Einzelpreis 70 Heller. 1 Pon und Verwaltung: Melazanta 18. phone: battion: 05, 31469. Magtredaktion: 26707. Postfchedamt: 57544. Jnferate werden laut Tarif butigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgang. Mai- Nummer Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Freitag, 30. April 1926. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.Dierteljährlich halbjährig ganzjährig. 48.96.192.Rüdstellung von Manu( tripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme Des Montag täglich( r Nr. 102. Kampftag des Proletariats. wehrt euch Scherey Wo immer auf dem Endenrund Proletarier das sozialistische Proletariat in am Werke sind, die Voltsmassen in willenlose[ lange auf, als das deutsche Bürgertum davon unter kapitalistischer Ausbeutung und Fronherr Europa im Bejise einer unge- Sörigkeit zu bringen. Der Kampf geht gegen den mitgetroffen wird. Nationale Einheitsfront, das schaft leiden, flammen am Tage des 1. Mai heueren Machi, es müßte nicht in Militarismus, der als Vampyr am Marke der war noch bei den Wahlen im November die in den Herzen der Unterdrückten und Entrech zähem, opferreichen Stampfe seine revolutionären Völker jaugt, gegen den Imperialismus, der die Barole, mit der sie die deutschen Sozialdemokra ieten Freude, Stolz und Selbstbewußtsein auf. Errungenschaften verteidigen und würde auf alle Welt in ständiger Unruhe hält und der sie längst, ten an die Wand zu drücken hofften. Das der Freude und Stolz, weil das klassenbewußte weitere Entwicklung, auf alles Geschehen be- bedenkenlos Hekatomben von Menschen opfernd. deutschen Wählerschaft gegebene feierliche VerProletariat diesen Tag der selbstgewählten Arsprechen auf Herstellung der Voltseinheit findet beitsruhe gegen alle feindlichen Mächte ertroßt jezt seine Erfüllung in dem gemeinsamen Zollhat, Selbstbewußtsein, weil diese Heerschau der raubzuge der deutschen und tschechischen Agrarier fapitalistischen Welt seine troy aller Hemmnisse und Christlichsozialen. Das nationale Ziel heißt wachsende Macht vor Augen führt. Kein Tag nun hüben wie drüben: Bereicherung der Beim Jahre ist so geeignet, den klassenbewußien jizenden mit den Groschen der Arbeiter. Die Proletarier mit tiefer Ergriffenheit zu erfüllen, von der Sozialdemokratie propagierte internaals jener, da in allen Städten und Staaten der tionale Einigkeit des Proletariats als erstes ErWelt der Gleichschritt der Arbeitermassen ertönt, fordernis seines jiegreichen Vorwärtsmarsches und da in mächtigen Straßendemonstrationen und der Abwehr der Anschläge seiner Klassenund Versammlungen Millionen das Bekenntnis feinde, erhält durch den internationalen Zusamzum Sozialismus ablegen. Auch der heurige, menschluß der reaktionären Volfsausplünderer 1. Mai wird die Zuversicht, den Glauben man ihre neuerliche Rechtfertigung. Eindringcher fleinmütig Gewordenen stärken, er soll und licher als je muß daher am 1. Mai wird sie mit der Ueberzeugung erfüllen, daß der Ruf nach internationaler Ge. nach manchen Rückschlägen der Einfluß des so jchlossenheit aller Proietarier zialistischen Proletariats wieder im Wachsen beertönen. griffen ist. Der 1. Mai, da sich die Enterbten zählen, da sie für ihre Gegenwartsforderungen und Zukunfisziele demonstrieren, er wird als großer Seelenerweder in ungezählte zagende Menschenherzen Soffnung, Vertrauen und Siegeszubersicht ausstreuen. Jahre liegen hinter uns, da wir, wenn auch ungebrochen, die Maifeier in gedrückter Stimmung feierten. Nach einer Zeit gewaltigen Aufichwungs der Arbeiterbewegung, die dem Kriege folgte, mußte die Arbeiterschaft, in die Verteidigung gedrängt, manchen Rückschlag erdulden. Auf dem Wege zur Freiheit sind solche Rückschläge unvermeidlich, denn der Aufstieg zur Macht des Proletariats vollzieht sich nicht in gradliniger Bewegung. Schon der Umstand, daß das jähe, gewaltige Anwachsen der Arbeiterbewegung in den Jahren nach dem staatlichen Umsturz nicht ihrem durch die ökonomische Entwic lung bedingten natürlichen Wachstumsprozeß entsprach, mußte deren rückläufige Bewegung zur Folge haben. Auf die revolutionäre Flut folgte, wie noch stets in der Geschichte, die realtionäre Ebbe leider aber auch nicht ganz ohne die Schuld des Proletariats. Große Teile des Proletariats erwiesen sich in dem entscheidenden geschichtlichen Augenblick als unzulängKampffreudig, aufrecht und stolz feiern wir unjeren Tag, in dem Bewußtsein, daß die Welle der Entwicklung uns wieder vorwärts zu tragen beginnt. Unsere Feinde sind wohl stärker und übermütiger als je, und sie machen verzweifelte Anstrengungen, das Rad der Zeit zum Stillstande zu bringen. Aber so mächtig der Kapitalisuus ist, er steht doch nur auf tönernen Füßen. Der Menschen werden immer mehr, die erkennen, daß seine Wirtschaftsweise mit dem Lebensrecht und dem Lebenswillen der proletarischen Massen im Widerspruch steht, und daß er, wäre er das legte Wort in der Weltgeschichte, zur Vernichtung der Kultur und zum Verderben des Menschengeschlechtes führen müßte. Seine Ordnung, die auf dem wachsenden Reichtum einer fleinen Minderheit, auf der Armut und Ausbeutung der Massen beruht, sie bedeutet sittlichen Zerfall, ständige Eristenzunsicherheit für die meisten Menschen, Anarchie im Wirtschaftsleben und ständige Kriegsgefahr. Je weiter die kapitalistische Entwicklung fortschreitet, um so stärker muß lich, waren anstatt vom Machiwillen des Pro- stimmenden Einfluß üben. So wanderten wir in ein neues Blutbad gestürzt hätic, wenn ihn sich diese Erkenntnis in den Hirnen und Herzen letariats von jenem„ Staatswillen" erfüllt, der durch trübe Jahre, geschwächt durch Uneinigkeit nicht die Furcht zurückgehalten hätte, daß die festsetzen und die Ueberzeugung von der Schädsie abseits von den großen Zielen und Aufgaben und Wirtschaftskrise, aber wenn auch die Ur- Folge einer neuen Welitatastrophe das Chaos, lichkeit dieser Gesellschaftsordnung verbreiten. der revolutionären Arbeiterklasse führte. Der sachen unserer geschwächten Stampffraft noch fort- die Vernichtung der kapitalistischen Kultur, sein Sozialismus hatte, das war der Stand nach dauern, so ist die Sozialdemokratie doch wieder könnte. Abrüstung und Entmilitarisierung ist der Sozialismus kann vorüberdem Kriege, seine Erziehungs- und Schulung im Vormarsche, denn der Stampfwille ist in die daher die erste Kampfestojung unserer Waifund gehend Schlappen erleiden, den. arbeit an den Wassen, aber auch an seinen ein- Massen zurüdgefehrt und unaufhalijam bricht gebung. Die zweite lautet: Stamps, rücksichts- no ch ist er unbesiegbar, denn imzelnen Heeresteilen noch nicht vollendet. Am sich die Ueberzeugung Bahn, daß nur die losesten Kampf gegen Reaktion und Ausbeutung! mer strömen ihm aus dem Boden, schwersten aber beeinflußte das Schicksal und die Methoden der revolutionären Die Bourgeoisie ist der Demokratie überdrüssig, bem erent wachsen ist neue Kämpfe der Arbeiterklasse in den letzten Jahren Sozialdemokratie das Prole- sie möchte, je cher je lieber, auch bei uns die Kräfte zu. die Spaltung der Arbeiterbewegung durch den tariat seinem Ziele zuführen brutale Gewalt des Fascismus an ihrer Stelle zum Regierungsprinzip erheben. Wenn schon Festgefügt, einig im Wollen und Handeln, Bolschewismus, der den Irrwahn verbreitete, fönnen. die kapitalistische Wirtschaftsordnung ließe sich Es gilt, am 1. Mai durch den Massenauf nicht der offene Fascismus nach Mussolinischem einig auch über Weg und Ziel, wird unsere Parbinnen furzem zur sozialistischen umformen, so- marsch unserer Bataillone diesen Beweis zu füh- Muster möglich wäre, soll es Fascismus in de- tei, auf schwierigstem Terrain fämpfend, am fern das Proletariat und sei es selbst nur den. Seitdem der Maigedanke in den Köpfen der mokratischer Verkleidung sein. Eine Diktatur der 1. Mai ihren ungebrochenen Kampfesmut be eine Minderheit- entschlossen ist, durch rück- Arbeiter Wurzel geschlagen hat, war ihnen die Bourgeoisie ließe sich schließlich auch durch Ver- funden. Die sich sammelnde Reaktion, die frech sichtsloseste Anwendung von Gewalt und Terror. Feier des 1. Mai immer Symbol der schlechterung des Wahlrechtes errichten! Und zwei- zu neuen Streichen ausholen will, soll unseren die politische Macht zu erobern. Diese utopistische revolutionären Aktion, Symbol felt jemand noch daran, daß die deutschbürger- Protest hören, soll sehen, wie viele es sind, die Lehre, die im schroffen Gegensatz zur marristi- bes Sozialismus und Werbeta glichen Parteien dem tschechischen Bürgertum hilfs- hinter der Sozialdemokratic im Stampfe für den schen Lehre steht, glaubte die Umgestaltung der für die sozialistischen Ideen. Auch bereit an die Seite treten würden, wenn sie erst Schuß der Arbeiterschaft stehen. Den roten Wirtschaft ohne Beachtung des Grades der fapi- heuer muß an erster Stelle des Inhaltes unserer die Gewähr hätten, daß den deutschen Besiß- Maitag machtvoll, erhaben und talistischen Entwicklung durchführen zu können; Maidemonstrationen das Gelöbnis stehen, mit flaffen ein Anteil an der Diktatur über das ar- groß zu gestalten, muß unser aller dieser bolichewistische Irrtum hat durch seine Er- restloser Hingabe und aller Kraft an der Spren- beitende Volf eingeräumt werde? Schon haben Aufgabe sein! Rein Arbeiter und perimentiersucht nirgends, auch nicht in Ruß- gung der fapitalistischen Fesseln und Schaffung sich deutsche Agrarier, Klerikale und Gewerbe- Angestellter, der nicht den Vorland, zum Ziele geführt, er hat der Arbeiter- bes Sozialismus zu arbeiten. Der rote Maitag, parteiler mit den tschechischen und slowakischen wurf auf sich laden will, in der flasse in manchen Ländern entscheidende Nieder- er ist aber auch ein Tag des Kampfes Stlassengenossen gefunden, um durch Zölle und 3eit schwersten Kampfes die Parlagen zugefügt, sie der Diftatur der Bourgeoisie für unsere sozialen und kulturel neue Steuern das Volk auszuplündern, und der tei im Stiche gelassen zu haben, in die Arme geführt, in allen Ländern denen Forderungen, des Kampfes gemeinsame Macht- und Unterdrückungswille darf bei den Maikundgebungen Kampf der Arbeiterschaft verhängnisvoll ge- gegen die alten Mächte des Bedrängt dazu, das zeitweilige Zusammengehen fehlen! Unsere Banner wehen im schwächt. Ohne die durch den Bol- harrens und des Rückschritt zu einem dauernden Bündnis zu machen. Natio- Winde! Proletarier, schließt die W. N. ichewismus bewirfte Zerrissen- welche die Welt abermals in ein Kriegsnale Unterdrückung und die Herrschaft des Poli- Reihen! heit der Arbeiterbewegung wäre lager verwandelt haben, und die überall zeifnüttels regt die Deutschtumsretter nur so Calle 2. Kampfgelöbnis- auch waltigsten und gefährlichsten Ausdruck unferer Preffe bereits erkannt haben, diese Ermal davon überzeugt haben, daß in allen und befür die Presse. 30. April 1926, die Meinungsbildung der Menschen zum ge- faller jener Genossen, die die große Bedeutung stung der Arbeiterpresse erkannt und sich hunderts kommt, deswegen haben wir es seit langem ge- fenntnis mit aller Kraft ihrer sonders in schweren Zeiten der Arbeiter seinen lernt, die bürgerliche Presse als unse ren Todfeind zu betrachten und ihn Ueberzeugung und mit aller sin besten und treuesten Freund in seiner Zeitung geWenn am 1. Mai die Tritte der Arbeiter- auch auf Tod und Leben zu befämpfen. Unsere gabe für diese Sache hinauszutras funden hat. Treue um Treue! Das fei bataillone auf den Straßen hallen, wenn in unse noch völlig ungenügend, ja sie stehen geradezu Mittel für diesen Kampf sind allerdings heute gen. darum unser Gelöbnis auch an diesent Maientag, ren Versammlungen der Kampfgeist neu erwacht, wenn wir Rüdschau halten auf den Weg, den das in einem hohnvollen Verhältnis zur Stärke und jenen nicht fehlen, die mit ganzem Herzen an der unsere profetarischen Aufgaben, so auch schöpfen Hingebung und Liebe! Sie wird bei an dem wir neuen Kampfeswillen so wie für alle Proletariat in fomem Ringen um Befreiung bis. Macht des klassenbewußten Proletariats. Und her unter unfäglichen Opfern zurückgelegt hat wenn wir gar das natürlichste Gegenmittel, proletarischen Bewegung hängen und die in müssen für die Zeitung des Arbeiters! und das harte Stück jenes Weges messen, der noch das uns im Kampfe gegen die kapitalistische Presse jahre- und jahrzehntelangem Kampfe die Bedeuvor uns liegt, dann pflegt in uns allen wohl zur Verfügung steht, betrachten, nämlich die ohne Ausnahme das Gewissen sich zu regen und sozialistische Arbeiterpresse, fo vor uns tritt die bedeutsame Frage: Haben wir in kommt uns die verhältnismäßig beschämende all der Zeit bisher und haben wir in dem Ar- Schwäche dieses unseres Kampfinstruments erst beitsjahr, das dieser erste Mai abschließt, auch voll zu Bewußtsein. Vergleichen wir nur die wirklich alles getan, was unsere Aufgabe ist? Bahl der sozialdemokratischen Wähler oder auch Haben wir, wo immer wir es fonnten, auch tat- nur die Zahl unserer Parteimitglieder mit der fächlich alle die mannigfachen Pflichten erfüllt, die Zahl der Leser und Abonnenten unserer Parteis uns unser Bekenntnis zum Sozialismus und die preffe, so ergibt sich ein Mißverhältnis, das sich Notwendigkeit, die Erkenntnis der die sozialistische gewiß zum Teil aus der geringen ZahlungsIdee zu verbreiten und zu vertiefen, auferlegt? fähigkeit dere Arbeiter erklären läßt, aber doch ge Diese Frage ehrlich beantworten, wird wohl bei mildert werden kann, wenn alle Genossen dieſem vielen, wenn nicht bei allen von uns heißen, sie Teil unseres Kampfes höheres Augenmerk zu verneinen. Irgendwo ist in jedem von uns wenden als bisher und behoben werden muß ein Play, den wir nicht mit allem Pflichtbewußt- wenn wir anders der übermächtigen bürgerlichen sein und Verantwortungsgefühl besetzt hielten. Bresse ein wirksames Paroli bieten und wenn wir Und vor allem ist es eine Aufgabe, der wir den Bestand der sozialdemokratischen Presse erwohl alle nicht mit jener unaufhörlichen Treue halten und vermehren wollen. und Sorgfalt oblagen, die dennoch eherne NotFreiheit und Friede. Friede. Selbst bestimmungsrecht aufbauen und Von Genossen Th. Stauning, Ministerpräsident von Dänemark. Jorganische Entwicklung will, wenn man auf dem Zusammenarbeit an die Stelle von Ausbeutung und Unterdrückung setzen will. Der Abschluß des Krieges gab Europas Völkern weder Frieden noch Freiheit, aber gerade Der Maitag mit der internationalen Beden Frieden und Freiheit müssen die Forderungen tung die er erhalten hat, ist ein passender Aus- sein, die von den Arbeitern aller Länder vorangegangspunkt für Betrachtungen über die kapitali- stellt werden. Diese Forderungen können wohl ſtiſche Gesellschaftsform und deren notwendige durch die internationalen Vereinigungen und neuumgestaltung, für Betrachtungen über die Lehre, geschaffenen Institutionen unterstützt werden, aber die der furchtbare Strieg uns gegeben hat, und für sie können nicht von diesen durchgeführt werden. Betrachtungen über die Wege, die zu geben sind, Die Bevölkerung eines jeden Landes muß um zum sozialistischen Ziel der Arbeiterklasse zu ihre Rämp'e auf nationalem Boben aus gelangen. Die Krieg in Europa, die Kriege zwischen kämpfen, die Arbeiterklasse eines jeden Landes Neben dem Argument der wirtschaftlichen zivilifierten Nationen, waren im Begriff, we muß sich Einfluß und Macht in ihrem wendigkeit wäre: die Aufgabe nämlich, Not, die es dem Arbeiter ja gewiß in Tausenden werden, als die Völker 1914 von Kriegserklärun harte Kämpfe werden zu führen sein. Es ist leider schichte, böse Träume aus der Vergangenheit zu Land schaffen, Opfer müssen gebracht werden und die uns für unsere Presse gestellt Fällen erschwert, eine Zeitung zu abonnieren, beiſt. gegnet man häufig auch dem Argument", daß gen überrascht wurden. Der Krieg fam als der nicht anders, aber auch über diese Stufe in der und sagen wir uns selber dann rund heraus, daß vermöge, was die bürgerliche Zeitung. Es wird digkeit, für die Umbildung dieser Gesellschafts- ist abhängig von dem Zusammenhalt und Erforschen wir nur ehrlich unser Gewissen das sozialdemokratische Blatt nicht das zu bieten Abschluß einer Epoche in der Entwicklung des Entwicklung müssen die Völker hinweg. Kapitalismus und lehrte die Völker die Notwen Der siegreiche Ausgang dieser Kämpfe aber wir es gar manchmal unterließen, im Betrieb, in unseren Genossen, die am ersten Mai neuerlich form zu arbeiten. Wir lern'en, daß die Rüstun- der Reife der Arbeiterklasse. Jede Zersplitte der Werkstatt, in der Schreibstube und im Wirts- den Entschluß fassen, sich während der nun komform haus das Gewissen der vielen Genossen zu schär- menden Werbetage in den Dienst unserer gen nicht zur Sicherung des Friedens taugen, und rung als Folge nationaler, religiöser oder politi fen, die noch immer nicht das Parteiblatt lefen. Beitungen zu stellen, nicht schwer fallen, diesen wir lernten, daß der Krieg die Arbeit, die Ge- scher Verschiedenheiten dient dem Vorteil der AnArbeitskameraden. Freunde und Bekannte mit Einwand zu entkräften. Jener Inhalt beschlechter für Frieden, Völferverständigung, inter- hänger der fapitalistischen Gesellschaft und bewirkt allem nötigen Nachdruck und durch den reichen Bürgerblattes, den der Arbeiterleser im sozial- nationale Zu'ammenarbeit und Kultur geleistet eine Verlängerung des Kampfes, ein Sinausschiehaben, zunichte zu machen vermag. ben des Sieges. Der stärkste Zusammenhalt, ToSchatz unserer Argumente zu bewegen, die großen demokratischen Blatt nicht findet, das ist eben zum eder kleinen Bürgerblätter aus ihren Wohnungen großen Teil die tägliche Portion von Oberfläch Europas Länder werden lange an den Zer- wohl in der Arbeit für die fleinen Fortschritte zu werfen und so Play zu machen für jene Presse. Lichfeit, Sensationstigel, Einschläferungs- und störungen des Strieges franken, aber selbst unter wie für die fernen Ziele ist das erste und notdie allein in das Haus des Arbeiters gehört. Ganz Ablenkungsmittelchen, die den Arbeiter nicht zum diesen schweren Bedingungen muß Wiederholun wendigste für die Klasse, deren Befriedigung ihr gewiß hat jeder von uns die eine oder andere Bewußtsein seiner selbst und seiner Klasse kom- gen vorgebeugt werden und die Arbeiterklasse: n eigenes Werk sein soll." Möglichkeit, die sich ihm für diesen Zwed bot, men lassen. Und zusammen mit diesem Tratsch allen Ländern hat die Pflicht, ihren Teil für den Wohl können verschiedene Mittel in den einaußeracht gelassen; und mögen wir dies noch so und Quatsch wird dem Proletarier eben auch Wiederaufbau der Kultur und die Wiederaufrich- zelnen Ländern angewandt werden, aber diese einleuchtend mit Uebermüdung, mit Ruhebedürf- täglich jene weit ernstere Portion von bürger- tung des internationalen Zusammenwirkens zu Mittel müssen doch stets davon zeugen. daß die nis in den Arbeitspausen oder auch damit erklä- licher Politik und Wirtschaft eingeträufelt, die er, tun. Die Arbeitert.asse muß alle Mittel, die zu Arbeiterklasse zu höherer Kultur und zu höheren ren, daß man eben oft vor dem Widerstand der ob er will oder nicht, doch immer wieder mit ihrer Verfügung stehen, benutzen, muß die Wege Gesellschaftsformen hinstrebt als denen, die die anderen, die an ihre Pflichten nicht gerne er schlucken muß und die ihn vergiftet. Gewiß ist auch gehen, die zum Ziele führen, und niemals einen fapitalistische Gesellschaft den Arbeitern zugewiesen innert werden wollen, fapitulierte- eine En t- richtig, daß die sozialdemokratische Presse auch im demokratischen Fortschritt für so de- hat. Das Ziel muß Freiheit und Friede sein, schuldigung ist das deswegen doch nicht. guten proletarischen Sinne noch manches zu wün- deutungslos ansehen, selbst wenn dieser nicht so denn über Freiheit und Friede geht der Weg zu Und wenn wir an diesem 1. Mai neuen Stampf- fchen übrig läßt, daß in vielen Fällen etwa ihr weit reicht, wie es wünschenswert wäre. der befreiten Arbeiterklasse, zur Selbstherrschaft geist, erhöhten Willen zur Werbung für den sozia- Nachrichtendienst oder ihr unterhaltender Teil des Volkes, zum Sozialismus. Die Nachkriegszeit zeigt uns eine Reihe von listischen Gedanken in uns aufnehmen, so müssen nicht so ausgestaltet ist, um allen Ansprüchen ge- Ländern in wirtschaftlichem Zusammenbruch, die wir uns schon geloben, von nun an gerade der recht zu werden. Aber da liegt wahrlich der An- Wirklichkeit hat die kapitalistische Wirtschaft für Presse gegenüber mehr als bisher zum Rechten gelpunkt nicht in der Partei oder bei jenen, die die ungeeignet zur Aufrechterhaltung der Ordnung zu sehen. Beitung machen", sondern bei jenen Zehntausen- eriviesen. Größere und größere Teile der Völker den Klaſſengenossen und leider auch bei jenen erkennen den Zusammenbruch des alten Systems tausenden Genossen, die die Zeitung nicht und spähen nach dem neuen aus, aber es ist lesen und nicht kaufen, und sie so in feiner Weise natürlich, daß erst tiefe Erlebnisse den Völkern in Stand setzen, sich in der wünschenswerten Weise in ihrer Mehrzahl verstehen machen müssen, daß das durch Jahrhunderte aufgebaute fallen muß, um Platz für das Neue zu schaffen. " Die Presse, ganz allgemein, ist heute mehr noch denn je, der ausschlaggebende Faktor in der Bildung der öffentlichen Meinung. Durch tausende Kanäle fließen Tag für Tag zu Hunderttausenden die Gedanken, die in den Redaktionen weiterzuentwickeln. der Zeitungen erstehen oder dort geformt werden. Und deswegen, vor allem aber deshalb, weil Und von diesen unzähligen Zeitungen ist nur eine berjenige Arbeiter, der sich in seiner Zeitung nicht schaft; die übergroße Mehrzahl steht bewußt oder täglich über die Kämpfe seiner Klasse, über Er unbewußt, zumeist aber bewußt, im Dienſte folg oder Mißerfolg der proletarischen Aktionen, der herrschenden klaſſe, des kapitaliſtiſchen, arbei- über die Pläne der Gegner und die Abwehrmaß terfeindlichen Bürgertums. Und weil dieses Bür- nahmen der Arbeiter unterrichtet, außerstande ist, gertum seine Breffe als eines der vorzüglichsten im täglichen Stampfe, bei den sich immerzu verMittel zur Beeinflussung, zur Täuschung. zur Ablenfung der Massen von ihren Aufgaben und vielfältigenden, komplizierten Aufgaben der sozia Zielen benüßt, weil in der bürgerlichen Bresse listischen Arbeiterschaft seinen Mann zu stellen die Macht der Kapitalisten über die Meinung und deswegen ist es die unabweisliche Pflicht 14 Aus dem Tschechischen von Richard Brandets. Moral en gros. Ein Roman wider alles Herkommen Von Jiri Haußmann. 7. Repitel. Der Alt 31 H. 20 5229-94. An das Hochlöbliche Ministerium für öffentliche Arbeiten in der Republif Utopien! Mai ruk Macdonalds. Der englische Arbeiterführer Gen. Ramsay Macdonald übermittelt der deutschen Arbeiterschaft folgenden Maigruß: Ich sende den deutschen Genossen und der gesamten sozialistischen Bewegung Deutschlands Hier liegt die Aufgabe der Arbeiterklasse. Sie meine herzlichsten Grüße zu ihrer Maifeier. Es muß mit aller Kraft danach streben, sich für die wird immer deutlicher und deutlicher, daß der Riefenarbeit zu ertüchtigen, die Gesellschaftsent- Sozialismus die einzige Hoffnung des eurowidlung in neue Bahnen zu lenken, fie muß, und sei es Schritt für Schritt, ihre historische Miſſion päischen Kontinents geworden iſt. Reaktion und erfüllen. Ein wichtiges Glied in dieser Arbeit liegt Kommunismus bedeuten Untergang. Der Sieg Kommunismus bedeuten Untergang. Der Sieg im politischen Leben. Vor allem muß viel Ge- des Sozialismus mag langsam kommen, und es Bicht auf die Demokratifierung des mag sein, daß wir manchmal ungeduldig weröffentlichen Lebens wie der Produktion und des Umfaßes gelegt werden. Das ist unbeden, aber er ist die einzige sichere Hoffnung der dingt notwendig, wenn man eine gesunde und Arbeitnehmerschaft. auch mir schaden könnte, lieber als verwerflich hinstellen werde. Diese eben dargelegte Ansicht wurde durch Tradition und Vererbung so lange von einem Geschlecht auf das andere übertragen, bis sie im Denken feste Wurzel faßte und von vielen, wie beispielsweise von Kant, schließlich als gönliches, apriorisches Gebot erklärt wurde. allgemein anerkannt. Schon bei den alten Helleihm soviel Aehnlichkeiten, soviel gemeinnen begegnen wir dem Begriffe der Stalofa same Eigenschaften wahrnimmt, daß er gathie" als dem erstrebenswerten Endpunkt på. infolgedessen im Geiste zu einer Art Einheit ogogischer Bestrebungen aller Art und auch di mit ihm verschmilzt; mit andern Worten: zu gemoderne Philosophie, welcher Zeiten und Richgenseitiger Liebe ist das Bewußtsein der tungen immer, entfernt sich nicht wesentlich von Art gleichheit unerläßlich notwendig. So dieser Forderung, indem sie übereinstimmend die verbindet Bruder mit Bruder das Bewußtsein Postulate des Wahren, Schönen und Guten als gemeinsamen Ursprungs und gemeinsamer Erlepte Ziele aufstellt, zu denen die Menschheit einmal heranreifen soll. Während aber der Fort- wird nun darin bestehen, daß die Menschheit von pier mit dem Utopier das nationale, den Das Problem der allgemeinen Ethiſsierung der Zugehörigkeit zur gleichen Klasse den Utoziehung, Arbeiter mit Arbeiter das Bewußtsein schritt zur Wahrheit, dank namentlich den neu- Sandlungen, die durch egoistische Motive und den Mohammedaner mit dem Mohammedaner das einem wenn auch langsamen, so doch erkennbaren hervorgerufen werden, abläßt und sich von nun Und nun sehen wir, warum sich also manchmal zeitlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen, Trieb der Selbsterhaltung und Selbſterhöhung gemeinsame religiöse Bewußtsein und so fort. und regelmäßigen Tempo erfolgt und die an in jedem Vorhaben nur von der Liebe zum eine Mutter für ihr sind, der Bruder für den ästhetischen Werte trotz ihrer Wichtigkeit ge- Nebenmenschen, von Witgefühl und Selbstver genüber den anderen oben erwähnten KomponenArt Der ergebenſt Unterzeichnete, Sophophil ten in den Hintergrund treten, icheint die Ent- lengnung leiten laffe. Aber den Menschen, wie Bruder, der Freund für den Freund opfert: Fabricius, Profeffor der Physik und philosophi wicklung zum ethischen Ideal im gegenwär- jedes Lebewesen, kümmern in letzter Linie im bloß zufolge des eben erwähnten ſchen Propädeutik in Pension, erlaubt sich, dem tigen Zeitpunkt die bei weitem aftuellste zu sein. mer nur seine egoistischen Motive: Wer beispiels. bewußtseins, welches bewirkt, daß ein Mensch im obgenannten hochlöv chen Ministerium den un- Daher habe ich es für meine Pflicht gehalten, geweise sogar das Leben für seinen Nächsten opfert, inde, im Bruder u. f. w. gewissermaßen einen tenangeführten Vorschlag zur ge- tut es einzig und allein aus dem Grunde, weil Wohlgeneigten rade dieses Feld auf das eifrigste zu bearbeiten tut es einzig und allein aus dem Grunde, weil Teil seiner selbst zu erbliden vermeint. deberprüfung zu unterbreiten, zugleich mit der und alle meine Sträfte daran zu setzen, daß die er eben diesen Nächsten geradeso oder noch Zur Wedung jenes genannten Bewußtseins ergebenen Bitte, es möge im Hinblick auf seine Menschheit so leicht und schnell als möglich sitt- mehr liebt als sich selbst und ihm daher dessen der Artgleichheit und damit auch der Nächstenallgemein befannte Gütte und Liberalität das da- lich gut werde. Rettung mehr Lust bereitet als die Erhaltung des liebe ist aber unabweisbar erforderlich, daß der felbst angeführte Projekt soweit als möglich untereigenen Lebens. Daher ist es vor allem andern Mensch jene gemeinsamen Eigenschaften, Gedan tigen und dessen baldige Verwirklichung zu för- Obgleich nun, was den materiellen Inhalt notwendig, die allgemeine, gegenseitige Liebe in fen, Interessen u. s. w., welche eben dieses Bebern gerufen. Zum leichteren Verständnis des der Begriffe„ gut“ und„ böse" betrifft, d. h. user den Menschen zu erweck- a, damit solche Handlun- wußtsein hervorrufen, von Grund aus erkenne, Wesens der Sache schien es ihm unerläßlich, die Frage, was wir uns eigentlich unter diesen gen, die das wohl der anderen bezwecken, in ihm sich zum Bewuß sein bringe und seinem Gedächteinige Worte vorauszuschicken, die den Plan näher Bezeichnungen zu denken haben, in den einzelnen eine gleich große oder noch größere Lust erwecken niffe einpräge. Denn auf welch andere Weise erläutern sowie die historische Entwicklung seines philosophischen Theorien und Richtungen der als jene egoistischen. bemüht sich z. B. ein armer Teufel, unser Mitleid Zustandekommens erheen sollen. Seine Erläu- Weisheitsfreunde eine bedeutende Meinungsver- Wir müssen nun die Frage aufwerfen: Auf zu erwecken, als eben mit dem Hinweise darauf, terungen hat er in drei Abteilungen gegliedert, schiedenheit herrscht, können wir doch wenigstens welche Weise und unter welchen Bedingungen daß auch er Weib und Kind hat, oder wie suchen in deren erster er sich mit der ethisch- philosophi soviel lebereinstimmendes darin feststellen, daß pflegt es zu geschehen, daß ein Mensch von glei wir in anderen humane Gefühle wazurufen, schen, in deren zweiter er sich sodann mit der sie alle im großen ganzen das altruistische cher Liebe zu seinem Nebenmenschen erfaßt wi als auf die Weise, daß wir die unerheblichkeit physikalischen Seite zu beschäftigen, in deren drit- Handeln fü moralisch, das egoistische für wie zu sich selbst. Die geschlechtliche Sympathie der Rassenunterschiede, der Klassengegenfäße u. ter endlich er einige konkrete Vorschläge für die unmoralisch erklären, D. 3 ist weiter nicht ver- beiseite gelassen, deren Wurzel ganz anderswo ge- f. w. hervorheben. gegenüber der ungeheueren Verwirklichung des ganzen Projektes zu geben wunderlich. Liegt es doch in meinem eigensten sucht werden muß, tönnen wir erfahrungsgemäß Mehrheit jener gemeinsamen Eigenschaften, beabsichtigt. Interesse, daß mein Nebenmensch altruistisch einzig und allein folgende Antwort geben: Ein welche die ganze Menschheit zu einer Einheit verhandle,( denn es ist möglich, daß er seine guten Mensch liebt den andern nur dann und nur so- binden? Handlungen mit der Peit auch auf mich erstreckt!) weit, als er gewissermaßen sich selbst in ihm und deshalb werde ich ihn dafür loben, während sieht, soweit er ihn sozusagen als einen u11ich im. Gegenteil seinen Egoismus, der eventuell trennbaren Teil seiner selbst betrachtet und an I. Ethisch- philosophischer Teil. Das Ideal allseitiger Vervollkommnung ist als Endziel der gesamten Menschheitsentwicklung ( Fortsetzung folgt.) 35 30. April 1926. Maifeier und Zukunftshoffnung. Von Johann Polach. Seite 3. die Einsicht in den ökonomischen Entwicklungs- schewismus, wenn er den größten Teil des Pro-[ viel Liebe entgegenbranden werde, daß ihr Besuch gang, in feine soziale Auswirkung mach: die Proletariats zu einem bloßen Objekt der Beglückung Zehntausenden Wiener Klassengenossen zu festlichem letarier zu Sozialisten, zu bewußten Werkzeugen durch die von ihm auserlesene, durch die für Ereignis würde, der sozialistischen Weligeftaliurg. In der Ver- aktive politische Betätigung erforene Gruppe nicht gefaßt! darauf waren sie wahrlich breitung der Kenntnis der sozialen Tatsachen, macht, statt in der gesamten Arbeiter wie sie die materialistische Geschichtsauffassung lasie das freie sein Schicksal in vol für sie gaftlich geworden durch die eifrige Für Und jeder Schritt in der gastlichen Stadt Zahlreich und mannigfach sind die Zeichen für unser sozialistisches Verständnis ordnet, liegt ler Erkenntnis gestaltende Subjekt forge der Wiener Genossen bringt neue Be Der wiedererstarkenden Reaktion, draußen in der Welt und bei uns in der Tschechoslowakei. Nach liegt seine Rechtfertigung als einer überpolitia ch te n. Kultur- und Aufklärungsarbeit des der Empfang der Delegation durch den Bürgereine wichtige Kulturaufgabe des Sozialismus, der Geschichte zu sehen und zu weise dieser brüderlichen Liebe. Wie herzlich war einer kurzen Zeit Verschüchterung ist der Darum bau: pitalismus wieder fühn geworden und geht wie auf die Verbeitung des wissen Card day in we arbeit an den meister Genossen Seit! Wie berauschend schön derum zum Angriffe über. In neue Formen Ichaftlichen Sozialismus unseremeinschaftskultur der proletarischen Stlasse wird. beiterheim, an dem viele hundert Vertrauensund Verhüllungen, von denen der Fascismus die stärkste Hoffnung. Das Monopol auf neueste ist, fleidet er seine wahren Absichten. Diese sozialistische Aufklärung und Bereitstellung im den Tagen des Umsturzes beschritten, findet seine deren Veranstalterin die Partei war. Sie waren Mancher Jrrweg, den das Proletariat seit männer teilnahmen! Aber das waren Empfänge, Erscheinung ist für den aus der Schule des Klassenkampfe, das den bolschewistischen Wietho- Erklärung in den Hindernissen, die der Aufflä- erhebend, sie erfreuten und begeisterten. Aber noch Marrismus ommenden Sozialisten kaum eine den zugrunde liegt, das sich der Bolfchewismus rung über sozialistisches Ziel über die dazu not mehr zum Herzen sprechen die Zurufe, mit Ueberraschung. Sie darf auch für ihn fein An- anmaßt, führt zur Schaffung der gleichen Privi- wendigen und möglichen Wege bereitet wurden. denen uns Arbeitergruppen auf den laß sein, seine feste Zuversicht auf den Sozialis- legien, welche die bürgerliche Gesellschaft geschaf Darum sei unter den Gründen, mit denen wir Straßen begrüßen, die Lieder, mit denen uns die mus herabzusetzen, seine Hoffnungen auf den fen, und bedeutet die Bevormundung des nach trop Ungunst der Gegenwart auf eine Befferung Rinder und ihre Eltern in den städtischen Häufern sozialistischen Endsieg zu erschüttern. Denn im Freiheit strebenden Proletariats. Wie die Boutre in der nächsten Zukunft hoffen wollen, dem der empfangen. Viele Genoffen in den großen Säufer Wechsel von Fortschritt und Rüd- geoisie nicht nur den materiellen Reichtum, den Verbreitung sozialistischer Einsicht und Klarheit blods, die von der sozialdemokratischen Gemeindeschlag vollzieht sich der dialektische die Arbeit geschaffen, zum Privilegium der Nicht- ein besonderes Gewicht beigelegt. In das verwaltung geschaffen wurden, hatten ihre Fenster Prozeß der Geschichte. Nonvendig und arbeitenden gemacht, sondern auch das Volf, um wirre Dunkel der lesten Sabre mit roten Fähnchen geschmüdt, und in den zugleich tröstlich ist es, aus der Geschichte des es wehrlos zu machen, vor den Schatzkammern möge das helle Sonnenlicht unseres Siedlungen, Bermeswiese" und ,, Rosenhügel" gab Sozialismus die Lehre abzuleiten, daß alle Rück des Wissens geistig hungern läßt, so handelt, be- er sten Mai flärend und wärmend es wohl fein Hausohne rote Fahne! Und schläge schließlich zu Antrieben noch stärkerer sonders was das letztere anbelangt, auch der Bol- hineinleuchten. Rampfenergien wurden, daß die im geschichtlichen Sinne des Wortes revolutionäre Klasse des Proletariats in der Bekämpfung der Rückschläge den Sozialismus um ein großes Stüd seiner Ver wirklichung näherbringt. Der Festtag des 1. Mai, der niemals ein Tag behaglichen gedankenlosen Vergeffens war, verpflichtet uns, die Sorgen und Mühen des Alltags, die Kämpfe um Einzelnes und Kleinerscheinendes in seinem Zusammen„ Freundschaft!" Unsere Arbeiterdelegation bei den Wiener Genossen. überall Massen von Arbeitern, vor allem Frauen, die uns herzlich willkommen heißen, die uns freudig in ihre Wohnungen führen, die uns immer wieder die Hände drücken und uns beim Abschied noch lange, lange nachrufen und letzte Grüße zuwinfen.... Man mag diese Freundlichkeit zum Teile auf die natürliche Liebenswürdigkeit des Wieners zuWien, am 26. April. defilieren sie! Aber es ist ja auch etwas ganz rüdführen. Man mag sie auch erklären durch die hang mit dem Ganzen und Großen zu schauen, uns dieser Gruß entgegen, als unser Zug im Streiter vor ihren ausländischen Kampfgenossen, und Wiener Proletariat. Aber das alles genügt myreundschaft!" Hundertstimmig klang anderes, dieses Vorbeimarschieren proletarischer alte stampfgemeinschaft zwiſchen judetendeutschem aber auch nachzu prüfen, was uns in unseren Franz Josefs Bahnhof einfuhr. Vieltausendstimmig als die früheren Militärparaden, als das Vorbei nicht, um die Freude zu erklären b Bestrebungen gestern gehemmt, was uns morgen umjubelte er uns auf dem Althanplay, in den treiben in Uniformen gepreßter Arbeiter vor Mon- Wiener Arbeiter uns begrüßten. Sie ist wohl darin fördern könnte. Das Forschungsprinzip des historischen Ma- und immer wieder hören wir ihn: so grüßen Straßen, durch die wir zu den Hotels marschierten, archen und Generälen. Der Republikanische Schutz vor allem Ausdrud der Liebe und terialismus belehrt uns über das Wesentliche des uns die Ottakringer Kinder, die Frauen in den eine Organisation zum Schute des beiter an ihrer Partei hängen, und und immer wieder hören wir ihn: so grüßen und hat nichts mit Militarismus zu tun, er ist der Trene, mit der die Wiener Argeschichtlichen Ablaufes. Mit seiner Anwendung städtischen Häusern, die Arbeiter in den Versamm Proletariats wider seine Klaffen- ihres berechtigten Stolzes auf diese Partei. Daß auf den Inhalt der Geschichte lernen wir ver- lungen. Nie und nirgends eine erstarrte Formel, einde. Seine Disziplin ist eine freiwillige, feine wir als Zugehörige diefer Partei gelten, daß wir ſtehen, wie alle übrigen Verhältnisse unter den ein Wort der Gewohnheit,- er ist flangvoller Bedeutung liegt in der Kampf- und Opferbereit Sozialdemokraten sind, Gleichdenkende, sie beſtimmenden wirtschaftlichen Grundtatsachen Ausdruck wahrer Herzlicher Freund: sgefühle, mit schaft der Genossen, die sich in ihm zu gemeinsamer Gleichwollende, das bringt uns den Herzen geworden, aber auch, wie sie sich nach dem Ge- denen uns das Wiener Proletariat willkommen Verteidigung der Arbeiter und der von ihnen ge- der Wiener Arbeiterschaft so nahe! Diesen Parteijeg von Ursache und Wirkung in Zukunft weiter heißt! gestalten werden. Die Betrachtung der Dinge schaffenen Republik zusammengeschlossen haben. stolz und diese Liebe zur Partei auch in unserem Daß einige Ordnerkompagnien an uns vorbei Proletariat zur Selbstverständlichkeit zu machen, Nicht nur die Wortführer der Partei, auch einen Gästen bereiten konnte. Aber es chrte zu marschierten, das war gewiß die erhebendite, die würdigste Chrung, die das Wiener Proletariat gleich sich selber, indem es sich in seiner Wiener Schulreform. ** terialismus beſtärkt in uns immer vom neuen immer wieder: Ihr seid keine Fremden, gefamie Parteimitgliedſchaft zuſammenzuschließen mit der Forschungsmethode des hiſtoriſchen Ma- viele Arbeiter, mit denen wir sprachen, sagten es auch bei uns die Masse der Arbeiterschaft so eng. ſo fest an die Partei zu binden, und dann die die wiſſenſchaftliche Ueberzeugung, daß die pri- wir sehen in Euch keine Ausländer, zu einer einzigen großen Familie, das haben vatwirtſchaftliche Eigentumsordnung mit den ihr seid unsere Freunde, unsere Brü Lebensinteressen der Menschheit unvereinbar ist der und Schwestern! Und so viel auch Wehrhaftigkeit zeigte. und daß es die Erkenntnis dieser Unvereinbarkeit unsere Genossen und Genossinnen zu bewundern wir und es ist das zunächst wichtigste Ergebnis Daß unsere Genossen und Genoffinnen er unserer Wienfahrt als die drängendste unserer iſt, die dem Proletariat die in der Ueberwindung haben, so viel überwältigend Schönes fie auch schüttert waren, aufgewühlt, daß ihre Augen sich Aufgaben erkannt. Nur eine solche Massenher jozialen Gegenfäße gelegene geſchichtliche Auf schauen, so bunt auch die Fülle des Netten ift, feuchteten, daß fie auf einem Höhepunkt ihres partei fann Werte für die Maſſen gabe diftiert. Der Kapitalismus entwickelt sich die auf sie einstürmt, – jie haben schon am ersten Lebens fich fühlten, wie wär' es anders mögchaffen! Von der Wiener Maſſenpartei und aus den Formen der freien Konkurrenz zu denen Tage das Gefühl abgestreift, auf fremdem Boden lich gewesen! Sie erwarteten, freundschaftlich und ihrem Werf, dem neuen Wien, muß noch viel der die Monkurrenz aufhebenden Gebundenheit zu stehen. So überaus herzlich war der berauschend herzlich empfangen zu werden. Aber daß ihnen so- Schönes, viel Unvergleichliches erzählt werden. der Kartelle, Trusts und Konzerne, von Anarchie schöne Empfang, den uns die Wiener Partei be zu Organisation. Er tritt aus der staatlichen reitete, von einer solchen Atmosphäre der Freund Begrenztheit seiner Vorgeschichte in die alle schaft und der Liebe sind wir umgeben inmitten Grenzen durchbrechende imperialistische Phase. des Wiener Proletariats! Kindergärten und Bäder. Von Finanzkapital organisiert, proletarisiert er Wien, 29. April.( Eigenbericht.) Die| Hierauf wurde das neu errichtete Amaliendie übrige Menschheit ohne Unterschied von Raffe hielt:„ Freundschaft! Freundschaft!" Wir drängen heutigen Vormittag dem Studium des Wie werden soll. Es iſt das größte Bad in Europa, Jubelnde Rufe empfingen uns, da der Zug deutschböhmische Arbeiterdelegation widmete den bad besucht, das im heurigen Sommer eröffnet ung Nation, bergleichmäßigt das Klaſſenſch dſal uns an die denſter. Und schon grüßt uns das des Proletariats in allen Ländern und arbeitet, Lied, das auch unsere Arbeiterfänger so oft fingen: nam an dem modernen Unterricht im pädagogi- Die Schwimmhalle ist als Sportbad gedacht und ſo ner Unterrichtswesens. Eine Gruppe in dem 1250 Personen zugleich baden können. magt auch gegen feinen Willen, an der Schaf-" Seid gegrüßt, ihr wadern Streiter!" Die Vr: fung der ökonomisch- techniſchen Vorbedingungen beiterfänger des Streises Wien- Nord mit ihrem ſchen Inſtitut teil und besuchte dann eine Knaben- 33 Meter lang und über 12 Meter breit. für den Sozialismus. Aber die Schaffung der Chormeister Brauner empfangen uns mit diesem und Mädchenbürgerſchule, um dem Werkunterricht Nach einer Besichtigung der Wohnhausbauanderen, die Vorbereitung des Wen- Chor. Und schon entdeckt der suchende Blick liebe und dem Mädchenturnen beizuwohnen, während ten im Bittor Adlerhof am späten Nachschen betreffenden Borbedingun- alte Freunde: Elderich, Glödel, Weber, die zweite Gruppe den modernen Unterricht in mittag hielt Stadtrat Genosse Paul Speiser gen fällt in den Aufgabenkreis des Sever, Baul Richter, Karl Richter, einer zweiten Schule und sodann die allgemeine im Favoritener Arbeiterheim einen Vortrag über Sozialismus. Das ist eine politiſche und Stein, die Genoſſinnen Broft und Bod, fie Mittelschule besuchte. Um 11 Uhr hielt der Präfi- die Personalpolitik der Wiener sozialdemokratierzehliche, noch lange nicht vollendete Aufgabe. alle, die so oft auch zu den judetendeutschen Ar- bent des Stadtschulrates Genosse Glödel im schen Gemeinde und Stadtrat korda ebenfalls Die geschichtliche Stunde nach dem Zusam- beitern gesprochen, die in so vielen gemeinsamen Gebäude des Stadtschulrates einen eingehenden einen Vortrag über die Approvisionierungspolitik menbruch, die der Arbeiterschaft die Götterdäm- Stämpfen unsere Führer waren! Jedem aus dem Vortrag über die Schulreform. der Gemeindeverwaltung. Die beiden Vortragenmerung des Kapitalismus an der Verruchtheit Am Nachmittag wurde dann der moderne den gaben den deutschböhmischen Genossen ein des Imperialismus aufzeigte, war zugleich die Wagen steigenden Genossen strecken sich Hände zum Willkommengruß entgegen, jedem bieten Ge- Kindergarten im Waldmüllerpart in Favo- übersichtliches Bild über das ganze Getriebe der Stunde der beginnenden Spaltung im Proleta- noffinnen rote Netten an, jeder ist im Nu riten besucht. Dieser Kindergarten liegt mitten in Wiener Gemeindeverwaltung. Am Abend blieben riat. Wir verspüren jeden Tag die traurigen umringt von teilnahmsvoll sorgenden, von freudig einem Park, und ist mit Spielfälen, Bädern, die Delegierten dann im Arbeiterheim. Wirkungen der im Gefolge der Spaltung einge- auf ihn einredenden Genossen. Mit einem zwei Spielplätzen und Beschäftigungsräumen versehen. tretenen Schwächung der proletarischen Schloten Lied erfreuen uns die Genoffen Sänger, dann kraft, der Minderung des sozialistischen Ansehens geleiten uns die Genoffen aus dem Bahnhof auf in großen Schichten der Arbeiterschaft, der poli- ben Althanplay. Die Eisenbahnertapelle tischen Verwirrung im sozial stischen Lager, die des Republikanischen Schußbundes! der Kapitalismus so gut auszunüßen versteht. spielt die Marseillaise", während wir auf den Die kommunistischen Zerstörer der proletarischen Play marschieren. Und nun, Einheit, der sozialistischen Zuversicht machten O, wie soll man schildern, was unaussprech aus dem geschichtlich erklärbaren Mangel von Massenorganisationen in Rußland ihre spezifisch- lich schön ist! Auf dem großen Platz ist eine breite Generalrat des Gewerkschaftskongresses nahm partei hatte heute eine längere Unterredung mit revolutionäre Methode der Diktatur, des soziali- Fläche durch dichte Reihen uniformierter Ordner heute vormittag mit Stimmenmehrheit eine Ent- dem Reichskanzler, um ihn zu bestimmen, mit stischen Vortrupps, der antidemokratischen Refru- freigehalten, hinter ihnen drängen sich viele schließung an, in der als Mittel zur Unterstüßung den nicht der Regierungskoalition angehörigen tierung der kommunistischen Vorfämpfer. Diese Tausende jubelnder, jauchzender, der Bergarbeiter in ihrem Kampf um einen an Parteien über diese Frage zu verhandeln. Man ihre Taktik und Methode hat sie in Rußland selbst winkender Genossen und Genossin- ständigen Lohn und eine gerechte Arbeitszeit auch will die Regierung veranlassen, von sich aus ein nicht vor der Notwendigkeit bewahrt, den ge- ne n. Süte werden geschwungen, Tücher wehen, der Sympathie streit der anderen Gewerk- Fürſtenabfindungsgesetz einzubringen. Jedenfalls fchichtlich zwangsläufigen Weg des neuen Kurund immer wieder und immer wieder tönt es: schaften in Aussicht genommen wurde. Heute ist unter diesen Umständen schon nicht mehr dases" zu beschreiten, der über den Kapitalismus Freundschaft! Freundschaft!" Die Schritte unserer nachmittags trat der außerordentliche Gewerk- mit zu rechnen, daß der Volksentscheid schon am führt, die kapitalistischen Wirtschaftsmethoden sich Delegierten werden langsamer, zögernder, noch schaftstongreß zusammen, der nach einer kurzen 30. Mai vorgenommen wird. zu eigen macht. Doch diese Erfahrung hat die fönnen sie es faum fassen, daß ihnen diefer Rede von Thomas cine Resolution annahm, in der den Bergarbeitern die volle Unterstüßung Bolschewiken nicht abgehalten, das Geschäft der Jubel, dieser Ausbruch der Freude gilt! Verwirrung im Proletariat der ganzen Welt Endlich haben sie sich in der Mitte des freien der anderen Gewerkschaften bei Lohnlämpfen zu Paris, 29. April. Das Budget für 1926 fortzusetzen, obwohl sie es im Effekt fast überall Raumes versammelt. Genosse Paul Richter gesagt wurde. Der Jadustrieausschuß des Ge wertschaftskongresses erhielt den Auftrag, diese wurde heute um 3 Uhr früh vom Senat mit 272 nur zu bedeutungslosen Sekten der Dritten entbietet ihnen den Willkommengruß des sozia Resolution sofort dem Ministerpräsidenten Bald gegen 7 Stimmen und eine halbe Stunde nachher Internationale gebracht haben. Das Täu- listischen Wien. Hochrufe auf die Intervon der Kammer mit 393 gegen 151 Stimmen schungsmanöver der Einheits- nationale erbrausen. Nach kurzer Antwort auf win zu überbringen. Die Bergwerksbefißer haben Baldwin heute definitiv angenommen. Hierauf vertagten sich frontagitation wird bereits über die freundlichen Begrüßungsworte schließen wir all durchschaut und überall nach Ge- uns einer mit Musik vormarschierenden Ordner- mitgeteilt, daß fie bereit sind, ein ganzstaatliches Senat und Kammer bis zum 27. Mai. Nach bühr gewürdigt. abteilung an, uns folgen wieder starte Ordner- blommen über einen Mindestlohn abzuschließen, fünfmaligem Austausch der Budgetvorlage zwi Unerschütterlich ist unsere Hoffnung, daß die kolonnen mit zwei Mufiftapellen, und nun mar- wenn variable Zuschläge für die einzelnen Dischen den beiden Kammern wurde endlich unter Verwirrung, die der Bolschewismus im sozialistischieren wir durch ein dichtes Spalier rufender bereit sind, acht Stunden zu arbeiten statt bisher steuerung großer landwirtschaftlicher Gewinne-strikte vorgesehen werden und die Bergarbeiter anderem auch in der Frage betreffend die Beschen Lager angerichtet hat, in absehbarer Zeit und winkender Genossen durch die Gaſſen des ficben. Es ist jedoch zu erwarten, daß die Berg- dadurch ein Einvernehmen erzielt, daß ein Ver überwunden, daß die Ermutigung, welche die einstigen Lichtental". arbeiter auch dieses Angebot der Grubenbesißer mittlungsvorschlag dahingehend ange bürgerlich- fapitalistische Reaktion aus der kommu Und dann, nachdem wir bei den Hotels an ablehnen werden. nommen wurde, daß die Steuerverwaltung ernistischen Spaltungs: ängfeit hergeleitet hat, ge- gelangt sind, defilieren die Ordner an mächtigt wird, die entsprechenden Steuern auf schwunden sein wird. Womit d'efer Re: nigungs- uns vorbei. Musik, dann die Fahnen, mit lauten, Grund tatsächlicher Unterlagen zu bemessen, wenn und Kräftigungsprozeß am besten gefördert wer- jauchzenden Nufen begrüßt, und dann in stramfestgestellt wird, daß das Pauschalsteuerbekenntnis den kann, das ist sozialistische Aufklä- mem Schritt die Ordner. Gruppe auf Gruppe. Berlin, 29. April. Bei den bürgerlichen nicht richtig war. Die Staatseinnahmen im Vortungsarbeit. Alle unsere Stärfe und Zu- Wieder Musik, wieder Fahnen, wieder starke Parteien trägt man sich jetzt mit dem Gedanken, anschlage für 1926 betragen definitiv 37.497 Mil funftshoffnung gründet sich außer auf die ökono- Ordnerabteilungen. Fast alle gleichmäßig unifor- das im Volksbegehr geforderte Fürsten- Ent- lionen, die Ausgaben 37.338 Millionen Franken. mische Entwicklung der Dinge, auf die geistige miert, nur die Eisenbahner fallen durch ihre be- eignungsgesetz nicht einfach abzulehnen, sondern Die Nachtragsbudgets gleichen sich mit 6337 MilEntwicklung und Aufklärung der Menschen. Erst sondere Kleidung auf. Vor uns, vor den Arbeitern, erst mit einigen Abänderungen dem Rechtsaus- lionen Franken aus. Gewerkschaftshilfe für die englischen Bergarbeiter. London, 29. April.( Eigenbericht.) Der Die Kompromißler an der Arbeit. schuß des Reichstages zur Berichterstattung zu überweisen. Man hofft auf diese Weise Zeit zu gewinnen, um doch noch ein Kompromiß zustande zu bringen. Der Fraktionsführer der deutschen Volks Annahme des' ranzösischen Budgets. Bente Tages- Neuigkeiten. Wieder ist es erster Mai! Von J. Reismann. Brüder ruft's von allen Höhen: Wieder ist es erster Mai! Lasset uns're Fahnen wehen, Fester schließen unj're Reih'! O, wie gütig ist die Erde: Auf den Feldern blutgetränkt Weidet schon der Hirt die Herde, Blum' an Blum' sich lieblich drängt! Nicht verzagen nach dem Grauen! Freude schwelle jede Brust, Daß wir leben, daß wir schauen, Daß wir fühlen Maienluft! Lasset uns die Hände reichen Auf daß immer Friede sei Völker, grüßt in diesem Zeichen Brüderlich den ersten Mai! Nach der Nacht des großen Sterben Auf den Berg voll Haß und Not Hissen wir, der Zukunft Erben, Uns're Fahnen burpurrot! Lasset uns're Fahnen wehen, Fester schließen unsre Reih', Brüder, ruft's von allen Höhen: Wieder ist es erster Mai! berg in Bezirk 30. April 1926. Arbeiterturner und Sportler des ersten Turnbezirkes Falkenen ein Dorn im Auge iſt, In der Internationale" befindet sich ein Aufruf an die Arbeiterturner unseres Turnbezirkes wegen Teilnahme an der kommunistischen Maifeier. Dieser Aufruf, der von nic mandem gezeichnet ist uns der den Beschlüssen des Bezirkes widerspricht, ist keineswegs von der Bezirksleitung veröffentlicht. Dies zur Kenntnis. Die Bezirksleitung. batten für Sonntag nach Königsberg eine öffent liche Volksversammlung einberufen und sich dazu den Abgeordneten Wünsch als Referenten vere schrieben. Ueber Drängen der sozialdemokrati schen Arbeiter entschloß sich unsere Partei in Königsberg, sich den Aufmarsch der Mannen des Herrn Wünsch von der Nähe anzusehen und so fam es, daß die Versammlung wirklich zu einer Volksversammlung wurde, an der etwa 300 Arbeiter teilnahmen, unter denen sich sogar ehva 15 Kommunist en befanden. Der Herr Ab. geordnete Wünsch ließ sich vom sozialdemokratis schen Vorsitzenden der„ kommunistischen" Ver sammlung das Wort erteilen. Der Mann mit dem großen Mundwerk war diesmal sanft wie Täubchen, fraß aus der Hand und als seine Rede zeit abgelaufen war und die Tribüne verließ, an Tatsachen zu zeigen, wie hohl und leer die liche Ingenieur Sloch, der früher bei den Eter- ſtimmung gab es dafür bei und nach den AusWir sind heute wieder einmal in der Lage, waldau. Als Geschäftsführer fungiert der bürger- rührte sich für ihn und den Bolschewismus keine Sand. Umso stärkeren Beifall und lebhafte ZuPhrasen der kommunistischen Macher sind, und mitwerfen mitbeteiligt war, dort aber aussprang führungen unseres Genossen Wondrak und wie sich dahinter nur oft das Streben geltend und sich nun mit den Kommunisten koalierte, um bei den jozialdemokratischen Debatterednern. Die macht, nur recht viel klingenden Mammon zu ein selbständiges Unternehmen aufzumachen. verdienen. Versamiflung schloß mit der einstimmigen Aus Seit längerer Zeit wurde in Nordmähren chen, daß die kommunistischen Teilhaber sie nahme folgender Entschließung: So sieht der„, Kampf" der Kommunisten gegen das Kapital aus! Führende Kommunisten als Mitglieder einer Aktiengesellschaft. 620.000 K Aftienkapital. Abgeordneter Anton Schmerda als Teilhaber. Die Arbeiter dieser famosen Gesellschaft erhalten Hungerlöhne von 63 bis 90 K im Wochen durchschnitt. das Gerücht verbreitet, daß führende Kommunis ften eine Fabrik für Stunsistein errichtet haben und daß sich unter den Geldmännern auch der kommunistische Abgeordnete Sch merda und der kommunistische Krankenkassendirektor Eduard Zorn aus Freiwaldau befinden. Die Gerüchte verdichteten sich immer mehr. Nun haben wir in Erfahrung gebracht, daß die Gerüchte nicht nur auf Wahrheit beruhen, sondern die Wirklichkeit noch weit über alle Erwartungen hinausgeht. Wir Es mußte nun natürlich die Meinung auftaufelber müßten eigentlich sagen: Kuponschneider-, wenn sie schon unter die Kapitalisten gegangen waren, ihren Arbeitern wenigstens die besten Löhne bezahlen werden. Aber weit gefehlt! Die bei der Marmorit" arbeitenden Schlos ser, Tischler, Maurer, Heizer, Schleifer, Kontoristen, Hilfsarbeiter und Handlanger erhal ten einen Lohn von 63 bis 117 Kronen pro Woche. „ Die von der K. P. C. cinberufene Volksversammlung in Königsberg, die im Gasthaus Zur Krone" am 25. April stattfand, spricht der sozialdemokratischen Partei und ihren Vertrauensleuten das vollste Vertrauen aus, erklärt die Spal. tung der Arbeiterbewegung durch die Kommuni sten als ein Verbrechen an den Interessen der Arbeiterschaft und gibt der Hoffnung Raum, daß her, auch weiter gelingen wird, sich die Einheit und Geschlossenheit der Bewegung im Lager der ' deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu ernisten, diese Einheit zu zerstören, halten, und alle Versuche der KommuDer Siegeszug des Achtstundentages. Fonnten nämlich feststellen, daß die Kommunisten. Die meisten von ihnen bekommen 13.50 tro nenes der Arbeiterschaft von Königsberg, so wie bis. Maifeier und Achtstundentag sind zwei un die sonst so sehr gegen das„ bürgerliche" Gericht pro Tag, bringen es also auf den fürstlichen trennbare Begriffe. Niemals hatte der Kampf eingenommen sind, mit einem ihrer Abgeordneten Wochenlohn von 81 Kronen pro Woche, erhalten um den Achtstundentag einen so überwältigen Er- jan der Spitze den Weg zum Olmüßer San also um 9 K weniger als der Herr Schmerda, folg aufweiſen können, wenn nicht die Mai- delsgericht gefunden haben, um sich ihre der sich von der Bezirkskrankenkassa Mähr.feiern der Arbeiterschaft die Forderung so mäch- Nechte als Teilhaber der„ Marmorit" Schönberg für jeden Tag, den er dort zubringt, tig unterstützt und in die Gehirne von Millionen G. m. b. S. in Mähr.- Schönberg. verbrie- 90 Stronen bezahlen läßt. Zu seinem Beamten Proletariern eingeprägt hätten. Als dann in den fen und sicherstellen zu lassen. Ebenfalls aus dem gehalt kommen noch feine Diäten und jetzt auch bewegten Kriegs- und Umsturzjahren der Acht- Handelsregister fonnte ersehen werden, daß das stundentag in fast allen Stulturstaaten gefeßlich der Verdienst als Gesellschafter bei der Marmorit. festgelegt wurde, war das feineswegs ein Ge schent der Bourgeoisie" an die Arbeiter, sondern die Frucht jahrzehntelanger schwerer Kämpfe des Proletariats, deren Höhepunkte stets die Kampfund Festtage am 1. Mai gewesen sind. Den Siegeszug des Achtstundentages in der Gesellschaftskapital 620.000 Kč beträgt. Wir brauchen diesen Tatsachen nichts beizufü Als Teilhaber fungieren neben anderen mehr oder ihre Phrafen und Schlagworte vom Stabel laffen gen. Morgen werden die Kommunisten wieder minder bekannten bürgerlichen Geschäftsleuten die und wahrscheinlich wird auch der Herr Schmerda Herren Anton Schmerda. Krankenkassenbeam gegen das Savital wettern, wird von der Not der er und Abgeordneter in Mähr. Schönberg und Arbeiter erzählen und von dem Gebot, gegen die Eduard 3orn, Krankenkassendirektor in Frei- herrschenden Mächte kämpfen. ganzen Welt veranschaulicht eine Geschichtstabelle, die seinerzeit der Sozialpolitiker Luigi Bren999DIOCCONTANT********* tano veröffentlicht hat. Nachdem der Achtstun dentag schon in der Vorkriegszeit in einzelnen Ländern für gewisse Branchen galt, wurde er zu einer allgemeinen gesetzlichen oder vertraglichen Einrichtung, und zwar: 29. Oftober 1914: Panama, 17. November 1915: Uruguay, September 1916: chador, er 1917: Portugal, 31. Jänner 1917: Mexiko, 7. November 1917: Rußland, 27. November 1917: Finnland, 14. August 1918: Norwegen, 15. November 1918: Deutschland, 23. November 1918: Polen, 14. Desember 1918: Luremburg, 19. Dezember 1918: Desterreich, 19. Dezember 1918: Tschechoslowakei. 8. Jänner 1919: Jugoslawien, 27. Juni 1919: Schweiz, 23. August 1919: Frankreich, 1. Oftober 1919: Spanien, 17. Oftober 1919: Schweden, Wahlrechtsmai vor zwanzig Jahren. eccoon ace 29. Oftober 1919: Internationale Konferenz Zur Frage des Gehaltsgefeßes der Staatsin Washington.( Um die verpflich bediensteten. Am 28. April 1926 waren im Retende Anerkennung ihrer Achtstunden tagsbeschlüsse wird noch in verschie- präsentationshause in Prag Vertreter der Staatsdenen Ländern von der Arbeiterschaft angestelltenorganisationen Československy svaz statein intensiver Kampf geführt.) nich a veřených kancelařskych zaměstnanců, Verband der Eisenbahner, Federace strojvudců, mezinarodni všeodborový svaz sekce železnični, sekce statnich und veřejnych zaměstnanců, spolek posunovačců in einer Informationskonferenz versammelt, um zur Staatsangestelltenvorlage Stellung zu nehmen. Es wurde fonstatiert, daß alle beteiligten Vertreter der res 1918 hat sich der Achtstundentag im gesamten obgenannten Organisationen die Regierungsvorlage Eisen- und Stahlgewerbe durchgesetzt. In England ist der Achtstundentag durch Tarifverträge gesichert; im Eisen- und Stahlgewerbe besteht er seit 1906, im Bergbau ist gesetzlich der Siebenstundentag garantiert. In den Vereinigten Staaten von Amerika besteht seit dem 1. Jänner 1917 ein Achtstundentagsgesetz für die wichtigsten Eisenbahnen, und im Laufe des Jahaller Entschiedenheit zurüd.. weisen wird." Spaltungsversuche in Königsberg wahrlich nicht Gründlicher konnten die kommunistischen vorbeigelingen und Herr Wünsch wird es sich wohl überlegen, nochmals seine ſegensreiche Tätigkeit für die Arbeiterschaft auf diesem Boden entfalten zu wollen. W., Julius D., Heinrich P. und Heinrich M., zur Junge und alte Sittlichkeitsverbrecher. Josef Beit ihrer Straftat 15 bis 17 Jahre alt, überfielen am 25. Feber 1925 im Walde bei Doniz ein 13jähriges Mädchen, das sie ersucht hatte, ihm ein Messer zu borgen und versuchten, es zu notEger am 27. April wurde Josef W. zu 15 Monazüchtigen. Bei der Schwurgerichtsverhandlung in ten, Julius D. und Heinrich P. zu je einem Jahre Kerfer verurteilt. Die Strafe der beiden letztgenannten iſt bedingt, mit einer Bewähfreigesprochen. Der 52jährige Arbeiter Rudolf rungsfrist von drei Jahren. Heinrich M. wurde M. in Markhausen hatte ein 13jähriges Mädchen in der gegenwärtigen Fassung ablehnen. Beschlossen geschwängert, das noch vor seinem 14. Lebens Diese Uebersicht zeigt, daß sich der Achtstun- wurde weiters, neuerdings alle beteiligten als auch fahre einen Senaben gebar. Das Mädchen hatte dentag bereits international durchge zu dieser Konferenz nicht erschienenen Organiſa, ſich vor Scham nichts zu sagen getraut und erst sett hat, und daß alle Bemühungen der Rüdtionen zweds einheitlichen Vorganges einzuberufen. Nate gezogen wurde, stellte sich heraus, daß die schrittler, ihn zu beseitigen, zur Aussichtslosigkeit verurteilt sind, wenn die Arbeiterschaft diese Der abgeblißte Herr Abgeordnete Herr noch nicht Vierzehnjährige schwanger war. Das schwererkämpfte Errungenschaft nicht freiwillig Wünsch. Die Kommunisten, denen die einige, Schwurgericht Eger erkannte gegen M. auf eine preisgibt. sozialdemokratische Arbeiterbewegung in Königs- schwere Sterferstrafe von 15 Monaten. pen, festlich- dunkel gekleideter Männer, die rote Stoffnelte am Rock, durch die grüne, bucklige Welt des Jfergebirges ziehen, das im strahlenden Sonnerglanz in seiner ganzen lieben Anmut dalag. Sie marschierien zum Massenmeeting Tann wald. Das Recht auf die rote Fahne hatten sich die Schleifer längst erfämvft und sie leuchtete über den Trupps. Auch Musikflänge und Lieder irug der Maiwind heran. Sie sangen, mit jenem andestümlichen Fehler ... und wie einst Galilea vief, | of!" und mir sein berejt, mir wortn su schun| birgskamm waren herbeibefohlen worden, so daß laangst!" in jener Nacht die Tabak-, Schnaps- und SchokoZum Schluß sangen wir und da stand auch ladenschmuggler sicher ein Geschäft gemacht haben. der Herr f. f. Statthaltereifonzeptspraktikant mit Einen Regierungsvertreter hatte man nicht in das auf. Und dann zu mir:„ Es wird doch heute nichts traurige Rochlitz hinausgejagt. Arbeitsruhe gab es rassieren, ich möchte nämlich weg, sonst müßte ich da am Maientag nicht aber selbst in den vielen hier bleiben..." Er wurde beruhigt. Seine Tertilwerken der Bezirke Krayzau, Reichenberg, Angst, auch wenns zum Generalstreit fommt, Friedland, Tannwald, Semil und Eisenbrod( die machen die Neuwelter keinen Unfug. Sie fönnen letzteren beiden schon tschechisch) wurde unter dem rubig weg und Ihre Gendarmen auch". So ge- Druck der Aussperrung auch am 1. Mai voll gearbeitet. schah es. Am Nachmittag, als sich die Genossen. unter denen ich an jenem Tag manchen lieben Freund auf Jahrzehnte gewann, bei Zither und Harmonika und selbstgemachten Varschln"( Versen) des Maientags erfreuten, stieg ich durch den Wald über Seifenbach, bis wohin zwei Neuwelter Freunde mitgingen, hinauf in das entlegene Rochli 3. unterwegs, an einer tief im Dauerschatten liegen den Waldstelle blinkte es weiß da lag ein metertiefer Schneehaufen noch am 1. Mai. Selbst die gedrückten Lohnsklaven von Rochli wußten vom Wahlrechtsfampf, wollten das gleiche Recht und stimmten der Aufforderung zu, wenn die Parole fomme, die Arbeit niederzulegen. Aber wie müde waren diese Menschen, wie wenige von ihnen hatten den hellen Blick der innerlich Freien und wie viele von ihnen suchten den Trost noch im Schnaps! ( Eine Erinnerung von Richard Bernstein.) Die fleinen Parteiblätter in Nordböhmen, die es vor 20 Jahren noch gab, fonnten sich einen eigenen Depeschen- oder Telephondienst nicht leisten. Die nächste Filiale des f.k. TelegraphenKorrespondenzbüros war in Prag, fonnte uns als rings die Welt im Irrtum schlief... also nichts nützen. So waren wir mit politischen Der Zug war die Zahnradstrecke bis Grünthal Nachrichten schon auf die bürgerlichen Blätter aufgekletterf. Das war die Grenze. Aber den angewiesen, die wir schon in der Früh haben vormärzlichen Segen von Paß und Visum gab es konnten, während die täglich begierig erwartete noch nicht wieder. Umgestiegen in die schönen Aus Arbeiter- Zeitung erst am Abend knapp vor La- sichtswagen der preußischen Gebirgsbahn, die hier denschluß des Zeitungshändlers eintraf. ach Schreiberhau- Sirschberg anschließt. Aber So geschah es, daß der Referent, den die schon auf der ersten Station Striderhäuser heraus Kreisvertretung des 9. böhmischen Wahlkreises und nun durch den hochstämmigen Nadelwald tief So war der letzte Eindruck des so schön begonder Wählerklasse des allgemeinen Stimmrechts" hinunter. Gerade als sich auf die geradezu alpinen nenen Maientags eiwas herunterstimmend. Aber nach Neuwelt zur Maiversammlung bestimmt Matten des weiten Talteffels von Neuwelt heraus- Rochlitz ist zwei Wegstunden lang. Wenn ein die tapferen, auf furchtbar schwerem Posten stehens hatte, erst in Tannwald Schumburg, wo der trat, krachten die Böller. Das ließen sich unsere Rochlitzer seinen Landsmann am anderen Ende den Vertrauensmänner dort oben Bahnportier die Reichenberger Zeitung" ver- Neuwelter, die Elite der Schleifer, nicht nehmen: der Stadt" besuchen will, muß er sich mindestens nungsvoll und als über Jahr und Tag das Volk faufte, die so früh vor der Abfahrt in Gablonz der 1. Mai, der mußte bei ihnen eingeschos- einen halben Tag Urlaub nehmen. Dort herrscht unterm gleichen Recht zur Urne schritt, da hielt die Textilindustrie und sie hat sich gewiß deshalb sich Rochlitz gut und wir famen im Städtewahlnoch nicht zu haben war, den Rücktritt dessen werden! Kabinetts Konrad Hohenlohe erfuhr. Der große Saal war gesteckt voll. Die weit dort angesiedelt, weil man in solcher Weltabge- freis Hohenelbe mit unserem Ludwig Egner in Ha, was war das? Wahlrechtsminister gestürzt, entlegene Bezirkshauptmannschaft Starkenbach schiedenheit und fern von den Zentren der Ge- die Stichwahl, die wir freilich nicht gewannen. der Mann, der einst als einziger Bezirkshaupt hatte es sich nicht nehmen lassen, einen Vertreter werkschaftsorganisation mit recht niedrigen Löhnen Neuwelt aber war, wie es sich gehörte und mann in ganz Desterreich Hauptmanns„ Weber“ zu schicken. Der Herr Kommiffär war nicht viel lange auskommen kann; es mögen ja auch in solch wie's auch geographisch, verkehrstechnisch und induhatte aufführen lassen, der Freigeist und Arbeiter älter als ich. Er horchte genau so auf, wie die unſtädtischer Gegend die Lebensmittel billiger sein, striell gar nicht anders möglich war. in Gablon: freund mit dem hochadeligen Namen zurückgetreten? Arbeiter und Arbeiterinnen, als der Rücktritt wenn auch gerade im Riesengebirge drin, auf der Tannwald gekommen, wo unser Josef Barth, Das konnte nichts anders sein als ein Sieg der Sohenlohes mitgeteilt wurde. Ein Augenblick der steilen, böhmischen Seite, außer Beeren und Pilzen dieser wahre Schleifer- Seff und selbst ein NeuWahlrechtsfeinde, der Schlachzizen, der feudalen Starrheit- dann aber ein Rufen und Schreien, faum Dinge wachsen, die der Mensch zur Nahrung welter, mit 5700 Stimmen gegen 2700 deutschnaund verfassungstreuen Großgrundbesitzer, der zum Teil kaum verständliche Worte, in denen das brauchen kann. Hausweberei war, wenigstens da- tionale und etwelche Splitterchen glänzend gewählt heimlichen, aber nicht weniger gefährlichen rednerisch wenig, desto mehr aber fürs Sinnen und mals, auch noch vorhanden- kurz, es war ein wurde. Einem Freund in Wien verdankte ich am Wahlrechtsfeinde deutschbürgerlichen und Dichten begabte Schlesiervolk da oben seinen Ge- rechter Elendswinkel und dementsprechend waren nächsten Morgen ein Sammeltelegramm mit unchristlichsozialen Lager! fühlen Ausdruck gab. Und als nun gesagt wurde, die Arbeiter mit den Neuwelter Schleiftünstlern seren herrlichen Wahlsiegen im ganzen Reich und, Nun muß man bloß wiffen. in welchem jetzt tönnte wohl in den nächsten Tagen die längst und gräflich Sarrch'schen weltberühmten Glas- seren herrlichen Wahlsiegen im ganzen Reich und, vielleicht noch unter dem Eindruck jener Rochliter Alarmzustand sich das nordböhmische Proletariat erwartete Parole zum Generalstreik machern und bläsern etwa so zu vergleichen wie Maifeier, wurde das Sieges- Extrablatt mit HerMaifeier, wurde das Sieges- Extrablatt mit Herwie das gesamtöſterreichische seit jenem 28. herauskommen da zuckte zwar der Uniformierte der russische Muschik mit dem spanischen Hidalgo. November 1905 befand, der in Gablonz doppelt neben mir zusammen, aber ich habe nie erfahren, Troßdem hatten wir auch in Rochlitz Anfänge einer weghs Gedicht geſchloſſen; joviel Demonstranten zusammengeführt hatte, als ob er amtszuhandeln gewillt war, denn die Ver- politischen Organisation und eine Textil- Ortsdie Stadt Einwohner zählte, um sich die Wirkung fammlung tobte von Beifall, die Leute lachten, wie gruppe. dieser Kunde aus Wien vorzustellen. Noch wußten von einem Seelendruck befreit, und riefen, so viel fie nichts. Vom Zug aus sah man hie und da Grup- ich die Nächsten verstehen konnte:„ Nu wär' sch Vor der Rochlitzer Maifeier hatte die Behörde entschieden Angst: sogar die Zollwächter vom GeFrisch auf, mein Volt, mit Trommelschlag im Zorneswetterschein Und wag es doch' nur einen Tag, nur einen, frei zu sein! 30. April 1926. Zur Maifeier! An unsere Berichterstatter! Wir ersuchen die Genossen, die die Berichterstattung über die Ma is feiern übernommen haben, alle Berichte direkt an die Zentralredaktion in Prag, Nekazanka 18, einzusenden, und zwar so, daß sie womöglich bereits Montag früh in Händen der Prager Redaktion sind. Die Zentralredaktion. Getreidezölle selbst um den Preis von Neuwahlen. Das Organ der tschechischen Agrarier " Venkov" teilt im Leitaufsatz mit, daß am Mittwoch eine Sigung des handelspolitischen Ausschusses der Agrarpartet stattgefunden hat, an der die Abgeordneten Beran, Branecky, Staněk und Zadina sowie Professor Brdlik, Dr. Dvořat und Klindera teilgenommen haben. Die Sigung erklärte, daß der Zollschuß unserer Landwirtschaft diesmal um jeden Preis, selbst um den Preis von Neuwahlen gesichert werden muß. Weiters be harrt die republikanische Partei auf der parlamentarischen Erledigung des Vertrages mit Polen und wird entschieden gegen die Verlängerung des handelspolitischen Ermächtigungsgesetzes auftreten, solange die Frage der Agrarzölle nicht günstig erledigt werden wird. Was bedeutet der Antrag Donat für die Konsumenten? Verteuerung der Lebensmittel für eine fünfköpfige Arbeiterfamilie um jährlich 910 kč. Bette 5. Igeführt werden können. Die Bruderverbände Deutschlands und Desterreichs rufen alle Jahre ihre Mitgliedschaft mindestens zweimal zu inten fiver Werbearbeit auf und haben damit stets Erfolge erzielt. Es muß auch Aufgabe des neuge wählten Vorstandes sein, jährlich mindestens zweiDas Pravo Lidu" hat eine Berechnung an- Idenschaft für die Einführung des sechsfachen Ge- mal großangelegte Werbeaktionen durchzu gestellt, welche Einwirkung die Gesetzwerdung des treidezolls der Vorkriegszeit eingesetzt haben, wer- führen. Daß die Wichtigkeit dieser Aufgabe die Antrages Donat auf die Lebenshaltung der Arbei- den sich durch diese Berechnung von ihrem Vor- Delegierten voll und ganz erkannten, bewiesen die terbevölkerung ausüben würde. Die Berechnung haben nicht im geringsten abschrecken lassen. Für Genossen außner, Schuster, Weigl, amtes, welches Haushaltungsrechnungen von Ar- ben des Arbeiters erhöhten Gewinn. Debatte ausgesprochen, daß die Funktionäre ge stützt sich auf die Angaben des statistischen Staats- sie bedeuten die erhöhten Ausga Weiß in der Debatte. Besonders wurde in der beiterfamilien veröffentlicht hat. Die Verteuerung, Was aber für einen Arbeiter eine erhöhte Ausschult werden müssen. Sehr erfreulich ist es auch, welche sich durch die beantragten Zölle ergeben gabe von K 17.50 in der Woche ist, kann man daß die Notwendigkeit erkannt wurde, die Jugend würden, würde sich folgendermaßen auswirken: daran ermessen, daß der durchschnittliche Wochen für die Gewerkschaft heranzuziehen und heranzu lohn zwischen 100 und 150 K schwankt und das bilden. Das soll durch die von den Karlsbader es große Gebiete und eine Reihe von Branchen Genossen eingebrachten Anträge erleichtert werden. gibt, in denen die Arbeiter weniger als 100 Kro- Arbeiten inzwischen abgeschlossen hatte, berichtete Nachdem die Antragsprüfungsfommission ihre nen verdienen. Die beantragten Zollerhöhungen Wöchentl. Verbraud einer fünfköpfigen Arbetterfamilie Demnach Erhöhung Beantrag ter Boll schut Kč Kč Kč Weißbrot Kochmehl Backmehl •.. 8.20 0.90 7.38 • 2.80 0.90 2.52 .. 2.80 0.90 2.52 Rindfleisch. 1.20 0.90 1.08 Schweinefleisch. 0.60 0.90 0.54 Selchfleisch 5. 0.20 0.90 0.18 Würste .. 0.20 0.90 0.18 • Prager Salami 0.10 Poln. Salami. 0.10 Butter Schmalz 0.90 0.09 0.90 0.90 .. 0.25 1.75 0.44 ⚫ 0.65 2.70 1.75 Margarine. 0.20 1.75 0.35 0.60 0.36 0.22 . 0.30 0.27 0.08 0.25 0.18 0.05 0.50 0.06 0.03 Reis. Erbsen Zwiebel Aepfel. • • Insgesamt beträgt also die wöchentliche Erhöhung.. 17.50 Aus dem Abgeordnetenhaus. Sigungen halten ab: Freitag, den 30. April das Präsidium des Abgeordnetenhauses um 11 Uhr vormittags, Mittwoch, den 5. Mai das Subkomitee für Die reichen deutschen und tschechischen AgraAutorenrecht um 3 Uhr nachmittags.( Parla- rior, welche sich im Senat mit einer solchen Leimentskorrespondenz.) Erfolgreiche Werbearbeit leisteten unsere Genoffen in Drahowit, die dem Volkswillen" 52 neue Leser und der Partei 23 neue Mitglieder gewannen. Nachmachen! würden für die fünfköpfige Arbeiterfamilie eine Gen. Waniek über die dort gefaßten Beschlüsse jährliche Mehrbelastung von 910 K und legte diese dem Verbandstage zur Beschlußausmachen und um diesen Betrag würde die Le fassung vor. Der Verbandstag erledigte die An benshaltung des Arbeiters sinken. Woher aber foll träge in der von der Antragsprüfungskommission der. Arbeiter diese 910 K nehmen? Er wird noch vorgeschlagenen Weise und damit auch die daraus schlechter essen müssen als bisher, seine Mahlzen selbstverständlich entstehende Aenderung der Stawird noch färglicher sein, an Kleidung und Wätten in den betreffenden Punkten. Das neue Versche wird er sich noch weniger kaufen können als bands und Ortsgruppenſtatut wurde dann ebenfalls in der von der Antragskommission vorge bisher. schlagenen Weise angenommen. Ueber die Beschlüsse der Wahlfommission berichtete Gen. Weigel. Durch die hierauf vorgenommene Abstimmung wurden folgende Genossen in den VerbandsvorAm 1. Mai müssen die Arbeiter durch mas- stand einstimmig gewählt: In die Verbandsexekutive: Anton Klinger, Obmann, senhafte Beteiligung an den sozialdemokratischen Anton Jeffenel, 1. Obmannstellvertreter, Franz Maifeiern zeigen, daß es ihnen ernst ist, den Pohl, Wilhelm Rehnelt, Josef Lehnert, Eduard Kampf gegen die Verelendung, den Kampf Wenzel, Robert Seidel( sämtliche Bodenbach). Ergegen die tschechischen und deutschen bürgerlichen weiterter Vorstand: Andreas SchusterParteien, welche der Arbeiterschaft den Fuß auf Eger, 2. Obmannſtellvertreter, Franz Minarsch Aich, Hermann Weigel- Aussig, Josef Kosianden Naden seßen wollen, zu führen. Jägerndorf, Alois Kaußner- Karlsbad. Die obenstehenden Ziffern illustrieren am besten die schweren Gefahren. in der sich die Arbeiterklasse der Tschechoslowakei befindet." Verbandstag der Lebensmittelarbeiter. Aus der Glasarbeiter Internationale. Die Einigungsbestrebungen in der Tschecho= Alle vorgeschlagenen Mitglieder nahmen die Wahl an. Genosse de linger dankte sodann allen aus dem Vorstand durch die Neuwahl ausgeschie denen Genossen für ihre jahrelange, pflichtgetreue Grauenvoller Selbstmord. In Heumoth bei Erster Verhandlungstag. gelungen durch die Mithilfe aller Funktionäre und und zielbewußte Arbeit und gab der Hoffnung Neubistrig begab jich ein 30jähriges Mädchen, Vertrauensmänner. In ausführlicher Weise be- Ausdruck, daß es auch im neuen Vorstand ein ge= in der sich in der zum Prager Der Vorſikende des Verbandes, Gen. Klinger, richtete Gen. Slinger über die Annäherung dehliches und einvernehmliches Arbeiten geben begoß sich dort mit Petroleum und zün= 24. April begann, mit einer furzen Ansprache und eine vollständige Einigung nicht erzielt werden der ausländischen Gäste für die überaus freund zum Prager Verband und bedauerte, daß möge. Genosse Schifferstein dankte namens dete sich dann an. Die Bedauernswerte glaubte gedachte dabei der in der Zeit seit dem letzten konnte. wahrscheinlich, daß sie gleich tot sein werde; die Klei Verbandstage verstorbenen Führer Cermat, Hirsch, der Organisation der brannten ihr vollständig vom Leibe und sie Bieringer, Hanusch, Branting, des deutschen Reichsauch in den fünftigen Jahren, die Jahre der ArGenosse Pohl erstattete sodann den Kassa- beit und des Kampfes sein werden, den besten lief in ihrem großen Schmerze noch etwa eine präsidenten Ebert und aller braven Witkämpfer. bericht. In der Debatte sprachen die Genossen Erfolg. Genosse Klinger dankte namens des Verhalbe Stunde weit bis zu den sogenannten Der Nachruf wurde von den Teilnehmern des chut st er- Eger, Buche It Lobosit, Trolda bandstages den ausländischen Genossen für ihre Elendshäufeln und brach dort zusammen. Man fand Verbandstages stehend angehört. Er begrüßte hier Neuern, Rauner- Karlsbad, Kohl- Gablon, Teilnahme, so auch allen anderen Gästen und nicht die Unglückliche, am ganzen Körper wie geröstet, auf die Delegierten und die Vertreter der Bruder- Gröbner- Weißenfuiz, Ehlert- Teplitz, Wei- zuletzt den Delegierten selbst für die auf dem unter gräßlichen Schmerzen, schreiend und bittend, verbände Deutschlands, Desterreichs und Hollands. gel- Aussig, Waniet- Reichenberg. Verbandstag geleistete Arbeit. Nach einigen an man möge sie töten. Sie wurde ins Spital nach Als Gäste nahmen am Verbandstage teil, für den Nach dem Bericht der Mandatspritfeuernden Worten schloß Genosse Klinger diese an Neuhaus überführt und starb dort nach 15 Stun Deutschen Nahrungs- und Genußmittelverband fung stommission waren vertreten die Oris Arbeit so reiche Tagung. den. Die Beweggründe, welche die Unglückselige zu Gen. Fib. Hamburg, für den Holländischen gruppen durch 27 Delegierte, Vorstand 17, Kreis dieser Tat getrieben haben, sind unbekannt; ver- Bäder- und Konditorenverband Gen. Roeg, gewerkschaftskommission 2, Presse 1, Zentralge mutet wird Geistes störung. Amsterdam, und für den Zentralverband der wertschaftskommission 1, die ausländischen Bruder Eine Mutter von sechs Kindern vergiftet sich. Lebensmittelarbeiter Desterreichs Gen. Stockverbände 4, die Internationale Union der LebensIn Olmütz wurde am Dienstag die 32jährige Ar- ner, Wien. Für die Zentralgewerkschaftskommis- und Genußmittelarbeiter 1, und zwei Gäste der beiterin J. J., Mutter von sechs unversorgten Rin- sion erschien Gen. Macoun, Reichenberg. slowakei. Für Industrieverbände. Ortsgruppe Teplitz. dern sterbend aufgefunden. In der Wohnung wurde Genosse Poh I referierte dann über die vor. Am 23. und 24. April fand in Brüssel eine ein Brief vorgefunden, worin sie sich von der Fa liegenden Anträge des Verbandsvorstandes und Sitzung der Exekutive der Glasarbeiterinternatiomilie verabschiedet und als Beweggrund des Selbst- Für die Internationale Union ist zu den der Ortsgruppen. Es soll ausgebaut werden, die nale statt, welche sich auch mit den organifatorimordes Lebensüberdruß angibt. Die lebensmüde Verhandlungen Gen. Schifferstein, Zürich), Arbeitslosenunterstüßung, Stranken- und Wöchschen Verhältnissen in der Tschechoslowakei befaßie. Fran hatte zehn Tabletten Beronal eingenommen. erschienen, wurde von den Delegierten herz- nerinnenunterſtügung." Hinterbliebenenunterstüt Es wurde die nachstehende Resolution beschlossen: Im Krankenhaus liegt sie nun in hoffnungslosem lichst begrüßt. Seine Begrüßungsworte wurden zung, Aenderungen bezüglich der Nebersiedlungs- Die Sigung der Exekutive der GlasarbeiterZustand darnieder. mit großem Beifall aufgenommen. fostenunterstüßung, Unterstüßung in Notfällen, Internationale, welche am 23. und 24. April Ein tschechisches Pressegebäude. Wie die„ Pra Gen. Klinger berichtete sodann für den Rechtsschutz, Reiscunterstützung. Durch diese Neu- 1926 in Brüssel tagte, hat den Bericht über die ger Presse" meldet, soll in der Prager Lützowgaise Verbandsvorstand. Die Mitgliedschaft des regelung der Unterſtüßungen entstehen für die Verhandlungen der beiden Glasarbeiter- Verbände ein neues Gebäude errichtet werden, in dem neben Verbandes setzt sich aus verschiedenen Berufs- Mitglieder weitere große Vorteile. Wie wichtig der Tschechoslowakischen Republik zwecks Zusam dem Tschechischen Presbüro auch sämt gruppen zusammen und demgemäß war auch die diese Siegelungen sind, beweist die lebhafte Debatte, menfassung der zersplitterten Sträfte auf interliche journalistische Institutionen und Korporatio- Arbeit, die der Verbandsvorstand zu leisten hatte, die hierüber geführt wurde. Es sprachen die Gen. nationaler Basis zur Kenntnis genommen und nen" Unterkunft finden sollen. Man wird ja eine mannigfache. In der Brauindustrie Kaupner, Weigel, Czerwenta( Teplitz), anerkennt den guten Willen, welcher für diese sehen, auf wen sich diese„ Sämtlichkeit" erstreden bestehen Stollektivverträge für die Arbeiterschaft, Waniek, siekisch( Bodenbach), Punzmann wichtige Aufgabe auf beiden Seiten zu verzeichnen und zwar Landesverträge für Böhmen und Wäh-( Bodenbach), Oppis( Karlsbad), Gröbner, ist. Es wird damit durchaus nicht verkannt, welDie Wählerzahl in Groß- Prag. In Groß- ren. Im allgemeinen fann gesagt werden, daß die Pichert( Bodenbach), Bretsch( Troppau). In che Schwierigkeiten zu überwinden sind, jedoch Prag gab es im Deezmber 1925 471.667 Perso- Brauereiarbeiter mit wenigen Ausnahmen durch seinem Schlußwort konnte Genosse Pohl mit be muß sich bei gegenseitiger Aufrichtigkeit ein Weg nen, welche das Wahlrecht in das Abgeordneten- hre Geschlossenheit und Taifraft es bisher gezeigt rechtigtem Stolz sagen, daß es wohl keine zweite finden lassen, all diese Schwierigkeiten im Inter haus besitzen, davon abgesehen vom Militär haben, was fester Zusammenhalt zu bewirken im Organisation gibt, die das Unterſtüßungswesen so esse der Glasarbeiterschaft zu überbrücken. 216.459 Männer und 251.296 Frauen. Dazu Stande ist. Schr traurig sind die Verhältnisse gut ausgebaut hat, wie der Lebens- und Genuß- Bei der immer größer werdenden Konzentrakommen noch 3912 Soldatenwäbler. Die Anzahl in der Mühlenindustrie. Die schwankende mittelverband. Gen. Klinger erläuterte darauf tion des Kapitalismus und der organisatorischen der Senatswahlberechtigten betrug 404.751, da Produktivität in diesem Industriezweige, wo Be- die durch die Einführung des Genter Syſtems be Zusammenarbeit des Unternehmertums wird die von 156 Soldatenwähler( da sind wohl Offiziere, triebsstillstände und Kurzarbeit zu ver eichnen dingte Aenderung der Statuten. Die Anträge und Zusammenfassung aller Glasarbeiter eine Indu Militärbeamte und Rottmeister nicht inbegriffen) waren, brachten es mit sich. 14 bis 16 Stun- das neue Verbands- als auch Ortsgruppenſtatut ſtriegruppe in eine einheitliche Organisationsund von der Zivilbevölkerung 185.922 Männer den Arbeit sind keine Seltenheit. wurden der Antragsprüfungskommiſſion zur Be- form geradezu zur zwingenden Notwendigkeit und Die Arbeiter dieses Berufszweiges aus der Gleich- handlung zugewiesen. wird. Rundfunt für Ane! Programm für morgen, Samstag. Zweiter Verhandlungstag. und 218.673 Frauen. werden zukünftige Erfolge der Arbeiterschaft auf Spenden für die Böhmerwäldler sind noch ein- gültigkeit zu rütteln, ist eine Hauptaufgabe des gelaufen von der Lofalorganisation Allgersdorf 80 Verbandes. Die Zu derwaren- und Staffe eDritter Verhandlungstag. wirtschaftlichem Gebiete die Schaffung von Ges werkschaften nach Industriegruppen bedingen, Kronen, Lokalorganisation Wilsdorf 40 K, Fen- furrogatindustrie ist der einzige Teil in Genosse Macou n referierte am dritten Tage wozu auch die technische Entwicklung in der Glasorganisation Wilsdorf 20 K. den verschiedenen Industriegruppen der Lebens über Gewerkschaftsprobleme. An Hand der Statistik industrie den Weg zeigt. Die Exekutive der Glasund Genußmittelindustrie, wo größere Betriebe mit nach Dr. Oberschall bewies der Referent die stete arbeiter- Internationale ersucht die beiden Bru Hunderten von Arbeitern in Betracht kommen. Aufwärtsentwicklung der dem Gederverbände der Tschechoslowakischen Republik, in Gerade in diesem Industriezweige waren in der werkschaftsbunde angeschlossenen diesem Sinne ihre begonnene Arbeit fortzusetzen Berichtszeit ziemlich lebhafte Bewegungen zu vera Organisationen und Verbände. In beson- und wünscht ihnen hiezu die besten Erfolge. zeichnen, wo es sich darum drehte, einerseits den ders ausführlicher Weise schilderte Gen. Macoun Brag, 16.30: Nachmittagskonzert; 18: Deutsche Wünschen der Unternehmer nach weiteren Ver- die Bestrebungen des Gewerkschaftsbundes um die verschiedenen Organisationsformen hat auch die Die bestehende Zersplitterung der Kräfte in Arbeitersendung, Genosse Artur Fischer- Streitmann: schlechterungen der materiellen Lage der Arbeiter- Vereinigung mit den tschechischen Zahl der Judifferenten der beiden in Betracht Rezitationen; 18.15, 20, 22: Nachrichten; 20.02: fchaft zu begegnen, andererseits zu trachten, das Genossen. Das zweistündige Referat wurde mit kommenden Nationen vergrößert und es muß auch Stonzert; 21 15: Stonzert. Brünn, 19, 21: Ston- durch die Gleichgültigkeit der Arbeiter Verlorene großem Beifall aufgenommen. Alle Delegierten eine der vornehmsten Aufgaben sein, die Zusam zerte. London, 18.15: Orchesterkonzert: 19.25: wiederzugewinnen. Im Bäckergewerbe waren mit dem Vorgehen des Gewerkschaftsbundes menfassung aller Kräfte in den altbewährten Bach- Abend: 21: Orchesterkonzert.- Paris, 12.30, hatte der Verband reichliche Arbeit. Ein großer einverstanden, und billigten die getroffenen Ver- internationalen Gewerkschaften herbeizuführen, 16.45, 20.30: Ronzerte Berlin, 16.30: Nach Stampf wurde und wird noch heute geführt gegen einbarungen, was dadurch zum Ausdruck kam, daß wozu die Erlassung einer gemeinsamen Kundmittagsfonzert; 19.55: Das Auslandsdeutschtum: die Nachtarbeit. Unzählige Anzeigen wurden fich fein Widerspruch zeigte. gebung anempfohlen wird." Seine Bedeutung für die Heimat: 20.30: Orchester bei den Behörden wegen Uebertretung des Vertheater. fonzert. Leipzig, 16: Fröhliche Musik; 20.15: botes der Nachtarbeit erstattet, die ofimals von Darauf wurden die Anträge, die durch die Dieser Beschluß der Internationale der Bollsabend, Rezitationen, Beethoven.- Breslau, den Behörden nicht so erledigt wurden, wie es vorherigen Tagesordnungspunkte nicht schon be- Glasarbeiter ist insofern bemerkenswert, weil er 16.30: Opern- Nachmittag; 20.25: Chorfonzert.- die Notwendigkeit selbst erfordert. Der Stampf in handelt wurden, durchberaten und der Antrag sich grundsätzlich zur Schaffung von gewerkschaftMünchen, 16.30: Nachmittagskonzert; 19:„ Der diesem Berufe wird dadurch erschwert, daß die prüfungskommission zugewiesen. Die Gen. Schuster lichen Organisationen nach Industriegruppen beBostillon von Lonjumeau", Komische Oper von Ad. Prouftion noch handwerksmäßig ist, mit Aus- und Kaußner begründeten den Antrag der Orts kennt, wie sie bereits in Holland, Schweden und Adam, Uebertragen aus dem Münchner National- nahme der Genossenschaftsbetriebe. Auch im lei- gruppe Starlsbad, daß das Sekretariat für Norwegen bestehen, wo die Glasarbeiter als SekFrankfurt, 16.30: Stonzert; 19: fcher- und Gastgewerbe, in der de on- West böhmen in Karlsbad errichtet werde. Der tion dem Fabriksarbeiterverband angeschlossen Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus:„ Die ferven industrie wurde vom Verbandsvor- Verbandstag nahm den Antrag an. sind. Auch in Deutschland sind die diesbezüglichen Fledermaus", Operette von J. Strauß. Wien, stand reichliche und ersprießliche Arbeit geleistet. Während die Kommissionen tagten, referierte Verhandlungen soweit gediehen und es steht die 11.30: Desterreichische Bundeshymne. Vorträge des Zusammenfassend fann wohl gesagt werden, Genosse se linger über Organisation und Busammenfassung der beiden Organisationen für Bläserchores der Wiener Staatsoper; 16: Konzert: daß in der Berichtszeit, die eine Zeit von Krisen Agitation. Die ganze Straft der Funktionäre Glas und Neramit in eine einheitliche Organisa18: Kammermusikabend; 19.30:„ Egmont", Ein war, der Verbandsvorstand nichts unterlassen hat, und Mitglieder muß in den Dienst der Organisa- tion, den, Keramischen Bund", bevor, welcher sich Trauerspiel von Goethe, Musik von Beethoven. die wirtschaftliche und soziale Lage der Arbeiter- tion gestellt werden, damit die künftigen Kämpfe dann als Sektion dem großen Fabriksarbeiterver3ürich, 16, 18.15: Ronzerte. schaft zu heben. Das ist ihm zum größten Teil mit noch größerem Nachdruck und noch siegreicher band angliedert. Seite 6. 30. April 1926. Die Stärke der Genossenschaftsbewegung liegt in der genossenschaftlichen Eigenproduktion! Fördert darum den Absatz der GEC"-Produkte! " Wir erzeugen in unseren Betrieben: Bekleidungswerke Böhm.- Kamnitz: Schuhwaren, Wirk- und Strickwaren, Webwaren. Wäschefabrik Bärringen: Männer-, Frauen- und Kinderwäsche, Jacken, Kostüme etc. Spezialität: Arbeitskleider. Mühlenbetrieb Herbitz: Roggenmehl, Klele. Süßbackwarenbetrieb Herbitz: Lebkuchen, Marzipan, Keks, Waffelbruch, Bäckereien. Nährmittelwerke Neratowitz: OBSTVERWERTUNGSBETRIEB: Sämtliche Sorten Marmelade, Fruchtsäfte. KAFFEESURROGATERZEUGUNG: Zichorie, Mandel- und Feigenkaffee, Gerste und Korn gebrannt, Malzkaffee. KANDITENFABRIK: Kanditen aller Art. SCHOKOLADEFABRIK: Schokoladen aller Art. SUPPENWURZE- ERZEUGUNG. SENF- ERZEUGUNG. TEE-, KAKAO- U. GEWURZ- ABPACKEREI. Konservenbetrieb Znaim: Gewürz- und Salzgurken, Pfefferoni, Paradelser, Sauerkraut, Elerversand. Chemische Betriebe Mähr.- Ostrau und Bodenbach: Schuhcrême, schwarz, braun, gelb und weiß, Lederfett, Putzextrakt, Waschblauessenz, Waschpulver, Scheuerpulver, Vaseline, Lanolincrême, Kölnischwasser, Franzbranntwein, Tolletteselfen. Die Marke Echtheit u. GCC der bürgt für Güte Preiswürdigkeit Waren. 087 ein Der Vertragsab'chluß im nordÍ auch auf den Bauten keinerlei organisatorische Tä-| solcher Schnelligkeit durchgeführt werden, wie es verloren an Lohn 477.711( 372.276) K. Die inböhmischen Baugewerbe. tigkeit. Die Erhöhung des Stundenlohnes für die das wichtige Wert der Sozialversicherung erfordert. folge der Streiks nicht arbeitenden Personen ver Silfsarbeiter beträgt in Braunau 10, in Arnau, Aus diesen Gründen appelliert der Versicherungs- jäumten 570 Tage und verloren an Lohn 11.481 Reformistische Gewerkschaftsarbeit. Hohenelbe, Trautenau, übrige Orte, Wefelsdorf, rat an die maßgebenden Faktoren insbesondere an Kronen. Insgesamt betrug also der ArbeitszeitverDie Gefahr, daß im Bereiche des Reichen bannisbad 30 und 50 Seller. Für Arbeiterinnen der Sozialversicherung der Arbeitnehmer, es der Lohnverlust im März 489,192 K( im Feber 20 und 21, Hirschberg und Tammühl 16, Jo- den vorbereitenden Ausschuß zur Durchführung lust im März 22.365( im Feber 14.865) Tage und verger Handelskammerbezirkes während der hen- und Jugendliche in Arnau, Hohenelbe, Traute- mögen die strittigen Fragen, welche mit der Ver- 372.276 K). Den Industriezweigen nach entfällt rigen Bau aison Streik oder Aussperrung die nau, übrigen Orte, Wekelsdorf 13, Sirschberg und waltung der Sozialversicherung zusammenhängen, je ein Streit auf das Bergbauwesen( Bahl der Baubewegung unterbrechen würde, kann als ge- Tammühl 11, Johannisbad 19 Heller pro Stunde. in der nächsten Zeit erledigt werden. Der Ver- verlorenen Arbeitstage fehlt), auf die Holzinduſtrie bannt angesehen werden. Freitag, den 24. März 1. J. fam es nach langwierigen, mehrmals unterMit der Führung der Lohnbewegung war wie ſicherungsrat erklärt als Mittelpunkt der Stranken-( Zahl der verlorenen Arbeitstage fehlt), auf die brochener Verhandlung zu einer Vereinbarung. im Vorjahr, von den an der Bewegung beteiligten fassen in der Tschechosl. Republik namens der lederverarbeitende Industrie( 510 verlorene Arbeitsdie von den Verhandlungspartnern als Grund- Organisationen, der deutsche Bauarbei- in ihm organisierten Krankenkassen, daß diese selbst tage), auf die Lebens- und Genußmittelindustric lage zum Vertragsabschluß angenommen wurde. terverband betraut. Die Führung lag alles tun werden, damit das Gefeß mit der größ-( Zahl der versäumten Arbeitstage fehlt); je zwei Die Lohnverhandlungen begannen am 29. Jänner also in reformistischen" Händen. Die Feststellung ten Gewissenhaftigkeit und Schnelligkeit durchge- Streits auf die Metallindustrie( 540, für 1. J. Sechsmal tamen die Vertreter der Bau- dieser Tatsache ist wegen der politischen Einstellung führt werde, soweit die diesbezüglichen Arbeiten Streit fehlen die Angaben), auf die Bekleidungsarbeiter mit den Unternehmern zusammen, che eines Teiles der Bauarbeiter im Reichenberger von den Krankenkassen geleistet werden müssen. industrie( 9690, für einen Streit fehlt die Zahl) die gegensätzlichen Auffassungen über die Basis Gebiet notwendig. Revolutionäre Kommunisten Diese Arbeiterinstitute haben sich seit dem Jahre und auf das Baugewerbe( die Zahl der versäumten des Vertragsabschlusses sich soweit genähert hat- haben im Jahre 1922 mit den Baumeistern 1888 so oft bewährt, daß sie auch in der Ver- Arbeitstage fehlt); 3 Streits auf die Textilindu ten daß die Verhandlungen als beendet erklärt einen 25prozentigen Lohnabbau vereinbart. Unter waltung bei der Durchführung der Sozialversiche- strie( 6930, für einen Streit fehlt die Anzahl der werden konnten. Nicht alles fonnte erreicht wer- reformistischer Führung gelang es im Vorjahr rung sicherlich nicht enttäuschen werden. Weiters versäumten Arbeitstage), und vier Streits auf die den, der Abschluß der heurigen Lohnbewegung ft 10 Prozent, heuer 5 Prozent zurückzuholen. Der verhandelte der Versicherungsrat über die Verfiche- Tonwaren-, Steingut- und Glasindustrie( 4125, aber trotzdem wieder ein Schrit nach vorwärts. Spitzenlohn wurde im Vorjahre um 45, heuer rung der Alten, auf die sich das Gesetz Nr. 221/24 für einen Streit fehlt die Zahl der versäumten Die Erhöhung des Stundenlohnes beträgt um 25, zufammen aljo in zwei Jahren um 70 nicht bezieht, und beschloß einmütig, an die Fal- Tage). Die Forderungen der Streifenden wa 5.05 Prozent. Der Spißenlohn beträgt in der eller erhöht. Dies ist reformistische Gewerkschafts- oren der Gesetzgebung zu appellieren, damit der ren folgende: Bei zwei Streifs wurde eine Lohnersten Lobullasse pro Stunde K 5.20, in der arbeit! Angesichts dieser unumſtößlichen Tatsache, Entwurf über die Versicherung der Alten vom erhöhung verlangt( Ergebnisse unbekannt), bei fünf zweiten K 4.90, in der dritten K 4.67, in follten alle unorganisierten Bauarbeiter bald und Abgeordnetenhaus und Senat in der nächsten Streifs gegen die Herabsetzung der Löhne prote. zweiten K 4.90, in der dritten K 4.67, in sehr ernstlich prüfen, wen sie mit der Wahrung Sizungsperiode verhandelt werde, längstens aber stiert( zwei von diesen hatten ein poſitives, zwei Ser vierten K 4.31; die frühere fünfte Lohn- ihrer Interessen betrauen und welcher Führung bis zum 30. Juni d. J., damit das Gesetz am ein teilweises und einer ein negatives Ergebnis), flaffe, als niedrigste, wurde aufgehoben. Die in fie fich unterstellen sollen. Die Wahl fann für flar 1. Juli 1926 in Wirksamkeit trete. Die Ab- ein Streit war wegen Abschlusses eines Kollektivver diefe Klasse eingereiht gewesenen Vertragsgebiete denkende Arbeiter nicht schwer sein. Selar den geordneten Johanis, Taub und Hadenberg sowie trages ausgebrochen( Ergebnis unbekannt), Arnau, Hohenelbe, Trautenau und übrigen Orte, fende Bauarbeiter werden Mit Senator Klečak sandten sodann wegen des Er- Streik wegen Nichtzuteilung fachlicher Arbeiten an fowie Wekelsdorf, find der vierten Lohnklasse zuglieder des deutschen Bauarbeiters, lasses des Poſtministeriums, womit den Stranten nichtqualifizierte Angestellte( Ergebnis unbekannt) geteilt worden. Die Orte Hirschberg und Tam- verbandes! fassen die Portopauschalierung entzogen wird und bei 8 Streiks sind die Forderungen sowie die mühl sind aus der dritten in die zweite, Johanniswir berichten darüber an anderer Stelle ein Ergebnisse nicht bekannt. Die Streitergebbad aus der vierten in die dritte Zohnklasse etn Telegramm an das Ministerium für soziale Für nisje waren also für die Angestellten insgesamt gereiht worden. Braunau fam in die vierte Lohns Der Versicherungsrat die Spizenorganisadie Spiyenorganisa- forge, flaffe. Makgebend für die Auswirkung der Lohntion der Stranfenfassenverbände in der Tschecho- die Sozialversicherung schädigenden Erlaffes ein- folge, in einem Falle negativ und in 12 Fällen sorge, dasselbe möge sich für die Aufhebung des in zwei Fällen positiv, in zwei Fällen Teilererhöhung für die übrigen drei Lohnklassen und slowakischen Republik hielt gestern unter dem setzen. nicht bekannt. Aussperrungen wurden im Arbeiterfategor en ist der Mindestlohn der Maurer Vorsitze des Genossen Taub eine Sißung ab, die und Zimmerer in der ersten Lohnklasse. Die Er- sich mit den Vorbereitungen zum Inslebentreten Streits und Aussperrungen im März 1926. März zwei vorgenommen, und zwar eine Einzelaushöhung des Stundenlohnes in letzt genannter der Sozialversicherung befaßte, worüber die Ab Laut Mitteilung des Staatl. statistischen Amtes gab sperrung in der Tonwaren, Steingut- und GlasLohnklasse und für die angeführten zwei Arbeiter georneten Johanis und der Senator Klees im Monate März 17 Streifs( im Feber 18), industrie( 12 Angestellte, 10 Ausgesperrte, vergrupen beträgt pro Stunde 25 Heller, in der af referierten. Die Sigung stellte fest, daß kein hievon 13( 16) Einzel- und 4( 2) Massenstreifs in säumte Arbeitstage im März 25 und Lohnverlust zweiten Klasse 23 Heller, in der dritten 22 Heffer, Zweifel darüber bestehe, daß das Gesey Nr. 221 51( 25) Unternehmungen. In den betroffenen 700 K, verlangt, wurde Abschluß eines Kollektivin der vierten 21 Heller. Im Braunauer Ver- Sig. d. Gej. u. Vdg. mit Rücksicht auf die Be- Betrieben waren 2679( 1105) Beschäftigte, von arbeitsvertrages, Ergebnis negativ) und eine Mastragsgebiet beträgt die Erhöhung 26 Heller, Arstimmung des Gesetzes vom 10. Feber 1925 mit diesen streiften 2584( 960) und 25 tonnten infolge senaussperrung in der Bekleidungsindustrie( 8 benau, Hohenelbe, Trantenan übrige Orte und 1. Juli 1926 in Straft treten wird. Der Versiche der Streits im März nicht arbeiten.( Im Feber troffene Betriebe, 1200 Angestellte, die gleiche Wefelsdorf 41 Heller, Hirschberg und Tammühl rungsrat fonstatiert insbesondere, daß es schwer wurden infolge des Streites nichtarbeitende Per- 3ahl Ausgesperrte, versäumte Arbeitstage im März 23 Heller, Johanisbad 57 Helffer. zu ertragen sei, wenn einige Vorbereitungen ur sonen nicht festgestellt.) Die Streikenden versäum- 21.600, Lohnverluste 280.800 K, gefordert wurde Bei Infrafttre en des Sozialversicherungs- Durchführung des Gesetzes Nr. 221-24 nicht mitten im März 21.795( 14.685) Durchführung des Gesetzes Nr. 221-24 nicht mitten im März 21.795( 14.685) Arbeitstage und Nichtherabsetzung der Löhne, Ergebnis positiv). gesetzes tritt in allen Lohnklassen und Kategorien eine weitere Erhöhung in Kraft und zwar in dem Umfange des wöchentlichen Versicherungsbeitrages. Die Löhne für Arbeiterinnen und Jugendliche bleiben in allen vier Lohnklassen stabilisiert. Für die Hilfsarbeiter über 18 Jahre alt konnte nur eine sehr bescheidene Verbesserung erreicht werden. Die Erhöhung beträgt für diese Arbeitergruppe in der ersten Lobuklasse 4, in der zweiten 3 und 5, in der dritten 4 und 6, in der vierten 5 Heller. Schuld an diesem mehr als bescheidenen Erfolg ist in erster Linie die Tatsache, daß das Anbot ungelernter Arbeiter im Baus gewerbe, die Nachfrage weit übersteigt. Dann aber auch, weil die große Mehrheit der Hilfsarbeiter am Bau ihre Staffenpflicht nicht erfüllt, der gewerkschaftlichen Organis saison fernsteht und scheinbar glaubt, daß es für Arbeiter besser ist auf dieselbe zu Nutz und Frommen der Unternehmer zu schimpfen. Solange die Silfsarbeiter am Bau ihre Stlassenpflicht nicht er füllen, steht ihr geringer Lohn in steter Gefahr, weiter herabgesetzt zu werden. Dabei muß aber auch einmal mit allen Nachdruck festgehalten werden, daß die Mehrheit der organisierten Arbeiter anderer Berufsgruppen, die in nicht ge= ringer Zahl auf den verschiedenen Baustellen ar beiten, an den Indifferentismus der Bauthilfsarbeiter ein voll gerütteltes Mas, Schuld haben. Diese Arbeiter weigern sich, den Uebertritt zum Bauarbeiterverband zu vollziehen, entfalten aber Mütter, es ift Eure heiligfte Pflicht rechtzeitig vorzuforgen, daß die verbreitete Rachitis( englische Krankheit) und Skrofulose bei Euren Kindern verhütet und bekämpft wird! Ein vernachlässigter Knochenaufbau des Menschen ist nur zu oft die Ursache dauernder Krankheiten und Leiden! Vor allem beim Weibe läßt eine unausgeheilte Rachitis vielfach ernste Folgen zurück, da das bei dieser Krankheit häufig anzutreffende enge Becken eine Lebensgefahr bei der Geburt darstellt! Die ärztlichen Forschungen haben den schlagenden Beweis erbracht, daß der Lebertran für den Aufbau des menschlichen Organismus äußerst wichtige, kaum durch andere Mittel ersetzbare Stoffe enthält. Man gebe den Kindern also regelmäßig die als vorzüglich bekannte ,, Gehes Lebertranemulsion", welche billiger als ausländische Marken, diesen aber zumindest ebenbürtig ist. Empfindlichen Kindern, welche Lebertrankuren nicht vertragen, gebe man das neue wohlschmeckende Lebertranpräparat ,, Maltosellol" aus Lebertran, Malzextrakt und Kakao, welches gern und widerstandslos genommen wird!. Befragen Sie Ihren Arzt! Jetzt im Frühjahr ist die beste Zeit der Lebertiankuren für Kinder! 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DAUERHAFTIGKEIT BILLIGER ALS LEDER ELEGANT UND PRAKTISCH FÜR DEN GUTEN SCHUH wohl mehr eine Laune als zwingende Notwendigkeit, auf die sowohl das Publikum als auch die ausführenden Künstler sicher gern verzichtet hätten. Be deutenderes als dieses Atonalitätsevangelium hatten bei diesem Konzerte die uraufgeführten Werke der drei Stapellmeister des deutschen Theaters zu sagen. Ewald Gebert zeigte in drei Liedern mit Streichquintettbegleitung( von Fran Susanne Ficha Göl ebenso schön wie eindrucksvoll gesungen), daß er den Inhalt eines Poems in konzentriertester musikalischer Form auszudrücken vermag und lyrische Eingebungen von überzeugender Eindringlichkeit und edler Schönheit bejizt. Auch Vikfor Ullmanns Oktett für Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola, Cello und Klavier ist eine achtunggebietende Tonschöpfung, immer originell und abwechslungsreich in thematischer, harmonischer und rhythmischer Hinsicht in ihren vier Sätzen, voll Farbe im Instrumentalflange und von bedeut samer formaler Geschlossenheit. Georg Singer, der jüngste unter den Stapellmeistern, war mit drei Klavierkompositionen vertreten: Einem Präludium, Variationen und einer Humoreske: dankbaren, melodisch und harmonisch eingänglichen. in brillantent Stlavierjave geschriebenen Stücken, die in der vorzüglichen Wiedergabe des Komponisten doppelt eindrucksvoll wirkten. Um die Ausführung des instrumentalen Teiles der Werke machten sich außer Stapellmeister Steinberg, der den Neuheiten ein ebenso begeisterter wie sorgfältiger In terpret war, die Mitglieder des Theaterorchesters Kammer- Konzert der deutschen Theaterkapell Frankenbusch, Souba, Turek, Jbl, Fleissner, Stlictinsfy.( 129-1.) meifter. Unter der musikalischen Leitung des Sta- pera, Avancini, Jirtschaf, Roztočil und Rezek verpellmeisters Steinberg und dem künstlerischen dient. REIS- JULIENNE 2 TELLER SCHWAMMERL Wasserdichte Mäntel von 98 K, wasserdichte Baletots von 78 K, bis zum feinsten Genre aus englischem Burberry, in großer Auswahl bei Busch, Damen und Badfisch- Konfettion en gros und en detail, Prag, Přilopy Nr. 27( Mitte des Grabens, jogen, Großer Vajar) nur 1 Stock- keine Schaufenfter. 4010 Kunit und Wiſſen. -cf. DEN BESTEN GUMMIABSATZ! Berson 750 abgesagt. Die gelösten Karten werden an der Tageskaffa zurückgenommen. Gisela Werbezirk und Eugen Jensen setzen ihr Gaſtſpiel in der Kleinen Bühne heute Sonntag abends und Montag mit Frau Pick in Audien 3" fort. ,, Eugen Onegin", Tschaikowskys Oper, die bei ihrer Premiere eine glänzende Aufnahme fand, wird Sonntag mit Hella Toros als Tatjana zum erstenmale wiederholt, Dirigent: Alexander ZemKleine Bühne in dieser Woche allabendlich bis auf den letzten Platz füllten, Sonntag 3 Uhr nachm. int Neuen Theater in der lustigen Komödie De a ma Pelikan" auftreten.( Mittlere Preise.) Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute Freitag halb 8 Uhr„ Maifestvorstellung„ Dic verkaufte Braut". Samstag geschlossen. Belifan". 7 Uhr„ Eugen Onegin", MonSonntag halb 3 Uhr Gastspiel Werbezirk„, a ma tag Figaros Hochzeit". Nachmittagsvorstellung„ Mama Pelikan" mit Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag Gisela Werbezirk und Eugen Jensen im Neuen Frau Bid in Audienz". Samstag geschlos Theater. Um vielseitigen Wünschen entgegenzufom- sen. Sonntag abends halb 8 Uhr Frau Pid men, werden die beiden Wiener Gäste, die dies in Audienz". UNSER LAGER sonst stets reich sortiert- war infolge der ungeheuren Nachfrage bereits seit dem Ende der Mustermesse völlig ausverkauit Trotz forderter Mebrarbeit vermodeten unsere Werkstätten seither nicht einmal den dringendsten Tagesbedari zu decken. Das Lager auszufüllen war ganz unmöglich. Arrangement Oberregisseur Labers wurde am Eugen Klöpfer hat seine sämtlichen Gastspiele Mittwoch ein Stammer- Konzert ins Wert gesetzt, in der Tschechoslowakei, darunter auch jenes in Prag, dem seines Programmes wegen mehr als lokale Bedeutung zukam. Denn die genannten beiden Veranstalter hatten es sich in den Sinn gesetzt, dem Publikum durchwegs mit Ur- und Erstaufführungen aufzuwarten. Ihr Verdienst und ihre mühevolle Arbeit in diesem Sinne kann auch nicht genug rühmend anerkannt werden. Wenn der Gr solg hinter den Erwartungen zurückblieb, trägt die Wahl einzelner Programmsnummern allein die Schuld. Dies gilt vor allem von dem als Erstauffüh rung für Prag gebrachten Quintett für Flöte, Obve. Klarinette, Horn und Fagott von dem Wiener Atonalitätsapofiel Arnold Schönberg, einem im wahren Sinne des Wortes problematischen Tonwerk, das auf dem Standpunkte des Justament Stontiapunties aller Instrumentalstimmen sieht, gequält in der Erfindung ist, noch gequälter in seiner völlig gefeßlosen und von jeder inneren Beziehung der einzelnen Stimmen losgelösten Harmonit, dabei farblos im Klang und langweilig im Rhyth= misch- ynamischen Dieses sogenannte Musilwert" aber zweimal in demselben Programme zu bringen, als Anfangs und als Schlußnummer, gewisserma ken um das Publikum daran zu gewöhnen, war Herausgeber Dr Ludwig Czech Verantwortliche Redakteur Wilhelm Nießner Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G Brag. Für den Drud verantwortlich: O Solit NUNMEHR IST UNSER LAGER WIEDER KOMPLETTIERT und durch Neumusterungen ergänzt. 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Telephon Nr. 4073 Sämtliche Schneiderzugehöre! Karl Spitz, Frag 1., Melantrichova 1062. 3392 Telephon Nr. 4073 1926 Mai- Beilage Maitag... Richttag! Eine Maibetrachtung von Drohnen und Bienen. Von Karl Germer. Summ, fumm, summ- Bienchen summ berum!" Abgehärmte, blasse Kinder singen das Liedchen, das auch wir als Kinder sangen. Ein Rinderlied, harmlos und doch voller Sonne und Freude, init einem Schimmer hoffender Zuverfidyt. Summ, summ, fumm..." Der Mai ist im Anzug, der göttliche Zauberkünstler, der fieggewohnte. Wer will ihm wiederstehen, wer feinem Zauber entfliehen? Ein Narr, wer das täte. Und dennoch, es gibt auch solche Narren. Ihnen will ich eine furze Geschichte erzählen: Jogendwo in der Welt lebt ein Volk, das feines Fleißes halber geliebt und geehrt wird. Sein Streben ist mir darauf gerichtet, durch Arbeit zu Wohlstand, Freiheit und Gleichheit zu fommen. Die Leitung des Staates liegt mur in einer einzigen Hand. Jeder sagt sich: Ich bin ein Arbeiter und lebe von meinem Fleiß. Warum soll ich in meinem Arbeitsbruder einen Geg ner sehen? Ganz im Gegenteil. Ich will ihm die Hand reichen, denn seine Interessen sind auch meine. Geht es ihm gut, geht es mir und dem gangen Volfe gut. Das ist ein vernünftiger Grundsatz, der dem Volke herrliche Früchte trägt. Es ist stets fröhlich und guter Dinge, arbeitet fobiel, als feine Bedürfnisse es verlangen, und macht Feierabenb, wenn es satt oder zu Spiel und Tanz aufgelegt ist. Bei ihm gilt als oberstes und einzigstes Gesetz:„ Einer für alle und alle für einen." Andere Geseze braucht das Volk nicht. Ist das nicht herrlich? Einmal im Jahr mun tritt das Volk zusam men, um zu beraten und festzustellen, ob auch feiner gegen das Gesetz verstoßen hat. Unser Volt kennt da nur einen Urteilsspruch:„ Faulenzer sind zum Tode zu verurteilen." Das mag roh flingen, entspringt aber nur einem gefunden Empfinden, denn das Volk weiß genau: Töten wir die faulen Glieder unseres Staates nicht, wird Zant und Zwietracht unser Bolt entzweien. Dulben wir, daß andere sich auf unsere Kosten mästen, wird unsere Zukunft Not und Armut heißen. Der Ratstag ist der Tag des Gerichts und ein Feiertag. Das ist die Geschichte. Gewiß nicht lang und doch voll unendlicher Weisheit und Erkennt nis. Das Volt ist jedem bekannt. Ich kam darauf, als ich die Kinder singen hörte: Summ, Summ, fumm Bienchen summ herum!" Wer hat nicht schon vom Bienenvolk gehört? Wer aber hat schon über den Zweck ihres Tuns nach gedacht? Auch für den Letzten wird es Mai. Von August Gräf. Herbei, heran, und Mann für Mann In Reih und Rott' und zu der Fahn' Es gilt den Tag, es gilt den Schlag, Ein falscher Fant, wer wanken mag: Auch für den Letzten sollen Rosen blüh'n, Auch für den Letzten soll die Sonne glüh'n! Aus reichen Gärten fommt ein Klang Und wandert alle Wege lang und wecket alle Schläfer auf Und trommelt um sich auf auf Hauf': Auch für den Letzten ist ein Fest bestellt, Auch für den Lehten auf der Welt! Auch für den Leßten ist der Himmel blau, Auch für den Letzten grünt die Au, Auch für den Letzten schwelgen Luft und Licht, Auch für den Letzten lacht ein Glücksgesicht, Auch für den Letzten wird es Mai Wenn er nur selber löst sich frei! Sit Lied, wo Sträfte sich ungehindert austobten, da Das Leben aber wächst von unten herauf. ist es heute still. Still wie auf einem Friedhof. Arbeit nicht das Leben? Nichtstun aber Fäul Hungernd und schlaff umschleicht das Volk nis? We will noch eifeln? der Arbeit die Ruinen seines einstigen frohen Schaffens. Wie ein Vorwurf trifft mich sein stummer Blick und seine Frage: Warum? Warum?? Left meine Geschichte." Ja, aber die Not, sie hat uns mürbe gemacht." „ Wer hieß euch mürbe werden? Warum ließt ihr euch spalten und zerreißen? Wer ließ die Drohnen Herren werden? Wer ducte sich als Sflaven feig unter ihre Fanst? Das mari doch ihr?" fpat Das waren wir und jetzt ist es zu 3u spät? Ha! Ihr Toren, Memmen! Das sagt ihr mir und jetzt im Mai? Bot babi ihr denn eure Fäuste? Nimmt man euch ener Der Maientag hat mich auf die Straße ge- Recht auf Arbeit, was soll da die Faust geballt Todt. Langsam schreite ich an langen, grauen in der Tasche? Heraus damit, heraus auf die Häuserzeilen entlang. Vorbei an rußigen Fabri- Straße. Ihr wißt, daß hente Richttag ist." fen, die in ihrer Ruhe und Schweigsamkeit an Kann so ein Volf zugrunde gehen? Stann frante Riesen erinnern. Wo sonst das Leben je ein Wille so stumps werden? heftig pulste, wo Hammerschlag und Rädersurren Nein, nein! den Taft abgaben zu der Arbeit unermüdlichem Revolutionär oder Polizeispikel. Ein Kapitel aus der Vergangenheit der Arbeiterbewegung Nordböhmens. Von Emil Strauß. 1926 diese Einheit stört. Was macht das Meer so ge waltig, wenn nicht die Masse, was macht die Flamme so wuchtig, wenn nicht die züngelnde Furchtbarkeit? Was macht uns so start, wenit nicht Einigkeit? Die Waffen jubeln es doch einmal hinaus in den Maientag: Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit! Dann zittern die Drohnen: Richttag? Der zertrümmerte Damm. Von Gerschuni. Aus dem Russischen übertragen von Werner Peter Larsen. Im wilden und düsteren Norden, wo eisiger Windhauch weht, wo die alten Fichten und Tannen nur selten die Sonne schauen, recte sich einft weit übers Meer ein geivaltiger Damm. Mächtig und start, lachte er des Ansturms der Wellen, hoch und stolz trotzte er dem wogenden Meer. Und die Wellen des Meeres- die mächtigen freien Wellen pochten an die Mauer von Stein, die sie hemmte in Spiel und Lauf, pochten und pochten, bis daß der Kampf entbrannte, der jahrhundertelange Stampf bis daß die freien Wellen den Damm stürmten- zertrümmerten und ihn begruben in den Tiefen des Meeres. An Lenzesmorgen in den Maien wenn Frühlingssonne das rauschende Meer überstrahlt, funkeln und leuchten weithin die Sma vagdkronen der Wellen; int ewigen Lauf singen sie brausend das uralte Lied von des Tyrannen Sturz und der Freiheit der Wellen... Die Wellen des Meeres waren frei, wie die Vögel es sind; wie die Vögel unter dem Himmel. Mutter Sturm sang ihnen das Lied und in sorglofer Lust rollien sie dahin- schimmernden Fernen zu... Der finstere Tyrann jedoch, den Neid ob ihres dert," nie mehr der Sonne, nie mehr dem Himmel Loses erfaßte, beschioß, ihre Freiheit zu rauben... Daß ihr nie mehr über die Meere wan gulacht!..." Sklaven fandte er aus. Ich weiß, es fündet Regen an. Soll mich aber Am Himmel steht Worgeurot. Was soll es? der Regen schrecken, weil ich weiß, daß er von der Sonne geboren ist? Hinaus! Hinaus! Eins, zwei, hundert, tausend, hunderttausend. ans Berf; aus den Tiefen der Erde förderken sie Haha! Eins zwei- links, rechtsDie Sklaven ihm blind ergeben- gingen Ha! Mehr, immer mehr! Eins, zwei einans Werf; aus den Tiefen der Erde förderten sie Regiment, eine Armee mehr! noch mehr! Fels und Gesteinseufzten- senkten es ins Ein Volt muß es sein! Wer säumt denn noch? Meer... seht ihr nicht die Riesenschar, die sich dort unter unzähligen Bannern sammelt? Erkennt ihr die hohlen Gesichter der Kinder, Mütter. Väter, der Jungen und Greise? Maientag! Richttag! Sind es Tränen, ist es ein Lachen, das in meiner Stehle stedt? 3ch weiß es nicht; ist ja auch gleich. Eines aber weiß ich: die Not ist vergänglich, wenn wir wollen." Drohnen sind nicht unsterblich, wenn Bienen wollen. Das Meer jauchzt... Die Wellen tanzen vor Lust; tanzen, lachen, springen, umjubeln wild das Gefiein. Die Wellen flüstern:„ Welch ein Tanz! Fremdlinge famen zu uns zu Gast! Grüßend empfangen wir fie, spielend umfosen wir sie, mit ihnen vereint wollen wir der Freiheit lobsingen!" Die Wellen tanzen vor Lust. Mutter Sturm nur und Vater Orfan beglei ten die Gäste mit düsterem Sausen, blicken ihnen argwöhnisch nach... Und Fels um Fels stürzt Das Glück ist greifbar, wenn wir wollen. herab ohne Unterlaß Fels um Fels fürmit Warum sollen wir nicht wollen? Warum Not sich auf, steigt wächst zu einem Damm, zur leiden wollen? Der Ma deckt allen den Tisch, Mauer. Sie verlegt den Wellen den Weg, sie Mai ist, ja, Mat! Was morsch ist, fällt. die da einig sind. Dreimal wehe über den, der hemmt ihren Lauf; die Wellen sehen sie furchtsam schlossen sich der Auffassung der Vorgenannten an. Der einzige Josef Reřicha aus Auſſig hielt an der Unschuld Chouras fest und erzählte, daß es auch nach der Verhaftung der in der Geheimbruckerei tätigen drei Arbeiter Genossen gegeben habe, die an der Gesinnungstreue des so schwer Verdächtigten nicht zweifelten. Der Hauptzeuge, den Cajthamt in dem nach nur wenigen bekannt zu führen. Dort traf| Schillerseff, der in der Haft den Choura einen mehr als 40 Jahren gleichsam neu aufgenom Choura den bereits genannten Pačes, und da er Hundeverräter" genannt hätte. Auch Vyušil menen Prozeß anführt, ist der am 3. März 1926 ihn nicht fannte, fragte er, wie er heiße. Paces ans Prödliß und Bartunek aus Rakonitz verstorbene Arbeiter Fran; Vagner, der 1878 antwortete, er heiße Schuster". Und mit einen Arbeiterverein in Tepliv gegründet hat. Diesem Namen bezeichnete der verVaguer erzählt, es sei ihm schon zu Beginn der haftende Polizeikommissär am 18. achtziger Jahre aufgefallen, daß Choura mit dem Feber 1885 den Paces, und unter Teplizer Polizeinspektor aste eifrig Verkehr diesem Namen führte er ihn in das gepflogen habe. Mit diesem sei Choura sehr oft Gefängnis ab. Paces behauptete, jich nie im Gasthause„ Zum Schlüssel" in der Graupner mandem als Schuster vorgestellt zu haben, wie Am 18. Feber 1885 wurde in Qubokey gaffe( jetzt Restaurant 3inte) zusammengefommen. eben dem Choura, und der mitangeklagte Černy Aber Choura war noch in eine zweite Anbei Reichenberg von der Polizei eine sozialistische Diese Feststellung Vagners fann freilich kein Be- bestätigte dies. Cerny hatte gleich nach Chouras gelegenheit verwidelt und das war die geheimGeheimdruckerei aufgestöbert, wobei die Arbeiter weis für Chouras Verrat sein, ja kann auf Choura Weggang aus der Druckerei den Bačes gefragt, nisvolle Ermordung des Vorsitzenden einer Ter Pačes, Cerny und Ram pas verhaftet wur- nicht einmal ein schiefes Lich: werfen, weil Haste warum er sich unter einem falschen Namen vor- rorgruppe Josef Stipat am letzten Sonntag den. In dem gegen sie geführten Prozeß erhielten tatsächlich ein verkappier Sozialist gewesen ist und gestellt hätte, worauf Pačes gesagt haben soll, er sie schwere Sterferstrafen: Pačes 16, Cerny 15 sogar einmal August Bebel bei sich beherbergt hege zu Choura fein Vertrauen. und Rampas 10 Jahre. In den Reihen der so- hatte, während die Polizei diesen an allen Eden zialdemokratischen Vertrauensmänner war die und Enden von Tepliß ſuchte. Auch daß Choura, Ueberzeugung allgemein, daß hier Verrat geitbt als er 1882 im Prager Landesgericht in Unter worden war, und als der Berräter wurde der fuchungshaft war, jeden Augenblick zum Unter Arbeiter Franz Choura aus Dur bezeichnet, suchungsrichter geführt wurde, kann für die Be der seit 1878 in der sozialdemokratischen Bewegung antwortung unserer Frage nicht ins Gewicht tätig und als feuriger Redner, sowie Anhänger der fallen. Ein schwerwiegendes Verdachtsmoment ist raditalen Richtung bekannt war. Unter den Ge- jedoch das nachstehende: Von Tepliß wurde an nossen jener Zeit fanden sich jedoch einige, die die drei Leiter der Geheimdruckerei durch einen an dem Verrat Chouras zweifelten und selbst nach Boten öfters Geld gesandt. Einmal fuhr nun mit den eingehenden Untersuchungen des neuesten einem Betrage auch Choura. Der Empfänger war der Choura Siftoriters to schechischen Arbeiterbewegung ein gewiſſer Janota in Reichenberg, den hond Nordböhmens, des Genossen F. Caitham, dazu bewog, ihn in die Druckerei der Ort war fann eine endgültige Antwort auf die Frage, ob Choura ein Verräter gewesen ist oder nicht, durchgefügt, von denen ich hier eine einzige Probe gebe. aus nicht erteilt werden.") Es ist nur schade, daß es sich Genosse Cajthami nicht versagen kann, gegen die deutsche Sozialdemokratie *) Das Buch Cajthamls„ Český sever ve wegen der Meinungsverschiedenheiten in einer hnutí dělnickém"( Der tschechische Norden in der Weise zu polemisieren, die zur Beseitigung der Arbeiterbewegung) Prag 1926, ist ein wertvoller Gegenfäße zwischen uns und den tschechischen Sozial Beitrag zur Geschichte der Entstehung der Arbeiter- demokraten nicht beitragen kann. Cajthaml, der zeitbewegung in Böhmen. Cajthaml hat der Darstellung lebens für die Errichtung tschechischer Schulen in dieser Zeit, die ich in meinem Buche„ Die Ent- Deutschböhmen, gekämpft hat, sagt, daß sich di Die Ent- Deutschböhmen, gekämpft hat, sagt, daß sich die stehung der deutschböhmischen Arbeiterbewegung" Deutschen deswegen unterdrückt fühlen, weil sie die geschildert habe, eine Reihe neuer Einzelheiten zu tschechischen Kinder nicht mehr germanisieren können. Stipat, ein Bergarbeiter, war kurz vorher bei Auch der Bergarbeiterveteran Josef Pospider Gründung einer Terroristengruppe im Tursil aus Mariaschein hält Choura für einen Verner Park zu deren Führer gewählt worden. Von räter. Er erzählt in der New Yorker Obrana" den Revolvern, die angeschafft wurden, wurden ( vom 11. Oftober 1923), daß Choura bei einem bei einer„ Expedition" zwei verloren und Stipat gelegentlichen Aufenthalt in Prag in der Zelt verlangte Geld zum Anfauf neuer Revolver. Danergaffe verhaftet worden war. Choura machte durch zog er den Verdacht der übrigen„ Verdabei einen großen Krawall und verlangte, vor schwörer" auf sich und galt vielen als Verräter. den Polizeipräsidenten geführt zu werden, der An dem bereits erwähnten Tage sollte sich nun ihn sofort freilassen werde. Daraus folgert Stipafs Schicksal erfüllen. Stipak, der in Ossegg Pospisil, daß Choura in Verbindung mit der wohnte, sollte an einer geheimen ZusammenPolizei gestanden habe- eine Folgerung, die funft in einer Grube nächst dem Bahnhofe nicht sehr überzeugend ist. Die Geschichte mit Tepliß- Waldtor teilnehmen. Die Beratungen dem Namen Schuster erzählt Pospisil ähnlich sollten um neun Uhr früh beginnen, aber Stipak, wie Vagner. der sonst pünktlich war, erschien nicht. Um dreiDie Frage, ob Choura Verrat geübt habe viertel Zehn fam statt seiner Choura und eroder nicht, ging den Vertrauensmännern jener zählte, daß Stipaf zwischen den Orten Haan und Zeit so nahe, daß sie die ganze Angelegenheit Begeholz von einem jungen Manne erschossen noch einmal gründlich erörterten, als ein paar worden sei. Alle Versammelten waren starr vor alte tschechische Genossen, welche die Achtziger Schrecken. Den nächsten Augenblick aber riefen ..Franto, tys ho jahre in der Bewegung mitgemacht hatten, am sie wie aus einem Wunde: 8. Juni 1924 in Dug zusammenfament. So bat zastřelil, ty vrahu!"( Franz, Du hast ihn erHoraček( Brüg) in der Debatte mit aller Be- schoffen, Du Mörder!") Nur ein gewisser Junger hatte stimmtheit daran festgehalten, daß Choura ein mann war ganz bleich geworden, Verräter gewesen sei und F. Cifrein aus nämlich Choura von der Versammlung beim Duy berief sich auf das Zeugnis unseres alten Waldtor Mitteilung gemacht. Welche Rolle an: thr Wille gefesselt, die Freihett ver- Heer. -ver- Seer. Er würde jetzt gern die Felsen lockern, mauert. Sie ziehen des Weges daher, zerschellen einen Teil der Freiheit erstatten. an den Felsen sinten auffeufzend... ble Zu spät, Tyrann! Die Wellen klagen, die Mauer ist steinern... falt.. Wellen bitten nicht mehr! zu viele sind ihrer Und das Meer erbebt. Die Wellen faufen her- gefallen. an. ,, Verrat! Verrat! Wir nahmen sie als Freunde auf; fiefie raubten uns die Freiheit!" Mutter Sturm weint. Brüllend stürmt Vater Felsen, finstere Felsen! Wart denn nicht ihr auch einst glücklich und frei! Warum raubt ihr uns nun die Freiheit?" Drtan daher. Runzeln die Felsen die Stirn. Nicht unferem Willen gehorchen wir..." Mutter Turm stürzt davon, Vater Orlan jagt über das Meer; fie rufen die Wellen zufam bringen allen die Kunde:„ O Wellen, Wellen! Tot die Freiheit, gestorben! Sklaven wardet ihr nun!" Sprachen's und flogen davon. Und das Meer erstarrte. Die mächtigen alten Wellen stiegen hinab in Tiefen, wo sie Mutter Sturm nicht fuchte, Vater Orfan nicht fand. Und die jungen Wellen schlichen finster einher, ohne Lachen, ohne Lied, ohne ein Lied von der Freiheit; und die Sonne berbarg sich, und der Himmel sah trübe herab, grau in grau. Das Meer schluchzte auf.. Jahre gingen, viele Jahre Der Wellen, die an der Mauer zerschellt, war Legion, finsterer und finsterer ward es umher. Die Jahre gingen. Wie zornige Löwen rücken die alten Wellen Ihre Mähnen wehen. Die Erde bebt. Vater Orkan selbst führt sie auf seinen Schultern, wirft sie mit furchtbarer Wucht an das Gestein. und wieder donnern neue Kämpfer heran springen hewend auf, wühlen, schlagen plötzlich wankt der Damm. - und Die Wellen wogen zurüd, die Wellen stürzen vor ein Mal ein zweites Aechzen Stöhnen. Der Himmel sinkt ins Meer, das Meer türmt Säulen in den Himmel. Da fällt der Damm. 1 Da fällt der Damm und stürzt polternd hinab in die Tiefen, wo die toten Wellen liegen. " Fort, fort!" flingt es. Hier liegen glorreiche Sämpfer zur letzten Ruhe, hier liegen die Kämpfer der Freiheit!" Und das Meer öffnet seinen Schlund das Meer tut einen Abgrund auf und begräbt den Besiegten. Die Wellen jauchzen. Die Wellen rollen daher frei und stolz Die Wellen jubeln. Ruhm den Gefallenen, den Lebenden Die jungen Wellen aber_ der Nachwuchs- erstarften; sie sandten Boten aus in die Winde, in alle Teile des Meeres, die Brüder zum Freiheit! Kampf aufzurufen. Kommen die Boten in die Tiefe, zu den Alten. Die schütteln das Haupt: ,, Unsere Kraft ist hin, unser Glaube tot; ile follen wir fämpfen und siegen?" Eilen die Boten übers Meer, Mutter Sturm, Bater Orkan zu suchen. Nirgends eine Spur. In einer Felsschlucht fanden sie sie. Seid uns gegrüßt, ihr Getreuen; wir fommen als Boten zu euch! Steigt auf aus den Schluchten, zieht über die Meere, das Joch un serer Brüder zu brechen! Kein Kampf schreckt uns, Zein Tod: es gilt das Meer zu befreien!" Mutter Sturm nidt, Vater Orkan springt auf... Sie gedenken der alten Zeiten. Lodernd gleitet ihr Blick über die Boten bin. Aus den Schluchten, herab von den Bergen ballt donnernd ein Ruf: Wir kommen wir fommen, wir kommen! Wir wollen die Freiheit erkämpfen die Freiheit die Freiheit erkämpfen! Auf, ihr Wellen nun sprengt die Fesseln, nun schleift die Mauern!" Und die Wellen standen auf. die Wellen er wachten, zogen heran. Es war Nacht. Von Often und Westen, von Süden und Norden, von überall tamen sie heran. Wie ein Blizz fuhr Mutter Sturm daher, wie ein Donner grollte Vater Ortan. Auf, ihr Wellen, auf! Tod oder Freiheit!" Mit dem Schlachtruf stürmten sie bor. Die Felsen erbebten sie aber santen zerschmettert zurück.. Mutter Sturm stöhnt auf. Das Meer tocht. Und wieder faufen neue heran... Don nernd, frachend prallen sie an das Gestein, sprin gen zurück, stürmen wieder vor und feuern sterbend die Brüder noch an... Die Felsen stehen fest. Und der Morgen tagt ein trüber Morgen. Noch immer führt Mutter Sturm die Wellen, noch immer sinken sie zerschmettert zurück- aber neue und neue füllen die Reihen; sie stampfen heran, Stunde um Stunde, ohne Ende und Zahl -unübersehbar. Selbst den troßigen Tyrannen, der den Damm gebaut, packt Entsetzen, zu gewaltig ist das gespielt hat, ist unbekannt, sicher ist jedoch, daß Choura in dieser geheimnisvollen Angelegenheit er nicht der Mörder Stipaks war. Dies war viel mehr ein Bergarbeiter M., der sich nach Jahren in kleinem Streife dazu bekannt hat. Ob er von Choura oder von jemandem andern angeftiftet war, we gerte er sich entschieden anzugeben. Menschliches. Don Efe Feldmann. Nicht einen Seller! Le1 Liebe. Mensch mir gut sein konnte. Jest wet ich es, I wenigstens zu allerbilligsten Eintrittspreisen zu daß er es gut mit mir meint und ich vergelte veranstalten, um den weiten Streifen des Volles es ihm und will alles vergessen, was war..." namentlich die wunderbaren Schätze unserer Volkslied Literatur zugänglich zu machen. Vereine, die in diesem Sinne gewirkt haben, ern Mitten in der Hauptstraße ist ein großer teten noch stets reiche Frucht für ihr edles BeBäckerladen. Ein Stück weiter, in der Nähe des mühen: Massenbeteiligung und begeisterte AnTheaters, gibt es eine zweite Bäckerei. Jeder im erkennung. Was aber von den Freiluftabenden Bezirk kennt die beiden großen Geschäfte, die einer der Gesangvereine gilt, das muß in weit höherem sechzigjährigen Witwe gehören. Zu den beiden Maße für die in ihrer Vielseitigkeit unendlich großen Laden kommen noch zwei Stadthäuser und wirkungsfähigeren Orchester- Gartenton ein Landhaus im Villenviertel. Das Landhaus erte gelten. Diese sind meiner Ansicht nach die bewohnte die Witwe bis vor kurzer Zeit mit ihrem beste Gelegenheit und der fruchtbarste Boden für einzigen Sohne. Jetzt haust sie dort allein mit den idealen Ausbau des nopulären Musik. wenigen Dienstboten. Sie besitzt Wagen und Pferd stiles und damit der musikalischen Bildung und und fährt am Sonntag aus; dann ist sie mit Förderung des Volles überhaupt. teuren Kleidern herausgeputzt. Sie ist eine böse und strenge Frau, die ihre Angestellten knapp hält; sie müssen viel arbeiten, bekommen wenig Lohn und nie ein freundliches Wort zu hören. Ordnung" verlangt. Seit einiger Zeit war dort ein blondes Laden mädchen mit einem weißen, sommersprossigen Gesicht, mit lieben, sanften Augen. Mit diesem Mädchen war er besonders gut. Das verdroß die Witwe. Sie rächte sich und ließ, obwohl das Mädchen hauchzart und blaß war, die gröbsten und schwersten Arbeiten von ibr verrichten. Aber das Mädchen machte alles gern, sie lächelte und sang sogar ein wenig dabei. Manchmal fam der Sohn stand bei ihr und sah sie an; dann ging er zur Mutter und bat für sie um eine leichtere Arbeit. Die Entstehung der öffentlichen Gartenfon zerte ist eigentlich genug alten Datums. Sie hängt und innig zusammen mit der Geschichte der mehr monie Musik( Blechblas- Musit) und mit der Ge. mehr zu völliger Selbstständigkeit gelangten Har chichte der Unterhaltungsmusik und Musik des Der Sohn hatte das Bäckergewerbe erlernt, heiteren Stiles, der heute wesentlichsten Bestand damit er einmal beide Geschäfte übernehmen teile volkstümlicher Musit. Denn je mehr jene konnte. Die Witwe verlangte schon heute, daß beiden Faktoren wegweisend wurden, umſomehr er der„ Herr" sei. Aber er hat einen großen erweiterten die auf ihrem Boden aufgewachsenen Fehler für einen Serrn": er ist gut. Er pricht Garten- und öffentlichen Unterhaltungs- und Promit den Bäckergehilfen wie mit Kameraden, und menadekonzerte ihren Wirkungsfreis. So hat sich und preisen die Helden, die da rangen und den Mädchen erlaubt er, wenn sie ihn darum in England jener freie Gartenkonzert- Stil, eine lämpten, die die Freiheit der Brüder um ihr Tes bitten, früher Feierabend zu machen, als es die Art populärer Stonzerte, frühzeitig entwickelt; die ben erlauften. in der Saison von Mai bis August abgehaltenen Konzerte vereinigten gewöhnlich musika.ische und Varieté- Genüsse in gleicher Weise. Besonders aber mußte die Zeit eines Banner und Strauß geeignet sein, dieser Art des Ronzertwefens den Weg zu vollster Blüte zu weisen, da sie das Schlag, wort zeitigte ,, Tarzmusik ist Boltå. musit". Den wesentlichsten Einfluß auf die Ent widlung des Gartenkonzertstiles übten die Mili tärmujiten aus, einen Einfluß. dem auch die wenigen in Frage kommenden Zivilmusik- Kapellen erlagen. Aber das Ansichreißen der Hegemonie dieser Stunstrichtung durch die Militärmusik hat eine bedauerliche Verflachung und Verrohung des leichten Musikstiles mit sich gebracht. Eine ganz neue Kategorie sensationslüsterner, effekthaschender ,, Nein," sagte er ,,, das nicht." Eintagstüde hat sich daraus ergeben. Die Stompofitionsart einer schlechten, beim Bublifum aber Hause ging, verließ auch er das Haus und begleitung gelangte damit zu ungeahnter Blüte. Dieser Aber am Abend, wenn das Mädchen nach infolge des äußeren Effektes beliebten Kunstrich tete fie. neue und unfünstlerische Stil von GartenkonzertVortragsstüden muß entschieden als frankhaft und wertlos zurückgewiesen werden. Aber auch eine Verrohung der Durchführungsart der Musikstücke in den Gartentonzerten trat ein; das Herunter feben derartiger Effektstüde gewann immer mehr iſt, je mehr die Ausführung durch die MusikkaBeliebtheit beim Publitum, das um so begeisterter pelle gegenfäßlich roh und brutal ist. Oder wären diese Erscheinungen nur eine natürliche Folge der allgemeinen Gesittungsbeladenz, so sie sich hier im Musikalischen widerspiegelt? Ganz gewiß! Denn mit dem unheimlichen Aufschwung der modernen Tanzmusil des Shimmy, Foxtrott, der Jazzband etc. faßte diese Musilgattung auch außerhalb der Tanzlokale Fuß, bestimmt heute auch die Programme der Freiluftkonzerte und hat gleichzeitig auch einen ungeahnten Aufschwung der Salon mujit- Stapellen zur Folge gehabt, die den großen Musikkapellen im Freiluftkonzertbetriebe erfolg reichste Konkurrenz machen. Nun wußte die Tochter, was der Mutter fehlte. Mit starrer, schrecklicher Ruhe nahm sie es auf. Dort lag ihre alte, weißhaarige Mutter in den Kissen. Die Augen sahen zur Dece. Da sah ihn die Witwe spöttisch an und meinte: ,, Man tann nichts machen," hatte der Arzt ,, Ach sodu bist verliebt?" gesagt. In ganz furzer Zeit werden die großen, starben Schmerzen beginnen, wenn der schnelle Fäulnisprozeß einsetzt. Dann aber muß Geld da ein für viel Morphium. Etwas anderes können ivir Aerzte nicht geben: viel Morphium, immer mehr, die Schmerzen zu betäuben." Die Mutter erfuhr es, ließ ihn rufen und fagte zu ihm:„ Mert auf, wenn du von dem Mäd die Tür des Chefzimmers. Am nächsten Morgen Klopfte die Tochter an chen nicht läßt, enterbe ich dich und du mußt mein Haus verlassen." Nach einem Berein!" trat sie ein. Sie war bleich, mit welken Wangen, tiefen Ringen unter den Augen, entzündeten Libern vom Nachtwachen; sie war alt und häßlich. Herr Chef," sagte sie ,,, es sind Verhältnisse eingetreten, die mich zivingen, Sie zu bitten, einen Lohn zu erhöhen Der Chef faß beim Frühstück. Bor ihm stand ein gefülltes Glas Wein. Er rauchte. Er sah nicht auf, drehte sich noch ein wenig mit dem Rücken der Tür zu. Sie fah keine fleischigen Ohren, daß dicke Radenfleisch, das über den Hemdkragen quoll. ,, Wer ist es," fragte er, ohne zu schauen. Sie nannte ihren Namen. Er schüttelte zweimal den Kopf. Meine Mutter..." begann sie wieder und brachte kein Wort mehr heraus, als wären ihre Sprachwerkzeuge gelähmt. Da tam eine fette, brummig tiefe Stimme vom Tisch her: Nicht einen Seller!" Sie blieb stehen und konnte sich nicht vom Blaze rühren. Es war, als sei sie leblos, als sei alles Blut in ihr zu Wasser geworden. Sie hörte ihn einen Satz sprechen und erst nach Minuten erfaßte sie seine Bedeutung: ob sie es vielleicht vorziehe, auszutreten, wenn ihr die Bezahlung zu gering sei? D, wie heiß verlangte es sie, ja zu sagen! Alle Qualen und Schmerzen ihres Lebens wollte sie in diesem Ja hinausschreien. ,, Dann verlasse ich dein Haus." wenn sie etwas beschloß, war daran nichts zu Er wußte, die Mutter war härter als Granit; ändern. Aber auch er hatte diese Härte von der Mutter geerbt, nicht nachzugeben in seinen Entschlüssen. Er mietete in einem Vorort eine kleine, ärmche Wohnung und nahm das Mädchen zu sich. Er selbst fand in einer fremden Bäckerei eine Stelle als Gehilfe. Morgens um sechs Uhr nahm er den Storb auf die Schulter und trug die warmen Semmeln aus. Das Mädchen war in der Kleinen Wohnung die Hausfrau, sie wusch seine Hemden, stopfte seine Strümpfe, fochte ein wenig Mittagessen. Alle Samstage brachte er den Wochenlohn und gab ihr Wirtschaftsgeld. Als sie ein halbes Jahr beisamenen waren, erschien die Mutter. Sie lärmte und schrie schon vor der Tür und störte den schönen Frieden der beiden Menschen. Hast du nicht genug von dem Spaß?" brüllte sie. „ Das ist kein Spaß," sagte er ruhig Mutter, das ist Liebe." Darauf kehrte sich die Witwe um, schlug Tür hinter sich zu und ging fluchend davon. Freiluft- Konzerte. zur die Da war es, als griffe eine eiferne Hand an ihre dehle und verbiete ihr zu tun, wie sie wollte. Eine musikkritische Mai- Betrachtung von ,, Also?" fragte der Chef, während er rauchte. Nein," sagte sie leise und bittend ,,, ich bleibe" und wankte aus der Tür. Straßenmädchen. Edwin Janetschef. Nach dem Gesagten ist die Stillosigkeit der Vortragsordnungen unserer Freiluft oder Gartenkonzerte eine selbstverständliche Folge der Stilverderbtheit und Geschmadlosigkeit unseres Publikums. Schon aus diesem Grunde verlangen wir mehr Stil in der durch diese Gartenkonzerte vertretenen Kunstrichtung und den Verzicht auf die ärgste Sorte der ehrenkihelnden Effektstücke. Man sehe nur einmal die Vortragsordnungen un serer Gartenkonzerte an. Sie sind sozusagen Kaleidoskope der Stillosigkeit in ihrer funstunwür digen Gegenüberstellung klassischer Meisterwerte und trivialster Eintagsmusit, find direkt gegen die Grundgesetze der Aesthetik und Moral in der Kunst. Was ein namhafter Musikschriftsteller, der 1899 verstorbene Heinrich Ehrlich, über die Konzertverhältnisse Englands in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts sagt, Choura selbst ging bald nach diesem VorDie ersten Freiluftkonzerte im Jahre bringt gilt heute in erhöbtem Maße von dem Program der erste Mai. Das ist seit vielen Jahren so üb men unserer öffentlichen Freiluftkonzerte: Sie sind fall nach Amerika. Aber das Gerücht, er fei ein lich und gar nicht mehr anders denfbar, gehört ganz stillos, gleichen dem Büffet eines EisenbahnVerräter, ging hinter ihm her. Im Jahre 1891 zur Feststimmung des ersten Mai und gibt diesem wartefaales, wo Schinken und Scholadeplay wurde die ganze Angelegenheit im Streise ameTage des feierlichen Ernstes auch den Ton der chen, Käse und Torten friedlich nebeneinander rikanischer Anarchisten untersucht, ohne daß es Bräutigam ist gut zu mir, er weiß Harmonie und Freude. Die Freiluft- oder liegen, nur mit dem Unterschiede, daß die verschie gelungen wäre, Licht in die Angelegenheit zu alles von mir, auch, daß ich auf die Straße ging. Barten- Konzerte, wie man sie sonst ver- denen Gerichte des Büffets nicht von denselben bringen. Auch die 1885 Verurteilten fonnten Er sagt, ich könnte nichts dafür... Wäre ich ständlicher nennt, gehören mit zu den wichtigsten Personen verzehrt werden, während die Nummern nach ihrer Freilassung die Sache nicht aufklären, nicht so verlassen gewesen- hätte mich jemand und zweckmäßigsten musikalischen Volts- des Programmes von denselben Hörern geebenso wenig wie die Zusammenkunft der Par- lieb gehabt... Hätte ich einen Halt im Leben ge- bildungsmitteln. Ihre Bedeutung für nossen" werden müssen, was einen sehr guten teiveteranen der tschechischen Arbeiterbewegung funden... das Volk ist erkannt worden, feit man den Ein- Magen voraussehen läßt. im Juni 1924 und Cajthaml in seinem vor... Er wurde krank von mir, aber er ent- fluß der Musik auf Gemüt und Moral der Men- Dabei ist die Literatur der Harmonie- und wenigen Tagen erschienen Buche. Vielleicht wird schuldigte mich; auch dafür könnte ich nichts... schen, auf ihre Tugenden und Untugenden ein- Freiluft- Konzertmusit keineswegs arm an ihrer einmal ein Polizeiakt aufgefunden werden, der Ich erwarte ein Kind ich weiß es nicht ge- fehen lernte. Als Quellen musikalischer Volksbil Art gediegenen und würdigen Werken. Wir wollen Choura der Spigelei überführt, so wie dies To- wiß, ob er der Vater ist er aber sagt: es ist dung kommt ihnen auch musikhistorische Bedeu- auch nicht ausschließlich nur diese Art Musik in bolka restlos bei dem Verräter Sabina nach sein Kind und er nimmt es dafür und er will tung zu. Geschah die Vermittlung der Musik an den Freiluftkonzerten; aber wir wollen, beffer wir gewiesen hat und wie ich es beim ersten Redak- mich nie wieder verlassen alles wollen wir zu die breiten Schichten des Volkes in früheren Zeit- sollen durch diese Konzerte das Volk bilden und teur des Reichenberger Arbeiterfreund", dem sammen tragen, ich bin für ihn alles... Und doch abschnitten der Musikgeschichte vorwiegend durch musikalisch zur Höhe führen. Darum mögen die einäugigen Wolf" aufzuzeigen in der Lage war. ist es ein Zufall, daß ich dieses Glück gefunden... die christliche Kirche, so sehen wir heute als Ver- Klassischen, gediegenen Werke der einschlägigen Jede terroristische Organisation bildet einen Nachts um ein Uhr ging ich auf der Straße. Er mittler musikalischer Bildung an das Volt fast nur Musikliteratur mehr als bisher zu Worte kommen. Anziehungspunkt für Menschen, die sich besonders sah mich, ich sprach ihn an. Er redete ernsthaft weltliche Kräfte tätig; und zwar im Rahmen be- Man versuche es nur einmal, etwas mehr Stil radikal gebärden und dabei in Wirklichkeit im zu mir, fragte mich, warum ich dies tue. Dann sonderer Veranstaltungen im Konzertsaale oder und Ordnung in die Programme dieser VergnüDienste der Polizei steben. Aufgabe der Ge- begleitete er mich bis vor das Haus, in dem ich Theater( Volks- Synfoniekonzerte, populäre Kon- gungs- und Boltskonzerte zu bringen. Das große schichtsschreibung der Arbeiterbewegung ist es, wohnte. Wir verabredeten eine Zusammenkunft, zerte, volkstümliche Opernvorstellungen, Arbeiter- Publikum ist ja leicht lentbar und willig; und etne ben Betreffer den entweder der Verachtung der ich tam nicht. Warum? Er war für mich zu an- Chor- Veranstaltungen etc. etc.). oder in Freiluft- entsprechende, geschickt jammengestellte VorNachwelt zu überliefern oder sein Andenken von ständig... Nach vierzehn Tagen sah ich ihn zu- oder Gartenkonzerten allgemeiner und spezieller tragsordnung wird sicher seine Zustimmung dem furchtbaren Verdacht zu reinigen. Während fällig wieder auf der Straße- wieder war es volkstümlicher Natur. finden. man von dem unglücklichen Stivat mit ziemlicher nach ein Uhr nachts.( Er ist Kellner in einem Gelegentlich der kritischen Würdigung von Ich komme daher zur Schlußfolgerung. Mehr Sicherheit behaupten kann, daß er feinen Verrat großen Stadtrestaurant und hat bis nach Mitter- Gesangvereins- Freiluftkonzerten habe ich gerade Stil, mehr Bedacht auf die Volksbildung geübt habe und daß er also unschuldig gefallen nacht Dienst.) die Gesangvereine auf die außerordentliche Beden- bei unseren öffentlichen Freiluftkonzerten! Da ist, können die Akten über den Fall Choura auch Er brachte mich in sein Heim, zu seinen An- tung derartiger Garten- Liederabende als durch werden wir erreichen, was als idealer Ein nach dem Erscheinen des Cajthamtschen Werkes gehörigen. Seither sind wir zusammengeblieben. Voltserziehungsmittel aufmerksam gemacht und fluß der Musit angesehen wird: Den fünft nicht geschlossen werden. Die ersten Tage betrog ich ihn. Ich war miß- die Anregung gegeben, versuchsweise volts'ümlerischen, moralischen und ästhetischen Erfolg beim trauisch, ich konnte nicht daran glauben, daß ein liche Gartenliederabende ohne Eintrittsgeld oder Wolke, bei der breiten Masse des Publikums,