Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag,.. Nelajanta 18, Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Rachtrebattion: 26797. Poftichedamt: 57544. Jnferate werden laut Tarif budigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgana. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Freitag, 12. März 1926. Bezugs Bebingungen: Bel Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.olertelfährlich halbjährig.... ganzjährig. 48.96.192.Rüdstellung von ManuStripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Ericheint mit Ausnahm. bes Montag täglich irith Nr. 61. So ſprechen Miniſter! Gegen die Gewaltpolitit – für die Verſtändigung der Bölfer. Für Euch brauchen wir feine Sandgranaten, für Euch genügt ser Pendrek!" Die Worte jagen mehr Antrag Czech und Genossen auf Einsetzung eines Nationalitätenausschusses. über Sinn, Denken und Wollen der heutigen Lenker des tschechoslowakischen Staates, aber Kulturelle Autonomie. FOO Nationale Abgrenzung. auch darüber, wie wir regiert werden, als es Prag, 11. März. Der heutige Parlaments- führen. Schrittweise baute Genosse Czech so machen, die Staatsverwaltung nach national ein dickleibiges Buch vermöchte. Ein wirklicher debatte fah wohl die gesamte politisch denkende auf der besseren Vergangenheit der Tschechen auf, einheitlichen Gebieten gliedern und innerhalb dieMinister, der doch das Feinste und Beste sein Deffentlichkeit in begreiflicher Erwartung hielt ihnen den Spiegel vor, in dem ihr jchiges, fer Gebiete die volle demokratische müßte, was die tschechische Politik aufzuweisen vielfachen Winkelzügen endlich dazu bereit er- verzerrte Fraße sich widerspielt, und deutete Schul wesen, einführen. Es ist dies eine alte entgegen. Hatte sich doch die Regierung nach aller Demokratie hohnsprechendes Verhalten als Selbstverwaltung, besonders im hat, hat sie gesprochen. Es war der gegenwärtige klärt, vor dem Forum der Volksvertreter Rechen schließlich den erlösenden Ausweg in Forderung der deutschböhmischen Sozialdemokra Leiter des Ministeriums für nationale Ver- fchaft abzulegen über die unglücjel gen Sprachen nappen Umrissen an: teidigung, Herr Stribrny, der am Mitt- verordnungen, die die politische Atmosphäre seit tic, die gerade heute höchste Aktualität ge woch im Senat diese artige und manierliche langen Wochen vergiften. In welcher Richtung Moment gekommen, um mit der bösen Bergangen muß bei feite und frisch an die Arbeit zur VerGerade in dieser Stunde ist der psychologische winnt. Scht allen eingehämmerten ChauvinisFeststellung, die halb Sohn, halb Drohung ist, sich hiebei die Rechtfertigungsversuche der Re- heit seit dem Umsturz zu brechen; gerade jetzt föhnung der Völler! Die volle Verantwor gemacht hat. Daß Střibrny die Voltsbezeich- gierung bewegen würden, war nach den Aus- müssen sich die Vertreter aller Nationen in zwölf- tung vor der Geschichte über den, der diesen nung des Pendrek", des Gummifnüppels der führungen des Justizministers in der letzten Par- ter Stunde, che noch ein Streit beginnt, dessen Wahnruf in dieser Zeit in den Wind schlägt. staatlichen Polizeiorgane, damit ganz offiziell lamentsfigung, der die deutschen Beschwerden als Ende nicht abzusehen ist, an den BerhandDer erwähnte Antrag, der im ganzen Hause trefftomödie ber Roalition daraus. Ein EinDas Abgeordnetenhaus wolle beschließen: Wortlaut: Die Regierung wird aufgefordert, in der Frühjahrssession 1926 einen Antrag einzubrin gen, durch welchen die nationalen Verhältnisse in der tschechoslowaki schen Republik geregelt werden. Hie bei sind folgende Grundsäße zu beachten: 1. Die Verwaltung des Staates ist nach national möglist einheitlichen Verwaltungsgebieten zu gliedern und innerhalb dieser Gebiete die nach den Grunds fäßen der vollen demokratischen Selbstverwaltung zu ordnen. 2. Die national- kulturellen Angelegenheiten aller Nationen sind durch jede Nation selbstän dig durch autonome Organe zu besorgen. Hiebei sind insbesonders die Grundsäße des Antrages Hillebrand und Genossen über die nationale Schulautonomie zu verwirklichen. 3. Der verfassungsrechtliche Schuß gegen Entnationalisierung ist durc) Erlassung der notwendigen Durchführungsbestimmungen wirksam zu machen. Begründung. dem amtlichen Sprachschaß einverleibt hat, ist wohl schon angedeutet. Aber daß der Sprecher Völlerverständigung anbahnen. Ein Natio= berechtigtes Interesse erweckte, hat folgenden noch das allermindeste an dem denkwürdigen der Regierung, der Innenminister Noset, auch natitätenausschuß soll Ordnung ministeriellen Ausspruch. Die Rede des Mini- nicht ein versöhnliches Wort zu finden, nicht in sters über die Prager Explosionsfatastrophe einer einzigen unverbindlichen Redewendung die war vom Senat mit fast vollständiger Ruhe Möglichkeit anzudeuten wußte, es fönnte vielleicht angehört worden, obwohl die Erregung über auch eine andere, friedlichere Lösung des Spra dieses, durch ein Uebermaß von Sorglosigkeit hentonflittes am Verhandlungstische ge und Leichtfertigkeit herbeigeführte Unglück noch funden werden, das hat wohl niemand erivariet. nachzitbert und die Ministerrede alles eher sen schon so in unzähligen Varianten von den Andererseits hatte man alle feine tönenden Phrabrachte, als eine Aufklärung über die Ursachen, schechischen Chauvinisten gehört, daß auch diese und auch nicht verriet, daß allen Möglichkeiten bewußte Hervorkehrung des Herrenstandpunktes bei der Ermittlung der Schuldigen nachgeforscht niemanden imponieren fonnte. Auch der demonwurde, wie selbst ein tschechisch- sozialdemokra strative Beifall der Koalition konnte nicht über tischer, also ein Koalitions- Senator bezweifeln die deprimierte Stimmung hinwegtäumußte. Ein Zwischenruf aus den Reihen der schen, die während Nosels Rede in ihren Reihen Opposition, wozu denn die Handgranaten in plaßgriff. Es sollte, wie Genosse Czech später die Kasernen geführt würden, genügte, um treffend anführte, eine Tragödie für die Opposition Verhältnisse dieser Eigenart Rechnung trägt; Herrn Stribrny den seine Dentweise so treff- werden, doch wurde nur eine Schmierensie werden zu einem gewagten Erperilich charakterisierenden Ausspruch in den Mund fühlen in die Psyche des anderen Teiles, ein vor- ist im Weltkriege offenfundig geworden. Die Er- tralismus jene nationalen, territorialen und ful Die große Bedeutung des nationalen Problems ment in dem Augenblice, wo ein geistloser Zenzu legen:" Für Euch brauchen wir fichtiges Abtasten aller Möglichkeiten, die Sache fahrungen, welche die drei großen Reiche Oester- turellen Besonderheiten nicht etwa organisatorisch teine Handgranaten, für Euch gedoch vielleicht anders zu lösen als durch ein Dil- reich- Ungarn, Rußland und die Türkei gerade in zusammengliedert, sondern einfach negiert und da nügt der Pendrek!" So spricht ein Mi- tat, kennt Herr Noset nicht. Die Verordnung ist dieser Hinsicht gemacht haben, gehören heute der durch vertieft. nister zu Senatoren, so spricht er auch zu der da und so muß sie bis zum leßten Beistrich eins| Geschichte an, aber die Lehren dieser Erfahrungen Bevölkerung, welche die soziale Unterdrückung, achalten werden, solange die Regierung noch zehn find unbestreitbar und fordern vollste Beses Problem wohl berührt, indem sie den BerDie Verfasser der Friedensverträge haben diedie wirtschaftliche Ausplünderung und die na- Stimmen über die Hälfte hat. Weiter geht sein herzigung. tionale Entrechtung, die von der Regierung Horizont nicht. Junge, neugebildete Staaten, denen noch trägen eine Erklärung zum Schuße der MiSo zeigte sich fein Lichtblick auch in der leine vielhundertjährige Tradition zur Seite steht, steht, betrieben wird, nicht mit jener Schafsgeduld darauffolgenden Debatte, nirgends ein Ausweg haben doppelt und dreifach Grund dazu, diese Er: von dem tschechoslowakischen Staate angenommen noritäten beigeschlossen haben, welche auch hinnehmen wollen, wie sie von den Profofen aus der zugespißten Situation. Erst den an das fahrungen zur Richtlinie ihrer Politik zu machen. worden ist. Aber diese Erklärung berücksichtigt den und Sterkermeistern, die uns schurigeln, als erste Gewissen der tschechischen Mehrheit lief rüttelnden Die Friedensverträge haben vielfach neue Grenzen einzelnen Staatsbürger nur in unzureichendem und einzige Staatsbürgerpflicht angesehen wird. Worten des Genossen Dr. Czech, der in einer gezogen, weite Territorien haben samt deren Be- Maße, die Gesamtheit der Staatsbürger gleicher Für Euch genügt der Pendrek!"" Das ist bei groß angelegten, kunstvoll gegliederten Rede den völkerung die staatliche Zugehörigkeit gewechselt, Eigenart überhaupt nicht. leibe teine Entgleisung, so denken sie alle, die Koalitionsanbeter eindringlich ins Gewissen redete Vollsgruppen von abweichender Sprache, Kultur- Wir halten es durch die Erfahrungen, die in neuen Herren, die uns seit bald acht Jahren und ihnen an Hand unwiderleglicher Beweise höhe und Wirtschaftsweise sind ohne Rücksicht auf der Kriegs- und Nachkriegszeit gemacht worden beherrschen. Hat nicht erst vor einigen Tagen ihren so ganz anderen Kampf um die Gleichbe- ihre Eigenart zusammengelegt worden. Diese Zu- find, für all eNationen der Tschechoslowakischen Re ein anderer Minister im Abgeordnetenhause rechtigung im alten Desterreich vor Augen führte, fammenlegung bleibt so lange ein Experiment, als publik geboten, zu diesem Problem, das bisher verkündet, wer auf die Straße gehe, um zu gelang es, einen Umschwung herbeizu nicht eine sachgemäße Regelung der offen geblieben ist und das politische Leben des demonstrieren, der müſſe eben damit rechnen, ERGOOOCOONERSON*200*802@*70*20.0* von der Polizei verhauen zu werden? Das feitigung erstrebt. Nach Nojek- Herr Dr.| Vorfällen weiß, zeigte, daß er erzählte, zu dem Gesetz hinweg, oder er hat nicht einmal von Idol dieser selben Menschen war früher die Viškovsky, der Justizminister, hat ja schon in berühmten Steinwurf, der in Fischern die den Verfassungsgeseßen eine Ahnung. Dabei nationale und politische Freiheit, heute ist der Vorwoche den würdigen Auftakt dazu ge- Verhängung des Ausnahmszustandes zur Folge hatte dieser Herr den Mut, einem Senator, der dieses Idol der Pendrek! Dann soll sich geben hat die Karlsbader Polizei mit vollem hatte, sei es in derselben Nacht" nach der die Richtigkeit dieser unsinnigen Auslegung nicht jeder Polizist in seinem Machtbewußtsein. echt geprügelt, und er hat versprochen, daß Protestversammlung gekommen; in Wahrheit dieses Gesetzes bestritt, zuzurufen:„ Ich kann in seiner Ueberlegenheit über die Zivilisten sie dies bei nächster Gelegenheit wieder tun fam es zu dem sagenhaften Steinwurf erst in nicht dafür, wenn Sie die Sache fanaille bestärkt fühlen, dann sollen die Poli- werde. Alles, was die mißhandelten Arbeiter der Nacht vom 3. auf den 4. März, also einer nicht verstehen!" Das sind Ton, Sitten, zisten, wie es in Karlsbad geschah, auf der und die sozialdemokratischen Senatoren über Tag später. Für ihn vollzog sich auch die Ver- Manieren eines Ministers, das ist auch das Straße und in den Wachstuben nicht auf alles das hysterisch- kopflose und brutale Vorgehen der hängung des Ausnahmszustandes über Fischern Vorgehen des obersten Kommandanten der losschlagen, was ihnen in die Hände fällt! Polizei berichten, existiert für diesen Muster in durchaus ordnungsgemäßer Weise. Er berief Polizeigewalt! Eine einzige Verherrlichung des Miß- minister überhaupt nicht, er glaubt nur das, sich dabei auf das Prügelpatent, die kaiserliche Pendref, Gewalt, Gejeßesverlegungen, das brauchs der Polizeigewalt und ein einziger was die Polizei, also die Beschuldigten und An Verordnung vom Jahre 1854, aber diese Ver alles wird von diesen Ministern geschützt und Appell an das unentbehrlichste und geheiligte geklagten, in diesem Falle, ihm erzählen. Wenn ordnung paßt auf das Vorgehen des Karls verteidigt. Und damit der Reigen vollständig Instrument der tschechoslowakischen Demokratie die Koalitionsregierung zu Gericht sißt, dann bader Polizeileiters wie die Faust aufs Auge werde, ist vor einigen Tagen noch ein dritter war auch die am selben Tage im Senat ge- hört sie nicht darauf, was der Kläger sagt. Er macht das soll schlau ſein!- einen Miniſter. Herr Dr. Viškovsky, in die haltene Rede des flerifalen Innenministers fie bemüht sich nicht erst umständlich, zu erilnterschied zwischen Ausnahmszu Schranken getreten und hat die Protestler gegen Dr. Nosek über die bekannten Vorfälle in forschen, was die Zeugen auszusagen haben, it an d" und ,, außerordentlichea den durch die Sprachenverordnung verübten Karlsbad anläßlich der sozialdemokratischen sie erteilt nur dem Angeklagten, da er Verfügungen". In Fischern sei nicht der Sprachenraub als" Querulanten" beProtestversammlung. So wie Herr Stříbrnn doch in ihren Intentionen gehandelt hat, das Ausnahmszustand verhängt, sondern es feien schimpft. Vernehmt es, Ihr, die Ihr durch das alles blindgläubig vorgetragen hatte, was ihm Wort, läßt ihn sich selbst als unschuldig er" nur" außerordentliche Verfügungen erlassen Diktat der Regierung in Eurer Sprache bet irgendein General über das vollständige Fehlen klären und, da dieser sich nicht damit begnügt. worden. Jedes Kind begreift: durch außer den Behörden nicht Necht finden dürftet, beeiner Schuld der Militärverwaltung an der sondern auch noch die Ankläger in Angeklagte ordentliche Verfügungen, welche die areifet Ihr nicht, wie diese Regierung auf Guer Explosion in der Tischlergasse aufgeschrieben verwandelt. folgt sie willig und spricht die Ge- taatsbürgerliche Freiheit einschränken, tritt ein ohl bedacht ist? Euer Klagen über Zurückhatte, so glaubensstark trug auch Herr Noset prügelten schuldig. Die Polizei behauptet, die Ausnahmszust and ein. Wo soll also da jeßung entspringt nur Euerer angeborenen vor, was die schuldige Karlsbader Polizei als emonstranten hätten von allem Anfang an ein Unterschied sein? Uebrigens heißt das Gesetz Sharakterschwäche, die Euch ewig zu nörgeln Rechtfertigung der Mißhandlung sozialdemo- die Polizisten als„ tschechisches Gesindel" und Nr. 300 vom 14. April 1920 ausdrücklich und zu kritisieren zwingt! Drei Minister haben fratischer Demonstranten zu Papier gebracht tschechische Hunde" beschimpft, unkritisch mutet Gefeß betreffend außerordent gesprochen, alle drei haben schlagfertig die Menhat. Ein tschechoslowakischer Minister trübt der Minister deutschen sozialdemokratischen Arliche Verfügungen" und darin wird alität unserer Beherrscher aufgezeigt, in der feinen Intelleft nicht durch einen Zweifel über beitern diesen nationalistischen Erzeß zu und ebenso ausdrücklich bestimmt, daß alle solche der Bendref als Erziehungsmittel zur Loyalitä die Richtigkeit der Angaben der ihm unter- die wohlausgeflügelte Spekulation auf den na- außerordentlichen Verfügungen nur über Be- und staatsbürgerlichen Gesinnung die Hauptstellten Organe, so lange es gegen proletarische tionalen Furor der Tschechen verfehlt nicht schluß der Regierung und nur über Genehmi- rolle spielt. Man sollte diese Reden im ganzen und nationale Staatsfeinde geht. Ein Staats- ihre Wirkung: die Koalitionssenatoren sind aung des Präsidenten der Republik erlassen Staate und auch im Ausland plakatieren, sie feind ist aber jeder, der gegen das gewaltsame für den Pendrek begeistert, da er ja doch nur werden können! Der Minister jetzt sich daher, wären ein schärferes Propagandamittel gegen und von den Göttern mit Blindheit geschlagene die zugefügte nationale Unbill rächte. Wie du er den kuriosen Verhänger des Ausnahms- den in Geltung stehenden reaktionären Sturs, Koalitionsregime aufmudt oder gar seine Be- wenig selber der Minister von den Karlsbader zustandes verteidigt, entweder bewußt über das als die heftigste Anklagerede! Seite 2. Jahren berechtigt sein soll, den Hausierhandel auszuüben, wenn er schon mit 21 Jahren den Schießprügel tragen kann. 12. März 1926. das Grab wird für tausende und tausende fleiner mühseliger Existenzen. Es muß so abgeändert werden, daß er Saufterhandel anstreben, Es heißt dann weiter, daß diejenigen, die den ein brauchbares Instrument in der Hand dieser Menschen werde, die täglich unter den schwersten Verhältnissen bemüht End, ihren Lebensunterhalt mühselig zu bestreiten.( Beifall auf der Linken.) einen Rattenschwanz von Strafen, Landes ebenso beeinträchtigt, wie eine offene Beim Aufbau des tschechoslowakischen Staates Wunde die Sicherheit und Freiheit der Bewegun- find all die Probleme, von denen hier gesprochen gen des Körpers, Stellung zu nehmen und eine worden ist, gar nicht oder nicht genügend zu Worte Lösung zu suchen. Die Welt ist weit davon ent- gekommen. Sie an die Oberfläche zu bringen und fernt, zur Ruhe gekommen zu fein. Im Gegenteil: aufzurollen halten wir für unsere Pflicht. Die die fortschreitende wirtschaftliche Erschütterung be- Gesichtspunkte, von denen unser Antrag ausgeht droht Europa mit so vielen Gefahren, die selbst und die in ihm einen Klar formulierten Ausdruc ,, berläßlich" wieder alle politischen Möglichkeiten aufrollen gefunden haben, zeigen den Weg ins Freie. Aus ein müssen. Das ist ein so dehnbarer Begriff, tönnen. all den Schwierigkeiten, an denen dieses Land baß er der Willkür der Behörden Tür Es war immer das Verhängnis großer überreich ist, vermag es nur die Sicherung und Tor öffnet. Wir sehen in der Vorlage und mächtiger Reiche, daß sie nicht rechzeitig Pros der Selbst bestimmung jedes Volkes bleme in Angriff genommen und gelöst haben, und der Selbstverwaltung se'ner fultu welche hinterher, zu spät angefaßt, erst recht eine rellen Angelegenheiten und daher die Berständis Verbrechen, Vergehen, Uebertretungen; in all Hauptursache des Unterganges geworden sind. Die gung der Völker über die Bedingungen des Zu- diesen Fällen ist m'n außerstande, einen Hausiergewaltigen Machtmittel jener Großstaaten haben fammenlebens und der Zusammenarbeit herauszu- fchein zu erhalten. Das sind lauter Schifane das Verhängnis nicht mehr aufhalten können. Die führen. Diesem Ziele strebt unser Antrag zu. der Behörden. Die Behörde kann es verTschechoslowakische Republik ist nicht nur ein In formeller Beziehung beantragen wir, es meigern, sie kann die Zeit bestimmen, an wie junger, sondern auch ein fleiner Staat und des möge, gemäß Paragraph 22, Ablak 2, der Ge- viel Tagen in der Woche der Hausierer hausieren halb eben hat sic dreifache Ursache, das schäftsordnung, ein 32gliedriger Rationalitäten barf, wann er wiederkommen darf, sie kann ihn zur richtigen Zeit zu vollbringen, ausschuß eingefeßt und diesem der vorliegende An- quälen und schifanieren, wann immer sie will. was, einmal versäumt, nicht mehr trag zur Berichterstattung binnen Monatsfrift zu Bei der Dämmerung darf er kein Haus mehr benachgeholt werden kann. i gewiesen werden. wenn die Geschäfte im Orte geschlossen sind, darf er nicht hausieren gehen. Wann soll aber dieser Mensch etwas verdienen? Seine Kun den, die Fabriks rbeiter, Kleinhäusler, Kleinland. haben, nicht aber unter der Arbeit. wirte, fann er nur aufsuchen, wenn sie Zeit ** ** Der Vorsitzende eröffnet die Sigung gegen] der Strick für den Hausierhandel. yalb 11 Uhr vormittag. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildet die Regierungsvorlage in einer Zeit, wo die Induſtrialiſierung soweit Er zeigt uns aber auch, daß man versucht fortgeschritten ist, mit solchen fleinlichen Mitteln „ Gewerberetterei" zu betreiben. Der Geüber das Handels. fichtigen. Hausiererge eg. die Notstandsgebiete das ganze große Erzgebirge Im weiteren Verlaufe kamen von oppoIsitioneller Seite noch der deutsche Christlich oziale Kunz zu Worte, der ebenfalls das ansässige Bewerbe des besonderen Schutzes seiner Partei versicherte, sowie der Kommunist Muna, der die Vorlage als realtionär und antisozial bezeichnet. Sie trifft eine ganze Reihe armer Teufel und macht jede Heimindustrie unmöglich. kritisiert verschiedene Härten der Vorlage, welche Auch der flowakische Bolksparteiler Hvozdit besonders die slowakischen Hausierer treffen; im Namen des Klubs lehne er daher die Vorlage ab. Dies hinderte seine Parteigenossen allerdings nicht, sich später bei der Abstimmung der Stimme zu enthalten. Einige Koalitionsredner bemühten sich demgegenüber, der Vorlage ihre allerdings sehr verstedten guten Seiten abzugewinnen, worauf zur Abstimmung geschritten wurde. Alle bic Rocher, welche wenigstens die argsten Här en zahlreichen Abänderungsanträge des Genossen beleit gen so lten, wurden erbarmungslos niedergestimmt und die Regierungsvorlage in erster Lesung angenommen. Damit hat die Stoalition neuerdings Tausende der Aermsten um ihr schweres Brot gebracht, der gänzlich falschen Einstellung der Gewerberetter" Rechnung tragend. Debatte über die Sprachenverordnung. Wir lehnen also diese Beschränkungen ab. Unannehmbar ist die Bestimmung, daß Der Berichterstatter Naprstel( Gew. Part.) er- widlung um mehr als 50 bis 60 Jahre. I'm feinen Handw gen benüßen darf, daß Erleichte jezentivurf bedeutet das Zurückwerfen der Ent- der Gehilfe feine Hode, feinen Ranzen tragen, flärt den Ennvurf als Kompromiß, der den Hau- aften Desterreich hätte sich keine Regierung ge- rungen nur in den äußersten Notfällen gewährt fierbandel an jenen Orten einschränken soll, wo traut, einen folchen Gefeßentwurf vorzulegen. Die werden dürfen und auch dies nur bei Neregsver enfäffige Gewerbetreibende vorhanden sind. Für Herren Gewerberetter sehen in ihrer Blindheit letzten. Im Gesetz ist nicht ausgesprochen, welches die Kriegsbeschädigten gelten diese Ausnahmsbe- und Kurzsichtigkeit nicht, daß nicht der Hou stimmungen nicht. Die verschiedenen einschränken- fierer ihr Feind ist, sondern daß es der ben Bestimmungen sollen die Käufer schüßen und Großtapitalismus ist, der das Gewerbe sind. Wir haben geben den Behörden das Recht der Preiskontrolle. zugrunde richtet. Die tapitalistische Entwicklung ist Das Gesetz bedeute im ganzen einen Fortschritt es, die den Gewerbestand zermalmt. Die Herren und entspreche den Intereffen des legitimen Gewerberetter sehen aber nicht, daß die Schuh- mit vielen hundert Sausierern. Die ganze Ingungsminister möge im Hause über die Explo Ein Antrag der Kommunisten, des Verteidifabriken durch ihre maschinelle Erzeugung den dustrie müßte dort zugrunde gehen, wenn es nicht gungsminister möge im Hause über die Explo Papel( D. Nat.-So.) erklärt, die heutige Schuhmachermeister zum Flic schuster machen, möglich wäre, daß die Menschen hinausgehen, um ionstatastrophe ſprechen, wird abgelehnt, was zu Debaite sollte vor allem der Explosionskatastrophe sie sehen nicht, wie der Schneidermeister durch die die Ware zu verkaufen, viele hunderte von Seim- stürmischen Pfui- und Hanbarufen der Kommuund dem Mißtrauensantrag der deutschen Par Konfettionsfabrik aus seinem Berufe gedrängt, die arbeitern könnten nicht leben. Die größte Nieder- nisten Anlaß gibt. Man hört aus dem Lärm den teien gewidmet ſein. Das vorliegende Gesez be- Schlosser und Klempner zu Hilfsarbeitern des inträchtigteit aber ist der Baragraph 24, der die be eichnenden Zwischenruf: Herr Stři b r n y ſeitige nicht die bisherigen Mängel der Vorschrif dustriellen Betriebs herabgedrückt werden, wie Behörden verpflichtet, eventuelle Strafen in das hat offenbar die Hosen voll!" ten über den Haufierhandel. Man müsse mit Uhrmacher durch die Uhrenfabriken aufhören, felb- Buch einzuschreiben, so daß der Hausierer mit Nach der Annahme einer Reihe von Ge'ezes der Tendenz übereinstimmen, daß ſtändige Arbeiter zu sein. Gegen all das sind die diesem Steckbrief von Ort zu Ort wandern vorlagen aus der letz'en Sibung in zweiter der Sausierhandel allmählich Lesung tam gegen 2 Uhr nachmittag das große hwinde, jedoch die armen Gegenden berüderren blind. Der fleine Hausierer soll es sein, muß. der das Gewerbe zugrunde richtet und der be Wir legen Verwahrung gegen diese Fassung Ereignis des Tages, die so lange von der Regie Tichi( D. Gew.- Part.) spricht sich dagegen heute noch dadurch zu retten, daß sie nur Lehr. fämpft werden muß. Biele Meister suchen sich des Gefeßentwurfes ein, weil dieser Entwurf rung hinausgeschobene aus, daß man so tief in das Wirtschaftsleben inge beschäftigen, clfo billige Arbeitseinschneidende Gesetz durch einen Kuhhandel i träfte haben, aber feinen Gehilfen halten. Biele schen den koalierten Parteien erledige; man sollte lernen bei fleinen Meistern aus, finden nachträg auch die gewerblichen Organisationen hören. Ich feinen Bosten und müssen so Fabrits. Das Gefeß sei nicht das schlechteste; feine arbeiter werden oder schließlich und endlich Partei fei ein grundfäblicher versuchen, im Wege des Sausierhandels Gegner des Hausierwesens und mit der einen Emverb für sich zu schaffen. Auch mancher Nationaldemofrat Hain war unstreitig am besten den Antrag, über den Mißtrauensantrag zur Der durch seine Unversöhnlichkeit bekannte| dem Berichte der Mehrheit die Begründung für Einschränkung des Sausierwesens überhaupt voll- von diesen kleinen Handwerkern, der aus von diesen kleinen Handwerkern, der aus der dazu geeignet, namens des Initiativausschusses Tagesordnung überzugehen. Das ganze deutsche kommen einverstanden und werde deshalb, unter Bhn herausgeworfen wurde, versucht nachträge über den Wig: rauenantrag, den der deutsche Ver- Voit sei durch die Sprachenverordnung aufge Aufrechterhaltung einiger Abänderungsanträge, Ich vielleicht doch einen Hausierhandel anzu- band gegen die Regierung wegen Ver.chung der rüttelt und empfindlich getroffen. Die Verord für die Vorlage stimmens fangen. Minderheitsrechte eingebracht hat, ein unpar- nungen, welche über das Gesetz hinausgehen, teilsches Referat zu erstatten. Hajn hielt eine feien ungültig, die Mehrheit habe, wie aus seiner berüchtigten Seyreden gegen die Deut- den Verordnungen zu ersehen ist, es darauf ab schen, denen es nach seiner Meinung noch viel gesehen, die anderen Völler in der brutaisten zu gut geht und die fulturelle Einrichtungen und Weise zu unterdrüden. Schulen mehr als zuviel haben. Seine Hierauf hielt der. Ausführungen wurden vielfach von stürmi schen zwischenrufen auf deutscher Seite Innenminister Nosek unterbrochen. Der Zwischenruf das ist ja ein cin längeres, mit Spannung erwartetes ExSeoalitiosgrammophon", fennzeichnete posee über die Sprachenverord am treffendsten den merkwürdigen Referenten. nung. Seine Ausführungen waren eine voll. Namens der Minderheit des Jiniativ- to mmene Enttäuschung für alle die, ausschusses begründete der deutsche Agrarier welche vielleicht noch annahmen, der Min ster Bierhut das Weißtrauens votum des deut- werde als Exponent der Regierung vor den schen Verbandes. Er wies die Behauptungen Vo.fsvertretern sachlich und im Bewußt ein Sains, als ob dem Mißtrauensantrag jede Be- der Wichtigkeit des Gegenstandes sprechen. Dapon gründung fehle zurüd. Er vermisse vielmehr in war bei Nofet teine Spur zu finden. Im Nach dem tschechischen Sozialdemokraten Pic, der auf die angebliche Berücksichtigung der armen Gegenden Hinweist, und auf das Baugesetz eingeht, nimmt Genosse Rother die Gelegenheit wahr, um die Stellung unferer Partei zum Hausierhandel überhaupt und zu dem vorliegenden Gefeßentwurf darzulegen. Er führt unter anderem aus: Wir verstehen einfach nicht, daß Gewerbeberufe, die dem Untergange entgegengehen, glauben, mit so fleinlichen Mitteln das Gewerbe retten zu können, wenn sie einigen tausenden Menschen, die in der Republik fümmerlich und ärmlich ihr Leben fristen, umbringen. " 3 weifelhafte" Existenzen sind im Hau sierhandel vielleicht weniger vertreten, els im Der vorliegende Gesetzentwurf bedeutet einen Saufmannsstand und im Gewerbestand.( Zustim Rüchschritt; er ist durchsetzt mit reaktio. mung.) Im alten Oesterreich hat man im Patent narem, borniertem Zünftlergeist. vom Jahre 1852 ein Alter von 30 Jahren für Der Entwurf bedeutet die Abmurksung all den Hausierer festgesetzt. dieser kleinen Leute, die heute mühselig ihren Er- Wir sehen nicht ein, warum nach dem vor. merb gefunden haben, er ist liegenden Gefeßentwurf jemand c.ft mit 85 Copyright duroh Wilhelm Roman aus der Zeit der großen Goldfunde 66 in Kanada und Alaska von Emil Droonberg. verloren. Der Nationaldemokrat Hajn gibt den Auftakt. aufreizende Rede. Nosef hält eine Eine erwartungsvolle Stille legte sich über| fönlichkeit der Erbin von Ihrer Seite in einem des Mister Evans und der Miß Rauston, durch Goldmann Verlag, Leipzig. 1925. Entscheidung kommen mußte. die Versammlung. Jeder fühlte, daß jest die wichtigen Punkte als nicht erbracht ansehen muß." zwei andere Buegen, Mister McPhee und mich, Und Wurphy Dem muß ich widersprechen, Eure Ehren," angefochten wird. Die musit dische Probe kommt Die Goldwäscher am Klondike.te, daß er jegt mit dem Rüden gegen die führung, deren Zeuge wir eben gewesen sind, müßte der Brief mit der von uns bestrittenen Be das nicht weniger als die anderen. Er versetzte Murphy. Der „ Der musikalischen Vor- als Beweismittel also gar nicht in Frage. Dazu Wand fämpfte. Aber noch gab er das Spiel nicht kommt keinerlei Beweiskraft zu, denn Mister merkung vorliegen. Er ist aber nicht da Evans hat zwar behauptet und Miß Rauston Doch!" unterbrach ihn scharf und klar eine Flüsternd hielt er eine furze Unterredung war bereit, zu bestätigen, daß in dem Briefe die Stimme cus der Mitte der Zuhörer heraus, und mit seiner Slientin, um den Eindruck zu erwet Fertigkeit der Schreiberin als Geigenspielerin er gleichzeitig drängte sich dane in Begleitung eines fen, als ob er sich über deren Bereinwilligkeit, wähnt worden ist. Ich habe aber den Brief auch anderen Mannes, der ihn fast um Stopfeslänge Murphy fuhr fort:„ Die gänzlich unbestätigten sich der Probe zu unterziehen, unterrichten wollte. gelesen mehrere Male sogar- und ich be- überragte, an den Richtertisch heran und überAussagen einer Partei können aber niemals als eine solche ausreichende Begründung angesehen erklärte er dann in einem Tone, als sei ihr da- ja bei dem Tode Patrik Malonys zugegen und Walony plötzlich jeder eine schwere Hand auf Meine Klientin lehnt das entschieden ab!" streite, daß etwas derartiges darin gestanden hat. reichte dem Magistrat einen Brief, während Hier ist auch Mister McPhee.- Sie waren Murphy. McPhee, Lynn und die angebliche Mik werden. In dem vorliegenden Falle kommt noch mit eine Zumutung gestellt worden. Wir geben lennen den Brief. Ist Ihnen erinnerlich, daß ihrer Schulter fühlten und der mehrfache Ruf dazu, daß die wichtigen Interessen nicht nur mei- zu, daß die junge Lady dort Geige spielen kann. ner Klientin, ſondern auch der Klondike Mining Sie hat es auf dem Schiffe getan- als Ersatz irgendetwas von Geigenspiel erwähnt war?" laut wurde: Co. durch eine Vertagung auf das schwerste ge- für Negermusikanten. Ueber den Geschmack läßt Mewhee mit großer Bestimmtheit.„ Es scheint Im Namen des Königs erkläre ich Sie unter ,, Kein Wort war davon erwähnt", erklärte Ich bin Nonstabler der Berittenen Polizei. schädigt würden." sich eben nicht streiten. Das Künstlerische AnDer Anwalt der Minengesellschaft, der die standsgefühl meiner Klientin würde ihr ihr das mir überhaupt, als ob man mit allen Witteln Arreſt!" einfache Formalitätssache, zu deren Erledigung er aber niemals gestattet haben, wie es ihr auch versuchen will" Lynn, wie auch McPhee, die entweder ihr sich hier eingefunden hatte, zu seiner UeberMurphy winkte ihm, zu schweigen. Bei dem Spiel verloren gaben, oder noch andere Gründe verbietet, ihre Kunst hier zu zeigen." raschung sich zu einer ganz außerordentlich ver Gang en die Verhandlungen hatten, hielt er es hatten, sich einer Verhaftung mit allen Mitteln widelten Personenstreiffrage ausgestalten jah, Miß Malony, wollen. Sie uns ein Stüd nicht für weife, Beschuldigungen gegen die andere zu entziehen, ohne erst eine Aufklärung abzuwa schloß sich nach einer kurzen im Flüstertone ab- hören lassen?" wandte sich der Magistrat an Seite cuesprechen zu laffen, die von den Anwesen- ten, hatten eine Bewegung gemacht, els ob fie gehaltenen Besprechung mit dem Bevollmächtig- Eileen. ben zu leidyt gegen sie selbst gerichtet werben fonn durch die beiden hinter dem Magistra: stische beten der Gesellschaft dem Proteste an. Obwohl gewöhnt, vor den verschiedensten ten. Es war ihm bereits caufgefallen, daß einige findlichen Fenster einen raschen Sprung in die Evans unternahm einen letzten Versuch. Zuhörern zu vielen, färbte sich Eileens Geficht derfelben, die sich bisher im Hintergrunde gehalten Freiheit unternehmen wollten. Dort fiel aber ihr Der Brief, den wir bei dem Toten fanden, doch mit einem tiefen Rot. als sie die Geige aus hatten und von denen er zivei tros ihrer Rivil- Blid auf die Uniformmüßen der städtischen enthielt auch noch eine Bemerkung, die für die dem Rasten nahm, die Saiten spannte und zu fleidung als Beamte der städtischen Polizei er- Bolizei, und das überzeugte sie, daß ihnen jeder Feststellung der richtigen Erbin große Bedeutung spielen begann. Aber schon nach den ersten kannte, sich allmählich nach vorn gedrängt und Ausweg verlegt war. " hat. Die Schreiberin erwähnte darin, daß sie Bogenstrichen wurde sie sicher und ruhig. Sie in seiner und seiner Freunde Nähe aufgestellt Ginen Augenblid mußte Lynn wohl auch noch Geigenspielerin sei und in Konzerten auftrete. Spielte dasselbe irische died, das sie auf dem hatten. Das mochte Zufall fein, fah aber beinahe der Gedanke gekommen sein, sich mit Gewalt cus Miß Peggy Rauston hier wird das bezeugen Schiffe gespielt hatte, als Lyun ihr die Fünf- wie Absicht aus. den Händen der Polizisten zu befreien und, muf und auch die übrigen, die den Brief gesehen dollarnote zuwarf. Er erkannte es auch wieder. Berflucht auch, daß ihre so gut vorbereiteten feine bertulischen Störperkräfte vertrauend, den haben, werden sich daran erinnern. Weiß Ma- Ein Ausdruck verbisserer Wut auf feinem Ge- Pläne für die Beseitigung dieses Mädchens doch Verfuch zu machen, durch die Anzahl der Zuhörer Tony hat die Geige bei sich und ist bereit, ihre ſicht, mit dem sich aber auch etwas Beunruhi- noch und gegen alles Erwarten mißglüdt waren. durchzubrechen, denn er machte eine umvillkürliche Stunft zu zeigen. Wenn Eure Ehren dieser andern gung mischte, machte das zweifellos. Aber schließlich war ja noch nichts verloren. Was Bewegung nach der Tür hin. Die Zuhörer hatten Lady dann die gleiche Probe auferlegen will, Weigert sich Ihre Klientin noch immer?" fonnte man, besonders gegen ihn, geltend machen? sich aber inzwischen start vermehrt, denn das Ge so wird sich herausstellen, daß, selbst wenn sie wandte sich der Magistrat an Murphy, als Eileen Und wou batte man denn auch die Formalitäten rücht, daß bier env: 8 Besonderes vorgehe, hatte wirklich auch Eileen Malony heißen sollte, wie geendet hatte und ihr Instrument in den Kasten im Rechtsverfahren? sich anscheinend schnell im Hause verbreitet. hier behauptet worden ist, sie doch nicht die Toch zurücklegte. Ich mache Sie darauf aufmerksam, Ich stell also feft. Eure Ehren," fagte er. ter und Erbin von Patrik Malony sein kann." daß ich dann den Beweis für die richtige Per- ,, daß die Behauptung der zwei Zeugen, nämlich " Fortjepung folgt.) 19. März 1926 erften Teil seiner Ausführungen suchte er die altesten Schlager der berüchtigten tschecho flowalischen Auslandspropaganda zusammen, um an Hand verschiedener Aussprüche, die einzelne beutsche Abgeordnete in stürmischen Versamm lungen vor Jahren getan hatten, den Nachweis uführen, daß die Erregung in der deutschen Be Bollerung über das Sprachenunrecht nur fünftlich(!) hervorgerufen sei durch aufreizende Reden in den Protestversammlungen. Dieses merkwürdige Ministerexposee rief bei den deuts then und kommunistischen Abgeordneten, welche dichtgedränkt vor der Ministerbant standen, 818 wahre Stürme des Unwillens hervor. Minutenlang gingen die weiteren Ausführungen Nosets in dem Tumult unter. Wort gefechte zwischen Koalitions- und oppofitionellen Abgeordneten verursachten einen solchen Sarm, daß Noset seine weitere Rede lange Zeit mur den Stenographen diktieren mußte. Als dann endlich wieder Ruhe eingetreten war, beschäftigte sich Noset mit den Bestimmun gen der Sprachenverordnung im einzelnen und uchte allerdings vergeblich nach Vorbilde Viškovskys die deutschen Beschwerden über die Sprachenverordnung als unbegrünbet hinzustellen und demgegenüber die wenigen Bestimmungen, welche so etwas wie einen Schutz der Minderheiten darstellen sollen, maßlos zu übertreiben. Ein neuer Sturm des Unwillens, namentlich von kommunistischer Seite erhob sich, als der Minister auch die alleinige Herrschaft der ftaatsoffiziellent Sprache in Karpathorußland Wie man hierzulande untersucht: Die Arbeiter sind an den Karlsbader Vorfällen schuld! Der Innenminister deckt das Vorgehen der Polizei in Karlsbad nnd Fischern. Der Polizeibericht als einzige Grundlage für den Innenminister. Die Genossen Löw und Dr. Heller rechnen mit der Koalition ab. Prag, 11. März. Im Senat fand gestern abends und während der ganzen heutigen Sitzung die Aussprache über die Karlsbader Vorfälle statt. Die Regierung fonnte sich nicht dazu aufraffen, bei der Untersuchung der Vorfälle einwandfrei vorzugehen. Der Innenminister Noset hatte die Stirn, über das Vorgehen der Polizei in Karlsbad und Fischern den Senat nicht auf Grund einer unparteiischen Untersuchung, sondern auf Grund des Polizeibe richtes zu informieren! Er mußte es sich dabei allerdings gefallen lassen, daß ihm unsere Genossen frasse unwahrheiten des Berichtes na chwiesen. In der Debatte, die sich oft stürmisch gestaltete, standen die Koalitionsredner natürlich unerschütterlich auf der Seite ihres Innenministers. Besonders der Nationaldemokrat Dyt tat fich ein besonderes darauf zugute, den deutschen Sozialdemokraten ihren Nationalis mus im alten Desterreich vorzuwerfen und fic dafür verantwortlich zu machen, daß in Desterreich der nationale Kampf entfesselt(!) wurde. Der so geschichtskundige" Redner wurde allerdings sehr verlegen, als unsere Genossen seine Phantastereien durch tresfende Zwischenrufe um den Reiz der in diesem Falle wirklich vorhandenen Originali tät" brachten. Die übrigen Koalitionsredner beschränkten sich darauf, von allem anderen, nur nicht von den Vorfällen in Karlsbad und Fischern zu reden. Von unseren Genossen sprachen Sen. 25 w und Sen. Dr. Heller, deren Ausführungen den Mittelpunkt der Debatte bildeten. Die anderen Oppositionsparteien griffen gleichfalls die Regierung scharf an. Die Debatte über die Karlsbader Vorfälle wird erst in der am Dienstag um 4 Uhr nachmittags stattfindenden Sihung beendet werden. Jener Teil der Mittwochsitzung, in der die Karlsbader Vorfälle zur Sprache kamen, geftal tete sich, wie wir bereits gemeldet haben, äußerst stürmisch. Nach Zustimmung des Hauses, daß unserer Interpellation die Dringlichkeit zuerkannt werde, kam als erster Redner Genosse Löw marsch einzig möglichen Gaffen ab. Die Maffen fluteten auf das andere Teplufer zurück, ein furchtbares Gedränge stand, ein schrecklicher Wirrwarr schien infolge des Nachdrängens der Massen unvermeidlich. Die Polizeibehörde mußte über Intervention die Straße freigeben. Der den Polizeikordon befehligende ehemalige anderer Meinung. zu rechtfertigen suchte. Die Unaufrichtig feit dieser Nede erreichte wohl ihren Höhepunkt, als Noset zum Schluß versicherte, die Regierung babe aus der Sprachenverordnung nie ein Po lititum gemacht und werde dies auch niemals tun(!) Er unterließ es auch nicht, die starke hand der Regierung anzufündigen und zu betonen, daß die Regierung mit aller Entschieden heit bei etwaigen Auflehnungen gegen die Ver. ordnung einschreiten und die verfassungs. rechtlichen Rechte der Staatssprache( unter zu Worte, der zuerst auf den ideologischen und allen Umständen siegreich verteidigen charakteristischen Zusammenhang zwischen den f. f. Rittmeister, Inspektor Sta fit, war jedoch werde. Karlsbader Vorfällen und den die Opposition beleidigenden Worten des Verteidigungsministers eine Polizeitlique im Zeichen des Pendrets, im Senat huldigt der Ver teidigungsminister dem Bendretals der geeigneten Waffe gegen die berechtigte Empörung der Opposition. auch In der nun folgenden Debatte sprach auch aufmerksam machte: In Starlsbad herrscht Genosse Dr. Czech, dessen längere Rede in dem Antrag auf Einfebung eines Nationalitätenausschusses aus flang. Wir werden seine bedeutsamen und in der ichigen Atmosphäre des Basses doppelt begrüßens werien Ausführungen, die auf das gesamte Haus fichtlich einen tiefen Eindruck machten und so doch die Hoffnung aufkommen ließen, es tönnte anders werden, in der morgigen umumer bringen. Nach der Rede Czechs ließ es sich der Innenminister nicht nehmen, auf den Vorwurf bes Bortbruches, den Czech erhoben hatte, zu magieren. Was er zur Entschuldigung des trassen Bortbruches der Regierung anführte, welche die Sprachenverordnung entgegen ihren seinerzeitigen feierlichen Verpflichtungen der Bevölkerung ohne Befragung der deutschen Parlamentarier auf swang, war mehr als tläglich und konnte memanden überzeugen. Die Debatte, die spät abends abgebrochen murde, geht morgen um 9 Uhr früh weiter. Unsere Protesttundgebungen. Eine mächtige Vertrauensmännertagung des Sarisbader Bezirkes. Er ließ, ohne den Befehl der Polizeibehörde über die Freigabe der Straße abzuwarten, deshalb, weil einige Leute die von der Versamm lung beschlossene Resolution der Bezirksverwal tung übergeben wollten, die Polizisten auf die Menge los. Beite 3. auf der neuen Wiese nachgewiesenermaßen Steine. Selbst Herr Botava mußte zugeben, baß lein Stein geworfen worden ist, daß er ge logen hat: es sei eine Sobawasser. flasche(!) gewefen. Auch die Polizei selbst hat teinen Stein vorweisen können. Man darf also nicht leichtsinnigerweise etwa insinuieren, was man nicht beweisen kann. Als ich Siegel fragte, warum er denn eigentlich ver haftet wurde, sagte er mir, er sei von einem Polizeimann ins Gesicht geschlagen worden. Als er dagegen protestierte, fielen dret Mann über ihn her und haben ihn mit Pendreks be arbeitet. Ich habe ihn mir am nächsten Tage im Bezirksgericht vorführen lassen und er hat mir feinen Kopf gezeigt, der sch toere Beulen aufwies. Gen. Löw bespricht dann die weiteren Anmaßungen und Brutalitäten der Polizei und schildert einen Vorfall aus der letzten Vergangenheit des Polizeiregimes: Ein Kellnerlehrling wurde am 18. Jänner grundlos auf die Wache mitgenommen und dort bis zur BewußtIofigteit gefschlagen. Jns Spital lieferte man ihn durch die Polizei dann wegen angeblicher Vergiftung ein. Dabei hat man den 17jäh. rigen so auf den Kopf geschlagen, daß er am lin. ten Ohr nichts hörte. Zum Schlusse befaßt sich der Redner mit der Verhängung des Ausnahmszustandes in Fischern, schildert die unglaublichen Zustände während des Andauerns der polizeilichen Eigenmächtigkeit, weist energisch den Standpuntt ber Polizei zurück, die bei der Aufhebung des gesezwidrigen Ausnahmszustandes Garan Ordnung verlangt habe, und schließt: tien für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Wenn wir deswegen in unserer dringlichen Interpellation verlangen, daß eine Unter suchungskommission eingefeßt und daß die Schuldigen zur Verantwortung gezogen wer den, so muß nicht nur das, was sich in den letzten Tagen abgespielt hat, untersucht werden, nein, wir müssen weiter gehen: Wir müssen wis en, wie die Polizeiorgane zusammenge sept werden, wie sie sich zu verhalten und welche Rechte sie zu erfüllen habe." Die Untersuchung muß eine unparteiisde sein, wenn sie überhaupt einen Zweck haben soll! ( Lebhafter Beifall.) Die fulminante Anklagerede des Gen. Löw rief sofort den Innenminister No'et Redner schildert dann die unerhörte Art und Weise, in der die Polizei mit dem Pendrek gegen auf den Plan. Hatte einige Stunden vorher die wehrlosen Menschenknäuel borging. Man Minister Stříbrny in der Verherrlichung des drängte die Menschen gegen einen von der ande- Pendref seine Aufgabe gesehen, so befleißigte sich ren Seite aumarschierenden Polizeitrupp, der jetzt sein Kollege, all die durch die Pendrekherrgleichfalls sofort mit dem Pendret reinzuschlagen begann. Der Pendrek ist in der Tat zum Szepter der schechoslowakischen Republik geworden! Die wirtschaftliche und nationale Bedrückung hat die arbeitenden Massen von Karlsbad auf die Straße gerufen. Die deutschen Arbeiter ertragen es nicht mehr länger, daß sie in wirtschaftlicher und nationaler Beziehung in die letzte Klasse der Bewohner dieses Staates eingereiht werden. Sa waren am 2. März in Starlsbad 15.000 Mens fchen unserem Rufe gefolgt, aus einer Ver- au amishandeln. Deshalb, weil der Polizeirat Am nächsten Tage jedoch begann die Polizei sammlung mußten drei gemacht werden. Votava anonyme Drobhriefe befam, wurden Ar. beiter frühzeitig aus den Betten geholt und Hausdurchsuchungen vorgenommen, natürlich ohne irgendein Resultat. Die gemeldete und bewilligte Versammlung nahm einen würdigen Verlauf, denn der moderne Arbeiter hat es gelernt, seinen Rund gebungen durch Ruhe, Geschlossenheit und Würde den nachhaltigsten Eindruck zu geben. Ms die Versammlung beendet war, sorgten unsere Ordner für einen geregelten Abmarsch der unübersehbaren Massen. Um jeden Zusam menstoß zu vermeiden, erfolgte der Abmarsch in gefchloffenen Zügen durch die bekanntlich engen Starlsbader Gassen. Dienstag abends versammelten sich, über Der Polizei war das jedoch nicht angenehm Nacht einberufen, 360 Vertrauensmänner der jozialdemokratischen Partei des Karlsbader Bezir- und sie sperrte beim Stadttheater die für den AbErst, als sich die Polizisten ausgetobt hatten, durfte die Menge abziehen." schaft der Polizei hervorgerufenen Ungerechtig feiten mit den Mantel der christlichen Nächsten liebe zu deden. Minister Noset hatte sich fetne Aufgabe sehr leicht gemacht: Er gab einfach einen Bericht wiebez, den ihm der Karlsbader Polizeikommiffär zugeschickt hatte! mit dem Bendret vorzugehen, Natürlich hat man in diesem Bericht die Polizisten und ihre Befehlshaber als die reinsten Unschuldsengel hingestellt. Schuld an allem Die Arbeiter wurden aber trotzdem auf die seien die Arbeiter, die, als der Durchzug Wache geführt, sogar vom Arbeitsplatz weg; auch zur Bezirksverwaltung bewilligt wurde, Rufe Frauen wurden ins Polizeiarrest gestedt. Im wic" Tschechisches Gesindel!", ,, Tschechische Polizeigefängnis wurden die Arbeiter noch- Hunde!" usw. ausgestoßen hätten. Diese Rufe mals von den Polizisten mishandelt, so mußten die Meinung aufkommen lassen, daß die daß die Wunden und die Schwellungen nach Arbeiter das Gebäude der Bezirksverwaltung drei bis vier Tagen nachher zu sehen waren. ft ürmen(!!) werden. Aber die Polizei- fein Ein Arbeiter namens Karl Siegel wurde ver. Engel ist so rein! habe trotzdem weiter Ruhe haftet, weil von ihm angeblich Steine geworfen und Ordnung bewahrt, bis die Menge Steine wurden. Nun gibt es weder auf der alten noch 6u werfen begann! Der Minister weiß fogar, woher diese Steine stammten: es werbe in ber les im großen Saale des Karlbader SchüßenNähe das Pflaster gerichtet, was bisher keinem hauses. Die Versammlung mußte, ein Zeichen statt, in der Senator Genosse Nießner unter ihrer Bewohner ausgeübt wurde. Es sind näm- Starlsbader bekannt war. Und weiter: auch mit unferer Zeit, auf Grund des§ 2 einberufen, Listen lebhafter Zustimmung und starkem Beifall der lich" nur" Arbeiter gewesen, die in Starls- Patten gingen die Leute gegen die Polizisten mußten angelegt, Einladungen geschrieben und zu Versammelten referierte. Die Versammlung wies bad auf die Straße gingen," nur" Arbeiter vor.( Der Polizeirat Votava weiß allerdings nur gestellt werden. Trotzdem innerhalb 24 Stunden einen für Zuaim überaus erfreulichen Be- waren es, denen der Herr Votava mit dem Pen- von einer Sodawasserflasche zu berichten! Anm. ein solch gewaltiger Aufmarsch unserer Vertrau- such auf und zeigte damit, daß die deutsche Ar- drek das Gehorchen" beibringen wollte, deut der Red.) Da war natürlich die Polizei gezwungen, ensleute das ist wohl der beste Beweis für die beiterschaft in der Tschechoslowakei überall der sche Arbeiter waren es nur, gegen die Schlagfertigkeit und den Kampfeswillen der Ge- Stampfparole unserer Partei zu folgen entschlos- dieser Herr dreift den Ausnahmszustand etablierte. Und da, wo es um Arbeiter geht, da sind die noffen! Unter dem Vorsitz des Senators Genossen sen ist." ,, nationalen" Kämpfer aller deutschnationalen 3öw, referierte, stürmisch begrüßt, Abgeordneter Schattierungen sehr wenig interessiert. Ja, die Genoffe Pohl, der die allgemeine Bedeutung der Arbeiter von ihren Stlassenzielen ablenken und zu Karlsbader und Fischerner Vorfälle lennzeichnete, die Notwendigkeit entschiedener Wir haben vor einigen Tagen festgestellt, in diesem Zwecke insbesondere zu Wahlzeiten ihnen Rampfstellung der Arbeiter begründete und ins- welch hämisch- gehässiger Weise die Subeten von der Voltsgemeinschaft etwas vom besondere schärfste Anklage gegen den tleritalen deutsche Tageszeitung" unsere Partei just im Zu- Simmel herunterzufügen- da sind die HerrJustizminister Noffer erhob. User Parteivor- fammenhang mit den unerhörten Karlsbader Vor- fchaften mit Feuereifer dabei. Aber die Stunde stand werde alles daran seßen, damit die Schuldifällen kritisierte. Ebenso bezeichnend wie diese des Rampfes hat sie noch immer auf der anderen gen zur Verantwortung gezogen werden, am 28. Tatsache, ist der Umstand, daß sich die deutsch- Seite der Barrikade gefunden. Und wo es schon, März wird die deutsche sozialdemokratische Arbei- bürgerlichen Parteien und Beitungen, von dem wie im Fall Karlsbad und Fischern nicht angeht, terschaft in allen Zeilen der Republik zur Bertei- rzeß der„ Sudetendeutschen" und einigen kleinen, die Partei der Gewalt gegen die Arbeiter zu lebiglich registrierenden Meldungen abgesehen, so ergreifen, da stehen sie doch wenigstens stumm bigung ihrer Freiheiten neuerlich demonstrieren. wohl über den Karlsbader Gewalt att abfeits. Uns ist das durchaus recht, denn so beNach dem mit stürmischem Beifall aufgenomme- als auch über die beispiellose Fischerner tommen die Arbeiter doch die richtige Anschauung sei es nur dem nen Referat Pohls sprach noch Abg. Genoffe affäre vollkommen ausschweigen. Mit von der Boltsgemeinschaft", die letzten Endes de Witte. Einstimmig wurde dann eine Re- Knüppeln ist die Polizei gegen die Demon- ja doch nur dazu dienen soll, die Arbeiter in den folution angenommen, in der unter anderem ftranten von Karlsbad losgegangen und in Fi- Dienst einer gemeinsamen Verteidigung des Eigentrengste Untersuchung der Vorfälle und schern hat ein besinnungslos gewordener Polizei- tums einzuspannen, das nur die andere, kleine entschiedene Maßnahmen gefordert werben, um eine Wiederholung berartiger Gewalt- mensch in ungefeßlicher Weise und auf Grund Hälfte des Bolles genießt! Sie schweigen! erdichteten Steinwurfs die staatsbürgerlichen wobei die Menge einen armen Polizisten m ringt, entwaffnet und verprügelt habe. Ein anderer hätte fast geschoffen(!!), wenn die Menge nicht von ihm abgelassen hätte. Die armen Polizisten und nicht vielleicht die Arbeiter, die Frauen, Greise und Kinder wurden also geschlagen und bedroht! Besser konnten wohl die Tatsachen in dem amtlichen" Bericht der Schuldigen nicht verdreht werden... Nach dem Bericht des Innenministers ist es ferner nicht wahr, daß viele Leute in die Tepl springen mußten, um sich vor den Gumminütteln der Polizisten zu retten. Im Gegenteil tattvollen and laltblütigen Berhalten der Polizisten zu verdanken, daß es nicht zum Gebrauch der Schußwaffen tam. Es feien Vorfälle festgestellt worden, in denen Ordner die Wache alte unmöglich zu machen. Die Resolution schließt Freiheiten tassiert und einen Ausnahmszustand Die Staatsangestellten- Vorlagen sollen folgen beschimpften; der Ordner Heinrich Plodet mit einem feurigen Appell an die Arbeiter und festgesetzt, über den man sogar jenseits der Gren- dermaßen burchgepeitscht werden: Freitag abend habe fogar fein rotes Ordnerband herunterArbeiterinnen, sich der sozialdemokratizen fehr aufmerksam berichtet und in größter wird sich mit ihnen der sozialpolitische Ausschuß be- geriffen, um sich an den Ausschreitungen zu be len Partei anzuschließen und so mit Schärfe abgeurteilt hat die Herren Deutsch- fassen und sie in einer einzigen Sigung erle- teiligen! Nur in einem Falle habe die auf eine fiegreiche Beendigung des schweren bürgerlichen aber finden all dies laum der Rede bigen, selbst wenn diese bis in die Morgenstunden Mache die Waffe ziehen müssen, weil sie schwer Rampfes hinzuwirken. wert, und gingen darüber sehr rasch zur Tages- bauern sollte. Montag und Dienstag würden die bedroht war. ordnung über. Darüber muß denn boch noch ein Borlagen vom Budget- und Kulturausschuß durchWort gesprochen werden! Denn man foll sich genommen werden und Donnerstag, den 18., wür Sozialdemokratische Protestkundgebung in Znaim. wenigstens flar darüber sein, warum die Selben ben sie sich bereits auf der Tagesordnung hea Mh. Am Sonntag fand in 8naim unter dem und Heilschreier schweigen, wenn in fonkreten geordnetenhaus- Plenums befinden, daß sie binnen Borsiz des Genossen Professor Spier eine von Fällen der Bendret niederfaufte und ein Attentat brei Tagen zu erledigen hätte. Die Frage der Beunferer Partei einberufene Bortestversammlung auf die Freiheiten einer deutschen Gemeinde und deckung soll erst nachträglich gelöst werden, Nach dem Gesagten müsse der Minister feststellen, daß gegen die Polizisten keinerlei Borwürfe erhoben werden fönnen. Der Innenminister begnügt sich also mit dem Bericht der an den Vorfällen schuldigen 9 Seite 4. Italien für die Ansprüche Brafiliens. Igen regelt und ausspricht, daß diese nur vons Präsidenten erlassen werden können. Der Regierung mit Zustimmung des Durch die Verfassung und das Gesetz ist bas Prügelpatent vom Jahre 1854 in den bezüglichen Bestimmungen aufgehoben wor den, so daß Genf, 11. März Briand hat sofort nach feiner Anfünft die Besprechungen mit Bandevelde, Chamberlain, Scialoja und Srzynski auf genommen. Die Lage stellt sich info ge der geftrigen Differenzen im Rat sehr kompli ziert dar, da auch Italien bis zu einem ge wiffen Grade den intransigenten Standjede gefeßliche Grundlage fehlt. punkt Brasiliens in Bezug auf die For Bezeichnend ist, daß im früheren Parlament Rederung der Zuteilung eines ständigen Ratssißes folutionen für die Aufhebung des Prügelunterstüßt und auch für Polen einen patents beschlossen worden sind und daß in diesem Ratssiß fordert. Spanien hat indessen reaktionären Parlament der Innenminister feine Drohungen verlauten lassen, sondern nur unter dem Beifall der Mehrheit des bekanntgegeben, daß es aus dem Völkerbund aus dem Völkerbund Sauses die Anwendung des Prügelpatents möglicherweise austreten würde, falls verteidigt! seinem Wunsche nach einem ständigen Ratssit nicht Rechnung getragen würde; doch besteht es nicht darauf, daß ihm der Ratfis schon in dieser Session zugeteilt werde. Es zirkuliert auch das Gerücht, die deutsche Delegation werde abreifen, um neue Instruktio nen einzuholen; doch entbehrt diese Nachricht jeder Begründung, da die ganze Frage als interne Angelegenheit des Völlerbundes zu betrachten ist. Polizei und wartet die unparteiische Untersuchung gar nicht ab. Er dect seelenruhig die Ausschreitungen seiner Organe, ohne die Gegen feite überhaupt gehört zu haben! In der Folge befaßte sich dann der Minister mit dem Ausnahmszustand in Fischern. Auch hier stützten sich seine Ausführungen auf den Bericht der Polizei. Tagesneuig'eiten. 12. März 1926. Rundfunk für Alle! Programm für heard, den 12. d.. Die gute Austunit. Prag, 16.30: Konzert; 19: Deutsche land. Der Dachbeckermeister Dreyfuß hatte einen wirtschaftliche Sendung; 20.02: Ronzert; 21.15: Sohn, der auf der Dachdeckerschule in Glauchau Schlußszene aus Cyrano de Bergerac". studierte". Aber neben der Dachdeckerei sind Eduard Brünn, 19: Konzert; 20.10: Ronzert.- Lon. einem fächsischen Mädchen an. Liselotte Gebhardt Konzert.- Berlin, 20.30: Bon Morgen bis so hieß der Filius auch eine Liebelei mit don, 22.50: ,, No, no, Nanette". Paris, 21.30: hieß sie, ein reizendes Kind, das unserm Dreyfuß Mitternacht". Leipzig, 20.15: Romponisten. junior den Kopf arg verdrehte. Abend. Breslau, 20.15: Der Raub der Die Eltern erfuhren natürlich von dieser Be Sabinerinnen". München, 20: Konzert. Wien, mantiferabend. Wellenlängen der Stationen: Brag 368, Brünn 521, London 365, Paris 1750, Berlin 505 und 576, Stuttgart 443, Leipzig 452. Breslau 418, München 485, Frankfurt 470, Wien 530. 3. schichte. Da Liselotte nur ein armes Hascherl war, Frankfurt, 20.15: Gastspielabend. bas außer ihren roten Baden, blauen Augen und 19: Aus der Staatsoper.- Zürich, 20.30: RoEs scheint übrigens, daß der Erlaß wegen des versuchten die beiden Alten, dem Sohn das fächsische dem schwarzen Haar sonst nichts aufzuweisen hatte, Ausnahmezustandes eine finngemäße oder gar mädel auszureden. Aber der ließ von dem Liselott wörtliche Abschrift eines Erlaffes des böhmischen nicht. Inzwischen hatte aber Meister Dreyfuß von fchen Statthalters aus dem Jahre 1908 ift, die einem anderen Kollegen gehört, daß dieses Glauallerdings damals auf einem Beschluß der Re- chauer Mädchen nicht ganz ohne" sei etwas Gelb gierung beruhte. wäre doch wohl vorhanden. Die Sache sah dadurch fchon anbecs aus. Um aber ganz sicher zu sein, ließ der Bater von einem Freund in der Nähe von Chenmnitz bei einem Auskunftsbureau über die Braut seines Sohnes Erkundigungen einziehen. Er tat es aber nicht selbst, um nicht ins Gerbe" zu kommen, wie er fagte. Ein Chemnißer Detektivbureau wurbe beauftragt, über diese Liselotte ganz genaue Erfundigungen einzuziehen. Redner bespricht dann die ungeheuere Aufregung, welche sich der Bevölkerung bemächtigt hat, wenn auch die Presse des deutschen Bürgertums sich damit begnügte, erlogene Berichte der Regierungs presse des bekannten Wolf in Saaz wiederzugeben. Die drohende neue Belastung der Arbeiterschalt Das geschah. Aber die Antwort aus dem Bu reau war so flassisch, daß sie verdient, in der Zei durch die Erhöhung der Zuder- und Spitung einen Platz zu finden. Sie lautete nämlich fo: Dabei erklärte der Minister unter spontanem ritus steuer, des Zolls auf Kaffee und Herrn Dachbedermeister Chlen! Veifall der Koalition, daß die Republik gewisse Tee, die Einführung fester 3ölle auf Gelaiserliche Verordnungen und Gefeße, wie das treide und Me hI sowie durch die beabsichtigte Prügelpatent, mit gutem Willen über. Einschränkung der Arbeitslosen- und nommen und nach Bedarf geändert und aus- Invalidenunterstützung, die Vergebaut habe! Zur Begründung des Ausnahmszustandes weiß der Minister nichts anderes als die von uns bereits als gefeßwidrig nachgewiesene Begründung der Polizeiorgane anzuführen. Gewerbeordnung und Prügel patent sind auch dem Innenminister Grundlage genug, um eine standalöse Geseßwidrigkeit zu verteidigen! schlechterung der KrantenunterMassen. Das alles geschieht zu einer Zeit, in der stützung usw. steigert die Empörung der Massenentlassungen von Arbeitern auf der Tagesordnung stehen. Obwohl unser Export nur 47 Prozent der Vorfriegszeit beträgt, wird seine Steigerung durch die tschechischen Agrarier dadurch berhindert, daß sie die Beratung der Handelsverträge nicht zulassen. Es muß einen daher nicht wundern, wenn der Innenminister feststellt, daß dem verhafteten Das Gefeß über die Baubewegung, Siegel höchst wahrscheinlich" nichts ge- dessen Inkrafttreten zahllosen Arbeitern Arbeitsschehen ist, daß die Ausrückung der Karlsbader gelegenheit verschaffen und die Wohnungsnot ein Feuerwehr zu einem Begräbnis wegen des Aus- chränken würde, verhindern die tschechischen nahmszustandes nicht bewilligt wurde- obzwar bürgerlichen Parteien, ebenso wie das Gesetz über ja der Ausnahmszustand noch gar nicht verhängt die Versorgung der über 60 Jahre alten war! Ein so gut" und so richtig" informierter Innenminister muß natürlich auch erflären, daß es ungerecht sei, wenn in unserer Interpellation die Polizei so scharf angegriffen wurde. Auch ein Umzug durch eine Stadt tönne nicht gutgeheißen werden, denn das sei ein äußerst verantwortungsloses Vorgehen! Und die Regierung werde, so schloß der Miniſter, stets mit allen Mitteln einschreiten, wenn die Ordnung gestört wird, da sie für die Existenz des Staates verantwortlich sei, den die Interpellierenden negieren. Unter stürmischem Beifall der Koalition versichert der Minister, daß die Regierung mit der hinter ihr stehenden Mehrheit(!) des Bolles stets am Platz sein werde, um Recht und Ordnung zu schützen. Wie das in Karlsbad ausgesehen hat, haben die deutschen Arbeiter am eigenen Leibe erfahren. Die Antwort des deutschen Proletariats auf die, gelinde gesagt, sehr seltsame Aufklärung des Innenministers über eine Gesetzwidrigkeit wurde dem Minister in der heutigen Sigung zuteil. Genosse Dr. Heller faßte all das, was wir dem Innenminister zu fagen haben, in folgender Rede zusammen: Personen. 3u all diesen wirtschaftlichen Nöten tommt noch die Sprachliche Unterbrädung durch die Sprachenverordnung! Der Justizmini fter meinte zwar, daß da nicht Demonstrationen, sondern die Diskussion am Blaze sei: Eine Debatte, die bei der Beratung der Beamten vor lagen im Subkomitee des sozialpolitischen Aus, schusses verhindert wurde, und eine Debatte, die feines gegebenen Versprechens gerade bei der Ministerpräsident Svehla unter Brechung der Sprachenverordnung verhindert hat! Die Mehrheitsparteien lassen eine Diskussion nur zu, wenn nichts mehr geändert werden fann. Redner verweist sodann auf die große wirtschaftliche Belastung der mittellofen Bevölkerung durch die Sprachenverord nung, die Verdrängung von deutschen Beamten und Angestellten sowie von staatlich autorisierten Dr ganen durch die Verordnung, die nur den Zwed habe, den Söhnen der tschechischen Bourgeoisie ein Unterkommen Betrifft: Recherchen über Liselotte Gebhardt, Glauchau. G/ G. 2001--2617. rich 515 förderte Ausbeuterei soll radikal eine Boltsinitia tive verhindern, wozu vom 4. März ab überall die Zeichnungslisten aufgelegt werden; die Initiative verlangt die Enteignung der Fürsten bis auf den legten Pfennig. Ob das Enteignungsgeses im Reichstag die nötige Zweidrittelmehrheit findet, ist sehr zweifelhaft, aber die Initiative selbst wird mit Millionen auch gutbürgerlicher Stimmen gefüllt werden. Selten war ein Rückzug aus der Weltgeschichte würdeloser als dieses lepte öffentliche Auftreten der deutschen Fürsten. Der Skandal ist eine große Reflame und auch Beruhigung für die Republif; denn es gibt kaum einen der ehemaligen Potenta ten, dessen Gesinnung der Abfindungsskandal nicht irgendwo kompromittierte. Die republikanische Bresse hat ein Propagandamaterial zur Hand, wogegen die monarchistische und nationalistische nicht mehr wird aufkommen fönnen." Während man im Ausland mit Verachtung auf die würdelose Begehrlichkeit blidt, gibt es in Deutschland noch Parteien, die die niedrige Ge finnung gutgeheißen, die aus den Fürstenforderun gen fpricht. Das Volksbegehren unterzeichnen, heißt die Würde der Deutschen gegen die Würde. losigkeit der Fürsten wahren. Wir können Ihnen zu unserer großen Freude mitteilen, daß die Erkundigungen über 2. G. durchaus nichts Nachteiliges ergeben haben. Sie ist ein braves, fleißiges Mädchen, das den besten Leuntund genießt. Nur einen dunklen Punkt konnten wir ausfindig machen: L. G. verkehrt jeyt mit einem jungen Dachbeder namens Eduar Dreyfuß, der ein rechter Bruder Liederlich genann. werden fann. Wir haben uns nun auch in Ihrem Interesse über den Dreyfuß erkundigt; wir haben festgestellt, daß diese lasterhafte Seite des Genannten ein ererbtes lebel ist. Sein Vater ist der Dachdecker Dreyfuß, der ein starker Alkoholfreund ist und ausgedehnte Liebschaften unterhal ten hat und noch unterhält. Daß ein solcher geschule benswandel auf den Sohn abfärben mußte, wird jedem einleuchten. Bei den Betroffenen ist die Hoffnung, daß Dreyfuß jun., wenn er erft verheiratet sein wird, die schlechten Eigenschaften ab. ( ent. Ergebenst ( Unterschrift.) Der Dachbedermeister Dreyfuß hat fein sehr geistreiches Gesicht gemacht, als er diese Auskunft über sich selbst gelesen hatte. Es ist niemals gut, wenn man eine schlechte Auskunft über sich selbst bekommt; so etwas fann nie passieren, wenn man die Sache selbst in die Hand nimmt, dann berichtet ein Auskunftsbureau nur Gutes. Die Hörer der Brünner tschechischen Hoch schule gegen Professor Pardubicky. Mittwoch, den 10. d. M., fand im Brünner Stadion eine mächtige Protestfundgebung der gesamten tschechischen Studentenschaft Brünns gegen die Rehabilitie rung des Prof. Pardubicky statt. der von der Disziplinarkommission der Brünner tierärzt lichen Hochschule disqualifiziert worden war. Der Rampf richtete fich hier prinzipiell gegen die och i chulautonomie und es scheint, daß die tschechische Studentenschaft geschlossen hinter ihren Führern steht. Nachdem einige studentische Redner unter großem Beifall zur Tagesordnung gesprochen und sich insbesondere gegen vie Auf fassung des Ministeriums gewandt hatten, daß hinter der Bewegung angeblich unverantwort fuß das Mädel wirklich geheiratet hat und daß aus an dem Streike hätten, überbrachte auch Techniker Zu bemerken bleibt noch, daß der junge Dreyliche Elemente" stünden, die irgendein Interesse dem Ehepaar Dreyfuß schon eine ganze Reihe Zwei Schönherz namens der Arbeitsgemeinschaft fühler hervorgegangen sind, die hoffentlich das Erb- deutscher sozialistischer Akademiker( in welcher die übel vom Großvater nicht mehr weiterschleppen. übel vom Großvater nicht mehr weiterschleppen. sozialdemokratische Studentengruppe nicht vertreten ist) eine Solidaritätserklärung. Sodann er. Verhandlungen zwischen dem Bühnenbund griffen noch einige Professoren der Masaryk und dem Direktorenverband. Im Sinne der Be- universität das Wort, um zu beschwichtigen, doch schlüsse der Prager Vollversammlung des Ver- wurde ihnen von der Studentenschaft entgegnet. bandes der deutschen Bühnenleiter Von der Versammlung, der mehr als 2000 Persoin der CSR. vom 1. und 2. März fand am 9. nen beiwohnten, wurde eine Denkschrift an den März in Brünn eine ganztägige Beratung des Präsidenten der politischen Landesverwaltung und vom genannten Verbande best llten Unteraus- an die Rektoren der Brünner Hochschulen überschusse mit den Vertretern des Bühnenbun bracht. In der in Frage kommenden Dentde 3" statt. Es nahmen daran teil die Herren schrift heißt es, daß die Bewegung gegen Prof. Direktoren De me B- Brünn, Penarini- Rei- Pardubicky weder von rechts, noch von links. Die Darstellungen des Innenministers über chenberg. Weinert- Prag, Weninger- Gab- radikalen Elementen hervorgerufen worden sei, die Vorgänge in Karlsbad und Fischern beruhen lonz und der Verbandsanwalt Dr. Krump- sondern eine spontane Rundgebung der gesamien vollständig auf den Mitteilungen der Polizei. zu sichern. Die Sprachenverordnung verlegt holz auf Seite des Direktorenverbandes, auf Studentenschaft ohne Rücksicht auf die ParteiDiese sind jedoch in den wichtigsten Punkten un- den Artikel VII des Minderheitsschutzver- der Seite des Bühnenbundes waren erschienen richtung darstelle. Bardubicky werden zahl trages, der allen Staatsbürgern den angemessenen die Herren Obmann se opta und die Vorstands. reiche Verfehlungen, insbesondere wegen Gebrauch ihrer Sprache im mündlichen und mitglieder Riedl, Regisseur Guth, Stapellmei- feines pädagogischen und gesellschaftlichen Verhal schriftlichen Verkehr mit den Behörden ster Thomas- Aussig, Sekretär Scheiw I und tens und wegen verschiedener gegen das Ansehen garantiert, und sie muß daher Gegen- der Anwalt Dr. Freund. Es gelangten die ver- des Staates gerichteter Aeußerungen vorgeworfen. stand der schiedenartigen Auslegungen einzelner Bestim- Das starte Polizeiaufgebot erivies Beschwerde beim Völkerbund mungen des bestehenden Kollektivvertrages zur sich als völlig überflüssig. da die Versammlung werden. Die Sprachenverordnung berlebt einer grundsäblichen Einigung, vorbehaltlich der Erörterung. In den meisten Punkten tam es zu sich in voller Ruhe auflöſte. Dagegen halten wir die Behauptung, daß ein ferner viele Absäße der Verfassung, Genehmigung der Verbandsversammlung. Befon- Spandauer Demokraten haben an alle ihre AnArbeiter im Arrest schwer mißhandelt wurde, ber Strafprozeßordnung, der Zivilders eingehend wurde die Anwendung des Ge- hänger und Wähler die Aufforderung gerichtet, Demokraten für den Bollsentscheid. Die prozeßordnung, der Gemeindeordes über die Arbeitszeit vom 19. Dezember fich zahlreich in die Liſten für den Boltsentscheid 1918 auf alle Gruppen der Theaterangestellten einzutragen. Dieser Beschluß ist in einer start bebeitsteilung an den Theatern erörtert. Eine gebilligt worden. Die Haltung der Demokrati und die vom Bühnenbund gewünschte Ar- fuchten Mitgliederversammlung fast einstimmig Einigung wurde in dieser hochwichtigen Fragechen Reichstagsfraktion wurde nicht gutgeißen. noch nicht erzielt. Es sind vor allem systematische Es wurde bedauert, daß mitten im Stampfe bie Feststellungen über die Arbeitsteilung und Dauer Parole von der Parteileitung auf Wahlenthaltung wendig, nach deren Durchführung die Verhand- reits zahlreiche Demokraten in die Listen eintra ber einzelnen Theaterangestelltenkategorien not- ausgegeben wurde. In der Tat haben sich be lungen fortgesetzt werden." gen lassen. Der demokratische Bezirksvorsitzende Der würdelose Rückzug der deutschen Fürsten Dr. Hirschfeld, der Vorsitzende der Spandauer Benn daher unser Antrag auf Einseßung einer der Regierung an, wir werden den Rampf an aus der Weltgeschichte. Der schamlofe Verfuch der Ortsgruppe, hat in der lezten Sibung der BeWenn daher unser Antrag auf Einſeßung einer nehmen und durchführen, weil Recht und Gefeß beutschen Fürsten, das schwer fämpfende deutsche zirksversammlung ausdrücklich sich für den Anparlamentarischen Untersuchungslommission abgelehnt wird, so verraten Sie damit ein auf unserer Seite find! Unser Grundsaß ist, daß Bolt auszudeuten, stößt im Ausland auf Verach- trag auf entschädigungslose Enteignung der deutschlechtes Gewissen, das die Untersuchung nicht gleiches Recht für alle fein müsse, und tung. Die Basler ,, Nationalzeitung" schreibt: schen Fürsten eingefeßt. Die Spandauer Demodaß der vereinzelte Tscheche im deutschen verträgt. Sprachgebiet nicht mehr Recht haben fann Die Verfügung des Polizeikommiffärs als die Zehntausenden Deutschen im tschechischen über den Gebiete. Wir sind zu einer Bereinbarung über die Sprachenfrage bereit und haben diese Bereit. schaft in beiden Häusern der Nationlversammlung war ungefeßlich, weil der§ 107 der Ver- wiederholt zum Ausdrud gebracht. fassung die Freiheit jedes Bürgers verbürgt und Den uns aufgezwungenen Rampf werben wir bis bas Gesetz vom 14. April 1920, Nr. 300 die Vor- zum fiegreichen Ende durchführen!( Stürmischer auslebungen für die Erlassung solcher Verfügun- Beifall.) wahr. Es kamen weder Steinwürfe vor noch fielen Ruse wie Tschechische Hunde". Diese Angaben sollen vielmehr jetzt nur dazu dienen, um den tschechischen Nationalismus an zufachen. aufrecht. Von welchem Geifte die polizeilichen Behör- nung und des Sprachenge fees. den beseelt sind, möge man daran erkennen, daß Sie verhindert, daß in einer Gemeinde mu einer in Jägerndorf vier Versammlungen mit größer prozentigen tschechischen Bevölkerung ber Begründung verboten wurden, daß am bie tschechische Sprache zur Verhandlungspade felben Tage der Präsident der Republik seinen gemacht wird, weil dies zur Folge hätte, daß die betreffenden Gemeinden mit den Behörden nur In der Karlsbader Angelegenheit steht nun tschechisch verkehren müßten. Behauptung gegen Behauptung; nur eine Wir sehen daher die Sprachenverordnung unparteiische Untersuchung Kriegserklärung Geburtstag feiere! lann die Wahrheit feststellen. Ausnahmszustand in Fischern als eine tet werben. Bei 2 Millionen Arbeitslosen 10 millionen fraten richten an die Parteien, die den Wolfsent Mitbetroffenen und wöchentlich 50 Selbstmorden scheid unterstützen, die Bitte, daß die Listen nach aus Bebenssorgen allein in Berlin, bebrängen Feststellung des endgültigen Ergebnisses vernich bie abgesetten deutschen Fürsten ihre ungetreuen ehemaligen Landesfinder um Alimente im Betrage Marconi wird operiert. Marconi hat sich in von rund drei Milliarden Mart. Ebenfalls aus einer Bondoner Privatklinit einer als ungefährlich bezeichneten Operation unterwerfen müssen. Er wird Die geplante und durch einige willfähige Ge- in 14 Tagen eine Erholungsreise zum Mittelmeer richte erster Instans sogar gutgeheißene und be- antreten. Lebensnot? 12. März 1926. Der Konkurs des Dr. Unblutig. Die Mitteilung] Der Arbeiter Zeitung vom 8. d. über die Zahlungsunfähigkeit der Kutirolwerke, denen es unter Aufbietung einer ungeheuren, und wie sich jetzt herausstellt, auf Roſten andrer betriebenen Reklame gelungen war, ihre weit über ihren Wert bezahlten Bräparate in ganz bedeutenden Mengen abzusetzen, möge durch bert Hinweis auf einen in der deutschen Apothekerzeitung veröffentlichten Bericht über die Analyse des vielgepriesenen tukirolfußbades" ergänzt werden. Nach der von Dr. Rojahn von der Technischen Hochschule in Braunschweig ausgeführten Untersuchung besteht dieses Pulver in der Hauptmenge aus etwa fechzig Prozent roher Soda neben vierzig Prozent doppeltkohlensaurem Natron. Vielleicht wird diese Mitteilung die Möglichkeit bieten, sich die Annehm lichfeiten eines solchen Fußbades um sehr vieles bil. liger zu verschaffen. Aus Genf. Die Delegationsführer nach einer Besprechung im Hotel. ,, Beau Rivage". Seite 5. als solche durch eine tiefe Muft vom arbeitenden Volle getrennt. Hochschulfragen dürfen nicht die Angelcgnheit weniger oder einer ,, universitas docentium et discentium", sondern müssen Angele genheit des ganzen Voltes sein. 3. Das Endziel sozialistischer Hochschulpolitik ist die Schaffung einer Schule der freien For schung und wirklich unabhängiger Wissenschaft. Erst in der klassenlosen Ge. sellschaft des Sozialismus fann dieses sozialistische Ziel erreicht werden. 4. Die schonungslose Aufzeigung des Klassencharakters der heutigen Hochschulen, dann aber vor allem die Bekämpfung der Auswüchse der Tendenz, die die Hochschulen völlig zit Herrschaftsinstrumenten einer Klasse machen, sind die heutigen Aufgaben sozialistischer Hochschulpolitik. 5. Nicht nur der wissenschaftliche Sozialismus muß auf dem Forum für den Kampf der Geister gleichberechtigte Ausdrudsmöglichkeit erlangen, es darf auch der Gedankeninhalt der aufstrebenden Arbeiterklasse nicht vor den Toren der Hochschule halt machen. In Studienplan und Lehrgang müssen die Disziplinen der sozialistischen Wis. senschaften Eingang finden. 6 Umbau der Hochschulen ist nur möglich, wenn der Hochschullehrer durch eine Auswahl bestimmt wird, die wirklich nur von wissenschaftlichen Erwä gungen getragen und vom Volle fontrolliert wird. Dann aber auch, wenn die sozialistische Bewegung, funft, ihren Boden an der Hochschule findet, gleich berechtigt mit jeder anderen. Von links nach rechts: Scialoja( Italien), Vandervelde( Belgien), Luther( Deutsch- die große Bewegung der Gegenwart und der Zuland), Briand( Frankreich) und Stresemann( Deutschland). 7. Der Kampfboden für die sozialistische HochSchulpolitik, der Stampfboden für die sozialistische Studentenschaft ist die Hochschule. Der Stampf geht auf dem Boden der Hochschule um die Studentenschaft. Einträglicher Schwindel mit einem Rätselspiel. Seit einiger Zeit trieb der 26jährige Kaufmann Anton Wimmer mit einem neuen Gesellschaftsspiel, dem er den Namen„ Teufelsrad" gab, einen gewinnbringenden Schwindel. Nun wurde er verhaftet, aber erst nachdem er vielen Leuten durch seinen schlau eingefädelten Betrug Geld herausgelodt hatte. Das Spiel hätte wahrscheinlich nur geringes Interesse gewedt, wenn sein Erfinder es nicht mit einer Rätselausschreibung verquidt hätte. Das Teufelsrad" bestand aus einer Pappschachtel mit einem Spielplan, der Felder und Nummern aufwies, aus verschiedenfarbigen Holzklößchen und einem Würfel. Als Preis für das Spiel waren 2 Schilling einzusenden. Um einen möglichst großen Absatz zu erzielen, hat der Mann gleichzeitig ein Silbenrätsel veröffentlicht und jedem Einsender der richtigen Lösung eine Prämie von 60 Schilling versprochen. Die Beteiligung an dem Preisausschreiben machte er vom Kaufe des Spieles abhängig. Da eine ganze Reihe von verschiedenen Lösungen möglich ist und die cichtige Lösung nur durch einen Zufall gefunden werden kann, erhielten von rund 22.000 Einsendern, sie natürlich auch das Spiel hatten kaufen müssen, nur sieben die gesandte Prämie. Der Mann hat also ein fettes Millionengeschäft gemacht. Das Spiel selbst hat einen Wert von 70 Groschen. Wimmer, führungen demnächst aus einem neuen AufnahmeDer Rundfunksender Berlin wird seine Vorgegen den auch ein Haftbefehl des Amtsgerichtes raum empfangen. Der Rundfunk ist bekanntlich geMünchen( Strafgericht) wegen eines ähnlichen in radezu über Nacht in Deutschland verwirklicht wor- treffen. Deutschland begangenen Schwindels besteht, wurde den. Es war keinerlei Zeit zu langen Vorbereitun wegen Verdachts des Betruges der Staatsanwalt- gen und zur Auswertung von Erfahrungen. So der von Hotels und den Gasthöfen gemeldeten Daten ordentlicher Hörer zur Mitwirkung bei wirtschaftli Der Prager Fremdenbesuch 1925. Auf Grund schaft angezeigt und im Hinblick auf den Haftbefehl fagte am Vormittag des 29. Oktober 1923 der haben im Jahre 1925 354.040 Personen Prag be- chen, disziplinären und Verwaltungsfragen fönnen dem Landesgericht eingeliefert. Der Mann wohnte Staatssekretär Dr. Biedow zu Direktor Knöpfe, jucht. Von diesen Besuchern entfallen auf die Tfche allein eine demokratische Verwaltung und Führung in der Türkenstraße Nr. 83 und hatte seine Ge daß man abends beginnen wolle. Mit schnell zu. choslowakische Republif 289.000 Personen( 818 Bro- der Hochschulen garantieren. Gesepliche Einschäftsräume im Hause Währingerstraße Nr. 157. sammengeholten Künstlern wurde Punkt 8 Uhr das erste Programm in die Weite gefandt, und zwar aus jent). Das größte Kontingent der Besucher stellte tretung ist ein notwendiges Mittel zur Dezent) und auf Ausländer 64.440 Personen( 18.2 Pro- führung der allgemeinen Studentenver Eine Diebsgesellschaft aus Schülern. Als Ur- einem mehr als primitiven Aufnahmeraum. Das Deutschland mit 19.290, bann folgt Desterreich mit mofratisierung der Hochschulen. heber von zahllosen Ladendiebstählen und Schau- ganze Zimmer war nur sieben Weter lang, und 15.114, Polen mit 4190, Rumänien mit 3362, Unlafteneinbrüchen der letzten Beit in Eberswalde sind 3.70 Meter breit. Inzwischen hat man neue Aufarn mit 3058, Rußland mit 2419, Frankreich mit muß den Söhnen des arbeitenden Bol11. Der Zugang zu den Hochschulen jezt durch die dortige Kriminalpolizei sieben Volks- nahmeräume nach dem Muster Englands und der 2227, Jugoslawien mit 2172, England mit 2151, tes ermöglicht werden. Der Staat hat dafür ſchüler in Alter von elf bis vierzehn Jahren ver- Bereinigten Staaten geschaffen, bei deren Bau man Italien mit 1480, auf die übrigen europäischen Staazu sorgen, daß jeder dazu Begabte zum Nugen haftet worden, die eine Diebsbande organisiert hat von den akustischen Voraussetzungen ausging, die ten von Nordamerika 4034, auf das übrige Amerita der Allgemeinheit an die Hochschule kommen und die ten und planmäßig Diebstähle und Einbrüche aus dem Aufnahmeraum eines Senders gewiffe Bedin. 131, auf Afien, Afrika und Australien 393 Besucher. Graduierung erlangen fann. gungen vorschreiben Der Raum muß besonders rertäfelt und muschelartig gestaltet werden, um die eine schon lange schmerzlich empfundene Lüde aus-| einholen, weil sie auf der Flucht die Schuhe wegge gefüllt, da bisher nur ein indirettes Sprechen mit worfen hatte, um besser laufen zu können. Eben erLondon möglich war. Man mußte entweder in reichte sie das Gleis, als ein Zug aus Wessely die Paris oder in Amsterdam ein Relais heben, was Strece dahergebraust lam. Der Maschinenführer verdie Resten erheblich gesteigert und die Durchführung suchte den Bug zum Stchen zu bringen zu spät! der Gespräche wesentlich verzögert hat. Die neue Die Lokomotive zerschnitt das unglückliche Mädchen. 8. Offen oder heimlich wirken Hochschulbehördirekte Telephonverbindung wird nicht zu allen Tagesstunden, sondern lediglich zwischen 6 Uhr abends wurden bisher vier Soldaten unter Erscheinung parteiische und der Deffentlichheit verantwortliche den und reaktionäre Studentenschaft zusammen. Um Genidftarre in Pilsen. Nach amtliche Mitteilung die Verwaltung der Hochschule durch wirklich un und 7 Uhr morgens in Betrieb sein. von Genicstarre in die Infektionsabteilung des Alltärbehörde hat den Bakteriologen Obersten a chlaftives Eingreifen der sozialistischen Studenten bei gemeinen Krankenhauses gebracht. Die Prager Mili- Behörden geht der Kampf 9. Die Hochschule als Kampfboden erfordert ach Bilsen gefandt, um die nötigen Maßnahmen zu Hochschulskandalen, bei Uebergriffen reaktionäver führten, die Großbritannien und den Kanal heimsuchen, hal: ten in unveränderter Stärke an. Im schottischen Hochland haben starke Schneefälle die Straßen zum großen Teil unpassierbar gemacht. In eingen Orten der Grafschaft Inverneß sind zahlreiche Häuser gänzlich eingeschneit, so daß die Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten sind. Stürme in England. Die schweren Stürme, Burückwerfung des Schalles zu begünstige ben haben bereits gezeigt. daß der Ton dem neuen Vorführungsraum des Berliner Senders außerordentlich stark, voll und plastisch entwickelt und weitergegeben wird. Der neue Raum ist neun Meter breit und 18 Meter lang. ſich in Schlesien und Mähren ein fein und elegant zum Opfer gefallen, durch den beinahe das ganze Ein Schwindler. In der letzten Zeit trieb gekleideter Mann herum, der auch ein so sicheres Sozialismus und Hochschule. Die Thesen des Verbandstages der sozialistischen Studenten Defterreichs. Politik auf den Hochschulen. 10. Demokratische Verwaltungskörper sämtlicher 12. Die Vertretung der Interessen proletarischer Studenten durch wirtschaftliche Aktionen auf ben odyſchulen dient dem Broletaria: und ist somit Aufgabe sozialistischer Hochschulpolitit. 18. Die Hochschule soll den Studenten auf das Berufsleben vorbereiten. In Anpassung an die Forderungen des Berufes muß aber auch die Hochschule ihr Pflichtstudium einrichten. Die Reaktion an den deutschen Hochschulen hat in den letzten Jahren die schwersten Folgen geze: Das berühmte Palais des amerikanischen Miltigt, sie hat ihre Hauptstüve in den akademischen 14. Der Umbau der Hochschule ist ein liardärs Rockefeller in New Yorf ist einem Brande Quartieren gefunden und das Interesse der revolu. Teil der Schulreform, um die das arbei. tionären Arbeiterschaft wandte sich naturgemäß den tende Bolt kämpft. Nur das organiſierte Proaus Marmor gebaute Haus zerstört wurde. UnBrutstätten der Gegenrevolution zu. Auch bei uns letariat und in ihm eine Klassenbewußte Studentenzählige unerfeßliche Stunstschäße und Antiquitäten Auftreten hatte, daß er niemals verdächtig wirkte. Find von dem Feuer erfaß: und vernichtet werden. gab es in der Nadfriegszeit Sochschulaffären, die schaft wird das hohe Ziel erreichen können." Er besuchte meistens Klosterschulen und ähnliche in weiten Rreisen der Arbeiterschaft Widerhall fan. Mit großem Beifall wurden diese Thesen angeAnstalten, wo er sich mit einer Visitkarte, auf Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen den. Sind wir auch heute bei uns nicht imstande, nommen. Dollars. welcher in tschechischer Sprache 3. U. Dr. Miloš auf das Hochschulivesen entscheidend Einfluß zu neh Stojan, rev. minister socialni peče" stand, legiti men, so find in anderen Ländern die Hochschulen mierte. Er revidierte und besichtigte alle Schul- dacht, seine 50 Jahre alte Ehefrau in der Badewanne durch den Angriff der sozialistischen Parteien und räume und andere Lokalitäten, wobei er von ben erwürgt zu haben, ist der 54jährige Berginvalide Studenten in ihrem reaktionären Charakter bedroht. Leuten Gelder herauszulocken versuchte. In Jä- Steller in Lugau im Erzgebirge von der Chemnizer Die österreichischen sozialistischen Studenten haben gerndorf lodte er bereits einem Wachmanne 500 K Sriminalpolizei verhaftet worden. nunmehr ihr Programm in einer Reihe von schr heraus. Es wird daher überall vor ihm gewarnt. interessanten Thesen festgelegt. In der Badewanne erwürgt. Unter dem BerIn der Diskussion wies vor allem Genosse Start darauf hin, daß es unbedingte Notwendigfeit sei, der beruflichen Vertretung der Studenten Aufmerksamkeit zu widmen. Er schlug eine Resolution vor, die einstimmig angenommen wurde, und in der die Gründung von gewert schaftlichen Hochschulgruppen, in denen die Studenten auf die gewerkschaftliche Arbeit des Berufslebens vorbereitet werden sollen und die die fachlichen Intereffen der sosialistischen Studenten in lassenbewußter Politik wahren, gefordert wird. Augsburgisches, all zu Augsburgisches. An hel Am 6. und 7. März hielt der Verband ßen Tagen wandern in Augsburg Männlein und der Ein Hafe die Todesursache eines Menschen. Am Weiblein in Scharen an den Wertashlanal, um dort sozialistischen Studenten Desterreichs" im Czatoryski 2. März d. J. fuhr der Fleischhauermeister Theo- zu dor Hellebrand aus Troppau mit seinem Behrling 8 baben. Daran nehmen gesittete Menschen beiderlei schlössel feinen Verbondstag ab. In den letzten Jah. Geschlechts den üblichen Anstoß, denn das Baden an ren hat sich an den Hochschulen Deutschösterreichs von Neuhof nach Troppau in einem Einspänner- dem Wertachtanal geht in einer Form vor sich wie an eine starke sosialistische Hochschulbewegung entw.. Auch zur Anschlußfrage nahm der Ber wagen. Zwischen den Gemeinden Zlatnik und der Isar, am Rhein und an anderen Wasserläufen, felt, die heute 1720 Mitglieder zählt und die es ver- bandstag Stellung und die sozialistischen Studenten Jaftar sprang plöblich aus dem Straßengraben ein ungezwungen, nämlich unter freiem Himmel und standen hat, wiederholt mit Erfolg den reaktionären Desterreichs gaben ihrem Willen in folgender ResoHase heraus; das Pferd scheute und der vordere ohne strenge Trennung der Geschlechter. Diesem Bestrebungen der Studentenschaft und der Akade- lution Ausdrud: Teil des Wagens halte sich aus. Der rüdwärtige Treiben" soll ein Riegel vorgeschoben werden. Man mischen Behörden entgegenzutreten. Die organisterte ,, Der Verbandstag trägt seine Stimme bei zu Teil überschlug sich, wobei der Lehrling herausgebeabsichtigt darum, eine Badchütte zu erstellen, ba, Arbeiterschaft, die den reaktionären Geist der heuti- dem" Rufe des österreichischen Proletariats nach dem schleudert wurde, wogegen Hellebrand selbst unter mit„ geordnete" Zustände herbeigeführt werben fön- gen Hochschulen fennt, weiß, von welcher Bedeutung Anschlusse an Deutschland. Wir wollen einerseits dem Wagen bewußtlos liegen blieb. Bald barnen. Da die Hütte aber viel zu flein geplant ist, um diese sosialistische Bewegung ist. Die zahlreichen als Mitglieder einer der bestorganisierten Arbeiterauf wurde er von der Troppauer Rettungsgesell den Zweden nur einigermaßen entsprechen zu fön- Begrüßungen, mit denen die Tagung eröffnet parteien Europas durch den Druck auf die Regieschaft in seine Wohnung überführt, wo er jedoch nen, lehnten Sozialdemokraten, Stommuniſten, mit wurde, gaben dafür den beften Beweis. Erfreulich rung einer Großmacht den politischen Stampf gegen nach drei Tagen seinen inneren Berlegungen erlag. telparteiler, die Wirtschaftsgemeinschaft und einzelne iſt der Bericht über das abgelaufene Jahr. Alle die europäische Reaktion verstärken und wir sind Der Lehrjunge erlitt nur kleinere Verlegungen. Stadträte anderer Frattionen die Vorlage ab. Des- angeschloffenen Senrinare und Kurſe( 188) und die andererseits überzeugt, daß eine Menge der Fragen, Das Pferd jagte in rasendem Galopp gegen Faktar, halb große Aufregung bei der Bayrischen Volkspar großen Veranstaltungen des Verbandes zeigen von die jebt unsere Arbeit hemmen, sich von selbst lösen wo es erst von einem Manne angehalten wurde. tei, die schwer in Sittlichkeit machte und den anderen der reichen Bildungstätigkeit, die durchgeführt wird, wenn wir in das große Wirtschaftsgebiet und Versuchter Mordanschlag auf einen Prüfungs- blutrünstige Rache schwor. Darüber herrscht nun all- burbe. Daneben ist es vor allem die Wirt somit in den weltpolitischen Ideenbereich der Deut. schaftshilfe der Arbeiterstudenten schen Republik eingereiht sein werden." tommiffär. Am 5. März hat vor einer Prüfungsgemeine Heiterkeit. Desterreich 3", die die wirtschaftlichen Interes Die im Verbande organisierten Sudeten. sen des Verbandes vertritt und die auf eine wirt. deutschen brachten eine Resolution ein, in der fame Tätigkeit surüdbliden tonn. fie der Märzgefallenen erinnerten: tommission für Maurermeister in Troppau der 33- Eine erschütternde Verzweiflungstat. Die 19jäb jährige Eisenbahnbedienstete Johann Katrnal aus rige Tochter des Schuhmachers Strejčit aus Budweis Blechow bei Ung.- Hradisch in Mähren, wohnhaft fehrte vor furzer Zeit aus Frankreich zurüd, wo sie zuteßt in Ostrau und dortselbst bei der städtischen in einer Fabrik angestellt war. Ihre Rüdkehr er Lotalbahn bedienstet, eine Maurermeiſterprüfung folgte über Wunsch ihrer Eltern. Nun suchte das ablegen wollen. Als ihm von der Kommiffion mit Mädchen in ihrer Heimat Arbeit und fonnte feine geteilt wurde, daß er die Prüfung wahrscheinlich finden. Aus diesem Grunde kam es wahrscheinlich nicht bestehen werde, geriet Statrnat in Aufregung, des öfteren zu Familienszenen, die schließlich das un80g im Prüfungssaale eine Pistole und wollte ein glückliche Mädchen in den Tod trieben. Eines Tages, Mitglied der Kommission erschießen. Glücklicher es war gerade zu Mittag, stürzte das Mädchen mit weise versagte die Waffe und der Schuß ging nicht fliegenden Haaren laut schreiend auf die Straße und los. Als nun Ratenak den Mißerfolg fab, warf eilte in der Nichtung zur Bahn davon. Bei ihrer er die Pistole fort, f loh und wollte sich selbst bei Flucht stolperte sie, fiel zu Boden und blieb ohnmächder Polizei melden. Er hatte die Absicht, den Trop- tig liegen. Leute schafften sie in eine nahegelegene pauer Baumeister Fluger, der Prüfungskommissär Trafit, wo sie bald wieder das Bewußtsein erlangte. war, zu erschießen. Doch ergriff sie bald wieder die Flucht und eilte über Der direkte Telephonverkehr London- Berlin die Wiesen zu dem nahegelegenen Gleis der Prager wird am 15. März eröffnet werden. Dadurch wird Strecke. Leute, die sie verfolgten, konnten sie nicht Mit großem Interesse wurde am zweiten Verhandlungstag das Referat des Genossen Altmann über unser hochschulpolitisches Attionsprogramm" entgegengenommen. Der Referent schlug der Versammlung 14 Thesen zur Annahme vor: ,, Es ist unsere Pflicht, an unserem Verbandstage derer au gedenken, die im März 1919 durch ihr Eintreten für das Selbstbestimmungsrecht der Deut schen in der Tschechoslowakischen Republik ihr Blut bergossen haben. Ausschließlich Arbeiter, Arbeiter. 1. Grundlage fosialistischer Hochschulpolitik ist innen und Beamte sind die Opfer der Märztage. die Tatsache, daß die heutigen Hochschulen weniger Wir wollen aber, wenn wir der Märzopfer geben. die Funktion erfüllen, Stätten der Wissenschaft und fen, die Anerkennung für das selbstlose Eintreten freien Forschung zu sein als vielmehr der Aufgabe für eine berechtigte Forderung nicht mit Haßgedan. bienen, Fachmänner heranzubilden, die das fapitali- ten gegen die mordende Straft einer erwachenden stische Wirtschaftsleben als leitende und zuverläs- Nation verbinden." fige Funktionäre braucht. Die heutigen och ulen werden also durch ihren lassen cha after gekennzeichnet. 2. Die heutigen Hochschulen sind in ihrem gan en Aufbou Machtpositionen der Bourgeoisie und Der Verband steht vor großen Aufgaben und tritt als bedeutendste sozialistische Studentenorga. nisation mit einer schweren Verantwortung beladen in sein neues Arbeitsjahr ern. 8. S. Cette 6. In jede Arbeiter- und Gemeindebücherei gehört das Buch von Dr. Emil Strauß: „ Die Entstehung der deutschböhmischen Arbeiterbewegung. Erhältlich in allen Volksbuchhandlungen. Volkswirtschaft. Lohnbewegung im nordmährischen Baugewerbe. Da, wie allgemein bekannt, die Löhne der nordmährischen Bauarbeiter zu niedrig sind, so daß ein Bauarbeiter seine Familie kaum zu er nähren vermag, haben die Bauarbeiter beschloffen mit Lohnforderungen an die Bauunternehmer heranzutreten. Der Deutsche Bauarbeiterverband in Reichenberg, dessen Mitglieder die nordmährischen Bauarbeiter sind, wurde beauftragt, den Unternehmern und dem Arbeitgeberverband die Forderung nach einer 20prozentigen Lohnerhöhung und einer entsprechenden Lohnklasseneinteilung zu überreichen. Dies ist auch geschehen. Der Arbeit geberbund in Olmüz trat aber die Forderungen an die Baumeistergenossenschaft in Olmüß ab und Diese verhandelte em 5. März mit den Vertrauensnännern des Deutschen Bauarbeiterverbandes. Bei diesen Verhandlungen legten die Unternehmer genau dasselbe Verhalten an den Tag wie im Borjahre, womit sie die ausgebeutete Bauerbeiter schaft nur foppten und schließlich zum Streit zwangen. Denn sie erklärten auch diesmal wieder, Saß statt einer Lohnerhöhung ein Lohnabbau eintreten soll, änderten aber schließlich ihren Standpunkt dahin, daß die bisherigen Löhne unverändert auf ein weiteres Jahr erstreckt werden, lehnten also jede Lohnerhöhung und die Lohntlasseneinteilung nach Bezirken entschieden ab. Der Film. Seine große Bahl von Volksliedern und Tanzweisen der Neger gesammelt, und ich kann Ihnen die VerDie Gräfin aus Podskali( nach dem Bühnen- ficherung geben, daß hier ein wahrhaft wertvolles stück von Dr. AI. Koldinsky). Die Vorlage ist eine rührend einfältige Familiengeschichte und daher ist auch der Film von dieser gewissen Gartenlaube Stimmung getränkt. Anny Ondrakova spielt eine Wirtstochter, deren Vater und aufgezwungener Bräutigam" wegen Geldfälscherei( allerdings nicht aus patriotischen" Gründen wie in Ungarn, fon dern um ihr eine leichtere Zukunft bereiten zu fön nen) in Gefängnis kommen, und die von einem richtiggehenden Grafen( Karel Lamad) geliebt und geheiratet wird. Als nun ihr Vater aus dem Gefängnis zurüdfehrt, fommt es natürlich in der hoch geborenen Familie zu einem Krach, der aber zum Schluß ein glückliches Ende findet. Gespielt wurde, Anny Ondrakova übertreibt manchmal zu arg wie wir es in tschechischen Filmen gewöhnt sind. und sonst wären in dem Film nur einige gelungene Bilder hervorzuheben. H. W. S. Mae Murray, die als Weaner Madel seinerzeit 12. März 1926. Aus der Partei. Böhmerwaldhilfe. Heute abends 8 Uhr im Lokale des Bildungsvereines deutscher Arbeiter. Sigung des Hilfskomitees. KINO- PROGRAMM vom 42. bis 14. März 1926: fünstlerisches Waterial unbewußt brachliegt. Vielleicht werde ich schließlich doch noch meine Absicht ausführen, eine Symphonie nach Original- NegerSozialdemokratische Studentengruppe. Hente, motiven zu schreiben, nur um die Musik einer Raffe, die wir zu Unrecht so gering einschätzen, zu Ehren Freitag, den 12. März, um 8 Uhr abends, findet im zu bringen. Wenn ich eine Jazzbandkapelle mit Sörsal 2 des Karolinum( Eisengasse) der Vortrea ihrer blökenden, meckernden, brutalen Lärmmacherei des Gen. Dr. Emil Franzel:„ Bürgerliche und höre, so erleide ich geradezu körperliche Qualen; wie proletarische Jugendbewegung" statt. Gäste will furchtbar ist der Mann, der das Saxophon bläst und fommen. fich die erdenkliche Mühe gibt, die Laute der niedrig sten Tiergattungen nachzuahmen! Und wie stil. widrig benehmen sich die Paare, die zu dieser un qualifizierbaren Musik tangen! Statt die unnatürlichen Bewegungen auszuführen, wie sie dieser mißben, gefallen sie sich darin, im nachdenklichen, kopf tönenden, vorgeblichen Negermusik entsprechen würhängerischen Leichenschritt dahinzutrotten. Je berrüdter und wilder sich das Orchester gebärdet, desto strenger und ernster wird das Tempo der Tänzer, die im Schritt einer Trauerparade den Saal durch zurückkehren, der gewiß kein Gedankenmusiker wie Beethoven war, der aber gewissenhaft und mit hohem künstlerischen Ernst mit seinem Pfund zu wuchern verstand, das Gott ihm verliehen hat. Mit in der die sinnige Sehnsucht, der Liebreiz und der anderen Worten, er hat stets Tanzmusik geschrieben, Farbenglanz sich zu unvergleichlicher Harmonie verbinden." Wran Urania- Kino Einziges deutsches Kino Prags. 2976 0, alte Burschenherrlichkeit" Mizzi Rönig hieß, tritt derzeit in einem amerikant schreiten. Glauben Sie mir, man wird zu Strauß LIDO$ 10 schen Varieté auf, wo sie wöchentlich die Kleinigkei von 7000 Dollar erhält( etwa 240.000 Kč). Mary Pickfords nächster Film führt den Titel „ Der Spaß". Der Sohn des Scheiks", dürfte also die Fortseßung Rudolf Valentinos neuester Film betitelt sich des Valentino- Filmes„ Der Scheit" sein. Die Universal hat die Filmrechte der Gabriele Reuterschen Erzählung„ Das Opernglas" erworben und wird einen Film, betitelt Drei Frauen und ein Mann", mit Reginald Denny in der Hauptein Mann", mit Reginald Denny in der Haupt rolle herstellen. Kunst und Wiſſen. Papa( neneinstudiert im Deutschen Theater). Das Lustspiel von de Flers und Caillavet ist hier schon bekannt. Es gehört zu jenen französischen Bustspielen, die in endloser Serie in Paris produziert werden, ihren Stoff aus der Lebe und Halb welt schöpfen, ihre Lebensberechtigung in den Theaterbedürfnissen der Bourgeoisie haben. Sie sind leicht, flüssig und graziös, immer noch um ein Merkliches besser als die Lustspiele", die man in Deutschland auf den Markt bringt, sie streifen hie und da ganz leise an ein ernſtes Problem, sie tragen den leichten Duft einer Sentimentalität an sich, Die Arbeitervertreter wiesen nach, daß die die beim ersten Lachen des kritischen Beschauers ihm gestellten Forderungen dringend notwendig und zuvorkommt und ſelbſt in Ironie umschlägt. Im gerecht sind. Die Bauunternehmer aber bestritten Spielplan begrüßt man derlei Ware bei weitem Sies wieder. Einige erklärten, daß nur Arbeit die lieber als jene Neuheiten, die man im Laufe der Hauptsache ist. Andere erklärten wieder, daß die Saison bisher bot. Kramers Papa, der dem jetzigen Löhne den Vorfriegslöhnen schon ent- Sohn die Braut abspenstig macht und mit seiner sprechen( Anm.: Das mag bei dem Rebbach der Liebenswürdigkeit. seiner Eleganz und seiner epiBaumeister zutreffen.), und wieder einige andere furäisch leichten Weltanschauung Hauptperson und erflärten, daß die jetzige Lebenshaltung der Ar- Träger des Stüdes ist, fannte man bereits. Die beiterschaft feine so hohe sei, wie sie statistisch Georgine Franja Freys war nicht gerade mig nachgewiesen wird, sondern daß die jetzigen Lebensraten, stach aber doch gegen Kramer allzu sehr ab. kosten nur fünf- bis sechsmal so hoch sind wie Olden war zu läppischen Spässen verurteilt, S. 2. vor dem Kriege. Selbst der jetzige Finanzminister Fischer als Sohn machte seine Sache sehr hübsch. hat am 24. Feber 1. J. im Sozialpolitischen Ausschuß des Abgeordnetenheuses zugegeben, daß die Steuerlast eine zehnfache, das Einkommen aber ein nur siebenfaches als vor dem Striege iſt. Demnach müßten eigentlich sämtliche Löhne aller Berufe in der Tschechoslowakei um 30 Prozent erhöht werden, was aber immer noch keine Ber besserung der Vorfriegslebenshaltung der Arbeiter bedeuten würde. Als dies den deutschen" Bauunternehmern vorgehalten wurde, bestritten sie auch dies, und als die Arbeitervertreter darauf verwiesen, daß nach den Plänen der Regierung verschiedene Lebens und Gebr: uchsartikel wesents lich verteuert werden sollen, und daß die Einführung von festen Zöllen bevorsteht usw. bestritten sie auch dies mit der Bemerkung, ver weiß, ob das kommen wird". Es blieb also den deutschnationalen Baumeistern vorbehalten, selbst das alles zu leugnen, was die tschechoslowakische Regierung selbst als drückend und ungerecht für die Arbeiterschaft zugibt. Rechnen wir prozentuell wie der Finanzminister, so ergeben die Lohnverhandlungen in Olmiß, daß die deutschnationalen Bau- und Maurermeister Nordmährens um 30 Prozent ar beiterfeindlicher sind, als es selbst die tschechoslowakische Regierung mit ihren Koalitionsparteien ist. Diese Verh: ndlungen, die vorläufig ergebnisVorübergehend waren noch etliche Darstellerinnen auf der Bühne. Wenn solche Vorstellungen. neben dem eigentlichen, wirklichen Theater einhergingen, könnte man sich ihrer aufrichtig frenen, als Ersak für dieses nimmt man sie mit zwiespältigen Ge fühlen hin. é. f. Mascagni gegen die Jazzmusik. Pietro Mascagni wurde in Rom von einem Vertreter der Tr: buna" über allerlei musikalische Probleme ausgefragt. Unter anderem auch über seine Stellung zur Jazzmusik. Der Maestro erwiderte entrüstet: Um Gotteswillen, sprechen Sie nicht von dieser Scheußlichkeit. Man behauptet, daß die JazzbandMusik von den Negern zu uns gekommen sei. Das ist ein großer Irrtum, der den Negern bitter unrecht tut. Ich selbst habe vor etwa zwanzig Jahren Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Drud: Deutsche Beitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: D. Solit. Kleine Chronit. Voltsbegehren in Berlin. Das Voltsbegehren wird in Berlin von Tag zu los verliefen, sind für die Arbeiterschaft deshalb Tag mehr zu einer wirklichen Boltsbewegung. Das schr interessant, weil sie so flar zeigen, was die Gesetz der Trägheit est überwunden, und merkwür Arbeiterschaft zu erwarten hätte, wenn die Deutschnationalen am Staatsruder figen würden. Und diges waren zum guten Teil frühere Nichtwäh da wagen es noch die Deutschynationalen, nach der fer, alte Leute, die ihre Namen nur noch sitterig Einheitsfront mit der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterklasse zu rufen. Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden, sagen sie, denken tun sie aber dabei nur an den Geldsack und an die Ausbeutung der Arbeiterschaft. Die Bau: rbeiterschaft Nordmährens wird nun zu den arbeiterfeindlichen Vorschlägen der Unternehmer Stellung nehmen und Antwort geben. Wenn die Unternehmer glauben sollten, daß sie die Bauarbeiterschaft foppen können, so wird sie die Zukunft eines Besseren belehren. Bauarbeiter, Zuzug nach Nordmähren ist fernzuhalten! arbeiter, Zuzug nach Nordmähren ist fernzuhalten! Devi enturie. IO 2901 ,, Graustark" Haupirolle Norma Talmagde. ( Abenteuerl. Erlebnis der Prinzessin) Der Weg hinter der Braut. Ein Lustspiel. Wo verkehren wir? Zemlinsky in Spanien. Der Chef der Prager deutschen Oper, Alexander Zemlinsky, befindet sich zur Zeit in Spanien, wo er in Barcelona und Café wo er in Barcelona und Café Continental, Brag- Graben zur Seit in Spanien, Madrid als Gastdirigent spanischer Orchester auftritt. Die bisher absolvierten Konzerte follen, wie Goldenes Krenzel, Brag- Netazanta. gemeldet wird, Zemlinsky großen Erfolg gebracht haben. Einmaliges Gastspiel Trajan Grosavescu. Der Tenor Trajan Grofavescu von der Wiener Staatsoper wird Sonntag als Rhadames in Aida" ein einmaliges Gastspiel absolvieren. Da die Direktion der Berliner Staatsoper Strozzi erteilten Urlaub aus Repertoirerücksichten zurückziehen mußte, singt die Aida Elesabeth Delius. Den Amonasro singt zum erstenmale Hans Romregg, die Ameris singt Ada Schwarz. Dirigent: Steinberg. Morgen Lustspielpremiere Heimliche Brautfahrt". Morgen Samstag gelangt im Neuen Theater das Lustspiel„ Heimliche Brautfahrt" von Leo Lenz zur Erstaufführung. Ballettabend Grete Wiesenthal- Toni Birlmaher. Nach einer längeren Reihe von Jahren wird die berühmte Tänzerin Grete Wiesenthal, am 18. d. M. im Neuen Theater wieder einmal zu Gaste erscheinen. Ihr Partner ist diesmal Solotänzer der Wiener Staatsoper Toni BirkDas Programm des Ballettabends wird mayer. Sonntag bekanntgegeben werden. " der Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute Freitag Einen Jug will er sich machen", Samstag Die heimliche Brautfahrt", Sonntag halb 3 Uhr nachm. Mascottchen", 7 Uhr Aida", Montag halb 8 Uhr abends ,, Da s mahl ber Spötter". Gastwirtschaft..Lidový dům“ der Genossenschali ,, Ganymed" Täglich. PRAG II., Hybernská Konzert Handwerk im Hause Nr. 1. Mechani! der Nähmaschine, der Uhren, des Fabrrades u a.; Buchbinderet. Sa s. schusterei mit vielen Bildern u. Borlagen ftatt 34- nur 271 Sandwerk im Garten u. Sof Heimarbeit Betonarbei en- Raninchen. stall- Gewächshaus- Gartenbrunnen Gartenlaube- Gartenbäuser- Sänne Begebau Mit vielen Bildern. Statt nur sic 27.. Bolts- Buchhandlung Zeplig- Schönau. Therefleng. 18-20. Kremier& Co. 66 Café„ Nizza" Kgl. Weinberge, Fochova 27. Unser Stammlokal. 101 Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag abends Pygmalion", Samstag abends Die Mama vom Ballett", Sonntag 3 Uhr nachm. Charleys Tante", abends Jonnys Busenfreund", Montag Lady DRUCK- U. VERLAGSANSTALT Fanny und die Dienstbotenfrage". Benove enoſſen leſet u. verbreitet Sozialdemokrat KPD. und SPD. den Gesellschaft m. beschr. natt. empfiehlt sich den p. t. Behörden. Vereinen, Or ganisationen, Gemeinden und Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen Mitgliedstüchern. Einladungen, Piskaten, Flug schriften, Fakturen. Briefpapieren usw in solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb und Rotationsbetrieb 1IN TEPLITZ- SCHÖNAU Tischlerd 0000000 Nr Fenster gelockt, und ein Redner, ja sogar leine| Toile tot, aber diese Bewegung hat troßdem alle Sprechchöre wiesen kurz auf die Einzeichnung hin. Teile der Bevölkerung erfaßt, wozu die Agitation Eins dieser fleinen Sprechchor- Werke", das sich in Fabrik und Haus und auf der Straße das Ihre durch taktmäßigen Vortrag dem Bewußtsoin ein- beigetragen hat. Schon müssen die Eintragenden in folge der nicht ausreichenden Räume über eine halbe hämmert, lautete: Stunde auf„ Fürstenenteignung" anstehen. Die Erkenntnis wächst von Tag zu Tag mehr, daß die Stimmen lawinenartig anschwellen müssen, wenn sie die Anderen mit sich fortreißen sollen. Berlin wird sich seiner stolzen Pflicht bewußt sein, daß es führend vorangehen muß, denn seine Erregung und sein Wahlfieber, seine Erfolge oder seine Lauheit und seine Niederlage pflanzen sich ja wellenförmig durch das Reich fort, anfeuernd oder lähmend. Wie Berlin täglich mit höchster Spannung die Resultate aus dem Reiche erwartet, so harrt das Reich ungeduldig der Meldungen aus Berlin. Diese starke Wechselwirkung verpflichtet beide Seiten zur höchsten Anstrengung. Bruno Schönlant. Ziehen heut' an einem Strid. Diese Einheit, Proletarier, Bricht den Fürsten das Genick! schreiben konnten, die das Schwungrad durch die Armes Volk, Du lebst im Dalles, Macht der Zahlen in Bewegung setzten. So ist es Doch die Fürsten fordern Alles kein Wunder, daß nach den ersten Tagen, die kaum Willst Du Dich dagegen wehren, irgendwelche Erregung brachten, mit dem ersten Trag' Dich ein zum Voltsbegehren! Auch mit einer großen Schelle wurde, ähnlich Sonntag des Voltsbegehrens von Stunde zu Stunde die seelische Atmosphäre gespannter wird. Wer oben och durch Propaganda erfaßt wurde, wird selber wie in einen Städten, verkündet:„ Es wird hier. wieder zum Propagandisten, und so erſteht ein mit bekanntgemacht, daß für dieses Haus die Einsportlicher Ehrgeiz, der an der Freude immer höhe- tragung zum Voltsbegehren in der Schule... statt. ter Ergebnisse eine immer höhere Straft gewinnt. findet." Noch nie waren die Höfe der Berliner Masse zieht eben Masse an, und der Erfolg reißt die Hinterhäuser so start Zeugen politischer Werbung Zögernden mit und beflügelt die Langsamen. Das wie bei diesem Kampfe gegen die unverschämten Bewußtsein, wie sehr es auf jeden Einzelnen an. Forderungen der durch die Revolution weggefegten Die Ausgrabungen in Pompeji. Bei den Aus fommt, läßt jetzt die Einzelnen zu Werbern werden, Höfe". Umzüge mit Musik und Fahnen beherrsch- grabungen in Pompeji, und zwar an der Straße und so findet in den proletarischen Vierteln ein ten das Straßenbild, und die Werbetafeln verkünde des Ueberflusses", wurde im Atrium eines herrschaft Wettstreit zwischen Häusern, Straßenzügen und Beten in lapidaren Säßen oder gereimten Sprüchen lichen Hauses eine Jünglingsstatue von besonderer zirken statt, wer die meisten Einzeichner gebracht das Wollen der Demonstranten. Keinen Pfennig Schönheit gefunden. Die Bronzestatue ist bis zu hat. Waren m den ersten Tagen vielerorts infolge den Fürsten!"" Nehmet den Fürsten, was des Vol- den Knien in den Erdboden versunken und steht noch der Sabotage kaum die Einzeichnungslokale zu fin- tes ist!" Erwache, Volt, in heiligem Born! Schick auf der runden Sockelscheibe. In der Nähe der den, so stehen jest vor jedem Lokale Posten mit Deine Rechnung hin nach Doorn!" Die schlagträt Statue wurden neben Gegenständen von geringerem 49.75-52.75-52.75 roten Fahnen und Plakaten, die die Passanten zur tigste Tafel trug in bitterem Humor nur die zwei Werte auch zwei Bronzeleuchter aufgefunden. Der 163.97.50 165.17.50 Einzeichnung mahnen und Auskunft geben. In den Worte: Für Wilhelm!" Dafür war sie aber mit Leiter der Ausgrabungen nimmt an, daß diese Sta135.92.50 proletarischen Vierteln ist in jedem Haus ein Hin- Inflationsgeld beklebt und büschelweise behängt. tue als Leuchterträger verwendet wurde Es scheint. 125 20. weis angebracht, der angibt, in welchem Bokal seine Gine Propaganda, die vor allem auf die betrogenen daß die Bronze aus der Zeit des Bildhauers Phidias 60.22.50 Bewohner sich eintragen müssen. Inflationsopfer wirkt, die sich ja auch in den bär- stammt. Der Sonntag trug die Propaganda in die Höfe. gerlichen Bezirken zahlreich eintragen. Die bürger480.25. Durch Trompetenstöße wurden die Bewohner an die fiche Bresse schweigt die Bewegung zum größten Prager Nurse am 11. März. 100 holländische Gulden 100 Reichsmart... 100 belgische Frants 100 Schweizer Franks 1 Pfund Sterling 100 Lire 1 Dollar 100 franzöfifche Frants. 100 Dinar 10.000 magharische Stronen 100 bolnische Bloth 100 Schilling Bare Geld 1355.50.- 1361.50 805 50 809.50. 153.05.154.45.128.80.59.72.50 4.72 12 444.50.477.25.137.32.50 4.82.12 450.50."