Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung i Prag, 11., Nelajanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtredattion: 26797. Postschecamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowafischen Republit. Abwehr einer Lügentampagne. Dienstag, 9. Feber 1926. Der Eintritt in den Bölferbund beschlossen. Das Ausnahmsgesuch Deutschlands fertiggestellt. Berlin, 8. Feber. Das Reichskabinett hat in seiner heutigen Sikung einstimmig die Absendung einer Note beschlossen, wodurch Deutschlands Eintritt in den Völferbund angemeldet wird. Die Note wird alsbald nach ihrer Neberreichung in Genf veröffentlicht werden. * Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bost: monatlich.... Kè 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig.... B 48.96.192.Rückstellung von ManuStripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich rüh Nr. 34. Bemertuagen zur Sprachenverordnung. Von Dr. Egon Schwel b. I. Es ist an dieser Stelle schon darauf hingewiesen worden, daß das umfangreiche Elaborat, das die Durchführungsverordnung zum SprachenDie christlichsozialen und nationalistischen Sudelblätter Desterreichs wie der Tschechoslowakei stürzen sich mit wahrer Wollust auf die gehässige und verlogene Broschüre des" JuSen" Sigmund Kaff, der vom Verband deutschösterreichischer Stowjumvereine wegen un- binett hat den Wortlaut des deutschen Aufnahms- felretär des Völkerbundes nach Einlangen des vollkommene Uebersicht über die Tragweite und Berlin, 8. Feber.( Eigenbericht.) Das Kas Es wird angenommen, daß der General- acieze darstellt, eine derart große Fülle von fasu= istischen Einzelbestimmungen enthält, daß eine leidlicher Stänfereien pensioniert und von der antrages in den Völkerbund fertiggestellt. Das Aufnahmsgesuches nach Berlin fommen wird, um Bedeutung jeder einzelnen der neuen Normen österreichischen Sozialdemokratie wegen offen- Schreiben hat wesentlich formellen Charakter und mit dem Reichsaußenminister über die Besehung noch nicht möglich ist. baren Berrats an den sozialpolitischen Inter- hält sich an die entsprechenden Paragraphe der der Deutschland zustehenden Stellen im Bölleressen der Arbeiterklasse ausgeschlossen Völkerbundsaßungen. worden ist. Die von gemeiner Rachsucht eingegebenen Verdrehungen und Entstellungen Raffs werden von den Schriftleitern noch überboten und ein Kübel von Verleumdungen wird über Genossen ausgegossen, welche die Welt seit einem Menschenalter als rechtschaffene Männer fennt. Dieser Kampf ist zu ungleich, um ernst genommen zu werden. * bund zu unterhandeln. ** Auch eine wiederholte Lektüre der 20 Seiten Gesezessammlung bringt immer neue lleberraschungen. Auf eine fei im folgenden hingewiesen: Reichstagsinterpellation über Muſſolinis Südtirol- Rede. n, sier hunt and pre tagssißung folgende Interpellation eingebracht: In der Parlamentsfißung vom 6. Feber hatte der italienische Ministerpräsident unter Bezugnahme auf die Lage in Südtirol Ausfüh ble Lage in Glibliyat Musfith, rungen gemacht, die das Verhältnis des Deutschen Reiches zu Italien berühren. Wir fragen an: Die Haltung der Sozialdemokratie. wenden, daß dieser Vorstoß Mussolinis zu nationalistischen Drohungen Veranlajjung gibt. Südtirol gehört nach dem Frieden von St. Germain zu Jialien. Es fann also nicht Kampiobjekt zwischen Deutschland und Italien sein. Lediglich der Mißbrauch, der jeßt mit diesem Herrschaftsrecht von den Fascisten betrieben wird, muß auf das schärfste bekämpft werden. Deutschlands in den Völkerbund wird dort diese Angelegenheit ausführlich zur Sprache gebracht werden müssen. Preußische Borkriegsmethoden." Unter den Bestimmungen der Sprachenverordnung, die angeblich eine Verbesserung gegenüber dem jebigen Rechtszustand herbeiführen, wird unter anderen Art. 7 genannt, der von dem Gebrauche nichttschechischer Ürfunden vor Gerich ten ohne 20prozentige Minderheit handelt und in seinem ersten Absatze lautet: „ Urkunden und Akten, die nicht in der Staatssprache, aber in einer solchen Sprache ver faßt sind, die eine Minderheit im Staate spricht, tönnen als Beilagen, Belege, zu Beweis und anderen amtlichen Zweden ohne beglaubigte Uebersetzung in die Staatssprache nur einem sol chen Gericht, einer solchen Behörde, oder einem solchen Organ vorgelegt werden, dessen Sin fich im Sprengel eines Kollegialgerichtes zweiter Jnstanz befindet, in dem es mindestens einen Ge richtsbezirk mit einer solchen nationalen Minderheit gibt und wenn sie vor dem 6. März 1925 errichtet worden sind." Heute Erklärungen Stresemanns. Berlin, 8. Feber.( Eigenbericht.) Die überhebliche Rede Mussolinis über Südtirol und Troßzdem wollen wir die ganze Erbärm feme Angriffe gegen Deutschland in der Samstag lichkeit dieser ehrlosen Presse an einem Beispiel Sigung der römischen Kammer haben hier das aufzeigen es lassen sich ja viele andere an größte Aufsehen erregt. Einzelne Zeitungen weisen dessen Stelle seßen an dem Beispiel des darauf hin, daß nicht einmal Boincare christlich sozialen Blattes„ Das jemals einen derartigen Ton Deutschland gegen Volt". Es betitelt seine Artikel mit„ Groß- nahme der Regierung. Die Regierungsparteien Von Drohungen im Reichstag lann man sich aber über angeschlagen hat, und fordern eine Stellung tapitalist Dr. Renner"-es entstellt die Tätig- haben denn auch zu Beginn der heutigen Reichsteine Erfolge versprechen. Nach dem Eintritt feit, die Genosse Renner jahrelang ohne einen Heller Bezahlung als Obmann des Verbandes der Konsumvereine, der überhaupt Geschäfte nicht zu führen hat, sondern eine bloße Interessenvertretung und Revisionsinstanz ist, ausgeübt hat, so, als ob Dr. Renner überhaupt Geschäfte führte, ja diese Geschäfte für den Es macht tatsächlich auf den ersten Blick den Eindruck, als hätten die Lobredner dieser Bestimeigenen Sack führte! So wird Dr. Renner, Die Auffassung in London. mung recht. Die Bestimmung scheint vernünftig ber noch heute nichts besißt als das Wenige, und loyal zu sein: Für die Frage, ob bei einem das er als Schriftsteller durch seine Feder erLondon, 8. Feber. Die Santstag in der ita- tschechischen Gerichte deutsche, ungarische oder pol. worben hat, zum Großkapitalisten u lienischen Rammer gehaltene Rede Mussolinis hat nische Urkunden zur Vorlage gelangen fönnen, ist hier große Erregung verursacht. Dem„ Daily darauf abgestellt, ob in dem betreffenden Obergelogen! Schon der Titel der Kaff- Broschüre Telegraph" zufolge fönne die Drohung Musso- landesgerichtssprengel ein Gerichtsbezirk existiert, " Politik und Geschäft" ist eine bewußte Verlinis, die italienische Flagge weiter gegen den in dem es eine 20prozentige Minorität der drehung des Tatbestandes. Was die Oeffentlich Norden zu tragen, weder von den Außenämtern Sprache gibt, in der die betreffende Urkunde abfeit mit dieser Bezeichnung ausdrücken will, ist Bor Eingang in die Tagesordnung der heuti- noch von dem Völkerbunde ignoriert werden, es gefaßt ist. Es wäre also z. B. bei einem Prager die Verbindung der politischen Stellung gen Sißung hatte der Reichsaußenminister wäre denn, daß flar erkannt würde, daß es sich Gericht zulässig, deutsche Beilagen vorzulegen, da mit dem privaten Erwerb und mit per- Stresemann gebeten, diese Interpellation um nichts anderes als um eine Redefigur gehan- es im Sprengel des Oberlandesgerichtes Prag sönlicher Bereicherung. Nur ein stru- morgen zu verhandeln. Das ist dann auch be- delt habe. Die Situation ist nach Ansicht dieses Gerichte mit mehr als 20prozentiger deutscher Berelloser Verleumder fann andeuten, daß derlei schlossen worden. In der morgigen Debatte wer- Blattes fompliziert und gefährlich. Daily völkerung gibt, es wäre dagegen nicht zulässig, in yelloser Verleumder kann andeuten, daß derlei ben sich voraussichtlich die bürgerlichen Parteien Expreß", das Organ der Konservativen, ver- Prag polnische oder ungarische Belege ohne bebei den Genossen vorliegt, die in der Konsum in Entrüftung über die Rede Mussolinis überbie- urteilt in scharfer Weise den Ton der Rede Musso- glaubigte Uebersetzung zu gebrauchen, weil es im vereinsbewegung mitarbeiten. Es handelt sich ten und verlangen, daß die Reichsregierung in linis, welche ein Schlag für Locarno sei, und er Sprengel des Oberlandesgerichtes in Prag feinen um die Führung der Arbeitergenossenschaften, derselben Weise antworte, wie Mussolini in der innert an die preußische Vortriegsmethode. Die Gerichtsbezirk mit 20prozentiger ungarischer oder das ist der Konsumvereine, ihrer Großeinkaufs- italienischen Rammer gesprochen hat. liberale Presse hält die Rede gerade am Vorabend polnischer Bevölkerung gibt. gesellschaft und ihrer Eigenproduktionen. In Die Sozialdemokratie, die den Fascismus des Eintrittes Deutschlands in den Völkerbund Abgesehen davon, daß selbst dann, wenn die der ganzen Welt weiß man, daß alle diese auf das schärfste bekämpft, wird sich dagegen für sehr unglücklich. ser Zustand nunmehr rechtens würde, hiedurch an Unternehmungen nicht privaten Entverb, fon▪▪▪▪▪▪▪▪ 1. Ist der Reichsregierung der amtliche Wortlaut dieser Ausführungen bekannt? 2. Ist die Reichsregierung in der Lage, bem Reichstag über ihre Stellung zu diesen Ausführungen Auskunft zu geben? " " dern den gemeinsamen Interessen der Arbeiter- Noch niederträchtiger sind die Vorwürfe, unter dem Vorsitz des Generaldirektors Hesky. die Tatsache, daß einer der fünf Abteilungsflaffe dienen und ihr Gemeinschafts- die man gegen die österreichische Große in- aber die" GöG" hat, wie jede Genossenschaft. leiter der" Gö" Jaro Loreny heißt, dahin, vermögen sind, also das direkte Gegenteil aufgesellschaft erhebt, denn hier gibt nun auch ihren Vorstand bekommen, der die daß der engste geschäftliche Vertrauensmann von kapitalistischen Privatunterneh- es nicht einmal einen Anlaß oder Vorwand Geschäfte regelmäßig kontrolliert, und einen und die Seele seiner Geschäfte der mit Bosel mungen. Staff und die Macher von diesem zur Entstellung. Die österreichische Großein- Aufsichtsrat, der sie von Zeit zu Zeit überprüft, verschwägerte Jaro Loren( früher Löwy) Blatte„ Bolf" lügen dieje Selbsthilfe- Organi- faufsgesellschaft ist das Ebenbild ihrer Schwe- wie das eben bei allen Genossenschaften üblich sei". Das Blatt lügt weiters selbstverständlich sationen des Proletariats in großfapitalistische sterorganisationen in allen Ländern, hat ebenso ist! Die völlige Unkenntnis dieses Blattes vom standen die großen Wirtschaftsführer Dr. RenMammuts- Unternehmungen" um! Leider ist wie sie ihre Lagerhäuser, ihre Fabriken und Wesen einer Genossenschaft muß um so mehr ner, Eldersch, Lorentz usw. auch mit den be. diejer Sozialbesitz der Arbeiterklasse bei uns Werkstätten, die allesamt den Konsumvereinen verblüffen, als ja die GöG" nunmehr ein rüchtigten Barmats in Deutschland in engnoch lange nicht so mammuthaft wie das Ver- an der Gesamtheit und damit den Konsumenten ebensolcher Genossenschaftsverband ist wie die ster Beziehung", während die erwährten Ge mögen der englischen Großeinkaufsgesellschaft, gehören. Nichts an ihr ist Privat- agrarischen und christlichsozialen Genoffen- noffen, die GöC", die Arbeiterbant mit diesem die über 130 Fabriken besißt, als Kampfmittel eigentum, Privatunternehmen, schaftsverbände auch! Manne niemals in irgendwelche geschäftgegen das Kapital. Privatprofit! Der Schreiber jenes Ar- Dieses Blatt saugt sich aus dem Finger, liche oder persönliche Verbindung gekommen Diese Leute reden von einem„ Zusammen- titels behauptet mit einer Unverfrorenheit, die daß sich die Gö" in großen Schwie- find und die österreichischen Konsumvereine bruch" der Hammerbrotwerke, diese sind ohne Beispiel ist, die Großzeinkaufsgesellschaft rigkeiten befinde"- obwohl in der unseres Wissens niemals von ihm auch nur niemals zusammengebrochen, sie sind aus habe seit Jahren feinen genauen Rechenschafts- ganzen langen Zeit der Krise, der Zahlungs Waren bezogen haben! Das Blatt lägt, daß sich freiem Entschluß der Partei einfach verkauft, bericht vorgelegt", obschon dieser jedes Jahr einstellungen und Zahlungsstockungen auch die Balfen biegen und nur gedankenlose Leser worden, die Leute lügen in einem Atem von ordnungsgemäß in der Generalversammlung nicht in einem einzigen Falle die können das Geschreibe ernst nehmen. ungeheueren' Profiten dieser zu gedruckt vorgelegt, von der Verbandsrevision GöE" nur eine Faktura oder auch nur einen Die Ehrabschneider dieses Blattes, die so fammengebrochenen" Hammerbrot- wie vom Aufsichtsrat der Konsumvereine durch- Wechsel nicht termingerecht bezahlt frupellos mit der Wahrheit umgehen, haben werke, obschon notorisch ist, daß ihr Gewinn geprüft, in Buchform herausgegeben und jedem, hätte, obwohl die„ Göt" als eine der weni- nur eine schwache Entschuldigung, das ist, daß sehr bescheiden war, weil es eben immer an der sich dafür interessiert, einfach ausgehändigt gen, sehr wenigen Firmen des Wiener Plazes sich ein Ergenosse, eben Herr Sigmund Kaff, Betriebskapital gefehlt hat! Sie reden von einem wird! Die Tatsache, daß diese Großzeinkaufs- bekannt ist, die immer gezahlt hat und immer allen Genossenschaftern zum Ueberdruß bekannt, " Standal" und von„ Anrüchigkeit", obschon gesellschaft, die seinerzeit als G. m. b. S. bezahlt. Das Blatt lügt, daß die" Gö" dreißig gefunden hat, der den traurigen Mut aufge. niemand jemals diesen Werken einen anderen gründet worden ist, sich aus dieser unpraktisch Einzelbädereien(!) an ausländisches Kapital bracht hat, die Bewegung, welche ihn troß begründeten Vorwurf machen konnte als den. gewordenen Rechtsform in einen reinen Ge- verkaufen mußte sie hat niemals dreißig feiner Schlamperei, Unverträglichkeit und Zankdaß sie auch nicht in leichtsinniger Weise, nossenschaftsverband zurückverwan- Bäckereien besessen und auch nicht eine fucht aus rein menschlichen Rücksichten zu lange sondern nach dem Vorbilde der Genter Bäckerei belt, wird in das reine Gegenteil verfehrt. einzige verf auft! Das Blatt lügt weiter geduldet hat, mit der ganzen Sachsucht seines und des„ belgischen Systems"- als ein Unter- als ob sie zu einem Kapitalsunternehmen ge- über die Arbeiterbank, daß sie mit den Geldern ungeſtillten Ehrgeizes verdächtigt und vernehmen der Partei begründet worden sind, macht worden wäre. Es wird gelogen, daß sie der Genossenschaften bös aufgeräumt habe leumdet. Aber schließlich ist dieser" Jude" daß fie nie genügendes Betriebskapital einem Generaldirektorium auß den Genossen der binnen kurzem erscheinende Jahresbericht zweifelhafter Güte als Kronzeuge und besaßen, und daß sie durch die Niederträchtigkeit Renner, Eldersch und Abram unter- der Arbeiterbank beweist im Gegenteil, daß sie Mitarbeiter der Luegers aus Wien heraus in einen Vor- ſtellt werde. Das Direktorium besteht tatsächlich diese Gelder gut, zweckmäßig und er- Presse eine köstliche Bereicherung unserer ort verbannt worden sind und also einen höchst nach wie vor aus den bisherigen angestellten folgreich angelegt und verwaltet und gar politischen Menagerie. ungünstigen Standort aufweisen. Geschäftsführern( Direktoren), von jetzt ab feine Verluste erlitten hat! Das Blatt entstellt a Seite 2. Katastrophale Lage der fommunistischen Partei Frankreichs. Und eine andere: 9. Feber 1926. Die ,, traurige Begebenheit". Bei Besprechun der Anerkennung Rußlands fagt„ Narodni Politika": Im letzten Augenblick erfahren wir, daß die Verhandlungen mit Sowjetrußland noch zu feiner Einigung geführt haben, so daß doch noch ein Funken Hofnung besteht, daß diese traurige Begebenheit wenigstens für ber bisherigen Uebung gar nichts geändert wäre, ist zunächst darauf zu verweisen, daß der Wert der Bestimmung schon durch die ihr folgenden Absätze wesentlich abgeschwächt wird. Denn es ist bestimmt, daß die Behörde auch in solchen Fällen die Vorlage einer beglaubigten Uebersetzung verlangen fann, wenn ihr die Urkunde Die Chemnitzer Boltsstimme" erhält von nicht voll verständlich ist; als Grundlage für ihrem Pariser Berichterstatter folgende Meldung 280 kommunistische Kämpfer( dar- einige Zeit aufgehalten wird. Sollte es doch zur Einrtagungen in öffentliche Bücher, Regiſter usw. über die Krise in der französischen Kommunisten unter 11 Abgeordnete auf 26) befunden die Anerkennung kommen, so wird dies gegen den dürfen ausschließlich tschechische oder in die tſche partei: Diese Rrife ist sehr ernst und übersteigt wahrheit über den Niedergang der Willen und gegen die Stimmen der Nationalchische Sprache beglaubigt übersetzte Urkunden noch die vorhergehenden. Boris Souvarine, Partei und denunzieren die unerträgliche Dit- demokraten erfolgen."-" Lid. Nov." zufolge be Verwendung finden. der heute von der Partei ausgeschlossen ist, nach- tatur einer wahren Koterie von Megalomanen" stünden noch Unstimmigkeiten in untergeordneten Fragen, die die Stellung der tschechoslowakischen Das Entscheidende aber ist, daß ein solcher dem er Frossard abgelöst hatte und der wahre( Größenwahnsinnigen). die Verwendung deutscher Urkunden vor rein- Leiter der Partei geworden war, stellt in seinem Die Verwürfe der verschiedenen Richtungen Staatsangehörigen in Rußland und der russischen tschechischen Gerichten ermöglichender Rechtszu-„ Bulletin Communiste" die Lage folgendermaßen der Opposition drücken sich oft in sehr groben bei uns betreffen, Fragen, die gleichzeitig mit der stand durch die Sprachenverordnung nicht nur bar:„ Es ist nicht mehr möglich, die la- Worten aus. Sie finden bei ihren Proraganda de iure- Anerkennung Rußlands gelöst werden nicht herbeigeführt, sondern die ihn ermöglichende tastrophale Lage der franzöfifchen kommu- reisen nur 3ellen ohne Leben, felett sollten. In der letzten Konferenz Benešs mit bisherige Praxis, wenn auch in verhüllter Form, nistischen Bewegung zu berschleiern. Sie Seftionen, deren Aktion absolut Einbildung sejento sei es nicht gelungen, diese Differenzen für die Zukunft ausdrücklich abgeschafft ist. Dies wurde von einer Koterie von übeln Boli- und deren Einfluß gleich Null ist"; daß der„ Ap- in erledigen. Wie lange diese Verzögerung dauern ist nämlich die Bedeutung der auf den ersten Blid tifastern unterhöhlt, welche die Partei nie rarat" der Partei unmittelbarer Ausbrud eines werde, dürfte davon abhängen, in welcher Frift unverständlichen, sowohl grammatisch als auch gewählt hätte und die mechanisch der Parteilei- allmächtigen politischen Bureaus nicht im Dienste der Prager Sowjetvertreter Instruktionen aus sachlich und gesetzestechnisch nicht ganz einwand tung auferlegt wurden von Leitern einer Politik, einer Partei, sondern einer Roterie steht"; daß freien Worte und wenn sie vor dem welche der 14. Kongreß der russischen Kommu- ein ganz unverschämter Nevotismu š 6. März 1925 errichtet worden sind". nistischen Partei verworfen hat." feine Bildung geleitet habe mit einer ungeEr besagt nichts weniger, als daß unter den heuren Gelbverschwendung". oben genannten Voraussetzungen nur solche nicht Die Opposition verlangt einen Kongreß. tschechische Urkunden vor reintschechischen Gerich Falls sie das durchsetzt, was sehr zweifelhaft ten Verwendung finden dürfen, die vor dem scheint, wird er nur einen geschlossenen Raum 6. März 1925 errichtet wurden. Die Vorlage nach darstellen, wo sich die Bataillone einer Armee dem 6. März 1925 verfaßter nichttschechischer Beigegenseitig aufzehren, die nach der Spaltung in lagen wird ausgeschlossen. Tours mehr denn 120.000 und jetzt vielleicht noch 15.000 Mann zählt. Am 6. März 1925 ist nämlich die fünfjährige Frist abgelaufen, für welche durch Verordnung Ausnahmen von den Bestimmungen des Spra chengefebes zugelaffen werden konnten, die im Interesse der ungestörten Verwaltung notwendig find. Die Verordnung macht nachträglich von diefem Rechte Gebrauch, indem sie für während die fer fünf Jahre verfaßte Urkunden den gerichtlichen Gebrauch zuläßt, erklärt sie sie gleichzeitig für eine Ausnahme von den Grundsätzen des Sprachen gesetzes, die nach Ablauf jener fünf Jahre unzuläffig ift. Die Kapitelüberschriften dieser Zeitschrift sind bezeichnend. Die kommunistische Opposition von Lyon erläßt, als Antwort auf den letzten Streich der Partei, einen Aufruf an alle Kommunisten und lädt die letzten Revolutionäre( so!) der Partei ein, ihm anzuhangen." Die franzöfifchen Kommunisten helfen ** Mit den Royalisten, dem Nationa. Mit den Royalisten, dem Nationalen Blod und den gemäßigten Mittelpar teien haben die Kommunist en cinem von der Reaktion eingebrachten Antrag zur Annahme verholfen, der von der Verpflichtung zur Abgabe einer eidesstattlichen Steuererklärung alle diefenigen befreit, die nicht schon bisher der Einkommensteuer unterworfen sind. Die 2 bis 3 Millionen Steuerdefraudanten haben also dank der Kommunisten einen neuen Freibrief für die Fortsetzung ihres sauberen Gewerbes erhalten. Die Kosten dieses Sabotagealtes wird in erster Linie die Arbeiterschaft zu tragen haben. den Steuervefraudanten! Die französischen Kommunisten haben es, wie aus Paris berichtet wird, fertig gebracht, sich schüßend vor den durch die Steuerprojekte des Kartells bedrohten Geldbeutel der franzöſiſchen Kapitaliſten zu stellen, indem sie im Verein mit den Parteien der Rechten die auf die Unterbrüdung der Steuerdefraudation abzielenden BeEs handelt sich hier um eine geradezu unge- ftimmungen des Kommissionsprojektes zu Fall heuerliche Bestimmung. Obwohl notorischer gebracht haben. Dieses Projekt hatte unter andeWeise der große Teil der mit dem Ausland geführ- rem eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesseten Korrespondenz und auch ein großer Teil der rung und Erhebung der direkten Steuern, sowie innerhalb der Tschechoslowakischen Republik ge- zur Belämpfung der Steuerpflicht vorgeschlagen, führten Korrespondenz in nichttschechischen Spra- von denen die wichtigste die Einführung der chen, insbesondere deutsch geführt wird, obgleich, obligatorischen und eidesstattli man fann wohl sagen, alle Richter der deutschen chen Steuererklärung bildete. Tatsäch Sprache mächtig sind, wird es jetzt notwendig lich werden in Frankreich von insgesamt 14 bis sein, alle Briefe mit einer Uebersetzung in die 15 Millionen Steuerpflichtigen heute nur etwa schechische Sprache vorzulegen, was eine unge 1.5 millionen von der Einkommensteuer erfaßt. unge- 1.5 heuere Belastung und Verteuerung zur Folge Etta 10 Millionen sind, da das steuerfreie Exihaben muß, die nicht nur den Angehörigen der stenzminimum im Vergleich zu anderen Ländern Minderheitsvölker zur Last fallen wird. Der verhältnismäßig hoch angesetzt ist, von ihr gesetzZwed der Bestimmung ist offenkundig der, die lich befreit. Die restlichen 2 bis 3 Millionen hanichttschechische Bevölkerung, insbesondre die Geben sich bisher in betrügerischer Weise ihrer Arbeiterschaft wird sich bei den Kommu schäftswelt zu zwingen, ihre gesamte Korrespon- Steuerpflicht entzogen. Die von der Kommission denz in tschechischer Sprache zu führen, um im beantragten Maßnahmen sollten diesem Betruge fie die Hauptlast der französischen Falle eines Prozesses die bedeutenden Kosten einer ein Ende machen. beglaubigten Uebersetzung jedes einzelnen Briefes zu ersparen. Die Verordnung strebt somit auf einem Umwege einen Durchbruch der dem Minderheitsschußvertrage entnommenen Bestimmung des§ 128 der Verfassungsurkunde an, wonach die Staatsbürger der Tschechoslowakischen Republik in den gesetzlichen Grenzen jede beliebige Sprache in den privaten und Handelsbeziehungen frei ge brauchen fönnen. Der Plan ist derart mit den primitivsten Grundsäßen einer geordneten und ökonomischen Regelung des Verkehres im Widerspruch, daß er sich schwerlich durchsetzen wird. Die Bestimmung des Art. 7 der Sprachenverordnung wird und muß als eine von der Praxis übergangene böswillige Erschwerung, ein unfrommer Wunsch der Regierung bleiben. XXXXXX Rundfunk für Alle! An alle Ortsgruppen des Freien Radiobundes" und alle Radiofreunde! Am Mittwoch, den 10. d. M. beginnt die deutsche Arbeiter sendung, die vom Freien Radiobund" gelei tet wird. Die Arbeitersendung erfolgt jeden Mittwoch um 17 Uhr vom neuen Prager Sender auf Welle 368. #: Inland. Der& 99. Im Jahre 1923 wurde von den Bezirkshauptmannschaften verfügt: Von der Durchführung der von der Kommission beauftragten Reform war nach vorsichtiger Schätzung bereits im ersten Jahre ein Ertrag von 800 bis 900 millionen Franten zu erwarten, der sich in den folgenden Jah ren leicht auf mehrere Milliarden hätte steigern lassen können. Der durch ihre Ablehnung verursachte Einnahmeausfall wird durch neue Erhöhung der indiretten Steuern ausgeglichen werden müssen, und die französische nisten bedanken dürfen, wenn wiederum, wie jest, Finanzjanierung zu tragen haben wird. ,, oder andere Personen" etwas fundmachen" oder durch Aufschriften für den Gebrauch der Bevölkerung" usw. In der Praris wird er die Wiederherstellung der durch das Erkenntnis des Obersten Verwaltungsgerichtshofes als ungeset lich aufgehobenen Verfügung der Bezirkshauptmannschaften bedeuten. Was geh'n die Erfennt1. Alle Aufschriften, Aushängeschilder, Be- nisse der Obersten Verwaltungsbehörde uns an, nennungen der Gasthäuser sind entweder einspra- die geh'n uns gar nichts an... chig tschechisch oder zwar doppelsprachig, jedoch in der tschechischen Staatssprache an erster Stelle durchzuführen. 2. Speisen- und Getränkekarten Gästen entweder bloß sschechisch oder deutsch vorzulegen. 3. Den Gastwirten wird aufgetragen, eine genügende Anzahl von tschechisch sprechendem Personal zu bestellen. Moskau erhält. Ausland. Sowjetrußland und die Schwe In der Schweiz bestand bis zum 9. Novem 1918 eine Sowjetmission, die die Schweizerische 9. gierung zwar noch nicht de jure anerkannt hatte, aber mit der ste de facto Verhandlungen führte. Am 9. November 1918, am Tage, als in Zürich der Generalstreit ausbrach, der sich in den folgenden Tagen zu einem Landesstreit erweiterte, erließ der Schweizerische Bundesrat eine Verfügung, in der er erflärte, mit der Sowjetmission, die ein Zentrum der revolutionären Umtriebe" in der Schweiz sei, „ joden Verkehr abzubrechen und diese einzuladen, die joden Verkehr abzubrechen und diese einzuladen, die Schweiz zu verlassen." Der„ Einladung" wurde Nachdruck verschafft, indem die ganze Mission, etwa ein Dugend Leute, unter ihnen ihr Leiter Borsin ( der jetzige Sowjetgesandte in Wien) und Angelica Balabanow auf Automobile verladen und kurzer hand zur Grenze spebiert wurden. Dieser etwas drastische Abbruch der Beziehungen wurde niemals wieder gut gemacht, im Gegenteil, er erfuhr eine Berschärfung infolge der Ermordung des russischen Vertreters Worowski am 10. Mai 1923 in Lau sanne. Der Mörder Conradi, ein Schweizer, und sein Belfer Volunin wurden vom Schwurgericht freigesprochen. An diesen Fall anknüpfend, unternahm nun die russische Sowjetregierung ihrerseits eine diplomatische Aktion gegen die Schweiz und brach die Beziehungen in solcher Weise ab, daß gegenseitig jeder Einreiseverkehr aufgehoben wurde. man mag die diplomatischen Finessen in der Angelegenheit beurteilen wie man will, in der Hauptfache bestand sicher in bürgerlichen Kreisen der Schweiz ein derartig fanatischer Haß gegen alles, was mit dem Bolschewismus zufammenhing, daß man wohl begreifen kann, daß die Sowjetregierung das Bedürfnis hatte, den Schweizern zu demonstrieren, daß auch für sie der Abbruch der Bezie hungen mit einem so großen Staat, wie es Ruß land ist, nicht ohne unangenehme Folgen sein könne. Die Einberufung der Abrüstungskonferenz nach Genf bot nun der Sowjetregierung die günstige Gelegenheit, das Problem den Schweizern noch deut licher zum Bewußtsein zu bringen. Wie bekannt, erklärte Sowjetrußland sich bereit, an der Konfe renz teilzunehmen, falls sie nicht auf Schweizer Boden stattfinde. Diese Erklärung hat zu vorläufig inoffiziellen Verhandlungen zwischen der Schweiz und Sowjetrußland geführt, die wohl zu einem günstigen Ergebnis führen dürften. Kritischer Stand der Koalitionsverhandlun Die Frage dieses Konfliktes hat auch die sozia sind den gen.„ Narodni Osvobozeni" erhält über listischen Parteien verschiedener Länder beschäftigt. tschechisch den Stand der Beratungen über die Staats- Der Vorstand der englischen Unabhängigen angestelltenvorlage in der Koalition von einem Arbeiterpartei( J. L. P.) hat Ende Jänner 1926 Soalitionsführer folgenden Bericht: Der Zwölfer eine Resolution beschlossen, in der er sich vollkomausschuß hat seine Arbeiten bereits beendet; über men die Auffassung der Sowjetregierung zu eigen den Teil betreffend die Kongrua wurde überhaupt machte und in der berechtigten Sorge um das ZuGegen jene Gastwirte, die bis zum 15. Mai nicht verhandelt. Sämtliche politischen Parteien standekommen der Abrüstungskonferenz- da die 1923 diesem Auftrag nicht entsprechen, wird haben eine Reihe von Abänderungs- beziehungs- Abrüstung Europas ohne die Einbeziehung Rußstrengstens, eventuell mit der Entziehung der Ron- weise Ergänzungsanträgen vorgelegt und nun wird lands nicht ernstlich diskutiert werden fann" zession, vorgegangen werden. die Regierung, die Beamtenkommission und vor fordert, daß der Völkerbund die Konferenz in ein Dieser Bescheid ist im Gastlokal auszuhängen, allem der Finanzminister entscheiden, ob diese An- anderes Land als die Schweiz einberufe. Die Mit Erkenntnis des Obersten Verwaltungs- träge realisiert werden können. Wenn allen Anträ- Bresse der deutschen Sozialdemokratie und ebengerichtshofes vom 19. Jänner 1926 wurde be- gen stattgegeben würde, würde der zurBedeckung des so die der schweizerischen Sozialdemokratie fanntlich über Beschwerde zahlreicher Gemeinden, Gesetzes notwendige Betrag von 700 Millionen K haben mit aller Energie gefordert, daß dieser Anlaß Genossenschaften, Gastwirte, Firmen, Vereine, Ad um mehrere weitere hundert Millio- benützt werde, um ein für alle Mal die Beziehun vokaten und Einzelpersonen der Beschwerde stattge- en kronen überschritten werden müs gen zwischen Sowjetrußland und der Schweiz in geben und die angefochtene Verfügung der Bezirks. sen. Daraus ist schon ersichtlich, daß es zwischen Ordnung zu bringen, wodurch dann die Frage einer Programm für heute, den 9. d. M. hauptmannschaften als gesepwidrig auf den Soalitionsparteien zu einem heftigen eventuellen Verlegung der Abrüstungskonferenz Prag, 17: Sextett; 18.15: Deutsche Sendung. gehoben. Diese Entscheidung hat bei den Rampf kommen werde. In Erwägung kommen gegenstandslos würde. Die leptere Forderung ist Ing. Klimsch- Aussig: Der Nadiosender und die Na- tschechischen Chauvinisten Aufregung hervorge- außerdem die Einwände, daß die Repara- durchaus im Geiste der Beschlüsse der Sozialistischen dioempfangsstation; 19: Konzert des mähr. Profef- rufen; sie wollten es nicht begreifen, daß eine Be- tionsfrage bis zum heutigen Tage noch nicht Arbeiter- Internationale, die schon an ihrem Hamforen- Quartetts; 20.10: Aus„ Eva".- 2ondon, hörde es wagte, eine Verfügung der tschechischen erledigt ist, so daß es nicht leicht werden wird, burger Gründungstongreß alle sozialistischen Par21.40: Bauberflöte"( Aus der Liverpooler Oper). Wachthaber als ungefeßlich zu ertlären und sie das Gleichgewicht im Staatsbudget teien aufgefordert hat, für die vollſtändige recht- Paris, 21.30: Rongert.- Berlin, 20.30: verlangten, die Regierung möge auf anderem berzustellen, das heuer eigentlich mit einem De- liche Anerkennung der russischen Rogierung und die 20: Wege das Uurecht wieder herstellen. Die Regie- fizit von 330 Millionen K abschließt. Bählt man baldige Wiederherstellung der diplomatischen und 20.15: rung hat sich beeilt, diesem Wunsche zu entsprechen zu diesen bekannten und unbekannten Passiven des Handelsbeziehungen mit Rußland nachdrücklich zu ,, Alessandro Stradella."- Leipzig, Romantiker- Abend. Breslau, 20.15: Rußland- und sie hat dem längst fertiggestellten Entwurf der Staatsbudget noch die für das Staatsangestellten wirken." Diese Aufgabe muß auch in der Schweiz Sprachenverordnung den§ 99 angefügt, in dem gesez notwendigen 700 Millionen dazu, so ist er erfüllt werden, wo zu allen anderen Gründen noch Abend. München, 20: Alte Nachtmusik. fichtlich, daß jedes weitere Ueberschreiten des Bud- der hinzukommt, daß die Schweiz, als Sit interFrankfurt, 20.15: Das Wiener Streichquartett. es heißt: gets auf bedeutende Schwierigkeiten stoßen nationaler Institutionen auf die Dauer nur mög - Wien, 20.15: Sammermusit. Zürich, Erfordert es das öffentliche In muß. Was die Steuerzahler betrifft, so ist ein leblich sein wird, wenn es ihr gelingt, der reaktionären teresse, daß die Staatssprache angewendet hafter Widerstand gegen jede weitere Erhöhung Intrigen Herr zu werden und die politische Freiwird(§ 1, Absatz 1), kann die politische Behörde der öffentlichen Lasten bemerkbar. Auch die Be- zügigkeit der Borkriegszeit wieder herzustellen. auch außer jenen Fällen, um die es sich lastung der landwirtschaftlichen Probufte( Buder in den vorhergehenden Absätzen handelt, dort, und Spiritus) mit neuen Steuern ist in landwirtwo eine Rorporation oder andere schaftlichen Kreisen nicht populär. Es wird des Regierungstrife in SHS? Personen etwas burch öffentliche halb unbedingt notwendig sein, daß sich alle Res Wegen der Extratouren Radičs. Ankündigungen kundmachen oder durch sorts so weit wie möglich einschränken, damit das Belgrad, 8. Feber. Der Umstand, daß Stefan Aufschriften für den Gebrauch der Gleichgewicht im Budget und das Staatsange- Radio trop der Stellungnahme der Regierung Bevölkerung, eine Liegenschaft oder andere stelltengeset gesichert werden. Dienstag foll die gegen feine Wahlagitationen dieselben in Dalma Gegenstände, die zum öffentlichen Gebrauch be- Regierung dem Zwölferausschuß bekanntgegeben, tien in rücksichtsloser Weise, insbesondere gegen stimmt sind, bezeichnen, diefen auftragen, daß die weldjen Standpunkt sie zu den Abänderungsan- den Minister des Innern Masimovič, fortfest, Kundmachung oder die Bezeichnung auch in der träger einnimmt. Man erwartet, daß der hat zu einer weiteren Verschärfung der Lage geStaatssprache erfolgt, und dabei die Anordmmg Dienstag ein tritischer Tag sein wird führt, so daß man in politischen Kreisen die De und Placierung des Textes in der Staatssprache und bag fogar die Möglichteiteiner Dem- mission des Koalitionskabinetts Pasič erwar bestinumen." mission des Finanzministers Dr. tet. Der Führer der Selbständigen Demokraten nalis nicht ausschlossen ist, wodurch die Světozar Pribičevič hat in Agram die Haltung Situation noch verwidelter werden würde." Radio einer sehr scharfen Kritit unterzogen. Marcell Salzer- Abend. 20 30: Helvetisches Bilderbuch. * Stuttgart, Programm für morgen, den 10. d. M. Prag, 17: Konzert; 18.30: Arbeitersendung, Med. Genosse Goldschmid: Der Arbeiter und der Rundfunt. 20.02: Heiterer Abend. Brünn, 19.20: Konzert; 20.10: Das slovenische Lied. London, 22: Wunschprogramm. · Paris, 21.30: Konzert.- Berlin, 20.30: Wort und Lied. Stuttgart, 20: Die schönsten Lustspiele der Weltliteratur. Leipzig. 20.15: SymphonicPonzert. Breslau, 20.15: Goethes Urfaust". - München, 20: Tanzmusik vor 25 Jahren. Frankfurt, 20.15: Genz u. Fanny Elßler". Wien, 20: Konzertakademie.- 3ürid, 20.15: Hauskapelle. Dieser Paragraph ist reinster Kautschut. Die politische Behörde fann", wo Korporationen 9. Feber 1926. Die Wahrheit über Italien. Die nationalen Bergewaltigungen in Südtirol. Mussolinis Schuld an der Ermordung Matteottis.- Die florentinische Bartholomäusnacht vom 3. Ottober 1925.- Italien eine Kriegsgefahr für ganz Europa. fascistischen Nationalismus, über den nationalen Ueber die imperialistischen Auswirkungen des Terror gegen die widerrechtlich annektierte deut sche Nation Südtirols schreibt Genosse Ellenbogen unter anderem: werIn der legten Nummer des Stamp f". ist bisher weber verlangt noch gegeben worden, der österreichischen sozialdemokratischen Mo- oder sollte ein wörtlicher Angriff auf Mussolini natsschrift, veröffentlicht der der deutsch tödlicher wirken als eine Granate?) Am 1. Ottoböhmischen Arbeiterschaft wohlbekannte Ab- ber 1924 marschiert eine ganze italienische Miligeordnete Genosse Wilhelm Ellenbo- tärabteilung von 180 Mann und 20 Tragtieren gen einen Italienartikel, dessen Inhalt unter Anführung eines Leutnants durch den geradezu aufsehenerregend ist. Da Ellenbo- österreichischen Ort Maglern, trotzdem sie auf die gen seit Jahrzehnten mit Land, Volt, Grenzverlegung aufmerksam gemacht wird usw." Sprache und Politik Italiens wohlvertraut ist, so kommt gerade seinen Ausfüh. Die Bergewaltigung Deutschlüdtirols. rungen höchste Bedeutung zu. Es ist ja betannt, daß Ellenbogen wegen einer Rede, die er im Wiener Nationalrat vor einigen Monaten gehalten hat, Gegenstand heftig ster Angriffe der Fassisten, ihrer Presse und insbesondere Mussolinis war. Ohne ,, Aber abgesehen von den kindischen Jtalianisich von Drohungen einschüchtern zu lassen, sierungen deutscher Namen selbst der olle ehrerzählt nun Ellenbogen einige Wahrheiten fiche ,, Greif", das bekannte Hotel am Waltherplatz über Italien, die nicht nur von Faszisten, in Bozen, soll auf seine alten Tage in einen fonbern auch von ihren Bewunderern in abenteuerlichen Griffone" Deutschland, Desterreich und bei uns sehr den in die Tatsache der Aufhebung des obliga unangenehm empfunden werden dürften. torischen Deutschunterrichtes in den Volksschulen, Bir fönnen leider den etwas umfangrei- des Verbotes deutscher Fibeln in den Anhangchen Artikel nicht voll wiedergeben und schulen, der Schließung deutscher Schulen und müssen uns auf das Wichtigste beschrän- Kindergärten, der Schließung des deutschen Thea ters in Bozen, der Ausweisung alter, selbst seit Ellenbogen stellt an die Spitze seines Artikels Jahrhunderten ansässiger deutscher Familien, der den Ausspruch des Papstes, der jüngst Musso- Brotlosmachung zahlreicher deutscher Eisenbahner, lini und dem Fascisnnus sine Dankbarkeit dafür der einem Diebstahl gleichkommenden Beseßung ausbrüdte, daß während des Anno Santo die des deutschen Gewerkschaftshauses in Bozen durch öffentlichen Dienste ordnungsge- italienische Fascisten usw., durch kein offiziöses maß und pünktlich funktioniert Dementis aus der Welt zu schaffen, und vor allem haben". Diese Art und Weise, wie der Papst wird der gelegentlich einer nationalen Demonstra eine Sympathien für den Fascismus ausdrüdt, tion in Bozen während die Staatsmänner Englands. Frankreichs und Belgiens von dem pathologisch hereditär belasteten" Mussolini mit seiner für Paralyse so charakteristischen Hemmungslosigkeit" immer beutlicher abrüden, gibt dem Genossen Ellenbogen Anlaß, die Ordnung" zu schildern, die in Italien herrscht. fen: Mikhandlung fremder Neisender. Grenzüberfälle totgeschossene deutsche Oberlehrer Johann Innerhofer aus Marling bei Meran leider durch keine Mussolinische Lügenmeldung wieder lebendig. Die Summe und Art der Demütigungen der Deutschen entspricht durchaus der jedem Rechtsempfinden abgeneigten Denkweise der Fascisten." Genosse Ellenbogen weist dann nach, daß die gewalttätige Behandlung der Deutschen in Südtirol ein Bruch einer moralischen VerEllenbogen schildert zunächst„ jene zahllosen Pflichtung bedeutet, die alle italienischen ReFälle von Mihhandlung fremder Rei gierungen vor Mussolini übernommen haben, und daß sich somit das ordnungsliebende" fascistische fender, die zwar in Ländern mit normaler Regime eines Meicides gegenüber den Deutschen Ordnung auch nicht, und in einem auf schuldig gemacht hat. Dann geht er zu den noch den Fremdenverkehr angewiesenen traurigeren Tatsachen der staatlichen Ordnung" Sande am allerwenigstens vorkommen dür- in Italien über, die sich schon in dem Jahre 1923 fen, die daher gerade aus diesem Grunde 3ei( im Jahre des Marsches auf Rom) in 1000 Morhen einer weitgehenden öffentli- den und Totschlägen ausgewirkt hat. Ueber den hen Zuchtlosigkeit sind, geeignet, europä ische, vor allem deutsche und österreichische Reis Mord an Matteotti fende zur Meidung dieses ungaftlichen Landes zu heißt es in dem Artikel: veranlassen. Da wird eine Frau im Hotelzimmer überfallen, in den Rerfer und ins Jrrenhaus vers schleppt, da wird ein Mann wegen einer Unterhaltung mit einer Sängerin tagelang in Arreften herumgezerrt, da wird eine Architektin, die für eine amerikanische Buchhandlung, offenbar zu Propagandazweden für italienische Reifen. Photographien sammelt, verhaftet und wochenlang im Arrest gemartert usw.... Ernster sind schon die unaufhörlichen Grenzzwischenfälle. .. Ein österreichischer Waldauffeber wird von italienischen Finanzern auf österreichischem Boden verhaftet; eine Patrouille österreichischer Alpenjäger wird von einer militärischen italienischen Gruppe auf österreichischem Boden beschossen; am Badaunerkogel bei Gries fällt am 7. August 1924 eine bon italienischen Artillerieſchießübungen gegen unsere Grenze herrührende Granate vier Kilometer von der Grenze auf österreichischen Boden. ( Eine Entschuldigung der italienischen Regierung Der verkannte Batient. Ein Interview mit einem Diktator, daß sich so zutragen könnte. Szene: Der Ordinationssalon des Leiters der psychiatrischen Klinit in Rom. Personen: Der Leiter des Instituts, ein amerikanischer Professor als Gast, ein verlannter Besucher und einige mindere Sterb liche. Der Gaft: All right, Mister Professor, Sie wollten mir jetzt einige interessante Fälle zeigen. Benn Sie mir gestatten, werde ich selbst ein weni untersuchen und Sie könnten mir einen Aſſiſtenten geben, der protokolliert. bafür zu befißen, daß Mussolini persönlich eine mitverantwortliche Rolle in der Matteotti- Affäre spiele. Vor dem Attentat sei in der faszistischen Presse ein Artikel erschienen, der direkt zum Losgehen gegen Matteotti aufforderte. Nach dem Morde hat Mussolini öffentlich sein Bedauern über diesen Artikel ausgesprochen. Redwood erklärt nun, ein Autogramm gesehen zu haben, das beweije, daß jener Artitel bon Mussolini felber geschrieben worden sei. Nicht die leiseste Antwort hat die italienische Regierung auf diese furchtbare öffentlich erhobene Beschuldigung bisher gegeben." Nach der Ermordung Matteottis schien Musfolini angesichts der allgemein furchtbaren Empörung im Lande erschüttert. Das ging aber bald den Ereignissen in Brescia, Livorno und Florenz erst recht auszuleben. Die drei Hauptveranstalter dieses Verbre chens, die ehrenwerten Herren Rossi, Filipelli und Marinelli sind bereits freigelassen, für die kleinen Handlanger aber, die in höherem Auftrage den Mord unmittelbar verübt haben, ist zur größeren Sicherheit ein leiner Ort in den Abruzzen als Schauplatz der leider unvermeidlichen Gerichtsberhandlung außersehen worden( dort stehen nämlich die Richter unter dem unmittelbaren Terror der faszistischen Maffia) und selbst wenn die Her ren Mörder wirklich formell verurteilt würden, stehen bereits die Formen, in denen sie nach dem Urteilsspruch in Freiheit gesetzt würden, fest. Wie aber steht es mit dem obersten Hüter und Urheber dieser größten Ordnung", mit Herrn Musso. lini selbst? Ihm wurde ja öffentlich die eigent liche Urheberschaft am Morde von seinen Freun den Filipelli und Rossi in der Angst der ersten Verhaftung vorgeworfen. Der namhafte engli sche Journalist Hugh Redwood erklärt nun in den „ Daily News" unwiderlegliche Beweisel Professor( überrascht): Eja, eja, alala! Der Patient: Eja, eja, alala! Ich komme hieher Der Gast: Ah, wir wissen schon, schon gut, bitte, setzen Sie sich nur-Der Professor: Pardon, Herr Kollega, um Gottes willen, das ist nämlich. Der Gast: Lassen Sie nur, ich mache das schon, bin mir bereits im flaren Professor: Ein Irrtum, alle Heiligen, bitte, Herr Kollega, das ist ja Ueber das Blutbad in Florenz berichtet Ellenbogen nach dem ihm auf Umvegen zugekommenen Mitteilungen: ' Florenz wird von einem fascistischen Triumvirat beherrscht, das nach mehreren Prügelataklen( sogenannten Fassistierungen") gegen einige bekannte Freimaurer, darunter auch einige wäh rend ihrer Amtstätigkeit in den städtischen Büros, beschloß eine„ radikale und endgültige Strafaltion" gegen die Freimaurer durchzuführen.. Am 3. Oftober versammelten sich zur Durchführung dieser Aktion am Site des Florentiner Fafcio einige fascistische Gruppen( Squadre). Ein Mitglied des Triumvirats, Luporini, Sohn eines überwiesenen, betrügerischen Militärlieferanten, begab sich mit einem gewissen Gambacciani in die Wohnung eines der bekanntesten Freimaurer, des 60jährigen Bandinelli, mit der Auffor derung, vor dem hohen Rat des Fascio zu erschei nen. Bandinelli weigerte sich, worauf Gambacciani ihn mit Gewalt fortzerren wollte. In diesem Augenblick erschien Bandinellis Freund Becciolini, sah den Gewaltakt und schoß Luporini Burzerhand nieder. Natürlich ist diese, wie jede andere Mordtat auf das entschiedenste zu verurteilen. Es wäre aber zu pharisäisch, wenn man die geradezu verzweifelte Aufregung der Nichtfascisten nicht verstehen wollte, sobald man einmal weiß, was eine solche Vorladung bedeutet. Wenige Monate vorher war in Mirandola der 60jährige Baraldi ebenso vor den dortigen Falscio vorgeladen worden, wo man von ihm das Geständnis erpressen wollte, daß er seine( von einem Fascisten geschwängerte) Tochter nrißbraucht und deren neugeborenes Kind ermordet habe. Als er sich dieser Erklärung weigerte, wurde er an einen Tisch gebunden und so lange mit Stodschlä gen bearbeitet, bis er sein Leben aushauchte. Unter den Mördern befand sich auch ein Hauptmann oder Major der Miliz. Bei der Gerichtsverhandlung wurden die Mörder freigesprochen und auch der wirkliche Urheber des Kindesmordes, ein gewisser Carlo Aboretti, läuft bis heute frei herum. Bandinellis Freund sah also dessen sicheren Tod, falls er der Vorladung nachlam, voraus. Bandinelli, der zu flüchten suchte, ist seither verschwunden, man vermutet, daß er im Arno ertränkt wurde. Seite S. gebracht, wo er zu der Doktorin, die ein fascistis sches Abzeichen trug, sagte:„ Ah, Fräulein, das haben mir nicht die Oesterreicher, das haben mir darnach Italiener getan!" Wenige Stunden starb er, ohne ein einziges Wort des Hasses über die Lippen gebracht zu haben. Von Pilatis Wohnung begab sich die Squadra Disperata" zur Behausung des Sozialisten Console, cines Advokaten. Sie drangen in jein Zimmer ein, und während Consoles Frau fich den Eindringlingen zu Füßen warf, die Sin der ihre Hände füßten und weinend riefen:„ Tut dem Vaterle nichts weh!"( Non fate male a babbino), schossen sie ihn mit fünf Revol berkugeln nieder. Einige Tage darauf wurde Consoles Frau wahnsinnig. Der sozialistische Abgeordnete Baldesi, der auch auf der Proffriptionsliste stand, ist dem sicheren Tode nur durch den glücklichen Zufall entgangen, daß er in jener Nacht von Florenz abwesend war. Noch in derselben Nacht und mehrere Tage hintereinander würden eine Unzahl Geschäftsläden geplündert, eine große Anzahl Menschen verlegt und getötet und Unsummen von Schäden angerich tet. Eine furchtbare Panit bemächtigte sich der Bewohner von Florenz, Fremde, die die angezündeten Läden photographieren wollten, wurden bedroht und geprügelt, darunter, wie es heißt, auch der gewesene englische Minister Chur chill unter den fascistischen öffentlichen Gewalttätern befand sich auch ein Abgeordneter, Herr Marquet, die englischen und amerikanischen Fremden begaben sich angstvoll unter den Schuß ihrer Konsulate, am Bahnhof Santa Maria Novella wurden am nächsten Tage 12.000 Fahrkarten an die Grenze gelöst. Tausende von Florentiner Familien verlie Ben fluchtartig die Stadt. Ein auswärtiger Diplomat sagt von den Cret nissen, sie seien ganz wie in China und am Bal kan gewesen. Das Gesamtresultat wird, da die fascistische Ordnung öffentliche Mitteilungen un terdrückt, verschieden angegeben. Ein großes Pariser Blatt spricht von 16, ein konservatives Londoner Blatt von 18 Ermordeten. Außerdem soll es 46 Verwundete, etwa 80 angezündete Läden, 10 Millionen Sachschaden gegeben haben, und damit man die erhabene Unparteilichkeit des Papstes voll würdigen lerne, sei erwähnt, daß auch einige katholische Vereinslokale der Zerstörungswut der fascistischen Ordnungsmänner zum Opfer fielen. In die Geschichte ist diese Nacht des 3. Oftober bereits als der Bertholomäusnacht gleichwertig unter dem Titel„ Franziskusnacht" eingegangen. Die Mörder, Plünderer und Diebe gehen heute noch frei herum." Am Schluß seines Artikels zeigt Ellenbogen auf, welch ungeheure Striegsgefahr im italienischen Fascismus liegt, weil einerseits der Strieg vom Appell an die Gewalt unzertrennlich ist und weil andererseits die Anarchie im In nern den Widerstand wachsen läßt und unentladene Spannungen erzeugt, die ihn eines Tages in seiner Ratlosigkeit, genau so wie seinerzeit den Zarismus zu Pogromen, zu Striegen zu greifen, zwingen wird. Ellenbogen schließt: Becciolini wurde auf die Straße geschleift und dort bestialisch ermordet. Die sofort versam In dem von einem pathologisch, hemmungsmelte fascistische Leitung setzte hierauf eine losen Individuum geführten, von einer ausgesproProstriptionsliste von 10 Männern auf, die mit chenen Verbrecherbande regierten Lande, türmt der Sache gar nichts zu tun hatten, Abgeordnete, sich ein unruhiger Herd von Gefahren auf, der Ingenieure, Professoren, Advokaten, Staatsräte ununterbrochen den Frieden und damit die Ord usw., gegen die auch augenblicklich vorgegangen wurde nung Europas bedroht, des Erdteils, der angesichts der Gefahren im Westen und Osten- des Die Leute wurden in ihren Wohnungen über Aufschwungs Amerikas zur Führerschaft der Welt fallen, diese zerstört und zum Teil angezündet, und des Erwachens der orientalischen Völker die Opfer halbtot- oder totgeschlagen. So wurde nichts so nötig hat, wie Sammlung. Ruhe und geder gewesene sozialistische Abgeordnete ordneten Aufbau. Der Fascismus ist der Nagel Pilati, ein Kriegsinvalider, in seinem Bette zum Sarge Europas. Wenn die Konsuln, denen überfallen. In Gegenwart seiner Frau und sei das Wohl der europäischen Staaten anvertraut nes 14jährigen Sohnes wurde er durch mehrere ist, eine Spur von Vaterlandsliebe und VerantRevolverschüsse niedergeftredt. Die Mör- wortungsgefühl haben: hier ist ein Gegenstand für der entfernten sich mit dem fröhlichen fascistischen ihre wachsame Sorge, hier gilt es, die wahre, die Ruf: Eja, cja, alala". Pilati, ein gütiger, in- inner- und zwischenstaatliche Ordnung Europas tegrer Mensch, wurde noch lebend ins Spital zu schützen." licher Sklave, ich sehe, Du weißt, wer vor Dir steht und deinen barbarischen Akzent des Anhörens würigt. Professor: Erhabener Duce Patient( nimmt eine drohende Miene an): Was wollen Sie mit dem verächtlichen Deutschen, diese mittelmäßigen Leute: Kant, He gel, Fichte, einige sind nicht nur Deutsche, was an sich schon verächtlich ist, sondern auch noch Pazifisten. Patient: Lassen Sie, Direttore, ich amüsiere mich sehr über den amerikanischen Barbaren. Der Gast:( Protokollieren Sie: Universa Lassen Sie mich ihm einen Vortrag über unseren unsterblichen Fascismus halten. Ler Größenwahnsinn, Cäsarenwahn in Der Gast: Da haben wir ein Thema, ich neronischen Maßstäben, Schmähsucht.) wäre sehr begierig. von Ihnen etwas über die Gestatten Sie, großer Cäsar, ich finde in Ihren politische Lage zu hören.( Schreiben Sie Reden nur etwas Ünlogisches: Weil Dante Der Gast: Sie brauchen mir keinen Tip ins Protokoll: Läßt sich durch Schmeicheleien leicht Ihrer Meinung nach geben, ich sehe schon aus dem Auftreten und dem besänftigen.) Also wie ist das mit Südtirol Patient: Es gibt in Italien nur meine Meinung! ganzen Aufzug: Größenwahn mit historischer und den Deutschen? Aufmachung.( Protokollieren Sie: Haltung und Patient: Die Deutschen haben gelogen, als Der Gast: Selbstverständlich! Also, daß nach Tracht, Napoleon nachgeahmt, der Blick deutet auf sie uns die Absicht unterschoben, das Denkmal der Meinung Italiens Dante größer ist als Baralyse, Stadium und Erscheinungsform Walthers von der Vogelweide von seinem Walther, fann doch nicht die logische Ursache Größenwahn in historisch- politischen For- Blake in Bozen entfernen zu wollen. Wir nehmen zur Aufstellung eines Battisti- Monuments Rücksicht auf die Poesie, auch wenn sie mit sein? telmäßig ist, aber ich kann einen Vergleich Patient: Logit? Hat der Fascismus Walthers von der Vogelweide mit Dante die Logik nötig? Zweihunderttausend römische nicht zulassen, weil dies den Monte Pincio Jünglinge, die Edelsten der Nation mit dem Himalaya vergleichen hieße. Wir werden das Denkmal also nicht anrühren, aber wir werden an einem anderen Blaß der gleichen Stadt ein Denkmal für Cesare Battisti er richten." Der Gast: Fabelhaft diese Kenntnisse der men. Der Professor: Per piacere Maestro, ich läute Der Assistent( zitternd): Aber, aber, bitte nach dem Assistenten( ins Telephon: Man bringe der Fluch des Inkognito Rr. 18 zur Untersuchung). Das ist ein hochinter- Der Gast: Schreiben Sie: es ist gar keine effanter Fall, Herr Sollega, o, Sie werden stau- Ursache zur Besorgnis, ich werde mit dem Mann nen, Maestro, die Atmosphäre Italiens, die Fülle schon reden( wirft sich in Boſitur): tünstlerischer theatralischer Eindrücke, die Last Ich habe die Ehre, mit einem der größten einer geitaufenbjährigen Tradition läßt uns Männer meiner Zeit zu reden? Psychopathen erstehen, wie sie Amerita sicher nicht Der Patient: Sie sehen vor sich den größbat. Man tommt schon, wie ich höre; Sie werten Mann ihrer schäbigen Zeit, Sie sehen bor den Zwischenbemerkungen und das Protokoll, bitte, englisch angeben, damit der stranke nicht sich den bedeutendsten Geiſt feit Cäsar, Literatur! Ausgezeichnet diefe politische Konzep- logischen Gedankenfolge, momentane größer als Napoleon, gefürchteter als- tion! irritiert wird? Der Gaft: Bitte, bitte- ah, da ist er! Bon dem ängstlich dreinschauenden Assistenten begleitet, tritt ein Mann in schwarzen Fascisten hemb ein, stierer Blid, die Hände napoleonisch auf bem Rüden. Der Gaft: Ja, ich weiß, diese schmutzigen und bis auf die Zähne bewaffneten Briganten Patient( donnernd): Mann, Sie sind des Todes, wenn Sie so reden. Ein Glas Rizinus! Der Gast: Ich vergaß, Pardon, erhabener Gott!( Notieren Sie: Zeitweise Ausse Bender Störungen.) Wie ist das jetzt mit dem Boykott Der Gast: Ich sehe, wir verstehen uns( Pro- Patient: Kleinigkeit, wenn man selbst der italienischen Waren und mit dem Reisetokollieren Sie: Größenwahn in der schärfsten Dichter, Musiter, Birtuskünstler, boykott? Form, deutliche Spuren von Cäsarenwahn- Böwenbändiger, Historiker ist. inn.) Göttlicher Cäsar, erhabener Herrscher der Welt! Patient( schmunzelt geschmeichelt): ErbärmDer Gaft: Ich sehe, ich habe nicht nur einen Mann vor mir, der größer als Napoleon ist, sondern auch gelehrter als eibnizPatient: Man hat von einem Boykott der italienischen Waren und einem Bontott der deutschen Reisen nach Italien gesprochen. Diese Touristen! Wir sind durch unsere tausend Seite 4. Tagesneuigkeiten. Selbstbesinnung. Der Faschingsrummel hält wieder seinen Einzug. Tausende Plakate laden zu Redouten, Bällen, Tanzkränzchen. Alle verfügbaren Un sinnigkeiten werden aufgeboten, diese Feste" zugkräftig zu gestalten. Je geistloser die Plakate, je schlechter die Veranstaltungen, desto mehr Aussicht auf Erfolg haben sie. Angelegenheiten, die an Ernst und Wissen der Menschen die gering- Das Proletariat werde seinen Kulturaufgas sten Anforderungen stellen, werden bevorzugt. ben gerecht! Es organisiere würdige proletarische Diese Tatsache haben sich Menschheitsverderber Feste! Bemühen wir uns, mit den alten, schlech durch Jahrhunderte zunuze gemacht, haben mit ten Festen aufzuräumen, organisieren wir wür ihren Methoden die Menschen moralisch schwer dige, proletarische Feiern! geschädigt und sind dabei noch ganz außerordent lich auf ihre Rechnung gekommen. Lichtbilder wirksam unterstüßt, vor Augen. Straßenbahnunglüd in Prag. 9. Feber 1926. Vom Deutschen Juristentag. Die Ständige Möglichkeiten sozialistischen Kulturfortschrittes| für die sozialistisch und schon gar sozialdemokra- Pädagogische Woche Reichenberg 1926. Der zerschlagen. tisch nur die Parteipresse ist, mit dem ,, un- Stadtbildungsausschuß Reichenberg und der Deute Diese Berechnung auf Geld stellt eine so abhängigen" Abend" nicht das Geringste zu tun sche Lehrerbund im tschechoslow. Staate veranstalten schwere Schädigung unseres wichtigsten Teiles hat. Hiezu wird uns aus Wien mitgeteilt: Der anfangs August dieses Jahres in Reichenberg eine im Kampf um die Zukunft der Bildungsarbeit Abend hat mit der sozialdemokratischen Partei Pädagogische Woche nach dem Vorbilde entIn der ausgezeichneten Wiener Zeitschrift dar, daß mit ihr gründlich Schluß gemacht wer- nicht das Geringste zu tun. In den ersten Zeiten sprechender Veranstaltungen des Zentralinſtitutes wer- nicht ,, Bildungsarbeit" richtet Gen. Franz Senghofer folgende beherzigenswerte Mah- den muß. Bildung und Kultur dürfen nicht mehr der Republik stand er den Kommunisten sehr nahe, für Erziehung und Unterricht in Berlin. Diese Gegenstände eines Geldgeschäftes sein! Auch die feit einiger Zeit unterstützt er, ohne in irgend- Woche wird Hochschulcharakter tragen und soll ganz nung an die Arbeiterorganisationen: älteren, von fleinbürgerlicher Jdeologie befange- welchen Beziehungen zur Partei zu stehen, die der Fortbildung der deutschen Volks- und Bürgernen Funktionäre müssen einsehen, daß Bildungs- Sozialdemokratie. Ginige Redakteure waren Mit- schullehrer dienen. Gedacht ist sie als Einleitung zu arbeit stets Geld kostet, aber nie Geld einbringt. glieder der Partei, niemals aber der jest suspen- einer ganzen Reihe derartiger Unternehmun Mit vollem Recht brachte Genosse Stern zum Sierte Chefredakteur Alexander Weiß. Der gen, die etwa von zwei zu zwei Jahren stattfinden Ausdruck, daß unsere Kassen gefüllt, unsere Auf- Herausgeber des„ Abend" hat Sonntag an den und in wechselnder Weise die heimischen Erzieher gaben aber schlecht erfüllt sein können; daß wir sozialdemokratischen Parteivorstand ein Schreiben und Lehrer aller Stufen anregen und fortbilden fol. auch leere Kassen vorfinden, dem Proletariat aber gerichtet, worin er erklärt, daß er von Weiß ver- len. Jede dieser Wochen soll einem besonderen unerseßlich gedient haben konnten. raten und schwer enttäuscht worden sei. oder einigen wenigen Arbeitsgebieten dienen. Alle Er habe Weiß, sowie er von dessen Verfehlungen diese Wochen sollen aber in erster Linie der Schulerfuhr, sofort suspendiert und ersuche den Partei- und Erziehungstätigkeit, erst in zweiter Linie einer vorstand, er möge selbst oder durch ein von ihm Ausweitung des allgemeinen Gesichtskreises der eingesetztes Ehrengericht die finanzielle und ad- Lehrer und Erzieher gewidmet sein. Der Allgemein ministrative Gebarung des Abend" und insbe- gedanke der Pädagogischen Woche ist dabei, durch sondere die in der letzten Zeit gegen das Blatt er- Heranziehung ausgezeichneter Fachleute aus dem hobenen Anschuldigungen prüfen. Ferner fragt Auslande, die Fühlungnahme auf dem GeLeider besorgen dieses traurige Geschäft verDer Herausgeber, ob der Parteivorstand bereit biete der Praxis und Theorie der Schul. werflicher Spekulation auf die schlechtesten bür Ein Wagenzug der Elektrischen beinahe in die wäre, die journalistische Führung und administra- erziehung zwischen Reichsdeutschland, gerlichen Gewohnheiten der Menschen auch ArMoldau gestürzt. tive Gebarung des Blattes unter die Kontrolle Oesterreich und unserem deutschen Sprachgebiete beiterorganisationen, indem sie in oft Prag, 8. Feber. Heute nachmittags tam es der Parteiinstanzen zu stellen. Der Parteivorstand nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern noch enger ärgerer Art als bürgerliche Vereine die Arbeiter hier zu einem Straßenbahnunglück, das nur durch hat sich mit diesem Schreiben beschäftigt und fest zu gestalten. Da die judetendeutschen Fachleute bei zu Festen anlocken, die Sünden an den Ideen einen Zufall ohne katastrophale Folgen blieb. Wie gestellt, daß der„ Abend" vollſtändig unabhängig anderen Gelegenheiten ihren Einfluß genügend zur des Sozialismus darstellen. die Polizeiforrespondenz meldet, fuhr um 12 Uhr ist und daß die Partei niemals auf die politische Geltung bringen können, sollen die Vortragenden Um so erfreulicher ist es, wenn eine Bezirks- 45 Minuten ein Motorwagen der Strecke 20 mit Saltung oder die administrative Leitung des im Hinblick auf den obengenannten Zwed haupt organisation unserer Partei dieſen Unfug abzu einem Beiwagen vom Karlsplatz durch die ab- Blattes einen Einfluß genommen hat. Der fächlich aus auswärtigen Kräften beſtehen. Auch soll ſtellen ernstlich gewillt ist. Die Bezirksorganisa- schüssige Refselgasse zum Moldaukai. Bei der Parteivorstand nimmt das Angebot des Heraus- dadurch der inländischen Lehrerschaft ein vollgültiger tion Hernals widmete eine eigene Bezirks- Wenzelskirche geriet der Wagen ins Gleiten, über- gebers zur Kenntnis, die journalistische Führung Ersatz für kostspielige ausländische Studienreifen konferenz der Frage: Wie soll das Pro- fuhr die Saltestelle am Riegerplay, sprang aus und die finanzielle Gebarung des„ Abend" unter geboten werden. Daneben werden die auswärtigen letariat Feste feiern? Genosse Josef dem Geleise und wurde im letzten Augenblick die Kontrolle der Parteiinstanzen zu stellen. Der Fachleute Gelegenheit haben, die sudetendeutsche Er. Luitpold Stern führte den Vertrauensmännern der Hernalser Arbeiterschaft die gewaltige Bedeu- durch den Anprall an einen Mast der elektrischen Parteivorstand muß jedoch abwarten, ob die erst zichungs- und Gesamtlage kennen zu lernen. tung proletarischer Festkultur, besonders aber die Leitung, der auf dem Riegerkai steht, zum Stehen festzustellenden Bedingungen dieser Kontrolle der Würdelosigkeit bürgerlicher Feste" macherei, durch gebracht. Nur so wurde verhindert, daß der Partei hinreichende Bürgschaften bieten werden. Vertretung des Deutschen Zuriſtentages in det Wagen über das Geländer etwa acht Meter tief Die Eröffnung der neuen Prager Radio- Tschechoslowakei hat in ihrer Vorstandssitung vom Es bedeutet Schädigung der Intereffen der auf den Moldaukai gefallen wäre. Der Wagen, bei fiation fand Sonntag um 12 Uhr vormittags im Sonntag, Prof. Dr. Spiegel als Vorsißenden des Arbeiterklasse, Feste" zu organisieren, bei denen Arbeiterklasse,„ Feste" zu organisieren, bei denen dem alle Fensterscheiben eingedrückt waren, mußte Sendeatelier in der Prager Fochstraße( Haus von ihr konstituierten sprachenrechtlichen Ausschusses mühsam erarbeitetes Geld dem Alkoholkapital in in die Remise geschleppt werden, der Leitungsmajt Orbis") statt. Als erster Redner sprach Post- und ersucht, binnen 14 Tagen durch den Ausschuß ein mühsam erarbeitetes Geld dem Alkoholkapital in den Rachen geworfen, der eigenen Bewegung ent- Elektrischen erlitten zwölf Personen einen Nerven- deutung des Rundfunks nach jeder Richtung( für rungsverordnung zum Sprachengesetz, zur Verfas den Rachen geworfen, der eigenen Bewegung ent- wurde stark verbogen. Von den Insassen der Telegraphenminister Pater Sr a met, der die Be- Gutachten über das Verhältnis der Durchfüh Sozialdemokraten, Wegbereiter einer neuen chok oder leichtere Verlegungen. Handel und Industrie, die entlegenen Ortschaffungsurkunde, zum Minderheitenschutzvertrag und Zeit, haben Wissen und Kultur zu verbreiten. ten 10w.) hervorhob, wobei er euch bemerkte, daß zum Sprachengesetz sowie zu den Bedürfnissen der Mit diesen gewaltigen Aufgaben sind die VeranEine Standalaffäre des Wiener Abend". Die Welle nicht an der Grenze des Staates Halt Pragis zu erstatteten. Der Vorstand der Ständistaltungen bürgerlicher Zotenhaftigkeit und Ge- Der Redaktionsausschuß des Wiener„ Abend", mache. Hierauf begrüßte der Primator Prags, Dr. gen Vertretung beschloß, den 3. Deutschen Juristenstaltungen bürgerlicher Zotenhaftigkeit und Ge- eines in„ radikalem" Gowande auftretenden Sen- Bara, im Namen der Hauptst: dt furz das Unter- tag in der Tschechoslowakei am 4., 5. und 6. Juni dankenlosigkeit unvereinbar. Insbesondere dann, wenn sich der Arbeiter hinter lügenhaften Mas, fationsblattes, veröffentlichte dieser Tage die Ernehmen. Zum Schluß sprach der Vorsitzende des( Pfingsten) 1927 abzuhalten. Der Ort der Tagung fen verbirgt. Da werden„ dumme" Bauern aufklärung, daß Chefredakteur Alearnder Weiß Radio- Journals, Dr. Sroubet und dankie beiden wird noch endgültig bestimmt werden. Die dies. gerufen( während wir ein Agrarprogramm schaf- wegen tiefgehender, Monate zurückreichender Dif Vorrednern für die herzlichen Worte der Be- jährige Generalversammlung der Ständigen Verfen und die Bauern gewinnnen wollen, stellen| ferenzen" mit der Redaktion, aus dieser ausgeschic- grüßung. Der neue englische Fünftilowatt- Sender tretung findet zu Pfingsten inMarienbad statt. Nebst wir sie anderseits als blöd her): Buama und den sei. Dazu lassen nun, obwohl der Abend" in Prag ist ein ausnehmend guter Apparat, dessen der wissenschaftlichen Prüfung der Sprachenverord Mentscha, temmts zu unsan Trotteldorfer Stirta! alle anderen Kombinationen für gegenstandslos Reichweite Nordeuropa, Nordafrifa und Klein- nung enwurde beschlossen, auch eine Sammlung Gjuffa wird wos Ploy hot. Aufhern' tanzen erklärt, einige Wiener Blätter, vor allem die afien umfaßt. Er ist übrigens schon einige Zeit der gesetzlichen Regelungen der Sprachenfrage in tuan ma erscht in da Fruah!" Und ebenso un- Neue Freie Presse", verlauten, daß gegen Weiß in Tätigkeit und hat auch Funkverbindungen mit den Staaten Europas zu veranstalten. proletarisch ist es, hinter der Maste des Rava- eine Strafuntersuchung wegen. Er Amerika versucht. Wie uns aus dem von Prag Die Hauptversammlung des Verbandes der deutliers, der„ Dame" ihre Tänze und Unfitten pressung in zwölf oder fünfzehn Fällen ein- 130 Kilometer entfernten Bodenbach berichtet schen Bezirksbildungsausschüsse und nachzuahmen. Von vollständiger Grundsaßlosig- geleitet worden sei. Weiß hätte von Bankhäusern wird, sind dort die Prager Darbietungen ausge Büchereiräte Mährens findet Sonntag, den keit zeugen die Feiern der guten alten Zeit. So- und Induſtrieunternehmungen, aber auch von der zeichnet zu hören. Am Sonntag abend um 18.15 14. Feber, im„ Nordmährer" in Ol müt um zialisten haben keine Ursache, alte, mühsam über- Moskauer Internationale Geldzuwei Uhr wurde vom neuen Sender euch die 11 Uhr statt. Die Tagesordnung wurde den Mitwundene Zeiten zu bejubeln, in denen sie in jungen empfangen. Was an diesen Behauptun- deutsche Funksendung ausgegeben. Frl. On- gliedern bekanntgegeben. Wirklichkeit arg gefnechtet wurden. Wie können gen und Vermutungen wahr ist, wird sich wohl dra vom Deutschen Theater las Gedichte heimis Prager Chronit. Sonntag gegen 8 lihr abends ,, Kinderfreunde" die alte Zeit verherrlichen, deren bald herausstellen. Es überrascht auch nicht, daß scher deutscher Dichter, darunter Dr. Salus und Wortführer für die Kinder empfehlen: Sparet die Wiener Presse diesen Presseskandal so weidlich Friedrich Adler. Die Ankündigung erfolgte in ging die 17jährige Marie Jinoch, die bei ihrem nicht mit der Rute! ausschlachtet, ist doch der Abend" mit seinen, drei Sprachen: tschechisch, deutsch und französisch. Pflegevater Rudolf Novak in Prag Holeschowiz Wir trachten, zur Erfüllung unserer hehren hauptsächlich auf Sensation berechneten Enthül Die Sendung war in der Provin; glänzend wohnt, in den Keller, um Stohle zu holen. Als das Ziele kulturell hochstehende Menschen zu erzie- lungen über Geschäfts- und andere Geheimnisse zu hören. Es braucht wohl nicht besonders betont Mädchen längere Zeit wegblieb, ging sic Novak hen, veranstalten Arbeiter, Frauen-, Jugend- der Wiener Schiebergesellschaft, unter der es auch zu werden, daß die zahlreichen deutschen Redio suchen. Er fand das Mädchen bewußtlos in einer schulen, Nurse, Vorträge, richten aber einen ge- Abonnenten der„ Neuen Freien Presse" geben hörer in der Provinz für diese Neuerung, die mit großen Blutlache im Keller liegen; sie hatte waltigen Teil dieser Arbeit durch„ Feste" wieder soll, schon oft sehr unangenehm geworden. Ge- ein Verdienst des Freien Radiobundes" ist, sehr die Adern auf der rechten Hand durchgeschnitten. zugrunde. rade dieses Blatt aber wagt es, anläßlich des dankbar sind. um Schlusse sei noch festgestellt, daß Im Krankenhause erklärte sie, von einem unbe. Warum konnten sich die Arbeiterorganisa- Skandals im„ Abend" diesen mit der Sozial- die Rundfunkgebühren am 1. April von 15 auf tannten Manne im Keller überfallen worden zu sein. Er habe ihr einen Schlag auf den tionen von dieser offensichtlichen Schädigung der demokratie in Verbindung zu bringen, selbstber- 10 Stronen monatlich herabgesetzt werden. Klasseninteressen noch nicht befreien? Weil mit ständlich nur in versteckten, geheimnisvollen und Zu den Posttarifen. Ein Unrecht ist es, daß Kopf versetzt, was dann geschah, wisse sie nicht. dieser hochwichtigen Angelegenheit sozialistischen ebendarum perfiden Andeutungen. Da vielleicht Manuskripte, die für den Zeitungsabdruck bestimmt Kulturlebens Schindluder getrieben wird, weil auch eine gewisse Presse bei uns Neigung ver- sind, nur als Briefe und nicht als Drucksache Landesväter ihren angestammten Untertanen" Die Generalabrechnung, welche die deutschen das Veranstalten von Festen vom finanziellen Ges spüren dürfte, die Affäre des„ Abend" als eines versendet werden dürfen. Dadurch werden die Mit- als Abschlagszahlung für ihre Regierungsfünfte sichtspunkt betrachtet wird. Für einen kleinen angeblich linkssozialistischen", aber nichts weni- arbeiter der Tageszeitungen am empfindlichsten gegezu Gewinn werden große, kulturelle Werte vernich ger als sozialdemokratischen, sondern vielmehr in troffen. Ueberall, in Deutschland, Desterreich und präsentieren wagen, beträgt nach den neueſten Schätzungen 2.550,000.000 Mart. tet! Und wozu? Um einiges Geld in den Kas- feinem ganzen Wesen zutiefst bürgerlichen der Schweiz können solche Manuskripte als Drudsen zu haben, um damit kleine Möglichkeiten der Blattes ähnlich wie die Neue Freie Presse" aus- sache versendet werden; wäre dies nicht auch bei uns Agitation zu gewinnen; dafür werden aber große zunüßen, sei festgestellt, daß die Sozialdemokratie, möglich, zumal es früher ja der Fall war? zogen wird. ligenz.) Die Brennergrenze ist also unantastbar? Der Gast: Und was ist weiter mit dem Boytott? Der Patient: Wenn der Boykott praktisch tonkret würde und die stillschweigende Duldung derd eutschen Regierung erführe, würden wir mit Boykott im Quadrat und mit Repres salien in dritter Potenz antworten." Die Deutschen in Südtirol sind keine natio- Der Gast:( Notieren Sie: Größenwahn nale Minderheit, sondern eine ethnische Reliquie. in dritter Potenz, es ist zum Kugeln, so Von diesen 180.000 sind 80.000 verdeutschte Jta- einen Kerl habe ich mein Lebtag nicht gesehen.) liener, die wir wieder gewinnen wollen, indem Na, Sie sind ein harmloser Trottel, gehen wir ihnen ihre alten italienischen Namen wieder Sie jetzt! Mark 1. Landwirtschaftlicher und Forstbesitz mit lebendem und totem Inventar: 500.000 Settar=. 1.000,000.000 2. Etwa 100 Fürstenschlösser, dan Durchschnittswert zu 5 Millionen gerechnet 3. Nußungsgrundstüde industrieller und agrarischer Art= 4. Jahresrenten( für ehemals regierenden Fürsten jährlich 5.7 Millionen; für die„ depossedierten" Fürsten und Standes, herren 2,030.000 Mart) samtsumme tapitalisiert 400,000.000 200,000.000 Ge= 150,000.000 5. Kunstschäße, Gold- und Silberschmud sowie Ausstattungsgegenstände 6. Kapitalvermögen im In- und Ausland sind im ganzen • jährige Kultur sehr gastfreundlich und werden es bleiben, auch wenn wir auf das primitive Folclore und gewisse, wie Waldmenschen gekleidete Besucher Patient:„ Wir werden jene Gebiete italieverzichten müßten. Wir werden gastfreundlich blei- nisch machen, weil sie italienisch sind, geograben, auch wenn man diese Gastfreundschaft phisch und historisch. Wahrlich, die Brennermißbrauchen sollte, auch wenn man durch grenze ist, man fann sagen, vn der Hand unsere anbetungswürdigen Städte ein primitives, Gottes vorgezeichnet. manchmal unwürdiges Folclore trägt, wenn wir Männer und Weiber in primitiven, einem Urwald angepaßten Kleidern auf dem Marmor unserer wundervollen Paläste und unserer heiligen Basilifen spazieren gehen sehen müssen. in Erinnerung bringen, wie sie in den alten Ma- Der Patient beginnt zu to ben, singt die 500,000.000 Uebrigens geht es den Deutschen bei uns triken aufscheinen, damit sie wieder stolz sein Fascisten hymne, schlägt die Spiegel ein, fabelhaft im Vergleich mit dem Los, das sie in der önnen, Bürger Großitaliens zu sein. Die an- züdt einen Dolch, der Professor zittert 300,000.000 Tschechoslowakei genießen." dern sind Ueberbleibsel barbarischer wie Espenlaub, der Assistent flieht, der Der Gast: Das dürfte wohl etwas übertrie- Invasionen aus der Zeit, wo Italien noch Gast läutet, telephoniert, schreit: 2.550,000.000 ben sein. Wissen Sie auch, daß die Tschechen ihre der manchem bereits aus dem Gedächtnis verben sein. Wissen Sie auch, daß die Tschechen ihre keine Macht für sich war, sondern der Striegsschau- 3 wangsjade! Ein Tobsuchtsanfall! Was die Landesväter zu ihrer Unterdrückungspraxis, sie vorläufig allerdings erst platz für andere Mächte des Westens und Nordens. Notieren Sie: Cäsaremvahn mit Tobsuchtsanfäl- attiven Dienstzeit gekostet haben, ist lei mit der Tschechisierung der Vornamen be- Titel gebracht: Das fascistische Italien wird nie höchst gefährlicher Kerl." Stürzlich hat ein fascistisches Provinzblatt den len, Paralyse, Blutuntersuchung anzustellen, der manchem bereits aus dem Gedächtnis verginnt, während Sie schon bei den Zunamen die Flagge am Brenner niederholen." Ich habe schwunden. So erhielt an„ Zivilliste“ und Apahalten, damit rechtfertigen, daß es in das Blatt dem Leiter desselben zurückgeschickt mit jade, werfen sie dem Tobenden von rückwärts Einige Diener fommen mit einer 3 wang 3= nagen: Italien weit schlimmer sei? Hier muß der Nichtigstellung:„ Das fascistische über und schleifen den Brüllenden hinaus. ein Unrecht herhalten, das andere zu moti- talien fann, wenn nötig, die Trikolore Italien kann, wenn nötig, die Trikolore Der Gast: Sehen Sie, Mister Professor, es weiter vorwärts tragen, niemals aber ist nicht so schwer. Gott sei Dank, daß Patient: Noch zwei Unterschiede, Kleiner, fie niederholen." der Kerl im Narrenhaus ist. Stel die Tschechen gestehen nicht ein, was sie tun, während wir es nicht verheimlichen, sondern in türlich niemand sich der Einsicht verschließen, daß herum! Der Gast: Wie Sie das vorbringen, fann na len Sie sich vor, der liefe frei bie Welt schreien und dann, die Deutschen in der es so ist.( Protokollieren Sie: Erinnert lebhaft Tschechoslowakei sind dreieinhalb Millionen unter an Wilhelm II. Striegerische Romantit, Sä- Wissen Sie, wer der Mann war? Der Der Professor( gottergeben und zerschmettert): dreizehn, unsere Tedeschi find 180.000 unter 40 betraffeln, der glänzendste Fall, der mir je Ministerpräsident unseres Königreiches, Millionen. unterlaufen ist. Habt ihr noch mehr solche Erem- der Duce, Benito Musso Der Gast: Interessant( Notieren Sie: Zeigt plare in Italien?) plöglich auffallend scharfe UrteilsDer Gast: Ein Auto, ein Flugzeug, ein traft und überraschende Der Professor( ganz leise): Gott sei Dank Schiff, ich muß in vier Stunden über die Grenze überraschende Intel- nicht! fein! bieren. " Millionen • • 18.6.8 • 1. Der König von Preußen 2. Der König von Bayern 3. Der König von Sachsen 4. Der König vom Württemberg 5. Der Großherzog von Baden 6. Der Großherzog von Hessen 4.5 2.5 • 1.7 1.8 7. Der Großherzog von Sachsen- Weimar 1.8. Der Herzog von Braunschweig 9. Die übrigen Fürsten zusammen 1.1 • · 13.6 · macht zusammen . 51.Zeiten" entgegengeführt... Dafür wurde das deutsche Volk herrlichen . 9. Feber 1926. Beini Skifahren erfroren. Wie aus Sar.1 gans in der Schweiz gemeldet wird, ist beim Abstieg vom Pizel der 30jährige Stifahrer Bruppacher aus Zürich, der zwei in einer Almhütte zurüdgebliebenen Bergbegleitern vor ausfuhr, wahrscheinlich infolge Entkräftung durch den Fönsturm erfroren. Ein geheimnisvoller Mord in Linz. Das warnende Injerat nach der Tat. Am Dienstag hielt man Nachschau und fand ihn in seinem Schlaffabinett als Leiche auf. Anfangs dachte man an Schlagfluß. Die Biutlache, in der die Leiche lag, nahm man als von einer alten Stopfwunde, von der der Tote gerne renommierte, herrührend an. Bei der Obduktion stellte es sich aber heraus, daß Schaffranet niemals im Striege einen Stopfschuß empfangen hatte. Die Wunde am linken Ohr war eine frische Einschußwunde. Nun wurde die Sache bedenklich. Es war mehr als wahrscheinlich, daß ihm diese Schußwunde, die seinen sofortigen Tod herbeiführte, von frember and zugefügt wurde. Denn man fand wohl mehrere Schußwaffen in seiner Wohnung, die aber nach Versicherung eines Büchsenmachers in letter Beit nicht benützt wurden. Zudem waren diese Waj fen weitab von der Lage des Toten ſituiert. Schaff ranet hätte nach dem Schuß, der den sofortigen Tod berbeigeführt haben muß, gar nicht mehr die Möglichkeit gehabt, die Waffe an ihren Lageplay zu Frau Gräfin Himmer sich durch einen Sturz schwer verletzte, an einem Aufkommen wird gezweifelt. Näheres berichtet die Münchener Zeitung". 5528 Seite 5. Wagens gebührt fitr alle Entfernunges vom Wohnort über drei Kilometer, wo eine andere Fahrgelegenheit nicht vorhanden ist. Bei Reisen außerhalb des Wohnortes gebührt eine Fahrgelegenheit zum und vom B hnhofe. Für das Silfspersonal fommt an Zeitentgelt tarifmäßig bei Baurechmungen in Betracht, für Linz, 6 Feber. sellschaft von vier Personen, denen er die Zeche Ganz Linz steht seit einigen Tagen im Banne zabite, das Cafe Bahnhof". Dort trennte sich die Die Warschauer gute Gesellschaft" ist der des mysteriösen Todes des Majors a. D. Geſellſchaft. Schaffraneks letter Begleiter, der auf Affiftenten und Bauleiter pro Tag 150 Kronen, zeit nicht sonderlich erbaut über folgende Skan- Schaffranet, der als einsamer Junggeselle nach der Landstraße von ihm Abschied nahm, war ein Beichner 120 Kronen, Schreibträfie 70 Stronen. balaffäre: Haufe der Familie R. in der einer fröhlich at Faschingsnacht sein Leben jäh Se- Student, ein Handelsakademiker, ohne noble-ajjio- Für eine Stunde 22.50, 15. 9 Kroner. Bielansfagasse fand vor einiger Zeit eine Karten- schließen mußte, weil ihm eine unbekannte, wahr- nen, in geordneten Verhältnissen, mit beſtem Len- Die Angestellten erhalten dieses Henentgeri partie statt, die sich bis tief in die Nacht hinein scheinlich weibliche Hand ein tragisches Ende septe. mund, der jedenfalls als Täter nicht in Betracht natürlich nicht. Sind diese Tariffäße, die aus den ausdehnte. Nach Mitternacht befiel einen der Wajor a. D. Schaffranet war nach dem Umsturz fommt. Schaffranek sagte ihm beim Abschied, er Bestimmungen noch sehr ergänzt werden können, Kartenspieler die Besorgnis, seine Frau fönnte Teppichhändler geworden und hatte es zu einem fahre nun zu seiner Braut nach Amstetten. Er fuhr durch die wirtsch filichen Verhältnisse bedingt, oder fich wegen seines langen Ausbleibens ängstigen. Wohlstand gebracht. Jedenfalls lebte er in geordne aber nicht. Und das wurde sein Verhängnis. Nach durch das Streben nach standesgemäßer" LebensVielleicht wollte er auch einer Gardinenpredigt ten Verhältnissen, wenn auch sein Geschäft nicht Angabe des Studenten, auf den sich anfangs natur haltung? Das ganze Land, schreibt die Baumeisterentgehen. Da er keinen Telephonanschluß in mehr jo florieren mochte wie in der Instations. gemäß ein gewisser Verdacht konzentrierte, ist zeitung, leidet unter fatastrophalem Wohnungsfeiner Wohnung hatte, ersuchte er einen Mitspie zeit. Am Montag fam er nicht mehr in sein Ge- Schaffranet allein nach Hause gegangen. mangel einer beängstigenden Sapitalsnot, alles ler, der nur einige Häuser entfernt von ihm schäft. Der Verdacht gegen den Studenten, der übri ruf nach Silfe des Staates durch ein Bauförde wohnte und bereits mit leeren Taschen sich zum gens auch sein Alibi nachweisen konnte, ist voll- rungsgesetz und da kommen die Bauarbeiter und Fortgehen anschickte, in seiner häuslichkeit vor ständig zerstreut. worden durch die Angaben eines verlangen eine 20prozentige Lohnerhöhung und zusprechen und feiner Frau zu bestellen, daß er Freundes des Toten, der behauptet, daß er dazu noch den Urlaubsanspruch für jene Arbeiter, erst in einigen Stunde zu Hause sein würde, da Schaffranek noch am Sonntag nachmittag geuf welche die gesetzlichen Bestimmungen zu er eine Glüdsträhne im Spiel ausnüßen wolle. Er sehen habe. treffen. Das dürfte wohl selbst von den Augen der gab dem guten Bekannten" seinen KorridorIn der Freitag Nummer der„ Linzer Tages- objektivsten Menschen als ziemlich grotest angeschlüssel mit, weil nicht durch lautes Klingeln die poſt" fand sich nun im„ Kleinen" Anzeiger" fol- fehen werden. Das sei das Aſtabsägen, auf dem Nachtruhe der Bewohner gestört werden sollte. gendes Inserat: man gern zu fiven pflegt. Versprechen und fordern Der Beauftragte, ein Herr Marjan J., gelangte sei leicht, nicht aber das Bezahlen. Außerdem verdenn auch geräuschlos in das fremde Schlafmißt die Boumeifterzeitung. Sß der„ Bund" nicht zimmer. Die Ehefrau des Spielers rief:„ Wer ist en der Hand siffernmäßiger Aufstellungen un ba?" Und der Bote des Gatten entgegnete lako widerleglich nachgewiesen hat, daß das Baugewerbe nisch, aber torrett: Ich", worauf an ihn die infolge der schon so lange anbaltenden BaufonAufforderung erging, nicht erst das Licht anzudrehen, sondern sich schleunigst ins Bett zu bereich und Deutschland keine gräfliche Fami- der riesigen Bulust der Bevölkerung, gan; aut in Soweit jedoch bekannt ist, gibt es in Dester- junktur, infolge der enormen Verdienste, infolge geben. Dieser Aufforderung folgte der gute Belie Simmer.„ Simmer" ist daher ein Ded- der Lage fet, die geforderten Lohnerhöhungen zu Lannte." Nach kurzer Zeit entdeckte Frau N., daß name. Was hat nun das Inferat für einen bezahlen, und daß es dem Baugewerbe ebenfalls fie sich in einem fatalen Irrtum befunden hatte. Sinn? Die obige Mitteilung hätte der Inserent leich: möglich wäre, den Aufwand für die begehrAber diese Erkenntnis kam etwas zu spät. Die wohl billiger und sicherer brieflich machen können, ten Urlaube, welche bestenfalls einige lumpige Folge dieses merkwürdigen Vorfalles war, daß denn müßte schließlich der, den das Inserat an- Millionen betragen würden, glatt und sozusagen das Ehepaar beim Kreisgericht in Warschau geht, den„ Kleinen Anzeiger" lesen? Vermutlich aus dem Handgelenk zu berappen. Auch über gegen den guten Bekannten", Herrn Marjan J., wurde also dies vom Inserenten mit dem Be- dieses Thema' werden die Bauarbeiter die öffent der ein so vorzüglicher getreuer Bote gewesen bringen. treffenden vereinbart. Da eine Gräfin Himliche Disfuffion nicht scheuen. Es wird dies ein war, lage wegen Vergewaltigung Die Wohnung zeigte bei der Auffindung der mer in Linz nicht existiert und auch von besonders interessantes Kapitel werden. erhob. Das Tribunal verurteilte Herrn Mar- Leiche deutlich Spuren der Anavesenheit einer einem Sturz in Linz nichts bekannt ist, ist jan J. auf Grund des§ 552 des russischen Straf- weiten Person. Das Bett war zerknüllt und wohl anzunehmen, daß es sich bei dem Inserat um loder, der heute noch in Kongreßpolen gültiges wies auf die Benüßung durch zwei Personen hin. eine Mitteilung, vielleicht um eine Strafrecht ist, zu sechs Monaten Ge- Auch ein Handtuch zeigte verräterische Spuren, die fängnis, und das Appellationsgericht bestätigte nur von einer zweiten Person, und zwar von einem dieses Urteil. Der Verteidiger des Angeklagten Weibe herrühren konnten. Weiters wies eine handelt. Vielleicht soll ein Täter, der eine dunkle legte Revision beim obersten Gerichtshof ein, die Schnapsflasche mit zwei Gläsern, die auf dem kriminelle Sache zu verbergen hat, Aufklärungen er wie nachstehend begründete: Von Vergewal- Tische stand, auf die Anwesenheit zweier Personen erhalten. Das Inserat fällt nun just in die Zeit, tigung fönne feine Rede sein, da Widerstand des hin. Schließlich hat das Fehlen von drei Brillant- da der Major Schaffranek ermordert wurde. Die Was für die Arbeiter recht ist, muß doch auch Geschädigten Voraussetzung zur Anwendung des ringen und des Geldes, den Glauben an einen Un- Wendung„ An einem Aufkommen wird gezweifelt", für die Unternehmer billig sein. 2000 Baumeister § 552 wäre, und von einem Nichteinverständnis fall oder Selbstmord vollends zerstört. soll möglicherweise den Täter durch einen Wissenstunden im Jahr macht einen Jahresverdienst der Frau könne nach Lage der Dinge schlechter- die düstere Sache zu bringen, hat nun über die Täters nicht gefunden hat, beziehungsweise, daß es ches gewiß nur ein verschwindend kleiner Teil der Die Polizei, die fieberhaft bemüht ist, Licht in den benachrichtigen, daß die Polizei die Spur des von 80.000 Stronen. Ein Jahreseinfommen, wel dings teine Rede sein. Die höchste Instanz verschloß sich nicht der Rechtsauffassung des Ver- letzten Lebenstage des Toten Nachforschungen ge- überhaupt zweifelhaft ist, ob die Spur gefunden Bürger dieses States hat. Nach diesem tarifteidigers und wies die Sache an die Vorinstanz pflogen. Schaffranek war am Samstag auf dem wird. Jedenfaqs wird sich die Polizei auch um den mäßigen Einkommen läßt sich, in Verbindung mit den Geheimnissen der Kalkulation schon annähernd zurüd, die dann Herrn Marjan J. wegen ein Feuerwehrball. Nachher besuchte er mit einer Ge- Aufgeber dieses Inserates fümmern müssen. ein Urteil über die Verdienste des ehrsamen fachen Betrugs zu einer Arreststrafe von e Baumeisterſtandes bilden. 80.000 kronen Eindrei Monaten unter Zubilligung einer Befontmen im Jahr, ist nach der Argumentation währungsfrist verurteilte. der Baumeisterzeitung fein enormer Verdienst zu Ein sensationeller Mord ist Freitag an der Hernennen. Dies mag so sein. Es soll darüber nicht zogin von Sevilla in Madrid verübt worden. Diese furze Bemerkung hat es der neuen gestritten werden. Tatsache ist aber, wenn alle Oberstleutnant Bourbon traf seine Frau mit den Schriftleitung der Baumeisterzeitung angetan. Die Bauarbeiter ein garantiertes Lohneinkommen jährKindern bei der Mittagstafel an und warf ihr vor, Wetterbericht vom 8. Feber. Sonntag trat in neue Sarlsbader Schriftleitung scheint zeigen zu lich von neue Karlsbader Schriftleitung scheint zeigen zu lich von einem Achtel des vorherangeführten daß sie nicht auf seine Rüdkehr gewartet habe. Es der ganzen Republik vom Nordosten her ein Wet- wollen, daß sie das Amtsblattmachen und die Jahresverdienstes eines Baumeisters hätten, die entspann sich ein Wortwechsel, in dessen Verlauf der terumschlag ein. Fast den ganzen Tag über fiel in Wahrung der Baumeisterinteressen bedeutend besser Lohnforderung etwas niedriger ausgefallen wäre. Oberstleutnant seinen Revolver 30g und blindlings Böhmen ein leichter Sprühregen, der stellenweise mit versteht, wie die Brünner Vorgängerin. Neue auf die Herzogin schoß. Die Getroffene brach tot zu- Schnee untermischt war. In Mähren und in der Besen sollen nach einem Sprichwort gut kehren. Slowakei schneite es. Die Niederschläge ergaben an Dantit ist aber noch lange nicht gesagt, daß damit Eine Nacht der Einbrüche hat wieder Berlin mhereren Stellen mehr als 15 Wm.( Lučenec 8, immer sauber gekehrt wird. Die Entgegnung, die zu verzeichnen. Gründliche Vorarbeit wurde in der Bnaim, Nitra 7, Kaschau 6, Brünn, Donnersberg 5 das Amtsblatt auf die vorerwähnte Notiz des zu verzeichnen. Gründliche Vorarbeit wurde in der Millim.). Gleichzeitig trat tagsüber eine Abfühlung Bundes" vom Stapel läßt, ist der beste Beweis Billenfolonie Grunewald geleistet. Dort sand man am Morgen vier wertvolle Schäferhunde vergiftet ein. Der Temperaturrüdgang hielt auch noch Mon hiefür. Die Herren Baumeister dürften der Schriftauf. Ausgesprochenes Pech hatten zwei Einbrecher, tag früh an. Im größten Teile des Staates herrschte leitung für die Entgegnung faum dankbar sein. die in einem Schneidergeschäft in der Saarſtraße in Froſt bei Schnee oder Regenfällen. In den Nie. Sie soll wißig sein und scheint es, els ob die Bau- verarbeitende Betriebe die Arbeiterschaft ausgederungen liegt auch in den Tälern der größeren meister heuer im Zeichen des Wipes ſiegen" wurden in dem Augenblide, als sie das Schutgitter Flüſſe eine Schneedede von 1 bis 3 Zentimeter. In wollten. Bei diesem wißig sein hat die Baumeister- sperrt, weil in fünf Betrieben dieser Art die ArBaumeister- beiterschaft in Streit getreten war. Diese Ausdurchschnitten und die Fensterscheiben eingebrückt der Tatra ist die Schneedecke tiefer.- Wahrzeitung aber Dinge berührt, deren Diskussion von beiterschaft in Streit getreten war. Diese Aussperrung der Arbeiter dauerte bis 23. Mai 1925, hatten, von einem Nachtwachbeamten überrascht und scheinliches Wetter von Dienstag: Vor- den Bauarbeitern nicht ausgewichen werden wird, an welchem Tage sie von den Unternehmern wieverhaftet. Zwei Diebe, bie in ein Wäscheverlethge- wiegend bis wechselnd bewölkt, Neigung zu Schau- insbesondere schon deshalb nicht, weil die Schrift der aufgehoben wurde. Eine Vertragsverlegung leitung ja eine Antwort heischt. Das Amtsblatt erblickten die Unternehmer in dieser Aussperrung schäft in der Swinemünderstraße einzudringen ver- ern, Frost, Nordostwind. hat recht, wenn es anführt, es tomme in der jammen. Friedenau einbrechen wollten. Die beiden Täter suchten, entkamen unerkannt. Sturmfluten und Hochwasser richteten schwere Verwüstungen auf den Feldern an. Zahlreiche Eingeborene wurden getötet, viele andere erlitten Verletzungen verschiedenster Art. Boltswirtschaft. Warnung fach, wenn die Baumeister die Lohnfrage etwas objektiver behandeln, als es bislang der Fall war." Vorläufig soll einmal, fo wißig vornehm und geistreich wie die Baumeisterzeitung zur fommen den Lohnbewegung Stellung genommen hat, mit einer fleinen Rechnung der erste Teil der Dis. fussion abgeschlossen werden. Im Jahre 1920 ftellten die Baumeister die Beh uptung auf, die Bauarbeiter fänden in ihrem Beruf eine durchschnittliche Beschäftigung von 2000 Stunden im Jahre. zu Der Urlaubsanspruch des Arbeiters. Eine interessante Entscheidung über den Anspruch eines Arbeiters auf Urlaub hat der im Frühjahre 1925 ausgebrochene Streit der Metallarbeiterschaft gezeitigt. Am 18. April 1925 hatten sämtliche metallBetrachtung und Beurteilung der Lohnfrage viel nicht, da sie laut Kollektivvertrag das Recht hat Wie in einem Kriminalroman. Der diplomaauf das Sprössel an, von dem aus die Welt be- ten- dieses Recht stand aber auch dem Arbeiter tische Vertreter Aegyptens in Budapest, trachtet wird. Der von der deutschen Delegation- das Lohnverhältnis jederzeit ohne Kündi Mehmed Surur- Bei, beherbergte im Gebäude des ägyptischen Generalfonsulats in Budapest seit mehDie Lohnbewegung im Baugewerbe. der Baumeister bezahlte Schreiber der Notia, alſo gung zu lösen. Der Klempner E. K. war bei der Firma Münzerhütte in Aufsig ununterbrochen seit auch ein lassenangehöriger der Arbeiter- und dent Jahre 1913 tätig. Am 18. April hatte die reren Tagen einen Gast aus Aegypten, Achmed Os- Die Lol, nbewegung der Bauarbeiter in der Angestelltenschaft, sagt, daß die Forderungen der Münzerhütte auch ihn ausgesperrt, er war jedoch man Ahasa, der eine Reise um die Welt zu Fuß fommenden Bauzeit soll ein großes Ereignis wer- Bauarbeiter in den wirtschaftlichen Verhältnissen am 23. Mai 1925 nach Aufhebung der Aussperabsolviert und auf dieser Tour soeben in Budapeſt den. So weiß das Amtsblatt der ständigen Dele- nicht begründet sind, sich diese Arbeitergruppe des- rung wieder in die Arbeit zurückgekehrt, hatte die eingetroffen war. Als der ägyptische Tourist Don- gation der deutschen Baumeister, die Deutsche halb mit dem bisherigen Lohneinkommen zufrieden Arbeit aber am 30. Mai 1925 wieder verlassen, nerstag spät abends in sein Quartier im Konsu- Baumeisterzeitung". in ihrer Neujahrs- geben könne. Der höchste Lohn, der in den Handels- weil die Firma Münzerhütte sich weigerte, dent Tatsgebäude zurückkehrte, traf er im Amtszimmer nummer zu berichten. Wie alle großen Ereignisse, fammerbezirfen Reichenberg- Eger an gelernte früheren Betriebsausschuß einzustellen. des Generalkonsuls den Diener des Konsuls werfe auch diese Lohnbewegung schon ihre Schat- Facharbeiter gezahlt wird, beträgt 4.95 Stronen Als der Arbeiter E. St. nun im August 1925 an, der dort in Gesellschaft von drei Straßenbirnen ten voraus, wird weiter angeführt. Nach Auf- pro Stunde, der niedrigste, an jugendliche Arbeiter, den ihm zustehenden siebentägigen Urlaub und zechte. Achmed Osman Ahasa stellte den Diener zählung der in Prag, sowie vom deutschen Bau- 1.05 Kronen. Auf diese Löhne wird eine Erhöhung die Lohnzahlung während dieser Zeit verlangte, zur Rede und wies ihn aus dem Amtszimmer des arbeiterverband für den Handelskammerbezirk von 20 Prozent gefordert. Die Baumeisterzeitung nachdem er inzwischen am 15. Juni 1925 wieder Generalkonsuls. Der Diener weigerte sich, der Auf- Reichenberg erhobenen Forderungen, erklärt die soll der effentlichkeit bekanntgeben, mit welchen in die Arbeit zurückgekehrt war, erklärte die forderung des fremden Aegypters nachzukommen. Deutsche Baumeisterzeitung": Stundenlöhnen die Baumeister die Arbeiter den Firma Münzerhütte, daß sie ihm keinen Urlaub Zwischen den beiden entwidelte sich zuerst ein WortBauherren in Anrechnung bringen. Nach den gebe und dieselbe Antwort erteilte sie auch dem wechsel, donn eine Rauferei, wobei der ägypTarifbestimmungen der ständigen Delegation der Gewerkschaftsbeamten, der für den Arbeiter E. R. tische Fußreisende, ein Mann von herkulischer Stördeutschen Baumeister zur Errechnung des Ent- bei der Firma Münzerhütte intervenierte. perkraft, den Dragoman padte und solange ge geltes für bautechnische Arbeiten sind die StundenNachdem eine gütliche Beilegung beim Einigen den Ofen stieß, bis der Diener löhne wesentlich andere. Material für den Nach gungsamte nicht zu erzielen war, überreichte E. feblos zusammenbrach. Achmed Osman weis dieser Angabe wird das baulustige Publikum. beim Gewerbegerichte in Aussig gegen die Ahasa warf noch die drei Straßendirnen über die reichlich zur Verfügung stellen können und dies Münzerhütte die Klage auf siebentägigen Urlaub Treppe hinunter und legte sich in seinem Fremdengewiß auch sehr gern fun. Der tarifmäßige Tag und Entschädigung für diese Zeit im Betrage von zimmer zur Ruhe. Freitag früh fand der GeneralDer Bund", das Organ des deutschen Bau lohn des höchstbezahlten Maurers in der zwei 302 K. Die Firma Münzerhütte erklär, daß fonful, als er in sein Amtslokai kam, den Diener arbeiterverbandes, schrieb auf diese Notiz, die genannten Kammerbezirken beträgt 39.60 Kronen. jeder Arbeiter durch zweierlei Tatsachen den ihm mehr tot als lebendig auf dem Fußboden liegend unterdessen die Runde durch die bürgerliche Presse Der tarifmäßige Teglohn für einen Baumeister ist gefeßlich zustehenden Urlaub verliere, und zwar Er berief die Rettungsgesellschaft, die den Mann gemacht hatte, folgendes: mit 300 Stronen festgesetzt. Ein halber Tag tostet erstens, wenn die unterbrochene Arbeit in dem mit lebensgefährlichen inneren Verlegungen in das„ Mit der Baumeisterzeitung über die Begrün- 180 Stronen, eine Stunde 60 Seronen, jede weitere betreffenden Jahre, für welches er den Urlaub Rochusspital brachte. Gleichzeitig verständigte der dung der Notwendigkeit der wirtschaftlichen Lage Stunde 40 K. Bei Arbeiten außerhalb des Stand beansprucht, mehr als sechs Wochen gedauert hat Generalkonsul die Polizei, die den rabiaten Welt- zu polemisieren, wäre müßig. Je ärmer die Ar- ortes wird die für die Hin- und Rückfahrt ver- oder wenn in seiner Person sich etwas ereignet reifenden in Saft nahm. Achmed Osman Ahasa beiter, je geringer der Lohn, desto gefügiger sind wendete Zeit als Arbeitszeit gerechnet und ver- hat, was den Arbeitgeber ermächtigt, den Arbei wird sich wohl eine Zeitlang von den Strapazen ja die Arbeiter. Vom Standpunkt der Mehrheit gütet. Die Kosten einer Nächtigung sind separat ter sofort zu entlassen. Die Firma Münzerhütte feiner Fußreise um die Welt in einer Budapester der Unternehmer wird deshalb eine Erhöhung des zu verrechnen und richten sich nach den jeweiligen behauptete nun, E. K. habe im Jahre 1925 mehr Gefängniszelle erholen können. Lohnes nie begründet sein. Aus diesem Grunde, Tagespreisen, find jedoch mit mindestens 30 K wie 42 Tage die Arbeit unterbrochen, da vom und nur aus diesem sind die Lohnverhandlungen anzurechnen. Bei Bahnfahrten ist das Fahrgeld 18. April 1925, dem Tage der Aussperrung, bis nie einfach und werden es deshalb auch heuer für die II. Wagenklasse, bei Schiffahrt jenes für zum 23. Mai, dem Tage des Arbeitsantrittes, mehr nicht sein. Die Verhandlungen sind sofort ein- die I. Klasse zu vergüten. Die Benützung eines als 42 Tage verflossen sind. Der Arbeiter E. K. Ein dreitägiger Byllon hat die Insel Madagastar heimgesucht, in dessen Verlauf die Stadt Napomandry bollkommen vernichtet wurde. Eine Begründung in den wirtschaftlichen Verhältnissen finden die Forderungen der Bauarbeiter nicht, sie scheinen auf der organisatori schen Stärke der Organisationen und auf der vor jährigen zeitweiligen Not an Arbeitsträften auf gebaut. Dies läßt erwarten, daß die heurigen Lohnverhandlungen sich nicht einfach gestalten werden." Sette 6. habe auch am 30. Mai 1925 die Arbeit wegen Nichtaufnahme des Betriebsausschusses daher un befugt verlassen; die Firma Münzerhütte sei daher auch berechtigt gewesen, ihn ohne Kündigung zu entlassen und habe dies auch getan. Aus bei den Gründen habe also E. K. keinen Anspruch auf Urlaub oder Entschädigung. Das Gewerbegericht Aufsig schloß sich diesen Einwendungen der Münzerhütte an und wies die Klage des Klemp ners E. R. fostenpflichtig ab. Derfelbe überreichte nun durch seinen Anwalt Dr. Gustav Kahn, Advokaten in Aufsig, gegen das Urteil des Gewerbegerichtes Aufsig die Berufung an das Kreisgericht Leitmerig und machie in dieser Berufung insbesondere geltend, daß feiner der beiden Gründe vorliegt, um den Kläger feines Anspruches auf Urlaub und Entschädigung verlustig zu machen. Wenn Seläger infolge der Aussperrung vom 18. April 1925 bis 23. Mai 1925 nicht arbeiten fonnte, so sei er nicht an der Aussperrung schuld gewesen und diese Zeit sei ihm in seine ununterbrochene Dienstzeit einzurechnen. Wenn der Kläger am 30. Mai 1925 die am 23. Mai 1925 angetretene Arbeit wiederum verließ, weil der Betriebsausschuß nicht aufgenommen wurde, so war er zu olejem Verlassen der Arbeit berechtigt, weil die laut Rollektivvertrag fündigungslose Lösung des Arbeitsverhältnisses nicht nur dem Unternehmer zusteht, sondern auch dem Arbeitnehmer, und weil die Nichtaufnahme des Betriebsausschusses durch die Münzerhütte eine Verlegung des Arbeitsver trages ist; denn der Betriebsausschuß ist der wichtigste Schutz des Arbeiters, ohne dem dessen Stellung im Betriebe gefährdet ist, und wenn der Arbeiter die Arbeit verläßt, weil der Betriebsausschuß nicht aufgenommen wird, so ist er hiezu nach dem Gesetze berechtigt. Dieses Verlassen der Arbeit bildete also feinen Entlassungsgrund. Im übrigen haben die Spitzenorganisationen am 13. Juni 1925 beſchloſſen, daß die durch die Aussperrung erfolgte Arbeitsunterbrechung so zu betrachten sei, als ob sie überhaupt nicht eingetreten wäre. Beim Kreisgerichte Leitmerig fand eine zweimalige Verhandlung statt, und das Kreis gericht Leitmeri bat der Berufung des E. K. gegen das Urteil des Gewerbegerichtes Aussig Folge gegeben, hat die beklagte Partei Münzerhütte schuldig ertannt, dem Klä ger E.. einen Urlaub von sieben Lagen zu bezahlen und eine Entschädigung von 302 K zu geben, und überdies die Kosten der ersten und zweiten Instanz zu ersetzen. Der Film. Mac, die Verführerin( nach dem Roman von Blasco Ibanez). Ein Metro Goldwyn Film, so recht nach amerikanischem Geschmad, für den wir jedoch nicht das richtige Verständnis aufbringen fönnen. Nach der fabelhaften Reklame, die für den Film gemacht wird, würde man meinen, daß es sich um ein ernſtes, gediegenes Stüd handelt, was aber feineswegs der Fall ist. Die reizende" Mae Murray, die die Hauptrolle spielt, ist in Wirklichkeit kaum schön zu nennen, hat vielmehr banale Gesichtszüge, und die Handlung selbst mag für einen Spanier ver ständlich sein, uns entspricht sie nicht: ein junges Mädchen lebt in tollsten, unsinnigsten Ausschweifun gen, verliebt sich in einen Mann, der als einziger ihren Reizen" widersteht, und gelt schnurstrads in ein Kloster, als ihr der Geliebte unumwunden seine Meinung über sie und ihr Leben sagt. Doch da wird sich auch er seiner Liebe zu ihr bewußt und er holt sie aus dem Kloster, um sie zu heiraten. Trotz der verschwenderischen Ausstattung liegt auf dem ganzen Film ein Hauch von Gezwungenheit und künstlicher Mache, und Mae Murray selbst vermag dem Stüd troy ihrem guten Spiel nicht so viel Eigenes aufzu drücken, um ihn gehaltvoller zu machen. Hervorge hoben sei die überaus sympathische Erscheinung ihres Partners James Kirkwood, der entschieden die auffallendste Gestalt darstellt. Kleine Chronit. Altgermanisches Eherecht. H. W. Mittellung aus dem Publikum. VERSALE VERSALE SELBSTTATIGES, WASCHMITTEL UNSCHADLICH SCHONT DIE WASCHE BERALL ERHALT LIGH Kunst und Willen. „ Mascottchen“. Mascottchen, Kokottchen, Lieb. chen oder wie sonst man die namengebende Hauptweiblichkeit dieser Operette nennen will, hat aus nahmsweise drei Väter: Georg Ofotowski, der die geistreiche Fabel des Stüdes erfand, Willi Steinberg, der die Gefangstegte lieferte, und Walter Bromme, der die Musik beigesteuert hat. um es kurz zu machen: diefe Operette ist eine wie die vielen ihres Berliner Schlages und darum ebenso bedeutungslos. Ihre Wusit ist Marke Hugo Hirsch, die man ja am Prager Deutschen Theater zur Genüge fennt, also durchaus unoriginell, bevor zugt den Dreivierteltatt und die Sentimentalität und verzichtet unfreiwilliger Weise auf einen richtigen Schlager. Text und Handlung sind typischen Berliner Zuschnittes, daher für den Nichtberliner oft ungenießbar; dem Haupterfordernisse der mo bernen Operette aber ist jedenfalls entsprochen: es gibt eine Entkleidungsszene ohne ſpaniſche Wand und auch sonst genügend viel unverhüllte Frauenreize zu sehen. Das Positive und Gute an diesem Operet tenabende war die reproduktive Leistung unseres tüchtigen Operettenensembles. Ausgezeichnet war vor allem wieder Frau Lord in der Titelrolle und Frl. Jenny als ihre schöne Gegenspielerin. Unter den männlichen Darstellern zeichneten sich die Herren Fleischmann, Gabel, Rober, Bauer und Willander aus; Herr Gabel, der nach mebr monatlicher Krankheit wieder erstenmale die Bühne bevat, wurde vom Bublifum finnisch effler miert. Kapellmeister Waigands beschwingte musikalische Leitung und Stadlers vorzüglich flappende Regie verhalfen der Berliner Lofal Operette zu einem über Gebühr lauten Erfolg. Aus der Partei. Jugendbewegung. Ausschluß aus der Organisation. Der Verbandsvorstand hat in seiner Sipung am 28. Jänner das Mitglied Karl Martinez, Kreis Warnsdorf, wegen organisationsschädigenden Verhaltens aus dem Verbande ausgeschlossen. Der Beschluß ist sofort in Wirksamkeit getreten. DiensSozialdemokratische Studentengruppe. tag, 9. Feber, ½ 8 Uhr abends findet im Verein deutscher Arbeiter" der 1. Abend des Seminars Die österreichische Revolution" statt. Leiter Gen. Dr. E. Franzel. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Sozialistischer Jugendverband, Ortsgr. Prag. Mittwoch, den 10. Feber 1926, findet um 8 Uhr 9. Feber. 1926. statt. Thema: Karl Liebknecht und Rofa Luxemburg. Die Jugendgenossinnen und Genossen mögen vollzählig erscheinen. Vereinsnachrichten. Einer der schönsten und beliebtesten Faschings. bälle Prag ist der des Klubs deutscher Buchdrucker. Er findet am Samstag, den 27. Feber in stilge. im recht dekorierten großen Heine Saale, Weinberge, Fochova, statt. Masten und Kostümierte willkom men! Anfang 8 1hr. Gintritt 15 K einschl. Steuer. Großes Orchester! Zweigstelle Prag des Freien Radiobundes". Der Klub und Hörasend am Mitiod ( im Verein deutscher Arbeiter, Smečkagaffe 27) fin det morgen schon um 6 Uhr statt( Beginn der deut schen Arbeitersendungen des Freien Radiobundes" auf Welle 368). 000000000 60000000000000000 29 abends im Verein Deutſcher Arbeiter", Brag II., Verbreitet den Sozialdemokrat... Smečky 27, ein Vortrag des Gen. J. Reismann 00000000000......... NØENGONO SURFAN DAN QAL Turnen und Sport. 0000000 DFC. Profi gegen DFC. Amateure 8: 1. Mit| Vittoria gegen Sparta 11: 1. Wien: Amateure diesem Spiele eröffnete der DFC. seine heurige gegen Hertha 4: 2, Rapid gegen VAC. 3: 1, Vienna Saison. Die Amateure konnten den Profis nicht gegen Slovan 1: 1, Satoah gegen Simmering 3: 0. viel anhaben. Ueber das Spiel viel Worte zu verlieren, ist demnach nicht angebracht. Bei den Profis spielte erstmalig Wölfl( ehemals Karlsbader F), er hat einen guten Schuß, das ist vorläufig alles. Die Stürmerreihe der Profis zeigte sich im besten Lichte, allen voran der alte Leßz. Ueber die Hinter mannschaft fann man noch kein abschließendes Urteil bilden, da die Amateure in ihren Aktionen zu wenig durchschlagsträftig waren. Aver man kann hoffen, daß die gezeigte Arbeitsfreudigkeit beider Mannschaften in der heurigen Saiſon gute Früchte tragen wird. DBC. Sturm gegen Čechie Weinberge 4: 2 ( 0: 2). Sturm begann seine Saison gleich mit einem match statt mit einem Trainingsspiel. Die erste Spielhälfte ging demnach auch verloren. In der zweiten Spielzeit fonnte Sturm durch besseres Zuspiel und Schußvermögen den Ausgleich und Sieg erringen. MC. Sparta gegen SR. Libeň 10: 1( 4: 1). Spartas erstes Meiſterſchaftsspiel in dieser Saison war ein vielversprechender Anfang. Die Roten machten mit ihrem Gegner, was sie wollten. Die Stürmerreihe ist in vorzüglicher Verfassung, bloß Hajny verdarb viel durch sein egoistisches Spiel. Das Spiel war stets offen trotz des hohen Store, welches aber noch viel höher hätte ausfallen fönnen, Nachtvorstellung„ Der Liebestrant". Für näch wenn nicht gar so ein fruchtloses Dribbling und zu ſten Samstag ist in der Kleinen Bühne als Falanges Ballhalten vor dem Tore stattgefunden schingsvorstellung Frank Wedekinds Lustspiel„ Der hätte. siebestrant". Die erste Wiederholung findet Sonntag abends statt. <-et. Opernpremiere ,, Das Mahl der Spötter". Im Neuen Theater gelangt Dienstag, den 16. d. M., das lepte Werf Umberto Giordanos, die vieraftige Oper Das Mahl der Spötter", zur Erftaufführung. Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute Dienstag abends„ Die Zauberflöte", Mittwoch abends halb 8 1hr Pygmalion", Donnerstag Julius Cäsar", Freitag Der Kuß", Samstag Mascottchen", Sonntag halb 3 Uhr Rigoletto", 7 1hr Die Tere fina", Montag Mascottchen". Slavia gegen Nuselsky SR. 11: 4( 7: 1). Elabia zeigte auch in diesem Spiele noch nichts von einer Form, trotzdem sie es so hoch gewann. Nuselsty war nicht so schlecht, wie das Resultat besagt, nur war der aufgeteichte Boden für die Nusler ein großes Handikap, wogegen die Slavia besseres Stehvermögen zeigte und jede sich bietende Chance auch erfolgreich ausnüßte. Slavia wird wohl noch ein starkes Training nötig haben, um im Meisterschaftsspiele gegen Sparta am 21. d. M. dieser einen vollwertigen Gegner abgeben zu können. Viktoria Žižkov gegen Slavoj Žižkov 7: 1( 1: 0). Die beiden Lokalrivalen lieferten sich in der ersten Spielhälfte ein ziemlich ausgeglichenes Spiel. Erft Spielplan der Kleinen Bühne. Heute in der zweiten Hälfte gelang es der Viktoria den Dienstag abends„ Der wahre Jakob", harten Widerstand zu brechen. Viktorias Spiel ist Mittwoch„ Die Freundin Sr. Exzellenz". gegen das Vorjahr viel besser geworden, ein Zeichen, Donnerstag abends Mamselle Nitouche", daß der Abgang einiger Größen nicht viel Schaden Freitag abends Charleys Tant e", angerichtet hat. Samstag halb 3 Uhr nachmittags Jugendfür sorge- Vorstellung Die Puppenfee", 7 Uhr abends„ Der wahre Jakob", 10 Uhr nachts Biebestrant", Sonntag 3 1hr Charleys ante", halb 8 Uhr„ iebestrant", Montag Der wahre Jakob". Budapest: Budapester Städteteam gegen WAC. Wien 3: 3( 2: 0), UTE. gegen Kispesti 9: 1, 33er" gegen Törethes 5: 1.- Minchen: Bayern gegen Karlsruher FV. 8: 0. Regensburg: Jahn gegen VfR. Fürth 1: 0.- Führt: SpVg. gegen Hanau 98 3: 2.- Würzburg: 1. FC. Nürnberg gegen Riders 2: 1. Dresden: Guts Muts gegen Olympia- Germania Leipzig 3: 2. Berlin: Tennis Boruffia gegen Allemania 7: 1. - Hamburg: Union Altona gegen St. Pauli Sports 5: 2.- Paris: Rapid Prag gegen komb. Mannschaft 2: 6( Samstag).- England: Bolton Wanderers gegen Leicester City 2: 2, Manchester United gegen Burnley 1: 0, Cardiff City gegen Blackburn Rovers 4: 1, Leeds United gegen Arsenal 4: 2, Huddersfield Town gegen Manchester City 5: 1, Newcastle United gegen West Ham United 4: 1, Notts County gegen Aston Villa 1: 0, Sunderland geg. Tottenham Hotspurs 2: 0.- Schott land: Celtic gegen Hamilton 4: 0, Aberdeen gegen Dundee 0: 0, Hibernianz gegen Airdrieonians 2: 3. Houbens Start in Amerika geste sich nicht zu dem Erfolg, den man im stillen er it hatte. Bei seinem dreimaligen Auftreten konnte Houben nicht einen einzigen achtbaren Erfolg buchen. Die Stref fen, die gelaufen wurden, waren nur 40 und 60 Yard lang und da Houben für solche furzen Streden fein spezielles Training hatte, ist auch sein schlech tes Abschneiden zu erklären. Houben hatte zu seinem Start in Amerita nur für drei Meetings die Er Taubnis und fehrt nun endgültig wieder nach Deutschland zurüd. Charles Hoff, der fabelhafte Stabhochspringer, startet gegenwärtig auch in Amerika und es gelang ihm, einen neuen Hallen- Weltrekord von 18 Fuß 1.5 Zoll, b. f. 4.14 Meter aufzustellen. Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. Holit. DRUCK- u. VERLAGSANSTALT Gesellschaft m. beschr. Haft. empfiehlt sich den p. L. Behörden. Vereinen, Or ganisationen, Gemeinden and Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen, Mitgliedsbüchern. Einladungen, Piakaten, Flug schriften, Fakturen. Briefpapieren usw. In solider und rascher Ausführung. Betzmaschinenbetrieb and Rotationsbetrich Weiterer Sonntagsfußball. Prag: Meteor VIII gegen Čechie Rarlin 6: 3( 3: 0), bie bessere Stürmerreihe entschied das Spiel; Sparta komb. gegen Reznich) AF. 6: 1, Vittoria Nusle gegen SR. Nusle 5: 2, Sportovni Bdužina gegen Slovan VII 5: 2, IN TEPLITZ- SCHÖNAU Sparta Košiře gegen Burovice 10: 0. Pilsen: der mußten zur Entschädigung dafür mit barem Belde als Heiratsgut abgefunden werden. Der Mann mußte der Frau als Wittum" für den Fall ieines Todes eine Rente ausseßen. Tischler Nr. ! gestellt, bis auf die Mitgift der ,, legitimen" Mutter.!! onnte auch von einem Erbrecht zwischen Mann rin des Gesamtgutes praktisch verhängnisvoll für Unter dem Einfluß der Kirche schwand all- und Frau teine Rede sein. Erst allmählich erlangmählich der Heiratszwang. Etwa vom 11. Jahren die Töchter auch Erbrecht am Grund und Boden hundert ab durfte die unverheiratete volljährige und selbständige Frau ihr Vermögen selbst verwalten und im eigenen Hause Rechtsgeschäfte abschließen. Die väterliche Gewalt war ursprünglich bei den Germonen ein reines Besisverhältnis. Erst der Sohn, der einen eigenen Hausstand gründete, wurde gewaltfrei. Allmählich begann der Verkauf der Frau als unsettlich zu gelten. Der ursprüngliche Braut preis wurde als„ dos"( Mitgift) für die Frau und ihre Kinder sichergestellt. Die völlige rechtliche Unterordnung der Frau und Mutter ließ auch die Kirche unangetastet. Der Schwabenspiegel" erklärt im 13. Jahrhundert:„ Der Mann ist des Weibes Vogt und ihr Meister." Etwas höflicher heißt es m Sachsenspiegel":" Der Mann ist Vormund sei wes Weibes, sobald sie ihm angetraut ist." Diese versönliche Herrschaft des Ehemanns schloß sogar ein weitgehendes Züchtigungsrecht ein. Die Frau dagegen, die dem Manne gegenüber vom Faustrecht" Sebrauch macht, wird dem öffentlichen Spott preisgegeben. sie werden kann, weil die Frau zwar Miteigen tümerin, aber nicht mitverwalterin ist. Der Mann lann also das ganze Gut durchbringen und verschulden, und die Erfordernis der Zustimmung zur Belastung und Veräußerung von Liegenschaften hat bei der absoluten Unselbständigkeit der Frau nur geringe Bedeutung. Ueber alles bewegliche Gut verfügt der Mann ohnehin allein. Die Schuldengemeinschaft bringt lediglich dem Manne Vorteile, dem Frauengut aber beständige Gefahr. Das ein gebrachte Vermögen der Frau haftet nicht nur für die Haushaltungsschulden oder geschäftlichen Verbindlichkeiten, sondern auch für die persönlichen Schulden des Mannes, sogar die vor der Ehe ent standenen. Die Frau tonnte sich nach dem Tode des Mannes nur dadurch den Ansprüchen der Gläu biger entziehen, daß ste, angetan mit ihrem besten Kleide und Schmud hinter dem Sarge des Mannes das Haus verließ und ihre Schlüssel auf die Bahre legte oder ihren Mantel aufs Grab fallen ließ. Sie verzichtete damit auf die Hinterlassenschaft zugun ften der Gläubiger, verlor aber auch jeden Anspruch auf Rückgabe des eigenen Vermögens. Die Frau genoß bei den Germanen eine hohe menschliche und wirtschaftliche Wertschätzung, die Nachdem die Frau als Eigentümerin in die Ehe u. a. ihren Ausdruck in der Höhe des Wergeldes trat, bildeten sich zwei gesetzliche Hauptprinzipien: fand, das der Mörber einer erschlagenen Frau an die Gütergemeinschaft" oder die Güterverbindung". ihre Sippe entrichten mußte und das oft doppelt Entweder verschmolzen die Gatten ihr Vermögen zu und dreifach so hoch war, wie das Wergeld für einen einer einheitlichen Masse, als deren Eigentümer sie erschlagenen Mann Für ihre rechtliche Stellung beide galten, so daß im Erbfall die eingebrachten aber war diese Wertschäßung belanglos. Die Frau Grundstücke nicht wieder an die Familie, von der wird gekauft. Sie und die Kinder gehören dem te famen, zurüdfielen, sondern als gemeinsames Manne. Das durch den Kauf begründete Rechts Vermögen vererbt wurden. In diesem Falle traten verhältnis beruht nur auf der Gewalt und dient beide Ehegatten bei der Verfügung über Liegennicht dem Schuße der Frau. Der Mann kann die schaften meist vereint auf. Oder die in die Ehe Frau töten, verschenken, verleihen, verkaufen und mitgebrachten Güter blieben Eigentum dessen, der leziwillig vermachen. Nach dem Tode des Vaters sie eingebracht hatte und fielen bei der Auflösung der ist nicht die Mutter, sondern der nächste männliche The wieder an die Familie zurüd, aus der sie Blutsverwandte, zuweilen schon der siebenjährige ftammten. Während der Ehe jedoch hatte der Mann Sohn, sein Rechtsnachfolger. Sittenreinheit war die Verwaltung und Nugnießung ohne Beteiligung nur für die Frau verpflichtend. Der Bräutigam der Frau. Oft wurde die Gütergemeinschaft eindurfte die schuldige Braut, der Gatte die schuldige Nach der Ueberwindung der primitiven Form geführt, um Erbansprüche von Fremden zu vermei Wenn es auch im Sachsenspiege!" heißt: Gattin töten oder, falls er ihr Leben schonen wollte, der Kaufche wurden die Haustöchter vom Erbe am den. Die Gatten sind aber nicht nur gemeinsame Mann und Frau haben fein gezieiet Gut", so be schimpflich verstoßen. Der Mitschuldige mußte nur Brundbesitz ausgeschlossen. Sie hatten nach dem Eigentümer ihres eingebrachten Gutes, sondern auch stimmt dies Gefehbuch doch auch:„ Wenn ein Mann eine Geldbuße an die Sippe der Frau entrichten, Tode der Eltern nur Anspruch auf Unterhalt. Heides in der Ghe errungenen und haften daher auch ein Weib nimmt, so nimmt er in seine Gewere all für welche die Frau an Wert verloren hatte. Ver- rateten sie, so wurden sie für den Verlust ihres für alle Schulden gemeinsam. Diese Glücks- und ihr Gut zu rechter Vormundschaft." Die stän bindungen mit mehreren Frauen waren dem Manne Unterhaltsanspruches durch eine aus Bett, Bank, Sorgengemeinschaft in bezug auf die wirtschaftliche bigen Rechtsgeschäfte der Frau sind dem Manne rechtlich erlaubt. Der Besitz einer„ legitimen" Gat Stühlen", Kleidung, Wäsche und Schmuck bestehende Grundlage der Ehe scheint die Verwirklichung einer gegenüber unverbindlich. Man sieht also, wie über. tin schränkte den Mann nur ökonomisch, nicht sexuell Ausstattung entschädigt. Diese Aussteuer wurde idealen Lebensgemeinschaft. Die Sache hat aber all die Idee der traditionellen, von Gott gewollten ein. Auch Starl der Große, der nacheinander acht rei verfügbares Eigentum des Mannes, daß er nach einen Halen. Die persönliche Herrschaft des Man- Herrschaft des Hausherrn ausschlaggebend ist. Diese legitime Frauen hatte, hielt daneben noch viele Kon- Belieben veräußern und auf die Söhne vererben nes, die Ghevogtei", besteht nämlich trotzdem unge- Auffaffung reicht bis in unsere Tage, und sie zu Lubinen. Im Belieben des Vaters stand es, die fonnte. Nur Schmuck und andere zum persönlichen schwächt fort und darf sich in den Gütergentein- bekämpfen, gehört zu den Aufgaben unserer Zeit, Kinder von Konkubinen als legitim anzuerkennen. Bebrauch dienende Stüde blieben den Töchtern zu schaftssystemen so ungehemmt auswirken, daß die die für die Gleichberechtigung der Geschlechter einSie wurden dadurch den ehelichen erbrechtlich gleich igen. Da die Frau in jedem Falle besiglos war, prinzipielle Erhebung der Frau zur Miteigentüme- tritt. A. B.