Teinzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, I., Relajanta 18, Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. achtrebattion: 26797. Postschecamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Freitag, 7. Mai 1926. Prager agrarische Woche brauchen, hatten es Landbündler Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich olerteljährlich halbjährig ganzjährig. Kč 16.48.96.192. Rüdftellung von ManuStripten erfolgt nur bei Ein fendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich( rih Nr. 107. cilia, auch beutiche Land be Heute Regierungserklärung über die Zölle. a der nächsten Zeit unmöglich machen. Tschechisch- deutsche Hungerzoll- Mehrheit. und deutsche Gewerbeparteiler, denn sie unterfertigten mit den neuen Antrag Die Koalitions tritt wieder in Erscheinung.- Ausspringen der NationalDer erste Aft des Zoll- Trauerspiels ist Donat und stimmten wobei sich ihnen vorüber. Ein Trauerspiel für die breiten Massen auch die deutschen Christlichsozialen anschlossen demokraten aus der Zollunion. der Bevölkerung, für die eigens zum Zwecke lichkeit. Der Budgetausschuß muß den An- das nach mehr als einmonatiger Pause heute wie -gestern im Senat für die Dring Prag, 6. Mai. Auch im Abgeordnetenhause, von Handelsverträgen mit agrarischen Staaten in der Hungerzölle gebildete tschechisch- deutsche parlamentarische Mehrheit ein freudiges Festspiel. trag nun binnen acht Tagen erledigen der zusammentrat, entwickelte sich sofort eine rege Eine neue Tatsache zeigte sich zum Schluß Reichermachen der Reichen auf dem Dorfe auf und am 18. Mai muß im Plenum des Senats Debatte über die Agrarzölle, die morgen mit der Sitzung, daß nämlich die in Brüche gegangene Rosten der Proleten, die ohnehin nichts haben, die letzte Beratung beginnen. Das große Pro- ciner Regierungserklärung fortgefeßt werden wird. Koalition vortrefflich schon wieder oppositionelle und die daher auch noch das letzte Semb her blem der Lebensmittelzölle, das für die Von unserer Seite griff Genojie Schweich Anträge, und seien jie sachlich noch so begründet, geben können, das ist die Parole, der die arbeitende Bevölkerung eine art in die Debatte ein und deckte in fast cinstiin- abzulehnen versteht. Unsere Fraktion hatte heute sschechisch- deutschen Befürworter des Zoll- Lebens- und Existenzfrage ist, das der Agrarier auf, die um jeden Preis die Zölle sofort über den Standpunkt der Regierunge wuchers über alle nationalen Gegensätze hin- in der gesamten Volkswirtschaft des Staates als ein Allheilmittel für die gesamte Landivirt- Bollfrage im Hause eine Erklärung abgeben; gewiß weg folgen, das ist der Kitt, der sie fest zu- Hefgehende Veränderungen hervorzurufen gefchaft hingestellt wiffen wollen, obwohl nur ein ein Verlangen, das fachlich begründet war, Jo sammengefügt hat. eignet ist, soll im Eilzugstempo durch verschwindend fleiner Teil der landwirtschaftlichen begründet, daß man es einfach nicht Der gestrige Lag hat in der politischen gepeitscht werden. So wollen es die tschechischen Bevölkerung eben jene Großagrarier, deren hätte ablehnen können. Aber ein MinzGeschichte des Staates historische Bedeutung: Agrarier, die nichts anderes gelten lassen, als Interessen die Landbündler im Parlament aus- sterpräsident von der Opposition auf die Bariazum erstenmal hat es im offenen ihre egoistischen Profitinteressen, so wollen es schließlich vertreten aus den Zöllen wirklich mentstribüne zitiert? Dagegen bäumten sich die Sizungssaal des Senates eine auch die deutschen Parteien. Deutsche Agrarier, einen Nußen zieht. Daß dieses Milliardengefchent eingefleischten Koalitionstraditionen einmütig auf: Abstimmung gegeben, die nicht deutsche Christlichsoziale und deutsche Gewerbe an die Großbauern fast ausschließlich aus den Ta- man feßte fich also schleunigst zusammen, gab dem nach nationalpolitischen Gesicht 3 parteiler, welche die deutschen Sozialdemokraten fümmert es die Herren Windirsch und Konsorten, Baubewegung ein anderes Geficht und ließ ihn schen der ärmsten Bevölkerung gehen würde, was Antrag durch Hinzufügung einer Klausel über die punkten vollzogen wurde. Wirtschaft als„ national unzuverlässig" ausgeschrien haben, die sich auf der Parlamentstribüne als biedere slugs von zwei alten Koalitionsparteien einbrinliche, soziale und Klassengegensäße waren es, weil sie den Kampf gegen das internationale Sleinbauernvertreter ausspielen! gen und natürlich vor dem Antrag Czech- zur welche die Geister schieden. Es war eine Ab Ausbeutungskapital international zu führen Der Zollantrag wurde auch im Abgeordneten- Abstimmung bringen und annehmen. Den Antrag stimmung im Zeichen des schärfst en bestrebt sind, gingen dabei mit tschechischen hause, gleichlautend mit dem Antrag Donat im Czech ließ man dann glatt unter den Tisch fallen, Kampfes der Klassen. Auf der einen Agrariem, tschechischen, slowakischen und un- Senate, eingebracht. Bemerkenswert ist, daß die doch die Koalitonsreputation war gerettet. Ein Seite mit Ausnahme der deutschen Natio- garischen Klerikalen und tschechischen National Nationaldemokraten ihn diesmal nicht unter- Schritt auf der schiefen Bahn zur alten Koalition nalpartei und der deutschen Nationalsozialisten, demokraten Hand in Hand. Alles war vergeben schrieben und dies in einem Kommuniquce da ist damit gemacht: nur ein großer Optimist fönnte die allein noch nationalpolitischen Entwägungen und vergessen, sogar die Gegnerschaft gegen die mit begründen, daß sie mit dem Meritum des An- jeßt noch behaupten, daß alsbald icht weitere folgten und nicht für den Bollantrag stimmten, tschechische Regierung, der mit den Lebens- trages, was die Höhe der Zollkoeffizienten betrifft, folgen werden. nicht übereinstimmen; auch würde er den Abschluß weil sie darin eine Hilfeleistung für die Re- mittelzöllen ein Ertrageschenk von gierung und für eine fünftige allnationale Ro- hunderten Millionen Kronen gealition erbliden auf der einen Seite also macht werden soll; unter dem Feldzeichen des die Vertreter des Befißes, Tschechen, Deutsche, Brot- und Fleischwuchers fanden sie sich alle, Slowaken und Magharen in geschlossener Front, alle, die für die besitzende Klasse das Recht auf der anderen Seite die Sachwalter der Be- reklamieren, aus der Haut des arbeitenden siglosen und mittleren Bevölkerungsklassen, die Volkes Riemen zu schneiden. Sozialisten aller Schattierungen und Nationen Es ist nicht so sehr von Bedeutung, nach und die Kommunisten. Der Hungerzollantrag den unmittelbaren Gründen zu forschen, welche der tschechischen Algarier hat das seltene Schau- einige der deutschbürgerlichen Parteien bewogen, spiel bewirkt, er hat die nationalistischen Nebel- aktiv an dem Bollattentat mitzuwirken. Die schleier, welche die natürlichen, zwischen den deutschen Agrarier, deren maßgebende Klassen bestehenden Gegensäße lange genug ver- Elemente den wohlhabenden Schichten der hüllten, zerrissen und dem Gerede von Landwirte entstammen, haben, jo verwerflich nationaler Volksgemeinschaft ein auch ihre Selbstsucht ist, die sie das Gedeihen jähes Ende bereitet. = **** Präsident Malypetr eröffnete die Situng,] 3 wischenrufen seitens unserer Genossen um 15 1hr 30 min. mit einem Nachruf für den muß Windirsch über sich ergehen lassen. Als er verstorbenen deutschnationalen Abgeordneten sich der kleinen Landwirte annehmen will Straus, der vom Hause stehend angehört wurde. und behauptet, es sei nicht wahr, daß bei ihnen Hierauf leistete dessen Nachfolger Dr. Rosche die Konsumenteninteressen im Vordergrunde stünsowie der tschechische Agrarier Peliset, dessen den. Zur Begründung dieser fonfusen Behaup Borgänger Wenzl auf sein Mandat verzichtet tung zitiert er eine ganze Reihe agravischer Borlagen an die betreffenden Ausschüsse mit acht- eo effizient 6 noch viel zu niedrig zu hat, die Angelobung. Nach Zuweisung einiger Größen. Im Intrag Donate scheint ihm der tägiger Frist wurde in zweiter Lesung der Han- sein. Zwischenruf: So runden Sie ihn doch gleich delsvertrag mit Bulgarien und mit der belgisch auf 10 ab!) Nach der mit Seiterfeit aufgenomme luxemburgischen Zollunion genehmigt. nen Feststellung, daß es sehr viel Vich in diesem Staate gebe, will er beweisen, daß die kleinen Landwrte wenigstens als Viehzüchter vorwiegend Reziehung an den festen Zöllen, die sich auch auf Produzenten feien und daher wenigstens in dieser Fleisch und Fett beziehen sollen, interessiert seien. Er verlangt schließlich auch von den sozialiſtiſchen Parteien, daß sie an die Zollfrage ohne Leidenschaft herantreten. Die Agrarier beider Lager flatschen ihm demonstrativ Beifall. Auf den sozialistischen Bänken hört man verschiedene Zuruse, von denen das Wort„ Koalitionsveif" wohl den Nagel auf den Kopf trifft. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildet der Handelsvertrag mit Japan, des eigenen Profits dem Gesamtwohl der boi dem sich, wie zu erwarten war, alsbald eine Die gestrige Abstimmung im Senat wird ganzen Bevölkerung rücksichtslos voranstellen 3olldebatte entspinnt. Vorher gibt, wie wir unvergessen bleiben. Daß es zu ihr fam, hat läßt, schließlich nur folgerichtig gehandelt und an anderer Stelle mitteilten, Genosse Schäfer ein am Dienstag von den tschechischen Agrariern sie haben ihr Deutschtum nie anders aufgefaßt, namens unserer Fration eine Sympathiekundgeeingebrachter Dringlichkeitsantrag, als so: sich auf Kosten der Volksgenossen zu bung für die streifenden englischen Arbeiter ab, der am Kopfe auch den Namen des deutschen bereichern. Um dieses Ziel zu erreichen, waren die er unserer tatkräftigen Unterstütung versichert. Landbündlers Zuleger trägt und auf dem sie immer bereit, sich mit Tod und Teufel zu Auch Brožit( tschechischer Sozialdemokrat) et auch die Unterschriften deutscher Agrarier und verbünden. Die deutschen Christlich klärt, daß es in dem Rieſentamps, der sich jetzt in deutscher Gewerbetreibender prangen, bewirkt. sozialen stimmen für die Lebensmittelzölle, England abspielt, um die Interessen der gesamten In diesem Dringlichkeitsantrag wird für den weil sie auf dem Lande der Konkurrenz der Arbeiterklasse geht. Er forderte schließlich, daß die Regierung ihren Einfluß auf die Unternehmer in Verhandlung stehenden Antrag Donat auf Landbündler begegnen wollen und weil sie zum geltend machen solle, um ein lebergreifen des Nach Windirsch tritt der tschechische Agvarier sofortige Einführung fester Lebensmittelzölle Dank dafür von den tschechischen und deutschen Kanrpses auf die Stohlengebiete der Tschechoslo Mašata in mehr als einstündiger Rede ebenfalls in sechsfacher Friedenshöhe das abgekürzte Agrariern die Erhöhung der Pfaffen- wakei zu verhüten, welche fest hinter den fämpfen- sehr energisch und temperamentvoll für die Zölle ein. Der mangelnde Zollschutz habe die LandVerfahren im Sinne des Paragraph 55 gehalte erhoffen. Die Gewerbeparte i den englischen Kameraden stehen. der Geschäftsordnung verlangt. Die Beratung Ier aber sind die Gefangenen der Ziemlich unvermittelt und nicht sehr glücklich wirtschaft fast an den Rand des wirtschaftlichen des Antrages ging den Parteien, die sonst Agrarier und sie stimmen für die Zölle, eröffnete sodann der Landbündler Windirsch Verderbens gebracht. Auch er ergeht sich in den Initiativanträge anderer Parteien monatelang obwohl die Interessen der Masse der Hand- die Kampagne unt die festen Getreidezölle. Nach gewundensten Argumentationen, um das Interverschleppen, nicht schnell genug, obwohl er werker und fleinen Gewerbsleute sie zum schärf einen Seitenhieb auf die Maifeier und die Aresse der Kleinbauern an den Zöllen nachzuweisen. protektionistisch allen anderen Beratungsgegen- ften Kampfe gegen die Hungerzölle zwingen beitsruhe der Straßenbahner, erklärte er, seine Die bisherige Zollpolitik habe den inneren Markt ständen vorangestellt und wie ein Dringlich- müßten, weil sonst ihre geliebten Partei habe sich im Senat hinter die Zölle ge- zerstört und den ausländischen nicht zu gewinnen stellt und werde dies auch hier tun( Hört! vermocht, daher müsse man sie einmal ändern. feitsantrag beschleunigt in Verhandlung ge- Mandate in Gefahr wären. Doch ört!). Dann beschwert er sich darüber, Immer und immer wieder sah man aus seinen nommen wurde und sie nahmen zu seiner Ein- dieje Schäbigkeiten sind nicht die alleinige Ur- daß nicht nur die sozialistischen Parteien, sondern Ausführungen, daß die Großagrarier die kleinen bringung als Anlaß, daß der Vorsitzende des sache für den Frontalangriff der Reaktionäre auch vielfach die Deutschbürgerlichen und deren Landwirte um jeden Preis auf ihre Seite bringen Ausschuß Kommando nicht sofort einberief. Der wirf- fitlosen und mittleren Bevölkerungsklassen. Die verstanden wären, sondern eine sehr scharfe um sie über die Bedeutung der Zölle für die liche Anlaß war: die nächste Woche bringt Bildung der tschechisch- deutschen Zollwucher- ritit daran übten.( Zwischenrufe: Sehrleinbauern hinters Licht zu führen. Nach dem anläßlich der tschechischen landwirtschaftlichen mehrheit und ihre Attaque auf die Massen der richtig! bei unseren Genossen.) Die Einführung Kommunisten Petr und dem tschechischen SoAusstellung in Prag eine Reihe agrarischer Ston- Verbraucher ist der Ausdruck der Tat landwirtschaftlicher Schutzölle hätten sie bereits zialdemokraten Lanc, die ebenfalls auf den enggresse und Festveranstaltungen. Bei dieser sache des Erstartens der bürger- viel früher verlangt. Der Antrag habe daher lischen Riesenfamf ausführlich zu sprechen famen, nichts mit nationalpolitischen Erwägungen zu tritt der Nationalsozialist agrarischen Parade sollte den Teil- lichen Reaktion bei den letzten Parla- tun: seine Partei trete nur für die Erfüllung def- Patel, dessen Partei mit einer offenen Erklänehmern der fertige Beschluß des Senats a 13 mentswahlen. Mit den Schlagworten von na fen ein, was sie ihren Wählern im Herbst ver- rung über ihre Saltung zu den Zöllen bisher Festgabe auf dem Präsentiertionaler Einheitsfront, deutscher Volksgemein- sprochen hätte. Die gleitenden Zölle hätten ihren zurückgehalten hatte, ebenfalls scharf gegen die teller überreicht werden, darum brachschaft und nationalem Verrat der Sozialdemo- 3wed nicht erfüllt. Ginmischungen darüber, wie Bölle auf und empfiehlt an deren Stelle den ener ten die tschechischen Agravier den Dringlichkeits- fraten haben die deutschbürgerlichen Parteien fie stimmen sollten, müsse er ablehnen. Sie hätten gischen Kampf gegen den Zwischenhanantrag ein und ihr Vertreter im Senatspräsi- die Wähler eingefangen, während andererseits sich auch nicht in die Abstimmungsansichten ande- del, von dem die Agrarier bisher nichts erwähn dium forderte mit der größten Hartnäckigkeit, die gewissenlose kommunistische Heze dazu bei- der Parteien eingemischt, als zur Zeit der Koali- ten. Budgetausschlaß auf ihr aller Nationen auf die Lebenshaltung der be- Presse mit dieser Haltung der Agrarier nicht ein- wollen und keinen noch so plumpen Trick scheuen, Der Kommunist Burian greift die verbündie Beschlußfassung über den Zollantrag müßte getragen hat, den Einfluß des Proletariats im tionsregierung Regierungsanträge, wie die Arbis spätestens Samstag dieser Parlament zu schwächen. Nun wird das beitslosenunterstützung, Mieterschutz, Sozialversi- deten Agrarier heftig an und widerlegt ihre Be Woche erfolgen. Die sichere Gewähr für die Volf, Deutsche wie Tschechen, bit- herung usw. die Billigung einzelner deutscher hauptungen, daß während der KoalitionsregieAusplünderung der Verbraucher sollte zur teren Tribut dafür zollen müssen, Parteien gefunden hätten. Zwischenrufe des Ge- rung so unendlich viel für die Arbeiter getan Steigerung der Festesfreude der tschechisch- weil ein Teil des arbeitenden Volkes den De- noffen Taub machen ihm hier flar, daß es sich worden sei. Später beschäftigt sich Burian haupttschechisch weil ein Teil des arbeitenden Volkes den De bei der Sozialversicherung und den übrigen er sächlich mit dem deutsch- russischen Vertrag und agrarischen Stongreß- und Festteilnehmer bei- magogen von rechts und links auf den Leim wähnten Gefeßen un die Lebensinteressen von fritisiert die Haltung Beness in dieser Frage auf tragen. ging. Die Reaktion hat gesiegt und sie erntet millionen gehandelt habe, während es sich bei den das schärfste. Koudelka( tschech. Sozialdemokrat) polemisiert Und siehe da, nicht nur dietsche chi- nun. Es ist eine schmerzliche Lehre, die das Zöllen um die Interessen eines kleinen Häufleins fchen Agrarie'r, die einen Aufpuß für die Volt jetzt empfängt. Wird es sie beherzigen? von Großagrariern handle. Ginen Hagel von gegen die Ausführungen Mašatas und verweist Beite 2. an Bich noch an Getreidezöllen ein Interesse, sondern werden durch sie nur zugunsten einer flei nen Gruppa von Großbauern empfindlich ge= fchädigt. Die Agrarier betreiben noch immer die alte barauf, daß die Arbeiterschaft von der jetzigen| schiedenen Interessengruppen unter den Besitzern) Krise weit mehr getroffen sei als die Land- selbst ganz verschiedene Wirkungen haben. wirtschaft. Die Sozialdemokratie sei nicht gegen Die Kleinhäusler und Kleinbauern haben weder die Landwirtschaft, sondern gegen jene, welche vom Ertrag der Arbeit anderer leben. Von 1922 bis 1924 seten die Getreidepreise nie driger gewesen als jeßt und doch hätten die Agrarier damals keine Zölle gefordert; das sei ein Beweis, daß ihr jetziges Dftat in der Zollfrage facfich nicht begründet sei. Weil sie aber damals im Parlament nicht so viel gewesen seien, wären sie auch bescheidener gewesen. Nach ihm kommt als letter Debattenredner Genosse Schweichbart, der die von Windirsch vorgebrachten Scheingründe für den Zollschutz der Reihe nach widerlegt. Er befaßt sich zunächst mit der schweren Wirtschaftskrise, die nicht zuletzt durch das ständige Zurückdrängen der Tschechoslowakei auf dem Weltmarkt hervorgerufen wurde, und erhebt gegen die Regierung die Anklage, daß sie ihre Pflicht gegen die Arbeiter verabsäumt habe. Die ärgste Gefahr für unsere Volkswirtschaft Hohenblumsche Zollpolitik, statt sich mit neuen Ideen in diefer Richtung, wie sie namentlich in der Schweiz und anderen Ländern durch Intensivierung der Produktion ausgeführt werden, zu befassen. Unsere Partei wird sich stets für eine Sebung der Produktion durch Intensivierung der Bewirtschaftung ein setzen. Sollte dies alles vorläufig zu wenig sein, dann müsse man nach dem Beispiel einiger nordischer Staaten eventuell die Frage der Schaffung eines Einfuhrmonopols für Getreide gründlicher studieren. An diesen modernen Proble men rühren die Agrarier nicht, fondern verfolgen nur blindlings die alte, überholte Zollpolitik Hohenblums im alten Desterreich. Wir wissen, daß der Kampf um die Zölle augenblidlich eine Machtfrage ist. Die wahre Demofratie lehnt aber jede derartige Ausbeutung der breiten Massen durch die Agrarier wie auch durch die Industriebarone ab. Darum Schach den aararifchen Zöllen jeßt und immerdar!( Beifall bei unseren Genossen.) Die Debatte wird hierauf unterbrochen 7. Mai 1926. Die deutsche Arbeiterschaft zur tatkräftigen Hilfe bereit! Sympathiekundgebung unserer Parlamentsfraktion für die Streifenden engischen Arbeter. In der heutigen Sigung des Abgeordnetenhauses gab im Namen unseres Klubs Genosse Schäfer folgende Erklärung ab: In England ist der gewaltigste gewerkschaftliche Kampf im Gange, den die Geschichte fennt. Das engl fche Proletariat steht im Generalftreit. Es ist weit mehr als ein 2ohn. tampf, um den es geht, denn mag es sich unmittelbar auch nur um die Abwehr eines Attentates auf die Löhne und die Arbeitszeit der Bergarbeiter handeln, so liegt doch die tie fere Ursache des Konfliktes in der Unmöglichkeit, den englischen Bergbau auf privatlapitalisti scher Grundlage weiterzuführen. Daher kämpfen die englischen Arbeiter um ben Sieg eines sozialistischen Prinzips über die tapitalistische Wirt. schaft. Darum verfolgen, wie d'e Proletarier und proletarischen Parteien aller Länder, auch wir den gigantischen Kampf der englischen Arbeiter flasie mit angespanntem Atem, wir leben alle feine einzelnen Phasen mit brennendem Interesse mit, wir wünschen den tapferen Kämpfern aus ganzem Herzen einen raschen und durchschlagenden Sieg. Wir fühlen uns in diesem Wunsche eins mit dem gesamten internatio nalen Proletariat, das in dem Kampf der englischen Arbeiter den Kampf für seine eigene Sache, für die Sache des Sozialismus erkennt. Wir betrachten mit Bewunderung den großartigen Aufmarsch der Arbeiter und sind überzeugt, daß eine Klasse, die so zu kämpfen versteht, nicht unterliegen kann. Wir wissen aber auch, daß schr bald die Aufgabe an uns herantreten kann, die brüderliche Solidarität, die wir hier zum Ausdruck bringen, auch durch Tat zu beweisen. Wir sind bereit und gerüstet, wenn der Ruf der englischen Arbeiter, der Ruf unserer Internationale an uns ergeht, ihm freudig und mit allen unsern Kräften Folge zu leisten, und werden stolz darauf sein, zu den Erfolgen unserer englis schen Brüder das Unsrige be tragen zu können. Unsere Herzen aber sind bei ihnen und erwarten mit brennender Sehnsucht den Sieg! Die Zollvorlage dem Budgetausschuß des Senates überwiesen. Stürmische Sigung des Senates.- Auch die deutschen Christlichsozlaten für die Durchpeitschung. Prag, 6. Mai. Im Senat wurde heute Heute vormittag erledigte der Senat zunächst drohe aber von den Agrariern, welche ihren Machtzuwachs bei der letzten Wahl so schnell wie möglich in klingende Münze umse pen wollen. Dafür soll der arbeitenden Bevölkerung der Brotkorb umfo höher gehängt werden; er warnt davor, unsere Arbeiterschaft durch solche Mittel in einen ähnlichen Kampf zu treiben wie heute in England. Die Zollfrage werde als Wendepunkt in der Innenpolitik und über einige im Laufe der Situng eingebrachte angesehen und die Agrarier sehen sich schon an Anträge abgestimmt. Abgelehnt wird ein Antrag den Futtertrögen der Regierung. Sie mögen rusta, der Ernährungsminister möge Aufaber sehen, daß sie da nicht eine blamable Ent- flärung über die Regelung der Zuckerpreise geben, täuschung erleben. Wir begrüßen diese Gruppie- sowie ein Antrag Cibula, der von dem Eisenrung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die bahnminister Aufklärung über das Verhalten Landbündler und Christlichsozialen aber dürfen es feines Ministeriums gegenüber der Arbeitsruhe nicht mehr wagen, von Selbst bestim auf den Straßenbahnen am 1. Mai berlangt. mung und ähnlichen Dingen zu reden. Bei den Agrarzöllen handelt es sich darum den tschechischen Sozialdemokraten und NationalDagegen wurde ziemlich überraschend ein von der Regierung aus einer großen Verle genheit zu helfen, und nur ein fleinerzialisten gefertigter Antrag angenommen, Bruchteil der Bevölkerung dieses Landes partizia morgigen Sigung einfinde und eine daß sich der Ministerpräsident in der piert an diesen Zöllen. Die Parallele Windirsch's Erklärung abgeben, ob die Regierung bereit sei, mit der Sozialversicherung ist ganz falsch, 1. das Gesetz über die Baubewegung zu bedenn an der Sozialversicherung sind Millionen in- schleunigen, und 2. ihren Standpunkt zu dem agrarischen Zoll- Antrag gegen die Stimmen ohne Debatte die Verträge von Rom und Wien teressiert. der Zollfrage und zu Maßnahmen gegen der deutschen Parteien die Dringlichkeit mit den Nachfolgestaaten, durch welche die Frage Bir Sozialdemokraten find nicht einseitig auf die Teuerung bekanntzugeben. Der Antrag zuerkannt. Unter denen, die sich für die der Uebernahme der von der ehemaligen österrei Industriezölle eingestellt. Wir lehnen alle Zölle fand die Zustimmung des ganzen Hauses, so daß durchpeitschung dieser volkswirtschaftlich so wich- chischen Regierung ausgezahlten Penſionen geregelt wird. ab, die den kapitalistischen Interessen dienen. In- morgen eine Regierungserklärung über die Zölle tigen Vorlage ganz nach den alten Koalit onsmedustrie und Landwirtschaft müssen sich ergänzen, zu ertvarten ist. thoden einseßten, waren auch die deutschen Dann kam sofort der agrarische Antrag auf aber auch für die Landwirtschaft besteht Christlich sozialen. Sie versuchten zwar dringliche Behandlung des Bollant rages. Gleich darauf wurde aber ein fast gleich diese Stellungnahme durch kaum merkliches Auf- Donat zur Verhandlung, zu dessen Begründung Zwang der Verbilligung der Erzeugung. Die lautender Antrag Dr. Czech und Genossen mit heben der Hände bei der Abstimmung zu ver- der tschechische Agrarier roiher das Wort Schutzölle sind kein Heilmittel und können es den Stimmen der alten Koalition abgelehnt, schleiern, so daß tatsächlich der Eindruck entstand, erhielt. Er stellte zunächst die Sache so dar, als der ebenfalls eine ſofortige Regierungserklärung als ob wenigstens ein Teil von ihnen gegen den ob die Agrarier nur durch die Veschleppungsverdie alte Koalition dem älteren Antrage Dr. Antrag auf Auszählung des Stimmverhältnisses abgekürzter Berhandlung des Zollantrages geüber die Zollfrage verlangte. Offensichtlich hatte Antrag stimmen wollte, doch verdarb ihnen unser suche im Budgetausschuß zu ihrer Forderung nach Czechs nicht gut ausweichen können und so das Spiel. Auf die direkte Aufforderung des Ge- zwungen worden seien. Als er sich in Beantwor griff man zu dem Mittel, schnell eine Koalitions- noffen Dr. Heller mußten sie Farbe bekennen und fung eines Zwischenrufes zu der Behauptung resolution fast desselben Inhaltes zusammenzu- so stimmten fie für die Dringlichkeit. Dies sei für versteigt, daß der agrarische Vorsitzende des brauen, damit wenigstens das furchtbare Ereignis volkswirtschaftlichen Ausschusses bei der DurchAn Hand eines umfangreichen Materiales vermieden werde, daß der Ministerpräsident einem später ausdrücklich hier festgehalten. peitschung der Vorlage im Ausschuß im Sinne oringt Genosse Schweichhart nun den Nachweis, oppositionellen Aufruf zum Erscheinen im der Wünsche der Mehrheit des tschechoslowakischen daß kaum 17 Prozent aller Besitzer, bzw. Pächter, Hause Folge leisten müsse. Die Koalitionsunter Volles" gehandelt habe, bricht bei den Sozial von Grund und Boden überhaupt ein Interesse händler haben da schon wieder gute Fortschritte demokraten und Kommunisten ein Entrü an den Schutzzöllen für die Landwirtschaft haben gemacht. stungssturm aus; es regnet nur so Zwiund von diesen wieder nur fünf Prozent fette Geschenrufe, die ihm das Recht absprechen, im Na winne aus Schutzzöllen ziehen können. men des ganzen Volles zu reden, und seine Ausführungen lösen sich in Wortgefechte mit KomMehr als drei Viertel aller Besißer haben jedoch munisten und Sozialdemokraten beider Lager auf, von den Zöllen nur einen großen Nachteil zu die ihn fortwährend unterbrechen, so daß seine erwarten. ganze Rede im Lärm untergeht. Eine Gruppe deutscher Agrarier fühlt sich bemüßigt, dem Redner zu Hilfe zu kommen, und so hat die Glocke des Präsidenten viel zu tun. Besonders der nicht sein. hart sodann der Mit Leidenschaft wendet sich Gen. Schweichgegen den Mißbrauch der Kleinbauern für die agrarische Zollpolitik. Die verschiedenen Meinungen, welche in der Boltoalit on über die Höhe ber künftigen fe ft en 3ölle herrschen, werden nun jedenfalls in der für Dienstag einberufenen Sihung des Die dringende Interpellation unserer Frak Budgetausschusses aufeinanderprallen. Erst nach tion über die Ausnahmsverfügung der Karlsbader dieser entscheidenden Sißung wird sich feststellen Polizei wurde ebenfalls abgelehnt und die An- laffen, wie weit die agrarischen Wünsche in Erfrage Dr. Czech, Pohl und Genossen, warum füllung gehen werden. Allem Anschein nach wer feine Klubobmännerfonferen en einberufen würden sie sich schon zu einer erheblichen herab den, vom Vorsitzenden ausweichend beantwortet. Sehung des Zolltoeffizienten herbei Nächste Sigung morgen, Freitag, um 11 Uhr, lassen müssen, wenn sie überhaupt etwas erreichen Selbst den Agrariern nahestehende Wissenschaftler in der die Debatte- formell noch immer über wollen. mußten zugeben, daß die Agrarzölle auf die ver- den japanischen Handelsvertrag- weitergeht. 18 Aus dem Tschechischen von Richard Branbets. Moral en gros. Ein Roman wider alles Herkommen Von Jirt Haußmann. Die politischen Nachrichten brachten unter anderem ein Telegramm aus Wladiwostok: ,, Durchaus glaubwürdige Personen, die eben aus Charbin hier eingetroffen sind, berichten, daß der bekannte Sofatenführer Lup Lupič Sebercosedanov) im Amurgebiet eine neue Armee von 400.000 Mann organisiere, um endgültig das bolschewistische Reg me im Gebiete des Fernen Ostens" zu stürzen. Es scheint, daß die Tage der kommunistischen Terroristen diesmal unabwendbar gezählt sind." Zu dieser ganz herfömmlichen Notiz hatte die Redaktion eine biffige Bemerkung hinzugefügt: Wie bekannt, sind die Tage der kommunistischen Terroristen schon seit einiaen Jahrzehnten regelmäßig ztveimal im Monat gezählt und es ist nicht ausgeschlossen. daß die Ürentel unserer Enfelkinder den Tag erleben werden, an dem auch im Fernen Osten" das Banner des neuen, großzen, slawischen usw. Rußland siegreich flattern wird." an einer kleinen Portion idealistischen Geschwäßes| tik der marxistischen Theorien. Im Verlage der Geschmack finden müsse". Einfach unerhört 12. Klasse der utopischen Akademie für Wissenwar folgende Nachricht: schaft, Literatur und Kunst.): Ein Verworfener. Die Sozialistischen Tendenzen" beschuldigen unser führendes Parteimitglied Nabas) gewisser unlauterer geschäftlicher Manipulationen, die er sich bei staatlichen Lieferungen hat zuschulden kommen lassen. Wir sind in der Lage, zu erklären, daß die Informationen des erwähnten Blattes nicht nur der vollen Wahrheit entsprechen, sondern daß uns noch manch andere geifelhafte Schiebungen dieses gelungenen allnationalen Altpatrioten bekannt sind, die zwar von dem Vollzugsausschusse der Partei bisher sorgfältig verheimlicht wurden, mit denen aber in der nächsten Zeit die Leffentlichkeit bekanntzumachen wir nicht versäumen werden. Es ist im höchsten Grade wünschenswert, allerhand verworfene Individuen, seien sie auch Angehörige der eigenen Partei, die den Mund voll nehmen von gesamtstaat lichen Interessen, noch mehr aber ihre Taschen mit gesamtstaatlichen Geldern füllen, an den Pranger zu stellen. Den Sozialistischen Tendenzen" danfen wir, daß sie uns auf diesen Fall aufmerksam gemacht haben. " Die Vermischten Nachrichten" enthielten die furze Erklärung, daß diese Rubrik in Zukunft Aber die schrecklichsten Dinge wurden in den aufgelassen werde, denn es sei ein Rätsel, wel Tagesnachrichten gemeldet. Gleich im Entréfeuille chen Nutzen jemand von einer Sammlung der beantragte irgendjemand die Aenderung der Par- unsinnigsten Bluffs, die aus amerikanischen Winteibezeichnung in allreaktionärunbeschränkttapi- felblättern allerletzten Ranges abgeschrieben talistisch". Angeblich im Interesse der objektiven seien, haben könne. Wahrheit. Eine kleine Notiz in der Rubrik Die Abteilung„ Literatur und Wissenschaft" Philosophie der Jungen Generation" gipfelte in brachte folgende Rezension eines eben erschienebem Sage, daß derjenige, der sich den ganzen nen Buches des berühmten Gelehrten Prof. Dr. Tag über in seiner Selchyvaren- Großhandlung Maresh: Ist der Sozialismus möglich?“( Krimit Blut- und Knackwürsten anstopfe, am Abend * Deutsch etwa: Diebrich Raffösammowitsch. . d. Ue.) *) Deutsch etwa: Sklavenhändler, Leuteschinder. ( A. d. Ue.) ,, Das Schicksal aller großen Männer- Dich ter, Philosophen, Wissenschaftler, Künstler und überhaupt aller Bahnbrecher neuer Gedanken von Sokrates und Galilei bis zu Newton, Darwin, Marg, Tolstoi, Einstein usw. weist zahlreiche, geradezu typische liebereinstimmungen auf. Ein bedeutender Gelehrter entdeckt eine neue Wahrheit, stellt eine Theorie auf, die der Menschheit nie geahnte Horizonte eröffnet, weist der Wissenschaft oder Kunst bisher unbekannte Wege, kurz, er schafft ein Werk, das die menschliche Erkenntnis merklich vorwärts bringt und dieses Werk übergibt er nach großen Mühen( keiner der Genannten war Universitätsprofessor!) der Oeffentlichkeit. Aber jetzt kommen die Kritiker: Herr Professor X. liest das Werk durch, fühlt instinktiv darin etwas, das hoch über dem Durchschnitt steht, worauf er selbst nach fünfzehn Menschenaltern nicht gekommen wäre, und ist auf den Autor höchst erbittert. daß er es wagte, flüger zu sein als er, der ordentliche Universitätsprofessor der vierten Rangsklasse X. Aber sofort beruhigt er sich, denn er überlegt: Diese neue Wahrheit zu entdecken, war ich freilich nicht imstande, aber mein Ruhm wird nicht geringer sein, wenn es mir gelingt, sie wenigstens zu widerlegen! Würde doch z. B. die Zerstörung der Pyramiden ebensoviel Arbeit kosten wie ihre Erbauung! So setzt sich denn Herr Profesfor X. Hin, studiert das ganze Werk gründlich durch, notiert sich eifrig jeden kleinsten Fehler, jede Kleinste Uebertreibung, jeden unbewiesenen Sat und nach einem Jahre veröffentlicht er eine tausend Seiten starke Kritik, in der er jeden geringfügigen von ihm entdeckten Mangel in vier Rapiteln breittritt, und kommt schließlich zu dem Ergebnis, daß der Autor eigentlich ein schauberhafter Ignorant, ja geradezu ein Schädling der Wissenschaft, des Fortschrittes usw. sei, während ihm, dem genialen Professor X. das Verdienst gebühre, daß er rechtzeitig auf diese Hydra hingewiesen und sic erschlagen habe. Nach kurzem kommt dann wieder ein anderer Herr Professor, sagen wir Y., studiert sowohl das Originalwerk als auch die Kritik des X.( diese gründlicher), entdeckt neue Schwächen. schreibt darüber ein zweitausend Seiten starkes Opos und so wächst und wächst die Literatur, indem sie so wider Willen die Bedeutung des großen Mannes, den sie vernichten wollte, zugibt. Ein solcher X. oder. ist auch unser berühm ter Herr Professor Maresh: Er hat zehn Bücher über Marx gelesen( möglich auch, daß er in Mary selbst geblättert hat, aber auch in diesem unwahrscheinlichen Falle hat er gewiß kein Wort davon verstanden) und hat daraus ein elftes zusammengeschrieben, nämlich eben jenes: Ist der Sozia lismus möglich?" Der Sozialismus ist natürlich nicht möglich, Marg ist eine längst abgetane, überwundene Größe( wozu sie also von neuem überwinden?), während ihm, dem Professor Maresh, das Verdienst zukommt usw Freilich, eine gewisse zeitliche Bedeutung, die ja immerhin groß genug ist, muß man Marr lovaler Weise zuerkennen, aber von diesen ,, Aber" ist das ganze Vuch voll. Und das, bitte, nennt man unparteiisce Kritik, wissenschaftliches Fortschritt, Scheitsfucher!" In der Sozialen Umschau" war nachgewie sen, daß der jüngste Bergarbeiterstreit eigentl'h eine Aussperrung sei, weil die Arbeitgeber trob der steigenben Teuerung mit Lohnherabse hung drohten, um dann, gewissermaßen auf dem Kompenfationstvege, die Aufhebung oder wenigstens Novellierung des Gesetzes über die Betriebsräte zu erzwingen. ( Fortsegung folgt.) 7. at 1920 Sandbündler Lutsch läßt sich immer wieder in laute Dibluff onen ein und ift nicht au beru Die Bergarbeiter und Eisenbahner der TschechoSlowakei zum englischen Generalstreit. Unter ständigem Lärm behauptet Kroiher, die Bölle felen feine Forderung der Großagrarier, weil es solche bei uns nicht gäbe(!), und greift Die sozialistischen Pachtgenossenschaften an. Er gibt zu, daß die Landwirtschaft im Jahre 1922 eine große Konjunktur gehabt hätte: fie fei aber von den Bauern gar nicht gewünscht(?) und auch nich hervorgerufen worden( Zwischenrufe: aber mit den Preisen seid ihr nicht herun tergegangen!) Weiter sucht er auszuführen, daß die Sache nicht so gefährlich werden dürfte; feber autonome Bolltarif sei dazu da, um ihn bei Handelsvertragsverhandlungen zu ermäßigen, um dadurch Kompensationen für die Industrie zu erzielen. Einen beträchtlichen Teil des Rolles werde angeblich der Importeur tragen!( Neuer garm; es tommt zu heftigen Auseinander. fegungen unserer Genossen mit den deutschen Landbundlern, so daß Kroiher minutenlang überhaupt nicht reden kann.) Sierauf kommt es zur Abstimmung über die Dringlichkeit des Antrages: unsere Genossen berlangten gemeinsam mit den Kommunisten und Deutschnationalen die Auszählung des Stimmenverhältnisses; trotzdem be eilte fich der Vorsitzende Dr. Brabec nach ober. flächlicher Schätzung der für den Antrag erho benen ände zu erklären: To jest většina!" Erst als ihn die empörten Zwischenrufe unserer Ge noffen an seine Pflicht erinnern, die Stimmen auszählen zu lassen, bequemt er sich zu diesem Borgang, sehr zum Mißvergnügen der deutschen Alerifalen, die sich gerne um diese Abstimmung herumgedrückt hätten und auch jetzt noch versuchen, ihre Abstimmung zu ver leiern. Einige von ihnen glänzten überhaupt durch ihre Abwesenheit und nur Böhr und Stollberg stimmten offen für die Dringlichkeit des Antrages; Hilgenreiner und gedebur Wicheln dagegen hoben in ziem licher Verlegenheit ihre Hand gerade nur so weit über die Bank, daß man dies von weitem überfehen mußte Genosse Dr. Heller vereitelte jedoch dieses Täuschungsmanöver und rief den bei den zu, sie mögen offen Farbe bekennen Erst jez gingen die Hände der beiden Herren so weit in die Höhe, daß ein nachträgliches Ableugnen ihrer Haltung nicht mehr möglich war. Auszählung ergab mit 74 gegen 57 Stimmen die Buerkennung der Dringlichkeit. Das Kontrolle der Kohlenaus uhr in den Grenzstationen. In der gemeinsamen Beratung der Vertreter der koalierten Bergarbeiterverbände und der Eisenbahnerorganisationen, welche am E. Mai in Prag stattfand, wurde in der Frage der Unterstüßung des enalischen Streits nachstehender Beschluß einstimmig gefaßt: Die beteiligten Organisationen erkennen es als ihre Pflicht, die Beschlüsse der Exekutive des Internationalen Bergarbeiterverbandes durchzuführen, nach welchem für die Dauer des englischen Streiks die erhöhte Ausfuhr von Kohle zu verhin dern ist. In Durchführung dieses Beschluffes wird auf allen wichtigen Uebergangsstationen, welche für die Ausfuhr von Kohle hauptsächlich in Betracht kommen, ein eigener Kon= trolldienst eingerichtet. Im Falle der Erhöhung der Kohlenausfuhr werden weitere gemeinsame Maßnahmen zu deren Verhinderung getroffen werden. Erbitterter Kampf in England. Der Streit vollständig. Die Regierung unnachgiebig.- Die Heße der bürgerlichen Bresse Europas dauert an. Mit unverminderter Heftigkeit dauert der Generalstreit in ganz Großbritannien an. Alle Lügenberichte der bürgerlichen Preise und des Reuterbüros vermögen nichts daran zu ändern, daß die Millionenstadt London, daß die großen Industriegebiete, daß die Hafenstädte ohne Ver fehr sind. Die Lebensmittelversorgung flappt, Fische und Milch kommen in genügender Menge in die großen Siedlungsgebiete. Aber jeder andere Verkehr hat aufgehört. Nun sind auch die Autodroschlen aus dem Verkehr gezogen und' nur einige Lastautos privater Firmen versorgen den Dienst. Selbst bürgerliche Blätter müssen zugeben, daß der Notverkehr minimal ist. Die Times" hat mit Mühe und Not vier Seiten durch Stre brecher sehen lassen fönnen. Die Leute zahlen teueres Geld dafür, daß sie eine Zeitung leihen und in Eile lesen dürfen, die Radiogeschäfte sind ausverkauft, da jeder über den Verlauf des Kampfes unterrichtet sein will. Die Stimmung der Arbeiterschaft ist gut. Man spricht von neuen Sympathiest reits einer noch arbeitender Berufe. Nun darf darüber allerdings nicht vergessen werden, daß die Bourgeoisie in diesem Kampf alle Kräfte anspannt, um den Widerstand der Arbeiter zu brechen. Sie weiß, worum es geht, und fährt mit dem schwersten Geschütz acqen die streifenden Millionen auf. Polizei und Gerichte sind in Tätigkeit, mit allen Mitteln einer scheinheiligen nationalen und patriotischen Propaganda sucht man die öffentliche Meinung aufzupulvern, den Streit als Verbrechen an England hinzustellen. Die Haltung des Bürgertums und der Regierung wird aber nur dazu beitragen, den englischen Arbeitern den Ernst der Lage und den Haß der Kapitalisten anschaulicher zu machen und ihre Kraft zu stählen. Der Streit hat am dritten Kampftaq seinen Höhepunkt wohl noch nicht erreicht und jede Prophezeiung über feinen Ausgang wäre verfrüht. Resultat wurde auf den fozialiſtiſchen Bänken Polizei gegen das Arbeiterblatt| Empörung gegen die Streitbrecher. mit lautem Widerspruch quittiert; von seiten unserer Genossen fallen Pfui- Rufe gegen die deut schen Landbündler, die demonstrativ Beifall das Arbeiterblatt ,, Daily Herald" eine Nummer London, 6. Mai.( Wolff.) In verschie flatschen. Unter ständiger Unruhe schließt hierauf der Vorsitzende gegen 11 Uhr die Sigung. Die nächste Situng findet am Dienstag den 18. Mai statt; auf der Tagesordnung steht u. a. bereits der Antrag Donat, der Dienstag, den 11. vor den Budgetausschuß kommt. Inland. Seite 3. die Zustimmung zum Streife und die abso= Flute Solidarität der Arbeiterschaft antindigen. Die Berichte besagen auch, daß die Stime mung unter der Arbeiterschaft sehr gut ist. Ueberall herrscht Ruhe. Die Uebergriffe, au denen es hie und da gekommen ist, sind geringfügien Charaktrs. So ftürzten im Londoner Hafen Arbeiter einen Lastkraftwagen um, auf welchem unter der Bezeichnung ebensmittel" Seifel und andere Möbelstücke gesuurt wurden. Die Lage heute morgens ist unverändert. 3 Streit der Chauffeure. London, 6. Mai.( Wolff.) Die Verkehrsschwierigkeiten in London werden heute eine Ber schärfung erfahren. Gestern Abend hat die Vereinigung der Autodrostenführer beschlossen, fith um Mitternacht dem Streit anzuschließen. Dic Frau des Premierministers Baldwin organisiert cinen freiwilligen Autodienst, der von 5 Uhr mor gens ab Frauen und Mädchen, die in großer Ent fernung von ihren Arbeitsstätten wohnen, dorthin und wieder nach Hause befördern soll. Ausdehnung des Streits? Paris, 6. Mai. Wie der Korrespondent des Matin" aus London meldet, zeigt sich in den Kreisen der Post, Telegraphen- und Telephon- Angestellten eine Bewegung für den Eintritt in den Streif. Thomas über den Ausbruch des Kampies London, 6. Mai. Jn Erwiderung auf die zweite Rede Baldwins sagte Thomas( Arbeiter partei) unter anderem, in der Nacht zum Sonntag hätten der Gewerkschaftsrat und die Vertreter der Bergleue nach) Kenntnisnahme des Briefes Bald wins beschlossen, den Streit der Drucker der ,, Daily Mail" zu verurteilen. Aber als eine Abordnung sich zum Premierminister begab, um ihm dies mitzuteilen, fei ihr erklärt worden, der Premierminister habe sich schon zur Ruhe begeben und niemand sei mehr u sprechen. Thomas schloß: Um Mitternacht würde er fähig gewesen sein, fußfällig um Frieden zu bitten, weil er den Krieg hafse. Unglüdlicherweise sei der Frieden verweigert worden. Die Folgen seien unab schbar. So bitter auch seine Enttäuschung sei, werde er sich doch nicht durch Leidenschaft oder Zorn dazu verleiten lassen, die Tür zum Frieden London, 6. Mai. Auf die Nachricht, daß zuzuschlagen, der hoffentlich schnell kommen werde. Nachdem Thomas geendet hatte, fragte Lloyd herauszugeben beabsichtige, in welcher der Stand- denen Orten tam es im Laufe des gestrigen George den Sprecher, ob eine weitere Erörterung punkt der Arbeiterschichten zur Streitbewegung Tages wieder zu Ausschreitungen meistens junger möglich sei angesichts der wichtigen Enthüllungen, zum Ausdruce gebracht werden sollte, erschien tm Burschen, die sich gegen Kraftwagen und Last- welche über die Ereignisse gemacht worden seien, Gebäude des Blattes Polizei, um die Ausgabe des fastwagen richteten, von denen der Personenver- welche zum Abbruch der Verhandlungen führten. Blattes zu verhindern. Das Erscheinen der Po- fehr aufrecht erhalten wird. In Hadneh wurden Der Sprecher erwiderte, eine solche Erörtelizei vor dem Redaktionsgebäude hatte die Wir verschiedentlich die Insassen von Automobilen rung werde möglich sein, wenn die Vorlage über lung, daß sich vor demselben eine große Arbeiter zum Aussteigen gezwungen. In einem Falle die Notstandsvollmachten erledigt sei, also vielleicht menge anfammelte. Der Vorjißende des General- wurde das Auto umgestürzt und sein Motor be- morgen. Hierauf vertagte sich das Unterhaus. rates Bolton hielt an die Arbeiterschaft eine Rede iriebsunfähig gemacht. In Birmingham hielten und forderte fie auf, Ruhe zu bewahren. Die Po- mehrere Männer Automobile an, vertrieben dic Baldwin droht. zei fäuberte die Straße und um 1/1 Uhr wurde Passagiere und zerschnitten die Gummireifen. amtlich bekanntgeeben, daß das Blatt herausgege- Die Führer, die Widerstand leisteten, wurden London, 6. Mai. In der heutigen Nummer ben werden könne. Schon um die zweite Mor- schwer mißhandelt. Zwei Männer, die einen der The British Gazette" wird erklärt: In AnWir haben in unserem gestrigen Blatt die genstunde tauchten in London die ersten Exemplare aftwagen mit Passagieren aufhielten, wurden gelegenheit des Generalstreits gibt es kein RomNachricht gebracht, daß die Begeisterung der bes British Worker" des von dem Generalaus von der Polizei verhaftet. In Einburgh wurden promiß. Entweder wird das Land den Streit deutschen Christlichsozialen für die festen Getreide- schuß der Trade- Unions herausgegebenen offiziel die Fensterscheiben eines Straßenbahnwagens brechen oder es wird selbst durch den Streit ge zölle im Abnehmen begriffen ist und daß sich in len Bulletins der Streilleitung, auf. durch Steinwürfe zertrümmert." Als berittene brochen werden. Gegen die Gesetze und die einem christlichsozialen Blatt eine Stimme ge- In dem Leitartikel der ersten Nummer heißt es, Polizei erschien, entfloh die Menge, wobei mehrere Stonstitution Großbritanniens wurde ein Angriff funden hat, welche die Schädlichkeit der Getreide- daß das Blatt ein Gegengewicht zu dem par- Personen im Gedränge Verlegungen erlitten. In unternommen. Die Regierung wird nicht weichen ölle auch für einen großen Teil der Landbevöl- telischen der Arbeiterschaft gegenüber ungerechten Leeds wurden die Insassen eines Straßenbahn- und, wenn es notwendig wäre, alle ihr zur Vererung nachgewiesen hat. Aehnlich läßt sich nun Regierungsorgan sei. An hervorragen wagens mit Steinen bombardiert. Ein junger fügung stehenden Mittel anwenden, um in ent ber„ Cech", das eine der beiden klerikalen Tag der Stelle des Blattes gelangt eine„ Botschaft an Bursche, der sich der Polizei tätlich widersetzte, schiedener Weise die Autorität des Parlaments bältter Brags vernehmen. Es ruft seiner eigenen die Arbeiterschaft" zum Abdrud. Der Generalrat wurde zu einem Monat Zwangsarbeit verurteilt. der Trade Unions will darin die Tatsache betonen, Partet zu: daß es sich um einen wirtschaftlichen Konflidi darf zugelassen werden, gegen alle Erhöhungen der niemand der Polizei Gelegenheit zu einem Ein Zahlungen und Steuern muß eingeschritten schreiten bieten werde. Eventuelle Ausschreitungen werden, alles muß billiger werden, damit die würden die Hoffnung auf eine erfolgreiche Beendi Staatsangestellten mit ihren heutigen Gehältern gung des Konflittes beinträchtigen. Insbesondere London, 6. Mai. Den Informationen aus auskommen können. Verteuert teine Sache! Gehet ergeht an die Arbeiterpatrouillen die Aufforde- Arbeiterkreisen zuso ge ist der Streit vollständig. hin und höret die Klagen und Beschwerden der rung, ihre Tätigkeit auf ihre offiziellen Pflichten Die Streifzentrale erhielt von mindestens 40 induSteuerträger und der Konsumenten.... Heute im zu beschränken. striellen Hauptzentren telegraphische Berichte, die achten Jahre unserer Selbständigkeit muß die Parole jedes Freundes der Steuerträger und des Staates sein: feine neuen Steuern, feine neuen Lasten, sondern alles verbilligen, die Staatsverwaltung vereinfachen, auf allen Seiten sparen. Die Gerechtigkeit und die Sparsamkeit sind die Grundlagen des Staates." Auch eine tichechi ch- tierifale Stimme gegen die Getreidezölle. zu sichern. Keine neuerliche Belaſtung der Steuerträger, handle, und gibt der Erwartung Ausdruck, daß der Streit ist vollständig, die die österreichischen Genoffen an die Auch die Nationaldemokraten rücken von den fechsfachen Agrarzöllen, wie sie im Antrag Donat berlangt werden, ab und erklären in den„ Narodni Listy", daß sie nur deswegen für den Antrag Donat stimmen, weil sie eine Verhandlung über bie Agrarzölle wünschen. Das Eintreten für die Verhandlung des Antrages Donat bedeute aber nicht die Zustimmung zu dessen Inhalt. Die deutsche Einheits'ront. Die Blätter des Bundes der Landwirte veröffentlichen folgenden Kommuniqu: Stimmung gut. stand des Deutschen Verbandes hat daraufhin| 20 erfolgen. Das Pravo Lidu" bemerkt dazu mi: burch seinen Obmann, Abg. Dr. S pi na, den Klub einer deutlichen Spitze gegen den ehemaligen Verder Deutschen Nationalpartei zur Stellungnahme teidigungsminister Stříbrny: zu diesen Aeußerungen Dr. Schollichs aufgefordert und beschlossen, bis zum Einlangen einer befriedi genden Antwort dem Klub der Deutschen Nationalpartei die Unterstüßung jeglicher parlamentarischer Arbeit zu verweigern. Der Klub des Bundes der Landwirte hat in seiner Sigung dieses Vorgehen des Vorstandes des Deutschen Verbandes gutgeheißen und dem Wunsche Ausdrud gegeben, daß auch die Deffentlichkeit über die Gründe dieses Vorgehens aufgeklärt werde. Und diese Herrschaften wollen uns etivas von der deutschen Einheitsfront erzählen! Labourparty. Der Parteivorstand der österreichischen Sozialdemokratie hat an die englische Arbeiterpartei folgendes Telegramm gerichtet: ,, Die sozialdemokratische Arbeiterschaft Desterreichs nimmt leidenschaftlichen Anteil an dem Riesenkampfe der britischen Arbeiter und wünscht Euch im Interesse der Arbeiterllasse der Welt vollen Sieg." Der Herr Painleve hat zwar keine antimili- Die polnische Arbeiterschaft solidarisch. taristische Vergangenheit hinter sich, wie nicht Warschau, 6. Mai. Das Zentralfomitee der nur einer von den tschechischen Politifern, aber er sozialdemokratischen Partei hat ge hat über die Verfürzung der Dienstzeit und die stern im Einvernehmen mit dem Präsidium der Armeereform Ansichten, die manchem unserer Poli- Arbeitergewerkschaften den Beschluß tifer zur Lehre dienen tönnten. Das bezieht sich gefaßt, der streifenden englischen Arbeiterschaft die jedoch nicht auf Herrn Painleve allein. Die fran- weitgehenste Unterstüßung zu gewähren und zösische Armee hat viele Offiziere, denen sie ihren teine Kohlentransporte aus Polen Ruf einer festen und fonservativen Organisation nach England durchzulassen. Die Zentralgewerk verdankt, aber auf der anderen Seite finden wir schaft der polnischen Bergarbeiter, welche 64.000 auch unter den aktiven Offizieren viele fortschritt- Mitglieder zählt, tritt am Samstag in Warschau liche und einer Reform zugängliche Leute. Es ist zu einer Stonferenz zusammen, in welcher beraten bekannt, daß Jaures unter den französischen Offi- werden soll, auf welche Art und Weise der Streik zieren einen Kreis von Verehrern hatte, deren der englischen Bergarbeiterschaft zu unterstüßen Berkürzung der Militärdienstzeit in fachliches Wissen ihm zur Verfügung stand, als sei. Frantreis. Eine Lehre für die tschechoslowakischen Militaristen. er seine Neue Armee" schrieb. Dem fügen wir noch hinzu, daß die hiesigen Offiziere feinen Säbel tragen, daß sie gerne in Zivil gehen und daß. wenn Marschall Foch eine Dienstreise unternimmt, er nicht ein Zehntel des Pomps dazu braucht, wie unser General Gajda. Das alles führen wir nur deswegen an, damit man sieht, daß diejenigen welche die Dienstzeit bei uns nicht verkürzen wollen aus Furcht davor, was man dazu in Paris sagen fönnte, ruhig sein können." In einigen der Deutschen Nationalparisi tahestehenden Blättern und auch in Versammlungen der Deutschen Nationalpartei wurde der Borstand des Deutschen Verbandes angegriffen. weil er dem Klub der Deutschen Nationalpartei die Das„ Pravo Lidu" läßt sich aus Paris über Unterschriften auf Anträge und Interpellationen die Verkürzung der Dienstzeit berichten. In der berweigert hatte. Der Grund für dieses Vorgehen nächsten Zeit wird dort die militärische Diensta wurde jedoch verschwiegen. Abg. Dr. Schollich zeit auf 16 Monate und dann auf 14 Monate herhatte den Busammenschluß der vier deutschen Bar abgesetzt werden. Das Ziel des gegemvärt gen teien als gefch idter Gaunertrid" bezeich französischen Striegsministers Painleve ist aber net und sich geäußert, daß er diesen Ausdrud voll die Berkürzung der Dienstzeitiflich! und ganz aufrecht erhalte, wobei er dieser Aeuße ein Jahr, die 1929 oder 1930 verwirklicht Antimilitaristen in der tschechischen nationalsoziarung noch weitere unqualifizierbare Bemerkungen werden foll. Gleichfalls foll aber eine Herabsetzung liftischen Partei hente größere Reaktionäre sind als über den Deutschen Verband beifügte. Der Vor der Anzahl der Divisionen und zwar von 32 auf die französische Bourgeoisie Man ersieht daraus, daß die ehemaligen Offizielle Schönfärberei. London, 6. Mai. Das offizielle Kommuniqué schildert die Lage am gestrigen Tage folgendermaßen: Der Motor- und Beleuchtungsdienst ist hinreichend. Die Elektrizitätsanstalten werden, so weit es notwendig ist, von Freiwilligen ( dies: Streitbrechern) bedient. Die Lebensmittel- and Brennstoff- Borräte reichen jir viel: Wochen. Die Versorgung mit Milch und anderen Lebensmitteln nimmt ihren normalen Verlauf. Der Verkehr auf den Eisenbahnen bessert sich allmählich und war gestern schon beffer als am zweiten Streiftage des Jahres 1919. GVITE L. Luthers Stellung erschüttert. Die Folgen der Flangenverordnung. Die Kohlenkrise in der Tschechoslowakei. Berlin, 6. Mai. Die Verordnung der Vorsprache der Vertreter der foalierten Bergarbeiterverbände beim Minister für öffentliche Arbei en. Reichsregierung, daß fünstighin neben der schwarzrot- goldenen Reichsflagge auch die mit einer schwarz- rot- goldenen Gösch versehene schwarz- Dienstag erschien beim Minister für öffent- l Im Gegensatz zur furchtbaren Lage der Arweiß- rote Handelsflagge des Deutschen Reiches in liche Arbeiten eine Deputation von Vertretern der beiter sind Hafenstädten zu hiffen ist, scheint zu einer Ranz foalierten Bergarbeiterverbände und machten die Gewinne der einzelnen Gesellschaften lerkrise führen zu wollen. In der heutigen Reichs- diesen auf die schwere Krise im Kohlenbergbau sagssißung führte Abg. Scheidemann aus, aufmerksam. Die Sprecher der Deputation waren der Reichslanzler habe mit dieser Verordnung der insbesondere die Abgeordneten Genossen Brožit Republik einen Faustschlag ins Gesund Pohl. Brožit wies darauf hin, daß sicht verseßt, hingegen allen Monarchisten und Putschisten einen großen Dienst erwiesen. Einen berartigen Reichskanzler werde seine Partet nicht weiter dulden. Tagesneuigkeiten. von 19 bis zum Febe: 1926 die Anzahl der im Kohlenbergbau beschäftigten Arbeiter um 35.80 Prozent, das ist um mehr als ein Drittel aller Angestellten gesunken 1925 größer als früher. Die größte Kohlengesellschaft in Ostrau hat für 1925 eine Dividende von 92 Kronen gegenüber 72 Kevonen im Jahre 1923 zur Auszahlung ge bracht. Die Brürer Kohlenbergbaugesellschaft zahlt für 1925 cine Dividende von 60 Kronen gegen 40 Seronen im Jahre 1923 aus. Die Nordboh mische Kohlenwerksgesellschaft hat ihre Dividende von 1923 bis 1925 gleichfalls, und zwar von 62 auf 80 Stronen gesteigert. 7. Mai 1926. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Samstag. Prag: 11.30, 12, 18.15, 19.28, 22 Nachrichten 16.30 Ronzert, 18 Deutsche Sendung, Dr. Moucha: Neue gute Romane. 14.30, 18, 19 Orchesterkonzert, 20 Schauspielstunde Brünn 21 Tanzmusik und Nachrichten. Wien: 16.15 Konzert, 18 Dichter der Hymne: Hölderin, Novalis 20 Voltstümlicher Abend.- London: 17, 17.20 17.30, 1925, 20.30 Ronzerte. Paris: 12.30, 16.45, 20.30 Konzerte. 20.15 Versuchsübertragung aus dem Großen Schau spielhaus„ Alt- Heidelbq", Schauspiel in 5 Auf. zügen von Wilhelm Meyer- Förster. Breslau 15.50 Stunde mit Büchern, 16.30 Mosztomili- in. ding- Nachmittag. München: 19.30,, Der Herr gottschniger von Ammergau", Volksstück in 5 Auf zügen mit Gesang von Ludwig Ganghofer. Die Regierung tut nichts, um die Krije im Frankfurt: 16.30 Stonzert, 18.15 Goethes Wer Bergbau zu beseitigen. Die Bergarbeiter haben iher, 19.15 Die Jungfrau von Orleans in der Dich die Beseitigung der Kohlensteuer verlangt, die Re- tung von Schiller bis Shaw", 20.15 us al sierung hat aber bis heute nichts getan. Sie hat Millöders Operetten. Zürich: 16 Konzert, nicht einmal jene Forderungen erfüllt, die gar 18.15 Konzert, 20.30 Tanz- und Unterhaltungsabend feinen Geldaufwand erfordern, wie die Errichtung der Zwangsarbeitsvermittlungsanstalten, das Ver Wellenlängen der Stationen: Brag bot der Aufnahme neuer Arbeiter für die Zeit 368, Brünn 521, London 365, Paris 1750, Berlin der Krise und die Einschränkung des Rechtes des 505 und 576, Stuttgart 448, Leipzig 452, Breslau unternehmers auf Entlassung des Arbeiters im 418. Wünchen 485, Frankfurt 470, Bien 530, Su rich 515. 1 In einer schwierigen Lage sind die Demofraten und das Zentrum, da ihre Minister der Flaggenverordnung zugestimmt haben. Im ist. Allein im Jahre 1925 ist die Anzahl der Reichstag rechnet man ziemlich allgemein mit dem Belegschaften im Steinkohlenbergbau um 10.964 Rüdtritt des Reichskanzlers und Menschen, das ist um 15.8 Prozent, im Braundes ganzen Rabinetta. fohlenbergbau um 14.176 Menschen, das ist um Der Reichstag hat heute alle Abänderungs- 12.7 Prozent, gesunken. Die Förderung ist anträge zu dem Gesch betreffend den Volksent in demselben Jahre bei der Steinkohle scheid über die Fürstenabfindung abgelehnt. Der 1,604.945 Tonnen oder 11.17 Prozent, im BraunBoltsentscheid wird also wahrscheinlich am fohlenbergbau um 1,718.080 Tonnen oder 8.38 3. oder 4. Juni- Sonntag durchgeführt werden. Prozent gesunken, während die Erzeugung von Rots um 221.553 Tonnen oder 9.98 Prozent zu rüdgegangen ist. Gleichzeitig ist die Steinkohlenausfuhr um 308.991 Tonnen, die Braun- Falle der Krankheit und des Unfalls. Genosse Poh I brachte insbesondere zahlreiche fohlenausfuhr um 185.752 Tonnen und die Koksausfuhr um 64.517 Tonnen zurüdgegangen. Der Beschwerden über die Rüdgang der Kohlenausfuhr beträgt nach Dester Passivität der Bergbehörden reich 13 Prozent, nach Ungarn 19 Prozent, nach vor, die nur für die Interessen der Bergwerks- aus: Er habe anläßlich jener Rede Schollichs über Nedetka als Zeuge unter Eid folgendes Polen 73 Prozent und nach Rumänien 52 Pro befiber ein geneigtes Ohr haben. Er erhob noch das Anzünden der Grenzwälder Schollich selber zent. Demgegenüber ist die Einfuhr von Stein- mals die Forderung nach einer Regelung der gefragt, wie er, Schollich, sich das Anzünden der tohle, Braunkohle, Koks und Briteits gestiegen. Kohlenwirtschaft durch Errichtung von Zwangs Die Folgen dieser Entwicklung für die Ar- syndikaten, damit wenigstens eine annähernd Wälder und den Kampf mit Dreschlegeln und beiterschaft zeigen sich in letzter Zeit darin, daß gleichmäßige Verteilung der Schichten erzielt Sensen gegen das modern bewaffnete tschechisch: werde. Die Herabsetzung der Kohlensteuer für Mliitär denke. feit Jänner 1926 die Anzahl der Schichten Exportkohle genügt nicht, es müßte die Kohlensteuer wenigstens für gewisse Exportindustrien, herabgesetzt wird und die Arbeiter massenhaft entlassen wie Glas, Por ellan und Eisen, aufgehoben werden. Es ist höchste Zeit, daß die Regierung eine Vorlage betreffend der Zwangsarbeitsvermittlungsanstalten vorbringe, in welchen Unternehmer und Arbeiter paritätisch vertreten sind, damit den Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes in diesem Puntte Rechnung getragen werde. Agrariers Nachtgebet. Von Peter Polter. Allmächtiger Gott, ich bitte dich -Du hast mich ja noch nie verlassen! Wirf deine Augen gnädiglich Auf meine geldbedürftigen Kassen. Laß deinen Segen wie bisher Auf meinen armen Aeckern ruhen, Dann will auch ich zu deiner Ehr Als Gegenleistung etwas tun. Laß wohlgeraten meine Saat Und tausendfältig Früchte tragen. Erleuchte den erhabenen Staat In allen 3oll und Steuerfragen. Gib, daß der Preis für Brot und Korn Nicht sinke, sondern ständig steige, Dann stoß ich auch für dich ins Horn, Daß sich die Welt dir wieder neige. Dem Volte gib sein täglich Brot, Jedoch zu angemessenen Preisen! Erbarme dich der großen Not, Den Weg dazu will ich dir weisen. Auch Arbeit gib dem armen Mann Im Namen deines lieben Sohnes. Wir regeln unter uns sodann Das Uebrige betreffs des Lohne 3. Gib uns ein gutes Erntejahr, Auch du sollst daran profitieren! Wir knausern nicht am Honorar, Wenn wir auf Bargeld spekulieren. Send eine leine Hungertur Dem faulen Plebs in Christi Namen Und dann laß uns die Konjunktur Durch Wucherpreise nützen! Amen! Hellet den Opfern von Nitolsburg. Das Bürgermeisteramt der Stadtgemeinde Nikolsburg wendet sich mit folgendem Aufruf an die Oeffentlichkeit: Mitbürger! Das Ergebnis der dreistündigen Konferenz Dr. Schollich erflärte, es hätten bei jener Versammlung bereits vor ihm zivei Redner von gemäßigten Parteien, und zwar ein Christlich. fozialer und ein Landblindler so radikal ge sprochen, daß er die Wälder in Flammen und Rauch aufgehen lassen mußte, um auch noch für sich einen Versammlungserfolg zu haben und Eindrud zu machen. Zeuge Rodeßta erklärte weiter, er habe werden. In einer ganzen Reihe von Betrieben arbeitet man nur drei bis vier Schichten. Jns besondere die älteren Bergarbeiter werden entlassen und provisioniert. Das hat eine schwere finanzielle Krise der Bruderladen zur Folge. Im Jahre 1925 ist die Anzahl der Bruderladenmitglieder um 14.000 zurückgegangen, war, daß das Ministerium versprochen hat, auf dieses Verhalten des Abg. Schollich gelegentlich alle von den Vertretern der Bergarbeider er einer Versammlung seines Erachtens mit Recht hobenen Beschwerden konkret zu antworten, und als daß wegen Regelung anderer vorgebrachten Fra= das Komödiantentum eines Abgeordneten gen eine gemeinsame Aussprache der Unternehmer bezeichnet. und Arbeiter einberufen werden wird. das Monatsdefizit beträgt 2.5 Millionen Stronen. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten will die Bruderladen durch Herabsetzung der Renten fanieren, wodurch diese noch unter das Ausmaß der Renten von 1889 fallen würden. dann sei die Regierung bereit, etwas Großes zu schaffen. Die Abordnung sprach hierauf beim Finanzminister Dr. Englis vor, der ebenfalls eine ausgiebige Unterstüßung versprach. Zum 9. Mai. Zum Muttertag" schreibt uns eine deutschböhmische Genossin: Das Führer der Nation. bemerkenswerte Charakterbild des deutschnationalen Abgeordneten Schollich. Besser als durch diese Aussage kann das deutschnationale Spiel mit Volk und Wählern faum gefennzeichnet werden. Und es erbarmi uns nur der Menschen, die sich eine solche Politik und einen solchen Politiker gefallen lassen. Zur Abrundung des Charakterbildes dieses deutschnationalen Helden verdient schließlich erEin dieser Tage beim Troppauer Landes- wähnt zu werden, daß Schollich sein Nichter gericht zu Ende gegangener Prozeß, den der scheinen bei einer Verhandlung damit Agrarier Münster gegen den deutschnationalen begründete, daß er teine Vorladung er Abgeordneten Schollich und den Schriftleiter halten hätte, während jetzt das Gericht von Wenn am Jahrmarkt wenig Kaufluft oor oppe angestrengt hatte, hat den Vorzug, zur amtewegen feststellte, daß Schollich den Rüdschein handen ist, so muß der schlaue Verkäufer ein neues Charakterisierung deutschnationaler Politik im All- der Vorladung fünf Tage vor der Verhandlung Mittelchen ersinnen, das die Neugier wedt, den gemeinen und des bestbekannten Herrn Abgeord- eigenhändig unterfertigt hatte! Zuzug der Menge fördert und den Gimpel auf neten Schollich im Besonderen Beiträge geliefert Verurteilt zu fünf Tagen Arrest wurde nur die Leimrute lockt. Lauter Redeschwall, grelle zu haben, die das Bild, das man von gewissen der Schriftleiter, der die pflichtgemäße Farben, Aufbauschen des Winzigen sind die effekt- Führern der Nation" hat, doch noch um ein gutes Obsorge vernachläffigt" hatte; Schollich selber fam vollen Schlager. Der Zustrom zu den nationalen Stück übertreffen. Abgeordneter, Professor und mit der Bahlung der Prozeßkoſten weg. Bersteht Vereinigungen, die der Masse feine Erfüllung Doktor Ernst Schollich war geklagt worden, weil sich: vor Gericht. Das Urteil der gesamten bringen, erlahmt, also sinnt man auf neue Loder in seinem Blatte Volksruf" den Herrn Deffentlichkeit über diesen prachtvollen mittelchen. Zu ihnen gehört auch der Mutter- Münster einen Lügner, Verleumder und Ehrab- Volksvertreter müßte vernichtend ausfallen. tag", eine rein äußerliche Erscheinung. Er ist schneider genannt hatte. Das ist eben der Ton, äußerlich wie die Couleur des Studenten, wie der in dem deutschbürgerliche Politiker miteinander Der Eintritt des Radios in die Weltgeschichte. Der Brand am 23. September 1924, der in Schmiß auf seiner Backe, das Bierkrügel in seiner verkehren! Die Sache liegt schon beinahe zivei der südmährischen Stadt Nikolsburg 21 Häuser Hand? So wenig Band, Nappe und Degen den Jahre zurück, ist aber trop aller Verhandlungen Alles, was jetzt an Nachrichten aus dem von der mit 38 Familien betroffen hat, ist noch in aller Studenten ausmachen, eben so wenig ist der Mut- und Erklärungen erst jetzt ausgetragen worden. übrigen Stulturwelt abgeschlossenen, einer Festung Erinnerung. Da brach am 30. April 1926 aber- tertag mit all seinem Klintbim eine wirkliche Schollich hatte den deutschen Agrarier Münster gleichenden England zu uns herüberkommt, kann mals ein Brand aus. Etwa 90 Häuser sind ihm Ehrung der Mutter. Die echyte, rechte Mutter, die deswegen in der angegebenen Weise beschimpft, fast nur den Weg des Radios nehmen. Jeßt, da zum Opfer gefallen, gegen 190 meist finderreiche Mutter des armen Arbeiterfindes, muß sich pla- weil dieser erzählt hatte, Schollich, der raditale in England feine Zeitungen erscheinen und der Verund fast durchwegs ganz arme Familien find von gen alle Tage ihres mühseligen Lebens, jie muß Deutsch nationale, hätte sich in einer Ein- fehr völlig lahmgelegt ist, ist der englischen Regie unbeschreiblichem Elend betroffen worden. die Hände rühren, bis der Tod das Blut in ihren gabe an den Landesausschuß auf den Boden ung ein letztes Machtmittel geblieben: sie hat die Rundfunkstationen für sich in Beschlag genommen Im Namen aller, die von diesem woh! größ- Adern erstarren läßt. Was soll ihr der Mutter- des tschechoslowakischen Staates ge- und beherrscht mun damit die ganze öffentliche Metten Brandunglück feit dem Bestande der Tschecho- tag? Was sollen ihre armen Kinder zum Ge- stellt. Im Verlaufe der Hauptversammlung stellte nung. Nicht weniger als fünfmal im Tage läßt sie slowakischen Republik betroffen worden sind, bit- schenfe bringen? Sollen sie Blumen auf der Wiese sich nun heraus, daß Schollich tatsächlich am 20. in alle Welt hinaus ihre zensurierten Neuigkeiten ten die Unterzeichneten inständigst alle Menschen- stehlen oder im Garten des Reichen? Sollen sie Mai 1920 an den mährischen Landesausschuß eine ausstrahlen. Der Eintritt der modernsten Errungenfreunde, das große Elend durch Spenden zu mil- einen Tag gänzlich fasten, um der Mutter einen Eingabe gerichtet hatte, die unter anderem folgenschaften des menschlichen Geistes, des Radios, in die dern. Die Spenden wollen entweder im Wege Kuchen kaufen zu können am Muttertag"? An den Saß enthält. des zuständigen Gemeindeamtes oder direkt auf die Aermsten muß man denken bei solchen Au bas Konto 34.068( Sparkassa Nikolsburg,„ Ab- machungen, an solche, deven Kapital nur aus Helbrändler") des Prager Postscheckamtes überwiesen lern besteht. Warum sollen wiederum die Aermwerden. " Rasche Hilfe tut bringend not! Allen Spendern sagen wir im Voraus innigten Dant Ritolsburg, 4. Mai 1926. * Es folgen die Unterschriften des Bezirkshaupts mannes, des Bürgermeisters und seiner Stellvertreter und aller tschechischen und deutschen Abgeordneten und Senatoren des Wahlkreises. Ausgiebige Regierungshilfe. sten am bittersten empfinden, daß sie nicht Schritt halten können mit denen, welche Geld besitzen, ohne zu arbeiten? Das Arbeiterkind könnte seiner Mutter ja einen Glückwunsch deklamieren, wird man vorschlagen. Jawohl, fie können der Mutter Glück wünschen und sorgenfreie Zukunft! Hohn und Ironie für das Proletarierweib! ,, Was die beiden Verhandlungen in Jägern dorf" und Troppau vom.... I. J. anbelangt, so habe ich bereits bei meiner Einvernahme bei der hiesigen Bezirksverwaltung in dieser Angelegenheit erklärt, daß die beiden Versammlungsberichte, die von den Regierungsvertretern erstattet wurden, sehr mangelhaft, unrichtig und vielfach ohne Zusammenhang sind und daß vor allem meine wichtige Erklärung fehlt, daß die Deutschen sich nunmehr auf den Boden des Staates gestellt haben und in dessen Rahmen ihr Selbstbeftim mungsrecht erkämpfen werben." Wenn man bedenkt, was sich die Herren Deutschnationalen und insbesondere der Doktor Schollich in den sechs Jahren feit diefer Erklärung Weltgeschichte zeigt also zugleich die furchtbare Gefahr, die die Monopolisierung dieses modernen Ver ständigungsmittels bedeutet. Und eine Lehre des großen Ereignisses sollte sein, daß der Kampf gegen die Monopole der herrschenden Klassen auf jedem Gebiet geführt werden muß. Der Triumph der Tech nit, den die Rolle des Radios im englischen Generalstreik kündet, sendet zugleich auf allen Wellenlängen in alle Welt hinaus den Mahnruf: das Radio muß allen gehören! Ist die Durchführung des amerikanischen Allo holverbots unmöglich? In den Tagesblättern war furzlich zu lesen, daß General Andrews, der die Durchführung des Alkoholverbots in den Vereinigten Staaten leitet, einem Komitee des ameri des Verbotes sei unmöglich. Um festzustellen, inlanischen Senates erklärt habe, die Durchführung Ich weiß dir etwas Besseres, du Mutter des armen hungrigen Kindes! Ich will dir zum Trost sagen, daß du gar keines Muttertages bedarfst, daß bu eines schöneren Lohnes gewärtig sein kannst, wenn du es nicht versäumst, dein Stind richtig zu erziehen. Pflanze ihm die Liebe ins Herz, die Liebe zu dir, die Liebe zum Bolte! Wache darüber, an nationalem Radikalismus, allerdings zumeist wieweit diese Nachricht den Tatsachen entspricht, daß dein Kind ein braver Mensch werde, deiner nur mit dem Munde, geleistet haben, so wird wendete sich das Internationale Bureau zur Be A 6. Mai sprachen wegen der Nikolsburger und feiner Genossen stets eingebent! Dein Kind man der Erklärung Schollichs beinahe historischen tämpfung des Alkoholismus an General Andrews Brandkatastranhe die Abgeordneten und Senatoren wird das letzte Stück Brot mit dir teilen, wird Wert beimessen können, denn sie dokumentiert ja mit der Bitte unt genauere Erläuterung der von Burian, Bezdek, Fritscher, Kinel, Lutsch, Molit, deine faltige Wange streicheln und deine müden geradezu Die Unwahrheit und die Demagogie ihm abgegebenen Erklärung, worauf es als Antwort Genosse Nießner, Slama, Tichi, Wagner und Hände füssen, dein eind wird aber auch zur roten der deutschnationalen Politit. Siezu folgendes Rabeltelegramm erhielt:„ General AnZajičet beim Ministerpräsidenten Cerny vor. Fahne schwören, wenn es deine abgezehrten Glle- hat aber der Verlauf des Prozesses noch einen weit brews ermächtigt Sie, bestimmt zu erklären, daß er Der Ministerpräsident versprach unter der Vor- der und deinen vorzeitig gekrümmten Rücken sicht! trefflicheren Beweis erbracht. Schollich hat näm- weder vor dem Senatskomitee noch anderswo erklärt aussetzung, daß die gesamte Deffentlichkeit ihre Es wird mit zusammengepreßten Lippen die lich einmal in einer Versammlung etwas vom habe, es sei unmöglich, das Verbotgesetz durchzu Pflicht erfüllt, für den Wiederaufbau eine aus- Worte murmeln: es muß der Tag kommen, da tch Anzünden der Grenzwälder" ge- führen. Er verlangt eine Revision des Gesetzes, um giebige Regierungshilfe. Er stellte aber dich rächen kann, daß ich dir nicht soviel Liebes sprochen. Diese radikale" Rede und Aeußerung die Durchführung wirksamer zu machen." Wieder die Bedingung, daß die zu schaffenden Neubauten tun konnte und durfte, als mein Herz es gewellt! hat dazumal ziemlich viel Staub aufgewirbelt. einmal hat eine der vom Alkoholfapital verbreiteten hygienisch vollkommen einwandfrei sein müssen, §. J. Nun, im Prozesse gegen Münster, sagte ein Herr Lügen recht turze Beine gehabt. 7. Mai 1926. Die Krise des tschechoslowakischen Außenhandels Berhandlungen im Wirticha tsbeirat. Insgesamt ist im ersten Quartal 1926 unsere Ausfuhr um 12 Prozent zurüdgegangen. " Seite& 33prozentige Fahrpreiserhöhung? Die„ Narodni Politika" berichtet, daß laut einer ihr zu werden mußte, wenn er einen Geift" als Zeugen gekommenen Mitteilung des Eisenbahnministers anführen wollte. Falls der Spiritismus bereits die Erhöhung der Personentarife auf den Eisenein von der Wissenschaft allgemein anerkannter bahnen eine fertige Sache fei. Die EisenErkenntnisfattor wäre, hätte auch das Gericht bahnverwaltung muß zu dieser Maßnahme schrei nicht gezögert, seine Funktionen zur WahrheitsIn einer gemeinsamen Sibung der Aus-| aufwiegen. ten, wenn sie mit ihren eigenen Mitteln auslan- schüsse für Außenhandel und inländische Produkfindung zu benüßen. Da aber der Spiritismus gen soll, die sie nunmehr für Investitionszwede tion erstattete gestern Dr. Karl Uhl ein Refe heute trop des Urteiles mancher bedeutender Aur Verfügung hat. Die Erhöhung der Tarife rat über die Zurüddrängung des tschechoslowaki Männer noch immer als problematische und hypoum 22 Prozent, wie bisher von ihr gesprochen fchen Außenhandels vom Weltmarkt, dessen we- Das ist eine für die Tschechoslowakei gefährliche Gericht es ablehnen müssen, von dem angebotenen thetische Lehre in der Allgemeinheit gelte, habe das wurde, wird aber nicht genügen, es wird eine fentlichen Inhalt wir bereits in unserer Num- Entwicklung. Die Tschechoslowakische Republik ist„ Beweismittel" Gebrauch zu machen, so daß also Hinauffeßung um volle 33 Prozent erforderlich mer vom 29. April wiedergegeben haben. Der gezwungen, Lebensmittel und Rohstoffe einzu der ganze Stumpffinn doch nicht seinen Höhepunkt fein. Diese Erhöhung werde in der nächsten Zeit Referent ergänzte seinen schriftlichen Bericht mit führen. Für diese Einfuhr gibt es eine unterste erreichen konnte. in Kraft treten, jedoch nicht vor dem Sokolton einigen neueren Angaben, die sich auf die Entwick Grenze, welche nicht unterschritten werden kann, greß. Das mit dem Sotoltongreß wird nanut lung des schechoslowakischen Außenhandels im ohne daß die Lebenshaltung der Bevölkerung her- die Luftbewegung über bem ganzen Staatsgeblete Wetterübersicht von S. Mat. Mittwoch hat sich lich die Gemüter besonders der deutschen Arbei- ersten Quartal 1926 bezogen. So haben wir abgesetzt wird. Die Devisen, die wir zur Bezah abgeschwächt, die Bewölkung hat jedoch nur stellenter und Angestellten beruhigen! Der Anfchlag, der in dieser Zeit gegenüber derselben Zeit im Jahre lung der Einfuhr benötigen, müssen wir durch den weise abgenommen. Die Wärmeverhältnisse blieken da geplant wird, ist unerhört und es wird 1926 auf dem Donaumarkt( Nachfolge- Export verdienen. Ueberdies ist die Tschechoslo- in Böhmen und Mähren gegenüber dem Vortage alles, was möglich ist, geschehen müssen, und staaten) neuerlich 6 Prozent unserer wafei ein Schuldnerland und muß eine attive fast unverändert. Die Nachmittagstemperaturen stegwar sofort! Ausfuhr verloren, man sicht also, die Handelsbilanz haben, wenn sie ihren Verpflich gen nur wenig über 10 Grad Celsius; in Nordböh 610 neue Abnehmer hat unser Karlsbader rückgängige Entwicklung des Außenhandels geht tungen nachkommen will. Es geht um das men erreichten sie 13 Grad Celsius. In der SloBarteiblatt schon bis jetzt, am Anfang der Werbe- im Jahre 1926 weiter. Dasselbe ist bei der Aus- Ganze", so führte der Referent aus, es geht um wakei hat es sich meist etwas abgefühlt; in den Niealtion, gewonnen. Dieser ausgezeichnete Erfolg fuhr nach Deutschland festzustellen und tritt die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Grund derungen erreichten die Marima 14 bis 16 Grad Gelist ein neuer Beweis dafür, was alles auf dem geradezu katastrophal in Erscheinung bei der Aus- lagen des Staates. Alle, die guten Willens sind, fius. In den südöstlichen Teilen des Staates haben Gebiete der Werbung für unsere Presse geleistet fuhr nach Westeuropa, wo wir im ersten müssen sich zu einer großen Export- und In- die Niederschläge angehalten, jedoch nur die geringe werden kann, wenn nur jeder Genoffe zum Rech- Quartal 1926 31 Prozent verloren haben. Was dustrieförderungsaktion vereinigen." Menge von bis 1 Millimeter erreicht.- Wahrten sieht. Die Genossen mögen sich darum überall Rußland anbetrifft, so sind die Aussichten für Als Korreferenten sprachen die Ministerial ich einliches Wetter bon Freitag: an dieser Arbeit ein Beispiel nehmen und jede den tschechoslowakischen Außenhandel gleichfalls räte des statistischen Staatsamtes Dr. Kollar Wechselnd bis vorwiegend bewölkt, strichweise Gelegenheit es gibt ihrer so viele!- benüßen, nicht günstig, weil infolge des Fallens des und Dr. Ry ba, wovon insbesondere der letztere Schauer, mild. um unserer Presse neue Leser und Bezieher zu Der einzige Lichtblick in unserem Außenhandel erhob, durch welche Dr. Uhlig zu seinen Feſtſtelgewinnen. Endlich Genehmigung des mährischen Landesbudgets. Den Lidove Noviny" zufolge hat die Regierung das mährische Landesbudget für 1926 genehmigt. Obwohl der Landesausschuß auf Wunsch des Ministeriums selbst bedeutende Abftriche vornahm, hat die Regierung noch weitere Posten gestrichen, um so ein Gleichgewicht" herbeizuführen. Es besteht wohl genügend Grund zur Annahme, daß wieder einmal an der fozialen Fürsorge gespart werden soll. Platinbergbau in Norbböhmen. Ein Teplitzer Ingenieur hat am Fuße des Tannenberges und Tollensteines im Böhmischen Niederlande" die Schurfrechte erworben und ließ schon mehrfach Gesteinsproben analysieren. Es zeigte sich auch ein starker Platin- und Goldgehalt. Die Erschließung des Gebietes, das schon im später Mittelalter beim Bergstädtlein Sankt Georgenthal ein Silberbergwerk hatte, war schon mehrfach in Aussicht gestellt, doch zerschlugen sich wegen der te. nischen Schwierigkeiten immer wieder die Verhand lungen. Wie nun berichtet wird, weilte letzte Woche der Besitzer mit Vertretern einer holländischen Interessentengesellschaft in Tollenstein und entnahm insgesamt 180 Proben an verschiedenen Stellen. Aus unglüdlicher Liebe den Verstand verloren. Samstag wurde in Olmü die 24jährige Hausge hilfin Marie Blaze! von Irrsinn befallen. Zwei junge Leute führten sie, in der Meinung, sie sei betrunken, auf die Polizeiwachstube. Die Unglückliche wollte beständig tanzen und stieß unverständliche Worte heraus. Der Arzt stellte rrsinn fest und veranlaßte die Ueberführung des Mädchens nach Sternberg. Das Mädchen hatte, wie festgestellt wurde, infolge unglüdlicher Liebe den Verstand ver loren. ist die Ausfuhr nach Uebersee, wo wir große lungen gelangte. Fortschritte machen, aber da nur ein Biertel Die beiden Ausschüsse des Wirtschaftsbeirates unserer Ausfuhr nach den außereuropäischen beschlossen, in einer zweiten gemeinsamen Sitzung Kontinenten geht, kann natürlich der Gewinn bei die Debatte über die von Dr. Uhlig ange einem Viertel den Verlust bei drei Vierteln nicht schnittenen Probleme abzuführen. 90000000000000000 Boltswirtschaft. Der Sturz des belgischen und franzöfifchen Franc. In den letzten Tagen ist es zu einem Babaftrophalen Rüdgang der französischen und belgischen Währung gekommen. Unglück, das zwei Menschenleben forderte. In digkeit seiner Manifestationen find, beweist eine einem Stollen brachen herabſtürzende Steinmassen Gerichtsverhandlung, die dieser Tage in Sussex das Stüyholz durch, worauf ein Teil des Stollens, abgehalten wurde. Der Kläger, ein Colonel G., Frankreich hat bereits im Frühjahr 1924 in dem gerade gearbeitet wurde, vollkommen ver- der gegen seine Frau eine Scheidungsklage den Sturz seiner Währung erlebt, es ist dem schüttet tourde. Der 14jährige Sohn des Grubenmit eingebracht hatte, stellte nämlich in einem Schrift- Lande jedoch gelungen, durch eine große Wäh pächters Josef Siemel und der 17jährige Arbeiter fate an das Gericht allen Ernstes die Forderung, rungsanleihe, die das Haus Morgan dem Lande Johann Streder, die zur fritischen Zeit auf für das Beweisverfahren die Aussage eines ei gewährt hat, seine Währung wieder einzurichten. einem Wagen vorbei wollten, wurden verschüttet. Die stes" anzunehmen. Es handelte sich furz um fol Seit Oftober 1925 hat aber ein neuerlicher Rüdübrigen Arbeiter konnten entkommen. Der ver- gende Angelegenheit: Colonel G., der im Auf- gang der französischen Währung eingesetzt, der schüttete Streder lebte bis 10 Uhr abends und rief trage der Regierung zwei Jahre in Indien zu durch die langwierigen Verhandlungen im Parlawiederholt:„ Bater mach auf, mir ist nichts gebracht hatte, mußte nach seiner Rückkehr aus mente verschärft worden ist. Die bürgerlichen passiert!" Da jedoch noch ein etwa 5 Bentner Andeutungen einiger Bekannter und Verwandter Selassen wollten, daß die breiten Massen alle Opfer schwerer Felsblock herabzustürzen drohte, was auch entnehmen, daß seine Gattin während seiner Ab- für die Sanierung der französischen Finanzen später tatsächlich geschah, wagte es niemand, an den toejenheit es mit der Treue nicht sehr genau ge- übernehmen, während die Vertreter der Arbeiter Unglüdsort zu gelangen. Die Rettungsarbeiten nommen habe, so daß er sich entschloß, die Schei schaft die Deckung des Defizits des fran öſiſchen konnten erst am nächsten Morgen, da in der Nacht dungsklage einzubringen. Zur rechtsgültigen Fun Budgets dieser Hauptursache des Währungs wiederholt neuerliche Felsstürze und Verschüttungen dierung fehlte es jedoch an präzisem Beweis verfalles nicht durch indirekte, sondern durch eintraten, aufgenommen werden. Nach mehrstündi- material, da die Frau des Obersten jeden Treu- direkte Steuern, durch Steuern auf den Besitz, gen Bergungsarbeiten fand man die beiden jun- bruch in Abrede stellte und die alte Stoch in der herbeiführen wollten. Obavar es gelungen ist, die gen Menschen nurmehr als Leichen vor. Familie, die während der letzten zwei Jahre die Finanzvorlage des Ministers Peret unter Dach Die„ Norge" in Norwegen gelandet. Amundsens Wirtschaft führte und allein genaue Angaben über und Fach zu bringen, genügen die von der KamLuftschiff, Norge" erschien Donnerstag früh über dem die Vorgänge im Hause hätte machen können, mer bewilligten Mittel doch nicht, um die fran Varangerfjord und nahm, nachdem das Schiff ein einige Wochen vor Ankunft des Obersten ge- zösischen Finanzen völlig zu fanieren, insbesondere, einhalb Stunden über dem Fjord gekreuzt hatte, it or ben war. Der Colonel, der ein überzeugter um die furzfristige Staatsschuld zu fundieren. Am offenbar, um eine geeignete Landungsstelle zu fin- Spiritist ist, ließ sich durch diesen Umstand nicht 20. Mai sollen nun sechs Milliarden Staatsbons den, in der Nähe der Stadt eine Landung vor. Die beirren und furz entschlossen veranstaltete er eine zur Einlösung fommen, für die vorläufig die Norge" ist anscheinend vollkommen navigations- spiritistische Sibung, bei welcher der Geist der ver- Mittel fehlen. Die Börsenfreise haben nun die fähig. Der Grund für die Landung, die nicht vorstorbenen Köchin zitiert wurde, der nach Angaben Befürchtung, daß man zum neuerlichen Drud von ausgesehen war, ist bisher nicht bekannt geworden. Der Teilnehmer an der Sitzung so schwerwiegende Banknoten schreiten werde und deswegen speku und trasse Details mitteilte, daß die Scheidungs- liert alles auf den Kursvüdgang des franzöſiſchen Ronversation, Rorrespondenz. Ferienaustausch flage vollkommen gerechtfertigt erscheinen mußte. Franken. zwischen Deutschen und Tschechen vermittelt der In Der Oberst verlangte nnn in seiner Eingabe an Ein Kriminalgericht für Raubtiere" hat sich ternationale Versöhnungsbund. Unentgeltliche münd das Gericht, die Seance im Beisein des Lordober- des belgischen Franken, der vorgestern sogar Noch fatastrophaler jedoch ist der Rückgang aus Farmern und Naturwissenschaftlern der Rody liche Auskünfte jeden Samstag von 2½ bis 6 Uhr richters und der Geschworenen wiederholen zu unter den Wert der tschechoslowakischen Strone ge Mountains in den Vereinigten Staaten gebildet. in der Abstinenten Restauration, Prag II., Ostrovni dürfen, und beantragte, falls dies abgelehnt wer fallen ist. Den ersten Anstroß zum Kursrüdgang Die Farmen dieser Gegend werden seit Jahren durch 18. Schriftliche Anfragen an Frl. Marie Hornof, den sollte, die eidliche Einvernahme der Teilneh- des belgischen Franken gab die Tatsache, daß fuchsähnliche Raubtiere, die in Kanada unter dem Prag- Karlin, Riegrova 7. Namen Coydes berüchtigt sind, verwüstet. Man mer an der bereits stattgehabten spiritistischen Sit. Amerifa dem Lande feine langfristige Anleihe ge schätzt den Schaden, den die Tiere alljährlich anrich den zwei schwere Unglüdsfälle gemeldet: Bei einer Beutlich vernommen hätten. Der Vertreter der Jahre, und zwar unter der Bedingung, daß die 50 Personen ertrunken. Aus Rust schut wer- zung, welche die Offenbarungen des Geistes" währen wollte, sondern nur einen Kredit auf fünf ten, auf 15 Millionen Dollar. Nun hat das„ Raub- Rahnerkursion einer bulgarischen Mädchenschule auf Ehegattin, die nach wie vor jedes Verschulden belgischen Staatsbahnen einer Privatgeſellſchaft tiergericht", die sogenannte Biological Survey", der Donau fenterte ein Kahn, in dem sich 40 Mäd- energisch in Abrede stellte, forderte das Gericht übergeben werden sollen. Da sich Belgien weigerte, wieder einen„ Bollstreckungsbefehl" gegen einen bechen befanden. 25 Mädchen find ertrunken. Sie auf, die Klage abzuweisen und gegen den Oberst diese Bedingungen zu erfüllen, hat es die Anleihe rüchtigten Wolf, der im Laufe der letzten Jahre fonnten bisher nicht geborgen werden. allein einen Schaden von etwa 10.000 Dollar ange- Schwarzen Meer ist ein russischer Dampfer, der von es der Würde des Gerichtes Abbruch tue, wenn fapital bemüht, der Regierung, in der auch Sozial Im eine Mutwillensstrafe zu verhängen, da nicht bekommen. Außerdem ist das belgische Finanzrichtet hat, erlassen und einen Preis von 500 Dollar Odessa nach Alexandrien fuhr, auf ein Riff aufge- ihm der Glaube an spiritistische Geistergeschichten demokraten siyen, große Schwierigkeiten zu be auf ihn ausgesetzt. Nach mehrmonatigem Streifen fahren und untergegangen. Von den Passagieren auch nur zugemutet würde. Das Gericht wies reiten, und konterminiert den belgischen Franken. des Exekutivfomitees" wurde das berüchtigte Raub- find 25 ertrunken, ebenso einige Mitglieder der Be- nun zwar die Klage des Obersten mangels Be tier in einer Stahlfalle zur Strede gebracht. Der Währungsverfall der beiden Länder ist satzung. weifes ab, unterließ es jedoch, gegen ihn eine die Folge davon, daß im Rausche des errungenen Mutwillensstrafe auszusprechen, und zwar mit der Sieges die Bourgeoisie sowohl Frankreichs als Begründung, daß dem Colonel als überzeugtem auch Belgiens es verabsäumt hat, die Finanzen Spiritisten jedenfalls der gute Glaube zugebilligt des Landes in Ordnung zu bringen. Zwei Menschen lebend begraben. In der Schic fersteinberggrube in Waltersdorf bei Sternberg ereignete sich in den letzten Tagen ein furchtbares Kleine Chronit. Ein Geift als Gerichtszeuge. Wie sehr in England der Spiritismus verbreitet ist und wie durchdrungen manche Leute von der Glaubwür besorgt um die bedenklich angegriffene Gesundheit hat, durch einen guhten goldtschmitt" untersucht und| mit Wasser aus Lourdes getränkt waren und in Fredersdorfs und richtet geradezu zärtliche Ermah das möglicherweise hergestellte Gold für sein persön- Geißelung. Seine Tätigkeit scheint sich jedoch nungen an den Kammerdiener, der freilich zugleichliches Stonto amtlich ausgemünzt werden soll. Da- nicht nur auf die Behandlung von Kranken bedie Geschäfte eines Kanzlers, Oberhofmeisters, mals steht er ja bereits im Handel wegen Regi- fchränkt zu haben, denn er peitschte auch eine Frau, Ein töniglicher Goldmacher. Opevnintendanten, Bankiers, Kabinettssekretärs usw. mentern", die mit dom künstlichen Golde besoldet deren Neffe trant war, so fräftig, daß sie den ganFriedrich II. von Preußen, den bürgerliche Ge- bersah. Bei solcher Vielseitigkeit lam Fredersdorf werden sollen. Gelingt das, so ist nichts darüber", zen Schwindel der Polizei anzeigte. Diese Ba schichtsschreibung den Großen" nennt, ist in unse- auch in Beziehungen zu Alchymisten und setzte seinen d. h. dann ist die Goldmacherkunft das Höchste auf tientin hat der Wunderdofter um 25.000 Franken ren Tages als„ Fridericus Reg" zum Abgott unserer Herrn davon in Stenntnis. Im Sommer 1753 fandte Erden. Erst Mitte November 1753 läßt ihn ein erleichtert, wie er überhaupt durch seine Kuren zu Hafentieusler geworden, die in seinem aufgeflärten er Friedrich ein Rezept zum Goldmachen, in dem neuer Mißerfolg endgültig die Hoffnung auf diese einem reichen Mann geworden war. In seinem Despotismus" den politischen Stein der Weisen er- mit Alchymistischen Brimborium geredet wird von billige Bereicherung aufgeben. Später hat er dann Hause befand sich auch ein ihm zur Erholung an bliden. Den hat nun freilich dieser König gewiß einem grünen Löwen, so den Drachen im Fener das Problem ganz radikal dadurch zu lösen gesucht, vertrautes fiebenjähriges Mädchen, das in unricht besessen, denn durch sein verantwortungsleses zerrissen hat". Der König antwortet scherzend, läßt daß er durch seine Hofinden" Münzen herstellen menschlichster Weise von ihm mißhandelt worden ist. Sineinregieren in jede Kleinigkeit hat er indirekt aber bald einen Mistrissen brief", den er selbst er- ließ, die schließlich nur noch 28 Prozent des vorge- Das Mädchen wurde mit ekelerregenden Speisen erbas Beamtentum torrumpiert und dadurch bewirkt, halten hat, an Fredersdorf gehen, und seine Teil- schriebenen Silbergehalts hatten. Der leidtragende nährt und, wenn sie sie von sich gab, erneut zum daß die Staatsmaschine zerbrach, als seine Selbst- nahme wächst, als die Versuche des Kammerdieners Teil war natürlich auch bei dieser Inflation das Essen gezwungen. Der Wunderdoktor behauptete, herrlichkeit sie nicht mehr lenfte. Aber nach dem scheinbar nicht ohne Erfolg sind. Er empfängt fo- Volt, während der König seine Rassen mit dem daß das Mädchen vom Teufel besessen sei, wirklichen Stein der Weisen" hat auch er noch in gar den Alchymisten, der behauptet, Gold machen zu Golde füllte, das auf den Schlachtfeldern aus Blut den er dadurch austreiben müsse, daß er ihm eine Brandwunde beibringe. Die gerichteiner Beit gestrebt, als der Wahn, daß man damit fönnen, persönlich und ist höchst überrascht, als die- und Tränen gemünzt wurde. Golb machen könne, selbst aus weniger aufgeflär ser sich als eine Madame Nothnagel entpuppt. Mit liche Untersuchung wird ihre Schwierigkeiten haben, da sich der Mann darauf berufen kann, daß die ten" Röpfen fortgeweht war. Der Philofoph von ihrem Manne schließt er nun einen Vertrag, der Sanssouci" hat ja inimer viel Geld zum Kriegfüh- uns freilich gar nicht föniglich" auntutet, Stirche zum Glauben an die Existenz des Teufels ren gebraucht und darum verfolgte er auch die Ver- wenn die Sache glüdt, so zieht Friedrich den Geverpflichtet und so viele Beispiele von Teufelsaussuche, Gold zu machen, die sein Kammerdiener Fre- vinn; mißlingt sie aber, so trägt Fredersdorf den treibung wie von Wunderwirkung des Wassers von dersdorf unternahm, mit größter Anteilnahme. Schaden. Zimerhin rechnet der König mit der Lourdes erzählt. Dieser Kemmerdiener muß in einem seltsam Möglichkeit eines Erfolges, denn man hat exempels vertraulichen Verhältnis zum Stönig gestanden ins Kleine". haben, wie aus dem foeben erschienenen Briefwechsel Ein Fehlschlag, den Madame Nothnagel im Friedrichs mit Fredersdorf hervorgeht.( Die Briefe September 1753 erleidet, läßt zunächst Friedrich alle Friedrichs des Großen an seinen vormaligen Kam- Goldmacher zum Teufel wünschen. Als jedoch Fremerdiener Fredersdorf. Herausgegeben von Joh. dersdorf behauptet, bei den auf eigene Fauft fort Richter. Berlagsanstalt Klemmt A.-G., Berlin- gefepten Experimenten wieder Erfolg gehabt zu Grunewald.) Während Friedrich sonst den Tod treu haben, nimmt auch des Königs Anteilnahme wieder ergebener Generale mit verlegend kurzen Worten zu. Er ordnet im Oktober 1753 an, daß alles, was abtut, fümmert er sich fast in jedem Briefe höchst Madame Nothnagel an scheinbarem Gold erzeugt · Hanns H. Kam m. Die Folgen des Kirchlich vorgeschriebenen Teufelsglaubens. Eine seltsame Affäre, die sich jener des Pfarrers von Bombon würdig an die Seite stellen läßt, wurde einer Meldung aus Bordeaux zufolge in Tarbes aufgededt. Dort übte ein als Das Wettrennen nach dem Nordpol. Zas LuftAstet und Heiliger geltender Instrumen- schiff Amundsens Norge" war Sonntag im Betenbauer eine ärztliche Praxis" unter Anwen- griffe, von Leningrad nach Vadsö in Norwegen abbuna merkwürdiger Methoden aus. Er behandelte aufliegen, mußte jedoch die Fahrt infolge starten vor allem junge Mädchen und Frauen, die den Windes verschieben. Die Expedition beeilt sich, den beften" Familien von Bau und Tarbes angehörten; Abflug bald vorzunehmen, zumal der konkurric daneben aber auch Kunden aus allen Teilen Frank- rende Amerikaner Bird mit seinem Flugzeuge in reichs und schließlich sogar in der Sommerfrische Spißbergen bereits eingetroffen ist und ungünstige weilende Engländer. Seine Behandlung bestand Wettervorhersagen für die nächsten Tage in Nordvor allem in der Anwendung von Umschlägen, die rußland eine Beschleunigung des Abfluges fordern. Beite 6. Ziegelarbeiterstreik in Kuttenplan. Nachdem Adler bei der Verhandlung folgende Darstellung: Er bie zweimaligen Lohnverhandlungen der Ziegelei wollte Rubner wegen einer betreffend die Musikbearbeiter bei der Gemeindeziegelei mit der Gestellung zu einer Unterhaltung des Vereines Froh meindevertretung zu keinem Ergebnis geführt finn" von Rubner über ihn verbreiteten unrichtigen haben, wollte der Bürgermeister Anton Rubrich Darstellung zur Rede stellen. Auf dem Wege sei er ( Bund der Landwirte) den Ziegeleiarbeitern ein- beim Gasthause wegen des Glatteises ausgeglitten, fach ein Diktat aufdrängen. Er erklärte, wer den babe im Fallen eine Baunlatte erwischt und diese Vertrag nicht unterschreibe, könne sich anderswo losgerissen. Er habe sie dann gewissermaßen als Beschäftigung suchen. Da fein Arbeiter dies Stock mit genommen und sie, ehe er Rubner zur unterschrieb, wurde am 4. Mai 1926 neuerlich Rede stellte, an die Hofwand gelehnt. Rubner habe diese Unterschrift verlangt, was wieder verweigert gesagt, er folle schauen, daß er weiter fomme und wurde. Hierauf wurde der Großteil der Ziegelei habe ihm einen Fauftschlag ins Gesicht gegeben. Dar arbeiter sofort entlassen. Die anderen Ar- auf tam es zwischen beiden zu einer Rauferei, an beiter erklärten sich mit den Entlassenen solidarisch der sich seine drei Kameraden nicht beteiligten, im und stellten die Arbeit ein. Die am Abend des Gegenteile, diese bemühten sich, sie zu trennen. Als felben Tages stattgefundene Versammlung faßte Bock fie auseinanderbrachte und Rubner wegführte, den einstimmigen Beschluß den aufoktroierten sagte dieser: Den mache ich heute noch falt", Rampf bis zu einem erfolgreichen Abschluß führen und wollte neuerdings auf ihn losgehen. Er zog das zu wollen. Zuzug von Ziegeleiarbeitern bereits geöffnete Taschenmesser aus der Tasche und zum Gemeinbeziegelwert ist fern- stach damit gegen Rubner los. zuhalten.( Die Parteiblätter werden um Nachdruck gebeten.) Gerichtssaal. Ein Todesurteil in Brag. Prag, am 6. Mai. Heute stand der Infanterist Antonin Krejči vor dem Divisionsgericht. Die Anklage beschuldigte ihn, gemeinsam mit dem als Zeugen erschienenen Zivilisten Bar die Trödlerin Heller ums Leben gebracht zu haben. Er wurde, verteidigt von Dr. Baß, zum Tode durch den Stran g verurteilt. Der Verteidiger erhob die Richtigkeitsbeschwerde. Der Totschlag in Rommersreuth. Eger, 4. Mai. Einen Massenandrang zu der heutigen Schwur gerichtsverhandlung gegen den am 12. Feber 1907 geborenen Johann Adler, Wirtschaftsgehilfen in Rommersreuth, brachten die heutigen Züge nach Eger. Von Haslan und Rommersreuth waren derart viele Zuhörer eingetroffen, daß im Schwurgerichtssaale nur die Hälfte Play finden konnten. Seine damaligen drei Genossen unterstützten und Schluchzen fener armen Frauen unterbrochen, die int Auditorium zusammengelauert faßen und bis zum letzten Moment auf Mitgefühl bei ihren Richtern hofften. Sie hofften vergebens. Bei den 12 Verurteilten betrug die niedrigste Strafe 5 Monate, die höchste 6 Jahre. Die Geschworenen haben ihre Mission in diesem Prozesse nicht erfüllt! Das war nicht der Richtspruch des Boltes, sondern eines überlebten, unsozialen Gesetzes! Genoffen! - ub. Eroget bei jeder Gelegenheit Ener Parteiabzeichen! Der Film. Ein neuer Friß Reuter- Film. Die Ufa" be diese mit den Angaben der unbeteiligten Zeugen ginnt demnächst mit der Herstellung eines Filmes nach dem berühmten Tierroman„ Hanne Nüte" von Fritz Reuter. Johann Bock und Margareta Adler in Widerspruch stehende Verantwortung im Vorberfahren als Zengen, weshalb die Staatsanwaltschaft Eger auch gegen Johann Böhm, Karl Böhm und Johann Schöniger bereits das Strafverfahren wegen Verdachtes der falschen Zeugenaussage eingeleitet hat. Nachdem die Geschworenen die Schuldfrage auf Todschlag bejaht hatten, verurteilte das Gericht Joh. Adler wegen Verbrechens des Todschlages zu zwei Jahren schweren Kerkers mit vier teljährig einer Faste. Muß eine Frau Mutter werden? HegewaldFilm bringt im Herbst einen neuen großen Kulturfilm mit dem Titel„ Muß eine Frau Mutter werden?" heraus. Das Werk wird unter Mitwirkung hervorragender Aerzte aufgenommen. Ein Wilhelm Busch- Film. Die Kulturabteilung der„ Ufa" hat einen Beichentridfilm„ Die Ent führung aus dem Serail" fertiggestellt, der fich streng an Wilhelm Busch hält und die lustige Geschichte von Zuleima und dem Nitter Arthur, die gemeinsam den Sultan betrügen, auf der Leinwand lebendig macht. 7. Mai 1926. Kunst und Wissen. Das Egerer Stadttheater in Eigenregie der Stadt. In dreistündiger Sizung behandelte die Stadtvertretung Eger am 4. d. M. die Frage: Ueber nahme des Theaters in Eigenbetrieb oder Aus. schreibung der Vergebung. Prof. Stingl legte einen Voranschlag des Theaters vor, nach welchem sich bei vorsichtigster Berechnung ein Ertrag des Theaters von 20.000 K in der Saison ergeben würde. Nach langer Debatte beschloß die Stadtvertretung mit 25 gegen 10 Stimmen die Uebernahme des Theaters in Eigenregie für die Spielzeit 1926/27. Eger ist durch diesen Beschluß die erfte Stadt in der Tschechoslo wakei geworden, die ihr Theater in Eigenbetrieb übernimmt. Das letzte philharm. Konzert dieser Spielzeit ( IV. ordentliches) findet Mittwoch, den 12. d. M., statt. Es bringt unter der Leitung Zemlinslys und unter der Mitwirkung des Violoncellvirtuosen Prof. Friedrich Bugbaum folgendes Programm: 1. Che rubini: Ouverture zu„ Alibaba". 2. Bloch:„ Sche Iomo", hebräische Rhapsodie für Solo Violoncello und Orchester( erste Aufführung in Prag). 3. Dvsřát: a) Waldesruhe( Adagio), b) Rondo für Violoncello und Orchester. 4. Schumann: Symphonic EsDur. Anfang 7% Uhr. Philh. Abonn. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sente Freitag, unt 7 Uhr abends ,, Eugen Onegin". Samstag halb 8 Uhr Gajtiv. Emmy Sturm: Die spanische Nachtigall". Sonn tag halb 3 Uhr nachm. Der fröhliche Wein berg"; halb& Uhr Gastip. Emmy Sturm„ Die spanische Nachtigall". Montag 7 Uhr ,, Eugen Onegin". Aus der Partei. Sammelausweis für den Monat April 1926. ( Die erste Zahl bedeutet Parteifond 3, die eingeklammerte 3entralwahlfonds.) Trautenau 900 K( 300), Teplit- Saaz 1500 K ( 500), Budweis 300 K( 100), Karlsbad 1546 K ( 515), Prag 37.50 K( 12.50), Karlsbad 1500 K( 500), Troppau 990 K( 830), Sternberg 1413 K( 450), Teplit- Saaz 420 K. 26 Jahre schweren Kerkers verhängte gestern das Strafgericht unter Vorsitz des OLGR. Bouček über 12 der 13 Angeklagten im Brandlegerprozeß. Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Freitag Rüsse mich noch einmal! Bei der Besprechung Heute wurde über 13 Menschen das Urteil gefällt, dieses Ufa- Filmes( Erzeugnis Warner Brothers) Kulturverbandsvorst. Jonnys Busenfreund deren soziales Elend durch eine unmenschliche Gesell- müssen wir diesmal vor allem voranstellen: für die Samstag halb 4 bis halb 6 Uhr Fechtakademie; halb schaftsordnung geschaffen, deren Not durch einen un- Regie zeichnet Ernst Lubitsch. Der Namen dieses 8 Uhr" Pygmalion". Sonntag 3 Uhr„ Brü. menschlichen Krieg zur Unerträglichkeit gesteigert und Meisterregisseurs sagt dem Eingeweihten mehr, als derlein fein",„ Die schlimmen Buben deren Existenz durch ein unmenschliches Gesez es die beste und zutreffendste Kritik zu tun ver- in der Schule"," Der Selige“; halb 8 Uhr vernichtet wurde. Nicht eine Verbrecherphysiognomie möchte. Man kann den Film rundweg als den besten Der wahre Jakob", Montag ,, Nidel und unter ihnen, nicht einer, von dem man glauben, Ghefilm bezeichnen, der bisher gedreht worden ist, bie 36 Gerechten". daß er mutwillig, aus verbrecherischem Trieb, und man fann ihn geradezu als Schulbeispiel hinbegangen hätte, was ihm der Staatsanwalt Dr. stellen, wie man mit guten Darstellern aus Jelinek in seiner Anklage zur Last legt. Es war ber einfachsten Fabel ein Bildwerk schaffen Die Anklage lautet auf Totschlag und legt Joh nicht die Tat unüberlegter Schädiger der Gesellschaft, kann, dem die Gunst nicht nur des breitesten BubliAdler zur Last, daß er in Gemeinschaft mit Starl es war die Tat der Verzweiflung. Jahrzehnte fums, sondern auch des verwöhnten Stinobesuchers Böhm, Johann Böhm und Johann Schöniger am lebten diese Proletarier zufrieden in ihrem Heim, sicher ist, ja unbedingt sicher sein muß. Der Vorwurf 6. Dezember 1925 nachts nach einer Unterhaltung armselig zwar, aber glüdlich, ihr fleines Häuschen selbst fann natürlich nichts Neues bringen: eine des Bereines„ Frohsinn" in Rommersrenth dem zu besigen und so viel stets ihr eigen zu nennen, um Ehefrau verliebt sich in einen Künstler" tommt im Johann Rubner, der mit Margareta Adler bereits ihren Frauen, ihren Kindern den fargen Lebens- Laufe der Zeit darauf, welch großer Unterschied zwischen vorher das Gasthaus verlassen hatte und bei deren unterhalt bieten zu können. Da kam der Krieg, und ihrem Mann und diesem Boheme besteht, und lehrt Baterhaus unter dem Softürl stand, gefolgt ist, und während die Bäter draußen im Feld für Kaiser und reuig zu ihrem Gatten zurüd. Aber der gesunde, in sich bereits auf dem Wege mit einer Zaunlatte be- Baterland kämpften, zog jener ihren Angehörigen föstlichen Bildern festgehaltene Humor, von dem jede waffnete. Auch die übrigen bewaffneten sich mit den letzten Kreuzer aus der Tasche, um weitere Tau einzelne Szene durchtränkt ist, das unübertreffliche Zaunlatten und Besen. Alle stürzten sich dann auf sende dem Lotteriespiel des Krieges auszusetzen. Als Gegenspiel der beiden Hauptpersonen, dargestellt von Johann Rubner und schlugen ihn mit Baunlatten. fie nach Hause kamen, fanden sie das schredlichste Monte Blue und Marie Prevost, die wahrMargareta Abler lief in den Hof, um Hilfe zn ho- Elend vor, Armut und Schulden. Unfähig, die ver- lich eine Glanzleistung zum besten geben, und die Für den Seligerfonds sind cingelangt: 2ofalorlen. Als sie zur Hoftür zurüdtam, hielt jemand die fäumte, vernachlässigte Arbeit der Kriegsjahre ein überraschende Originalität der Einzelheiten machen ganisation Schwaz bei Bilin 50 K, Verwaltung der Tür von außen zu, so daß sie nicht heraus konnte. zubringen, verfielen sie auf den absurden Gedanken, den Film zu dem, was er eben mit voller Berechti- ganisation Schwaz bei Bilin 50 K, Verwaltung der " Freiheit" Teplit- Schönau 350 K. Ms fic fah, daß Johann Bock dem Rubner zu Hilfe ihre Häuſer anzuzünden, um von der Versicherungs- gung geworden ist: cin Massenschlager, ben sich kein" Freiheit“ Teplitz- Schönau 350 K. lam, ging fie in das Haus zurüd. Johann Bod sah, gesellschaft Geld zu erhalten. Bald ist der plumpe Buschauer ohne die tiefste innere Befriedigung anwie die genannten Burschen mit Zaunlatten und Schwindel" aufgedeckt, der Staatsanwalt flagt wegen sehen kann. H. W. S. Besen auf Johann Ruber einschlugen, nahm ihnen Brandstiftung und Betrugs, die Versicherungsgeselldie Batten ab und führte Rubner gegen das Gast schaften verlangen Schadenersap. 175 Fragen wurden haus zurüd, indem er den anderen Burschen aus den Geschworenen heute vorgelegt, über die sie vier drüdlich sagte, daß sie zurückbleiben sollen. Sie folg- Stunden berieten. Von den Richtern kann man ja ten aber trotzdem. Rubner war durch die Siebe in nicht verlangen, daß sie den sozialen Hintergrund einem derartigen Zustand, daß er faum gehen des Prozesses sehen, aber die Geschworenen müßten konnte und von Bod nahezu getragen werden mußte. es doch als ihre wichtigste, einzige Aufgabe ansehen, Es war damals Glatteis und als nun Bock in der bei jenen Menschen, die aus dem gleichen Milien Nähe des Gasthauses Hoyer ausglitt und deshalb stammen wie sie selbst, nicht die Tatsachen zur Richtden Rubner auslassen mußte, stürzte sich Johann linie ihres Schiedsspruchs zu machen, sondern deren Adler neuerlich auf Rubner und versetzte ihn mit Motive. Mit Staunen mußte man beobachten, einem Taschenmesser mehrere Stiche, worauf Rubner wie diese Klassengenossen auf der Geschworenenbant zur Erde sank. Die Verfolger entfernten sich dann, fühl und gelangweilt den Prozeß an fid) vorbei ohne sich um Johann Rubner weiter zu kümmern. huschen ließen, wie sie sich feine Mühe gaben, trotz Johann Bock ſchaffte den Rubner in das Gasthaus der vielfachen Weifung der Verteidigung, wenigstens des Johann Hoyer, Rubner verschied dort kurz die Namen der Angeklagten auseinander zu halten. darauf. Er hatte zwei Stiche in der Brust, einen am Bußten sie denn nicht, worum es geht? Ueber ein Rüden, sowie mehrere, durch die Zaunlattenhiebe er- oder Nichtsein hatten sie zu entscheiden. Es littene Verlegungen am Kopfe. Der Tod des Joh. gilt, meine Herren Geschworenen", sagte einer" der Rubner war durch eine Herzverleßung mit großem Verteidiger in seinem Plaidoyer, über Tod und Bluterguß in den Brustkorb und Herzbeutel einge- Leben zu entscheiden, denn wenn sie Freiheitsstrafen über diese Armen verhängen, untergraben sie nicht nur deren Existenz, sondern auch die ihrer Familien!" Die Verlesung der Antworten durch den Geschworenenobmann war von einem ewigen Wimmern treten. Gegenüber dieser von dem Zeugen Johann Bod und zum Teile auch von Margareta Adler gegebenen Darstellung des Herganges gibt der Angeklagte Joy Neue deutsche Filme. Frit 2ang macht die legten Innen- und Außenaufnahmen zu„ Metropolis". Auch der große Faust" Film" geht endlich seiner Fertigstellung entgegen. In Vorbereitung befinden sich einige Filme. Die Kleine vom Barieté" betitelt sich ein Ossi OswaldaFilm. Die Greebaum- Film- Comp. dreht für die Usa die Flucht in den 3irtus" mit Wladimir Gaidaroff und Marcella Albani. Willi Fritsch und Xenia Desni spielen die Hauptrollen im„ Meisterboxer", Lil Da8over in dem Film Kopf hoch, Charley! nach dem gleichnamigen Roman von Ludwig Wolff, Henny Porten verkörpert die Haupt gestalt in dem Film der Porten- Frochlich- Produktion Wehe, wenn sie losgelassen...", der schon fast beendet ist. Die gleiche Gesellschaft wird sofort mit den Aufnahmen zu dem Stüd„ Die Flam men lügen..." beginnen. spielt die weibliche Hauptrolle in dem Film„ Eine Dubarry von heute" nach dem Roman von udwig Biro. Maria Corda Wilhelm Tell, der deutsche Afa- Film, wird derzeit in China vorgeführt. einem mächtigen Zauberer in die Stille der Nacht spielenden Szenen zu Bildern ganz eigenartiger Schönheit und berüdenden Reizes. Im Rahmen der Romantiſche Filmaufnahmen. incingebetfchen. Zur linken Hand der Straße erhebt sich ein milder Abhang, bedeckt mit spärlichem Gras und beGerade heute, da die ganze Welt von realen standen mit Kirschenbäumen, die in voller Blüte Dingen voll zu sein scheint, muten Ausblicke in das stehen. In den scharfen Lichtkegeln der Scheinwerfer ferne Land der erträumten Sehnsucht doppelt vertreten die Bäume ganz eigentümlich bildsam aus der lockend an; vielleicht deshalb, weil die Romantik Umgebung hervor und die weißen Blütenbüschel heute etwas gar so Seltenes geworden ist, daß man gleichen frisch gefallenem Schnee, der sich duftig and lic schon ihrer Seltenheit wegen freudig begrüßt, unbeschreiblich malerisch auf die Kronen der niedbielleicht auch deshalb, weil ein kurzes Vergessen des rigen Bäume niedergelassen hat. Unter dieser schweiUlltags mit all seinen kleinlichen Sorgen und Miß- genden Pracht der blühenden Natur bewegen sich lichkeiten wie ein Gnadengeschenk des Schidjals ge- einigge Menschen, ebenso jung und frisch wie die sie wertet wird: ich weiß es nicht, will es auch gar nicht umgebenden Frühlingswonnen, wie durch einen zu wissen, aber ich fühle den vollen Reiz der Stunde, fall aus einer längstvergangenen Zeit bis auf unjer wenn sie es ist leider sehr selten einmal da ist. nüchternes Heute von einer geheimnisvollen Macht So geschah es mir auch unlängst, und eben davon aufgespart: ihre farbenſatten, anmutigen Gewänder will ich erzählen. sprechen von den verschwundenen Zeiten der Biedermeiermode, wie sie uns noch manchmal in den alten Familienalbums unserer Großmütter begegnet. Fahrt aus dem stillgewordenen Prag in die freie, er Mitten unter den jungen Leuten eine hohe, seh Verbreitet den„ Sozialdemokrat.... Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Drud: Deutsche Beitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: D. Solit. KINO- PROGRAMM vom 7. Mai bis 13. Mat 1926: LIDO BIO 2901 Das gefährliche Mädchen Drama in 6 Teilen. Wran Urania- Kino Einziges deutsches Kino Prags. „ Die Puppe" mit Ossi Oswalda ..Kuß mich noch einmal" mit Monte Blue und Mary Prevost. 2976 Wo verkehren wir? Gastwirtschaft Lidový dům“ der Genossenschaft ,, Ganymed" weißen Blütenpracht der Kirschbäume entsteht vor Café Continental, prag- Graben unseren Augen ein Ausschnitt aus jenem Leben, das einmal alltäglich war; die bunten Farben der alten Goldenes Kreuzel, Brag- Metazanta. Gewandung wetteifern im Glanze des blendenden Scheines mit dem stechenden Weiß der Bäume und die Gestalten scheinen in dem Lichtstrahlen ein seltsames Dasein zu führen, als wären es Geister, die nicht in das Heute gehören. Denn jäh erlöschen die Kegel, die Dunkelheit verschlingt das reizende Bild und die plögliche Finsternis sticht förmlich in die Augen, die sich schmerzend verschließen. Doch als ich sie wieder öffne, fällt mein Blid von neuem auf das früher so geheimnisvoll weggezauberte Bild, das einemt aus einer alten Chronit ausgeschnittenen Sput gleicht, der auf furze Zeit Leben angenommen hat, um die Vorstellungskraft zu entflammen und irgendwo weit Kgl. Weinberge, Fochova 27. hinwegzuführen, wo es nur Träume einsamer Stun den, Wünsche verwehter Jugenderinnerungen und Glauben an ein schöneres, menschlicheres und Märhendasein gibt... Tiglich PRAG II., Hybernská Konzert Nr. 1. Café Nizza 99 Unser Stammlokal. 66 1061 DRUCK- U. VERLAGSANSTALT Gesellschaft m. beschr. Haft Es war ein herber, fühler Frühlingsabend, als uns der Kraftwagen gegen zehn Uhr in gemächlicher wachende Natur hinausführte. Es ging in der Nich- nige Gestalt mit fühnen, bildhübschen Gesichtszügen: tung nach Roztok zu, wo mitten in den berühmten der Gast, Herr Angelo Ferrari, der aus Berlin und in den Volksliedern besungenen Kirschenalleen gekommen ist, um durch seine Kunst dem Prager die ersten Nachtaufnahmen zu dem neuen Spelina- Flammender ein überzeugendes Filmleben einzuFilm ,, Der Prager Flamender" gedreht werden soll- hauchen. Auf den ersten Blick erkennt man in Ferten. Schon von weitem erblickten wir das scharfe rari einen alten Filmschauspieler; sicher und ohne Licht der militärischen Scheinwerfer, die in die stock Nervosität bewegt er sich vor der Camera, und an dunkle Frühlingsnacht einen blenden weißen Kegel das scharfe Licht, das ihm unmittelbar ins Gesicht schnitten, in dessen Licht schwarze Gestalten gleich fällt, ist er anscheinend seit langem gewöhnt. Schattengespenstern hin und widerhuschten. Wir Befehlende Worte des Regisseurs bringen in trotzdem der Alltag schon wieder in seine Rechte tritt näherten uns rasch und befanden uns turze Zeit das scheinbare Durcheinander geordnetes Leben, und und den Reiz der Stunde rücksichtslos verschlingen IN TEPLITZ- SCHÖNAV darauf mitten in einer anderen Welt, die wie von allmählich formen sich nach einigen Proben die zu will, men ſich nad Das Surren der Motore und die Befehle des Regisseurs flattern als einzige Geräusche durch die tühle Nachtluft und mir kommt es vor, als lauere gleich außerhalb der Helle das dunkle Auge" der Nacht, jeden Augenblid bereit, alles in Nichts zu verwandeln. Die reizenden Bilder sind auf die Lichtstreifen gebannt und lösen sich auf, aber in mir leben sie weiter und führen ihr verträumtes Dasein, empfehlt sich den p. t. Behörden, Vereinen, Or ganisationen, Gemeinden und Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen, Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen, Mitgliedsbüchern. 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