Ur. 344 Abonnements• Bedingungen; Abonnements-Pre!» pränumerando: vlerteljährl. Z,Z0 Mk., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 2S Psg. sret in» Hau». Sinzeine Nummer S Psg. Sonntags- Nummer mit tllustrtrter SonntagZ- Beilage„Di- Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: SL0 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- gsttungs- Preisliste sür 1898 unter Dr. 7576 Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn L Marl, für daS übrige Ausland S Marl pro Monat. Erschewl täglich nutzer»»»lag». Devlinev Volksbl�kk. 15» Jahrg. Die Instrtiolls- Gebühr beträgt sür die sechigespaltene»olonei- »eile oder deren Raum 40 Psg., sür verein»- und versammlungS-Anzetgen, sowie ArbeitSmarlt 20 Psg. Inserat« sür die nächste Nummer müssen bi« 4 Uhr nachmittag» in der Eppeditton abgegeben werden. Die Srpedtlion ist an Wochentagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bi» 8 Uhr vormittags geöstnet. Fernstprecher-»ml I, Hr. 1508, Telegramm- Adreste: »«o,iald»m»kr»l Verltn". Zentvalorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaklion: SW. 19, Veukh-Strahe 2. Expedition: SW. 19, Beukh-Skratze 3. Guitkung. Im Monat Segtember gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Alt-Warthau b. Bunzlau, v. den Genossen durch H. Fr. 10,—. Altenburg 200,—. Augsburg. U. 20,—. Berlin, Beiträge derWahlkreise:S. Kreis 600,—. 6. Kreis Moabit 300,—. 6. Kreis Wedding und Oranienburger Vorstadt 700,—(darunter rothe Hochzeit bei Reimann, Putbuser- stratze 2,—;„Nach Acht" durch H. Sterneke 1v,05). 6. Kreis, Rosen- thaler Vorstadt und Gesundbrunnen 600,—(darunter Ueber- schütz einer Sammlung bei S. B. 35 3,60, Skatstreit bei Knappe, Ackerstratze—.80, Knapphausen 1.—, arbeitswillige Streikanreizer Hochstraße 1,—, amerik. Auktion Hochstr. 32s. 1,—). 6. Kreis Schönhauser Vorstadt 700,—. Berlin div. Beitr.: Nicht gehaltener Vortrag 3.—. Dr. L. A. 50,—. Chamissoplatz. Seeburg- stratze 5,—. Dampserbillet Swinemünde- Heringsdorf 17. 7. 2,—. Schristgietzerei v. Wöllmer, Bierkonsum 50,—. Tischlerwerkstelle von Kcup, Bierprozente 4,50. Zigarrenfabrik R. Schulz, Friedrichsfelder- stratze 21 8,80. S. P.. Z. Sch., Ziseleurwerkst. 10,—. L. u. H. B. 10,—. Werkabtheilung Buchdnickerei von Babing 15,—. Uebcrschutz vom Vergnügen durch A. Lax 53,05. Rothe Buchbinder Grüustrahe 5,—. Vergolder, Wrangelstr. 29,45,—. Mehrere vereinigte Kollegen 10,—. Von den vier Mitgliedern der Gewerkschaft' der Buch- drucker ic. i.„V." 20,—. Tischlerei Meisch, Waldemar- stratze 14 24,—. Bau„Union" 3,—. Uebersch. d. Maifeier Fabrik von Kärger 3,20. Bogenhuber— ,50. Von Mitgl. d. U.- Dr. 2 Raten 10,55. Onkel 1,—. Erpel'sche Schuhfabr., Kaiserstr. 4,35. Möbeltischlerei von Kümmel, Frankfurterstr. 16, Saal I 11,75. Freunde trotz alledcin 9,—, Von den Mitgliedern des Deutschen Buchdrucker- Verbandes im„Vorwärts" 250,—. M. S. 1,50. Dirigent E. P. 5,—. Möbelfabrik G. Kluge, Frucht- stratze 31/32 29,45. A. B. 6,30. Sanatorium Gülergotz, diverse Beiträge 6,45. Auf einer Proletarierhochzeit gcs. Baudelstr. 2,—. O. V. 7,50. Bruch i. W. 10. Bernburg. Juli, August. Sept. 30.—. Bern, zur Parteikasse 50,—. Bremen, von Genossen 300,—. Cassel, Parteibeitrag 400,—. Coblcnz, von Genossen aus dem Kreise 10,—. Cottbus, Bautischlerei von M. 7,50. Dortmund, Rckzhlg. 500,—. Durlach, Ucberschutz vom rothen Wald- fest 40,50(dar. v. G. I. Sch.— ,60). Eschwege, D. u. K., Viertel- jahres-Beitrag 6,—. Freiburg i. B.. Ucberschutz d. ReichstagSwahl 25,—. Falkenberg(Oberschl.) 2,—. Freiburg i. B., v. bad. Gen. 20,—. Frohburg, v. d. Genossen des 14. fachst Reichstags-Wahlkreiscs 40,—. Forst i. L.. M.-V. Rckzhlg. 300,—. Fürth 300,—. Greiz, Wahllr. Reutz ä. L. 100,—. Görlitz, Rckzhl. 621,25. Großenhain, v. d. Ge- nosien d. d. Vertr. 80,—. Gietzen, E. K. 10,—. Harburg- Wilhclmsburg, Wahlkreis 600,—. Halle a. S.. Rckzhl. 796.35. Hanau 550,—. Hagen i. W., Uebcrschutz der Reichstagswahl 131,45. Heidingsfeld 17,02. Hamburg, durch die Expedition des „H. E." quittirt am 4. 9. 61.—, 11.9. 81,50, 18. 9. 90,85, 27. 9.43,—. Summa 276,35. Hameln a. W., organisirte Lederarbeiter, 3,—. Köln a. Rh., I. M. 80,—. Kaukehmen. von einem lithauischen Inst- nimm, 1,—. Kockisch-Weitzthal, Mondscheinpartie, 3,—. Limbach, Ueberschutz der RcichStagsivahl im 15. sächs. Reichstags-Wahlkreise 500,—. Limmer, 9. hannov. Wahlkreis, Rckzhlg. 200,—. Leipzig, Stadt u. Land 2000,—. Leisnig 11,60. Mülheim-Wipperfürth, Wahltr. 20,—. Memel, von Genossen 10,—. München, Waldläufer 5,—. Marburg, ein Einsamer 10,—. Nordhausen, v. d. Wahlschlacht 300,—. Neustadt (Oberschl.), Skatspieler 2.50. Neustrelitz 0,65. Ottensen, durch Poulsen 11. Rate 10,—. Offendurg-Dieburg, Wahlkreis 200,—. Oberstein, E. K. 8,30. Sommerfeld, nicht verbrauchte Reichstags-Mnnition 11,—. Stettin v. d. Genossen 400,—. Schmicdebcrg i. Riescngebirge 10,—. San Nemo 1000,—. Stuttgart, G. U. 10,—. Saarabien, aus dem Königreich Stumm 10,—.' Thüringer freie Sänger 100,—. Woltmershausen b. Bremen 100,—. Außerdem sind noch als Ueberschutz der für den armen schlesischen Weber eingeleiteten Sammlung für den Unterstützungsfonds ein- gegangen 2148,19 M. Berlin, den 15. Oftober 1898. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Katzbachstr. 9. Ein Blanbnch des Klassenkriegs kann man den schon in der vergangenen Woche von uns er- wähnten Band nennen, welchen die Gewerkschaft der eng- lischen Maschinenbauer zu Anfang des Monats be» züglich des vorjährigen Riesenkampfcs im englischen Maschinen- fach veröffentlicht hat. Das fragliche Blaubuch ist zwar nicht blau, sondern braun, aber nach dem Vorgang der Engländer, die zuerst anitlich solche Sammlungen von Aktenstücken zur Beleuchtung politischer und sozialer Geschehnisse und Fragen veröffentlichten und ihnen einen blauen Umschlag gaben, hat man den Aus- druck Blaubuch als Generalnamen für alle derartigen Samm- lungen, auch wenn sie grün, gelb, roth oder sonstfarbig sind, beibehalten. Und ein richtiges Blaubuch im echt englisch-staatsmännischen Sinne ist dieses hellbraune..Blaubuch", das von einem bedeutungsvolleren Ringen und wichtigeren Verhandlungen. Zusammenstößen und Entscheidungen berichtet, als die Massen- haften„Blaubücher" über die Lug- und Trugspiele im Orient und über die sonstigen Katzbalgereien und Viehmarkts-Mogeleien der diplomatischen Weisheit des alten Europa. Wie Johann I a c o b y einmal gesagt hat:„Die Gründung des kleinsten Arbeitervereins ist für den künftigen Geschichtsschreiber eine größere Kulftirthat als die ruhmvollsten und blutigsten aller Schlachten", so können wir mit Stolz sagen: dieser Band von 166 Seiten, in welchem die.�malZsmsteä Society of Engineers(die Vereinigte Gesellschaft der Maschinen- bauer) die Geschichte der„ A u s s p e r r u n g von 1897/93" erzählt und die aus sie bezüglichen Aktenstücke mittheilt, enthält für den künstigen Geschichtsschreiber hundertmal werthvolleren Stoff und eine ungleich größere Summe echt staatsmännischen, das heißt die Natur und den Zweck des Staates begreifenden Geistes als alle Blaubücher zusammengenommen, welche uns von den Großthaten und Haupt- und Staatsaktionen der europäischen Diplomatie und Staatsstümperzunft Kunde geben. Wir wollen auf den Inhalt des Blaubuchs, das uns alle auf den großen Kampf im englischen Maschinengewerk bezüg- lichen Dokumente und Materialien bietet, nicht des näheren eingehen, und beschränken uns darauf, die einleitende Ueber- ficht des Generalsekretärs G. N. Barnes im Auszuge wieder- zugeben— namentlich was er über den Ursprung des Kon- flikts sagt. „Die unmittelbare Ursache der Aussperrung— schreibt Barnes— war die in London erhobene Forderung des Achtstundentages. Diese Forderung wurde, so weit sie das gesammte Unternehmerthum angeht, von dem vereinigten Londoner(Maschinenbauer- Gewerkschafts-)Komitee erst am 30. April 1897 gestellt, obgleich einige Unternehmer die Ver- kürzung der Arbeitszeit schon vor jenem Datum bewilligt und viele sie als Resultat von Verhandlungen zugestanden hatten. „Es sind indeß auch andere Momente im Spiel, und um die Lage ganz zu verstehen, muß man einige Jahre zurück- gehen. „Seit 1892 gab es, namentlich in den Zentren der Marine- Maschinenarbeit, mancherlei Reibungen. Arbeits-Unterbrechungen infolge von Grenzstreitigkeiten über die Befugnisse der Arbeiter und Arbeitgeber hatten mit Streitigkeiten über die sehr schwankende Lohnhöhe abgewechselt. Gleichzeitig wurde die Organisation der Unternehmer ebenso wie der Arbeiter stetig vervollkommnet, sodaß die Unternehmerin der Mitte des vorigen Jahres(1897) einen starken Unternehmer-Bund gc- bildet und die IMons(Gewerkschaften) ihre Mitgliederzahl um 2o bis 30 pCt. vermehrt hatten. Wir wollen nicht sagen, daß dieVerbesserung derOrganisation an sich eine Gefahr bedeutet oder zumBruch mitgewirkt habe, allein unglücklicherweise war bei Vielen derWunsch vorhanden, die so geschmiedeten Waffen als ein Mittel zur Erlangung vollkommener Ober- Herrschaft zu benutzen. Dr. Haswell vom Unternehmer- bund hat zu Beginn des Streiks und Oberst Dyer, der Leiter des Unternehmerbunds, hat gegen Ende des Streiks aus- drücklich zugestanden, daß dies der Zweck der Unter- nehmer war. Die Existenz des Unternehmerbundes hat nicht den Frieden gefördert, sondern im Gegentheil zahlreiche Unternehmer dazu verführt, die Interessen der Arbeiter hochmüthig zu mißachten und gegenüber der Gewerkschafts- organisation einen Ton und eine Haltung anzunehmen, die, was immer der Beweggrund gewesen sein mag. geeignet war, die Dinge zum Bruch zu treiben." Barnes ist so gerecht, zu sagen, daß auch auf feiten der Arbeiter hier und da unberechtigte Ansprüche auftauchten. Jedoch das war nur vereinzelt. Auf feiten der Unternehmer wurde aber nach jedem Vorwande geforscht, um die Arbeiter zum Kampfe unter für sie ungünstigen Bedingungen aufzu- stacheln. „So wurden, als im Jahre 1893 die Maschinen- arbciter von Belfast(Irland) eine Lohnerhöhung verlangten, alle Maschinenarbeiter von Glasgow(Schottland) a u s g e- sperrt. Einige Monate später wurde eine allgemeine Aus- s p e r r u n g der Kesselmacher angedroht, weil die Kesselstopfer auf dem Tync die Arbeit eingestellt hatten. Und im Februar des vergangenen Jahres wurde wiederum eine Aussperrung angedroht und nur durch die Anstrengungen der Vereinigten Gesellschaft der Maschinenbauer verhütet. Als nun am 1. Juli des vorigen Jahres der Unternehmerbund sein be- kanntes Ulttmatum stellte, war in den Reihen der Arbeiter die Ueberzeugung allgemein, daß der Kampf u n- v e r m e i d l i ch war." Die Ueberzeugung war Wohl berechtigt. Die Unternehmer wollten den Kampf und der Kampf brach aus. Die Geschichte dieses homerischen Kampfes ist in ihren Hauptzügen und-Umrissen dem Gedächtniß der klassenbewußten, zu poliftschem Leben erlvachten Arbeiter aller Länder ein- geprägt. Uns kam es hauptsächlich darauf an, nochmals zu zeigen, daß das Unternehmerthum, welches die Ar- beiterorganisation zerstören will, an dem Ausbruche des Kampfes die S ch u l d und für dessen Folgen und Wirkungen ausschließlich die Verantwortung trägt. Es ist doppelt nothwcndig, dies jetzt hervorzuheben, wo die frevelhafte Herrsch- und Habgier deutscher Unternehmer dem Arbeiter, der zum Streik „anreizt", das Zuchthaus androht. In ihrer Unfähigkeit, gerecht zu sein, das heißt den Arbeitern das gleiche Recht zuzuerkennen wie sich selbst, denken die Herren nur an die ihnen unbequemen Arbeitseinstellungen der Arbeiter. Sie vergessen, daß diese Arbeitseinstellungen in 99 Fällen von 100 den Arbeitern durch die Unternehmer auf- gezwungen sind und daß die größten Arbeits- einstellungen der Neuzeit: die großen Kohlen- st r e i k s in England, Belgien, Frankreich und Deutsch- land, und vor allen die Arbeitseinstellung im englischen Maschinengcwerk bewußt und direkt von den Unter- nehmern herbeigeführt worden sind,— zu dem Zweck, die Arbeiterorganisationen zu schwächen, wo möglich zu zerstören, und die Widerstandskraft der Arbeiter zu brechen. Wenn der, welcher zum Streik„anreizt", das Zuchthaus ver- dient. dann gehört vor allem das internationale Großunternehmerthum ins Zuchthaus. In unserem Blaubuch des Klassenkampfes ist diese kapitalistische„Anreizung" zum Streik unwiderleglich nach- gewiesen. Und dabei ist zu bedenken, daß das englische Groß- unternehmerthum noch das liberalste und verständigste der Welt ist! Das Ende des Kampfes der englischen Maschinenbauer ist ebenso lehrreich wie sein Ursprung und Verlauf. Durch das Unter- nehmerthum, das jeden ehrlichenVergleich zurück- wies, zum Streik provozirt und genöthigt und dann aus zahlreichen, am Streik unbetheiligten Werken ausgesperrt, konnten die organisirten Arbeiter, obgleich die Organisation der englischen Maschinenbauer die beste ihrer Art in allen Ländern der Erde ist, das verbündete und organisirte Kapital nicht besiegen und erlagen nach fast dreivierteljährigem, Helden- haftcm Ringen der Uebermacht. Aber die Niederlage barg den Sieg in sich.„In jedem Fall, so schrieb unsere unvergeßliche Eleanor Marx im Spätsommer des vorigen Jahres— in jedem Fall wird dieser Kampf der englischen Maschinenarbeiter ein Triumph des Sozialismus. Denn er hat den englischen Arbeitern den drastischen Beweis geliefert, daß der Kapitalismus keine organisirte Arbeiterklasse duldet und darum der unversöhnliche Feind der Gewerkschaften ist. Und ziehen die Maschinenbauer den kürzeren, so müssen die englischen Arbeiter einsehen, daß auch die vollendetste Gcwerkschaftsorganisation zur Ueber- Windung des Kapitalismus nicht ausreicht, und sie werden unwiderstehlich zum politisch enKamPf und in die Reihen der internationalen Sozialdemo- kratie gedräng t." Das Wort hat sich erfüllt. Die Lehre des großen Klassenkampfes im englischen Maschinenbaugewerk ist von den englischen Arbeitern begriffen und beherzigt worden. Dafür legt glänzendes Zeugniß ab der letzte englische Gewcrk- schafts- Kongreß, auf dem der sozialistische Gedanke endlich bei den Vertretern der überwiegenden Mehrheit der gewerkschaftlich organisirten Arbeiter Englands zum Durchbruch gelangt ist. Dieser Epoche machende Fortschritt und Umschwung ist mit den ungeheuren Opfern des Riesenkampfes der englischen Maschinenbauer nicht zu theuer bezahlt. Politische Mebevficht. Berlin, den 17. Oktober. Das angeblich von Anarchisten geplante Attentat auf den deutschen Kaiser wird nur von denjenigen ernst genommen, welche ein Interesse daran haben, daß die bevorstehende inteniationale Polizeikonferenz gegen„Anarchisten" Wasser auf die Mühlen der Reaktion leite. Nicht interessirte Menschen und Zeitungen betrachten die Sache ebenso skeptisch wie wir, und der Umstand, daß noch keinerlei amtliche oder auch nur halbamtliche Erklärung erfolgt ist, beiveist, daß die sensationellen Verschwörungsnachrichten ernster Unterlage ent- behren. Wie wäre es auch anders möglich? Keiner der Attentatsgläubigen hat es vermocht, ein vernünftiges Motiv zu entdecken. Wohl aber hat das Organ des Freiherm v. Stumm, die„Post", die wahren Motive und Ziele der Attentatspolitiker verrathen, indem es sagt. Reden wie die des Genossen Fisch er in Stuttgart erklärten es, daß solche Attentatsgedanken in Arbeiterköpfen entstehen könnten. Da haben wir das Ge- heimniß. Fischer hat in Stuttgart für daS Koalitions- recht der Arbeiter gesprochen. Das erweckt den Grimm des Freiherrn v. Stumm und flugs wird eine Abwehr der Angriffe auf das Koalitionsrecht in eine A n- reizung zu anarchistischen Attentaten ver- wandelt. Wir haben hiermit einen Einblick in die Hexenküche der Reaktion. Gegendie„Anarchisten",diemansichselberherangezogen hat, wird mit großem Getöse zum Schlage ausgeholt— und auf die große internationale Arbeiterbewegung soll der Schlag niederfallen! Wir danken der„Post" für die Naivetät, mit der sie sich verschnappt hat, und danken ihr auch für die fadenscheinige Witzelei, wir hätten, weil wir das egypttsche Attentat für Schwindel halten,„von neuem den Beweis geliefert, daß man den Anarchismus nur dann wirksam bekämpfen kann, wenn man zugleich den Sozialis- mus in der Wurzel trifft". Wir kennen das Lied, wir kennen den Text. Und wir machen dem Organe des Herrn Stumm das Kompliment, daß es, wenn ein Zweifel über den wirk- lichen Zweck der neuesten Anarchistenhatz noch hätte be- stehen können, diesen Zweifel erfolgreich aus dem Wege ge- räumt hat. Auch die neueren Nachrichten über das egypttsche Komplott lassen die Polizeimache deutlich erkennen. Die„Bomben" wurden zwischen Weinflaschen gefunden und sollten von einem „Kellner" nach Jerusalem geschleppt werden; sie waren gefüllt, und zwar mit den in dem Andricux'schen Polizei- Handbuch für„Anarchisten" vorgeschriebenen sehr explosiblen Stoffen, die sich in der für Bomben nothwendigcn Mischung ohne die schwerste Gefahr gar nicht transportiren lassen. Wir erinnern uns noch der furchtbaren Viertelstunde, die der arme Hans Most vor einigen Jahren ausstand, als er in Amerika auf der Elseubahnfahrt einst dahinter kam, wie leicht eine solche Vonibe— und er trug gerade eine als revolutionäres Spielzeug in der Tasche— losgehen könne— bis er endlich auf einer Brücke sich des fürchterlichen Mord- instruments ohne Gefahr entledigen konnte. Für die internationale Polizeikonferenz reichten Wohl auch zwei Bomben aus. Es giebt ja genug„Anarchisten" in der Welt, die das Fehlende zulegen können. Einstweilen be- schäftigt sich die italienische Regierung mit den„Fragen", die sie der Konferenz vorlegen will. Ein Korrespondent der„National- Zeitung" formulirt diese Fragen dahin: Frage 1: Woran erkennt man ein anarchistisches Verbrechen? Frage 2: Wodurch unterscheidet sich ein anarchistisches Verbrechen von einem gemeinen Verbrechen? Frage 3. Wie kann man anarchistischen Verbrechen vorbeugen? Um den Theilnehmern der Konferenz die Arbeit zu erleichtern, wollen wir gleich die Fragen be- antworten. 1: Ein anarchistisches Verbrechen erkennt man daran, daß es den Feinden des Volks und der Freiheit Vergnügen macht.-Ad 2: Von einem gemeinen Verbrechen unterscheidet sich das anarchistische dadurch, daß es sich von den Feinden des Volks und der Freiheit politisch verwerthen läßt. All 3: Anarchistischen Verbrechen kann man nur da- durch vorbeugen, daß man den Feinden des Volks und der Freiheit, die von anarchistischen Verbrechen Vortheil haben, das Handwerk legt und sie für immer unschädlich macht. IProbatum est!— Zur Grnbcnilispcktion in Preußen. Entgegen einer Meldung der„Vossischen Zeitung", wonach keine Grubenkontrolleure aus dein Stande der Arbeiter angestellt tverdcn sollen, theilt die „Frankfurter Zeitung" ans, wie sie sagt, b e st e r Quelle mit, daß das Gcgeutheil wahr sei. In nicht ferner Zeit werde die An- stellung von solchen Kontrolleuren erfolgen. Dem Landtage werde in der nächsten Session ein diesbezüglicher Gesetzentwurf zugehen. Die Angabe der„Frankfurter Zeitung" ist so bestimmt, daß man ihr Glauben schenken möchte. Sprechen doch auch sachliche Gründe für die Wahrscheinlichkeit der Meldung. Die Katastrophen im preußischen Bergbetriebe treten mit einer solchen Häufigkeit auf, daß die Regierung, die in letzter Instanz die Verantwortung für die Grubeukontrolle trägt, das höchste Interesse daran haben muß, die Grubenkontrolle durch Heranziehung des Arbeiterelements zu der- bessern und dadurch zugleich einen Theil der Verantwortung den Arbeitern selbst aufzuerlegen. Ein anderer Grund für die Wahrscheinlichkeit der Nachricht des Frankfurter Blattes ist der, daß unter den Forderungen, mit denen die Bergleute dieser Tage ihre Lohnbewegung eröffnet haben, auch die Verbesserung der Grubeninspcktion eine Rolle spielt. Die Stimmung unter den Bergleuten ist heute einem Massenstreik zweifellos günstiger als je, weil gerade durch die fortgesetzten Grubenkatastrophen der Gedanke der Solidarität auch in den Schichten der Bergarbeiter Boden gefaßt hat, die der beruflichen Organisation bisher fernstanden. Ein Bergarbeitcr-Sireik, zu dessen Zwecken die Herbeiführung einer besseren Grubeninspektion gehört, muß, menschlicher Berechnung nach, unter den gegenwärtigen Umständen siegreich sein. Der Regierung aber kann schon als Vertreterin der fiskalischen Gruben nichts an einem Bergarbeiter-Streik liegen, und so wäre es nur ein Akt der allergelvöhnlichsten Klugheit, wenn sie wirklich beschlossen haben sollte, die Grubeninspcktion im Sinne der Arbeitcrforderungen zu verbessern, d.h. durch Anstellung von Bergleuten, die wirklich das Vertrauen ihrer Verufsgcnoffeu haben. In einem Staats- Wesen jedoch, wo kapitalistische Interessenten vom Kaliber des Herrn v. Swmm ausschlaggebenden Einfluß auf den Gang der Sozialpolitik haben, wäre es natürlich der größte Leichtsinn, selbst auf die begründetste Annahme hin, ohne dokumentarischen Beweis der Regierung zuzu- trauen, sie werde den Arbeitern prinzipiell Zugeständnisse niachen. Man wird also erst den Gesetzentwurf abwarten müssen. Daß es sachlich von Wichtigkeit ist, ihn möglichst frühzeitig zu vcröffcut- lichen, wird die Regierung vielleicht selbst empfinden. Wir wollen es hiermit angeregt haben.— Junkerliche Staatsrettung. In der Ansprache des neuen Parteivorstaudes an die Genossen ist die Rede von dem „teuflichen Plan" der konservativen Partei, die 1890 das Sozialistengesetz zu Fall gebracht habe, in der Hoffnung, die Sozialdemokratie ließe sich auf die Barrikaden locken und dann mit Flinten, Kanonen und Brüsewitz-Mordsäbeln be- quem aus der Welt schaffen. Ueber diese Erinnerung ist die„Kreuz-Zeitung" fuchswild. Sie schreibt: „Dieser„teuflische Plan" hat bekanntlich nur in der Ein- bilduug eines parlamentarischen Gewährsmannes eines hiesigen „unparteiischen" Blattes bestanden. Es ist ganz unmöglich, daß die sozialdemokratischen Führer diesen Widersinn glauben konnten. Nachdem derselbe aber von authentischer Seite kategorisch in das Reich der Erfindungen verwiesen ist. hätte auch die sozialdemo- kratische Parteileitung ehrlich genug sein müssen, das von„un- parteiischer" Seite ihr dargebotene Agitationsmaterial gegen unsere Partei bei Seite zu lassen.„Lügen haben kurze Beine." Das möge man sich im sozialdemokratischen Lager merken, und gerade die hier in Rede stehende Unwahrheit nachzuweisen, ist um so leichter, als noch Zeugen genug vorhanden sind, die gegebenenfalls im Parlament das Wort ergreifen können." „Bekanntlich" hat der„teuflische Plan" nur in der Ein- bilduug bestanden. Bekanntlich sagt man„bekanntlich" von allem, was nicht bekannt ist und was man dem leicht- gläubigen Leser oder Hörer einreden oder einlügen will. T h a t s a ch e ist, daß der„teuflische Plan" zur kritischen Zeit in den Wandelgangen des Reichstages ganz ungenirt von den Herren Junkern besprochen wurde— natürlich nicht als Beschluß einer Verschwörerbande, sondern als Wünschens- wcrtheste Lösung. T h a t s a ch e ist, daß Fürst Bismarck die Konservativen ausdrücklich in diesem Sinne instruirt hat. Dies wird von Herrn v. Helldorf, dem damaligen Führer der konservativen Partei bestätigt, insofern er(S. die Nrn. 234 und 237 des„Vorwärts") nach einer Audienz bei Bismarck als Bismarck's Ansicht die Ansicht vertrat, das Sozialisten- gesetz fallen zu lassen, mit dem Hintergedanken,„der dann erwachende Uebermuth der Sozialdemo- kratie werde bald die Nothwendigkeit eines schärferen Soziali st engesetzes vor Augen führen". Dies wird von Herrn von Kardorff zwar für „eilt verhängnißvolles Mißverständniß" Bismarck scher Inten- tionen erklärt, allein Herr von Hclldors ist ein mindestens ebenso glaubwürdiger Zeuge als Herr v. Kardorff, der übrigens nieint, Herr v. Helldorf habe dem Fürsten Bismarck nur seine lHelldorf's) eigenen Gedanken untergelegt l237 des„Vor- wärts"). Wir nehmen Akt von dieser Aussage, die jenen schuftigen Hintergedanken ausdrücklich als den des F ü h r e r s der konservativen Partei bezeichnet. DieserHintergedanke: daß durch Fallenlassen des Sozialisten- gefetzes die Sozialdemokratie„übermüthig" werden würde— was sich doch unmöglich auf bloße Gefühle und Gedanken, sondern nur auf Handlungen beziehen kann— umfaßt sonnenklar die Provokationspolitik, welche von 1878 an seitens des Fürsten Bismarck befolgt wurde und die darauf hinauslief, die Sozialdemokratie auf die Barrikaden zu locken. Thatsache ist, daß dieser„teuflische Plan" gerade im Jahr 1890 so greifbare Gestalt angenommen hatte, daß Fürst Bismarck, wie er selb st erzählt hat, einen Militär suchte, der die vor die Kanonen getriebenen Sozialdemokraten auch nach allen Regeln der Kriegskunst zusammen- schießen würde. Und Thatsache ist endlich, daß— nach den Aus- lassungen der„Hamburger Nachrichten" und anderer Bismarck- Organe, sowie nach den Berichten von Bismarck- Bewunderern über Unterredungen mit Fürst Bisniarck— dieser b i s zu seinem Tode an jenem„teuf- lischen Plan" festgehalten und mit wahrer Wollust in den Greueln der von ihm herbeigesehnten und nach Kräften vor- bereiteten Massenmctzelei deutscher Arbeiter geschwelgt hat. Fürst Bismarck war aber der größte Führer. der kon- servativen Partei— sogar Herrn von Hammerstein nicht aus- genommen. Und so schmählich verleugnet die„Kreuz-Zeitung" ihren Führer und die W ahrheit! Das hat Fürst Bismarck wirklich nicht verdient— und auch der„teuflische Plan" nicht, auf den schließlich die ganze politische Weisheit der„Kreuz- Zeitung" und ihrer„Hinter" und Vordermänner hinausläuft. Oder nicht?— Börsenspekulation und bnreankratische Langsamkeit. In der Börsen-Rundschau der„Welt am Montag" finden wir die folgende interessante Notiz: Die vergangene Woche hatte auch ihre Sensation: den Kurs- rückgang der Dortmund- Gronau Eisenbahn- Aktien. Als die ersten Gerüchte verlauteten von dem Projekt einer Konkurrenz- bahn, welche der Gesellschaft in einer von dem Staat geplanten Anschlußlinie Courl-Mengede entstehen sollte, da wurden dieselben energisch dementirt, und zwar in erster Linie von einem Fach- blati, dem man gute Beziehungen zum Eisenbahn- Ministerumi nachsagte. Trotzdem bereits damals von einer gewissen spekula- tiven Seite große Abgaben vollzogen wurden, schenkte man den Angaben des betreffenden Blattes Glauben, da die Herausgeber desselben anständige Fachmänner sind, die keine Behauptungen auf blauen Dunst hinaus zu thun pflegen. Nunmehr ist aber doch der kaiserliche Erlaß bekannt gegeben worden, der die Inangriffnahme des Baues der betreffenden Strecke gestattet. Merkwürdigerweise ist dieser Erlaß vom 8. Aug u st aus Wilhelmshöhe datirt, hatalsoüberzweiMonate gebraucht, unl den Weg in die Ocffentlichkcit zu finden. Das ist eine Verschleppung, die ganz unverzeihlich erscheint. DcmEiscnbahn- Ministerium müssen die diesbezüglichen Prcßauslassungen jedenfalls doch zu Gesicht gekommen sein und es ist unbegreiflich, daß man es nicht für nöthig befunden hat, die Sachlage klar zu stellen. Die Aktionäre sind dadurch aufs schwerste bcnachtheiligt worden. Vor allem aber ist es auf der Börse sehr unliebsam bemerkt worden, daß einzelne Spekulanten nicht nur von dem Vorhandensein der kaiserlichen Verfügung gewußt haben, sondern daß ihnen sogar der Tag der Veröffentlichung vorher bekannt war. Diese„Eingeweihten" stecken nun einen schönen Profit in die Tasche. Es wäre Sache de- Eisenbahnministers, dafür zu sorgen, daß iin Lande infolge solcher Vorkommnisse nicht der Gedanke entstehen kann, es gäbe im Ministerium Elemente, welche» der Vorthcil börsenmäßiger Gewinne über ihre amtlichen Pflichten geht. Wir wollen dahingestellt sein lassen, ob im Eisenbahn- Ministerium die Schuld für die Fruktifizirung der bureaukratischcn Langsamkeit zu Börsenspekulationen zu suchen ist. Es ist sehr wohl möglich, daß auf ganz loyale Weise einzelne Personen Kenntniß von dem Erlaß des Königs bald nach dem 8. August erhalten haben. Es ist aber jedenfalls ein Unding, daß mit der Publikation derartiger Erlasse zwei Monate gewartet wird. Der„Reichs-Anzeiger zögert immer mit der Ver- öffentlichung ganz bekannter, oft von der gesammten Presse vorher verbreiteter Nachrichten, wenn sie amt- lichen Charakter haben. Es liegt im Interesse der Verwal- tung wie des Publikums, daß diesem Unfug gesteuert werde. Geschieht das, dann wird die Börseuspekulation nicht derartige, die Verwaltung bloßstellende Spekulationen ausführen können.—/ Die FriedrnSkoufcrcuz soll, nach einer Meldung des Pariser „Gaulois", nicku in Petersburg, sondern in Brüssel stattfinden. Der russische Minister des Auswärtigen, Graf Mnrawjew, wird sich von Paris nach Brüssel begeben, da der russische Kaiser zu wissen wünsche, ob König Leopold zustimmen ivürdc, daß die Friedens- konferenz in Brüssel stattfinde. Diese Nachricht bedarf noch der Be- stätigung. In Paris hat Graf Murawjew gegenüber dem Minister deS Acußcren, Dclcasss. die absolute Nothwendigkcit der t h e i l w e i s e n A b r ü st u n g von neuem betont. Der Zar sei von dieser Idee begeistert und würde sie niemals fallen lassen. Sehr schön. Aber der Zar sollte nur einmal beginnen, in seinem eigenen Reiche den maßlosen Rüstungen zu Lande und zu Wasser Einhalt zu thun.— Als Egeria des„�riedenszaren" war zuerst Frau Bertha Suttncr genannt worden. Daun erkannte man den Verdiensten des Herrn I. S. Bloch die Krone zu. Dieser in Deutschland kaum bekannte russische Nationalökonom hat nämlich ein Werk von sechs Bänden und etwa 4000 Seiten über„den künftigen Krieg in technischer, politischer und wirthschaftlicher Beziehung" geschrieben; durch Herrn Witte soll es dem Zaren vorgelegt worden sein, auf den es einen großen Eindruck hinterlassen habe. Diese anekdotenhafte Erklärung eines wichtigen politischen Manövers ist natürlich ebenso bedeutungslos wie ähnlicher ftüherer Klatsch. Da indeß die öffentliche Aufmerksamkeit in erhöhtem Btaßc auf die schweißtriefende Arbeit des russischen Schriftstellers hingelenkt worden ist, so mögen aus einer längeren Darstellung, die wir im„Export" finden, einige Ausführungen Bloch's wiedergegeben sein. Tie Zahl der streitbaren Kräfte würde sich nach Bloch, im Vergleich zuni deutsch- französischen Kriege. bei einem kommenden Weltkriege ins Unendliche venuehren. Im Jahre 1869 hätten die Staaten des gegenwärtigen Zwei- und Dreibundes insgesammt o 230 000 Soldaten in den Krieg schicken können, gegenwärtig können sie 17 500 000 Soldaten zur Verfiigung stellen.— England und die Türkei sind dabei für den Ernstfall als Nichtbctheiligte angesehen, sonst würden die Ziffern noch beänstigender anschwellen. Von der männlichen Bevölkerung zwischen 20 und 50 Jahren, also von der eigentlichen produktionsfähigen Bevölkerung, würden vordem ungekannte Massen dem Er- werbsleben entrissen werden. Vergleicht man die Soldatenziffer in Kriegszeiten mit der Zahl der niännlichen Bevölkerung im Alter von 20 bis 50 Jahren, so erhält mau folgendes Verhältniß: Zusammensetzung der Miinnliche Bevölkerung Prozentual- Armee in Kriegszeiten von L0 bis S0 Jahren Berhättnih Deutschland. 8 600 000 9 508 000 87,8 Oesterreich.. 2 062 000 7 633 000 27 Frankreich.. 3 600 000 8 013 000 4ö Rußland.. 4SS6000 22 062 000 20,1 Eine Kriegführung mit solchen Massen, falls sie überhaupt sich verwirklichen ließe, würde geradezu fabelhafte K o st e n verursachen, unter denen selbst der Sieger bald zusammen- brechen müßte. Daß der Besiegte noch Kontributionen werde zahlen können, sei ausgeschlossen. Pro Tag berechnet Bloch für die fünf Staaten des Zwei- und Dreibundes die Kriegs- kosten auf 105 Millionen Franks, also auf über 80 M i l l i o- neu Mark und zlvar für Deutschland bei 2.öS Mill. Soldaten im Felde auf 25,5 Mill. Fr. „ Oesterreich„ 1,3„.».. 13.0„„ , Italien. 1,28„.. 12-8„. „ Rußland. 2.3„.... 28.0„. „ Frankreich. 2,6„.„»» 25.59„„ Außerdem müßten diese fünf Staaten zur Unterstützung der Familien der Krieger nahezu 4 Millionen Mark pro Tag ausgeben. Pro Jahr würden die Kriegskosten betragen: in Deutschland 10,7 Milliarden(10 681� Millionen) Franks, in Oesterreich über 5,3 Milliarden, in Rußland 11,8 Milliarden, in Italien 5,2 Milliarden, in Frankreich 10,7 Milliarden Franks. Eine regelmäßige, ausreichende Versorgung dieser Auf- geböte mit Lebensmitteln hält Bloch für undenkbar. Auch über die wahrscheinlichen Kursverluste aller Staats- und Werthpapiere versucht er Berechnungen. Lehrreich sind alsdann die Zusammenstellungen über die Vervollkommnung der Kampf nüttel. Die neue 5 Millimeter- Flinte ist 13 mal wirksamer, als die vom Jahre 1870. Was das Kanonenfeuer anbetrifft, so kann es gegenwärtig aus den Reihen eine viel größere Anzahl von Soldaten herauswerfen, als man sie vordem auf das Kriegsfeld bringen konnte. Hier bringt es die Zahl der Verluste zu geradezu absurden Resultaten. Tie Wirkung der französischen Kanonen vom Typus 1891_ist 119 mal gefährlicher als die aus der Kanipagne von 1870. Der neueste Typus der französischen Kanonen hat eine 233 mal so große Wirksamkeit, als die Kanonen voni Jahre 1870. Die Verluste werden demnach unermeßliche werden. Die Kriegführung wird geradezu zur Abstirdität, da die kämpfenden Thcilc sich abschlachten würden, ohne daß große Erfolge zu erwarten seien. Bloch schlägt, um aus dem unerträglichen Zustand des bewaffneten Friedens herauszukommen, internationale Schieds- gerichte zur Entscheidung aller Streiffragen zwischen den Völkern Europa's vor. Er wünscht einen„Bahnbrecher" für dieses große Fricdenswerk. Soviel über diese venneintliche Ouvertüre zu dem neuen Konzert der Mächte. Sie klingt recht bestechend. Wir füchtcn nur, daß das ganze in recht grellen Mitzklängen enden wird.— » �» Deutsches Reich. Die Vorlage zur Revision der JnvaliditätS- und Alters- Versicherung ist dem Bundesrathe zugegangen. Es handelt sich vor allem bei derselben um Entlastung der ostclbischen Versicherungsanstalten und damit um eine neue Liebe-?- gäbe für die Agrarier und nicht um eine Maßregel im Interesse der Arbeiter. Daneben sollen örtliche Rcnlcnstellcn für kleinere Bezirke und Bczirk-Schiedsgcrichte geschaffen werden. Graf Posadoivsky hat durch seine Offiziösen unlängst behaupten lassen, daß die neue Vorlage beweisen werde, daß die Sozialpolitik nicht eingeschlafen sei. Soweit sie bisher vorliegt, beweift sie aber nur, daß auch die Sozialpolitik den Interessen der Agrarier und nicht denen der Arbeiter angepaßt werden soll.— M arineforderuilgen. Die Marineforderungen deS nächsten Reickselats iv erden sich voraussichtlich, was Schiffsbauten und Schisssarniirungcn anlangt, auf 55 Millionen Mark belaufen. Das sind noch 30, Millionen mehr, als der letzte Etat forderte.— Kohlenstattou in Palästina? Französische Blätter behaupten beharrlich, einer der Zwecke der Orientreise des Kaisers sei die Er- langung eines Hafens als Kohlenstation am Mittelmeer. Der „Matin" meint, es handle sich um Haifa, den Ort, wo der Kaiser landen will, um sich nach Jerusalem zu begeben. Dieser Ort soll ähnlich wie Kiautschou durch Pacht von der türkischen Regierung erworben werden. Haifa liegt am Fuß des Berges Karmet, am Südufer der Bucht von Alka. Seit 1869 besteht' dort eine ansehnliche deutsche Niederlassung. Es mag sein, daß diese französischen Muthmaßungen lediglich aus der Mißstimmung über die deutsche Konkurrenz im Orient erwachsen sind. Es laßt sich aber auch nicht verkennen, daß die Er- Werbung einer Kohlenstation im östlichen Mittelmeer unfern der Straße von Suez wohl den hochfliegenden Uebersecplänen des jüngsten deutschen Kaiserreiches entsprechen bürste. Ehe man jedoch Stellung zu dieser Angelegenheit nimmt, muh abgewartet werden, ob etwas Wahres an ihr ist.— Fliegender Gerichtsstand der Presse. Kürzlich hatte das Schöffengericht zu S ch n e i d e m ü h l sich in einer dort gegen die „Nationnl-Zcitnng" anhängig gemachten Klage für unzuständig er- klärt. Dieses veniünftige Urtheil ist vom Landgericht Schneidemühl jetzt ivicdcr umgestoßen worden. Zwar hält auch dieses Gericht eine Abänderung des jetzigen RechtszustandcS für wünschcnSwcrrh, aber das geltende Recht fordere die Zuständigkeitserklärung des Schneidcrnühler Gerichts. Thatsächlich hat aber bisher nur e i n Senat des Reichsgerichts diese allen praktischen Verhältnissen widersprechende Judikatur ge- billigt. Es wäre nothwcndiq, daß in dieser Hinsicht wie in so manchen anderen Beziehungen die Gesetzgebung selbst für die Rechte der Presse eintritt.— � Auö dem Reiche Thickcil's. Im„Zeitalter des Verkehrs" sieht sich die Berliner Buchhäudlcr-Bcstellanstalt zu folgendem Roth- schrei an ihre Kundschaft veranlaßt: „Infolge des gesteigerten Herb st Verkehrs auf der Anhalter Bahn trifft die Leipziger Sendung in der nächsten Zeit später ein." Ist das nicht zum Lachen! Anstatt daß die Bnhnverivaltnng bei gesteigertem Verkehr Anstalten trifft, den größeren Anforderungen entsprechen zu können, wird hier der Kundschaft zugemuthet, ein- fach zu warten. Komnibs heule nicht, kommt's morgen; da war's ja unter Thurn und Taxis noch besser I Aber freilich— gegen die Arbeiter, da steht Thielen vorne an; da hat er „Schneid'" und„Fähigkeit". Auf dem Gebiet der Güterbeförderung jedoch scheint er es mit dem österreichischen Landsturm zu halten. Abgeblitzt. Wegen Thomasmehlpraktiken hatte auch die„Natt. Korrcsp." den Bündlerführern einige kräftige Worte gesagt. Die Bündlcr erhoben deshalb Klage gegen den Redakteur der genannten Korrespondenz. Diese Klage ist jetzt kostenpflichtig zurückgewiesen ivorden wegen mangelnder Legitimation der Kläger; nicht der Bund der Landwi'rthe als solcher sei beleidigt, sondern eventuell nur ein- zelne Mitglieder. Pündlcragitation. In einem hiesigen Loknlorgan finden wir folgendes Inserat: „Zur Agitation auf dem Lande werden geeignete Herren ge- sucht, welche in kleineren Versammlungen sprechen können. An- erbictrnigen mit Lebenslauf und Entschädigungsansprüchen erbeten unter Ii! D. 13 075» an den Verlag der„Deutschen Tageszeitung" Berlin IV. 9." Es zeugt nicht gerade für die Natnrwüchsigkeit der bündlerischcn Belvcgung, daß sich die Herren von der„Deutschen Tageszeitung" ihle Agitatoren auf dem Wege des geschäftsmäßigen JnseralenwcsenS suchen müssen. Daher ist es denn auch kein Wunder, daß die Wanderrcdner des Agraricrthums meist niederster Gärnitnr sind, Leute, die für Geld lleberzcugungen zur Schau tragen, die sie selbst nicht thcilen.— Schlitz vor Schutzleuten. Die Straflammer in M ü l- Hausen i. E. verhandelte kürzlich gegen den früheren Schutz- mann Eduard?h orwirth wrgen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs. Thorwirth war im vorigen Jahre aus seinem Amte entlassen worden, weil er eines AbcudS eine anständige Frau, welche sich gegen 11 Uhr nachts nach Hause begeben wollte, anhielt und mit auf die Wache zu führen versuchte unter dem Vorgeben, sie sei eine Dirne und habe sich zu so später Nachtstunde nicht mehr auf der Strohe bemmzntu iben. Glücklicherweise kam noch zu rechter Zeit ein Be- kannter der zum Tode erschrockenen Frau zu Hilfe, sonst hätte sie die Nacht bei allerhand Gesindel auf der Wache zubringen müssen. Die. Polizeidirektio» behielt Thorwirth nach seiner Entlassung als Aachrpolizist bei. In dieser Eigenschaft traf er im August d. I. mit einem anderen Sicherhcitswächtcr auf dem Rundgange einen Arbeiter, der etwas angetrunken war und in diesem Zustande lärmte und sang. Er wurde zur Ruhe verwiesen; da er aber nicht gleich Folge lci'tete, machten die Polizisten Miene, den Mann mit an das Nevierbnreau zu nehmen. Der Arretirte wollte jedoch nicht soforr mitgehen. Da griff Thorwirth zu seinem Stocke(Ochsen- ziemer) und versetzte dem Bedauernswerthen mehrere Hiebe über den Kops, sodah er bewußtlos und blutüberströmt niederfiel. Die AuSrede des angeklagten„Schutzmannes", er sei gereizt worden, konnte ihn nicht davor schützen, daß das Gericht über das von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafmaß von drei Monaten weit hinaus ging nnd auf sechs Monate Gefängniß erkannte unter der Begründung, das Publikum habe Anspruch darauf, vor solchen Leuten in Schutz genommen zu werden.— Zur Fleischnoth. Die Stadtverordneten zu Königshütte beschäftigten sich in ihrer letzten Sitzung mit der Einfuhr russischer Schweine, Es wurde mitgetheilt. daß die ober- schlesischen Städte sich der Petition, die bereits dem Ministerium zugestellt ist, angeschlossen haben. In dieser Petition sind die Gründe dargelegt, welche für die Erhöhung des Eiiisuhr-Kontingents geltend gemacht werden und gipfelt in der Bitte: rft das bisherige Kontingent wenigstens für den Jndustriebezirk bedeutend zu erhöhen, und b) zu gestatten, daß die den einzelnen Schlachthäusern überwiesenen ausländische» Schweine in dieselben lebend eingeführt werden dürfen, sofern diese Schlachthäuser direkte Bahnverbindung und alle sonstigen Vorrichtungen besitzen, welche eine Verschleppung cttvaigcr Anstcckungskrankheiten unmöglich machen. Die Stadt' verordneten erklärten sich mit der Petition einverstanden.— Wv nvtbwcndig die Oeffnung der russischen Grenze ist, zeigt die Thai fache, daß den Nachrichten der obcrschlesischen Blätter zufolge auch der letzte Schlachtviehmarkt zu G l e i w i tz abermals ausfallen mußte, weil„kein Schwanz" aufgetrieben war. Ein dergcffcner Laudsricdensbruch? Angesichts des Bc strebeus der Ordnungsparteien, alle vorkommenden Straßcnkrawalle den Sozialdemokraten in die Schuhe zu schieben, ist ein Vorgang interessant, welchen die„Schwäbische Dorfzeitung" in Erinnerung bringt. Im Städtchen Kupferzell, Oberamt Oehringen, so erzählt das Blatt, tobte im Frühjahr 1391, nach beendigter Kontroll Versammlung, ein Aufruhr, gegen den die Heilbronner und Göppinger Wahlunruhen nur harmlose Kinderspiele waren. Es wurde hicbci eine Wirthschast total demolirt, Fenster ein« und aus' geschlagen, Stühle zertrümmert, der Wirth mußte in den Schweinestall flüchten, die Sturmglocke schallte, die Feuerwehr schickte— genau wie in Heilbronn— kalte Wasserstrahlen auf die Hitzköpfe; alles umsonst, wer den Aufrühreru in den Weg kam, wurde urnbarmherzig durchgeprügelt und ahnungslos vom Felde heimkehrende Einwohner des Lebens bedroht. Wer vermittelnd dazwischen trat, kriegte seinen Theil Hiebe grasis ab und die Ausrührer blieben die Herren des Kampfplatzes, Und wer waren die Aufrührer, denn damals gab cö in Kupferzell und Umgegend noch keine Sozialdemokraten? Eö waren zum großen Theil vermögliche Bauernsöhne der Umgegend, und die Anwalts» und Schulzensöhne waren die Rädelsführer. Die Theilnehmer an diesem regelrechten Aufruhr oder Landfriedensbruch,— wie man es je nach dem Stand der Ordnungsparteien-Söhne nennen will— find, wie da» genannte Blatt weiter behauptet, merkwürdigerweise niemals gerichtlich verfolgt worden. Entsprechen diese Behauptungen den Thatsachen, so wäre dies in der That— recht merkwürdig. Chronik der MajcstätöbeleidigungS- Prozesse. Wegen Majestätsbeleidigung hatte sich heute der Schlächter Franz Beyer aus Neu-Weitzeusee vor der II. Strafkammer am Berliner Landgericht II. zu verantworten. Der Angeklagte befand sich am 30. März d, I. ,m Schadcwaldsischcn Restaurant, Einer der an weseiiden Gäste zeigte Bilder von der kaiserlichen Familie herum, Auch der Angeklagte nahm eines der Bilder in die Hand, stieß dabei aber unfläthige Schimpfworte in bezug auf die Person des Kaisers und der kaiserlichen Familie aus. Der Wirth erstattete Anzeige. Vor Ge richt behauptete der Angeklagte, daß die Denunziation auf einen Akt der Rache zurückzuführen scr. Er habe den Schadewaldt wegen Ver- laufs verfälschter Wurst augezeigt und darauf habe sich derselbe die Geschichte mit der Majestätsbeleidigung zurccht gelegt. Der Eni lastungsbcweis des Angeklagten wurde vom Gericht als mißglückt erachtet, auch ergab sich, daß die Denunziation des Angeklagteir gegen Schadewaldt erst monatelang nach der Anzeige wegen Majestätsbeleidigung erfolgt ist, von Rachsucht also nicht die Rede sein könne. Das Nrtheil lautete auf i i n Jahr Gefängniß. Der Genosse Hugo Schaal in Solingen soll sich bei Gelegenheit eines Referats über die Kaiscrrede, das er in Dössel- darf hielt, einer Majestätsbeleidigung schuldig gemacht haben. Die Strafkammer des Landgerichts Flensburg verurtheilte den 19 jährigen Eisenhobler Jürgensen genannt Petersen, wegen Majestätsbeleidigung, begangen am 24. August d. J„ als er in Gemeinschaft mit dem Arbeiter Bruhns wegen Skandalirens in einer Wirthschaft festgenommen werden sollte, zu 4 Monaten Gefängniß, Außerdem erhielt er wegen Hausfriedensbruchs, Wider- stands gegen die Staatsgewalt u. f. w, noch 14 Monate Gefängniß und 4 Wochen Haft.— Bruhns wurde wegen verschiedener Vergehen und Uebertretungeu zu 9 Monaten Gefängniß verurrheilt.— Ocsterreich-Niig-irn. m Wien. Mitte Oktober.(Eig. Ber,) Es ist wieder still fieworden mit dein von der Regierung angedrohten Staats treich— die Opposition hat' dem Herrn Grafen Thun Gelegenheit gegeben, am hellen Tage der parlamentarischen Verhandlung den Sprung über den Graben der Verfassung zu wagen, nicht aber in der Nacht der Obstruktion auf Schleichwegen herumzukommen. Der Ministerpröstdeut ist freilich nicht gc- sprniigen; unsere österreichischen Junker sind zum Glück fast ebenso feig, als sie unfähig sind. Es wurde also im Parlament der Ausgleich zur Diskussion gestellt; das erste Opfer des Vorposlcngcfcchtcs zwischen Regierung und Volksvertretung Ivar der Handclsminister Bärnrcithcr. Er fiel auf den ersten Schnß, den seine engeren Parteigenossen, die verfassungstreuen Großgrund- bcsitzcr, auf die Regierung, vielleicht blind, äbfeuertcn. Es liegt eine blutige Ironie darin,' daß der„Hüter der Verfassung" im selben Augenblick fallen mußte, als die Regierung verfaffungS» mäßig handelte und das Parlament einberief. Zu seinem Nachfolger wurde Baron Tipauli erkoren, ein klerikaler Tiroler Wcinbcrgsbesitzcr; er ist der Vertrauensmann der katholischen Volks- Partei und der Regierung. Eine paar Tage vor seiner Ernennung hatte er noch erklärt, seine Partei werde eingreifende Lenderungen bei den Ansgleichsvorlagcn verlangen müssen; heute muß derselbe Mann auf ihrer unveränderten Annahme bestehen. Denn nur unverändert kann sie das Ministerium brauchen: die Ungarn beharren auf ihrem Schein, Was die Ausgleichs- vorlagen für Oesterreich bedeuten, ist im Parlament von den Oppositionsrcdncrn so gründlich gezeigt worden, daß niemand mehr ihre Schädlichkeit zu bezweifeln wagt. Der einzige Mann, der für die Vorlagen eintrat, war der Finanzniinistcr Kaizl. Er vertrat sie nicht nur alS Minister, der schließlich� auch sein besseres Wissen einmal„zurückstellen" kann, sondern auch als Führer der mächtigsten Partei der Rechten, der Jnngczechen, Hatten wir unter Wiudischgrätz eine Koalitton mit deutsch-liberalem Einschlag, so haben wir jetzt Koalition mft czechisch-liberaker Färbung sdaS Wort liberal hat natürlich nichts dabei zu sagen), und wurden damals die Deutschen zu den schmutzigsten Geschäften kommandirt, so verrichten jetzt die Jungczechen alle unsauberen Arbeiten, Und das ist eine Sache, die die Situation so vollständig unentschieden macht. Das Aufgeben der Obstruttion beruhte, wenigstens zum großen Theile, auf der Voraussetzung, daß die Jungczechen ihrer Wähler wegen nicht die Ausgleichsvorlagen akzeptiren dürften. Außerdem glaubte man nicht an eine Nachgiebig- keit der Ungarn in der Ouotenftage, umso weniger, da der ungarische Ministerpräsident davon als von einem.�mverbindlichen Wunsche" seines österreichischen Kollegen sprach. Nunmehr erscheint die erste Voraussetzung so ziemlich hinfällig. Die Jungczechen werden sicherlich dafür stimmen; so schnell verliert keine volksverrätherische Partei ihre Anhänger, am allerwenigsten, so lange sie sogenannte nationale Errungenschaften dafür aufzeigen kann. Die Ungarn werden freilich in den Quoten-Deputationen— den zur Bestimmung des AuftheilungsschlüsselS für die beiden Reichshälften ge- meinsamen Ausgaben beiderfeits gewählten Ausschüssen— nicht nachgeben. Aber die Ausgleichsvorlagen sind formell davon un- abhängig, und sind sie erst einmal unter Dach, so werden die Ungarn wohl lärmen, aber sich doch schließlich zufrieden geben, wen» die Krone, wie dies verfassungsmäßig bestimmt ist, eingreift und eine Erhöhung des ungarischen Quotenantheils bestimmt; daß die österreichische Regierung dies noch durchsetzen wird, muß man wenigstens hoffen. In den bürgerlich deutschen Wahlkreisen fordert man immer lauter die Rückkehr zur bequemen Obstruktion; die Regierung soll genöthigt werden, sich selbst und Oesterreich in Grund' und Boden hinein zu regieren. Ein Vortheil sieht bei dieser Tattik fteilich nicht heraus, ob Graf Thun mittels Staatsstreichs oder auf verfassungsmäßigem Wege den Ausgleich durchführt, ist ja doch am Ende einerlei, die Obstruktion kann garnichts verhindern. Erschwert wird das Vorhersehen der nächsten politischen Zukunft durch die immer mehr auftauchenden Gerüchte von einer Obstruktion im ungarischen Parlament.(Sie ist unterdessen zur Thatsache geworden. Red,) Vielleicht ist daS eine bestellte, weil vorhcrgesagte Obstruktion, um als Erpressungsmittcl gegen Oesterreich zu dienen; vielleicht aber wird sie wirklich durchgeführt, und dann stehen wir vor einer gan� neuen Sachlage. Baron Banffy kann in Ungarn mir verfassungsmäßig, also parlamen- tarisch, regieren; sein österreichischer Kollege ist da viel glücklicher. Der kann es mit der Verfassung so machen, wie nach dem Sprich- wort der Teufel mit der Bibel:„So kommt Gottes Wort in Schwung," sagte der Böfe,„da schmiß er sie über den Zaun." Eii«e strategische Bahn will die Bosnisch- Herzegowinischc Landesregierung mit deutschem Kapital von Ragufa an die Bocche dl Catta'ro bauen. Die Bahn hat fast gar keine kommerzielle Bedeutung, desto wichtiger dürfte sie als Militärbahn werden, wenn die Montenegriner, die Vorposten Rußlands am Adriatischen Meere, der österreichischen Herrschaft in Bosnien und der Herzegowina ernst- haste Schwierigkeiten bereiten sollten. Ein Anlehen mit der Leipziger Bank in der Höhe von 11 Millionen Gulden(ca. 18�/« Millionen Mark) ist für den Bahnbau abgeschlossen worden.— Dle Obstruktion ist mit Rücksicht auf die Ausgleichsvorlagen von der Opposition im österreichischen Abgcordnetenhause aufgegeben, dafür setzt nun die Opposition im ungarische» Abgeordneten- hause gerade wegen der Ausgleichsvorlagen mit der Obstruktion ein, Die Lage wird dadurch wieder verworrener denn je.— Die Gcwiminng deö italienischen Klubs für die Mehrheit des Grafen Thun im Abgeordnetenhause ist gescheitert, der Klub will sich der Opposition anschließen.— Schweiz. Bern, 17, Oktober, Der Bundespräsident Ruffy hat vor einiger Zeit anarchistische Drohbriefe erhalten, worauf polizeiliche Maßnahmen ergriffen wurden,— Das eidgenössische Polizeibepartement beruft eine Konferenz der kantonalen Polizeidirektoreu ein behufs Be sprechung eines einheitlichen Vorgehens in Sachen der Fremden Polizei. Die Konferenz wird nach der bevorstehenden Herbstsession der Bundesversammlung zusammentreten.— Spanien. Prozest Sempan y Barrit. Man schreibt unS aus Barcelona unterm 12, Oktober: Gestern wurde hier ein Prozeh zu Ende geftihrt, der in ganz Spanien das lebhafteste Interesse erregte. Vor den Geschworenen stand der Anarchist Rarnon Sempan Barne unter der Anklage, am 4. September v. I. auf den Lieutenant der Zivil- garde Portas ein Revolver-Attentat verübt zu haben; außerdem war er wegen Führung eines falschen Namens angeklagt, Sempau erschien in Sträflingskleidung, da er gegenwärtig eine Strafe von sechs Jahren verbüßt, die ihm das Kriegsgericht wegen Verbreitung aufrührerischer Manifeste auferlegt hat; diese Manifeste hatte Sempau gelegentlich der ersten spanischen Expedition aus Kuba an das Heer gerichtet. Damals war er noch föderalistischer Republikaner. Als er wegen seiner revolutionären Kündgebung verfolgt wurde, entfloh er nach Paris, wo er mit anarchistifchen spanischen Flüchtlingen in Berührung kam, die ihn, nach der Behauptung der Behörden, zum Anarchismus der That bekehrt haben sollen. Kurz darauf kehrte er unter dem angenommenen Name» Galceran nach Barcelona zurück. Hier setzt nun die Anklageschrift des Staatsanwalts ein: Sempau soll als Vollstrecker anarchistischer Urthcile nach der Hcimath gekommen seiu. Tage lang lauerte er unbemerkt auf den grimmigsten Feind der spanischen Anarchisten, Lieutenant Portas, und suchte Gelegenheit, ihn niederzuschießen. Am 4>' September, zwischen 11 und 12 llhr nachts traf er ihn endlich auf dem Katalonischen Platze, Lieutenant Portas ging plaudernd mit dem Polizei- Inspektor Teixidä spazieren, als Sempau mehrere Revolverschüsse abfeuerte, durch welche die beiden Polizei-Agenten leicht verwundet wurden. Dann entfloh der Attentäter, Er wurde von den An- gegriffenen und mehreren Polizisten, die ihm Schüsse nachschickten, verfolgt und nach heftiger Gegenwehr ergriffen. So trug sich die Sache nach der Darstellung des Staatsanwalts zu, Sempan sollte kurz nach dem Attentat von einem der so beliebten spanischen Kriegsgerichte abgeurtheilt werden; er lväre auch unzweifelhaft in Montjuich, unserem gefürchtetcn Auarchisten-Kastell erschossen worden, wenn nicht in letzter Stunde, dank der energischen Intervention seines Vertheidigers der„Fall Sempau" der militärischen Gerichts- barkeit entzogen worden wäre. Das bürgerliche Geschworenengericht wurde für zuständig erklärt, doch wurde dem Vcrthcidiger und den Entlastungszeugen verboten, das hier sattsam bekannte Ver« halten des Lieutenants Portas gegen die Anarchisten öffentlich zur Sprache zu bringen. Es giebt kaum einen Menschen in Barcelona, der von allen Gesellschaftsklassen so einstimmig vernrtheilt und verachtet wird, wie Portas. Die Schandgeschichten von den Folterungen auf Montjuich werden ewig mit seinem Namen ver- tnüpft sein. Offiziere und angesehene Burger, die früher mit ihm befreundet waren, verweigern ihm seit langer Zeit den Gruß, und die Leute aus dem Volke nennen jeden Straßenlumpcn einfach „Portas". Die Verhandlungen gegen Sempau nahmen vorgestern ihren Anfang. Den� Vorsitz führte der Gerichtspräsident Bonch, als Vcrtheidiger ftmgirte der republikanische Anwalt Serraclara, die Anklage vertrat der Staatsanwalt Diaz Lastra. Sempau, der etwa 30 Jahre alt ist, macht einen sehr sympathischen Eindruck. Er gab von dem sogenannten Attentat eine ganz andere Schildcrnng, als der Staatsanwalt. Den Lieutenant Portas will er überhaupt nicht gekannt haben, und nach Barcelona sei er nur zurückgekehrt, um mit einem Verlagshause wegen der Herausgabc eines literarischen Werkes, das er in seinen Ruhestunden in Paris geschrieben, in Ver- bindung zu treten. Einen falschen Namen habe er angenommen. um nicht verhaftet zu werden, da er doch wegen der Proklamattonen verfolgt wurde. Am 4. September sei i er im Tivoli-Theater gewesen. Als er nach Hause geben wollte, sei er von vier ihm verdächtig erscheinenden Personen verfolgt worden. Auf dem Katalonischen Platze habe ihm plötzlich einer von den vice Un- bekannten einen Revolver auf die Brust gesetzt mit den Worten: .Da haben wir den Dieb l" In einem Nu sei er auch von den anderen Unbekannten umgeben gewesen. In der«ochwehr habe auch er den Revolver gezogen und mehrere Schüsse abgegeben, bts' er plötzlich einen furchtbaren Schlag mit einem eisernen Stock erhielt. so daß er taumelte und seinen Revolver fallen l,eß. Er habe sia, rasch erhoben und sei. zitternd vor Furcht, davon gelaufen; un Restaurant Continental sei er daunj verhaftet worden. Auf die Frage des Präsideuten, wie es komme, daß diese Schilderung des Thatbestandes nicht ganz mit seinen vor dem militärischen Unter- snchungsrichter abgegebenen Erklärungen übereinstimme. erwiderte Sempau, daß die erste Erklärung ihm von der Furcht dikttrt worden sei. Der berüchtigte Untersuchungsrichter Marzo habe nämlich„mrt teuflischem Lächeln" gesagt:„Sagen Sie die Wahrheit, Senchau, denn Sie wissen, welche Ueberredungskünste tvir auwenden, wenn lvir die Wahrheit erfahren wollen." Hier warf der Präsident ein: „Es ist doch merkwürdig, daß Sie, ein so gebildeter Mensch, sich durch solche Drohungen einschüchtern ließen." Sempau erwiderte: „Herr Präsident, ich sah in Paris auf dem versttimmelten Körper Gana's, des Märtyrers von Montjuich. daß Marzo seme Drohungen wahr machte." Auf Antrag des Staatsanwalts wurden diese Worte protokollirt. Die Zeugenaussagen ergaben nichts Bedeutungsvolles. Gestern wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Der Staats- anwalt beantragte gegen Sempau, den er als gemeinen Verbrecher bezeichnete, der aus' Frankreich, England und Deutschland aus- gewiesen ivorden sei, das Schuldig im vollen Umfange der Anklage. Der Vertheidiger nahm seinen Klienten zunächst gegen die Be- zcichnung„gemeiner Verbrecher" in Schutz; ein Mann, der mehrere Sprachen beherrsche, vortreffliche Werke schreibe und als Redakteur monatlich 500 Franks verdient, könne kein gemeiner Verbrecher werden. Als der Vertheidiger, zu den Geschworenen gewandt, ausrief:„Die Stunde der großen Ab- rechmmg kommt immer näher, die Ankläger von heute werden dann die Angeklagten sein", wurde er zur Ordnung gerufen. Die Ge- schworenen' venreinten sämmtlichc Schuldfragen. Zu einer Frei- sprechung Sempau's kam es aber nicht. Trotz des Protestes der Vertheidigunq beantragte der Staatsanwalt, das Urthcil der Ge- schworenen für nichtig und irrig zu erklären und die Revision des Prozesses einzuleiten. Der Gerichtshof beschloß nach dem Antrage des Staatsanwalts. Sempau wurde, mit Ketten belastet, in das Gefängniß zurückgebracht.— Italien. Rom, 15. Oktober.(Eig. Ber.) Als Termin für die Eröffnung des Parlaments ist der 14. November in Aussicht genommen; je näher dieser Zeitpunkt rückt, desto unsicherer erscheint die Stellung des Ministeriums P e l l o u x. B a c c e l l i, gegenwärtig Unterrichts- ministcr, trachtet nach dem Präsidium im Staatsministcrmm; zwischen dem Finanzminister einerseits und dem Kriegs- und dem Marinemiiiistcr andererseits sind Differenzen ausgebrochen wegen der Forderungen, die von den letztere» gestellt iverden. Im Finanzministerium herrscht aber so schon Rathlosigtcit, da bereits ein Defizit vo» etliche» 40 Millionen vorhanden ist. In der Bevölkerung scheint sich ebenfalls ein Umschwung zu vollziehen; zunächst sind es die radikalen und liberalen Elemente, welche beginnen, sich gegen die rcakttonäre Regierung zu wenden. Die Bourgeoisie ist jetzt mehr beruhigt und findet nun iveniger Geschmack an dem volksfeindlichen Wüthen des Generals Pelloi x. Nach der Stimmung, wie sie in der Presse und auch in einigen Reden von Abgeordneten zum Ausdruck kommt, zu urtherlen, dürste Pelloux für seine Pläne, weitere Nntcrdrückungsgesetze zu schaffen, kaum eine Majorität finden. Noch weniger dürfte sich eine solche finden für eine Erhöhung bestehender Zölle oder Einführung neuer Zölle und Steuern. Die Session dürfte also wohl ziemlich stürmische Debatten bringen. Diirkei. Zur Lage auf Kuba. Aus Kanea wird vom 17. Oktober gemeldet: Es ist bestimmt ivorden, daß die internattonalen Truppen außerhalb Kanea's ein Lager bezichen und daß am 18. d. M. mit der Blockirung der Stadt begonnen werde, falls bis dahin die Pforte den Forderungen der Mächte nicht nachkommt. Das französische Stadtkommando und die Gendarmerie sind nach Halepa verlegt worden; sämmtlichc Christen sowie die fremden Staatsangehörigen haben die Stadt verlassen.— Slfrika. !kanger, 15. Oktober. Nachrichten aus Fez bestätigen, daß in Tafilet ein Aufstand ausgebrochen ist; auch viele andere Grenz- stämme seien mit Waffen'und Munision wohl versehen. Die marok- konische Regierung habe die Entsendung großer Truppeiiabtheilungcn »ach dem Äufftaudsgebiete angeordnet.— Asien. Bevorstehende Absetzung des chinesischen Kaisers? Nach einer Meldung des„Daily Telegraph" aus Peking crlvartet man, daß Kaiser Kuang-Szü am Geburtstage der Kaiserin, dem 23. No- vember, abgesetzt' und ein Enkel des Prinzen Inn, ei» Knabe von 13 Jahren, zum Kaiser ernannt werden wird.—■ Wie die„TimcS" vom gestrigen Tage aus Peking melden, erklärte der Präsident des Tsung-Ii-Vamen, Prinz Ching, dem englischen Gesandten Macdonald gegenüber, die Kaiserin-Wittwe widerstrebe nicht ernsten Reformen, >ie sei nur gegen gewaltsame, undurchführbare Neuerungen. Die„Frankfurter Zeitung" meldet vom 15. d. M. aus Peking: Nunmehr sind auch ftanzösische Marinesoldaten hier eingetroffen.— Die chinesische Regierung hat Japan gestattet, in Hankau in der Nähe der deutschen Niederlassung eine japanische Niederlassung zu er- richten, jr Das belgische Syndikat weigert sich, die erste Rate für die P�ng-Haiikau-Eisenbahn zu zahlen.— ��Mittheiknng. Auf Veranlassung des Genossen Stadthagen hatte rne unterzeichnete Kommisston eine Sitzung, in der sie die Beschiverde des genannten Genossen gegen die Redaktton des„Vorwärts" wegen des von dieser in Nr. 237 des„Vorwärts" veröffentlichten Artikels mit der Ucbcrschrift„In eigener Sache" entgegennahm. Außer dem Genossen Stadthagen nahmen an der betreffenden Sitzung die Redakteure dcS„Vorwärts" und zwei Mitglieder des Parteivorslandes theil. Nach längeren Verhandlungen, in denen die Bethciligten ausreichend ihren Standpunkt zu vertrete» Gelegenheit hatten, einigten sich die streitenden Theile zu den nachstehenden Erklärnngen, durch deren Veröffentlichung die unterzeichnete Kommission den Streitfall als erledigt bettachtet. Berlin, den 1ö. Oktober 1893. Die Preßkommission. Die Erklärungen lauten: Ich bedauere, durch die Form der Angriffe, die ich in meinen Reden aus dem Stuttaartcr Parteitage gegen die Redaktion des „Vorwärts" erhob, dieselbe verletzt und zur Veröffentlichung des gegen mich gerichteten Artikels in Nr. 237 des„Vorwärts" veranlaßt zu haben und nehme ich hiermit diese Angriffe zurück. Arthur Stadthagen. Nachdem Genosse Stadthagcn nach erfolgter Aufklärung sich be- reit erklärt hat, die wider uns auf dem Stuttgarter Parteitag er- hobenen Anklagen zurückzunehmen, stehen auch wir nicht an, den in- folge dieser Angriffe gegen Stadthagen veröffentlichten Arsikel zu be- dauern und die persönlichen Anklagen, die in demselben enthalten sind, hiermit zurückzunehmen._ Die Redaktion. � Preußische Landtagswahlen. Pom Dretklaflen-Wahlsystem. Der Magistrat veröffentlicht eine Uebersicht der Berliner UrWahl« bezirke nebst den Abtheilungsgrenzen ftir die bevorstehenden Landtags- lvablen. Die Bessimmung der Wahlrechts-Novclle von 1893, daß die Bildung der Abthcilungcn durch Drittclung des Steuerbettages für jeden UrWahlbezirk besonders vorzunehmen ist(wobei manchmal schon ein oder zwei wohlhabende Wähler durch ihre hohen Steuer-. betrüge die Abtheilungsgrenzen ihres Bezirks vollständig verschieben),. hat die wunderlichsten Gegensätze hervorgebracht. Unter den jetzt 1202 Urwahl-Bezirken Berlins sind 54, in denen man erst\ mit über 10 000 M. Steuern in der 1. Abthcilunp wählen darf. Sie liegen vorwiegend im Westen, in der Friednchstadt und im allein die beiden aus der Familie Demqemätz st eilt Mitgliedern zwei Zentrum. In vier dieser Bezirke kommt nian sogar erst mit über 100 000 M. in diesl. AbtHeilung, nämlich in Bezirk 61(Leipziger Platz, Voßstraße und Umgegend) mit 116 127 M., in Bezirk 743(Au- fang der Prenzlauer Allee und Umgegend) mit 126 812 M., in Bezirk 476(Theil der Wallstrabe, der Jnselstraße u. s. w.) nnt 128 030 Mark, in Bezirk 38(Theil der Behrenstrabe u. f. w.) mit 216 663 M. Was ist die Folge davon? Die nachfolgenden Großwürdenträger des Reiches und Preuhens sind sämmtlich Wähler in der dritten Klasse dieses Bezirks: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Minister Thielen, Staatssekretär v. Büloiv, M i n i st e r Schönstedt, Staatssekretär Graf Posadowsky-Wehner. Ebenfalls Wähler dritter Klasse sind Obergewandkämmerer Graf von Perponcher und Fürst Radziwill. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe steht dabei nicht einmal an der Spitze der Wähler der dritten Klasse, sondern ist erst der achte Wähler in der nach den Steuerbeträgen aufgestellten Reihen- folge der Wähler dritter Klaffe. Als Vormann an siebenter Stelle hat er den Grafen v. Perponcher. Bei den Ministern und Staats- sekretärcn reicht selbst die Summe des Gehalts noch nicht entfernt heran an denjenigen Steuerbetrag, der noth- wendig ist, um iit diesem II r Wahlbezirl Wähler der ersten Abt Heilung z u sein. Aber daß selbst der in Bayern, Böhmen, Frankreich und Rußland h o ch b e g ll t e rt e Fürst Hohenlohe in diesem UrWahlbezirk mit seiner Steuersumme noch nicht einmal es bis zum Wähler zweiter Klasse zu bringen vermag, ist ganz besonders bemerkenswerth. Ein anderes Beispiel, wohin die jetzige Gesetzgebung und die Drittelung führt, bietet der ebenfalls im 1. Landtags-Wahlkreis be- legen« 38. UrWahlbezirk. Derselbe umfaßt Theile der Jäger-, Behren-, Französische-, Friedrich-, Charlotten-, Markgrafenstraße, also em vornehmes Bankiervierkel. Während in dem oben erwähnten UrWahlbezirk der Wilhelmstraße u. s. w. ein Steuerbetrag von jähr- lich 69 037 M. ausreicht, um Wähler erster Abtheilung zu werden, gelangt man mit einem solchen Steuerbetraq im 38.' UrWahlbezirk noch nicht einmal in die zweite Wählerabtheilung. Hier grenzt die Zweite Abtheilung nach unten hin mit einer Jahrcs-Steuersumme von 88 018 M. und die erste Wählerabtheilung mit einer jährlichen Steuersumme von 216 663,20 M. Um auch nur eine solche Steuer- summe aufbringen zu können, muß man jährlich den Zinsgenuß von mindestens fünf Millionen Mark bei 4 pCt. Zinsen beziehen. Wie aber setzt sich nun in diesem UrWahlbezirke die 1. und 2. Abtheilung zusammen? In der e r st e n AbtHeilung wählt einzig und allein der Seniorchef der Familie von Mendelssvhn-Bartholdy, in derzloeiten Ab- theilung wählen einzig und jüngeren Geschäftsinhaber von Mendelssohn- Barthold h. diese Familie in ihren drei Drittel der Wahlmänner des Bezirks, während"alle übrigen Wähler, auch wenn sie jährlich bis 30000 M. Steuer zahlen, in der dritten Klasse sich mit der Wahl eines Drittels der Wahlmänner begnügen müssen. Zu solchen Klasseneintheilungen haben selbst die noch 1893 maß- gebenden Bestimmungen nicht geführt. Auch damals wurde schon die Drittelung für jeden Urwah'lbezirk besonders vollzogen: aber es gab damals in Berlin keinen UrWahlbezirk, in dem ein Wähler mit mehr als 10 000 M. noch zur dritten Klasse gehörte, und keinen Urwahlbezirk, in dem ein Wähler mit mehr als 30 000 M. Jahres- steuer nicht zur ersten Klasse gehörte. Andererseits gehört man in 61 Bezirken, die vorwiegend im Norden und Osten der Stadt liegen, mit iveniger als 100 M. Steuern doch ebenfalls noch zur I. AbtHeilung, in Bezirk 1139(Theil der Christianiastraße und Umgegend) sogar noch die Wähler mit nur 30 M., in Bezirk 366'(Theil der FalcEenfteinstratze) noch ein Theil der Wähler mit nur 26 M. (bis zum Buchstaben B). in Bezirk 1157(Theil der Adolfstraße) mit nur 24 M.(bis Buchstabe Sch) und in Bezirk 1167(Theil der Köslinerstraße) gleichssalls mit nur 24 M.(bis Buchstabe S). Zur II. AbtHeilung gehört man in 119 Bezirken erst mit über 1000 M., in 7 davon erst mit über 10 000 M. Steuern. In einem, dem oben genannten 38. Bezirk, kommt man sogar erst nnt 88 018 M. Steuern in die II. AbtHeilung, also z. B. mit 88 000 M. bereits in die III. AbtHeilung. Auf der anderen Seite giebt es zahlreiche Bezirke, in denen man selbst mit nur 12 M. Steuern doch noch zur II. AbtHeilung gehört. In den oben genannten Bezirken 1167 und 1139 darf sogar ein Theil der nur 7 M. Steuern zahlen- den Wähler(in 1167 bis zum Namen Beck, in 1139 bis Her) noch in der II. Abtheilung wählen. Die namenlose Kläglichkeit und Elendigkeit des preußischen Landtags-Wahlsystems wird durch diese Ziffern wiederum im vollsten Lichte gezeigt. Und aus diesem Wahlsystem soll eine„Volksver- tretung" hervorgehen, die das Wohl des preußischen Volkes zu fördern hat. Kein Wunder, daß nur die Reaktionärsten der Reaktionäre mit diesem Wahlsystem zufrieden sind. Der agrarische Wurm im Zentrum. Aus dem Rheinland wird uns geschrieben: Wer nach dem Abschluß der letzten Reichstagswahl, bei der der agrarische Flügel des Zentrums gegen letzteres revoltirend, in einigen Kreisen eigene Kandidaten aufgestellt hatte, annahm, daß infolge des geringen zahlenmäßigen Erfolges jeder weitere Widerstand gegen daS Zentrum von dieser Seite unmöglich gemacht sei, hat sich' sehr ge- irrt. Die Zentrumsagrarier vom Schlage der Hoensbroech, Los und Konsorten setzen ihre Opposition gegen das Zentrunr mit nn- geschlvächten Kräften fort, was am besten aus ihrer Stellung zur Landtagswahl hervorgeht. So haben sie es mit ihrer un- geschwächten Opposition gegen ihre Partei im„Rhein. Bauern- verein" und in der„Rhein.'Volksstimme" und den dadurch erzielten Einfluß auf die ländlichen Vertrauensmänner der Partei er- reicht, daß in verschiedenen Kreisen ausgesprochen agrarische Kandidaten proklamirt wurden, so in Düren-Jiilich der Gutsbesitzer Stupp, in Montjoie-Malmedy-Schleiden der Rechtsanwalt am Zohn- hoff in Köln, in Mühlheim a. Rhein neben zwei waschechten Zentrumspolitikern alter Kouleur den ins Agrarische schillernden Amts- richter und Gutsbesitzer Dr. Becker in Hennef a. Sieg. Aber auch in der bisher von der Partei bei Stichwahlen geübten Taktik versucht der agrarische Flügel eine Aenderung herbeizuführen. Die Partei hat bekanntlich in verschiedenen Wahlkreisen zu gunsten freisinniger Belverber auf ein selbständiges Vorgehen verzichtet, wofür sich die Freisinnigen zu ähnlichen Gegendiensten verpflichtet haben. Auch vertritt die Bachem'sche Richtung den Standpunkt, daß bei evcnt. Stichwahlen Freisinnige zu unterstützen sind. Noch am 12. d. M. erschien in der„Kölnischen Volkszeitung" ein Artikel, in dem bei einer allgemeinen Würdigung der Konservativen und Freisinnigen unter besonderer Hervorhebung des ausgesprochen junkerlichen, reaktionären und ausgesprochen konfessionellen Charakters der erstercn die Unterstützung der letzteren anempfohlen wurde. Zu dieser „Rettungsarbeit des Manchesterthums" antwortet die„Rheinische Volksstimme":„Der Freisinn kennt nur die einseitige Fördennig der Großindustrie und des Großhandels. Für diese hat aber bereits 60 Jahre lang die Gesetzgebungsmaschine gearbeitet: die Landwirth- schaft hat trotz der stiefmütterlichen Behandlung während dieser Zeit und trotz der Nothlage, in der sie sich befindet, von ihm nichts zu erwarten.„Die„Kölnische Volkszeitung" muthet daher den katholischen Bauern zu, indem sie ihnen die Unterstützung des Freisinns empfiehlt, nach dem Satze zu handeln: „Nur die allergrößten Kälber Wählen sich die Metzger selber.'' Wir hoffen, daß die katholischen Bauern, dieses Kompliment vergeltend, nach dem Grundsätze handeln: Zuerst Zentrum: wo dies unmöglich, einen christlichen Konservativen, niemals aber einen nationalliberaleir Kulturkämpfer und einen fteisinnig-manchesterlichen Bauernfeind." Die Sache kann mit der Zeit noch heiter werden, denn es ist nicht außer acht zu lassen, daß eS fich bei diesen Angriffen auf daS „Volkszeitungs-Manchesterthum" nur um Vorpostengefechte handelt. Als freisinnige Kandidaten für den ersten Berliner Landtags Wahlkreis stellte eine gestern abgehaltene, von etwa 1100 Urwählern be- suchte Versammlung folgende Personen auf: Dr. Otto Hermes, Justizrath Alb. Träger, Dr. Max Hirsch Redakteur P e r l s, Stadtverordneter Kreitling, Chef- redakteur V o l l r a t h, Stadtv. Friedemann. Die Aus wähl der erforderlichen drei Kandidaten aus dieser Liste soll einer Wahlmänner- Versammlung überlassen bleiben. Ein Antrag, die Wahlmänner auf drei in der Urlvähler-Versammlung zu nomi- nirenden Kandidaten zu verpflichten, wurde nach lebhafter Debatte abgelehnt. Der erste Landtags-Wahlkreis war bisher vertreten durch Otto Hermes, Träger und Parisius. Letzterer hat aus gesundheitlichen Gründen auf seine Wiederaufsteflung verzichtet. In einer stark besuchten Versammlung der freisinnigen Wähler des 2. Berliner Landtags-Wahlkreises sprach sich E u g e n Richter heftig gegen die Steuer- und Wirtfy schaftspolitik der Regierung aus. Die jetzige Steuerpolik verschlechtere das Landtagswahlrecht noch mehr. Der Redner ging dann auf alle die Fragen ein, die bei einer konservativen Mehrheit im Landtage zu Ungunsten des Volkes entschieden werden. Langerhans sprach besonders noch gegen die Verschlechterung des Koalitionsrechtes. Ein Diskussionsredner polemisirte gegen die Wiederwahl der„Alten", wurde aber niedergeschrien.' GeweMMzÄfklufzes. Berlin und Umgegend. An sämmtliche in Buchbindereien, Kontobuch-, Leder- galanteriewaaren-, Luxnspapier- und Kartonfabriketl be- schäfttgten Arbeiter und Arbeiterinnen! Kollegen und Kolle- ginnen I Heute, Dien st ag, den 18. Oktober, abends 3 Uhr, findet in Keller's Festsälen, Koppcnstr. 29, eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Branchenaugehörigen statt. Wir machen nochmals aus die überaus wichtige Tagesordnung aufmerksam und richten an alle Arbeiter und Arbeiterinnen unseres Gewerbes die dringende Aufforderung, vollzählig in dieser hochwichttgen Ver- sammlnng zu erschemen.— Die Vertrauenspersonen sämmtlicher Branchen. Achtung, Tapezirer! Bei der Firma Flatow u. Priemer (Jnh. Gebr. Czapki), Charlottenstt. 13, sind Differenzen ausgebrochen. Die Inhaber der Firma hatten die Absicht, die seit Jähren ein- '"hrte 8�/2 stündige Arbeitszeit auf 9 Stunden zu verlängern, ebenso die Löhne außer dem Hause zu reduziren. Als Antwort hierauf haben die dortigen Kollegen, 40 Gehilfen und 30 Näherinnen, einmüthig die Arbeit niedergelegt. Wir erwarten von den Kollegen und Kolleginnen Berlins, daß sie die Werkstatt meiden, um so den Streikenden zum Siege zu ver- helfen. Alles Nähere in der heute Abend 9 Uhr bei Zubeil, Linden- straße 106, stattfindenden Versammlung. D i e AgitationSkommission. Zur Erzielung eines einheitlichen Lohntarifs? wird äugen- blicklich vom„Verein Berliner Droschkenkutscher" eine Bewegung vorbereitet. In dem vom Agitations- Komitee dieses Vereins soeben erlassenen Aufruf heißt es, daß in der letzten Zeit verschiedene Droschken-Fuhrherren, welche Taxameterwagen befitzen, den bei ihnen beschäftigten Kutschern Abzüge vom Lohn gemacht haben. Einige Fuhrherren sollen sogar mit der Absicht umgehen, ihren Kutschern gar keinen Lohn, sondern nur Prozente von der Tageseinnahme zu zahlen. Demgegenüber will nun der Verein mit aller Enffchiedenheit dahin streben, daß auf allen Droschkcnhöfeu der festgesetzte Lohn von 1,60 M. pro Tag und bei einer Einnahme unter 10 M. 25 pCt., bei einer Einnahme über 10 M. 30 pCt. gezahlt werden. Zu diesem Zwecke soll in einer Statistik festgestellt werden, wie viele Kutscher die einzelnen Fuhr- Herren beschäftigen und welchen Lohn jeder zahlt. Die Kutscher aber »verden aufgefordert, behuss Anlegung einer solchen Statistik dem Agitationskomitce das nöthige Material zu liefern, auch soll in dieser Angelegenheit demnächst eine öffentliche Versammlung einberufen »verden. Deutsches Reich. Die Bewegung der Motor Wagenführer in Nttrnb erg- Fürth kann als vollständig gescheitert betrachtet»verde». An» Sonntag Vormittag fände»» n»'»t der Direktion Unterhandlungen statt. die sich zerschlugen. Um 3 Uhr stellten die Führer de»» Betrieb ein; nach einer Sttlnde übernahmen die Kondukteure(!!) die Führung der Wagen, so daß der Betrieb im vollen Umfange wieder al»fgenon»men »verden konnte. Zur Bcrgarbcitcrbelvcguitg wird uns aus Essen ge schrieben: Am Sonntag, den 9. Oktober leiteten die Ruhrbergleute eine Lohnbewcg»iiig ein. In Massenversammlungen, zu denen sich über 1v 000 Bergarbeiter eingefunden, wurde der Vorstand des „alten" Bergarbeiter-Verbandcs einstimmig beaustragt, an die Zechenverlvalttnigen heranzuttctcn mit einer Forderung auf Lohn- erhöhung von 10 pCt. für alle Arbcitsklasscn. Die Uirtcniehiner Ivarci» mit Antwort schnell zur Hand, sie erklärten in der„Industrie", ihre Antivort auf einen event. Streik Iviirde lauten, F ö r d e r u n g s- einschränk u»ig und Lohnabzug. Diese Antwort seitens der Grubenbesitzer ist ja nicht vcNvunderlich, mehr unangenehm empfunden tvird die Haltung des katholischen Gcwcrkvereiils. Im„Bergknappen", dem Organ des Geiverkvereins,»verden die Bergarbeiter aufgefordert, sich an der Lobnbetvegung nicht zu betheiligen, weil dies anders nichts sei, als sozialdemokratische Mache. Gerade so lvie bei der Erfolg versprechenden Lohnbeivegung im Frühjahr 1897, so sind auch in dieser die Leiter des Geiverkvereins der Arbeiterschaft in den Rücken gefalle»». Die Leiter des GeiverkvercmS besorgen gairz die Geschäfte der Uirternehmer. Sie irren sich aber, wenn sie glauben, die Arbeiter mit diesen Argumenten zu ihren A»»sichten zu bekehren. Die Lohnbewegung der Schnhmacher in Hannover ist bisher in 38 Geschäften zu gunsten der Ausständigen verlaufen. Arissländig sind noch 98 Gehilfen, eine größere Anzahl ist ab- gereist. Die Geschäftspraktiken einer Seidenband-Fabrik in Barmen hatte in den Kreisen der Bandlvirkermeister und-Arbeiter lebhafte Entrüstung hervorgerufei». Die Firma hatte fortgesetzt minder- werthiges Garn ausgegeben, dem auf Slbrechnungen und Lohnzetteln eine bessere Qualität verliehen»var. Hierdurch wurden die Zwischen- meister und Arbeiter geschädigt. Da eine Verständigung mit der Finna nicht zu erzielen»var, wurden Sttafanträge»vegen Betrug, Urkundenfälschung und unlauteren Wettbewerb gestellt. Darauf hat sich nun die Firma bequemt, die hinterzogenen Löhne zu zahlen und hat ferner an die Fabrikantenvereinigung eine Sühne von 6000 M. wegen Vertragsbruchs entrichtet. Die Metalldrückcrgehilfen Münchens sind in eine Be- wegung zur Erriugung der neunstündigen Arbeitszeit eingetteten. Zuzug ist streng fernzuhalten. Bei der Gewerbegerichtswahl in Limmer wurden in der Klasse der Arbeitnehmer die von den Gewerkschaften aufgestellten Kandidaten einstimmig gewählt. Ausland. In Kolomea(Galizien) wird der Streik der Talesweber, der nunmehr 8 Wochen dauert, uirverändert fortgesetzt. Die Stteikenden haben gegen eine sehr kapitalkräftige Unternehmerkoalitton zu käinpfen, so daß anzrmehmen ist, der Streik wird erst nach einigen Wochen für die Arbeiter siegreich beendet werden köm»en. Die Mittel der sehr bedürfnißlosen' Weber sind erschöpft, und sie wenden sich mit der Bitte an die Arbeiterschaft, sie in ihrem Kamps zu unter- stützen. Gelder sind zu senden an Chaim Brettler in Kolomea (Galizien). Der Streik der Zündhölzchenarbeiter in Grautmont(Belgien) ist zu gunsten der Arbeiter beendet. Lohnrednktion in der englischen Fahrrad-Industrie. Nach Berichten ans Coventry in der Grafschaft Marwick, dem englischen Hauptfabrikationsort für Zweiräder, begründen die Fabrikanten durch den bedeutenden Preisfall in der Fahrrad-Jndustrie eine allgemeine Herabsetzung der Löhne. Die Rudge Whitworth Company, die schon vor einigen Monaten zuerst ihre Maschinenpreise herabgesetzt hat, hat auch hierbei den Anfang gemacht»md den in ihrem Bettiebe beschäftigten Monteuren eine Lohnherabsetzung von ca. 30 pCt. an- gekündigt. Die Arbeiter wollen sich nur die Hälfte dieser Lohn- kurzung gefallen lassen. Da die Unternehmer auf dem von ihnen angegebenen Satze bestehen, ist Zuzug vom Kontinent fernzuhalten. Die Mitglieder des Kopenhagener Gas- und Waffer- Arbeiter-Berbandcs haben in allen Werfftätten die Arbeit nieder- gelegt. Es handelt sich um eine von den Arbeitern schon lai»ge er- strebte Lohnerhöhung und Einführung eines Minimallohnes. Die Arbeiter der 25 Kopenhageuer Roggenbrotfabriken (140—150 Mann) haben die Arbeit eingestellt. Es ist schon Brot- mangel eingetteten. Die Bessergestellten halten sich an Weißbrot, aber die ärmere Bevölkerung ist auf das Roggenbrot der Fabriken angewiesen._ Vevlninnilttttgen. Der Verein der in Taschen- und Kofferfabrike« beschäftigten Personen hielt am 11. Ottober seine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand der Bericht über den Ausgang dcS Streiks bei Fischer u. Richter. ES wurde bemertt, daß die Streikenden ge- zwungen ivaren, den Streik aufzuheben, da sich 12 Streikbrecher gefunden haben und auch 6 von den Streikenden selber abfiele»». Man»mißte sich mit dem Versprechen begnügen, daß am 1. Dezember die 9 stündige Arbeitszeit eingeführt»verden soll. Den Kassenbericht gab Weyher. Die Gesammteinuahme betrug 412,30 M., die örtlichen Ausgaben 69,40 M. An die Hauptkasse Ivurdcn 260 M. eschickt, zur Lokalkasse kamen 66 M.; mithin Gesammtausgabe 384,40 M., leibt ein Bestand von 2D90 M. Die Mitgliederzahl beläust sich jetzt auf 168. Hierauf wurden Mikley, Schnur, Altmann und Schefisch wegen ihrer Stellung während des Streiks aus dem Verband aus- geschlossen. Giebler gab sodann den Vorstandsbericht. Es fanden 29 Vorstandssitzungen, 23 Mitgliederversammlungen statt. In den Vorstand»vrirden geivählt: Ä ß m a n n, Vorsitzender; Giebler, Kassirer; H oh e is e l, Schriftführer: Hatzenberg er und Land- j r ä b e. Beisitzer; Weyher und Lechlcitner, Revisoren. Für ?ie Bibliothek gingen an Strafgeldern 6,50 M. ein, ausgegeben wurden 7,31 M. Die Verwaltung der Bibliothek wrirde dem Mit- glied Mann übertragen. Köpenick. Am 11. Ottober fand hier eine öffentliche Versamm- luilg zur Berichterstattung unserer Parteifrermde im Stadtverordneten- Kollegium im„Wilhelmsgarten" statt. Richter, welcher refcrirtc, kritifirte besonders das Verhalten der Stadtvcrordneten-Mehrheit in Sachen der Lchrcrgehaltsftage; es sei diese Mehrheit eiftig thätig gewesen, um den Köpenickcr Volksschullehrern das Geheilt möglichst wenig zu erhöhen, obivohl der Rc- gierung selbst die erstmalige durch die Stadtverordneten fest- zelegten Gehälter zu niedrig erschienen. Dazu giebt Richter einen mteressanten Uebcrblick über die hiesigen Schulverhältnisse. Danach kommen in der Volksschule je 63 Kinder auf einen Lehrer und 47 Kinder auf eiiie Klasse. In der M ä d ch e n- M i t t e l- ch u l e komnrei» nur 36 Kinder auf einen Lehrer und eine Klasse. In der Realschule je 39 Kiirder arif eine Klasse. 8 Klaffen seien dort nur vorhanden, für»velche jedoch 10 Lehrer thätig sind. An Zuschuß zahle die Stadt für die Kinder der Volksschule pro Kiud 41 M., für die Kinder der Realschule jedoch pro Kind 47 M Redner bemängelt weiter, daß die Stadt Kosten zu dem von der Regierung verlangten Neubau eines Pfarrhauses zu tragen habe und wünscht, daß die Eingepfarrten, wenn sie den Neu- bau so dringend halten, die Kosten dafür selbst aufbringen ollten. Auch hie ablehnende Haltting des Magisttats gegen das Gesuch des Männer-Trirnvereins Eiche, der mit seinen 130 Mitgliedern in einem Vergnügungslokal seine Turnstunden abhalten»»uß, miß- billigte Referent. Der Turnverein Eiche hatte de»» Magisttat ersucht, ihm die unbcnützte Turnhalle in der Glienickerstraße zu seinen Turnsttniden zur Verfügung zu stellen und sich erboten, die Gasbeleuchtung auf eigene Kosten herzustellen. Dieses Gesuch wurde vom Magistrat abgelehnt, obwohl andere hiesige T»lrn- vereine, darunter selbst ein solcher mit nur 20 Mitgliedern, die tädttschei» Turnhallen nebst der dort vorhandenen Gasbeleuchtung benützen. Auch die Mängel der Straßenreiniguicg, die sich besonders in übelriechenden Ausdünstungen der Rii»i»stei»»e bemerkbar machen, führt Richter darauf zurück, daß die Straßenreinigung vom Magistrat im Submissioi»s>vege an den mindestfordernden Privatuntenrehmer vergeben wird. Referent bemerkt noch, daß die Köpeiricker Arbeiter bei' den diesjährigen Wahlen im November dafür sorgen sollen, daß die Kandidaten der Arbeiter gewählt»verde»». Dann würden die sechs Vertreter derselbeu schon etwas entschiedener durchdringen können. Zum Wahlkomitce für die diesjährigen Stadtverordneten- Wahlen wurde»» dann noch die Genossen Faber, Karl Schulz und Beruh. Lietsche geivählt. Arbciter-Bildnngsschule. Dienstag: Drei Jahrhunderte wirthschaft- licher, sozialer und polittscher Kämpfe. Vortragender: Schriftsteller Paul Kampfsuieyer. Beginn der Vorlesungen pünktlich»in 9 Uhr abends. Deutscher Seuefeldcr-Buiid. Mitgliedschaft Berlin. Heute Abend 8 Uhr in» Restaurant Miegel, Stralauerstr. S7: Mitglieder- Verfauluilung und Vorstandssitzung._ Uotzke und DepoMen. Braunschwcig, 17. Oktober.(B. H.) An» Sonnabend ereignete sich,»vie die„Br. N. N." berichten, im Kesselhause der städttschen Gaswerke zu Helmstedt eine Gasexplosion, bei»vclchcr drei Persol»en verschüttet und die umliegenden Gebäude beschädigt»vurdei». Budapest, 17. Oktober.(B. H.) Als der Kaiser an» Sonn- abend Nachmittag von der Ofener Burg zum Ostbahnhof fuhr, warf sich der nn Verfolgungswahn leidende Rentier Anton HcgeduS vor die Pferde der kaiserlichen Equipage. Der Kutscher, welcher die Pferde noch zum Stehen brachte, übergab den Geisteskranken einem Polizisten. Dieser Vorfall gab Anlaß zu Artentatsgerüchten. Paris, 16. Ottober.(W. T. B.) Eine Versammlung der sozialistischen Partei nahm eine Tagesordnung ai», in»vclchcr die Einigkeit aller sozialistischer, revolutionärer Kräfte allen Möglich- leiten gegenüber betont und gegen die Angriffe auf die Freiheit der Arbeiter-Syndikate und das Recht auf Ausstände Verivahrung ein- gelegt wird. Ferner»vird Verivahrung dagegen eingelegt, daß die militaristische Verschwörung die republikanischen Freiheiten antaste, und cndlick» die Bildung eines permanenten Wachsamkeits-Komitees aller sozialistischen Kräfte beschlossen. Paris, 17. Oktober.(W. T. B.) Auf der Westbahnlinie wurde gestern Abend bei Viroflay in der Nähe von Versailles an einer »viehtigen Gleisgabelung ein Eiscnbahnsignal in verbreehcriiehcr Absicht falsch gestellt, sodaß es beständig freie Fahrt anzeigte. Die That wurde indessen so rechtzeitig entdeckt, daß jeder Unfall ver- mieden werden konnte. Bayonne, 17. Oktober.(W. T. B.) Mit der letzten Post hier eingegangene Madrider Blätter sprechen in verblümter Weise von gewissen Unterhalttingen in dem dortigen militärischen Klub. Mehr- fach sei der Regierung vorgelvorfen worden, einen dcmüthigenden Frieden abgeschlossen zu haben, andererseits sei zu gunsten einer Militärdiktatur unter der gegenivärttgen Dynastie ge- sprachen worden. Die Zensur»verde noch immer streng gehandheibt. General Polavieja habe wichtige Erklärungen bezüglich der Autonomie abgegeben, die geiviffen Gebieten, namentlich Katalonien, in Verwaltungsangelegenhciten zuzugestehen sei, doch sei die Ver- öffentlichung dieser Erklärungen verhindert worden. Stockholm, 17. Oktober.(W. T. B.) Der deutsche Dampfer „Annie" aus Tönning(Schleswig) ist gestern nahe Stockholm ge- strandet. Zwei Bergungsdampfer sind zur Stelle. Konstanttnopcl, 17. Oktober.(B. H.) Infolge der Aufdeckung deS Attentatsplanes in Alexandrien gingen sowohl der hiesigen Polize» als auch der in Palästina die strengsten Weisungen zu. Die VorsiehtS- maßregeln werden verdoppelt. Verantwortlicher Redakteur: August Jacoben in Berlin. Für deo Jnseratentheil verantlvoftlich: Dh. Glocke in Berlin Druck und Verlag von Max Babing in Berliw.Hirrzn 1 Beilage u. NnterhaltungSblatt. ilr.24i 15. IahiMg. Keilllge ilts ImM KeMer MIKsdIlltt. Die Streikbewegung in Paris, welche in den letzten Wochen die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat, scheint ihrem Ende nahe zu sein. Die an den Aus- srellungsarbeiten beschäftigten Erdarbeiter waren die ersten, welche Forderungen auf Erhöhung der Löhne stellten. Ihr Aus- stand wurde gut geführt und fand auch die Unter- stutzung des Pariser Gcmcinderaths und thcilweise auch die des Seinepräfektcn und der Regierung. Nicht allein dag der Gemcindcrath Gelder für die Familien der Streikenden bewilligte, auch sonst suchte er— und namentlich war das der sozialistische Vorsitzende N a v a rr e— zu gunsten der Arbeiter zu wirken. Die Erdarbeiter haben denn auch ihre recht bescheidenen Forderungen durchgesetzt, d. h. die Unternehmer sahen sich gezwungen, die AuSschachtungsarbcüen an die Stadt abzugeben, welche dieselben nun in eigener Regie ausführen lätzt und die Arbeiter nach den für Ausstellungsbautcn festgesetzten Lohnsätzen bezahlt. Gleichwohl nahmen die Erdarbeiter die Arbeiten nicht sofort wieder auf, weil sie durch ihr Verharren im Streik den verschiedenen Gruppen von Bauarbeitern, die mittlerweile in den Ausstand ge treten waren, ebenfalls zu einem Siege verhelfen wollten. Waren schon diese Streiks der Bauarbeiter geeignet, die öffent liche Meinung stark zu beschäftigen, so stieg die Erregung noch um ein gewaltiges, als auch— am 13. Oktober— das Syndikat der Eisenbahn-Arbeiter den Generalstreik proklamirte. Aus dem letzten Kongreß derselben lim April d. J.) wurde dem Vorstand die Vollmacht' ertheilt, im geeigneten Angen blick von sich aus den Generalstreik zu ertlärcn. Vor ein paar Monaten hielt der Vorstand eine Umfrage über den Generalstreik bei den einzelnen Lokalgruppen. Die Ant wort fiel— wie Guerard, der Generalsekretär der Gewerkt schaft, auf dem allgemeinen Gewerkschafts-Kongreh in Reimes mittheilte— im verneinenden Sinne aus. Der Pariser Maffcnstreik hat also die Stimmung der Gruppen geändert. Die vom„Temps" gebrachte Nachricht, wonach der Vorständ, ungeachtet des gegentheiliaen Beschlusses der Mehrheit der Gmpven, den Generalstreik aus eigene Faust erklärt hätte, wird von Guerard als grundlos dementirt. Der Beschluß des Vorstandes ist vielmehr in Uebereinstimmung mit der Mehrheit der soeben von neuem befragten Gruppen gefaßt worden. Die Fordeningen der Eisenbahner sind ebenso alt, wie daS Be stehen ihrer Gewerkschaft. Die Eisenbahn- Gesellschaften pochen auf die großmüthigcn.Opfer", die sie zum Nutzen der fest angestellten Eisenbahner namentlich hinsichtlich der Alterspensionen gebracht hätten. In Wahrheit sind die Alterspensionen viel zu gering: zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Dazu gesellen sich die Willkür-Praktikcn, wodurch pcnsionsbcrechtigte Arbeiter der Bettel- Pension verlustig gehen, indem sie rechtzeitig entlassen werden. Zahlreiche Arbeiter-Kategorien haben Hnnaerlöhne, die auf 2 Fr. 15 Cts. pro Tag sinken. Die Schrankenwärterinnen erhalten gar den unglaublichen Lohn von L'/z Franks pro Monat. weil die Beschäftigung für sie ein„Nebenberuf" sein soll. Die Ueberlastung mir Arbeit ist so groß, daß die Kammer im vorigen Herbst den Zehnstundentag für die Eisen bahner volirte. Das Zehnswndengcsctz steckt aber noch bis heute in einer Kommission des Senats. Schließlich versteht es sich von selbst, daß die Eisenbahn-Protzen die Gewerkschaft nicht als die berechtigte Vertreterin der Arbeiter anerkennen will. Im Laufe des letzten Sommers wurden wieder einmal einige Mitglieder eines lokalen Gewcrkschafts-Vorstandes gemaßregelt... Für den gegenwärtigen Streik hatte der zentrale Vorstand folgende fünf Forderungen aufgestellt: Wiederanstellung aller Streikenden, sowie der wegen gewerkschaftlicher Bethätigung Ge- maßregetten: allgemeine Lohn- bezw. Gehaltserhöhung: Alterspension für sämmtliche Arbeiterkateaorien: proportionale Alterspension(im Verhältniß zum Lohn oder Gehalt und zu den zurückgelegten Dienst- jähren, um den gekennzeichneten Kniff der vorzeitigen Entlassung einigermaßen unschädlich zu machen); Herabsetzung der Arbeitszeit. Muß nach dem obigen die Berechtigung des Streiks auch zugegeben werden, so hat sich der G e n e r a l st r e i k s- B e s ch l u ß als ein Schlag ins Wasser erwiesen. Unser Pariser Korrespondent schreibt uns unterm 16. Oktober darüber folgendes: „Drei volle Tage sind bereits seit dem Beschluß ins Land gegangen — und nicht einmal der Schatten eines Streikversuches ist zu verzeichnen, wenn man nicht dafür die Arbciseiitstellung seitens eines oder vielleicht zwei Dutzend Eisenbahner in ganz Frankreich halten will. Dieses Häuflein wurde sofort entlassen und durch andere Arbeiter ersetzt— und das ist alles I... Diesem Thatbestand gegen- über erklärt heute der Vorstand der Eisenbahner-Gewerkschaft: „Wenn der Streik zur Stunde noch nicht seine volle Wirkung zeigt, so hängt das ab von vorausgesehenen Ursachen, die wir noch nicht bekannt geben können. Wir bemerken jedoch, daß wir augenblicklich bezwecken, die Eisenbahn-Gesellschaften zu Unterhandlungen zu zwingen. Wir fügen hinzu, daß die Antwort des Friedensrichters sauf den An- trag der Gewerkschaft, ein Schiedsgericht zu konstittliren) eine ent scheidende Wirkung auf die Bewegung ausüben wird..." Der Vorstand glaubt also, daß das Nichtzustandckommen des Schieds gerichts infolge der Weigerung der Unternehmer doch noch dem Streik beschluß zur Durchführung verhelfen werde... Der Mißerfolg der Eisenbahner-Gcsellschaft scheint die Pariser Streikbewegung gelähmt oder doch den Rückgang derselben bc- schleunigt zu haben. Der Erdarbeiter-Streik ist nun auch von der Gewerkichast für beendet erklärt ivorden, solveit die kommunalen Arbeiten in betracht kommen, wo die Unternehmer vor dem Ultimatum des Gemeinderaths kapiwlirt und die Forderungen vollständig be- willigt haben. Ebenso ist der Bauarbeiter-Streik in der Abnahme begriffen, ungeachtet der Gewerkschaftsbeschlüsse". Die heute, Montag, eingegangenen Telegramme bestätigen, daß die Streikbewegung für mehrere Gruppen ganz beendet ist, in anderen ist sie m starkem Niedergänge begriffen. Auch die Eisenbahner-Gewerkschaft beschloß in emer Ver- sammlung am Sonntag Nachmittag, den Generalstreik als beendet zu erklären. Infolgedessen hat die Regierung auch nicht mehr umhin können, die Truppen, welche wegen angeblich zu befürchtender Tumulte der Streikenden in Paris zusammengezogen waren, wieder nach ihren Garnisonsorten zurückzubeordern.— Auch die Erregung über das angebliche oder auch wirklich geplant gewesene Komplott scheint sich gelegt zu haben.— Die Ankunft des Herzogs von Orleans in Brüssel dürste wohl auch kaum geeignet sein, weilere Kreise zu beunruhigen. Frei- sich kann jeder Tag neue Ueberraschung bringen. Für den armen Weber im Eulengebirge gingen nachträgsich bei den Unterzeichneten ein: a) Bei Aug. Kühn in Ober- Langen- bielau: Von einem Mainzer Bürger durch die Red. der„Mainzer Volksztg." 19,80. Ans Liste Linkeln d. B- Hagemann, Braunschweig 10,05. Vom Verein„Vorwärts" d. Riedel Neustadt a. d. Orla 5,—. Durch S. Trenkhorst, Dessau 4,41. Durch die„Bremer Bürgerztg.", Bremen 2,80. Durch die„Volksstimme", Mannheim 8,05. Durch Wilh. Theuerjahr, Käthen, in zwei Sendungen 8,50. D. R. Lübeck -.40. b) bei A. Gerisch in Berlin: Von dem Vertrauensmann in Lüdcilscheid 10,—(darunter von Siegen 3,65)o Wir haben anch vorstehende Beträge nach Abzug von 30 Pf. Bestellgeld und Portis mit 68,21 M. dem Unterstützungsfonds der sozialdcmokmttschen Partei überwiesen. A u g. K ll h n. A. G c r i s ch. Als Vertrauensmann fürArnstadt i.TH. wurde einstimmig wieder der Parteigenosse Fr. G i l e k gewählt. Polizeiliches. Gerichtliches — Nachklänge von der letzten ReichtagSwahl Aus Kiel wird uns über eine Schöffengerichtsverhandlung in dem benachbarten Nortorf geschrieben:„Am Tage der Hanptwahl schickte das Kieler Wahlkomitee einen als besonders zuverlässig und be- sonnen bekannten älteren Parteigenossen nach dem Landbczirk Groß- Bollstedt zur Ueberwachung der Wahlhandlung. Der dortige Amts- Vorsteher, der die Wahl leitete, ein Hüne von Gestalt, war unseren Parteigenossen von der Landagitatton her als ein besonders hefttger Gegner unserer Bestrebungen bekannt. Kaum hatte nun unser Partei- genösse das Wachtlokal betreten, als er auch schon vom Amtsvorsteher und vom Gcmeindediener hinausbefördert wurde. Hierbei verlor er seine Legitimationspapiere, Steucrzettel und Militärpatz, die er vorsichtigerweise, obwohl das Gesetz für die im Wahllokale An- wesenden eine Legittmation nicht vorschreibt mitgenommen hatte, deren Prüfung aber der Amtsvorsteher mit den Worten zurückwies: „Die können gestohlen sein!" AIS der Mißhandelte seinen Verlust bemerkte und in das Wahllokal zurückzukehren wagte, um seine Papiere zu holen, wurde er festgenommen und vom gestimmten Wahlvorstano,(Hier liegt wohl ein Jrrthum unseres Berichterstatters vor. Nach ß 12 des Wahlreglements dürfen zu keiner Zeit deS Wahlhandlung weniger als d r e i Mitglieder des Wahl- Vorstandes im Wahllokale anweiend und darf der Wahlvorsteher und der Protokollftihrcr nicht gleichzeitig sich von der Wahl- Handlung entfernen. Hätte der Vorgang sich so abgespielt, wie unser Korrespondent berichtet, so müßte das Wahlresultat von Groß-Vollstedt kassirt werden. Red. d.„V'") den Amtsvorsteher an der Spitze, nach dem Ortsgefängniß cskortirt. Hier mußte er den Tag über bleiben. Abends wurde an ihn die Zumuthung gestellt, eine Er- klärung zu unterschreiben, daß er sich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht habe, und als er sich begreiflicherweise weigerte, mußte er auch noch die Nacht im Dorfgefangniß zubringen. Den nächsten Morgen wurde er nach dem Amtsgericht zu Nortorf trans- portirt, hier wurde ein Protokoll aufgenommen, worauf er endlich seine Freiheit wiedererlangte. Unser Genosse erstattete sofort gegen den Amtsvorstehcr Anzeige wegen Nöthigung und Freiheits beraubung— aber, waS niemand für möglich gehalten hatte, geschah: der Staatsanwalt drehte den Spieß um und erhob„im öffentlichen Interesse" Anklage gegen den Mißhandelten wegen Hausfriedensbruchs und" Beleidigung! Die Verhandlung ergab zwar aufs unzweideutigste, daß von Hausftiedensbruch keine Rede sein könne, da gesetzlich jedem das Recht zustehe, der Wahlhandlung beizuwohnen. Wohl aber wurde unser Genosse wegen Beleidigung zu 20 M. verurtheitt. weil er. als er am Bart aus dem Wahllokal hinausgezerrt wurde. ausgerufen hatte:„Da sieht man doch, daß es noch ruppige Menschen auf der Welt giebt!" Daß der Amtsvorsteher einer gesetzwidrigen Handlung schon durch die gewaltsame Entfernung unseres Genossen sich schuldig gemacht hatte, daß in der Zumuthung, die Erklärung betreffs des Hausfriedensbruchs zu unterschreiben, unzweifelhaft der Versuch einer Nöthigung lag, die durch die Freiheits- beraubung noch übertrumpft wurde— von all' dem nahm das Urtheil keine NotizI Selbstverständlich wird Berufimg eingelegt werden. Wegen Beleidigung der Kriegervereine in Teuchern wurde der Parteigenosse A. W e i ß m a n n in H a I l e a. S. zu vier- zehn Tagen Gefängniß verurtheilt, weil er als verantwortlicher Redakteur des„ Volksblatts" unter den Quittungen, die während der Reichstagswahl unter der Rubrik„Zum Wahlfonds gingen ein" veröffentlicht wurden, mitgctheilt har, daß von den Kriegern in Teuchern bei Zeitz 60 und'30 M. gesammelt worden seien. Obwohl bewiesen wurde, daß mehrere Mitglieder der Krieger- vereine in Teuchern Beiträge zum sozialdemokratischen Wahlfonds geleistet haben, kam das Gericht zur Verurtheilung. — Der Parteigenosse Heinrich Pens hatte in dem an- haltischen Dorfe Hecklingen einen wissenschaftlichen Vortrag über das Thema gehalten:„Bildung macht frei". Zur Beobachtung der Versammlung waren außer zwei Schutzleuten auch ein Fuß'jäger (Gendarm) erschienen. Da die Versammlung sich mit öffentlichen Angelegenheiten absolut nicht befaßte, so war in diesem Falle die Polizei' zur Ueberwachung nicht befugt. Die Anwesenheit der beiden Schutzleute ließ man sich aber gefallen, weil dieselben Entrec bezahlt hatten, dagegen wurde über den Fußjäger, der sich dessen geweigert hatte, Beschwerde geführt. Auf die von Peus verfaßte Eingabe erwiderte die Vernburger Kreisdireknon einfach, daß sich der'Fußjäger in der Ausübung seines Dienstes befunden habe, mit- hin nicht' verpflichtet gewesen sei, Eintrittsgeld zu zahlen. Peus wandle sich darauf beschwerdeführend an das Ministerium und dieses entschied, daß der Fußjäger, auch wenn er in dienstlicher Eigenschaft und im Austrage der Äreisdirektion erschien, nicht berechtigt war, ohne Bezahlung des Eintrittsgeldes dem Vortrage beizuwohnen, weil es sich nicht um eine politische Versammlung handelte.— Das„Volks- blatt für Anhalt" kündigt nun an, daß in Zukunft vom Hausrecht Gebrauch gemacht werden würde. ViammunAres. Die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag, den 2,7. Oktober, wird wegen der Wahlmänner-Wahlen an diesem Tage ausfallen. Dafür gedenkt der Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Langer- Hans auf Mittwoch, den 26. Oktober, eine außerordentliche Sitzung anzuberaumen, in der u. a. die in letzter Sitzung vertagte Angelegen- heit wegen Abschlusses eines neuen Vertrages mit den Berliner Elektrizitätswerken zur Berathung gelangen soll. Die städttsche Markthallen- Deputation hat in ihrer unter Vorsitz des Stadtraths Schäfer am Sonnabend abgehaltenen Sitzung ein Gesuch de? Vorstandes der Baptistengemeinde in Moabit, um miethsweise lleberlassung eines Thcils'der Markthalle X(Am Arminius-Platz), zu gottesdienstlichen Zwecken, abgelehnt. Ferner beschloß die Defntatioii, einen neuen Vertrag mit einem Unternehmer abzuschließen wegen Vergebung der Abfuhr des Kehrichts ec- aus den städtischen M a r k t h a l I l e n für die Zeit vom Oktober 1898 bis Ende September 1899. Die Aufnahme des Personenstandes zur Veranlagung der Einkommen- und Ergänzungssteuer für das Etatsjahr'l. April 1899/1900 wird, wie der Magistrat in Eriimerung bringt, am Mittwoch, 26. d. Mts., in Berlin stattfinden. Die Abholung der Listen von den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern erfolgt vom 28. Oktober ab durch die städtischen Steuererheber. Wegen der Aus- süllung der Formulare verweist der Magistrat auf die vorgedruckten Bestimmungen und macht besonders darauf aufmerksam, daß mit Ausnahme der auf der Durchreise befindlichen oder nur zu vorüber- gehendem Besuche hier anwesenden Personen sämmtliche Einwohner aufzuführen sind. I» der Baron'schcn Vcrmächtnistsachc. welche von der Stadtverordneten-Versammlung an den von ihr eingesetzten Ausschuß zur nochmaligen Berathung zurückverwiesen worden ist, hat dieselbe unter Vorsitz des Stadtverordneten Jnstizrath Horwitz und in An- Wesenheit der Stadttäthe Marggraff und Bail heute Abend nach nochmaliger eingehender Berathung beschloffen, seinen Bc- 'chluß, die Annahme des Vermächtnisses abzulehnen, aufrecht zu erhalten, uachdem die nachfolgenden Anttäge ab- zelehnt worden waren: 1. gutachtliche Acußerungcn des Pro- essors Dr. Hänbner und des Professors Dr. Baginsky über die Zweckmäßigkeit der Ernährung im Sinne des Professors Baron ein- zuholen; 2. den Magistrat zu ersuchen, die Annendirektion und die Waisenverwaltung zu emer gutachtlichen Acnßerung zu veranlassen; 3. eine Subkomnnssion von fünf Mitgliedern einzusetzen, welche das Kinderheim des Herrn Sccurius in Schlachtensee besichtigen und über die Ergebnisse der Thätigkeit desselben dem Ausschüsse berichten soll; 4. den Magistrat zu ersuchen, mit Herrn Securius zu verhandeln, unter welchen Bedingungen er sein vege- tarisches Heim in Schlachtensee der Stadt zum freien Eigenthum überlassen will. Dagegen beschloß der Ausschuß, der Versammlung zu empfehlen, daß, i'm'Falle der Annahme des Baron'schen Vermächtnisses seitens der Stadtverordneten- Versammlung die Bedingung gestellt wird, zur Annahme in das zu errichtende Hciin ein schriftlicher Antrag des gesetzlichen Vertreters. Uoücrles. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donners» tags und Freitags abends von 7�s bis 8'/, Uhr abgehalten. Zu einer imposanten Kundgebung gestaltete sich die Trauer- feier für unseren verstorbenen Genossen Buchdruckereibesitzer Max S chrin n e r. Gegen 1500 Personen hatten sich am Sonntag Nach- mittag 3 Uhr vor dem Trauerhause, Brunnenstr. 164, eingefunden, um dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Der Trauer- zug mochte aber bei seiner Ankunft auf dem Elisabethkirchhof in der Prinzen-Allce wohl 2000 Personen umfasscii. Werthvollere Kränze hatten gestiftet das Personal der Schrinner'schen Offizin, die Or- ganisation der Schirmmacher, der Zentralverband der Lederarbeiter, Zentralverband der Töpfer und die Zimmerer Berlins. Ein der Trauerfeier entsprechender Grabgesang wurde vom Ge- sangverein„Nord" an der Gruft dargebracht.— Die in letzter Zeit von den Behörden allerwärts sehr beliebte Methode, das Tragen von rothen Schleifen zu verbieten, kam auch hier zur Geltung, indem auf Anordnung der zahlreich erschienenen Schutzleute von vornherein die rothen Schleifen von den Kränzen entfernt werden mutzten. Einer der Polizei- bcamten ging so weit, daß er einen im Trauerzuge gehenden Mann mit Sistirung zur Wache bedrohte, weil dieser nach seiner Ansicht eine vom Kranze entfernte zusammengelegte rothe Schleife zu„auffällig" trug. Auch am Grabe mußten die rothen Schleifen, die inzwischen wieder an den Kränzen befestigt waren, abermals entfernt werden. Ferner wurde nicht gestattet, daß die Kranzspender der Kranz- niedcrlegung auch nur ein Wort der Widmung hinzufügten. Natür- sich haben derartige Einschränkungen nicht den geringsten Einfluß ans die Trauerfeier selbst, und es ist verlorene Liebesmüh, wenn man glaubt, durch Maßnahmen dieser Art der sozialdemokratischen Partei eins versetzen zu können. Man muß uns doch imnier noch verdammt niedrig einschätzen. Ucbrigens erinnert das gegenwärtig geübte Vorgehen der Behörden bei Bcgräbnißfeiern unserer Partei ganz an die seligen Zeiten des Sozialistengesetzes von nuno 1878 bis 1890. Die vom Zcntralvcrei» für Arbeitsnachweis beschlossene wichtige Statutenänderung, wonach in den Vorstand des genannten Vereins je vier vom Ausschuß des Gewerbegcrichts zu wählenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer eintreten, hat nunmehr die königliche Bestätigung erhalten. Nach der vom Ausschuß des Gewerbcgerichts bereits vollzogenen Wahl werden in den Vorstand eintreten als Vertreter der Arbeitnehmer: Kommerzienrath Richard R ö s i ck e, Fabrik- besitzer Julius Maas, Ticfbau-Unternehmer Edmund B e r n Harb und Fabrikant Otto Weigert, als Vertreter der Arbeitnehmer Tischler Karl Koblenzer, Fonner Alwin K ö r st e n, Hutmachcr Henning L u n d, Kellner Ferdinand W e g n e r. Die ersten Woche» der neuen Müllverordming sind reich an Ueberraschungen und neuen Belehrungen für alle Bctheiligten gewesen. Der Magistrat hatte gehofft, wenigstens den Straßen- kehricht auf dem eigens dazu angelegten Terrain in Treptow abladen zu können; auch das hat die Treptower OrtSbchörde inhibirt. Gegen die Lagerung von„reinem" Straßenkchricht will sie gar nichts cm- wenden, aber sobald demselben Müll, Papierstückc zc. zugesetzt ist, wird die Lagerung verweigert und die Gendarmen erklärten, jeden Wagen zurückweisen zu wollen, in dessen Kchrickit auch nur ein Pferdcbahn-Billet zu entdecken sei. Auf die erhoffte vor- läufige Sistinmg der RcgierungS-Berfügung soll nicht zu rechnen sein. Auf die unter der Hand eingezogenen Erkundigungen haben die Berliner Herren erfahren, daß man in Potsdam über das völlig glcichgiltige Verhalten der Berliner Stadtverwaltung in dieser Frage nicht sehr erfreut sein soll. Es hätten eine Reihe von Maß- nahmen getroffen werden können, um wenigstens den ernsten Versuch einer geregelten Abfuhr zu machen. Die Abfuhr zu Wasser hätte abwechselnd von verschiedenen Punkten aus versucht werden können und es wäre dann nicht nöthig gewesen, daß täglich 20 000 Zentner Berliner Müll am Stralauer Anger verladen werden, wo der Ver- kchrsandrang kaum noch bewältigt werden kann. Am verflossenen Sonnabend wurde der Abladeplatz schon um 3 Uhr nachmittags geschloffen, und 50 Arbeiter der Straßcnreinigung waren zur Hilse- leistnng beordert. Ans dem Abladeplatze in der Müllcrstraße wird nur wenig Müll abgeladen. UebrigenS scheinen die Maßnahmen der Stadtvcrlvaltung nunmehr in ein schnelleres Tempo zu kommen. Wie es heißt,'soll ein Bersuchs-Unternehmen der Müllbeseitigung nach dem Budapcster System(Auslesen und Sortiren des Mülls unter Zuhilfenahme von Maschinen) bereits konzessionirt sein und die Anlage auf einem entlegenen Terrain im Westen eingerichtet werden. Im Norden von Berlin wird der aus Dresden berufene Ingenieur Schneider im Austrage der Stadt einen Schmelz- ofen bauen und wegen Erbauung weiterer Schmelzöfen durch andere Unternehmer schwebe» noch Unterhandlungen. Nichtsdestoweniger sieht man mit Bangen einem strengen Frost und dem Aushören der Schifffahrt entgegen. Auf die Hausbesitzer wirkt diese Sachlage insofern zurück, als bei Erneuerung der Abftlhrvcrträge höhere Ent- schädigungcn von den Abfuhr- Unternehmern gefordert werden. Bezeichnend ist in dieser Beziehung, daß auch der Magistrat für sämmtliche Berliner Gcmeindeschulen die Müllabfuhr von neuem auszubieten genöthigt ist. Die Berliner Brotpreise sind im August weiter gegenüber den Preisen der Vormonate zurückgegangen, waren aber immer noch bettächtlich höher als im August der letzten Vorjahre. Nach den Ermittelungen des Berliner Stattstischen Amtes war im August 1898 (bezw. 1897, 1896, 1895) der Durchschnittspreis: für 1 Kilo- gramm Roggenbrot rund 255/io(226/10, 206/10, 21s/io) Pf., für 1 Kilogramm W eizenbrot rund 436/io(382/io, SS'/io, 346/10) Pf. Man bekam für 50 Pfennig im Durchschnitt: rund 1958(2217, 2390, 2344) Gramm Roggenbrot, rund 1139(1309, 1399, 1434) Gramm Weizenbrot. Das Durchschnittsgewicht war im August 1898 immer noch beim Roggenbrot um über 13 pCt., beim Weizenbrot um nahezu 15 pCt. geringer als im August 1897. Gegen 1896 und 1895 ergiebt sich ein noch stärkeres Minus, beim Roggenbrot bis 22 pCt., beim Weizenbrot bis etwa 26 pCt. Berliner Fleischpreise. Im August 1893(bezw. 1897) war im Markthallen-Kleinhandel der D u r ch s ch n i t t S p r e i s pro Pfund (in Pfennig, berechnet aus den höchsten und niedrigsten Preisen aller Hallen) für Rindfleisch: Filet 103(102), Keule, Oberschale, Schwanz- 'tück 71(70). Brust 63(62). Bauch 56(55); für Kalbfleisch: Keule, Rücken 75(76). Brust 66(65), Schulterblatt, Bauch 61(58); für Hammelfleisch; Keule, Rücken 71(70), Brust, Bauch 61(60); sür Schweinefleisch: Rücken, Rippespeer 82(80), Schinken 69(66), Schulterblatt, Bauch 65(60): für Speck 74(69); für Schinken: geräuchert 105(97). ausgeschnitten 144(139); sür Schweineschmalz 57(57). Die Preise standen im August dieses Jahres, wie man sieht, fast ausnahmslos höher als' im August des Vorjahres. Beim Schweinefleisch, das für die unbe- mittelte Bevölkerung von besonderer Wichttgkeit ist. ist in den letzten Monaten der Preis so bedeutend— bei den schlechten Qualitäten verhältnißniäßig noch bedeutender als bei den giften Zentrum. In vier dieser"* 100 oor»• s;-- gestiegen, daß eS bereits theurer als die anderen Flcischsorten ist. Auch die erhebliche Steigerung der Preise für Speck, der in kleinen Haushaltungen eine wichtige Rolle spielt, macht sich für die un» bemittelte Bevölkenmg recht fühlbar. DaS Eudc einer EutderkiulgSreife. Aus Bremerhaven wird der„Voss.� Ztg." berichtet:„Ter Lerncr'schcn Nordpol- Expedition wurde bxi ihrer gestrigen Ankunft hier ein schlimmer Empfang bereitet. Der Dampfer.Helgoland" wurde mit seinem Inhalt gepfändet, ausgenommen wurden nur vier Eis- baren, die Eigcnthum deS Herrn Hagenbeck-Hamburg sind. Die Haupttheilnehmer von der Expedition hatten den Dampfer vorher verlassen. Wenn wir nicht sehr irren, war der Dampfer„Helgoland" der- selbe, mit dem kühne Männer vor einigen Monden an die Ent- dcckung der August Schcrl-Jnsel und der für Audree bestimmten Mundvorräthe ausgesogen waren. Hoffentlich hat man in Berlin an bcstuntcrrichteter Stelle genug Moneten und Idealismus für die hohe himmlische Göttin slia« tüchtige Kuh übrig, um das lebende und todte Inventar der berühmten Reise beim Gerichtsvollzieher auslösen zu können. Der in? dem Prozesse gegen Kamin und Genossen zu Lle Jahren berurth eilte Arbeiter Rennthaler verlätzt Ende Januar nächsten Jahres das Zuchthaus. Bekanntlich sind diese schweren Zuchthausstrafen lediglich wegen Verbreitung anarchistischer Zeit- schrillen verhängt worden, was heute, wo man wieder von der Nothwendigkcit spricht, Anarchistcngesetze zu schaffen, in Erinnerung gebracht werden mutz. Rennthaler's Leidensgefährte. der Klavier- arbeiter Kamin, starb bekanntlich vor mehreren Jahren im Zuchthaus zu Halle a. S. Strafe muff sein. Der Arbeiter Jaroschcck, der mit einem Wochenbillet von der Station Bellcvue nach Rixdorf zu fahren bkkcgt, stieg eines Tages aus Verscheu anstatt in den Südringzug in einen nach Königs-Wusterhauscn fahrenden Vorortzug. Hinter Treptow entdeckte der Fahrgast erst seinen Jrrthum. Er stieg also in Baumschulenweg aus, theilte dem Stationsvorsteher mit, datz er aus Versehen in diesen Zug gerathen sei, aber leider kein Geld bei sich habe, um das Fahrgeld für die irrthümlich durchfahrenc Strecke nachzuzahlen. Jaroscheck wurde durch einen Gendarmen nach dem Amtsbureau in Treptow gebracht. Nachdem seine Per- sonalien festgestellt waren, trat er zu Futz den Weg nach Rixdorf an. Später erhielt er von der Eisenbahndirektion die Aufforderung. Ivegen Benutziliig eines Zuges, zu dem er keine Fahrkarte hatte, eine Ordnungsstrafe von 6 M. zu zahlen. Nach dein Wortlaut der Betriebs-Ordnung mag die Straf- Verfügung vielleicht zulässig sein. Einen vernünftigen Grund hat sie jedenfalls nicht. Die Festsetzung einer Strafe hat doch nur dann einem Sinne, wenn sie sich gegen solche Leute richtet, die etwa absichtlich und im Bewußtsein der Unrechtmätzigkeil ihres Handels in einem Zuge fahren, zu dessen Benutzung sie nicht berechtigt sind. Geradezu widersinnig erscheint es aber, wenn ein Arbeiter, der für ein leicht vorkommendes Versehen schon durch den Nachrheil schwer genug bestraft ist, der ihm, wie in diesem Falle, durch Zuspät- kommen aus der Arbeitsstelle erwächst, noch extra mir einer verhältnitzmätzig hohen Geldstrafe belegt wird. Dem Wesen eines Verkehrsinstituts würde es mehr entsprechen, wenn man Personen, die sich in dem komplizirten Betriebe einmal verirren, die Rückkehr auf den rechten Weg erleichtert, als datz man sie für einen unverschuldeten Jrrthum in Strafe nimmt. Unseres Wissens wird in Fällen, wie dem vorliegenden, sonst nur die Nachzahlung des Fahr- gelbes für die versehentlich durchfahre»? Strecke verlangt. Um so bedauerlicher wäre eS. wenn Jaroscheck die ihm auferlegte Strafe uur dem Umstände zuzuschreiben haben sollte, datz er kein Geld bei sich führte. � Oberfaktor Grlincnthal hat Selbstmord begangen. Der ehemalige Obcrfaktor der RsichSdruckcrei Paul Hugo Grünen- t h a l, der seit dem 16. März d. I. im Uutersuchungsgefängnitz sitzt und sich am nächsten Freitag vor dem hiesigen Schwurgericht ver- antworten sollte, hat gestern Vormittag seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht. Grünenthal, der auf der Station 1 des Untersuchungsgefängnisses lag. kam gestern Vormittag gegen 0 Uhr vom Kirchgang zurück und sollte ivieocr nach seiner Zelle geführt werden. Diese liegt im Erd- ocschotz, während der Zugang zur Kirche vom obersten Stockwerk ans er- folgt. Kaum hatte er das TrejMenhaus wieder betteten, als er sich über die Treppenbrüstung schwang uod in die Tiefe hinabstürzte. Er blieb unten auf dem Boden liegen und es konnte sofort festgestellt werden, datz er eine Leiche war. Der Hinterkopf zeigte eine klaffende Wunde. aus welcher Gehirumasse herausgetreten war. Als Grniicnthal den Todesspnmg machen Ivollte, gelang es dem Wärter noch, seinen Arm zu packen, Grüncuthal ritz sich aber los und schwang sich über das Getänder. Der Untersuchungsrichter Landgcrichtsrath Brandt und Obcrsiaatsanwalt Drescher wnrdcn sofort von dein Vorfall benachrichtigt und erschienen in kürzester Frist nn Thatortc.— Grünentyal würde im Dezember erst 45 Jahre alt geworden sein. Er war zu Schladen bei Nenzellc geboren und bis dahin unbestraft. Die gegen ihn erhobene Anklage lautete auf Diebstahl und Münz- verbrechen. Er soll im Winter 1394/06 der NeichSdruckerci einen Blechkaften mit Walzcnmasse und zahlreichen Vanknoten-Blanqncts zu 100 Marknoten und zu 1000 Marknoten entwendet und in den Jahren 13S3 bis 1897 inländisches Papiergeld»achaemacht haben. Grünenthal war von Hanse aus Drucker. Als solcher war er zuerst in der Druckerei von Priemen u. Sohn in Lübben bc- schäftigt: im Jahre 1875 war er dann in die V. Deckcrstche Oberhof- buchdrnckcrci(spätere NeichSdruckerci) eingetreten und dort bis zum Jahre 1883 als Schriftsetzer beschäftigt worden. Dann trat er in das Bctriebsburcau über und brachte es dort vom Bureaugehilfen bis zum Oberfaktor mit einem Gehalt von 3300 M. und 540 M. Wobnungs- gcldzuschutz.— Was die prozessuale Behandlung der Affäre Grünen- thal betrifft, so wird ungeachtet des Todes des Hauptbctheiligtcn die Verhandlung vor dem Schwurgericht am nächsten Freitag dennoch stattfinden. Es werden nunmehr nur die Ella Goltz und die Hebamme Margarethe Eichler zur Vcrantworttmg gezogen werden. Beide werden beschuldigt, im März d. I. dem Grünenthal nach Begehung seiner Verbrechen wissentlich Beistand geleistet zn haben, um ihn der Bestrafung zu entziehen und ihm die Vorthcilc seiner Strafthaten zu sichern. Erpel ergriffen. Im Vorort Hastedt bei Bremen ist der aus dem Moabiter Zuchthaus entsprungene Schiffer Richard Erpel er- griffen worden. Er machte sich verdächtig, als er ein gestohlenes Fahrrad verkaufen Ivollte. Diese Meldung wird von der hiesigen Kriminalpolizei bestätigt. Ob Erpel sogleich hierher zurückgebracht wird, erscheint zweifelhaft, da er mittlerweile in Verden und anderen Otten mehrere Einbruchsdiebstähle verübt hat, wegen deren er sich vielleicht erst wird zu verantworten haben. Zu dem Morde in der Zionskirchstratze theilt das Polizeipräsidium mit: Die der ermordeten Rosina Kaiser entwendete Uhr nebst Kette sowie das dem Rentier Roller entwendete schwarze Lklappportemonnaie sind gestern gelegentlich einer Durch- suchung bei dem Arbeiter Rudolf Miltzlrey in Hannover- Linden, Albertstr. 3, einem Zuchthausgenofscn des steckbrieflich verfolgten Albert Wegcner, vorgefunden.— Wegener hat den M. gleich nach seiner Entlassung ans der Fuhlsbütteler Strafanstalt in Hannover beflicht, reiste am 25. September nach Berlin, kehrte am 3. Oktober ftüh nach Hannover zurück, blieb dort bis zum 4.. um, wie er angab, nach HildeShcim zu reifen. Dem Miltztrch liefe er Uhr und Kette sowie das Portemonnaie zurück; wahrscheinlich hat sich Wegener nach der holländischen Grenze oder nach einer Seestadt aeivendet. Die Durchsuchung bei Miltztrey ist veranlaßt infolge eines beim Postamt 68, Ecke Oranien- und Alte Jakobstratze lagernden, an Albert Wegener adressitten Briefes, welcher dort am 15. d. M. beschlagnahmt wurde und auf dessen Rückseite der Absender angegeben war. Falls einzelne Zeitungen Abbildungen des Wegener wünschen, werden solche von der Kriminal-Abtheilung des Polizcipräsidiun'.s gern abgegeben. Wegener ist 1,69 m grotz, hat blaue Augen, mittelblondes Haar, eben solchen schwachen Schnurrbart. Kennzeichen: 6 Zentimeter unterhalb des rechten Ohrläppchens ein behaarter Leberfleck, 3 Zentimeter von dem linken Mundwinkel eine Warze. Die Hcrbstparade der Berliner Dicnstmänner vor dem Kom- missar_ der Gewerbe- und Marktpolizei, Polizeihauptmann Maurer, hat gestern Montag vormittag um 9 Uhr begonuen. Sie dient der Besichtigung der Winterstichen und dauert bis Freitag. Den Anfang machten die„Selbständigen" von der„Infanterie" und die ganze „Kavallerie" d. h. die radelnden Dienstmämier. Morgen beginnen die„Fnstitlite", ihre Hauptttuppeil vorzuführen. Die Parole.findet auch diesmal wieder auf dem Michaclkirchplatzc statt. Arbeiter-Risiko. Vom dritten Stockwerk ist gestern gegen IVj Uhr nachmittags der Arbeiter Albert Gärnitz in' dem Neubau Walistratzc 16 abgestürzt. Gärnitz stand oben an dem für den Fahrstuhl angelegten Schacht und nahm hochgewundene Eimer mit Zcmcnl ab. Dabei trat er fehl und stürzte bis in den Keller, wo er mit schweren Verletziiiigeii am Kopf, Armen und Beinen liegen blieb. Ter Bauführer sorgte für die sofortige Ucbcrsiihrung des Verletzten nach dem Kraukenhause. Niltcr großer Thciluahme wurde gestern Nachmittag um 2 Uhr der bekannte Gastwirth Heinrich C l a u s i n g auf dem alten Jerusalcmcr Friedhof an der Bclle-Allianccftratzc zu Grabe getragen. Viele Gastwirlhe-Vcrciuigungcu Berlins und auch mehrere auswärtige sowie die Hausbcsitzer-Vcreine Süd und Südwest waren durch Ab- ordiumgen mit uniflottem Banner vertreten. Durch ciu schlau angelegtes Ganncrstiickchsu ist der Kauf- manu Roßbach um fein Fahrrad gekommen. Derselbe machte gestern Morgen bei dem in der Köpmckcrstratze belegenen Zweiggeschäft von Löser u. Wolff Halt, um sich einige Zigarren zu kaufen. Dabei stellte er sein Rad au der Bordschwelle der Straße fest. Kaum hatte er das Geschäft betreten, als ein anderer Radfahrer vorfuhr, seine Maschine neben die des Herrn R. stellte und ebenfalls in den Laden trat. Nachdem er das Gewünschte erhalten, verwickelte er Herrn R. noch in ein kurzes Gespräch und als man ins Freie trat, wurde er gewahr, datz sich ein junger Mensch im Radlerkostüm auf sein Rad geschwungen hyite und damit das Weite suchte. Jnsiändigsi bat er Herne R. ihm sein Rad zu leihen, um dem Diebe die Beute wieder abzujagen. Die Bitte wurde gewährt und Herr R. hatte auch die Freude zu sehen, datz die Cut- scriiung zwischen den beiden, so lange er sie noch beobachten konnte, immer geringer wurde. So wattcle er geduldig auf die Rückkehr des Verfolgers. Dieser ließ sich jedoch nicht mehr sehen. Auch die Hoffnung des Herrn R., man werde ihm das Rad, da sich in der Sattcltasche seine Adresse befand, in die Wohnung bringen, erwies sich als trügerisch. Vielleicht werden cö die Gauner, die offenbar Hand in Hand arbeiten, versuchen, diesen Trick auch wo anders in Anwendung zu bringen. Zu der Verhaftung deS Magistratssekretärs Paul Meißner erfahren wir, datz die Veruntreuungen, die sich der Ver- haftelc zu Schulden kommen ließ, auf ca. 8000 M. beziffern werden. Außerdem jedoch hat M. sich durch Anleihen, die er bei seinen Be- kannten machte, bedeutende Geldsummen verschafft, so datz er noch eine Schuldenlast von ca. 6000 M. hinterlätzt. Straßensperrung. Der westliche Theil des KreuzdammeS der Louiscnstratzc und des Schiffbaucrdammes wird behufs Ausführung einer KondensattonSwasserleittmg vom 17. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Ein böSarttger Zechpreller ist vorgestern Abend um 11 Uhr im Cafs Rott in der Berlinersttatze 94 zu Chattottenburg fest- genommen worden. Der Bildhauer Arthur Schöffel vom Spaudaucr- bcrg 6 wurde auf Veranlassung deS Wirthes wegen Zechprellerei von einem Schutzmann auf die Reviermache gebracht. Schon unter- weqS leistete er Widerstand und auf der Wache benahm er sich so aufsässig, datz man ihn in die Zelle sperren mutzte. Als ihm mm der Schutzmann Krebs die Sachen abnahm, bitz er den Beamten in die Nase. Der Gebissene mutzte sofort abgelöst und in seine Wohnung in ärztliche Behandlung gebracht werden. Die Heilung der Wnndc wird wohl mehrere Wachen in Anspruch nehmen. Verschwunden ist hiesigen Blättern zufolge der Rendant eines Hansfraucii- Sparvcreius im Norden. Der Kasjenverivalter des Sparvcrcins für den Wcdding, Luttich, betrieb ein Mehl- und Borkostgeschäft in der Markthalle. Er genotz großes Vertrauen, uni so empfindlicher war die llebcrraschung der Frauen, als sich das Gerücht von der Flucht S.'S in dem Stadttheil verbreitete. Lutrich hatte es vor zwei" Jahren verstanden, den seitherigen Vorstand des Sparvereins zu stürzen, und infolge dieses UmstandeS wurde er mit dem veraulwortungsvollen Amt des Rendanten bettaut. Welche Beweggründe für das Verichwinden L/s vorliegen, weiß man pocki nicht genau. Wie die Bäckerzeitung„Koukordia" meldet, hat ded�Hjerr auch die Kasse des Sparvereius mitgehen heißen. Kindcsmord. In der Droschke I.Klasse Nr. 3748 ist die Leiche eines neugeborenen Mädchens aufgefunden worden. DaS Kind ist mit einer Zuckcrschnur erwürgt. Die Leiche war in graues Pack- Papier gewickelt. Der betreffende Kutscher hat vorgestern Nacht zwischen' 11 und 12 Uhr eine weibliche Person, 18 bis 20 Jahre alt, etwa 1,56 Meter grotz, von untersetzter Gestalt, vom Dönhoffplatz nack der Hollmannstr. 33 gefahren. Er vcrnnithct, daß sie die Leiche zurückgelassen hat. Die Leiche wurde in das Schauhaus gebracht. Bei der Arbeit verunglückt ist am Montag Mittag der 31 Jahre alte Arbeiter Alben Wille auS der Hagelsbcrgerstr. 40. Er sollte in der Kolonialwaarcn-Haudluiig bon Hauck in der Bändel- stratze 11 mit einem Kutscher ein schweres Faß in den Keller hinab- schaffen. Während er rückwärts hinunterging, rollle ihm das Faß gegen die Beine und brach ihm den rechten Unterschenkel über den: Knöchel. Der Verunglückte wurde mit einem jlopp'scheu Rcttungs- wagen in das Moabiter Krankenhaus gebracht. Fcucrbericht. Am Sonntag hatte die Feucttvehr wenig Ruhe. Korb st ratze 68 brannte der Fußboden und die Balkenlage, wo- bei das Haus auch sonst noch erheblich beschädigt wurde. Groß- b e e r e u st r. 61 mutzte mittels eines Rohres ein Kellerbrand be- scitigt werden, der Papier und Gerumpel zerstötte. Der Inhalt einer Badestube aiug L i n d e n st r. 37 in Flammen auf. Zimmer- brändc waren G r c i f s w a l d e r st r. 24, L i n i e n st r. 244 und Bcrnauerstr. 92 abzulöschen. Stadtbahn bogen 120 verursachte die mangelhafte Ausführung der HcizuiigSanlagc eine Berqualurnng der gesammteu Räume, weshalb eine Alarmirung der Wehr erfolgte. Gegen Abend wurde die Wehr nach D a l l d o r f e r st r. 33/39 gerufen, wo ein Zigarrenladen in Brand ge- rathen war. Die Hausbewohner geriethcn durch die hervorgerufene Verqualmung des ganzen Hauses in Aufregung und mutzten die Löschmannschaften auf Leitcrgängen nach den oberen Räumen vor- dringen. Das Feuer konnte mit einem Rohre beseitigt werden. Montag früh 1 Uhr entstand Wall nertheater st ratze 15 in dem Tanzloknl der Alhambra dadurch ein Brand, datz sich aus- geströmtes Gas aus dem Gasmotor entzündet und Treib- riemen sowie andere Gegenstände einäscherte. Der entstandene Schaden ist jedoch nicht bedeutend. Albrecht stratze 25 exploditte mittags ein Kachelofen. Ein Zimmcrbrand zcr- stötte Pank st ratze 24» verschiedene Wohnungsgegenstände. ivährcnd P u t t b u s e r st r. 31 die Schaldccke und der Fußboden aus dem Hausboden durch Feuer beschädigt wurden. Eine starke Gasexplosion ereignete sich Sonntag Abend im Kontinental-Hotel, Neustädtische Kirchstr. 7/8. Hier war in einem Zimmer des zweiten Stockes Gas aus der Leittmgsröhre entwichen und hatte das Zimmer vollständig angefüllt. Der nnt der Abstellung des Uebelstandes betraute Maschinenmeister öffnete vorsichtsbalber längere Zeit die Fenster, um das Gas entweichen zw lassen. Letzteres war nun wohl nicht genügend geschehen, denn al« der Maschiiicnnteister später das Zimmer mit Licht betrat, erfolgte eine starke Detonatton, begleitet von einer Stichflamme, die ihn verletzte. Durch den Luftdruck wurde er außerdem zur Seite ge- schleudctt, wodurch er sich eine Futzverstauchung zuzog. Die Decke des Zimmers ist stark beschädigt. In der städtischen Fortbildungsschule für Jünglinge und Er« wachsene. Hinter der Garnisonkirche 2, ist am vergangenen Donners- tag der Unterricht im vollen Umfange aufgenommen worden. Im Englischen konnten 3 Kurse eröffnet werden; doch sind in jedem der- selben noch einige Plätze frei. Der Unterricht beginnt im Unter- kursus mit Uebungen in der Konversation im Anschluß an englische Fibeln und Lesebücher und legt außerdem Gewicht darauf, die Schüler möglichst bald zum selbständigen schriftlichen Gebrauch der englischen Sprache zu befähigen. Selbst Herren im reiferen Alier wird hier Gelegenheit geboten, gegen ein Honorar von 4 Mi. pro Halbjahr, das unter Umständen noch ermäßigt werden kann, sich auf kürzestem Wege gediegene Kenntnisse im Englischen zu erwerben. Für Jünglinge wird auch im Winterhalbjahr Unterricht im Maschinen- schreiben ertheilt. Aiimeldungen nimmt der Leiter der Anstalt, Herr Rektor Drehmann, im Schulhause noch täglich abends von 7 bis 9 Uhr entgegen. Orgelkonzert. In der Marienkirche werden Mittwoch, den 19. Ok- tober, mittags 12 Uhr, Orgel-, Gesangs- und Violinvorträge ausgefühtt durch Herrn Musikdirektor Otto Dienel, die Konzcrlsäugerinncn Fräulein Martha Ramme und Frau Welda Wunscheid aus Dresden, den Violinisten Herrn Hennann Spöudey und Herrn Ad. Boke. Der Eintritt ist frei._ Ans den Nachbarorten. Charlottenbnrg. Die Mitglieder des Wahlbereins werden dringend ersucht, eventuellen Wohnungswechsel nunmehr sofort schriftlich oder persönlich dem Kassircr Genossen Dörre, Krumme- stratze 19, mitzutheilcn. Gleichzeitig machen wir bekannt, datz die nächste Generalversammlung nicht Donnerstag, den 20., sondern erst Mittwoch, den 26. d. Mls. stattfindet. Ter Vorstand. Stadtverordnetcu-Erfatswahlen stehen Charlottenbnrg im iiächsre» Monat bevor. Zu wählen ist in der zweiten Abtheilung des ersten Wahlkreises und in der dttttcn Abtheilung de» sechsten Wahl- krciscs. Es sind die erledigten Mandate des zum Stadtrath ge- wählten Bankiers Bernhard Meyer und des ausgeschiedenen Schuh- machern, eisters Fttedttch Hesse zu vergeben. Rixdorf. Zu der Pattcivcttammlung, die am Donnerstag im Apollo-Theatcr, Hcrmannstr 48 50, stattfindet, wird zahlreiches Er- scheinen erwattet. Näheres durch Inserate und Plakate. Der Ver- trauensmann. Stcglitz-Fricdenau. Die Parteigenossen werden auf die am Donnerstag Abend 3 Uhr im Schwarzen Adler zu Steglitz statt- findende Patteivcrsanrmlnng aufmerksam gemacht und Ivegen der wichtigen Tagesordnung um zahlreiches Erscheinen ersucht. Der Vertrauensmann. Trcptow-Vaumschulcirwcg. Zu der am Mittwoch bei Speer tagenden öffentlichen P a r t e i v e r s a m m l u n g, in der Genosse Köster- Schöneberg Bericht vom Parteitag erstatten und ferner die Neuwahl des Vertrauensmannes vorgenommen wird, ladet nochmals alle Genossen ein Der Vertrauensmann. Britz. In der Volksversammlung für Männer und Frauen, die am Donnerstag bei Giildner, Rudowerstr. 66, stattfindet, wird Genosse Z u b e i l rcferiren. Näheres bttngt die Annonce. Zahlreiches und piinltliches Erscheinen wird erwartet. Der Vertrauensmann. Einen schweren Zusammenstoß gab es Montag Nachmittag auf der Charlottenburger Straßenbahn. Um 2>/s Uhr fuhr ein Kutscher des Fuhrhcrrn Mann mit einem leeren Stcinwagcn durch die Berlmetttratze vor dem Sommerwagcn Nr. 304 der Linie Kupfergraben— Charlottenbnrg her und zwar vorschrifts- widttg auf der Seite des Geleises. An der Ecke der Orangenstratze schwenkte der Kutscher plötzlich ganz nach der verkehrten Seite ab und mm faßte der elektrische Wagen sein Fuhewerk in der Gegend deS linken Vorderrades, schleuderte es bei Seite und zertrümmerte es. Der Kutscher flog vom Bock auf daS Pflaster hinab und zog sich Verletzungen am Kopfe zu. Eines der Pferde wurde an einem Vorderbein, das andere am Rücken schwer verwundet; beide konnten nur mit Mühe in den Stall geführt werden. Der verletzte Kutscher Gustav Schreiber wurde in seine Wohnung, Potsdamerstr. 33, in ärztliche Behandlung gebracht. Der Führer und die Fahrgäste des Straßenbahnwagens blieben unvcrsehtt. Zur Frage des Ausscheidens der Stadt Schöuebera auS dem Kreise Teltow ist im Anschluß an die Tagesordnuiig für die am 20. d. M. stattfindende Krcistagssitzung den Abgeordneten jetzt auch die AuLeiiiandersctzungs-Vorlage des Kreisausschusses zu- gegangen, die eingehelid die Forderungen des KreisaliSschuffes an Schöneberg und die um mehr als eine Million geringer berechneten„Gegenvorschläge" der Stadt enthält. Die Forde- rungen des Krcisausschusscs gehen dahin, datz Schöneberg bei seinem Ausscheiben aus dem Kreise an diesen ciuc Summe von rund 2 250 000 M. zahlen soll. Davon sind l'/e Millionen als Antheil Schönebcrgs an den 6 214 840 M. Schulden des Kreises festgesetzt, die nacki Abzug des Aktivvermögens(Kreishaus und sonstige Grundstücke, Stiftungen zc.) in Höhe von 1031704 M. dem Kreise ver- bleiben. Nach den Erklärungen des Schvncberger Magistrats ist aber dieses Aktivvermögen bei weitem zn niedrig berechnet, da z. B. die dem Kreise gehörenden Berliner Grundstücke Viktoriastr. 17 und Körnerstr. 24 nicht nach ihrem gegenwärtigen Werthe, sondern nach ihrem Ankaufswetthe vor neun und 25 Jahren, hingegen zwei dem Kreise gehöttge Mühlen nur mit einem Dttttel ihres An- kanfswctthcs in'Rechnung gestellt sind. Autzerdcm aber hält der Magistrat es nameittlich für unbillig, datz die Stadt alle Chaussee- ban'schulden mit tragen soll, ivcil diese Lasten zu mindestens neun Zehnteln nicht fottlänfende Lcistmigen zu gemeinsamen Zwecken für Land- und Stadlkreis sind u. f. w. Die vom Magisttat nach dreien Gesichtspiinkten dem Kreise gemachten„Gegenvorschläge" sollten nur für deir Fall aufrecht erhalten werden, daß auf ihrer Grund- läge eine Einigung bis zum 1. September d. I. zu stände kommen würde. Znr Frage der Verlegung oder Theilung der königlichen Re- gierung in Potsdam har der Magistrat von Charlotten- b u r q, das alS zukünftiger Regicrungsort in Ausficht genommen fein lolltc, Stellung genommen und beschlossen, weder der Regierung miciitgcltlich ein Grundstück zum Neubau eines Regierungsgebäudes anzubicteu. noch sonstige Schritte zur Erlangung des RegicrungS- sitzcs zu thuu. In Potsdam hofft man, datz mtt dem Beginn des Landtags Klarheit über die Absichten der Staatsregieruiig werde ge- schaffen werden. Mit heißem Wasser verbrüht hat am Sonnabend Abend in der Nothwchr die in der Kopfstratze zu Rixdorf wohnhafte Frau Vraudt ihren Mann, den Arbeitsmann Brandt, einen notorischen Trunkenbold, welcher seine Frau, die durch Waschen fast allein die Haushaltungskosten bestteitet, in gröblichster Weise zu mißhandeln pflegt. Auch am Sonnabend kam dieser Mustergatte wieder an- getrunken nach Hause, begann mit seiner Frau Stteit und wollte sie mit einem Messer erstechen. Frau Brandt, welche gerade in der Küche mit Waschen beschäftigt war. gotz, um sich des Wütherichs zu erwehren, diesem einen Kübel kochendes Wasser über den Kopf, wodurch derselbe in erheblicher Weise verbrüht wurde und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mutzte. Wegen Bedrohung seiner Frau mit einem Messer wird außerdem gegen denselben die Untersuchung eingeleitet werden._ / Gevi/, bis 8>/z Uhr abgehalten. R. M. Nach der verlorenen Schlacht bei Seda» am 1. September 1876 überreichte Napoleon leinen Degen dem Kiintg von Preuhen. Am 4. Septbr desielbe» Jahres wurde in Frankreich die Republik erklärt. Napoleon stark am 9. Jannar 1873 in Chislchnrst in Englaiid. Witteriin-iSübersicht vor» 17. Oktober l8S8, morgens 8 Uhr. Stationen Swtnemde. Hamburg Berlin Wiesbaden München Wien °S a- 749 O 74fi ONO 747 ONO 743 j® tili 745 O 748Sttll Wetter Schnee Regen ckRegen — ibedeckt 3wolkig -'Nebel »£ c & II Stationen l«9i haparanda Setersbnrg "ort ijAberdeen Saris 768 761 735 748 737 NO Still NNO O SSO Wetter 14|t 5. y1 i ts W«, 2hld.bed Schnee 6 bedeckt bedeckt 3 Regen -5 —4 9 6 12 Böetter-Prognose für Dienstag, den 18. Oktober 1898. Kühl»nd vorwiegend trübe mit Niederschlägen und ziemlich frischen Sstüchen Winden. Berliner Wetterburean. Ctlttrallierbllild t>. Zimmerer Berlin). De» Mitgliedern zur Nachricht, dafe der Kamerad 1629b ziel Kanafolsky oiu Freitag, den 14. d. M., verstorben ist. Die Beerdigung sindet am Mitl- woch, den 19. Oltober, nachm. 21/, Uhr, vom Leichenschanhause, Hannoversche- str. 6, aus nach d. Neuen Jerusalemer- Kirchhof statt. Um zahlreiche Be- theiligung ersucht Ter Vorstand. 1'o«le»-,4n«elxe. Ceiltral-taktil- u. Sterbe- kiisse der Ziinmerer (ZKnUlKtelle Berlin). Den Mitgliedern zur Nachricht, bah das Mitglied Alex Kanafolsky am Freitag gestorben ist. Die Beerdi- gung stndet am Mittwoch, 19. Ostober, 2'/, Uhr vom Leichenschanhause aus nach dem Neuen Jenisalemer-Kirchhof, Hermannstr., statt. Der Vorstand. Beerdigiliigs-Bereiil Berliner ZLillmerleiite. Unser Kamerad, der Zimmerer �lexarnle!' Kanofolski, ist plötzlich verstorben. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. d. M., nach- mittags 2i/, Nbr, von dem Leichen- schanhause nach dein Jeruialenier Kirch- Hof in Britz statt. Um rege Bethetli- gung ersticht Ter Vorstand. Verbanä 1 Glasarbeiter Deutschlands Lokal- Verband Köpenick. Ani 14. d. M. verstarb nach kurzem, aber sehr schwerem Leiden unser Kollege U. Verbaudsmitglied, der Glasarbeiter Max Lukajewski, tm 20. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. ds. MtS., nachm. 3i/, Uhr, vom Trauerhause Köpenick(Glashütte) ans Danksagung. Für die so überaus zahlreiche Belhetligung und die vielen Be- weise der herzlichsten Thcilnahnic und Freundschaft bei dem Be- gräbnisse»leines lieben MamicS, unseres guten Baters, Sohnes. Bruders, Schwagers und Onlels, des Buchdruckereibesitzers Max Schrinner sage hiermit meinen wärmsten Dank. 1626b | Im Aufwöge der Hinterbliebenen Ann» Schrinner Briiiiiienstrastc 104. Kranzbinderei n. Blumen bandlnnj; von 61501!* Robert Meyer, No. Z. Slarlannenntr..Vo. 2. WtdnnuigS-Kränze, Guirlanden, Ball sträubchen, Bouquets sc. werden sehr geschmackvoll und preiSwerth geliefert Freie"Volksbühne. Tonnerstag, den 20. Oktober, abends 8 Uhr: (ftcncvfll- Detfennlnlttng in der Berliner Rexmonrce, Kominandantenstr. 57. TageS-Ordnung: Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes und der Revisoren. Diskussion und Verschiedenes. 230/16 Um zahlreichen Besuch bittet ver Verstand. Nene freie Voiksbähne. Heute, Dienstag, den 18. Oktober. abeubS 8'/, Uhr: GexxevQl- Derlanunlung (in den„Arminhalle»", Koiiimandantenftr. 20. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Kasstrer- wähl. 5. Wahl der Ordnerschaft bezw. Berwaltungsmitglieder und Revisoren. 6. Verschiedenes. 150/18 Die Mitglieder werden dringend ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Mitgliedsbuch lcgitimirt. Verein der Lithographen, Steindrncker u. BernfsgenoffenDentschl. Filiale B.rttn. Donnerstag, den»0. Oktober 1808. abendS«V, Uhr, Im Lokale des Herr» Bntkmann, Alexanderstr. 27c: � Venera l-VersaiBimlfiing. � Tages-Ordnung: L Geschäftliches. 2. Kassenbericht. 3. Stellungnahme zum Winterfest. 4. Verschiedenes.__ 97/5 w— gmia Mitgliedsbuch legittmirt Um pünkllichcS und zahlreiches Erscheinen ersucht Die Verwaltung. Achtung, Kistenmacher! Der Parteiversanimlungen wegen findet die Bertranciismänner-Sitzung nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag, Atk. d. M., abend 8� Uhr, bei Tubbert, MarkuSstr. 14, Eingang Grüner Weg, statt.' 95/2 Franz Spllntcr, Bertrauensmaiin, Schmidtstr. 30. Rath»nd Hilfe in Rechtssachen ertheilt Kreis, Konimandantenstr. 65, 3 Tr.[16186* 5 ii W. Brot SVW. 4 H. Albrcchrs 1»Uckcrel Wrangelstr 0.»rautstr IS. Falckensteinstr. 28. Lausiherstr. 2. 3lrtcitö(iHiiigc«r«Äi2. Kohlengeschäft, 17 Jahre bestehend, ni. od. ohne Fuhr- werk verkäuflich. Adalbertstr. 70. -»S Mlse-Pökelsleisch von la Mastgänsen mit allen Keulen, 5 Kilo-Fast franko Nachn.4,50M. Jeder bestellt gern nach, Rots, Tilsit. Dienstag, den 18. Oktober, abends 81/, Uhr: Oeffentlicher Bortrag großen Saale von Ahrcn»' Brauerei, Moabit, Thurmstr., über den ».*»l,„<*rt»»n4»S»»»s»Ä interessant für Gesunde und Kranke, »etllttagnensmtts, Damenu. Herr, v. Emma Helling zhnt jetzt Paulstr. 25 I.), Heilmagnetiscurin imd Naturheilkundigc. Eintritt 20 Pf. Mitglieder des Naturheilvereins„Moabit" zahlen Hälfte. 1517b Achtung! DrMer Mlxdorf. Achtung! jolMMrr NerliM. Mittwoch, den 10. Oktober 1808, abends«i/, Uhr, im Lokale des Herrn Klembe, Bergstrast« 137: Krneral-Bersammlung. TageS-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Mitglieder iverden ersucht, pünktlich und zahlreicki zu erscheinen. BBBi Mitgliedsbuch legitimiri oa r i Die Lokalverwaltung. Den BerttauenSmännem der Werkstätten zur Nachricht, daß die«gel- mäßige Vertrauensmänner-Versammlung am Dienstag, den 25. d. M., bei Hossmann, Prinz Handsery-.und Lesstngstraßen-Ecke stattfindet. Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonnabend, den 29. Ottober, im„Apollo-Theater", Hermannstr. 48/50, das Sttftungssest stattfindet. 106/3 Allen Freunden und Genossen theile hierdurch ergebenft mit, � daß ich die 1625b Nnchdrnckerci meines leider so früh verstorbenen lieben Mannes unter der Leitung unseres langjährigen Geschäftsführers Herrn Engen Ernst weiter fottführe. Es wird auch uiein Bestreben sein, meine Kundschaft tn jeder Weise zufrieden zu stellen und bitte ich, mich auch femer gütigst mit Arbeiten unterstützen zu wollen. Hochachtungsvoll fraii Anna Sola r lim er, Brunnenstrasse 164. pollotheater. Pf K ix dort*. Donnerstag, de» 20. Oktober, abends SV, Uhr, im Herrmanustrasje 48/50: Vartewersainmlmtg. Tages-Ordnung: 1. Bericht vom Parteitag. 2. Diskufflon. 3. Berichte deS Vertrauensmannes und des Parteispedtteurs, Zeitungs- und Lokalkoinmission und Neu- wähl derselben. 206/16 Um zahlreiches Erscheinen ersucht_ Der Bertranensmimn. Achtung! Donnerstag, de» 20. Oktober, abends 8i/, Uhr: Oeffeniliche Versammlung f«r Männer»nd Frauen in G ü l d n e r's Lokal, Rudowerstraste 60, Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Stuttgarter Parteitag. Referent: Reichstags- Abgeordneter Erltz Kubcll. 2. Diskussion. 3. Bericht deS BettraucnS- manneS und Neuwahl desselben sowie Wahl der Revisoren. 4. Bericht der Lokalkoinmission und Neuwahl derselben sowie Wahl der Delegirten zur Kreiskonferenz. 5. Verschiedenes. 206/1? Um rege Betheiligung ersucht Der BertrauenSman». AAung I Britz. IS Ii hm O M 10 Jahre Garantie. Vollkommen echmerzloses Zahn- /nl'PR/ Wi riehen 1 M. Plomben 1,50 M. Thellzahl. wSchentl. 1 M * Sprechet. 9-6. Zahnarzt Wolf, Lcipzlgerstr. 22.* ültfllboll">"> Nslerwaaren. am swen a. schniz, HBa—MMBSMifll Reichenbcrgerstr. 5. Auch Theilzahlnng!(* B. Günzei, Lothriagerstr. NO Spezialität sozialistischer Porträts rer, Lassallc, Marx zc. in Cigarrenspitzen, Pfeifen, Nabeln, Brachen, Knüpfe», Büsten, Bildem u. dgl., sowie jede Drechslerwaare u. Repar.(Man verl. Preiskuraiit.) SJfüe bcn Jnkalt der Jnsernie «bcriiiiiiiiit die Redakliun dein Publikuui gegcuiibcr keinerlei Verniii»wrt»iig. Ällzrotov. Dienstag, 1s. O k t o b e r. Dperuhaus. 2. Syinphonie- Abend der königlichen Kapelle. Tchanspielhaus. Geschlossen. Neues Opern- Theater(Kroll). Fregoli-Gastspiel. Deutsches. Cyrano von Bcrgerac. Anfang 7i/2 Uhr. Berliner. Zaza. Anfang 71/2 Uhr. Vcsfiiig. Großmama. Ansang 7i/,Uhr. Residenz. Der Herr Sekretär. Vorher: FriihlingSwende.. An- sang 71/2 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 71/2 Uhr. Schiller. Hasemaiups Töchter. An- fang 8 Uhr. Westen. Engen Onögin. Anfang 7�/2 Uhr. Metropol. Das Paradies der Frauen. Anfang 71/2 Uhr. Central. Die Geisha. Ans. I1/, Uhr. Thalia. Unser lustiges Berlin. An- fang 7V, Uhr. Luise». Jocko's Streiche. Vorher: Der dritte Kopf. Anfang 8 Uhr. Belle- Allianee. Napoleon oder: Die hundert Tage. Anfang 8 Uhr. Ostend. Rodert und Bertram. Ans. 7-/- llhr. Friedrich. WilheliuslädtischeS. Die Geheimnisse von London. Anfang 8 Uhr. Illexandcrplah. Demi-Monde. An- fang 8 Uhr. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenftraste s.8— 4t>. Natnrkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor- mittags ad. Eintritt SV Pf. Adcnds 8 Uhr: Die Urzeit des Menschen. Jnvalidenstraste 67/62. Täglich abends von b— 10 Uhr: Stern- warte, Operntelephon. lllpollo. Spezialitäten- Vorstellung. Ansang 7i/z Uhr. Reichshallcn. Stettincr Sänger. Ansang 8 Uhr. Fee»- Palast. Spezialitäten- Vor- stellung. Passage- Panopliknm. Speziali- täten-Vorstellung. Lljillel'-Thtllttt (Wallner- Theater). Dienstag: Zum ersten Male: HaseiiilUln's Töchter. Mittwoch: Hascmann's Töchter. D 0 n n e r st a g: Hasemanil's Töchter. Freitag: Wallenstein's Lager. _ Die Piccolomini. ßni fett Theater Ss. Reicheubergerstraste S-t. AbendS 8 Uhr: Zum 26. Male: •Tocko'sStreicIlö Burleske in 3 Akten nach dem Engli- fchen des James Carlisle, deutsch pon W. Sallis. Jolko: Paul Herbig*® Mit sensationellem Lachersolge auf geführt im Volks-Theatcr in München und im Zlpollo-Thcater in Nürnberg. Vorher: Dev d vittv Kopf. Posse in 1 Akt von Franz Wallner. Morgen und folgende Tage: Jocko's Streiche. Mittwoch Nachmittag 3 Uhr: Zweite Schülcr-Borstellniig zu besonders ermäßigten Preisen: Die Waise von Lonwod. Eenkeal � hvAkev Direktion: losi Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus- Geschichte. Operette in 3 Akten v. Sidney JoneS. Morgen und die solgenden Tage: Die Geisha. Donnerstag, den 27. Oktober: Zum 266. Male: Die Geisha. Lsteilh-Karl Weiß-Tlitilter. Gr. Frauksurtcrstr. ISS. Ködert«nd Kertram oder Die lnstigett Vagabuilde». Posse mit Gesang in 4 Akten von Raeder. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillcts haben Giltigkeit. Im Tunnel von 7 Uhr an: Frei-Kouzert. Mittwoch: Käthchc» von Heil- bron». Graf Wetter vom Strahl: Cäsar Beck als Gast. Donnerstag: Berlin, wie es weint«nd lacht. Freitag: Käthchen von Heilbronn. Sonnabend: Robert und Bertram. Sonntag Nachmittag: Der Hütten- besiher. AbendS: Käthchen von Heilbrouu.__ Volks- Theater im Welt-Restaurant Dresden er-Straste S7. 2 sensationelle Novitäten: 3! Adele's Geburtstag!! Posse mit Gesang von F. Waldau. DaS Geheimnis, der jungen Mamsell. Schwank mit Gesang von O. Mylius. Neu! Rochelly. Neu t Der Chanipignon aller Bauchredner. Ren! Max Eildebrandl. Neu! Der lustige Stabstrompeter zu Pferde. Bons haben an allen Wochentagen Giltigkeit.- Direktion: A. Kolig. Artistischer Leiter: A. Range. Urania Tanbenvtr. 48/40. Die Urzeit des Menschen. Invalidcnstv. 57/02: Tägl. Sternwarte. Taubenstrasse im Hörsaal; Experim.u. Projekt-Vorträge Kunst-Scliaubüime Urania, Invalidenstrasse 57. Mittwoch, 19., 8 Uhr: Max Klinger, sein Leben und sein Werk. Parkett 1,—. Stehplatz 0,50. Passage-Panoßlicum. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Der berühmte I. I. Fechtmeister Mr. Snlivian und seine Schülerin Mö Arank a. Von 6 Uhr ab: Thsätre- Variete ohne Extra-Entrde. Castan's Panopticnm. Neu!! Neu!! Lebendig begraben!! jQIppia Theaterj (Circus Renz) Karlstrasse. Täglich 8 llhr abends: Berliner Ausstattungsstück mit Couplets, Aufzügen j und Kolossal- Balletö! in 3 Akten(10 Bilden,). Farquei 2,10 Mk. Den gröstten Uach- Erfolg erzielt das gegenwärtige Programm im Cimis Renz"121"1 Riesen- Tunnel. Wahre Beifallsstürme durchdröhncn den Saal beim Auftreten der Komiker Gusta? Rluck iind Frilz Fehrmann. Auftreten fämmtl. Spezialitäten. Thaiia-Theateri Tresdenerstr. 72/73. Gastspiel Hclinerffäng. Unser lustiges Berlin. Große Gefangspoffe in 4 Bildern von E. Sondermann u. Cb. Bischoff. Couplets von Alfred Bender. Musik von Curt Goldmann. Anfang U/z Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Apollo- Theater. Direktion: E. Waldniann. Coesaela Tortajada. Familie Ägonst. Prinzessin Pocahnntas. Kasseneröffnung 6 der Vorstelh: 2 Uhr. Anfang ung 7'/, llhr. Feen-Palast- Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Direktion: Winkler und Fröbel. Allabendlich um 8>/z Uhr Bloh. Winklor u. Willi. Fröbel in der mit großem Jubel und stürmischem Beifall ausgenom- menen Ausstatwngs-Gesangs- Posse Berlin, wie es liebt «nd radelt! Neu! Ein»argen In Afrika, amerikanische Pantomime. Neu! Amanda Harold, sensationell dresnrtc Möpse. Steffen-Trio, Kunstradfahrer. Anfang 71/3 Uhr, SonnlagsOUhr. Kasseneröffnung eine Stunde vor Anfang. Vorverkauf Vorm. v. 11-1 Uhr. Alcazar• Theater Dre8dener8tr.52/53.Clty-PassagB. Direktion: Richard Winkler. Xoa!\ e u! IV en! Die Wenzels Schwank in 1 Akt von Petsch. Täglich mit großem Lacherfolg: MeStadtrathswahl. Posse mit Gesang von A. Bender u. L. Hermann. Musik v. Mobr. In Szene gesetzt v. Otto Wenot. Gesammtauftreten des ncueiigagirten Künstler- und Spezialitätcn-Pcrsonals. Unkllllll' Wocheut. Ii/, Uhr. MP8. Sonntags 6 Uhr. Nllil'ss' Wochentags 30 Pf. vllllll. Sonntags 40 Pf. Borzugsbillets haben Giltigkeit. eoveerikaus. I.oil»»IgQr»tr.Xo.4K gsF' Täglich: Hoffmann's(Jnartett- Humoristen und Schauspiel-Ensemble Zum Schluß: 1733«Haler 22'/- Zir. Reichshallen. Mliiier Sänger tNiehsel, Pietro, Britto». Steidl. Krone, Röhl, Schneider und Schräder). Anfang 8 llhr. Sonnt. 7 llhr. Entree 36 Pf., Nnm. Ballon 75 Pf., Balkon-Loge 1 M., Orch.- Log. 1,50M., Fremden-Loge 2 M. Tageskasse 11—1 Uhr. Zum Schluß: Vor 25 Jahren. Ensemble von Meysel. Mähr's Theater Oranienftr. 24. Täglich-TfOQ Spezialitäten- und Theater- Vorstellimg. Don Ina,» ans Kuba Posse mit Gesang. Dlio tree Rrotliers Well«, Akrobaten an den hängeiide» Ketten. Ansang an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 0 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. VI. Hoack's Theater Rrnnnenstr. 16. Heute, Dienstag, den 18. Oktober: Goldener Boden. Originalposse mit Gesang und Tanz in 4 Akte» von Elp und Wexel. Musik von F. Brandt. Nach der Vorstellung: Tanzkränzohen. Mittwoch: Ein Berliner Wucherer. Dienstag, den 18. Oktober 1868, Abends 7-/2 Uhr: 8ojree öyußslre. Auftreten des Herrn Franzi Gebhardt. Ritter pp., bisheriger Chef der k. k. spanischen Hofreitschule in Wien. Aufzug fämmtlichcr Reiterthpen in prunkhaftester Ausstattung. Zu- sammenkunft der Blumen, großes Ballet-Divertissement. Die neuenFrei- heitsdressuren des Direktors Busch. Außerdem: Das lebende Monu- meut. Sihadovr Rrothers, moderne Gladiatoren. Bänder- O.uadrillc. Auftreten deZ vorzügl. Gtgerl-Clowns Alf. Daniels. Morgen, Mittwoch; Elite-Abend. Sonntag, d. 23. Okt., nachmittags 1 Uhr(1 Kind unter 10 Jahren frei, weitere Kinder zahlen auf allen Plätzen halbe Preise): Gala- Vorstellung. Auf allgem. Wunsch: Aufzug fämmtl. Reitertype» in prunk- haftester Ausstattung.!_ Wedding-Park RUlle r- Strasse 178. Norüdeutsene Säntrer Biegler, Woff, Hohenberg etc. Entree 20 Pf., Borzugsbillets 15 Pf. Flora- Beruh. BTieft, 17. Weberstr. 17 1000 Pers. fassend. Vollst, neu emger. Sonnabende, 26. Nov., 17. Dez., 1. u. 2. Welhn.-Felert.: Vorm. Matinee frei! Verein der Plätterinnen Berlins. �onnadend, den 22. Oktober?r.: Gr. Herbst- yergnügen in den Flora-Sälen, Weberstr. 1?(Inhaber: Bernhard Nieft). ■EBB Während der Kaffeepause: fcitiawii SumriWe Mtrnge unl) miWeue NebmWMll. Entree für Herren 60 Pf. inkl. Tanz, Damen 25 Pf.— Anfang 8 Uhr. Alle Freunde und Gönner des Vereins ladet freundlichst ein 158/7 Der Borstand. Kranerei zur Kopfenblntlze Wiesenstraße 43 LorUa Ii. Wiesenstraße 43 empsichlt ihr ans bestem Malz und Hopfen hergestelltes Derliner MMbier u. Vreswter Metzenbler frei ins Haus. Täglich Jungbier- Berkaus von morgens bis abends ä Liter 10 Pf. nur in der Brauerei. S244L« Rudolf Frfimchen, Braucreibesitzer. „Hülfe!"„Hülfe!" Ohne ärztliche Untersuchung kann jede männliche sowie auch.Jede weibliche Person im Alter vom 14. bis SO. Jahre der Krankenkasse„Hülfe" für äußerst billige Monatsieiträge beitreten. Anfnahme kostenlos im Bureau der„Hülfe", Berlin SO, Skalitzerstr. 82, I(am Schlestschen Thor). Zlllilstellen unh Agenten allerorts gesM! seiooL. Chaussee Strasse No. 14. e n! r e n! Heine, Teppiche! G a r d i ii P 0 r t i ö Steppd ecken Tischdecke«! zu sedr btlügen kreisen zum_ ür Ausverkauf. 02948* Fordern Sie nur deu vorzüglich schmeckenden preisgekrönten dänischen Kautabak auS der größten Tabaksfabrik Dänemarks C. W. Obel, Aalborg und Kopenhagen.— General-Bertricb für Berlin: Carl ROcker, Grüner Weg 8. Telephon-Amt VII 3861. 54048* Zubehörtheile billig beschaffen 1508b Wer sich ein gutes Fahrrad will, der trete der Proihlktiv- und Einkanss-Cenojstnsiliast für Radfahrer als Mitglied bei, die durch em beguemes Sparsystem es auch den Minder- bemittelten ermöglicht, in den Besitz eines Rades zu gelangen. Auskunft ertheilt auch brieflich die Ge'chäftsstelle Sickingenstr. 7._ Vereinszimmer z. B.Relchenbergerst.lO. Gr. Milielverkaaf, passende Gelegenheit für Brautleute, Gneisenaustr. 15, Möbcl-AusstatwngS- magazüt, sollen viele Wohnungs-Ein- richlungen, verliehen gewesene und neue Möbel zu sehr mäßigen Preisen verkauft werden. Durch große Ge- legenheits-Einkäufe zu billigen Preisen ist es mir möglich, schon Einrichtungen für 100 bis 300 Mark zu liefer», ferner herrschaftliche Einrichtungen von 500 bis 3000 Mark. Thcilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Besonders billig sind die an Herrschaften kurze Zeit verliehen geweseneu und zurück- gesetzten Möbel, Kleiderspind 20, Küchen- wind, Kommoden 15, Bettstelle mit Matratze 20, nußbaumsournirteKleider- spinden und Wäschefpinden 36 Mark, Mufchelfpinden und Vcrtikow 38, französische Muschelbettstellen mit Matratzen 40, Säulen-Kleiderspindc», Trumeaux, Plüschgarnitur 60 Mark. Büffets, Koultssentische, Paneelsofas, Damen-, Herrenschreibtische. Gekaufte Möbel werden unentgeltlich 3 Monate aufbewahrt, durch eigene Gespanne transportirt. 51962* i« 3 Mark Reste sehr groß, zu Knabenanzügen, Reste zu Herrenanzügen, schöne Muster 7-10 M. Für 12 M. ff. Cheviot- auch Kammgarnrefte, Paletot- und Hosenreste, so lange der Vorrath reicht im Rlestnstoffttlger' IL Kmlscnsir. U, 1 2t., Kein Laden.[6284L* Seutii Porter Dessert- n.Ntalzkrastbierl.Rang. Brauerei Bnrghalter, Potsdam, gegr. 1738, bes. f. Blutarme, Brustkranke, Bleickss., Wöchn.. Rckonv.zc.d. leicht bekömmt., nahrh. kräftigste Bier.— Jslblutbild.,deSH. bcss. GesichtSf. n. Gewichtöznnahni. üben. 14 Flasch. drei, 50 zehn M. epkl. In Geb.(}/t, Vs, Vi«) z. Selbst- abz. wesentl. bill. Allein. Bersaudtst. f. Bertin u.Prov. Porterkellerei R 1 n g 1 e r, Berlin, Brun. nenstrafte 1S2. NichtFlaschenzahl —Qual, entscheid. 4ehtangk 4.ehtaag! Empfehle allen Kollegen u. Genossen mein Restaurant 62528* ,zur Metallllrlleiter-Börse� Mainzerstr. 21(nahe d. Franks. Allee). Zahlstelle des Metallarbeiter- und Buchbinder-Verbandes. W. Hansen. Fabri- 61058* Fahrräder. Stets grobes Lager crstklaff. Fa kate auf 616 TkSHöeeiMung ohnePreiserhöhung zu den loulantesten Zahlungsbedingungen. Herren- u. Damen-Räder v. 150 M. an. Adomeit& Landau, Kotlivittgerstvahe 48 I, dicht am Roienthaler Thor. Großer Mhelverhous Nene Königstr. Sü. In meinem grosien iviöbelspcicher dielet sich Brautleuten die schönste Gelegenheit, ganze Einrichtungen, auch einzelne Gegenstände, redit billig einzulaufen. Besouvers zu empsehlen ist der große Borrath verliehen ge- weseuer und zurückgefetzter Möbel, welche fast neu sind und zu ermäßigten Preisen abgegeben werde». Durch größere Maffen-Eiickänfe bin ich im Stande, hübsche und geschmackvolle Wahnungs- Einrichtungen schon für 100, 200, 300—400 Mark, hochelegante von 500—5000 Mark zu liefern. Theilzahlungen unter den koulantesten Bedingungen. Die Möbel können kostenfrei 3 Monate lagern, werden durch eigene Gespanne transportirt. Dr. med. 8cliaper, prakt. Homöopath. Arzt u. Spezialarzt f. font-, Harn-, Geschlechtsleiden. raucnkraiithciten. Spr. 9-1, 4-8 SehJineherger Ufer 25. Homöopath. Poliklinik: Montag, Mittwoch, Sonnab. Ab. 7-8. Friedrichstraste III, 1. ZurAbschließimg von Versicherungen jeder Art empjiehlt sich 1622b R. Klnwitter, Saranerstr. 14. KB. Jeden Ilmzug bitte anzumelden. Zlugel-Nahlt ist dillig zu verkaufen und ein guter Kahn wird auch gesucht 1613b J. Oroisz, Gitschinerstr. 33, 4 Tr. Eckdestillation mit Vorgarten und Vereinszimmer für 80 Pers. ist wegen Krankheit des Mannes sogleich zu verk. Ripdorf, Hermannstr. 204. 1628b 6. lilndeman». Zum Geburtstage Anton Brzezlna! Das Leben hat für Dich gesorgt. In ganz besond'rer Weise, Ein liehe!-, Weib das nennst Du Dein, Nur sei gescheit, geh' leise(nach 11). Ein donnerndes Hoch. Die Jiolirteu. Wer leibr einem Genossen gegen Sicherheit 100 Mark auf ein Jahr. 6 pCt. Zinsen. Gest. Offert, u. II. G an die Exp. d. Bl. 63028 Eicber Ernst! Komme zn mir oder schreibe an Emma. 15518 Fsstsüe Luisentiof, Buckowersfr. 9, 2 Säle, je 166-260 Personen fassend, sind noch einige Sonnabende und Sonntage an Vereine zu ver- geben, auch 1. und 3. Weihnachts- feiertag.[62848* Ur M Wttl fertige feine Winter- Paletots nach Maß, für 30 Mark hochfeine An- züge nach Maß, für 8-12 Mark feine Hosen nach Maß.[62652* Riesenstofflager Kraoscnstr. 14. 1(kein Laden). ophüstofft auch SW C ff l* in Siips, Damast, CrSPe, Phantasie, Gobelin»nd Plüsch spottbillig![6103L* l'robe» kiranlto! A-stckch M\ Letevre,~ ■js»| auf Thellzahlang MOPei j. Kellermann, Neue Jakobstr. 26. Frdl. Schläfst, für Herrn zu verm. Ritterstr. 118. Braun._ 16206 Mitsmkt. Achtiliig, SnliaiDfitct! Bei der Firma Fork, Kretschmar u. Co. Barnimstr. 13, (Magazin Jannowitzbrücke), haben sämmtliche Tischler wegen Differenzen die Arbeit niedergelegt. Ebenfalls bei der Firma Robert Keller, Königsbergerstrasse 4. Zuzog fernhalten! 108 Die Ortsverwaltnng. ilchitäT Bei Glogowskl& Comp., Chausseestraße 2s, haben sämmtliche Kollegen wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. 147/8 Zuzug ist fernzuhalten! Her Vorstand des Verbandes. ÄWg/MicmheltM In der Pianofadrik von Lanrinat, Wasserthorstraße 9, haben sämmtliche Bodenmacher infolge Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt, es ist somit Ehrenpflicht jedes Kollegen, den Zuzug nach genannter Fabrik streng fern- zuhalte». 113/1 Die Agitations-Kommission des Fachvereins d. Muslklnstrumenten-Arbelter Berlins und Umgegend. Gürtler u. Monteure ans Kronen Verl, sof. Lampenfabrik Grimmstr. 39. Einen Barbicrlchrliug verlangt Schlasfke, Ripdorf, Bergsrr. 18. Hand-Knopflochnäherinnen werden gegen hohe Löhne in und außer dem Hause verlangt von 1459b* Wolfs n. Lachmann, Wäschesabrik, Brunnenstr. 192. Kartonarhelteriimeii Verl. Leopold Stein, Neue königstr. 30. Handnähcrin und Lehrmädchen auf Knabeutl. u. Anz. W. Gaeck, Landsberger Allee 144. 1608b Gürtler 10106 u. Schleifer und Bankpolirer Verl. Bergas Cebr., Schilliugsir. 12. Zuschneider Pappen u. Papier, verlangt Karton- fabrik II. Wolf 5._ 10116 Tüchtige» Packer Verl. Barthüls. Gr. Fraukfurterstr. 34._ 16126 Arbeiter(Parteigen.) verheiratssct, 30 Jahre alt, sucht dringend Beichäft. Off. u. S. 6 nimmt die Erp, entgegen. Tiicht. Kiirschuergescllc» werden Verl. E. Schmidt, Linkstr.1. �Koiivertfabrik sucht iStanoer für Extra-Formate. Nur solche, die wirklich tüchtig sind im Zuschneiden zc., wollen ihre Adresse angeben. Off, unter V. O an die Erp. Eiiiplickcr für Goldleisten Verl. Zlndreasstr. 16. Farbigniacher und Bersilberrr verlangt Andreasstr. 16. 1619b Schürzen-Arbeiteriu in u. außer dem Hauie verlangt Stephanstr. 16, Hos 2 Tr. rechts._ 19146 Seiierlehrling verlangt Buchdruckcrei L. Jürgens, Alexanderplatz._[Qj, 126 12 ZMl-Aztilttil Srn'ftfS Berlin und außerhalb Kranlenkape „Hülfe", Hallcschestr. 9 I.[H. 104/11 Verantwortlicher Redakteur: Rngnst Jacohcy in Berlin. Für dm Jnseratenthcil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Geübte Pantoffel- Einfasserinnen sucht Filzschuhfabril Marlusstr. 50. 1621h