Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, U., Nelajanta 18. #Telephone: Lagesredattion: 26795, 31469. Rachtredaktion: 26797. Bostichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgana. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Freiheit, wie in der Tschechoslowakei.. Von Wilhelm Nießner. Donnerstag, 4. März 1926. rismus", äußerte sich in ironischer Frage, ,, ob es ehrenvoll sei für die tschechi sche Nation, daß auf einer Seite deutsche Schulen aufgelassen, auf der anderen Seite die bei der Bahn angestellten Väter dieser Schulkinder aus dem Dienst entlassen werden, wobei gutbewährte deutsche Kräfte enthoben und uneingearbeitete tschechische gleichzeitig aufgenommen wer den." Dies geschehe hauptsächlich bei der Postverwaltung, wo man in gemischtsprachigen Gegenden Briefträger aufnehme, die kein Wort deutsch verstehen und dann die deutfchadreffierten Sendungen und Briefe in den Abort werfen, wie es in Reichenberg vorgekommen sei. Das sei die nene tschechoslowakische Rohrpost." Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich... Kō 16.olerteljährlich. 48.halbjährig Janzjährig.. 96.192.Radftellung von Manu( tripten erfolgt nur bel Ein fendung der Retourmarken. Ericheint mit Ausnahm. Des Montag täglich frith id Vor das Forum des Parlaments: Die Gewalttat von Karlsbad. Dringliche Interpellation unserer Genossen im Senat. Nr. 54. Prag, 3. März. Die Empörung über das ungeheuerliche Borgehen Staatspolizei in Karlsbad, die mit Gummitnippeln gegen wehrlose Arbeiter borging ,, hat unsere Genossen im Senat veranlaßt, diese für das demokratische Regime in diesem Staate bezeichnende Gewalttat fofort zur Sprache zu brin gen. Gen. Dr. Heller hat im Namen unserer Genossen im Senat eine dringliche Interpellation eingeb ht, welche lautet: wurde. An allen Eden hieb die Polizei auf die Menge ein, die den Blas verlassen wollte, hieran jedoch durch die Polizei gehinAm 13. Jänner wurde der Redakteur- Genofje Wenzel Iaksch, vom Budweiser Kreis. gericht wegen einer am 20. September v. J. in Arumau gehaltenen Rede zu fünf Tagen Arrest bedingt verurteilt. Die Verurteilung erfolgte wegen Uebertretung des Gesetzes zum Schuße der Republik. Dem Herrn, der in jener Am 2. März 1926 nachmittags vier Uhr fand] Verhandlung als Staatsanwalt fungierte, erin Karlsbad eine von der deutschen sozialdemo ichien das Strafausmaß der Größe des Ber- vor allem eines bemerkenswert: sie stüßen sich lich genehmigte Versammlung unter freiem An diesen Gründen der Anklageschrift ist fratischen Arbeiterpartei einberufene, behörd schuldens nicht entsprechend und er legte daher auf eine Relation des Regierungsvertreters in Simmel statt. Der Andrang der Massen war ein beim Oberlandesgericht in Prag jowohl gegen jener Versammlung, in der auch nicht die Spur so großer, daß der Versammlungsort di Spru- wußtsein der Schuld, die sie auf sich ge Die Karlsbader Polizei hat in dem Be das Strafausmaß, als auch gegen die bedingte einer wörtlichen Wiedergabe der Rede des Gebelhalle nicht hinreichte. 3 wei wei- laden hat, den Verfuch gemacht, die Verant Verurteilung Berufung ein. Das Prager Ober- nossen Jakich enthalten ist. Diese Relation, auf te re Versammlungen vor der Sprudelhalle und wortung auf die Demonstrantenablandesgericht hat mun mit Urteil vom 16. Feber deren Inhalt sich die Anklage stützt, gibt ledig- am Marktplatz mußten abgehalten werden. der Berufung wegen der bedingten Verurtei- lich den Eindruck wieder, den der Regierungslung keine Folge gegeben und hat diesen Aus- vertreter von den Ausführungen des Redners spruch bestätigt, dagegen hat es die vom ersten empfing, feineswegs enthält sie die wört Gericht mit zwei Jahren bemessene Bewäh- liche Wiedergabe der gesamten oder auch nur rungsfrist auf drei Jahre verlängert, und hat teilweifen Aeußerungen. Wie ungenau sich der unter Stattgebung der Berufung gegen das Strafausmaß das angefochtene Urteil dahin ab geändert, daß dem Angeklagten die Arreststrafe auf die Dauer von zehn Tagen, verschärft durch zwei Fasttage, verlängert wird. Dieser Straffall ist schließlich nicht einmal so sehr durch die Höhe der bemessenen Strafe, um so mehr aber durch die im Schußgesez enthaltenen Möglichfeiten zur Drosselung der Meinungsfreiheit lehrreich. Er ist aber auch bemerkenswert durch den Inhalt und die Art der Anklage, fowie durch die Rechtsauffassungen, von denen sich die Richter beider Instanzen sowohl bei der Begründung der Schuldigfprechung, als auch bei der Festsetzung der Strafe leiten ließen. Der Fall ist geeignet, deutlich aufzuzeigen, wo wir unter der Geltung des Schutzgesetzes stehen, darum muß er hier besprochen werden. " Beim Theaterkaffee sperrte ein Zug der Staatspolizei die Straße ab. Nach längeren Verhandlungen gab der Polizei. inspektor den Weg frei. Daß diese Behauptung vollständig unrichtig ift, geht daraus hervor, daß sich an der Stelle, wo sich die ersten Zusammenstöße ereigneten, überhaupt teine Steine befinden. Die Straße besteht aus Holz stödelwür fel, das hausseitige Trottoir aus Asphalt, während sich an der Flußfeite ein feft getretener Sandweg befindet. Nirgends sind Steine zu erbliden. Die Bache griff, wie neuerdings festgestellt wer den muß,( was auch in den Meldungen ande rer Blätter hervorgehoben wird), die aufmar schierenden Demonstranten schierenden Demonstranten mit Gummi. Enüppeln an, obwohl der Rommandant auf cigene Berantwortung den Durchzug frei gegeben hatte und obwohl fast gleich. zeitig die Bewilligung des Leiters des Polizeifommiffariats eintraf. Es kann durch Zeugen nachgewiesen werden, daß ein zelne Wachleute, um sich ein Alibi zu beschaffen, am jenseitigen Tepl ufer, auf einer von den Vorgängen ganz abgelegenen Stelle, Steine zu sich nahmen. " zuwälzen. In dem Berichte, der vom tscheTroß der ungeheueren Erbitterung, welche sich choslowakischen Presse- Büro ausgegeben wurde, der deutschen Arbeiterschaft im ganzen Staate wird die Sache so dargestellt, daß die Menge angesichts der drohenden neuerlichen Steuer gegen die Wachleute gewalttätig vorging lasten und der in der Sprachenverordnung ent- und daß die Wache mit Steinen angehaltenen wirtschaftlichen und sprachlichen Begriffen wurde, daß sie sich gewissermaßen in tschechische Regierungvertreter an das hielt, was drückung bemächtigt hat, verliefen die Ver- einer Zwangslage befunden hätte. der Redner tatsächlich sagte, geht aus der Stelle fammlungen in vollster Ruhe und Ordnung. hervor, in der behauptet wird, Jakich hätte Teilnehmer mehr als 10.000 an der Zahl Nach Schluß der Versammlungen zogen die davon gesprochen, das Bedrückungssystem führe zum Gebäude der politischen Bezirksverwaltung, geradezu" zum Striege für die Vernichtung um dort den Inhalt der gefaßten Reso der deutschen Schüler". Abgesehen von dem Iutionen den Beamten zur Uebermittlung an schrecklichen Deutsch dieser Relation, das den die Regierung zu überreichen. weifel nahelegt, ob der Regierungsvertreter ausreichend die deutsche Sprache beherscht, um alle Wendungen der Nebe zu verstehen, taun Jakich gar nicht so gesprochen haben, er kann nur über die Vernichtung deutscher Schulen, nicht Kaum hatte sich der Zug neuerlich in Belve aber über die Vernichtung deutscher Schüler gung gefeß, als die Polizisten mit Gum feine Anklage erhoben haben. Es ist schon ermitnütteln auf die Teilnehmer einschlus faunlich, daß dem Gericht die unvollkommene gen, Kinder, Frauen, Greise nicht und nicht den Wortlaut bestimmter Aeußerunschonten, wehrlose Einzelpersonen in der gen wiedergebende Relation des Regierungsver- Ein Teil der Leute rettete sich vor den toll gebrutalsten Weise verprügelten. treters genügte, um zu einer Schuldigsprechung Die Anklagefchrift hatte behauptet, Jakich des Angeklagten zu gelangen. Aber angenom worbenen Polizisten durch einen Sprung in habe in jener Versammlung„ öffentlich in men, der Inhalt des Referates wäre in dem die Tepl, ein anderer drängte über die Brüde auf das linke Ufer der Tepl, um sich vor roher und verheßender Weise die kurzen Bericht des Regierungsvertreters sinn- der Brutalität der Polizisten zu schüßen. tschechische Nation derart geschmäht, daß gemäß richtig wiedergegeben, wo in aller Welt Dort stellte sich ihnen neuerlich ein Trupp Poes den allgemeinen Frieden in der Republik geht aus der Relation hervor, Jakjch habe, wie lizisten entgegen, der sie wieder in die Arme der Es hat den Anschein, als glaubten die bedrohen konnte". Die Anklageschrift lehnte sich es das Gesetz für die Strafwürdigkeit fordert, auf dem anderen Ufer befindlichen Wache zu Regierung und ihre Organe, durch derartige bei dieser Formulierung ihrer Behauptung an die Republik oder eine Nation ge- rüdtrieb. Nun zog aber die Staatspolizei Brutalitäten die Bevölkerung einzuschüch den Paragraph 14, Absatz 5, des Schußgefeßes schmäht?! Noch dazu in„ roher und ver. auch noch die Revolver, wodurch selbst- tern und davon abzuhalten, gegen die schamlose an, nach dem die Anklage erhoben worden war heßender Weise"?! Wenn der Rebner verständlich die Menge noch mehr gereizt Politik der Koalitionsmehrheit zu protestieren. und in dem es heißt: vom Bedrückungssystem" sprach, so steht das 10000 " Ebenso wird bestraft, wer öffentlich in ro- erſtens täglich in allen deutschen und anderen bunden ist, sich gegen die nationalistischen Aus- Janwalt mag manches in die Angen springen", her oder verheyen der Weise die Repu- nichttschechischen Zeitungen, es wird auch nie- wüchse zu wehren, nicht schon tausendmale und aber auch Pathos" und" solche Art" decken blit, eine Nation oder eine nationale mand vermuten, die tschechische Nation ebenso über die tschechische wie über die sich noch nicht mit dem Begriff„ roh und ver Minderheit derart schmäht, daß es die iei es, gegen welche die Beschuldigung erhoben deutsche Nation gemacht, deren Namen, heßend" und am allerwenigsten ist damit der Würde der Republik herabsetzen oder den allgemeinen Frieden in der Republik oder ihre inter- werde, dieses Bedrückungssystem auszuüben, es wie der jeder anderen Nation, von den eigenen Beweis erbracht, Bathos und solche Art" seien nationalen Beziehungen bedrohen fann." wird vielmehr jeder wissen, daß unter der Nationalisten am ärgsten herabgesetzt wird?! an sich schon eine Schmähung der Republik oder Diese Bestimmung des Paragraph 14 ist Trägerin dieses Systems nur die allnatio. Selbst in dieser, wie der Staatsanwalt meinte, der tschechischen Nation. nale Roalition und ihre Erponentin, die„ tronischen" Frage nebenbei: Ironie be wohl sehr verschwommen und auslegungsfähig, Itegierung, gemeint ist und gemeint sein deutet doch nicht:„ in roher und ver Trotzdem gelangte das Kreisgericht zu denn was heißt es„ den allgemeinen Frieden kann. Regierung und Stoalition sind aber heßender Weise! fann nicht eine Schmä- einer Verurteilung des Angeklagten und das oder die internationalen Beziehungen bedrohen" ebensowenig die tschechische Nation oder hung des tschechischen Volkes, höchstens seiner Virager Oberlandesgericht hat die Strafe noch und„ die Würde der Republik herabsetzen", was bie Republ it, wie„ Aemter", wie die„ Post- augenblicklicher. Regierer erblickt werden; erhöht. Beachtenswert ist, daß das Berufungsheißt es auch„ in roher und verheßender Weise verwaltung" und wie„ verschiedene Vereine". die Frage war, wie ihr Sinn ergibt, nur so gericht in seinem Urteil zugibt, die inkrimischmähen", aber immerhin wird darin gefagt, von denen in der Anklageschrift die Rede ist gedacht, daß durch sie das Gewissen des tiche- nierten Aeußerungen des Angeklagten hätten wer geschmäht werden muß, damit der Ur- on ift. und von denen Jaksch behauptete, daß sie der chischen Volkes, vor allem aber der tschechischen sich in erster Reihe nicht so sehr gegen heber der Schmähung strafwürdig werde:„ die nationalistischen Unrechtspolitik Vorschub lei. Arbeiterschaft wachgerufen werden sollte. die Republik selbst, als hauptsächlich Republit, eine Nation oder eine naten. Auch der Vorwurf der unerhörten Miß- Der Angeklagte führte bei der Verhand- egen die Verfügungen einzelner tionale Minderheit". Und nun höre mirtschaft mit den Steuergeldern" und der lung für die von ihm erhobene Beschuldigung 3weige der Staatsverwaltung man die Anklageschrift und suche darin, wo im Sinne dieser Bestimmung die Republik oder die" maßlosen Verschwendung für den Militaris der Schuldroffelungen, der gewaltsamen Tiche- welche auch in der Bresse des öfteren erörtert mus", fan nicht als auf die Repubif oder chisierung und der Postsfandale Beweise, von wurden, derichtet". Aber daß man einzelne tschechische Nation geschmäht wurde. Man wird die tschechische Nation gemünzt ange- denen der Staatsanwalt in seiner Anklagerede Zweige der Staatsverwaltung nicht kritiſieren bergeblich danach suchen. Es wird darin aus- fehen werden, denn die Republik als solche hat zugeben mußte, sie seien stichhältig und es dürfe, davon steht in dem Paragraphen, nach geführt: mit der Steuergelderwirtschaft und mit den habe der Angeklagte injener Ver- dem die Verurteilung erfolgte, fein Wort! Gleich zu Beginn seiner Rode sagte er ( Jatsch): Aufgabe der Versammlung sei es, die ausgaben für den Militarismus natürlich nichts sammlung die Wahrheit gespro Was das Berufungsgericht dennoch zu einer Tragödie des deutschen Volkes in der Tschechoslo- zu tun, und von der tschechischen Nation weißchen. Dennost trat er von der Anklage nicht Verschärfung der Strafe und zur Verlängerung walischen Republit au schildern, Betrachtungen man, daß große Teile von ihr die Aufpäpelung zurüd, sondern behauptete, der Gesamt der Bewährungsfist bewog, das muß man im darüber anzustellen, wie sich die Deutschen gegen des Militarismus und die Steuergelderwirt ein druck der Rede sei hezerisch gewesen, auch Wortlaut lesen. Es heißt in dem Urteil: das Bebrüdungssystem erwehren fönnen, schaft ebenso mißbilligen, wie der deutsche so hätte der Angeklagte h eßerisch" gesprochen. das sich zur Schuldrosselung und geradezu zum zialdemokratische Redner es tat. Nur ein ein Wit solchen allgemeinen Merkmalen, die mit Kriege für die Vernichtung der deutigesmal wird in der Relation die tschechische dem Wortlaut des Gesetzes schon gar nichts zu schen Schüler gesteigert hat. Der Angeklagte Nation erwähnt, dort, wo die Frage gestellt tun haben, fann natürlich jedem Redner der sprach weiter darüber, daß die Regierung für wird, ob die Schulsperrungen und die Ent- Strid gedreht werden! Da die inkriminierten einige wenige tschechische Kinder neue Minori- lassungen deutscher Arbeitskräfte, um an ihre Aeußerungen nicht ausreichten, um nach den tätsschulen baut, daß auch die tsche- Bestimmungen des Gefeßes die Anklage zu erDeutsche Kinder zum Stelle tschechische aufzunehmen, für ür die tiche Beſtimmungen des Gefebes bie Anklage zu er Befuche dieser Schulen gezwungen werden, welchen Bwang sowohl Aemter als auch verschie hische Nation ehrenvoll sei. Soll das die heben, behelf sich die Anflageschrift damit, der bene Vereine durchführen. Er kam zu spre- rohe und verheßende" Schmähung der Repu- Nebner habe mit derartigem Vathen auf die„ Unerhörte Mißwirtschaft blik oder der tschechischen Nation sein? Wurden tho 8" und auf solche Art" gesprochen, mit den Steuergeldern, über die maß- nicht ähnliche Aeußerungen, mit denen doch nur daß ein Ziel, die Republik zu schmähen, fönnen. Es bleibt nur noch die Frage offen: lie Beridwendung für den Milita der Appell an das Gewissen der Nation ver in die Augen sprang". Dem Staats- in welchem Zeitalter leben wir? " Damit sich der Angeklagte in Sinkunft ähnlicher Aeußerungen enthalte, und dadurch fundgebe, daß es sich bei ihm tatsächlich um teinen ungünstigen Charakterzug handelt, welcher der Pflicht eines ordent lichen Bürgers suividerläuft, hat das Bernfungsgericht die vom Erstgerichte auf zwei Jahre festgesetzte Probezeit um ein Jahr, somit im gan. zen auf drei Jahre, verlängert." Womit wir unsere Betrachtung abschließen 4. 1926. Cette 2. die Vorfälle in Karlsbad auffällig 3wischen Tichangfolin und Feng. Peting, 3. März. Bei Machang ist Diese Absicht wird die Regierung nicht errei) Ier führte aus, daß es doch immerhin auffis Große Schlacht vor Peking chen, wie ihr die nächste Zukunft beweisen wird. zur Sprache und verlangte, daß unserer Inter- sei, daß die Regierung, welche schon vor 3 JahVor allem fordern wir aber eine unpar- pellation die Dringlichkeit zuerkannten in diefer Angelegenheit aus Anlaß der Fäl teiische Untersuchung der Vorfälle in werde, damit im Anschluß daran eine Debatte schung tschechischen Geldes eine Note an die Karlsbad, insbesondere eine strenge Be- über diese Vorfälle stattfinden könne. ungarische Regierung gerichtet habe, auf die Erstrafung der schuldtragenden Polizeibeamten. Dieser Wunsch wurde zur Kenntnis genommen. lebigung dieser Note nicht gedrängt Die Unparteilichkeit der Untersuchung wird durch Präsident se lo fa è ertlärte hierauf, er wünsche, habe, obwohl sie durch so lange Zeit unbeantwor- eine große Schlacht zwischen den Streit die Administrativbehörden nicht gewährleistet, daß in der nächsten Zeit eine politische Detet blieb. Er verwies ferner darauf, daß die Träften Tichangsolins und Fengs um weshalb wir eine parlamentarische Un- batte im Senat abgeführt werde, er meinte tschechische Regierung, froßdem ihr diese Ange- die Herrschaft über Peking im Gange, die an tersuchung beantragen werden. jedoch, er müsse sich deshalb erst mit der Regie- legenheit bekannt war fich an der Sanie- Heftigkeit alle bisherigen Kämpfe des BürgerAuffallend ist, daß es überall dort, wo rung und dem Abgeordnetenhaus ins Einvernehung Ungarns beteiligt und so einer frieges in den Schatten stellt. PanzerEinverneh- Regierung, die mit den Geldfälschern autos und Tanks spielen in den Kämpfen die Polizei verstaatlicht ist, zu derartigen men seben, damit der Termin der Debatte so ge- in Verbindung stand, die weitere Exi- eine große Rolle. Zahlreiche Brücken sind oder ähnlichen Vorfällen kommt, wobei wir auf stellt werde, daß die Minister davan teil ſtellt werde, daß die Miniſter daran tellstenz ermöglicht hat. können. in die Luft gesprengt worden, der Ver= Aussig verweisen. Außenminister Dr. Beneš konnte diesen tehr ist völlig lahmgelegt. Von beiden Widerspruch nicht aufklären und führte Barteien wird die schärfste Zenfur ausgeübt. dann noch aus, dann_nvchaus, Die Truppen und suchen einWir fragen die Regierung: 1. Ist sie bereit, die schuldtragenden Beamten zur Verantwortung zu ziehen? 2. Ist sie bereit, das Ergebnis der Untersuchung dem Senat in fürzester Zeit bekanntzugeben? 3. ft sie bereit, der Staatspolizei in allen Orten Weisungen zu erteilen, der Bevölkerung gegenüber wie es in einem demokratischen Staate selbstverständlich sein sollte mit der ge botenen Rücksicht vorzugehen und sich jeder Brutalität zu enthalten? 9 339 Forderung nach einem parlamen tarischen Untersuchungsausschuß! Gleichzeitig hat Genosse Heller im Namen unferer Vertreter im Senat folgenden Antrag a eingebracht: walls wi Die nächste Sigung des Senats, welche nur drei Immunitätsfälle auf der Tagesordnung hat, also wieder nur eine rein formale sein wird, findet am Mittwoch, den 10. März, um 4 Uhr nachmittags statt. Dr. Beneš wuste bereits im Jahre 1923 die Namen der ungarischen Kiè- Fälscher. daß die tschechische Regieruns in der Note vom schingliana changiolins, Lit. 15. Feber 1923 der ungarischen Regierung die ander die Hände zu reichen. Namen der Fälscher und die Tatsache mitgeteilt habe, daß die gefälschten Noten vor ihrer Inverkehrsehung auf der Polizeidirektion in Budapeſt waſtimmungen des Wiener Vertrages, die gewisse. Pensionistenkreise, die sich durch ren. Die ungarische Regierung habe jede Untersuchung der Angelegenheit unterlassen, im übrigen werde er( Dr. Benes) die Angelegen heit weiter verfolgen und die nottvendigen Schritte unternehmen. Prag, 3. März. In der heutigen Sitzung des Außenausschusses des Senats stand der Vertrag mit Polen megen Regelung der rechtlichen und finanziellen Verhältnisse zur Verhandlung, wobei sich auch eine Debatte über die ungarische Der Vertrag mit Polen wurde angeGeldfälscheraffäre entwickelte. Genosse Dr. Hel- nommen. Stapl 100 10 Das Glend der Auslandspensionisten. Der Senat wolle beschließen: olle beschließen: Zur Untersuchung der Vorfälle, welche an läßlich der öffentlichen Volksversammlung am 3. März 1926 in Karlsbad stattfanden, wird gemäß§ 22 Abjat 2 der Geschäftsordnung ein aus 18 Mitgliedern bestehender Au dschuß gewählt; die Wahl erfolgt nach dem Prag, 3. März. Die heutige Sitzung des und Rechtsverhältnisse der sogenannten AusGrundsaße der verhältnismäßigen Auswärtigen Ausschusses zeigte wieder einmal, landspensionisten beschäftigen, eine sehr Vertretung. von welchem Geiste die Wiehrheitsparteien beseelt schöpfende Debatte. Nach Erstattung eines ein sind und wie es mit der auch vom Außenminister leitenden Berichtes durch den Abgeordneten angekündigten Locarnisierung der tsche- Hrušovsfy fam choslowakischen Innenpolitik aussieht. Fünf Jahre lang hatte die deutsche Minorität die Stelle des Vorsitzenden Stellvertreters im Auswärtigen Genosse Dr. Czech im Außenausschuß über den römischen un den Wiener Bertrag.- Der Der gelamten Opposition die Bertretung im Ausschußpräsidium entzogen. Genosse Dr. Czech das entschliche Elend Nebersiedlungsverpflichtung Eides oder Dienstverweigerung usw. gegen den Staat bergangen haben sollen, vom Genuß der Pension ausschließen. Er verwies auf die Rechtslage beim Umsturz, auf die Unklarheit bezüglich der Staatsgrenzen, auf den erst nach Jahresfrist erfolgten Abschluß des Pariser Vertrages und bezeichnete diese Vers tragsbestimmungen geradezu als grausa m. Er forderte schließlich genauen Aufschluß über den Kreis von Personen, die von dieser Ausnahmsbestimmung getroffen sind, und beantragte folgende Resolution: Die Regierung wird aufgefordert, bei Erledigung von Ansuchen von Pensionisten, denen die Flüssigmachung der Pensionen gemäß§ 2 des Wiener Vertrages verweigert wird, mit größter 2iberalität( gemäß des Abfages 2 des§ 1 der Regierungsvorlage 118 vorzugehen." Nachdem noch der Abgeordnete Streibich gesprochen hatte, fam ein Vertreter des Finanz ministeriums zu Worte, der erklärte, daß den Auslandspensionisten gegenüber, deren Zahl etwa 4000 betrage, mit dem größten Wohlwollen(?) vorgegangen werden würde. Nach einem Schlußwort des Referenten, der unter Hinweis auf die Zusicherung größten Wohl wollens durch den Vertreter des Finanzministeriums die Ablehnung der beantragten Resolution vorschlug, führte der Vorsitzende TomaBegründung: Die Vorfälle in Keralsbad, das brutale Vorgehen der Staatspolizei gegen die wehrlose, absolut friedliche Bevölkerung er fordert eine unparteiische Unter- Ausschuß inne, ohne daß sich daraus irgendwelche zu Worte, der die Lage der Auslandspenſioniſten suchung, welche durch die Administrativbehör- Schwierigkeiten ergeben hätten. Als deutscher eingehend erörterte und den nicht gewährleistet ist. Eine solche Unter- Vorsitzender- Stellvertreter fungierte während suchung kann nur durch unabhängige, ins- dieser Zeit Genosse Dr. Czech. Den Deutschen besondere von der Regierung unab- auch diese Vertretung noch zu nehmen, war für in Erinnerung brachte, das die Verschleppung des hängige Personen erfolgen. Als solche die Koalition eine harte Nuß. Dreimal wurde römischen und des Wiener Vertrages für die zum sek die Abstimmung durch, die mit 8 gegen 7 tommen in erster Linie die Mitglieder die Wahl der Vorsitzendenstellvertreter immer Teil vol ständig pensionslofen, zum Teil ledig- Stimmen die Ablehnung der Resolution er der Nationalversammlung, in Be- wieder von einer Sizung zur anderen verlich auf large Vorschüsse angewiesenen Ruhe- gab. Nach Erledigung einer weiteren geringtracht. Da nun diese Vorfälle von um so größerer ich oben, um den Koalitionsparteien Zeit zur ständlerschichten im Gefolge hatte. Er fam dann fügigen Vertragsangelegenheit wurde die Sizung Bedeutung sind, als sie nicht vereinzelt endgültigen Stellungsnahme zu geben. Gestern auf einzelne drückende Bestimmungen der beiden geschlossen. sind, sondern sich dort, wo Staatspolizei besteht, nun wurde der Beschluß der Desiffa durchgeführt, Verträge zu sprechen, so auf die häufen,( wir verweisen auf die Vorfälle in den Oppositionsparteien überhaupt jede Aussig), da ferner diese Vorfälle die größte Vertretung im Präsidium zu entziehen, Aufregung in der ganzen deutschen und die von den deutschen Parteien be- der Pensionisten, deren rigorose Durchführung Bevölkerung hervorrufen, ist unser Antrag antragte Wiederwahl des Genossen mit Rücksicht auf die schwierige Loslösung aus In jede Arbeiter- und Gemeinde Czech abgelehnt. An seine Stelle tritt der ihren jezigen Verhältnissen und die Schwierig bücherei tschechische Nationalsozialist Hrušovsky, so feiten, die mit der Errichtung eines neuen Hausdaß die vier Stellen im Präsidium ausschließlich haltes, dem Suchen einer neuen Wohnung usw. gehört das Buch von Dr. Einil Strauß: von der Stoalition besetzt werden. verbunden sind, die im Ausland lebenden AltPrag, 3. März. Der heutigen rein formalen Nach durchgeführter Konstituierung des pensionisten bei ihren sehr farg bemessenen BeSitzung des Senats sie war in 15 Minuten Ausschusses wurden mehrere Staatsverträge bezügen dem größten Elend überant beendet ging eine Klubobmännerkonferenz voraus, in der eingangs beschlossen wurde, die Wahl handelt. Der spanische und der belgisch- lugem- worten würde. Genosse Dr. Czech verivies der Mitglieder des ständigen Ausschus- burgische Vertrag wurden ohne Debatte geneh weiter auf die Un aufrichtigkeit jener Bestimmung des Wiener Vertrages, die von einer ſes aus der Tagesordnung der heutigen Blenar- migt. Dagegen gab es bei der wohlwollenden Praxis" der amtlichen sitzung wieder auszuscheiden. Offenbar Ratifizierung des römischen und des Wiener Stellen bei Gewährung von Auslandspensionen wollen die valierten Parteien nicht deklarieren, zu berichten weiß, und fordert die liberalste wie schwach ihre Mehrheit im Senate Anwendung der einschlägigen Gefchesbestim ist. Genosse Dr. Heller brachte sodann vollständig begründet. Sigung des Senats. Copyright durch Wilhelm Goldmann Verlag, Leipzig, 1923. Bertrages, die sich mit der Regelung der Pensionsbezüge mungen. Zum Schluß erörterte Redner jene Bewar, und niemals wohl war seine Ankunft hier so inbrünstig ersehnt worden, als diesmal, denn niemals zuvor hatte der Hunger seine Geißel im Lende so geschwungen, wie in diesem fürchterDie Goldwäscher am Klondite. lichen, nientals wieder zu vergeffenden Winter. Roman aus der Zeit der großen Goldfunde in Kanada und Alaska 61 von Emil Droonberg. des ersten Schiffes im Jahre bei uwohnen. Einen Teil des Proviants, den der Dampfer brachte, würde er ja für Dawson an Bord behalten müssen, aber was er hier ließ, genügte bis zur Ankunft des nächsten Bootes. Die Entstehung der deutschböhmischen Arbeiterbewegung." Erhältlich in allen Volksbuchhandlungen. die sich als so begründet erwiesen hatten, so wenig| jemand abgeholt hat. Kann mich freilich nicht mehr beachtet hatte. besinnen, wer es war. Die Sache fiel mir auch nur ouf. weil wir nicht allzuviele junge Ladies in der Stadt haben." Ob er diesen Brief wohl empfangen hatte? Vielleicht befand er sich gar nicht mehr in Dawson, denn wer in dieses Land kam, der wor wie ein Stück Treibholz im Meere, das von der Strömung dahin und dorthin getragen wird. varen. Briefe und Karten aus einem bestimmten ch " Ich habe keinen Brief bekommen", erklärte Eileen noch mehr verwundert. ,, Erwarteten Sie noch einen außer diesem?" " Ich weiß nicht", antwortete sie zögernd. Ich glaube nicht." Die Postoffice befand sich in einem Eisen. warenladen. Als sie diesen betrat, fand sie ihn Mehr als ein Viertel der Reisenden verließ voll von Leuten, die Post erwarteten, und hinter Dann muß ich mich wohl getäuscht haben. hier das Schiff. Auch ein großer Teil derjenigen, dem Verschlage, der den Postdienst von dem Ge- Genau fann ich mich der Sache ohnehin nicht Kein Sturmfigna! hätte die Bevölkerung zu größerer Erregung aufscheuchen können, als diese die bis zum Endziel oder den Zwischenpläßen an schäft trennte, herrschte Hochbetrieb. Der Dmpfer mehr erinnern. Ich werde jedenfalls diesen Brief Schiffsfirene. Ihr Geheul bedeutet für sie Be Bord verblieben, ging hier en Land, um den Ort hatte aus dem Westen eine gane Anzahl Brief in den Händen geh bt haben und hatte dann gefreiung von den Fesseln des Winters, Wiederher- besichtigen und die neuesten Berichte aus den säcke mitgebracht und deren Inhalt mußte fortiert dacht, er wäre schon abgeholt. Entschuldigen Sie." stellung der Verbindung mit der Außenwelt- Goldfeldern zu erfahren. Die Weiterfahrt nach) werden. Bevor Eileen etwas darauf erwidern konnte, und vor allem das Ende der Hungersnot. Bald Dawson fonnte vor dem nächsten Morgen nicht folgten dem erſten triumphierenden Sign: wei- erfolgen, da der Dampfer viel Ladung zu löschen ihr ein paar andere Nachfragende abgefertigt den abgedrängt. Sie war auch überzeugt, daß der Eileen trat an den Schalter, nachdem vor wurde sie schon von anderen ungeduldig Wartenendlich wurde auch der Schiffsrumpf unter ihr Eileen, die für ihre Reiſe nach Dawson nur Eileen Malony, wiederholte der Clerk, als der Menge feiner Arbeit leicht begreiflich war. tere, die Nauchfäule schob sich langsam näher, und und auch wieder einzunehmen hatte. sichtbar. Es war das Ereignis des Jahres, uno geringe Vorbereitungen zu treffen hatte, wer dawer deshalb nur von seinem Arbeitsplave ab- her nicht in Eile und hatte von ihrem Blaße aus sie mit vor Erwartung stockendem Atem ihren Wer kannte denn auch hier ihren Namen, um tommen fonnte, ſtrömte herbei, um der Ankunft die vielen feffelnden Szenen der Landung des Namen genannt hatte, und begann ein Bündel Briefe unter diesem abzufordern. Schiffes mit Interesse beobachtet. Als sie aus dem Store heraustrat, dachte sie Dabei fam ihr, sie wußte nicht recht wie, durchzufeben. Dann nahm er einen heraus und Lastwegen fuhren auf, leere, um erwartete plötzlich der Gedante, ob nicht möglicherweise schon Eileen wurde rot und blaß, während er die Adreffe schon kaum mehr davon. Einen Augenblick überFracht sofort in Empfang zu nehmien und nach der ein Brief für sie von Escher eingetroffen fein noch einmal prüfte. legte sie, wo sie sich himvenden sollte, um den Brief, den sie schon an der Handschrift als von Stadt zu rollen, und schwer beladene, welche könnte. Ein Lebenszeichen von ihm, jest gerade" Ja, hier ist einer", versezte er, indem er Escher erkannt hatte, auch wenn nicht in der Fracht nach Dawson brachten, die auf der Brücke in diesem Augenblide, das fühlte fie, würde ihren ihr den Brief reichte. aufgestapelt wurde. Von jetzt ab würden sich die Mut wieder envas aufrichten. Sie wagte freilich Eileen wollte ein kurzes„ Danke!" stammeln, oberen linken Ede der übliche Zurüd- Vermerk Dampfer fast täglich folgen, denn was in Nome nicht zu glauben, daß ein Brief da sein würde. brachte aber vor Aufregung tein Wort über ihre mit feinem Namen gestanden hätte, ungestört zu einem Schiffe ähnlich sah und geringen Tiefgang Ihr würde das Leben doch nichts anderes als Lippen. Sie wollte sich eben von dem Schalter d besaß, würde man auf den Strom werfen, um den Andrang der Abenteuverscharen nach dem unglück und Schläge und Enttäuschung bringen, wenden, als der Clerk sie zurüchielt. und das Glück würde an ihr immer vorübergehen. Einen Augenblick, Miß", sagte er.„ Saben Goldlande zu bewältigen. Endlich, nach langem Harren, kam der Damp Bost nachfragen, che sie morgen mit dem Dampfer Gileen sah überrascht und fragend zu ihm Aber der Sicherheit wegen wollte sie doch auf der Sie den Brief vor ein paar Tagen bekommen?" fer heran und legte an der Brücke fest. Auf seinem Fort Juton verließ. Berbeck drängten sich die Reisenden Stopf an Stopf, Vor einigen Tagen hatte sie Escher auch selbst auf. Sie verstand nicht recht, was er meinte. viele bereits mit Gepäckstücken auf dem Rüden schon ein paar Zeilen geschrieben. Eher hatte sie Ich h: be überhaupt noch feinen Brief hier oder in den Händen, um ohne Zeitverlust an Land fich nicht dazu bringen können, ihm von ihren bekommen", erwiderte sie. Dieser ist der erfte." gehen zu können. Erlebnissen Mitteilung zu machen, denn in ihre Der Clerk schien unsicher zu werden. Es war deutlich zu sehen, daß das Schiff bis fchwere Enttäuschung mischte sich auch ein wenig Es war mir so, als ob schon vor ein paar auf den letzten Plaß und darüber hinaus besetzt Beschämung darüber, daß sie seine Warnungen, Tagen ein Brief für Sie dagewesen ist, den irgend " lejen. In das Boardinghaus wollte sie nicht gehen. is. Willi ms war eine recht brave Frau vom abgeschiedenheit entweder gan; wortfarg oder im Typ der Pionierfrauen, aber schrecklich neugierig und wie so viele von diesen, die das Leben in der Gegensatz dazu außerordentlich redselig macht, sehr geichmäßig. Und Eileen wollte doch erst selbst einmal sehen, welche Nachrichten der Brief ihr brachte. ( Fortsetzung folgt.) 1350 t 4. März 1926. Bethlen„ erhobenen Hauptes" nach Genf abgereift. Ceite 8. bes Professors Meszaros bei der Polizei aus dem| anstalt überhaupt konkrete Anträge stellt. Wir sind Jahre 1921. Meszaros sagte aus: Im Frühling noch nicht einmal zur Beratung dieser wichtigsten, 1920 beschloffen die irredentistischen Vereine, daß grundlegenden Fragen gekommen! In diesem sie die CSR. angreifen werden. Da aber diese Tempo darf es nicht weitergehen. Aftion große Geldmittel beanspruchte, wurde mit Wir bringen das Gesetz selbst in Verruf, wenn Budapest, 3. März.( MTJ.) Minister. nalversammlung mitgeteilt werden, indem dieser ministers befchloffen, daß man die Europas. So wie es jest geht, muß man sich Zustimmung des damaligen Kriegs- fo weitergearbeitet wird, wir werden zum Gespött präsident Graf Bethlen ist heute um 7 Uhr Zeuge durch das Gericht zur Ergänzung seiner Aus. Tschechoslowakischen Noten fälschen ernstlich fragen, ob es nicht beſſer iſt, daß Mb ndat alt bem Wiener Schnellzuge nach Genf ab. fagen verhalten werden soll. In der Deklaration werde."( Anm.: Kriegsminister war damals zur Verfügung zu stellen und die knapp bemessene gereist. Während seiner Abwesenheit hat der wird dagegen Einspruch erhoben, daß das Land in eben Friedrich.) Reichsverweser mit der vorläufigen Führung Genf von der gegenwärtigen Regierung vertreten des Ministerpräsidiums den Volkswohlfahrts minister Dr. Vaẞ betraut. cus: wird. Nachdem noch mehrere Abgeordnete unter grokem Lärm zur Frage der Tagesordnung Stellung genommen hatten, wurde der Antrag des Vorsitzen. den mit großer Mehrheit angenommen. Inland. Zichechoslowatei. Zeit für eine produktivere Tätigkeit zu verwenden. Die einzige Hoffnung ist, daß, sollte der Vorberei tungsausschuß versagen, unsere Krankentassen nicht versagen werden. Tatsäch lich wird sich der überwiegende Teil aller Tätigkeit rungs nstalten abwickeln, und hier sind wir uns in der letzten Zeit flar geworden, daß die aufge= tragenen Agenden werden glatt erledigt werden fönnen, wenn man nicht etiva statt Organisation Berwirrung dorhin von außen bringt. Ich habe fchon wiederholt darauf verwiesen, daß der Vorbereitungsausschus" ohne Direktorium zu feiner fruch bringenden Tätigkeit fommen kann. Die Ernennung des Direktoriums für die Zentralfoz alDie Forderung nach der selbständigen autono versicherungsanstalt darf nicht mehrlänger men Verwaltung aller fulturellen Angelegenhei aufgefch oben werden. Was sind d´s für ten, insbesondere der Schule, war eine tschechische Gründe, die die Ernennung immer wieder hinForderung in Desterreich) und wir wissen nicht, ausschieben? Will man die Sozialversicherung verwarum das, was damals gerecht und berechtigt schleppen? Auf alle Fälle muß Klarheit geschaffen mar, wenn wir es forderten, heute als deutsche merden. Das erste, was geschehen muß, ist, daß Forderung ein Schwindel wäre. der Organisations usschuß den Vorstand auf Eine tschechische sozialdemokratische Stimme. Im Leitaufsatz des„ Mlady Socialista". des Organs der tschechischen sozialdemokratischen Jugend, beschäftigen sich die tschechischen Jugendgenossen Pleskot und Lukes mit der nationalen Frage und schreiben: Wir glauben freilich, daß die Ansicht sozialistisch fordert, das Direktorium oder doch wenigstens und sozialdemokratisch begründet ist, wenn wir den leitenden Direktor innerhalb 14 Tagen u verkünden, daß im Interesse der Demofratie und ernennen und damit die Vorbedingung für zwed. im Staatsintereffe es notwendig sein wird, mäßige Arbeit zu schaffen. nicht nur die kulturelle, sondern auch die territoriale Autonomie durchzuführen; allerdings nur allmählich. Justizminister Besthy erklärt, es seien bereits Maßnahmen getroffen worden, daß Genf Karo. Ini seine Seugenaussagen auch bezüglich jener Budapest, 3. März. In der Nationalversamm. Details ergänze, die er unter dem Vorwand der Die Autonomie der Deutschen in der in den nächsten Jahren in den Stranfenversiche lung führte Graf Bethlen bei Schluß seiner Rede Ritterlichkeit verheimlichen wolle. Da Karolyi dieses verweigert habe, sei die Staatsanwalt. Bezüglich der Person Windischgräz hat schaft angewiesen worden, im Sinne der Straf uns die französische Polizei etwas anderes als einen prozeßordnung ihn zur Ergänzung seiner Berdacht nicht mitgeteilt, in dem sie aussagte, 1924 Aussagen zu verhalten. fei bei der Polizei in Nizza eine Anzeige erfolgt, Windischgrät beschäftige sich in Ungarn mit der Herſtellung von falschen Franken. Wenn die ungarische Regierung eine Unterlassung begangen habe, indem sie Windischgrät zwischen dem 17. und Abg. Friedrich bringt in persönlicher Frage die 28. Dezember nicht verhaften ließ, welche Meinung Angelegenheit der Sokolfälschungen zur Sprache. fall man von dem Vorgehen haben, daß die fran- Er habe noch vor Abschluß des Friedens aus eige zöfifche Regierung bereits 1924 Kenntnis davon nen Mitteln einen Betrag zur Verfügung gestellt, hatte, daß sich Windischgrät mit solchen Dingen damit Meszaros, der sich wegen der Sokolfälschung beschäftige und es nicht der Mühe wert fand, die in Desterreich in Haft befand, auf freien Fuß gesetzt ungarischen Behörden und die ungarische Polizei werden könne. Das vom Ministerpräsidenten erüberhaupt aufmerksam zu machen? Die Annahme, wähnte Abendessen sei in seiner( Friedrichs) Woh. daß die Frankfälschungen von irgend einer geheinung abgehalten worden und daran habe auch men Gesellschaft verübt wurden, sei nicht Mószaros und Windischgräb teilgenom ftichhältig. Denn, wenn eine geheime Gesellschaft men. Meszaros habe ihm damals falsche So. die Sache verübt hätte, dann wäre es überflüssig tols gezeigt und Friedrich habe ihn aufmerk gewesen, daß Zadravecz die Leute bereidigt hätte. sam gemacht, diesen Wahnsinn nicht weiter fortzuAuch die übrige Darstellung der Opposition, daß es sepen. fidh um eine geheime Gesellschaft handle, stehe auf önernen Füßen. Zum Kapitel geheime Gesell schaften" müsse Redner doch bemerken, daß die Regierung bereits vor zwei Jahren einen Gesezent wurf zur Ergänzung des Strafgesetzbuches einge reicht habe, in dem Bestimmungen gegen geheime Gesellschaften enthalten waren, doch konnte dieser Entwurf wegen der ablehnenden Haltung der Oppofition nicht verhandelt werden. Im übrigen habe die Regierung auch im Verordnungswege Maßnah men gegen geheime Gesellschaften getroffen und den öffentlichen Beamten das Ehrenwort abgenom men, feinerlei geheimen Gesellschaften anzugehören. Der Ministerpräsident schloß: Ich gehe erhobenen Hauptes nach Genf. Daran ändert auch das perfide Vorgehen nichts, daß man im letzten Augenblick Befchuldigungen gegen mich erhoben hat, ohne Bemeife borzubringen. Ich werde nach bestem Gewissen die Interessen der ungarischen Nation in Genf zu vertreten versuchen."( Beifall bei der Regierungspartei. Rufe: Abdanfen" bei den Sozialdemokraten.) Abg. Horvath bezeichnet es als illoyal, daß der Justizminister Pesthy erklärte, daß die Kaution für Meszaros nicht von der Regierung erlegt wor den sei, da sich der Staat in derlei Dinge nicht einmengen fonnte. Abg. Pallavicini erflärte, er werde der Aufforderung des Ministerpräsidenten, sich bei der Staatsanwaltschaft zur Zeugenaussage zu melden, nicht Folge leisten, doch sei er geneigt, seine heute in der Nationalversammlung abgegebenen Erklärun gen auch in der Presse zu wiederholen, damit gegen ihn der Presseprozeß eingeleitet werden fönne. Justizminister Pesthh sagte, falls Pallavicinis Behauptungen der Wahrheit entsprechen, so unterstüße er ein Verbrechen, wenn er seine Daten der Staatsanwaltschaft nicht zur Verfügung stelle. Der Justizminister fönne nicht davon Abstand nehmen, daß Pallavicini als Zeuge verhört werde. Abg. Lindauer erflärte ebenfalls, daß bei dem Abendessen bei Friedrich zu Beginn des Jahres 1922 die Anwesenden die Sokolfälschungspläne Meszaros' auf das entschiedenste verurteilten. Miniſterpräſident anläßlich der Feststellung der To Titheshollowall he Stra'anzeige gesordnung auf die Vorwürfe der Opposition antmorte, wo diese feine Gelegenheit hat, darauf zu erwibern. Er verliest im Namen der vereinigten bemokratischen Opposition eine Deflaration, in der gegen die Vertagung der National bersammlung protestiert und gefordert wird, daß die Zeugenaussagen des Grafen Karolyi der Natiogegen Meszaros. Wien, 3. März. Der Pariser Korrespondent der ,, Stunde" will erfahren haben, daß die tschecho. Slowakische Regierung gegen Professor Mesza ros, der jeht türkischer Staatsbürger geworden ist, die Strafanzeige in Angora erstattet hat. * Briand über die Affäre. Die Errichtung großer Verwaltungsgebiete, wel che mit einer ausgiebigen Selbstverwaltung bedacht sind, sei es durch Einführung der Gauver waltung oder in einer anderen Form, würde ein Abflauen der nationalen Erregung in der ganzen Republi! bedeuten. Es würde dies die Möglich feit schöpferischer politischer Arbeit nicht nur für die in Opposition befindlichen deutschen Parteien, sondern auch für die oppositionellen Slowaken bedeuten. Das würde auch eine große Erleichterung für die Politik unserer Partei sein, da sie nicht mehr in einer Roalitionsregierung mit den real tionären Parteien sein müßte und sich dennoch an schöpferischer Regierungsmacht in jenen Selbstverwaltungsgebieten beteiligen fönnte, wo es eine sozialistische Mehrheit gäbe. Die Lösung dieser Frage dürfte allerdings nicht die Rüdfehr zum Borkriegszustande bedeuten durch Errichtung der erneuerten Landtage Böhmens und Mährens, wozu noch der neue slowakische käme. Hier muß man gegenüber der bürgerlichen Forderung die Notwendigkeit der Errichtung möglichst natio nal einheitlicher Verwaltungsgegebiete betonen. Nur durch eine solche Lösung fann ein Staat geschaffen werden, in dem es lei nen nationalen Streit geben wird. Dann würde die Regelung der gegenseitigen, insbesondere der sprachlichen Beziehungen nicht vom Standpunkte des politischen Prestiges, sondern vom Stand punfte der Zwedmäßigkeit erfolgen. Es würden dann nicht Sprachenverordnungen auf eine solche Art herausgegeben werden, die nicht nur für die Deutschen und ihre politische Parteien, sondern auch für unsere Partei eine Ueber raschung bedeuten." Das Intereenanteste ist die Meinung der Paris, 3. März. Gegen 19 Uhr ergriff der zu sehen, so wäre dies die Verneinung jedweder Verfasser des Auffaßes, daß die Spracherver Deputierte Blum in der Kammer das Wort, und Wirkungsmöglichkeit des Völkerbundes. Die från- ordnungen für die tschechische Sozialdemokratie francine zwar zu seiner Interpellation über die ungarische zösische Regierung hat ihre Pflicht getan. Wir eine Ueberraschung bedeutet haben. Das gilt vielFrancfälscheraffäre. Er verlangte, man möge ein haben sogar erreicht, daß unsere Organe der Un- leicht für die Verfasser, aber wohl faum für die Datum für ihre Durchberatung bestimmen. Mi tersuchung beiwohnen fonnten. Wir verlangen parlamentarischen Führer der tschechischen Sozial. nisterpräsident Briand antwortete, daß es im Senktionen. Die ungarischen Gerichte sind am demokratie. Wie denn überhaupt der Wert dieser gegenwärtigen Augenblicke unmöglich fei, eine Werk. Die ungarische Regierung hat hohe Per- Aeußerung. fo ehrlich und gut gemeint sie auch präzise Annvort zu erteilen, da mit den auslän- sönlichkeiten verhaften lassen. Cachin ruft da- sein mag, nicht überschätzt werden darf, denn es dischen Regierungen darüber Verhandlungen ge- zwischen: Sie hätte sich selbst ein handelt sich hier um die Meinung von zwei tsche pflogen werden, welche noch nicht abgeschlossen perren sollen!") In dem unglaublichen hischen Genossen, welche die Führung einer flei find. Der Ministerpräsident sei deshalb an eine Bandenwesen erblicke ich ein gegen den Frieden nen Gruppe haben mögen, wobei man nicht eingewiffe Reserve gebunden und könne einer sofor- gerichtetes Unternehmen, ein Unternehmen, wel- mal weiß, ob es die Meinung dieser Gruppe ist. tigen Durchberatung nicht zustimmen. Er forderte ches in den Wirkungsrahmen des Völkerbundes die Rammer auf, die Intepellation zu vertagen. fällt, welcher es verurteilen muß, um eine Soll die Sozialversicherung verschleppt Er erflärt weiter, er fönne die Diskussion Wiederholung desselben zu verhindern.( Leb. jest, wo das Gerichtsverfahren laufe und wo hafter Beifall auf allen Bänken.) Ich werde das zwischen der französischen und der ungarischen Nötige tun, aber ich appelliere an Ihre Vernunft. Regierung eifrig verhandelt werde, nicht zulaffen. Verallgemeinerungen sind gefährlich. Das ungaDas soll nicht heißen, die Debatte über die Tat- rische Volk müsse außer Spiel gelaffen werden. fachen, welche berechtigte Entrüstung hervorgeru( Lebhafter Beifall.) Der Gerechtigkeit wird Ge fen haben, in einem gegebenen Augenblid zu verweigern. Briand verlangt, man möge die Disfuffion auf etwa 2 Wochen vertagen, bis die u ngarischen Gerichte sich ausgefproen hätten.( Fronische Zurufe links.) Daraufhin haben die Interpellanten ihre Abgeordneter Blum erflärt, es handle sich um eine Frage der öffentlichen Moral. Man stehe Interpellation zurückgenommen. bor einem von Bethlen organisierten Plan, vor einem friegerischen Unternehmen hätten wir nicht das Recht mitzusprechen? fragr Blum. nüge getan werden. Ich bitte Sie den Ereignissen nicht vorzugreifen und der Regierung, welche mit großer Energie ihre Plicht getan hat, zu ge tatten, bis ans Ende zu gehen.( Lebhafter Bei fall.) ., Arbeiterzeitung". werden? Auswirkung der Sprachenverordnung. Die Autorisationsprüfungen der Ziviltechniker, welche bei der politischen Landesverwaltung in Prag bisher in deutscher Sprache von deutschen Prü fungsfommiffären abgehalten wurden, werden nach der neuen Sprachenverordnung nunmehr teilweise in tschechischer Sprache abgehalten werden. Der Verband der Ziviltechniker wurde aufgefordert, wiederum Prüfungskommissäre für die nächste 6jähr. Prüfungsperiode namhaft zu machen. Nunmehr wurde jedoch von der Ingenieurfammer unter Beifügung einer von der politischen Landesverwaltung ergangenen Weisung verlangt, unter Berufung auf die Sprachenverordnung von den vorgeschlagenen Prüfungsfommissären eine schriftliche Erklärung einzubringen, daß sie die tschechische Sprache beherrschen. Aehnlich erging es dem Professorenkollegium der deutschen technischen Hochschule, welches ebenfalls Kommissäre bei der Prüfung zu stellen hat. Wenn die Kennt nis der tschechischen Sprache von den Prüfungsfommissären verlangt wird ist es für manche Fachgruppe nicht möglich, die Stelle eines Prü fenden zu besetzen, da feine Professoren vorhanden sind, die diesen Bedingungen entsprechen. Weiter muß darauf verwiesen werden, daß Anwärter für diese Prüfung sich vorhereitet haben, um sie im nächsten Apriltermin abzulegen und umsonst Mühe und Zeit aufgewendet haben, da sie die tschechische Sprache nicht beherrschen und die Prüfung daher nicht ablegen können. Irgendeine Uebergangsfrist sieht die Sprachenverord nung nicht vor. Die tschechischen Nationalsozialisten wollen im Bodenamt Ordnung machen. Die Verhältnisse im Bodenamt stinken sogar schon zum Koalitionshimmel. Der Zentralvollzugsausschuß der tschechischen nationalsozialistischen Partei befaßte sich in seiner letzten Sizung mit dem heutigen Stand der Bodenreform besonders mit der Kolonisierung im„ berdeutschten" Gebiet und in den Berggegenden, mit der Renten pachtfrage in der Slowa tei, mit der Wälderreform und fordert entschie den, daß endlich die gesamte Reorganisation des ſtaatlichen Bodenamtes durch Aufhebung des Verwaltungsausschusses und Vermehrung der Zahl der Vizepräsidenten erfolgen möge. Er protestiert gegen die Absicht, daß dem Verwaltungs ausschuß des Bodenamtes, in dem bloß zwei Roa litionsparteien vertreten sind, wiederum die Vollmacht zur Durchführung der Bodenreform gege ben wird und ist zu den energischesten Schritten entschlossen, um im Bodenamt Ordnung zu machen." Daß es nötig wäre, im Bodenamte Die Tätigkeit der vorbereitenden Ausschusses würdig wäre es nur, wenn gerade die, sagen wir Ordnung zu machen, ist unzweifelhaft; mertfür die Sozialversicherung ist nicht so, daß man unordentlichen tschechischen Nationalsozia sich damit abfinden fönnte. In der am 2. März listen, diese Aufgabe unternehmen sollen. 1. J. stattgefundenen Sigung des Organisations. ausschusses, dem die Genossen Taub und Bös. Dne Bedeckung des Staatsangestelltenbezugsmüller angehören, kam dies scharf zum Aus systems. Während im Parlamente der sozialpoli brud. Genoffe 53 müller tennzeichnete dentische Ausschuß mit aller Anstrengung an der Sachverhalt ungefähr wie folgt: Staatsangestelltenbezugsvorlage arbeitet, ist die In weniger als vier Monaten tritt das Frage der Bedeckung laut, Právo Lidu" nicht In weniger als vier Monaten tritt das entschieden. Diese Frage ist, wie das Blatt Sozialversicherungsgesetz in Kraft. Nur mit schreibt, ständig ungelöst, obzwar die Zeit eilt und Bangen fann man dem 3 ge entgegen sehen, wenn man das Tempo, in dem bisher der vorbereitende es wird nötig sein, daß auch nach dieser Seite die Borlage endgültig ergänzt werden kann. Im Fi Ausschuß ſeine Aufgaben erledigt hat, in Betracht nanzministerium sind bereits beſtimmte Anträge gegen den Erianoner Bertrag und da Eine sensationelle Meldung der sicht. Bir find vom Miniſterium eingefeßt wor- ausgearbeitet und am Montag, wird sich mit ben, alle Vorbereitungen für die flaglofe Durch ihnen eine besondere Beratung der Wirtschaftsführung des Sozialversicherungsgesetzes zu treffen, Briand antwortet: Mitsprechen wohl, Wien, 3. März. Die Arbeiterzeitung" und was ist bisher geschehen? Die Blenarber- minister befassen. Die Anträge werden in fürzester aber mit einem anderen Außenbringt in ihrem Berichte über die Sigung des fmmlung hat einen technischen" und einen„ Or- Beit dem Ministerrate überreicht werden, deffen minister!"( Proteste auf der äußersten Linken.) Budapester Abgeordnetenhauses einen Passus ganisationsausschuß" eingesetzt und wir gehen Entscheidungen dann dem Stoalitionszwölferaus Blum fährt fort:„ Ich finde den Ver- aus der Rede des Justizministers Best hy, die heute daran, eine Territorialfommission", eine schuß mitgeteilt wird. Es handelt sich in erster föhnungswillen der Regierung begreiflich, um sich in den Parlamenisberichten anderer Blätter Organisationssubkommission" und eine„ Breffe. Reihe um die Erhöhung der Spiritussteuer, die Schwierigkeiten zu begegnen." nicht vorfindet. Nach der Arbeiterzeitung" Einrichtungskommission" zu schaffen. Ausschüsse um 2 K 80 h gesteigert werden soll. Die Spiri hätte sich Justizminister Pesthy nach der Rede und Kommissionen, Reden statt praktischer Arbeit, tusindustriellen sollen 1 K und die Konsumenten Briand: Ich fürchte teine Schwierigkeiten, des oppositionellen Abgeordneten Horvath erhoben, wo der Termin, da alles fertig fein muß, in K 80 h bei einem Liter tragen. In Erwägung fommt auch die bereits geplante Zuderſteuer, ich fürchte nur die Unbesonnenen."( Beifall wobei er einen Aft in Händen hielt, und sich an nächster Nähe iſt und die Versäumnis und Ver- über die noch eine Entscheidung nicht gefallen ist. lints und im Zentrum.) Friedrich mit der Frage gewendet: zögerung uns auf die Nägel brennt! Mitte Jänner Als Blum darauf besteht, daß die Vertreter hat die Plenarversammlung über meinen Antrag Sind Sie einverstanden, daß ich Ungarns im Völferbund nicht so behandelt wer einstimmig beschlossen, daß der Organisationsausdas vorlese?" ben tönnen, wie die anderen, ergreift Briand schuß binnen sechs Wochen über die Frage der Genossen, lefet und verbreitet die nochmals das Wort und fagt:„ Wenn wir un Nachdem Friedrich eine zustimmende einheitlichen Evidenzführung der Versicher Arbeiterprese. feren Delegierten im Völkerbund verwehren, sich Bewegung gemacht hatte, hätte Pithy gesagt: ten in den Krankenversicherungsanstalten und der neben diejenigen irgend eines anderen Staates" Dies ist das Protokell über die Einvernahme Evidenzführung bei der Bento sozialversicherungsStaates, Dies sozialversicherungs-■■■■■■■■■ ⠀⠀⠀ Seite 4. Rundfunt für Alle! Heute deutsche Arbeitersendung um 7 Uhr abends, Gen. Dr. Franzel spricht über„ Arbeiter und Kino". Programm für morgen, den 5. d. M. Brag, 16.30: Konzert; 19: Deutsche Sendung, Dr. Ing. Dörel: Die Kalkfrage in der modernen Landwirtschaft; 20.02: Luftiger Abend.- Brünn, 19: Konzert; 20.10: Aus" Die verfaufte Braut". London, 22: Volkslieder.- Paris, 21.30: Konzert. Berlin, 21: Im Wald und auf der Heide. Stuttgart, 21: Badische Dichter. Leipzig, 19.30:„ Der Wildschütz".- Minchen, 20.35: Konzert. Breslau, 21.15: Kammermusik. Frankfurt, 20.15: Klarinettenkonzert: Wien, 20.15, Chlapigo". 3ürich, 20.15: Vortragsabend. Wellenlängen der Stationen: Prag 368, Brünn 521, London 365, Paris 1750, Berlin 505 und 576, Stuttgart 448, Leipzig 452, Breslau 418, München 485, Frankfurt 470, Wien 530, Sü rich 515. Tages- Neuigkeiten. Nach sieben Jahren. 4. März 1926. statten Sie mir aber, Ihnen zu sagen, daß in den I man bereits eine tschechische Minderheitsschule für] wesentlich gefördert worden. Bei den üblichen Sonn legten sechs Jahren, die hinter uns licegn, niemals zwei tschechische Sinder errichtet. Die Regierung tags- Empfangsversuchen der Berliner Funkstelle ist irgendwelche Zahlungsstodungen bei uns vorge aber fürchtet die Jednoty und kommt den Wün es gelungen, den Dupler- Telephonie- Verkehr London Tommen sind. Das hängt auch davon ab, daß unschen der Chauvinisten so eifrig nach, daß die Neu York, der auf Welle 4000 Meter stattfindet, fere Regierung im Befix des Außenhandels- Segveveine bereits als eine feste Nebenregierung mit erstaunlicher Klarheit zu empfangen. Nen Vort monopols ist." war so laut, als wenn man in Berlin ein Stadt. gespräch führen würde. Da die Lautstärke nur mit angeschalteter Erde, also ganz ohne Antenne, erreicht wurde, ist anzunehmen, daß jeder Amateur, der über einen Dreiröhren- Empfänger verfügt, und einen Wellenbereich bis 6000 meter bestreicht, diese Versuche mit abhören kann. Also ist das russische Außenhandelsmonopol nicht etwa ein proletarisch diktatorisches Mittel zum Schuße der russischen Arbeiter gegen Ausbentung, sondern eigentlich nur dau da, um ihre Ausbeutung durch das Auslandskapital erst mög lich zu machen. Und schließlich wurde die dice Freundschaft zwischen dem deutschen Kapital und der russischen Revolution von Herrn Krestinski also bekräftigt und begossen: des Staates angesehen werden können. Der Regierung kommt dann nur noch die Aufgabe zu, offiziell fede Tschechisierung zu leugnen und den Deutschen Sand in die Augen zu streuen. Das Schicfal 80jähriger Veteranen in Hin denburg- Deutschland. Im Jahre 1924 bestanden in Deutschland noch rund 100.000 bedürftige Ve teranen aus den Kriegsjahren 1864 bis Auffindung alter Bücher. Im Stockholmer 1871. Es handelt sich um Leute im Alter von Konsistorium wurden bei einer Neuordnung der 75 bis 100 Jahren. Die Inflation hat sie noch Bibliothek noun umfangreiche Bücher aus dem 14. Die alten Fabriken wurden in Rußland mei bedürftiger gemacht als sie ohnehin schon waren. und 15. Jahrhundert entdeckt. Darunter befinden stens von deutschen Maschinenfabriken eingerichtet, Bisher wurden sie mit einem Ehrenfold im fich die bisher nur in einem einzigen Exemplar, das Es wäre für uns bei unserer Lage der Weltwirt fümmerlichen Betrag von 12.50 Reichsmart ab- in der Universitätsbibliothek in Upjala liegt, be schaft unendlich angenehm, wenn die deutsche In- gfeunden. Bei der Beratung des Haushalts für fannien Erläuterungen zu den Pjalmen Davids" dustrie uns beim Ausbau unserer Industrie wei- 1925 war es dem sozialdemokratischen Abgeord- von Johannes Bugenhagen, der die Luthersche terhelfen wollte. Natürlich ist diese Frage für neten Roßmann( Württemberg) gelungen, die An- Reformation in den nordischen Ländern verbreitet uns sehr stark verbunden mit der Kreditfrage, nahme einer Entschließung durchzusetzen, die die hat und eine lateinische Bibel aus dem Jahre 1429. und ich begrüße es, daß auf diesem Gebiet der Reichsregierung ersucht, die Monatsbezüge Wozu das Wohnungselend treibt... Die erste Schritt einer deutsch russi auf 30 Reichsmart zu erhöhen. In Aus- Malerscheleute Karl und Berta Rein in Eger schen Verständigung angebahnt worden ist. wirkung dieses Beschlusses sah sich die Regierung nächtigten im Sommer des Vorjahres wiederholt in Wäre es möglich, mit Hilfe der Reichsregierung die genötigt, die Bezüge ab 1. Ottober 1925 auf den Baulichkeiten der Brühlwiese in Eger und wur. russischen Kreditbedürfnisse zu befriedigen, so 20 Mart monatlich zu erhöhen. Sie tat dies aber den dort von der Polizei ausgehoben. Sie schrie zweifle ich nicht daran, daß das zum Ausbau nur in Form einer widerruflichen Teuerungs- ben dann von Pilmersreuth aus am 27. September der deutsch russischen Beziehungen zulage von 7.50 Mart pro Monat. Auch im 1925 einen Brief an den Stadtrat Eger, in welchem Heute vor sieben Jahren empfand das beitragen würde. Ich zweifle nicht an den star- aushalt von 1926 wollte sie nicht weitergehen, sie unter anderem schrieben:„ Dann zünde ich und deutsche Volk in diesem Staate zum erstenmal mit ten inneren Kräften der deutschen Industrie und obwohl die Zahl der Empfänger inzwischen auf meine Frau die ganze Halle an, damit auch die Gealler Schärfe, welchen Gewalten es unterworfen hoffe, daß die deutsche Industrie den notwendigen 82.000 gefunken ist. Eine gewisse Stütze fand meinde etwas zum Bahlen bekommt. Dann kön wurde. Noch hatte die Friedenskonferenz ihr Úr Weg finden wird, um die wirtschaftlichen Bezie die Regierung in dem Verhalten der bürgerlichen nen Sie uns anzeigen, dann haben wir auch unsere teil nicht gesprochen, noch bestand die Erklärung hungen zwischen den beiden großen, trotz politischer Parteien. So hat z. B. die Bayerische Volks- Ordnung und das Fressen und die Unterkunft." Am der Vertreter des deutschen Volkes als einzige Gegensätze befreundeten Reiche immer mehr enger partei, die sich auf ihre Fürsorge für die ehemali 10. Ottober 1925 wurde Karl Reinl wegen nächtli verfassungsrechtliche Grundlage für die deut und fester zu gestalten. Darauf erhebe ich gen Kriegsteilnehmer besonders viel einbildet, die cher Ruhestörung verhaftet und schrie auf der Wachschen Gebiete, die sich aus dem Herrschaftsverband Annahme der sozialdemokratischen Entschließung, stube, daß er die ganze Brühlwiese noch anzünde der alten Monarchie gelöst hatten, und schon ver Da fönnen wir mur sagen:„ Profit!" Es leb: die 30 Mark forderte, mit der Einbringung eines und feinen Bater umbringen werde. Karl Reinl trat der tschechische Staat sein angebliches Recht die Freundschaft zwischen der reaktionären Luther- Antrages beantwortet, der die Regierung auffor- erklärte, mit dem Anzünden deshalb gedroht zu ha mit Waffengewalt. Unbewaffnete Demonstranten Regierung und den Industriebaronen auf der dert, die Beihilfe auf nur 20 Mark zu erhöhen. ben, weil er von der Stadtgemeinde Eger keine fielen als Opfer der Legionäre, Blut flog in den einen Seite, der Mostauer Sowjetherrschaft und Dieses Schicksal würden die Altveteranen auch er- Wohnung bekommen habe. Die Eheleute Reinl wur. Städten Deutschböhmens, in denen das Volk für ihrer Internationale auf der andern Seite! fahren haben, wenn sich die Sozialdemokratie den wegen gefährlicher Drohung angeflagt und Karl nichts anderes demonstrierte, als für das ihm ihrer bei der Beratung des Haushalts des Finanz- Reint bereits am 13. November zu drei Mona Die Affentierungen im Jahre 1926. Gemäß ministeriums für 1926 nicht tatkräftig und er- ten schwerem Kerfer und Wahlrechtsverlust verur verweigerte Recht, feine Vertreter zu wählen. Es der Bestimmungen der§§ 10 und 16 des Wehrge- folgreich angenommen hätte. Der Abg. Roßteilt, während die Verhandlung gegen Berta Reinl war der erste schwarze Tag in der Leidensgefepes, bezw. des§ 79 der Wehrvorschriften kann mann( Soz.) beantragte mit seinen Freunden erit jetzt durchgeführt wurde. Berta Reinl wurde schichte des deutschen Volkes der Sudetenländer, der Aufschub des Antrittes des Prä in Vollzug der angenommenen Entschließung, die zu einem Monat Kerker bedingt auf zwei er ist mit Blut eingezeichnet in die Annalen vor senzdienste 3 denjenigen bewilligt werden, Bezüge auch tatsächlich auf 30 Mart zu erhöhen allem der deutschen Arbeiterklasse dieses Landes. Das Blutvergießen des 4. März machte die deutfchen Arbeiter vorsichtig gegen eine Demokra fie", die sich mit Pulver und Blei festseßen wollte. Es war der denkbar schlechteste Weg, den die neuen Machthaber einschlugen und es war vor auszusehen, daß sie so die Herzen der Deutschen nicht gewinnen würden. mein Glas." Jahre, verurteilt. und zu diesem Zwecke den betreffenden Etattitel um weitere sieben Millionen Mark zu verstärken. veranlaßte den 16 Jahre alten Franz Wild in Jugendliche Ausreißer. Der Trieb in die Ferne Unter dem Eindruck seiner Darlegungen wurde Karlsbad, seinen Eltern 2000 K zu entwenden und die Angelegenheit dem Sparausschuß überwiesen, mit seinen Freunden, dem 18 Jahre alten Kellner der nach kurzer Beratung mit Zustimmung des Anton Häufer und dem 16 Jahre alten Johann Finanzministers beschloß, die Bezüge der Alt- Stubner, Elektromonteur, die Reise in die Welt veteranen ab 1. April 1926 endgültig von 12.50 anzutreten. Die drei famen aber nur bis Eger, auf 25 Mark zu erhöhen. Das sozialdemokratt- wo sie festgenommen und ihren Eltern überstellt sche Vorgehen endete also mit einem sehr be- wurden. 1700 K konnten bei den Ausreißern noch achtlichen Teilerfolg. vorgefunden werden. welche ihre Studien fortseben oder sich anderweitig für einen bestimmten Beruf vorbereiten( 3. Beisp. Lehrlinge), wenn sie durch die Unterbrechung großen Schaden erleiden würden, weiters denjenigen, welche besonders berücksichtigungswürdige Umstände nachweisen. Den Gesuchen um Aufschub des Präsenzdienstes müssen alle Nachweise zugelegt werden, welche die Vorlage der Gesuche begründen, z. B. Heute nach fieben Jahren ist der zentralistisch das Studienzeugnis( Schulbesuchszeugnis) vom rogierte Staat unter dem Einfluß der allnatio- Vorjahre, sowie der Beleg über die Fortsetzung der nalen Koalition zu einer Hochburg der Reaktion Studien( bei Studenten), oder der Beleg über geworden. Den Deutschen wurden die Sprachen die ununterbrochene Vorbereitung für einen be- Polizei. Die Wahlen der Personalvertretung bei Oskar Mages in Tepl fam am 28. Dezember v. J. Sozialdemokratischer Sieg bei der Grazer Beim Ansuchen um das Reisegeld. Der Heizer verordnungen geboten und man geht gegen de nimmten Beruf( bei Lehrlingen und dgl.). Die Ge- der Grazer Polizei brachten der Sozialdemokratic monstrierende Bürger wie damals mit Polizei juche müssen vor der Assentierung und einen glänzenden Sieg über die christlichsoziale zum Bürgermeisteramte Tepl, um das Reisegeld und Gendarmerie vor. Das Recht auf die freie zwar bei der politischen Bezirksverwaltung( dem Gewerkschaft. Von 517 Bolizeibeamten beteiligten nach Bilsen anzusprechen, da er eine Vorladung zum demonstrative Meinungsäußerung der Massen ist Bezirksamte oder dem Magistrate) eingereicht wer sich 483 an der Wahl. Die Frei Gewerkschaft er- Brigadegericht in Pilsen erhalten hatte. Siebei uns geraubt, so wie es uns geraubt wurde, che den, in dessen Bereich der Gesuchsteller seinen da u hielt 405, die christlichsoziale 73 Stimmen, so daß machte Mages dem Bürgermeister Vorwürfe, daß noch über die Grenzen der Republik die Würfel ernden Wohnsis hat. Wer aus irgendwelchen von den zwölf Mandaten e If die Freie Ge- ſein Gesuch an den Präsidenten der Republik abge. gefallen waren. Aber auch heute führen diese Ge- Gründen das Gesuch nicht bereits vor der Affen wertschaft erhielt, eines die Christlichsozialen. wiesen wurde. Durch den Lärm fam der Polize waltmethoden nur dazu, das Verhältnis des tierung eingereicht hat, kann es spätestens bei mann Ohrmann herbei, der Mages zur Ruhe Herrenvolles zu den Minderheiten zu verschlech- der Assent tommiffion, jedoch noch immer noch nicht Ruhe! In dem durch den„ Affen verlassen. Infolge Nicht folgeleistung wurde Mages Die Blamierten aus dem Affen- Prozeß" geben mahnte, und ihn aufforderte, das Amtsgebäude zu fern und die stete Krise des zentralistischen Staa- vor der ärztlichen Untersuchung ein Prozeß" zu einer traurigen Berühmtheit gewordenen zwangsweise aus dem Gebäude entfernt; Ohrmann tes zu verschärfen. Die ehemaligen Freiheitsreichen. Wenn der Gesuchsteller bei der Gesuchs- nordamerikanischen Staate Tennessee wurde versuchte dann die Haustür zu schließen. Mages fämpfer haben in sieben Jahren nichts gelernt vorlage nicht die notwendigen Belege zur Hand hat, soeben ein vor 123 Jahren erlassenes„ bi aues Geführte jedoch einen so wuchtigen Fußtritt gegen die und nichts vergessen. so fann er sie erst nach der Assentierung vorlegen; set" strikt durchgeführt, das jedwede Arbeit und Haustüre, daß sie wieder aufsprang und Ohrmann Aber so wenig das Blut der Märzgefallenen die das Gesuch selbst sei es auch ohne Belege nationale Gewaltherrschaft fester fittete, so wenig muß jedoch unter allen Umständen spätestens bei verbietet. Infolgedessen wurden in Nashville, Mem- getroffen und am fleinen Finger verlebt wurde. die Ausübung irgend eines Berufes am Samstag von dem Fuße des Mages auf die rechte Hand werden die Gewaltmethoden von heute dem all- der Affentierung vor der ärztlichen Untersuchung phis und in anderen Städten gegen viele Kaufleute Wegen öffentlicher Gewalttätigkeit wurden Mages nationalen Regiment das Leben verlängern. Die eingereicht werden. Nach der Aſſentierung können Saftbefehle ausgestellt. In Nashville wurden vom Kreisgerichte zwei Monate schwerer Rer fer Staat wird erst zur Ruhe und gedeihlicher Gesuche und zwar spätestens bis zum Tage des jogar die Herausgeber von zwei Sonner, bedingt mit Bewährungsfrist von zwei Jah Arbeit kommen, wenn die Herrschenden die Me- Präsenzdienſtantrittes nur dann eingereicht wer- tagszeitungen, Bigarrenhändler, 3eithoden des vierten März ausgeben und auch uns den, wenn die Umstände, auf welche sich der Gesuchtungsverkäufer, Schuhpuyer, Omnidadurch die alte Wunde verschmerzen lassen. steller in seinem Gesuche stüßt, erst nach der Assen- bus- und Taxi Chauffeure, Besiper von Prager Chronit. Der Chauffeur Paul Dör tierung eingetreten sind. Ansonsten ist ein derarti Gasolin- Stationen und Süßigkeiten fel aus Drahowitz bei Karlsbad fuhr Dienstag Wieder ein fapitalistisches Festessen ges verspätet eingereichtes Gesuch ergebnislos und händler vor Gericht geladen, ebenfalls der Super- abend nach 8 Uhr über den Graben in Prag. Die es muß nach den bestehenden Bestimmungen abge- intendent der Straßenbahn weil er Wagen lau- Pflegerin Marie Bebr aus Prag- Kleinseite und wiesen werden. fen ließ. In Memphis waren fast alle Läden ge- die Köchin Anna Křepela aus Prag- Neustadt schlossen, aber die beiden Zeitungen ,, Tennessean" und wurden von dem Wagen erfaßt und zu Boden ge" Banner" erschienen wie an jedem anderen Tage, rissen, wobei die Bebr so schwere Verlegungen erobwohl man ihnen mitgeteilt hatte, daß jedwede Ar- litt, daß sie ihnen im Strankenhause erlag. beit nach Mitternacht verboten ist. Der Anwalt Křepela wurde nur leicht verwundet. Der Chauf Cooper, ein„ Reformer", hat das alte Gesetz ausge- wurde der 64jährige Lehrer Emanuel Avača aus feur wurde in Haft genommen.- Dienstag abend graben und das Obergericht hat entschieden, daß es zu Recht besteht und durchgeführt werden kann, als Weinberge von einem Straßenbahnwagen zu Boder Besitzer einer Gasolin- Station, welcher der Bergen am Kopfe.- Ein Zizlover Hausbesitzer ließ den gerissen und erlitt lebensgefährliche Verlegun letzung des Gesetzes schuldig befunden worden war, sich für die Einwilligung zum Verkaufe eines in dagegen Berufung einlegte. Nach dem ,, Affen- Prozeß" feinem Hause befindlichen Geschäftslokales den Be ist in dem Staat Tennessee eben alles möglich, und so trag von 10.000 K bar auszahlen und erhöhte zu muß man auch die Meldung ernst nehmen, daß die gleich den Zins von den bisherigen 1000 auf 4500 „ Reformer" eine Rampagne planen, wonach jeder Stronen. In Smichov wurde ein Zimmer mit Bewohner einer Stadt oder Ortschaft gezwungen Küche gegen Barerlag von 15.000 K vermietet, wo werden soll, nach 6 Uhr abends in seiner von sich 5000 K als Zins für fünf Jahre und Wohnung zu bleiben. 10.000 K als Ersatz von Adaptierungen verstehen, die allerdings nicht durchgeführt wurden. In beiden Fällen wurde die Strafanzeige erstattet. 1. Die Bodenreform hat nur nach staat lichen und nationalen Gesichtspunkten und nach Anhörung der örtlichen Minderheiten, insbesondere der Lehrerschaft, zu erfolgen. mit sowjetru i cher Beilage. Nicht nur Brag hat seinen Ovfejenko; nicht Die Pläne der chauvinistischen Nebenregienur in der Tschechoslowakei gibt es einen russischen rung des Staates. Wie die„ SudetendeutGeschäftsträger, der bei Festgelagen mit Indusche Tageszeitung" berichtet, hat die Kreisstriellen fraternisiert. Anderwärts belieben die versammlung der Narodni Jednota in Zuaim revolutionären Gesandten Sowjetrußlands dieselbe folgende Forderungen aufgestellt: Methode, wie als jüngstes Beispiel das Auftreten des russischen Botschafters Krestinsti beim offiziellen Leipziger Messe- Fest effen bewies. In welcher Reihenfolge und Quantität dort Gnslebern, Stapanner und Trüffeln, flankiert von Sektflaschen aufmarschierten, wissen wir nicht; doch einiges, das Krestinsti den versammelten Spitzen des Bürgertums und den Vertretern der fapitalistischen Presse in der ge hobenen Stimmung; um Besten gab, können wir doch berichten. So rief er beispielsweise in seinem Toast den reichsdeutschen Industriefapitänen zu: Wenn sich die deutsche Wirtschaft heute trop der Ergiebigkeit der Produktion noch in schwieriger Lage befindet, so hängt das vielleicht nicht zu1letzt davon ab, daß Ihre Industrie nicht genügend Absa pmärkte besitzt. In dieser Richtung fönnen wir Ihnen ganz wesentlich zu Hilfe kommen." Dazu wäre zu bemerken, daß den Deutschen der Absaßmarkt zunächst im eigenen Lande, und zwar deswegen fehlt, weil die Arbeiter mit ihren Hungerlöhnen oder dem Bettel der Arbeitslosenunterstützung eben nichts faufen fönnen was ein sowjetvussischer Botschafter natürlich übersehen darf, zumal in so illustrer Gesellschaft. Herr Krestinsti sagte dann weiter: ,, Sie dürfen nicht vergessen, daß unsere Regieund der größte Käufer und der beste Zahler in der Welt ist.( Stürmische Heiterfeit und starter Widerspruch.) Meine Herren! Ich verstehe Ihren Widerspruch; ich habe dafür volles Verständnis. Ge2. Der Staat hat sich unverzüglich um den Bau von Minderheitsschulen in Schönwald, Schönau, Schaffa, Höflein, Alt- Schallersdorf, Baumöhl, Defowis, Joslowis, Frischau und Wischau zu kümmern; Kindergärten sind in allen Minderheitsgemeinden zu errichten. 3. Beschleunigung des Baues der sperren. Thayatal4. Bei der Besetzung, welche Stelle immer ist neben der Fachqualifikation besonders die Eignung des Kandidaten für nationale Arbeit zu berücksichtigen. Das segensreiche Wirfen dieser Staatsangestellten auf exponierten Bosten soll ideell und materiell belohnt werden. 5. So lange Tschechen von deutschen Hausbe fibern abhängig sind, soll das Mieterschußgefeß in unserem Kreis nicht aufgehoben werden. Das Gesetz über die Baubewegung soll für die Bedürfnisse des tschechischen Volkes in den Minderheitsgemeinden nugbar gemacht werden. 6. Ausländer sollen unter feinen Umständen aufgenommen werden. 7. Alle staatserhaltenden Parteien sollen diese Forderungen unterstützen. ren diktiert. Der Prozeß Lüßow wird ein teurer Spaß der preußischen Justizverwaltung werden. Vor einigen Tagen hatten die Verteidiger des Herrn von Lützow an die Staatsanwaltschaft den Antrag gestellt, das Wetterbericht vom 3. März. Dienstag trat inVerfahren abzufürzen, um nicht die schon bisher folge verstärkten Westwindes im größten Teile ungeheuer großen Kosten noch weiter anwachsen zu höchsten Marima melden Aussig und Budweis mit Böhmens gegen Montag eine Erwärmung ein. Die lassen. Der Antrag ist abgelehnt worden, so daß 8 Grad, Prag mit 7 Grad Celsius. In Ostböhmen, demnächst sämtliche vorgesehenen 75 Anklagepunkte Mähren und der Slowakei waren demgegenüber. durchberaten werden. Der Prozeß, der demnach infolge verstärkter Bewöllung die Tagestempera noch mehrere Wochen dauern wird, hat bisher schon turen niedriger als am vorhergehenden Tage. In Riefensummen verschlungen. Allein das Gutachten Kaschau und Ungbar fiiegen sie überhaupt nicht des abgelehnten Sachverständigen, Geheimrat Moll, über den Gefrierpunkt. In der letzten Nacht kamen hat 5000 Mart gekostet. Insgesamt wird die westlich der March teine Nachtfröste mehr vor, die Staatstaffa für die Gutachten und Spesen der Sach- Slowakei hatte noch Nachttemperaturen von 0 bis verständigen etwa 30.000 Mark auswerfen müssen. 2.Grad. Niederschläge meßbarer Men.ge fielen wäh Auch die 300 Zeugen losten eine beträchtliche Sum rend der letzten 24 Stunden nur in Böhmen, und nie. Von gutunterrichteter Seite werden die Ge zwar besonders im Riesengebirge und im Böhmersamtkosten des Lützow- Prozesses auf 800.000 Mart wald( Cerchov, Schneekoppe 2 Millimeter, Traus ( 2.5 Millionen Kd) geschätzt. tenau 6 Millimeter). Wahrscheinliches Dazu ist ergänzend zu bemerken, daß die unter Punkt 2 angeführten Orte rein deutsche Die drahtlose Verständigung mit Amerika ist Wetter von Donnerstag: Borwiegend be durch Versuche, die am vergangenen Sonntag zwi- wölkt, Niederschlagsneigung, noch mild, westliche schen Berlin und Neu Dort gemacht wurden, Luftbewegung Gemeinden mit altansässiger kleinbäuerlicher und agrarischer Bevölkerung sind. In Frischau hat it t 1, rt t₁ われら ちねた r, d je et er 4. It Lär 1926. Die Räuber. ( 0017) 2006. Devisenturke. S Prager Kurse am 3. März. Zu den 22 Bundesfürsten, die Deutschland um 22 Milliarden Mart schröpfen möchten, gefellt sich neuerdings ein halbes 100 holländische Gulden Sundert ,, Standesherren!" folgende ,, deposetierte Fürsten" 1. Alexander Landgraf von Hessen 2. Friedrich Karl Prinz von Hessen 3. Ernst Eugen Landgraf von Heffen Mark 100 Reichsmart. i Viund Sterling 100 belgiiche Frants 100 Schweizer Frants 100 Lire Dollar Geld 1353.50.805158.80.649.87.50 163.80.185.85. 83.70. 126.55.59.75.50 4.71.75 434.50.001477.25.Ware Celte 5. Verbandstag der Metallarbeiter. Der Vorstand des Internationalen Metallarbeiterverbandes hat für den 22. bis 25. Mai 1926 den dritten ordentlichen Verbandstag nach) Teplitz mit folgender Tagesordnung einberufen: 1. Geschäftliches: a) Eröffnung; b) Geschäftsord 652.87.50 nung; c) Wahl der Mandats, Wahl- und An1359 50. 154.70 809.165.137.25. tragsprüfungsfommission. 34.-.- 2. Berichte: a) des Vorstandes; b) der Kon 127.95.- trolle; c) des Schiedsgerichtes. 60.25.50 4.81.75 3. Wirtschaftslage: a) Die Umwälzungen in 440.5 der Eisen- und Metallindustrie; b) Die wirt schaftliche Situation in der Tschechoslowakischen Republik and unsere Lohnpolitik." 480.25.ccc Es verlangen von der Republik an Renten in Lübbenau 800 Mark für Aufhebung feiner Rechte und Angaben, Graf zu Rantau für die Gutsherrschaft Greifenburg 900 Mart, Groß100 französische Franks herzog von Sachsen- Weimar 24.000 Mark, 100 Dinar .612.000 Marktstandgeld 1000 Marft, die Wiedsche Rent 100 volnische Bloth Freiherr von Hammerstein für aufgehobenes 10.000 magyarische Kronen. 96.000 kammer in Neuwied für Malzzwangsentschädi150.000 gungsrenten 5000 Mart, Fürst von Stolberg- 0000000 100 Schilling Stolberg für seine Rheinoftroirente für knappe 20 Mart- Graf zu Altleiningen- Westerburg für Jänner im Ascher Gebiet und auch im Neustädter 195.000 fein Rheineccoi 12.000 Mart, Graf von Gebiet noch ziemlich gut. In den Wollspinne.len 150.000 Matuschka- Greifenklaut für aufgehobene Blutzehn jedoch war die Beschäftigung im allgemeinen sehr schwach und wurde teilweise Sturzarbeit eingeführt, teilweise wurden auch bereits Entlassungen durch geführt. Ziemlich gut war die Beschäftigung im Jänner noch in der 6. Friedrich Ferdinand Herzog zu Schleswig Holstein- SonderburgGlücksbur B 4. Alexis Lardgraf von Hessen " 5. Albert Herzog zu Schleswig- Holс et e It t d e t I e Stein- Sonderburg- Augustenburg. . 181.000 Jahr, ten und aufgehobene Leibeigenschaft 100 Mart im 181.000 Jahr, Freiin von Breienbach für aufgehobene 7. Fürst von Hohenzollern- Sigmaringen 75.000 Jagdfrohnden für„ Tanzerlaubnisgelder", Juden1,459.000 abgabe" und" Kellelzins" 850 Mart. Macht zusammen: Diese Renten wurden bis 1913 prompt bezahlt. Dann setzte der Rechtsstreit um die Aufwertung" ein, der heute noch nicht abgeschlossen ist. Der Rechtsgrund der Renten? ,, Deposedierte Fürsten" ,, Standesherren" ,, Kleine Herren" Alles in allem • • . 1,459.000 Mk. 370.000 Mr. 200.000 Mr. 2,029.000 Mt. Der hessische Thronschat" sollte im Jahr. im Jahre 1866 von Preußen abgelöst werden. Seine Dukaten find bekanntlich aus dem ano- beschädigten 900 Mart, dem ArbeitsAlso: Dem erwerbsunfähigen Kriegs nenfutter" der hessischen Landestinder ge- invaliden 700 Mart, dem aufs Altenteil gewonnen worden. Die Schleswig- Holstei fetten Kleinrentner 1200 Mart Unterner haben ihre Rente" lediglich einer dynasti- ftüßungssatz" und dem Kriegsinvaliden schen Geste der Hohenzollern zu verdanken, über von 70-71 ganze 300 Mark im Jahre. die sogar der kaiserliche Hofmarschall ZedlitzTrüßschler in seinem Tagebuch schreibt: Want hatte ihnen gar nichts zu entschädigen; der Augustenburger hatte keine Ansprüche aufgegeben; denn er fonnte gar feine machen.". Der Hohenzol ler Sigmaringer hatte auf auf seine Hoheitsrechte freiwillig verzichtet, ohne daß der " hohenzollernsche Landtag" seine Zustimmung dazu gab! Der Rechtsgrund dieser Tributleistung an die „ deposetierten Fürsten" war also schon zu Wil helms Zeiten umstritten. Die Republik aber foll den dynastischen Ruhhandel um Untertanentnochen rechtsfräftig machen und legalisieren. Den mecklenburgischen Fürstenmaitressen aber 15.000 Mart dem Rommandierenden General 20.000 Mark und den arbeitslosen Landes vätern von Sefsen, Schleswig- Holstein und So henzollern- Sigmaringen je 1 Million im Jahr. Volkswirtschaft. Konjunkturrüdgang in der Zegtilindustrie. Strids und Wirhvarenindustrie. Wenn auch in dem einen oder dem anderen Betriebe der verschiedenen in Betv cht kommenden Gebiete die Beschäftigung etwas schwächer war. so fommt dies für die Gesamtsituation in dieser Branche nicht in Betracht. Flachs, Leinen- und Juteindustrie. längerer Zeit in allen in Betracht kommenden Die Flachsspinnereien sind schon seit Gebieten anhaltend mangelb ft beschäftigt. 4. Sozialpolitif: a) Die Sozialversicherung; b) Das Center Syſtem. Die Betriebsausschüſſe im Spiegel der 6. Statutenänderung und Anträge. 7. Neuwahlen. 8. Sonstiges. Kinderfreundebewegung. Die Stung des Reichsausschusses der Kinderfreunde", die am 18. Feber in Prag stattfand, bewies neuer. Die Sigung beschäftigte sich hauptsächlich mit drei lich, daß es auch in der Tschechoslowakei mit der ,, Kinderfreunde" Bewegung rüstig vorwärts geht. Gegenständen: Mit der Vorbereitung der für den Die Entwicklung der Situation in der Flachs- Somnter geplanten Funktionärkurse, mit der Um induſtrie steht im engsten Zusammenhang mit der und Ausgestaltung der Kinderbeilage der SozialGestaltung der Verhältnisse in den Leinen demokratin" und mit der Frage der Mitarbeit unfewe bereien, die schon seit Striegsende einen rer Jugendlichen in der„ Minderfreunde"-Bewegung. schweren Kampf um bessere Absatzmöglichkeiten Die in Aussicht genommenen Funktionär. führen. Der Jnlandmarkt ist nicht aufi hmsfähig tur se sollen womöglich) in allen Bauen an drei genug, um die in der Tschechoslowakei bestehenden aufeinanderfolgenden oder zweimal 1½ Tagen Leinenvebereien voll beschäftigen zu können und( Samstag nachmittags und Sonntag) stattfinden das Exportgeschäft ist nur zum Teil möglich. Diese und folgende Themen umfassen: Sozialistische ErIndustrie hatte in der Vortriegszeit ganz andere ziehung- Büchereiwejen Büchereiwesen Ausflugswesen Abjazmöglichkeiten, als dies in der Nachkriegszeit Spiel und Bastelstunden Programme für Kin der Fall ist. Sowohl im Inlande( dem damaligen berfeste Organisationsfragen. Als Lehrer werCesterreich- Ungarn), als auch im Auslande war den führende Funktionäre unserer Kinderfreunde" nach Leinenwaren bedeutende Nachfrage. Bewegung wirken; die Auswahl der Schüler wird schäftigungsgrad im Jänner äußerst unbefriedi- tinder beilage der Sozialdemokratin" wird Auch in der Juteindustrie war der Be- den Gau- und Gruppenleitungen überlassen. Die in gend und es fm in einzelnen Gebieten zu wei- ab März gemeinschaftlich von der Frauenorganisateren Betriebsreduktionen. Die Kurzarbeit tion und den Kinderfreunden herausgegeben wer nimmt überhand und es wurden auch bereits den; sie wird doppelt so stark und viel reicher illu vielfach Entlassungen vorgenommen. Die striert sein als bisher. Wir wünschen, daß die neue gegenwärtige Situation in der Flachs-, Leinen- tinderzeitung, mit deren Redaktion die Genossen und Juteindustrie zeigt ein wenig erfreuliches Hofbauer und Schweißer betraut wurden, Bild, das auch für die nächsten Wochen keine unseren Buben und Mädeln recht viel Freude beRenderung im günstigen Sinne erwarten läßt. reiten möge. Die Mitarbeit der Jugend. In den hauptsächlichsten Branchen, mit Aus. Aus dem vorstehenden Allgemeinbericht istlichen in der„ Kinderfreuzbe"-Bewegung, die in In den hauptsächlichsten Branchen, mit Auszu entnehmen, daß in der Textilindustrie eine schwung genommen hat, soll nunmehr planmäßig den letzten Jahren einen sehr erfreulichen Auf46,000 nahme der Baumwollindustrie, die aber ebenfallsendung zum Schlechtern unverkenn- ausgebaut und damit eine neue, starke Seraft in den 7.000 bereits Symptome der rückläufigen Entwicklung bar ist. aufweist, wurde aus den Gaugebieten überall ein 40.500 Abflauen der Beschäftigung im Monat Jänner 46.500 gemeldet. Dies ist zunächst bei der Es verlangen von der deutschen Republik an Renten ferner die ,, eigentlichen Standesherren": 1. Otto Fürst zu Salmhorstmar 2. Nikolaus Leopold Fürst zu SalmSalm ,. 3. Herzog von Croy zu Dülmen 4. Fürst zu Salm- Wittgenstein- Hohenſtein 5. Fürst zu Salm- Wittgenstein- Berle burg 6. Fürst zu Solms- Hohensolms 7. Engelbert Maria Herzog von Arensberg 8. Fürst zu Wied 9. 9. Gustav Graf zu Alt- LeiningenWesterburg 10, Fürst zu Bendheim- Steinfurth 11. Die Töchter der Gräfin ReichenbachLessonitz, . Mart Der Textilarbeiter" bringt einen ausführli chen Bericht über die Lage der Textilinduſtrie im Jänner 1926, woraus wir einiges hier wiedergeben: Die Soffnung, daß die besonders in der weiten Hälfte des Jahres 1925 bemerkbar ge60.000 wordene Besserung der Produktionslage in der Textilindustrie im Jahre 1926 weitere Fortschritte 58.000 machen werde, erfüllt sich nicht. Im Gegenteil: in 18.000 vielen Branchen der Textilindustrie zeigt sich eine bedenkliche Verschlechterung der Beschäf22.500 tigungsmöglichkeit. 20.300 1.500 36,800 370.000 Der Rechtsgrund dieser Renten? Die hohen Herren hatten Sitz und Stimme im alten Reich bis zum Reichsdeputationshauptfchluß" Schuh" von 1803 und leiteten ihre Rechte aus dem Artikel 14 der Wiener Bundesafts, von 1815 her! Es verlangen schließlich von der deutschen Tuchindustrie der Fall, in der mit Ausnahme ganz vereinzelter Fälle eine ziemliche Verminderung des Beschäffigungsgrades gemeldet wurde. Zivar wurde noch fast überall 48 Stunden pro Woche gearbeitet, doch läßt die Neberhandnahme der Flauheit befürchten, daß schon in den nächsten Wochen Se ur 3arbeit m größerem Umfange eintreten fann. In der Baumwollindustric Dienst unserer Sache gestellt werden. Vor allem ist Die Arbeiterschaft der tschechoslowakischen wichtig, daß die Jugendgenossen bei der OrganisaTextilindustrie hat alle Ursache, die Entwicklung tion der Roten alten" tatkräftig mithelfen. der Dinge mit gespanntester Aufmerksamkeit zu unsere Sünderfreunde" haben diese Form der Ninverfolgen, da ihr aus derselben eine schwere der bezw. Jugendbewegung, über welche im SoGefährdung ihrer Existenzmöglichkeit droht. zialdemokrat" vor furzem Genosse Rosenthal Diese Gefahr ist es aber nicht allein, vor der die berichtet hat, bereits in einigen ihrer Ortsgruppen. Arbeiter stehen. Die Unternehmer lauern bekannt- Neutitschein, Reichenberg etc. ins lich cauf jeden, ihnen günstigen Moment, die Lohn Leben gerufen und es ist wahrscheinlich, daß auch und Arbeitsverhältnisse zu verschlechtern. Es ist andere Ortsgruppen dem gegebenen Beispiele folgen fogar sehr wahrscheinlich, daß die Textilfabrikanten werden. Aus dieser Sachlage ergibt sich für die an der gegenwärtig wieder auftretenden Verschär- Jugendorganisation und die Kinderfreunde" die fung des Krisenzustandes nicht ganz unschuldig Aufgabe, gemeinschaftlich zur gedeihlichen Entwic find. Vielleicht vorsuchen sie es auf diese Art, sich lung dieser jungen Bewegung beizutragen. Wobe von dem„ unerträglichen Druck der verschiedenen aber ausdrücklich betont werden muß, daß„ Rote Laſten"( Steuerdruck, Sozialpolitik, hohe" Löhne Fallen" Selbständigkeit brauchen, nicht im und dergleichen) etwas Luft zu machen. Die Ar- üblichen Sinne von den Erwachsenen„ geleitet" werbeiterschaft muß daher beiterschaft muß daher die Augen offen halten, den dürfen. Wo man mit den Zwölf bis Fünfzehnjährigen noch nicht so weit iſt, daß man ihnen die Fähigkeit zur Selbständigkeit zutraut, lieber noch waren nur die Spinnereien noch sehr gut beschäftigt und wurden auch mehrfach lieber stunden und Schichtarbeit beibehalten. Ungünstiger und lagen Dinge, soweit die Baumwoll we be reien in Betracht kommen. Faft überall wurde von Stockungen in den Webereibetrieben berichtet Hans Joachim von der Schulenburg für das Rit und arbeiteten viele Betriebe bereits zum Teil der in Aussicht gestellten Verteuerung der Lebens warten. Jedenfalls bittet die Reichsleitung der tergut 600 ,, leinen Herren": verkürzt, zum Teil mit reduzierter Belegsch ft. Wollwarenindustrie. rich Graf von Galen 1000 Mart im Jahr, Fürst Hendel- Donnersmard für Aufhebung der Privatzölle seiner polnisch gewordenen Standes- In dieser Bv: nche war die Er eugung von herrschaft 1000 Mark im Jahr, Graf zu Lynar Herren- und Damen- Modestoffen im Monat wenn sie nicht dabei als das offeinige leibtragende Element ſein will. Den Arbeitern winkt infolge haltung ohnedies die Zukunft trübe genug und sie wird durch engsten Zusammenschluß die erforder Liche Seraft sammeln müssen, um cuf alle auf sie einstürmenden Angriffe in entschiedenster und erfolgreicher Abwehr antworten zu können. Kinderfreunde" alle Ortsgruppen, die sich für die Falken- Bewegung interessieren, bevor sie etwas in der Sache unternehmen, an den Obmann des Vereines( Genossen Schweizer, Brünn, Augartengasse 8) zu schreiben und sich mit ihm zu beraten. und seine Hand nach dem Klingelknopf strecte, entgegen und nach, hält die Blätter den Vorüber-| Demütigungen, die ihm beim Postensuchen zuteil fühlte er das Blut in die Wangen steigen und die gehenden entgegen. Jeßt muß er schon mehr als geworden waren. Alles war vergeblich gewesen. Der Zeitungsverfäufer. Hand sank wieder hinab. Nein, berteln konnte zwanzig Stück verkauft haben. Indessen ist der Die Wohnung wurde leer und leerer, weil Stüd er nicht! Kein einziges Wort hätte er hervor- trübe Nachmittag in dunkle Nacht übergegangen. um Stück verkauft werden mußte. Und nun steht Da stand er nun also mit dem Pack Zeitun- gebracht, so schnürte ihm irgendetwas die Kehle und ein feiner Regen rieselt nieder. Auf dem er da... Sein Blick irrt zu den hellerleuchteten gen unterm Arm und hatte den Hut tief ins Ge- zu. Und so hatte er sich zitternd vor Scham aus feuchten Pflaster zerfließen die Reflere der elef- Fenstern der gegenüberliegenden Häuserreihe. Die sicht gedrückt, damit ihn Bekannte und frühere dem Hause wieder hinausgeschlichen. Und nun trischen Lampen. Und er fühlt die Nässe durch Menschen dort oben in den warmen Wohnungen Berufskollegen nicht erkennen. Und sein Körper spürte er dasselbe Würgen in der Kehle. Am die schadhaften Schuhe, und die Stälte gleich wissen nicht, wie gut sie es haben. Ein Herr und zitterte vor innerer Aufregung, obwohl er sichs liebsten würde er den Pack Zeitungen wegwerfen Schlangen an seinen Beinen emporkriechen. Die eine Dame kommen des Weges. So ist er vorgestern oft und oft im Geiste vorgestellt hatte, wie und sich davonschleichen. Aber das konnte er Menschen eilen achtlos an ihm vorüber. Selten dem auch mit Steffi gegangen. Damals. Er es fem wird, wenn er als Zeitungsverkäufer an nicht. Sie waren ja nicht sein. Und dann: es nimmt ihm einer ein Blatt ab. Irgendwo bietet dem Herrn eine Zeitung an. Achtlos geht Der Straßenkreuzung stehend, die Zeitungen den war ja die letzte Hoffnung auf einige Groschen schlägt auf einem Turm die Uhr zehn. So spät das Paar an ihm vorüber. Eine Bitterkeit, wie Borübergehenden anbieten wird mit lauten Ru- Verdienst, nachdem nun schon so viele Hoffnun- schon! Und er hat erst etwa dreißig Blätter ver- er sie bisher nie gekannt, steigt in ihm auf. Er fen. Und nun fühlte er, daß er sich das viel gen gescheitert waren. Es mußte sein! Schon fauft. Die Straßenbahnzüge kommen in länge- sieht seine Frau und Kinder daheim in der kahlen, leichter vorgestellt hatte, als es in Wirklichkeit ist. den tindern daheim zuliebe... Und er sieht ren Zwischenräumen, die Straße wird ſtiller. falten Wohnung. Wieder rollt ein StraßenbahnUnd so oft er sich anschickte, den Namen der Zei- die schmalen Gesichtchen seiner beiden Kinder, Von Frost geschüttelt blickt er die Straße entlang, zug heran. Und rollt weiter, ohne daß er ein tung auszurufen, tat er es dennoch nicht, schloß Ellis Wuschelkopf mit den blauen Augen und das einem davonfahrenden Straßenbahnzug nach. Blatt verkauft hätte. In dünnen Fäden rieselt die geöffneten Lippen, preßte fie fest aneinander trotzige Bubengesicht, aus dem Vaters Augen Und es fällt ihm ein, daß er in besseren Zeiten der Regen nieder aus dem Dunkel der Nacht, die und gab sich selbst eine furze Frist: bis dort der blicken. Und die Augen schließend, ruft er den mit Steffi, als sie noch seine Braut war, oft an undurchdringlich über der Stadt liegt. Und in Herr vorüber sein wird, der dem Buchhalter Namen der Zeitung aus. Baghaft und gepreßt Sonntagen auf dieser Linie hinaus ins Freie ge- feinem müden Sirn glimmt der Gedanke auf, ob Maresch so ähnlich sieht, als ob er es selber wäre. flingt es in den Lärm der Straße hinein. Aber fahren ist. Ja domals! Hätte er damals ge- es denn einen Sinn habe, noch länger hier zu Und immer wieder zögerte er, ließ diesen oder die Scham und die Scheu ist überwunden. Im- ahnt, daß er einmal als Beitungsverkäufer hier stehen. Es ist ja doch zwecklos! Zwedlos, wie jenen Menschen herankommen und vorübergehen mer wieder ruft er feine Beitungen aus, fühlt an der Straßenede stehen wird? Steffi war so der Kampf, den er um das Leben führt. Ob er und zögerte immer noch Zögerte? Nein, freudig bewegt die erſten harten Gelbstücke in wie er bei einer Bant angestellt und beider Ge- heute noch eine Zeitung verkauft oder nicht, zum er fonnte es einfach nicht über sich bringen. Es seiner Tasche und rechnet nach jedem verkauften halt zusammen hatte es ihnen ermöglicht, nach Sattessen reicht es doch nicht. Und morgen wird würgte ihn in der Stehle so wie an jenem Tage, Exemplar aus, was er für die bisher verdienten ihrer Heirat, ihr Nest recht heimelig einzurichten. es wieder so sein. Und übermorgen wieder. Und on dem er sich entschlossen hatte, von Tür zu Tür Groschen kaufen könnte. Ordentlich warm wird Dann kamen die Kinder und das Glück war für so jeden Tag... Hat dieser verziveifelte Kampf Groschen im Hause war und die Kinder vor Sun- leicht glücken wird, auf diese Weise wenigstens Banten und er verlor seine Stelle. Die Abferti- sich der Mann von dannen. ger geweint haben. Etwas Brot würde er schon das Notwendigste für seine Familie verdienen zu gung ging auf, alle Bemühungen, einen anderen er zu bon den Leuten bekommen, hatte er sich damals fönnen. Immer wieder schreit er den Namen Posten zu finden, blieben ohne Erfolg, wie sehr gesagt. Als er aber in dem fremden Hause stand der Zeitung aus, rennt den Straßenbahnzügen er sich auch bemüht hatte. Er denkt an die vielen Heinrich Holet. Belte 6. Kunst und Wien. Prager Konzertsaal. Das künstlerische Bild unserer Ronzertfäle wurde wieder einmal von Pianist en bestimmt. Eugen d'Albert, der berühmte Liszt- Schüler, den atan in den letzten Jahren mehr als Opernkompo nisten denn als Pianisten zu würdigen Gelegenheit hat, gab im unverdienterweise voll besepten Sme tanasaale einen Konzertabend, dessen bemerkenswer teste Eigenschaft das unheimliche Eilzugstempo der Klaviervorträge war. So flüchtig, überhaftet, rüd sichtslos draufgängerisch, technisch verwischt und im Forte und Pedalgebrauch freigebig haben wir den Künstler noch gar nie spielen gehört. War das die echte, hingebende Liebe zur Kunst, mit der d'Albert sein Programm herunterspielte? Ein Programm, das noch dazu in seinem zweiten Teile nur dem Virtuofentum und Publikumsgefchmade huldigte? Eine neue, in Prag bisher unbekannte Vianistin lernte man in Margarete Wit kennen. Diese sym pathische junge Künstlerin überraschte vor allem durch gefunde Urwüchsigkeit im Spiele. Lick fie fich auch mitunter zu dynamischen Uebertreibungen und Forcierungen der Zeitmaße verleiten, so wirfte fte doch immer Flaviertechnisch vollkommen und künst lerisch überzeugend. Ein außerordentliches pianiſti sches Talent reift in der zehnjährigen Edith Kraus heran, die in einem Konzerte des bekann ten Sänger Künstlerpaares Makal- Cavan erstmals vor dem Prager Publikum spielte. Diese Kleine Raviermeisterin wartete nicht nur mit einem ſtiltstischen Musterprogramme( Bach- Brahms) auf, sondern zeigte sich ihren schwierigen Aufgaben auch technisch und geistig staunenswert gewachsen. Sie war jedenfalls der eigentliche Kunstgenug dieses Konzertes, denn weder Herr Maka! noch Frl. Cavan verfügen mehr über jene blühenden Stimmittel, die ihr Singen früher zum ungetrübten Genusse machten. Im zweiten Konzerte des deutschen Kammermusikvereines spielte sier), Schweyda( Violine) und Fran!( Cello) Klaviertrios von Beethoven, dem Prager deutschen Tondichter Fidelio Finke und von Johannes Brahms. Finkes als Neuheit gebrachtes formschönes das Prager Trio der Herren 2anger( kla. Richard Schubert: Tristan und Isolde", Freitag balb 8 Uhr abends„ Julius Cäsar", Samstag„ Die beilige Ente", Sonntag halb 8 Uhr nacom. Arbeitervorstellung Gastspiel Kramer „ Die verkaufte Der Teufel, abends Braut". Aus der Partei. Sammelausweis für den Monat Feber. Trop. bau Parteifonds 900 K( Sentralwablfonds 300 K), Sternberg 1200 K( 400 K), Prag 75 K( 25 K), 4. März 1926 Teplit Saaz 3300 K( 1100 K), Böhm.- Budweis 150 statt. Borher spielt die Referbe gegen A. S. v. Kronen( 50 K), Trautenau 900 K( 300 K), Brünn Rotwerndorf Sachsen la; Anstoß 1 Uhr. 1500 K( 500 K), Karlsbad 900 K( 300 K), Raris- Aus dem flerifalen, sportfeindlichen Bayern. bad 687 K( 229 K), Karlsbad 750 K( 250 K), Das bayerische Wassergeset, erlassen im Warnsdorf 2400 K( 800 K), Bodenbach 2430 K Jahre 1907, hat die öffentlichen Flüsse, die Privat( 810 K), Troppau 1200 K( 400 K), Breßburg 300 flüsse und die Bäche zum Gemeingebrauch freigeKronen( 100 K), Auffig 1500 K( 500 K), Karlsbad geben. In diesen Gemeingebrauch war aber das 900 K( 300 K), Brünn 2880 K( 960 K), Trautenau Befahren der Gewässer mit Ruder, Segel- und 750 K( 250 K), Karlsbad 750 K( 250 K), Karls Faltbooten usw. nicht aufgenommen; dazu war die bad 900 K( 800 K), Mies 350 K. Für den Erlaubnis des Eigentümers der Gewässer einzuholen. Seliger Fonds eingelangt: 100 K von Da bei der zunehmenden Bedeutung des WasserDr. Sarl Heller, Teplit, anläßlich des Todes der sports für die Volksgesundheit die bisherige Aus. legung des Begrifffs Gemeingebrauch nicht mehr Mutter des Genossen Taub. aufrechterhalten werden kann, hat die bayerische Regierung dem Landtag jetzt einen Gesezentwurf zur Aenderung des Wassergeseges vorgelegt. Nach diesem Entwurf soll das Befahren aller Flüsse mit Ruder, Falt, Segelbooten usw. grundsäßlich ge. stattet sein, nicht dagegen das Fahren mit Motorbooten und sonstigen Fahrzeugen mit eigener Trieb kraft. Da sich aber nicht alle Flüsse zum Bootfah ren eignen und um die öffentliche Ordnung und Turnen und Sport. Die Sportfeindliche Kirche. schlechter zu fordern und auf getrennte Aus- und Ankleideräume sowie auf eine anständige Badefleidung und auf beſtändige Aufsicht zu drängen. Dasselbe ist zu verlangen bei den Freilichtluftbädern, sowohl für Erwachsene wie für Kinder." Die katholische Kirche rüstet allem Anschein nach zu einen großen, systematischen Vorstoß gegen den modernen Sportbetrieb. Nicht etwa gegen Auswüchse, die mit Sport nichts mehr zu tun haben, Man sieht: die Keuschheitsschnüffler sind wie wie sie im bürgerlichen Lager nur allzu oft in Er der eifrig am Werk, um dem gesunden Sportbetrieb, Der Kampf wird vielmehr ge- wie er sich endlich zu entwideln begonnen hat, zu führt unter dem altbewährten Schlagwort von der Leibe zu gehen. Denn was diese Bischöfe wollen, baben sich jetzt die Fürsterzbischöfe von Wien, Saiz Gebiete des Sports. Dabei wissen diese Herrschaf gefährdeten Sittlichkeit. In Desterreich ist die Rückkehr zum finstersten Mudertum auf dem Salz- Gebiete burg, Graz und Klagenfurt, die Bischöfe von St. ten anscheinend nicht, daß ihre Methoden das GegenPölten und Linz und der apostolische Administrato: teil dessen erreichen, was sie angeblich erstreben wolin Feldkirch, d. h. die ganze hohe Geistlichkeit, als len. Durch die von der Kirche geforderte Art des Streitbare Herren zusammengetan und unter dem Turn- und Schwimmbetriebs wird die Keuschheit Leitfaz:„ Körperkultur darf nie zum Körperkultus nicht geschüßt, sondern lediglich eine ungesunde werben" einen großen Vorstoß gegen den Sport Sinnlichkeit gefördert. unternommen. Mit einem Hirtenbrief, der so derb aufträgt, daß man glauben könnte, die Sportler A. S. R. Krochwitz schlägt Kreismeister Sobru. und Sportlerinnen von heute seien die verworfen fan 12: 1( 5: 1), Eden 15: 0). Mit diesem Spiele ſten Geschöpfe, die die Geschichte je gekannt hat, wurde in Rrochwitz die Frühjahrs- Saison eröffnet leiten sie die Fastenzeit ein." Es schlummert im and tonnte Krochwitz gegen den in Krochwitz erstma Menſchen“, wird da den Schäflein der Kirche verlig spielenden Streismeister einen haushohen Sieg sichert, eine Neigung zur bösen Luſt, die die durch erringen. Die Stürmerreihe der Krochwiper ist Sittengeset und Gewissen gezogenen Schranken als derzeit in glänzender Form und äußerst schußsicher. lästig fesselnd zu durchbrechen strebt". Im heuti- Sobrusan wurde gänzlich eingeschnürt und konnte gen Sportbetrieb sehen die hohen Priester eine " Periode einseitiger Körperkultur", die in der GeSittlichkeit(!) sowie die Interessen der Uferbesiger, der Fischereiberechtigten und der sonstigen Nugungs. berechtigten zu schüßen, wird die Ausübung des Ge meingebrauchs durch polizeiliche Vorschriften geregelt, bezw. beschränkt werden. So kann das Bedie rechtswidrige Benuyung fremder Grundstücke fahren von Gewässern vollständig verboten sowie und das nächtliche Fahren untersagt, ferner das gewerbsmäßige Stahnverleihen besonders geregelt werden. Die Arbeiter- Turn- und Sportschule in Leipzig wird nach Fertigstellung der Turn- und Sporthallen sowie des Schwimmbades folgende Kurse in ihrem neuerbauten Heim stattfinden lassen: am 31. Mai bis 12 Juni einen Lehrgang für Leichtathletik, om 14. Juni bis 26. Juni für Schwimmen, am 1. bis 7. August für Fußball, am 19. September bis 2. 2. Oktober für Männerturnen, am 17. September bis 30. Oftober für Frauenturnen, am 7. bis 14. November für Jugendleiter. Oktober für Kinderturnen, am 17. September bis In Altona wurden neue deutsche Damengegen die körperlich schwachen, aber sehr flinken und Schwimmrekorde aufgestellt. Fräulein Büns drückte technisch besseren Krochwißer gar nichts bestellen. den Rekord im 400- Meter- Brustschwimmen auf Das goalhungrige Publikum lam ganz und gar auf 7: 18,2 gegenüber 7: 28 bisher( Fräulein Murray). seine Rosten. In die Tore teilten sich: Diete mit 5, 3m 200- meter- Rückenschwimmen stellte Fräulein Scherze mit je 1 Tore. Die Sobrusaner erzielten Rekord auf Fiedler I mit 3, Fiedler II mit 2 und Heinsberg und Simon mit 3: 30,6 ebenfalls einen neuen deutschen ihr Tor aus einem Elfmeter. Spielweise scharf, überstieg jedoch nie die Grenzen des Erlaubten. Sa ag ausgetragen wurde, Die Billardmeisterschaft für Europa, die im Schiedsrichter und Besuch gut. Sehr gut bei Moons in sämtlichen sieben Partien. Seine gewann der Belgier Strochwitz die gesamte Mannschaft, bei Sobrusan Höchstserie waren 239 Bälle. In der entscheidenden lediglich der Mittelläufer. Sonntag, den 7 März Partie mit dem Franzosen Farour erzielte er u. a. findet in Krechwitz der Herausforderungskampf ge- eine Serie von 148 und im Schlußspiel eine von gen S. Kleisch a um halb 8 Uhr nachmittags 122 Punkten. Die Bolfsbuchhandlung Karlsbad schichte sämtlich das Brandmal tiefer sittlicher Entartung tragen". Solche seelische Gefährdung sei bei von Prager internationalen Musikfeſte des Jahres Ueberschägung des Körpers im weitesten Maße geund flanglich intereſſantes Opus fennt man bereits der gegenwärtig um sich greifenden heidnischen 1924. Das ausführende Prager Trio, die einzige geben. Schamhaftigkeit und Sittsamkeit sind", so Prager deutsche Kammermusikvereinigung, deren wird weiter ausgeführt ,,, von Gott als Schußmauern außerordentliche fünstlerische Tüchtigkeit man in den um die Keuschheit gelegt. Daher versündigt sich, legten Monaten mehrmals fennen zu lernen Gelegenheit hatte, erwies sich auch in diesem Konzerte er unter dem Dedmantel der Störperkultur diese als ein in der Paffioniertheit und rhythmisch- dyna- Schuhmauern untergräbt und einreiße." mischen Vollkommenheit des Zusammenspieles Dann werden von der Kanzel herab Vorschrifmustergültiges Rammermusik- Ensemble, das berufen ten für die sportliche Betätigung aufgestellt, wie sie erscheint, den Ruf der Prager deutschen Tonkunst die Geistlichkeit betrieben wissen will: Das Turnen auch im Auslande erfolgreich zu verbreiten. In muß nach Geschlechtern getrennt geschehen und der einem leider nur mäßig besuchten Ronzertabend des Turnunterricht muß von Lehrkräften des gleichen Geschlechts erteilt Die Turnkleidung darf Brager deutschen Boltsbildungsinstitutes befas efühl nicht verlegen. Babrangig, bei der Ernst Sattler, ,, Urania" hörte man einen jungen Cellisten Schamgefühl Badeanzug namens Nerio Brunelli, einen kunstdurchglühten Turnunterricht ist für Knaben und Mädchen nicht Meister seines Instrumentes, der es nicht nur tech- 3u dulden. Nadtübungen jeglicher Art sind zu vernisch vollkommen beherrscht, sondern vor allem durch werfen. Für die Mädchen ist jede Turnfleidung ab die Weichheit und Wärme seines Tones aufhorchen zulehnen, die die Körperformen aufdringlich betont macht. Beethovens schöne Cellosonate Opus 69 oder sonst für weibliche Eigenart unangemessen ist. spielte er mit inbrünstiger Hingabe an das Werk Mädchenturnen soll nur in Hallen oder auf Plätzen und in geradezu flassisch- edler Art. Als Gast des veranstaltet werden, wo die Oeffentlichkeit ausgeAlle nicht lagernden tschechischen Staatskonservatoriums schlossen ist. Sofern das nicht möglich ist, muß man hielt Bernardino Molinari im Smetanasaale sich auf turnerische Uebungen beschränken, die im oder wo immer angeeinen Vortrag über die Kunst des Diri gewöhnlichen Kleid ausführbar sind. Schauturnen fündigten Bücher und gierens Neue Dinge zu diesem Thoma, beson- und Wettkämpfe der Frauen und Mädchen sind ab- Beitschriften werden ders aber interessante persönliche Anschauungen des zulehnen; sie erweden zumeist ganz unweibliche Art." raichest geliefert. berühmten italienischen Meiste dirigenten famen hie- Für Baden und Schwimmen werden noch bebei nicht zum Vorscheine. Als praktische Beispiele sondere Gesichtspunkte aufgestellt:„ Schauschwimdes Vortrages dienten einzelne Säße aus flassischen men von Mädchen und Frauen sind abzulehnen. Bei Symphonien( Corelli Haydn Peethoven), die das Strandbädern ist vollständige Trennung der GeStonservatoriumsorchester unter Molinaris Leitung in begeisterter Weise zum Vortrage brachte. c. j. Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute Donnerstag 11111 6 Uhr abends Gastspiel 1 Haus, Hof und Garten. Eine Reine pratti cher Winte. Der Futterwechsel der Kaninchen ob es nun der Uebergang vom Sommer zum Winter oder vom Winter zum Sommer ist, bleibt sich gleich - muß ganz allmählich, etwa in einem Beitraum von drei bis vier Wochen erfolgen. Am besten ist es, anfangs drei Teile vom alten und nur einen Teil vom neuen Futter zu geben, dann auf die Hälfte, später auf drei Viertel zu gehen und zuletzt nur das neue zu reichen. Bei plöblichem Wechsel treten sehr leicht Magen- und Darmkrankheiten mit ihren schweren Folgen auf. Welche Hennen legen? Gute Leger tragen die Stennzeichen ziemlich untrüglich am Rapf zur Schau. Sie haben nämlich Augen und Gesicht von lebhafter und die Kämme von dunkelroter Farbe und sind in der Regel von wohlgeformtem und gebrungenem Körperbau. Diese Kennzeichen fallen jedem in die Augen, der die Hühner sorgfältig und verNach Erhalt von Sühnern, die eine länständnisvoll beobachtet. Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur Wilhelm Ntegner. Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag Für den Drud verantwortlich: D. Holit unterhält ein reichhal. tiges Lager jeber Art Literatur. Lest Lot Backen Wissen Mach 3750 PHILIPS ARGENTA sprechend vorgerichtet sind. Die Sigstangen sollen| Lord Großvenor, Adersleber Kalvill, Weißer Klarmöglichst ohne Risse sein, um dem Ungeziefer kein apfel, Charlamowsky, Cellini. Bersted zu bieten, ferner auch entsprechend start, da mit sie eine Anzahl Hühner tragen lönen. Sägemehl fann sehr gut zur Einstreu in Ställen verwendet werden und gibt dann einen sehr guten Dünger, der für schwerere Böden und feuchte Wiesen geeignet ist. Für trockene und lodere Böden paßt es dagegen nicht, da es ihn vollständig aus trodnet, ebenso soll man es nicht jahrelang an gleicher Stelle benüßen. Bei den Johannisbeeren fallen oft die Blätter und als Folge davon auch die Beeren vorzeitig ab. Die Ursache kann ein Pilz, aber auch Trodenheit sein. Gegen beide gibt es gute Hilfs mittel, gegen den Pilz helfen wiederholte Sprigun gen im Laufe des Winters mit 10prozentigent Obstbaumfarbolineum, Schwefeltaltbrühe oder Kupfertaltbrühe, gegen die Trockenheit intensive Bewässerung, wenn der Winter nicht die nötige BodenTragende Biegen verlangen eine ganz be- feuchtigkeit gegeben hat. Jedenfalls ist es nicht zu sonders sorgfältige Hautpflege und müssen deshalb schwierig, die Johannisbeeren vor größerem Schagut gepust und abgerieben werden. Diese Pflege ist den zu bewahren. für Mutter und Junge von hohem Wert und macht fich bezahlt. so Ich leuchte mit Shilips Argenta streuen. Man mischt ihn deshalb vorteilhaft mit der dreifachen Menge trodenen Sandes oder trodener Erde und sät dann möglichst weit aus; nur so wird man ungefähr die richtigen Abstände treffen. Die Kohlarten haben großes Nährstoffbedürfnis, und deshalb wird der Kohl meist sehr einseitig mit Jauche und Stallmist gedüngt, ja überdingt, wodurch er einen unangenehmen Geschmack erfüllt. Man soll daher nie alt und Kainit( Itali) vergessen, damit er fernig schmeckt und gesund bleibt. Flüssiger Dünger ist in der kommenden Jahreszeit im Garten notwendig. Da nur vergo. Der Drahtwurm, die Larve des Saatschnelltäfers, iſt mindestens so schädlich wie der Engerling, nur findet man ihn nicht so leicht. Besonders schädlich ist er den Reimlingen und feimenMeerrettich wird durch Stangen( Fechser), den Saaten. Die gelben, glatten, runden, dünnen Die Obstbaum blüte erfriert oft im Frühschnittlinge, vermehrt. Diese Seylinge werden etwas fast ebenso widerstandsfähig sind, sind leicht erkenntDie Obstbaum blüte erfriert oft im Früh das sind dünne, 20-30 Bentimeter lange Wurzel arben, die tatsächlich an diden Draht erinnern und jahr, weil der betreffende Baum zu zeitig getrieben schräg auf etwa 6 Bentimetre Tiefe in den oben lich. Sie sollen stets getötet werden, wo sie aufhat. Man kann diese schädliche, zu frühe Entwicklung gelegt, wobei der stärkere Teil etwas höher zu lie- treten. Neuerdings vergiftet man sie dort, wo sie zurückhalten, wenn man im Herbst oder Vorwinter gen tommt. Dieser stellt gewissermaßen den Kopf häufig vorkommen, mit Startoffel- und Rübenstücken, unter möglichster Schonung der Wurzeln den Bo- dar. Nach kurzer Zeit bilden sich an diesem Ende die man mit der gesüßten Lösung eines Arsensalzes den rings um die Bäume tief umgräbt. Durch die Triebe, die nach oben, und am anderen, tieferen in die Erde bringt. Die Larven gehen an den Köber Bodenlockerung kann der Frost tief in die Erde ein Ende Wurzeln, die nach unten wachsen. Auf diese und sterben nach dem Fraß. und sterben nach dem Fraß. bringen. Ist dann die Erde genügend durchgefroren, fo bringt man eine starte( etwa 15 Bentimeter) Beise wird die Stange dick und kann bereits im gere Reise hinter sich haben, füttere man vorsichtig Schicht von verrottetem Stallmist darüber. Durch mit etwas aufgeweichtem Brot und gebe nur wenig diesen Dünger wird im Frühjahr die Sonnenwärme In rohem Boden kann man auch feinere Wasser. Erst nach einigen Stunden gebe man Kör- vom Boden abgehalten und das zu frühe Auftauen Gemüse ziehen, wenn man sie in Rillen sät. Man ner und re hlich Wasser, wovon sie so viel fressen verhindert, so daß der Trieb erst so spät beginnt, fann bann für örtliche Verbesserung der Erde forund faufen fönnen, als sie wollen; dann isoliere daß ihm Fröste laum schädlich sein tönnen. gen, indem man die Rillen start vertieft, sie zu zwei man sie einige Wochen, damit feine Seuchen einge- Wo Spätfröste regelmäßig aufzu- Drittel mit Komposterde füllt, dann fät und noch schleppt werden können. treten pflegen, find Spätblüher anzupflanzen, mals Romposterde aufbringt. Auf diese Weise ist für Die Sisstangen der Hühner sollen nicht die es fast nur bei den Aepfeln gibt; alles andere die jungen Pflanzen von Anfang an für Nahrung aus runden Stangen bestehen, aber ebensowenig aus Obst blüht etwa zu gleicher Beit. Als Spätblüher gesorgt und sie finden, sobald sie genügend erstarkt bieredigen, fantigen Latten. Am geeignetsten sind sind bekannt: Roter Eiferapfel, Große Raffeler Re- find, auch in dem schlechteren Boden Nahrung. Latten, deren obere Seite abgerundet und deren nette, Krügers Didstiel, Boilenapfel, Großer Boh- Hauptfache ist nur, daß sie die ersten Wochen gut untere Ranten etwas abgeflacht sind, damit sie nicht nenapfel, Rheinischer Winter- Rambour, Königlicher überstehen. in die Behen einschneiden. Auch gespaltete Stan- Kursstiel, Brinzenapfel. Auch Aepfel, die in der Feiner Samen wird fast zu eng ausgefät, gen sind verwendbar, die an der Spaltfläche ent- Blüte widerstandsfähig sind, gehören dorthin: B. denn es ist tatsächlich schwer, ihn nicht zu dicht zu Herbst geerntet werden. rener benüßt werden soll, weil frischer schädliche Wirkungen hervorruft, so ist es an der Zeit, Fässer bereit zu stellen und den flüssigen Dünger zu prä parieren. Man füllt hiezu das Faß etwa zur Hälfte mit Wasser und setzt diesem allerhand Dünger zu: Ruh, Schaf, Biegen- und Pferdemist, auch Abort, Ofenruß, Holzasche, Knochenmehl usw. Diese Mischung muß etwa sechs Wochen zugedeckt stehen und wird nur von Zeit zu Beit umgerührt. Sie macht während der Beit eine Gärung durch und wird vor dem Gebrauch mit reinem Wasser stark verdünnt. Mit Dunggüssen dieser Art wird man gute Erfolge haben.