedingungen, und sprechen sich gegen jeden VerWir müssen diesen Frieden herstellen, dann wird pause zu bleiben. Der Prozeß dürfte bis Weitte fuch aus, Frankreich von Spanien zu trennen. er in ganz Europa hergestellt sein."" Ich glaube, Janner dauern. Sie billigen auch das Verhalten Briands. daß sich Bereinigte Staaten Europas bilden. Streitfragen können durch Verständigung ohne Krieg beigelegt werden. Es ist wieder Beit für das Programm des Königs Georg( bon Podiebrad). Ich hoffe, daß es das definitive Programm, Aller und Allen, Einzelner, sowie der Völker ist." mung noch einiget eugen und der reben laffen, was er aber den diplomati djen Arbeiter Jahrbuch 1926. Aus Prager Gerichtsfälen. An der Hauptstraße Košir, durch die die 14er Linie fährt, nämlich in einen haug, diefen eine Saget nicht, wie es bei uns gang und gäbe Front in die Hauptstraße, die andere in eine stille ift: 3hr habt Recht, aber es gab immer Kriege Nebengasse blidt, hat Me.ster Franz Pospies ſeit und Striege wird es immer geben, das vermögen vielen Jahren schen einen Friseurlaten inne. Mit wir nicht zu ändern." Jawohl, wir werden es der Eingangstür in die Nebenstraße, bloß 20 Schritte ja ändern, wenn wir in Eintracht, gemeinsam in von der Straßenede entfernt. In dem Laden find die ber Friedensarbeit vorgehen werden! So werden Spiegel so angebracht, daß man in einer Ede jedes wir eine Masse bilden, der nichts widerstehen Spiegels die Hauptstraße und natürlich auch die wird! So, wie sich das große Meer aus lauter vorbeifahrenden Eektrischen sehen bann. Diese An einzelnen Tropfen zusammensetzt, so tönnen auch ordnung hat Meister Pospies feibst getroffen, weil wir ein Meer bilden, welches ganz Europa über- er sich stolz rühmtt, in der Zeit zwischen dem Vorbei fluten und Europas Organisation, die unbe- fahren greier 14er Wagen in der gleichen Richwährte, abändern wird. Wir dürfen es nicht tung eine Rundschaft eingeselift, rafiert und hergemehr zulassen, daß sich die Seriegsgreuel, sicherlich richtet zu haben. noch in schrecklicherem Maße wiederholen sollen! Meister Pospies weiß seine Kräfte zu schonen. In Gedentet Euerer gefallenen Teuersten; sehet den Vor- und Nachmittagsstunden rafiert er bedächtiIhr nicht die Reihen der Invaliden, habet Ihr ger und langsamer. Denn der Straßenbahnverkehr ist bergessen, wie Ihr eingesperrt wurdet dafür, daß da schwächer, die Wagen folgen einander erft in groIhr den hungrigen Kriegsgefangenen aus Men- Ben Intervallen. In den frühen Morgenstunden, chengefühl ein Stückchen Brot gereicht habet, Ihr mittags und abends heißt sich jedoch beeilen. Frauen, habet hr bereits vergessen, wie Ihr im Wenige Minuten nur beträgt da ber 3- itraum zwiFroste ganze Nächte in den Fronten mit Brot- ichen dem Vorbeifahren zweier Elektrischen der 14er und Milchtarten ausharren mußtet, um Eueren Linie, die dem emfig Rafierenden allein maßgebend hungrigen, weinenden Kindern ein wenig Milch, st. Um die anderen Linien, die Gelegenheit für kurze ein Stüdchen Kuluruzbrot zu erstehen? Wie hr der längere Zeit durch Kešit geführt werden, tüm mit Freude, zugleich aber and mit Bangiit mert er sich nicht; er ist nun einmal auf die 14er die rosa Feldpostkarten erwartetet? Fühlt reingeftelt, und dantit basta! noch den letzten Kuß. die lezte Umarmung Eueres Alte Kundschaften, die Bospjes nicht mehr nach Teuersten, deffen Plaz jezi beim Weihnachtsbaum ihrem Begehr zu frag'n braucht, da er genau weiß. leer blieb. wie sie rasiert sein wollen und wann ihre Saare Bemühen wir uns, Kriege zu vermeiden! ſchnittreif sind, lassen es sich niemals nehmen. den Tretet unserer Norporation bet, welche gemeinsam Meister mit seiner Manie, bei der sie übrigens in mit allen Weltorganisationen zur Erlangung des Stunden starfer Frequenz im Laden sehr gut fahren Erhältlich in allen Boltsbuchhande lungen, bei den Kolporteuren oder direkt bei der Zentralstelle für das Bildungswesen in Prag II., Refoganta 18. hig, gewissenhaft weiter. Rasest ein 14er vorüber, amüsierte, meinte mit einem mitleidigen Unterton: 14er beginnt ſo ertönt auf die Sefunde genau feine Aufforderung: Ja, Ja, Franto, du wirst icon ait, die 14 Der nächste Herr, bitte!" Und fönnen sich die War- bir davonzulaufen." Der Meister rasierte wortlos tenden, oft auch absichtlich, nicht über die Reihenfolge weiter, feine Augen funkeiten jedoch böse. Da lamen einigen, fo erfucht ber Welter ben nächst Beſten wenn er auch zuleyt gelommen ist. Beim nächsten ma: gibt es dann ficher 28 iban ficher fe in treten bes Meifters pjes feine ernsten Auseinanderseburgen gegeben; a les ging immer wie am Schnürden. Und es wäre sicher. lich auch weiter so geblieben, wenn es da nicht vor zwei Monaten etwa gerade vor der Mittagszeit auf der 14er Linie in der inneren Stadt eine Verkehrsstörung gegeben hätte. Eine ganze Stunde lang standen die 14er Wagen infolge der Verkehrsstörung irgendwo herum. und rasten dann, als die Bahn frei war, einer nach dem anderen daher. initse 14er gleich hintereinander porbeigefahren, und Bospjes fam dah nter, daß ihn Hynek nur harte ärgern woken, als er von dem Witwerden sprach. Die recht, als er dem Synet sein Verhaiten vorhielt. Doch Eynet frozzelte weiter und schimpfe, um beffer anulommen, auf den Verkehr der Straßenbahn. Doch a wurde der Me ster wild: die 14er durfte niemand ungestraft beschimpfen. Als Schafkopf. Ignorant, Trottel, Tep, Blöder, Echs. Gauner uso verließ Dyne! den Laden. Dröhnendes Lachen scholl ihm ach. Und trieb ihn zum Kadi. Wider seinen alten, besten Freund In einem dieser Wagen saß der Schneidermeister Franz Synet, der in der Stadt Fertigware abgeliefert hatte. Als er so einen Wagen hinter dem anderen nachlommen sah, lam ihm ein teufiifcher Gedanke. Kurz vor dem Friseur aden iprarg er pom Wagen ab und lief schnell in den Friseuriaden hinein Niemand ist so eifersüchtig auf den Erfolg des Der Laden war leer, Me ster Bospies tam gerade vom anderen, als eine Sändlerin auf dem Markiplay Essen. is Hynek auf dem Sissel Piat nahm, fuhr Versteht eine Händlerin eine Kundschaft beſſer anzuoeben ein 14er vorüber. Bespick begann mit vooden, fo gerät darob ihre Nachbarin oft aus dem endeter Nourine und Schnelligkeit einzufeifen. Doch Säuschen, zumal, wenn die Kundschaft zuerst bet faum hatte er bie eine Backe eingefeifs raffelte brau ihrem Stand herumgesucht hat. Dann gibt es Kraben der nächste 14er vorbei. Pospejš, der von der wall. Berkehrsstörung nichts wußte,- ta er gerade in bie- Frou Navotná nannte ihre Nachbarin am fer Zeit beim Mittagessen wesen war, blidte ganz Nuster Gemüsemarti bei einer solchen Gelegenheit entfest in den Spiegel„ Aber Bospjes." begann eine alte Biggurn. Als Antwort lam von der Frau Cynet zu heben, das war doch schon der nächste Pštros die urwüchsige Aufforderung, die im Göt 14er." Pofpjes murmelte. etwas, wie: ein Re- von Berlichingen" nachzulelen ist. Alage, Gepenliage. ervcwagen sicherlich und feifte" rafend weiter. Urteil: je 50 kronen G- fbftrafe und Tragung ber Doch als er das Meieir gerade anfeßte, polterte wie Gerichtstoften. Endeffekt: ein verlorener Bormittag der ein 14er durch die Gaffe. Hyret, der sich über für beide Parteien. Der Richter hatte schwere Mühe, einen Ausgleich zustande zu bringen. Es gelang doch. zuinal Synet alle seine Worte über die 14: r Linie zurücknahm.... J dauernden Friedens unter allen Völkern arbeitet. zu frozzein: Poſpfes lacht immer mit, und raftert ru- pen immer nervöser werdenden Poſplek großartig| 24. Dezember 1925. Tages- Neuigkeiten. Das Martyrium der Weihnachtstarpfen Die Fische sind, da ihnen die ,, gütige Natur" die Sprache versagt hat, neben den Opfern der Vivisettionstische die geplagtesten unter den tierifchen Lebewesen. Aber während die VersuchsBarnidel wenigstens die Genugtuung haben; unter den Händen der Akademiker für die Interessen der Wissenschaft zu sterben, müssen sich die Fische, die den Anglern auf den Lockbissen gehen, damit abfinden, daß fie eben die besseren Menschen" sind, wenn sie sich auch leider nicht wie Scumes Indianer seitwärts in die Büsche schlagen können. Nach den Ergebnissen der modernen Pädagogik find die Angler in Entwicklungegange auf der Kulturstufe der Jager- und Fischervölker stehen geblieben. Vielleicht ist auch das den armen Fischen ein Trost, daß ihre Peiniger auf der Kulturstufe der Australneger stehen; oder es tröstet sie auch das Bewußtsein, bei fühlenden Menschen Sympathien zu haben gegen jene, die den Caumen der Fische spießen weniger um des Kitzels des eigenen Gaumens willen, denn die Ausbeute lohnt meist nicht die Arbeit, als aus gewissen Regungen heraus, die den andern eben verflucht fadistisch erscheinen. Immerhin bleiben von diesen Vergnügungen die Weihnachtstarpfen verschont, man angelt sie nicht, sondern sängst sie in Massen. Aber tann geht tas Martyrium der armen Kreatur an. Die dicen gutmütigen Karpfen mit den runden immer verwunderten Augen werden in große Fäffer g stopft, in denen sie- man möchte cxxxnxxx sagen wie die Heringe" gepreßt liegen. In diefer Situation machen die Tiere eine anstrenDer heilige Abend. Nach dem Gemälde von Friß von Uhde. gende Vanfahrt mit, a gen die selbst die unges Weihnachtsgebräuche in den Sudetenländern. heizten und ungelüfteten Wagen dritter Klasse auf den Seitenlinien unserer Bahnen Lurusgefährte find. In dem Bottich des Verkäufers ist der In der Küche tann es dem Marffen aber womöglich noch schlechter gehen. Die allwissende Köchin schlachtet ihn durch Baur aufschliten oder schlachtet ihn überhaupt nicht, sondern schuppt ihn lebendig. Ja es gibt sogar Kochbücher. die angeben: Man nehme ein Messer und öffne dem Farffen". Der Zenfor kat aber wichtigere Sorgen als derartige Kochbücher zu konfiszieren. Jun interessiert die Nadtheit mehr als die Tierquälerei. -Von Rudolf Hornig. Geite 7. Im heurigen Winter wird es in den Sudeten ländern viele Familien geben, in denen injolge der intmer noch andauernden Wirtschaftskrise das Weihnach: sfest sehr mager ausfallen wird. Viele werden es als 3: üd preifen, wenn sie sich an diesem Tage wenigstens werden sattessen können Von den Kangeln der Kirchen jedoch werden wohlgenährte Pfäffelein es der Welt verkünden:„ Ehre sei Gust in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden!" Und Mütter werden weinen, wenn ihre Kinder in falter, finsterer Stube sie fragen: Mutti, kommt das Christkind nicht zu allen Menschen?" Der Wucher mit den Weihnachtsbäumen erreichte gestern in Prag seinen Höhepunkt. Bereits in den ersten Vormittagsstunden waren die meisten Christbäume ausverkauft, biele Stondplätze leer. Um den test der Weihnachtsbaume begann am Nachmittag ein Vizitieren, das nichts anderes als schamloser Wucher war. Kleine Bäumchen fosteten 50 Kronen, halbwegs große 80, 100 und noch mehr. Selbst einzelne Zweige wurden gehandelt und mit zwei, drei Stronen bezahlt. Kein Amtsorgan fümmerte sich um die Begaunerungen der Stäufer, da eine uberaus weise Behörde die Höchstbreise abge= 1aasst und 10 der uebervorteilung der Staufer frete Bahn gemacht hatte. Viele Arbeiter und Angestellte verließen schimpfend und wütend die Verkaufsplaße, natürlich ohne einen Weihnachtsbaum, da dieser für einen Proletarier heuer in Prag zu einem Luxusgegenstand geworden ist. ,, Va tauft die Frau lieber ein Stück Fleisch, als Daß ich fur so ein tahles Baumchen einen Dausen Geld herauswerte," memte so mancher, da haben die Skinder wenigstens etwas zum Essen!" Und heute abends werden unzahlige Proletarier. tinder zu erleuchteten Fenstern hinausstarren, weil es zu Hause auf einen fostspieligen Wethe nachtsbaum nicht mehr gelangt hat. Und die Erwachsenen, die gestern ohnmachtig dem Wucher gegentuberstanden, werden wieder einmal darüber belehrt sein, daß die heutige Gesellschaftsordnung sich einen Teufel um überlieferte Ge Juble der Wienschen scheert, wenn es ein schönes Profitchen zu machen gibt... Eine schlagfertige Antwort wußte der franzostsche tommunistische Abgeordnete T. res taine auf eine Einladung zu geben, die ihm von der Sowjetgesandtschaft in Paris zugestellt wurde. In dieser Einladung zu einem Abendessen bieß es nämlich, daß der Gingeladene im Frad zu erscheinen habe. T. Bre taine antwortete: Der Vertreter des Arbeiterbezir tes Wonco le Wins, T. Bretaine, bat feinen Frad, in dem er bei dem Essen erscheinen tonnte, das die Vertreter" Der russischen Arbeiter und Bauern veranstalten. Es erübrigt sich nach dieser Abfuhr noch etne Frage: Wann wird T. Bretaine wegen lozialverraterischer" Anwandlungen aus der NF. herausfliegen? Sarpfen meist schon halbtot, zerschunden und zer- Deutsche und Tschechen wohnen- heute aller- Hauptspeise. Die Proletarier sind jedoch zu schlagen. Gewisse Damen ber Gesellschaft dings wenig fried..ch nebeneinander in den frieden, wenn sie sich überhaupt ein Stüd Fleisch und der Küche legen Wert darauf, um jeden Preis Sudetenländern. Schon seit Jahrhunderten. Und ersten fönnen. Auf dem Lande werden zumeist Meh. einen Rogner zu bekommen. Da muß dann der trop des nationalen Kampjes und der seit Urzeiten speisen, Bädereien, Weihnachtsbrote und Obst in Verkäufer der meist ebenfalls nicht zart befa tet währeiden Fehde, die atvedyseind die beiden Volks- jeder Form und jeder Wenge gegessen. Auch mit ist. die Fische brücken und cuetschen, bis natür- stämme als Herren sah und die heute trotz Locarno der Milch wird nicht gespart. In einigen tschechischen lich nicht auf normale Weise, sondern durch innere im Zeichen der tschechischen Ucbermachtsauswirtungen Gegenden bäckt man an diesen Tage als Weihnachts Verl Bungen, derenthalben die gnädige Frau min- steht, haben stets gavisse Beziehungen bestanden von spezialität ganz fieine Kuchen, die dann mit Honig destens sechs Monate Sanatorium brauchte der Voit zu Volt, die oft dauerndere Wirkungen aus ergossen werden. Fast überall bädt man jedoch die Rogen aus dem Körper austritt. Bei dem Ab- gelöst haben, als es dem oberfläch.ichen Beobachter Weihnachtsstriezeln, die am Weihnachtswiegen der Fische produzieren sich dann die Ver- scheinen will. Schließlich ist ja die Sprachergrenze aberd an alle Familienmitglieder verteilt werden. Käufer wieder als Gemüteathleten. Das grausigste nicht mit der Grenzschnur gezogen worden; und der Auch alle Haustiere müssen von dem Gebäck ein Schauspiel erlebt man, wenn verlangt wird, daß Güteraustausch zwischen den industriereichen deutschen Stückchen belommen, selbst in den Brunnen wird ein die Fische geschlachtet werden. Der Schlächter Randgebieten und dem vorwiegend agrarischen Stück geworfen Nach dem Weihnachtsessen wird schlägt den Fisch mit irgendeinem Gegenstand ich: chischen Zentrum hat Deutsche ins tschechische und dann der Weihnachtsbaum angezündet und es erfolg über den Kopf und kümmert sich nicht weiter Tschechen ins deutsche Gebiet geführt, man verſtän- die Beschenkung. Zur allgemeinen Beluftigung darum, ob der Fisch betäubt, tot oder auch nur digte sich, man jah Neues und Originelles und er- verbrennt man Zweige, gießt Biei, die Haustochter gefchunden ist. zählte daheim von seinen Beobachtungen. Was für( in den bürgerlichen Familien) singt ein Weihnachts. nöbel man im Tschechischen esse und wie das Bier lied, oft muß ein junger Mann daran glauben, ber schmedt, das die Deutschen trinken, wie ein bei diefer Gelegenheit den ersten Brautfuß erhält. schechisches Fest gefeiert werde und wie die Deutschen Auf dem Lande hoen die Mädchen aus der Borras. Festtage begehen und schließlich wie man bei fammer Holz; ist die Zah: ber Holzstücke eine gerade, den anderen" die Gebräuche pflege, was an so einem io tommt im nächsten Jahr der Bräutigam, ist fic gemeinsamen Festtage- Ostern, Weihnachten und ungerade, so wird das Wlädchen im nächsten Jahr Neujahr- in der oder jener Gegend gemacht werde. noch zu den„ Bählerinnen" gehören. Auch der Denn die großen Feiertage des Jahres sind ja sehr Bantoffel lommt das erstemal zu Ehren: Das bedeutsam im Baben eines jeden einzelnen Menschen: Mädchen wirft ihn über sich zur Tür; zeigt die Spike mit dem Kirchenbesuch ist es allein nicht getan, nach der Tür, so verläßt das Mädchen tald das Das Martyrium der Weihnachtskarpfen, die zumal in der Natur noch andere Sträfte walten, mit Saus. In anderen Gegenden bedeutet die zur Tür benen man es sich bekanntlich nie„ berscherzen" dar, gerichtete Spipe einen Todesfall. Befont ers finnig gen wurden in Radowefit( Bezirk Bilin) im Ra'e der göttlichen Vorsehung anscheinend von die einem aber auch behislich sind, wenn man sich ist jedoch folgender Brauch: Die Mädchen achen vor unsere Parteigenossen, welche die Jagd ausüben, dem allgemeinen Frieden des Festes ausgenom fie nupbar zu machen versteht. das Haus und rufen laut in die Nacht; aus welcher auf das Gemeindeamt geladen, wo ihnen vom men sind. schreit zum Himmel. Die Tierschutzbercine sollten zu Weihnachten Demonstrationen Dabei ist ja die weite Hälfte des Dezember eine Gegerd zuerst ein Sunde gebell erschallt, aus Sauptpächter der Jagd," dem gleichzeitigen Orts für eine menschlichere Behandlung der Karpfen besonders anadenreiche und geheimnisvolle Zeit. der Richtung kommt auch der Bräutigam. Das mit vorsteher Dobiasch, die Zertifikate, welche zur Aus. beranstalten. Aber, wie tann man von einer Ge- Seitdem sich die römisch- katholische Kirche vor langen dem Sund ist jedoch teine Anspiegelung auf tom- übung der Jag berechtigen, ent; ogen wurden. fellschaft Tierschutz verlangen, die nicht einmal ein Jahrhunderten mit den jeweiligen heidnischen Reli- mende Eigenschaften des Zukünftigen. Nur wenn Dies ist geschehen-m n höre und staune Menschenschutz- Gesetz tennt. Schutzgesetze gibt es nionen in der Ausnübung des im Bolle wurzeinden der Hund besonders eifrig bellt. wird es im Haus auf Beschluß der Ortsparteileitung des Bundes der Landwirte"! Die Begründung dieser grundfäßlich nur für Staaten. Das Individuum, Aberglaubens und der eingebürgerten Sitten und halte einmal sehr lebhaft zugehen. ob Mensch oder Tier, ist vogelfrei. Gebräuche insoweit geteilt hat, als sie für sich die In der Christnacht tommt auch die Kirche auf neuen Methode ist zwar merkwürdig, dafür aber Patronanz in Anspruch nahm, während fie der ihre Rechnung. Sie hat bie sogenannten Christ- um so bezeichnender. Die Bauernbündler glauben heidnischen religiösen Kultur in weitestem Maße metten" eingeführt, die manchmal ichon um nämlich, es sei mit ihrem Bauernstolze unverein( nur unter anderer Fane) die Dafeinsberechtigung Mitternacht beginnen. In den Bandgemeinden bar, daß sie sich in der Gemeindeſtube mit Mißlungener Raubiber all auf zwei ließ. vereinte sich Seidniliches und Römisch- katholisches werben dabei die Schu finder zu den Chören heran- unseren Genossen auseinanderseßen müſſen und Kasaboten in Dirau. m Sonntag wieder mit ihnen auf die Jagd gehen. gezogen, oft ganz faschingsmäßig herausgeputzt und an gube und beraube in jeder sichung ſtundenlang in der falten Kirche feſtgehalten. Aft Damit aber niemand glaube, die Herren Bauernaerediverbenden Kultur. Aus dem aermanischen und Jung muß, vor allem am Dorfe, zur Christ- bündler hätten gegen unsere Genoffen eine gar zu Jusbanm wurde der christliche Weihnachtsbaum. aus heidnischen Gebrauchen tourbe mette" gehen und wer am Wege zur Kirche infällt. große Abneigung, fei festgestellt, was die Herren ( allerdings geduldeter und sogar geförderter) Wber-| Beute stunden'ang in der Nacht zur Kirche wanbern. tritt aus stirbt im nächsten Jahre. Oft müssen am Lande die unseren Genossen als Ausweg nahelegten: Au 3. glaube, ―el. Der Täter, cin 23jähriger Friseurgehilfe, berhaftet. einträchtig zu einem den Anforderungen des Votes So schaut die Dorfgemeinschaft aus! Die Seren vom„ Bund der Landwirte" behaupten stets, alle Bewohner der Dörfer hätten die gleichen Intereffen und bilden angeblich eine Dorfaentein schaft. Wie in Wirklichkeit die Dorfgemein chaft aussieht, beweist folgender Fall: Bor einigen um das Wohnachtsevangelium zu hören. Kommt Partei! Dotratischen zu behaupten, die Herren vom Bund der Lantzvirte feien nicht großmütig und verständen es nicht, für die Dorfgemeinschaft Opfer zu bringen... tveites ab. n Mähr.- Oftran, 23. Dezember. Whitten in der Stadt in der Michat& dzagajse nurd: heute um 9 Uhr vormittags ein fühner Raub verubt. Um die genannte Zeit verließen die In den Sudetenländern ist es in diefer Be- iemand zu früh in die Kirche, so stört er den GottesFiliale. Des Bantamtes beim Finanzministerium zichung nicht anders as in allen vom Christentum berst der Verstorbenen; damit ihm nun tein Unglüd in der Johannigasse zwei Angestellte der hier gen beherrschten Ländern. Nur hat sich bei diesen Ge- gefchehe, muß er ich eunigst die Kirche unter Zurüd Filiale der Zivnostenska banka, von denen einer bräuchen in den Sudetenländern schen den germa laffung eines Kleidungsstückes verlassen. Wenn dann Späte Einsicht. Cesté Slovo", das national eine attentasche mit Geld im Gesamtbetrage von nischen und flawischen vieles vermischt, man findet das Kleidungsstüt veridyvunden ist. hat der besonders sozialistische Zentralorgan, das an der Beze, bie ungefähr 700.000 Stronen trug. Als die beiden oft einen Brauch oder Aberglauben, beffen Ursprung Gifrige das Nachsehen. Daß vor, bei und nach ten ju den Demonstrationen in den Prager Straßen Bed ensteten die Whichal Hodžagasse passierten, nicht mehr festiustellen ist. Aflæmein hat sich i bech Christmetten oft viel Unfug getrieben wird, ist fast führte, mit aufgefordert hatte, schreibt im Zeitprarg plöblich ein junger Wann auf sie zu, ent bei belden Volksstämmen das Aufstellen eines selbstverständlich. artikel: Die Borgänge, deren wir einige Tage riß dem einen der Bedienſte betben Bedientelen eina disbaumer In vielen und floh. Auf ten Larm der beiden Bediensteten Landregenden allerdings ist der Christbaum erst in Ein Brauch, der sich zur Weihnachtszeit bei hindurch Zeugen auf den Prager Straßen find, Tompromittieren nur ernste Proteste. In tamen Passanten herbeigelaufen und schickten jüngster Zeit heimisch geworden Man befestigte zum Tschechen und Deutschen erhalten hat, ist das von erster Meihe wirkt die geringe Zeilnahme sich an, den Räuber zu verfolgen. Als dieser sah, Teil Lichter nur auf einzelne 3eige oder man Haus zu Haus gehen und Singen der Kinder Im an den Demonstrationen und ihre Verschleppung daß tein Entkommen möglich sei, warf er die baute eine Jesustrippe, vor der man brennende Erzgebirge nennt man beispielsweise diesen Brauch nicht überzeuge ſtöver Rundattentasche fort und suchte selbst in einem Hause Sterzen aufstellte. Das Krippebauen hat sich, wohl euchensingen"( nach ben Stuchen, bie die Schup, von dem er wahr weinlich annahm, daß eren seinet steſtipledigteit, pat ganz aufgehört. nur Sänger bekommen), im Tschechischen fingen bieter eihe gebungen zum Angriff auf den Präfi es ein Durchhaus sei. Weil aber kein Durch in den Kirchen sieht man fest oft äußerst kunstvolle Kinder die foleba", einen monotonen Abgefang enten der Republit, auf die Partei der tsche. ganz da war, lehrte der Räuber zurück und und sorgfältige Zusammenstellungen des Stalles von über die Geburt Chrifti im Stall zu Bethlehem. chischen Sozialisten, auf eine parteiische Tendenz jette leine Flucht fort, wurde aber vom Publi- Bethlehem. In vielen Gegenden gab es früher über. In diesem Zusammenhang sei noch eines der Kundgebungen. Es fei klar, daß die Demon tum berfolgt, ergriffen und der Polizei übergeben. Es wurde festgestellt, daß der Täter haupt feine Weihnachtsimbole, dafür wartete man Brauches Erwähnung getan, der vor allem im ftrationsversuche programm und ideenlos feien. am Abend( in deutschen Gegenben), ob das Böhmerwald gepflegt wird. Am zweiten Weihnachts. Wie wäre es beispielsweise möglich, auf den Dieses fühnen taubversuchs der 23jährige Frijeurgehilfe Wenzelbetina aus Prag, au" oldene Röffel" ober( in tschechischen) das tag, dem Stefanstag, begrüßen sich die Kirchen- Straßen gegen die Juden zu demonstrieren, oldene Schwein" demjenigen erscheine, der besucher vor der Kirche damit, daß sie sich eine wenn die Demonstrationen eine Antwort auf die ständig nach Nimburg, ist. Er wurde vor e nem handvoll Hafer, Mais oder Nußschalen ins Gesicht Provokationen deutschnationaler AbgeMonat aus dem Gefängnis in 3nam entlassen, gläubig war und gründlich gefaltet hatte. werfen. Bei der gewöhnlich herrschenden Rälte ist so ordneter sein sollen, die äußerst antifemiwo er eine frühere Strafe abbüßte. Er arbeitete einmal in Madrantz und tennt sich gut in ein Witommengruß statt eines warmen Hände. tisch sind." strau aus, weshalb er dorthin zurüdlehrte in brudes sicherlich empfehlenswerter, zumal doch die Der Erwartung, dort trgend einen Erwerb zu Erinnerung an die Steinigung des hl. Stefan wach finden. Er stellt in Abrede, daß er bei seinem gehalten wird und der Kirchendiener dabei auf seine Rechnung tommt, der die Fruchtkörner für seine taubberjuch einen Komplizen hatte. Hühner zusammenfehrt. Gefastet wird auch heute am Heiligen Abend" noch viel Bevor die Sterne nicht am Himmel erscheinen, darf nichts gegessen werben. Menn's aber so welt ist, dann wird das Essen aründlich besorgt. In den Städten und größeren Gemeinden bibet für diejenigen, die es sich leisten önnen, ein Fisch, womöglich ein Karpfen, die -10 Der Abbau der Paßvija. Zwischen der Schweiz für die beiderseitigen und Cesterreich wurde eine Vereinbarung getrof fen, wonach das Pakvisum Staatsangehörigen aufgehoben wird, sofern fie nicht zum Antritt einer Stellung einreifen wollen. Seite 8. 24. Dezember 1925. Nette Weihnachtserwartungen gibt der Daily| ratur stieg auch während des Tages nicht über 5 depression leichte Niederschläge. Am Morgen fiel eräfte über den Kopf wachsen tönnen". Es wird Berad" zum Besten: Herr Baldwin wartet auf Grad Cels.( Maxima Kaschau 1 Gr., Qučence 3 Gr., noch im böhm.- mähr. Hügelland Regen. Wahr ich ja zeigen, wer bei diesem Kompromiß der die Wiederbelebung des Handels. Die Wieder- ungvar 5 Gr. C.). In der Nacht auf Mittwochscheinliches Wetter vom Donnerstag: Stärkere ist ob die Herren Sowjethandelsvertreveranlaßte in Böhmen ein Ausläufer der West. Veränderlich, Niederschläge, Abkühlung, Westwind. ter oder die Kapitalisten, die sich zu deren Banbelebung des Handels- wartet cuf Herrn Baldfetten brängen. win. Die Kohlenkommission wartet auf die Wahrheit von den Grundbesitzern. Die Liberalen warten auf politische Erleuchtung. Die- engLiſchen Faſciſt— worten auf einen Mussolini. Volkswirtschaft. Fast erweckt den Eindruck, als hätte Tropki, der meisten der füh Das große britische Bolt wartet cuf den Frieden Entwiselt fich Rußland zum Wege zurüdzulegen, wenn es zum Sozialismus feinen Befürchtungen ab der Staatlichen Birt und den guten Willen auf Erden. Manches Savon scheint lange auf sich warten zu lassen. länder und 274 Ausländer. Sozialismus? Notwendigkeit ein, sich mit dieser Frage ausgelangen will. Eigentumsverhältnisse E. St. renden russischen Staatsmänner dadurch unterscheidet, daß er seine Auffassung nicht der abgeftempelten offiziellen Cowjet- deologie anraßt, ſchaftspolitit Ausbrud habe geben wollen. FreiAber lassen wir dieses für den Sozialis- lich in einer Form welche die hundertprozentigen Von der Deutschen Universität. Für das Winmus freilich entscheidende Moment bei Seite. Kommunisten nicht abstößt. Deswegen nennt er Diese Frage werden unsere heimischen Kom- Troßti hebt rühmend hervor, daß in der Indu- die sozialistische Kritik an allem Sowzer ſtiſchem tersemester 1923/26 liegt der endgültige Ausweis über die Inskription von der Deutschen Uni munisten unbedingt bejahen, ohne dafür einen strie 89 Prozent. zusammen mit den Eisenbah- sozialistisch mastiertes, bürgerliches Denken". versität. vor. Demnach ergeben fich für die einzel- dagegen, insbesondere Trotti, der ein kritischerer gesellschaftet sind. Bugegeben! Aber was bebeutet der sozialdemokratischen deckt, fällt dieſes Bort, Beweis zu führen. Die russischen Stommunisten nen sogar 97 Prozent der Produktionsmittel ver- Da sich seine Kritik früher und icht vielfach mit nen Fakultäten folgende Zahlen: Theologische: 35 ord., 7 außerord. Rechts- u. staatswifeiſt iſt als unsere Neurath und Stern, fehen bie Industrie in Rußland? Den paar ruffifchen das ein Schimpfwort sein soll, auf den Urheber senschaftliche: ord. 1143 Männer, 43 Frauta; . Die landwirtschafternwirtschaften gegenüber. außerord. 43 Minner 2 Frauen, Staatsverrechnung einanderzusetzen und der genannte russische Komi- Industrietruſts ſtehen etwa 22 Millionen Bau- zurüd. 2 Männer. Medizinische: orb. 998 Männer, munist wid.tet der Frage ein Büchlein, das sp. lichen Produktionsmittel sind, nach Tropfis eige- Warum fehlt auf dem Tilch des Aroeiters ſp- lichen 104 Frauen; außerordentl. 28 Männer, 1 Frau. Tropki die Frage mit ja beantwortet, erkennt der 96 Prozent aber in Privatbesis. Und diese ganze eben erschienen ist). Und obwohl natürlich nen Angaben zu vier Prozent vergesellschaftet, zu der billige Weihnachtsfi ch? Philospphie: orb. 274 Männer1 97 Frauen; außerordentl. 87 Männer und 51 Frauen. Na unb fangene Leser, daß das Problem, ob in Ruß große bäuerliche Wirtschaft entwidelt sich nicht Viele deutsche Arbeiter, insbesondere im deutturwissenschaftliche: a) Lehramtskandidaten land tatsächlich die Sozialisierung der Wirtschaft zum Sozialismus, sondern zum Kapitalismuschen Gebiet dieses Staates, werden erbittert sein ord. 305 Männer, 36 Frauen; außerord. 33 Män- eintritt verwidelter ist als die kritiklofen Sowjet- Als Beweis dafür Troytis eigene Worte: Die über die enorme Teuerung der Fische gerade zur ner, 3 Frauen; b) Pharmazeuten: ord. 110 Män- enthusiasten glauben. Arbeit der 22 Millionen Bauernwirtschaften für Weihnachtszeit, werden empört darüber sein, daß ner, 32 Frauen, außerord. 19 Männer, 3 Frauen; Eine höhere Gesellschaft& form kann eine nie- den Markt führt unvermeidlich dazu, daß an die cm Weihnachtsabend nicht dent al en Brauche zufammen 3084 Männer und 333 Frauen= 3447 dere nur dann ablösen, wenn jene stärkere Pro- einem Pol der Bauernmasse sich nicht nur wohl folgend auf ihrem Tische die gewohnte Fischspeise Studierende gegenüber 3527 im Wintersemester dutivkräfte aus sich entwickelt, als diese, mit babende, sondern geradezu ausbeuterische Wirt- vorfinden können. Es lohnt der Mühe, den Machi1924/25 und 3248 im Sommersemester 1925. Nach anderen Worten, der Sozialismus kann sich nur schaften herausbilden, während am Gegenpol eine nationen nachzugehen, die mit dem Verkauf von der Staatszugehörigkeit waren 3173 In- dann behaupten, wenn die Menschen durch die Umvandlung eines Teiles, der heutigen mittle- Fischen getrieben werden. von ihm hervorgerufenen Produktivkräfte sich ren in arme Bauern und dieser letteren- in Ein großer Teil der Weihnachtsfarpfen fommt beffer ernähren, fleiden und beffer wohnen Lön- Landarbeiter vor sich geht."( S. 10.) In der ruf- aus den Wittingauer Teichen, die sich in der VerZur Sanierung der Jeschkengau- Elektrizitäts- nen als in der kapitalistischen Gesellschaftsord- fischen Landwirtschaft vollzieht sich also dasselbe valtung der staatlichen Güterdirektion befinden. Genossenschaft. Wir werden um Veröffentlichung mung. Das erkennt auch Tropki:„ Ohne Ent- wie in der Tschechoslowakei dant der Boden- Schon im Vorjahr hat die Großeinlaufsæeſellſchaft nachstehender Notiz ersucht: In der Preſſe war widlung der Produktivträfte ist reform. Die feudalen Grundbesi'r verchwinden, für Konsumvereine be' der genannten Güterdirek eine Mitteilung über zwei Versammlungen bom weber kapitalismus noch Sozialis ein Teil der Bauern wird zu agrarischen Kapita- ersucht. Damals wurde das Ansuchen mit der Betion um Zuweisung von Fischen für Weihnachten 13. Dezember 1925 enthalten, welche einerseits die mus denkbar." Wie entwickeln sich nun listen und die kleinen Bodenbefizer werden proAuflösung der Jeschkaugau- Elektrizitäts- Genossen. Rußlands Produktivkräfte? schaft, andererseits die Hauptversammlung der neuen Rußland hat zwar eine, Produktionsstatistit. sche, wohl aber die bürgerliche Revolution auf letarisiert. Das bedeutet also nicht die proletari- gründung abgelehnt, daß die Lieferungsverträge Fische schon im Sommer abge chlossen wurden, Elektrizitäts Genossenschaft der Bezirke und Gemein aber abgesehen von den Schwierigkeiten, die jede dem Lande, die Durchsetzung der bür und daß daher die Gec nicht berüdsichtigt werden den im Jeschkengaugebiete zum Gegenstande hatten. solche Aufstellung bereitet, das Vertrauen zu die gerlichen fönne. Aus diesem Grunde hat die Gee heuer In dieser Mitteilung war ausgesprochen, daß die fer Statistik ist selbst auf sowictistischer Seite in der Landwirtschaft. bereits auf ngs April ersucht bei der Zuweisung Sanierung der Jeschtengan- Elektrizitäts- Genossennicht fehr groß. Die Rechenschaftsberichte der von Weihnachtsfischen berücksichtigt zu werden, schaft durchgeführt und die neue Genossenschaft der operativen Wirtschaftsorgane sind mehr als un- Die eine große Gefahrenquelle für den rus- damit die Arbeiterkonsumvereine ihren Mitgliedern Bezirke und Gemeinden endgültig gegründet ſe vollkommen: fie sind tendenziös", bemerkt der ſiſchen Sozialismus ist die Landwirtschaft. Die u Weihnachten billige Fische liefern können. Die und diese ihre Tätigkeit am 1. Jänner 1926 auf Kommentar der Staatsplan- Kommission. Wir andere aber ist die Einbeziehung Rußlands in die Güterd reftion anwortete darauf, daß sie der Gee nehme. In Vertretung zahlreicher Interessenten gebe ich bekannt, daß die neue Genossenschaft der brauchen also diesen Ziffern nicht mehr Glauben Weltwirtschaft. Das sieht auch Tropki ein: nichts geben könne, weil die Fische für die KaufBezirke und Gemeinden sich wohl derzeit konstituie zu schenken als die Sowjetisten selbst. Der beste Die Bauernwirtschaft von der einen und der leute re erviert sind, die feit jeher Abnehmer der he find. Aber auch diese Ausrede der staatlichen ren konnte, weil die Beschwerden, welche in dieser Anbaltspunkt zur Beurteilung der russischen Weltmarkt von der anderen Seite, das sind die Angelegenheit an das Oberste Verwaltungsgericht Wirtschaft bieten unter diesen Umständen die beiden Quellen der krisenschaffenden Schwankun- Güterdirktion steht mit den Tats chen in schreiendeingebracht wurden, im allgemeinen leine aufschie Daten über die Ein- und Ausfuhr an die wir gen."( S. 79.) Nämlich der Entstehung ta pita- tem Widerspruch. Obvar sich die Direktion tarhende Wirkung haben. Sollte jedoch das Oberſteuns halten wollen. Nun weisen die Ruſſen auf liftischer Krisen mit den notwendigen Fol auf beruft, daß sie die Fiſche nur denjenigen StaufVerwaltungsgericht den eingebrachten zahlreichen die gewaltige Steigerung der russischen Ausfuhr gen von Absatzmangel und Arbeitslosigkeit, ge- leuten liefert, die schon früher mit ihr in VerBeschwerden Folge geben, so würde die neue Genoj fcit 1920 hin. Setzt man die Ausfuhr für 1920 21 au so wie in allen Ländern. Je mehr Rußland bindung gestanden haben, haben die tschechischen senschaft der Bezirke und Gemeinden im Jeschten gleich 100, so ist die analoge 3ahl für 1923 24 mit anderen Ländern Wirtschaftsbeziehungen an- nationalsozialistischen Konsumvereine Fische zu gaugebiete gezwungen sein, fich fofort wieber neu: gleich 3400. Das ist gewiß ein bedeutendes un bahnt und wir wünschen dies in gruereffe ber vesen befommen, froßdem fie erſt im ecptember lösen und alle eingeleiteten Untersuchungen, insbewachsen der russischen Ausfuhr.. Untersuchen wir russischen Proletarier, ebenso wie im Interesse darum cngesucht haben. sondere auch die Aufnahme von Darlehen und ab- aber diese Ziffer näher. Troß der Steigerung hat unferer Arbeiter, damit diese Arbeit und jene geſchloſſenen, Verträge, wieder rückgängig zu machen. die russische Ausfuhr 1923 24 cr ft 21 Pro duftricwaren erhalten desto größer wird umbereine ein diucher auf Dr. Hugo Löw, Advokat in Zwidau. zent der Ausfuhr von 1913 erreicht! die Gefahr, daß die russische Wirtschaft nicht nur emisch markt. Der Preis, zu dem die 1913 betrug die Ausfuhr 1421 Millionen Rubel, die Folgen ihrer geringen Entwicklung spüren, taatliche Güterdirektion ben schgroßhändlern die Der Lebemann als Fassadenkletterer. Das 1923 24 aber 340 Millionen**). Noch schlechter sondern auch an denselben Krankheiten wie die Fische liefert, beträg 8.40 Kronen. In Prag nun, Berliner Tageblatt" meldet aus München, daß der steht es um die Einfuhr, die im gleichen Zeit- anderen kapitalistischen Staaten leiden wo die Konkurrenz der Moldaufarpfen die Preise Einbrecher Wald zu drei Jahren Zuchthaus ver raum von 1220 auf 207 Millionen Rubel, also wird, nämlich an Wirtschaftskrisen mit allen ihren der Fische einigermaßen drückt, wird das Kilo urteilt wurde. Er führte schon seit Jahren ein auf ein Sechstel zurüdgegangen ist. Folgewirtungen, welche wir in der Tschecho- gramm Fiſche u 14.50 Stronen verkauft, so daß Ser Gewinn des Fischhändlers, selbst bei Ann hme Doppelleken, indem er in Berlin eine elegante Wirtschaftlich ist also das Rußland von heute hin- flowakei leider nur allzu gut kennen. ciner Krone Regie pro Kilogramm, mindestens Junggefellenwohnung hielt und in her besten Gr. ter bi'm Rune Tatsache, die den Stomminiſten Vollswirtschaft und der Zukunft der Bolschewi- Fischwucher in Norbböhmen, wo Ferbetei weit zurüd. Tas Den Ausweg aus dieser, für Rußlands fünf Kronen beträgt. Noch viel ärger ist aber der sellschaftstreifen verkehrte. Die Mittel dazu ver- ist vielleicht eine fchaffte er sich, indem er als Fassadenkletterer in unangenehm ist, aber eine Wahrheit, die aus- tenherrschaft gefährlichen Lage sieht Troyli in 18 und 20, ja fogar in einem uns gemeldeten allen Teilen Deutschlands Einbrüche in Villen ver gesprochen werden muß. Wenn also der Sozialis einem Kompremiß mit den tapitali alle um 22 Stronen verkauft werden. Der Fisch jote. Seine Beute wird von der Polizei auf rund mus in der Entfaltung der Produktivkräfte beſt i fchen Kräften. Wenn das ein Sozial- it also für den Konsumenten fast dreimal so tener 1. Million Goldmark geschätzt. steht, dann hat Rußland wohl noch ein Stück demokrat so sagen würde wie Tropki die Kom- wie ihn der Großhändler kauft. Und das geschicht, munisten würden sich über einen solchen Ver- trotzdem wir ein Ernährungsministerium haben. at" beifer schreien. Troyli fagt nämlich: Unsere Freilich. Herr Dr. Delansty. der nicht weiß, wie gegenwärtige Ordnung beruht nicht nur auf dem er zu seinem Ressort gekommen ist, wird nicht Kampfe des Sozialismus mit dem Kapitalismus, viel Interesse d für haben, ob die arbeitenden sondern bis zu einer gewissen Grenze auch Menschen am Weihnachtsabend Fische essen fönnen auf ihrer Zusammenarbeit."( S. 74-75). Das und zu welchem Preise sie die Fische faufen, selbst Fatale dabei ist nur, daß uns die kapitalistischen wenn sie imstande sind, sie zu bezahlen. Wetterübersicht vom 23. Dezember. Die Temperatur hat sich am Dienstag in der Republik nicht geändert. Im Westen war es wirmer. Die Magima hielten sich zwischen 5 und 10 Grad Cels., die Nachttemperaturen blieben in Böhmen allgemein über 0. In der Ostflowakei lag noch eine falte Luftschicht über den Niederungen und die Tempe Burüd zu Methusalem". Von B. Shato. ( Zur heut gen Erstaufführung in der Kleinen Bühne.) | *) 2. D. Tropki: Kapitalismus oder Sozialis mus? Neuer Deutscher Verlag, Berlin W. 8. **) Hans- Jürgen Seraphim: Wesen und Ent wicklung des Außenhandels Sowjet- Rußlands. In Neue Grundlagen der Handelspolitit", München und Leipzig 1925( Dunder und Humblot). " Die f der Kon nichts anderes ist als das Produkt„ normalen muß aber auch in die soziale Bewegung hinein-| wunderbaren Eindringlichkeit dargestellt. Hier ist Sehens." In seinen guten Stüden wächst der getragen werden und sie neu befruchten. Der nicht Konstruktion, noch Schmuck, sondern wirk Schmuck der Konversation organisch aus dem Glaube an den blinden Zufall hat die Menschen liche Gestalt ein tiefes und schönes Kunstw.rt. Problem, der Wortwiz wird zu dem tiefen Wiß, in das Elend des Kriegs getr eben, der Glauke Adam und Eva hatten ihr Leben mit tausend der in den Dingen felbst liegt. Zahlenmäßig ist an die schöpferische Kraft des Willens allein tann Jahren begrenzt; aber Krieg, Sklavere und cs der größere Tel von Shaw's Dramen, die die Menschheit erlösen. Und in dem ersten Stüd lend haben ihre Kinder ein türzeres Leben nichts zu sein scheinen als gut fonstruierte und der Sammlung zeigt uns Shaw, wie de Lebens- wünschen gelehrt. Das Leben ist so turz geworMs Bernhard Shaw zum erstenmal mit blendend dargestellte Thesenstücke. Und doch ruht fraft, das Grauen vor dem unveränderten, immer den, daß die Menschen heute als re ne Seinder dramatischen Werken vor das Publikum trat, da ausnahmslos bei allen Stonstruktion und Konver- gleichen ewigen Tasein, ebenso wie vr einem sterben, und daß sie der ungeheueren Verant bezeichnete er seine bisherige Strititertätigkeit als ation auf einer dritten Schicht, d'e Sbaw nod; fruchtlosen Ende, den beiden ersten Menschen wortlichkeit, die ihre Zivilisation ihnen auferiegt, die eines Hauswursts der engl schen Gesellschaft. n ,, Mensch und Uebermensch" cine Philosophie ge- Adam und Eva die Kraft des Zeugens und Ge- nicht gewachsen sind. Da haben die beiden Brü Heute betrachtet er sich als den Propheten einer nannt hat, und der er heute den Namen einer bärens, der steten Wiedererneuerung gibt. Vor der Barnabas d'e große Entdeckung von der neuen Religion, für die er als Künstler ein Religion gibt. In allen Stüden. zeigt sich nicht ihnen war Lilith- denn das Werden und Ver- Straft des Willens gemacht, der das Leben der Bildersystem zu schaffen habe. Zwischen dem ein bloß konstruttiver, sondern ein organischer Zu- gehen ist ewig und sie bat aus ihrem Willen Menschen verlängern kann. Sie haben die Grenze Anfang dieser Entwicklung und ihrem heut gen fammenhang zwischen der religiösen Lehre und den zwei Wesen geschaffen, auf die sie die Qual der mit dreihundert Jahren festgesezt. Und im zwei Stand legt eine reiche Tätigteit als Gesellschafts- einzelnen Problemen. Dort aber, wo d'ese Lehre, Schöpfung, für e nen zu groß, berteilt hat. Das ten. Stüd der Sammlung wird nun in überaus tritifer und Psychologe, als eine Art spekula.iver die Intellekt und Willen und Gefühl eint, rein Weib ist das Instrument der Lebenstraft, der amüsanter Weise gezeigt, wie ein jo tühnes Br Biologe und Nationalökonom, als Ethiker, als zum Ausdrud tommt, dort ist Shaw auch Dichter. Mann ihr Helfer; aber alle Kräfte, die ihm ſonſt jett auf zwei Stodengländer und Stodpolitiker Parteimann. In Candida", in Caesar und Kleo- gegeben sind, soll er zu schöpferischer Arbeit verwirken muß, wie es die beiden liberalen Führer Und doch läßt sich Shaw's Werdegang nicht patra", in Mensch und Uebermensch" wenden; er fann alles schaffen, und er soll es; nur Lloyd George und Asquith sind. In diesem und etwa in streng gesonderte Perioden gliedern, son- und in der Heiligen Johanna" ist Shaw, feinesgleichen schaffen tann er nicht. Das Weib den folgenden Stüden, die die Langlebigen und dern von Anfang an war diese merkwürdige Per- wenigstens manchmal zum wahren Dichter ge- aber, d'e es fann, ist darum die höchste Schöpferin. Sturzlebigen einander gegenüberstellen, ist Shaw sönlichkeit Prophet, Philos ph, Stämpfer Cau cur. worden, nie aber so, we in der wunderbaren und Eva, die erste Mutter, und die Mutter aller, iv eber Spötter, nur im lehten Süd tritt die In jedem seiner Werte, vom ersten bis zum Parabel Am Anfang", die die Einleitung zu schleudert ihrem Sohn Kain auch die furchtbare Philosophie wieder in den Vordergrund: wird der gleichsam wie drei Schichten der Bedeutung ab- u Methusalem" bildet. Wenn der Dichter und der seine Wollust verherrlicht bleiben?, fragt er da. Wird er nicht durch seinen heben, denen, w'e es scheint, drei Schichten im Gefühlen Gestalt geben soll, oder wie Shaw es nicht, wie er wähnt, der Uebermensch, nben Willen die Schranken des Körpers durchbrechen Berständnis seines Publikums gegenüber stehen: ausdrückt, ein Bildersystem zu schaffen hat für der Gegenmensch ist. Aus dem tiefen Wissen tönnen? Senauf, und am leichtesten augänglich, das eine Religion, so ift er hier, wie ſonſt nie, Dichter derer, die im Sinne der Lebenskraft wirken, er- It Shaw, der große Ant romannter, zum Mosait der amüsanten Stonversation, der schlag gewefen. Seine Religion als i lähe enthält reide fennt sie die wunderbare Kraft, die in die Künft. Romantiker geworden, indem er Wissenschaft, fertigen Antworten, des Wortwipes reines poetische Elemente. Sie verbindet die Evolutioné- ler, die Seher, die Männer der Wissenschaft ge- Kunst, Religion, Geschichte, Leben zu einem Spiel des Intelletts, Bravouritüdchen eines vir- lehre mit des Wllenslehre ad gestaltet den Dar legt ist; cuf fie, und nich auf die Menschen der macher will, auflösen will in einer Jee? Neia. tuosen Spaßmachers. Und für einen ganz großen winfchen Evolutionismus, der eine bewußt wir- Gewalt, baut fie ihre Hoffnung. Seine Philosophie ist nicht eine Maste, die er der Teil seiner Leser ist Shaw auch nichts anders tende, schöpferische Kraft ausschließt, der nur den Wie die Lebenstraft, der dunkle Lebenswille, Welt aufsetzt zum Ersatz für die, die er ihr vom als ein virtuofer Spaßmacher. Unter dem Zufall als wirkenden Faltor tennt, in einen in den ersten Menschen zur Klarheit fommt, Ge- Gesicht geriffen hat. Unverhüllt follt ihr die Aufputz der Konversation lagert ein oft groß- talismus um, der in der Entwicklung das banken um Gedanten, und mit dem Gedanken zu- Welt fehen, ruft er den Menschen zu; eure Verartiges Konstrukt onswert von psychologischen Wirten einer lebendigen, schöpferischen Kraft, der gleich das Wort schafft, wie mit dem einen Gezweiflung aber über das, was ihr erblidt, werde oder soziologischen Problemen; hier ist Shaw Life force", der Lebenskraft sicht. danben an die Geburt alle Schäuer und alles Glück zum Willen, der dem Urtrieb der Welt gemäß ist, Wissenschaftler und Parteimann. In dieser Schicht Die Lebenstraft religion allein er des Lebens durchtoftet werden, wie Trieb zum zum Lebens-, zum Schöpferwillen! liegt der tiefere Wit Shaw's verborgen, der flärt die Beziehungen von Mann und Web; sie Willen, Tafein zum Leben wird, das ist in einer Dr. Karla Redisch, legten, lassen sich die drei Züge seines We ens dem fünf Dramen umfassenden Wert 3 urüd esicht, daß er, der den Krieg er- Mensch immer der Gefangene feines Körpers 2. Dezember 10, Mitteilung aus dem Publikum. Sanatorium Kleische- Aussig Innerlich Kranke, Erholungsbedürftige. Nach kuren. Geisteskranke ausgeschlossen Tel. 801. Das Beste für Ihre Augen liefert Optiker Deutsch, Prag, Graben 25. Kl. Bazar. 2975 SANA in jede Mehlspeise TEEMARGARINE Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt ein Prospett bes Banthauses J. G. Selig, Prag, Prikov, auf Bauloje bei. Die tieboot, erfreuen sich, da sie eine gute Stapitalsanlage find, ſtaatliche Sicherheit genießen thin filion port Siehungen Haupttreffer bis zu einer Million verLosen, steigender Beliebtheit. Da sie gegen mäßige Preise auch zu Räten abgegeben werden, find sie auch für Minderbemittelte erschwinglich. 8827 Durch Abhärtung des Körpers Krankheiten vor zubeugen ist leichter und besser als Setlen. Der täg. liche Gebrauch des altbekannten Mentholfransbrannt weines Alba bewährt sich aut besten. Daher lese jeber, reich oder armi, jung oder alt, die betreffende Anzeige in diesem Blatte. Touristen, Turner, Jäger und Ausflügler, namentlich alle, die eine Fuß-, Bahnoder Autotour vornehmen, sollen sich vorher, ihrer Gesundheit zuliebe, eine Flasche des echten MENTHOL- FRANZBRANNTWEINES ALPA besorgen. Der Berufsreisende zählt dieselbe seit jeher zum Hauptbestandteil seiner Reisetasche. Derselbe als erfahrener Kaufmann weist auch alle anders benannten Nachahmungen ab, da in diesem Artikel nichts Besseres und Erprobteres existiert. Verlanget daher nur den echten MENTHOL FRANZBRANNTWEIN ALPA Prager Kurse am 23. Dezember. 100 holländifche Gulden 100 belaische Weld Bare 1358.50.- 1304.50.804 100 Reichsmart... 808.rants 152.80.154 20100 Schweizer Franks 651 62.50 16601 Bfund Sterling 100 Lire 1 Dollar 100 franzöfifche grants. 100 Dinar 10.000 magharische Kronen 10) polnische Bloth 100 Schilling. 186.05.3.70123.42.50 59.83.4.70 882 476.62.50 654.62.50 144.80... 18745.84.124 82.50 60.38. 4.8J.88 479 52.50 Kunst und Wiſſen. Spielplan bes Neuen beutschen Theaters. Heute Donnerstag geschlossen. Freitag und Samstag halb 3 Uhr Der gestiefelte Rater", 7 Uhr, eresina", Sonntag halb 3 Uhr nachm. Clo Clo", 7 Uhr abds. Die verfaufte Braut", Montag Rigoletto". Spielplan der Kl. Bühne. Heute geschlossen. Freitag, 3 Uhr nachmittags Die vertagte Nacht" halb 8 Uhr Methusalem", Sams. tag 8 Uhr Der Gatte des Fräuleins, halb 8 Uhr abends ,, Methusalem", Sonntag 8 Uhr Der Mensch im Käfig", halb 8 Uhr abends Charleys Tante, Montag halb 8 Uhr Bittoria". Ptrickgarne edelster Qualitat aus reiner Schafwolle Wolle Ster Man achte auf die und das nebenSternmarke NW& K stehende Garantiezeichen Der Film. Turnen und Sport. vereinen angehören? Der S. P. Dienst bringt folgende Be trachtung, die auch auf unsere Verhältnisse zum größten Teil zutrifft. Würde es einem Mitgliede der Sozialdemokra tischen Partei einfallen, in einent bürgerlichen Jugendverein eine Vertrauensstellung anzunehmen, man würde ihn kurzerhand ausschließen. Ein Sozial demokrat gehört ganz selbstverständlich in die Arbeiterjugend, wenn er sich der Jugendpflege wid men will. Seider ist es für manchen Genossen nicht ebenso selbstverständlich, daß er als überzeugter Gogialiſt nicht burgerlichen jene Vereine in den meisten Fällen bürgerlicher oder Turnverein angehören darf, obwohl eingestellt sind als manche Jugendvereine, die ur Sache liegt in der eigenartigen Entwicklung der Turn- und Sportbewegung. Die Arbeitersportbewe gung hat sich außerhalb des Nahmens der Barte fonftituiert, weil die Gesetzgebung das bedingte. Sie ist auch nach dem Umsturz dank der Spaltung der Arbeiterschaft nicht in organisatorische Bezie hung zur Partei gekommen. Neue American- Filme. Die Dame von Können Sozialisten bürgerlichen Sportder Goldinsel" betitelt sich ber eine, der schon deshalb angenehm auffällt, weil er nicht mit ber üblichen Hochzeit, sondern mit dem Tode der beiden Hauptdarsteller endet. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine russische Fürstin( Natalie Kowankova), die von ihrem groben Gatten getrennt lebt und sich in einen jungen Seeoffizier( Leon Mathot) verliebt, mit dem fie auf einer entzückenden Insel ein märchenhaftes Liebesbasein führt. Ihr Gatte ist indessen in Schulden geraten und um sich des Vermögens seiner Frau bemächtigen zu können, ruft er sie unter dem Vorwand einer schweren Erfrantung zu fich. Sie gibt tatsächlich ihr ganzes Hab und Gut für ihre Freiheit hin und eilt hocherfreut au ihrem Geliebten zurüd, ber aber baweil ins zweifelte Fürstin wird Krankenpflegerin und stirbt Chinesische Meer abfommandiert wurde. Die veran einer anstedenden Krankheit, der Offister fällt in China. Bemerkenswert an dem Film sind die zahlreichen wunderschönen Bandschaftsaufnahmen, wie man sie sonst selten zu sehen bekommt. Troy aller seiner menschlichen und tragischen Werte leidet das Stüd an einer zu losen Regieführung, die manche Szenen zu auffallend ins rein Gefünftelte umlippen oder zu unverständlich werden Itek, und bann an der schwachen und farbloſen Geſtalt der Das wäre nur möglich gewesen um den Preis Belbin, die manchmal eher einer Nachtwandlerin der Spaltung, die schon aus dem Grunde vermie gleicht, als einent lebendigen Weib. Der zweite den werden mußte, weil sie niemanden genügt, allen Film führt den unpassend gewählten Titel Der Teilen aber außerordentlich geschadet hätte. Ganz Fluch der Scheidung". Ein junges Mädchen abgesehen von diesen Gründen ist es wohl noch sehr wird durch das Eingreifen eines verheirateten wil die Frage, ob es überhaupt vorteilhaft. gewesen lionärs natürlich! vor der Verführung durch wäre, die Arbeitersportbewegung organisatorisch, ühren leichtsinnigen Bräutigam gerettet und wäh- wenn auch in losester Form, der Partei anzuglie rend er das niedergeschlagene Mädchen im Hotel- dern. Das könnte die Partei unseres Erachtens simmer tröstet, werden beide von Mitgliedern einer nicht ertragen, weil ein Teil der Jugend, die zu erprefferischen Gaunerbande aufgenommen. Auf den Sportvereinen stößt, erst für den politischen Ge Grund dieses in Wirklichkeit völlig harmlosen Licht danken der Arbeiterbewegung erzogen werden muß. bildes kommt es zwischen den Eheleuten zu einer Wenn nun aus dieser, durch die politischen Verhält bewegten Auseinandersetzung und zu der Schei nisse unseres Landes bedingten Entwicklung der bungsflage der Frau wegen Untreue des Gatten, Arbeitersportbewegung mancher, oft auch erst recht dem natürlich niemand die nadte Wahrheit glaubt. verspätet zur Partei gekommener Sozialdemokrat Die Handlung vermidelt sich dann immer mehr und die Schlußfolgerung zieht, daß er in der bürgerlichen mutet in seiner spannenden, verschlungenen Art fast Bewegung stehen dürfe, weil ja die Arbeitersportbe wie eine Detektivgeschichte an, um zum Schluß ver- wegung sich ebenfalls der Partei gegenüber neu söhnend auszuflingen. Der Film ist trop des flot trai" stelle, so mutet das doch mehr als findlich an. ten und unterhaltenden Tempos ein wenig ober. Die bürgerliche Bewegung ist troß ihrer angeblichen flächlich; aber gar unangenehm wirkt er beshalb, Neutralität jedenfalls bürgerlich bis auf die Knochen well mit Ausnahme des jungen Mädchens( Ruth und sie steht damit in einem offenen Gegensatz zur Clifford) durchwegs unschöne, belanglose Darsteller Arbeiterbewegung. Wer diefer Bewegung auftreten. Die Frau, die die Millionärsgattin fpielt, an gehört, bat tein Recht, sich Sozialist ist eine derart hägliche, geschmadlose Person, daß zu nennen. Daß diese Schlußfolgerung in man sich wahrlich wundern muß, daß sie überhaupt allen ihren Konsequenzen auch für den KommuniSchauspielerin werden konnte. S. W. sten zutrifft, bedarf keiner besonderen Betonung. 8840 Gegen Vorweisung dieses Ausschnittes gewährt Ihnen d. Seidenhaus Ephraim Löbl, PRAG, Příkopy, Ecke na Můstku, während der Inventarwoche, d. 1. bis einschließlich 31. Dezember d. J. 20% Rabatt. Seite 9. gebirge, Nordböhmen, Jeschten, Jier- und Riesengebirge, Ostböhmen, Altvatergebirge, Westbestiden und in der Tatra anziehend geschildert werden. Das Büchlein ist um den Preis von 2K vom Vandesverband für Fremdenverkehr, Siz Karlsbad, zu be ziehen. Fahrpreisermäßigung in die Tatra. 1. In der Zeit vom 1. Dezember 1925 bis 31. März 1926 hat Anspruch auf die Fahrpreisermäßigung jeder Besucher des Tatra- Gebirges, soferne er sich dort mindestens 5 Tage anstatt der bisherigen 10 Tage aushält. Die Fahrpreisermäßigung wird nur den Besuchern der im Abschnitte Strbske Pleso- Tatransta kotlina" liegenden Tatrakurorten gewährt. Für die Erreichung einer Fahrpreisermäßigung zur Fahrt vom Tatragebirge genügt nunmehr, wenn der Tatrabesucher sich mit einer, von der Fahrtartenausgabestelle derjenigen Station, von welcher der Passagier die Reise in die Tatra angetreten hat, ausgestellten und abgestempelten Quittung außweist, daß er für die Reise den normalen Fahrpreis oder das der vorgewiesenen Legitimation entsprechende Fahrgeld bezahlt hatte. Falls der Beis bingung über einen mindeſtens fünft.gigen Aufent halt in der Tatra entsprochen wurde, Fern Andra, die schon längere Zeit nicht auf der Leinwand erschienen ist, spielt gemeinsam mit Bom Arbeiter- Turn- und Sportverband tändige Sturortverwaltung nach der vorgelegten Claire Rommer die weibliche Hauptrolle in dem Althoff Film Birtus Rens". Fern Andra bringt berfchiebene, großzügig angelegte Sensationen, die fie persönlich ausführt. Die Stünstlerin ist seiner zeit vom Birkus zum Film übergegangen. Die legten Tage von Pompeft. Die Aufnahmen nach diesem gleichnamigen, bekannten gefchicht lichen Roman von E. L. Bulwer find socben vom Sisa- Film in Pompeji beendet worden. In den Wintersportler, Achtung! " Quittung eine Bäderbestätigung auf eine 66prozentige Fahrpreisermäßigung aus und bestätigt Siefe Der Bundesstilehrturs muß infolge schlechter mit der Unterschrift und der Stampiglie. Die Der genannte Fahrpreisermäßigung tann bei bern Rud Schneeverhältnisse perschoben werden. neue Termin wird noch bekanntgegeben. teise tur für diejenige Wagenklasse, in welcher bet Passagier nach der Tatra gekommen war, oder auch für eine niedrigere Wagenklasse zuerkannt werden. Wintersportliches. Die beiden Landesverbände für Fremdenverkehr in Karlsbad und Freiwaldau gaben ein 128 Seiten starkes Wintersportbüchlein mit 65 recht wirkungsvollen Winterbildern heraus, Sauptrollen treten auf: Bernhard Goeste, M. Bar- in welchem die Wintersportverhältnisse der deutschen Verbreitet den„ Sozialdemokrat.... toni und Maria Corda. Wintersportorte im Böhmerwald, Erz- und MittelWelche Wandlungen hat das Kostüm durchgemacht? 00 J1442 2.370 $ 2.580 J 1445 J1447 J. 1442. Mantel aus mandelgrünem Belour mit weißer Lamfellgarnitur und Biesenstepperet für Mäbchen. Semperschnitte, Preis K 4.50. 2383 2384 J1446 2.570) J 1894 . 1447. Karrierter Rashamantel mit Samt. J. 1445. Marineblauer Wollstoffmantel mit tragen für Mädchen. Semperschnitte. Preis K 4.50. Reagen aus grauem Lammfell für Mädchen. Semper. Initte. Preis K 4.50. Wenn behauptet wird, Kostüme feien nicht mehr modern, so ist das falsch Richtig allerdings ist es, daß sich Form, Zusammenstellung, ja selbst der Name Kostüms wesentlich ber ändert haben zu Rod und Bluse ist heute lediglich noch die mantelartige, aus dem Stoff des Rodes bestehende Jacke zulässig, deren Schnittform und Abarbeitung ganz der eines Mantels gleichen muß Die fürzere Jade wird nur noch zum vollständigen leid getragen, mit dem zusammen sie ein modernes Kostüm bildet, dessen dritte Abart aus Kleid und Mantel besteht Die augenblickliche Mode fennt also drei verschiedene Arten von Kostümen Rod und Mantel. Kleid und Jade. Kleib und Mantel. Daneben bleiben Rod und fürzere Jade für d Sport und Reiseswede geduldet Rod und Jade beziehungsweise Rod und Mantel sollen beide aus dem gleichen Stoff bestehen, ebenso leib und Mantel Dagegen stellt man neuerdings Kleid und fürzere Jade aus verschiedenen Far ben her zu einem einfarbigen Kleid fann die Jade tarriert, zu gemustertem Kleid die Jade einfarbig sein Die Farben fönnen verfchieden, ja direkt kontrastierend sein. müssen aber eine gewiffe Harmonie miteinander bilden. J. 1446 Mantel aus braunem, in sich gemuster. tem Wollstoff, mit Pelzfragen im gelichen Ton für Mäbchen. Semperschnitte. Preis K 4.50 J. 1894. Elegantes Abendkleid aus cyflamen farbigem Crepe Georgette mit gestridter Tasche Semperschnitte. Breis K 7.50. Vorkan( estellen d. rebresche SEMPER- Schnittmuster: EC, Pret N, ragnerovo nam IL, Petit 6. Hermine Reimann. In ale Warenhauser der„ OLC". VII., Beiského 42, Gustav Blod, Cite 10. BESTE 24. Dezember 1925. 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Einäugig steht er am Simmel; benn er hat sein anderes Auge in WiWird auch manch armer Mensch hienieden mirs Brunnen verborgen, um einen Trunk der Derzweifeln an Hoffnung auf Glück und Frieden, Weisheit daraus zu erhalten: es ist das SpiegelWird mancher Arme mit leeren Händen bild der Sonne im Wasser. Er hat es hingegeben Sich bitter vom Kreis der Satten wenden. um der tiefsten geheimnisvollen Weisheit willen, die im dunklen Grunde verborgen ist; denn der Der Engel des Friedens hat ihn vergessen, Begriff der Weisheit ist untrennbar mit der Hat kaum ein Stückchen Brot zu essen. Sonne verbunden, eine tiefere innere Verwandt In kalter Stube, an kahlen Tischen schaft, die darin liegt, daß wir unser ganzes WisKann ihn die Botschaft nicht erfrischen. sen aus der Anschauung schöpfen. Licht und Erfenntnis, Sehen und Wissen. Mit der Nacht", In ärmlichen Windeln, von Liebe betreuet, heißt es in der indischen Rigveda,„ weichen die Wird tausendfach Heilandsleben erneuet. Sterne wie Diebe vor dem Gott, der alles entDiel Mütter ahnen in bangen Stunden, hüllt. Mit solchem Lichte wandelst du durch den Daß ihren Söhnen der Dornkranz gewunden. Simmel und durch die Lust und scheidest den Tag bon der Nacht, schützender Gott. Nach dem Dun Mutter Maria ist stets auf Erden, tel aufschauend, rufen wir zu dir, höchstes Licht. Daß ewig Erlöser geboren werden. Nimm die Krankheit meines Herzens und die Daß wieder unterm Schein der Kerzen blasse Furcht von mir." Am schönsten aber hat Aufblühe der Glaube in armen Herzen. gerade für unſer nordisches Empfinden der Son. nenmythus sich in der Sage des deutschen Son nengottes Balder erhalten. Balder ist der zweite Sohn Odins, eine helle Lichtgestalt, der mildeste und gerechteste, der weisefte und wohltätigste unter den alten Götterriesen, den Asen. Um ihn vor Unheil zu schüßen, hatte seine Mutter Frigg allen Dingen und Wesen den Eid abgenommen, daß weder Feuer noch Wasser, weder Stein noch Ihr Menschen in der Einsamkeit der Fin- Eisen noch Holz, weder Krankheiten noch Tiere sternis, ihr durstenden Brüder des Lichts! Die ihn verwunden konnten. Einst vergnügten sich Zeit ist da, da das Dunkel am längsten bei uns die Afen zum Scherz auf einer Wiese mit ihm, auf der Erde weilt. Hinter Schleiern von Wol schossen und hieben auf Balder und freuten sich, ken und Schnee ſteht die Sonne, ein rotes ver- daß nichts ihm schaden konnte. Aber Loki, der wundetes Auge. Die Zweige der Bäume tuar- Gott der Finsternis, durch den alles unheil in die ren im Frost, das Eis brüllt auf den Seen, durch Welt fam, war eifersüchtig auf Balder, und es die kahlen Straßen der Städte schleppt der Sturm gelang ihm, Frigg ihr Geheimnis zu entloden: feine frostbehangene Schleppe. Gefangene, ruht denn unter allen Dingen hatte sie einem vergessen ben Eid abzunehmen, der Mistelstande. Loki Aber die Stunde des schwächsten Lichtes auf schnitte einen Pfeil daraus, legte ihn heimlich der Erde ist auch die Stunde seiner Wiedergeburt. dem blinden Afen Hod auf den Bogen und gab Hast allen Völkern der Welt ist die Verehrung der ihm die Richtung an, in der er schießen sollte. Sonne gleich, als der heiligsten Spenderin ihres Der Pfeil durchbohrte Balder, der tot zur Erde Lebens In ihr fah der Wensch den Inbegriff fiel. Da errichteten die weinenden Götter auf aller Schönheit und Herrlichkeit, eine unendlich dem Deck eines Schiffes einen ungeheueren Holzerhabene, milde, Glück und Frieden bringende stoß auf dem der Leichnam Balders brennend Cottbeit. Naturgemäß aber war der damit ver- ins Meer trieb. Der Schein dieses Feuers aber bundene Kultus in den nördlichen Gegenden, die ist die Abendröte der Sonne, die jeden Abend am am meisten unter der Entbehrung der Sonne Himmel erstrahlt, wenn der tote Sonnengott Litten, amt größten, weshalb sie den gesamten unter der allgemeinen Trauer der Natur in der Jahreslauf der Sonne mit Festen begleiteten. Glut des Meeres versinkt, denn alles Licht muß Feuer ist das beste bei der Menschen Söhnen; in das Dunkel zurüd. Das Johannisfeier der und der Sonne Schein seine Gesundheit, wenn Mittsommernacht, der Holzstoß Balders" iſt em fte der Mensch besitzt." In diesen Jahrtausende letztes Gleichnis dieſer Totenverbrennung. Mit alten Worten spiegelt sich deutlich die tiefe Son- ihm aber auf dem brennenden Schiff sinkt auch nenliche unserer Boreltern. Ihre Sonnenwend- Nanna ins Meer, die Geliebte und Gattin, die feste waren die feierliche Entzündung eines gro- Göttin des Pflanzenlebens, wie unter dem Strahl ken Festbrandes an den vier Hauptstationen des des schwächer werdenden Lichtes die verdorren Sonnenlaufes. Aber während sich das Klagefest den Gräser und Blüten der Sonne nachfolgen. zur Zeit der verwundeten Sonne" und des ab= Aber Balder wird wiederkommen, Balder terbenden Naturlebens in den Sonnenwendfeuern kommt wieder. In der Weihnacht erhebt er langder Mittsommernacht des 21. Juni deutlich er- sam von neuem das strahlende Haupt und bebalten hat, ist das Fest der neugeborenen ginnt seinen Siegeslauf über Kälte und FinsterSonne", das Fest der Weihnacht so sehr von, nis. Wenn die alten Deutschen von ihren Jags ihr in der Winternacht. Der deutsche Wald. Von Otto Koenig. Man höret oft im fernen Wald Von oben her ein dumpfes Läuten, Doch niemand weiß, von wann es schallt, Und kaum die Sage tann es deuten. Uhland. den in den Wäldern durch den Winterabend heim-| auf den Weg von Jahrtausenden, wollen hinter kehrten und über den kahlen Baumkronen in pur- dem Fest der Neugeburt des göttlichen Menschenpurner Glut die Sonne erlöschen sahen, so be- sohnes auch an das Fest des wiedergeborenen grüßten sie niederkniend vor ihr auf den Feldern, Vichtes denten und mit ihm das Fest der Wetsin ihren Druiden- und Götterhainen das wieder heit und des Lebens feiern. Wir, die den freien, steigende Gestirn. Mit Klugem Geschick hat die spielenden Mythus lieben und das Dogma verchristliche Kirche diefen Tag, dent Dies natalis achten, wie die Erwachſenen liebend zurückſchauen invicti, den Geburtstag des Unbesiegten, als ein auf das Märchen der Kinderzeit und doch demütig chriftlich- religiöses Fest umzudeuten verstanden; vor der Unendlichkeit des Weltalls, vor dem wie auch die lichterbesteckten Tannen, die jetzt auf Wunder des Lebens ihm nicht weniger unbegretunseren Tischen erstrahlen, nichts anderes find als fend gegenüberstehen wie die Kinder. Jenen die Bäume, die unsere Vorfahren zu Ehren der Mythus, in dem die tiefe Vergeistigung der Natur das Gedeihen der Pflanzenwelt fördernden liegt, dessen Wesen es ist, ihrer starren und unMächte aufzurichten pflegten. Die grüngoldenen fühlenden Erscheinung menschliche Empfindung Mistelzweige, die man noch heute, namentlich in zu leihen. Menschensohn! Menschensonne! VerEngland, zu Weihnachten an die Decken der Stu- ehren wir in dem einen den neuerstandenen ben oder über die Zimmertüren heftet, sind gleich- Menschen, jene hohe strahlende Lehre der Bergfalls nur eine fromme Erinnerung an den ver- predigt, die uns Christus, der reine, geopferte hängnis- und geheimnisvollen Mistelzweig, mit Mensch geschenkt hat, so verehren wir in der dem Balder getötet wurde, ein Symbol der anderen die Voraussetzung, die Spenderin und Wiederbelebung der absterbenden Sonnenkraft. die Fülle unseres Seins, das Licht, das Leben und die Weisheit. Ja, mit den Alten sprechen Balder- Mythe und Christus- Mythe, beide wir: Die Sonne sah ich, so schien es mir, als sind einander im tiefsten verwandt. Beides sind sähe ich eine herrliche Gottheit; ihr beugte ich uralte Gleichnisse der Menschenschicksale und mich zum letzten Male in der Menschenwelt." Hoffnungen, die ſich durch die daraufen Wende dich, Sonne! So lautet auch in diehalten haben. Balder Christus, in beiden symbolisiert sich die Gestalt eines Sündenbodes, fer Nacht unser Gruß. Hebe dich auf von Minute des reinen und unbefleckten Schlachtopfers, die zu Minute, Stunde zu Stunde, Tag zu Tag. du strahlendes Angesicht den alten Sühneriten ihr Gepräge gab. Der Wandle am Himmel, Uebertragung aller Menschenübel gerade auf und erhelle den Weltraum, daß die Pflanzen von einen reinen, schuldlosen und auserlesenen Ver- neuem zu blühen beginnen, sich die Erde wieder treter der Gemeinde zur Sühne für die Allge- begrünt. Rolle deine flammende Scheibe von der meinheit folgten seine Austreibung oder sein Höhe der Berge herab und setze in Brand alle Opfertod stets auf dem Fuße. Bei den alten Dunkelheit, alle Kerker und Kirchen der FinSaturnalienfesten wurde durch das Los einer der sternis. Töte die gewaltigen Eisriesen des Unheils und der Niedertracht, den verhängnisvollen Soldaten zum König gewählt, erhielt die Insignien des Königs und wurde für das Heil seiner Geist des Bösen und der Unterwelt, der über den darbenden Völkern und unserer Zeit lastet, Mitstreiter dem Saturn als Opfer dargebracht. Auch Balder fiel wie ein Saturnalienfönig. Mit wie die Eisberge einst dahinschmolzen vor dem Recht hat man gleichfalls auf die tiefe Ueberein- Blicke Balders. Ziche am Himmel deinen Pfad, Stimmung hingewiesen, die zwischen Jesus als leuchte mit deinem Licht, deiner Weisheit, deiner Saturnalientönig" und den Bräuchen besteht, duldsamen Güte und Gerechtigkeit, großes strahunter denen er zum Opfertode geführt wurde. lendes Menschenherz. Wir grüßen dich, steigende Doch Opfertod schafft neues Leben. Chriftus wird auferstehen. Balder wird wiederkehren. Immer wieder verjüngt sich die Welt im hellen Schimmer eines neuen Weltenjahres. Sonne! Maria und das Kind. Aber nicht nur den Tag und den Sinn des Wintersønnenfestes hat die chriftliche Stirche in ihren Kultus übernommen; auch das Bildnis in schlichter Kranz zu einem Madonnenbild. der Sonne selbst nahm sie in die Formen ihrer Verehrung auf. Ein auf Runenstäben einge- gleich Monden über den Straßen, Tausenden von Hundert silberhelle Bogenlampen hingen schnißtes Rad bezeichnete einst den Weihnachts- Sterzen gleich sandten einsam stehende, blasse tag, den Tag der Scunengeburt. Als volle Laternenlichter ihren beschränkten Schein in GasScheibe wurde sie verehrt oder mit drei oder vier sen und Nebenstraßen und hunderttausend Sternflammenden Speichen, den vier gleichmäßig ge- lein blinzelten durch die kleinen Aeuglein der bogenen Linien des Hakenkreuzes, jenes heiligen großen Häufer. Ein Stück Himmel schien auf freie Menschen liebenden Zeichens, das der Geist die Straße gefallen zu sein. der Finsternis heute für die Zwecke des asses und der Feindschaft zu mißdeuten versucht. Noch Maria, die Magd und Mutter, lag auf ihrem heute erstrahlt das Sonnenzeichen, ein Symbol harten Strohbett und lächelte mit tränenreichem des Göttlichen, als die Kreuzesglorie hinter dem Blick. Jede Träne eine strahlende weltliche Haupt des Gefreuzigten oder als Radfenster in Glückseligkeit. Neben ihr, in einer alten, rosenbeden Fenstern der Gotteshäuser. Die Kirche, die malten, himmelblauen Wiege schlummerte ihr den Mythus zur Erleichterung ihres Sieges zu neugeborenes Knäblein und der Sterzenschein Hilfe rief, hat jedoch durch ihr starres und spielte mit seinem zarten Atem. In der Kammer tyrannisches Dogma auch den Geist des Mythus standen nur ein paar armselige Stühle, ein getötet. Wir aber, wenn wir heute zurückschauen wackeliger Tisch und eine Kommode mit einer länger als siebzehn Jahrhunderte vom Walde] Die Fülle unbegreiflicher Naturgeschehnisse, leben und im Schratt, im Werwolf, im Bärenbestimmt. War die Stuitur des Urindogermanen die auf primitiver Kulturstufe allenthalben durch häuter hat es der Mythos dämonisiert. So spieeine Steppenkultur, so war die des binnenländi- das Wirken und Walten ihrer unzähligen Menge schen Ürgermanen eine Waldkultur. Er lebte im Walde, er lebte vom Walde, der Wald war seine Welt. Nur einem einzigen Stamme unter allen germanischen ist es ein einziges Mal in den neunhundert Jahren germanischer Siedlung in Europa bis zum Beginn der Völkerwanderung gelungen, die Grenzen dieser Waldwelt zu schauvon Dämonen erflärt wurde, spielte sich für den Bermanen im Walde ab. Er fah Naturgeshehen fast ausschließlich im Waldweben, und so knüpften sich ihm an das tausendfältige, gehenn misvolle Leben des Waldes die ersten zarten Fä den seiner Poesie und Philosophie. seinen Leib zu haben und vom Baumleben holte Von Esche und Erle vermeinte der Germane er sich seine Weisheit. Der Föhrenbaum, der auf der Heide steht, verdirbt; Nicht Borke und nicht Blatt mag Schutz ihm geben. Den niemand liebt, der arme Mann, der stirbt. Weshalb, wozu auch soll er lange leben? len der graue Heidegänger Wolf, der Bär. der schlaue„ Rote", so spielen wilde Böde, Raben, Eulen, goldene und redende Vögel in deutschen Märchen ihre bedeutsamen Rollen. Strogend von mannigfaltigen, wunderbaren Lebenserschei nungen, der freundliche, saftgrüne Spender alles Guten, der dunkle Hüter geheimnisvoller Schreckholde, der Dom seiner Götter, nicht nur der alten niffe, wurde der Walt dem Volke die Heimstatt alles Wunderbaren, der Tummelplatz seiner Unheidnischen! Oder klingt in Namen christlicher Wallfahrtsorte, in den Namen Maria von der Tafeleiche, Maria von der Linde, Maria- Tar ( Taxus), Keloster Schild- Esche und Maria Laach ( Larch, Lärche) und vielen, vielen anderen nicht noch immer der Nachhall uralten Waldkultes? Die Pflanze ist das soziale Lebewesen. en, den Kimbern. Und sie haben ihre vorfrühe Immer drängt sie zum Verband, zur Vergesell- Wissenschaft mit der Vernichtung bezahlt am fchaftung. Die höchste Organisation der Pflanze, Saume der sonnigen, aufonischen Evde, am Ziel und Ende aller pflanzlichen Entwicklung ft Rande der waldlosen Welt: bei Vercellae. So ist der Wald. Ueberlassen wir einen Fleck Erde, der den Deutschen der Wald unzertrennlich mit Le= nicht gerade sonnbranddurchglühte Wüste ist, ben, Vorstellen und Gmpfinden, eine Anschauganz sich selbst was wird daraus? Wald, immer ungsform geworden wie Raum und Zeit. Wie Wald! Chevor der Mensch begann, der Mutter start der Germanen Borstellungsleben beeinflußt Erde mit der Pflugschar die Furchen der wirt war von Waldbetrachtung, wie allüberall Wald- singt die noodische Edda, ihre Lehre begründend Der Schauer vor dem Unbekannten, die die fieschaftlichen Sorge ins Angesicht zu schneiden, bauernanschauung sich vordrängte, das zeigen im Baunſchicksal. Im deutschen Walde aber bernde Erwartung des ganz Ungewöhnlichen dor: strotzte vom Rhein bis zur Weichfel, von der uns die unzähligen Orte im deutschen Gebiet, wohnt das Wunder! Der deutsche Wald ist der hinter dem nächsten dunklen Busch, die Neigung Savel bis an die Granittuppen der Zentralalpen- die von Wald und Baum ihre Namen haben, das Märchenwald. Nicht weniger als hunderzzive zum Abenteuerlichen, Erregungen, die den em zone der Urvald. Wir Menschen von heute suchen zeigen uns noch mehr die immer noch zahlreichen von den zweihundert Märchen der Brimmschen samen Wanderer in der Waldwildnis auf Schritt den Wald; hinfer germanischer Vorfahre hätte Wendungen unserer Sprache, die ihre Bildlich- Sammlung sind Waldmärchen. Im Walde hebt und Tritt geleiteten, Urinstinkte, die im munten thm nirgends zu entrinnen vermocht. Auf der feit vom Baum und Wald gewannen. Der Baum das deutsche Märchen an. Hier ist das Haus der Durcheinander und alle auf einmal in der Seele Waldblöße, zwischen Moor und Waldrand ein- ist wie ein Mensch und der Mensch ist wie ein Here, hier im Wald steht das schwarze Schloß des Waldgängers ausgelöst werden, verdichteten geklemnt,' lag feine kleine Siedlung. Aus dem Baunt. Das ist eine Waldwohneranschauung, die Urwald heraus war der schmale Neubruch ge- sich zu allermeist in der deutschen Sprache durchschlagen, auf dem er seine Dintel zu fäen be aefeßt hat. Die Weide schlingt ihre Arme", die gann, aus den Bohlen der Urstänne war ihm Weide veint", der Baum blutet", die Blumen gezimmert Gehöft und Pferch, des Waldes Wild- erheben des morgens ihre Köpfchen" und nei bret praffelte am Feuer feiner Sütte, an jenem gen in der Sonne Glut ihre Häupter". Die Feuer, das von der blizgetroffenen Urwaldeiche Menschenfamilie hat aber ihren Stammbaum gewonnen sein mochte. Der Zukunft ungewisses sie stammt ab", der Mensch selbst grünt, wächst Walten aber glaubte der Festlandsgermane er blüht, reift und weltt". Die Tugendwurzelt" gründen zu lönnen durch jene Zauberzeichen die fest, das Laster wuchert" und Uebel rotte man er auf Stäbe der Buche gerigt hatte. Wirtschaft früh mit der Wurzel" aus, auf das sie nicht und Ideologie des Westgermanen waren durch giftige Früchte trage". und mit den verbotenen Stuben davin, mitten im und verdichten sich immer noch zu jenem undentWalde träumt der Rauberteich, auf dem der fin- haften Seelenzustand, den die deutsche Sprache gende Schwan einsam kreist, im Walde fängt das so sonderbar Andacht" nennt.„ Waldandachten" Roß des Prinzen zu reden an, da begegnet der stehen zu tausenden im deutschen Wald grüne Mann", der Ries. dem alten Mütterchen das deutsche Volt ist das„ andächtigste" geworder Tod, dem kleinen Rotkäppchen der Wolf den unter den Brudervölkern, das sentimenUnd da sind wir bei den Tieren des Märchen- talſte" im religiösen und poetischen Sinn, denn waldes! Im deutschen Walde ist ja nicht nur so sagt der ältere Plinius:„ In Wäldern läßt Baumleben, hausen nicht nur die Genien des fich inbrünstiger beten als vor Bildern, straßend pflanzlichen Lebens, die Waldmänner und Moos- von Gold und Elfenbein." weibchen, die Rüttelfrauen, die Wichtel, Elfen Was der Deutsche an sich am lautesten und Feen. Der deutsche Wald ist auch voll Tier- rühmit, als echt deutsch", die nachhaltige In, bunten Heiligenfigur. Man merkte wohl, bab 3gnat Herrmann: hier nur die Herberge und nicht die bleibende Stätte flüchtiger Erdenmenschen war. Msbald trat leise eine einfache, offenbar arme Frau in die stammer und stellte auf den Tisch ein kleines Bäumlein, daran hingen einige Acpfel, steckten einige Kerzen und ein paar Strähnen Silberfäden, die aus dem Haar einer alten Zaubermuhme zu ſtammen schienen, breiteten sich vom Gipfel über die Zweige aus. Die Frau wandte ihr faltiges Gesicht der blassen Mutter in den blumigen Stiffen zu und zündete dann mrit zitternden Fingern die Kerzen an, deren Lichtgeflimmer den ganzen Baum nach einem traulichen Fledchen absuchte und schließlich auf den Augen der Mutter Maria sich aufhielt. Unverwandt blickten die beiden Frauen in nen. Dann fagte Der Ausnahmezustand in der Familie Lukaschet. Kinderkleidern entivuchsen. Herr Bulaschel warf gewöhnlich so eine Ent- Jer Beit verwendete Frau Lukaschet all das, was dedung rasch beiseite, als ob ihn das Ding in den ihr in den letzten vier Wochen übrig geblieben war. anden brennen würde, wenn er aber in fein Herr Lute fchet äußerte fich einmal gelegentlich im Händen Geröstete Nasch! Eine Speise, von der ihm nen anwuchs, durfte vor Weihnachten ohne Gejeder Bissen im Munde zu ungeheueren Dimensio nieren auf feiner Tafel erfcheinen. Bu anderer taschet antworten konnte:„ Soll ich mich zerreiwas sollte jezt ein Protest, wenn ihm Frau LuWeihnachteabend vor das Fertige hin, aber wer ßen? Natürlich, der gnädige Herr setzt sich am soll denn das alles herstellen?" Und Herr Lulaschet fämpfte also einen RingKampf mit der gerösteten Rasche aus. Zimmer zurück ging, fam ihm seine Gattin leise Vereinsheim beim Tisch der Gemeinde", daß er noch und dann pflegte sie ihren Mann mit einem an diesen Tagen seine Erzfeinde" auffresse. Herrn Mathäus Lukaschet war genügend fchweren, vorwurfsvollen Blicke zu tadeln: So zum Beispiel Senumelbaba, diese wunder Zeit vergönnt, sich an all das zu gewöhnen, waDich treibt wieder einmal der Teufel über- bare, berlodende Speise aus alten ipfeln, lauter er ſelbſt einmal in einem Anfalle von verzwei- teſt, daß du etwas willſt! Mußt du denn den Mä- faftlosen Acpfeln. Sobald die große Stasserolle mit all herum! Als wenn du mir's nicht sagen könn- Ueberbleibfeln vom Frühstück, mit garten, fauren feltem Humore als den Ausnahmezustand feiner deln durchaus die Freude verderben? Und es dem fabbrigen, braungerösteten Oberem am häuslichkeit bezeichnet hatte. Reigte es ſich doch schleicht mir da herum und schnüffelt her und Tische erschen, verbüsterte sich allemal das Geam Horizonte feines häuslichen Glüdes allmäh- schnüffelt hin – du guter Goff, wohin sollen wir mit des Herrn Lulaschet. Nach jedem Semmel lich zur silbernen Hochzeit! Und soviel er nachrechnen konnte, begann dies seit jener Zeit, da denn damit gehn...!!" baba war sein Mund wie zerschnitten, so schmerzte seine drei Töchterchen, eine nach der anderen, den gutaschet nicht herumschnüffle, daß es ein reiner Vergeblich war es, qu versichern, daß Herr er. Was er den Ausnahmezustand genannt bereitet würde, aber daß es ihm nicht einmal im Bufall wäre, daß er nicht ahnte, daß ettvas vor hatte, hat in der Familie Butcher zwei Bochen, Traume einfalle, zu ſpionieren, daß. er es erwarihre drei, vor Weihnachten ein. Während ten könne. dieses Zeitraumes war die ganze gewohnte Ordnung feines Haushaltes wie auf den Kopf bestand das Frauchen auf dem ihrigen, das ma Ich bitte dich, Lukaschet, sprich mir nicht," gestellt. Dem Hausvater Lutaschet tam es gera- chen alle Männer bezu vor, als ob in allen Winkeln seiner Woh- Neugierde vor. Pad dich zusammen und geh' doch und dann wirft man uns nung unsichtbare Kobolde hausten, um ihren irgend wohin!" merkwürdigen und geheimnisvollen Schabernad zu treiben. Es waren die Vorboten für den Lukaschef ihren Gatten so eifrig fortschidte. Es war die einzige Zeit des Jahres, da Frau Heiligen Abend. Wohin sollte er aber gehen? Höchstens ins Während dieser Tage waren seine Fraun Kaffeehaus. Bieber hätte er ein wenig am Kanapec zimmer"-fo pflegte er gewöhnlich seine Gattin im Schlafzimmer geschlummert. Aber dort war er und seine Töchter zu bezeichnen, unausgesetzt im Wege. Und so zog er sich also an und ging. unterwegs. Sie gingen fort, tamen gewöhnlich Wenn er dann nach zwei oder drei Stunden zu unendlich abgehetzt zurück, brachten kleine rückkehrte, tam er der Frau Lukaschek noch immer Pakete mit dem und jenen mit, oftmals nur zu zeitlich. Dann trieb sie irgendwo ein Abendbloße Papierrollen, flopften schon auf die Kü- effen auf, und taum, daß er sich den Mund abchenmauer, wenn sie sich noch auf der letzten gewischt hatte, forderte sie ihn wieder auf: Stiege befanden, um nicht erst an der Türe an Ich bitte ich, halt dich irgendwo bei einem läuten zu müssen. Nosalie eilte schnell herbei, Glase Bier auf, meinethalben im Vereinsheime, und öffnete und alsdann schlüpften die Damen oder wo anders. Natürlich, bis in der Früh mußt Des Sindes Lippen bewegten sich, als wolle geräuschlos, wie auf Fingerspitzen, durchs Vor- du nicht dort bleiben!" etwas Erinnerungsdunkles ans Ohr der Wien- zimmer, damit es der Papa nur wicht höre und Am Abende trat Herr Lukaschet schon etwas schen pochen. Die Lichter am Baume verlöschten verschpvanden mit ihrer Beute im hintersten cines nach dem anderen. Nur die große Sterze Zimmer. stand schließlich in ihrem eigenen Strahlen quell und die Mutter fuhr fort, indem die Worte ihrem Junersten wie ferner Domgesang entquollen:„ Ich habe mir immer einen Senaben gewünscht, durch den ich mit meiner Güte und Seiterkeit die Rauheit seines Vaters und meine Demut zu überwinden vermöchte. lind nun habe . ich einen Senaben und ich habe plößlich einen ben Sterzenschimmer, els fähen fie in weite er hart: Ich würde das Büblein doch nicht nach seinem Bater nennen, der euch nun in eurer Drangfal allein gelassen. Heißt den Senaben doch anders." Nein," antwortete die schmerzensreiche, bleiche Mutter, und ihre Stimme flang wie ein zitternder Geigenton. Ich werde ihn nach seinem Vater Hermann" heißen, das flingt so schön und stolz. Und ich will ihn mit meinen schmerzhaften Brüsten säugen, damit er am Brunnen der Liebe trinke. So wird er immer am Quell des Lebens zehren und dem Schatz ber Opferschaft verpflichtet sein. Immer wird meines Herzens Straft in ihm sein und mein vastloses Herzblut wird ihn zu beglüden zwingen, so wie auch ich beglückte, gab und empfing. O, wenn der Mann um den großen füßen Schmerz weiblichen Empfindens wüßte! Er würde in seinem Verschwenden cruiter und lustloser sein und uns Mütter beneiden." 71 Bei all dem setzten oder besser gesagt bemühten sich die Fraunzimmer" des Herrn Butaschet, die gleichgültigste Miene von der Welt aufzusetzen, als ob nichts, wirklich rein gar nichts Besonderes los wäre. Aber je größer ihr Bewar, desto deutlicher konnte man es an ihrem Gemühen war, geheimzuhalten, daß irgendetwas los fichte ablesen, daß sich unter der gewaltsam starr gewordenen Maste des scheinbaren„ Nichts" die feierliche Ueberraschung des herannahenden Weihnachtstages verbarg. -Der Ausnahmezustand in der Familie Luta scher hatte aber noch andere Nachwirkungen, und dies war eigentlich das schrecklichste für Herrn Matthäus. Es betraf seine Tafel, fein Mittag- und Abendessen. gab es auch Stopfnudel, dann gebrühte Semmeln, dannhaft. Aber im Kochbuche für den HausgeNun, Herr Lulaschet überwand alles standbrauch" der Frau Lukaschet wirklich für den internsten Hausgebrauch da war noch eine Speise, die den Hausvater Lukaschet geradezu mit Schrecken erfüllte. Es war haschee". Der Name an und für sich tlang schon genug. lieblich und verheißungsvoll. Faschee. So etwas Bartes, Liebes, Einschmeichelndes. Ein Hasche! In Wirklichkeit aber war es ein graufiges Sadfleisch. Wenigstens für den Herrn Butaschet. Jedes Stüdchen übrig gebliebenen harten Fleisches, jeder Knorpel, jede fette Rinde vom Schweinsbratl pflegte Frau Lutaschef eine Woche, ja zwei Wochen hindurch aufzubewahren. Und sobald sie der Meinung war, daß es schon genug wäre, wurde alles in die Maschine hineingestopft, Rosalie aber begann die Kurbel wie bei einem Ariſtonleierkasten zu drehen. bereitwilliger den Weg ins Eril an. Wenn's nicht allzuschr fror oder patschig war, lag ihm nichts daran. Nur das giftige bis in der Früh' mußt du nicht dort bleiben", drückte ihn. Bis in der Früh! Seit wann schon war er nicht bis früh geblieben! Das war einmal gewesen, ja, ja, das war einmal. Aber lang. lang ist's her! Im übrigen eine Ahnung davon haben, wie es jetzt in den Fleischbrei wurde aus der unteren Deffnung der fonnte man sehen, was diese Frauenzimmer für Eine Art langgezogener, zusammenhängender Wirtshäusern aussieht. Wie war es denn mög- Maschine herausgedreht. Dazu mengte man gefesten Glauben und eine unüberwindliche lich, bis in der Früh zu bleiben! Die Polizeiftunde rie bene Semmeln, eine Handvoll auf fleine WürFreudigkeit. Ich sehe ihn heranwachsen und ist überhaupt für zwei Uhr nach Mitternacht fest- fel zerschnittenen Sped, ein wenia Eidotter, ein meine Wachsamfeit fordern, ich höre ihn schreien, gesetzt, aber jetzt brauchen feine Patrouillen zu Stüdchen Kohl na sind das vielleicht nicht gute wenn er auf die Brüste warten muß. Ich sehe Es waren dies Augenblicke und Tage, in Platz zu räumen. Es wird überall schon um zehn oder in der Bratpfanne gebaden. Und dann endihn, wie er Spielzeuge zerstört, um in ihr in denen Herr Lufafcher einfach nicht wußte, wohin uhr leer. Und im Vereinsheim! Ja bleibt denn lich: ferviere es auf den Tisch, wie es ſo häufig im gehn, um die Wirte und Gäste zu mahnen, den Sachen? Und dann wurde es in der Kasserolle neres zu bliden. Sehe, wie er um sich schlägt. er mit seinen Ohren, speziell aber mit feinen dort irgendein Mensch bis in der Früh? Um Kochbuche der Frau Rettig steht. wie er in die Wiesen springt und mir Blumen zubringt, wie er dem Lehrer lauscht, wie er an rauntes wich er den Zimmern seiner Fraun- eine Generalversammlung abhalten und oft hätAugen verschwinden sollte. Während dieses Zeit zwölf Uhr fonnten bort alle Gespenster von Prag Bäumte, Vögel, Wolfen und Flüsse denkt. Und ich sehe ihn, wie er mir frühzeitig hilft, unseremmer" so viel als möglich aus, während dieser ten sie bereits um elf beginnen fönnen. Not zu überwinden.. er wird fleißig werden, bigkeit in die gemeinsamen Räume, also in fein Zeit wagte er sich nur aus dringendster Notwen mein Junge, er wird lernen und man wird sagen, einer Gaffin Schlafzimmer oder ins Speisdaß etwas für ihn geschehen muß. Und so wird zimmer, um sich die Hände zu waschen, ein frisches er gewiß ein großer Mann, den man beneidet und wohl gar anseindet. Aber ich werde um ihn Taschentuch, einen andern Selbstbinder oder die sein, und wenn er dann um der Liebe und Güte Handschuhe zu holen. Es herrschte da ein wenn gleich auch ungeschriebenes und unausgesprochenes Je näher der Weihnachtstag heranrüdte, desto willen im Stampje steht, wird er viele Menschen Gesetz, daß er an diesen Tagen nichts sehen durfte, größer wurde die Eile, alles fertig zu kriegen, ferunt ſich haben, die ihm folgen und die ihn was er nicht sehen sollte. Aber gerade in diesen lig zu striden, einzufäumen, unterzufleben, ausschützen werden oor denen. die gegen ihn stehen. Tagen passierten ihm die unliebsamsten Zwischen zuzupfen was weiß ich denn, wie man das Er wird ein Führer werden und ein Bronbet und er wird ein Reich gründen, das seine Wurzeln feln herauszufischen, die ihm Rosalie, weiß der die Feiertagstafel. Schon waren die harten Semfälle. Stöberte er unterm Bett, um die Bantof- alles benennt! Und dazu lam noch die Sorge um in meiner Mutterschaft hat, das nach dem Be- liebe Gott, wohin, mit ihrem Borsuvisch verräumt meln in Borrat gerieben, alles für den Weihfitze der ganzen Welt strebt. Liebe will beſitzen. hatte, fo stieß er zuverlässig auf eine Schachtel, die nachtsstriez vorgesehen, die Schneden zubereitet um restlos geten zu können. Liebe ist so stark zuverlässig gestern noch nicht dort war. Suchte er mit diesen allein hatte man schon drei Tage Arund mächtig wie die Sonn. Liebe ist das große das Handtuch, das die Gattin oder die Töchter in bei die Mandeln geschält, schon war der Zucker der Verwirrung irgendwohin verschmissen hatten, zerhadt, der Zimt und Pfeffer gestoßen, die Rosiso zog er aus irgendeiner Ede ein Stück Stanafas, nen überklaubt ein fertiger Herenfabbat! Jute, Plüsch oder Atlas mit irgend einer angefangenen Stickerei hervor. Die Betten waren da lein in der rosenbemalten. himmelblauer Wiege dem Polster des Kanapees, unter dem Weberzug mit voll, zu den Füßen und am Kopfende, unter schien im Schlafe zu lächeln. Ueber den Dächern der Stredenz wie es seine Töchterchen in der und Türmen wachte der Mond wie vor vielen Gile hingeworfen, daruntergeschoben, verstedt hat vielen Jahren der Stern über Bethlehem... ten, wenn irgendwo in der Nähe eine Türe 3. 3 crfaß. Enarrte. Christwunder." Als diese Worte ihre Livpen verlassen hatten, fland auf einmal das Väumlein voll Blüten, die machten die Stammer heller als ein lichterstrahlone der Baum den Saal eines Pa'astes. Das StäbAn diesen Tagen also und das dauerte eine Woche und länger hatte Frau Lutaschet welche Art es auch sei, abzufertigen. Und an die das Recht, die Familie mit dem Mittagessen, auf sen Tagen war Herr Lukaschet verpflichtet, ohne zu murren, das aufzuessen, mit dem ihm Frau Putaschef zu einer andern Zeit nicht so mir nichts, d'r achos vor die Augen kommen durfte. In die Selbstverständlich servierte es Frau Lufafchet. Bis Weihnachten gab es gewöhnlich dreimal Has wie der Mensch doch eigentlich unerfahren ist, fchee. Und Herr Lutaschef erwog dabei jedesmal, menn er sich berehelicht. Denn hätte er nur im entferntesten eine Ahnung gehabt, daß auf der Welt evas vorhanden war, bas man pafchee benann.. und in das man in der fleinen Mühle Gänsehaut und übriggebliebenes Rindfleisch und Schöpfenflechse und die Reste von Kalbsfußerin und, mit einem Worte, alles hineinmischen fonnte wenn er dies geahnt hätte( ſo pflegte er ſelbſt bedungen, daß Haschee für em ge Beiten, auf seizu sagen), er hätte es sich im Heiratsvertrage aus nem Speiseprogramme gestriden sein müsse. Und es war ihm unbegreiflich, daß seine drei Töchter gerade dieses Haschee aufessen konnten. No ja, die Jugend! Endlich also war der Weihnachtstag herangekommen- und der Ausnahmezustand wurde aufgehoben. Herr Matthäus Lutaschet erhielt denn von seiner lieben Familie geftidte Hosenträger, und weiß der Teufel, was noch alles Gestidtes. geftidte Pantoffeln, ein gestictes Saustäppchen Wenn es aber dann Herr Lutaschet aus den Händen seines jüngsten Töchterchens, das in in Vertretung des Christkindls die Bescherung vornahm, entgegennahm, und wenn er dann überdies noch brunst seines andächtigen Herzens, das hat ihm Dreifönigsspielen versichert Staspar, der Weise gemeiner, weit ständiger als das von der deut- Hauptmanns Versuntene Glocke". Freilich ist der Wald gegeben. Bevor der Deutsche daraus aus dem Morgenland, daß er sabe von fern schen Treue". der Ton des deutschen Waldpoeten der Gegen gegangen war, das Angesicht seiner Waldheimat leuchten den Stern hernacher im finstern Wald". Im ersten Verse des ältesten Restes deut- wart ein anderer als der des mittelalterlichen einschneidend zu verändern, die Wälder in Forste, und nicht nur das Christfest, der ganze Zyklus scher Dichtung, im Merseburger Zauberspruch Dichters. Waldschnsucht tönt mehr und mehr aus die Wildnis in stulturland zu verwandeln, haben der Kirchenfeite it in deutsche Landen in engite von der Blutbesprechung, steht das Wort„ Wald" den neuen Vevsen. Denn der Wald ist nicht mehr Wald und Wildnis das rauhe Gesicht seiner Verbindung gebracht worden mit dem uralten- Phol unde Wodan vuoren zi holza!" Im die Regel, ist Ausnahme geworden im LandSeele mählich verändert, gewandelt. Der Wald Wald-- und Baumkult. Schmeckoſterruten, Walde verrenkt sich Balders Fohlen den Fußschaftsbild der Gegenwart, das„ Täler weit und hat des Deutschen Seele durchseßt in siebzehn Tsingstbiken, Fronleichnamszweige, Wa holders im Walde erweist Wodan seine göttliche Seil- Höhen" und dann erst noch irgendwo im HinterJahrhunderten Waldleben. Und wie seine Sprache reiser, Holunderzweige und Weidenkäychen spie- kraft durch den Zaubenspruch: Bein zu Bein, grund ein Endchen vom schönen, grünen Wald" erfüllt ist mit Bildern aus Waldweben und len bei den lirchenfestlichen Bräuchen auf dem Blut zu Blut und Glied zu Glied!" Im zeigt. Die wirtschaftliche Entvidlung, vorzüglich Pflanzenwuchs, so sette er gern alles was ihm Land: noch mmer eine gar wichtige Rolle. Erst Walde spielt auch jente älteste erotische Ballade, im deutschen Gebiet, hat ihn beschränkt, verlich wurde, in Beziehung zum Wald, Heiden- 185 ist die heilige Eiche" bei Nouders in Tirol ein von der Kirche verpöntes usinileod", von drängt, bertrieben, vertreibt thn, unbeugfamen alauben und Christenglauben samt ihren Heil- gefäll worden, erst vor fünfunddreißig Jahren dem uns nur ein paar Berse überkommen sind: ehernen Gesetzen folgend, immer mehr. Soll eine immern, ja sogar das Christkind selbst, das im ber, soolbom" beim Sieveringer Brünndl und„ Es ritt Bovo durch den belaubten Wald. er Zeit lommen, da der Deutsche im waldlosen Walde wohnt, das eine Mutter hat, die im Walden Frant schen stehen heute noch tausend ährige führte sich Merswind, Werswind die Schöne. Lande lebt wie der Romane seit Jahrhunderten? Beeren sucht, das auf Schellent tragendem Neh heilige Räume im Lande: die Schloter Eiche, die was stehen wir? Warum gehen wir nicht?" Und Er kann es nimmer. Der Wald vauscht und flingt durch den eisglizernden Wald reitet um das Gredinger inde, die Fichte von Eichstä. In durch die Stimme der Tiere des Waldes versucht zu mächtig und nachhaltig in seiner Seele, er Tannenbäumchen auf braver inder Weihnach: Westfalen aber mag's immer noch passieren, daß der uralte. unbekannte Dichter, feinem brünsti. hört ihn raunen und vauschen immer noch um tisch zu sehen. Das Christkind von Bethlehem ein altes Müterchen ihre Toten nicht nur dem gen lehen Einrinal heit zu verle hen, wenn walbarnen Lande, wie man das Mer noch und der schneeige deutsche Winterwald mit sei- Pfarrer, sondern auch den Eichen ansagt im er flüstert:„ Der Hirsch raunt der Hinde ins Ohr: brausen zu hören vermeint in der meerentse nem Tannenbaum! Gibt es Begriffe, die unzer Walde, und Eicheln vom Waldboden liest. um sie Willst du noch, Sinde?" nen Muschel. Schon hat er sich wissenschaftliche trennlicher geworden sind? Tannenduft und ihren gestorbenen Enkelkindern in den Sarg zu Wald und Liebe, Wald und Seldentum, Theorien zurechtgelegt und die fünstlerischen Weihnachtsfreude" stopfen deutsche Dichter in steden. Wald und Profie! Im deutschen Schrittum schei Interessen klar formuliert, aus denen er die Mot denselben Vers und haben recht. Weihnachtsnen fie umreunbar miteinander verknüpft. Ueber wendigkeit der Erhaltung des heimischen Waldes stimmung ist für den christlichen Deutschen Freilich! Der andächtige Waldrounderglaube Etfehart und das allererste Tierepos von der zwingend emveifen kann.„ Naturschniß Natur inimer noch Rauhnachtsromantik. Mystik des winterlichen, eisverhangenen Hochwaldes, über glaubens dunklen Hintergrund verfunten. Neli- Flucht eines Gefangenen", über das Nibelun- schutzpart!" lautet der Ruf der praktischen Noden der Schneeſturm graue Wolkenroffe führt. gös ist er in seiner naiven Form längst über- genlieb Gottfried, Wolfram, Sartmann und mantik der Gegenwart und schon beginnen au Die Originalchriſtnacht des Evangeliums, die bunden, die Waldmyſtik aber ist mächtig und Weise" die deutsche Poesie stets durch den beut ger Seide, in Schwarzwald und in den Steirischen dent schaltigen Neidhart lehet leise nach ihrer drei Stellen der deutschen Erbe, in der Lünebur Nacht, in der die Hirten auf dem Feld waren Anfang an bis auf diese späten Tage der Segen- mantis des blühend geblieben in der deutschen Dichtung von fchen Wald. Der Sturm und Drang hat die Ro- pen, Wildnisse zu wuchern in dem flaren falten und weideten ihre Herden", ist ihm zu: vider eblen Räubers in die böhmischen Bichte der modernen Zeit, wie sie wucherten und und innerlich fremd geblieben bis auf den heu, wart. Wälder getragen, der theoretische Klassiter feierte proßten in jenen' granten Tagen der deutschen tigen Tag. Ungezählte deutsche Bilder zeigen Der Wald, Waldzauber und Waldgeheimnis, die Heiligkeit des Waldes fogav im Tell" und Urwaldheimat vor dreiundzwanzig Jahrhunder Josef und Maria mit dem göttlichen einde auf Waldschrecken und Waldwonne sind ein immer am allerreichsten an Waldpoesie ist das ciferne ten. Die Entwidlungsarabeste des Waldes hat der Flucht nach Aegypten mitten im näht wiederkehrendes Motiv der deutschen Dichtung. Maschinenzeitalter des 19. Jahrhunderts, vom sich zurüdgewendet, um ihre Kurven zu wiederlichen deutschen Walde und in volkstümlichen Es ist geradezu das deutsche Motiv, weit all- Sänger des Waldes Eichendorff bis auf Gerhart holen auf neuer, höherer Ebene, ist im Rahmen des Christentums in des Aber m Das Kind von Beklehem. Es Mngk ein Lied aus alter Zeit, Wie Sternentraum so rein. 'Von eines Kindlein Herrlichkeit Und schlichter Hütte Hellem Schein. In eine Vach» von Wahn gebar. Als sich die Zeit erfüllt. Das Weib den Menschensohn. der klar Den Widersinn der Welt enthüllt. Noch immer hangt der Mensch am Kreuz. Noch immer jammern Araun, Dem Glockentlang des Weihgeläuts Mischt sich des Wahnsinns Weh und Graun. Der Geist, der stark mit Feuer tauft. Wird immer noch geschmäht. Noch wird verraten und vertauft, Wer Saat der kühnen Liebe sät. Sein Auge war so hlmmelsllef. Durchstrahlte Trug und List: Der Lichtheld wuchs, sein Schicksal rief. Am Kreuze hing der erste Ehrist.. Noch sind so viele Augen blind, herrscht ungerecht Gericht— Doch wieder ward die Wahrheit Kind. Und langsam, langsam wächst ihr Licht. Aail yenckel. wich btt B«scherung die lastigen Küsse seiner vor lauter Freude über die Gabe» verweinten Töch- reichen«inhe.mst«, und ihm Frau Lukaschet ein nach Karpfen und gefüllten Schnecken und Zlpselstrudel duftendes Schwätzchen obendrauf hinzuversctzie. da umarmte sie Herr Lukaschet herzhaft undseufzie aus tiefster Seele: „Aber Mutter, ich bin nur froh, daß wir jetzt wieder wie einst leben werden— ich wußte schon einfach nicht mehr, wohin ich gehe« und wo ich hinschauen sollte no. die Hofenträger freuen mich, die Hab ich am dringendsten de' nötigt." Und ein ganzes Jahr lang tvar Frieden und Ruh« in der Familie Lulascheis. Bis wieder zu den nächsten Weihnachten! Autorisierte Ueberfctznng von I. ReiSinann. Sugen Saltner: Sibirische Weihnacht. Trotz der zwei Meter dicke» Mauern war es in der Zelle zum Erfrieren. Die Luft war dick und dumvf.g vom Atem der beide» Männer und von dem faulen Strohlager, aus dem s!« sich streck- ten.„Wenn ich ein Feuer hätte," meinte der Kleinere,— er sprach mit heiserer, von fortwährender Angina krächzend geivordener Stimme— „ich zündele den elenden Mist von Stroh an." Aus seinen blauen Auge», die zu dem schwarzen glatten Mongoleiihaar in scharfem Kontrast stau- den und schon durch die schiefe Stellung den Halb- Asiaten verrieten, glüht« Fieber. Der andere blickte starr zu der niedrige» Decke.„Wenn es das wäre, Juri, die stintende Petroleumlampe wäre leicht herunterzuholen, aber"— der Kleine wollte auffahren—„lah, es hat keinen Zweck. Fünf Stunden noch, dann ist Schluß."—„Was weißt du? Was willst du? Mache» wir endlich ein Ende?" Der schlanke blasse Bursche, dem iiiait die aristokratische Kluderstnbi. auf den Kops zugesagt hätte, antwortete bedächtig, als ob er einen lauten LefühlSausdruck des Fiebernden per- hindern wollte:„Wir werden Kn Ende machen, aber nicht so wie du denkst. Juri. Wir werde» stieben."—„Auch gut, fliehen, wir werden nicht weiter als bis zur Tür fliehen, dann werden wir ein Bajonett zwischen den Rippen-habe». Aber es ist einerlei. Nur ein Ende mit dem Frieren und Hungern und dem wochenlang«! Wahnsinn dieser' entsetzliche» Zellen.— Aber tvarum willst du gerad heule fliehe», Sascha?" „Warum? Weil heute Weihnachtsabend ist, weil an diesem Abend jeder Soldat Schnaps er- hält und vcsofsen sein wird. Weil auch wir Schnaps kriegen werden und ihn zur Hälfte der Wache vor der Tür geben können."„Wir wer» den nicht hinauskommen," meinte Juri, aber seine Wange» fieberten stärker, die roten Flecken, die blühenden Boten der tödliche» Tbc flackerten auf.„Du host einen Plan?"—„Keinen andern als de» ich dir schon verriet. Wenn alles de> rauscht ist, suchen wir durchzukommen. Vom Blitzableiter muß man aus die große Mauer kom» men. Es wird nur ein paar Fetze».Haut kosten." Juri begann hastig und uberstürzt Pläne zu entwerfen. Trockener, bellender Husten unier» brach ihn fortwährend. Sascha legte ihm die Hand aus die Stirn und drückte ihn aus die Pritsche zurück:„Ruhig sein, Juri, und nicht reden."—„Ich werde nach Moskau kommen, ich werde einen Bolkskommissär erschießen, ich»verde bis zu Dzcrschinsk») kommen und ihn niedcrknal» len.'—„Und wirst gehenkt werden oder süsi» liert." Juri redete sich in die Hitze:„Ich brauche nicht lobe»: ob ich eine» Monat früher unter de» .Kugel» der' Tschetisten oder einen später an der Tuberkulose sterbe, das macht nichts mshr aus." Er spuckte verächtlich an die Wand.„Das Spuk- ken aus den Fußboden"— Salcha lächelte—•.ist sogar In diesen Pestlöchern verboten."—„Ich habe an die Wand gespuckt," erwiderte Juri ge» reizt und ganz ernst. Sascha wollte ihn ablen» ken. Er begann unvermittelt zu erzählen. „Das waren noch andere Zeiten, vor vier Jah«n die Weihnachten. Da habe ich die Rot- armistcn zu Hilfe geholt, um ein Gefangenenlager vor de« Tschechen zu retten. Und du warst da- chal« ein fleißiger Studern in Eharkov."— „Nein, ich war Kurier der 99t."—„Damals schon? CS war ein Verbrechen, du kannst kaum siebzehn gewesen sein."—„Für die Partei ist' kein Opfer zu groß." Sascha zuckte lässig die Achseln:„Das habe ich auch geglaubt. Aber was würde aus unsere» Idealen, wenn wir sie nur an die Partei hängton, nicht an die große leuchtende Sonne des fernen Zieles, an die „Aber höre, damals lag ich zu Weihnachten Mit einem kleinen Delachement Rotarmisten in einem österreichische» Geso»gonc»Iager. Die Leute waren wie daheim, holten am Vortage des Festes Ehristbäume, behängte» sie mit Liebesgabe» und mit allen möglichen Tand, den sie gebastelt Hai- ten. Es war Leben im Lager wie bei einer Bauernhochzeit. Von Krieg und Revolution nicrkte man nicht viel. Da flog in die Däuimo- rung ein Schrcckcnsruf durch die Lägergasse». Niemand wußte, wer es zuerst gemeldet halte, niemand wußte, woher die Botschaft kam. Aber alles schrie, johlte, jammerte! Die Legionäre kom» men! Wir hatten einen Mensche» unter den fünftausend,.der ihnen schon einmal entkommen war. Sie hatten acht Wochen vorl>er eine Musik, kapelle von Gefangenen, es waren Deutschöstc» reicher, oder engere LandSleuto der Tschechen, ganze 60 Mann in de» Fluß gejagt und mit Ma» lchinengcwehren im Wasser zusammengeschossen. Der eine war verwundet entkomme», weil er gut schwimme» konnte. Man hat«« im Lager Photo- goaphien der Kapelle, wie sie kurz vor der Exe» kution war. Haß und Furcht jagten die Leute durcheinander. Die Christbäume standen verlas- sen in den Baracken. Die Weiber, die damals schon zu Hunderten im Lager hausten, kreischte» und fluchten. Es waren keine vierhundert Gewehre da, und die Legionäre sollten schon ganz in der Nähe sein. Es dauerte eine knappe Stunde. Da schwärmten tatsächlich die ersten Reiter ans kleinen Kosatenpferdcn aus den Höhen östlich des Lagers. Sie hatten uns umgangen. Flucht war unmöglich. Die Leute waren daraus gefaßt, zu sterben. Bei manchen stellte sich Galgenhumor ein; es waren meist Männer in den besten Iah- ren, Leute, die sich in den Karpathen und am Jsonzo geschlagen hatten: in den geflickten und zerfetzten feldgrauen Uniformen waren sie wie die Reste der großen Armee von 1812 anzuschauen. Mir fiel nichts ein. Ich konnte ine Eße Gefahr nicht recht glauben und wartete ?id in meiner Baracke, was kommen würde. brachte mich ein junges Ding,— die Weiber sind immer erfinderisch und wenn sie sich erst ausaeschrien haben, fallen ihnen die besten Ge- bauten ei»,— auf einen Plan. Sie bat und flehte, ich solle in einer alten zaristischen Ossi- ziersuniform, deren es genug gab. zu den Legio- nären gehen, mir würde man glaube». Ich sähe ans, wie ein richtiger Aristokrat. Sie war der- teufest hübsch und ich glaube, ich ging mehr ihr«, wegen als der fünftausend Männer halber, mich eingeschlossen. In zwei Stunden tvar ich bei de» Legionären. Das Verhör war eine surchi- bare halbe Stunde,— so furchtbar vielleicht, wie die kommende," setzte er leise binzu.—„Ich habe »och einen Denkzettel davon." Er zeigte auf sei- neu Kopf. Zwischen de» langen Strähnen dun- kelblondor.Haare war ein Büschel schneeweiß. „Ich spielte meine Rolle wie eine Holzpuppe, war mehr tot als lebendig. Dieses Heer ohne Heimat kannte kein Gesetz und keine Rücksicht. Aber ich kam durch, die Gölter wissen warum und wieso." Die Tür knarrte, der wachhabende Rotarmist trat ein. Er brachte zwei Ctzschalen Schnaps. „Wir habe» auch nichts Besseres," setzte er ent- schuldigcnd hinzu. Sascha griff scheinbar gierig nach dem Alkohol. Als der Soldat schon in der Tür war, rief er ihn zurück:„Hast du eine Ziga- rette?" Der Soldat überlegte:„Du sollst nicht rauchen"; er grinst«:„es schadet deiner Gesund- hoit." Sascha schien zu schivaukon, dann bot er an:„Ich laß dir den halben Schnaps fiir eine Zigarette." Der Armist zögerte noch, blieb in der Tür stehen: dann entschloß er sich:„da Host du eine." Juri sprang aus:„Mir auch!" Der Armist rückte mit einer zweite» Zigarette heraus, gab Juri Feuer, dann schloß er die Tür. Sascha warf Juri seine Zigarette hin:„Du wirst ruht- ger, wenn du rauchst."—„Was tvar. weiter?" „Die Umgebung der Tschechen, die Nacht- ivanderung bei eisiger Kälte, die mich fast auf der Strecke bleiben ließ, war eine Kleinigkeit gegen die halbe Stunde des Verhörs. Im Norden an der Hauptstraße erreichte ich die rote Armee. Sie verlegte dort dem Gros der Legionen den Weg nach Osten. Am Nachmittag des WeihnachtS- tage» kam ich mit zweitausend Rotgardisten und zwei Batterie» zurück. Wir schlugen die Tschechen und befreiten da« Lager. Die armen Teufel feierten mich>vie einen Gott. Am Abend tanzte» sie um die Cbristbäume. Während sie sangen und trampelten, lag ich in den Armen des schwarzen Mädels, die mich zu dem Bravourstück verleitet haite. Ihre Lippen waren heiß und stark war sie wie ei» junges Füllen. Das alles ist wie ein Märchen; schlimmer als ein Film oder eine Jiidianergeschichie. Aber was ist in Rußland nicht in de» letzte» Jahren alles geschehen, das noch viel abenteuerlicher ivar. Die Well kennt den Begriff deS Unwahrscheinlichen nicht mehr." Juri rauchte ruhig und starrte die Decke an. „Ich werde»i Moskau erschossen werden," sagte er und sprach es wie eine freudige Verheißung au§.„Aber ich werde meine Brüder rächen."— „Eine Mutter wartet auf dich."—„Sie wird stolz sein auf mich." Sascha zuckle die Achseln. „Ihr Sozialrevolutionäre habt doch alle irgend- eine» Klaps. Narren, Schwärmer, Fanatiker seid ihr. Die Tschcka sollte euch lausen lasse». ES hat keinen Sinn, euch einzusperren."—„Was wirst du machen, tvenn du herauskonmist?" fragte Juri.„Ich werde nach Europa gehen, ein neues Leben anfangen, wenn es das noch gibt, nach vier Jahre» Krieg und vier Jahren Bürgerkrieg, die man hinler sich hat." Sascha nahni einen kräftigen Schluck Schnaps, nach einer Weile noch einen, dann klopfte er an die Tür. Der Gardist öffnete und nahm den Schnaps. Nichtig vergaß er ordentlich zu schließen, da Sascha ihm in jede Hand eine Eßschale gegeben halte. Die Beiden starrten in das trübe Licht der Laterne, die wie eine Grabampel an der niedri- gen Decke hing. Juri sah Köpfe vor sich und wieder Köpfe und auf alle zielte er. Aus den vielen ward einer, ward der Kopf, das Gesicht de« Einen, Gehaßten, Bersiuchten, ward das Antlitz Dzerschinskys. Wie die Fratze des leid- hastigen Satans stand es dicht vor Juris Augen. Dich möchte ich nicht erschießen, dachte er, dich möchte ich erwürge», nein, doch erschießen, aus einen Schritt Distanz, daß dein Gesicht zerfetz! und dein Schädel zertrümmert würde, wie die Köpfe meiner Bruder und Schwestern. Er träumte wieder von dem grausigen Ende seiner Geschwister, die mit zerschmetterte« Schädel» auf den Stufen logen, uiio i» seinem Hirn jagten einander die Bilder, aber jedes war Grauen und Blut und Mord. Das ganze große heilige Ruß- land wurde zu einer eklen Lache Blut. Sascha träumte von einer Frau, die irgend- wo im D-Zug zwischen Berlin und Wien oder auch zwischen Brüssel und Paris— was wußte erl— in einem Abteil erster Klasse saß und das neueste Buch von Trotzky las. Das tat sie wohl, wen» sie noch so war wie früher. Sascha träumte von den Christbäumen der österreichischen Gesan- genen und von dem kleinen rassigen Bauern- mädel,— aber das war ja wieder Sonja und sie lachte spöttisch mit wissenden kalte» Augen. Und er träumte von warmen Hotels und Büros und bürgerlichen Wohnungen. Er träumte von Europa und dachte: Frieden. Rußland und Krieg und Greuel lagen hinter ihm. Fahre fern. Er fuhr auf.— Im Gegenteil, jetzt balle er nur geträumt!. Draußen grämten die Soldaten. Noch eine halbe Stunde Schlaf, dachte er und drehte sich zur Wand; der Schnaps hatte ihn erwärm», er fröstelte nicht mehr. Und jetzt träumte er von der Flucht. Er faß rittlings auf der hohen Mauer. Unten stand ein belassener Soldat und legte aus ihn an. Er wollte springen, aber er konnte nickst, da war er wieder, der alte Angsttraum der Kinderzeit. Er kann nicht vom Fleck. Der Soldat zielt;»och ehe Sascha den Schuß hört, fühlt er (;anz deutlich einen Schlag gegen die Brust und pürt, wie eS in feinem Körper warm und dick quillt. Ganz da oben, links unterm, Schlüssel- dein. Er taumelt und sagt zu sich wie von einem Dritten: Um Gotteswillen, das ist ein Hcrzschuß. Eine Sekunde brennt entsetzliche Todesangst in ihm. Er weiß daß er sterben muß. Im selben Augeitblick denkt er„Sonja" und dann„Mutler". Die Mauer, von der er erst nicht loS konnte, läßt ihn jetzt frei. Er fällt in bodenlose schwarte Tiefen. Sascha erwacht wie nach einem jähen Fall. Draußen schnarcht es. Auf seiner Stirn stehen perlgroße Schweißtropfen. An den Schnarchen- den vorbei stürmen sie die Treppen hinan Sascha geh« in das Wachzimmer, als ob hier nicht der Tod lauerte. Juri fiebert und klappert m>t den Zähnen. Aus der Bank schläft ein Offizier und wetzt unruhig hin und her. Sein Mund steht offen und die Luft geht pfeifend durch seine Zähne. Sascha hat da« sichere Gefühl, einen Freibrief für sein Lebe» z» haben: Bis zur Mauer. Wie Kinder im Finsteren Gebete slam- meln, sagt er fortwährend unhörbar leise vor sich hin: Erst auf der Mauer,— erst auf der Mauer. ?lls ob eS feine Wachstube wäre, nimmt er die Offiziersuniform, Mantel und Kappe. Die Do- knmente wirft er in« Feuer. Sie könnten nur Verdacht erregen. Nach dem schlafenden Kapitän schaut er sich nicht einmal um. Für Juri nimml er einen unauffälligen Schafpelz. Er sch-üri da» Zeug zu einem Bündel; das Ganze dauert ke'.nc zwei Minuten. Juri hatte sie nicht gezählt. Sic schienen ihm eine Ewigkeit. Wie eine Leiche stand er vor der Tür. Sascha war ruhig wie noch einer Morphiuniinicktion. Sie passierten Gänge und Türe», die ihnen unbekannt waren. Sascha ging sicher durch alle Räume. Im ersten Stock war vi« Tür des UiiterofsizierSAimniers halb offen, drin wurde gelärmt und gelacht. Sascha ging in die Sch laskam wer nebenan; er öffnete das Fenster, faßte den Trabt des Blitzableiters, Er war vereist und von glasiger Glätte. Mit Übermensch- licher Kraft kam Sascha bis zu dem Sims. Juri muß zuerst springen, fiel ihm jetzt ein, denn er erinnerte sich plötzlich, daß auf der Mauer sein Verhängnis wartete. Juri kam an setner Hand hoch, sprang hinüber und saß aus der Mauer. Sascha warf die Kleider»ach, dann sprang er selbst. Mit einer Hand griff er den äußeren Mauerrand..Haut und Nägel zerrissen an dem stahlharten Eis. Er zog sich hinaus. Gespenstisch wie ein König der Nacht und ihrer Dämonen ragte seine schlanke graue Gestalt in die weiße Fläche, in die Wolle» und Wälder und Schneefall verschwommen. Rittlings saß er auf der Mauer. Er wollte springen, aber er konnie nickst, da war er wieder, der alte Angsttraum der Kin- derzeit. Gelähmt starrte er in die Noch! des Ge- sängnishofes. Aber es rührte sich nichts in der schwarzen Tiefe. Er griff an sein Herz. Er» schauernd fühlte et die Amuletikapsel mit dem Bild und dem Haar einer alten Frau. Der Bann löste sich mit einem. Sascha holte lies Atem und sprang: Es schneite leise. Juri freute sich wie ein kleiner Junge: Der Schnee wird die Spuren verdecken. Sie liefen eine Bier- telstunde. Aus dem Geleise der Transsibirischen Bahn keuchte schwer, mühsam ein Lastzug die Höhe heraus. Mit de» Schätzen Sibiriens be- laden rollt er, hat er diese Höhe übenvunden, gegen Westen: nach Rußland. Juri springt ihn an, wie er schiieckenlaiigsani bergan kriecht. Wo bleibt Sascha? Ein Stück gehl er neben dem Zug einher.— Die Wcge trenne» sich, eine Wel- Iciitchcide: In fünfzehn Minuten passiert hier der D-Zug nach Wladiwostok.„Ich werde das Sig- nal aus Hall stellen und einsteigen. Die Erde ist so köstlich runo. Man kann auch über San Frau- ciSco nach Europa kommen. Der Lastzug hat die Höhe überschritten und rollt zu Tal und Juri rollt mit,»ach Rußland, in Blut und Greuel und unendliche Schrecken. Das Signal geht aus Halt. An einen Baum gelehnt mattet«ascha. Und plötzlich denkt er: Wie der Weihnachtsbaum aus der Baracke am Bailkalsee. Mein Wegweiser nach Europa. Wie märchenhaft ist doch das Leben! Knirschend greifen die Bremsen wie Zangen in die Räder des D-Z»geS und Sascha lächelt: Märchen? Abenteuer? Traum ein Leben? Nein: Das Leben ein Film! Vom Weihnachtsbaum und Varadies. Auf einem seltsam schönen Bauwert, das im 3. Jahrhundert v. Ehr, der indische König Asoka dem Gedächtnis Buddhas errichtete und das sich bis heute erhallen hat, befindet sich inmitten der vielfältig verschlungenen Ornamente ein Gebilde, dessen Bedeutung ma» sich zunächst nicht erklären kann. Es ist ein Baum, dessen lange Zweige mit allen möglichen Dingen behängt sind, mit Älöck- chen, farbigen Tüchern und Schinuckivcrt, alles durchzogen von der graziösen Umschlinguiig lan- ger, weicher Bänder. Dieser Baum wurde nicht ohne Grund in die Ornament« des schönen alten Bauwerks verflochten, denn wo es galt, Buddha zu ehren, war das Symbol des WunschbaumeS, wie»tan diese Bäume nannte, wohl am Platze. Und so findet man unter altiudischeu Moiiven gar Nicht selten solche mit Schmuckwerk behau» geilen Baunizlveige verwendet. Sie sind Sinn» bildet der menschlichen Wünsche, des Begehren? »ach irdischem Besitz. Man hat diese symbolischen Gebilde tvahp- s scheinlich auch in natura ausgerichtet, wenigstens berichten uns alte Reisende von solchen Bäumen, die noch dazu über und über mit brennenden Lichtern besteckt waren, also ganz ähnlich, wie wir unsere Weihnachtsbäume zieren. Doch auch die Ehinesen kannten das Bestehen grüner Bäume mit Lichtern. Ein alier Bericht meldet, daß Prinz Jong, der im 6. Jahrhundert v. Chr. lerne, auf einen Berg einen Lichterbauin stellen ließ, so daß 1 sein Schein in die Ferne leuchtete. Vorläufer unseres Weihnachtsbaumes dürfen t i«r in diese» orientalischen Schmuckbältmen aber i wohl nicht annehmen. Lebende Bäume Jti Schmuckzwecken mit Lichtern z» schmücke», war! •nt frühen Mittelalter auch in Europa Brauch, j In den französischen Ritterburgen soll es m: H2. Jahrhundert üblich gewesen sein die Ankunft hoher Gäste dadurch zu feiern, daß man zur Seit« des Eingangs Lichterbäume ausstellte. Allein'mit WeihnachtSgedanken hatten diese Lichterbäume nichts zu tun. Der deutsche Weihnachtsbaum entstand vielmehr aus rein germanischem Brauch. Als die Germanen um die Zeit der Sonnenwende ihre Winteranfangsfeste feierten, da pflegten fiel ihre Wohnräume vor dem Fest mit allerhand grünem Gezweig zu schmücken, denn die Berüh rung solcher wintergrüner Zweige sollte übernatürliche Kräfte verleihen. Dann kam das Christentum ins deutsche Land und an die Stelle des alten Julfestes trat nun die Feier der Geburt des Erlösers. Aber der Glaube an die übernatürTiche Kraft der grünen Zweige hatte sich dennoch fest erhalten, und darum führte man bei den Weihnachtsumzügen, die sogar noch im Mittelalter stattfanden, wintergrune Bäumchen und Zweige mit sich, die man nun mit Aepfeln und Nüssen schmückte den alten Fruchtbarkeits symbolen oder auch mit buntem Zeug durch flocht. Gsten Christen jener Zeit galten biefe Schmuckzweige freilich als heidnischer Tand, der mit dem Christentum nichts gemein habe. Und als zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Straßbirq der Brauch auffam, zu Weihnachten Tannenbäume mit Papierrosen und Zudevverk zu behängen, da wurde von geistlicher Seite noch immer leidenschaftlich gewettert über diese lächerliche Lappalie", aber es war zu spät. Zuerst lang fam, dann immer schneller verbreitete sich der Baum über Deutschland, und da, wo er Einzug gehalten hatte, hielt man an ihm fest. Deutsche waren es auch, die den Weihnachtsbaum nach England, Frankreich, Rußland und Almerita, ja bis in die fernsten Erdteile verpflanzt haben. In Nordamerika ging man natürlich gleich daran, den deutschen Weihnachtsbaum zu berbessern", indem man ihn statt der duftenden Wachsferzen mit elektrischen Glühbirnen beleuch tete, eine Mode, die man leider auch heute bei uns nachahmt; ein anderer amerikanischer Verbesserungsversuch war der, Christbäume aus Sisen herzustellen und durch die Zweige feine Basröhren zu ziehen, so daß der Baum durch asflämmchen erleuchtet wurde. Diese Geschmac losigkeit wurde aber glücklicherweise doch nicht zur Mode, und heute ist der Gaslicht- Christbaum längst verschwunden. Auch in Deutschland trifft man den Weihnachtsbaum nicht überall in der gleichen Gestalt an. In Bayern, wo er übrigens ziemlich frät Eingang fand, so daß man ihn in GarmischPartenkirchen erst seit etwa dreißig Jahren kennt, gibt es z. B. Gegenden, in denen: statt der Weihnachtsbäume ein sogenanter Seloßzbaum aufgehängt wird. Von der Mitte der Zimmerdecke läßt man einen Eugelförmigen Holzklop herabhängen von dem lerzengerade Stabstrahlen ausgehen. Sobald nun die Kerzen brennen, kommt durch die von ihnen ausstrahlende Lufterwärmung der Kloz in eine langsaine drehende Bewegung. An anderen Orten hängt man auch wohl den Christbaum mit dem Gipfel an die Zimmerdecke oder an die Band. Doch das sind vereinzelte Ausnahmen im deutschen Weihnachtsbrauch. An Stelle der frischen grünen Tannen trat früher, namentlich in großen Städten, wo das Sereinholen der viclen frischen Bäume aus dem Balde nicht immer leicht durchzuführen war, bisweilen auch die Pyramide, ein mit grünem Papier umwideltes Holzgestell, das aus pyramidenoder fugelförmig zusammengenagelten Stäbchen bestand, die mit Sterzchen besteckt und mit allerlei auten Dingen berängt waren. Auch in den letzten Jahren, da die Preise der Tannenbäume immer höher stiegen, ist man vielfach wieder auf ähnliche weihnachtliche Schmud- Gestelle zurückgekommen. die zum Teil segar recht reizvoll wirken. Man folgt auch alter deutscher Volksjitte, wenn man sich ein kleines Paradeis" aufbaut. Das ist nichts anderes als eine Pyramide aus vier Heffeln. Drei größere Aepsel verbindet man im Dreieck durch Stäbchen, steckt in die gleichen Nepfel ebensoviele nach oben reichende Stäbchen und frönt diese dann mit einem vierten großen Apfel, auf den man ein Lichtchen steckt. Heilige Nacht. Es steht ein Stern, der leuchtet flar, Von Nacht zu Nacht, schon tausend Jahr. Es tommt ein trüber Wandersmann, An eine Stalltür tlopft er an. Wer bist du, Mann? Was suchst du hier? Ich suche Gott in Mensch und Tier. Dann tritt herein, hier kannst du schn Ochs, Esel und ein Lämmlein stehn. Ein Lämmlein wie im Paradies; Ein Knäblein streichelt ihm das Blies. Das Knäblein sißt auf Mutters Schoß, Sat Augen wie der Stern so groß. Es ficht der trübe Wandersmann Die stolze Magd, den Knaben an. Ja, sich nur in die Augen sein, Da siehst du Gottes Glorienschein! Ich ächzte wie ein Ti ein Tier fürwahr, Indes ich lag und ihn gebar; Run frönd auch mich der Schöpferglans, So schön ist keiner Jungfrau Kranz! Es steht der Wandersmann und sinnt; Es lacht die Magd und herzt ihr Kind. Das Lämmlein ledt an ihr hinauf; Ochs, Efel stehn und horchen auf. O, Mutter Gottes, höre mich an, Mich vielversuchten Gottesmann! Vor deiner Schönheit tönnt ich fliehn, Bor deiner Wahrheit lieg ich auf den Knien. Ich ging auf Erden hin und her: Es hieß, daß Gott gestorben wär. Doch siehe da: von jeder Magd Wird er aufs neu zur Welt gebracht. Nun bin ich auch ein Gottessohn; D, Mutter, nimm dies Lied zum Lohn! Es steht ein Stern schon tausend Jahr Und leuchtet noch wie einst so klar. Richard Dehmel. Jiří Haußmann.*) Die Gedenktafel. Ein Lebensbild in einem Arte. Personen: Der Bürgermeister. 5 Gemeinderäte. Ein Meiderrechen rückwärts in der rechten Ede. Ort der Handlung: Der altehrwürdige Sigungssaal des Rathauses von Buntkoſtelet. Erste und einzige Szene. ( Gemeinderatssigung.) Der Bürgermeister:..... es erübrigt noch, den Bericht der Kommission ur Anbringung einer den letzten Punkt des Programmes zu erledigen, Gedenktafel für unseren großen Karl HavličekBorobsty auf dem Gemeindebrunnen. Da sich die tommission betreffs eines geeigneten Textes der Aufschrift nicht einigen konnte, mit welchem die Plakette versehen werden soll, legt sie die Angelegenheit. dem Gemeinderat ur definitiven Entsch idung vor. Ich bitte die Herren, zu diesem Punkte ihre Vorschläge zu unterbreiten. Staatsbejahenden Clemente ohne Unterschieb ber] tun, oder or full fich od amol die Niebe bei dem Konfeffion, des Standes und Geschlechtes in sich raucana Wetta ouguda, un dör Hofer is a nuch bereinigen würde mit einem Worte eine Par- ganz grien un die Apana sein treitig, un jete nuch tei, die gottlob schon egiſtiert und die nationalde- zu oll dam die Kuntingende dos möcht mör mokratische Partei heißt. Jawohl, meine Herren, auch bretta, ei die Stott giehn un dort streika un die nationaldemokratische, denn sie, ist nuch die Underſtüßung nohma leider die einzige, welche heute opfemvillig Der Bürgermeister: Ich bitte den Herrn Reddie Rechte unserer unterjochten Sprache verteidigt. ner, mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Stunde Meine Herren, wir sind durchaus feine Chauvinis bei der Sache zu bleiben! sten, aber soviel können wir verlangen, daß die 2. Gemeinderat: Juju, zör Soche: ich schloa Republik, für deren Selbständigkeit wir unser eige- furz vur, daß man a fumas uff die Tofel schreba nes Blut vergossen haben, ein rein nationa- full: Dem größten Adersmann der böhmischen ler Staat sei und nicht ingend ein internationa- Politit das dankbare Landvolt" uber su ehrlich. les Territorium, wo uns jeder Bangevmane auf Der Bürgermeister: Jch bringe den Antrag einer öffentlichen Straße durch sein lautes(!!) hiermit zur Abstimmung. Der Antrag ist mit deutsches Sprechen provozieren tönnte! Nein, vier gegen eine Stimme abgelehnt worden. Das meine Herren, nicht deshalb haben wir in Kerfer- Wort hat.. zellen geschmachtet, daß da irgendwelcher beftoche- 3. Gemeinderat( liest mühsam ab): Wir jede ne Verräter schamlos die Umivandlung unseres Ideologie, ist auch das Wert Havličels die nottschechoslowakischen Staates in ingend wendige Resultante der circulierenden Kräfte des eine Art zweiter Schweiz verlangen könnte! Wir Wirtschaftsproduktionsprozesses. Havličet lebte zu find weit entfernt von den altösterreichischen Be- einer Zeit, da der bürgerliche Liberalismus dic brückungsmethoden, hat doch Desterreich die ökonomische Basis des Feudalismus unterwühlte Deutschen protegiert, während wir im Gegenteil und auf ihren Trümmem die neue bapitalistische das tschechische Element unterstützen wollen Weltordnung errichtete. Heute aber spielt sich ein aber 1 r zu irgend einer faulen Verständigung darf ähnlicher Vorgang ab: Das fünfjährige Morden es nicht kommen und wir müssen die Herren in des fommunistischen Proletariates, das den impeunserem eigenen Hause bleiben! Dies ist unser rialistischen Regierungen durch die BörsenspekulaProgramm und dies war auch das Programm tion diffiert wurde, hat den Zusammenbruch des Havličets! Doch möchte ich, meine Herren, modernen Kapitalismus, der durch eine mächtige, noch auf ein Moment aufmerksam machen: Auch divette Aktion der Massen, enie blutige Weltrevodarin ist Havličet mit uns einig, daß er trotz sei- lution hinweggefegt werden wird, in unverhüllter nes scheinbaren Radikalismus die heutzutage ein- adtheit aufgedeckt, wodurch nach russischem Mugig mögliche, einzig gute und einzig gerechte Ge- ster die heutige Tyrannei der Bourgeoisie und fellschaftsordnung nicht ändern wollte. Lesen Sie täuflichen Sozialpatrioten gebrochen, die Diftatur nur, ich bitte Sie, gründlich in seinen Schriften des Proletariates eingesetzt und der Sowjetstern nach- wie ich es getan habe und geben Sie auf der Leiche der alten diskreditierten sozialen dann zu: Haben Sie in irgend einer irgendwo nur Ordnung aufgepflanzt werden wird. Genossen! das bloße Wort Sozialismus" gelesen?*) Sind Könnet ihr daran zweifeln, daß Havliček heute Sie auf nur ingend ein Bitat aus Mary gestoßen? nicht ebenso stolz an der Spiße der vevolutionären Havliček fannte sicherlich gut aus eigener Erfah- Massen, wie er einstmals die feudal- monarchistirung Rußland und wo, frage ich Sie, wo sche Reaktion bekämpfte, marschieren würde? spricht er von den Bolschewiten? Nivgends, meine Genossen, wenn Havliček leben würde, wäre Herren, nirgends, denn er glaubte, gerade so wie er der glühendste und Kompromiß... aller fomwir, daß aus dem heutigen Chaos ein neues, gro- prgmißloseste Kommunist! Und deshalb ehren wir Bes, tonstitutionell- zavistisches, gemäßigt- fortschritt- sein Andenken am besten, wenn wir auf die Geliches, vernünftig- demokratisches Rußland entste- benktafel die Parole des gesamten Proletariahen würde, welches... welches... aber, wozu tes eingravieren lassen: soviel Worte verschwenden: Kurz, mit Rücksicht auf den Geist, von welchem das Werk Havličeks burchweht ist, stelle ich den Antrag, daß auf die Gedenktafel die denkwürdigen, passenden Verse eingraviert werden, die zu diesem Zwecke der verbiente hiesige Dichter Prokop Wosahlo verfaßt hat und die ich hiemit beantrage: Havličel wir versprechen dir: Immer bleiben die Herren im eignen Hauſe wir. Selbst trotz der größten Hetz Deine Gemeinde Buntlostelet." Der Bürgermeister: Ich bringe hiedurch den Antrag zur Abstimmung... Der Antrag ist mit vier gegen eine Stimme abgelehnt worden... Das Wort hat... Es lebe die dritte Internationale! Antrag zur Abstimmung. Der Bürgermeister: Ich bringe hiedurch den bier gegen eine Stimme abgelehnt worden... Der Antrag ist mit Das Wort hat... 4. Gemeinderat: Teure Freunde! Unerforschlich ist der Wille des Herm: Er weist sicherlich den Menschenfindern den Weg der Erlösung, aber er läßt es gleichzeitig zu, daß diese, von den Verführungen des Teufels verlockt werden und sich so in dem Schlingwerke des Lasters verfangen. letzten Endes aber siegt schließlich dennoch die göttliche Weisheit und der Sünder tut Buße, wofür uns gerade Karel Havliček- Boromäus ein leuchtendes Beispiel gibt: benn vom rechten Wege 2. Gemeinderat: Dös do, meine Hörrn, wos veririt wovon sein erstes Gedicht Die Reder Hörr Vurrebner gesot hot, is iberhaupt nej ligion" betitelt, Zeugnis gibt wird er später ein wohr, daß dör Havličet irgend a Nationaldemo- Opfer der Anschläge des Satans, indem er die GL fvat gewefa ist! Durbe unb burt bot Die national durchlauchtigsten Berfon des erhabenen Herrschers meeglich. weil er ei Stirche haßt, Gott lästert, ja nicht einmal vor der 1. Gemeinderat: Meine Herren! Wer nur Borovy geburn einigermaßen, wie ich beispielsweise, mit dem demokratische Partei gor feene Urganisation, und Achtung hegt und auf das ihm durch Gottes GnaWerke Havličeks bekannt ist, muß bekennen, daß su funnte der Havliček keen Nationaldemokrat ge- den vorgesetzte Herrscherhaus den giftigen Speidieser in erster Linie und zuerst ein außergewöhn- wäsa sein, hehehe, uff uns tummt ör nej, meine chel feiner Zunge auszuspeien sich nicht schämte. licher B: triot und Nationalist gewesen ist, wovon Hörrn! Oder wos wohr is is, daß er zuverlässig und da dürfen wir uns allerdings nicht wunbesonders seine denkwürdigen Bere:„ Ruhe sanft vom Bunde der bimschen Landwirte wor! Ich hou dern, daß er der gerechten Strafe, dem Brixener und recht in Frieden, der Tscheche fürchtet sich zuvor nej viel von ihm gelasa, nujo, wu sull denn Exil nämlich, keineswegs entgehen konnte. vor dem Deutschen nicht hinieden", beredtes Zeug- bar Mensch heitzutage die Zeit dazu harnahma, Aber was sehen wir, teure Freunde? Er, der nis geben. Das Hauptziel seiner Politik war sicher- oder ich befinn mich, doß neilich wos von ihm ei Atheist, der Lästerer, der Republikaner und Auflich eine einzige, große, idealistische, sozial- ge- unserm Parteiblattla gewasa ist, wie dör Hörr wiegler, kehrt in der Todesstunde demütig wieder mäßigte, allnationale and in angemessenen ausglitscha tut und wie sich der Bauer fir ihn ein in den Schoß der hl. Kirche zurüd, und glauben Grenzen demokratische Partei, eine Partei, die elle Fuß brecha tut uder su ähnlich wors, un sis Sie mir, teure Freunde, wenn er seinen Tod nur *) H., geboren 1898 in Prag, gestorben 1923 mifm Bauer werklich asu, denn heitzutage a prafer um eine ganz furze Zeit überlebt haben würde, in Prag im Alter von 24 Jahren. Er schrieb:„ 3pě Bauer sein, dös is a Upfer för a gonze Stoht, dy hanlivé“,„ Občanska vaka“( Verse), Divoké po wies unlängst eim Parteiblotte geſtonde hott! Si vidly( Wilde Geschichten). Ein ausgezeichneter Satis ieder Bledl schimpft do, doß mir Bucherer sein riker und Parodist. *) Karel Havličet- Borobity( 1821-1856). Wenn er im Waldschlage arbeitet, a anders Leben, geben, Der arme Böhmerwald". Bert er sich allerlei aus, reimt es zufamUnd ban Beamtensstand, die haben Von dem bekannten Volksliede„ Tief drin men und trägt es im Kopf herum. Am Sonntag, denn das Nahrungsmittel muaß cah da Brotherr im Böhmerwold" sind in den Holzhauergegenden wenn er im Wirtshause sitt, singt er dann den des Böhmerwaldes etliche Umdichtungen im Um Jungen seine Lieder vor, die immer von dem oh armer Arbeitsstand, do wo gar nig mehr fledt, lauf, die nach der Weise des Böhmerwaldliedes handeln, was das Dorf und die Leute gerade be- wann er a gleich am andern Tag verreckt. gefungen werden. Während das alte Volkslied wegt. Dabei spart er nicht mit Spott und jeder, Und der an Grund will haben, dos wird er ch die Liebe der Böhmerwäldler zu unserer Heimat auch der Herr Pfarrer und der Herr Förster beverstehn, verherrlicht, besingen die Volksdichter, von denen fommen ihren Teil ab. Das liebste Lied ist ihm daß a sters Mol do muaß gegen Opfer gehn, die Umdichtungen ſtammen, halb entfagungsvoll, ſein„ armer Böhmerwald", den er vor vielen die nehmen Silverzwanzger und Stronen a bazua halb scherzhaft die Armut und Not des Böhmer- Jahren in der Zinsgründlerzeit gedichtet hat und die Herren, die fressen viel, die triagn net gnua. waldes und bezeichnen ihre Lieder als den den er heute noch am liebsten singt. Wir nahm „ nenen" oder den avmen Böhmerwald". er als jungen Studenten einmal das Wort ab, Und der will Schulden zahln, der muaß af Mannheim fahren, so fürchtete, der Fürst" könnte beleidigt sein und der denkt sich halt, dahoam san lauter Narren, ihm die Zinsgründe wegnehmen. Heute, wo die die haben den Grund ausg'ramt und loft noch viel Geld, paar steinigen Gründe ihm gehören, braucht er niemanden zu fürchten und so hat er nichts mehr weil die Lumperei geht af der Weit. dagegen, daß der„ arme Böhmerwald" in die Und da Arbeitsstand, der is heut ganz veracht, Zeitung kommt, was hiermit geschieht: weil a alles heut, noch af da Welt recht macht, und dö wos helfen kannten, n liegt a nig dran, Dafür triagen mia loa Pension. Im Böhmerwald auf da Grenz, do wo mei Sütten steht, Gins dieser Lieder stammt von dem Volks- das Lieb nicht in die Zeitung zu geben, da er dichter Pius Kubitschek, allgemein„ BöhmeiPins" gekeißen, der als Holzhauer und Häuster Fürstenhut haust, zu hinterst im Böhmerwald da wo nur Erdäpfel und Straut gedeihen, der Safer faum reift und die Vogelbeeren das einzige Dit sind, das die Leute im Herbst an den Baumar sehen. Da haust also der alte Volksdichter einem Häuslein hart an der bayrischen Grenze mit seiner Alter, und das einzige Stüblein ist voll von Jungvoll, dem der Vater im Krieg geblieben ist. Der Alte hat sich ein ganzes Leben lang geschunden und geplagt, wie sich alle Für stenhuter Zinsgründler, die wie der Schmetterling mit der Nadel an den Boden angeheftet waren, im Dienste des Gruntherrn Schwarzenbeg geſchunden und geplagt haben, bis sie vor und da Sad Weizenmehl, gleich hundert Gulden fost, nigen Jahren die Zinsgründe ins Eigentum da muaß ma vadriaßli wern, do hot ma gar toa bekamen. Wie alle Fürstenhuter Holzhauer sich und wo das ganze Jahr, bei uns loa Gschäft nit goht, do müassen' s ganze Jahr, bei uns d' Leut fleißig fein, aber foa Reinertrag fummt nit herein. Und in Böhmerwald af da Grenz, do wo nig aussawochst Freud, in der verlassenen Gegend bei einem Leben voll do wirds noch traurig wern, meine liaken Beut. Nót und Arbeit Heiterkeit und Frohsinn bewahrt haben, so ist auch unser Volksdichter ein Mensch, Und wenn der Frühling fummt. do sans jo alle der das Herz allzeit am rechten Fleck hat und und holt ba uns geht alle Jahr da Samen o, zu jedent Scherz und Schabernack aufgelegt ist. und der a Geldi hot, an Samen laufen lonn, Der alte Böhmei- Pius" ist ein rechter und der loans hot, der muah davon froh, weil er sich' weng mitn Steden rührt, Und der Arbeitsstand, der is' weng respektiert, bis er einmal gar nimmer schnaucha kann, dann triagt a jeder a Trum davon. er hätte gewiß seiner Umkehr durch seinen Bei tritt zu unserer christlichsozialen Partei die Krone aufgelegt und deshalb nennen wir allein ihn mit Recht unseren" Hablíčet und flehen Gott einzig und allein darum an, daß er das ganze Volt erleuchten und in wiedergefundene Schafe verwandeln möge. Das äußere Symbol aber dieses unseres inbrünstigen Gebetes sei gefennzeichnet durch die Aufschrift auf der Gedenktafel: ,, Alle Wege führen nach R Rom!" Der Bürgermeister: Jch bringe hiemit den Antrag zur Abstimmung... Der Antrag ist mit vier gegen eine Stimme abgelehnt worden... Das Wort hat... 5. Gemeinderat: Alles, was da gesagt worn ist, is a bloßer Schmus und a Idiotismus. Havlíčet war weder a Burgeois, noch a Sozi, noch a Bauerntrottel, noch a Kerzelweib, demgemäß tann er also nix anderes sein als ein Gewerbetreibender und Angehöriger der Gewerbepartei, und als Beweis dessen führe ich an, daß er in Brag in der Ferdinandsstraßen einen Greislerladen ausübt und deshalb wollen wir auf den Planeten oder die Raketen, oder wie das Ding da heißt, einfach aufschreiben: Wählet die Ge werbepartei" und damit basta! Der Bürgermeister: Jch bringe hiedurch den Antrag zur Abstimmung... Der Antrag ist mit bier gegen eine Stimme abgelehnt morden... Meine Herren! Da teiner der gestellten Anträge die erforderliche Majorität für sich hat, stelle ich den Antrag, daß von der Anbringung der Gedenktafel überhaupt Abstand genommen und der Und den Arbeitsstand, den sollt ma alle owürgen zu diesem Zwede bewilligte Betrag zur Hälfte daß oft ander Leut a schöners Leben taten triagen, zur Erhöhung der Diäten der Gemeinderatsmit grad gnua, do triagatens Milch und Butter, Schmalz und Fleisch glieder bei auswärtigen Kommiffionen, zur Hälfte zur Dotierung eines Fondes für die Veraber da Arbeitsstand, der hätt an Ruch, edelung des Schweineviehs im Bezirk Bunt Meine Ser der was heut seine Arbeit nicht mehr schaffen kann, ftimmung... Ich tonstatiere, daß der Antrag Und der dos Liad hot dicht, dos is a alter Mann, Rostele verwendet werden möge. ren! Ich bringe hiemit den Antrag zur Abdenn die jungen Jahr, die sind bei ihm schon gar, per Afflamation angenommen worden ist. heut triagi a gar koa Fleisch, nur lauter Boan. Dr. Rudolf Kubitidet. ( Borhang.) Uebersezt von Sarl Nowat