Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltungs Prag. I., Nefazanfa 18, Telephone: Tagesrebattion: 26795, 31469. Machtrebattion: 26797. Postichedamt: 57544. Inferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 6. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der tschechoslowakischen Republit. Mittwoch, 9. Juni 1926. Boran die Hungerzölle! Die Staatsangestellten können warten! Im Abgeordnetenhause hat es gestern eine Abstimmung gegeben, welche der Bevölkerung Erst müssen die Zölle gesichert sein! Die Kongrua soll in den zeigen muß, wen sie dafür verantwortlich zu Ausschüssen binnen drei Tagen erledigt werden. machen haben wird, wenn ihr die Zölle die wichtigsten Lebensbedürfnisse verteuern werden. winne der Großagrarier gefeßlich geschüßt sein, Kreisen wird dies einen großen Eindruck machen Prag. 8. Juni. Erst müssen die Wucherge-| auf die große Zahl ihrer Wähler aus den ärmsten Es war eine Abstimmung, bei der die neu- dann werden sich die Herren vor er internationa gebildete deutsch- tschechisch- slowakisch- magyarische len Zollmajorität, Agrarier und Klerikale, Ge- die Rongrua in cinem Eilzugstempo, nämlich - mit dem Erfolg" ausweisen, daß ihnen hiefür Bollmehrheit nur deshalb siegen konnte, weil werbetreibende und Nationaldemokraten, vielleicht binnen drei Tagen, in den Ausschüssen erdie deutschen Christlichsozialen, wie bei allen dazu herbeilajsen, auch den schon so lange fälligen ledigt werden soll. Der Schacher des Judas um früheren Abstimmungen, auch diesmal an der Svehla Wechsel einzulösen, den man einst die dreißig Silberlinge willen ist eine Kleinigkeit Seite der agrarischen Brotverteurer verblieben. in schwacher Stunde- vor den Wahlen nämlich, gegenüber diesem Schacher mit der Not der den die deutschen Klerikalen Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich.... Kč 16.olerteljährlich halbjährig. ganzjährig. 48.96.192.Radftellung von ManuStripten erfolgt nur bei Ein fendung der Refourmarken. Erigheint mit Ausnahme Des Montag täglich( r Nr. 134. 1Jmmunitätsausschuß hatte auch seine Auslieferung beantragt. Trotzdem stimmten im Plenum die tschechischen Agrarier und Klerifalen gegen die Ausliefe. rung Ostrys, welche infolgedessen auch abgelehnt wurde. Dieses gan; ungewöhnliche Vorgehen der beiden genannten Parteien rief bei den listen aroße Erregung hervor, die sich in untschechischen Sozialdemokraten und Nationalsozia reagierten, äußerte. Mitten in diesem Lärm unters aufhörlichen Zwischenrufen, auf welche die Agrarier brach der Vorsitzende auf einmal unerwartet gegen 2 Uhr die Sizung. der Sitzungspause, daß zwischen dem tschechischen Erst in den Couloirs erfuhr man sodann in Bei der Zusammenstellung der Tagesordnung ten und Lehrer dringend benötigte, den darben ihrer Rongrua zuliebe heute im Parlament trie, fozialistischen Block und der Zollfoalition scharfe ben! morgen bereits die Zölle zur Ber Den deutschen Klerilalen ist es zu danken, daß hand lung tommen und die Staatsbeamten wieber warten können, denn ihre Stimmen gaben bei der Abstimmung hier über den Ausschlag. Ihnen fällt auch die ganze Verantwortung zu, an der sie schwer zu tragen haben werden! für die heutige Sigung des Hauses hatte das ben Staatsbediensteten mit einer großmütigen Präsidium vorgeschlagen, die Zollvorlage an Geste gab. So hat es die Zollmehrheit heute beerste Stelle und an zweite Stelle erst alles schlossen und damit Punktum! Ob dieses großmis andere, darunter die Staatsangestelltenvorlage tige Geschenk an die Beamten- und Lehrerschaft zu ſehen. Ein Abänderungsvorschlag des tsche- dann auch noch einen realen Wert haben oder ob chischen Sozialdemokraten Remeš, der dahin es von der unausweichlich fommenden neuen ging, die Zollvorlage von der Tagesordnung Teucrungswelle schon wieder dahingefegt sein abzusetzen, wurde mit 144 gegen 111 Stimmen wird, bevor sich noch die neuen, nicht viel höheren abgelehnt, doch gelangte hierauf ein Antrag des Gehalte in einer fleinen Erleichterung der Nottschechischen Nationalsozialisten Bergmann zur Lage der Staatsangestellten fühlbar machen wer Abstimmung, der im Wesen desselben Inhalts den, ist unter diesen Umständen mehr als fraglich. leber die Trauerfeier für Genossen war, für den aber eine weit kleinere Mehrheit sich wieder einmal mit feltener Deutlichkeit ge- Tagesordnung bezüglich der Versorgungsgebühren In der heutigen Sihung des Parlaments hat Sillebrand, sowie über den ersten Punkt der aufgebracht wurde, als für den Antrag Remeš. zeigt, wie es mit der Beamtenfreundlichkeit der für amerikanische Legionäre berichten wir an anDer Antrag Bergmann verlangte, es mögen die einzelnen Parteien in Wirklichkeit aussicht. Un- derer Stelle. Staatsangestelltenvorlagen vor den Zöllen, glaublich lange Zeit hat es gedauert, bis die Gealso an erster Stelle verhandelt werden. Bei haltsvorlage der Staatsangestellten und Lehrer zur dieser Abstimmung fielen die tschechischen Na- Verhandlung im Plenum reif war; morgen hätten tionaldemokraten, welche zuerst gegen den An- sie endlich im Hause verhandelt werden sollen. De trag Remeš gestimmt hatten, un, und so wur- tamen die Agrarier und forderten nicht etwa den nur 132 Stimmen für, dagegen 122 gegen lagen, sondern sogar zuerst die Behandlung den nur 132 Stimmen für, dagegen 122 gegen die Junktimierung der Zölle mit allen diesen Vor den Antrag abgegeben. Die Mehrheit betrug fo- ihrer Zollvorlage, obwohl- und das ist vielleicht mit nur zehn Stimmen, und da die bie größte Provokation dabei die Vorlage im deutschen Christlich sozialen im Ab- Ausschuß noch nicht einmal fertiggestellt ist! geordnetenhause 13 Mandate besißen, so läßt es sich leicht ausrechnen, daß nur ihnen die Aufrechterhaltung der 3011mehrheit und deren Sieg bei dieser Abstimmung zuzuschreiben ist. Hätten die deutschen Christlichsozialen bei der Abstimmung auch nur Enthaltung geübt, so wären 122 gegen 119 Stimmen gestanden und der Antrag Bergmann wäre angenommen worden. se Streitigkeiten wegen der Tagesordnung der nächsten Sigung ausgebrochen feien, die jetzt durch den neuer Zwischenfall im Plenum noch verſchärft wurden. Die Zollfoalition beharrte nämlich darauf, die Zollvorlage, trotzdem sie der Budgetausschuß bis zur Stunde noch gar nicht erledigt hat, sondern nach der Haussißung noch weiter tagen wird, troßdem schon als ersten Punkt auf die Tagesordnung der morgigen Sigung zu sehen, da die den Ausschüssen zur Berichterstattung eingeräumte Frist schon vers strichen ist. Besonders provozierend ist der Umstand, daß selbst die Staatsbes amten vorlagen, welche schon seit vielen Monaten fällig sind, erst nach Erledigung der agrarischen Zollforderungen erledigt wer den sollten. Nach Erledigung der zweiten Lesung der Pensionsverträge mit den Nach folge staaten kommt der Regierungsentwurf über die Durchführung des Vertrages mit den Nachfolgestaaten bezüglich der Liquidierung lung. Die Verhandlung dieser Vorlage wird verder Wiener Postspartaffe zur Verhand knüpft mit dem nächsten Punkt der Tagesordnung, dem Vertrag zwischen den Nachfolgeftaaten be treffend die Uebertragung von Forde. Gegen diese neue schwere Zurüdrungen und Depositen der Wiener fegung der Staatsbeamten gegenüber Postiparkasse. Nach den Referaten der Be- den Zollvucherplänen wehrten sich die sozialiſtirichterstatter werden alle zur Verhandlung stehen- fchen Parteien mit aller Entschiedenheit und man den Verträge in erster Lesung unverändert, an wußte deshalb, daß es am Schlusse der Sitzung genommen und Abänderungsanträge des Ge- noch eine scharfe Kampfabstimmung nossen Dietl abgelehnt. diesbezüglich geben werde. Es gelangt hierauf die Immunitäts- Angelegenheit ST 00000 unter dem Schutze der Republikaner, Gewerbeparteiler und Klerifalen. Er stellt daher dieses = Erst die Zölle, dann bielleicht die Beamtenvorlagen! Das war das agrarische Dittat und pflichtschuldigst krochen alle anderen Parteien der Zollmehrheit auch da zu Kreuze! Und während es sich selbst die tschechischen Nationaldemo fraten noch im leßten Moment überlegten und bei der zweiten Kampfabstimmung darüber umfielen, Als Malypetr um halb 4 Uhr die unterharrten die Klerikalen, deutsche und tschechische, unentivegt an Seite der Agrarier aus. Was füm brochene Plenarsizung wieder eröffnete, war daher mern sie die Staatsangestellten; die Kleritalen des tschechischen Gewerbeparteilers Ostry zur tung der kommenden Dinge voll besetzt. Zu das Haus und die Journalistentribüne in Erwarund insbesondere die deutschen Chriftlichsozia Verhandlung, der in der Zeitschrift Samostatnost" nächst wurde ein weiterer Immunitätsantrag beDiese Abstimmung muß im Gedächtnis len müssen sich dem Dittat ihrer paar Großbanern, die Parteien der früheren Koalition und behandelt. Bei dieser Gelegenheit gab der tschechische aller festgehalten werden. Die Klerikalen suchen die sie vielleicht zu den ihren zählen, unterwerfen sonders die tschechischen Sozialdemokraten beschul- Sozialdemokrat Tomašek zu dem Falle Ostry das Verbrechen, das sie mit ihrem Eintreten und vor allem die Kongrua unter Dach digt hatte, aus einem Korruptionsfonds für die eine scharfe Erklärung seiner Partei ab und hob für die Bölle am arbeitenden Volke verüben, bringen. Diesem einen Ziel zuliebe machen sie Presse Millionenbeträge genommen zu haben. Er hervor, daß durch die Nichtauslieferung Ostrys hervor, daß durch die Nichtauslieferung Oſtrys mit dem Geflunker zu entschuldigen, das Zu- alles, was die Agrarier von ihnen verlangen. Als wurde deshalb von den tschechischen Sozialdemo- die bisherigen parlamentarischen Gepflogenheiten standekommen der Zölle hänge gar nicht von einzige Gegenleistung können sie sich besonders fraten wegen Ehrenbeleidigung geflagt und der gröblich verletzt worden seien. Dies geschah ihren Stimmen ab und es sei auch ohne ihr 200 Butun eine feste Mehrheit für die Bölle vor die Agrarier doch wenigstens einen Vorwand Wege zu räumen. Immer wieder muß es gesagt Berhalten der genannten Klubs öffentlichy an handen. Als unser Blatt die Verantwortlichkeit für ihr Verlangen nach den Zöllen. Den Kleri- werden: die klerikalen bürden den den Pranger( starfer Beifall) und erder christlichsozialen Partei feſtſtellte und be- falen aber fehlt sogar dieser Vorwand, denn Verbrauchern eine Milliarden flärt, daß sich seine Partei diesen Klubs gegenüber hauptete, daß ohne die klerikalen Stimmen die sie behaupten, feine einseitige Standes, sondern la st auf, weil die Agrarier, um sich fünftig nicht mehr als an parlamentarische GeVerwirklichung der agrarischen Zollabsichten eine allgemeine Volkspartei zu sein, die jede die kleritalen Stimmen zu sichern, pflogenheiten gebunden erachten werde. Erregte nicht möglich wäre, suchten die christlichsozialen Bevorzugung von Klassen- und Standesinter ihnen die Erhöhung der Kongru a- 3mischenrufe und Wortgefechte seiner ParteiBeitungen mit den Biffern über die Stärke der essen auf Kosten der Allgemeinheit verwerfe. bezüge versprochen haben. Den Pa- genoffen mit den Agrariern und Klerikalen beden Zöllen geneigten Parteien diese Feststellung Das Wohl der Allgemeinheit, dem die Kleri- tres und Pfarrerstöchinnen ein behaglicheres gleiten seine Rede. Nach beiderseitigen Erklärun zu widerlegen, ein Versuch, dessen Untauglich- falen dienen, hier ist es in Reinfultur zu sehen! Leben, den armen, sorgengedrückten entbehren- gen des Abgeordneten Oſtry, der sich vergeblich keit schon bei der Abstimmung über den Antrag Sie kennen feine Bedenfen, feine Strupel, sie den Arbeitern und Angestellten eine weitere herauszureden versucht, und des Berichterstatters Křiž werden weitere Immunitätsfälle erledigt. Donar im Senate klar erwiesen wurde. Gestern stürmen Seite an Seite mit den Agrariern dem Verschlechterung ihres Hungerdaseins! Das ist Siebei revanchieren sich die tschechischen Sozialwurde dieser Beweis ein zweites mal er- hehren christlichen Ziel entgegen, das da heißt: die Politik und Tätigkeit der Chriftlichen", demokraten und Nationalsozialisten und stimmen bracht: ohne Mitwirkung der deut- Aushungerung der Massen. Unter den christlich- die gegenwärtig durch die tschechisch- deutsch- gegen die vom Ausschuß beantragte Ausliefeschen Christlichsozialen wären sozialen Arbeitern gärt es darob und sie machen magyarische Zollmehrheit vorübergehend zur rung des Kommunisten Sedorjaf, die auch nicht die Bölle, sondern die ihren Führern Vorhalte. Sie beschwören sie, Macht gefommen sind. Das erstemal haben die tatsächlich abgelehnt wird. Staatsangestellten vorlagen an den Lohn- und Gehaltsempfängern an den Lohn- und Gehaltsempfängern in der Christlichsozialen die Möglichkeit, ihren Akti Zu heiteren Auseinandersetzungen kommt es erster Stelle verhandelt worden, gegenwärtigen Zeit nicht neue Lasten aufzu- vismus zu betätigen und er fällt so aus, daß weiters, als der Kommunist Mituliček zu und ohne diese Stimmen fänden burden, denn das hieße, diese darbende Schicht er blutige Striemen am Körper des Volkes zu zu einem ihn betreffenden Immunitätsfall ſelbſt die Zöllner auch kaum eine Mehr zum Tragtier der Gesellschaft herabwürdigen, rücklassen wird. Stellung nimmt und einen Vorfall schildert, wie heit auch sei doch nötig, zu untersuchen, ob die Aller Sinn und alles Trachten der Christ- er als Polizeikommissär der Gemeinde MalenoDie Agrarier aller Nationen können die Gruppe der Verbraucher imftande sei, die ver- lichsozialen geht nach den Hungerzöllen, weil bice gegen nächtliche Ruheſtörer habe einschreiten Gejeßwerdung der Zollvorlage nicht erwarten, langten schweren Opfer zu tragen. Die christlich ihnen als Handgeld für die Mitwirkung dabei müssen. Er erzielt auch, daß dieser Fall dem Ausschuß zur neuerlichen Beratung zurückgewiesen was auf dem Wege liegt, der zu ihnen führt, sozialen Arbeiter können lange reden nud die Erhöhung der Bezüge der Geistlichen zuge- wird. M wird rücksichtslos niedergetrampelt. So rasch, flagen. Diejenigen, die in der christlichsozialen sichert ist. Um dieses Handgeldes willen haben Hiemit war die Tagesordnung erschöpft. Es als nur möglich, in jedem Falle noch vor der Partei tonangebend sind, fühlen sich dadurch sie die tschechische Regierung gerettet, haben sie wurde zunächst noch ein Initiativantrag der tscheErnte, sollen die Bölle in Straft treten, damit wenig geniert. Mögen die christlichsozialen und den Antrag, die Regierung möge über die fa- chischen Sozialdemokraten auf Erneuerung des den reichen Agrariern aus dem Volfseinkommen alle übrigen Arbeiter Steine kauen, das sicht scistische Bewegung und ihre Hintermänner Bauförderungsgesetzes den zuständigen mehr als eine Milliarde als Raub zugeschanzt die schwarzen Herren in ihrem frommen Ge- Aufklärung geben, niederstimmen geholfen und Ausschüssen zugewiesen. werde. Ihren Anschlag auf die Ernährung und müte nicht an. Der Appell an ihre christliche gestern haben sie die Staatsangestellten geDaraufhin lam der Rongrua- Antrag zur Zu Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung suchen Gesinnung ist ebenso wirkungslos, wie der zwungen, noch länger auf die Geseßwerdung, ſie mit dem Vorwand zu beschönigen, die Bölle Appell an ihr nationales Enipfinden, daß ab der Staatsangestelltengeseße zu warten. Sie weisung. Große Erregung verursachte die Fors feien für den Schuß der gesamten Landwirt- gehärtet genug ist, den Vorwurf mit Seelen- üben Hochverrat an den Staatsangestellten, an derung der Antragsteller, die Vorlage den schaft notwendig. Wenn auch die Behauptung, ruhe einzustecken, daß sie um das Linsengericht den arbeitenden Ständen und an der Nation. Ausschüssen zur Berichterstattung innerhalb daß die Zölle den kleinen Landwirten, die kaum der Agrarzölle die nationale Politik des deut- Man müßte an der politischen Reife der Men- einer dreitägigen Frist zuzuweisen. genug für den eigenen Bedarf produzieren, zu schen Bürgertums verschachern, indem sie mit schen verzweifeln, wenn die Schuld mit der sich Ein Gegenantrag Franke und Genossen, nüßen geeignet sind, unstichhältig ist und durch helfen, der künftigen, neuen tschechischen Ko- die Christlichsozialen gegenwärtig beladen, ohne die Frist auf drei Monate zu erstreden, wirb alle Erfahrung widerlegt erscheint, so haben alition die bestehenden Schwierigkeiten aus dem Vergeltung bleiben solltel von der Zollmehrheit rücksichtslos abge Seite 2 lehnt, was großen Lärm auf sozialistischen Bänken hervorrief. Antifascistentreffen 9. Juni 1926. fifchen Banten domain, den Für ein neues, beſſeres Gefeß über die Unterhaltsbeiträge.in netentreffen in Broßnik. Nun beantragt der Präsident Malypetr unter großer Spannung des Hauses, wie üblich am Schluß der Sitzung, die nächste Sigung für morgen halb 11 Uhr vormittags anzuberaumen, und schlägt nach dem Beschlusse des Präsidiums als bor: Tagesordnung 1) Zölle, 2) Staatsbeamtenvorlagen, 3) Lel; rergehaltsgesetz, 4) Aerztegesetz, 5) Zuckersteuer und 6) Spiritussteuer. Der Standpunkt der Zollmehrheit, die Zölle noch vor den Staatsbeamtengefeßen zu erledigen, hat also im Präsidium gefiegt, was von der Linfen mit Protest rufen quittiert wird. Unter allgemeiner Unruhe erhebt sich der tsche chische Sozialdemokrat Remes und beantragt, die Zölle von der Tagesordnung abzusehen, da sie im Budgetausschuß noch nicht erledigt feien, während die Frist, die den Ausschüssen zur Behandlung der Staatsangestellten Vorlagen gegeben war, schon am 1. März abgelaufen ist. Es kommt zu einer Rampfabstimmung, deren Ergebnis ausgezählt wird. Für den Vertagungsantrag Remes stimmen nur die deut schen und tschechischen Sozialdemokraten, die tsche chischen Nationalsozialisten, Kommunisten sowie die deutschen Nationalparteiler und Nationalsozialisten, während insbesondere die deutschen Klerifalen sich nicht rühren, trotzdem fich zahlreiche erregte Zwischenrufe von kommunistischer und sozialistischer Seite gerade au sie wenden. Von den tschechischen Parteien sind es namentlich die Nationaldemokraten, welche ob ihres offensichtlich beamtenfeindlichen Verhaltens mit einem Hagel von Zwischenrufen überschüttet werden. Schließlich gibt der Vorfizende das Resultat der Abstimmung bekannt: me hervor. Blutige Auseinandersehung. In Proßnitz, das bekanntlich einer der Herde der fascistischen Seuche ist, fand Montag eine Gin diesbezüglicher Antrag des Genossen Heeger im Parlament angenommen. Unglaubliche Bevorzugung der kriegsbeschädigten ameritanischen Legionäre. Gegen antifascistische Versammlung statt, in der der Ve gionärabgeordnete David und der tschechisch die behördlichen Uebergriffe bei zuerkennung von Unterhaltungsbeiträgen. fozialdemokratische Abgeordnete Bechyně spra Prag, 8. Juni. Während die Aufmerksam-| Deutschland lebender 25prozentiger Invalide tsche- Himmel stattfand, nahmen gegen 4000 Personen tschechen. An dieser Versammlung, die unter freiem keit des Parlaments in der heutigen Sißung chischer Staatsbürgerschaft eine Monatsrate von feil. Der größte Teil der Tlnehmer zog nach der hauptsächlich ven in kleinen Konventiteln sich ab etwa 45 K bekommt, während ein 100prpozcanger Versammlung zum Gewerbehaus, wo die Faabspielenden Beratungen und Stämpfen über die völlig erwerbsunfähiger Invalide mit vier Stiniciften eine Gegenversammlung ab Zölle gewidmet war, die noch vor(!) den Staats. dern von der Tschechoslowakei den lächerlichen hielten, und drang in diese Versammlung ein. Es beamtenvorlagen zur Berhandlung kommen wer Betrag von etwa 300 K monatlich erhält. Wenn fant zu einem Sandgemenge, in das schließ den, gelang es unserer Partei, in der Frage des die Regierung die Bezüge unserer Kriegsbeschädig- lich die längst bereitgestellte Gendarmerie als Unterhaltsbeitrages für die Zeit der militärischen ten in Amerika valorisiert, dann müßte sie es schüßerin der Fascisten eingriff. Die Dienstleistung einen immerhin beachtenswerten auch bei den in Deutschland lebenden Kriegsbe- Antifascisten wurden aus dem Saal gedrängt und Erfolg durchzusehen. Mit Unterstüßung der tsche- schädigten tschechischer Staatsbürgerschaft tun. dann die Straßen mit aufgepflanzten chischen sozialistischen Parteien wurde eine Resolu Und wie wurden denn diese und ähnliche Bajonetten gesäubert". Das Interessanteste tion des Genossen Heeger genehmigt, wonach Fragen bisher bei uns behandelt? Ein gefühlloser und Bezeichnendste ist wohl, daß die Fascisten die Regierung aufgefordert wird, das schon längst Bürokratismus hat den Rentenempfängern viel- unter dem Schutze der Gendarmerie aus der Verversprochene, verbesserte Gesez über den fach noch aus nichtigen Gründen die fargen fammlung abzogen, und daß jeder einzelne Unterhaltsbeitrag chestens vorzulegen, damit den Renten vorenthalten, wegen Fristenver- dieser Selden sich von einem Gendarmen vielen Unzufömmlichkeiten und willkürlichen Aus- fäumung wurden Unzählige abgewiesen. In vie- bis nach Hause begleiten ließ. Acht legungen seitens mißgünstiger Behörden endlich len Fällen haben die Behörden, vor allem das Personen wurden bei dieser Auseinandersetzung ein Ziel gesetzt wird. Breslauer Konsulat, Eingaben über verlegt, ein Mann erhielt eine schwere Kopfwunde Die frassen Uebergriffe allzueifriger Bezirkshaupt nicht oder nur sehr spät beantwortet. Mit durch einen Stockschlag. paschas gegen die armen Frauen der Eingerückten, welchem Recht zieht man jetzt einen Trennungsdie unter nichtigen Gründen um ihren Unterhalts- strich zwischen kriegsbeschädigten Legionären und beitrag gebracht und nach allen Regeln der Kunst solchen Kriegsbeschädigten, die nicht Legionäre schifaniert werden, wie sie heute Genosse e e- waren? ger vorbrachte, fordern unverzüglich Abhilfe, und das lann nur durch das neue Gefeß geschehen, das die Regierung jetzt vorzulegen verpflichtet ist, wenn sie auf die Willensäußerung des Parlamentes überhaupt noch etwas gibt. Genosse Heeger Das vorliegende Gesetz ist ein einseitiges Flickwerk, aus Protektionsgründen entstanden, und soll dem aus Protektionsgründen entstanden, und soll dem Staatsbürger erster Güte, dem tschechoslowakifchen Legionär, eine bevorzugte Stellung einräumen. Wir fordern deshalb eine allgemeine Verbesserung und Vereinheitlichung der Kriegsbe schädigtenfürsorge gestrigen Parlamentsjißung bildete die RegieDen ersten Punkt der Tagesordnung der rungsvorlage eines Gesetzes, durch das der§ 81 des Gesetzes über die Militärversorgungs- Gebühfür den Antrag 111, gegen ihn 144 Stimmen. en abgeändert wird. Durch diese Vorlage soll 79 und haben auch einen diesbezüglichen Resolufriegsbeschädigten Legionären tschechischer Staats- tionsantrag eingebracht, wir nehmen an, Dieses Abstimmungsergebnis ruft neue Stür- bürgerschaft, bezw. deren Witiven und Waisen, daß das Haus diesem Antrag seine Zustimmung die in Amerika leben, ein Betrag von 1,1 Millio- geben wird, damit auch die Not unserer Kriegs Aber schon erhebt sich der tschechische National nen Kronen, rüd wirkend vom Jahre beschädigten, die in anderen Ländern als gerade fozialiſt Bergmann und stellt einen fast gleich- 1920 bewilligt werden, angeblich um die verschie- in Amerika wohnen, gemildert wird. lautenden Antrag, nämlich die drei Beamtenvordene Kaufkraft der beiden Währungen auszuglei- ich mich hier beschäftigen, mit der Noch mit einer zweiten wichtigen Frage will lagen bor die Zollvorlage zu setzen. Es kommt chen. neuerdings zur Auszählung des Stimmergebnisses, Regelung der Unterhaltsbeiträge. wobei die Nationaldemokraten, welche sich anscheinend doch nicht als Feinde der Staats- nahm hiezu als erster Debattenredner Stellung Im Jahre 1921 wurde ein diesbezügliches Gesetz beamten hinstellen lassen wollen, auf einmal um- und protestierte dagegen, daß man nicht auch beschlossen und im Jahre 1922 verlängert. Die fallen und ebenfalls für den Antrag stimmen. gleichzeitig die Frage der Valorisierung der Regierungsvertreter haben bei den damaligen Trotzdem ergibt sich auch hier nur eine Minder- Striegsbeschädigten- Renten der in anderen Län- Ausschußverhandlungen erklärt, daß auf Grund heit von 122 gegen 132 Stimmen für den Antrag, dern wohnenden tschechischen Staatsangehörigen der bisherigen Erfahrungen ein neues Geder somit abgelehnt erscheint. aufrollt. Hier handelt es sich darum, 79 tschechi- se baldigit unterbreitet werden wird. Ein solDie morgige Sizung wird sich also sofort mit schen kriegsbeschädigten Legionären in Amerika ches Gesetz wurde aber bis heute nicht vorgeden Zöllen zu befaffen haben, während die Staats- ihre gegenwärtige Rente su valorisieren, legt. Aber auch beamten selbst auf die von der Regierung bean- also den Teuerungsverhältnissen ihres Landes antragte gänzlich ungenügende Lösung ihrer zupassen. Man geht noch weiter, und will das Gehaltsfrage dank der Beamtenfreundlichkeit der sogar rückwirkend vom Jahre 1920 an tun. Agrarier, Klerifalen und Gewerbetreibenden deutscher und tschechischer Nationalität noch weiter Warum geht die Regierung nur gegenüber einem fleinen Kreis mit solcher Noblesse vor? Wenn die Regierung sich dessen klar ist, daß die Lage der Kriegsbeschädigten verbessert werden muß, dann darf sie warten fönnen. Die Agrarier wollen eben ihre Wuchergewinne möglichst bald einſacken; daß die Staatsbeamten und Lehrer durch die neuen Zölle um einen großen Teil ihrer bescheidenen Mehrteinen einseitigen Protektionismus einnahmen bereits wieder gebracht werden, bevor noch ihr neues Gehaltsgesetz überhaupt in Straft treiben, sondern hätte die verdammte Pflicht und tritt, rührt weder die Bauern noch die Klerikalen, Schuldigkeit, die Frage für alle in Betracht komt bie fich ganz in ihre Stongrua verbiffen haben und menden gleichmäßig zu regeln. Diese aufihr zuliebe sich den Zollvucherern mit Saut und fallende Differenzierung der Kriegsbeschädigten in Staatsbürger 1. und 2. Klasse Haar verschreiben. Um so mehr muß dieses beispiellose Verhalten insbesondere der deutschen ist unzulässig. Wir haben tausende KriegsbeschäChristlichsozialen, die bei der heutigen Abstimmung digte in der ärgsten Not; die Regierung geht jedoch das Zünglein an der Wage bildeten, der Beamten darüber einfach hinweg. schaft gegenüber vor aller Deffentlichkeit angeprangert werden! 36 Aus dem Tschechischen von Richard Branbets. Moral en gros. Ein Roman wider alles Herkommen Von Jiři Haußmann. Auch die wissenschaftlichen Kreise beteiligten Genosse Heeger weist sodann an Hand von besonders trassen Beispielen nach, daß z. B. ein in Autors in allen führenden Blättern des Auslandes erschien. Er begann mit den Worten: Gott straf den Süden! Den frechen Störenfrieden Soll Feld und Wald das Blut der eignen Und wie im Sumpf des Wandrers Fuß darin Gott straf' den Süden! das bisher gültige Gesch wurde durch eine willkürliche gefeßwidrige Auslegung noch zu Ungunsten der Anspruchsberechtigten verschlechtert. Eine noch unmöglichere Auslegungpraris tätigt die Bezirkshauptmannschaft in Teplik Schönau. Die geht noch viel weiter und erlaubt sich die Ungeheuerlichkeit, solche und wenn der Arzt feststellt, daß die Frau förperFrauen amtsärztlich untersuchen zu laffen, lich gesund ist, wird ihr der Unterhaltsbeitrag berweigert. Das ist ein brutaler Willfüraft, der sich auf keine gesehliche Handhabe stützt. Wir müssen fragen, ob diese Organe über höheren Auftrag so vorgehen, oder auf eigenen Antrieb Ministerium entsprechende Weisungen herausgibt, derart handeln, und verlangen vor allem, daß das worin auf das Ungehörige dieses Vorgehens hingewiesen wird. Ferner müssen wir fordern, daß die Regierung das längst versprochene Gesetz über den unterhaltsbeitrag sobald als möglich herausgibt. Ich ersuche daher das Hohe Haus, unserem Diesbezüglichen Resolutions- Antrage zuzustimmen. ( Beifall.) Nachdemt noch der Deutschnationale Horpynka sich ebenfalls gegen die einseitige Bevorzugung der Legionäre gewehrt und die Vorlage abgelehnt hatte, wurde bei der folgenden Abſtimmung zunächst die Vorlage wohl unverändert angenommen. Immerhin hatte Genosse Seeger der zweite Teil feines angekündigten Resolutionseinen wichtigen Erfolg zu verzeichnen, da antrages, der verlangt, daß das Gesetz über die Unterhaltsbeiträge vont 10. März 1921 derart abgeändert werde, daß der volle Unterhaltsbeitrag allen Angehörigen von in Lohn- oder Gehaltsbezug stehenden Personen gewährt wird, Die Bezirksbehörden, die über den Anspruch auf welche zur militärischen Dienstleistung oder zur den Unterhaltsbeitrag zu entscheiden haben, be- Waffenübung eingerückt sind, mit den Stimrufen sich hier auf den§ 4 und vergessen, daß im men der deutschen Parteien und der Motivenberichte hiezu ausdrücklich erklärt wurde, tschechischen Sozialdemokraten und daß alle Personen, deren Unterhalt und Erwerb Nationalsozialisten angenommen von den Einberufenen abhängig ist, Anspruch auf wurde. den Unterhaltsbeitrag besißen. Trotzdem legen viele Bezirksbehörden diefen Paragraphen anders die das vorliegende Gesetz für die Regionäre in den aus und weisen die Frauen der Eingerückten viel- Vereinigten Staaten festlegt, in gleicher Weise fach mit der Begründung ab, daß sie ar- und mit gleicher Rückwirkung auch auf fämtbeitsfähig sind und daher feinen liche Kriegsbeschädigte und deren HinAnspruch auf den Unterhaltsbe i- terbliebene anzuwenden, verfiel freilich der Abtrag besigen. Es ist natürlich in den meisten lehnung. Hoffentlich läßt die Regierung mit der Fällen unmöglich, daß eine solche Frau während geforderten Verbesserung des Gesetzes über die der Waffenübung ihres Mannes gleich Arbeit fin- Unterhaltsbeiträge nicht allzulange auf sich det, die sie und ihre Kinder ernähren kann. Der erste Teil seines Antrages, die Vorteile, warten! ten versehen, einige fogar mit Versen. Beim Volke stopfte förmlich die Patienten mit Schokolade, riefen diese geistreichen Spielereien Lachsalven Buderwerk und Himbeersaft, beaufsichtigte person hervor und mancher ehrbare Bürger hing fie lich die Tätigkeit der Aerzte und bisitierte mit be über den Ehebetten neben dem Bilde der heiligen sonderer Vorliebe die Küchen, wo sie das für die Familie auf. Soldaten bestimmte Essen zubereitete und ber Aber den hellsten Lichtblick bildete die Tätig fostete. Ihre rührende, offenbar vom Vater gefeit des utopistischen Roten Streuzes. Die Ver- erbte Humanität bewies sie gleich an dem ersten versinken! dienste dieser hervorragenden Institution vermag Verwundeten, den das Nordviller Lazarett auferst die Geschichte in gehöriger Weise zu würdigen, nahm. Es war ein Feldwebel, dem bei einer und wer ihre großartigen Leistungen nur etwas Requirierung ein störrischer Gaul durch einen Das Gedicht wurde sozusagen zur neuen näher fennen lernte, muß dem geistreichen Aus- plötzlichen Hufschlag drei Rippen zerbrochen hatte. sich aufopfernd an dem Verteidigungswerke. Der Nationalhymne von Nordutopien und besonders spruche des Ministers Sir Lästrigon beipflichten, Die Weiß fragte ihn, was er am liebsten effent ehrenwerte utopische Nationalphilosoph Wetter- das Losungswort„ Gott straf' den Süden!" er-„ daß nur der Krieg allein mehr an Uebeln, als möchte, und auf seine Antwort, er hätte am liebfahn eröffnete an der Universität einen Vortrags- langte eine ungewöhnliche Popularität. Das in bas Rote Kreuz an Gutem stiften könne". Die ſten eine tüchtige Portion Salbspapra, begab sie zyklus unter dem Titel:„ Das ethische Problem des nationalen Dingen sehr empfindliche Mittagsblatt Regierung selbst war auf das eifrigste mit weitver- sich selbst in die Küche, wo sie persönlich, die anStrieges", in welchem er bewies, daß dieser nach Das geknechtete Volt" änderte feinen Namen zweigten Aktionen um das Gedeihen dieser segens- gebotene Hilfe der Berufstöchin ablehnend, eine dem Gesetze der natürlichen Auslese die unerläß- dahin ab, den Leitartiklern diente es als geetg reichen Einrichtung bemüht. Schulen, Asyle, Kin- Schüssel voll des verlangten Leckerbiffens zubeliche Voraussetzung einer gedeihlichen ethischen netes und tiefsinniges Motto, die Wände der dergärten wurden geschlossen und in Militär- reitete. Der Soldat genoß einige Biffen davon and psysischen Entwicklung der Menschheit sei. öffentlichen Pissoirs wimmelten nur so davon und spitaler umgewandelt; Prostituierte, die infolge und starb unmittelbar darauf. Aber die patrioti Auch der greise Professor für internationales eine Firma benüßte es als Schupmarke für ihre der Versittlichung nicht mehr bei ihrem alten Be- schen Zeitungen priesen den grenzenlosen WohlRecht, Krauterer, nahm die Feder zu Hand, um in Gummiartikel. Schließlich setzte sich die Gewohn- rufe bleiben wollten, als Pflegerinnen angestellt, tätigkeitssinn der jugendlichen Vorsitzenden, die der Abhandlung ,, Macht und Recht" klarer als heit fest, statt des üblichen Morgen- oder Abend den Staatsbeamten und Arbeitern fünf Prozent dem armen Teufel wenigstens die leßten Augen der Sonne Licht die Unbeständigkeit von Friedens- grußes mit den Worten,„ Gott straf den Süden!" zugunsten der Kriegsfürsorge abgezogen und die blice seines qualvollen Lebens versüßt hatte. Und verträgen und ihre völlige Wertlosigkeit gegenüber zu grüßen und zu erwidern: So sei es!" l übrigen Schichten, namentlich die Wohlhabenden, sie hatte sie ihm tatsächlich verfüßt. denn wie sich den nationalen, wirtschaftlichen und industriellen Eine andere Attraktion bildete eine Serie mit einem flammenden Appell wenigstens zur später bei der Obduktion herausstellte, war dem Interessen der Einzelstaaten nachzuweisen. wißiger patriotischer Ansichtskarten, die von einem freiwilligen Unterstüßung aufgefordert." Paprila nicht weniger als ein Viertelfilogramm Auch die Literaten blieben nicht zurüd. Unter unbekannten Meister hergestellt worden waren Wahrhaft unsterbliche Verdienste um das Buder beigemischt gewesen. Im Zeichen dieser dent Schlagworte:„ Das Ende des Aestheten" ver- und in allen Bapiergeschäften gleich neben den Rote Kreuz erwarb sich die junge Vorsitzende fieberhaften Vorbereitungen verstrichen die schidwarfen sie ihre disherige literarische Tätigkeit, so- Kopien von Sonardo oder Skaffael ausgestellt felbft, die wohltätige Miz Mary Chrysopras, alsschweren achtundvierzig Stunden, weit sie nach Lartpourlartismus schmeckte, um ihr wurden. beren Name sogar bei den gewöhnlichen Soldaten fübutopischen Regierung zur Beantwortung der Können ganz in den Dienst des Vaterlandes zu Eine dieser Schöpfungen jenes Künstlers ent- so populär wurde, daß sie von ihr in drolliger Note bemessen waren. stellen. Verträumte Symbolisten begannen blutige hielt die Reproduktion der Stöpfe eines Sundes, Naivität und einer allerdings verzeihlichen Da diese aber, wie bekannt, innerhalb der Epen zu schreiben, Dekadents Militärhumoresken, eines Ochsen, eines Schweins und einer Schlange; Familiarität nicht anders sprachen, als von unse- vorgeschriebenen Frist die Note nicht einmal erFutaristen sentimentale Kriegsromane, die wurden fie auf bestimmte Art zufammengefaltet, rer schwarzen Mary". Und tatsächlich verdiente halten hatte, konnte sie selbstverständlich darauf Stubisten historische Dramen mit nationaler Ten- so ergab sich aus den unverdeckten Teilen der Tier- die menschenfreundliche Dame diese unverhüllte nicht reagieren und infolgedessen trat nach Verbenz. Großes Aufsehen erregte auch in der aus- föpfe ein Bild der Argyropas; die übrigen An- Zuneigung ihrer Schußbefohlenen voll und ganz. lauf dieser zwei Tage zwischen den beiden ländischen Presse namentlich der Saßgesang" von fichtskarten veranschaulichten verschiedene blutige Denn ohne der eignenen Müdigkeit oder der ge- Republiken automatisch der Kriegszustand ein dem bisher wenig bekannten Lyrifer Caro- Ferina, Szenen und waren mit verhöhnenden Ueberschrif- fellschaftlichen Stellung zu achten, sorgte fie per- und das Nordviller Kabinett hielt es für unerder zum erstenmal in der Sonntagsbeilage für sönlich und ohne Anspruch auf ein Beichen der läßlich, zu weiteren geeigneten Maßnahmen zu Unterhaltung und Belehrung" der ,, Altpatrioti-*) Eine Parodie auf E. Lissauers baßgefang". Pantbarkeit um deren irdisches Wohlergehen, schreiten. Zunächst wurden für zwei Milliarden schen Blätter" und später mit Zustimmung des( 2. d. U.) die der Bweimal täglich besuchte sie alle Strankenhäuser, Schatzscheine gedruckt.( Fortsetzung folgt.) 9. Juni 1926. Trauerfeier für Genoffen Hillebrand im Barlament. Hindenburg steht für die Fürsten ein. Seite 3. Die Zollvorlage im Budgetausschuß Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Abge. Er hält an seinem Brief left. Ein offenbar Ein offenbar verfassungswidriges Berhalten, noch lange nicht fertig. ordnetenhauses hielt Präsident Malypetr dem über das die Sozialdemokratie Rechenschaft fordert.- Neuwahlen? verstorbenen Genossen Hillebrand, der seit Bestand Berlin, 8. Juni.( Eigenbericht.) Der Der Budgetausschuß beendete Dienstag gegen der tschechoslowakischen Nationalversammlung ihr Swed, den die Rechtsparteien mit der Veröffent- Loebells in großer Berlegenheit sein und für 10 Uhr vormittags von neuem einberufen; Die Regierung soll über das Vorgehen 5 Uhr früh die Generaldebatte und wurde schon Mitglied war, einen Nachruf, der von allen Anwe Fürstenenteignung verfolgten, haben sie auch er- Hindenburgs bezeichnen, um sich aus der Schlinge daß vormittags der Vorsitzende mit diesem Sin Anweihung des Hindenburgbriefes zur Frage der will den Briefwechsel als eine Privatangelegenheit offiziell galt die Sitzung nur als„ bertagt", fo fenden stehend angehört wurde. Der Platz Sille reicht, da der Reichspräsident durch sein Bureau ziehen. Es wird ihr aber nicht gelingen, denn weis die Delegierung des Genossen Schweichbrands war mit einem Kranz roter Nelten und erklären ließ, haß er zu dem Inhalt seines Briefes es ist Klar, daß der Reichspräsident ohne Gegen- hart zu den Ausschußberatungen an Stelle des Rosen geschmüdt. Unsere Genossen trugen die stehe und auch dessen Veröffentlichung durch zeichnung der Regierung eine solche Aeußerung als Genossen Taub glatt ableonte, trotzdem Genosse Loebell nicht beanstände. Dadurch ist die Person politisches Kampfmittel öffentlich nicht gebrauchen ei bl gegen dieses ganz ungewöhnliche Vorgehen des Reichspräsidenten nunmehr in den Mittel- darf. Malypetr führte folgendes aus: punkt des politischen Kampfes gerüdt. Die Besofort Protest einlegte. Dieses Vorgehen ist allerhauptungen der Rechtspresse, daß erst durch die die Vertreter der Opposition, die vorwiegend die dings eine wohldurchdachte Methode. Man glaubt, Enthüllungen des Vorwärts" die VeröffentDebatte bestreiten und so durch die ununterbroche lichung des Briefes erzwungen worden sei, find nen Verhandlungen weit mehr angestrengt sind, erlogen, wie der Vorwärts" heute durch den Abeher mürbe machen zu können. druck des seit längerer Zeit vorbereiteten Plakates, das demnächst auch als Flugblatt in einer Auflage bon zwölf Millionen im ganzen Reiche verbreitet werden soll, nachzuweisen in der Lage ist. rote Nelte. Während der kurzen Dauer der zweiten Wahlperiode unseres Hauses betrauern wir schon wiederum das Hinscheiden eines weiteren unserer Kollegen. Oswald Hillebrand, Abgeordneter der Deutschen sozialdemokratischen Partei, folgte feinen Gefährten Seliger und cermat, mit benen er gleich im Jahre 1920 in unser Barla venen er gleich im Jahre 1920 in unser Barlas ment entfendet worden war. Dornig war sein Leschiebung des Regierungsentwurfes über die Für Die Sozialdemokratic fordert bis zur Verab stenabfindung, der schon in den nächsten Tagen vorgelegt werden wird, volle Klarheit über den Hindenburgbrief und die Stellung der Regierung hiezu. Da die Sozialdemokratic es in der Hand hat, das Gefeß zu Fall zu bringen, so kann sich Zölle begonnen, die durch formale Anträge der Vormittag wurde die Spezialdebatte über die daraus eine schwere Regierungs- und Opposition wieder einen sehr schleppenden Verlauf Präsidentenkrise ergeben, die nur durch nahm und schließlich gegen Mittag wegen der benslauf. Troß seiner gedrückten Familienversteht, ist unschwer zu erraten: die ehemaligen Für fratic hat, wie das Ergebnis von Mecklenburg be- die Beratungen des Ausschusses noch nicht Wer hinter dieser ungeheueren Propaganda Neuwahlen zu lösen wäre. Die Sozialdemo- Haussigung abgebrochen werden mußte. Trotzdem hältnisse studierte er in Troppau an der Lehrer- ften und einige Großunternehmerverbände sind es, weist, Neuwahlen durchaus nicht zu fürchten, son- beendet sind und vielleicht in der abends wieder dern kann mit gend vom Schulfatheder aus wurde er ein Leh ganda bezahlen. bildungsanstalt. Aber statt eines Lehrers der Ju- die die Riesenkosten der rechtsradikalen Propliche Klärung der politischen Situation erwarten. Plenarsizung nicht erledigt sein werden, wurde rer des Volkes von der Rednertribüne aus und in der Presse. Die Anfänge in dieser Richtung machte er in seiner Heimat in Schlein durch und kam dann infolge feiner hervorragen. Die Finanzkontrolle Ungarns bleibt. den Eigenschaften bald in das Zentrum der Organisationsbewegung der deutschen Sozialdemokratie, nach Tepliß in Böhmen; bald ließ er fich als Genf, 8. Juni. Das Ratsfomitee für Unfozialdemokratischer Redakteur der Zeitschrift garn hat sich gegen die vollkommene Abschaffung " Boltswille", als Propagator und Organisa- der Finanzkontrolle des Völkerbundes in Ungarn tor in Karlsbad nieder, das ihm zur zweiten Hei- ausgesprochen. Der Generalkommissär mat wurde. Seine feurige Beredtsamkeit, seine Smith wird zwar in der nächsten Zeit – vorgewandte Feder und seine erfolgreiche Arbeit in aussichtlich Ende dieses Monates seinen Poder Bewegung stellten ihn an balb führende Stel- ften verlassen und soll auch keinen Nachfollen in der Partei und eroberten ihm im Jahre ger erhalten, dagegen bleibt die Kontrolle 1911 das Abgeordnetenmandat für Asch im Wie über die Pfänder und über die Restner Parlament. Im tschechoslowakischen Barla- bestände der Bölkerbundanleihe in ment gehörte Hillebrand gleich vom Jahre 1920 der Höhe von 83 Millionen Goldkronen bestehen. Die technischen Einzelheiten zur weiteren Ausübung der Kontrolle follen vom Finanzausschusse des Bölferbundes noch einer Prüfung unterzogen werden. an zu den eifrigsten seiner Partei. Im Initiativ, Immunitäts, Rultur, verfassungsrechtlichen, Budget- und im Ständigen Ausschuß, sowie im Ueberprüfungsausschuß und im Plenm betätigte er sein feuriges Temperament, seine reiche Lebens Die Entschließung des ungarischen Komitees erfahrung und die Güte seines Herzens, das warm des Völkerbundrates erfolgte auf Grund des Befür soziale Reformen schlug. Viele Initiativan- richtes des Finanzkomitees des Böllerbunträge und Anträge zu Vorlagen, viele Interpel- des, der ungarische Ministerpräsident Bethlen lationen und Anfragen, Reden und Rundgebun- ciklärte sich mit diesem Berichte einverstanden und gen waren der Ausdruck seiner Bestrebungen und Absichten. Er war nerent egter Kämpfer, ständig bereit zur Abwehr wie zum Angriff. So heftig er um sein und anderer Qeben gerungen hat, so stark rang er auch mit dem Tode. Biele Jahre troßte er mit seiner Kraft und Energie der Kraft und Energie des Todes, bis er unterlag, noch nicht 47 Jahre alt." Die Sundgebung wird dem Protokoll Sigung einverleibt. sprach den Wunsch aus, daß das ungarische Komitce schon jeßt das Datum des definitiven Rüd. trittes des Generalfommissärs des Völkerbundes trittes des Generalfommissärs des Völkerbundes feitiche. Chamberlain stellte zu diesem Ansuchen den Antrag, daß das ungarische Stomitee in dieser Frage die Ansicht der Finanzlommission des Böllerbundes anfordere. Sodann gab Briand namens der französischen Regierung eine Erklärung ab, in welcher er * die Zollvorlage dennoch bereits auf die morgige Haussigung gestellt. Der englische Streif. Nach der Geschäftsordnung ist ein solcher Ergebnislose Verhandlungen. Vorgang zwar zulässig, da die dem Ausschusse geLondon, 8. Juni.( Reuter.) Heute vor die Vorlage somit auch ohne Ausschußbericht ins stellte fünftägige Frist bereits abgelaufen ist und mittag find vier Delegierte des Bergarbeiter- Plenum gebracht werden kann, aber in Wirklichkeit verbandes mit vier Delegierten der Grubenbesißer ist es eine unglaubliche Provokation zusammengetreten, um unverbindlich die gesamte seitens der Zollmehrheit, vor der selbst die NatioSituation durchzuberaten. Die Arbeiterdelegierten Vorlage, die Milliarden neuer Lasten dem Konsum waren von ihrer Föderation ermächtigt, die Vor- aufbürden will, dem Budgetausschuß nicht einmal fchläge der Grubenbesitzer lediglich anzuhören und seine Beratungen darüber ordentlich beenden zw sie dann zur Begutachtung der Bergarbeiter- laffen. exekutive vorzulegen. Nach dem Abschluß der Konferenz erklärte der Die Konferenz dauerte über drei Stunden. Sekretär der Bergarbeiter Coot, die Lage habe sich nicht verändert. Die Vereinigung der Grubenbefizer teilte kurz darauf mit, daß keine unmittelbare Hoffnung darauf bestände, daß die Bespren chungen fortgesetzt werden würden. Zimmermann geht. Desterreich hat beſchloſſent, dent Poſten des GeneDesterreich hat beschlossen, den Posten des Generalfommissärs für die Finanzfontrolle des Völkerbundes in Desterreich Ende dieses Monates end gültig aufzuheben und dem Generalfommissär Zimmermann zu diesem Zeitpunkte abzuberufen. Rüge für die polnischen Kommunisten. Der färgliche Rest von Ansehen, der der parneuen Zollfoalition unter tätiger Mitwirkung der Stoalition noch gelassen wurde, wird jest von der lamentarischen Arbeit seitens der allnationalen deutschen Agrarier und Klerikalen, von den drei Männlein der Gewerbepartei überhaupt nicht zu reden, noch vollends vernichtet. Außer an Zölle und Kongrua denken diese Leute schon an gar nichts mehr! Protest der organisierten Verbraucher gegen die Zollvorlage. Vorsprache von Genossenschaftsver. tretern beim Ministerpräsidenten präsidenten Cerny, sowie bei dem Präsidenten und den Kammerpräsidenten. Am 8. Juni 1926 erschienen beim Ministerder sich zwar prinzipiell mit der Aufhebung der FunkWarschau, 8. Juni.( Tsch. P. B.) Die Wil- des Senates Klofac und beim Präsidenten des tion des Generallommiffärs für Ungarn einver- naer Blätter melden aus Moskau, daß das Ere- Abgeordnetenhauses Malypetr eine Deputa standen erklärte, jedoch darauf beharrte, daß da- kutivkomitee der dritten Internationale beschlossen tion der organisierten Verbraucherschaft, bestehend burch in feiner Weise die Kontrolle der politischen habe, der kommunistischen Partei Polens wegen aus den Vertretern des„ Ústředni svaz sl. Trauerfizung unseres Klubs, Fragen berührt werde. Diese politischen Fragen, ihrer Stellungnahme während des Mai- Umsturzes Družstev" Präsident Jirasek und Direktor Ludie mit der finanziellen Sanierung Ungarns im in Warschau eine Rüge zu erteilen. Die Mostig, des Verbandes deutscher WirtschaftsgenossenIn der gestrigen Sitzung unseres Abgeordne. Zusammenhange ſtehen, ſagte Briand, müssen noch fauer Internationale stellt fest, daß sich die pol- schaften in Prag, Abgeordneter Dietl und Fi In der gestrigen Sitzung unseres Abgeordne- in der gegenwärtigen Tagung des Völlerbundrates nischen Kommunisten, auf die Seite Pilsudskis ge- ich er, welche den genannten Herren ein schriftfenklubs gedachte der Vorsitzende Genosse Dr. durchberaten werden. Die Vertreter Italiens, Ru- stellt hätten und dadurch die kommunistische Be- liches Memorandum überreichten, welches von der Czech ebenfalls einleitend des großen Verlustes, mäniens, Südslawiens und der Tschechoslo- wegung in Polen fompromittierten. Nach Durch- Unie der tschechoslowakischen Genossenschaften den unsere Partei und der Klub durch den Hin- wakei schlossen sich dieser Erklärung Briands an. beratung der durch die Neuwahl des Präsidenten mitgefertigt war. In diesem Memorandum find gang des Genossen Hillebrand erlitten hat. Der Obmann des Finanzkomitees, der Schivei- der Republik in Polen geschaffenen Lage hat das die Forderungen der 900.000 Familien, welche in Auch hier war der Platz des Verstorbenen mit bann, es wäre irrig zu glauben, daß durch die Ab- fommunistische Partei Polens aufgefordert, den über der Zollvorlage niedergelegt worden; es Auch hier war der Platz des Verstorbenen mit zerische Delegierte Leopold Dubois erklärte so- Exekutivkomitee der dritten Internationale die den genannten Verbänden vereinigt sind, gegenBlumen geschmückt. reise des Generalfommissärs aus Ungarn die ge- Kampf sowohl gegen die Fascisten als auch gegen wurde besonders auf eine Reihe von äußerst harfamte Kontrolle des Völkerbundes dort aufhöre. die Anhänger Pilsudstis aufzunehmen. ten Bestimmungen aufmerksam gemacht, welche Jugend am Grabe Hillebrands. Schwarz flattern Fahnen im Winde. Lassen heiße Herzen dumpf erflingen. Lassen gläubiges Soffen auf Stunden zerrinnen. Und schmerzzerrissen lehnen sich Herzen an Trauer. Küssen bunte, lebensbejahende, Herzbluttote und streitbare Fahnen und Bänder in stum mer Größe den Flor. Wogen Tausende und Tausende von Menschen auf Straßen und Plägen, getragen von dumpfer Qual der Gewißheit: Oswald Hillebrand ist nicht mehr!" Oswald Hillebrand! Ein Kämpfer liegt vor ihnen. Ein leuchtendes Vorbild für ihre werdenden Tage, wo sie mit dem Einsatze ihres wahrheitsdurchglühten Seins, das Panier des Proletariats, des Menschentums, durch Not und Sturm tragen. Tragen in Wünschen heiß wie Weißglut der Sonnen. Hinaus in Dorf und Weiler, in Stadt und Land, als Herolde und Künder. Jugend blickt in die Augen weißbärtiger Veteranen. Sieht Männer, die eins sind mit dem Toten da im schwarzen Gewölbe. Sicht Augen, die brennen in stummer Trauer um ihren Bruder, Führer und Berater. Ehrenwache. Und tropig flammen ihre Herzen. Stummen Schwur in ihren Brüsten tragend. Wir wollen kämpfen, wir wollen siegen. Wir wollen Deine Worte tragen, in Stuben und Sammern, in Fabriken und Kontore. Wir wollen Träger sein der heiliggroßen Menschheitsidee, der Du Dein Leben geweiht!" den Herzen Tausender und Abertausender, die mit] Hohl tönen die Schollen in seine Gruft. ihm ziehen, unauslöschlich hinterließ. Und Proletarier gehen neuen Kämpfen enttums. Ein bleibendes Dentmal seines Menschen Und die Siechen und Kranken, die doppelt Belasteten, drängen sich ans Gitter. Mitten drin stehen sie in dem getragenen Leide. Schier unendlich ist der Zug, der da an ihnen allen vorüberschreitet. Alte Mütter, alte Väter, zerfurcht ihr Gesicht vom Entbehren, Entsagen, vom Kampfe des All tags. Im Sommer ihres Lebens Stehende, das gleiche Siegel tragend und Jugend in blühenden Jahren. Und doch leuchtet aus ihnen allen die gleiche Zuversicht, die gleiche Kampfesfreude, das gleiche Leid. Das einend Band. * Scheu knarren die Flügel des Friedhoftores. Eine große hehre Welt entsteht bei Deinem Namen. Ein Symbol.„ Du Mensch, der lichtum ftrahlt vor unserem Auge steht und stehen wird, mögen auch Jahre an Deinem Grabe vorübergie- Trauernde Klänge eines alten Chorals wei- egt sich lähmend der Schatten des Todes um unben, mögen Stürme und Wetter Deine letzte Ruhestätte umbrausen!" Stürme und Wetter sein Element. Sie werden ihn dort in der Tiefe weiter erzählen, von den Kämpfen, Stürmen und Siegen seines Volkes, des Proletariats. In Zeiten höchster Not dem Schoße der Natur entsproßen. Als Mensch, der um des Menschentums in hm zum Kämpfer ward. Ein Sohn feines Volkes. Jugend steht an seiner Bahre. Jugend, die die Fahnen weitertragen soll bis In die fernsten Tagen ihres Seins. fen Stumm lauschen sie dem stürmenden Brau-| Gefühle die in ihnen avüfen. hen seinen letzten Weg. Singen Kehlen hell und flar das Lied seines Lebens. bleiben!" „ Ein Sohn des Volkes will ich sein und Unübersehbar ist der Zug, die mit ihm ziehen. Die ihn begleiten mit gleichem sehnenden Soffen, im Kleide der Trauer, wie in den Tagen feines Wirkens, da seine Worte ihre Herzen zü beten. Und Straßen umfäumend, stehen abermals Tausende von Menschen. Ihre Augen sind Grüße dem, der an ihnen vorüberzieht. Hüte fallen, Häupter senten sich vor ihm. Kränze und Blumen vor ihm, heißpulsende Jugend nach ihnen. Und wer da kam aus bloßer Neugierde, um sere Brust. Ruhe und Frieden umgibt uns. Jugend trägt Kränze, die ihm die letzten Sarg senkt sich in den Schacht der Erde. Seine Blumengrüße bringen von seinem Volke. Der sülle verneinend mit dem Boden, dem er entstieg. Fahnen neigen sich. Trauergesang steigt in den Lüften empor. Schluchzend und steinernen Schmerz sieht der Raum. Tausenden, die gleich ihm lämpfend. Schulter an Menschen, seine Brüder, Genossen gleich den Schulter mit ihm, die heißesten Schlachten durch fochten, fprechen Worte des Abschieds an seinem Grabe. In ihren Worten rollt dumpfe Trauer, erklingt das Hohelied dieses Mannes, ersteht noch einmal fein gigantisches Ringen. Noch einmal entflammt sein Lebensbild alle nur zu schauen, er beugt sich vor der Größe des Herzen. Ein ewig fortdauerndes Gedenken errichToten, vor der Größe seines Lebens, das er da in tend, gegen. Oswald Hillebrand, Dein Name brennt feurige Male in unsere Herzen. Jugend, die mit Dir zog, scheidet von Dir. im heiligen Schwur. Deine Mission fortzutragen in gleicher begeisterter Hingabe. Baget nicht, Brüder und Schwestern! Bage nicht, du Proletariat! Uns allen brach das Herz, da er von hinnen schied. Nehmt auf die Fackeln, die er in Euere Herder Trägen und Abseitsstehenden. sen legte, und schleudert sie hinein in die Nacht Denn Dunkel lagert noch über so vielen Häuptern, die ja so lichthungrig sind. Dunkel läßt schmachten noch heißpochende Herzen. Senfet hinein das Licht, bohrt Stollen, führt sie auf Berge. Laßt Höhenfeuer flammen und künden den Fernen das Ziel. Brauset hinaus in die Lande die Rufe: Schließt Euch uns an, die ihr noch abseits steht! Schließt Euch uns an und fämpfet gleich uns um die Morgenröte der Menschheit! Bildet mit uns den Ring um ein geschlossen einig Proletariat, und die Tage der Befreiung sind nicht mehr fer den Vorkämpfer der. Unterdrückten, Geknechteten, Oswald Hillebrand, Du folgtest dem glühendem Feuergeifte Lassalles, Du, der Du selber zur Flamme wurdest. weiterleben in uns bis in den Tagen glücklicher Wir scheiden von Dir, doch Dein Wert wird Menschheit. gleich Dir! Priester der Menschheit. wollen wir sein Sivu T durch die Gefeheswerbung ber Zollvorlige bie Verbraucher treffen würden. Die Deputation hat hiebei auf die sozialen Aufgaben der Genossenschaften und ihren gemein nülßigen Charalter hingewieſen und auf die Wirkeinem Volffommenen Instrument der Reaktion geworden ist. Er erzählt von den Bemühungen der Generalität, die Verkürzung der Dienstzeit von 18. 9. Juni 1926. Tagesneuigkeiten. Der II. Kongreß der sozialistischen Jugendinternationale in Amfterdam. fche Erziehung einzuführen. Er erklärt es als eine Lebenshaltung einer Arbeiterfamilie. auf 14 Monate zu verhindern und die vormilitäri- Der Einfluß der Agrarzölle auf die famkeit, welche die Genossenschaften im Interesse Schmach für einen Staat, der sich auf eine moderne Unmittelbar unter dem Eindruck des ersten in Demokratic stützen will, den Feldwebel als vormili- durch Zeichnungen erläuterte Zusammenstellung Das fonntägige Pravo Lidu" bringt eine der Verbraucherschaft entfalten, die in ihrer ohne vies schweren Existenz durch die Zollvorlage auf ternationalen Jugendtages trat der zweite Stongreb tärischen Erzieher der Jugend zu bestellen. Er ver- über die Einwirkung der Zölle, wie sie die bürger das Aeußerste bebzoht ist, deshalb sprach sich die der Sozialistischen Jugendinternationale in Amster- weist noch auf die Versuche, in der Frage der Be- lichen Parteien beabsichtigen, auf die LebensualDeputation auf das entschiebenste gegen die dam zusammen. Der Kongreß, dessen Beratungen rämpfung des Militarismus zu einer Zusammen- tung zweier Arbeiter- und einer Beamtenfamilie. Gefeßwerdung der Vorlage aus. vom 26. bis 29. Mai dauerten, war sehr stark und arbeit mit den tschechischen Genossen zu kommen und Auf Grund der Angaben des statistischen Staatsvon 20 Jugendverbänden beschickt. Er wurde vom erklärt, daß diese Bemühungen fortgesetzt werden amtes verbraucht die Familie eines Bergar Eine Ohrfeige für die Gewerbepartei. Borsisenben der Jugendinternationale Piet Voogd, müssen. beiters, dessen Wochenlohn 124.32 K ist, für Die Reichsvereinigung der Kanfleute gegen das mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Die Grüße In der folgenden Debatte, die einen außer die Ernährung 72.79 Prozent des Lohnes, wäh „ berderbliche Hochschutzollſyſtem" und gegen die der sozialiſtiſchen Arbeiterinternationale überbrachte ordentlich intereſſanten Verlauf nahm und die sich rend für alle anderen Ausgaben 27.21 Prozent Des Genoffe Crifpien, die des J. G. B. Saffen auf großer politischer Höhe bewegte, sprachen noch Lohnes übrig bleiben. Nach Einführung der behohen Agrarzölle. Auf das hilflose Gestammel der deutschen Ge- nifierten Arbeiterschaft Stenhuis. Den Bericht wehrhaftmachung des Proletariats und über den Ernährung 78.27 Prozent des Lohnes ausgeben ba ch und die ber holländischen gewerkschaftlich orga. Heinz( Destereich über die Bedeutung der absichtigten Zölle wird dieselbe Familie für die perbepartei, die ihre bedingungslose Unterstützung über die Tätigkeit in den drei Jahren bes Bestan Kampf gegen den Faschismus, Broido( Rußland) müssen, so daß für alle übrigen Bedürfnisse nurber großagrarischen Zollforderungen damit rechtnuur. fertigen möchte, daß ja schließlich auch der Ge- des der sozialistischen Jugendinternationale erstattete über die Militarisierung der ruffischen Jugend, mehr 21.73 Prozent des Lohnes übrig bleiben. werbe- und Kaufmannsstand von den Agrar- ber internationale Sekretär Erich Ollenhauer, Schröter( Deutschland), Lange( Norwegen), Der zweite Fall betrifft die Familie eines Mczöllen profitieren werden, hat eine am Sonntag der in seinen Ausführungen den in einem pracht kundadze( Georgien), Vanderveeken( Bel- tallarbeiters mit einem Wochenlohn von pracht- Sundadze in Gablon; stattgefundene Tagung des Reichsver- bollen Büchlein vorliegenden gedruckten Bericht wirk. gien), Bohmann( Desterreich), Ghegier( Frank- 195 K. Diese Familie gab für die Ernährung bandes der Kaufmannschaft eine sehr deutliche fam ergänzte. Es iſt nicht möglich, Einzelheiten aus reich), Nasal( tschechische Jugend der Tschechoslo- 83.74 Prozent des Lohnes des Familienerhalters Antwort gegeben. In einer dort angenommenen diesem Berichte anzuführen, wir müſſent uns mit walei), Hofbauer( deutsche Jugend der Tscheche aus, für alle übrigen Bedürfnisse 16.26 Prozent. Entschließung heißt es u. a.: der Feststellung begnügen, daß die sozialistische Ju- flowakei) und Crispien( S. A. J.). Von Be- Nach Einführung der Zölle, wird die Familie für „ Die Kaufmannschaft wendet sich auf das schärfste gendinternationale sich in der kurzen Zeit ihres Be- beutung war die Erklärung des Vertreters der tsche- die Ernährung 90.3 Prozent ausgeben müssen, für gegen jedes weitere Vordringen standes gut entwidelt hat und daß ihre Organiſation chischen sozialdemokratischen Jugend, daß sie ent- alle anderen Bedürfnisse werden nur noch 9.97 cines sich immer verderblicher aus gefestigt dasteht. Nach dem Geschäftsberichte ſpra- schlossen ist, im Kampfe gegen den Militarismus Prozent übrig bleiben. Der dritte Fall betrifft wirkenden Hochschutzoll systems, ins- chen für die unterdrückte italienische Jugend Re- mit den deutschen Genossen einheitlich vorzugehen, einen Beamten der elften Rangsklasse mit besondere, wenn dies wie im gegenwärtigen Augen- ventlow und für die russische sozialdemokratische wie sie überhaupt die straffe Zusammenarbeit mit einem Monatsgehalt von 1203.60 K. Dieser verblide geschieht, wegen Verfolgung einseitiger Jugend Berner. Beide Redner gaben Schilde- der deutschen Bruderorganisation wünscht. Genosse brauchte für die Ernährung bisher 76.21 Prozent, Standesinteressen die Nahrungsmittel und rungen der Verhältnisse in ihren Ländern, unter ofbauer erklärte, die Ausführungen des tsche- für alles übrige 23.79 Prozent. Infolge der Einsonstigen lebenswichtigsten Gegenstände betrifft. denen die arbeitende Jugend ſozialdemokratischer chischen Genossen mit großer Freude zur Kenntnis führung der Zölle wird der Betreffende für die Wenn hier nicht Zollfreiheit zugestanden werden Gesinnung auf das furchtbarste zu leiden hat. An zu nehmen, und verwies auf die bedeutsamen Fort- Ernährung 89.74 Prozent ausgeben müssen, für lann, so darf der Zollschutz keinesfalls über die not- ben Geschäftsbericht und an die Ausführungen des schritte in der Auffassung der tschechischen Genossen alles übrige werden ihm nur noch 10.26 Prozent wendigsten Grenzen hinausgehen. Als solche er- italienischen und des russischen Genossen schloß sich seit Hamburg, wo der Vertreter der tschechischen übrig bleiben. In diesem Falle sind auch die absöllen die alten Vertragssäge mit dem Koeffizien- Bolschewismus und Faschismus, an der sich oder des tschechischen Militarismus gefunden hatte. of nach Einführung der Zölle 971.89 brauchen, also achten wir im Höchstfalle bei den Landwirtschafts- eine interessante Debatte über unser Verhältnis zum Bruderorganisation noch Worte zur Verteidigung ſoluten Zahlen angegeben. Der Beamte hat für 2 So die Ernährung 917.28 Seller gebraucht und wird " Darüber ist sie der Ansicht, daß mit der Einfüh- phat( Deutschland), Adermann( Desterreich), die Gefahren, die gewisse Schlagworte, wie unser K 655,32 mehr. Allen arbeitenden Menschen ( Boale Zion), Kundadze( Georgien), Weſt- baner sprach auch noch über den Völkerbund und monatlich um 54.61 K oder jährlich um rung ber feften Zölle, bis zum Bekanntwerden der Tetley( England), Vanderbeeken( Belgien), Baterland“ und„ unser Staat", in sich bergen und stehen also nach Einführung der Zölle zwei Wege Ergebniſſe unserer nächsten Ernte gewartet werben& andau( Polen) und Crispien( S. A. J.) be- betonte, daß es heute noch keinen Staat gebe, der offen: entweder weniger zu essen oder ihre sonstigen von den Arbeitern als ihr Staat betrachtet werden Bedürfnisse einzuschränken. Das ist das Ziel aljo, Am zweiten Sigungstage fprach Ollenhauer fönne. Die interessante Debatte über diesen Gegen- für das die tschechischen und bürgerlichen Parteien über„ Die politische der ten 3. mußte, da nur die Kenntnis dieser Ergebnisse entscheidend für die Art und Höhe der Zölle fein fann." teiligten. Wenn die Entschließung auch eine kleine Ver- der Jugendorganisation". An der Diskussion betei. ftand nahm fast den ganzen dritten Verhandlungstag Hand in Hand miteinander kämpfen. beugung vor der Idee der festen Agrarzölle enthält die Kaufleute wollen es sich eben mit der agrarischen Kundschaft nicht verscherzen so geht aus ihrem Wortlaut doch flar die Gegnerschaft gegen die unselige Sochschutzzollpolitik sowie gegen die überſtürzte Einführung unmäßig hoher Agrarzölle tlar hervor. Wird sich nun die Gewerbepartei mit ihren Rechtfertigungen noch weiter auf die angeblichen Interessen ihrer Anhänger berufen, nachdem diese ihrer Politik das denkbar schärfste Mißtrauen ausgesprochen haben? Von Maher bis Maschata. Man wird bald Mühe haben, diese beiden Namen auseinanderzuhalten. Seit neuerer Zeit möchte man sie fast täglich verwechseln, seitdem sie Schulter an Schulter in der grün- schwarzen Zolleinheitsfront lämpfen. Früher waren sie noch leichter voneinander zu unterscheiden, als Maher in Karlsbad mit dem Burschentappel wider die Pendrekmänner stritt und Maschata die Parlamentswache herbeirief, welche die rabiaten deutschen Abgeordneten ein schließlich des Mayer aus dem Sigungssaale hinauswarf. Ja, die Zeiten ändern sich gewaltig und die Landvolksvertreter nicht minder. der ligten sich Kanis( Oesterreich), Lipinsky( dent- noch die Referate von Max Westphal und de sche Jungsozialisten), undadze( Georgien), Graeve über die„ Busammenarbeit mit bürger- Lidu" widmet der ehemalige tschechische" fozial Es starb ein guter Mensch. Im Pravo Weftphal( Deutschland), Loder( Poale Zion), lichen Jugendorganisationen". Die Grundauffaf- demokratische Abgeordnete Jaroslav Aster demt Kern( deutsche Jugend der Tschechoslowakei). Der fung beider Referenten stimmt dahingehend überein, Genossen Sillebrand, mit dem er vor 22 Jahren Redner unseres Jugendverbandes verwies auf die daß die Zusammenarbeit dort zulässig sei, wo es Beamter der Teplißer Krankenkasse gewesen ist, Gefahren, die eine übertriebene Kulturarbeit in sich sich um die Erringung von Vergünstigungen für die einen Nachruf, worin er unter anderem schreibt: schließt und macht vor allem darauf aufmerksam, arbeitende Jugend auf dem Gebiete der Jugendfür- Seiner Weltanschauung nach war Genosse Hille daß es notwendig ist, einer kulturellen und gefühls- forge, der Fahrpreisermäßigung, der Jugendherber- brand ein überzeugter und aufrichter Demokrat mäßigen Beeinflussung eine bewußte, verstandes gen und ähnlichen Einrichtungen handelt. In der und Sozialist. Ihm war es gegeben, seine Anmäßige Erziehung der Jugend zur Seite zu stellen. Debatte sprachen Iuge( Oesterreich), Kern sichten in Wort und Schrift in geradezu brillanter Unser Ziel muß sein, die Masse der proletarischen( Tschechoslowakei), der sich den Ausführungen der Weise zu vertreten. Er war ein beliebter und Jugend zu gewinnen. Am zweiten Verhandlungs- Referenten anschloß und sie in einigen Punkten unermüdlicher Agitator und ein ausgezeichneter tage folgten noch die Referate der Genossen Anton wirksam unterstrich, und Lundberg( Schweden). Journalist, und dabei in gewissem Sinne ein imm1( Desterreich) und Piet Voogd über den Internationalen und nationalen Kampf um das Vorsitzenden der zu den einzelnen Tagesordnungs- Bierter nationaler Denkungsart, aber dabei war Am vierten Verhandlungstage erstatteten die Original. Er war wohl ein Deutscher von potenJugendschutzprogramm". Beide Referate bildeten punkten eingefekten Kommissionen ihre Berichte. Die er ein entschiedener Internationalist, er war eine Ergänzung des bereits in Salzburg im Jahre im Entwurf vorliegenden Resolutionen wurden in außerordentlich objektiv und gerecht. Ich bekenne, 1922 beschlossenen Jugendschutzprogrammes. Die Ge- den Kommissionen so redigiert, daß sie die einstim- daß gerade dieser Grundzug seines Wesens mir nossen Sassenbach und Crifpien erklärten mige Bustinemung des Kongresses fanden. Nach aufs höchste sympathisch war. Genosse Hillebrand namens ihrer Internationalen die Jugendschutzar- Annahme einer Sympathiekundgebung für die ita- hat jeden ehrlich Denkenden geschätzt und er beit auf das tatkräftigste zu unterſtüßen. Es spra- lienische Jugend erfolgten die Neuwahlen für das fonnte schon damals die Schwierigkeiten und bechen noch der Vertreter des internationalen Ar- Büro der Jugendinternationale. Als erster Vor- rechtigten Wünsche und Forderungen der tschechibeitsamtes in Genf Genosse de Roode, Ader- ſizender wurde gewählt Karl Heinz( Oesterreich), greifen. Ueberläufer und Leute schwachen Charak schen Arbeiterbewegung im gemischten Gebiet be mann( Oesterreich), Kunze( Deutschland), an- als zweiter Vorsitzender J. de Graeve( Belgien), tera lehnte er stets ab, dafür konnte er jeden ehrdau( Polen) und Tetley( England). als Sekretär Erich Ollenhauer( Deutschland), lichen Menschen schäben ohne Unterschied auf als Beisiger Ernst Paul( Tschechoslowakei), Koos Vorrin!( Holland) und Rickard Lindström ( Schweden). -Diese Erwägung drängt sich dem ,, Landpost" Leser auf, dere die Rede zu Gesicht bekommt, die Am dritten Sigungstage wurden die Referate feine nationale Zugehörigkeit und politische Ueberder landbündlerische Abgeordnete Dr. Hanreich zum Punkte„ Die internationale Zusammenarbeit zeugung. Im persönlichen Verkehr war Genosse am Sonntag in Jechniß vor einer Partei- der Jugend als Mittel sozialistischer Friedenspoliti!" Hillebrand außerordentlich konziliant, er war ein tonferenz gehalten hat. Sanreich, der unlängst gehalten. Der erste Referent, Genosse Richard Den aus der Leitung der Internationale aus- musterhafter Kollege und im Verkehr mit Menwegen seiner„ deutschen Einstellung" bald aus der Lindström( Schweden), gab eine Uebersicht der scheidenden Genossen August Albrecht( Deutsch schen und in all seinem Tun war er- wie man alleinfeligmachenden Landbundpartei hinausge- verschiedenen Probleme, die eine Kriegsgefahr für land), 2. Thaller( Desterreich) und Piet Voogd fagt ein herzensguter Mensch. Sein vorzeitiges geflogen wäre, hat es dort übernommen, den die arbeitende Menschheit bilden. Er besprach die( Holland) dankte Genosse Paul unter lautem Bei- tragisches Ende muß jeder, der den Verstorbenen Wolfsverrat der deutschbürgerlichen Agrarzöllner Rolle des Völferbundes, bie Frage der Bevölkerungs- fall des Kongresses für ihre verdienstvolle Arbeit im gut fannte, als eine große Sünde des Schicksals mit tönenden Worten zuzudecken. Um dieses politik und der internationalen Wendung und be- Interesse der Internationale, wobei er besonders emfinden. Ich konnte auf das Begräbnis unseres und beschwere Werk zu vollbringen, scheute er vor einem sonders die Probleme der Abrüstung. Der Redner die Tätigkeit des Genossen Voogd hervorhob. Diefer lieben Offi, wie wir ihn nannten, nicht gehen; Sniff nicht zurück, der sonst ,, Dreh" genannt und erklärte am Schluffe, daß es der arbeitenden Jugend dankte mit bewegten Worten dem Kongresse und deswegen schreibe ich diese Zeilen zum Abschied nichtarischen Leuten sehr übel genommen wird. nicht möglich ist, eine eigene Friedenspolitik zu be- feinen Mitarbeitern und allen Genossen für das und schließe, wie ich begonnen habe: es starb ein Hanreich behauptete fühn, daß sich seine Partei treiben, daß es jedoch ihre Aufgabe sei, alle auf die entgegengebrachte Vertrauen. Nach einer schwung- guter Mensch! gar nicht in der Gefolgschaft der Tschechen befindet Erreichung des Weltfriedens hinzielenden Bestrebun bollen Schlußansprache des Vorsitzenden erhoben sich weil den ersten Zollantrag sein Freund und gen der sozialistischen Arbeiterinternationale und die Anwesenden unter dem Gesange der Marsellaise Union der Bergarbeiter in Turn wird Zum Tode des Genossen Hillebrand. Von der Fraktionsgenosse Mayer gestellt hat, der dann des Gewerkschaftsbundes kräftig zu unterstützen. Die und der Internationale. von dem Tschechen Donat abgeschrieben und besonderen Aufgaben der arbeitenden Jugend im uns mitgeteilt, daß sie beim Begräbnis Hilles gleichfalls eingebracht wurde. Also laufen eigent Stampfe um den Frieden behandelte der zweite Re die Fülle der Arbeit des zweiten internationalen ferner die Revierfekretariate Karlsbad und Fal Es ist nicht möglich, in diesem kurzen Berichte brands durch drei Delegierte vertreten waren, daß lich die tschechischen Agrarier den Landbündlern ferent Artur Tetley( England). Er verwies dar Jugendkongresses darzustellen. Wir müssen uns mit fenau durch ihre Sekretäre und durch Mitglieder nach und begehen den ersten Volksverrat. Sehr auf, daß es notwendig ist, den Geist des Krieges der Feststellung begnügen, daß der zweite Kongreß des Revierfomitees vertreten waren, und daß schön herausgeredet, doch die Geschichte stimmt aus den Gehirnen der Arbeiterjugend zu verbannen den Beweis erbracht hat, daß die sozialistische Jusschließlich die meisten Ortsgruppen der Bergnicht ganz! Worum gegenwärtig gekämpft wird, und einen bewußten Friedenswillen wachzurufen. gendinternationale eine wirkliche Internationale der arbeiter im dortigen Gebiete große oder kleinere das ist nicht der Antrag Mayer- Donat, sondern als Mittel hiezu betrachtet er die Veranstaltung von proletarischen Jugend geworden ist. Das große Delegationen entsendet hatten.- Beileidsder Antrag Maschata, und dieser lettere wird die Grundlage des bevorstehenden Zoll- internationalen Jugendtagen und Jugendtreffen, Interesse, das alle Verhandlungen fanden, der start fundgebungen sind noch eingelaufen von der wird die Grundlage des bevorstehenden Zoll- die Herausgabe entsprechender Literatur, die Herstel, Gifer, mit dem alle Delegierten bei der Arbeit Reichsleitung der Kinderfreunde, der Bezirks diktats sein. Oder wagen die Landbündler es, auch den Antrag Maschata, der die Forderungen der lung und Vorführung von Lichtbilderferien und waren, die seltene Einmütigkeit in den grundlegen- organisation Wigstadil und vom Genossen Prof. deutschen Flachsbauern ignoriert und dafür Kunst- Filmen und die Pflege der internationalen Hilfs den Fragen läßt uns für die künftige Entwicklung Dr. Alfred Kleinberg. düngerzölle vorschreibt, auch als ihr ureigenstes sprache Esperanto. Ms erster Redner in der Dis- der sozialistischen Jugendinternationale das Beste Vierzehnte tschechoslowakische Klassenlotteric. Wert auszugeben? Tatsache ist, daß sie auch den tuffion sprach Ernst Paul( Tschechoslowakei), der hoffen. ( Grundzahlen 12 und 42.) 200.000 K: 220112; Antrag Maschata unterschrieben haben und daß unter lauter Zustimmung des gesamten Kongresses 20.000 K: 38742; ie 5000 K: 4412, 56712, 67212, 148842, 167142, 172012, 209412, 238542; je 2000 K: fie im Abgeordnetenhäuse wie die Löwen für seine zunächst den dänischen und schwedischen Genossen für 5312, 5512, 8442, 8612, 8642, 15712, 19142, 24342, Annahme fämpfen. Von Mayer bis Maschata war ihre Arbeit auf dem Gebiete der Abrüstung den 29112, 37212, 40212, 58042, 59742, 68712, 65542, swar ein weiter Weg, aber bei der unbeschränkten herzlichsten Dank aussprach. Die Genossen aus 67312, 68012, 71312, 82642, 87442, 89012, 90412, Zollvollmacht für alle fünftigen allrationalen Nes Dänemark und Schweden haben mit mutigem EntPrag, 11.30, 12, 14, 17.45, 20, 22 Nachrichten, 90712, 105512, 119012, 119742, 122142, 122712, gierungen haben sie sich doch gefunden. N schlusse in den Wall des Militarismus, der die Welt 16.30 Sonzert des R. J.- Sextett, 18 Deutsche 125242, 132042, 135712, 141412, 148112, 152112, wahr, Herr Hanreich? umgürtet, bie erste Bresche geschlagen. Der Medner Sendung J. Urzibil: Schöpferische 20014, 206012, 208712, 219042, 2228-2, 223142, 162112, 165112, 175812, 183512, 198542, 194142, veriveist erner darauf, daß es eine internationale seunst betrachtung, 18.45 Vortrag, 19.15 Fran- 224642, 234342; je 1000 K: 12, 112, 5112, 5612, Aufgabe der sozialdemokratischen Jugend fein muß, zösischer Sprachunterricht, 20.02 Konzert aus dem 5642, 6012, 6042, 6842, 11442, 14312, 21642, 24542, die Erkenntnis zu verbreiten, daß Kriege untang Radiosaal, Weinberge. Brünn: 14.30, 18 Nach 24642, 30812, 44442, 44912, 46912, 48712, 49942 1357.75.- 1363.75.- liche Mittel sind, um Konflikte zwischen Staaten richten, 18 Landwirtschaftsfunt, 18.20 Vortrag, 19 51412, 58142, 60742, 63042, 63842, 66412, und Völkern zu lösen. In Kriegen gibt es, wie der Stonzert des R.-J. Orchefters, 20 Konzert, hierauf 76612, 79912, 81112, 81642, 81812, 84112, 84142, Ausgang auch immer sein möge, nur einen Besicg Preßbüro- Nachrichten. Wien: 19.30 Esperanto- 93242, 96942, 97242, 97712, 98442, 103112, 104912, ten, das ist das Proletariat. Darüber sollen uns furs, 20 Orchesterkonzert des Wr. Symphonieorche- 106942, 107712, 110512, 111712, 115112, 116942 34. auch politische Vorteile, die Kriege für die Arbeiter- sters. Berlin: 17 Konzert, 19.25 Dr. Potonié: 117442, 126412, 128412, 128942, 129642, 130512, 140112, 146112, 146442, 147242, 151312, 152742, tlasse im Gefolge haben können, nicht hinwegtäu-„ Die Geschichte der Urwelt", 21 Humoristische 154312, 162342, 162712, 164312, 165642, 168812, 59.95. schen. Der Redner bespricht sodann noch die beson Streichquartette. Leipzig: 20.15 Quftige Ge- 169012, 170942, 176712, 178442, 179742, 180042, 4.78.62 328.-.. deren Verhältnisse in der Tschechoslowakei und verschichten. Breslau: 20.15 Ueber Georg Rai 185342, 186442, 186912, 187412, 187842, 190412, 479.87.50 weist auf den tschechischen Militarismus, der zu fer". 190742, 193942, 199112, 205912, 212642, 215412, Prager Kurse am 8. Junt. Weld Ware 100 holländische Gulden 100 Reichsmart. 100 belgische Frants 100 Schweizer Frants 1 Bfund Sterling 100 Lire.. 803.25.101.55.653.75.164.10.124.55..807.25.102.95.656.75.165.30.125.95. 1 Dollar 100 franzöfifche Frants. 100 Dinar 10.000 magharische Kronen 4.68 62 100 bolnische Bloth 322.-.100 Gilling 83.70.99.05. 59.45. 476.87.50 100.45. Rundfunk für Alle! Programm für morgen, Donnerstag. 67812, 9. Juni 1926. kongreß. Seite 5. Eine ungewöhnliche literarische Mystifikation.| jedes Seil besteht aus einem einzigen Stüd. Die[ von einer Anzahl von Bürgern festgehalten, nach- übte Stontrolle über die für Handel und Induſtrie Das Tagesgespräch der literarischen Streife in Ragalp erreicht eine Höhe von 2000 Metern und dem ihnen die Pistole, deren sie sich neuerdings bestimmten Einwanderer, wenn die Land- und London bildet der ungewöhnliche Fall einer lite- war bisher schon das Ziel unzähliger Wiener und bedienten, entrissen worden war. Nur dem Da- Bergarbeiter, die ohne Stontakt mit den Arbeitsrarischen Mystis tation, der fast alle Welt zum sonstiger Touristen. Durch die neue Bahn wird zwischentreten der Polizei ist es zu danken, daß nachweisen das Land betreten können, nach einiger Opfer gefallen ist, und deren Urheberin eine Wien noch bedeutend mehr an die Alpen heran- Die erregte Bevölkerung die Italiener nicht Zeit doch in Industrien Arbeit ſuchen, wo die unge neunzehnjährige Jrin, Magdalene Ring gedrüdt. Bisher fonnte man in etwa 3 Stunden lynchte. Ball, die Tochter eines Admirals, ist. Zu An- mit der Südbahn den Semmeringpaß erreichen. Arbeitsnachweise die von den Arbeitgebern geforfang dieses Jahres erschien in einemi englischen Damit war man 981 Meter hoch. Bon da aus wird gemeldet: Durch die andauernden Regengüſſe Donau- Ueberschwemmung. Aus Augsburg derte Einwanderung nicht freigeben würde?!" Berlag bas Tagebuch einer vornehmen jungen fann man auf ungefährlichen Wegen den 1523 der letzten Woche hat die stark angeschwollene Donau Lapierre für ein einheitliches Visum für Um diesen Uebelständen zu begegnen, tritt Dame aus den Jahren 1764 und 1765". Das Meter hohen Sonnwendstein besteigen. Jetzt wird den Hochwasserdamm an mehreren Stellen durch alle Einwanderer ein, gleichviel ob es sich Buch stellte eine Art Bekenntnisschrift dar; als man in noch fürzerer Zeit von Wien aus in 2000 brochen und die umliegenden Ortschaften über- um Land, oder Industriearbeiter handelt. Diefe Berfasserin des Tagebuchs figurierte eine gewisse Weter Höhe fein. Clevne Knox, als Bearbeiter und Herausgeber Schivemmt. Zahlreiche Gehöfte stehen unter Wasser. Visen sollen vom zentralen Arbeitsnachweis auf zeichnete der Pschkomme dieser Dame; Alexander Barenreich stets eine große Rolle in der Bolts, tausend Tagwert wurden vernichtet. In Wer- Arbeitern und Unternehmern gemeinsam verDie Zigeuner in Rußland. Die Zigeuner, die im Die Getreide und Heuernte von mehreren Grund der Angaben der verschiedenen von den. Blader Kerr. Die literarischen Kritiken beschäftig unterhaltung spielten, sine in bolschewistischen Ruß- tingen stehen die Straßen der Stadt unter walteten Arbeitsnachweisſtellen erteilt werden, ten sich eingehend mit diesem intimen Tagebuch. land noch volkstümlicher geworden als vorbent. Die Wasser. Die Bevölkerung flüchtete in die oberen Lapierre fagt zum Schluß:„ Die Arbeitermit bas allgemein beigeistert gepriesen wurde. Freilich Sowjets sind darauf bedacht, sie zu einer Gemein- Stockwerke. Das Hochwasser hat ungeheueren glieder des Nationalrates für den Arbeitsnachweis gab es unter den Stritikern auch eine Anzahl fulti- schaft zusammenzuschließen und sie an ein seßhaftes Schaden an Feldern und Wäldern angerichtet. In werden energisch für diese Maßnahmen eintreten. bierter und feingebildeter Köpfe, die der Ansicht Leben zu gewöhnen. Es bleibt aber fraglich, ob diese Donauried hat das Hochwasser ebenfalls schrecklich Wenn sie dabei auf unüberwindlichen Widerstand waren, daß das Buch nicht im 18. Jahrhundert Bemühungen besseren Erfolg haben werden als an gewütet. Das Hochwasser der Donau hat in Lau stoßen, fo haben sie in Erwägung zu ziehen, ob es entstanden sein könne. Da waren gewisse Fein- derwärts. Man schätzt die Zigeuner in Rußland vor ingen, Höhstedt, Gundelfingen die Gemarkungen nicht besser ist, die Zeit nicht mit Bestrebungen heiten in der Schilderung von Kostümen und ge- allem als Sänger und Musiker. Sur Barenzeit wa- überschwemmt und ist in die Häuser eingedrungen. zu verlieren, die doch zu keinen positiven Res ellschaftlichen Gepflogenheiten, die keineswegs mit ren sie eine ständige Attraktion der Kabaretts, wo den Tatsachen übereinstimmten. Indessen übersah sie sich in ihren grellroten, verschnürten Röden pro- melden, hat sich der Gardasee in den letzten 14 Hochwasser am Gardasee. Wie die Blätter faten führen." man diese Kleinigkeiten und lobte das Buch zum duzierten. In den großen Nachtlokalen wurden den Tagen um 22 Zentimeter gehoben. In der Be Panamerikanischer Gewerkschaft Meisterwert empor. Inzwischen amüsierte fich Zigeunern geradezu fabelhafte Summen gespendet. völterung macht sich zur Zeit große Besorgnis bejemand töstlich über diese gelungene Täuschung Auch Rasputin hatte eine besondere Vorliebe für sie, merkbar. ber literarischen Welt, und dieser Jemand war die und man erzählt, daß diejenigen, die sich die Protel. In nächster Zeit wird in Washington der bereits erwähnte Miz Magdalene Ring- Ball, die tion des Allmächtigen sichern wollten, ihn zu sich gend von Podgoripa( Serbien) wurden bei einem schaftsbundes zusammentreten, dem zurzeit nach Bier Männer vom Blitz getötet. In der Ge- fünfte Kongreß des Pan- Amerikanischen Gewerkeinsam und zurüdgezogen auf ihrer grünen Insel einluden, mit dem lockenden Hinweis, daß eine gute heftigen Unwetter vier Bauern vom Blitze er- stehende 13 Länder Nord, Zentral- und Südlebte. As fie sicher war, daß ihr Buch auf einen Bigeunerfapelle spielen werde. Es fehlte auch nicht großen Erfolg rechnen fonnte, gab sie sich zu er- an Zigeunerinnen, die große Partien machten. So schlagen. amerikas angeschlossen sind: Vereinigte Staaten, lennen, und auf diese Weise hat man endlich in wurde eine Schöne die spätere Fürstin Sergius Ga- Ein Opfer des Lotteriespiels und eines Jrr- Mexiko, Salvador, Honduras, Nicaragua, San London erfahren, wer die wirkliche Verfasserin lizin. Auch heute hört man in Mostan überall 3i- tums. Der Müller Peter Grabulyak in Porostö Domingo, Peru. Ecuador, Guatemala, Colum des aufsehenerregenden Werkes ist. Nachdem sie geunergesang, aber nicht mehr in den prunkenden, nächst Ungvar( Karpathorußland), war seit vielen bia, Venezuela, Cuba und Puerto- Rico. Am dies einmal fo erfolgreich debütiert hat, gedenkt die von Gold stroßenden Sälen, wo der Champagner in Jahren ein leidenschaftlicher Lotteriespieler. Jüngst jährigen Kongres werden nicht weniger als 21 junge Schriftstellerin weiter beim Handwerk ngendem Golb honoriert wurde. Beute sind es die macht, daß auf die Nummer feines Loses der errichtete Argentinische Gewerkschaftsbund VerStrömen floß und ein Lied mit einem Potal flin wurde er von Bekannten darauf aufmerksam ge- Länder vertreten sein; so wird u. a. der kürzlich Weiben; diesmal wird sie freilich nicht mehr nötig volkstümlichen Bierlokale, wo die Zigeuner auf Saupttreffer gefallen fci. Grabulyat reiste treter abordnen. Im Interesse der Umschreibung haben, eine nicht existierende Person vorzuschieben. Jedenfalls scheint Miß King- Ball über bemer- treten, und deren Publikum sich in der Hauptfache darauf fofort nach Prag, um den Haupttreffer zu des Programmes und der Grundsätze des panfensiverte literarische Fähigkeiten zu verfügen, die Salzheringe efsen und helles Vier aus der Flasche als er hier erfuhr, daß die betreffende Nummer 3eit in mehreren Ländern Propagandakampagnen aus Arbeitern und fleinen Beamten zusammensetzt, beheben. Groß war jedoch seine leberraschung, amerikanischen Gewerkschaftsbundes sind in letzter wenn sie so überlegen eine Welt schildert, die sie trinken. Auf dem fleinen Bodium im Hintergrunde wohl gezogen wurde, jedoch in der Klassen- durchgeführt worden. nie erlebt hat, daß jedermann ihre Schilderung des Saales aber geht ein Schauspiel im altgewohn Lotterie, während sein Los ein Baulos ist. für eine zeitgenössische Chronik hält. ten Stil vor sich. Die rot und grün gekleideten 3i Der so schwer enttäuschte Müller reiste tief niederEine ganze Familie mit dem Beil erschlagen. geunerinnen, die unzählige Halsketten tragen, sigen geschlagen nach Hause, wo er von Irrfinn beWie aus Cosenza gemeldet wird, fanden Ca- in einer Reihe auf dem Podium und bilden Chor fallen wurde und als gemeingefährlicher Geistesrabinieri in einem Orte von Carpanzano in einer der Solojängerinnen, die zur Begleitung der Gi franker der Frrenanstalt übergeben werden Bauernhütte einen 70jährigen Mann und seine tarre fingen. Nach Beendigung des Chorliedes steht mußte. cbenso alte Frau sowie den 19jährigen Sohn durch eine Tänzerin auf, die, von den wilden Zurufen der Beilhiebe erschlagen auf. Es handelt sich offenbar Rolleginnen angefeuert, ihre sinnbetörenden Tänze um einen Racheaft. beginnt, an denen sich die Chordamen allmählich beteiligen. Es entwidelt sich eine ungezügelte Tanzorgie. Aufsehen erregt in Moskau heute eine Zigeu nerdiva namens Tamara Zeretelli, eine berüdend schöne Frau, die allabendlich mit ihren leidenschaftlichen Tänzen wahre Beifallsstürme der hingerissenen Sieben Millionen Kronen für eine GutenbergBibel. Die vorzüglich erhaltene dreibändige Gutenberg- Bibel des Benediktinerklosters von St. Paul in Rärnten ist fürzlich für 880.000 Mart an einen amerikanischen Antiquar verkauft worden. Boltswirtschaft. Die Einwanderungsfrage in Frankreich. Juni.) Die Unsicherheit in der Frage der festen Prager Produktenbörse.( Off. Bericht vom 8. Zölle stellt das Hauptmotiv dar, welches seinen Einfluß auf die Börse ausübt und eine feste Stim mung namentlich auf dem Getreidemarkte zur Folge hat. Der Konsum sucht noch vor Einführung der Getreidezölle seinen Bedarf rasch zu decken, vergrö Bert dadurch die Nachfrage, wodurch die Basis zur festen Stimmung gegeben ist. Am markantesten war heute die Befestigung von Mais, nach welchem Artifel bie größte Nachfrage herrschte, so daß auch das bedeutende Angebot als zu flein erschien, unt Ein acht Meter hohes Standbild Lenins ist Buschauer entfesselt. Daneben ist diese Tänzerin auch pierre, Silfsjekretär des französischen Gewerk treidemarkt war vorwiegend fest. Weizen und Im Pariser Peuple" berichtet J. 2a- das Interesse vollauf zu befriedigen. Anch der Ge In Leningrad fertiggestellt worden. Es wird an eine hervorragende Sängerin, die mit heißglühender schaftsbundes, über die Einwanderungskontrolle Stimme ihre schwermütigen Zigeunerweisen sind schaftsbundes, über die Einwanderungskontrolle Safer waren besonders gefragt. Gerste lag total einer erhöhten Stelle der durch den Kaukasus und von den Hörern mit wildem Beifall gefeiert in Frankreich, die offiziell so gestaltet ist, daß, ab. Dafer waren besonders gefragt. aufgestellt wird. Breife behaupten, gesehen von den Landarbeitern, die Einwan stellte sich bei einzelnen Abschlüssen eher etwas Die Seilschwebebahn auf die Raralp wird Bewaffnete Autowildlinge. Sonntag Nach- berung nur auf Grund eines vom Arbeitsmini- schwächer. Auch auf dem Mehlmarkte herrschte eine Sonntag Nachsteriumt visierten Arbeitskontrakte ge- teilweise gebesserte Stimmung. Von Futtermitteln diefe Tage in Betireb genommen. Damit wird mittag wollte in Schwyz ein italienisches Luxus- tattet ist. Das Arbeitsministerium hat dafür zu setzte Heu seine Aufwärtsbewegung fort. Stroh be es möglich, in zwei Stunden von Wien aus einen auto einem Schwyzer Kraftwagen vorfahren. Der forgen, daß durch die Einwanderung, die in ge- hauptete feine letzten höchsten Preise. Auch Fett 2000 Meter hohen Gipfel der Alpen zu erreichen. Schyzer machte aber nicht Platz, sondern fuhr wissen Beru'en bestehende Arbeitslosigkeit nicht Bisher hatten Bedenken bestanden gegen den Bau mit der höchst zulässigen Geschwindigkeit seines vergrößert wird. Lapierre stellt fest, daß trotz dieser ließ in seiner Festigkeit nicht nach und sowohl ame. der Bahn, da man befürchtete, daß die Quellen, Wagens. Daraufhin wurden von den Italienern Bestimmungen von einer wirksamen Kontrolle rikaniſches, als auch magharisches Fett konnte bei aus denen die Wiener Wasserleitung gespeist wird, kurzerhand mit einem Browning drei bis nicht gesprochen werden kann, und zwar hauptsäch Nachfrage neue Kursgewinne erzielen. Auf dem No. durch den Maſſenbesuch von Wanderern verseucht vier Schüsse auf das vorausfahrende Auto- lich deshalb, weil es oft vorzukommen scheint, daß lonialwarenmarkte herrschte bei behaupteten Stursen werden könnten. Diese Bedenken wurden aber mobil abgegeben, wobei eine Kugel den Benzin- Arbeiter als Pandarbeiter in Frankreich einwan- ruhige Stimmung, namentlich Reis, Kaffee, Tee durch die zum Schutz der Quellen getroffenen Vor- behälter durchbohrte und den Wagen zum Salten dern, um sich dann nach kurzer Zeit ihrem eigent- und Mandeln wurden zu unveränderten Bedingun kehrungen der Wiener Gemeindeverwaltung besei- brachte. Gleichzeitig ergriffen die Italiener die lichen Berufe zuzuwenden, was oft zur Folge hat, gen gehandelt. Der Samenmarkt lag mit Rücksicht tigt. Die Fahrzeit der neuen Bergbahn von Tal Flucht durch Rückwärtsfahren, da die Straße zum daß die bereits niedrigen Löhne gewisser In- auf die vorgeschrittene Saison geſchäftslos. Im bis zur Bergstation wird 10 Minuten dauern. Wenden zu schmal war. Als sie schließlich Blah dustrien noch weiter herabgedrüdt werden. Ange- großen und ganzen gestaltete sich das Geschäft an Jedes der beiden Seile der Bahn ist 2200 Meter zum Wenden fanden, gerieten sie auf durchweich- sichts diefer Sachlage stellt sich Lapierre die Frage der heutigen Produktenbörse bei zahlreichem Besuch lang, 50 Millimeter start und 27.000 g. schwer; ten Wiesengrund und blieben stecken und wurden Was nützt die vom Arbeitsministerium ausgesehr rege. werden Frauenherrschaft. Von Jan Hablasa. " Au dem Buch Malatiensommer". Der Name Negri Sembilan, eines der beschütz ten Sultanate der Malaiischen Schusstaaten Großbritanniens, deutet„ Neun Staaten", und vor verhältnismäßig nicht so langer Zeit waren es tatsächlich neun fleine Staaten gewesen, die sich gegen feitig stritten und einander überfielen. Die Angst des winzigen Sungei Ujong vor dem benachbarten Rembau bewog jenes in den siebziger Jahren um den britischen Schuh anzusuchen und erst im Jahre 1895 vereinten sich alle neun Staaten unter einem einzigen Radscha, der sich mit dem ganzen Gebiet des Negri Sembilan dem Staatenbund unter britischer Finanzverwaltung und Beschüßung anfloß. im Besitze des Bodens belassen und um sie ihre Ge-| nen des gesamten Bodens, und die Nachfolgeschaft| tung gar viele Einzelheiten aufweisen dürfte, über die sellschaftsordnung aufgebaut. In Wirdlichkeit war leitet sich rechtlich und gewohnheitsgemäß von der man überaus leicht wigeln fönnte; aber natürlich das Eintreffen der Menangkabauer nichts Mutter ab, feineswegs vom Vater, der eigentlich jemand unsere Gesellschafts- und Familienverhältnisse anderes gewesen, als ein räuberischer Eroberungs- nicht mehr ist als ein Besucher im Hause seiner einer gründlichen Bergliederung unterziehen wollte, zug Unzufriedener, die unruhiges Blut hatten und Frau, indessen ihm im Hause seiner Mutter, auch dürfte er auf manche Aubgeschmadtheiten stoßen, auf der Malaiischen Halbinsel Abenteuer, Ruhm, weiterhin sein Blas erhalten bleibt. Da nach den die er nicht nur auf Grund seiner eigenen GewohnReichtum und Unabhängigkeit suchten; allem An- muselmanischen Gesetzen ein jeder Mann bis vier heiten nicht sicht, sondern überhaupt aus Rassenscheine nach geschah dies in der ersten Hälfte des Frauen haben darf( in der letzten Zeit wenigstens angewöhnung, die auf Schlußfolgerungen tausendfiebzehnten Jahrhunderts, als die Portugiesen den in der Türkei aufgehoben; Anm. des Uebersetzers), jähriger Weihe beruht. Sicher ist, daß auf Sumatra Holländern Malatta überlassen mußten und die haben manche Menangkabauer und gewiß auch einige Millionen von Menschen unter diesen Bernächsten Nachbarn dieses Rembau die Radschas in einige Männer in Rembau gleich zwei, drei oder hältnissen ganz zufrieden und im Wohlstand leben, Peraf, Pahang und Jahore waren, die zu sehr mit und daß Rembau auf ähnlicher Grundlage derart eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, um sich aufblüht, daß es für das schönste und geordnetste in Angelegenheiten zu mischen, die feinem von ihnen Gebiet der britischen Schusstaaten gilt. irgendwie nahegingen. Und so bemächtigte sich die siegreiche Horde der Menangkabauer der Weiber und vertrieb oder ermordete die männliche Einwohner schaft, die teilweise malaiisch, teilweise vielleicht auch sataisch gewesen war; aber um so bemerkenswerter ist es, daß sie aus diesen geraubten Weibern wiederum die Grundlage und den Mittelpunkt ihrer sozialen Einrichtung schufen. auch vier Heime, die sie nicht nur aufsuchen dürfen, sondern es regelmäßig tun müssen, indem sie ihre Hilfe bei der Arbeit und Ausübung ihrer ehelichen Pflichten so gerecht als möglich zwischen den Auserwählten ihrer Herzen aufteilen. Ich ließ mir sagen, daß sie wahre Muster treuer Ehemänner sind, was allerdings bei einem Gemahl vierer Frauen gar nicht besonders wunderlich anmutet. Für meine Person füge ich nur so viel hinzu, daß nach meinem Dafürhalten unsere gesellschaft. lichen, verwandtschaftlichen und sittlichen Einrich tungen ungenügend sind, der Mehrzahl der menschlichen Veranlagungen nicht entsprechen und die Die Nachkommen einer Mutter leben gemeinsam meisten Menschen, die weder ein wenig verdummt Der einstige kleine Staat und heutige Bezirk Rembau ist ein rein malaiisches Gebiet und wegen in einem geräumigen Haus mit einem riesigen Saal, noch von faltem Blut noch so ehrenhaft sind, daß sie an dessen Seiten sich kleine Schlafzimmer für die sich unter allen Umständen beherrschen können, zu feiner eigentümlichen gesellschaftlichen Verhältnisse, Eine fesselnde und ausdrucksvolle Erscheinung einzelnen Paare befinden; selbstverständlich ist auch Unittlichkeit und Lüge anregen. Ich bin der Andie auch in den Nachbarstaaten herrschen, beachtenswert. Der Grundbesig ist dort Eigentum der Weiber der rembauischen Nachkommen der Menangkabauer die Küche für alle gemeinsam. Falls die Familie zu sicht, daß das Matriarchat nicht nur für die Frauen und die Männer heiraten bloß ein, aber ob hier das habe ich in der Nähe eines bewässerten Reisfeldes zahlreich wird oder es für die Erhaltung des häus- gerechter wäre, sondern auch für die Männer, und Matriarchat so weit geht, daß die Kinder den Na- gesehen, wo er, hoch über die Hüften in der brau- lichen Friedens notwendig scheint, entstehen rings baß eine auf seinen Grundlagen aufgebaute Gesellmen der Mutter führen, weiß ich nicht bestimmt. nen Tunke stedend, fleißig gearbeitet hatte. Trotz- um das mütterliche Gebäude weitere Häuser, die ein schaftsordnung viele Uebel beseitigen könnte, die wir Obwohl die uns in der heutigen Einrichtung für unausrottbar Sicher ist nur, daß dieser Umstand Einfluß hatte dem dieser Mann mit der unscheinbaren, träftigen Dörflein oder„ lampong" bilben. auf die Entwicklung zu einer vollkommenen Volts- Gestalt und mit dem in Turbanart um den Kopf Mutter die Beſizerin des Bodens ist, lann sie nicht anzusehen gewöhnt haben. Wenn die verschiedenen herrschaft, bie niemals eine allzu große Einmischung gewidelten Handtuch nur mit einigen durchnäßten, nach eigenem Ermessen über ihn verfügen, sondern Friebensgesellschaften, welche die Welt mehr oder in ihre Angelegenheiten weder von den eingeborenen zerrissenen Feyen bekleidet war, benahm er sich und ist an den Familienrat gebunden, dessen Oberhaupt weniger platonisch zu beeinfluffen bemüßigt sind, Herrschern und um so weniger heute von den briti- sprach mit uns wie ein richtiger vornehmer Mann, ihr ältester Sohn oder Bruder ist; trotzdem diese eine gründliche Aufmerksamkeit dem Studium aller schen Behörden zulich. Vielleicht ist es die Folge gestattete uns ihn aufzunehmen und verabschiedete schon ihre Frauen und heime haben, wo sie so und bis heute noch bestehenden Matriarchatsordnungen bieser Zustände, daß wir in Rembau und feiner sich von uns wieder so würdevoll, daß es schier un o oftmals in der Woche oder im Monat übernachzuwendeten, und zwar mit Hilfe von Menschen, die ten müssen, führen sie dennoch in der Familie, wo tatsächlich einen umfassenden Ueberblick und eine Umgebung auf den Reisfeldern und in den„ lam- möglich war, ihm eine Entlohnung anzubieten. Der malaiische Stamm oder das Volk der sie dem Familienrat vorstehen, das Hauptwort, aber durch keinerlei Aberglauben verdunkelte Bildung pongs" auch, Männer, nicht nur Frauen arbeiten gesehen haben, und wir hatten ja zu einem Spazier- Menangkabauer lebt im westlichen Teile Sumatras, in der Familie, wo sie Kinder zeugen, haben sie haben, würden sie möglicherweise den fünftigen gang genügend Zeit, da wir bort von einem Bug wo die Holländer sich bis heute keinen Nat wissen überhaupt nichts zu reden. Bei uns hat zwar auch Geschlechtern einen größeren Dienst erweisen, als mit den ungefähr eineinhalb Millionen Einwohnern, mancher Mann nichts zu reden in der Familie, wo man heute glauben möchte. Denn die Menschheit ist Nach der Ueberlieferung waren die Vorfahren von denen sie für die Ehre ihrer politischen Ober- er Kinder zeugt, aber gleich in vier Familien nicht reif für ernste Aenderungen in der Ordnung ihrer ber heutigen Einwohner einst aus Sumatra aus dem hoheit auf keinerlei Art regelmäßige Steuern und zu Worte kommen, ist doch nur ungewöhnlicher; ja Berhältnisse, die in ihrer Zerrüttung und KopfGeblet des Stammtes namens Menangkabau ge- Abgaben eintreiben können, die aber überaus zu ein Mann mit einem bißchen Verstand dürfte wahr losigkeit nicht lange bestehen werden, auch wenn sie tommen und hatten in die Grundbesitze der Weiber frieden in einem verhältnismäßigen Wohlstand, der scheinlich kaum darum anstehen, sich in so viele noch so gut verschleiert sind. E ursprünglichen Bewohnerschaft eingeheiratet; der bisher auf dem Matriarchat begründet ist, dahin- Familienangelegenheiten hereinzumischen. ibrer acwefenen Seimat gemäß hatten sie diese leben. Die Weiber sind die rechtmäßigen Besigerinzum anderen verweilten. Es unterliegt teinem Zweifel, daß diese EinrichGinzig berechtigte Uebersehung aus dem Tschechischen von H. W. Schimbera. Cite G Mitteilungen aus dem Publikum. Verfale benügen Wäsche beschüßen! Das mpfindlichste Gewebe, cb feinste Seide, flaumigste Wolle oder ein sonst kostbares Wäschestüd kannst Du Versale anvertrauen, Kostbarkeiten die ursprüngliche Frische zurück. Verjale ist mit einem Wort das ideale Waschmittel. Ueberall zum Ladenverkaufspreis von 4 Kronen pro Flasche à ca. ½ Kg. zu haben! Kunst und Wiſſen. Ditpoizug. Bereinsnachrichten. Literatur. Bithrt. 9. Juni 1926. dienst für sich in Anspruch nehmen, den 100. Todes. fen bleiben, für ble ihnen der Herzlichste Dank getag des großen deutschen Romantikers Carl Maria von Weber mit einer wirklichen offiziellen FestvorStädtespiel Chemnih gegen Plauen 6: 1( 3: 1). Sozialistische Jugend, Prag. Heute Mittwoch, Dieses Sonntag im Rahmen des Reichsarbeitersport. ſtellung begangen zu haben, die als solche auch am Theaterzettel bezeichnet war. Des Meisters popu- den 9. Juni, um 8 Uhr abends im Bildungster tages in Chemnit stattgefundene Treffen brachte denn es gibt allen diefen lärste Oper Der Freischüp" wurde aufgeführt, ein deutscher Arbeiter Vortrag über den Internas schr guten Sport. Die Chemniter Elf war technisch und zwar nicht nur in vollständiger musikalischer tionalen Jugendtag in Amsterdam".- Sonntag beffer, vor dem Tore entschlossener und daher der Neueinstudierung, sondern auch in völliger Wanderung. Näh: res Mittwoch. Sieg ein verdienter. Plauen verriet gute Ansätze Neuinszenierung und doppelter Rollenbesetin bezug Kombination, tonnte aber infolge der zung. Die Neuinszenierung hatte Josef Capet beHaft vor dem Tore bloß zu einem Treffer gelangen. sorgt; in moderner, mehr wuchtiger dramatischer als roInternationaler Arbeiter- Radsport. Das Armantischer Art und mit betonter Einfachheit der beiterrabrennen der österreichischen Radfahrer Szene. Das schwierige Problem der Wolfschlucht„ Fürstenabfindung". Ein Lesebuch zum Wolfsent Wien-- Linz führte über eine Strede von 180 Rilo. Inszenierung ist auch Herrn Capet nicht geglückt. Seine Wolfsschlucht ist wohl in ihrer landschaftlichen scheid von Kurt Heinig, Berlin 1926 Verlagsgefell- meter. 33 Fahrer nahmen daran teil. Als erster Wildheit eine Schreckensschlucht" im Sinne Webers schaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunging Richter( Weibling) in 8: 04,37 Stunden durchs Arnolt Bronnen, einer der Stärksten, Ur- und wirkt durch raffinierte Beleuchtungsgegensätze rodes, G. m. b. H., Berlin S 14. Aus dem Inhalt: Biel. Im„ Rund um Ling"( 21 Kilometer) siegte sprünglichsten und Phantasievollsten unter den Jun- mantisch- phantastisch wie nur möglich, vermag aber Vom 10. November bis zum Volfsentscheid. Die Wintmer( Ling) in 42,03 Minuten. gen im dichtenden Deutschland unserer Zeit, hat in den lebendigen Details der Szene( Erscheinen des Unterlagen zur Enteignung. Vom Fürstenwillen 62- Kilometer- Fahrt der französischen Arbeiter. radfahrer in Aubervillers siegte Simon in 2.25 ein Monedrama geschrieben, das ein Heldengebicht Geistes der Mutter Magens und Agathes, des wil- zum Bolkswohl, Das Hohenzollerngeschäft. Stunden. Die Veranstaltung litt unter ungünsti auf den der Menschheit eingeborenen, Eroberergeist den Heeres usw.) nicht zu überzeitgen. Hervorragend ger Witterung. darstellen soll. So alt die Menschheit, so alt ihr war die musikalische Aufmachung des Werkes, für die und ihrer Führer Drang, über sich selber hinaus sich sich Opernchef Ottolar Ostrčil selbst eingesetzt hatte zu strecken. Nur die zu erobernden Objekte ändern und die sich vor allem durch Gründlichkeit und Sau berkeit auszeichnete. Daß Ostrčil die Gegensätze in den sich. Alexander den Großen zog es ostwärts, um Der gute Ruf, das bekannte Schauspiel von ein Weltimperium aufzurichten. Sein Instrument schnellen und langsamen Zeitmaßen auffallend zur Herrmann Sudermann, wird von der Hermes war die blutige Waffe. Dieser Alexander hat Nach Geltung bringt, gibt seiner Freischütz" Jnterpreta- verfilmt werden. fahren bis auf den heutigen Tag. Aber feiner von tion einen dramatischen Zug. Vorzügliche fünstle diesen ist der Bronnensche Held, sondern der, der mit rische Leistungen unter den Solisten boten Frl. No rden Mitteln einer wunderbaren Technik, auch oft- benova als Agathe, Herr Biter als Kaspar und Frl. Novotna als Aennchen; letztere allerdings wärts ziehend, auch Blut und Tod mißachtend, den nur in gesanglicher Hinsicht, da sie die schlechte Gehöchsten Gipfel der Welt erklimunt, den Mount Evewohnheit hat, ins Publikum zu singen. Dem Jäger. rest, den der Dichter„ Ditpol“ nennt. Alexander burschen Mag des Heldentenors Schüt fehlte die starb, ohne sein Ziel zu erreichen; der neue Aleäußere Illusion und stimmliche Schönheit. Der Ergander wird das seine erreichen, bei Bronnen hat folg der Oper beim Publikum war außerordentlich. er es schon erreicht. In neun Bildern mischt er die Gestalten des historischen und des werdenden Alerander; jener stirbt, dieser siegt. -cf. Der Film. Filme in zwei Fassungen. Erich Pommer dreht gerade für die Paramount einen Film, deen Szenen zum Teil zwei Fassungen haben werden: eine für Amerika und eine für Deutschland, d. h. mit anderen Worten für Europa. Pommer ist also der erste richtiggehende FilmSchmod. Turnen und Sport. 5. Kreis.( Wasserball- Dresden Ià gegen 2. Bezirk 8: 0.) Dieses Spiel, das gelegentlich der Einweihung der Schwimmbahn im nenen Dresdner Stadion ausgetragen wurde, sollte ursprünglich das 2. Zusammenspiel der Bundesmannschaft für Wien sein. Wegen der Absage der Reichenberger und der Untätigkeit der Aussiger Wasserballspieler mußte es jedoch von einer, nur aus dem 2. Bezirke zusammengestellten Mannschaft be stritten werden. Es trafen sich zwei sehr ungleiche Gegner, deren Stärke im Torverhältnis noch nicht nicht komplett antrat, spielten zwei Sechsermannschaf einmal richtig zum Ausdrucke kommt. Da Teplitz ten. Die Spieldauer wurde wegen der die ganze Veranstaltung behindernden eisigen Wasser und Lufttemperatur, verkürzt. Von der deutschen Akademie für Musik und darTriumph der Technit, Triumph der Wissenschaft, ftellende Kunst. Preisspiel der Meisterklasse Prof. AnTriumph des Willens, dargestellt am Beispiel des sorge. Um das von einer Firma gestiftete Pianino Bergeroberers, der wohl auch nach der Meinung des spielen die Absolventen Frl. Wallerstein und die Dichters feinen Gipfel der Menschheit bedeutet. Herren Havlik und Mandee. Vorverkauf bei Web Wehe Vielmehr ist er auch Produkt einer Zeit, in der ler und in der Musikakademie. Beginn Mittwoch, Leben und Ted käuflich sind, in der Menschenleben den 9. Jumi, im Mozarteum um halb 8 Uhr. noch leichter wiegen als vor zweitausend Jahren, in ,, Das Grabmal des unbekannten Soldaten". Ant der Sensationssucht, abwegige Lebensgier und Re- 16. und 17. d. M. wird ein Ensemble der Münche fordwut Siegergewand tragen. Und wirr, wahrner Kammerspiele in der Kleinen Bühne Raynals sinnsvoll wie diese Zeit ist auch dieses Drama, st polzug", ein Kind, das mit greisenhaften Zügen auf die Welt kam. Ein Kuriosum, in der Retorte gemacht, mit viel Kunstfertigkeit und Phantasie, aber ohne den heiligen Naturodem wirklicher Kunst. Das Drama des Eroberers in der Zeit der Technik hat die„ höchste" technische Vollkommenheit erreicht; es braucht nur einen Menschen, den Eroberer. Ihn spielt Kortner mit unerhörter Sprachgewalt, nrit cinsigartiger schauspielerischer Technif, zu der auch dieses Künstlers Kunst in diesem Werk erstarren muß. Lediglich im Szenischen und Dekorativen zeigen sich Möglichkeiten neuer Kunst. ergreifendes Schauspiel Das Grabmal des unbetannten Soldaten" zur Aufführung bringen. mittwoch, 7 Uhr, Gastspiel Rich. Mayr:„ Nosen Spielplan des Neuen deutschen Theaters. Heute lavalier". Donnerstag 7 Uhr: Gastspiel Emmy Shirm:„ Süßer Kavalier". Freitag 7 1hr Gastspiel Richard Mahr: Figaros Hochzeit". Samstag 7 Uhr: Gastspiel Emmy Sturm: Neueinstudiert: Boccaccio". Sonntag, halb 3 1hr nachm.„ Brüderlein fein"," Der Selige" Schlimme Buben", abends 7 Uhr: Gastspiel Sturm: Boccaccio". Das Spiel bewegte sich zumeist auf der Hälfte der Teplizer, deren linker Verteidiger und Tormann zahlreiche schwere Schnitzer begingen. Gegenangriffe der Teplitzer famen selten über die Dresdner Berteidiger hinaus. Stand bei Halbzeit 5: 0. Die Dresdner Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Mittwoch Mannschaft war wie aus einem Guß: ficher in Das Publifum, sichtlich außerstande, der Dich Gastspiel Leopold Kramer Gatte des Fräu Griff und Schuß und lauter gute Schwimmer. Bei tung, die nicht immer flar durch Tausendmeilen und ein 3". Donnerstag„ Spiel von Tod und den Teplißern arbeitete lediglich die Stürmerreihe Jahrtausende führt, überall zu folgen, spendete dem Liebe". Freitag zum 30. Male Charleys gut zusammen, das Hinterspiel war, wie gesagt, schr nach dent chrlichen, großen Wollen Bronnens und ante". Samstag Premiere:„ Glaße und schwach, sogar das Ballgreifen ließ zu wünschen der physisch und geistig gewaltigen Leistung Kort- Bubitopf". Sonntag Glaze und Bubi- übrig. Die ungefähr 3000 Buschauer famen wegen ners viel starken Beifall, in dem das verständnis- opf". lose Lachen und das unernste 3ischen einiger weniger unterging. 2. G. 000000 des allzu ungleichen Spieles nicht auf ihre Rechnung. Vielleicht treffen sich die beiden Mannschaften beim 000000000e Schwimmfeste in Raaden und hoffentlich ist dann die Mannschaft des 2. Bezirkes auf der Höhe. Nicht Coco me der Mannschaft von seiten der Dresdner GenosWebers„ Freischütz" im tschechischen National Verbreitet den„ Sozialdemokrat.newähnt soll die überaus gastfreundliche Aufnahtheater. Das tschechische Landestheater darf das VerDeutsch- mährische Künstler in Brag. Zur Ausstellung der Künstler. vereinigung: Die Scholle", Brünn im Rudolfinum. Die Handball- Bundesmeisterschaften im Deuts schen Arbeiter- Turn- und Sportbund werden am 13. Juni ausgetragen.. Dazu kommen die Ver. bandsmeister des Ost-, Nordwest, Mittel-, Süddeut schen und Deutschösterreichischen Verbandes zujammen. Nach längerer Pause nehmen diesmal die österreichischen Sportfreunde daran teil. Als Vertreter Mitteldeutschlands sehen wir den vorjährigen Bund: s- und Olympiameister. Die Spielstärke anderer Verbände hat sich gewaltig gehoben, und so Mannschaften um den Erfolg fämpfen. werden zum Meisterschaftstreffen neue spielstarte Allen Genoffen u. Genossinnen empfehlen sich zur Herstellung fämtlicher Druckforten GARTNER G.M.B.M. Nordböhmische Druck- und Verlags- Anstalt Gärtner& Co., Bodenbach a. E. 6. m. b. 6. Großbuchdruckerel, Stereotypie, Verlag, Buchbinderet, neueste Geß und Gießmaschinen mit einer Tagesleistung con 500.000 Buchstaben, Rotationsmaschinen mit einer Tagesproduktion von 250.000 Zeitungen. Fernsprecher Nr. 271. Ponspartala Nr. 127.863 Herausgeber Dr. Ludwig Czech. Berantwortlicher Redakteur Wilhelm Nießner. Drud: Deutsche Zeitungs- A.- G., Prag Für den Drud verantwortlich: D. Holit. Früchte der Münchener Schule, so wie sie sich unter| ster: allgustarle Bewegtheit im Farbigen und im| verraten die zarten Landschaften von Spiegel, Leibl markierte, in diese Ausstellung überträgt. Ganz Formalen. Aber durch die gleichen Vorzüge fom innig ist Carl Gödels Frühlingslandschaft empaus malerischen Valours aufgebaut, verrät dieser pensiert: durch die sehr reizvollen Halb- und Zwi- funden, auch Ehrenhaft sei hier erwähnt. Ropf eine Bartheit des Empfindens, wie sie nur schentöne der Violetts und durch die abschüssigen, Mit dem Bildnis eines jungen Mädchens von eine tiefe malerische Kultur zu verleihen vermag. augenden Konturen. Zu seinem Eigensten gelangt Mikaska( Witkowi) berühren wir wieder andere In den naturalistischen Landschaften scheint Brun- Beran in einem sehr still und überlegen gehaltenen Bereiche. Er treibt die Farben langsam ausein ner unsicherer, die flare Ordnung des menschlichen Porträt eines alten Herrn, in dem er malerische ander hervor und knüpft damit trotz sehr moderner Antlitzes ist sein salt. Was er da geleistet hat, Delikatesse und sichern Aufbau zu einem in sich Grundhaltung an ältere bewährte Tradition an, wie sichert seinen Ruf als Maler. Dann hängen hier ruhenden Kunstwerk vereinigt. Von inhaltlichem sie zu Truppe zurückführt, dessen warmes BildAm Freitag wurde im Rudolfinum als Ver- die Landschaften des verstorbenen Carl Maria Interesse ist das gut gelungene Porträt seines Leh- nis des Präsidenten Masaryk aus einem soliden anstaltung des Kunstvereins für Böhmen in Prag Thuma. Die breite Ruhe mährischer Landschaft rers Habermann. Nach der hier wirkenden Mün- Können heraus den Typ des ruhigen Gelehrten geeine Ausstellung der deutschmährischen Künstlerver lebt in diesen Bildern, Thuma hat sich ganz einchener Luft taucht man bei Böhm in Pariser At- staltet, eine erfreuliche Ergänzung zu den üblichen cinigung Die Scholle" in Brünn eröffnet. Das gesponnen in ihren Zauber und bringt ihn zu schö- mosphäre. Sein Bild: Am Seine- Ufer ist ganz von nur auf Repräsentation gestellten Präsidentenbildist das erste Mal, daß die deutschmährischen Künste ner Gestaltung. Sein bestes hat er zum Schluß ge- der duftverwobenen und doch klaren Malkultur des nissen. In seinen Stilleben läßt Truppe seine ler in corpore sich in Prag vorstellen. Und man geben: ein Gartenbild, das in seinem breiten und eigen Paris beschwingt. Sein Bild von der Kirche warme, etwas schwere Art voll sich entfalten, wobei muß sagen, daß diese erste Vorstellung erstaunt. Man ruhigen Schen und seinem wohligen und ruhigen St. Nikola geht auf gleicher Fährte, auf der einem ihm einmal ein föstlicher Farbentlang von Gran hat bisher nur vereinzelt mährische Künstler auf Farbauftrag ein ausgezeichnetes Malwerf geworden Urrillo jeine große Seunst erwuchs. Und hier wei- und Blau in ganz moderner Prägung gelingt. hiesigen Ausstellungen angetroffen. Und nran hielt ist. Anton Noval verrät in seinem Schaffen ter gelangt er zu dem seinen Salteenstilleben, das Und damit kommen wir über das farbig lebendige ihr Schaffen als Sondererscheinungen. Nun lernt den Einfluß seiner Wahlheimat Wien: lodere Jm in seiner merkwürdig faszinierenden Art das Ding Kircheninterieur von Uxa zu den vorzüglichen Bil man hier eine große Vereinigung fennen, die eine preffionismen von Landschaften, die voll farbiger zu geben, heutigste Lebensstimmung in Kunst über- dern von Ludwig Wieden, dessen lockere Pinniveauhaltige Ausstellung veranstaltet und sich als Reize sind, darunter aber den sicheren und auswäh- trägt. Die Palästina- Bilder lassen dann noch die felführung und freies Schauen mit dem schwierigen ein innerlich geschlossener und nach außen regsamer lenden Aufbau des Bildes zurückstellen. Auch östlich- zitternde Ader in Böhm auftreiben: Sonne, Motiv der großzügig gegebenen Schachpartie" inKunstkreis darstellt. Wehrlich, wir haben Veran Hugo Charlemont lebt in Wien, aber man Licht, Glut alles in westliche Kultur gebändigt. ponierendes gestaltet. Auch sein Mädchenbildnis ist lassung, dies in Mähren oft zerstreut lebende spürt aus seinen Bildern, wie er innerlich noch der Wir schließen hier einige junge Stünstler an, von diesen loderen und freien Schmiß des Schens Deutschtum gründlich zu studieren und zu ver- mährischen Heimat, ihrer breiten Naturfülle, ver- deren Temperament expressionistische Wellen nach und Malens, so daß man in diesem Veteran der suchen, mit seinem Schaffen innigere Fühlung zu gewachsen ist. Wir fügen hier noch den jüngeren flingen läßt, wie Ferry Reinald, dessen farbig Vereinigung eine ihrer lebendigsten Kräfte begrüßen winnen. Das böhmische Deutschtum wird dadurch Canon an, den Sohn des neben Maskart und wie formal bewegte Landschaften mit Figuration ein wertvolle Stärtung und Ergänzung erfahren. Und Feuerbach glänzenden Wiener Malers. Sein in freudiges Pathos atmen. Das Dekorative, ein an An Graphik sind da Adolf Hölzels, des der innere Zusammenhalt, der aus dieser Ausstel- schweren Farben gehaltenes Damenbildnis verrät in sich sehr positiver Zug, schwingt eben noch auf der heute in Stuttgart wirkenden Mährers, bauernblut Tung spricht, fann dem böhmischen Kunstschaffen. der reiflich durchsonnenen Art, die Farben ausein- Grenze vor dem Umschlag ins Gefährliche. Das durchströnte Blätter voll Kraft und Leben, das sogar zum Vorbild dienen. ander erstehen zu lassen, ineinander einzubetten, die gleiche gilt bei Sch ustala, der seine Klänge aus des bekannten in München lebenden Siegers bestens Dieser Zusammenhalt umfaßt nicht nur die ver- Trübnerschule( erste Epoche des Meisters) und hält einem breit gegebenen Grundton entvidelt, über bekannte Dinge.. In einer Vitrine sind Prof. Opschiedenartigsten Begabungen, sondern auch die Ge- damit eine ernst- vornehmic Tradition der Bildnis den er seine Gebirgsbilder gestaltet. In einer allzu penheimers Medaillen und Blaketten ausgenerationen. Die Gründergeneration der Scholle"| kunst. schivingenden Form sucht er dabei manchmal die stellt, Prägekunst von schönster Ausgewogenheit und von 1911, die Charlemont, Novak, Wieden und der Die Sezessionsgeneration führen Czant, Böhm Schwere des Grundtons zu lodern. Wo er die Ba- einem tiefen Verständnis für Wert und Sinn des im vorigen Jahr verstorbene Thuma, steht noch und Beran. Sezessionisten hier nicht in dem schon lance erreicht, wie in dem feinen violett getönten behandelten Materials wie der behandelten Form. mannhaft in den Reihen der Vereinigung, und eine Stilbegriff gewordenen Sinn, sondern in Sinn der Bergbird, da ist er voller Anmut. Bei Sodi- Dazu getriebene Pokale, reizvolle Kombinationen Bluge Sezession der Czant, Böhm, Beran u. a. hat Entwicklung dieser Vereinigung. Denn über die so- nevs Figurentompofitionen treibt die gleiche Ge- von Holz und Metall, wirklich Proben einer hoch es gewußt, ohne Spaltungen innerhalb der Truppe genannten Sezessionismus führen diese Künstler fahr des Dekorativen. Um Egger- Liens zu errei- entwidellen Kunst, un deren Lehrer man die einen neuen Rern in den Stamm einzupflanzen. weit hinaus. Da sind die farbenfrohen Bilder chen wohin er doch wohl zielt, muß noch ge- Brünner Kunstgewerbeschule beneiden darf. Das gibt dem Ganzen ein so gesundes Aussehen. Czanks, eine Frühlingslandschaft boller Glanz, sunde Erbkraft einströmen und verfestigen. Recht Das also ist deutschmährische Kunst. Bewährte Kräfte und Gefühle stehen den jungen, bayrisches Trachtengetrubel, und vor allem ein sehr lebendig und farbig reizvoll wirken die Aquarelle Wir können nach dieser ersten Gesamtdarbietung wagenden zur Seite. Gin Durchschnitt durch das fein abgestimmtes Stilleben, das den Künstler von von Viktor Frant, einem jungen, in Ostreat nur wünschen, recht oft Beweise dieses regen Schaf Beitschaffen seit 1900- denn die alten reichen vor seiner innerlichsten Seite zeigt. All dies von einer lebenden Maler. Frau Göthl- Brandhubers, fens zu sehen, und hoffen, daß sich daraus mit das Gründungsjahr der Vereinigung zurück ist gefunden Lebensbreite getragen und durchwärmt. der in Brag lebenden Olmüßerin, Landschaften der Zeit ein engerer Zusammenschluß der mäh auf gutem Niveau gegeben. Da hängt ein Män- Als sehr begabter Habermannschüler zeigt sich haben einen erfrischenden Erdion, ber auf feine rischen und der böhmischen Stünstlerschaft ergebe. merkopf des alten S. Brunner, der die schönsten Beran. Aehnliche Gefahren wie bei dem Mei- Schwingungen abgestimmt ist. Kultiviertes Schen darf. Dr. Ostar Schürer.