( Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, 11., Nelajanta 18 Telephone: Tagesrebattion: 26795, 31469. Machtredattion: 26797. Poftschedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Sahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Freitag, 4. Juni 1926. Bezugs- Bedingungen: Bel Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.Dierteljährlich halbjährig.. ganzjährig 48.96.192.Radftellung von ManuStripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten Ericheint mit Ausnahme bes Montag täglich ir Nr. 130. Oswald Hillebrand gestorben! Oswald Hillebrand ist nicht mehr! Nach langer, schwerer Strankheit, die wiederholt für ihn das ergste befürchten ließ, ist das Traurige eingetreten. Er ist gestern dem tüdischen Siechtum, von dem er seit längerer Zeit heimgesucht war, erlegen. Wir wußten es: wie ein zum Fällen bestimmter Baum war Hille brand seit vielen Wochen vom Tode gezeichnet, dennoch wirkt, da nun das Befürchtete Ereignis geworden, das Hinscheiden dieses seltenen, einzigartigen Menschen auf alle die ihn kannten, unvermindert erschütternd. Ein Kämpfer sinkt ins Grab, einer der besten, feurigsten und sturmerprobtesten, aber noch mehr: ein Mensch im wahrsten, höchsten und reinsten Sinne des Wortes. Ein Mensch, an dem kein Falsch und Arg war, der nie sein Leben für sich, nur für andere lebte, der die Vermenschlichung von Treue und Güte schien. Treue für das Proletariat, dem er mit jedem Pulsschlag seines Herzens diente, Güte, Warmherzigkeit, Mitempfinden für die Leidenden und Bedrückten, denen er sein ganzes, leider zu kurzes Leben hindurch sich innigst verbunden fühlte. Das haben die Arbeiter, denen er Freund, Führer und Berater war, stets gefühlt, darum hingen sie an ihm in Liebe und Verehrung. Vielen wird es unfaßbar scheinen, daß er, der sie in so vielen Kämpfen führte, dessen begeisternden, aufrüttelnden Reden sie oft voll Spannung gelauscht, nun nicht mehr unter ihnen ist, nicht mehr ihnen voranschreiten wird. Sein Tod hat die deutsche sozialistische Arbeiterschaft dieses Staates ärmer gemacht. Viele Tränen werden um Oswald Hillebrand fließen, um den opferfreudigen, hingebungsvollen Kampfgefährten und Weggenossen, um den edlen, lieben Freund, um den guten Menschen, und niemand braucht sich dieser Tränen zu schämen. Jahre tätig, wobei er sich ebenso durch vorzügliche Sachkenntnis, wie durch einen glänzenden Stil auszeichnete. Das letztemal, daß er zur Feder griff, dürfte gewesen sein, als er im Herbste des Vorjahres den Wahlaufruf unserer Partei verfaßte, später machte ihm seine Krankheit die schriftstellerische Arbeit unmöglich, doch trat er noch öfter seither im Parlamente als Redner auf und, selber mitgerissen von dem Feuergeist, der ihn erfüllte, vergaß er Leiden und Schmerzen. Aus Anlaß der Eröffnung der Parteischule in Reindlig bei Aussig hielt er feine leßte öffentliche Rede. Er begeisterte wie nur jemals seine Zuhörer, und die ihn hörten, hätten es niemals geglaubt, daß dem ewig Jugendfrischen und dem Kämpfer voll strahlender Tatkraft damals bereits der Tod im Herzen saß, daß sie nie wieder seine flangvolle, zu neuen Taten aufmunternde Stimme hören sollten. ? Zehntausenden wird, da sie die Kunde von seinem Hinscheiden ereilt, vor dem geistigen Auge sein Bild erstehen. Ein schmächtiger, fast zarter und gebrechlich scheinender Körper, aber voll Bähigkeit, der die größten Strapazen, wie sie das Leben eines Agitators mit sich bringt, spielend leicht ertrug. Ein schmales, blasses Gesicht, dessen Züge starken Willen verrieten und in dem die Augen Güte lächelten. Seit Jahren war dieser Körper von bösen Schmerzen gequält, doch eine unbändige Willensfraft hielt ihn aufrecht, faum jemals fam eine Klage über seine Lippen und er blieb streitbar bis zu dem Augenblicke, da ihn das fortschreitende Leiden zu Boden warf. Wer ihn sah, wer hätte es geglaubt, daß ihn ihm eine Stimme wohne, die wie eine Orgel mächtig dröhnend jeden Saal bis in den letzten Winkel erfüllen konnte! Seine Steden waren von hinreißendem Schwung; das prasselte wie ein Feuerwerk und die Worte fielen wie Keulenschläge nieder. Aber dabei war seine Rede niemals oratorisches Blendwerk, denn sprach er, dann wußte er auch etwas zu sagen. Nur wer tiefinnigst von dem Glauben durchdrungen ist. den er verkündigt, vermag bei anderen Glauben zu erwecken, vermag mitzureißen und zu überzeugen. Das galt in vollem Maße von Hillebrand, dem der Sozialismus ebenso Weltanschauung wie Lebensinhalt war. In den engeren Parteiberatungen hörte man stets gerne seinen flugen Rat: niemals rechthaberisch, polternd und nörgelnd, voll fluger Mäßigung, Besonnenheit und stets im Vollgefühle seiner Verantwort lichkeit. Grundzüge seines Wesens waren Frohsinn und Optimismus, nie, auch nicht in trüben Zeitläuften und nach erlittenen Enttäuschungen, die das Ringen des Proletariats unausweichlich bedingen, sahen wir ihn fopfhängerisch, niemals den Glauben und das felsenfeste Vertrauen an den Wiederaufstieg der sozialistischen Bewegung verlieren. Kleinmut war ihm fremd, er war ein Stürmer, doch nicht, weil er gefühlsmäßig einem blinden Draufgängertum huldigte, sondern weil er von der Sieghaftigkeit seines Ideals erfüllt war und den Glauben hatte, der Berge zu versetzen vermag. Nicht nur Redner war Hillebrand, er verstand es auch, gewandt die Feder zu führen. Seitdem er in der Arbeiterbewegung stand, hat er, der den hohen Wert der Arbeiterpresse stets voll erkannt, an ihr mit gearbeitet. In der Eigenschaft als sozialdemokratischer Journalist war er viele Oswald Hillebrand war ein Proletarierkind und hat alle Bitterkeit und Freudlosigkeit eines solchen ausgekostet. Er sollte Lehrer werden, aber die Armut seiner Eltern unterbrach diese Laufbahn. Er mußte sein Studium unterbrechen und dem Broterwerb nachgehen, der ihn nach Wien führte, wo er unter Sorgen und größten Entbehrungen ein fümmerliches Dasein fristete. Schon als Student war er durch den Besuch von Arbeiterversammlungen mit der sozialistischen Bewegung in Berührung gekommen und hatte für die Arbeiterpresse lokale Beiträge geliefert. Zu jener Zeit war es nicht leicht, sozialistisches Wissen zu erwerben, denn Bücher und Broschürenmate= rial gab es nur in beschränkter Menge. Hillebrand arbeitete dennoch rastlos an sich und seiner geistigen Ausbildung, und als er endlich nach bitteren Leidensjahren in Schlesien eine mäßig bezahlte Parteistelle fand, legte er bald Proben seiner Verwendbarkeit ab. Er wirkte später in Teplitz und Starlsbad und im Jahre 1911 wurde er, nachdem er mittlerweile Mitglied der Landesparteivertretung in Böhmen geworden war, im Wahlfreise Asch gegen den deutschradikalen Herrn Dr. Ritter von Stransky als Gegenkandidat aufgestellt, wobei es ihm gelang, dieses uneinnehmbar scheinende deutschradikale Vollwerk zu stürmen. Genosse Hillebrand war nach dem Umsturz Mitglied der böhmischen Landesregierung und wurde bei den ersten Wahlen in das Parlament zum Abgeordneten gewählt. Er hat in dieser Eigenschaft schon in Desterreich, noch mehr in der Tschechoslowakischen Republik Ünschätzbares geleistet. Mit Oswald Hillebrand verlieren wir einen unserer Besten und Wertvollſten. Die deutsche Arbeiterschaft steht schmerzergriffen an der Bahre dieſes Mannes, der ein Stück von ihr war, der ihr drei Jahrzehnte in heißer Liebe und Treue gedient hat. Wir alle werden ihn, seine gute Kameradschaft, seine unversiegbare Frohlaune, seinen Klugen Rat, schwer missen. Er war uns allen, die ihn gekannt haben, ein lieber, lieber Freund, dem kein ehrlich Gesinnter gram sein konnte, auch wenn er manchmal mit ihm in einer Frage in Widerspruch geriet. Oswald Hillebrand liebenswürdiges, stets freundliches Wesen, dem sede persön= liche Gehässigkeit fremd war, hat ihn allgemein geachtet gemacht, seine ehrliche, offene Kampfesweise hat auch den politischen Gegnern Respekt abgezwungen. Bescheiden, grundgütig und voll glühender Menschenliebe, war er im politischen Kampfe stahlhart und unerbittlich. Er fannte feine Schonung gegen sich, aber auch keine gegenüber den Klassenfeinden des Proletariats. In Ehrfurcht und Dankbarkeit neigen sich viele zehntausende Proletarier vor dem Manne, der, solange er denken konnte, all sein Fühlen und Wirken der Befreiung der Arbeiterschaft von ihren politischen und ökonomischen Fesseln geweiht hat. Sein Auge ist erloschen, sein Mund verstummt, sein Geist aber und sein Andenken wird unter uns fortleben. Der Name Oswald Hillebrand wird in den Herzen der Arbeiter in aller Zukunft unvergessen bleiben, als der Name eines großen Menschen, als eines großen Vorbildes für die Lebenden und für alle, die nachkommen werben! Seite 2. Sillebrand, der Mensch. Sporen im Kampf mit den Gegner" sich holte, indem er als Mittelschüler die erste Streitschrift un der Zeitung gegen seine unangenehmen Lehrer Es ist traurigster, beklemmendster Dienst des mit Tod und Teufel zu schlagen, daß war Sille. Charakterzeichnung immerhin um einen ihrer wich publizierte. Es hieße, diese gewiß mangelhafte Journalisten, wenn er, der da eben der erste sein brands Naturgesetz, immerzu loderte in ihm der tigsten Striche bringen, wollte man nicht auch noch muß, das Bild eines geliebten Freundes und Füh- Wille, an den Gegner heranzukommen. Und diese eines wesentlichen Zuges an Hillebrands Wesen rers schon als Vergangenes wiedergeben soll, faum Streitbarkeit, die man bei jedem Beisammensein Erwähnung tun: feiner Treue. Der Treue gegen Zugere. daß der Teure die Augen geschlossen hat und wähntit ihm fühlte, ist für Ungezählte Beispiel gewor fich selbst, der Treue zur Partei und der Treue zu rend noch persönlicher Schmerz und Ehrfurcht den. Der Wunsch, aufzuklären, zu erziehen, zu bil- allen, von deren Wert er sich einmal überzeugt bor der Majestät des Todes das Wort im Mund den, sich mitzuteilen, den anderen ein Beispiel zu hatte. Er irrte niemals in der Pflicht und diese Unerstidt. Und nur eines erleichtert diese harte geben, war in ihm geradezu triebbaft. Und vielleicht erschütterlichkeit ist es schließlich gewesen, die ihm Pflicht, daß nämlich doch auch wieder gerade in liegt ein kleiner Beweis dafür, daß er zum Bild- nebst aullen anderen einnehmenden Eigenschaften, uns der grausame Tod, der ein großes Dasein mit ner geboren war, schon in der Tatsache, daß er noben seinen vielen übrigen geistigen und moralieinem Male auslöschen will, den Willen lebendig schon als fleiner Bub im Elternhaus oftmals zum fchen Vorzügen, das Vertrauen der Arbeiter und macht, die verblichenen Züge für immer dem Ver- Ergötzen seiner Umgebung auf den Stuhl troch, der Kampfgefährten gewonnen und erhalten hat. geffen zu entreißen, aber auch den tiefen Gefühlen um Ansprachen zu halten. Was da noch unbe- Erhalten weit hinaus über den Rand des Grabes, Ausdruck zu geben, die zu Lebzeiten des Verlorenen wußt in ihm schlummerte, wurde bewußt und in das wir den Unvergeßlichen allzufrüh betten zu äußern sich verbot und die in all ihrer Kraft lebendig, als er, ein Siebzehnjähriger, seine ersten milffen. gerade in dem Augenblick hervorbrechen, da das Ende gekommen ist. Je mehr uns der Tote war, desto stärker die Hemmung des Nekrologisten; aber dafür wächst auf der anderen Seite mit dem menschlichen Wert des Dahingeschiedenen auch das Bedürfnis seines Beschreibers, das Edle festzuhalten und dafür zu danken. 83* Hillebrands Lebenslauf. Jugend und An änge. 2. G. 4. Juni 1926. heit der Arbeiterbewegung auf. Wie aktuell und lebendig liest man auch heute noch das, was er damals gesagt hat: So gewichtig mich eingewirkt hat, das erste, das primäre, das und gewaltig wie die Idee des Sozialismus auf wichtigste, das unerläßlichste ist mir eine einige Arbeiterbewegung überhaupt... heit der Arbeiterbewegung immerdar und in die... Um die Einfen Tagen, von denen man nicht weiß, welche Entwicklung sie bringen werden, mehr als sonst zu erhalten, ist es notwendig, Duldung zu üben von rechts und Disziplin zu halten von links." In der Tschechoslowakei. wie für die deutsche sozialdemokratische ArbeiterGroße Aufgaben traten für Sillebrand, so bewegung in den Sudetenländern überhaupt, nach dem Kriege auf. Als die Deutschen Böhmens darangingen, ihr Selbstbestimmungsrecht zur Wirklichkeit zu machen und aus dem freien Willen der gewählten Vertreter der deutschböhmischen Bevölkerung eine Landesregierung mit dem Size in Reichenberg die Verwaltung des Landes übernahm, da war es selbstverständlich, daß Oswald Hillebrand Mitglied dieser LandesMensch Hillebrand! Ist es denn überhaupt regierung wurde, in der ihm das Gesundheitsmöglich, den Menschen Hillebrand vom Genossen wefen zufiel. Die österreichische NationalversammHillebrand zu trennen? Muß nicht jeder Versuch Oswald Hillebrand, an dessen Bahre Politiker im alten Oesterreich. lung bestimmte ihn auch in jenen Tagen zu einem Scheitern, das rein Menschliche an einem Manne die gesamte deutsche sozialdemokratische Arbeiter ihrer Vertreter in dem geplanten konstituierenden schildern zu wollen, der so wie Hillebrand bis in schaft der Tschechoslowakei ihre Fahne fenkt und bereits in einem größeren Wirkungsfreise finden, Als dann die Partei sich im Jahre 1919 in žeplik Der Wahlrechtskampf sollte jedoch Hillebrand Parlament des Gesamtdeutschtums in Weimar. Die tiefste Wurzel feines Seins Parteimann war, dessen Ableben weit über die Grenzen dieses Lan- wozu ihn fein glänzendes Rednertalent, seine konstituierte, da stand Sillebrand in den borderParteimann in des Wortes vornehmster Bedeu- des hinaus Erschütterung und Weitgefühl hervor- journalistische Begabung- er war bis dahin sten Reihen. So leidenschaftlich er für das Selbsttung, nämlich fämpfender Sozialist mit jeder Fiber rufen wird, war ein Schlesier. In dem kleinen ein fleißiger Mitarbeiter der Freiheit" und bestimmungsrecht des deutschen Boltes eingetreten feines Herzens, in jeder Regung seines Lebens? Orte o tenplo bat er am 7. August 1879 fein organisatorisches Können reif gemacht hat war, so sehnsuchtsvoll wünschte er die 3usamJa, es ist wirklich schwer, des Menschen Sille- das Licht der Welt erblickt, ist also nicht einmal ten. 1904 wurde er als Redakteur des Volts menarbeit der Proletarier aller brand zu gebenken und auch nur für Minuten des 47 Jahre alt geworden. Gleich Seliger, Cermat wille" nadh Rarlsbad und gleichzeitig zur Nationen des neuen Staates. Ich wünsche in tausend Schlachten erprobten Sozialdemokraten, und Hirsch wie furchtbar hat doch der Tod in Leitung der Geschäfte der dortigen sozialdemokra- aus glühendem Herzen", so sprach er mit seiner des unerbittlichen Haudegens, des mitreißenden den letzten Jahren in den Reihen unserer Bejten tischen Streisorganisation berufen. Während der warmen, tiefen, schönen Stimme auf dem TepAgitators und des zündenden Redners Sille- gewütet! iſt er auf der Höhe des Lebens vom„ Volkswille" damals ein fleines wenig beachtetes liger Parteitage, die Stunde möge nahe sein, brand vergessen zu wollen. Und doch wurzelten alle tückischen Schicksal dahingerafft worden. In sei Wochenblättchen war, ist er unter Sillebrands daß wir Band in Hand mit den tschechischen Sodie strahlenden Fähigkeiten Sillebrands, die wir nem Geburtsorte, wo fein Vater das Waurer Leitung zur größten Tageszeitung zialdemokraten den Kampf um unfere Befreiung In ihm als Führer und Streiter schätzten und be- gewerbe betrieb, hat er auch die Volks- und Bür West böhmens geworden. Von da ab wurde führen können." Jeden Pessimismus wies Hillewunderten, selbstverständlich in seinem Mensch- gerschule besucht, nachher sandten die Eltern den nun das Karlsbader Gebiet zur Wirkungsstätte brand auch in jenen schweren Tagen der deutschen u m, das immer wieder Gelegenheit zu herrlicher aufgeweckten Burschen in die Lehrerbildungs- Sillebrands, die Karlsbader Arbeiter verehrten Arbeiterschaft zurück.„ Es braucht uns nicht Entfaltung fand und ihn in des Wortes ursprüng- anstalt nach Troppau. Aber Volksschullehrer Entfaltung fand und ihn in des Wortes ursprüng- anstalt nach Troppau. Aber Volksschullehrer in ihm den un bestrittenen ersten Füh- bange zu ſein", so sprach er stolz und selbstlichsten Bedeutung als einen Genossen erken ist unser Ofstwie wir ihn in engem Kreiserer der sozialdemokratischen Bewe- bewußt. Noch ist die große Weltbewegung nicht nen ließ, wie wir ihn nur ein einziges Mal zu nannten- nie geworden. Frühzeitig zog den gung West böhmens, als deren Vertreter abgeschlossen und niemand darf darauf vertrauen, berlieren hatten. Das, was Hillebrand zuvörderst jungen Idealisten und fühnen Kämpfer die Arer sowohl in der Landespartei als auch in der daß die Wacht, die er besitzt, fest in feinen Sän Arg so ungemein liebenswert machte, das, was immer beiterbewegung an. Schon während seiner StuGesamtpartei auf allen Konferenzen und Partei- den ist." Ein Jahr darauf sehen wir Hillebrand wieder bei allen Menschen für ihn warb, war die dienzeit besuchte er Arbeiterversammlungen, was tagen galt. Als im Jahre 1907 die deutsch- im Wahlkampfe. Es war selbstverständlich, bestridende Wärme, die von seinem Wesen ausging. ihm viele Unannehmlichkeiten feliens feiner Leb böhmische Landesorganisation durch Jofef Seli- daß ihn die westböhmischen Arbeiter zum ListenDie gewinnende Herzlichkeit, die in seiner Natur rer eintrug und es ihm schließlich unmöglich gers Tatkraft neu begründet wurde, war es selbst- führer in ihrem Wahlkreise bestimmten. Sillelag, teilte sich jedem einzelnen und jedem Kreise machte, einen Posten als Lehrer zu finden. verständlich, daß als der Vertreter der westböh brand hat damals nicht nur in vielen Versammmit, der mit ihm in Berührung trat und schuf Wurde er auch nicht ein Lehrer in dem Sinne, mischen Arbeiterschaft Oswald Sillebrand Mit- lungen gesprochen und in einer Reihe von Artiaugenblids eine Atmosphäre von Sympathie und wie es seine Eltern gewünscht hatten, so sollte er glied der Landesparteivertretung wurde. Auf keln für die sozialdemokratische Idee geworben, Freundschaft. Und in solcher Luft blühte aus der Lehrer einer ganzen Arbeiter- fast allen Parteitagen, die seither stattfanden, hat er hat ein Wahl handbuch verfaßt. welches Hillebrand ein Frohsinn, eine Lebenslust auf, die generation werden, die er mit seinem er die Interessen der westböhmischen Arbeiter- die Taten und Unterlassungen unserer Gegner an es uns heute fast unvorstellbar machen, daß dieser prachtvollen Idealismus erfüllte und der er seine schaft gewahrt und ist immer wieder als deren den Pranger stellte und welches in der WahlStrom lebendiger Heiterkeit und innerlich frohens Leidenschaft, für eine bessere Welt zu kämpfen, Wortführer hervorgetreten. In der Landespar- fchlacht vielen unserer Redner nüßliche Dienste Riterlebens mit der Freude der anderen für im- eingab. teivertretung und auf den Landesparteitagen galt geleistet hat. Und als turze Zeit darauf die Kom er versiegt sein soll. So ging er, noch nicht zwanzig Jahre alt, sein besonderes Interesse der Parteipreffe. munisten in der Partei in einer Weise arbeiEin guter Kamerad! das war Mensch Hille nach Wien, den Mittelpunkt der Arbeiterbewe- fewohl auf dem Landesparteitag in Prag 1909 teten, daß alle ihre Einheit bedroht sahen, da brand in Freud und Leid, Osi" haben wir ihn gung Desterreichs, wo er irgendeine Möglichkeit als auch auf dem in Bodenbach 1911 und in sehen wir Sillebrand abermals in der ersten genannt und in dieſem freundschaftlichen Ruf- des Wirkens zu finden glaubte. Aber auch von Auffig 1912 war er der Referent über die Partei- Reihe derer, die sich schüßend vor die Partei ſtelnamen legten wir allen Begriff seiner liebens- einem Vertrauensmann der Arbeiterbewegung preffe und setzte sich für die Gründung eines len und ihre Einheit und ihren sozialdemokratis und prachtvollen Persönlichkeit. gilt der Satz, daß aller Anfang schwer ist. Hille- deutschböhmischen Tagblatts als Landesorgan ein. schen Charakter mit aller Glut verteidigen. Auf itschen Aber auch die Jüngeren unter uns fönnen brand hat in dieser ersten Zeit furchtbar schwer Immer wieder betonte er, daß sich die Partei ein dem Karlsbader Parteitage jener denkwürdiund müssen von Hillebrand nicht nur als von gekämpft und viel gelitten. Die Einnahmen Blatt ſchaffen müſſe, das„ sozusagen der sichtbare gen Tagung, die niemand vergessen wird, der einem beiſpielgebenden Führer sagen: Er war un- reichten nicht einmal hin, den Hunger des Jüng- Ausdruck unseres Gesamtwillens iſt". Daß es Zeuge dieses geistigen Ringens, dieser bangen fer. Niemals bekam einer der Jüngeren, die die lings zu stillen. Endlich fand er einen Gönner zur Schaffung des Landesorgans vor dem Kriege Stunden der Entscheidung, war- brachte Hillegleiche Gesinnung in seine Gesellschaft brachte, auch in den damaligen Reichstagsabgeordneten Ernst nie gekommen ist, hatte feinen Grund in den brand im Namen von 47 Delegierten des Parteinur im Geringsten den Unterschied der Jahre, der Berner- der durch seine ausgezeichneten schwierigen territorialen und organisatorischen tags einen Kompromißvorschlag ein, in dem Erfahrung und der Verdienste um die Arbeiterbe- Agitationsbroschüren sehr viel zur Aufklärung der Verhältnissen, die ja auch dem Werden einer unter Festhaltung gewisser, den Charakter der wegung anders als in herzlicher, gewinnender und damaligen Generation von Sozialisten beigetra- kraftvollen deutschböhmischen Landesorganisation Partei bestimmender Grundsäße versucht wurde, darum um so mehr anspornender Weise zu fühlen. gen und später in Gottschee und nach dem Um- viele Jahre hindurch die größten Hindernisse be- eine gemeinsame Grundlage für die beiWie konnte das auch anders sein, da doch Hille- turz in Mährisch- Trüban als Wittelschulprofes- reiteten. den Richtungen innerhalb der Partei zu finden. brand als Vierziger durch sein Temperament, durch for gewirkt hat durch dessen Einfluß dem jun Einen glänzenden Sieg konnte Hillebrand Er begründete seinen Vorschlag in einer großen sein Feuer, das ihn( nicht nur auf der Rednerkan gen Hillebrand eine Stellung als Parteisekretär für die Partei anläßlich der Wahlen in das Rede, die abermals in dem Wunsch nach Einzel) verzehrte und durch seine Fähigkeit sich und in Schlesien verschafft werden konnte. Der färg- Abgeordnetenhaus im Jahre 1911 erheit austlang.„ Wir haben den großen lebenandere zu begeistern, jugendlicher war als hundert liche Wochenlohn von acht Gulden, den der Par- ringen. Damals schlossen sich insbesondere in digen Wunsch: die Genossen, die mit der Linken Zwanzigjährige! Wenn er aus dem schier uner- teisekretär manchmal erhielt, manchmal aber auch Deutschböhmen alle bürgerlichen Parteien zusam- nicht übereinstimmen, mögen und werden das schöpflichen Schaß seiner Erlebnisse parteihistorische nicht bekam, mußte von fünf bis sechs Organisa- men, um die Niederlage, welche ihnen die sozial- große Entgegenkommen zeigen. Es soll nicht so Dentivürdigkeiten, markante Episoden oder auch tionen aufgebracht werden. Das große redueri- demokratische Arbeiterschaft 1907 bereitet hatte, fein, daß an der Sartlöpfigkeit eines Teiles der lustige Anekdoten hervorholte, wenn in dem flie- fche Talent Hillebrands, das wir so oft bewun- wettzumachen. Tatsächlich gelang es den bürger- Partei etwa die Möglichkeit der Einigung zerBenden prächtigen Deutsch, das er meiſterte, form- dert haben, zog aber die Aufmerksamkeit weiterer lichen Parteien, damals unserer Partei in den schelle." Aber ebenso fest betonte er:„ Sozialvollendet Wort an Wort und Satz an Sab sich Parteikreise auf ihn und bald beriefen ihn die Stichwahlen einige Mandate abzujagen, wie das demokraten wollen wir bleiben, reihten, wenn er seine wundervolle tiefe und Teplißer Genossen, um seine wertvolle Kraft für Bodenbacher Mandat, die beiden Auffiger Man- daran müssen wir festhalten." In der langvolle Baßstimme hob und sentte, wenn im die Bewegung ihres Bezirkes mußbar zu machen, date und das Rumburger Mandat. Umso be- großen Debatte, die dem Referate Seligers folgte, Feuer der Erzählung Auge und Stirn zu sprühen in die dortige Bezirkskrankenfaisa. Josef Seli- deutsamer war der glänzende Sieg, den Hille- kam er noch einmal zu Worte und zeigte im einbegannen, dann fühlte man sich zu diesem leiden- ger, der Obmann der Kasse und Führer der brand damals über den bisherigen Besizer des zelnen die Wandlungen in den Auffassungen des schaftlichen Menschen, der noch im Nacherleben Teplitzer Arbeiterschaft, hatte Hillebrands Be- Mandats des Wahlkreises Afch, den deutschradi- Führers der Linken auf. Wie sehr ihn all die eine so erstaunliche Intensität bewies, mit Kopf gabung erkannt und übte in jenen Jahren auf falen Eduard von Stransky, einen der ärgsten durch den Parteistreit aufgeworfenen Probleme und Herz machtvoll hingezogen, so wie eben alles ihn den stärksten Einfluß aus. Vald gewann Arbeiterfeinde, errang. In ganz Desterreich rief beschäftigten, beweist eine Broschüre, die er bald Kraftvolle und durch gewaltiges Empfinden Ueber der junge Kassenbeamte das unbeschränkte Ver- diefe gewonnene Wahlschlacht Hillebrands das nach dem Starlsbader Parteitag schrieb und die schäumende anzieht und in Bann schlägt. Niemals trauen der Arbeiter des Teplißer Gebietes. 1922 größte Aufsehen und in den Reihen der Klassen- unter dem Titel„ Sozialismus oder Kommunisbin ich sonst einem Menschen begegnet, dem so viel sehen wir ihn schon als Delegierten einer Lokalorga- bewußten Arbeiter stürmischeste Freude hervor. mus?" erschienen ist. Seine Ausführungen und so starkes und doch nie unecht wirkendes nisation des Teplitzer Bezirkes auf dem Parteitage Von da ab konnte Sillebrand auch sein können gipfeln in folgenden Säßen:„ Sammeln wir alle Pathos, so viel Glut, ja so viel sanatische Begeiste- der deutschen Sozialdemokratie in Auffig. Als als Vertreter der Arbeiterschaft auf parlamentari- Kräfte, die in der Arbeiterklasse schlummern, rung entströmte wie Hillebrand; und nicht etwa Redner tritt er auf einem Parteitage zum ersten- fchem Boden zeigen. Wehreremals ist er im machen wir lebendig, was in ihr ruht an ent nur, wenn er in Versammlungen und Konferenzen male 1904 in Salzburg auf. Die sozial- Abgeordnetenhause als Redner hervorgetreten, schloffenem Wollen und Energie; verkünden wir die Hirne sprengte und die Herzen entflamnite, demokratische Arbeiterbewegung befand sich da- weiteren Kreisen bekannt wurde er als einer der unablässig die befreiende Idee des Sozialismus, sondern auch, wenn er über das Wahre, Schöne mals in einer schweren Strife. Alle Anstrengun- energischesten Bekämpfer der Todesstrafe, forgen wir für Aufklärung, wachen wir mit eiferund Gute in Natur und Stunst sich noch in der gen, das allgemeine gleiche Wahlrecht zu erobern, worüber er seinerzeit eine eingehende, das Pro- füchtiger Sorgfalt, daß uns die Einheit und Schilderung entzückte, wenn er von großen Män- Sie man in den letzten Jahren unternommen blem nach allen Seiten hin beleuchtende Abhand- Einigkeit der Arbeiterklassenbewegung erhalten nern sprach, die er wirken gesehen, wenn er ven hatte, waren gescheitert, Hoffnungs- und Inter- lung im Kampf" geschrieben hat. bleibe, erobern wir vor allem die Waffen und Büchern und Dichtern erzählte, deren Geist er in efselosigkeit drang bis in die Reihen der Ver- Wie alle Vertrauensmänner der sozialdemo- wir werden sehr rasch die Macht erobert haben. sich aufgenommen hatte, wenn er von Landschaften trauensmänner. Auch Hillebrand flagte damals fratischen Arbeiterschaft widmete auch Hillebrand Das ist der Weg zum Sturz des Kapitalismus, Sprach, die fein empfängliches Auge und feinen über die„ Gleichgültigkeit, die uns gerade zur seine Arbeit im Kriege vor allem der Presse und der Weg, der zum sicheren Siege des Sozialismus Schönheitssinn entzückt hatten. Verzweiflung treiben könnte". Aber es war nicht den schweren wirtschaftlichen und sozialen Sor- führt." D, welch fein gebildeter Kopf war da der seine Art, die Flinte ins Korn zu werfen. Er gen der Arbeiterbevölkerung, besonders der Er- Immer wieder betonte er diesen Glaudeutschböhmischen Arbeiterbewegung entstander suchte die anderen aufzurichten und konnte dar- nährungsfrage und der Fürsorge für die Ange- ben an die Wiedervereinigung des undo, welch edler Geist ward da zerstört! Welch auf hinweisen, daß es trup alledem organisatorisch hörigen der Emgerückten. Als dann im Jahre gespaltenen Proletariats, der ihn erStarkes Werkzeug, hatte uns da die Natur zum vorwärtsgehe. Wie recht er damals mit seinem 1917 die Fesseln, welche die Arbeiterbewegung füllte. Aber für Hillebrand war das nicht eine Rampf gegen unsere Gegner geschaffen und wir herrlichen Optimismus hatte, der ihn zeitlebens, einschnürten, gelockert wurden und das politische Art Fatalismus, der ihn uutätig dem Tage entmitleidlos und unbarmherzig hat sie es wieder ver- auch während seiner ganzen Krankheit, beseelte, Leben auch in der Partei wieder reger wurde, gegenblicken ließ, wo dieses Ziel erreicht werden nichtet! Alles in diesem Menschen war Trotz und bewies schon das nächste Jahr- 1905-, wel- stand Hillebrand auf seinem Plate. Auf dem sollte. Er der mittlerweile nach dem Tode Kampf. So wie es irgendwo um die Sache der ches das revolutionäre Aufflammen des Wahl- Parteitage in Wien im Jahre 1917 hielt er eine Josef Seligers der zweite Vorsißende- Stellvertre Arbeiter ging, bei der vertraulichsten Gesellschaft rechtskampfes brachte, der dem Proletariat große Rede über die taktischen Differenter der Partei geworden war und nach dem Tode im Freundeskreise, erhob sich sofort der warme Oesterreichs in einem der glänzendsten Feldzüge, je n, welche in der Arbeiterbewegung der ganzen Cermats deren erster Vorsitzender- Stellvertreter Strahl seiner Freundschaftlichkeit zur Flamme und die die internationale Arbeiterbewegung je ge- Welt im Verlaufe des Krieges aufgetreten waren. wurde war es gerade, der 1921 auf dem oberte mächtig auf. Zu wevben, zu kämpfen, sich fehen hat, den Sieg brachte. Mit Leidenschaft trat er damals für die Ein- Tetschener Parteitage die Notwendigkeit 1. Juni 1926. Seite 3. mfiger agitatorischer und organisatorischer Ar- Wahlkampf:„ Wir wissen, daß das, was wir voll- trauensmännern der Arbeiterbewegung hinwies. fich symphonisch staffeln und die Keulenschläge beit betonte. Die Kleinarbeit in den Organija führen werden, ein Stüd Klassenkampf Diefes hohe Lied von Bildung und Kultur sollte der Sätze selbst in dusendfachen Steigerungen tionen", so führte er dort aus, ist heute das ist, den wir zu vollbringen haben für die Entrech sein Schwanengesang sein. Kurze Zeit ständig kraftvoller werden, wie schließlich weit wichtigste und bedeutsamste, was wir tun kön teten und Bedrückten, für die, die in der bürger- darauf padte ihn erneut die tüdische Strankheit. ausholend die Rede zu ihrem gedanklichen Urnem." Auch auf den späteren Parteitagen hat er lichen Gesellschaft die Stieffinder sind, die ihre Noch hofften die Aerzte und wir mit ihnen, ihn sprung zurückkehrt, das ist schlechthin meisteralle Teilnehmer durch die Wucht seiner Reden Zukunft sich selber gestalten müssen." Und mit der Bewegung erhalten zu können. In den letz- haft. Aber der Inhalt läßt sich auf einige mitgeriffen. Auf dem Auffiger Parteitag 1923 den letzten Worten seiner Rede gab er zugleich ten Wochen fanten unsere Soffnungen von Tag zu Säße zusammendrängen und ein Anderer wüße führte er den Vorsitz.„ Unerschüttert", so rief er die Parole des Wahlkampfes aus: Gegen die Tag. ohnmächtig sahen wir dem letzten Kampf mit ihnen faum viel anzufangen. in feiner Eröffnungsansprache aus,„ ist der Entrechtung der Völker, gegen die Fremdherr zu, den unser Offi ausfocht. Glaube, daß wir weiter vorwärts stürmen wer- schaft, unter der wir leiden, gegen den KlaffenSchon das Wiener Parlament, das bent." Unvergessen ist auch das prächtige Schluß- staat, der uns beherrscht und bedrückt, und der geloben, seiner nimmer zu vergessen, so soll dies brand zu seinen glänzendsten Rhetoren. Neben Nun ist er nicht mehr. Wenn wir uns an guten Rednern nicht arm war, zählte Sillewort, in dem er auf diesem Parteitag die Dele nur für seine Pfründner sorgt, für die erzugleich ein Bekenntnis fein, daß wir auch feiner den schwungvollsten Rednern der Partei am gierten und darüber hinaus die gesamte deutsche Lösende große befreiende Idee des Ideale, für die er gelebt und gelitten, gezämpft meisten glich er wohl Beuthner- eroberte Arbeiterschaft des Landes zum Kampfe aufrief. Sozialismus." und geftritten, nicht vergessen werden. Weit der er sich einen Play. Beim Umsturze war er Es ist ein stolzes Bewußtsein, das uns beseelen Seine letzte Rede hielt unser Hillebrand am glühenden Begeisterung, mit dem hohen dealis- der erste, der in Wien auf offener Straße die wird, wenn wir erwägen, auf wie steinigem 1. März 1926, da er namens des Parteivorstan- mus, die ihn beseelten, mit dem fühnen Schwung Massen zur Ausrufung der Republik aufforderte. Boben wir unseren Kampf führen müssen, in des die Parteischule in Reindlig er feiner Gedanken und Worte wollen wir, die nun Jm Prager Parlament stand er einzig einem Lande, das vom nationalen Kampf durchöffnete und wo er in packenden Worten auf die wieder um einen unserer Besten ärmer sind, da. Nicht nur seine schwungvollen, von heiligem wühlt ist, unter ungeheuren Schwierigkeiten von große Bedeutung der Bildungsarbeit und eifrigen den Kampf fortführen bis zum Ethos getragenen Reden waren Ereigniffe, auch allen Seiten, von den Feinden des Proletariats Studiums für die neue Generation von Ber- Siege! umbrängt und daß wir trotzdem innerlich gefestigt find: Ein Wille, ein Weg, ein Ziel, dem wir juftreben wollen." ** Hillebrand als Redner. der Zwischenrufer Hillebrand war bewundert und gefürchtet. Unvergeßlich bleibt die Szene, in der er im berwichenen Sommer Svehla stellte, als dieser nach langer Abwesenheit wieder im Hause erschien. In seinen Reden wie in seinen Zwischenrufen paarten sich schlagfertiger Spott einfach unmöglich machen. Seine Anwesenheit und eble Begeisterung. Er fonnte einen Gegner in einer Versammlung war Gewähr des Sieges. war die Voltsversammlung. Er war Das ureigentliche Schlachtfeld Hillebrands der glänzendste Versammlungsredner der Partei. Die Leute famen stundenweit, ihn zu hören, und sein Auftreten wurde mit tosendem Beifall quit tiert, der sich kaum legen wollte. Wenn bek anderen überzeugt, was sie sprechen, fo be. zwang bei ihm, wie er sprach. Sier war ein Mensch, der begeistern und berauschen konnte. Wer eine seiner Reden gehört hat, dem wird sie unvergeßlich bleiben. Nun ist der Mund zu ewigem Schweigen Aber nicht nur im Kreise der Vertrauensmänner, auch in Volksversammlungen mar er ein wuchtiger, die Massen mit sich fortreißender Redner und ebenso hat man im Ab- liches Kampfmittel. Unmittelbarer als durch die machte, zu erklären: jeder andere, der so hätte Jedem Politiker ist die Rede ein unentbehr- gabung, die ihn eben vor allem zum Redner geordnetenhause aufmerksam gehorcht, Schrift überträgt er durch sie die Gedanken auf sprechen wollen, wäre als Poseur erschienen. Bei wenn er das Wort ergriff. In einer der fritidie Masse, die er führen und belehren, lenken und Sillebrand wirkte die Bose des ganzen Körpers, Scheften Situationen, zur Zeit des monarchistischen beraten will. Im Parlament, auf der Versamm die bei anderen übertrieben und fomisch erschienen Butsches in Ungarn im Herbst 1921, da die lungstribüne, in nächtelangen Konferenzen, in wäre, oft unsagbar schön. Wenn er die Arme Tschechoslowakei in einen Krieg hineingeriffen zu Kursen und Schulen ist gerade dem sozialistischen weit nach oben warf, wenn sich der schlanke Leib werden drohte, ergriff er am 17. November das Politifer und Agitator die Aufgabe gestellt, durch vorbeugte, wenn Blide, Worte und Gebärden Bort und erinnerte mit bebender Stimme an die das gesprochene Wort auf seine Umwelt zu wir eins wurden, dann riß das die nüchternsten ZuSchrecken des Weltkrieges, an das frevle Spiel, ten. Mehr oder minder wird die Rede jedem hörer mit. Die flangvolle Stimme, dieser wohl bas man mit den Völkern getrieben hatte: politisch tätigen Menschen so zur schneidigen tuende Baß, verstärkte noch die oft dämonische Wenn wir zurückdenken an die Zeit, in der Waffe. Sie vereinigt den Appell an die Vernunft Wirkung solcher Rebe. In den letzten Jahren der Weltkrieg Europa heimsuchte, wenn wir in mit dem Appell an das Gefühl. Je nach dem faszinierte die trante, hagere Gestalt beinahe noch unferer Erinnerung erstehen loffen jene großen Temperament des Redners wird er die eine ober mehr als früher die fehnige, gesunde. Wenn man Losungsworte, mit denen damals die Völker ge andere Saite stärker anschlagen. Es ließen sich Sillebrand fah, dann wollte man ihn reden hören füttert wurden, wenn wir daran denken, wie von wohl Schemata und Rangstlassen für die Redner und die Erwartung steigerte sich nicht nur bei der Schaffung der Vereinigten Staaten Europas verschiedenen Stils und wechselnder Art auf der Masse, die den treuen Führer neben dem verurteilt, dem so herrliche Worte entſtrömten, gesprochen wurde, wie in Aussicht gestellt wurde, stellen und sicher fönnte man auch unseren Redner in ihm berehrte, zum lauten Jubel. Wie der Geist ist erloschen, der Tausende zu bannen daß dem Weltkrieg die Abrüstung folgen müsse, Oswald Hillebrand flaſſifizieren und ein- gespannt harrte auf dem lesten Auffiger wußte. Stein armes fleines Wort mehr formt daß der ewige Friede das Streben aller Regierun- ordnen unter einen bestimmten Rednertyp. gen sein wird, daß ein Völkerbund die Garantien Parteitag in den letzten Verhandlungsstun- die Bunge, die für immer gelähmt ist. Der zu schaffen hätte, daß dieser ewige Friede wirklich Aber Oswald Hillebrand war die den alles der Rede Hillebrands. Ein Schluß- Körper, der so virtuos der Kunst der Rede diente, zur Wahrheit wird, wenn wir daran denken, wie Rede mehr als eine Waffe, ein Kampf- tion und es with ben Genoffen, die in Aussig Sillebrand. Bom Fieber ausgeglüht, das noch wport, von ihm gesprochen, schien so eine Senfa- ist nur noch ein letztes Erinnern an den Menschen dieſe lodenden Ziele aufgeſtellt worden sind, um mittel, das er meisterhaft handhabte; ihm war sie waren, wohl immer in Erinnerung bleiben, wie heißer war als seine flammende Begeisterung, die Völker über die troſtloſe Zeit des Weltkrieges Quinteſſenz seines Lebens, potenziertes unmit- nach der hinreißenden Rebe alte und führende von dem tüdischen Leiden gebrochen, das stärker hinwegzubringen, um ihnen das unermeßliche Leib telbares Leben, Ausdruck seines Wesens, unerträgliche Opfer erträglicher zu gestalten, und das ohne sie feine Erfüllung fand. In Hillebrand Parteigenossen spontan Sillebrand beglückwünsch war als sein heißer Wille zum Leben, liegt, was wenn wir sehen, was aus allen diesen Klingenden glühte ein Feuer, das ihn verzehrt hätte, wären ten, und gerade diese Rebe zeigt mit aller sterblich war an Oswald Sillebrand, auf der Deutlichkeit auch die Schwäche Hillebrands. Sie Bahre. Der Tod hatte Macht über ihn, der so Bersprechungen geworden ist, so wissen wir heute: nicht die Flammen in dem praffelnden Raketen- verliert gebrudt unendlich viel von ihrer Wir- bezaubernde Macht auf die Menschen ausübte. Wir sind belogen und betrogen wor. rausch feiner großen Reden befreit aus dem tung. Darin gleicht Sillebrand Schuhmeier, Die Nichtigkeit äußeren Glanzes erfüllt uns an den, alle diese Versprechen sind zerstoben und Strater gestiegen. Der Charakter Hillebrands er mit dem man ihn in Arbeitertreisen sehr oft der Wahre Hillebrands mit tiefem Schmerz. Aber beracſſen, gar nichts von dem ist wahr geworden, füllte sich in einer steten, fast dialektischen Wech- verglich, daß seine Reden, an fein Bapier gebun- wir fühlen umso gewiffer, daß etwas vom Menwas man erfunden hatte, um die Völker einiger- felwirkung von Lernen und Lehren, von Erfaf- ben und an tein Stenogramm gefesselt, eben vor schen Bestand hat: seine Taten, die nicht ungemaßen mit dem unermeßlichen, grenzenlosen Leide fen und Mitteilen, von Angriff und Abwehr. allem als Reben wirkten. I'm Drud verblaßten fchehen werden. Hillebrands Stimme, die wie eine nicht fie und ließen sich Auch des Krieges zu versöhnen. Wieder, als ob nie- Sillebrand war bar als in ſchweig- gerechte Stiluntersuchung bewies zwar den hohen tot. Die Worte, die sie hinausläutete in die Staate. * mals ein wäre, als ob es keine und schon recht als Empörung der Völler über die furchtbaren Ver- famer. Dabei aber empfand man gerade bei ihm fünstlerischen Gehalt der Rebe. Denten fernsten Dörfer des Erzgebirges, find nicht verheerungen gegeben hätte, lebt die Geheimdie vielen Worte und das abendefüllende Fabulic- wir wieder an das Schlußwort vom Aussiger flungen, fie läuten in den Herzen Zehntausender diplomatic in Europa weiter und feiert iron ren nicht als schwabhaft, sondern stets als das Parteitag. Wie in dieser Rede ein Gedanke Proletarier einen dumpfen Grabgefang und e aller Ablengnung Triumphe, auch hier in diesem Ueberquellen eines reichen, mitteilfamen Gemüts, aufgenommen und gewandelt wird, sich in allen werden mahnend tlingen, so lange sozialistische das erst dann wirklich lebte, wenn es wirkte. Tonarten und Nuancen spiegelt, wie die Motive Arbeiter Oswald Hillebrands gedenken. In der folgenden Zeit galt seine parlamen- Unter den bedeutenden Rednern nicht nur unsetarische Arbeit dem Kampfe um die Erhaltung rer Partei, sondern der politischen Fraktionen her deutschen Schule. Der Bekämpfung dieses Staates überhaupt, sucht Sillebrand seinesher barbarisd; en Schuldrosselungen lieh er all gleichen. Auch jene Redner, die ihm in der Art feinen sittlichen Ernst und seine lodernde Leiden- der Rhetorit ähneln, halten den Vergleich mit schaft. Noch zu Beginn dieses Schuljahres, als ihm nicht aus. Sein Reden war gesteigertes Le. wieder hunderte deutscher Schulklassen dem ben und ihm zuzuhören war stärfstes Erlebnis. Büten tschechoslowakischer Behörden zum Opfer Seligers Reden faszinierten durch die Fülle fielen, versuchte er in einer Rede am 18. Sep ember 1925 das Gewissen der tschechischen Wachthaber aufzurufen: der Gebanten, die sic in flassisch einfacher Form zum Ausdrud brachten. Die metallscharfe Stimme formte Worte und Sätze, die, in fnapper Folge Die Schule gilt in der ganzen Welt als funstgerecht gefügt, jich jeweils zu einer GesamtGradmesser der Kultur eines Staates und eines leistung zusammenschlossen. Eine Rede Seli Bolles. Beschleicht die Regierung nicht ein Ge- gers war eine politische Offenbarung, fühl der Scham darüber, daß sie es ist, die dafür fie interessierte bei aller sprachlichen Reinheit und jorgt, daß in der ganzen Kulturwelt der Staat formellen Schönheit zuerst und hauptsächlich der Kulturbegriff fünftig eine ganz andere durch den Inhalt. Man hatte das Gefühl, daß Schäzung bekommen muß, als es bisher vielleicht eine zweistündige Rede Seligers aus dem Chaos noch der Fall gewesen sein mag? Bangt Ihnen ungeordneter Tagesereignisse und politischer Wirnicht vor dem Urteil des unbefangenen Auslan rungen ein übersichtliches, geordnetes System gedes? Ja, die Regierung hat die Macht dazu, stalte; die Macht eines überragend scharfen Gewalt zu üben an den Minoritäten, die ihr aus Geistes beherrschte die Reden Seligers und ließ geliefert sind. Jawohl, aber dann verschee man auch den ungeschulten, indifferenten Proletarier uns mit dem heuchlerischen Gerede von Demo ben schwierigen Gedanfengängen folgen. Es war fratic, dann fage man nicht, daß in diesem Staate jener Typus des Redners, den in wohl unerreichder Geist von Amos Comenius zu Hause ter Vollendung Otto Bauer darstellt, der uns sei, dann schände man nicht den Namen dieses in einer Rede eine ganze Welt erschließen fann. Großen, dann verschone man uns mit solchen Lästerungen der besten Geister jener Tage! Wir Hillebrand war der gerade Gegenpol diebeloften die Regierung und die Koalition mit der ser Rhetorik. War dort der Gedanke alles und fommt. *** diefester Hillebrands letzte Parteitagsrede. Sein Schlußwort auf unserem Ausfiger Wahlparteitag am 18. Oftober 1925: Unser unbergeßlicher Sillebrand führte auf dem letzten außerordentlichen Barteitag in Auffig, der den Auftakt zu unserem Wahlkampf gab, den Vorsitz. Damals war er es noch, der zu Beginn des Kongresses unseren Toten aus Partei und Internationale einen Nachruf hielt, der in seiner Gefühlswärme und in seinem edlen Pathos jeden einzelnen erschütterte; Hillebrand war es, der in die Parteitagsdebatte eingriff, um mit aller Kraft seiner Ueberzeugung und mit der einzigartigen Wucht seiner Berebtsamkeit zum Schulfampf als zu einem gewaltigen, notwendigen Stüd Klassenkampf aufzurufen. Und Hillebrand war es, der mit seinem glänzenden Schlußwort alle bergen nochmals höher riß, alle Hirne nochmals stählte. Diese Rede, deren Wirkung sich niemand entziehen konnte, hat heute so wie damals Wort für Wort Geltung; was Hillebrand zum Abschluß des Parteita ges sagte, von dem aus die Genossen zum Wahlfampf hinausgingen, das gilt heute und morgen, gilt für den großen Gesamttampf des Proletariats. Als Hillebrand, entzündet, entflammt, in der eigenen Glut der Begeisterung und der Sampf lust fast sich verzehrend, diesen Schlußappell an Partei, Vertrauensmänner und an alle Arbeiter ergehen ließ, da ahnten wir nicht, daß er da zum lesten Male auf einem Parteitag gesprochen habe, daß wir ihn ein hal bes Jahr später für immer verlieren werden... Sillebrand sagte in diesem seinem Schlußwort, das heute( beispielsweise dort, von den Deutschbürgerlichen die Rede ist, geradezu prophetisch flingt), unter anderem folgendes: ivurde die Rede zur Dienerin des bannenden Nun ist es an uns, hinauszugehen und alle nen gewesen war und mit Millionen Menschenganzen Berantwortung für das Unerhörte, das Verstandes, so daß auch die formelle Feinheit als Sträfte lebendig zu machen, um die Beschlüsse, die leben die politische Ohnmacht bezahlen mußte, die geschah, und wir sagen Ihnen: Mögen wir auch Mittel dem einen Zwed untergeordnet war, einen wir hier gefeßt, in die Tat umzuwandeln. Ferdi- auf ihr gelastet hatte, die heiße Hoffnung, daß es die Schwächeren sein, lampfles laffen wir uns Gedanken so präzis zu Ende zu denken, daß binand Lassalle hat uns einmal die Parole möglich sein werde, die Arbeiterklasse zu weit nicht abtun! Wir werden uns weiter rühren und Tausende ihn mitdenten konnten, so war Sille- gegeben, man solle, wenn die Arbeiterklaffe zum größerer Macht zu führen, als sie je vorher be den Kampf weiter führen und wir werden nicht cher Ruhe geben, bis wir endlich dazu kommen, brands Rede beinahe rhetorifer Siege geführt werden soll, nicht nach rechts und feffen hatte. Das alles hat sich in dem damaligen daß die Vernunft auch bei denen, die heute nur Selbstzwed. Nicht er beherrschte das Wort, nicht nach links bliden, sondern alle Tatkraft fon- Wahlfampf ausgeprägt. Wir zogen festgeschlossen die Gewalt fennen, schließlich zum Durchbruch fondern das Wort beherrichthu. Der ganze les soll uns in den kommenden Wochen auch nicht und Vertrauen darauf in den Kampf, daß es uns sondern das Wort beherri ihn. Der ganze zentrieren auf einen Punkt. Diese Losung Lassal als einige kompakte Masse, voll Siegeszuversicht Mensch schien im Feuer einer solchen Rede auf einen Augenblick verloren gehen. Es wird ein möglich sein müsse, im Wahlergebnis zu zeigen, zugehen. Sie lief ihren notwendigen Gang zu Ende, aber nicht wie eine Uhr, die gesetzmäßig schwerer Kampf sein, den wir unter wesentlich wie sehr die Maffe, alle die Unsumme, von VerBald nach dem Auffiger Parteitage von 1923 abläuft, sondern wie ein Brand, der sich ber anderen Voraussetzungen zu führen haben wer- brechen, die an ihr verübt worden sind, verdammt den als damals im Jahre 1920, wo das Grauen und verurteilt. Wir waren erfüllt von Machtbelaum waren die herrlichen Worte seiner präch zehrt, ein Sturm, der sich austobt, wie die Flut, des Krieges noch nachzitterte in jedem einzelnen wußtsein, wir wußten, daß es uns gelingen wird, tigen Schlußrede verklungen mußten wir die brandet und verebbt. Hier war nicht Kunst, voren, daß unser Sillebrand von einer schwendern Natur. In Wahrheit entsprangen natür, Sergen, wo die Folgen dieses Strieges in jeber uns Geltung zu verschaffen. Einig war die verschüchtert das ren Krankheit ergriffen wurde, die ihn das ich diese Werte und Säße, biefe Retten von einzelnen Familie tief zu spüren waren, als die Arbeitert laffe, ganze Jahr 1924 der Bewegung, den Versamm der besiglosen arbeitenden Bevölkerung. Damals schen Genie, das sie aus Gedanken zu Lauten haben sich die bürgerlichen Parteien, gepeinigt von wandelt. Das Bürgertum hat sich längst empor Es haben sich seither die Dinge vielfach ge-. gen Jahr, 1925, jedoch schien es, als ob feine werden ließ. Der Zuhörer aber merkte an diesem dem bösen Bewußtsein ihrer Schuld, im scheuen gerafft und von seinem Schred erholt und ich ungen und dem Parlament fernhält. I'm vori- Säben und Kapriolen von Worten, dem rhetori. Empörung hell aufloberte in der ganzen masse Bürgertum. Krankheit sich dauerud zum Besseren gewendet Rebner nicht, wie sich die Geburt des Wortes aus Schreden vor ber Bergeltung, die ihnen drohte, glaube, jätte. Er erschien wieder in Versammlungen bem Gedanken vollzog, er wurde berauscht durch verkrochen und zurüdgezogen, fie waren flein und mg alle Vertrauensmänner waren freudig er die Rede, die einfach da war und der nicht nur der bescheiden geworden, sie fürchteten, daß sie vor gar viele unter der Masse der arbeitenden Menin Aufsig im November 1925 wieder am Plate sind, die die Zuversicht des Bürgerwar und den Parteitag als Vorsitzender eröffnete.[ Rörper dienstbar war. tums zu rechtfertigen bereit erscheinen. fürchteten die Verantwortung. Zugleich glühte in Auch das war so einzigartig an Sillebrand den Maffen der unterdrüdten Bevölkerung, die Es scheint gar viele zu geben, die schon ver. den Parteitag schloß, eröffnete er zugleich den und ist nur aus der Besonderheit seiner Be- ein Spielzeug in der Hand blutrünſtiger Thran- gessen haben das Nebermaß des Grauens, das und Cette 4. Nebermaß des Blutes, das Uebermaß des politischen Kraft und Macht zu nehmen, die uns Schreckens, dessen Opfer le gevejen find." heute innewohnt. In uns lebt der heilige Glaube, Das Bürgertum hofft auf diese Vergeß- daß der Sozialismus kommt, mögen sie tun, was lichkeit. Ihr Genossen geht hinaus und sorgt sie wollen, mögen die Hindernisse, die sie uns in dafür, daß nie und nimmer vergessen werde, was den Weg stellen, noch so groß und schwer sein. an uns gefündigt, was an uns getan wurde. Im Wir halten es mit dem Revolutionsdichter: Ihr alten Desterreich, da waren dieselben deutsch- hemmt uns, doch ihr zwingt uns nicht, unser die bürgerlichen Barteien die allergetreuesten Zukunft troß alledem." Darum Genossen weg Sachwalter jeder Regierung und mit jeder mit aller Zaghaftigkeit, halten wir es mit Ulrich Regierung gingen sie durch dick und von Hutten: dünn, wateten durch jeden Schmutz. Es lebe der Troß und die Kraft. Das Bürgertum. geeinigt gegen uns, getrie ben von dem Wunsch, die sozialistische Arbeiter Klasse zu schlagen, so gut man es durch die Gemeinsamkeit des Kampfes erreichen kann und dem gegenüber die Arbeiterschaft in unserem Lande, gespalten und geteilt. Geteilt in nationale Gruppen, gespalten durch die verwerf. liche, abscheuliche Arbeit der Kommunisten, deren Spaltungsarbeit die Kampffraft des Proletariats zweifellos geschwächt, die Einigkeit zerstört, die wichtigsten Fundamente erfolgreichen Vorwärts. stürmens untergraben hat. Sie haben vermocht, bei einem Teile der deutschen Arbeiterklasse das Vertrauen zur Sozialdemokratie zu mindern, das Heer der Judifferenten zu erhöhen, den Gelben, den Verächtlichsten unter den deutschen Parteien in diesem Lande, den Weg zu bereiten. Die Kommunisten haben unseren Feinden Sie allerbeste Arbeit geleistet, sie sind zu Selfern der anderen Klasse, zu den schlimmsten Schädlingen der Klasse geworden, der die meisten bon ihnen angehören und der sie zu dienen immer wieder vorgeben. 4. Juni 1926. kommt, entflammt die Serzen in heiliger Begei-| beiterschaft möge aber nicht vergessen, daß zahsterung für die große Idee, der wir dienen. lenmäßige Stärte allein nicht ausreicht, sondern Mobilisieren wir unsere Klasse gegen die immer durch geistige Reife geſtüßt werden müsse. Das letzte Argument sei nicht die Zahl, sondern andere Klasse. die sittliche Kraft, die einer Bewegung innewohnt. Gegen die Entrechtung der Völker, gegen Der polnische Vertreter Zulawski überdie Fremdherrschaft unter der wir leiden, gegen brachte die Grüße der polnischen Gewerkschaften den Klassenstaat, der uns beherrscht und bedrückt und wünschte der Tagung volles Gedeihen, wähund der nur für seine Pfründner sorgt, für die er- rend der Vertreter der ungarischen Gewerkschaf lösende große befreiende Idee des Sozialismus. ten Gall in einer eindringlichen Rede die Berlebe Leiden der ungarischen Gewerkschaftsbewegung die Lehre zu ziehen, daß die Arbeiterschaft nie die schon errungenen Erfolge leichtfertig aufs Spiel setzen dürfe, um Utopien nachzujagen. Die Räteperiode Ungarn räche Sorgt dafür, daß Erkenntnis in die Sirne www nationale che der Sozialismus, es lebe die inter- sammelten aufforderte, aus den jezigen ervölkerbefreiende Sozialdemokratic. Neue Verhandlungen im englischen Bergbau in che fich jest furchtbar an den ArDie Unternehmer regen die Bildung eines gemeinsamen Prüfungsausschusses an. London, 3. Juni. Wie verlautet, haben die Grubenbesißer der Bergarbeiterföderation vorgeschlagen, einen einen Ausschuß aus den Vertretern beider Parteien mit einem unabhän= gigen Vorsitzenden als Vermittler aufzustellen. Dieser Ausschuß solle die Bedingungen prüfen, unter welchen es möglich wäre, die Arbeit wieder aufzunehmen. Es ist nicht bekannt, ob der Verband beabsichtigt, den Vergleuten neue Vorschläge zu unterbreiten, oder ob es sich um die Vorschläge handeln wird, welche in den letzten Tagen besonders seitens der Bergleute als annehmbare Lösungsgrundlage bezeichnet wurden. Die Vertreter der Bergarbeiter- Föderation reisen heute nach Brüssel ab, wo am Samstag eine Konferenz der Bergarbeiterinternationale stattfindet. Die Konferenz wird sich hauptsächlich mit der Frage der Verhinderung der Einfuhr fremder Kohle nach England befassen. * beitern, die in einen schweren Verteidigungskampf gedrängt sind, der ihre ganze Energie aufbraucht. Delabella( Holland) vermochte über den Stand seiner Gewerkschaften Günstigeres zu berichten. Die holländische Arbeiterschaft kann neben der Verteidigung der bisherigen Errungenschaften auch darangehen, neue Forderungen bezüglich der Abrüstung und der vollständigen Durchführung des Achtstundentages durchzusehen. Auch die Holländer haben unter der Zersplitterung zu leiden, doch kann konstatiert werden, daß die freigewerkschaftlichen Organisationen nunmehr alle anderen zusammen an Zahl bereits übertreffent. Für die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale begrüßte den Kongreß Brown. Er rühmte die starke Beteiligung der tschechischen Gewerkschaften an verschiedenen internationalen Silfsaktionen und ging dann ausführlich auf den London, 3. Juni. Der englische Schat- Zaglul verzichtet auf die Kabinetts Generalstreit in England ein, über dessen Ursabildung. Aber Grund zur Kleinmütigkeit ist wahr haftig nicht gegeben. Mut und Kraft tönnen tangler Churchill erklärte heute nachmittag und sollen wieder die Waffen führen nach allen im Unterhause, daß die Regierung gewillt sei, chen und Liquidierung er offen sprach. Er dankte Fronten, die uns entgegenstehen. Wir wissen, daß dem Bergbau eine Subvention bis zur namens der Internationale namentlich für die das, was wir vollführen werden, wirklich und im Höhe von drei Millionen Pfund zu Kairo, 3. Juni( Reuter) Die Abgeordne finanzielle Hilfe sowie dafür, daß die einzelnen wahrsten Sinne ein Stüd Klassent ampf ist, den wir zu vollbringen haben, für die Entahlen. Indessen müſſe die Regierung die Ge- ten der Zaglulpartei gaben heute zu Ehren ihres Länder durch Sperrung der Kohlenausfuhr nach ist, den wir zu vollbringen haben, für die Entwißheit haben, daß eine baldige Beilegung Parteichefs ein Frühstück, bei dem 3 aglul and das Ringen der englischen Bergarbeiter rechteten und Bedrückten, für die, die in der bür- bes Streites erwartet werden könne. Die Bascha erklärte, er entspreche den Wünschen seitatkräftig unterstüßen. gerlichen Gesellschaft die Stieffinder sind, die ihre Lösung müsse auch die Gewißheit einer genügend ner Partei und verzichte auf die Kandi- werkschaftsbundes Sodann begrüßt namens des deutschen GeZukunft sich selber erst gestalten müssen. langen Periode der Stabilität ohne finanzielle Unterstützung bieten. baturaufdas Ministerpräsidium zuGenosse Pohl gunsten des Vorsitzenden der liberalen Partei den Kongreß mit einigen tschechischen Worten und Ich habe bei der Eröffnung des Parteitages barauf verwiesen, daß fünf Jahre verronnen sind, seit unser unvergeßlicher großer Freund und Führer Josef Seliger von uns gegangen ist. Wenn Seliger hier stände, er würde genau so wie wir sagen: Es darf kein Schwanken und kein Weichen und fein Zurüd geben, alle Kräfte angespannt, alles, was lebendig ist in uns, an Tatkraft und Energie, gesammelt eingesetzt, um das Größte zu vollbringen. Wir sind es dem Andenken Seligers schuldig, wie der großen Idee, in deren Dienste wir stehen, wir sind es der Tradition und der Zufunft unserer Klasse, der Zukunft unserer Partei schuldig, mit alledem, was stark und gut und träftig ist an uns, in diesem Kampf zu wirken und zu helfen, uns die Zukunft zu gestalten. Beginnen wir den Kampf, tein Tag ist zu verlieren, keine Stunde, alle Kräfte angesammelt und gespannt gegen die Gewaltherrschaft in diesem Staate, die wir verurteilen und Schlappe der franzöſiſchen Regierung in der Frage des Wahlrechtes nach Arrondissements. Paris, 3. Juni. Der Minister des Innern hat den Ausschuß für Wahlreform ersucht, er möge mit Beschleunigung den Rapport über den im Jahre 1924 vorgelegten und vom Senate an genommenen Regierungsentwurf einer Reform im Sinne des Strutiniums nach Arrondissements ausarbeiten. Der Ausschuß hat mit 22 gegen 15 Stimmen den Regierungsentwurf als Grundlage einer Wahlreform abgelehnt und mit 19 gegen 17 Stimmen befchloffen, der Deputiertentam. mer einen Entwurf für das System der Proportionalvertretung vorzulegen. die wir einmal überwinden wollen. Den Kampf Reichsbahndirettor Deser Reichsbahndirektor Deser gestorben. | Adly Bey. Bor der Besetzung Lissabons. Lissabon, 3. Juni( Havas). Der Militärgouverneur wurde mit der provisorischen Vertretung des Präsidenten der Republik betraut. Die um Lissabon fonzentrierten Truppen bereiten den Einmarsch in die Hauptstadt vor, welche am Freitag, den 4. d. M. besetzt werden soll. Der revolutionäre Führer Costa hat Melbungen zufolge 20.000 Mann Truppen zur Verfügung. Die Krife der englischen Liberalen. London, 3. Juni. Heute nachmittag fand eine bon Lloyd George zur Erörterung der Haltung der Partei gegenüber der Lage im geführt gegen diejenigen, die die Freiheit nach Rohlenbergbau" einberufene Sigung der liberalen und nach durch alle politischen Mittelchen abzu Berlin, 3. Juni.( Eigenbericht.) Heute nacs Parlamentspartei statt. Die Situng war stark töten bemüht sind und die die Fremdherrschaft mittag ist in Berlin der Generaldirektor der besucht und dauerte über drei Stunden. Lloyd verewigen möchten, den Kampf geführt mit aller Reichsbahnen Rudolf Deser gestorben. Er war George führte den Vorsitz. Die Sizung befaßte Kraft gegen die Koalition, die uns die vor dem Krieg Leiter der Frankfurter Zeitung sich mit den Schwierigkeiten in der liberalen kulturelle und die soziale Autonomie verweigert, und Reichstagsabgeordneter und gehörte zu den Partei. Nach Schluß der Sitzung wurde eine den Kampf geführt gegen die, welche die Gegen aufrechten Demokraten, die es im damaligen vereinbarte Mitteilung ausgegeben, worin es sätze der arbeitenden Menschheit dieses Landes Deutschland gab. Nach dem Kriege war er Mini- heißt, daß einige führende Männer der Partei durch die törichte Politif noch verschärfen anstatt ster des Innern, dann Reichsverkehrsminister und nach eingehender Erörterung der politischen Lage die Versöhnung der Völker einzuleiten. Den Weg schließlich übernahm er nach Abschluß des Dawes ersucht worden seien, die Meinung der Versamm beschritten gegen die Wegbereiter der Reaktion abkommens die Generaldirektion der Reichslung Lord Orford Asquith zu übermitteln. auf allen Gebieten, gegen die Parteien des bahnen, Die Sigung vertagte sich bis nächsten Dienstag. deutschen Bürgertums, alle Kräfte aufgewendet, deren wir fähig sind, gegen jene, die sich zu sammentun, in der, wie wir glauben, trügerischen Hoffnung, daß sie Teile der Arbeiter uns ent reißen und für sich als Stimmvich verwenden könnten, die durch den Schwindel der Einheitsfront vergessen machen wollen, das Uebermaß der Sünden, mit dem sie die Arbeiterklasse dieses Landes Jahrzehnt um Jahrzehnt gezüchtigt haben. VIII. Kongreß der Tschechoslowakischen Gewerkschaftsvereinigung. 1. Tag: Begrüßungen und Ausschußwahlen. fährt dann deutsch fort: Unsere Teilnahme an dem Kongreß ist mehr als ein Höflichkeitsaft. Die Probleme der Gewerkschaftsbelegung werden immer schwieriger; die aus poli tischen Gründen verursachte Zerreißung und Schwä chung der Gewerkschaften macht die Reaktion im mer fühner. Dem geeinigten Unternehmertum ist Teil auf die Schultern der Arbeiter abzuwälzen, es gelungen, die Folgen der Wirtschaftskrise zum zum Teil provozieren sie unausgesetzt neue Angriffe auf die Lebenshaltung der Arbeiter und Angestellten; die Wirtschafts- und Finanzpolitik dieses Staates ist diesen Unternehmerbestrebungen gegenüber tolerant. Der Angriff der Unterneh mer bedroht alle sozialpolitischen Errungenschaften der letzten Jahre. Die Gewerkschaften verfügen leider nicht über jene Kraft und innere Geschlossenheit, um alle Angriffe der Unternehmer erfolgreich abzuwehren. Die tschechischen und die deutschen Ger werkschaften, in Ihrer und unserer Organisation bereinigt, haben die gleichen 3iele, die glei chen Gegner, so daß dem Zusammenarbeiten dieser beiden großen Gewerkschaftsrichtungen nichts mehr im Wege steht, um zur Erreichung dieser Ziele den gemeinsamen Kampf vorzuberei. ten und zu führen. Unsere und Ihre Gewerk schaften haben diese Notwendigkeit voll gewürdigt und begriffen; das bisherige Ergebnis der Verhand lungen ist der beste Beweis für das Erkennen dieser Notwendigkeit. Wir sind aufeinander angewiesen, denn nur unser Zusammenwirken, unser einheitliches Vorgehen, das in kurzer Zeit tatsächlich erfolgen wird und das wir eben so heiß herbeisehnen wie Jhr, gibt der Gewerkschaftsbewegung und der Arbeiterschaft dieses Staates nach Jahren der Spaltungen und der Mutlosigkeit neues Leben, neue Kraft und vor allem neue Hoffnung, der wirtschaftlichen Reaktion einheitlich und erfolgreich gegenüberzustehen. Die wirkliche Einheitsfront der Arbeiter und Angestellten, die den andern nur ein Schlagwort ist, um dic Gewerkschaftsbewegung zu zerreißen und zu schwächen, wird hier erreicht. Ihr Rongreß hat namens ihrer Organisationen zu dem erwähnten Verhandlungsergebnis Stellung zu nehmen. Wir zweifeln feinen Moment, daß die Geiste beseelt ist wie die Verhandlungen, die von beiden Seiten geführt wurden und die gewiß einen wichtigen Markstein in der Gewerkschaftsbewegung dieses Landes darstellen. Darum ist unser Interesse an diesem Kongreß so besonders lebhaft und unsere Wünsche für ein gedeihliches Ergebnis so herzlich. Diesem guten Ergebnis ein brüderliches Nazdar! Der reiche Beifall, der diesen Worten folgte. Die Parteien und Menschen, die heute von Prag, 3. Juni. Heute nachmittags um drei žit verwies sodann darauf, daß die Verhandlun der Einheitsfront reden und die doch nur eine Uhr wurde im großen Saal der Sofieninsel der gen mit den deutschen Gewerkschaften zeigen, daß Einheitsfront gekannt haben, die Einheitsfront 8. Kongreß der Tschechoslowakischen Gewerk wir uns der Zeit nähern, da die gesamte Arbei auch mit den Tschechen, dann, wenn es um schaftsvereinigung eröffnet. Der Stongreß hat terschaft dieses Staates wieder in einer einheit ihren Profit und wenn es gegen die Arbeiter nicht nur für die angeschlossenen Gewerkschafts- lichen Organisation zusammenarbeiten wird. Er Klasse ging, die die Einheitsfront immer mit An- verbände, sondern auch für die deutsche Arbeiter verwies auf den neuesten Angriff auf die Legehörigen der Nation besessen haben, die sie an- schaft der Tschechoslowakei eine große Bedeutung, benshaltung der Arbeiterschaft, die Zollvorlage, Stellungnahme des Kongresses von dem gleichen geblich erbarmungslos befehden wollen, die Ein- da sich die Delegierten auch mit dem Ergebnis und betonte, daß die Gewerkschaften ihr ganzes heitsfront mit den tschechischen Unternehmern in der bisher gepflogenen Verhandlungen mit dem Gewicht in die Wagschale werfen müssen, um dieder Frage des Lohnabbaues, in der Aufteilung Deutschen Gewerkschaftsbunde in Reichenberg, die sen Angriff abzuschlagen oder ihm in harten der Dividenden der Aktiengesellschaften, die Ein- eine Verschmelzung der beiden Gewerkschaftsor- Stämpfen um entsprechende Lohnerhöhungen die heitsfront im Kampfe gegen den Mieterschuß, ganisationen zum Ziele haben, zu befassen haben größten Härten zu nehmen. gegen den Achtstundentag, für den Preiswucher, werden. Genosse Pohl, der namens der Deut- Nach einem turzen, eindrucksvollen Nachruf für die Ausbeutung und Entrechtung der Masse schen Gewerkschaftskommiffion den Kongreß be- für die verstorbenen Gewerkschaftsmitglieder und der arbeitenden Menschen. grüßte, verwies denn auch auf die große Bedeu- führer, werden ins Präsidium Brožit, Tur Vergeßt nicht, Genossen und Genosfinnen, tung der bisher erzielten Ergebnisse und gab der ner und Frau Mudrátova entsendet. An bewies, daß die bisherigen Verhandlungen über die wenn ihr diesen Saal verlasset, dafür zu jorgen, sicheren Hoffnung Ausdruck, daß das fünftige Gästen find u. a. anwesend der Fürsorgeminister fünftige Zusammenarbeit sicher die volle Billigung daß bekannt werde, wo man es noch nicht begreift enge Zusammenwirken der deutschen und tsche- Dr. Schiessl, Vertreter der Ministerien für der Delegierten finden werden. und versteht, wo man noch nicht darauf ge- chischen Gewerkschaften der Arbeiterschaft nach Handel, Unifizierung und Voltsernährung sowie Es sprachen noch Tomaset für die tschechi tommen ist, daß jeder Schritt nach vor Jahren harter Bedrängnis wieder neuen Mut des Postministeriums. Der Internationale Ge- fchen Sozialdemokraten, der namentlich mit Rüd wärts, der von der Arbeiterklasse getan worden und neue Kampfeslust einflößen wird. wertschaftsbund in Amsterdam hat seinen Sefre- ficht auf die kommenden schweren Kämpfe um di ist nur geschehen konnte unter dem heftig- Der große Saal der Sofieninsel war dicht tär Brown delegiert, während für die polni- Bölle und die Beamtenvorlagen darauf verwies sten Widerstand der bürgerlichen gefüllt, als die Sänger der Typografia" die Taschen Gewerkschaften Zulawsti, für die unga- daß Partei und Gewerkschaft heute mehr als j Parteien in allen Lagern aller gung mit dem Gesange der Internationale, die rifchen Gall und für die holländischen Dela- aufeinander angewiesen sind und daß die Bevölke Nationen. von den Teilnehmern stehend angehört wurde, bella anwesend sind. Den Deutschen Gewerk- rung aus diesen Kämpfen die Lehre für die nächste schaftsbund in der Tschechoslowakei vertritt Abge- Wahlen ziehen müsse. Nach einigen anderen Be ordneter Genosse Bohl. Ferner find noch als grüßungsansprachen wurden Begrüßungsschreibe Gäste anwesend Tomaset für die tschechische der ausländischen Gewerkschaften verlesen, die ver Sozialdemokratie sowie Vertreter der tschechischen hindert waren, zu der Tagung ihre Vertreter 3 Genossenschaften und Krankenkassen. fenden. Darum sage ich Euch zum Schlusse. Mag eröffneten. es stehen wie es will, mögen ste noch so viel Ein- Namens des tschechischen Gewerkschaftsrates heitsfront schließen, hoch den Kopf und sprach Brožit die einleitenden Begrüßungshoch die Fahne! Wir gehen in den Kampf worte. Die Zeit seit der letzten Tagung im Jahre mit dem Bewußtsein, das Beste zu wollen, was 1922 gehört zu den wichtigsten Perioden der Gewir der Arbeiterklasse geben können, den So- wertschaftsbewegung überhaupt; die schwierigen Minister Schiessl begrüßte als Erster den Mit der Wahl von fünf Ausschüssen, die di zialismus. Wohin wir sehen wollen, rechts oder Nachkriegsverhältnisse mußten überwunden und Kongreß und erinnerte daran, daß die Zusam- Beratungen des Kongresses vorbereiten, beziu lints, einig sind sie alle in dem Willen, uns die Angriffe, welche unter der Flagge falscher menarbeit nationaler und sozialer Tendenzen Wahlvorschläge erstatten wollen, war das heutige niederzuprügeln, um uns zu schwächen, uns klein Thesen in die Arbeiterbewegung hineingetragen Großes geschaffen habe. In letzter Zeit stehen Programm erschöpft. Morgen früh wird die eigentzu machen, uns so viel als möglich von der wurden, mußten liquidiert werden. Genosse Bro- diese Tendenzen einander gegenüber. Die Ar- liche Arbeitstagung einsetzen. 4. Juni 1926. Inland. Bon der Waht am Rhein" zur Wacht an der Wolbau". 19 r Celic 6. der primitivsten Menschenrechte abzusprechen was setzten, zu verteidigen. So weist der Benkoy" Diamanten überfäten Thron, dem sogenannien gent. Dem gegenüber möge jeder den wachsenden darauf hin, daß auf Seiten derer, die gegen die Pfauenthron", Blatz genommen hatte. Um den Luxus der befizenden Klassen unserer Nation be- Zölle stimmten die extremsten nationalen deut Bruntsiz Risa Khans standen die Notablen und Obertrachten, die Verschwendung und die Schwelgerei schen Parteien, wie die Deutschnationalen und häupter der Nomadenstämme in einer geradezu in ihrem Leben, das Raffinement ihrer Unter- Nationalsozialisten stehen und rechnet heraus, daß schreienden Pracht. Selbst das siebenjährige Söhn haltungen, die es bei uns niemals gab, die über der Anteil der Deutschen bei den Zollgegnern gröschen des Schahs war mit seinem Kindergesicht nach füllten Bars, die luxuriösen Bäder, die kostbaren her ist als bei denjenigen, die für die Zölle ge- wilhelurinischen Wuster in eine Leutnantsuniform Reifen, kurz und gut die sich entfaltende Pracht stimmt haben. So befanden sich unter den Par gestedt. Vierspännig fuhr der kleine Kronpring, iat des Lebens des Bürgertums der Tschechoslowaki teien, die am Mittwoch im Abgeordnetenhaus einer goldenen, von sechs Hengsten gezogenen Staatsschen Republik. Und wer ein Stück Herz im Leibe für die Zölle gestimmt haben, 125 Tschechen und faroffe, der neue Schah. Die Hofkapelle spielte eurohat und einen unten Gefühl für Gerechtigkeit, Slowaken und 41 Deutsche und Magyaren, unter päische Melodien, wie„ Buppchen, du bist mein wem das Schicksal dieses Staates auf dem Herzen den Zollgegnern aber 82 Tschechen und Slowaken Augenstern", die Truppen erschienen zur Parade, liegt, kann nicht einen Augenblick im Zweifel und 50 Deutsche und Magyaren. In der Reihe eine Radiostation wurde eingeweiht, ein großes sein, auf wessen Seite das Recht ift." der Zollfreunde gibt es also nur 24 Prozent, in Pferderennen und ein Schaufliegen bildeten den Die tschechisch bürgerlichen Blätter wieder der Meihe der Zollfeinde 40 Prozent Deutsche Schluß der Veranstaltungen. suchen sich gegen die Beschuldigung, daß sie die und Magnaren. Ueberzeugen werden diese Agrarzölle mit Hilfe deutscher Parteien durch- 1 Nechenkunststücke des„ Venkov" niemanden. Tages- Neuigkeiten. Märtyres. Aus dem unendlichen Himmel der Schnsucht Tropfen die Tränen der Freiheit Schwer auf die Stirnen der Völker. Ahndevoll Heben die Häupter sie sehnend empor. Nicht gute Werke, Gebete und Weihrauch Erlösen die Menschheit. Dies ist nur für das eigene Heil, Und schuldbeladen Fährt jeder zur dunklen Grube. Völker versinken und steigen empor, Eine endlose Rette. Und auf der unbestechlichen Wage Der Gerechtigkeit Die deutschen Schutzöllner haben den letzten Rest von Scham über Bord geworfen. Wegen ihres Zusammengeheus mit den tschechisch- bür gerlichen Parteien in der Zollfrage fühlen sie sich verpflichtet, ihren tschechischen Bundesgenossen bei jeder Gelegenheit ergebene Sandlangerdienste zu leiſten. Vorgestern haben sie nicht nur dem von den tschech schen Soizaldemokraten und Nationalsozialisten eingebrachten Antrag, es mögen die Fachminiſter für Aeußeres, Finanzen, Landwirtschaft, soziale Fürsorge, Ernährung und Handel sich über die voraussichtliche Wirkung der einzuführenden Zölle äußern, sondern auch den Antrag Bolen, die Regierung möge über die Stellung des Generals Gajda zum Fascismus Aufklärung geben, niederstimmen geholfen. Der Führer der Landbündler. Abgeordneter Dr. Spina, hat nun einem Redakteur der Bohe mia" gegenüber erklärt, warum Landbündler, Christlichsoziale und Gewerbeparteiler gegen diese beiden Anträge gestimmt haben. Nur deshalb, so sagt Spina, weil diese Anträge demonstra fiven Charakter" hatten. Ihr Zwed sei gewesen, in die Behandlung der Zollvorlage Verwirrung zu bringen, die Weiterentwicklung auf ein Nebengeleise zu schieben". Die Armseligkeit die. fes Rechtfertigungsgestammels bruacht nicht erst ausführlich nachgewiesen zu werden. Die deutichen Verbandsparteien, die mit Volldampf auf das Zustandekommen der Wucherzölle hinarbei ten, können die verlangten Aufklärungen über die voraussichtlichen Wirkungen der Zölle auf die außenpolitischen Beziehungen des Staates und auf die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Junern nicht brauchen, denn jede Klarheit über diese schädlichen Wirkungen könnte die Zollvorlage der gesamten Bevölkerung als verhäng nisvoll erscheinen lassen und sie dadurch auf ein Nebengeleise schieben". Es ist pußig, wenn Herr Dr. Spina den Antrag nach Schaffung von Klarbeit demonstrativen Charakter andichtet. Noch tiger ist es, wenn er das Niederstimmen des Antrages, die Regierung möge erklären, welche Die Zukunft des Bubikoples. Stellung Gajda zum Fascismus einnimmt, ebenfalls mit dent demonstrativen Charakter dieses Moden mitzumachen, ist im wirtschaftlichen Da Antrages zu beschönigen sucht. Was geht die Her- feinskampf oft eine läftige Notwendigkeit. Deshalb ren Landbündler und Christlichsozialen, die jetzt wird manche berufstägige Frau überlegen, ob sie sich nur Sinn und Herz für die Hungerzölle haben, einen Bubikopf schneiden läßt. Vielleicht hat sie bedie Gefahr des Fascismus an! Im Grunde ge- sonders schönes, üppiges Haar. Soll sie diesen nommen wäre er ihnen höchst sympathisch, wenn Schmud" einer vorübergehenden" Mode wegen ihm nicht der kleine Schönheitsfehler anhaftete, opfern? Und tut sie es, wird nicht die noch vielfach rot- weiß- blauer Couleur zu sein und sie haben bestehende Abneigung gegen den Bubikopf ihr schon bor gar nicht langer Zeit ihren Herzensneigungen bei der nächsten Stellensuche hinderlich sein? für Mussolinische Niederknüppelungsmethoden Diese Fragen finden ihre Erledigung bald, wenn oft genug beredten Ausdruck gegeben. So fämp- man fie rein entwidlungsgemäß vom wirtschaftfen die deutschen Mannen um Spina, Dr. San- lichen Gefichtspunkt aus erörtert. Zunächst ist sicherreich und Dr. Mayr- Harting gegen den tschechi- lich von Natur aus das Haar ein Schmud des Men schen Fascismus! Früher sangen sie begeistert die schen, so gut wie die Mähne des Löwen. Als natür" Wacht am Rhein", nunmehr sind sie durch die licher Ansatzschmuc“ wird es von Naturvölkern Bundesgenossenschaft der tschechischen Schutzöll mannigfach behandelt. Als solcher ist es sogar von ner bis zur Wacht an der Moldau" gekommen. den Männern der Kulturnationen von heute noc) us Vielleicht aber werden sie bald wieder„ Deutsch- lange geschäßt worden, selbst in den Zeiten, wo aus modischer Abwechslung einmal die Frauen fürzeres land, Deutschland über alles" singen und sagen, Haar trugen, wie z. B. Mitte des 14. Jahrhunderts. denn der Fußtritt ihrer heutigen Bundesgenossen n späteren Zeiten zierten Allongeperüde und In dürfte nicht ausbleiben. Der Zolfamp und die tschechischen Barteien. " Wird jedes gewogen. Bosianna! schreit das Volf, Um zu freuzigen. Aber die Märtyrer wiegen die Schulden Ganzer Geschlechter Mit einer einzigen Träne auf. May Barthel. Rokokozopf die bevorrechteten Stände, während das einfache Volk schon aus Arbeitsrücksichten das Haar schlichter und fürzer trug. Revolutionäre liebten da her einstmals gleichfalls fürzeres Haar zur Schau zu tragen. Den ,, Liebesloden" tragenden Kavalieren Karl I. standen" in der englischen Revolution die puritanischen Rundköpse" Cromwells gegenüber. und die Sansculotten der französischen Revolution traten den bezopften Gegnern des ancien regime. jedenfalls recht zottelföpfig entgegen. ww Eine Malerin ohne Hände. Auf einer Kunstausstellung, die fürzlich in Paris stattfand, fielent die Gemälde der japanischen Malerin Yoneko a Sie stellten noch vorhandenen Anfeindungen zum Troy gesichert mag uht durch ihre Qualität auf. meift Szenen aus einem japanischen Teehause dar, ist, nur erwünscht und begrüßt werden. H. H. K. die in aller Realität von der Künstlerin, die selbst Geisha gewesen war, dargestellt, nicht eines melanDie Selbstmordepidemie in der tschechoslo- cholischen Unterions entbehrten. Yoneko Yamaguhi, wakischen Armee. Die Selbstmordchronit des die auf dem Wege ist, europäischen Ruhm zu erlan tschechoslowakischen Militarismus ist um einen gen, ist auch in Japan eine angesehene Künstlerin. neuen, erschütternden und empörenden Fall behre Leistung ist umso erstaunlicher, als sie ohne reichert worden: Am 29. Mai hat sich der Sände malt. Die jetzt 24jährige Rünstlerin ist 22 jährige Budweiser Soldat Johann Sch a ch bas Rind armer Eltern, die außer ihr noch sechs ner vom Drag. Reg. Nr. 9 in Hohenmauth, der Kinder hatten. Als sie vierzehn Jahre alt war, in Budweis bei seinen Eltern auf Urlaub weilte, jahen sich ihre Eltern durch die Verhälmisse gezwun nächst der Haltestelle Budweis- Altstadt von gen, das junge Mädchen an ein Techaus zu verkau dem Egerer Schnellzug, überfahren fen, wo sie sich großer Beliebtheit erfreute. Wäh lassen, so daß der Tod sofort eintrat. rend eines Besuches in ihrem Elternhause wurde der Schachner war von Beruf Kellner und bis Vater von einem Wahnsinnsanfall ergriffen, in de zu seiner Einrüdung im letzten Herbst durch ein einhalb Jahre im Prager Staffce Elektra" er drei seiner Kinder mit einem Jagdmesser töter. beschäftigt. Vier Stunden vor seiner Tat gab er auch gegen die kleine Geisha ging er mit dem Mes ser los. Um sich zu schützen, hielt sie beide Arme hiefür in einem Brief an die Budweiser Zeitung" vor sich ausgestreckt. Die Wunden, die der Wahndie Gründe an: Schifanierungen durch einen seiner Vorgeseßten, Furcht vor Strafe, finnige ihr beibrachte, waren so schwer, daß nach Wir brauchen diesen tragischen Tod eines einigen Tagen beide Arme amputiert wer jungen Menschenlebens durch den Militarismus den mußten. Die unglüdliche Verstümmelte lag wohl nicht mit einem großen Stommentar zu ver- monatelang im Krankenhaus. Nach ihrer Gesun sehen, den ja ohnehin außer dem Zensor niemand dung ging sie in das Techaus zurüd, wo sie früher in Gesicht bekäme. Die Arbeiter werden sich den gelebt hatte; aber man lachte sie aus; was sollte Reim auf diese durchaus nicht vereinzelten Er man dort mit ihr anfangen? In ihrer Verlassenheit nahm sich ein alter Freund ihrer an, der wußte, scheinungen schon selber machen. daß sie sich von Kindheit an für die bildende Kunst interessiert hatte. Es fand sich in Tokio ein Leh rer, der der unglücklichen fleinen Geisha die Aufangsgründe der Malerei beibrachte. Sie hielt den Pinsel zwischen den Zähnen. Schon ihre ersten Berfuche zeigten dem Lehrer, daß die Schülerin eine ſuche zeigten dem Lehrer, daß die Schülerin eine außergewöhnliche Begabung besaß. Das erste Bild, das sie ausstellte, erregte allgemeine Aufmerksamkeit, und es fand sich bald ein Kunschändler, der alle Arbeiten der außergewöhnlichen Künstlerin übernahm. Sie wurde als Lehrerin an eine Mädchenschule berufen, die Zeitungen brachten lange Berichte über Malerinnen Japans. Nach einem Pariser Blatt wird die chemalige Geisha demnächst nach Paris kommen, um die französische Kunst zu studieren. Ein 17jährige Mörderin. Vor einigen Tagen fand man am Samstag im Walde in der Nähe von Hamburg bei der Heimburg- Försterci den 18jährigen Oberrealschüler Erich Wandmacher erschossen und die 17jährige Grete Schürmann, beide aus Hamburg, verwundet auf. Wie jest festgestellt ist, hat das junge Mädchen ihren Begleiter durch drei Revolverschüsse getötet und versuchte dann sich selbst in den Mund zu schießen. Beim dritten Versuch blieb die Kugel im Lauf steden. In ihrer Augst lief sie zum nächsten Forsthaus, wo sie die grauenvolle Tat schilderte. Grete Schürmann wurde wegen Mordes verhaftet und in das Lüneburger ihre Werke, und heute gehört sie zu den bekanntesten Gerichtsgefängnis überführt. Ein Laftauto vom Zuge überfahren. Bei Paderborn wurde auf einem Straßenübergang infolge zu späten Schließens der Bahnschranken ein Lastkraftwagen von der Lokomotive eines fahrenden Eilgütenzuges erfaßt and zertrümmert. Der Führer des Laſtautos wurde bei dem Unfall getötet, drei weitere Personen wurden verletzt. Von diesen ist eine ihren Verlegungen im Krankenhause erlegen. Die Untersuchung ist eingeleitet. Schlaffrankheit im ehemaligen Deutsch- Ostafrika. Im ehemaligen Deutsch Ostafrika ist, wie das eng lische Rolenialamt in London berichtet, die Schlaffrankheit ausgebrochen. 3000 Eingeborene sind nach fliegenfreien Bezirken überführt worden. Es wurden ungefähr 300 Fälle von Schlaffrankheit festgestellt, von denen bisher neunzig tödlich verlassen sind. Die Barttracht der Heiligen. Wir erleben cs heute manchmal, daß geistliche Herren an der mo dernen kurzrodigen Frauentracht und am Buvikopf Anstoß nehmen. Daß ihnen auch die für Heilige eingeführte Tracht Anlaß zu Bedenken gibt, dürfic seltener sein. In England hat der Kanzelherr der Diözese Chester es beanstandet, daß die Glasmaler bei den Malereien für Kirchenfenster die Heiligen mit einem Barte darstellen. Das sei so meint der geistliche Herr ein Zeichen von Schwäche, das einem tatkräftigen und leistungsfähigen Heiligen nicht wohl anstehen. Die Glasmaler haben sich jedoch dieser Ansicht nicht gefügt. Sie betonen, daß die älteren Heiligen sicherlich in Wirklichkeit Bärte getragen haben. Zwar sei es in der großen italieni Rejselegplosion auf einem Dampfer. Der nor schen Malerei vorgekommen, daß man etwa die Gäste wegische Dampfer„ Asmund", der mit Eisenerzen der Hochzeit zu Kanaa in der Kleidung der damaaus Nordafrika in Danzig eingetroffen war und nach Beendigung der Zustandsehungsarbeiten den ligen vornehmen Venezianer dargestellt habe, aber Safen zur Fahrt nach Schweden verließ, hatte, wie die„ Danziger Zeitung" meldet, Mittwoch frith etwa Dampfkessels. Dabei wurden drei Personen 10 Meilen nördlich von Hela eine Explosion des getötet und eine vierte schwer verletzt. Das Schiff lehrte sofort um und traf wieder im Danziger Hafen ein. Der Schwerverletzte, ein Norweger, namens Eriksen, ist auf dem Transport in das Krankenhaus seinen Verlegungen erlegen. Brandstiftungsepidemic in Oberschlesien. Die Brandstiftungen in den Provinzen Oberschlesien und Niederschlesien nehmen in erschreckendem Umfange zu. Man nimmmt an, daß 81,5 Prozent aller Brände in der Beit vom Jänner bis April 1926 durch Brandstiftung erfolgt sind. Der Schaden betrug im Durchschnitt 20,000 Neichsmart pro Brandfall. für die Anschaunug unserer Zeit fei so etwas nicht möglich. Man wird sich diesem Argument nicht verschließen können. Will man eine moderne Haarkonsequent die weiblichen Heiligen fünftig mit dem tracht für die Heiligen einführen, so muß man auch ominösen Bubikopfe geziert aus den Glassenstern auf die frommen Narchenbesucher herniederschauen laffen. Der Kanzelherr von Chester dürfte demnach mit seiner Anregung keinen Erfolg haben und die Heiligen in den Kirchenfenstern werden nach wie vor Bärte tragen, Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Samstag. Die tschechischen Nationalsozialisten fündigen in der gestrigen Folge ihres Zentralorganes an, daß sie große öffentliche Kundgebungen gegen die Einführung der Agrarzölle veranstalten werden. Es ist in der Tat höchst notwendig, daß die Bevölkerung selbst redet und in Als Anfang des 19. Jahrhunderts im Heere all den schweren Kampf eingreift, welchen unsere gemein die kurze Haartracht eingeführt wurde, trug Mitglieder der gefeßgebenden Körperschaften im der vormärzliche Bürger wohl noch eine Weile geIntereffe der Bevölkerung, im Interesse der Na- träuselte Tollen und lange Polkalocken, bis auch ihn tion und im Interesse der Republik gegen die die wirtschaftliche Zweckmäßigkeit zum militärischen bürgerliche tschechisch- deutsche Mehrheit führen, die Haarschnitt führte. Heute tragen faum noch Künſt Stünst ohne Rücksicht auf die furchtbaren Schäden, welche ler die sprichwörtliche Mähne. Wenn sogenannte dadurch den breiten Massen der arbeitenden Be- Naturmenschen grundsäßlich mit langen Haaren einvölkerung aber auch den Wählern der bürgerli- herwandeln, so vergessen sie ganz, daß wir eben then Parteien selbst, dem ganzen Staate dem feine Naturmenschen mehr sind, sondern in einer die Hände bei den Handelsverträgen gebunden Zeit der Maschine leben, die unter Umständen solchem werden zugefügt werden, ihr Zollbittat auf- Ansabschmud gefährlich werden. Wurde doch erst unvingt." Das Blatt greift dann auch heftig die längst gemeldet, daß die gelösten Flechten einer ArRegierung an. Für das bürgerliche Diftat beiterin von einer Maschine so erfaßt wurden, daß muß man auch die Regierung verantwortlich die unglückliche Trägerin gleichsam stalpiert wurde. Kunstvoll aufgestecktes langes Haar zu tragen, machen, denn vor allem die Regierung muß die Intereffen des Staates im Auge haben und es ist den Frauen bisher überlassen geblieben, die nach ist ihre Pflicht, sich durch eine Erklärung gegen bürgerlicher Auffassung ins Haus gehören, obwohl den Antrag der bürgerlichen Parteien zu stellen. Die kapitaliſtiſche Entwicklung fie in die Fabrit und Brag, 11.30, 12, 18.15, 19.28, 22: Nachrichten. Es iſt einfach unerhört, daß die Regierung die Kontor treibt. In dem immer stärkeren Maße nun, 200.000 Goldbollars nach mehr als 60 Jahren 16.30: Stonzert. 18: Deutsche Sendung Egon Dinge ohne das geringste Eingreifen einfach lau- wird sie auch immer weniger Zeit übrig haben für wurde eine Summe von mehr als 200.000 Dol 18.30: Marionettentheater. 20: Konzertübertragung wie die Frau gezwungen wird, berufstätig zu sein, ausgegraben. In Demopolis( Alabama) Thorn: Eigene humoristische Vorträge. fen läßt." Das Právo Lidu" hebt den Mangel an uren. Wie die„ Reformmode" nach einigen Jrr- der Unionstaaten während des amerika- Prag.- Brünn. 14.30, 18: Nachrichten. 17.40: Rin schwierig aufzubauende und lästig zu tragende Fri- lars in Gold ausgegraben, die für die Armeen aus dem Smetanasaal des Repräsentationshauses in Edelmut hervor, den die bürgerlichen Klaffen im wegen zu einer vernünftigeren Frauen tracht genischen Bürgerkrieges von 1861 bis berstunde. 18: Eigener Rundfunt. 18.20: Vortrag Zaus Bolllampf befunden, wobei nur zu bemerken ist, führt hat, weil die Berufstätigkeit der Frau es ihr 1865 von C. Boas Whitfield ver stedt worden über Radiotelefonie. 19: Konzert des R. J. Orche daß das, was das Právo Lidu" den geringen einfach nicht mehr erlaubt, sich in einen bewegungs- waren. Whitfield hatte seinem Sohne einen Planters. 20: Konzert. 21: Tanzmusik. Wien. 16.15: Edelmut" des Bürgertums nennt, nichts anderes hemmenden Storsettpanzer zu stecken, ebenso wird und Anweisungen über den Ort, wo der Schatz Stonzert. 20: Operettenaufführung Hoheit tanzt ift, als der schrankenlose Klassen egoismus auch der Bubitopf zu einer nachhaltigen Reform der verborgen war, vererbt. An Hand dieses Planes Walzer" von Leo Ascher. Leichte Abendmusif. der bürgerlichen Stlasse:„ Der geringe Edelmut Frauenhaartracht führen. der Daß er leidsam ist, kann nicht mehr bestritten wurde das Geld jetzt aufgefunden. bem arbeitenden Bolte die Mittel zum Schute fei- werden. Er läßt sich ja auch nach persönlichent Ge- Verspäteter Fasching in Persien. Die Krönung Star! Maria v. Weber. 20.30: Loblied der Berlines Lebens verwehrt, tritt am besten beim Ver- schmad verändern wie jede andre Frisur. Freilich des neuen Schahs von Persien, Risa Khan, ist, wienerin.- Leipzig. 16: Prof. Schmit:„ Zum Gedächt gleich der Lebenshaltung dieses Volkes und der verlangt dieser neue Schmuck fast mehr Pflege als die Berichte aus Teheran sagen, unter einem selbst nis Karl Maria v. Webers". 19.30:„ Der Freischüi", Lebenshaltung unserer Bourgeoisie ohne Unter- der bisherige, doch darum ist er hygienisch auch ent- für orientalische Verhältnisse geradezu fabelhaften Oper von Karl Maria v. Weber." 16.30: Gounodschied des Berufes hervor. Die heutigen Erschei- schieben richtiger. Und die nötige Pflege kann die Pomp vor sich gegangen. Ueber die Hauptstraßen Nachmittag. 19.35:„ Die Lyrik seit Lifieneron und nungen der Not in Arbeiterfamilien, das tüm- Frau ihm angedeihen lassen, wenn sie Zeit dazu hat, spannten sich Triumphbögen von Girlanden und George". 20.25: Weber- Abend. merliche und schwere Leben in den Hütten ländli- in Stunden der Muße. Dafür braucht sie nicht mehr bunten Bändern. Teppiche, Kronleuchter, Sviegel, her Weiler, die Augenblide der Hoffnungslosig- morgens, wenn sie zumeist keine Zeit hat, sich mit Bilder, Inschriften, Basen, Büsten und Skulpturen Wellenlängen der Stationen: Bras leit und der Verzweiflung in den Familien zehn- kunstvollem, nadelgespicktem Scarpuß zu quälen, der waren irgendwo und irgendwie an den Häuserfron 368, Brünn 521, London 365, Paris 1750, Berlin tausender Arbeitsloser sind Bilder des freudlosen nur eine Snelle von Ablenkung und Aerger ist und ten befestigt. Die Strönungszeremonie ging in dem 505 und 576, Stuttgart 448, Leipzig 452, Breslau Lebens der arbeitenden Bevölkerung, der die Au- ihr die Teilnahme an Körperkultur und Sport er- faiserlichen Museumssaal vor sich, wo der neue 418, München 485, Frankfurt 470, Wien 530, 3gehörigen der besigenden Klassen die Sicherung schwert. So kann der Sieg des Bubitopfes, der allen Schah auf einem massiv goldenen mit Juwelen und rich 515, Bette& Volkswirtschaft. fr. Možuchin geht auch nach Amerika, Ivan 4. Juni 1926. Rollen. Der Film führt u. a. in das Dorfwirtshaus, I Diese wurden von Frl. Dorian und Hr. Stroh Springen, Werfen) oder dem Klassischen Fünflampf in ärmliche Stadtquartiere, in den Balast, in die lin mit Innigkeit und Wärme gesprochen, indes( Springen, Laufen Speerwerfen, Diskuswerfen, Oper, in einen Spielsalon, in ein Modehaus des 18. Herr Fischer- Streitmann einem einen Ringen). einen Ringen). Der heranwachsenden und herangewach Entwicklung der schwedischen Gewerkschafts- Jahrhunderts, in das Arbeitshaus. Den Liebhaber stälteschauer über den Rücken jagte und Frau Me- fenen Jugend sollen auch die Bewegungsspiele die Bewegung. Der schwedische Gewerkschaftsbund hat der Manon spielt der Russe Gaidarow sehr blaß, de Isty eine Supplerin auf lebenfrische Füße nen- wie Barlauf, das nicht nur Kraft und för sich im Jahre 1925 erfreulich entwickelt. Die Ge- sehr schüchtern und mit einer nonnenhaften Senti- stellte. Niemand aber sollte versäumen, sich den perliche Gewandtheit, sondern auch Mut, Geſchidfamtmitgliederzahl der 34 angeschlossenen Ber- mentalität und Bartheit. Die Manon ist Lya de Bohemien des Paul Sörbiger anzusehen. Der lichkeit, Geistesgegenwart, Selbstbeherrschung, Verbände erhöhte sich im Laufe des Jahres von Putti. Sie bleibt in allen Rollen dieselbe und ihre ganze Text, dessen pathetischen Teil er mit ironi- antwortungsgefühl und Denkgewandtheit fördern, 360.337 auf 384.617, also um 24.280 oder 6.7 Manon ist die fleine Varietékünstlerin im Rofoto- fcher Ueberlegenheit spricht, wird von ihm einfach Fußball- Sport, der ja jedem Arbeiterjungen geläu. Prozent. Die größte Organisation ist der Metallarbeiterverband mit 70.998 Mitgliedern. Es folgen kostüm, das ihr allerliebst steht. Aber sie filmt, ihrer umgestülpt, da bleibt kein Sabz unberührt von dem fig sein dürfte, interessanter hier noch das weniger der Fabritsarbeiterverband mit 43.252, der Eisen- Rolle gerecht, eben beidemale das Weibchen, das Tone der Entsagung. Wie dieser Künstler die Fi- bekannte Rugby, das englische Fußballspiel mit bahnerverband mit 34.872, der Sägewerksarbeitertriebhaft unwissend zwischen Treue und Verrat, Hin- gur dieses versoffenen Malers von allem über- Aufnehmen des Balles; bebauerlicherweise sind aus berband mit 33.354 und der Papierindustriearbei- gebung und Leichtsinn, Reinheit und Verderbtheit ein schwänglichen Krimskrams zu reinigen versteht, wie Gründen der Kostspieligkeit das interessante und terverband mit 26.135 Mitgliedern. Da bas tragisches Schicksal erlebt und anderen bereitet. Der er im Rausche die Schleusen seiner wunden Seele förperlich allgemein fördernde Hoden-, das lustige Gewerkschaftsgebäude bereits seit langem nicht ge- Film ist eines der schönsten Kulturbilder der Licht öffnet und wie er aus dem Traume auffährt, diese Krocket- und das in England und Amerifa so popunügend Raum gewährt, hat nun die Landeszen- Spielkunst, das hiſtoriſche Echtheit mit künstlerisch her- Stizze eines poetischen Vagabunden ist ein großes läre Golf- Spiel noch nicht in unseren Kreisen„ einErlebnis des heutigen Theaters. W. T. gebürgert". Dafür haben wir unser deutsches trale das neben dem jezigen Gewerkschaftshaus ge- borragendem Spiel verbindet. Schlagballspiel, das mit und ohne Einschenker gelegene große Nobelhaus am Norra Bantorvet Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute in Stockholm fäuflich erworben und es zweckent- možuch in arbeitet jetzt in Baris an dem„ Ca- Freitag und Sonntag halb 8 Uhr Gastsp. Sturm ſpielt werden kann und, wie kaum ein anderes Spiel, nicht nur alle Muskeln, sondern auch Sehen, Montag sprechend umgebaut. fanova" Film, nach dessen Herstellung er nach Uschi", Samstag Freischüt"," Schäßen und Kombinieren lehrt, unseren Schleuder. Hamlet". Amerika zur Universal abreifen wird. ball und den Faustball; für die weibliche Jugend Spielplan der Kleinen Bühne. Heute aber gilt es das interessante Tamburinball- Spiel Freitag, abends„ Die Seimliche Braut und gäbe es, wäre es uns nicht wieder aus Koſtfahri", Samstag abends und Sonntag Spiel spieligkeitsgründen meist versagt!, das herrliche von Tod und Liebe", Montag„ Mamselle Rückschlagspiel des Tennis, das leider fast überall noch immer den„ gehobeneren Töchtern" reserviert ist. Als Vor- Trainierung darf der Hallen- Sport, das Turnen, nicht vergessen werden, begonnen in Freiübungen, Handgeräteübungen mit Stäben, Han teln und Steulen, fortgeführt in Geräteübungen am Touristenverein„ Die Natur- Red, Barren, Pferd, Bod, Springkasten, an Rletfreunde", Ortsgruppe Prag. Die terstangen, Tauen, Schaukelringen und Trapez. für Aussig angesepte Fahrt entfällt Namentlich für unsere Frauen ist das Hallenturnen wegen zu schwacher Anmeldung und von unschätzbarer Bedeutung. Das Finale des Sal ist auf nächsten Sonntag verschoben. lenſports, die Schwerathletik, fommt nur für den Es findet daher das Bezirkstreffen Erwachsenen und Durchtrainierten in Frage. wie üblich in Schelesen statt. Abfahrt Samstag Heben und Stemmen soll mit Vorsicht geübt wer2 Uhr 40 Min. Wilson- Bhf. Die Buchdrucker den, ebenso das sportlich wertvolle Ringen, das endsowie der Sängerverein„ Gutenberg" finden sich als lich populär gewordene Bogen und das leider durch Gäfte am Sonntag früh ein. Abfahrt derselben Studentenfegerei und Offizieremäßchen so distre Sonntag früh 6 Uhr 40 min. Maiaryl- Bhf. Nach tierte Fechten, daß im Florett- Fechten eine vollenzügler schließen sich denselben an. Allgemeine Be- dete und schöne Kunst darstellt. teiligung der Mitglieder an dem Bezirkstreffen notMadh Christians' neuester Film betitelt sich 3opf und Schwert". Gewerbehhgiene in englischen Bäckereien. Nach gründlichen Erhebungen bereitet die englische Die Hosen des Herrn Bredow wird man auch Regierung eine Verordnung vor, die sich auf im Film zu sehen bekommen. Der bekannte Roman hygienische Maßnahmen zur Verhütung der Haut von Willibald Alexis wird von der Transatlan entzündung in Bäckereien bezieht, namentlich auf tischen Filmgesellschaft auf die Leinwand gebracht die Bereitstellung zureichender Waschgelegenheit. werden. Die Verordnung wird für alle Betriebe gelten, wo Brot, Biskuit und Konditorwaren hergestellt werden. Die Betriebsinhaber haben bereitzustellen: a) zureichende Waschgelegenheit, b) Vorkehrungen sind es nicht die lugen Jungfrauen aus der Bibel, zur Aufbewahrung der Kleider während der Ar- find Ärsondern diejenigen aus dem gleichnamigen Roman beitszeit, c) Einrichtungen zu erster Hilfeleistung von Marie René Daumas, die unter dem Titel bei Unfällen, d) bekömmliches Trinkwasser. Die Betriebsinhaber find ferner verpflichtet, die amt- 8 wet luge Jungfrauen" vom Hegewaldlichen Anweisungen zur Verhütungen von Haut- Film auf die Leinwand gebracht werden. entzündungen in den Betriebslokalen leicht sichtbar anzuschlagen. Lohnberhandlungen im Maler und Ladie. rergetverbe. In Böhmisch- Leipa fanden dieser Lage Lohnverhandlungen zwischen der Gehilfenschaft und den Arbeitgebern des Maler und Ladierergewerbes statt. Zum Abschluß einer Ver. einbarung kam es noch nicht. Die von den Unternehmern angebotene 3prozentige Lohnerhöhung wurde vom Lohnfomitee der Arbeiter als unzureichend abgelehnt. Dieses negative Ergebnis hatte aber feinen Abbruch der Verhandlungen zur Folge. Die Vertreter der Arbeiter werden den Unternehmern einen neuen Vorschlag überreichen und es wird sich in kürzester Zeit entscheiden, ob es zu einent Vertragsabschluß im Maler und Ladierergewerbe für die deutschen Gebiete Böhmens kommt oder nicht. Der Film. Manon Lescaut( Ufa Film). Der Roman des Abbé Prévost( nicht Marcel Prévost, wie man in Ankündigungen lesen kann), iſt eines der packendsten und mit liebevoller Sorgfalt gezeichneten Kulturbilder aus dem vorrevolutionären Frankreich. Seine Verfilmung kann nur den einen Sinn haben, die Sitten und Zustände, die gesellschaftlichen Anschauungen und die Lebensideale des Rofofo, die uns der Roman in Worten überliefert, bildlich zu gestalten. Es ist zu verstehen und auch zu billigen, daß die Ufa( Regie Robinson) ihre Aufgabe so ver standen hat und ein Kulturgemälde, nicht eine Inhaltsangabe des Romans unter peinlichem Festhalten an der Vorlage geschaffen hat. Auch der versöhnliche, revolutionär unterstrichene Schluß entspricht den Erfordernissen des Films, der auch einer bedeutenden literarischen Vorlage gegenüber seine eigenen Rechte zu wahren hat. Es fehlt fein Typ der Feudal Zeit unter den handelnden Personen und der Zuschauer wird mit plastischen Vorstellungen des Milieus und der Menschen erfüllt. Da sind der Steuerpächter, der Gelegenheitsmacher und Taschenspieler( urdrollig von Arno gefilmt), der verweiblichte junge Galan, der adelsstolze Marschall, die Maitresse( Trude Hester- berg), die Supplerin und eine Reihe fleinerer Prager Filmbörse. Die lugen Jungfrauen" im Film. Allerdings Lon Chaney, Amerikas größter Charakterdarsteller, wurde von der Metro auf die nächsten fünf Jahre für je drei Filme verpflichtet. Auch Millionäre arbeiten! Ein mexikanischer Millionär namens Jaimes del Rio ist für 40 Dollar für die Woche als Sekretär bei einem Regisseur der First National tätig, um die Filmikunst von Brund auf kennen zu lernen"." Nebenbei dient nafürlich sein Name als Reflame. Kunst und Wissen. Nitouche". Vereinsnachrichten. VEREIN UNDE FEATUR FREUND wendig. Lurnen und Sport. Sport tut not. II. Von Leicht und Schwerathletik. DFC. schlägt WAC. Wien 5: 3( 1: 1). In dem gestrigen Spiele vermochten die Blauweißen zwar einen Sieg zu erringen, trotzdem es feine überzeu gende Leistung ihrerseits war. Die Wiener hielten das, was man sich von ihnen versprach; hübsche Stombination, ein flottes Flügelspiel und auch schuß träftige Stürmer. Daß ihnen in diesem Jubi läumspiel der Sieg nicht aufiel, hatte seine Ursache darin, daß die Halfreihe in der zweiten Halbzeit merklich abfiel und so dem DFC. das Spiel überDer Sieger". Die Charakterlosen".( 3wei Uraufführungen in der Kleinen Bühne.) Der Sieger" ist ein Janusfopf mit dem Antlitz Bater Bahr's vorne und dem seliglächelnden der gleich vornehmen Courths Mahler rüdwärts. In der Rumpelfammer antiquierter Dramatik hat Herr Leichtathletik soll die proletarische Jugend stähließ. Bei den Blauweißen konnte die Stürmerreihe Holzer einige der ältesten Werkzeuge ausgesucht len. Der Wert gymnastischer Uebungen im Freien gar nicht gefallen; von der seinerzeitigen berühmten und mit ihnen ein Wunderwerk an Humorlosigkeit ist unschätzbar, den Hallenturnübungen weit vorzu- flachen Kombination keine Spur mehr, alles wird geschaffen, bei dessen Uraufführung Herr Direktor ziehen, da sie nicht nur die Muskulatur, sondern auch halbhoch gespielt, wo man, wie es sich in diesem Kramer, liebenswürdig, wie er ist, die Honneurs Herz und Lunge kräftigen sowie billig sind. Knie- Spiele zeigte, bei einem Gegner, der ein ausgeals Regisseur machte. Herr Rösner hat zum hoje, Trikot, Turnschuhe, eine Wiese, eine Wald- zeichnetes Stopfspiel pflegt, eben das Nachsehen hatte. Blüd so viel schauspielerische Persönlichkeit, um blöße, wenige Geräte, weiter braucht man nichts; Die Wiener hatten ein ausgesprochenes Pech vor selbst dort, wo sich alle andern vom Strom der Sen- man kann mit den Uebungen beginnen, als da sind: dem Tore drei Stangenschüsse und konnten timentalität treiben lassen, seiner schwankenden Gehen, Wettlauf, vom Kurzstrecken- bis zum Mara- trotz der technisch und taktisch sehr gut arbeitenden Rolle eine eigene Note zu geben.- Herr Her- thonlauf über 40 Kilometer, Stafettenlauf, Hinder Stürmerreihe den Vorsprung des DFC. nicht mehr mann Heinrich Schefter, der sich eine Stunde nislauf über Gräben, Hürden und Querbäume, bis ausholen. Ein Unentschieden wäre ein gerechter später für den Beifall einiger persönlicher Belann zum Gelände- Lustspiel wie Schnipeljagd u. ä.; dann Ausgang dieses überaus fairen Treffens gewesen. ter bedankte, ist in seinem Nebenberuf ganz schlicht die verschiedenen Sprünge, die besonders die Mus- Schiedsrichter Hirsch hatte sehr schwache Momente. Besitzer einer Seidenfabrik. Das hat seine Phantasie fulatur der Beine ebenso wie die Elastizität des nicht hindern können, einmal einen Ausflug in die ganzen Körpers fördern, wie der Weitsprung mit finsternsten Sphären sozialer Not und verbrecheri- dem ca. 30- Meter- Anlauf, der Hochsprung, zu dem scher Triebe zu unternehmen, von dem sie, mit drei man eine ca. 4 Meter lange Bambusstange braucht; Atten bepackt, zurüdlehrte. Diese brei Afte wiegen federleicht. Auf grauem Hintergrund heben sich fünf Figuren ab, von denen zwei im hellsten Weiß, drei in höllischem Schwarz erscheinen. Diesen drei von Herrn Schefter Verdammten legt er auch nicht ein einziges Wort menschlicher Regung in den Wund, während die zwei anderen, der Verbrecher aus In famie der andern und das elternlose Borstedtkind, das geduldig der Zeit harrt, wo sein Geliebter aus dem Gefängnis fommen soll! und just am selben Tage einem Lüstling im Rausche zum Opfer fällt, in eine einzige Wolke lyrischer Aphorismen gehüllt sind. schließlich die Würfe, vortrainiert durch Hanteln und Reulenschwingen, mie Schleuderballwerfen, Stridetballwerfen, Distuswerfen mit einer Holzund Keulenschwingen, mie Schleuderballwerfen, scheibe mit Metalleinlage, Speerwerfen Durchtrainierte Gewichtsstoßen, Kugelstoßen und jugendsportfesten finden, beim Dreikampf( Laufen, Hammerwerfen. Ihr Finale sollen sie in Arbeiteriugendsportfeſten finden, beim Dreikampf( Laufen, Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag. Für den Drud verantwortlich: O. Holit. -1. KINO- PROGRAMM vom 4. bis 10. Juni 1926: LIDO BIO 2901 Madame Dubar: 7. Drama in 7 Akten. lu den Hauptrollen: Pola Negri, Harry Liedtke, Emil Jannings. Wran Urania- Kino Einziges deutsches Kino Drags 2976 ,, Briefe, die ihn nicht erreichten" mit A. Bassermann und Goetzke. Wo verkehren wir? ¾ Goldenes Krenzel, Brag- Netuzanta. Gastwirtschaft Lidový dům“ der Genossenschaft ,, Ganymed" Täglich. PRAG II., Hybernská Konzert Nr. Z 66 Denny tanzt modern" betitelt sich das bemerkenswerte Rolle und erweist sich als eine neueste Denny- Lustspiel der Universal. Im Rah- Künstlerin von padender Gestaltungskraft, die in men eines flotten und frischen Lustspieles wird das dem gediegenen und spannenden Film voll zum AusDie Fanamet sollte diesmal drei Para- ein wirksames und geistreiches Thema behandelt: drud kommen kann. Der Film hinterläßt einen mount- Filme zur Vorführung bringen, doch wurde jedermann ist das, was er zu sein scheint. Denny starken und nachhaltigen Einbrud. Man ist anber eine Film Charleston, Siebe und ist ein jung verheirateter Ehemann. Er verspricht genehm überrascht, daß es auch Mord" von der Zensur verboten. Ein reizendes seiner Frau, von seinem Chef eine Zulage zu ersehenswerte Cowboy- Filme gibt, deren Lustspiel ist„ Die wilde Susie", dargestellt von zwingen und trotzdem er nichts ausgerichtet hat, drei vorgeführt wurden. Der weiße Rebell" Café Continental, Brag- Graben Bebe Daniels, eine fein dargebrachte Verul- läßt er sie in dem Glauben, daß sein Gehalt erhöht ist ein herrlicher Schimmel, der seinem Herrn( Jadie kung der Verhältnisse in den amerikanischen Mil- worden ist. Worauf natürlich seine Frau in über. Sogie) durchgeht, weil er von einem Cowboy rch lionärsfamilien, deren junge Mitglieder vor Lang- großer Freude für ihren Gatten einen Frackanzug, behandelt worden ist, und alle seine gefesselten Brü weile auf die unsinnigsten Streiche tommen. Das für sich eine Abendtoilette machen läßt und die der aus den Farmen in die weite, unbegrenzte unaufdringliche, flotte Lustspiel stellt ein ausgelas- große" Gesellschaft zu besuchen beginnt. Denny Freiheit lockt. Der Vorwurf ist recht originell, das senes, romantisch veranlagtes Mädchen in den Mit fomant in Schulden, wird gekündigt, aber siche Stüd gediegen und Tierfreunde werden daran ihre telpunkt, das aus Langweile und Trotz ein weibli- da, sein hochstaplerisches Auftreten, das er in sei helle Freude finden, denn von solchen ähnlichen cher Detektiv wird. Ihr zur Seite steht ein ähn- nem Galgenhumor zur Schau trägt, hat gewirft: er Tierfilmen geht ein ganz eigenartiger Reiz aus, liches Früchtchen des allmächtigen Kapitalismus, ein wird schließlich von seinen früheren Chefs, die ihn dem man sich schaver entziehen kann. Das zweite junger Mann( Rod la Roque), der sich einbil- gekündigt haben, als Teilhaber aufgenommen. Diese Stück führt den Titel„ Das Verbrechen in det, Schriftsteller zu sein, und deshalb als Taxi- selbstverständliche Lebensweisheit einer Welt der der Manege"( Bache, Bajazzo...) und schildert Chauffeur herumfährt, um„ Studien" zu machen. Hochstapler wird in dem lustigen Stück sehr über die Befreiung eines Clowns und seiner Tochter, die Der flotte Humor des Stückes dürfte allgemein An- zeugend zum Ausdruck gebracht und Reginald Kunstreiterin ist, aus den Händen eines fchuftigen klang finden.„ Die goldene Prinzessin" Denny und Laura La Plante in den Haupt- Zirkusbesikers, die in gewinnender Weise Art ist eines der zahlreichen Goldsucher- Dramen, die bei rollen zeigen ein Zusammenspiel, wie man es nicht Accord vollbringt.- Hoot Gibson ist der ben Amerikanern sehr beliebt sind, die uns aber eft zum Schen bekommt. Ein packendes Stück, Held des dritten Stückes Der Schuß im stil meist gedanklich und gefühlsmäßig ziemlich fremd getragen von wuchtigen dramatischen Szenen, ist der len Gäßchen"( Das Rennen zu Arizona), einer bleiben. Das Stück beginnt im Jahre 1847 und Film Frauenstolz"( Der Sieg der Jugend) Mischung von Humor, Spannung und Dramatit. DRUCK- U. VERLAGSANSTALT entrollt eine recht abenteuerliche Geschichte, die mit Eine alte Dame, die seit Jahren selbstherrlich und Der Höhepunkt des Stückes ist ein Pferderennen, einem Schuß von Sentimentalität und amerikani- ohne den leisesten Widerspruch zu dulden, ihre weit- das in einem atemberaubenden Tempo auf die scher Roheit in spannendem Tempo dem üblichen verzweigte Familie und ein riesiges Unternehmen Leinwand gebracht ist. Man kann bei einer BeEnde zueilt. Bemerkenswert an dem Film ist zwei- befchligt, sieht plöblich ihren starren Willen von sprechung ähnlicher Filme nicht umhin, die unbeerlei. Die weibliche Sauptrolle spielt die reizende einem jungen Verwandten( Eugen O'Brien) strittenen Vorzüge der Amerikaner anzuerkennen: Betty Bronson, die sich ihre Beliebtheit durch durchkreuzt, der statt die ihm befohlene Braut zu eine für Europa fast unerreichbare Technik, die auch den Märchenfilm Peter Pan" begründet hat heiraten, ein anderes Mädchen( Virginia in solchen Durchschnittsfilmen voll zur Geltung und seither bloß in einem Filme zu sehen war Valli) heimführt. In flotten Bildern werden fommmt, herrliche Naturaufnahmen und ( Die mißratenen Eltern" mit Ald. Men- nun alle die Szenen geschildert, in denen sich der Sinn für publikumswirksame, atemjou). Zweitens bring: der Film herrliche Land- dadurch entstehende Konflitst zuspißt und erst durch raubenbe Spannung. H. W. S. schaftsaufnahmen, wie sich das Stüd überhaupt den Tod eines Dritten eine Lösung findet. Mary burch flare, scharfe Photographie auszeichnet. Carre als die alte Frau schafft eine mehr als Café„ Nizza 99 Kgl. Weinberge, Fochova 27. Unser Stammlokal. 1061 Gesellschaft m. beschr. Haft empfehlt sich den p. t. Behörden, Vereinen, Or ganisationen, Gemeindon und Kaufleuten zur Herstellung von Drucksorten wie: Tabellen Büchern, Broschüren, Zeitschriften. Zirkularen Mitgliedsbüchern. Einladungen, Plakaten, Flug schriften, Fakturen, Briefpapieren usw. In solider und rascher Ausführung. Setzmaschinenbetrieb und Rotationsbetrieb 11 IN TEPLITZ- SCHÖNAU Tlschlerda Nr.