Ginzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltungs Prag, II., Nelajanta 18. Telephone: Tagesredaktion: 26795, 31469. achtrebattion: 26797. Postichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Journaille. Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Freitag, 16. April 1926. weit über die Grenzen Wiens und Oesterreichs hinaus ausübt. Genosse Austerlitz hat im Kampf" die Ursachen des moralischen Verfalls gerade der Wiener Presse aufgezeigt, die in wwwww Bezugs Bedingungen: Bel Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig. 48.96.192.Rüdstellung von Manutripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Ericheint mit Ausnahme Des Montag täglich iri Nr. 90. zertrennlich verbunden, und unser Stampf muß aufs Ganze gehen, eingedenk der Losung Lassalles: Saß und Verachtung, Tod und Vernichtung der bürgerlichen Preise! www Deutſchland nimmt an der Studienkommiſſion teil Radič demissioniert. Die Konzerne und Trusts haben ihre Organe.[ fejsys Verteidiger, dieser habe von Castiglione| dem eigentlich provinziell fleinbürgerlichen Die Korruption dieser Art ist lokal nicht be- zu wiederholtenmalen Geld genommen und Charakter Wiens liegen. Immer wieder zieht Vor einem Wiener Gericht steht Alexander grenzt. Stinnes faufte sich die Deutsche leugne es nicht im entferntesten. Die Blätter die Wiener Presse die Aufmerksamkeit Europas Weiß, des, Abend', We i z, verantwortlicher Redakteur des Abend, Allgemeine Beitung" und mit ihr den des Bekessy zeichnen sich durch Sensations auf sich, weil sie am frassesten die Laster zur und hat sich wegen des Verbrechens der Er ehemaligen Sozialisten Lensch, der uma che übelster Sorte aus. Ihre besondere Schau trägt, die der kapitalistischen Presse überund hat wegen des lettenbergenberg- Stonzern in Deutſchland, die Spezialität iſt die finanzielle Auswertung des haupt eigen find. Aber wie der gall weiß nieRedakteur eines Blattes, das vom Skandal Northcliff- Presse in England, die vom Privatlebens. Kein Scheidungsprozeß, fein manden verleiten sollte, darüber die Allgemeinlebte und in der Bekämpfung der Korruption Comitê des forges und von der Banque de Selbstmord, kein Sexualvergehen geht vorüber, heit der Korruption in Wien zu vergessen und durch die möglichst plaſtiſche Schaustellung ihrer einander ebenbürtig an Gesinnungslosigkeit und die dann plößlich abbrechen wenn der Re- ertappen ließ, so darf die Beachtung, die man durch die möglichst plastische Schaustellung ihrer Paris ausgehaltenen Pariser Journale sind ohne daß Bekessy nicht Enthüllungen brächte, Bekessy zu parbonieren, weil er sich noch nicht Intimitäten zwar weniger eine ethische Aufgabe, als die Möglichkeit reißenden Absages Norvuption. Weniger deutlich treten die ge- volverſchuß seine Wirkung getan hat. Karl der Wiener Korruption mit vollem Recht zuerkannte, von Banken und Kapitalisten für die schäftlichen Hintergründe bei den großen Preffe- Kraus hat auch gegen diese schmußige wendet, nicht dazu führen, die Beschränktheit Verschweigung gewisser Standale Geld genom- unternehmen an den Tag, die als Verlage Schande Wiens den rücksichtslosesten Kampf der Erscheinung zu glauben. Weiß iſt einer men. Sein Fall wurde von den bürgerlichen organisiert sind und sich eine gewisse Unab- aufgenommen und die Losung ausgegeben: von vielen und wahrhaftig nicht der Blättern zunächst laut in alle Welt geschrien hängigkeit gewahrt haben, wie der Ullstein, Hinaus aus Wien mit dem Schuft!" Gerade Schlimmste. Wenn auch keine zweite Stadt sich als der Sündenfall der sozialistischen Presse. der Mosse-, der Mercy- Konzern. Es gibt die Bekeſſyſchande beginnt nicht nur um des einer Sumpfblüte rühmen kann, die Imre BeDer Abend" hat sozialistische und sozial- fapitalistische Unternehmen, die sich nicht eigene Kompfes Karl Straus willen eine mitteleuro- fesin gleicht, so bleibt doch die bürgerliche Preß= demokratische Ideen vertreten, zum Teil, weil Beitungen halten können, sondern fremde zeit- päische Angelegenheit zu werden, da die forruption mit der bürgerlichen Gesellschaft unes in den Absichten seines Gründers Colbert weise für ihre Zwecke gefügig machen müssen," Stunde" ihre Expreſsertätigkeit heute schon lag, zum andern, weil er so die Konkurrenz so die Rüstungsindustrie, die Alko anderer bürgerlicher Skandalblätter zu schlagen hol industrie( denken wir an den Spiritus hoffte. Daß es nicht auf das Lippenbekenntnis, fonds!), gewisse Lurusindustrien, die durch sondern auf den Charakter des Blattes, auf fleine Nachrichten oft an versteckter Stelle unter seine Herausgeberschaft und die Art seiner Füh- den Berichten vom Tage ihre Köder legen. rung ankommt, zeigte der Fall Weiß mit aller Die Käuflichkeit der bürgerlichen Presse gewünschten Deutlichkeit. Die bürgerliche Presse macht sie zur schärfsten Waffe des Stapitalismus konnte aus der Affäre des„ Abend" nicht lange und zum Erzfeind der Arbeiterklasse, die ja der gegen die Sozialisten Kapital schlagen, es zeigte Hauptkonsument des verabreichten Giftes ist. Kein Präjudiz für den Eintritt in den Bölterbund. sich bald, daß der Fall Weiß nichts gegen die 2 assalle und Liebknecht haben ihre Berlin, 15. April.( Wolff.) Die deutsche Ants| mir hicbci, darauf hinzuweisen, daß sich der sozialistische, aber alles gegen die kapitalistische ganze Beredsamkeit, das lodernde Feuer ihrer Presse beweist. Es wurde auffallend still im gewaltigen Sprache aufgeboten, um die Ge- ortnote an den Völkerbund, die heute in Genf deutsche Vertreter, da Deutschland nicht Mitglied des Bölferbundes ist, bei den Beratungen der Walde der bürgerlichen Blätter und mit dem fahren der fapitalistischen Presse den Arbeiter übergeben worden ist, hat folgenden Wortlaut: Herr Generalsekretär! Indem ich den Emp- Kommission naturgemäß in einer anderen Fortschreiten des Prozesses merkte man, daß massen begreiflich zu machen. Wilhelm Lieb- fang Ihres Schreibens vom 20. März bestätige, Lage befinden wird, als die Vertreter der die Genossen des Weiß in den Redaktionsstuben knecht hat vor allem gegen den verderblichen bechre ich mich, Ihnen mitzuteilen, daß die deutsche übrigen beteiligten Mächte. Diese besondere Lage aller bürgerlichen Blätter das beängstigende Irrtum angekämpft, daß die liberale Presse Regierung bereit ist, einen Vertreter zur Teil- Deutschlands wird nicht nur von dem deutschen Gefühl nicht los werden können, daß einer der minder gefährlich sei, als die offen bekennende nahme an den Beratungen der Kommission zu Vertreter berücksichtigt werden müssen, sondern Ihren vor den Schranken des Gerichtes steht. realtionäre. Diese liberale Presse hat seit je vor entfenden, die durch Beschluß des Völferbundrates macht es auch notwendig, ausdrücklich hervorzuAuf die mächtig angewachsenen Prozeßakten des allem in Wien einen verheerenden Einfluß am 18. März d. J. eingesetzt worden ist, um die heben, daß seine Teilnahme an den Beratungen Alerander Weiß aber fönnte man schreiben auf das Denten weiter Schichten der Bevölle Frage der Zusammenseßung des Rates sowie die die Freiheit der Entschließung der deutschen Re" Cosi fan tutti!" rung ausgeübt. Die Alleinherrschaft der Wahl zu prüfen. Die Ernennung des deutschen den Völkerbund nicht berührt. so machen's alle! Die Alleinherrschaft der Zahl seiner Mitglieder und das Verfahren ihrer gierung hinsichtlich des Eintrittes Deutschlands in Was in dem einen Fall einem Manne Neuen Freien Presse", die jeder Re- Vertreters darf ich mir vorbehalten. Ich gestatte Genehmigen Sic, usw. Stresemann. bewiesen wurde und sich als privates Erpresser- gierung zu Willen war, wurde erst nach zwei geschäft enthüllt, das ist von dem fapitali- jahrzehntelangem Kampfe durch Karl Kraus stischen Betrieb der Presse überhaupt und die Arbeiter- Zeitung" gebrochen. nicht zu trennen. Liegt schon in dem Beginnen, Aber noch heute ist die Wiener liberale Presse eine Zeitung als Erwerbsgeschäft zu führen, der ein Hort der Korruption. Gleichzeitig mit dem Neim aller fünftigen Versuchungen und Sün- Fall des„ Abend" hatte die Geschichte der Zwei froatische Minister bleiben.- Spaltung der kroatischen Bauernpartei. denfälle, so macht der moderne, großkapitali- Wiener Journaille einige„ Kleinigkeiten" zu Belgrad, 15. April. Heute mittag berief und Nikič gegen den Willen Stefan Radio' stische Pressebetrieb die bürgerliche Journalistik verzeichnen, so eine Erpresseraffäre im Betrieb der König sämtliche Minister zu einer Besprechung und entgegen den Richtlinien der kroatischen vollends forrupt. Während sozialdemokratische des berüchtigten Jakob Lippowiß, dem ins Palais. Nach einer kurzen Konferenz verließen Bauernpartei im Ministerium blieben, wird die Parteien Blätter gründen, um ein Sprachrohr obendrein von den Monarchisten gemieteten die Minister das Palais und der Ministerpräsident Spaltung dieser Partei als unausweichlich anzu besitzen, und oft schwere Opfer bringen, um Reuen Wiener Journal", eine ähn- teilte den Vertretern der Presse mit, daß die tro- gesehen. Hinter Superina und Nifič fönnten un ihre Presse zu erhalten, muß der kapitalistische liche Affäre in der Wiener„ Allgemeinenatischen Minister Stephan und Pavle Radiĕ und gefähr 20 bis 30 Abgeordnete stehen. In der Unternehmer aus der Zeitung nicht nur Profit Beitung", die im Solde Horthys steht, und Post- und Telegraphen- Minister Superina atischen Abgeordneten kam es deshalb zu heftigen ziehen, er muß sie auch, um die Stonkurrenz zu zu all dem kommt das immer aktuelle Problem( Kroate) das Ministerium für Agrarreform, der Szenen. Radič hat die kroatischen Abgeordneten halten, so billig als irgendmöglich abgeben. Die der Bekessypresse. Die Stunde" des Forst- und Bergwerksminister Dr. Nitie( Kro- für den 22. April zu einer Versammlung nach großen Fehlbeträge hat das Inseratengeschäft Bekessy stellt geradezu den Gipfel bürgerlicher ate) das Handelsministerium und der Kultus- Agram einberufen. und, wenn das nicht mehr ausreicht, die Wohl- Breßlumperei dar. Sie treibt ihr Erpresser- minister Trifunovič( Radikaler) das Untertätigkeit" reicher Spender zu decken. Da aber gewerbe bei hellichtem Tage und ohne jede An- richtsministerium interimistisch leiten werden. in der kapitalistischen Gesellschaft nichts umwandlung von Scham. Imre Bekessy ist der Belgrad, 15. April. Die kroatischen Minister sonst ist, so muß der Herausgeber, der von dem Typus des Nachkriegsabenteuerers, des LandsKapitalisten Geld nimmt, einen Gegendienst fnechts, der sich und seine Gesinnung dem Dr. Nilie und Dr. Superina erflärten, daß leisten. Er muß sein Blatt in den Dienst des Meistbietenden verkauft. Im Striege machte er sie in das erste Kabinett Uzunovič auf Grund London, 15. April.( Reuter.) Heute um Geldgebers stellen. Der Journalist aber, der sich einen Namen als Soldatenichinder und dessen Arbeitsprogramm eingetreten seien. Da dieses Programm auch von dem zweiten Rabinett 6 Uhr früh kam es im Unterhause zu ungewohn= den Auftrag auszuführen hat, verkauft seine Schieber mit Wurst, Seife und Ziegeln. Wäh- Uzunovič akzeptiert wurde, jei für sie als fro- ten Ereignissen. Das Parlament verhandelte über Gesinnung doppelt, dem Herausgeber, der ihn rend der Rätediktatur war er selbstverständlich atische Minister teine Ursache zum Aus- ein Geseß zwecks Erzielung von Ersparnissen, wobejoldet, und dem jeweiligen Auftraggeber, der Kommunist, nach ihrem Sturz wandte er sich tritt aus der Regierung vorgelegen. Sie glaubei die Arbeiterabgeordneten, nachdem ihr Antrag den Herausgeber bezahlt. Die Korruption dringt den Weißen zu, und als ihm der Boden in ben, daß an 30 froatische Abgeordnete ihr Ver- auf Vertagung der Debatte abgelehnt worden in alle Ressorts der bürgerlichen Presse ein. Budapest zu heiß wurde, verlegte er sein Ar- halten billigen werden, da die Interessen des war, zur lärmenden Obstruktion übergingen. Es Sie beginnt beim volkswirtschaft- beitsfeld nach Wien. Seine Leumundsnote weist Staates und des Volkes höher stehen, als die mußte der Speaker( Präsident des Unterhauses) lichen Teil, der das Geschäftsinteresse der 16 Delikte innerhalb von neun Jahren, und Ambitionen eines einzelnen Menschen. Banken und der Industriebarone unmittelbar awar, Betrug, Diebstahl, Preistreiberei, Beberührt, und sie reicht bis in den politischen leidigung, Verleumdung und Erpressung, auf. und feuilletonistischen Teil, in dem die öffent- Ueber die neue Praris der Preßkorruption, die liche Meinung erzeugt wird. Der Mensch von Bekessy begründet hat, gibt das Zeugnis der heute denkt und fühlt nach den Maßstäben, die Wiener Polizeidirektion die beste Auskunft: ihm sein Leibblatt zuschneidet. Es ist selbstverständlich, daß die Verquickung von Politik und Geschäft ihren Niederschlag in den poli tischen Geschäftsblättern findet. Wir haben hierzulande, um nur zwei Beispiele zu nennen, die„ Narodni List y" und die Sudetendeutsche Tageszeitung", die beide litischen Gruppen und ihren finanziellen Hintermännern( oft sind Finanziers und Politiker die gleichen Personen) dienstbar sind. Die Regierungen bedienen sich der Presse, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Die Prager Presse" und die übrigen Regierungsblätter, die mit dem Steuergeld der Bürger ausgehalten werden, fallen in diese Gruppe. po= ,, Bekessy, der als reich gilt, vertritt nach der Aeußerung weiter journalistischer Kreise in Wien in seiner journalistischen Tätigkeit eine ganz cigenartige Auffassung, die von der Wiener Joureines nalistit als mit den Standesinteressen Journalisten nicht vereinbar angesehen wird. Diese Auffassung geht dahin, daß ebenso wie der Rechtsanwalt oder der Arzt von seinen Klienten, bezw. Patienten für geleistete Dienste honoriert werde, auch der Journalist auf Ent lohnung von Seite der Personen Anspruch erheben tönne, w eichen er durch Bublizieren, aber auch durch Verschwei gen von Mitteilungen Dienste er wiesen babe." In dem Prozeß, den Bekessy mit dem Schriftsteller Stolper führte, erklärte BeBelgrad, 15. April.( Avala.) Da die beiden Abgeordneten des kroatischen Klub Superina Der Sachfentonflitt. Fraktionsspaltung. Lokalisierung Obstruktion im Unterhaus. Dreizehn Arbeiterabgeordnete ausgeschlossen. in das Haus berufen werden. Ueber Antrag Neville Chamberlains wurden dann 13 Arbeiterabgeordnete, unter ihnen 2 ansbury und Wheatley, ausgeschlossen. Die Mehrheit wolle aber weiter eine Politik der Mitarbeit am Staate betreiben; künftig werde sie sich als alte sozialdemokratische Partei bezeichnen. des Streites. Die Fraktionsminderheit behielt sich die Abgabe einer Gegenerklärung vor. Ein kommunistischer Dresden, 15. April.( Eigenbericht.) Im Antrag, diese Erklärung sofort zu besprechen, Sächsischen Landtag verlas der Präsident ein wurde abgelehnt. Schreiben des Landesvorstandes der sozialdemo- So bedauerlich es ist, daß der schon seit Jahkratischen Partei Sachsens, worin mitgeteilt wird, ren in Sachsen bestehende Konflikt so scharfe daß die Vertretung der Partei nur noch von den Formen angenommen hat, so sind doch schwer18 Abgeordneten der sozialdemokratischen Frat- wiegende Folgen für die Gesamtpartei nicht zu lionsminderheit ausgeübt wird und worin Neu- befürchten. Die fächsischen Arbeiter sind schon wahlen der Ausschüffe, eigene Fraktionszimmer längst über die Ursachen des Konfliktes unterrichusw. gefordert werden. Der Präsident erklärte-vq ala bi da un hiezu, daß diesen Wünschen, soweit sie nicht schon durch nicht erhöht wurde, so ist doch auch anderererfüllt sind, in Kürze Rechnung getragen werden seits nicht zu evivarten, daß die Bemühungen der wird. Darauf gab die sozialdemokratische Frat- Kommunisten und der Bürgerlichen, die Zwift tionsmehrheit eine scharfe Erklärung gegen die feiten für ihre eigenen selbstsüchtigen Zwecke zu Minderheit ab, der sie Illusionspolitik vorwarf. verwerten, nachhaltigen Eindruck machen werden. Seite 2 Der Fascismus in Frankreich Arbeitendes Volk, arbeitende Jugend Paris, im April 1926. Der Demokratie wird überall Fehde angesagt. Veraltet, unmodern und siech soll die Just tunon schon sein, die das politische Kampfziel eines Jahr hunderts gewesen ist, um die noch vor wenigen Jahren in ganz Zentraleuropa gerungen wurge und der wir so viele Fovijdritte auf allen Ge bieten des sozialen Lebens schulden. Der Kampf richtet sich besonders gegen das Vertretungsprinzip und seinen Apparat, das Parlament. Es hat sich herausgestellt, daß nicht nur der Sprecher des englischen Unterhauses, noch in der Perücke präsidiert, sondern, daß sehr viele Parlamentarier aller Länder mehr oder minder lange Zöpfe tragen. Das französische Parlament macht von all dem weder eine rühmliche, noch unrühmtliche Aus nahme, und sein Verhalten ist auch besseren Leutent, als es die hiesigen Fascisten sind, widerwärtig geworden. Frankreich steht vor bemerkenswerten wirtschaftlichen Umvälzungen, sein Budget kann -nach der Meinung der Besigenden- nur unter großen Opfern der arbeitenden Klasse von seinem 4.5 milliardendefizit befreit werden, die Währung ist erschüttert und droht, bei weiterem Verfall, allen Jammer einer Inflation über das Land zu bringen. Das Parlament tut, was man von einem Parlamente billigerweise verlangen fann; es diskutiert. Die Franzosen aber sind, wenn auch vielleicht feine besonders guten, doch schon zu lange Demokraten, um vor ihrer Boltsvertre tung allzu große Ehrfurcht zu empfinden. In solcher Stimmung erwerben den Fascisten ihre zahllosen antiparlamentarischen Ausfälle viel eher Anhänger, als ihnen der Kostüm- und Exerzier tontmel verschaffen könnte, dem sie sich nach italie. nischem Muster ergeben haben. Die französischen in weitestem Maße zu eigen gemacht. Dagegen beau siècle", von dem nicht anzunehmen ist, in Stadt und Land! Man plant Ungeheuerliches gegen euch. Unsere Generale und die ihnen willfährigen Parteien und Patrioten wollen, daß entgegen den Bestimmungen des Wehrgesetzes die Militärdienstzeit nicht von 18 Monaten auf 14 Monate herabgesetzt werde; sie fordern die Beibehaltung der jetzigen Präsenzdienstzeit. Daß ihre Forderung in schärfstem Widerspruch steht zu dem Ge rede unserer Staatsmänner von Abrüstung und Sicherung des Friedens, ficht diese Streise wenig an. In ihrer wahnsinnigen Verblendung verlangen sie im Gegenteil die Einführung einer vormilitärischen Jugenderziehung und wollen damit die gesamte Jugend dieses Staates dem direk ten verderblichen Einfluß der Militaristen ausliefern. Des weiteren fordern sie die Abschaffung des Soldatenwahlrechtes. Nach den Plänen des Militärs sollen die Soldaten zu politisch un mündigen Staatsbürgern erniedrigt werden; sie sollen zwar Werkzeuge des Staates se'n, aber nicht das Recht haben, über die Geschicke des Staates mitzubestimmen. Diese Absichten der reaktionären Kreise müssen auf die Ablehnung aller menschlich Denfenden, auf den Widerstand aller Friedensfreunde stoßen. Die deutsche und tschechische sozialdemokratische Jugend dieses Landes ruft alle Friedensfreunde, insbesondere aber die arbeitende Jugend und die Arbeiterschaft überhaupt zur Abwehr gegen die Pläne der Militaristen auf. Sie veranstaltet Sonntag, den 18. April 1926, große Kundgebungen gegen den Militarismus in allen größeren Städten. Es mögen alle kommen, die den Krieg und den Militarismus verabscheuen. Besonders aber muß die arbeitende Jugend durch eine starke Beteiligung an den Kundgebungen ihrem Friedenswillen und ihrer tiesen Empörung über den unerhörten Plan der Militärs und der ihnen Folgschaft leistenden Patrioten Ausdruck geben. Nur die entschlossene Abwehr wird diesen neuerlichen Anschlag auf das arbeitende Volk und dessen Jugend zuschanden machen. Nieder mit dem Militarismus! Es lebe der Weltfriede! Es lebe die Völkerverständigung! Inland. 16. April 1926. Der Senat einberufen. Der Senat wurde zu einer Plenarsizung für Mittwoch, den 21. April um 16 Uhr einberufen. Auf der Tagesordnung der Sigung stehen: Der Handelsvertrag mit Albanien, die zweite Besung des Uebereinkommens betreffend die Verzollung englischer Reklamedrudsorten und Immunitäts angelegenheiten der Senatoren Dr. Brunnar und Koutny. Die Beratungen einzelner Ausschüsse beginnen bereits Dienstag, wo der Gewerbeausschuß um 14, der verfassungsrecht liche Ausschuß um 14.30 und der sozialpolitische Ausschuß um 15 Uhr tagen. Am Mittwoch ver sammelt sich der Budgetausschuß um 10 Uhr. Eine halbe Stunde vor Beginn der Plenarsit zung findet eine Konferenz des Senatspräsi viums und der Klubobmänner statt. Unangenehme Wahrheiten für die Koalitionsmacher. In den Lidove Noviny" setzt sich Ernst Heinrich mit der Frage auseinander, ob die Demokratie in diesem Staate in Gefahr set. Er weist einleitend darauf hin, daß die Demokratie bei uns so gesichert und so sest sei wie der Staat selbst, da sie mit ihm dieselben Wurzeln habe. Wir hätten keine Dynastie, welche, auf eine starte Partei gestüßt, mit der Rückkehr drohen könnte, feinen Adel, der sich auf irgendwelche Machtmittel oder Sympathien einer Volksschichte stüzen fönnte, und nicht einmal ein zahlenmäßig startes Bürgertum, welches sich den anderen Bevöl terungsschichten entgegenstellen könnte. Die ein zige Bartei, welche der Dynastie und dem Adel Rechtsparteien haben sich die faſciſtiſchen Barolen Sozialistischer Jugendverband für die deutschen Gebiete der Tschechosl. Nevublit. früher näher stand, seien die Stlerikalen; wenn aber manche von ihnen mit der Republik unzuift die organisierte Bewegung flein, aber fred) Ústřední výbor mladeže československé socialné demokratické strany dělnické. frieden sind, so nur deshalb, weil sie die agrariund rege, und das Kalb von heute ist der Ochs schen Mitbürger bei der Bodenreform näher an von morgen. An Geld ſcheint es den Leuten nicht sonntag ein Opfer aus fascistischen Reihen gefor- dabei wären, tatkräftig zu helfen. Saben sich doch der Schüssel siyen sehen. Die kommuniſtiſche Füh zu mangeln, sie besigen ein Tagblatt„ de noubert. Eine Gruppe der Jeunesses patriotes wurde im legten Wahlkampfe die Standidaten des natio- rung wolle ohne Zweifel den Staat zerstören, daß es sich aus eigenen Mitteln erhält, und betreiben von Polizisten an der Ausführung ihres Vorsatzes, nalen Blods gegen die Besichtigung, fie feien Fa- aber sie wüßte ganz genau, wie wenige von den eine großzügige Platatpropaganda, die gewiß recht im Ministerium des Innern die Fenster einzu feisten, taum verwahrt. Der fiegreiche Ausgang kommunistischen Wählern dem Befehl gehorchen nette Summen verschlingt. Jetzt, auf den Trüm- werfen, gehindert und bei der entstandenen Rau gerade dieses Rampfes beweist, wie richtig die würden, wenn ein tatsächlicher Angriff angeordmern der Walstatt, die sie den Linksparteien in ferei erhielt ein Student einen Schlag, an dem Bintsparteien die Gefahr einschäßen und nicht nur net würde. Es heißt dann weiter wörtlich: Baris räumen mußten, erscheinen sie zum ersten er infolge eingetretener Gehirnblutung starb. Zwei die Sozialisten, sondern auch die Radifalsozialisten Male in der breiten Deffentlichkeit mit ihrem Pro- Tage später erklärte der Abgeordnete Taittinger haben nicht gezögert, ihre Stimmen für die Kommunisten abzugeben, die diesmal den linten gramm von Verdun, das sie sich, 4000 an der im Parlamente, es gäbe teine Fascisten. In Frankreich besteht die Notwendigkeit des Blod, nicht das Kartell, repräsentierten. Zahl, Ende Feber gegeben haben. Gleich der erste Bunkt fordert die Abschaffung des Parlamentes, Fascismus als Folge einer sozialen Entwicklung Sollte der Fascismus versuchen, von der Stänbere: der zweite die Errichtung einer nationalen oder geistigen Strömung ebensowenig wie andersum ernsten Angriff überzugehen, dann wird er Dittatur unter einem selbstgewählten Ober- o, er entspringt vielmehr auch hier einer ohn- nicht nur auf den Widerstand des geeinten franzöhaupte und Ersatz des Parlamentes durch zwei mächtigen Uebereizung, denkfauler Unzufrieden- fischen Proletariats stoßen, sondern auch mit der Körperschaften, von denen die eine aus den fo- heit und blinder Gewaltanbetung. Jeder, der Feind'chaft weiter Kreise des Bürgertums zu durchwegs jungen Fascisten, dinkt sich ein rechnen haben. Im übrigen würde der ValutaKorpora industriellen fionen, die andere frei gewählt ist. Weiters lleiner Mussolini und ist ja auch wirklich ein Sturs bald anzeigen, wie man in der Welt über H. F. verlangt das Programm noch die Schaffung einer Stüd Narr, Diktator und Verbrecher. Bu all dem ein fascistisches Frankreich denkt. starken nationalen Industrie durch weit hat fein einziges Departement dieses Bandes vorgehende Rationalisierung, wozu allerdings erst die fascistische Tage wie Mailand oder Tuvin gesehen. Eine Abwehrmaßnahme gegen den Kommunismus ,, Verständigungsbasis" zwischen beitern und Unternehmern gefunden werden muß. ist der französische Fascismus also schon gar nicht In Italien ging das sehr rasch, das bezeugen die und wird als solche auch nicht notwendig werden, weil die Kommunisten doch zu gescheit sind, um vielen zerstörten Arbeiterheime und Gewerkschafts- jene tindischen Komplotte anzuzetteln, die den häuser. Jüngern Mussolinis das Wasser auf die Mühle Brüffel, 15. April.( Eigenbericht.) Dic Die Fascisten gebärden sich auch hier als die trieben. fascistischen und nationalistischen Organisationen| Süter der Ordnung, als Retier Frankreichs aus Von allen europäischen fascistischen Bewegun- hielten gestern abends eine Protestversammlung der Mißwirtschaft des Startells, und ihr ganzes gen, dürfte die fran ösische dem italienischen Vor- gegen die Amnestierung des Attiviſtenführers Programm ist nichts anderes, als der Ruf nach bilde am nächsten kommen und der Widerspruch, Dr. Borns ab. Zufällig ta mnach Schluß der ciner Ordnung, die sie meinen, von der aber das gleichzeitig konservativ und revolutionär sein zu Versammlung der Minister des Aeußern Vanderfranzösische Volt in seiner großen Mehrheit nichts wollen, ist in der Republik Frankreich nicht weni- velde in der Nähe des Lokals vorbei. Von einigen wissen will. Sie wünschen feine politischen Ausger lächerlich, als im Königreiche Italien. Hier Fascisten erkannt, wurde er von den abziehenden einanderseßungen, keine Differenzen zwischen Ar- liegt, um es nochmals hervorzuheben, die Gefahr Versammlungsteilnehmern durch Beschimpfungen beiter und Unternehmer, feinen Lohnkampf und viel weniger in den eigentlichen fascistischen Al- und Bedrohungen belästigt. Einer der Angreifer teinen Streif, sondern Ordnung, absolute Ruhe tionen, als darin, daß sich die französischen versetzte Vandervelde einen Stoß. Erst die herbeifür die Anderen, damit ihre Exzesse ungestört ver- e dyt sparteien schüßend vor die Bewegung gerufene Polizei befreite Vandervelde von seinen Taufen. Einer von diesen hat am letzten Wahl- stellen und, bei Aussicht auf Erfolg, auch gleich Angreifern. genannten 4 ArAus dem Tschechischen von Richard Brandeis. Moral en gros. Ein Roman wider alles Herkommen. Von Jiří Haußmann. Auch das Gutachten des Ackerbauministers Baron Bauer war nicht lang, er sagte bloß: ,, Meine Herren! Die Blüte und der Kern unseres Volkes, unser Bauer, ist so gut, so arbeitsam, so uneigennützig, daß wir zu seiner Verfitt lichung wahrlich nicht allerhand zweifelhafter, künstlicher Mittel bedürfen. Und deshalb wird mein Votum ablehnend lauten." Belgische Fascisten greifen Vandervelde tätlich an. Und der Fascismus? Der fennt den tschechischen Menschen nicht und weiß nichts von seinem Cha rafter und von seinem Temperament, der mit der Vorstellung eines tschechischen Fascismus spielt. Der Fascismus ist genau so wie der Bolschewismus bor allem Terror, und wer bei uns wirklich mit dem Terror beginnen wollte, der würde bei seinem nächsten Schritt niedergeschlagen. Das alles sind Seifenblasen, mit denen gewisse Parteien ihr Publikum unterhalten, damit es den Schillernden Blasen nachschaue und nicht auf die schmußigen Finger, die sie erzeugen. Aber es ist feine Seifenblase, sondern eine ständig sich berdichtende und ständig um sich greifende Tatsache, das das politische Leben bei uns Wellen der Unzufriedenheit wirft und der Sehnsucht nach einer radikalen Aenderung des öffentlichen Bebens. Diese Unzufriedenheit trieb viele Ungebildete unter die leritalen und Lommunistischen Wähler, diese unzufriedenheit zeigt sich immer offenfundiger an und hauptsäch. lich in allen Parteien und wächst allmählich, aber ficher zu einer Sawine, welche früher oder später burgreifende Umwälzungen in der inneren Politik erzwingen wird. Die Koalitions. parteien und ihre Führer fuhrwerken inzwischen noch sorglos weiter in dem festen Glauben, daß ber Rradh der Roalition, das ist der Krach ihrer bisherigen Politif, nur ein Intermezzo sei, gerade gut dazu, um ihre eigenen Schäflein agitatorisch aufzurütteln, und daß sie in die Ministerien noch schlechtweg zu verbieten, aber gleichzeitig damit| dezu entzüdt wäre, wenn er nicht zugleich die| sammen, raffelte mit dem Säbel und begann mit eine eigene Steuer auf den Ego smus zu erbe- völlige Wirkungslosigkeit auch des größten fonorer Stimme, die eher ans Befehlen als an ben, oder umgekehrt die obligatorische Altruisa- Quantums Agathergie auf die sittlichen An- Debatten gewöhnt war, zu sprechen: tion zugleich mit einer neuen Abgabe für gute Handlungen einzuführen. schauungen der Nahrungsmittelspekulanten fürchten müßte. Auch der Minister für Schulwesen äußerte sich aus pädagogischen Gründen über die Sache sehr günstig. Auch der Justizminister sprach sich entschieden dagegen aus, denn mit dem Verschwinden des Betrüger und Verbrechertums würde die ganze Justizverwaltung überflüssig, was man Der Ministerpräsident folgte dem Verlauf sowohl im Interesse des Staates als auch des Beamtenstandes gewiß nicht wünschen würde. Demgegenüber stimmte der Minister ohne Portefeuille, Marquis Farniente, dem Projekte zu, allerdings mit dem Vorbehalt, daß sein Resfort auch weiterhin unter den veränderten Verhältnissen bestehen bleibe. Meine Herren, ich bin kein Redner, ich bin Soldat. Meine Waffen sind nicht philoſo phische Argumente, sondern Mitrailleusen und Tanks. Aber troßdem begreife ich nicht, wie sich einige Kollegen für eine so horrend unsinnige Sache aussprechen konnten, wie es die Verfitt der Verhandlungen mit wachsender Befürchtung: lichung der Menschen ist. Disziplin freilich Wie immer er auch die Möglichkeiten der bevor- muß fein. Gewiß. Auch ein gewisser Kamerad stehenden Abstimmung komib nieren mochte, stets schaftsgeist, wie man sagt, ist nach dem Dienstkam er zu einem unentschiedenen Ergebnis, denn reglement zulässig. Aber nächstenliebe? auch die unbete ligten Mitglieder des Kabinetts, Meine Herren, sind Sie wahnsinnig? Bedenken die gewissermaßen das Zünglein an der Wage Sie doch, wohin wir fämen, wenn dieses Kleinod sein sollten, mußten mit Rücksicht auf die Ver- eines jeden geordneten Staatswesens, seine einBoen d'Red, der Minister des Innern, gab schiedenheit der politischen Parteizugehörigkeit zige und hauptsächlichste Stüße, feine... feine Der Inhalt des Exposées des Vicomte Ne- folgende Erklärung ab:„ Meine Herren! Der Ge- aus prinzipiellen Gründen, ia sozusagen aus turz seine Armee von ihr angesteckt würde! bermore- Irreparable; Verwalters des danke, die Bevölkerung mit gegenseitiger Liebe Gründen der Etikette gegeneinander stimmen. Stellen Sie sich einen Soldaten im Felde vor, Staatsschaßes, war etwa folgender: Entschieden zu erfüllen und sie dadurch gehorsam, zahm Außerdem hielt jeder an seiner Meinung mit sol- der dem Feinde von ewigem Frieden und könne man dem Projekt nicht beipflichten, jo- und unterwürfig zu machen, muß mir vom cher Zäbigkeit fest und seigte so wenig Bereit- Menschheitsverbrüderung zu schwaßen anfirge, Lange dafür nicht die ausreichende Deckung ge- nerpolitischen Standpunkt gewiß fymrathisch willigkeit zu einem doch sicherlich wünschens- statt idm mit dem Gewehrkolben der Schäder funden sei. Ohne Geld könne man eben auch sein, denn welch' andere Ziele verfolgt die werten Kompromiß, daß ein sensationshung einzuschlagen! Genug, meine Herren! Ich lege nicht einmal Sittlichkeit erzeugen. Aber selbst Polizei, als eben die einer allgemeinen Beglüt- riges Abendblatt( woher es von der Sache er- gegen das Projekt mein entschiedenes Beto ein wenr. an die nöt gen Mittel auftreiben könnte, fung? Ich glaube indes, daß man denselben fuhr, wurde nie bekannt) bereits die voreilige No- und von Ihrer ablehnenden Entscheidung mache würde der Nußen, der dem Staate aus der all- wed auch mit anderen Mitteln erreichen kann, tiz über sine nahe Regierungskrise brachte. ich auch mein weiterea. Verbleiben im Sabine't gemeinen Ethifierung und daher auch der He- die ebenso wirksamt und weniger kostspielig sind, Die trüben Wolfen, welche das Gemüt des abhängig." bung der Steuermoral erwüchse, aufgewogen wie: Verhängung des dauernden Ausnahms- Premiers umdüsterten, wurden mit werden durch die wirtschaftliche Verarmung, auf zustandes, Verschärfung der Zensur, Polizeiauf welche ganz richtig der Herr Handelsminister ſicht über die gesamte Bevölkerung Suſpendiehingewiesen habe, sowie durch die Verringerung rung der sogenannten Staatsgrundgefeße usw. des Ertrages einiger Einnahmequellen, wie zum Aus diesem Grunde spreche ich mich zwar für Beispiel der Klassenlotterie, des Tabakmonopols, die Abweisung des Gesuches jenes unpraktischen der Lustbarkeits- und Alkoholsteuer ufwv., welche Professors aus, bitte aber gleichzeitig, daß mir General Hau d'Eggen, der zwar erst türz infolge der sittlichen Hebung der Revölkerung un zur Durchführung der oben angeführten Sicherlich sein Amt angetreten hatte, sich aber wegen abwendbar wäre. Aus diesen Gründen stelle er heitsmaßnahmen Vollmacht erteilt werde." seiner strategischen Kenntnisse. die sich bei zahlsich grundsäßlich gegen den Antrag und Der Leiter des Amtes für Approvisionie- lofen Manövern und militärischen Festlichkeiten äußerstes Zugeständnis bezeichne er das Dilem rung der Bevölkerung sprach sich in dem Sinne erivorben hatte, allgemeiner Wertschäßung erma: Entweder die Erzeugung von Agathergie aus, daß er von der Idee des Fabricius gera- freute, erhob sich schneidig, flappte die Fersen zuSchlage verscheucht durch das energische Auftreten des wichtigsten und am meisten respektierten Faktors im Ministerrat. ja beinahe im ganzen Staate Utopien: des Ministers für nationale Verteidigung. Die Nebe wirkte. Selbst der Ministerpräsi dent bekannte, dak er stvar ursprünglich für das Projekt gewiffe Sympathien gehegt habe, dak aber die Staatsnottvendigkeiten, die von Kolle gen Hau d'Eggen so klar präzisiert worden seien entschieden dagegen sprächen. Auch Sir Lästrigon murmelte etwas von höheren Interessen und verstummte traurig. Sein Antrag fiel bei der Abstimmung auf der ganzen Linie durch. Fortsetzung folgt.) 16. April 1926. früher zurüdkehren werden, bevor die drei Monate vergehen, während der man den zurückgetretenen Ministern den vollen Gehalt zahlt. Von der Beamtenregierung fordern sie mit dem gerechten Born der Tribunen des armen Volles, daß sie diesem mit einem Schlag zehnmal so viel biete, als fie ihm selbst im Laufe einiger Jahre nur zu ver sprechen imstande waren, und daß sie es dabei nicht wage, hiefür von irgendwoher Geld zu verlangen; fie machen mit einem Worte das einzige, was sie können und das sie- Politik nennen. Wem das nicht recht ist, der ist ein Reaktionär und schmiedet Verschwörungen gegen die Demokratie. Man sprich und schreibt von geheimen Einflinen, welche an der Einsetzung einer Diktatur arbeiten. Davon sprechen und schreiben diejenigen, welche in der Pětka eine Dittatur einsetzten, die sich in die Diktatur über die einzelnen Zweige der öffentlichen Verwaltung teilten und sie bis zu solch skandalösen Weiterungen durchführten, daß hiefür in zivilisierten Staaten fich kein Beispiel findet. Sie hetzen gegen die Regierung der Bureaukraten und setzen sie in Wider spruch mit den Interessen des Voltes, fie, welche grundfäßlich führende und untergeordnete Bosten in der öffentlichen Verwaltung mit ihren Agita toren oder mit Beamten besetzten, die sich nicht scheuten, fich auf Rosten ihrer ehrenhaften Kollegen burch politische Brotektion zur Rarriere zu verhelfen, und die mit ihrem ministeriellen Despotismus und mit ihrer Interveniererei als Abgeordnete die ganze Staatsverwaltung demoralisierten. Sie verdächtigen ungefeßlicher Absichten schon jedermann, aber selbst machten sie Gesetze, welche auf dem Papier blieben und nicht durchgeführt werden dürfen, weil sie zu spät darauffamen, daß sie etwas gefeßlich festlegten, was ihre unkontrollierbare Wirtschaft hinter den Kulissen und ihre Sine. furen bedrohen tönnte. Tagung der Internationale in Zürich. -Einheitliche Auffassung in der Frage der Organisation des Böllerbundes. Gegen den Faleismus.- Das Verhältnis zu den Kommunisten.- Tagung der Minoritätentommission am 6. Juni in Dresden. Seite& zur Behandlung dieser Frage eine Konferenz der technisch sachverständigen Vertreter in Berlin abe zuhalten. Tagung der Minoritätentommillion. Die Erefutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale hat die Streitfragen zwischen den Wie wir bereits mitgeteilt haben, waren die bung einer allumfassenden Internationale wenden sozialistischen Parteien in der Tschechoslowa. Vertreter der der Sozialistischen Arbeiterinter- möge", nach einer eingehenden Diskussion mit nationale angeschlossenen Parteien am 11. und 247 gegen 3 Stimmen( F. 2. P. undischen Republik der ständigen Minoritäten12. April in Zürich versammelt. Eine Reihe U. S. P. Polens) abgelehnt. fommission zur Vorbereitung zugewiesen. wichtiger Beschlüsse ist das Ergebnis der Tagung. Der Exekutive der S. A. J. lag atfer dem Die Minoritätenkocsmission hat am 13. Apris Einen programmatischen Fortschritt stellt die begründeten Vorschlag der J. L. P. und der ab- in Zürich eine Sißung abgehalten. Sie hat bebereits von uns veröffentlichte Resolution über lehnenden Antwort der Labour Party, die schon schlossen, von den sozialistischen Parteien der Tscheden veröffentlicht wurden, ein ausführliches Memo Völkerbund randum des Sekretariats der S. A. J. vor. Die choslowakischen Republik bestimmte Vorschläge und Erefutive beschloß, auch dieses Memorandum der Materialien einzuholen und nach dem Einlangen Deffentlichkeit zu übergeben. In demselben dieser Materialien und Vorschläge am 6. Juni heißt es: zu Dresden zu einer Sigung zusammenzuTäglich neu tritt entsegenerregend in Ertreten, um in die meritorischen Verhandlungen scheinung, welche ungeheure Menge von Energie über die strittigen Fragen einzugehen. die Arbeiterorganisationen im gegenseitigen Kampfe verwüsten, anstatt sie gegen den gemeinsamen Feind, den Kapitalismus und Imperialismus, zu verwenden. Es ist selbstverständlich, daß jeder, dem die Kampffähigkeit des Proletariats Herzensjache ist, nicht nur vom Wunsch und Willen zur Vereinheitlichung der Arbeiterbewegung erfüllt ist, sondern auch immer wieder auf das ernsteste die Möglichkeiten nachprüfen wird, die die ständig wechselbe historische Situation für die Berwirklichung dieser wichtigsten Aufgabe bietet. dar, in der die sozialdemokratischen Parteien ihre Auffassung über die Organisation des Völkerbundes auf eine gleiche Linie gebracht haben. Gegenwärtig führt die VölkerbundversammIung, in der alle Staaten vertreten sind, ein bedeutungsloses Scheindasein, die wirkliche Führung des Völkerbundes ist in den Händen des Völkerbundrates konzentriert. Der Rat wird aber nur zum Teil von der Völkerbund versammlung gewählt; die Großmächte England, Frankreich, Italien, Japan haben ständige Site im Völferbundrat, bedürfen also feiner Wahl! Die Internationale verlangt mun als ersten Schritt zur Demokratisierung des Völferbundes: 1. Erweiterung der Macht der Völlerbundversammlung gegenüber dem Völkerbundrat! 2. Abschaffung der ständigen Ratssige! Rein Staat, auch keine Großmacht, soll im Völkerbundrat eine Birilſtimme haben, nur durch Wahl der Völkerbundversammlung soll der Weg in den Rat führen! Auf diese Weise soll der Völferbundrat au s einem Organ der Oligarchie der Großmächte zu einer Vertretung der Gesamtheit der Staaten werden. Die Tagung der Internationale befaßte sich auch ausführlich mit den Berhältnissen in Italien. Die Parlamentsfraktionen der Arbeiterparteien in den verschiedenen Ländern werden aufgefordert, an ihre Regierungen die Frage zu richten, welche Haltung ihre Vertreter bei der Konferenz des Internationalen Arbeitsamtes hinsichtlich des Mandats des Delegierten der ,, italienischen fascistischen Arbeiter" einnehmen werden. Mit einer derartigen Demokratie, wie sie die Roalition repräsentierte- und zu einer anderen fönnen sich, wie man sieht, die ehemaligen Roali tionsparteien schon nicht mehr aufschwingen, it man unzufrieden und die Führer dieser Parteien find blind, wenn sie nicht sehen, wie diese Ungufriedenheit auch in ihren eigenen Parteien wächst. richtet haben, die Aufstellung eines MatteottiSie beschloß, wie wir gleichfalls bereits be Aber es ist dies die Unzufriedenheit mit der Lügen- dentmals im Volkshause in Brüssel und die demokratie und die Sehnsucht nach der Errichtung eines Internationalen Silfsfonds wahren Demokratie und vergebens be für die Arbeiterbewegung der Länder ohne Demo mühen sich die Koalitionsherrschaften, biese tratie, der den Namen Matteottis tragen soll. Zur Wahrheit zu verdecken. Die wahre Demokratie Frage des italienischen Vertreters im beruht auf dem wahren Willen des Volles, aber Internationalen Arbeitsamt wurde der Koalitionsdemokratismus verfuhr mit dem eine Resolution zum Beschlusse erhoben, das Willen des Volkes wie die Priester mit dem Worte Mandat des Vertreters der italienischen fascisti Gottes. Ihm genügten nicht einmal die Gefeße des fchen Arbeiter", der tatsächlich durch die fascistische habsburgischen Desterreich. mit denen dieses sein Regierung delegiert wird, nicht anzuerRegierungssystem schütte. Das Gesetz zum Schuße tennen. der Republik benötigte die Koalition, was auch die Republit nach Desterreich an solchen Gesezen erbte, noch dazu, um auch die einsperren lassen an tönnen, welche Desterreich nicht einsperren lassen Yonnte. Die Korruptionsaffären der Koalition führten nicht dazu, der Korruption scharf Einhalt zu gebieten, sondern zur Verschärfung des Schuzes des Amtsgeheimnisses, damit die weiteren Ror. ruptionsstandale nicht verraten werden könnten. Die Preßnovelle drosselte die tschechoslowakische Preffe auf eine in Verfassungsstaaten einzig ba stehende Art, so daß Havliček nicht aus dem Kriminal und aus dem Zahlen von Gerichtskosten herauskäme, wenn er jetzt lebte, in der Aera der tschechoslowakischen Selbständigkeit, Um die Freiheit des Wählers in den Grenzen zu halten, in denen sie die Koalition brauchte, war das legte Wert der Koalition vor den Wahlen außer der Verteilung eines Haufens von Millionen an die Roalitionsparteien die Wahlreform, durch welche garantiert wurde, daß keiner Koalitionspartei auch nur eine Stimme verloren gehe, daß aber hundert tausend Nicht- Stoalitionswähler auch nicht ein Mandat bekamen. So und ähnlich sind die Früchte der Demokratie der Stoalitionsparteien und es ist kein Wunder, daß schon mancher eine solche Demokratie fatt hat und daß sie balb jeder bis zum Sals satt haben wird, der nicht von ihr lebt und für den sie feine Futterfrippe ist. Die Demokratie ist aber feine Futterfrippe, Demokratie ist ein gemeinsames Wirtschaf ten, gegenseitige Verantwortung und gegenseitige Kontrolle. Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahm auch die Stellung zur Kommunistischen Internationale Diesen Willen zur Einheit hat der Gründungskongreß der S. A. J. in Hamburg besonders feierlich befundet, indem er seine Statuten in einem besonderen Aufruf zur Einheit aus flingen ließ. Diesem Willen zur Einheit entspringt auch der Vorschlag der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands( J. 2. P.), es möge die Exekutive der Dritten Internationale eine gemeinsame Konferenz vorschlagen, mit der Aufgabe, die Möglichfeiten der Bildung einer allumfassenden Internationale flarzustellen". Der Vorschlag der J. 2. P. ist von der er weiterten Exekutive der Kommunistischen Internationale rundweg abgelehnt worden und da mit hatte die Exekutive der S. A. J. eigentlich nur zu fonstatieren, daß sich der von der J. 2. P. vorgeschlagene Weg praktisch als völlig aussichts los erwiesen hat. Wir sind mit der J. 2. P. einer Meinung, daß die Entwidlung der Gegensäge in der russischen Kommunistischen Partei und in der Kommunistischen In ternationale von der höchsten Bedeutung ist und genauester Beobachtung bedarf. Aber die Schlußfolgerung der J. L. P., daß sich aus diesen Gegenfäßen schon heute irgendwelche praktische Folgerungen für eine Annäherung der Kommunistischen und Sozialistischen Internationale ergeben lönnten, ist durch die Tatsachen in feiner Weise gerechtfertigt. Wir sind überzeugt, daß der tatsächliche Gang der Entwidlung, die der Kommunistischen Internationale folgenden Arbeiter immer mehr zur Erkenntnis führen wird, daß die Beendigung des der Arbeiterklasse zersplitternden Kampfes, den die Kommunistische Internationale gegen die Arbeiterparteien und Gewerkschaften aller Länder führt, ein Lebensinteresse der gesamten Arbeiterbewegung ist. Wir sind überzeugt, daß auch in Rußland der Tag lommen wird, wo der Wahnsinn des Systems, daß eine einzige Partei das ausschließliche Mono pol auf politische Betätigung in Händen hält und mit diftatorischen Mitteln sozialistische Parteien unterbrüdt, ein Ende finden wird. Erst wenn sich sozialistische Parteien auf Grund des freien Bekenntnisses der Ueberzeugung der klassenbewußten Arbeiter legal, ohne Terroralten ausgesetzt zu sein, in der Sowjet. union politisch betätigen fönnen, erst dann wird der Moment gekommen sein, wo die Diskussion der Probleme der großen Gegensäge der Prinzipien und der Taktik des Proletariats mit irgendeiner Aussicht auf Erfolg begonnen werden kann. Die sicherste Bürgschaft aber, daß dem entsetzlichen Sträfteverbrauch der Arbeiterklasse, der in den Spaltungen begründet ist, Einhalt getan wird, liegt in dem stetigen und unbeirrbaren Fortschritt des Aufbaues der Sozialistischen Arbeiter- Internationale. Je fräftiger sie wird, umso näher ist der Tag, wo das Weltproletariat wieder vereinigt sein wird, in einer allumfassenden Internationale. Lagesneuigkeiten. Der erste Mai in der Familie. Immer mehr ringt sich die Erkenntnis durch, wie wichtig die gefühlsmäßige Beeinflus sung des Kindes ist, welche hohe erzieherische Be deutung daher schönen, kindgemäßen Festen zufommt. Das gilt im allgemeinen, gilt aber ganz besonders für das große und schöne proletarische Fest, das wir in wenigen Wochen feiern werden für den ersten Mai! Sorgen wir dafür, daß dieser Tag unseren Arbeiterfindern auch wirklich zu einem schönen und weihevollen Erlebnis werde! Nicht nur durch die eigentliche Ma feier, sondern vor allem auch im Elternhause. Es ist leider noch immer so, daß der heilige Abend" schon Wochen vorher das Denken und Fühlen unserer Kinder beherrscht, der erste Mai dagegen nur allzu oft bloß als schulfreier Tag gewertet wird. Das muß anders wer den! Es ist die Pflicht jedes klassenbewußten Proletariers, den größten Feiertag seiner Strasse auch in der Familie zu einem Tag wahrer Freude zu gestalten; es ist die Pfl cht aller Arbeitereltern, mit ihren Kindern über den Weltfeiertag des Proletariates zu sprechen, ihnen die Beden tung dieses Tages flarzulegen. Es ist eine bedauerliche Tatsache, daß unsere Arbeiterkinder von der Leidens- und Kampfgeschichte ihrer Klasse zumeist beschamend wenig wissen. In der Schule wird davon aus begre.f= lichen Gründen nicht gesprochen. Der kapitalistische Staat hat kein Interesse daran, daß die her anwachsenden Proletarierkinder vom Klassenlampf und seinen Zielen hören. Die Eltern wvie der sind mit Arbeit überhäuft, sind kaum m stande, die leiblichen Bedürfnisse der Kinder zu befriedigen; kommen daher nur selten dazu, nich um ihr geistiges Elend zu kümmern. Umso not wendiger ist es, daß eine Gelegenheit, wie sie die Wochen vor dem ersten Mai bieten, nicht ungemüßt vorübergehe. Schon jetzt sollen die Eltern die Aufmerk samkeit der Kinder auf den herannahenden Fests tag lenten. Soll ihnen der Vater erzählen von jenem unvergeßlichen ersten Mai, da zum erstenmal die Reihen der Arbeite: in stolzem Selbstbewußtsein aufmarschierten und dem wütenden Bürgertum ihre Forderungen entgegenhielten! Soll die Mutter mit ihnen sprechen von den Schwierigkeiten und Gefahren früherer Jahre, wo die Mächtigen der Erde die Wa feier in Blut und Hunger ersticken wollten. Entlassungen, Aussperrungen, Kampf mit Polizei und Militär, aber troß alledem jedes Jahr ein paar Tapferc mehr auf der Straße, ein paar Räder weniger im Gang! Wie würden die Augen der Kinder leuchten, wenn der Vater von den Kämpfen erzählte, an denen er teilgenommen; wie würden fie zur Mutter aufblicken, wenn sie wüßten, daß auch sie standhaft gelitten für die Sache der Ar beiterklasse! Arbeitereltern, erzählt Euren Kindern vom ersten Mai! ein. Als auf dem letzten Parteitag der russischen kommunistischen Partei die Fraktion Stalins und Bucharins über die Richtung Sino w jews und Namenjews obsiegte, als gemäß der Entscheidung dieses Parteitages Sinowjew als Leiter des Leningrader Sowjets abgesetzt wurde, glaubte die Unabhängige Arbeiterpartei Englands, daß nunmehr nicht nur Sinowiews Einfluß auf die Führung der russischen Staatsgeschäfte, sondern auch sein unheilvoller Einfluß auf die internationale Politik der Bolschewiti gebrochen sei, daß nunmehr ein neuer Kurs in der internationalen Politit der Bolschewiti und damit auch ihres Verhältnisses zu den sozialdemokratischen Parteien folgen werd. In dieser Hoffnung hat damals die Independent Labour Party den Antrag gestellt, die Epelative der Sozialistischen Arbeiter- Internationale folle die Kommunistische Internationale Unsere Demokratie hat einen einzigen gefähr- u einer gemeinsamen Konferenz cinlichen Gegner, der sie mit samt dem Staate ver. laden, die zu prüfen hätte, ob und unter welchen nichten lönnte, und der ist- die korrumpierte Voraussetzungen die Vereinigung der beiden Intemationalen möglich wäre. Aber che noch die Demokratie. Wer uns mit anderen Feinden un- Exekutive der Sozialistischen Arbeiter- Internatio serer Demokratie schreckt, ist entweder ein Feigling, male zur Beratung dieses Antrages zusammentrat, der sich vor Schatten fürchtet, oder ein Betrüger, hat sich schon gezeigt, daß die Annahme, die die ber unsere Aufmerksamkeit von seinen Manipu- Independent Labour Party zu ihrem Antrag be- bildete der wogen hatte, unrichtig war. Die Bolschewiti haben lationen ablenken will. Mit jedem Tage mehrt sich Sinowie zwar von der Leitung des Lerringrader die Zahl derer, welche sehen und sich nicht ab Sowjets entfernt, aber in der Kommunistischen der von der S. A. J. und dem Internationalen lenken lassen von dem, was sie sehen. Auch unter Internationale lassen sie ihn weiterregieren. Gewerkschaftsbund gemeinsam einberufen wurde den verbohrtesten Parteigängern werden ihrer von Sinowiew hat in der Exekutivsißung der Kom- und in London vom 18. bis 21. Mai tagen wird. Tag zu Tag mehr. Bis sich alle, welche schon end- munistischen Internationale auf den Vorschlag Außer den der Internationale angeschlossenen Tag zu Tag mehr. Bis sich alle, welche schon end- der Independent Labour Party mit den Worten Parteien werden auch die Arbeiterparteien von lich sehen, aufschwingen werden, wird ein Um- geantwortet:„ Nein, nein, und tausend- Auſtralien, Brasilien und der Schweiz zu diesem schwung zum Bessern eintreten. Und er wird eir- mal nein!", die Erefutive der Stommunistischen Kongreß eingeladen. Ms offizielle Vertreter der Internationale hat dem zugestimmt, die russi- Erefutive an diesem Kongreß wurden der Präfiche tommunistische Presse hat den Vor- dent Henderson und der Sefretär Adler Die Unzufriedenheit auch im tschechischen schlag der Independent Labour Party mit bestimmt. Lager muß wirklich schon einen ungewöhnlich Spott und Sohn abgelehnt. So blieb Zur Behandlung tam ferner eine Reihe hohen Grad erreicht haben, wenn sich ein tsche- denn der in Zürich tagenden Executive der Sozia finanzieller und hisches Blatt zu einer derartig vernichtenden listischen Arbeiter- Internationale nichts anderes Atritit unserer tschechoslowakischen Scheindemo- übrig, als festzustellen, daß die Vorausfratie, Marke„ allnationale Stoalition", auf- fegungen für den von der Independent Labour unter ihnen die Frage der internationalen fojia- In einem Karfreitagsartikel entwickelte die choingt; die verblichenen Koalitionsgrößen wer- Barth vorgeschlagenen Schritt in Moskau leiber listischen Frauen organisation, des großen reinblütigste Vertreterin des schweizerischen Kapiden sich diese Beilen kaum hinter den Spiegel noch nicht gegeben sind. So wurde der An- internationalen sozialistischen Jugendtages, talismus, die Neue Züricher Zeitung". Steden. trag der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands der zu Pfingsten in Amsterdam abgehalten werden folgende Gedanken: ( J. L. P.),„ daß sich die S. A. J. an die Stom- wird, sowie die Organisation des sozialistischen munistische Internationale in der Frage der Bil- Nachrichten dienstes. Es wurde beschlossen, treten! Und sprecht mit ihnen über die Vorberei tung und würdige Feier des Tages! Über den Weg, den der Umzug nehmen wird; über die Lieder, die gesungen werden sollen; über das Kinderfest am Nachmittag. Laßt die Kinder mithelfen, wenn Ihr am Vorabend des Festtages die Fenster Eurer Wohnung schmückt mit grünem Reisig und roten Nelken. Sorgt überhaupt dafür, Einen weiteren Punkt der Tagesordnung daß an diesem proletarischen Heiligen Abend" wirkliche Festesfreude herrscht bei Euch und den Kleinen! Vater, Mutter und Kinder traulich bereint; fleine Geschenke wie zur Weihnachtszeit; Feiertagsstimmung bei jung und alt. Der erste mai foll nicht nur nach außen die Solidarität der Arbeiterklasse befunden, er soll Glück und Freude bringen in jede einzelne Arbeiterfamilie, er soll vor allem für unsere Buben und Mädel werden: der schönste und heiligste Tag des genzen Jahres! Weltwanderungskongreß, organisatorischer Fragen Wir Inieen vor dem Mammen“! Das feltene Eingeständnis eines bürgerlichen Blattes. " Dieser Galgen( an dem Christus hing), versinnbildlicht die schwerste Anklage, das tiefste Seite 4. 16. April 1926 Rüftet zu einer würdigen u. machtvollen Maifeier! Der Mörder von Rodendorf verhaftet. Ein eingerückter Knecht, der vor Jahren bei Döllner bedienstet war. Rundfunt für Alle! Gericht, das je über die Menschheit ergangen ist. Sie ertrug es nicht, daß da einer lebte, der durch keine Sünde von Gott getrennt war, der ganz rein, Programm für morgen Samstag ganz sonnig, ganz liebevoll und hilfreich, ganz frei von den Ketten der Geldgier, der Sinnlichkeit, des Brag, 16.30. Nachmittagskonzert, 18 Deutsche Machthungers und der Gewaltanbe Sendung Lektor Emil Huder: Behag tung war, in denen sie gebunden einhergeht. Sie Eger, 15. April. Der Massenmörder, der verübt wurde, von einem Bekannten in Schönliche Geschichten für jung und alt, 20.02 schlug ihn ans Kreuz- nicht obschon, sondern fürzlich in Rockendorf eine ganze Bauernfamilie bach, bei dem er übernachtete, ausgeborgt hat. Opernabend Brünin 19 Konzert, 20.45 Lieder meil er göttlicher Art und Herrlichkeit war. Das ermordet hat, wurde gestern durch die Aussagen Seine Eltern duldeten ihn wegen seines lieder- zyklus, 21 Konzert des russischen Balalajka- Orche felbe hätten auch wir damals getan, bes überlebenden siebenjährigen Staspar Döllner lichen Lebenswandels zu Hause nicht. Nach dem sies- 2ondon: 21 Bunter Abend- Paris 18.30, dasselbe tun wir heute noch tausendmal des Jah- eruiert. Der Knabe sagte aus, daß der Täter aus Mord war er mittels Marschroute vom Königs- 17.45, 21.30 Konzerte- Berlin: 16.30 Nachmit res. Wir knien vor dem Mammon, wir bengen gesehen habe wie ein Knecht, der vor Jahren bei berger Bahnhof weggefahren. Eine Bädersfrau, tagsfonzert, 20.30 Marcell- Salzer Abend- Leip unsern Rüden vor dem Erfolg, wir frönen dem einem Vater gedient habe. Die Behörden konn bei der er Semmeln einkaufte, hatte bei ihm eine sig: 16-16.45 und 17 17.30 Nachmittagskonze niederen und erniedrigenden Genuß, wir schließen ben diese Spur verfolgen und stellten fest, daß es größere Zahl von Hunderttronennoten bemerkt. Breslau: 16.30 Unterhaltungskonzert, 21.50 die feigsten Kompromisse mit dem, der die Mach: fich um den 23jährigen Franz Sandner aus Sandner wurde auf telegraphisches Ersuchen Johann Strauß Walzerabend.- München 16 Haydn hat, wir schweigen, wo wir rufen sollten, wir reden, Schönbach bei Eger handle, der augenblicklich in gestern abends in Eperjes verhaftet. Auf Stunde, Unterhandlungskonzert, 20.35 Konzert, schwaßen und schreien, wo Schweigen das einzige Eperjes eingerückt ist. Sandner war um die feinem Mantel und seiner Unterhose wurden zahl- Frantfurt: 15.30 Die Stunde der Jugend, 20.15 schwaßen und schreien, wo Schweigen das einzige fragliche Zeit in Schönbach auf Osterurlaub und reiche Blutflecke entdeckt; außerdem wurde eine Beitgenössische Kammermusit, 21.15 Operettenauffüh Gebot des Mutes wäre, wir hängen unsere Seele Krung an ein Sädlein voll Silber und Gold, wir befieden hatte sich in der Mordnacht, ohne jemanden zu ver- Pistole mit 13 Patronen, ein Boyer und 700 K rung„ Die lustige Witwe"- Wien: 18. Anaſtaſius ständigen, entfernt. Es tonnte festgestellt werden, vorgefunden. Feier Zürich: 15 Konzert, 16, 18.15 und mit Gewaltanwendung und Ausbeutung des daß er sich Freitag die Hacke, mit der der Mord Schwächeren und darum ertragen wir es nicht, wenn uns einer in den Weg kommt, der wirklich anders, wirklich besser ist als wir. Darum schlagen wir ihn an ein irgendwie beschaffenes Kreuz und bestände es nur darin, daß wir ihn mundtot machen. Aber jedesmal, da wir es tun, wiederholt sich wenn auch schattenhaft abgeschwächt, so doch mit aller ewig grundsätzlichen Wucht und Wahrheit, die Tragödie von Golgatha. Und wir sind es, die die Hände des Heiligen ans Kreuz heften." 117 Grün oft infolge Nachlässigkeit der Arbeitsämter die Gelder 1 Jahres 1925 lebend geborenen Kinder 83.689( b. 1. zur Auszahlung der Arbeitslosen ausbleiben. Unser jährlich 23.33 auf 1000 Einwohner), die Zahl der Lobzer Parteiblatt bemerkt dazu:„ Die Wassen lesen totgeborenen Kinder 2005( 0.56 pro mille) und die von Frühstücken, die anläßlich von auswärtigen Zahl der Sterbefälle 51.983( 14.49 pro mille). Aus Besuchern gegeben werden, zu„ patriotischen" Zwecken dieser Statistik ergibt sich ein natürlicher Bevölte werden Unsummen verschwendet und dem Arbeits- rungszuwachs von 31.706 Personen. Im Vergleich ministerium versagt man die Gelder zu öffentlichen mit der gleichen Zeitspanne des Vorjahres ist der Zuwachs um 2667 Seelen größer. Arbeiten." Konzerte. der Stanzel herab falbungsvoll verkündet:„ Wer Herr. Zwar etivas altmodisch, so wenn er von Senecht ist, soll Senecht bleiben!", ansonsten aber eine recht menschenfreundliche Seele. So sollte man wenigstens meinen, wenn man in seinem jüngsten Fastenbirtenbrief die Stelle lieft: Wo immer ein Friedenswort fällt, ist ein Engel dabei". Nun, es sollte bald die Probe darauf ge Wo ist bei uns das Bürgerblatt zu finden, macht werden. Eine hohe Persönlichkeit fam nach Ein ungewöhnliches Ausschreiben. Die grie das jemals sich zu einem solch offenen Bekenntnis chische Regierung fordert zu öffentlichen Angebo- der Berliner„ Lokal- Anzeiger" mitteilt, ist nach den ter Theologe. dazu, Prof. Max, Herzog zu Obligatorische Versicherung der Fluggäste. Wie Regensburg, ein ehemaliger Prinz und gelehrder Schuld aufschwingen fönnte? Womit aber ten für die ebung der in 1827 untergegang neuen Beförderungsbedingungen für den Luftver- Sachsen, des lieben„ Geenigs" von Sachsen eige durchaus nicht gesagt werden soll, daß die Aus- nen türkischen Flotte bei Navarino tehr das bisher übliche Verfahren der Versicherung ner Bruder. Bischofsherz, was willst du noch gebeuteten und Vergewaltigten von dieser Kar- auf. Die„ sandige Pylos", im südwestlichen Grie eines Flugastes unmittelbar vor Antritt einer mehr? Aber des Bischofs Herz ward gar nicht er freitagsbeichte auch nur das Mindeste hätten. Siechenland, hat ein fampfumtobtes Schicksal hinter Luftreise nicht mehr erforderlich. Die Versicherung bant von dem Besuch des hohen Herrn. Denn der gehen ja auch nur beichten, um weiter zu fündi- fich. Die Türken hatten den Griechen 1500 Na- erfolgt jetzt automatisch, indem jeder Fluggast beim Herzog Max nahm den Fastenhirtenbrief des gen. Aber schließlich haben doch auch Betenni- barino genommen, 1686 jetzten sich die Venetianer Stuttgarter Versicherungsverein mit 25.000 Mart Regensburger Bischofs wirklich ernst und hielt niffe ihren Wert, zumindest doch den, daß sie den dort fest, 1718 holten es die Türken wieder, denen für den Todesfall, mit ebensoviel für den Fall in der Deutschen Friedensgesellschaft, Sektion anderen neuerlich zeigen, wie richtig der von ihnen 1821 die Griechen folgten, um es schon vier Jahre der Invalidität und mit 25 War! Tagesentschädi Regensburg, eine fulminante Rede wider den eingeschlagene Weg ist. später wieder an die Türfen zu verlieren, bis am 20. Oktober 1827 eine vereinigte englisch- franzö- gung bei vorübergehender Invalidität versichert ist. Kriegsgeist aller Art, ja er schonte dabei auch Die elegante Frau trägt nur bunte Finger- sisch- russische Flotte unter dem Admiral Garring- Zwei Kinder verbrannt. In der Gold- Bajuvariens raufluftige Jugend nicht. Es war nägel. Wie jene Bresse, die keine anderen Sor- ton die griechisch ägyptische Flotte vernichtete. In schlaggasse in Wien ereignete sich gestern ein eine pazifistische Kundgebung von Würde, Mut gen hat, berichtet, iſt es die neueste Errungenschaft der Bay von Navarino gingen damals wohl 30 schwerer Unglüdsfall. Die von ihrem Mann und Charakter. Das aber war zuviel für unseren der Pariser Mode, sich die Fingernägel har- türkische Schiffe unter oder flogen in die Luft, geschiedene Eisenbahnersgattin Beopoldine Bischof. Er verweigerte dem pazifiſtiſchen Prie monisch und stilgemäß nach Kleid und Strumpf meist von den Türken selbst vernichtet. Die gries 3immert hatte früh das Haus verlassen ster die Gastfreundschaft, gewährte ihm nicht eineinzufärben. So erschienen fürzlich," heißt es chische Regiemung glaubt nun, daß die Ueberreste und ihre beiden Kinder, einen dreijährigen mal ein Nachtquartier in seiner Bischofsbehaudarüber im Berliner Tageblatt", einige Pariser der untergegangenen Navarino- Flotte der Türfen naben und ein drei Monate altes Mädchen, hung und verbot allen katholischen Geistlichen des Damen der ersten Streise mit Fingernägeln, die von großem historischen Wert feien, aber wahr, in die Wohnung eingeschlossen. Um Mittag Bistums, mit dem Herzog Mar irgendwie in Wein allen Farben des Sonnenspektrums glänzten. fcheinlicher ist schon, daß der angegebene Neben- bemerkten Nachbarn bichten Rauch aus der rührung zu treten. Sturz, der Herzog war für Alles staunte und war außer sich vor Begeiste- grund, die Hoffnung auf große Gold- und Silber Wohnung dringen. Die Feuerwehr erbrach die Regensburg ein geächteter Mann. Und doch war rung". Das ist halt doch noch eine Gesell- funde den Hauptantrieb bildet. Das ungewohn- versperrte Tür und man fand im Bett den seine Friedensversammlung massenhaft besucht. schaft, die sich für Schönes begeistern kann, die in liche Ausschreiben wird denjenigen bevorzugen, Snaben und daneben in einem Korbe das Denn wo immer ein Friedenswort fällt", ist zwar fein Engel" dabei und noch weniger ein der Not des Daseins doch nicht an die höchsten der der Athener Regierung den höchsten Anteil Mädchen, beide tot vor. römisch- katholischer Bischof, aber die, die ,, nechte Erfordernisse der Aesthetik und der Körperpflege am Gewinn bietet, während historische Wertstücke Mussolinis cäsarische Baugelüfte. In Rom bleiben sollen", die Proletarier, Reper" und Sovergißt! Allerdings fostet auch solche Mitbetäti- im Verhältnis zu den Hebungskosten angekauft wurde das angekündigte Bauprogrammt veröffentzialdemokraten, als Vollstrecker eines Bischofsgung am fulturellen Fortschritt Zeit und Geld. werden sollen. Der Vertragskontrahent hat licht, mit dessen Ausführung am 21. April begon- wortes und als Zuhörer eines warmfühlenden Beides ersparen sich natürlich wieder nur die 500.000 Drachmen zur Sicherung der Vertragenen werden soll. Vorgesehen sind 60 Millionen für prinzlichen Theologen, Senechte", mit denen ein glücklicheren Proletarierinnen, deren Hände ge- innehaltung zu hinterlegen. Die Stonzession wird den Bau von Volkswohnhäusern und 90 Millio- Königsbruder zusammengeht, wahrhaftig, die wöhnlich so abgearbeitet sind, daß sich die Nagel- für 15 Jahre erteilt. nen für die Umgestaltung des Stadtplanes, wie die Welt des Regensburger Bischofs steht auf keinen pflege erübrigt. Vom Roboten und Wäsche Ein Vierjähriger erschießt eine Sechsjährige. Erweiterung des Forum Romanum, den Ausbau Fall mehr lang! waschen sind ihre Fingerspitzen so sehr in An- Dieser Tage nahm der vierjährige Sohn des Rent- der Universität und eine moderne Galerie mit Künst spruch genommen, daß die Nägel gar nicht zum meisters Chalupnik in Moravec bei Stražet das lerquartieren, die Freilegung des Marcellus- Thea- Welch ein Malheur, Milliardär zu sein! Der Wachsen lommen. Also brauchen sie nicht gefärbt Jagdgewehr seines Vaters und eine Patrone austers, des Forum Helitorium, ferner die Ausgrabung reichste Industrielle Deutschlands, August Thys werden. Natürlich fällt dann auch die„ Beigei- dem Stasten. Das Kind ging dann auf den Hof, des Circus Maximus und Arbeiten an der Via Ap- en, ist, wie wir gemeldet haben, vor einigen sterung" weg. legte die Flinte auf den Boden, öffnete den Verschluß, Tagen im höchsten Greifenalter, nach einem Leben Besteuerung des Kartenspiels. Die Regierung und das Gewehr und bridte ven pahn de Vripia Antiqua, voll finanzieller Erfolge, gestorben. Jetzt ist sein Eine aufregende Jagd. Als in London der Testament eröffnet worden, worin sich nun auch hat generell die Einhebung der Gemeindeabgabe ging los, die Kugel traf die einige Schritte entfernte weusiker Sidney Jerome fürzlich um Mit diese Worte finden: von Kartenspiel, Dominio, Billard bis sechsjährige Tochter des Arbeiters Doležal, die auf ternacht herum aus seinem Klub nach Hause sahzum Ende des Jahres 1928 bewilligt. Die Ein- dem Hofe spielte. Als die Wouter des fieinen Chalup- ren wollte, war er nicht wenig überrascht, das hebung der Abgabe ist aber an die Bewilligung der nit, durch die Detonation alarmiert, auf den Hof lief, Verschwinden seines Autes feststellen Gemeindevertretung und an die Begründung der lag das Kind bereits im Sterben. Die zu müssen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, Gemeinde, daß sie die Abgabe braucht, gebunden. Stugel hatte die Lunge, die Leber und das Herz durch als sich mit philosophischer Ruhe in ſein Schicksal Die Abgabe von Kartenspiel darf 2 K für Person bohrt. Die Untersuchung gegen die Eltern des zu ergeben und auf dem nächsten Polizeirevier und Spiel in der Dauer von sechs Stunden, bei den kleinen Chalupnik wurde eingeleitet. Anzeige gegen den unbekannten Dieb zu erstatten. übrigen Spielen 50 Heller für jede Person und drei Die Einziehung der Fünftronennoten. In der Wie er aber in stoischer Gelassenheit in einem Stunden betragen. Diese Beträge gelten als Wagi nächsten Zeit schon dürfte die Kundmachung des Autoommibus heimfuhr, erlebte er plöglich eine malsäße und die einzelnen Gemeinden können Finanzministeriums erscheinen, durch die die 5 Kč neue Ueberraschung: Neben dem Omnibus sah er sie nach ihrem Bedarfe innerhalb der Höchstgrenze Banknoten aus dem Verkehre gezogen und durch auf einmal seinen eigenen Wagen fahren, in dem regulieren. Metallgeld zu 5 Kč ersetzt werden. Was die sich drei Männer fomfortabel eingerichtet hatten. Das ist das Gemeine an der Sache. Dem TutArbeitslosendemonstration in Warschau. Diens übrigen Staatsnoten anbelangt, so wird ihr Ersay Wie der Bliß war unser Jerome von dem Bus" anthamen hat man all seine reichen Gold- und Ju tag lam es in Warschau erneut zu einer großen Ar- durch Banknoten, die den Namen der tschecho- herunter, schnapple sich an der nächsten Straßen- welenschätze in die geräumige Grabkammer mitgebeitslosendemonstration. Die Arbeitslosen versam- slowakischen Nationalbank tragen werden, nach und ece einen Polizisten und befand sich mit diesem geben, während man heutzutage einen ganz gemüt mekten sich zuerst vor dem Gebäude des Arbeits- nach erfolgen. Zunächst werden die am meisten ab- bereits wenige Sekunden später in einem Miets- los im Krematorium zu einem Häuslein Asche losenvermittlungsamtes, von dort zogen die Massen nügbaren 10 und 20 Kč- Noten ersetzt werden. Eine auto auf der Verfolgung der Automarder. Unter- verbrennt. So ein Krösus des zwanzigsten Jahrnach dem Dombrowski- play, wo sich das Arbeits- Aenderung des Nennwertes wird die Nationalbank wegs alarmierte der Beamte noch mehrere Poll hunderts ist wirklich zu bedauern. Wenn er vor die zeiposten, und so fonnte der Sientopp" losgehen. Majestät des Todes hintritt, tann er ihr nicht einministerium sowie das Ministerium für soziale FürDas Einsammeln von Maitäfern. Die politische Das gestohlene Auto raste mit höchster Geschwin- mal Syndikatsbeteiligungen und Gratisaktien anforge befinden. Die sofort alarmierte Polizei umstellte die Ministerien, um die vordrängenden Ar- Landesverwaltung für Böhmen erläßt eine Kund- digkeit auf die London Bridge zu, als es plößlich bieten und muß sich in Reih und Glied stellen, zubeitslosen zurückzuhalten. Es kam dabei zu blu- machung, in der darauf aufmerksam gemacht wird, abſtoppen mußte, da die Durchfahrt durch zwei fammen mit einem schäbigen Proleten, der's doch tigen Zusammenstößen. Zahlreiche Personen daß durch das Gesetz vom 2. Juli 1924 über den schwere Omnibusse versperrt war, hinter denen zu Lebzeiten wahrlich besser gehabt hat als der unwurden verwundet, darunter auch vier Polizisten, Schutz der Pflanzenproduktion das Gesetz vom mehrere wohlverschanzte Polizeibeamte die Diebe glückliche Multimillionär. Braucht ein Prolet, der die Berlegungen von Steinwürfen und Stodhieben 30. April 1870 über den Schutz der Landwirtschaft erwarteten. Zwei der Banditen saben ein, daß an Entbehrungen, Not, Arbeitslosigkeit, Hunger aufwiesen. Bei der Sprengung der Demonstration gegen schädliche Insekten aufgehoben wird. Es ent- Widerstand vergeblich sei, und ließen sich festneh- früh dahinwelft und über eine Lebensdauer von wurden von der Polizei 70 Personen verhaftet. Die fällt daher auch insbesondere der§ 9 des letteren men. Anders der dritte; es gelang ihm, den Be fünfzig Jahren nicht sehr häufig hinauskommt, Verhafteten wurden mit Lastautos nach der politi- Gesetzes, der Borschriften über die Entlohnung des amten zu entwischen, und schon glaubte er sich am noch zu fürchten, daß er kein„ sorgenfreies Alter" schen Polizei gebracht, da man die Verhafteten des Einsammelns der Maikäfer und Engerlinge enthält. Ende der Brüde in Sicherheit, als er sich einer haben wird? Er hat's gut, er stirbt halt früher und Nach Kalisch, Lodz, Die Landesverwaltung gibt bekannt, daß von heuer neuen Polizeikette gegenüberfah. Aber der Flücht erspart sich alle Sorgen. Und wenn er schon aus Bloclawer, Strvi und Lublin ist nun Warschau der an der Landesverwaltungsausschuß den Gemeinden ling verlor den Mut nicht; vor ihm Polizei, hinter nahmsweise sechzig und siebzig Jahre alt wird, da Ort ähnlich aufgezogener Zwischenfälle geworden. nicht mehr die Hälfte der Entschädigungen für das ihm Polizei, alſo blieb nur noch der Weg nach hat er doch erst recht ausgesorgt, da kommt er ja Ueberall find Opfer zu beklagen und die Behörden Einsammeln der Mailäfer und Engerlinge ersetzen rechts oder links. Und schon war er mit einem ins Armenasyl... Ach, wenn nur einer dieser beruhigen die Deffentlichkeit damit, daß es sich um wird. Dadurch wird jedoch den Gemeinden nicht riesigen Sah oben auf der Brüstung; ein Stopf- forgenzerquälten Industrieritter einmal tauschen „ kommunistische" Provokationen handelt. Die Regie- verwehrt, freiwillig und aus eigenen Mitteln ähn- sprung, und die Fluten der Themse schlof- wollte und es so für ein paar Tage probierte, rung will nicht oder iſt unfähig, den Dingen vor- liche Prämien wie bisher festzusehen und auszu- sen sich über dem lühnen Schwimmer. Bisher Allgemeinheit" zu sein! Da würde ihm sehr bald st es der Polizei nicht gelungen, seine Spur auf- bas Wort Nestroys zum Erlebnis werden:„ Mir aubeugen. Bei näherer Untersuchung der Einzelvor zahlen. gänge hat es sich ergeben, daß die Versorgung der Die Bevölkerungsbewegung im vierten Quartal zufinden. fönnt einer a million hinlegen und sagen, ich Arbeitslosen unzulänglich ist, daß die Behörden bei 1925. Nach einem Bericht des Statistischen Staats- Wenn man Fastenhirtenbriefe ernst nimmt. foll arm sein dafür, ich nähm s nicht" Organisierung der Notstandsarbeiten versagen, daß amtes betrug die Zahl der im vierten Quartal des Der Bischof von Regensburg ist ein gar frommer hielte lieber die eigene Milliarde! natürlich nicht vornehmen. Was Kapitalist und Werkbesizer von ihrem zu sammengezimmerten Eigentum persönlich haben, ist wirklich wenig, nicht einmal einsorgen freies Alter. Ich glaube, ohne mich dabei zu überheben, daß von meiner Lebensarbeit die AII. gemeinheit mehr Vorteile gezogen hat alsich selbst. Was ich geschafft und erarbeitet habe, bleibt schließlich doch nur der Allgemeinheit. Denn ins andre Leben mit hinübernehmen kann ich nichts davon. er be . 16. April 1926, 15. April. Weld Ware Seite 5. Arbeiterschaft ein Abkommen ausdrängen will, welches schlechter ist als in anderen Betrieben im 1856-1362.-- Bezirke der Steueradministration Nendek, dann 808 50.807.50.- werden die Arbeiter nie damit einverstanden sein, 126.30. 127.70.654.87.- auch dann nicht, wenn die Firma und ihre Dr651.87.165.15. gane etwa Lust haben sollten, sich zum Steuerbüt 135.55.136.95.- tel aufzuspielen. 33.70.-114.75.59.41.4.69.25 84.-.116.15.Das schönste deutsche Schiff, der Dampfer Sam-| Einwohnern feine wesentlichen Menderurgen Prager Kurse am burg" der Hamburg- Amerika- Linie ist aus Cuxhaven aufweist. Gegenüber dem Vorjahre ist in diesem au seiner ersten Ueberfahrt nach Amerika ausgelaufen, Jahre eine leichte Verminderung der Heiraten 100 holländische Gulden Die Hamburg" ist das dritte Schiff der Albert und eine Zunahme der Geburten um 17.000, 100 Reichsmart, Ballin Klasse" und hat vor furzem ihre Probefahrt aber auf der anderen Seite eine noch stärkere 100 Gdweiser Brants nach Helgoland gemacht. Der Dampfer besitzt ein Bunahme der Todesfälle von mehr als 29.000 1 Bfund Sterling " großes Sportbed", auf dem sich u. a. ein Tennis- festzustellen. Der Ueberschuß der Geburten be- 100 Lire plat mit geschlossener Neganlage und ein Blak für trägt gegenüber 1924( 72.000) jet 60.000. Dem Dollar 100 franzöfifche Frants. Fußballzielstoßen befinden. Auch Wurfball, Fauftball Berichte ist eine Statistik über die Geburtenzif 100 Dinar und Raquet fönnen darauf gespielt werden. Weiter fern in anderen Ländern beigefügt. Gegenüber 10.000 magnarische Kronen besitzt das Sportded eine Kegelbahn und einen neu- den Vorkriegsziffern der Jahre 1911 bis 1913 100 bolnische Sloth. artigen Borapparat für zwei bis vier Personen. hat der jährliche Ueberschuß an, Geburten pro Neben der Turnhalle" ist ein Tauchbeden eingebaut, 10.000 Einwohnern leicht zugenommen, in in dem man ein Bad im Freien nehmen fann. Auch Frankreich von 17 auf 19, in den Niederlanden Ruberäumer Licht- und Sonnenbäder sind vor von 150 at 153, Italien von 124 auf 121, in handen. Die großartige Sportanlage ist erfreulicher- Spanien von 89 auf 102. In allen Ländern Die konfus gewordene Steuerverwal, weise nicht lediglich den Passagieren der ersten Klasse, hat die Geburtenziffer dagegen abgenommen. In fondern auch denen der zweiten und dritten Klasse zu- Norwegen ist sie von 123 auf 106 gefunken, in tung oder wie macht man amtlich die gänglich. Deutschland von 118 auf 82, in Ungarn von 112 Menschheit verrückt. auf 66, in England von 103 auf 66, in Schiveden von 98 auf 61. 372.476 12.Boltswirtschaft. 479.12.Eines steht fest. Hätte die Steueradministra 59.91.- tion Neudek den Vorschlag der Organisation, wo4.79.25 mit der Abzug mit Kč 160.01 wöchentlicher Ver378. dienst beginnen soll, auch für die Arbeiter der Neudefer Woll- und Kammgarnspinnerei in Neudet afzeptiert, was sie leicht hätte tun können, da sie als Behörde des Orter die Verhältnisse besser kennt als eine übergeordnete Instanz, dann hätte sie die ganzen Aufrufe, mit denen sie sich vor der Welt nur lächerlich macht und blamiert, erspart. Nachdem fast jeden Tag ein neuer Aufruf er scheint, sehen wir auch noch den Tag kommen, wo Die Steueradministration den einzig vernünftigen Aufruf herausgeben wird und das ist der: der Abzug beginnt bei einem Wochenverdienst von Ke 160.01 und die Abzüge werden erst von dem Zeitpunkte gemacht, wo der Arbeiter unterschreibt aber nicht rückwirkend wie es die Steueradmini Jeder der darüber nähere Auskunft wünscht. wende sich an die Steueradministration Neudef, Leitung Herr Oberfinanzrat Micht. Ein gefährliches Schuhpußmittel. In einem Berliner Schuhgeschäft begann eines Tages eine Anzahl dort tätiger Mädchen über Müdigkeit, Un Der Jahresbericht der Chelčicky- Friedensgefell. Diesem Amte blieb es vorbehalten, in der behagen, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Uebelkeit schaft, der soeben von derselben ausgesendet wird, zu flagen. Dr. Ullmann von der 2. Medizinischen gibt einen Rückblid über die Tätigkeit der Gesellschaft Einkommensteuer- Abzugsfrage der Arbeiter einen Klinit der Charité ging der Sache nach und fand im verflossenen Jahre. Eine für die beste Arbeit solchen Wirbel hineinzubringen, bzw. so verfehrte als Ursache dieser Erscheinung ein amerikanisches zur Friedensfrage ausgeschriebene Prämie in einer Weisungen herauszugeben, daß sich kein Arbeiter stvation will. Schuhputzmittel, das reichlich freie Blausäure ent- Breistonkurrenz wurde Dr. Hans Wehberg. mehr auskennt und niemand mehr weiß, was er Der Berband der Angestellten der Geld hielt. Das Gift wurde eingeatmet, durch schmutzige Herausgeber der„ Friedenswarte", Berlin, und Red. un soll. Erst hieß es:„ Wer mit dem dreiprozentigen institute( Stontisten) hat am 4. April 1926 feinen Finger in den Mund gebracht oder drang bei dem Koudelka vom„ Prav. Lidu" zugesprochen. Auf InTragen der Schuhe durch Hautwunden an den Fütervention der" Gesellschaft murde ant Gebenttage Abzuge einverstanden ist, unterschreibt sich." Dann ordentlichen Delegiertentag abgehalten, an dem zen in den Körper ein. Der Arzt forderte fofortige Romenslys für alle Schulen die sog.„ Friedens. Wer mit dem breiprozentigen Abzug vom Lohn treter des Verbandes der Bauf- und Sparfaffenam int Schutzgesezaufruf vom 31. März 1926 hieß es: außer den Delegierten von 22 Ortsgruppen VerBeschlagnahme des giftigen Schuhpugmittels und halb stunde" zweds Friedenspropaganda einge nicht einverstanden ist der unterschreibt sich." Im beamten, des Sdruženi peněžního uřednictva, des ein Einfuhrverbot. führt Außer einzelnen öffentlichen Vorträgen und neuen Aufruf heißt es wieder: ,, wer zahlungsbe- Bandes der Bant- und Sparkaffengehilfen in der Enqueten unternahm die Gesellschaft auch öfter reit ist, unterschreibt". Interventionen im Sinne des Friedensgedankens. Republik Desterreich und der St. Obec Dělnicka Interessant ist die Feststellung im Jahresberichte, Weisungen muß sich jeder fragen:„ Was ist also Deutschen Bantangestellten in Berlin hat sich ents Angesichts dieser amtlichen widersprechenden teilgenommen haben. Der Allgemeine Verband der daß die sogenannte us- Schulen" in Prag richtig? Was hat Geltung? Wann kommt man fchuldigt. Der Delegiertentag hat einstimmig foldie Einreihung von Vorträgen über den Friedens mit dem Schutzgesetze nicht in Berührung? Sind gende Resolution angenommen. Der Delegierten gedanken in ihr Programm ablehnten, und daß die staatlichen Behörden dazu da, um Unordnung lag fordert im Namen der durch ihn vertretenen die Weihnachtsaufrufe an die tschechische Bevölkerung, zu stiften oder um Ordnung zu schaffen? Was witgliedschaft, feine Gewerkschaftszentrale und alle der Gesellschaft beizutreten, von der tschechischen würde ein privater Unternehmer tun, wenn in oialistischen Abgeordneten und Senatorenklubs Breise meistens nicht veröffentlicht wurden. Schließ seinem Betriebe von einem verantwortlichen Be auf, ernstlich und mit allem Nachdrucke sich dafür lich fei noch bemerkt, daß die Gesellschaft beim Schulamten solche verkehrte einander widersprechende einzuseßen, daß die dringendsten Fordemingen der ministerium intervenierte, den Staatspreis für Kunst Weisungen hinausgegeben würden? und Literatur auch den Angehörigen der Minoritä Arbeitnehmerschaft auf dem Gebiete des gesetzlichen Schutes der sozialen und Arbeitsverhältnisse ten zukommen zu lassen. in fürzester Zeit verwirklicht werden, nantentlich: 1. die gefeßliche Anerkennung der Rechtsverbind lichkeit der Kollektivverträge; 2. die Novellierung der Gesetze über die Pensions- und Krankenvers Ar- sicherung von Privatangestellten; 3. die Novellierung des Gesetzes über die Betriebsausschüsse mit Erstredung seiner Wirksamkeit auf Banten, Sparund Vorschußlassen, Versicherungsanstalten und Geldunternehmungen überhaupt; 4. dic Novellies rung des Gesetzes über Handlungsgehilfen mit Er. weiterung und flarer Bestimmung jener Arbeit. nehmerklassen, auf welche sich der Schutz dieses Gefepes bezieht; 5. die Erneuerung des Gesepes über die Förderung der Bautätigkeit." Im Beisein des eigenen Vaters hingerichtet wurde in Milledgeville in dem nordamerikanischen Staat Georgien ein junger Mann namens Ted Coggershall, der unter der Anklage, einen Prosessor Wright ermordet zu haben, zum Tod verurteilt worden war. An der barbarischen Exekution durch den elektrischen Stuhl", der übrigens schon von verschiedenen amerikanischen Staaten abgeschafft worden ist, nahm außer den Gerichtspersonen auch der Vater des Verurteilten teil. Bevor Ted Coggershall auf dem Todesstuhl Playz nahm, schrie der Berurteilte verzweifelt:„ Ich bin unschuldig!" Der junge Coggershall hatte sich inzwischen gefaßt; er rauchte eine Zigarette und rief seinem Bater noch ermutigende Worte zu, bis der henter den Todes strom einschaltete und der junge Mensch seinen Geist aufgab. Wetterübersicht vom 15. April. Bei anhaltendem Sonnenschein erreichte die Nachmittagstemperatur Mittwoch in der ganzen Republi? einen bedeutend übernormalen Stand. In den Niederungen stieg sie übrall auf 18 bis 20 Grad Celsius. In der Nacht Der Relordbandit Chapman ist in Weatherfielde auf Donnerstag trat an vielen Stellen neuerdings hingerichtet worden. Chapman, der, bisher dreimal Frost cin, er war jedoch schwächer und von kürzerer aus dem Bundeszuchthaus in Atlanta entwischt ist, Dauer als am Vortage und strichweise nur auf die war einer der gefürchtetsten Verbrecher der Verbodennächsten Schichten beschränkt. Auf 1 Grab C. einigten Staaten. 20 Urteile sind gegen ihn wegen fanten früh die Temperaturen in Eger, Budweis Diebstahl und Straßenraub rechtskräftig geworden. Qucenec. Die umgelehrte Verteilung der Temperatur Nun ist Chapman der Gentremanräuber", der mit dem Höchstpunkt in den Morgenstunden wieder. Phantaficheld von 30 Millionen Kinder Amerikas, holt sich. Während Prag früh noch Reif hatte fant bis zum allerlegten Augenblid seiner Heldenpose bie Temperatur am Donnersberg nicht unter plus treu geblieben. Er hätte ein Gnadengefuch an den Gouverneur einreichen können, verzichtete jedoch dar. auf. Er sei unschuldig zum Tode verurteilt worden, gemordet habe er nicht. Er habe wohl die berwegenſten Raubüberfälle volführt und die größte Summe in der Geschichte der modernen Verbrecher welt, 10 Millionen Mart, erbeutet. 24 Stunden vor seiner Hinrichtung wurde er von einer durch die Prozeßordnung der Vereinigten Staaten vorgeschriebenen Kommission aufgesucht, der er eine fahmetternde Abschiedsrede hielt. Troßdem faßte die Jury den Beschluß, der Gerechtigkeit freien Bauf zu lassen. Chapman zog sich in seine Belle zurüd, las Novellen und spielte seine heroiſche Rolle weiter- bis ganz zuleht. Da erstarb die Heldenpose in der Todesangst. 10 Grad. Der Himmel ist fortdauernd heiter. Wahrscheinliches Wetter von Freitag: Zunahme der Bevölkerung, wärmere Nacht, auf frischende Südwestwinde. Humor. Gottvertrauen. Pfarrer: Warum bist so gebrüdt und niederg'schlagen, Sepp?- Sepp: Mein ganzes Geld hab' ich beim Regelscheib'n berlor'n. Pfarrer: Siehst du, mein Sohn, wärest du in meine Predigt gegangen, statt Stegel zu scheiben, dann hättest du dein Geld noch.- Sepp: Aber ich bitt', Hochwürden, der andere, der' s Geld g'wonnen hat, war ja a nöt in Jhnerer Predigt. Ergebnis der französischen Volkszählung. Zuvorkommend. Er( zu seiner Frau): Wenn Nach einer amtlichen Mitteilung des Arbeitemi ich bis 11 Uhr nicht da bin, brauchst du nicht auf nisteriums ist jetzt die Volkszählung in Frant mich zu warten." Sie: Fällt mir auch gar nicht reich beendet. Der amtliche Bericht stellt fest, ein! Wenn du bis 10 Uhr nicht heimkommst, hol' daß die 1920 ermittelte Ziffer von 39,209.518 ich dich aus dem Wirthaus." Kleine Chronit. Da wir feineswegs die ruhmtreiche Tätigkeit der Aufrufe verfassenden Steueradministration Neudet irgend beschränken wollen, bringen wir den allerletzten Schlager zum Abdrud. Aufruf. An die P. Z. einkommensteuerpflichtige beiterschaft der Neudefer Wolllämmerei und Ramm garnspinnerei in Neudek. Sie werden aufgefordert, ausbrüdlich schriftlich zu erflären, wer von Ihnen bereit ist, unter den im hierämtlichen Aufrufe vom 31. März 1926( Schutz. gefepaufruf) angegebenen Bedingungen dem hierfeits mit der Arbeiterschaft der Neubeker Wollfämmerei und Rammgarnspinnerei und ihrem Dienstgeber behufs Abzuges einer 8 Prozent Einkommensteuer vom Bruttolohne des Jahres 1926 zu treffenden Abkommen, beizutreten. Sie wittern Morgenluft! Vor etwa 14 Tagen teilte Herr Betriebsleiter Kaliwoda von der Firma Schols in Magdorf( 3ips) dem Betriebsausschuß mit, daß infolge einer andauernden Stagnation dic Teuerungszulage, die im November 1925 von 10 auf 12 Prozent erhöht worden war, wieder auf 10 Prozent herabgeZur Befundung dieses Zwedes wolle ein jeder Arbeiter, gleichgültig ob Mann oder Frau, in der Zeit vom 16. bis 24. April 1926 einge hveise sei nen Namen in eine von der Fabritsdirektion in obiger Zeit in den Fabritsräumen zur Auflegung gelangenbe Siste einfegt werde. Obzwar dem Herrn Betriebsleiter tragen. Steueradministration Neuber, Träger, Neudet. am 15. April 1926. Der Oberfinanzrat: Josef Michel. bekannt sein muß, daß die Teuerungszulage zwischen Organisation und Firma vertragsgemäß vereinbart ist und nur nach entsprechender Kündigung und Verhandlung geändert werden fann( was hätte Herr Kaliwoda z. B. gesagt, So der Wortlaut des neuesten Geistesproduk eine Erhöhung auf 15 Prozent verlangen wenn die Arbeiter mitten im Vertragsverhältnis tes der Neudeler fonfus gewordenen Steueradni würden?), bearbeitete er den B.-A. mit vernistration, zu dem wir folgendes bemerken: die schiedenen Androhungen so lange, bis dieser erArbeiterschaft hat es nicht notwendig zu warten, flärte, er nehme die Mitteilung zur Kenntnis. bis der Berr Oberfinanzrat mit der Fabriksleitung Herr Kaliwoda scheint aber mit der diftierten ein Abkommen trefen wird, sie ist selbst start ge- Reduktion noch ganz andere Ziele verfolgen zu nug Uebereinkommen zu treffen und bat ihre Dr wollen, Ziele, die besonders flar zum Ausdruck ganisationsstellen dazu. Natürlich wenn man der tamen, als der Gewerkschaftsvertreter Genosse Rinzel am 30. März in dieser Sache bei der Firma intervenierte. Eine Begründung für den Abzug vermochte er nicht zu geben, aber aus dem ganzen Sachverhalt ist klar zu ersehen, daß er unt jucht man der Wohnungsnot durch ein scharfes Bor. Leit und ließ sofort durch Jens Jensen der holden fern aus gegoffenen Eiſenplatten gemacht. Der eng für die Nermiten der Armen scheint ihmi dazu ge= Briefschreiberin mit dem nötigen Feuer Hand und lische Gesundheitsminister hat sich über solche Probe: rade das richtige Mittel zu sein und weil er weiß, geben gegen Junggesellen zu steuern. Ein Herr Herz antragen. Hold errötend nahm die Dame das bauten in Derby sehr günstig ausgesprochen. Die daß er da bei der Organisation einen schweren Wallod, der Vorsißende der Incorparated Society of Angebot an. Nur einen Halen hatte die Sache. Frl. Stadt Derby hat 250 derartige Häuser in einem Stand hätte, glaubt er sein Ziel besser erreichen Auctioneers, hat große Häuserblocks aufgekauft und Nielsen konnte nicht, wie gewünscht, nach Kopen- Part auf einem Gut errichtet, die aus je 3 Schlaf zu können, wenn er die Organisation umgeht. den darin wohnenden Junggesellen freigestellt, ent- hagen kommen; ihre Mutter lag im Sterben, das zimmern, einem Wohnzimmer, Küche und Badezim Als der Verbandsvertreter in der Darlegung des weder auszuziehen oder zu heiraten, weil in unserer tostetete viel Geld, und als treue Tochter könne sie mer bestehen und luftig, hell und bequem sein Rechtsverhältnisses nicht nachgab, da erfaßte auf Zeit fein lediger Mann für sich allein eine Wohnung doch die Mutter nicht verlassen... Hans Hansen sollen. Die Stadtverwaltung kann zur Zeit 28 Häus einmal den Herrn Kaliwoda eine„ Erbitterung". beanspruchen dürfe, in der eine Familie glücklich sein verging vor Rührung, schrieb sofort durch seinen ser im Laufe einer Woche errichten. Die Platten Sie äußerte sich darin, daß er zunächst den lönne. Auf diese Weise hat er 300 bisher von Jung- Freund Jensen einen diden Trostbrief und fandte verden in einen niedrigen Unterbau eingelaffen und Sekretär anrempelte, weil er nicht nachgab und gesellen innergehabte Wohnungen leer bekommen. einige hundert Stronen zur Pflege der fünftigen zu Wänden zusammengefügt. Auch die Aufstellung daß er dann den gesamten Lohn vertrag auf Ein Meisterwerk deutscher Architektur in Spa Schwiegermama nach Helsingör. Die Mutter wurde von Holzhäusern, wie sie in Standinavien üblich den Termin des 16. April fündigte. Herr nien. Wie die alten Dombauten in Mainz und auch glüdlich wieder gesund; sie wollte dem fünftigen sind, will man jest in England in Angriff nehmen. Saliwoda wird sich natürlich irren, wenn er Köln, ist auch die berühmte Kathedrale von Burgos. Paar sogar ein Villengrundstück laufen, aber Nach der Ansicht des Gesundheitsministers wird man glaubt, damit die Arbeiter einschüchtern zu können. wie aus einer dringlichen Eingabe der Madrider Hans Hansen verstand und schickte 2000 Stronen Zu- durch diese Schmellbaumethoden in wenigen Jahren Bei dem jetzigen Verhalten der Firma ist es Akademie der Schönen Stünste an die spanische Re- schuß. Dann beschloß er, das füße Bräutchen zu die schwere Wohnungsnot beseitigen fönnen. Da diese keineswegs ausgeschlossen, daß es zu einem harten gierung hervorgeht, ernstlich in ihrem Bestande geüberraschen, begab sich, im Bräutigamsstaat, das Häuser sehr haltbar und zum Teil auch billiger als und erbitterten Stampfe fommt. Wir machen heute fährdet. Besonders bedroht sind die kostbaren liebedurftige Herz von Erfüllungshoffnung geschwellt. Die Biegelbauten find, sollte man sich auch bei uns schon die Arbeiter aus den anderen Gebieten Bogengewölbe der beiden Türme, die Schöpfung des heimlich nach Helsingör und fand fein Fräu- einmal eingehend mit der Anwendung neuer Schnell. barauf aufmerksam, es ist auch jest ratsam, bis deutschen Baumeisters Hans von Köln, der 1442 mit lein Nielsen, wohl aber eine alte Frau Nielsen, die baumethoben beschäftigen. bem Ausbau der damals noch unvollendeten Türme Tante von Jens Jensen. Die brave Frau war so zur Klärung der Differenzen jede zureise tach Mazdorf zu unterlassen. beauftragt wurde und sie zu hervorragenden Meister- indistret, der Polizei zu verraten, daß Jens Jensen werfen der Gotit gestaltete. die Briefe für Frl. Nielsen empfangen habe, und Die Heirats- Annonce. Hans Hansen aus Kopen- Jens Jensen mußte, als er verhaftet wurde, eingehagen, ein vierzigjähriger Junggeselle, verspürte das stehen, daß er nicht die Briefe an Fräulein Niel dringende Bedürfnis, zu heiraten. Sein zwanzigjä fen, sondern auch die Antworten auf diese Briefe riger Freund Jens Jensen war ebenso eifrig darauf verfaßt und bas Geld schon zum größten Teil tauferpicht, möglichst schnell recht viel Geld zu verdienen. männisch verwendet hatte. Das Kopenhagener Lan Hans Hansen ließ eine Heirats- Annonce in eine Sei- desgericht verstand aber keinen Spaß und verurteilte tung einrüden und bekam einen ganzen Stoß Ant- Jens Jensen zu 2 Jahren Verbesserungshaus. Aber worten von Schönen, die ebenso gern wie er heiraten Hans Hansen soll noch immer keine Frau haben wollten. Darauf wählte er aus den eingesandten Briefen und Photographien Frl. Nielsen aus Helsingör und schrieb ihr einen liebeglühenden Brief, D. h. er ließ ihn burch Jens Jensen schreiben, weil er selbst sich nicht die geeignete Ausdrucksweise für| Baumaterials von Ziegelsteinen möglich ist. Bei uns diese galante Angelegenheit zutraute. Nach einigen und vor allem in Amerika hat man das ja durch Tagen antwortete Frl. Nielsen ebenso liebeglühend. Berstellung von Zement- und Betonplatten verJunggesellen und Wohnungsnot. In England Hans Hansen schwamm in eitel Wonne und Selig sucht. In England hat man jest Versuche mit Häufeine Tüchtigkeit" zu beweisen. Eine Hungerfur Eiserne Häuser. Die in allen Ländern herrschende Wohnungsnot hat schon zu verschiedenen Maßregeln geführt, um Häuser bedeutend schneller zu errichten, als es bei der Verwendung des üblichen " Eine kanabische Aluminiumstadt. Am Saguen bayfluß in Kanada wird eine riesige Muminiumfabri! neu angelegt, und es werden bort Grundlagen für eine neue Stadt geschaffen. Der Kraftverbrauch wird dreiviertel Millionen Pferdekräfte betragen, bie Stadt Aluminium" wird 50.000 Einwohner sählen. Die Unternehmung erfordert fast eine halbe Mil liarde Mart, wie wir der Zeitschrift Iron and Steel" entnehmen. Man darf hoffen, daß die Preise für Aluminium beträchtlich niedriger sein werden als gegenwärtig. Jedenfalls verspricht man sich in Amerila eine glänzende Entwicklung der Aluminium industrie, was namentlich wegen des Vergleiches mit dem Eisen interessant ist. Der Arbeitsmarkt im Feber 1926. Nach einer Mitteilung des Ministeriums für soziale Für forge betrug die Zahl der Arbeitslosen in der Republit, das heißt die Zahl derjenigen, welche durch die Arbeitsvermittlungsanstalten nicht u tergebracht werden konnten, Ende Feber diefes Jahres 62.079; gegen Ende Jänner ist eine ge ringfügige Zunahme um 203 Personen zu verzeichnen. Die Zahl der angemeldeten freien Stellen betrug 12.982. Durch Vermittlung der zuständigen Gewerfchaftsorganiationen wurden in ber leßten Februarivoche nach den vorläufigen Feststellungen 25.100 Peronen unterstützt gegen 22.783 im Jänner. Beite 6. Mitteilung aus dem Publikum. . Brürer Kohlenbergbaugesellschaft. Am 15. d. M. fand in Brür unter dem Vor size des Präsidenten Ing. Franz Strzizek die 51. ordentliche Generalversammlung der Brüger KohlenBergbau- Gesellschaft statt. 16. April 1926. erzeugung nicht erhoben werden und durch die gegen| Montag 7 Uhr abends Die heilige Ente", ser fünstlerischen Veranstaltung beteiligen werden, über den in Betracht kommenden Auslandstarifen Dienstag, Teresina". zumal ja der Gutenberg", den wir von seiner Mit Freitag Vereinsnachrichten. noch immer höheren Frachtsätze nicht möglich war, Spielplan der Kleinen Bühne. Heute wirkung an unseren Feiern in bester Erinnerung weshalb die Ausfuhr in der Hauptfache auf verhält Der Batte des Fräulein 3", haben, oer einzige deutsaje Arbeiteergesangsverein in nismäßig geringe Mengen von hochwertigen Braun- Samstag Der Teusche2ebemann", Sonntag Groß- Prag ist. Auf dem Programm stehen vor allem fohlen- und Spezialmarken beschränkt war. Aber 3 Uhr„ Der keusche Lebemann, halb 8 Uhr Schubert- Chöre und humoristische Vorträge des Genossen Dr. Klein und Herrn Egon Thorns. auch im Inlande ist der Absatz für mittlere und ge- abends" ,, Nickel und die 36 Gerechten"." ringere Braunkohlenqualitäten sehr erschwert, da Montag Der teusche Lebemann", DiensDer Geschäftsbericht und der Rechnungsabschluß im Gegensas zur Vorfriegszeit für Braunkohlensen tag Die heimliche Brautfahrt". des Geschäftsjahres 1925 sowie der Antrag auf Ver- dungen derzeit die gleichen Bahntarife entrichtet wer den müssen wie für Steinkohlen und die Bestrebun wendung des Reingewinnes wurden genehmigt. Die Bilanz weist einen Reingewinn von gen zur Wiederherstellung des Vorkriegsverhältnisses Dieser Reingewinn stellt sich bezüglich der Braun- und Steinkohlentarife teinen Erfolg hatten. trotz des schlechten Betriebsergebnisses etwas höher als der Reingewinn des Jahres 1924, da sich auf dem Effekten Konto gegenüber dem Vorjahre ein Minderverlust von Ke 750.000.- ergibt. Die Dividende wurde unter Heranziehung des Gewinnvortrages aus dem Jahre 1924 per Kč 1,137.828,27 mit Kč 60.- festgesetzt und gelangt ab 17. April 1926 zur Auszahlung. Der nach dem Gesetze vom 25. Feber 1920 Slg. 143 den Arbeitnehmern zufallende Anteil am Reingewinn beträgt Kč 600 000.-. Weiters wurde der Verwaltungsrat ermächtigt, im geeignet erscheinenden Zeitpunkte das Kapital der Gesellschaft durch Bareinzahlung oder durch Aufwertung der Aktiven bezw. durch Kombinierung bei der Möglichkeiten auf einmal oder fufzessive auf marimal Kč 120,000.000.- zu erhöhen und die mit der eventuellen Kapitalserhöhung verbundene Statutenänderung den kompetenten Stellen zur Gench migung vorzulegen; im Falle einer Neuemission wird das Bezugsrecht den Aktionären nach Maßgabe ihres Aftienbesitzes angeboten werden. Von der Verwaltung wurde die Notwendigkeit dieser Maßnahme damit begründet, daß einerseits die erforderlichen Mittel für einen allfälligen fünftigen Investitionsbedarf zwecks Ausgestaltung der Anlagen, insbesondere bei der Elektrifizierung derselben sichergestellt werden sollen, anderseits die zu gewärtigende Gesetzgebung betreffend die sogenannten Sta bilisierungsbilanzen ohnehin eine Richtigstellung der Besitzstände auf ihren geänderten, den nunmehr stabilisierten valutarischen Verhältnissen entsprechenden Wert erforderlich machen wird. Dem Geschäftsbericht entnehmen wir unter anderem: Der Geschäftsgang nahm den bereits im vorjäh rigen Berichte angedeuteten ungünstigen Verlauf, so daß die Schächte in den Sommermonaten meistens nur an 4 Tagen in der Woche arbeiten konnten. Auch das Herbst- und Wintergeschäft erreichte trot anscheinend guter Beschäftigung der inländi schen Industrie und des früheren Eintrittes einer Frostperiode nicht die gewohnte Lebhaftigkeit, so daß mit Jahresschluß größere Mengen unverkaufter Kohle liegen blieben. Die Bemühungen, für die Braunkohle, wie es früher der Fall war, die ihrem Werte entsprechen den Sondertarife zu erwirken, sind leider erfolglos geblieben, so daß die Braunkohle bis auf weiteres dieselbe Fracht tragen muß, wie die beste SteinLohle. Eine Behinderung des Herbstgeschäftes durch Wagenmangel war infolge der im Berichtsjahre seitens der Staatsbahnverwaltung getroffenen Maßnahmen nicht zu verzeichnen Die Bemühungen, die ausländischen Absatzgebiete, insbesondere Deutschland, wiederzugewinnen und auf diese Weise für den Rückgang des Inlandsverbrauches Ersatz zu schaffen, werden durch die hohen inländischen Abgaben und Frachten beeinträchtigt. Der Auslandsabsatz ist vielmehr auch weiterhin in stetem Rüdgang begriffen; schon die Kohlensteuer macht, da im Auslande eine solche nicht mehr besteht, den Wettbewerb mit der deutschen Kohle fast unmöglich, so daß Lieferungen in vielen Fällen nur zu Verlustpreisen erlangt werden können. Eine Besserung ist in dieser Hinsicht erst nach Aufhebung der Kohlensteuer von Erportlieferungen und weiterer Ermäßigung der Ausfuhrtarife zu erwarten. Die Förderung an sortierter Stohle betrug 2,150 640 Tonnen gegen 2,331.120 Tonnen im Jahre 1924. 4013 Die literarische Produktion Deutschlands. Jm Jahre 1925 erschienen in Deutschland 37.722 Werte, während im Vorkriegsjahr 1913 nur 35.078 zu verzeichnen sind. Wie stark die Produktion stieg, zeigt ein Vergleich mit den 28.140 Neuerscheinungen des Jahres 1924. DIE FATURFREUND Unter diesen Umständen blieb der Inlands. konsum an böhmischer Braunkohle noch weiter hinLiedertafel des Gesangvereines Gutenberg". ter der Lieferungsfähigkeit der Braunkohle zurüd als im Vorjahre, so daß auch die gesellschaftlichen Werke Sonntag, den 18. April, um halb 8 Uhr abends fin- Schmiedl. genötigt waren, durch Einschränkung der Förderung det im kleinen Seinesaale eine„ Frühjahrsauf durchschnittlich 4 Arbeitstage in der Woche im liedertafel" statt, die der Gesangverein Gutenberg Zeitraume Jänner- August durch Auffassung der veranstaltet. Es ist wohl zu hoffen, daß sich die Gezweiten Förderdrittel auf den Schächten Fortuna nossen und Genoſſinnen aus Prag zahlreich an dieund Herkules und durch Stapelung größerer Quan se titäten minder gangbarer Braunkohlensorten Produktion und Verlieferung herabzusetzen, weshalb die leistungsfähige Neuanlage Guido auf eindrittligen Betrieb und die Produktion an Juno Rohle aus den gesellschaftlichen Karl- Grubenfeldern auf die verhältnismäßig geringen aus der Ausrichtung stammenden Fördermengen eingeschränkt bleiben mußten. Die gesellschaftliche Kohlenförderung im Jahre 1925 betrug 1,907,030 Tonnen gegen 2,045.166 im 4012 Vorjahre. Der Film. Der Spiegel der Liebe ist eine äußerst verzwickte und dabei ziemlich dunkle Geschichte von einer Mama und ihren drei Töchtern. Diese drei Mädchen sind ganz moderne Geschöpfe, die ein flottes, freies Leben führen, selbst über ihre Zu funft entscheiden wollen und sich von der guten Mama, die noch der alten Schule" angehört, nich: sagen lassen: sie haben, kurz gesagt, alle Tugenden frühreifer, moderner Jugend. Die Mutter versucht ihnen klar zu machen, daß die Männer, die sie sich als zukünftige Lebensgefährten ausgesucht haben, nicht zu ihnen passen. Da die Vorstellungen nichts helfen und der Mutter altmodische Ansichten vorge worsen werden, packt sich die liebe Frau zusammen, fährt nach Paris und kommt nun nach einiger Zeit als hypermondaine Dame zurüd. Sie bezaubert durch ihre Liebenswürdigkeit die Anbeter ihrer Töch ter und überzeugt sie dadurch, was für flatterhafte Männer das sind, worauf die Mädchen die richtigen Männer heiraten und sich mit der Mutter wieder aussöhnen. Die„ kühne“ Phantasie des Librettisten ist ziemlich mittelmäßig verfilmt worden, was aller dings zum großen Teile dem Regisseur zuzuschreiben ist, der den Vorwurf oberflächlich, flau und undentH. W. S. lich gedreht hat. enoffen lefet u. berbreitet Genu den Sozialdemokrat Kunst und Wissen. Touristenverein„ Die Natur. freunde", Ortsgr. Prag. Sonntag, den 18. April KarlsteinSt. Ivan- Srbsko. Zusam menkunft 8.10, Abfahrt 8.35 Smi chover Bahnhof. Führung Sozialdemokratische Studentengruppe. Freitag, 16. April, abends 8 Uhr im„ Verein deutscher Are beiter", Seminar: Die österreichische Re 1volution". Bestimmtes Erscheinen notwendig! Turnen und Sport. Bom Wert des Sports. Acht Spiele innerhalb 17 Tagen absolvierte der Prager DFC. Das achte fand Mittwoch statt und unterlagen die Blauweißen gegen die AmateurAuswahlmannschaft 3: 6( 2: 4). kämpften mit Begeisterung, die dem DFC. fehlte. Bei den Blauweißen war das Hinterspiel gang außer Rand und Band geraten und zudem ließ der Torwächter Zsigmondy Bälle passieren, die gehalten werden konnten. DFC. konnte infolge Verlegungen nicht seine komplette Profi- Elf stellen. Die Stürmterreihe operierte des öfteren zu langsam, jo daß die Amateure immer wieder entstandene Lüden „ bermauern" konnten. Beide Gegner befleißigten sich eines fairen und ruhigen Spieles- es war ja nur ein Trainingsspiel. Die Leistungen, die die Spieler der Auswahlmannschaft boten, waren als Ganzes genommen, unbefriedigend;' bloß ein fleiner Teil ist teamreif. Ausgezeichnet war der Mittelläufer. Die Frankfurter Zeitung" weist in einem Artikel, in dem sie zur Entwicklung des deut schen Sports in der Nachkriegszeit Stellung nimmt. darauf hin, daß man in Deutschland, trotz des riesigen Aufschwunges des Sports, dem sportlichen Be triebe noch etwas fremd gegenüber steht, daß seine Eingliederung in das öffentliche Leben trotz aller Unterstützung durch Regierung und Behörden noch nicht erfolgt ist. Anschließend führt das Blatt aus: Während die Anhänger im Sporte das einzige Mit iel zur„ Ertüchtigung" der Jugend sehen, bekämpfen ihn die Gegner, weil sie fürchten, aus dem Volke der Dichter und Denkere könnte ein Volk der Boxer und Fußballspieler werden. Auf beiden Seiten wird hart gekämpft, aber demjenigen, der betrachtend den Stamps verfolgt, kann es nicht entgehen, daß die Sportgegner an Boden verlieren. Wir befinden uns also auf dem Wege, dem Sport seinen festen Platz im öffentlichen Leben einzuräumen. Ueber nicht allzu schwere Hindernisse hinweg hat der Sport sich als ein Erziehungsmittel durchgesetzt, allerdings mehr im Hinblick auf seine Bedeutung Stelle einer für die Körperpflege." Das Blatt kommt dann auf die Gründe zu sprechen, die vom ,, Streben nach Höchstleistung“ zum Berufssport führen und charakterisiert diesen treffend: vier ist Sport nur Mittel zum zwed, hier führt er zu dem oft recht lächerlichen Personenfultus. Und hierin unterscheiden wir uns in nichts mehr von den Amerikanern, denn auch bei uns ist ein Vormeister Gegenstand begeisterter Ovationen. Das sind fraglos Auswuchse, die deshalb so auffallend sind, weil das große Publikum besonderes Gefallen an Sensations leistungen findet. Man sollte sich aber davor hüten, hierfür den Sport verantwortlich zu machen. Daß der Sport von den Berufssportlern als Mittel zum 3ived benutzt wird, kann dem Sport ebensowenig zum Nachteil gereichen, wie die Kunst schuldlos daran ist, daß sie so vielen als Broterwerb dienen muß. Von einem Mißbrauch kann man nur dann sprechen, wnn Amateure, d. h. solche, die vorgeben, den Sport um des Sportes willen auszuüben, sich auf irgend eine Weise für ihre Leistungen bezahlen lassen. Es kann dem ehrlichen Sport nur zum Vorteil gereichen, wenn es endlich zu einer reinlichen Scheidung tommt. Vor allem im( bürgerlichen. D. Red.) Fußball täte eine solche Reinigung gründlich not. Es geht nicht, daß Fußballsportvereine unter dem Amateure spielen, als solche die staatlichen und städtischen Vergünstigungen genießen und dabei die besten Geschäfte machen." Nordböhmische Kohlenwerts- Gesellschaft. Operettenkomponieren ist auch in diesem Falle noch über das Ziel hinaus, wenn es glaubt, dem Sport Am 15. d. M. fand in Brür die 36. ordentliche Generalversammlung der Nordböhmischen Kohlenwerks Gesellschaft in Brüg statt. Die vorgelegte Bilanz und der Antrag auf Verwendung des Reingewinnes wurden genehmigt. Die Bilanz weist für das Geschäftsjahr 1925 einen Ringewinn von Kč 4,829.637,72 aus, der sich durch den Gewinnvortrag aus dem Jahre 1924 per Kč 1,075.593.593,89 auf Kč 5,905.231,61 erhöht. Die Dividende wurde mit Ke 88.- festgesetzt und gelangt ab 17, April 1926 zur Auszahlung. Der nach dem Geseze vom 25. Feber 1920 Slg. 143 den Arbeitnehmern zufallende Anteil am Reingewinn beträgt Kč 440 000.Anlangend den auf die Tagesordnung gestellten Antrag betreffend Kapitalserhöhung wurde von der Verwaltung die Notwendigkeit dieser Maßnahme durch die zu erwartende Einführung von Stabilisie rungsbilanzen und einen allfälligen Investitions bedarf begründet, worauf die Generalversammlung bem Verwaltungsrate die Ermächtigung zur Durch führung einer Stapitalserhöhung auf einmal der futzessive bis zum Höchstbetrage von Kč 120,000.000 und zur Vornahme der entsprechenden Statutenände rung erteilte; die Aktionäre werden im Falle einer Neuemission nach Maßgabe ihres Aktienbesipes bezugsberechtigt sein. Was eine„ Gräfin Mariza" einbringt! Der be fannte ungarische Operettenkomponist Salman foll, nach Wiener Berichten, für seine Operette „ Gräfin Mariza" das fürstliche Honorar von un Der Artikel betont dann, daß Sport auch geistig gefähr 480.000 Mark( das sind nahezu vier Mil wirken solle, einstweilen seien allerdings bei vielen lionen Tschechentronen!) erhalten. Die An- Sport und Geist noch Gegensäße. In der strengen teile der Librettisten und die Spesen sollen von Erziehung zum Sportsgeist, der beim Siege nicht dieser Summe bereits abgezogen sein. Der Kom- überheblich, bei der Niederlage nicht gehässig sein ponist selbst bestreitet diese Angaben. Er will bisher darf, liegt einer der Hauptwerte des Sports". Allerlediglich 150.000 Mart bekommen haben. Das dings schießt das bürgerlich- demokratische Blatt weit ein gutes Geschäft. tomme die Mission zu, einen Ausgleich der KlassenDichterlos. Ein amerikanischer Autographen- und Rangunterschiede herbeizuführen. Das heißt aus ſammler hat in London für 36.000 Dollars das bürgerlicher Ideologie heraus das Wesen des Klas Manuftript der ersten Verse des berühmten eng- senunterschiedes völlig verkennen. Aber darin wollen lischen Dichters John Milton erstanden. Das wir dem Blatt Recht geben, wenn es dem Sport Dokument datiert aus dem Jahre 1623 und ist im eine internationale,„ völkerverstehende" Bedeutung Jahre 1921 von dem Professor Hugh Cauboy wie beimißt, wenn es mit Genugtuung feststellt, daß im der entdeckt worden. Als im Jahre 1667 Milton, Sport die Völkerverheßung so weit gewichen ist, ber inzwischen blind geworden war, sein berühmtes daß in Paris deutsche Fußballspieler über französische Epos„ Das verlorene Paradies"( das bekanntlich siegreich bleiben und vom Publikum mit Jubel später Klopstock als Vorbild für seinen„ Messias" überschüttet werden. Die sportlichen Beziehungen gedient hat) nach neunjähriger Arbeit vollendet der Völker untereinander sind, dafür liefern solche hatte, verkaufte er es an einen Buchhändler namens Vorfälle die besten Beweise, ein wertvolles Glied Symons. Der unglückliche Autor erhielt fünf in der Rette der Mittel, die zum Verstehen führen Pfund Sterling vor der Drudlegung seines sollen. Wertes. Fünf weitere sollte er nach dem Verkauf der ersten 1300 Exemplare beziehen und noch einmal fünf Pfund für eine zweite, ebenso große Auf5. Kreis. Am Sonntag, den 18. April veranlage. Aber sieben Jahre nach Abschluß dieses Ver- staltet der sog. Jugendverband St und gebungen trages, als der Dichter starb, waren noch nicht ein gegen den Militarismus, mal 3000 Exemplare verkauft worden. Damals zehn Kreisgebiete in folgenden Städten: in Teplis Pfund für die ganze erste Auflage des Verlorenen um 9 Uhr früh in den„ Neptunsälen", in Aust Paradieses", heute 36.000 Dollars für das Manu- um halb 10 Uhr vorm. im Volkshaus", in Bo fript der Jugendverse des Dichters! Wieviele denbach um 9 Uhr vorm. in der„ Voltshalle"; geistige Arbeiter erleben in unserem tapitalistischen in omotau um 9 Uhr vormittag im Volkshaus". Die Turngenossen und-Genofsinnen beteiBeitalter ein ähnliches Schicksal wie Milton! Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Heute ligen sich vollzählig daran. Freitag 8 Uhr„ Cavalleria Rusticana", Der Geschäftsbericht erwähnt insbesondere, daß Baja 330", Samstag halb 8 Uhr Der Se eine Wiedereroberung der in Deutschland und lige", und lige", Brüderlein fein", Die schlim Desterreich verloren gegangenen Absaßgebiete bei der men Buben". Sonntag 11 Uhr vormittags fortdauernden Belastung der Inlandsproduktion Singverein, halb 3 Uhr nachmittags Grä burch Abgaben, die von der ausländischen Kohlen fin Mariza", 7 Uhr abends Tannhäuser", " Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur Wilhelm teßner. Drud: Deutsche Reitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. Holit. -II. Bezirkskrantentafla in Eger. Erh.-Nr. 3014. Bei der Bezirkskrantentassa in Eger gelangt die Ambulatorium- Schwester zur Besetzung. Dieselbe muß in allen Handreichungen bei der Behandlung der Patienten durch die Aerzte bewandert sein. Kenntnisse in der Behand lung der Licht- und sonstigen physikalischen Apparate lung der Licht- und sonstigen physikalischen Apparate sind erwünscht. Bewerberinnen, welche die Absolvierung einschlägiger Kurse oder dieser entsprechende Praxis nachweisen können, mögen die gehörig instruierten, selbst geschriebenen Gesuche( stempelfrei) unter Angabe der bisherigen Verwendung bis längstens gabe der bisherigen Verwendung bis längstens Dienstag, den 20. April 1926, um 5 Uhr nachmittags an die Bezirkskrankenkassa in Eger einreichen Persönliche Vorstellung wird nur über Aufforderung zugelassen. Eger, am 14. April 1926. 4011 Der Vorstand. KINO- PROGRAMM vom 16. bis 22. April: LIDO BIO Elekta Journal 2901 ,, Der gesunde Kranke" Ein Sensation- film in 7 Teilen. Wran Urania- Kino Einziges deutsches Kino Prags. ..Der Trödler von Amsterdam" 2976 Wo verfehren wir? Café Continental,& Brag- Graven Goldenes Krenzel, Prag- Relazanta. Gastwirtschaft„ Lidový dům“ Täglich. PRAG II., Hybernská der Genossenschaft Ganymed" Konzert Nr. 1. Café„ Nizza Kgl. Weinberge, Fochova 27. Unser Stammlokal. 66 1001 DRUCK- u. VERLAGSANSTALT Gesellschaft m. beschr. 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