Mr. 253. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags= Nummer mit illuftrirter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. I in II 00 un 15. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblaff. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Xernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Radiod Sozialdemokrat Berlin". Ind the A bid and Todole Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ans England. mouds London, den 25. Oftober 1898. Freitag, den 28. Oftober 1898. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Striegsschiffe find in allen wichtigen Gewässern vertreten und könnten steht die Militärgewalt über der Zivilgewalt, bei ihrer Zahl in verhältnißmäßig furzer Zeit Frankreich doppelt und diese darf sich nicht muchsen! In Frankreich dagegen ist und dreifach so viel Wunden schlagen als dieses England d. h. die Zivilgewalt jetzt im Begriff, der Militärgewalt den Fuß so lange das erstere allein steht. Der Streit mit Frankreich um das Gebiet des Bahr el Gasel Aber steht es allein? Das ist die große Frage. Die England- auf den Nacken zu ſehen und sie sich unterzuordnen. Das ist hat alle übrigen Intereffen in den Hintergrund gedrängt. Auf die freffer an der Seine fragen ungeduldig: wo stedt Rußland, und hier freilich für die„ Poſt" etwas ſehr Schlimmes. Das deutsche Volk am Sonntag erfolgte Ausgabe des französischen Gelbbuches hat die fragen verschiedene Leute ebenfalls: was wird Rußland thun? Dieses in seiner ungeheuren Mehrheit wird aber denken: ach wären englische Regierung heute ein neues Blaubuch veröffentlicht, dessen aber wartet, wie es noch immer gewartet hat. Lacht ihm doch die wir doch in Deutschland so weit! Hauptinhalt zwei Depeschen Lord Salisbury's an den englischen Möglichkeit, gegebenenfalls den ehrlichen Makler zu spielen und ein Gesandten in Paris, ein Brief des Sirdars der anglo- egyptischen Armee, gutes Trinkgeld zu verdienen. General Kitchener, an Lord Cromer( englischer ,, Rathgeber" des Khedive), Natürlich sind hüben und drüben wohlmeinende Leute geschäftig sammt dem Briefwechsel zwischen Kitchener und Mayor Marchand, fowie Briefe des stellvertretenden Regenten von Egypten und des egyptischen Ministers des Auswärtigen an Kitchener und Lord Cromer bilden. thätig, für den Frieden zu wirken. Aber was sie gut machen, verderben die Prahler hüben und drüben, und ob Englands Ansprüche berechtigter find als die Frankreichs oder nicht, von Einem kann man es nicht feiten nicht fehlen. Die Depeschen des neuesten Blaubuchs zeigen freisprechen: sein Ministerium läßt es an provozirenden Taktlosig Lord Salisbury von neuem als Meister der Sarkasmen rechten Orte. Politische Nebersicht. Berlin, den 27. Oftober. Zum Sturz des Ministeriums Briffon schreibt unser Pariser Korrespondent: davongetragen das ist die wahre Bedeutung der Ministerkrise. Der Generalstab hat einen neuen Sieg über die Zivilgewalt Die galomirten und die parlamentarischen Beschützer und Mitschuldigen der Fälscherbande sind desto unumschränkter Herren der Perfidie, der Intrigue und der Heuchelei erschlichen werden konnte. Situation, als ihi Sieg mit den empörendsten Mitteln der Eine Volisvertretung, die unter solchen Bedingungen ein Ministerium stürzt, ist zur Rolle eines Hausknechts des gesetzesbrecherischen Generalstabes reif.id Niemand in der Kammer zweifelte einen Augenblick daran, daß der Theaterstreich des Kriegsministers, General Chanoine, ein mit dem Generalstab und mit dessen parlamentarischem Mundstück Die letterwähnten Schriftstücke anerkennen Kitchener's Attion in Fashoda und erbitten den Beistand der britischen Regierung für die Wahrung von Aegyptens Recht auf das Nilthal, ohne welches die Eroberung Khartums zwedfos wäre. Kitchener's Be richt über seine Zusammenkunft mit Marchand wiederholt neben dem üblichen Lobgesang auf Marchands Muth, Ausdauer und Hingabe die Behauptung, daß dessen Position in Faschoda ganz unhaltbar sei. Mangel an Munition, Lebensmitteln und Verbindungen würde die Behauptung Marchand's, daß er das Gebiet von Faschoda und Unsere Alldeutschen und die Palästinafahrt. Wir Déroulède, bon langer Hand vereinbartes KomBahr el Ghasel besetzt halte, für„ lächerlich" erscheinen lassen, wenn wiesen vorgestern kurz auf die Agitationen des„ Aldeutschen plott war, ein Dolch stich in den Rücken" des revisionsdie Leiden und Entbehrungen, mit welchen die Expedition in den Verbandes" hin, der eine Festseßung Deutschlands im tür- freundlichen Ministeriums, nach dem treffenden Ausdruck des bourlezten zwei Jahren zu kämpfen hatte, dem Scheitern ihrer Be- tischen Asien verlangt. In der That hat der Verband schon geoisen Blattes„ Matin". Der Eindruck, daß man es mit einem mühungen nicht etwas Ergreifendes gäben. Mehr Eindruck als diese Dokumente macht der Schlußfag in Deutschlands Ansprüche auf das türkische Erbe" näher be um das ihnen verhaßte Kabinet als um die Verkörperung der bevor einiger Zeit eine Flugschrift erscheinen lassen, in der er wältigend, daß selbst die Meline'schen Republikaner beschlossen, sich plump- frechen Pronunziamento zu thun hat, war zunächst so überLord Salisbury's zweiter Depesche an Sir Ed. Monson. Entgegen dem Bericht, den der französische Botschafter in London, Baron gründet. drohten Zivilgewalt zu schaaren. Aus dieser Stimmung heraus erCourcel, über eine am 12. Oftober mit ihm gepflogene Unterhaltung Die Begründung ist freilich sehr einfach: Deutschland hat wuchs die Resolution für die Oberhoheit der Zivilgewalt", welche nach Paris erstattet hat, erklärt Salisbury dort, daß er sich zu keinen einen Anspruch" auf die Länder Kleinasiens, am Euphrat 559 gegen 2 Stimmen vereinigte. Daß unter den 559 über 100 Versprechungen hinsichtlich Courcel's Vorschlag verstanden habe, wo- und am Tigris, weil es ein Aufnahmegebiet für seine Ueber- offene und versteckte Anhänger eines militärisch- monarchistischen Staatsnach England Frankreich das Flußgebiet des Bahr el Gasel zugestehen schußbevölkerung und seinen Waarenüberfluß brauchen kann: streichs sich befanden, daß nur zwei Staatsstreichler den Muth ihrer Uebersollte, bevor Frankreich Marchand abberufe. Unser heutiger Kolonialbesig eignet sich nur zu einem kleinen Theile für die Aufnahme einer deutschen Waffeneinwanderung, namentlich aus landwirthschaftlichen Kreisen. Es gilt also andere Gebiete für das Deutsche Reich zu erwerben.ed Dieser Punkt ist jegt der Angelpunkt der Situation. Von einer Fafchoda- Frage ist kaum die Rede mehr. Die Franzosen find mit Vergnügen bereit, das werthlose Nest Fashoda aufzugeben, wenn sie dafür das Bahr el Gasel, eine der wenigen fruchtbaren Provinzen des Sudan, zugestanden erhalten. Sie verlangen, daß man ihnen hier zugeständnisse mache, um dem Rudzug Marchand's den demüthigenden Beigeschmad zu nehmen, Aber zum ersten Mal zeigt Lord Salisbury fich fest und die ganze englische Presse steht hinter ihm einige doktrinäre Blätter ausgenommen, deren Einfluß aber fast Null ist. " 1 zeugung hatten, das steigerte eher die Bedeutung des Protestvotums gegen das Pronunziamento des Kriegsministers. Aber drei Stunden später vernichtete die Kammer ihr Protestvotum, indem sie mit 286 gegen 254 Stimmen das Kabinet Brisson dem Generalstab opferte. Bor Jahrzehnten schon haben große deutsche Volkswirthe und Wie der jesuitische Streich des Generals Chanoine, so steht der Denter, wie Helmuth v. Moltle, Friedrich List und Wilhelm Sturz des Ministeriums einzig in der parlamentarischen Geschichte Roscher, auf die Bedeutung Kleinafiens für die deutsche Aus- da. Es gab teine eigentliche Debatte die Verhandlung über die wanderung und Kolonisation hingewiesen und die gegenwärtigen Interpellationen war ja mit Zustimmung der Bourgeoisrepublikaner Wirren im Orient lenten von neuem die Aufmerksamkeit der auf den 27. Oktober verschoben. Man tämpfte um Tagesordnungen, Vaterlandsfreunde auf die Wichtigkeit jener von Natur so reich um Mißtrauens- und Vertrauensformeln, die erst das Ergefegneten, aber in ihrer wirthschaftlichen Entwickelung so weit gebniß der verschobenen Debatte hätten sein dürfen und zurückgebliebenen Landstriche am Euphrat und Tigris für das sollen, die das Ergebniß der nicht stattgefundenen Debatte Deutsche Reich. vorausnahmen Es war ein Kampf im Dunkeln, aus dem Hinterhalt man möchte sagen: ein stummies Handgemenge, wenn die fehlenden Reden nicht durch einen wüthenden Lärm ersetzt wären. Die Schuld an der schmählichen Kapitulation vor dem Generalſtabe trifft in erster Linie den machtlüfternen Klingel Meline's. Aus seiner Mitte wurde die Einladung" an die Regierung gerichtet, der Beleidigungs- Kampagne gegen die Armee ein Ende zu segen" ein verstecktes Tadelsvotum, das Brisson zurückweisen mußte und das von der Kammer nach einer perfiden Aussprache Barthou's mit 296 gegen 243 Stimmen botirt wurde. Und das erwähnte schließliche Sturzvotum( die Verweigerung der Vertrauensformed) tam zu stande mit Hilfe des Gros der Bourgeoisrepublikaner. 28ir möchten erneut die öffentliche Aufmerksamkeit auf die mit der Auflösung der Türkei für das Deutsche Reich gegebene Möglichkeit des Erwerbes eines Ländergebietes hinlenken, das von ebenso großer wirthschaftlicher wie politischer Bedeutung für das Deutsche Reich werden könnte. du Weder die Bevölkerung Anatoliens, noch die wenig zahlreichen arabischen Bewohner Mesopotamiens und Syriens dürften einer deutschen und, eben weil sie deutsch ist, gerechten Herrschaft besondere Schwierigkeiten bereiten, einer Herrschaft, mit deren Einführung zudem zweifelsohne ein mächtiger wirthschaftlicher Aufschwung des Landes verbunden sein würde. " " Unzweifelhaft ist die Sachlage ernst, wenn fie auch zu feiner Banik nöthigt. Zuviel steht bei einem Krieg auf dem Spiel, als daß eine der beiden Regierungen es leichten Herzens auf einen solchen ankommen lassen sollte. Aber in England herrscht überall das Gefühl, daß man sich vor der ganzen Welt lächerlich machen, sich um den Rest von Ansehen bringen würde, wenn man zum so und so vielten Mal sich auf die Hühneraugen treten und für das Zurückziehen des Fußes ein Lösegeld abpressen ließe. So stellt sich dem Durchschnitts- Engländer der Handel dar, und daher die Erscheinung, daß selbst Blätter, die ganz und gar nicht für Kolonialzuwachs schivärmen und den Sudanfeldzug ursprünglich bekämpft hatten, jest von feinem Nachgeben wissen wollen. Marchand muß aus Faschoda abziehen, ehe sich England auf Verhandlungen mit Frankreich über irgend eine Frage Soweit Alldeutschland. Nun möchten wir allerdings die des Nilthals einlassen tann," ist allgemein die Parole. Kann aber deutsche Diplomatie nicht mit Professor Haffe und seinen springende Unberechenbarkeit der Kammer offenbarten sich ziffernmäßig Beiläufig. Der Wirrwarr der Parteien und die daraus entdie von allen Seiten befehdete jezige französische Regierung, felbft engeren Kolonialfreunden in einen Topf werfen. Judeß die in den gestrigen vier Abstimmungen. Auf den krassen Widerspruch zwischen wenn sie es wollte, auf das Verlangen eingehen? Den Franzosen Spekulationen auf die türkische Erbschaft sind nicht blos unter der Resolution für die Oberhoheit der Zivilgewalt und dem Sturzvotum die unangenehme Preisgabe einer immerhin erlangten, wenn auch unter jezigen Verhältnissen unhatbaren Position zu verfüßen, ohne sich selbst den harmlosen patriotischen Hurrahschreiern, sondern gerade wurde bereits hingewiesen. Außerdem fanden sich nacheinander: eine eine Blöße zu geben, scheint für das Stabinet Salisbury ein unlös- in einflußreichen Stapitalistenkreisen viel mehr verbreitet, als Mehrheit von 13 Stimmen, die ein offenes Tadelsvotum wegen der Nichtbares Problem. sich das äußerlich, in der Presse und in den Versammlungen, vertheidigung der Armee ablehnte; eine Mehrheit von 53 Stimmen, Vielleicht ist es noch ein anderer Umstand, der Salisbury als geltend macht. Und es ist bekannt, wie groß in hohen und die ein verstecktes Tadelsvotum( die besprochene„ Einladung" an die den„ Mann von Eisen" auftreten läßt. Heute ist Englands Ueber- höchsten Regierungsfreisen die Neigung für koloniale Er- Regierung u. f. f.) annahm; schließlich eine Mehrheit von 32 Stimmen, Legenheit zur See unbestritten, man weiß aber nicht, was in einigen werbungen, für das größere Deutschland" ist. Es erscheint die der Regierung ein Vertrauensvotum- und das zum Zwecke der Jahren fein wird, oder vielmehr, man weiß, daß der Marine- daher sehr beachtenswerth, daß der Konstantinopeler Stor- Vertheidigung der Armee" verweigerte. Chauvinismus in Frankreich sehr hohe Bogen treibt und alles auf respondent des" Standard" feine Meldung aufrecht erhält, gestürzt werden wollte. Nicht nur hütete er sich, die Kernfrage des Andererseits aber gewinnt man den Eindruck, daß Brisson selber bietet, das Stärkeverhältniß zwischen der französischen und Deutschland werde vom Sultan einen Hafen Stampfes zwischen Zivilgewalt und Militärgewalt zu berühren, um die der englischen Kriegsflotte zu verringern. Was England heute nicht durchsetzt, das kann es nicht erwarten, später in Syrien oder auf einer der türkischen Kammer auf die Gefahr einer Ministerkrise in den gegebenen Umständen durchzusehen, und was es heute aufgiebt, giebt es nach Inseln erhalten. aufmerksam zu machen. Das fonnte man ja von dem schwächlichen menschlicher Voraussicht für immer auf. Sind die Franzosen wag- Die deutschen Arbeiter haben allen Grund, den Vor- Politiker nicht erwarten, der sich nacheinander von zwei militärischen halsig genug, es auf eine Straftprobe ankommen zu laffen, so find gängen am Bosporus und im heiligen Lande mit all dem Kriegsministern hatte prellen lassen, der bis zuletzt in Sachen Picquart die Gewinnchancen auf seiten Englands zur Beit jedenfalls die Mißtrauen zu folgen, das sie bisher stets gegen weltpolitischen auch, die parlamentarische Perfidie der Meline'schen Leute ins helle sich vor dem Generalstabe gebeugt hatte. Aber Brisson unterließ es Ueberschwang und Thatendurst gezeigt haben. Und so wird in allen Kriegshäfen dafür gesorgt, die KriegsLicht zu rücken und so vielleicht das Manöver zu vereiteln. Der schiffe in stand zu setzen, jeden Tag in See stechen zu können, wird Französische und deutsche Zustände. Pharisäerhaft alte Herr ift fterbensmüde. Der Revisionsbeschluß hatte sein bischen auf allen Marinewerften eifrig daran gearbeitet, soviel Fahrzeuge schlägt die" Post" sich an die Brust und dankt Gott, daß Energie erschöpft. Mit ihm dankt die radikale Partei in die Hände als möglich friegsfertig zu machen, und ist den Dampfschiff- Gesell- unser deutsches Reich nicht so schlecht ist, wie die Generalstabes ab, wie sie mit Leon Bourgeois 1896 vor dem schaften„ White Star"," Cunard" und anderen Weisung zugegangen, französische Republik, in der Zivilgewalt und Senat tapitulirt hatte.. ihre fubventionirten Dampfer für den Dienſt als bewaffnete Kreuzer Militärgewalt mit einander fämpfen, die verschiedenen Parteien schiffe zur Begleitung von Handelsschiffen bereit zu halten.") Auch Brivatwerften, Stahlwerte u. i. w. arbeiten Tag und Nacht, und die mit einander fämpfen, kurz alles drunter und drüber gehe. Regierung wird nichts unterlassen, den Franzosen zu zeigen, daß es Daß in Frankreich das politische Leben geräuschvoller ist als In den Blättern wird der 29. November als der Termin angegeben, Reichstags- Eröffnung. Die„ Nordd. Allg. 8tg." theilt mit: der englischen Regierung diesmal ernst ist. bei uns, das geben wir gern zu. Allein das kommt zum theil von an welchem der Reichstag durch den Kaiser werde eröffnet werden. Der" Standard", das Lord Salisbury am nächsten stehende der Dicke unserer Gefängnißmauern, die das Geräusch ersticken. Wir sind nicht in der Lage, diese Meldung bestätigen zu können, Blatt, hat heute einen längeren Artikel über die relativen Seefräfte Die Männer, welche in Frankreich die Regierung und den halten es aber gleichfalls für wahrscheinlich, daß die Eröffnung des Englands und Frankreichs, der natürlich die Ueberlegenheit Eng- Generalstab so heftig angreifen, wären in Deutschland längst Reichstags ungefähr zu dem gleichen Zeitpunkt, an welchem die lands auf allen Gebieten scharf hervortreten läßt. 52 englische stehen hinter Schloß und Riegel. Ein Labori, ein Zola hätten bei legte Session ihren Anfang nahm, 30. November, erfolgen wird. gegen 27 franzöfifche Linienschiffe, 161 engliſche gegen 75 französische uns schwedische Gardinen. Kreuzerschiffe aller Art, 50 Torpedojäger, 35 Torpedofchiffe und Oder glaubt die" Post", ein Der Entwurf eines Hypothekenbank- Gesetzes befindet sich 98 Torpedoboote Englands gegen 13 Torpedofchiffe und 210 Torpedo- Dreyfusfall wäre in Deutschland unmöglich? Der Lärm noch, wie die„ Nordd. Allg. Ztg." mittheilt, im Reichs- Justizamt. boote Frankreichs, welche letzteren aber größtentheils heute veraltet darüber- gewiß. Aber der Fall se bit? Der Fall Die Aeußerungen der Bundesregierungen zu demselben werden in find. So stand es im Frühjahr dieses Jahres, und was seitdem 3iethen spielt in Deutschland nicht im wilden Frank- nächster Zeit erwartet. Der Entwurf wird dem Reichstag nicht gleich auf beiden Seiten hinzugekommen ist, hat sicher nicht die reich: Der unglückliche und zweifellos unschuldige Biethen nach Eröffnung, sondern später zugehen. Bage zu gunsten Frankreichs sinten gemacht. Allerdings bietet Eng- figt jett fünfzehn Jahre im 8uchthaus, Die Novelle zum Invaliditäts: und Altersversicherungs land mehr offene Angriffspunkte dar wie Frankreich, und hat es eine ohne daß es möglich gewesen wäre, die Volksmassen und die gesetz, welche jetzt dem Bundesrath vorliegt, sieht, wie die„ Berl. unvergleichlich größere Handelsflotte zu vertheidigen, aber feine Presse in Bewegung zu sehen, wie das in Frankreich für Bol. Nachr." mittheilen, eine Vereinfachung in der Berechnung der *) Die Nachricht wird von offiziöser Seite in Abrede gestellt, M. *) Die Nachricht wird von offiziöser Seite in Abrede gestellt, Dreyfus geschehen ist. Da will es uns denn doch be- Altersrenten vor. Es soll als Altersrente fünftig neben dem beiwird aber von der„ Preß- Assoziation" aufrecht erhalten. Dieselbe dünken, wir hätten uns eher vor den Franzosen zu schämen. behaltenen festen Reichszuschuß von 50 W. lediglich der neue In einem Punkt allerdings hat die" Post" Recht. Bei Dieser aber soll nicht mehr, wie es gegenwärtig der Fall ist, für Grundbetrag der Invalidenrente gewährt werden. Agentur bringt joeben die Meldung, daß die Admiralität in Glasgow 17 neue Kriegsschiffe( 4 Linienschiffe, 1 Kreuzer erster Klasse und uns sind Zivil- und Militärgewalt nicht im Stampf gegen alle Lohntlaffen auf den gleichen Betrag von 60 M. bemessen, 12 Torpedojäger) bestellt habe. einander. Das hat jedoch seine sehr guten Gründe. Bei uns sondern nach Lohntlassen abgestuft werden. Er soll sich fortan größeren. des Deutsches Reich. werden wegen der großen Mehrkosten. von einer Herabfehung der Altersgrenze mußte abgesehen vorschläge behalten wir uns vor. So weit die„ B. P. N." Eine Besprechung dieser Regierungsgegangen. gegangen. A Einfuhrwerthe für die drei Vierteljahre 1898 nach den für 1897 festgesetzten Einheitswerthen in 1000: 3 981 494 gegen 8538 894 im Vorjahre, daher mehr 443 100. Edelmetalle: 231 177 gegent 101 634. Ausfuhrwerthe für die 3 Vierteljahre 1898 nach den 136 808. Miller forgen. " " " " belaufen für die Lohuklasse I auf 60 Mart, für II auf Flausen und Lügen wollen wir unsere Zeit nicht | ber= Flensburg, 26. Oftober. Ausweisungen en gros. Sn 90 Mart, für III auf 120 Mart, für IV auf 150 Mart, für V geuden. Wir wollen blos sagen, was die sozialdemokratische Bestoft und Apenrade sind gegen dreißig dänische Unters auf 180 Mart. Sind während der Versicherungsdauer Marken aus Estamotage" sein soll. Die" Estamotage" besteht darin, daß wir thanen mit 24 stündiger Frist, ohne Angabe der verschiedenen Lohnklassen beigebracht, so wird aus diesen Beträgen die sozialdemokratische Partei ant die Stelle der Arbeiter- Ursachen, des Landes verwiesen worden, darunter die Buchein Durchschnitt berechnet. Eine Berechnung nach Beitragswochen foll beivegung schieben, beides für uns erklären. Blos die halterin des Blattes„ Hejmdal" in Apenrade. Die genaue Zahl der fortan bei der Altersrente nicht mehr stattfinden. fozialdemokratische Propaganda" soll getroffen werden Ausweisungen ist noch nicht bekannt. Herr von Köller scheint die Die obigen Beträge der Grundrente- welche also fortan neben nicht die Arbeiterbewegung und bei Leibe nicht das Germanisirung Nordschleswigs mit" Volldampf voraus" betreiben zu dem festen Neichszuschusse von 50 W. die Altersrente bilden sollen- Koalitionsrecht. Wir kennen das Lied. Und die deutschen Ar- wollen. Aber mit der von ihm angewendeten Methode wird er stehen bei den vier unteren Lohnklassen zu einander in demselben beiter kennen cs. Sie wissen, für die Stumm, Lueg und Konsorten sicherlich die Bevölkerung nur verbittern, aber nicht sein Ziel erVerhältnisse( 2:34: 5) wie jetzt die Altersrente; die neue fünfte ist jeder Arbeiter, der für das Koalitionsrecht eintritt, ein Sozial- reichen. Rohnllaffe tritt( mit 6) in dieselbe Stufenreihe ein, und diese wird demokrat, der ins Buchthaus" geschickt werden muß. Und gelingt Sächsisches. Ein furioses Urtheil hat das Schöffengericht in in der Novelle allgemein, auch bei den neuen Steigerungen der es den Stumm, Lueg und Konsorten, außer dem Buchthausgeset" Blauen i. v. gefällt. Der verantwortliche Stedakteur des„ Vogtl. Invalidenrente sowie bei den Beiträgen zu den einzelnen Lohntlassen auch noch ein Anarchistengesetz durchzudrücken, so verwandelt sich über Anzeigers"( Amtsblatt) hatte in seinem Blatte eine unwahre Bedurchgeführt. Nacht dann noch jeder Sozialdemokrat in einen Anarchistent. hauptung in bezug auf die Neue Vogtl. Zeitung" aufgestellt. Es Eine Benachtheiligung der fünftig in den Genuß der Alters- Uebrigens ist der Artikel der" Post" so unlogisch und in so wurde ihm deshalb eine dem§ 11 des Breßgefeßes durchaus entrente eintretenden Personen wird durch deren anderweite Bemessung elendem Deutsch geschrieben, daß Herr Stumn selbst ihn ge- sprechende Berichtigung zugesandt, deren Aufnahme der Amtsblattnicht herbeigeführt, vielmehr werden dadurch die Altersrenten all- schrieben haben könnte. Redakteur aber verweigerte. Er wurde nunmehr deshalb verklagt. gemein um rund 6 pCt. erhöht. Eine Magdeburger Gerichtsverhandlung. Bor dem Das Schöffengericht sprach ihn jedoch frei, und zwar unter einer Die Wartezeit ist für beide Stentenarten Herunter zandgericht in Magdeburg hatte sich am Montag Redakteur Begründung, welche allgemein bekannt zu werden verdient. Das gefest; fie beträgt bei der Altersrente bisher: 30 Beitrags Miller von der„ Volts it imme" wegen angeblicher Verlegung Gericht führte nämlich aus, daß man von einem Redakteur nicht jahre zu 47 Wochen( 1410 Wochen), nach der Novelle: 1200 Beiverlangen könne, von sich selber zu sagen, daß er in tragswochen; bei der Invalidenrente bisher: 5 Beitragsjahre zu des Strathatte zu verantworten. 47 Wochen( 235 Wochen), nach der Novelle: 200 Beitragsivochen. im Februar d. J. in Gr. Ottersleben einen Vor- feiner Zeitung die unwahrheit behauptet habe. sierbei hatte er, um nachzuweisen, daß es einer Verschärfung des offenbarsten Weise über die klaren Bestimmungen des§ 11 des Pretrag fiber das Rundschreiben des Grafen Posadowsty gehalten. Die Richter haben sich also mit diefem Klassischen Urtheil in der § 153 der Gewerbe- Ordnung nicht bedürfe, eine Reihe charakteristischer gesetzes hinweggefeßt. Urtheile angeführt, die größtentheils von Hamburger Gerichten München, 27. Oktober. Der Prozeß Björnson's gegen während und nach dem großen Hafenarbeiter- Streit gefällt wurden, die Münchener Neuesten Nachrichten" wegen deren Kritik über Der auswärtige Handel Deutschlands. Die Gefammt und daran die Schlußfolgerung geknüpft, daß es unseren Richtern Björnson's Veröffentlichung einer angeblichen Aeußerung des Reichseinfuhr in den neun Monaten Januar bis Sep- schon auf grund der bestehenden Gesetze möglich sei, bei Streitaus- tanzlers zu Professor Lenbach betreffend den Prozeß Dreyfus endete tember 1898 beträgt 81 242 361 Tonnen gegen 29 285 569, baher fchreibungen recht schwere Strafen zu verhängen. Unter anderen hatte mit einem Vergleich. Die„ Münchener Neuesten Nachrichten" mehr 2006 798. Edelmetalle: 803. Hauptsächlich haben zugenommen: der Angeklagte auch der Erschießung des streifenden Arbeiters erklären, daß fie die persönliche Ehre Björnson's nicht haben anHolz( 672 550), Getreide ze.( 568 117), Erden, Erze( 310 282), Buderus durch den sogenannten Arbeitswilligen Lembke gedacht, greifen und ihm keine unehrenhaften, unlauteren Motive haben Drogueries c. Waaren( 299 524), Steine ze.( 101 871). Am meisten welcher nicht bestraft worden sei, wohl aber Genosse Wabersky, der unterschieben wollen, sie halten aber die geübte sachliche Kritik von den 14 Bolltarif Nummern mit geringerer Einfuhr sind Redakteur des„ Hamburger Echos", der die Unterlassung der aufrecht. Material- 2c. Waaren( 130 029), banut Abfälle( 95 627) zurück- Strafverfolgung des Lembke kritisirt und sich hierbei einer Beleidi Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Wegen Majestätsbeleidigung wurde der Mühlenbefizer Jezusiet Die Gesammtausfuhr in den neun Monaten Januar bis gung des Hamburger Staatsanwalts schuldig gemacht habe. September beträgt 22 176 706 Tonnen gegen 20 194 188, daher mehr haben, daß der Angeklagte hierbei von einer Schandthat" gesprochen urtheilt. Der die Versammlung überwachende Gendarm will nun gehört aus Boquriz( Kreis Nybnik) zu fechs Monaten Gefängniß ver1 982 518. Edelmetalle: 386. An der Zunahme sind 27 von 48 Boll- hätte, während Müller dies bestreitet. Die Anklagebehörde nahm an, tarif- Nummern betheiligt und hierunter hauptsächlich: Kohlen daß die von Müller angeführten Urtheile entstellt wiedergegeben worden Neber die Aufschließung des füdlichen Hinterlandes von ( 1 529 087), Eisen und Eisenwaaren( 222 878), Getreide( 138 004). feien; Miller wissend, daß dieselben erdichtet oder entstellt feien, habe Kamerun waren in letzter Zeit Meldungen aus Brüssel in der Erheblich ist die Ausfuhr von Material- 2c. Waaren( 140 109) zurüd- badurch eine Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen, insbesondere deutschen Presse verbreitet, wonach eine deutsch belgische des Richteramtes beabsichtigt. Der Angeklagte bestritt dieses. Er Kamerun- Gesellschaft im Entstehen begriffen ist. Diese behauptete, die Urtheile seien nicht erdichtet und entstellt, wenn dieses Meldungen werden jetzt bestätigt. Das Entstehen einer deutschder Fall gewesen sei, hätte die Staatsanwaltschaft ganz gewiß Straf- belgischen Gesellschaft ist Thatsache. Früher hatte Lieutenant antrag gestellt gegen die Zeitungen, die die Urtheile angeblich ent- v. Carnap- Quernheimb bei seinem Zuge von Jaunde nach dem südstellt wiedergegeben haben. Das sei aber nicht der Fall. lichen und südöstlichen Kamerungebiet durch das französische KongoDie Beweisaufnahme ergab, daß die von Müller wiedergegebenen gebiet und in den belgischen Kongostaat am Sanga französische, für 1897 festgelegten Einheitswerthen in 1000 W.: 2892 173 urtheile in derselben Weise im„ Hamburger Echo" nitgetheilt worden belgische und holländische Fattoreien vorgefunden, die dort feſten gegen 2 820 545, daher mehr 71 628. Edelmetalle: 149 277 gegen sind, wie vom Angeklagten. Fuß gefaßt hatten, bevor das deutsche Handelsinteresse sich diesen Der Staatsanwalt beantragte sechs Monate Gefängniß. Der Gegenden zugewandt hatte. Nun haben sich deutsche, speziell hamGestiegen ist hauptsächlich der Einfuhrwerth( in Vertheidiger forderte Freisprechung, da Müller nicht den gesammten burgische Firmen die Erschließung dieses Gebiets für den deutschen Millionen Mark) von Baumivolle 2c.( 25), Erden, Erzen, Edel- Richterstand kritisirt habe, sondern nur einzelne Ürtheile; Urtheile Handel zur Aufgabe gemacht. Ohne die Mitarbeit der am Kongometallen( 131), Flachs ac.( 15), Getreide( 98), Holz( 41), Material- 2c. feien aber keine Staatseinrichtungen, folglich könne von einer Ver- Handel interefftirten Belgier wäre die Lösung dieser Aufgabe jedoch Waaren( 35), Del 2c.( 21), Seibe( 10), Wolle 2c.( 34), während die urtheilung aus§ 131 keine Rede sein. Falls der Angeklagte über schwerlich möglich, da die Nähe der Kongobahn den Transport nach Einfuhr von Bich und Abfällen um je 8 Millionen Mark zurück- den Nahmen einer berechtigten Kritik hinausgegangen sei, fönne dieser weist. gegangen ist. er sich höchstens einer Beleidigung schuldig gemacht haben. Ein dahinFrankreich. Gestiegen ist Hauptsächlich der Ausfuhrwerth( in Millionen gehender Strafantrag sei aber nicht gestellt. Nach längerer BeMart) von Drogueries 2c. Waaren( 26), Eisen und Eifenwaaren( 27), rathung fällte der Gerichtshof folgenden eigenartigen Spruch: Baris, 27. Oftober. Der Forschungsreisende Heß, welcher von Erden, Erzen, Edelmetallen( 15), Getreide( 13), Instrumenten, dem Matin" nach Guyana gesandt war, um Informationen über Die Hauptverhandlung wird vertagt; da ein Dreyfus einzuholen, berichtet, Dreyfus werde wie ein BellenMaschinen 2c.( 12), Kupfer 2c.( 6), Seide und Seidenwaaren( 9), Strafantrag wegen Beleidigung nicht vorliegt, Stleidern, Leibwäsche und Bugwaaren( 7), Material 2c. Waaren( 22), einen Strafantrag seitens der Beleidigten au Altion Kenntniß. Kohlen( 17), während die Ausfuhr von Glas und Glaswaaren( 5), wird der Staatsanwaltschaft anheimgegeben, für gefangener behandelt und fei eine Zeit lang in Ketten gelegt worden. Dreyfus habe von der zu gunsten der Revision eingeleiteten Wolle und Wolleinvaaren( 19) zurückgegangen ist. Die Verleihung des Kreuzes der Ehrenlegion an das Mitglied Preußische Schulzustände. Die Regierung zu Königs- An dem Beschluß des Gerichts fällt uns das völlige Mißver- bes Munizipalrathes Navarre wird hier lebhaft besprochen, berg giebt folgendes Bild von den Verhältnissen der Schulbauten stehen des Begriffs des Antragsbelitts auf. Das Wesen des- weil Navarre auch Mitglied der sozialistisch- revolutionären Gruppe ift. in ihrem Bezirk: felben besteht darin, daß sich die Staatsgewalt, insbesondere der Abgesehen von den zahlreichen Fällen, in denen die vor- Richter jedes Einschreitens gegen den Angeklagten zu enthalten hat, London sollen sich Salisbury und der französische Botschafter Paris, 27. Oftober. Nach einer Meldung des Eclair" aus handenen Schulhäuser wegen ihrer Unzulänglichkeit und Bau- so lange nicht ein vom Verlegten gestellter Strafantrag vorliegt. Vorher fälligkeit dringend des Neubaues bedürfen, sind noch immer ist und darf die betr. Strafthat nicht für den Richter existiren. Dadurch Courcel über die Grundlage einer Regelung der Faschoda- Frage 168 Schulflaffen und 151 Lehrerwohnungen in Wiethsräumen unterscheidet sich das Antragsdelift von denjenigen Straftaten, untereinander verständigt haben. untergebracht welche in ihrer räumlichen Ausdehnung und welche das Einschreiten der Staatsgewalt nur an eine Er- Toulon, 27. Oftober.( B. H.) Die Truppen, welche dazu be fonstigen Ausstattung auch nicht den elementarsten mächtigung des Verletzten knüpfen. Wenn der Richter die An- ftimmt sind, die hiesigen Garnisonen theilweise zu ersetzen, find Anforderungen der Hygiene entsprechen. Von regung dazu giebt, daß eine Verfolgung eintritt, was lediglich Sache heute früh um 5 1hr mittels Extrazügen hier eingetroffen. Heute 28 Schulen, welche seit dem Jahre 1879 im Kreise Memel nach und des Staatsanwalts, bei Antragsdelikten aber, wie dies die Be- Abend werden zwei Batterien Artillerie aus Grenoble, sowie Innach eingerichtet worden sind, befindet sich erst eine einzige( Janischten) leidigung ist, auch nicht einmal Sache des Staatsanwalts, sondern fanterie- Abtheilungen aus Arles und Nimes erwartet. In allen im Befig eines eigenen Schulhauses, aber auch hier fehlt noch das einzig und allein des Beleidigten selbst ist, so ist damit eins der Kafernen herrscht reges Leben und in den Arsenalen fieberhafte unentbehrliche Schulwirthschaftsgebände. Die übrigen Schulen müssen stärksten Bollwerte unseres Strafgesetzbuchs zu gunsten des An- Thätigkeit. An der Instandsetzung der Reserveschiffe wird ununterfich mit Räumlichkeiten begnügen, welche zwar als Nothbehelf für geklagten niedergerissen. brochen gearbeitet. turze Zeit ausreichen möchten, aber zu einer mehr als zehnjährigen Wie sich unseres Erachtens der Gerichtshof hierin über seine Italien. Benutzung völlig ungeeignet waren. Dazu kommt, daß der Fortbestand Aufgabe irrte, war der Vorsitzende des Gerichts, Landgerichts- Die Attentats- Riecherei wird epidemisch. Merkwürdigerweise dieser Schulen sofort in Frage gestellt wird, sobald die Vermiether von Direktor Fromm, auch noch im Irrthum darüber, was in einen richten sich die Attentate niemals gegen den einheimischen König ümberto ihrem Vertrage zurücktreten, denn andere zu Schulzwecken geeignete Gerichtssaal gehört und was nicht. Nach dem Bericht der Wolfs- und feinen Freund Crispi, die so unsägliches Elend über Italien geRüumlichkeiten würden überhaupt nicht zu beschaffen sein. Die timme" soll er während der Verhandlung dem Angeklagten erklärt bracht haben, sondern gegen den deutschen Kaiser, der in Italien weitere Existenz der Schule zu Clauspußen, wo die Wiethswohmmg haben: niemandem etwas git Leid gethan hat. Hier ein neues des Lehrers gekündigt wurde, ließ sich nur dadurch ermöglichen, daß Sozialdemokraten hätten doch genug mit Beispiel von Attentats- Riecherei. Soeben erhalten wir einen Brief, der Lehrer seinen Wohnsiz nach der dreizehn Kilometer entfernter sich selbst zu thun, sie sollten sich um ihre der uns über das Schicksal eines seit drei Monaten räthselhaft verStadt Memel verlegte, von wo er sich täglich mit der Eisenbah Parteihäupter bekümmern, bie prächtige Billen schollenen jungen Italieners aufklärt. Dieser reiste nach den deutschen zur Unterrichtsertheilung nach Clauspußen begeben fan am Büricher See befäßen, und nicht um andere Wahlen in seine Heimath zurüd. Er wollte sofort schreiben. Allein Die Schule zu Alt Kaletta im Kreise Allenstein und Angelegenheiten." fein Brief fam. Jetzt erfahren wir, daß unser Freund gleich nach Marienfelde im Kreise Osterode, welche gleichfalls in Miethsräumen Sind denn in Magdeburger Gerichtsfälen Sozialdemokraten einer Rückkunft unter der Anklage verhaftet wurde, ein Attentat untergebracht waren, mußten aufgehoben werden, weil nicht einmal mehr vor den deplazirtesten Bemertungen sicher? auf den deutschen Kaiser zu planen. Selbstverständlich war das eine die betreffenden Räumlichkeiten von dem Besitzer nicht mehr zur Da wäre es doch wahrhaftig einmal Zeit, daß die Justiz blödsinnige Einbildung. Die Anklage ließ sich nicht aufrecht erhalten. Verfügung gestellt wurden und andere nicht aufzutreiben Aufsichtsbehörden mit einem Donnerwetter dazwischen führen. Allein die Polizei hatte bei dem Verhafteten ein Gedicht gefunden, waren. Zu Waglitz im Kreise Osterode, wo eine zweiflnsfige Schule mit zwei Lehrern vorhanden ist, steht, seitdem das Schul- Aus Elberfeld wird uns geschrieben: Bei Gelegenheit der nichts ferner lag als Anarchisterei und Aufruhr, wurde zur Strafe das sie für aufrührerisch erklärte. Und unser junger Italiener, dem haus vor etwa drei Jahren abgebraunt ist, zu unterrichtlichen Zwecken Einführung eines neuen Beigeordneten hielt der hiesige Oberbürger- bafür, daß er kein Attentäter war, zu zwei Monaten Gefängniß nur ein einziges 8immer zur Verfügung, in welchem meister Beh. Regierungsrath Dr. Jäger eine kurze Ansprache, in verurtheilt. So geht's in Italien 31. beide Klassen nach einander unterrichtet werden; es ist welcher er it. a. bemerkte: Wir Beamte sind wegen der zu. 5,8 Meter lang, 5 Meter breit und 2,50 Meter Bürgerschaft da und nicht der Bürger wegen der England. hoch; dabei befinden sich in der ersten selaife 82 und Beamten. Ein Mann, der aufs Rathhaus fommt in der ge- London, 27. Oftober. Die liberale Partei hat gestern eine in ber zweiten Klasse 77 Kinder. In Marwalde, Kreis schilderten Stimmung und unfreundlich behandelt wird, von dem Tagesordnung angenommen, in welcher ihre Mitglieder aufgefordert Osterode, in Seeben, Kreis Neidenburg, in Jeschonowitz und in fann man sicher annehmen, daß er die Verwaltung nicht unter- werden, alle Anstrengungen zu machen, um einen Konflikt zwischen Rodlaß, Kreis Ortelsburg, wo die Schulhäuser in den Jahren 1890 stützen wird. Wir bedürfen der Unterstützung womöglich aller träfte, den beiden liberalsten Nationen Europa's, Frankreich und England, bezw. 1895 und 1896 abgebrannt sind, liegen die Verhältnisse auch um die Biele unserer kommunalen Aufgabe möglichst zu erreichen. zu verhüten. nicht viel günstiger." Ich bitte Sie deshalb, darauf zu achten, daß in dem Ihnen anver Die Regierung felbst muß das Vorhandensein derartiger un trauten Verwaltungszweige dieser Grundsak fireng beobachtet wird." Aus Petersburg wird berichtet: Auf mehreren in der letzten geheuerlicher Schulzustände feststellen. Und doch geschicht nichts, Das, was hier der Oberbürgermeister sagt, ist eigentlich so selbst Beit stattgefundenen Wüllerkongressen wurde beschloffen, die um diefelben endlich aus der Welt zu schaffen! verständlich, daß darüber kein Wort zu verlieren wäre. Bezeichnend Regierung darum zu ersuchen, eine Prämie zur Aufmunterung festDie Erhebungen über die Fleischnoth in Preußen werden für die preußisch- deutschen Zustände ist es nur, daß ein solcher Aus- zusetzen, wodurch dann in Zukunft die Ausfuhr von Wiehl fich heben fich auf folgende Buntte erstreden: Es soll eine Hebersicht gegeben pruch aus dem Munde eines deutschen Beamten besonders auffällt würde. Außerdem wünschte man eine Herabsetzung des Tarifs für und ein gewiffes Aufsehen erregt. werden über die Preise, die seit dem 1. Januar 1896 bis jetzt in Eisenbahn- Transporte aus dem Süden nach Odessa. Die ErHauptmarktorten im Kleinhandel für ein Kilogramm Rindfleisch, Dem braunschweigischen Landtage ist jetzt ein neues mäßigung soll nach dem Wunsche der Müller 15 pet. betragen. Schweinefleisch und Speck im monatlichen Durchschnitt bezahlt olizei Strafgefeßbuch zugegangen, das unsere Mucker Die jüdische Arbeiterbewegung in Weftrußland hat, wie wurden. Außerdem soll Auskunft gegeben werden über etwaige in die hellste Freude verseßen wird. Aus dem Inhalte dieser Vor- uns von unserem russisch- jüdischen Genossen mitgetheilt wird, durch Verschiebungen der Bevölkerung und über Schwankungen des lage sei folgendes mitgetheilt: Während z. B. seit einigen Jahren die im August dieses Jahres erfolgte Verhaftung von gegen 80 Perabsoluten und relativen Fleischverbrauchs sowie über die Viehzufuhr schon am Sonnabend öffentliche Tanzluftbarkeiten u. f. w. nur fonen und durch die gleichzeitig damit erfolgte Konfistation von drei und-Ausfuhr. bis 12 Uhr abends stattfinden durften, verbietet die neue geheimen Druckereien keinen dauernden Schaden erlitten. Wie wenig In den letzten Tagen hat sich auch der Magistrat von Gesezvorlage am Sonnabend Abend nach 12 Uhr auch alle der Schlag die Bewegung getroffen hat, ist daraus zu ersehen, daß München mit der Fleischtheuerung beschäftigt und beschlossen, die von Privatpersonen veranstaltete oder in geschlossenen Gesell- in Wilna bereits an dem unmittelbar auf die Verhaftungen Regierung zu ersuchen, 1. die der Bevölkerung so schädliche Abschaften stattfindende Tanzluftbarkeiten 2c. Ist eine solche Bestim- folgenden Tage ein gedrucktes Flugblatt unter den Floßsperrung der Grenze gegen Schlachtvieh aufzuheben; 2. den Schlacht- mung wirklich zur„ Heilighaltung" des Sonntags nöthig? Und was arbeitern verbreitet wurde, in welchem diese Arbeiter ermabut zwang für in die Schlachthöfe eingeführtes österreichisch- ungarisches für Vorschriften macht man erst für den Sonntag selbst! Bur Probe wurden, an den Errungenschaften ihrer früheren Streits festzuhalten. Großvich von 3 auf 5 Tage zu verlängern. Mit großer Mehrheit nur folgende Bestimmung aus dem Gesetz: An Sonn- und Fest- Bald darauf fand in Belosto d die Verbreitung eines anderen wurde der Antrag des Rechtsraths Kußer angenommen, die Re- tagen find bis 3 Uhr nachmittags alle Musikaufführungen Flugblattes statt, in welchem es hieß, es sei speziell herausgegeben, gierung zu ersuchen, sie möge bei Würdigung des neuen Bolltarif( mit Ausnahme der Oratorien und geistlichen Konzerte außer- um der Regierung zu zeigen, daß den jüdischen Arbeitern weitere Entwurfs der Aufhebung des Fleischzolles ihre Aufmerksamkeit zu halb der Zeit des Hauptgottesdienstes), Schaustellungen und geheime Druckereien zur Verfügung stehen und sie keineswegs gejonnen wenden, da der Zoll das Pfund Fleisch um 5 Pfennige vertheuere theatralische Vorstellungen, ferner Wettrennen und ferner Wettrennen und alle mit find, ihren Befreiungsfampf aufzugeben. Mitte September erschien in und doch troz seines jahrelangen Bestehens die Landwirthschaft nicht Störung der Sonntagsruhe verbundenen gesellschaftlichen einer anderen Stadt die erste Nummer der Zeitung„ Der Klassenkampf" tonkurrenzfähiger gemacht habe. Vereinigungen und Vergnügungen an öffentlichen Orten, das Kegel des lokalen Organes der jüdischen Arbeiter dieser Stadt. Sozialdemokratische Esfamotage" betitelt die Stumm'sche spiel, das Scheiben- und Bogenschießen, die Vergnügungs- Schlitten- Da jedoch die Massenverhaftungen eine Neuregelung der VerBoft" einen Leitartikel, in dem sie sich abmüht, unseren Bemer- fahrten, desgleichen alle die Sonntagsruhe störenden Belustigungen hältnisse der jüdischen Arbeiterbewegung geboten erschienen ließen, fungen über die Heyrede des Kommerzienraths Lueg Oberhausen in Privaträumen oder Privatgärten sowie auch das Fischen verfurzer Zeit die zweite Parteifonferenz die Spige abzubrechen. Diese Hetrede sei ganz selbstverständlich" boten." der jüdischen Sozialdemokratie Rußlands und gewesen, und die Deynhausener Staiserrede( die recht refpettwidrig Das„ Bolt" sucht diese muderische Verordnung als im Intereffe Bolens einberufen worden( die erste, auf welcher der„ Allgemeine mit der Lueg Rebe zusammengekoppelt wird) habe sich nicht der Arbeiter liegend hinzustellen, was natürlich vollständig ver- jüdische Arbeiterbund Rußlands und Polens" gegründet worden ist, δας Koalitionsrecht Nun, gerichtet. mit gegen solchen fehlt ist. hat, worüber seinerzeit im Vorwärts" berichtet wurde, im Herbste = " 200 ist bor " Rußland. beä vorigen Jahres getagt). Auf der diesjährigen Konferenz waren niiiuc|cub Delcgirte aus sieben Städten Wesiruglnuds, wie auch ein Vertreter des Bundes derjüdischenBürsteinnacherPolensund Litthauens. Unter anderen hat die Parteikonferenz die folgenden Beschlüsse gefaßt: Der Allgemeine jüdische Arbciterbund hält fest sowohl an seinem bisherigen Programm als auch an der bisherigen Taktik: die Vczichnugcn des Bundes zu den nicht jüdischen sozialdemokratischen Organisationen in Rußland bleiben die früher festgelegten; als Organe des jüdischen Arbciterbundcs werden auch weiterhin erscheinen in Rußland„Die Arbeiterstimme" und sin Auslände„Der Jüdische Arbeiter". Da sich das dringende Bedürfnis; geltend gemacht hat, einen Stamm von Arbeitern heranzubilden, welche die theoretische Klarheit haben, die erforderlich ist, um eine leitende Stellung in der Arbeiterbewegung einzunehmen, wurde fenicr beschlossen, eine Serie wissenschaftlich- sozialistischer Schriften in jüdischem„Jargon" herauszugeben, in erster Linie die jüdischezllebersetzung des Kautsky'schen„Erfurter Programms" und des„Kommunistischen Manifestes"—; um demselben Bedürfnisse zu genügen, soll fortan der„Jüdische Arbeiter" den Charakter einer populär- wissenschaftlichen Revue erhalten. Eine Reihe anderer Be« schlüsse der Par-teikonfercuz kann aus naheliegenden Gründen nicht veröffentlicht werden. Türkei. Kreta war Jahrzehntelang ein Name, den man bloS auSzu- sprechen brauchte, um vor dem Hörer das Bild greulichster Miß- Usirthschaft und Anarchie aussteigen zu lassen— das Bild bestialischer Grausamkeit ini von der Natur hochbcgnadeten Land— das Bild der Hölle inmitten eines Paradieses, lind der böse Dämon, der diese Hölle inmitten eines Paradieses geschaffen hatte— das war der T ü r k c. Der sengende, brennende, mordende Türke. Tag für Tag ist in Hunderten von Zeitungen das Bild mit allen Greueln vor- und ausgemalt worden. Und mit sittlicher Eni- rüstung ward im Namen der Menschlichkeit gepredigt: der Herrschaft der Türken müsse ein Ende gemacht werden. Wer da sein Urtheil nicht ganz gefangen gab, der wurde allerdings stutzig durch die Thatsache, daß gerade die Regie rungeu, deren Zeitungen am meisten auf die Türken schimpften, die russische und die englische— jene in Polen, diese in Indien— selber, und zwar auf größtem Maßstab, alle die Greuel verüben, deren sie die Türken beschuldigen. Und die zwei Hungcrrevolutionen mit obligaten Metzeleien in Italien halten doch wohl den armenischen und kretischen „Türkengreueln" vollständig die Waage, auch wenn man alles als wahr annimmt, was darüber erzählt wird. Wie dem nun sei, die sittliche Entrüstung über die Zu- stände in Kreta wurde zuletzt so groß, daß das vereinigte Europa sich entschloß, der türkischen Mißwirthschast und thatsächlich auch der türkischen Herrschaft ein Ende zu machen. Das„europäische Konzert" ging los. Freisich in Wirklichkeit eine europäische K a tz e n- musik— und die verschiedenen Mächte wie Hunde und Katzen. Bor dritthalb Jahren fing die vereinigte Kultur« und Staats- Weisheit Europa'S an, das Friedens- und Ordnungswerk auf Kreta durchzuführen. Es bestand darin, daß man den Türken die Hände band und die„Christen" iin Innern rauben und mord- brennen ließ. Da der Anblick der türkischen Truppen die zartbesaiteten Nerven der„Christen" aufregte, so hat man diese Truppen jetzt — unter Kriegsdrohungen an die Türkei— aus dem Lande geschasit, ein paar Türken, die nicht ruhig zusahen, als ihnen ihre Oelbäume christlich verbrannt wurden, zur Ehre christlicher Nächstenliebe an den Galgen gehängt, und nun fühlen die kretischen„Christen" sich so wohl, daß sie in aller Ruhe die noch nicht niedergebrannten türkischen Oelbäume verbrennen. Sogar die türkenhasserische„Vossische Zeitung" sagt, die Anarchie sei weit schlimmer als je unter der Herrschast der Türken, und nach den neuesten Berichten ist von den Admiralen thatsächlich daS Standrecht proklamirt worden. ES wird schwer sein, ein Seitenstück zu dieser schäm- und ehr- losen Komödie der Heuchelei und Ländergier(denn sie ist die Triebfeder des ganzen„Konzerts") in den Annalen der Geschichte zu entdecken. Und wenn man denkt, daß dieses„Konzert" jetzt die Welt vom „Anarchismus" besteien will— wer lacht da nicht? Jedenfalls lacht die russische Regierung. Sie stellt heute in der „Nowoje Wremja" dem„europäischen Konzert" ein vorzügliches Zeugniß aus und sagt, es habe die kretische Frage so gut gelöst, daß man mit Sicherheit erwarten könne, es werde auch im ganzen Orient den Frieden erhalten. Ostasien rechnet man in Rußland mcht zum Orient.— Asien. Peking, 26. Ottober. In einer gestern abgehaltenen Versamm- lung des diplomatischen Korps wurde beschlossen, die sofortige En t- lassung derSoldatenzu verlangen, welche dieenglischen Ingenieure angegriffen haben. Das Tsung-Ii-Vnmen gewährte sofort dieses Verlangen. Der englische Gesandte Macdonald beantragte unabhängig hiervon die Bestrafung der Soldaten. Die Kaiserin-Regentin erließ einen Befehl, durch welchen Hu-hü-fen, der Generaldirektor der Eisenbahnen, beauftragt wird, eine exemplarische Bestrafung der Schuldigen eintreten zu lassen.— Amerika. Altgelt, der Gouverneur von Illinois, welcher vor einigen Jahren die noch lebenden Opfer des Chikagoer Justizmordes der Freiheit zurückgab, war lange gefeiert von den Arbeitern, die in ihm einen Vertreter ihrer Rechte und Interessen erblickten. Er war aber in Wirklichkeit nur ein philanthropischer Bourgeois, der, auch theils aus Berechnung, jenen Akt der Gerechtigkeit verrichtete. Mehr und mehr kam der Bourgeois bei ihm zum Durchbruch, und für die jetzt in Amerika bevorstehenden Wahlen benutzt er seme Beliebtheit bei den Urbeitern, um diese für Bourgeoiskandidaturen zu gewinnen. Die„New-Uorker Volkszeitung" bringt deshalb in ihrer Nummer vom 16. d. M. einen scharfen Artikel gegen ihn, mit der lieber- schrist:„Altgeld, ein gefährlicher Feind der Arbeitersache."—_ Der Dreyfns-Prozeß vor dem Kassationshof. Paris, 27. Oktober. Bis heute Mittag zeigten sich keine Manifestanten in der lim- gebung deS Justizpalaftes. Die Gitter des Palastes sind geschlossen und die Abspernmg ist streng. Gegen Mittag stellten sich einige kleine Gruppen Neugieriger ein. welche die Polizei-Ageuten indessen sofort zum Weitergehen veranlaßten. Zwischen 12 und 12'/, Uhr trafen einige nationalistische Deputirte am Justizpalaste ein; ihre An- kunft ging jedoch unbemerkt vorüber. Im Innern des Justizpalastes sind sehr strenge Maßnahmen getroffen. Die Sitzung wurde mittags eröffnet. Der Saal ist überfüllt; unter den Anwesenden befinden sich Frau D r e y f u s und die Advokaten D e m a n g e und L a b o r i. Gleich nach Eröffnung der Sitzung ergreift der Berichte r st atter Bard das Wort Berichterstatter Bard. Er erinnert zunächst an die Erregung, welche die Frage der Revision des Prozesses Dreyfus hervorgerufen hat und au die Skandale, welche stattgehabt haben, ehe die Justiz mit dem Revisionsantrage befaßt wurde und geht dann dazu über, einen h i st o r i s ch e n U e b e r b l i ck über die Berurthcilung Dreyfus zu geben. Nach dem historischen Ueberblick zählt Berichterstatter Bard die verschiedenen Versuche auf, die gemacht wurden, um die Revision deS Prozesses Dreyfus herbeizuführen; er erinnert an die Anzeige gegen E st e r h a z y, an die Affäre Henry und an den Ä e- Visionsantrag der Frau Dreyfus, der auch darauf be- gründet ist, daß das Bordereau von der Hand EsterhazPs sein solle. Bard fügt hinzu, hinter diesen Thatsachen stecke sin Verdacht, der den Revisiousantrag rechtfertige, und setzt dann auseinander, wie Frau Dreyfus behaupte, daß das Borderau nicht von ihrem Manne stamme. Bard unterzieht dann die Berichte der S a ch- verständigen, welche die Handschrist Drehstls zu erkennen erklärten, einer Prüfung und sagt, der KaffationShof habe also nach einer Enquete zu prüfen, ob dre Thaffachen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen Grund zur Revision geben. Hierauf verliest der Berichterstatter den Brief der Frau Dreyfus, in welchem sie die Re- Vision beantragt. Der Fälscher Henry. Bard fährt fort: Oberst Henry hat eine Fälschung begangen. Seine Aussage war die niederschmetterndste gegen DreyfuS. Da diese Aussage von einem Fälscher her- rührte, kann sie als verdächtig gelten. Hier liegt eine neue Thatsache vor, die die Vermuthung der Unschuld be- gründet und genügt, das Revisionsgesuch zu m o t i v i r e n. DaS Bordereau. Es ist ferner zu prüfen, ob das Bordereau wirklich von Dreyfus, st. Der Kassationshof ist regelrecht mit der An- gelegenheit befaßt worden und wird festzustellen haben, ob er ohne eine ergänzende Enquete eine Entscheidung fällen kann. Im Verlaufe seiner Berichterstattung verliest Bard die Ausführungen des General- profurntorS, in welchem das bekannte Briefkonzept Estcrhazy's auf- geführt ist, in dem Esterhazy schreibt:„Wenn Sie der Experten nicht sicher sind, werde ich ebenso wie bei dem Bordereau sagen. daß meine Schrift durchgepaust ist."(Sensation.) Ferner verliest der Berichterstatter das Konzept zu einem Briefe, in welchem Esterhazy einem General als seinem Retter dankt (Sensation); Esterhazy hatte sich geweigert, den Adressaten dieses Briefes zu nennen. Wie dn Paty de Clam die Untersuchung führte. Bard verliest sodann den Bericht du Paty de Clam'S, worin dieser erklärte, Dreyfus habe seine Aussagen über die hydrau- lische Bremse und über das 120 Millimeter-Geschütz oft geändert, habe aber stets in Abrede gestellt, irgend etwas über Madagaskar geschrieben zu haben. In dem Protokoll über die Verhaftung Dreyfus' erwähnt du Paty de Clam, daß Dreyfus, während er nach seinem Dittat schrieb, sehr erregt gewesen sei und auf seine, du Paty de Clam's, Bemerkung hierüber geantwortet habe, es friere ihn an den Fingern. Hier schaltet Berichterstatter Bard ein, er glaube dem Gerichtshöfe bemerken zu müssen, daß die Photographie des Diktats nicht zeige, daß der Schreiber desselben irgend wie erregt gewesen sei.(Ueberraschung beim Publikum.) Be; seinem Verhör bestritt Dreyfus, heißt'es in dem Berichte dn Paty de Clam's weiter, von dem Landungsplan für Madagaskar Kenntniß gehabt zu haben, und gab nur zu, daß, wenn er Beziehung zur icchnischen Abthcilung für Artillerie gehabt habe, dies auf grund seiner Dienststellung und weil er'mit einer Arbeit über die deutsche Mobilmachung beauftragt war, der Fall gewesen sei. Dreyfus habe versichert, niemals zu Agenten fremder Mächte oder zu diesen Mächten selbst Beziehungen gehabt zu haben. In einen; zweiten Verhör hat du Pary de Clan; Drchfus die Schriftstücke, wegen deren er beschuldigt wurde, schreiben lassen;md zwar 1. fitzend, 2. stehend, 3. nochmals sitzend, 4. nochmals stehend, 5. sitzend und mit Handschuhen, 6. aufrecht, ohne Handschuhe, 7. mit einer Rundschrift-Feder, 8. stehend mit einer Rundschrift-Feder, L. stehend, mit Handschuhen und einer Rundschrift-Feder, 10. stehend, ohne Handschuhe und Rundschrist- Feder. lZndlich, im letzten Verhör, am 30. Oktober, habe Dreyfus beim Leben seiner Kinder geschworen, unschuldig zu sein, und verlangt, vom Kriegsminister gehört zu werden, worauf ihm du Paty de Clam erwiderte, er werde vom Kriegsminister empfangen werden, wenn er den Weg der Geständnisse beschreiten wolle. Die Schreibsachverständigen. Bard verliest ferner den Bericht des Kommissars vor dem Kriegsgericht und die Berichte des Schreib-Sach- verständigen. In dem Bericht des Kommissars wird gesagt: Mehrere Zeugen behaupten, daß Drevfus gerechten Verdacht auf sich gelenkt habe durch sein zweideutiges Benehmen und sein ungeordnetes Leben. Dreyfus habe vor seiner Verheirathung eine Maittcsse gehalten. Der Berichterstatter unterzieht sodann die Dienstzeugnisse des Dreyfus' als Offizier während des Jahres 1803 einer Prüfung. Dieselben besagen, daß Dreyfus im ersten Semester dieses Jahres ein guter Ofsizwr war. Hier fügt Bard die Be- merkung ein: Es g;ebt nichts als das Borderau. um die Anklage zu begründen. Die Majorität der Schrcibsachvcrständigen sprach sich für die Schuld des Dreyfus aus. Hier wird die Sitzung für kurze Zeit unterbrochen.— Die Gestäuditissc DrcyfnS'. Nach W!ederaust;ahn;e der Sitzung beschäftigt sich Bard in seiner Berichterstattung mit den angeblichen G e st ä n d n i s s c n Dreyfus'; er verliest einen Bericht des Obersten Guörin und Erklärungen des Hauptmanns Lvbrun-Renanlt, wonach Dreyfus nach der Degradirung zu letzterem gesagt hätte, wenn er, Dreyst;s, Schriftstücke an das Ausland ausgeliefert habe, so sei es geschehen, um wichtigere dagegen zn erhalten. Bard erklärte hierbei, Löbrun-Renault habe entweder vor seinen Kameraden ein wenig leichthin gesprochen, oder Worte Dreyfus' wiederholt, die dann auf ihren; Wege von Mund zu Mund entstellt worden seien. Von anderen Zeugenaussagen, nach denen Dreyfus ebenfalls Geständnisse gemacht haben sollte, bemerkt Bard, diese Aus- fagen seien recht fpät gemacht worden. Selbst zugegeben, daß Dreyfus eingestände;; haben sollte, das Vergehen des„K'öderns" begangen zu haben, sagt Bard, würde daraus hervorgehen, daß er auch emgestanden hat, Verrath begangen zu haben? Dreyfus habe stets seine Unschuld versichert und dies auch noch am Tage der Degradatton mit dem Hinzufügen gethan,„wenn ich unw;chtige werthlose Dokumente ausgeliefert habe, fo ist eS geschehen, um andere dagegen zu erhalten". Picquart. Bard geht über zu der Angelegenheit deS? s t i t dien (Rohrpostkartc), welches in die Hände des Oberst Picquart fiel; er könne aber nicht prüfen, welche Rolle Picquart hierin gespielt habe, da eine Untersuchung gegen diesen eröffnet sei. Das Verhalte» Esterhazy's. Bard spricht sodann von der Denunziatton Mathieu Dreh- f u s' gegen Esterhazy und verlieft d;e Briefe Esterhazy's an den Kriegsminister, welcher vor der Denunziation lebhast für Esterhazy's Unschuld eingetreten sei. Estcrhazv beruft sich darin auf das Zeugniß eincS auswärtigen Souveräns, dessen Namen bekannt zu geben unnütz sei. Esterhazy sagt von dem Souverän, er sei Soldat, wie er selbst, er würde niemals Verbindungen unterhalten haben, die eines Militärs unwürdig seien. Bard fügte hinzu, es sei bedauerlich, daß der Kriegsrath die Angelegenheit bezüglich der verschleierten Dame nicht habe aufklären können, oenn es wäre interessant, zu wissen, wie ein so wichtiges geheimes Aktenstück habe aus dem Kricgsministerium herauskommen können. Vielleicht, meint Bard, hätten Paty du Clan; und Henry die Angelegenheit bezüglich der verschleierten Dame aufklären können. Generaladvokat Maua». In seinem Requisitorium führte der Generaladvokat Manau aus, daß zwei neue Fakta vorliegen, die Fälschung Henry's von 1806 und das Gutachten über das Bordereau von 1897. Die Fälschung Henry's sei geeignet, die Unschuld von Drey- f u s f e st z u st e l l e n, dem; aus der Fälschung gehe hervor, daß Henry die Beweise für die Schuld Dreyfus' für unzureichend erachtete. Henry habe im Jahre 1894 dem General Ganse das Bordereau übergeben und nicht den Namen des Agenten nennen können, von den; er das Bordereau erhalten habe. Henry habe auch folgendes gesagt:„Es ist unfaßbar, ich werde verrückt werden". Henry sei der Werkmeister des Prozesses gegen Dreyfus gewesen und alles, was Henry gesagt und gethan habe, um die Verurtheilung von Dreyfus durchzwetzen, s ei verdächtig geworden. Der Fall Henry allein sei schon geeignet, das Revisionsgesuch zu recht- fertigen. Dasselbe gelte aber auch von den Gutachten über das Bordereau. Während im Jahre 1894 drei Sachverständige Dreyfus als Urheber desselben bezeichneten, hätten die Experten des Jahres 1897 die Möglichkeit einer Durchpausung zugegeben. Manau's Schlußfolgerung lautet a«f Zulassung deS Redist onS- "�"sDie Verhandlung wird ohne Zwischenfall abgebrochen.. Bard wird seinen Bericht morgen fortsetzen. Am Ausgang des Justiz- palastes fanden keinerlei Kundgebungen statt. Die preußischen Landtagswahlen, die in unserer Partei zu so eingehenden Debatten geführt haben,, wurden in Berlin am Donnerstag Nachmittag ö Uhr abgehalten.! Mit der Erregung, die bei R e i ch s t a g s w a h l e n in allen Kreffen| bemerkbar ist und dem politischen Jntereffe, das bei dieser Gelegenheit bis in die ttefstcn Schichten der Bevölkerung reicht, laßt sich d;e öffentliche Stimmung bei den LandtagSwahlen nicht entfernt ver- gleichen. Obgleich ja die vier Berliner Landtagsivahlkreffe, die bis- her durchgehends freisinnig vertteten waren, von den Freisinnigen und den„vereinigten reichstreuen Parteien" heiß umstritten sind, bemerkt man im öffentlichen Leben doch nur verhältnißmäßig wemg von den; Stattfinden der Landtagswahlen. Fehlt doch in Berlin die Agitation und die Wahlbetheiligung der Arbeiterpartei, die den Reichstagswahlen ihr charakteristisches Gepräge giebt._ Immerhin geht natürlich ein so wichtiger Akt. w;e die Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus, in Ivelchem Parlament bisher die konservativ-agrarische Reaktion unumschränkt geherrscht hat, nicht spurlos vorüber, und es werden dabei genug Menschen auf die Beine gebracht. Gab es doch allein in Berlin 1202 Wahllokale, in denen von den Urwählern 6146 Wahlmänner zu wählen waren. Am Vormittage war von der Wahlbewegung im allgemeinen wenig zu bemerken. Nur im städtischen Wahlbureau in der Post- straße herrschte vormittags ein. ziemlich reges Leben. Wahl- Vorsteher holten sich ihre Instruktionen und Listen, Wähler erschienen mit Beschwerden wegen des Fehlens der Legiti- mationskarten, die sie nicht erhalten haben, andere wiederum mußtei; erfahren, daß sie ihr Versäumnitz, die ausgelegten Wählerlisten einzusehen, mit Verlust ihres Wahlrechts zu büßen haben, kurz, die Beamten hatten reichlich zu thun, um alle Frager zufrieden zu stellen... Im ersten Wahlkreise, in welchem die konservative Parte; in eine lebhafte Agitation eingetreten war, wurden sin Laufe des Vor- mittags noch Flugblätter ausgegeben. Im zweiten, wo keine andere Parte; als die freisinnige Aussicht hatte, herrschte absolute Ruhe. Lebhafter ging es im dritten Landtags- Wahlkreise zu, den für sich zu gewinnen die vereinigten reichs- treuen Parteien versuchten. Noch am Mittwoch Abend und Donnerstag Vormittag wurden über 100 000 Flugblätter vertheilt. Die vereinigten Konservativen und Antisemiten hatten die im Kreise vorhandenen Bürgervereine in den Dienst der Agitation gestellt. In der Gegend des Wedding- Stndttheiles und des Gesund- brunnens waren„christlich- soziale Arbeiter" vom frühen Morgen an thätig. Die beiden Kandidaten Pretzel und Ulrich hatten die Agitation am Wahltage selbst in die Hand genommen. Die Wähler der l. und II. Abtheilung wurden Person- sich besucht. Der vierte Kreis wurde den Freisinnigen ohne große Gegenwehr von den Konservattven preisgegeben. Die UrWahlen selbst fanden, wie gesagt stinf Uhr nachmittags statt. Unsere Leser wissen ja, wie absolut sich die„Dreiklassenwaht" von der geheimen Reichstagswahl unterscheidet. Sämmtliche Urwähler kommen zur festgesetzten Stunde m den ihnen bezeichneten Lokalen(ineisteus Restaurants oder Schulen) zusammen. Beim Beginn der Wahlhandlung fordert der Vorsteher jeden in dem Bezirk nicht Stimmberechttgten auf, das Lokal z« ver- lassen,— während bei den Reichstagswahlen jedermann das Recht hat, dem Wahlakt beizuwohnen. Zuerst wählt die dritte Abtheilung, daS heißt die Abtheilung derjenigen, die die wenigsten Steuern be- zahlen. An der Hand der vorhandenen Listen werden die Wahl- berechtigten aufgerufen. Sie treten, soiveit sie erschienen find, an den Tisch heran und nennen die Wahlmänner, denen sie ihre Stimme geben. Gerade dieser Oeffentlichkeit der Wahl wegen ist es für die meisten abhängigen Leute so schwer, oppositionell zu wählen. Hat die Ab- thettung gewählt, so wird das Wahlresnltat konstatirt, und wem; dann keine engeren Wahlen nöthig find, die eventuell sogleich vorgenommen werden, dann wird die Abtheilung aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Alsdann wühlt von den Zurückgebliebenen zuerst die zweite Abtheilung ihre Wahlmänner; und nachdem sich auch die dieser Abtheilung angehörenden Urwähler entfernt haben, kommen die wenigen Urwähler der ersten Abtheisiuig an die Reihe. Die ans den„Urwahlcn" hervorgegangenen Wahlmänner haben dann bei den„Abgeordnetenwahlen" die eigentlichen Volksvertreter zu wählen. Diese Hauptwahlen finden diesmal am 3. November statt. Gewohnheitsmäßig finden die Landtagswahlen eine verhälttnß- mäßig geringe Bethcisigung. So auch diesmal. Das Stratzenbild war nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr völlig unverändert, wo doch ihrer Berechtigung nach Hunderttausende bei den Wahlhandlungen hätten anwesend sein müssen. Auch vor den Wahllokalen nichts von dem bei den Reichstagswahlen üblichen Leben. In der Regel sah man zwei Leute, der eine von den Freisinnigen, der andere von den Konservattven bezahlt, die das Verzeichnitz der aufgestellten Wahl- männer vertheilten. Häufig fehlte aber auch der konservative Mann. Umgekehrt herrscht im Wahllokal mehr Bewegung, als bei den Reichstagswahlen. Diese letzteren währen den ganzen Tag, 1 und da giebt es häufig ganze Stunden, in denen sich kaum e;n Wähler blicken läßt. Da geht es denn am Vorstandstisch sehr ge- müthlich zu und manche lustige Schnurre wird erzählt. Nicht so bei der Landtagswahl, wo sich die ganze Handlung zusammen- drängt und eine 60 oder 70 Köpfe starke Versammlung von Ur- Wählern bei ihren Dreizehntel-Seideln andächtig des Namensaufrufs und der Stimmabgabe der an den Tisch Herantretenden lauscht.— Eine Heranschlepperei der Säumige»; wie bei den Reichstagswahlen giebt es be; den Wahlen zum Landtage nicht, weil sich alles in kurzer Zeit abspielt. Wer zur Wahl seiner Abtheilung zu spät kommt, kann incht mehr wählen. Bei den gestrigen Wahlen hat in Berlin der Aktus wohl nur vereinzelt länger als bis 6 Uhr gedauert. Die Wahlbetheiligung ist auch diesmal, wie aus allen Be« richten hervorgeht, eine äußerst geringe gewcsen. Besonders in den eigentlichen Arbeiterbezsiken machte sich diese geringe Betheiliguug bemerkbar. Bemerkensiverth ist übrigens, daß fast alle a;ntl;chen Bureaus rechzeitig geschlossen hatten, um den Beamten Gelegenheit zur Wahl zu geben. Auch die freffsimigen Arbeitgeber, Kailsleute u. s. w. hatte ihren Angestellten vielfach Gelegenheit zur Wahlbetheiligung gegeben. Kurz erwähnen wollen wir noch die für daS miserable Drei- klassen-Wahlsystem bezeichnenden Vorgänge in dem im Kaiserhof- Hotel etablirten Wahllokal, wo die Minister und viele hohe Staatsbeamte zu wählen haben. 10 Minuten vor b Uhr erschien hier der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe. Kurz vor Thorcsschluß traf auch der Eiscnbahuminister Thielen ein, welcher ebenso wie der Reichskanzler als W ä h l e r d e r b r i t t e n A b t h e i l u n g ihrer Wahlpflicht genügte. Als Wahlmann der Konservativen war in der z w e; t e n Abtheilung der Oberst- gewandkämmercr des Kaisers, Graf von Perponcher, aufgestellt, welcher ebenfalls in der dritte n Klasse zu wählen hatte, aber nicht erschienen tvar. Die Mitinhaber von zwei Berliner Bankhäusern standen sich in der e r st e n Abthcilung dieses Bezirks gegenüber: Bei den Konservativen Bankier Krause, bei den Freisinnigen Bankier Bleichröder. Die beiden Bankiers übten kraft der Drei'klassenwahl ebenso viel Rechte aus, wie die meisten preußi- schen Minister, der Reichskanzler und die ganze dritte Wähler» abthcilung zusammengenommen.-. Im Wahlkreise Teltow-BeeSkow-Charlottenburg vollzog sich der Wahlakt in allen Landgemeinden mit weniger als 1800 Einwohnern bereits vormittags 11 Uhr. Die großen Berliner' Vorortgemeinden waren mit wenigen Ausnahmen dem Beispiel Berlins gefolgt und wählten erst Nachmittags. In Charlottenburg schloß Vormittags die Wahl mit einen; Siege der Liberalen ab. Wie uns berichtet wird, sollen sich' speziell in Charlotteuburg vielfach Sozialdemokraten an der Wahl! betheiligt haben. " Als ein recht interessantes Stimmungsbild geben wir noch 11 sozialdemokratischer Wahlmann erfter, 5 zatveiter, 18 britter Klasse. I kommen ausreichend bezeichnete. Der Regierungsvertreter spendets wieder, was der Vossischen Zeitung" aus Charlottenburg berichtet Außerdem noch 6 Landorte sozialdemokratische Wahlmänner. Halle den Sanitätsorganen großes Lob. wird:" Bei den heutigen Urwahlen zum Landtage in Charlotten Stadt allein 40 fozaldemokratische Wahlmänner. Endresultat steht Generalredner Lueger erklärt, die Christlich- Sozialen seien nicht burg war der Verlauf des Wahlakts besonders in einem aus. Großer Achtungserfolg der Sozialdemo- gegen die wissenschaftliche Forschung, sondern gegen Mißbräuche, Bezirk in der Lutherstraße von Juteresse. Dort wählte fraten. welche unter dem Deckmantel der Wissenschaft getrieben werden. eine Reihe von bekannten Personen und hohen Beamten, Frankfurt a. M.,( Privatdepesche.)( Bisher 2 Nationalliberale). Redner wendet sich dagegen, daß die Kranken in den Spitälern zu deren Abstimmung erkennen ließ, welche nachhaltige Wirkung Freisim und Demokraten 511, Nationalliberale 325 Wahlmänner. Versuchszwecken benutzt werden und spricht sich für Umgestaltung des Ger Aufruf der Professoren Schmoller, Delbrid und Gierte Sieg des Freifinnigen Reinhold Schmidt und des Allgemeinen Strantenhauses entsprechend den Forderungen der Jetzt dinterlassen hat. Schmoller selbst, der als erster in der ersten Demo traten Sänger durch unterstützung der Sozeit aus. Kareis weist die Angriffe gegen die Juden und den HofAbtheilung stand, also der Höchstbesteuerte des Bezirts ist, war er- zialdemokraten gesichert. rath Nothnagel zurück. Nächste Sigung am 4. November. schienen und verwandelte für seine Person die negative Aufforderung. Kreise, in denen sich die Sozialdemokraten nicht betheiligt haben. sozialen Versammlung besprach der bekannte Abg. Schneider die PeſtAus Wien meldet die Frankf. 3tg." In einer christlich* Berlin. I. Wahlkreis. Gegen Mitternacht waren von fälle. Als er angebliche Talmudstellen zitirte, wonach jüdischen 1186 Wahlmännern 1026 als gewählt bekannt. Davon entfielen Aerzten gestattet sein soll, an Christen melizinische Experimente zu auf die freifinnige Volkspartei 893 und auf die Konservativen 128. machen, löste der Polizeikommissär die Versammlung auf. Es entII. Wahlkreis. Es waren zu wählen 1377 Wahlmänner. stand ein Tumult, in dem der Kommissar durch ein aus der Mitte Gewählt wurden 1345, davon 1298 für die freisinnige Volkspartei des Saales geworfenes Bierglas verlegt wurde. ( 1893: 1102), 28 für die Konservativen( 1893: 222), 19 zersplittert. III. Wahlkreis. Es waren zu wählen 2343 Wahlmänner. Gewählt wurden 2341, davon 1518 für die freifinnige Volkspartei ( 1893: 1253), 818 für die vereinigten konservativen Parteien( 1893: 713), 5 unbeſtimmter Richtung. teinen Konservativen zu wählen, in ein pofitives Eintreten für die Liberalen. Er wählte den Profeffor Wüllenweber und den früheren Reichstags- Abgeordneten Dr. Alexander Meher, der als Beisiger am Wahltische saß. In der zweiten Abtheilung wählten hier, was von liberaler Seite mit großer Genugthuung aufgenommen wurde, ein Ministerialdirektor, ein Oberstabsarzt und der Oberregierungsrath Lübben, der Leiter der Steuereinschätzungs- Kommission, laut und deutlich die liberalen Wahlmänner- Kandidaten. In der dritten Bahlabtheilung gaben u. a. ein Poſtſchaffner und ein in Schriftstellerkreisen bekannter, früher in offiziösen Blättern beschäftigter Nedakteur liberale Stimmen ab. Sämmtliche Liberalen wurden hier gewählt. Trhte Nachrichten und Depeschen. Gine öffentliche Versammlung der in den Buchbindereien und verwandten Gewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, IV. Wahlkreis. Es waren zu wählen und sind gewählt die gestern bei Keller tagte, beauftragte die bestehende Kommission, 1239 Wahlmänner, davon 1202 für die freisinnige Boltspartei( 1893: nochmals mit der Unternehmer Rommission in Verhandlung zu treten, um für die Einführung des Leipziger Affordtarifs Am Schluß der letzten Legislaturperiode zählte das Abgeordneten- 729), 37 für die Konservativen( 1898: 184). Charlottenburg- Teltow- Beeskow- Storfow. Charlotten für Berlin am 1. Dezember zu wirken. Die Unternehmer haus 139 konservative, 65 Freikonservative, 95 Zentrums-, 84 national- burg: Sieg der vereinigten Liberalen. Schöneberg: 94 Kon- haben in den bisherigen Verhandlungen die Einführung zum liberale Mitglieder, 17 Polen, 14 Mitglieder der freifinnigen Volts- fervative, 103 Liberale. 7 Bezirke fehlen. Rirdorf: 84 Kon- 1. Januar 1899 zugefagt. Die Verhandlungen werden nach den partei und 6 Mitglieder der freifinnigen Vereinigung, 5 Mandate, fervative, 156 Liberale. Friedrichshagen: 12 Konservative, Vereinbarungen zwischen Unternehmern und Arbeitern am nächſten welche bei Schluß der Session erledigt waren, hatten bis dahin 23 Liberale. Sieg der Liberalen nicht ausgeschlossen. Ausschlaggebend Montag stattfinden. Konservative inne. Von 8 Mitgliedern, die keiner Partei angehörten, sind die ländlichen Bezirke. stimmten 4 meist mit den Konservativen, sodaß die Reaktion über 213 bon 433 Mandaten verfügte. Nach den bis jetzt vorliegenden Resultaten hat es den Anschein, als wenn die Reaktion etivas, wenn auch nicht erheblich geschwächt aus dem Wahlkampfe hervorgeht, während die freisinnige Opposition, zumeist durch sozialdemokratische Hilfe, eine, wenn auch zahlenmäßig geringe, so doch in vielen Fällen ausschlaggebende Verstärkung erfahren hat. * Niederbaruim. In 14 Landbezirken bisher 92 konservative, 13 freifinnige Wahlmänner gewählt. 13 freisinnige Wahlmänner gewählt. Konservative Mehrheit gefichert. Selch widergewählt. Potsdam. Der bisherige freitonservative Abg. Königsberg Fischhausen.( Bisher 3 Nationalliberale.) Sieg des liberalen Kartells: freis. Vp., freis. Vg. und Natl. gesichert. Ohlau Brieg.( Bisher 2 Konservative.) Wiederwahl der Sicher verloren haben die Konservativen bisher 4 Mandate, Konservativen wahrscheinlich. und zwar je eins in Nordhausen und Bromberg, zwei in GörlitzBromberg- Wirfit( bisher 3 Konservative). Auf grund eines Lauban. Diese Mandate sind in den Besitz der freisinnigen Volks- bei der Reichstagswahl abgeschlossenen Kompromisses Sieg zweier partei übergegangen. Außerdem hat die freisinnige Volkspartei von Konservativen und eines Freisinnigen gesichert. Pofen( bisher fri. Vp). Für den Kandidaten der fri. Vp. den Nationalliberalen 5 Mandate gewonnen, nämlich je zwei in Frantsinler 95, für den der frs. Vg., Lewinski, 98, für den Polen furt a. M. und Hagen- Schwelm und eins in Königsberg. Ein weiteres 89 Wahlmänner. Stichwahl zwischen frs. Vp. und fri. Vg. Mandat in Königsberg ist von den Nationalliberalen auf die frei- Sieg der freis. Volkspartei scheint sicher, da die Polen für dieselbe finnige Vereinigung übergegangen. Mithin haben die freisinnige eintreten wollen. Volkspartei bisher 9 und die freisinnige Vereinigung 1 Mandat mehr als 1893, während die Nationalliberalen 6 Mandate eingebüßt haben. Behauptet hat die freisinnige Volkspartei ihren alten Besitzstand in Berlin und Wiesbaden. In Breslau sind die vereinigten Liberalen mit dem konservativ- klerikalen Kartell in Stichwahl gekommen, die Entscheidung liegt bei den Sozialdemokraten. In dem bisher von einem Mitgliede der freifinnigen Volkspartei vertretenen Kreise Bosen Stadt findet Stichwahl zwischen der freisinnigen Vereinigung und der freisinnigen Volkspartei statt. Ausschlaggebend find hier die Polen. * Neiffe. 93 Wahlmänner des Zentrums gewählt. Kiel. Barth( frs. Vg.) gewählt. Hannover. ( Privatdepesche.)( Bisher zwei Nationalliberale.) Nationalliberale etwa 3/5, Vereinigte Opposition 2/5 der Wahlmänner. Sieg des Nationalliberalen sicher. Nordhausen( bisher fous.). Gewählt Dr. Wiemer( frf. Bp.). Wiesbaden( bisher frs. Vp.). Wiederwahl v. Wintermeyer ( frs. Vp.) gesichert. Von der Pest. Aus Wien ist fein weiterer Todesfall zu berichten, in der BeWas die Betheiligung der Sozialdemokraten bölferung stellt sich nun Besonnenheit und Ruhe wieder ein. Wenn betrifft, so ist hier zu unterscheiden zwischen denjenigen Kreisen, in nicht alles trügt, ist die Gefahr für Wien vorbei und auch eine denen unsere Genossen eigene Wahlmänner aufgestellt haben, und lebertragung der Krankheit in andere Orte dürfte nicht mehr zu denjenigen, in denen sie von vornherein die bürgerliche Opposition fürchten sein. unterstützten. Wo sie, ohne eigene Wahlmänner aufzustellen, die Aus Wien liegen folgende Depeschen vor: Reaktion durch Unterstügung der Freisinnigen bekämpften, Das am Donnerstag Mittag über die Internirten ausgegebene haben sie dies Ziel vielfach erreicht, in einer ganzen Bulletin lautet: Das Befinden der Wärterin Pecha ist unverändert, Anzahl von Kreisen verdanken die Freisinnigen ihren Sieg sozial- dieselbe erhält heute Nachmittag eine neue Seruminjektion. Die demokratischer Hilfe. In den Kreisen, wo unsere Genossen selbst- Temperatur der Wärterin Hochegger ist befriedigend, die Ohren ständig in die Wahl eintraten, haben sie fast überall recht bemerkenswerthe Achtungserfolge errungen, in Altona sind sie sogar in die Stichwahl gekommen, und in Breslau haben sie es in der Hand, wer in der nächsten Legislaturperiode diese Stadt vertreten soll. In Linden scheint, wenn die uns noch in lezter Stunde mitgetheilten Zahlen richtig sind, der Sieg der Sozialdemokraten nicht ausgeschlossen. mäuner. schmerzen haben aufgehört, auch sonst flagt die Patientin nicht über Schmerzen. Die nachmittags erfolgte bakteriologische Untersuchung des Sputums der Wärterin Hochegger ergab, daß dasselbe keine Pestbazillen enthielt; ihre Krankheit scheint lediglich sich auf Mittelohr- Entzündung zu beschränken; sie wurde nachmittags immunifirt. Die übrigen Internirten befinden sich wohl. Harburg( Elbe), 27. Oktober.( Privatdepesche des„ Bortvärts".) leber das Pistolenduell in der Haake, worüber wir bereits gestern berichteten, können wir noch folgendes mittheilen. Der Gegner des gestern früh 61/2 Uhr im Pistolenduell in der Haafe gefallenen Regierungs- Baumeisters Frede ist der Regierungs Baumeister Boost, der ebenfalls am Elbbrückenbau beschäftigt ist. Ersterer leitete die Tiefbauten, lezterer die Eisenkonstruktionen. Zwischen den beiden Kollegen, die beide dem Reserveoffizierforps angehören, sollen schon seit längerer Zeit Zwistigkeiten bestanden haben. Als mun Boost den Frede auf einen angeblichen Fehler bei den Arbeiten aufmerksam machte, tam es zu einem Wortwechsel, der schließlich zur Herausforderung zum Zweikampf auf Pistolen führte. Die Bedingungen lauteten auf zweimaligen Kugel wechsel bei 20 Schritten Distanz. Dresden, 27. Oftober.( Privatdepesche des Vorwärts".) In der Gasanstalt in Bodenbach wurden mehrere mit dem Ausschachten eines neuen Gasometers beschäftigte Arbeiter durch ausströmende Gase betäubt. 3wei Familienbäter erstickten. Ein Arbeiter, der die beiden zu retten versuchte, gerieth ebenfalls in Gritidungsgefahr. Von den betreffenden Personen mußten mehrere ins Krankenhaus überführt werden, da sie durch Einathmen der giftigen Gase schwer erkrankt sind. In der Mayer'schen Puzwoll- Wäscherei in Lößniz stürzte der Fabritarbeiter Feder infolge Ausgleitens in einen siedender Masse gefüllten Kessel und verbrühte sich so schwer, daß ihm die Haut in Fezen vom Körper herunterhing. Er war sofort eine Leiche. Olmi, 27. Oftober.( B. H.) Im hiesigen Gasthause„ Zum Rothen Stern" fand man auf dem Abort eine mit Henkeln zum Tragen versehene, mit Dynamit und Eiſenſtücken gefüllte Bombe. Man glaubt, daß dieselbe noch von dem letzten Bombenattentat gegen die jüdische Synagoge herrührt. Wien, 27. Oktober.( B. H.) Die N. Fr. Pr." erhält vom Baurath v. Kapp die telegraphische Berichtigung, daß Kaiser Wilhelm in bezug auf die Frage, ob Dreyfus schuldig ist oder nicht, keinerlei Aeußerungen ihm gegenüber gethan hat. Wien, 27. Oktober. Durch das zu wenig oppositionelle Vorgehen der deutschen Großgrundbesizer im Ausgleichausschusse veranlaßt, beschlossen die deutsche Fortschrittspartei, deutsche Volkspartei und die christlich soziale Vereinigung, aus der Obmänner- Konferenz, die die sog.„ deutsche Gemeinbürgerschaft" repräsentirt, auszutreten. Paris, 27. Oktober.( W. T. B.) Kassationshof.( Fortsetzung.) Bard erörtert muumehr den zweiten Revisionspunkt bezüglich der neuen Thatsache, nämlich der Fälschung Henry's. Bard verliest eine Aussage Picquart's vor dem Untersuchungsrichter Bertulus, wo Picquart erflärte, er habe die Fälschung Henry's furz vor seinem Ausscheiden aus dem Kriegeministerium erfaunt. Redner verliest das Protofoll über die Vernehmung Henry's durch Cavaignac. Paris, 27. Oktober.( W. T. B.) Die Angelegenheit Guérin fam heute vor dem Zuchtpolizeigericht zur Verhandlung. Auf Antrag des Staatsanwalts und trotz des Widerspruches der Später ward gemeldet: Das Befinden der Wärterin Pecha hat Vertheidigung wurde die Verhandlung auf vierzehn Tage verant feiner sich auffälligerweise wieder zum Besseren gewendet. Ihre Körper- schoben, da der Polizeikommissar Leproust noch Guérin ist vorläufig auf auf freien Alles in allem scheint, soweit sich bisher übersehen läßt, die temperatur beträgt 38,030, der Puls 112. Trotzdem besteht die Lebens- Verwundung krank liegt. gefahr fort. Das Sputum zeigte sich auch bei der letzten Untersuchung Fuß gesetzt worden. Drumont, Millevoye und Lafies, welche drohende Gefahr einer rein tonservativen Mehrheit beseitigt. Die mit sehr vielen Beſtbazillen durchsetzt. Letztere find stark geschwollen, aber der Verhandlung beigewohnt hatten, durchliefen darauf die korridore beiden konservativen Parteien werden voraussichtlich in derselben wenig gefärbt, woraus sich die schwache Wirkung erklärt. Auch der des Juſtizpalastes, hinter ihnen etwa hundert Anhänger und riefen: Stärke wie bisher in das Abgeordnetenhaus einziehen, da Zustand der Wärterin Hochegger ist ein verhältnißmäßig zufrieden Hoch die Armee, Tod den Juden!" Dann wandten sie sich zum sie für die ihnen von freisinniger Seite entrissenen Man- stellender. Ihre Körpertemperatur beträgt 37,05 Grad, der Puls 96. Saale des Kassationshofes, aber die Wächter sperrten den Zugang. date noch Ersatz erwarten durch ein neues Mandat, das Pestbazillen sind bei dieser Patientin nach wie vor nicht nachzuweisen. Die Manifestanten verließen darauf unter denselben Rufen den Juſtizsie den Polen abzunehmen hoffen und durch einige Mandate, Im übrigen sind die sanitären Verhältnisse im Allgemeinen Kranten palast. Eine große Zahl Polizisten bewacht nunmehr die Zugänge des Gebäudes... die sie den Nationalliberalen zu entreißen gedenken. Die freifinnige hause durchaus normal. Da im Allgemeinen Krankenhause kein weiterer pestverdächtiger Paris, 26. Oftober.( W. T. B.) Als Ferrario, der Chef des Volkspartei hat eine Vermehrung erfahren. Das Zentrum wird Fall eingetreten ist und die Frist für die ärztliche Beobachtung Privatsekretariats des Ministers Bourgeois, heute mit einem Reanscheinend seine bisherige Position behaupten. Die Kosten des früherer Berdächtiger mit dem 30. Oftober abläuft, beschloß das volver hantirte, entlud sich dieser, die Kugel drang Ferrario in den Wahlkampfes werden die Nationalliberalen tragen, deren Besigſtand Permanenzkomitee, von Montag ab den allgemeinen Verkehr und Körper und tödtete ihn. um 5 bis 10 Mandate verringert werden dürfte. den vollen Dienst im Allgemeinen Krankenhause wieder zu eröffnen, Wir lassen nuumehr die uns bis 1 Uhr nach Mitternacht zu- falls nicht ein unvorhergesehener Zwischenfall eintritt. gegangenen Depeschen folgen: Jin österreichischen Abgeordnetenhause wurde heute über die Interpellationsbeantwortung des Ministerpräsidenten über die Beſt Kreise, in denen die Sozialdemokraten sich direkt oder indirekt fälle in Wien berathen. Der Antisemit Gregorig meint, an der Wahl betheiligt haben. der Ministerpräsident sei bei der Beautwortung der InterBrandenburg- Westhavelland.( Privatdepesche.)( Bisher drei pellation von seinen Leuten irregeführt worden, er greift Konservative.) Stadt Brandenburg. Gewählt 42 sozial- Professor Nothnagel heftig. an. Der Unterrichtsminister Bard legt des weiteren die bedeutsame Rolle dar, die dieser demokratische Wahlmänner von im ganzen 52 der dritten Klasse, verweist auf die große Bedeutung der bakteriologischen Forschung, Fälscher Henry bei der Verurtheilung Dreyfus spielte. So lange 4 der zweiten Klaffe, zusammen 46. 90 Liberale, 20 Konservative. welcher die medizinische Wissenschaft die wichtigsten Fort man diese Fälschung nicht kannte, habe man Vertrauen in die res Stadt Rathenow: 14 soziald., 41 liberale, 17 konservative schritte verdanke, so daß er der Einschränkung derfelben nicht judicata segen fönnen; als sie aber entdeckt wurde, sei Unruhe in Wahlmänner. Stadt Werder: 2 soziald., 20 liberale Wahl- das Wort reden könne und verweist ferner darauf, daß die bakterio- die Gemüther gekommen. Der Berichterstatter verliest sodann einen logischen Institute in den anderen Städten, wie Berlin, Petersburg, vertraulichen Brief Picquart's an Sarrien vom 14. September 1897. Frankfurt a. D.( Privattelegramım.) Von 550 Wahimännern Florenz, Liverpool, sich in der gleichen Lage wie das Wiener be- In diesem in 7 Kapitel eingetheilten Briefe sucht Picquart nachzu13 Sozialdemokraten, darunter auch solche der zweiten Abtheilung. finden und daß sie in derselben Weise arbeiten. Eine Verlegung weisen, daß Dreyfus unschuldig ist. In vielen Bezirken Sozialdemokraten für Freisimm eingetreten, wo dieser Institute wäre nicht von großem Nußen, denn die Seuche Der Brief Picquart's schließt: Jm Augenblick der Verhafting durch lettere 20 Wahlmänner mehr erhielten als 1893. erfolgte zunächst dem Verkehr und sogar über die Meere werde sie Dreyfus' hatte man keinen Beweis von seiner Schuld. Da belastete drängung der Konservativen wahrscheinlich. durch die Schifffahrt verschleppt. Der Minister erinnert an die man dann sein Afteuſtück und betrat den Weg der Fälschung. Bard Breslau.( Privatdepesche.) Bisher 3 Freisimmige. Vereinigte Expedition nach Indien, welche großes Material ergeben habe, das verliest hierauf einen Brief des Kriegsministers an den Justizminifter Konservativ- Kleritale haben fleine relative Mehrheit gegen Liberale. demnächst zur Veröffentlichung kommen werde. Der Vorstand des vom 11. September. In demselben versichert der Kriegsminister, Sozialdemokraten mit 90 Wahlmännern aus bakteriologischen Instituts habe im Bewußtsein der Gefahr ohnehin es sei im Kriegsministerinm kein Aftenstück vorhanden, aus dem schlaggebend. alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Gegenüber der Anfrage Gregorig hervorginge, daß ein geheimes Aftenstück dem Kriegsgericht mitLiegnitz- Goldberg Haynan( bisher 2 Konservative). Vor- erklärt der Minister, daß die zu Versuchen verwendeten Thiere auf getheilt worden sei. In einem Briefe an den Justizminister vom läufiges Resultat 222 Liberale, 54 Konservative in den Städten. teine andere Weise als durch Verbrennen vertilgt würden. Indessien 15. Oftober versichert Picquart, daß geheime Aftenstücke bei der Resultate vom platten Lande stehen noch aus. Großer Fort- feien mit Rücksicht auf die Aufregung der Bevölkerung Sigung des Kriegsgerichts mitgetheilt worden seien. schritt der Freisinnigen gegen 1893 durch sozial- die Versuche mit Best bazillen eingestellt worden. Wo Bard verliest dann die Aussage des Obersten Fabre. Fabre demokratische Unterstützung. es sich um die Wissenschaft handle, und dadurch um das Wohl der ge- war der erste, welcher auf die Idee kam, das Bordereau mit der Görliz- Lauban.( Privatdepesche.)( Bisher 1 Nationallib., sammiten Menschheit, müsse manches unternommen werden, wenn es Schrift Dreyfus' zu vergleichen und seinen Verdacht dem General 2 Kons.). Von 720 Wahlmännern 370 Freifimige, 300 Konservative, auch im einzelnen Falle für die betreffenden mit Gefahr verbunden Gonse mitzutheilen. 50 stehen noch aus. Wahl dreier Freisinniger durch sei. Nicht allein die Beschäftigung mit Beftbazillen bedeute eine Sofia, 27. Oktober.( W. T. B.) Heute wurde die Sobranje sozialdemokratische Unterstügung gesichert. Lebensgefahr; der Aerztestand kämpfe täglich mit den Feinden der mit einer Thronrede eröffnet, der wir das folgende entnehmen: Der Altona.( Privatdepesche.)( Bisher natl.) Mohr( natl.) 240, menschlichen Gesundheit. Wenn wir denjenigen, der den Sieg in Budget Entwurf weise in den Einnahmen und Ausgaben vollBoltens( natt.) 95, Fisch bed( fri. Vp.) 60, Molkenbuhr( Soz.) einer solchen Sache erringt, preisen, seien wir nicht gar zu unachficht- fommenes Gleichgewicht auf, ohne zu neuen Steuern oder neuen 149 Wahlmänner. Stichwahl zwischen Molkenbuhr( Soz.) und lich gegen das Mißgeschick, gegen welches die menschliche Vorsicht Lasten Zuflucht nehmen zu müssen. Die Sorge der Regierung sei Mohr( natl.). sich unzureichend erwies, und zerbrechen wir nicht selbst die Waffen, auf die Hebung und Ermuthigung der nationalen Industrie und des Hagen- Schwelmt.( Bisher 2 Nationalliberale.) Sieg der welche einzig und allein den Sieg in diesem Kampfe ermöglichen. Handels sowie auf die Schaffung zahlreicher möglichst guter VerFreisinnigen durch sozialdemokratische Hilfe.( Beifall.) tehrswege gerichtet. Dann huldigte der Fürst dem Zaren, er betonte Elberfeld Barmen. Wiederwahl der Nationalliberal- Frei- Hierauf sprachen die Abgg. Professor Fournier( deutsch- fortschritt- ferner die ausgezeichneten Beziehungen zu Montenegro. tonservativen gesichert. Freisinnige haben sich der Wahl enthalten. lich). Dr. Jarosiewicz( Hospitant bei den Sozialdemokraten), Chiari Zara, 27. Oftober.( W. T. B.) In den letzten Tagen wurden Linden.( Privatdepesche.) Stadt Linden 86 sozialdemokratische,( deutsch- fortschrittlich). Daszynski( Sozialdemokrat) und Wrabes in dem Erdbebengebiete von Sinj Erdstöße verspürt, die mehrere 56 nationalliberale Wahlmänner. Landorte unbekannt. Großer( deutsch- fortschrittlich), welche zumeist die hohe Bedeutung der Sekunden andauerten. In Turjake wurde eine 5 Meter tiefe und Erfolg. Sieg der Sozialdemokraten nicht aus- bakteriologischen Forschung hervorhoben und gegen deren Ein 3 Meter breite freisrunde Erdsenkung konstatirt. Ein Schaden ist geschlossen. schränkung auftraten, gleichzeitig jedoch die Unzulänglichkeiten nicht eingetreten. Erfurt.( Privatdepesche.) Von 110 Wahlmännern dritter Klasse im Allgemeinen Krankenhause betonten. Die Christlich- Sozialen Konstantinopel.( Politische Korrespondenz.) Der Nichtempfang ca. 25 sozialdemokratische gewählt. Schneider und Leopold Steiner traten gegen die bakteriologischen der Patriarchen seitens des deutschen Kaisers hat in den dortigen Halle.( Privatdepesche).( Bisher 1 Nationalliberaler, 1 Kon- Untersuchungen in den Städten auf. Der Regierungsvertreter christlichen Kreisen verstimmt, und sei dies der Grund, warum zur servativer.) Bis jetzt 197 Liberale, 75 Startell, 80 sozialdemokratische Ministerialrath Susy gab eine erschöpfende Darstellung des Sach- Abfahrt des deutschen Kaiserpaares die Patriarchen teine Delegirten Wahlmänner. Betheiligung ziemlich start. In Giebichenstein verhaltes sowie der getroffenen Maßnahmen, welche er als vol- lentsandten. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin Drud und Berlag von Mar Bading in Berlin. = = M Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 253. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kampf um das Koalitionsrecht! Eine Reminiszenz. freitag, 28. Oktober 1898. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Unternehmerverband gefaßten Beschlüsse erfolge. Auch hat der Bürgermeister den Mitgliedern des Unternehmerverbandes mitgetheilt, welche Arbeiter wegen eines früheren Streits entlassen worden sind. Vorher hatten die Unternehmer beschlossen, daß jeder, der einen solchen Arbeiter annehme oder in Arbeit behalte, eine Konventional- Lohndifferenzen in der Handschuhfabrit von wöller in Bankow, Strafe zu zahlen habe. Diese Thatsachen stellte Stadthagen unter Beweis, doch wurde von der Beweiserhebung Abstand genommen. Immerhin dürften die Uebergriffe, die Herr Reinhardt in seiner Eigenschaft als Bürgermeister sich zu schulden kommen ließ, klar auf der Hand liegen. Eine gerichtliche Ahndung hat dieser Versuch der Unternehmer, Arbeitswillige an der Arbeit zu hindern, nicht gefunden, wohl aber wurde unser Genosse Stadthagen, dem es auf die Klarstellung dieses gesetzwidrigen Verhaltens antam, wegen eines ihm hierbei unterlaufenen harten Wortes mit hoher Geldstrafe bezw. Gefängniß belegt. Kommentar überflüssig. Der Erlak Posadowsky's " Die Vorgeschichte des Prozesses gegen unseren Genoffen StadtAchtung, Handschuhmacher! Infolge der ausgebrochenen Hagen, über den wir am Mittwoch berichtet haben, bietet eine treffliche Illustration zu der Art und Weise, welcher Mißbrauch seitens mancher Kaiser Friedrichstraße, wird um Fernhaltung des Zuzugs gebetent. Unternehmer und Unternehmerverbände mit dem Koalitionsrecht der Der Aufruf an die Straßenbahn- Angestellten, den der Ver Arbeitgeber zum Schaden der Arbeiter getrieben wird. Der Brief trauensmann der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter im Voran seinen Klienten, auf grund dessen Stadthagen verurtheilt wurde, wärts" zum Abdruck brachte, hat ein starkes Mißfallen bei der entsprang der gerechten Entrüftung über die eigenthümliche Rolle, " Post", dem Organ der Scharfmacher, hervorgerufen. Unangenehm ist welche der Bürgermeister Reinhardt aus Staßfurt im Kampfe gegen diesöldlingin des Unternehmerthums davon berührt, daß den Angestellten die Arbeiterorganisationen spielt. Es haben sich in Staßfurt und empfohlen wird, stillschweigend der Organisation beizutreten. Natürlich Umgegend mehrere Arbeitgeber schon seit dem Jahre 1889 zu einem Verein diese hier ganz angebrachte Taktik ist nicht geeignet, mit der Schneidigkeit zusammengethan und sich u. a. mündlich und schriftlich verpflichtet. die gegen eine Organisation der Angestellten vorzugehen, wie es bisher Beschlüsse, welche sie als Verein über die Entlassung und Nichtdie Direktion der Straßenbahn beliebte und von der Kapitalistenannahme von Arbeitern faffen, zu befolgen und für den Fall der meute beifällig begrüßt wurde. Die Thatsache, daß die" Post" sich Nichtbefolgung eine Stonventionalstrafe, sicher gestellt durch einen tredenen Wechsel, zu zahlen. Der Verein hat wiederholt beschlossen, verdankte seine Entstehung namentlich den Anregungen des Verbandes über die Dinge aufregt, genügt, um den Angestellten sagen zu können: solche Arbeiter, die als Sozialdemokraten sich hervorthun, zu ent- deutscher Industrieller und des Bundes der Baugewerks- Innungen. Ihr seid auf dem rechten Wege! lassen und bei Vermeidung einer Konventionalstrafe wieder zu be- So gab der Minister, im Reichstage in die Enge getrieben, gewiffer schäftigen und zu diesem Zwecke die Namen solcher Arbeiter sich maßen zu seiner Entschuldigung selbst an. Er gab damit Aus Forst i. d. Laufik wird telegraphirt: In der Eisen. gegenseitig bekannt zu machen; der Bürgermeister Reinhardt wurde noch deutlicher als sein Vorgänger zu, daß die Minister sich als gießerei von H. Buchholz jun. haben, wie uns eine Privatbeauftragt, zu recherchiren, welche Arbeiter sich als Sozialdemokraten die Geschäftsführer für die Interessen der herrschenden Klaffen bepesche mittheilt, 14 Former wegen Maßregelung dreier Kollegen hervorgethan haben, und die gefaßten Beschlüsse auszuführen. Der betrachten. Deutsches Reich. die Arbeit niedergelegt. Buzug ist strenge fern zu halten! Bei der Gewerbegerichtswahl in Kottbus siegte die Liste der Gewerkschaften. Ein politisches Thema in Sachfen. Jn Bauzen erklärte der überwachende Beamte einer Versammlung das Thema:„ Die Gesellenverbände im Mittelalter und die Lebenshaltung der Arbeiter damals" für politisch. Der Beamte hatte angeblich Auftrag von der vorgesetzten Behörde, die Minderjährigen hinauszuweisen. Es tommt schon so es ist eben alles politisch". Bürgermeister hat diese Aufträge angenommen und die von Dieser selbe Bund der Baugewerks- Innungen, der die härtere den Unternehmern gefaßten Beschlüsse auch dann ausgeführt, Bestrafung der Vergehen wegen des§ 158 anregte, hat, wie wir wenn er überstimmt wurde. Ferner hat er die ihm seinerzeit mittheilten, auf seinem Verbandstage in Breslau beschlossen, unterstellten Polizeibeamten zur Recherche darüber verwendet, welcher auf andere Gestaltung der§§ 222 und 230 d. Str.-G.-B. Hinzuwirken. Die In der Schuhfabrik von Löwenstein in Stettin haben Die Arbeiter Sozialdemokrat ist, und er hat die Namen derer, die nach genannten Paragraphen sehen Gefängnißstrafen bezw. Geldstrafen für die sämmtliche Arbeiter, 17 Mann, die Arbeit niedergelegt. polizeilicher Recherche als Sozialdemokraten zu bezeichnen sind, demjenigen vor, welche durch Fahrlässigkeit den Tod oder die Körperverlegung Differenzen sind entstanden durch Einführung einiger Maschinen, die Staßfurter Unternehmerverband und den einzelnen Staßfurter Unter eines Menschen verursacht haben.(§ 222, der die Tödtung eines Menschen dem Unternehmer Anlaß gaben, eine übermäßige Lohnkürzung vornehmern schriftlich, meist unter der Bezeichnung sekret" mitgetheilt betrifft, temit mur Gefängnißstrafe.) Eine Verschärfung der Strafen zunehmen. und bei dieser Mittheilung auf die früher gefaßten Beschlüsse verwiesen. tritt ein, wenn der Thäter zu der Aufmerksamkeit, welche er aus Als Urheber der Vorlage für die Verschlechterung des Der Polizeibehörde von Staßfurt sind von mehreren Arbeitervereinen, den Augen fette, vermöge feines Gewerbes besonders verpflichtet Dresdener Gewerbegerichts hat sich der Gewerberichter Stiling den gefeßlichen Bestimmungen entsprechend, die Mitgliederlisten ein- war. Diese Paragraphen sind den Herren Baumeistern, welche, wie einer Anzahl Arbeiterbeifizern gegenüber bekannt. Die Dresdener gereicht. Der Bürgermeister hat ferner von Gesang- und Turnvereinen die zahlreichen Prozesse beweisen, häufig genug die nothwendigste Arbeiter haben mummehr in einer imposanten Versammlung durch unter Androhung polizeilichen Zwanges die Einreichung der Mitglieder Sorgfalt in bezug auf die Anbringung von Schußvorrichtungen außer gegenseitige Aussprache und einstimmige Annahme einer scharfen listen gefordert. Abschrift der infolge dieser Drohung dem Bürgermeister acht lassen, sehr unbequemt. Sie arbeiten deshalb auf deren Be- Resolution gegen den reaktionären Plan protestirt. amtlich zugegangenen Listen hat dieser dem Unternehmerverein und seitigung hin und der Ausschuß hat nun dem Reichstage und dem Vom Landgericht zu Dresden wurde der Bauarbeiter Jurczyst den einzelnen Unternehmern zugehen lassen. Er hat weiter einer Bundesrathe eine motivirte Vorstellung unterbreitet, welche in wegen„ Expreffung" zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Zusammenkunft des Unternehmervereins von Staßfurt und Um dem Wunsche gipfelt: Strafthat soll, wie gewöhnlich in solchen Fällen, durch eine etwas gegend am 12. März 1890 beigewohnt. An diesem Tage wurde be„ Der hohe Reichstag und der hohe Bundesrath wolle nach derbe Aeußerung zwei anderen Arbeitern gegenüber begangen sein. schlossen, der Bürgermeister sole den Unternehmern empfehlen, 278 Prüfung der vorgetragenen Erwägungsgründe dafür eintreten, daß Arbeiter zu entlassen, und zwar 40, welche an einer geheimen Ver- in den§§ 222 und 230 des Strafgesetzbuches für das Vergehen der fammlung vom 11. Februar 1890 theilgenommen haben, 24, die in fahrlässigen Tödtung oder Körperverlegung die Festungshaft neben einer Versammlung gesprochen, 29, die Versammlungen besucht hatten, der Gefängnißstrafe wahlweise zugelassen werde." 51, die Mitglieder des Arbeiter- Bildungsvereins waren, und Also Festungshaft für Leute, welche, getrieben durch ihre 122, die bon Polizeibeamten als Sozialdemokraten be- Profitfucht, au es den nöthigen Vorsichtsmaßregeln fehlen ließen und zeichnet waren. Bei der Berathung wurde hervorgehoben, so den Verlust von Menschenleben herbeiführten, und das Buchthaus daß es angesichts der großen Menge der Arbeiter un- für Arbeiter, die zum Streit anreizen. Drohung gegen Arbeitswillige. Weil sie den Arbeiter thunlich sei, den Grund der Entlassung anzugeben. Es trete auch Gustav Erdmann aus Eilenburg durch Drohungen" zur Theilnahme die Gefahr hinzu, daß der eine oder andere der Arbeiter vielleicht am Streit sollten zu bewegen versucht haben, waren die Ziegeleimit unrecht als Sozialdemokrat bezeichnet werde und mit einer Schadensersatz oder Beleidigungsklage durchdringen könnte. Auch arbeiter May Voigtmann, Wilh. Voigt und Karl Poltersdorf aus Eilenburg vom dortigen Schöffengericht der erstere zu 3 Monaten, würde es bei Angabe des wahren Grundes schwer sein, neue ArDer bevorstehende Austritt Dr. Lütgenau's aus der die beiden anderen zu je 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. beiter zu erhalten. Es empfehle sich deshalb, den wahren Grund Redaktion der Rheinisch- Westfälischen Arbeiter- Zeitung" in Dort- Das Landgericht setzte die Strafe auf 6 bez. 3 Wochen herab. Auch der Entlassung zu verschweigen und jedem Unternehmer anheim- mund wird von bürgerlichen Blättern dahin zu kommentiren ver- der Ziegeleiarbeiter Otto Dickert war wegen desselben Vergehens zu zustellen, einen falschen Grund mitzutheilen und den Bürger- sucht, als ob Lütgenau wegen seiner bekannten Aeußerungen über 2 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Seine Berufung wurde meister auch um Mittheilung dieses Beschlusses zu ersuchen. Der die Prügelstrafe gemaßregelt worden sei. Demgegenüber sei fest- verworfen. Bürgermeister führte den Vorsiz in dieser Versammlung von gestellt, daß der Redaktionswechsel längst beschlossene Sache war, Arbeitgebern; er widersprach der Anregung, einen falschen Grund bevor Lütgenau seinen Artikel fiber die Prügelstrafe veröffentlichte. Schlesischer Polizeibehörden die oberschlesischen Bergarbeiter. Wenigstens Nicht einmal petitioniren dürfen nach dem Willen obermitzutheilen, als einer unmoralischen Zumuthung. Die Mehrheit der Unternehmer sprach sich aber dennoch dafür aus, und nun proto- Friedrich Bedmann erklärt die durch die Presse gehende in denen eine Petition der minderberechtigten Mitglieder des oberDer im Effener Meineidsprozeß mit verurtheilte Bergmann sind in der Umgegend von Beuthen in einer Reihe von Lokalen, follirte der Bürgermeister mit dem ihm untergebenen Bolizei- Nachricht, er habe es abgelehnt, Gelber aus dem von Sozialdemo- fchlesischen Knappschaftsvereins zur Unterschrift auslag, die Betitionsbeamten Ring den zur Unwahrheit aureizenden Beschluß. Gine fraten gesammelten Unterstügungsfonds anzunehmen, für unwahr. abschriften sammt Unterschriften polizeilich beschlagnahmt worden. Abschrift des Protokolls ließ er den Unternehmern mit folgendem wir hatten die Nachricht einem Parteiblatt des Ruhrreviers ent- Dieses Vorgehen der Polizei ist um so unerklärlicher, als die ganze Petitionsbewegung nicht etwa von seiten des Verbandes, sondern von verbandsfeindlicher Seite ausgegangen war. Anschreiben zugehen: " Vorstehenden Abzug des gestern gefaßten Beschlusses nebst nommen. Partei- Nachrichten. der Liste der kompromittirten Personen übersende ich mit dem Eine Parteiversammlung in Danzig stellte zu den Stadt ergebensten Ersuchen, gefl. in Gemäßheit dieses Beschlusses ver- berordnetenwahlen 7 eigene Kandidaten auf. fahren und mir die Namen der Gekündigten mittheilen zu wollen." Todteulifte der Partei. In Königsberg i. Br. ist der Ferner hat der Bürgermeister Reinhardt am 7. Januar 1890 die Ingenieur Rud. Dräer, der im stillen die Parteiintereffen, u. a. Namen von vier Arbeitern, die nach dem ihm als Bürgermeister auch durch Mitarbeit an der„ Volkstribüne" nach Kräften gefördert vorgelegten Bericht der polizeilichen leberwachungsbeamten als hat, einem langwierigen Lungenleiden erlegen. In Gera schied Schriftführer oder als Redner in einer öffentlichen Arbeiterverfanim- der Kohlenhändler Otto Schödel aus dem Leben. Er war ein lung vom 1. Januar fungirten, dem Unternehmerverband und den langjähriges Mitglied unserer Partei. einzelnen Unternehmern mitgetheilt und in dieser Mittheilung ausdrücklich erwähnt, daß diese Benachrichtigung auf grund der vom Die Wiener Oftobertage 1848. I. Aufstand und Belagerung. " Ein gewerkschaftliches Rechtsschutz- und Auskunftsburean soll am 1. November d. J. in Beuthen in Thätigkeit treten. Seit längerer Zeit ist unter den gewerkschaftlich organisirten Arbeitern das Bedürfniß nach einer solchen Einrichtung sichtbar ge= worden, da gerade in Oberschlesien Uebervortheilungen der in bezug auf Rechtssachen sehr unerfahrenen Arbeiter von seiten der Unternehmer und ihrer Affiliirten sowohl, wie von seiten gewisser Winkelschreiber an der Tagesordnung sind. Die Geschäfte des Bureaus wird Genosse Winter führen. traue auf Gott und mein gutes Recht und verlasse die Hauptstadt, um Mittel zu finden, dem unterjochten Volke Hilfe zu bringen. Wer Oesterreich, wer die Freiheit liebt, schaare sich um seinen Kaiser." vor. Die Wiener Demokratie hatte sich überzeugt, daß durch das Vorgehen gegen Ungarn in gleicher Weise auch die österreichischen März- Errungenschaften selbst gefährdet waren. Hatte man erst die Freiheit der einen Nation unterdrückt, so war das gleiche dann bei der zweiten um so leichter. Als am 5. und 6. Oktober neue Truppen Man konnte nun nicht mehr zweifelhaft sein, welches Schicksal der aus Wien nach Best fommandirt wurden und es somit erfichtlich Stadt bevorstand. Das demokratische Wien hatte einen Sieg erwar, daß man die magyarische Nation mit Hilfe der deutschen unter- rungen, aber ihm stand ein unendlich schwerer Kampf bevor. Der drücken wollte, da trat die erregte Stimmung nicht nur in den Reichstag erklärte sich in Permanenz, nachdent ein Theil der Boltsmassen deutlich hervor, sondern es machte sich auch in den zu Mitglieder, besonders die slavischen, sich entfernt hatten, um verschickenden Regimentern ein Wderstand bemerklich. Am Morgen der Aufforderung des Kaifers nachzukommen. Die Voltsvertretung des 6. Oktober wurden an der Taborbrücke mehrere Truppentheile suchte sich der Leitung der Revolution zu bemächtigen, damit bei durch Volksmassen und die akademische Legion am Abmarsch ver- den Aktionen der Rechtsboden nicht verlassen werde. Es wurden' hindert. Die betreffenden Regimenter, die sich ebenfalls mit dem Hof in Olmüz Verhandlungen angeknüpft, um die Regienicht verschicken lassen wollten, gingen zum Volk über, rung von ihren reaktionären Plänen zurückzubringen. Aber der während die Truppentheile, die unter General Bredy den Abmarsch schwache Kaiser stand im czechischen Lande noch mehr als in Wien erzwingen sollten, geschlagen wurden. Man nahm ihnen die Ge- unter dem Einfluß der Kamarilla. Und so erschien denn schon am schüße weg, und in dem Gefechte kam der General Bredh selbst 16. Oktober eine kaiserliche Proklamation, durch welche dem aufums Leben. ständischen Wien in aller Form der Krieg erklärt und dem Fürsten Windischgrät der Oberbefehl über sämmtliche Truppen übertragen wurde. Im März und im Mai hatte die Revolution in Wien gefiegt und hatte dem Metternich'schen System tief einschneidende Reformen zu gunsten der Bollsfreiheit abgerungen. Auch Ungarn, das von jeher ein selbständiges Reich gewesen, dem aber unter Metternich's Herrschaft von der schwarz- gelben Bolitik ein Recht nach dem anderen genommen worden war, hatte sich im März erhoben und sich staatfiche Selbständigkeit errungen, wenn es auch den gemeinsamen Kaiser mit Oesterreich beibehielt. Seit dem Frühjahr und Sommer aber war nun die Reaktion in Oesterreich schon lange wieder geschäftig am Werke. Gemäß dem bewährten Rezepte der habsburgischen Politit, bei inneren Schwierig keiten die Nationalitäten gegeneinander auszuspielen, suchte man zuerst den Ungarn die im März errungene Selbständigkeit zu beschneiden. Ungarn war im Streit mit Jellachich, dem Banus von Gegen Mittag zog sich der Aufstand auch in die innere Stadt. Kroatien, der sich den ungarischen Gesetzen nicht fügen wollte, wie Die Bürgerwehr stand größtentheils auf seiten des revoltirenden es verfassungsmäßig. Statt nun aber Ungarn gegen den slavischen Volkes. Das Militär war bis auf einige Reste aus der Stadt Nunmehr wußte die Stadt, woran sie war. Bald bewegte sich Rebellen zu Hilfe zu kommen, wurde am 25. September Ungarn entfernt worden, um es nicht ebenfalls den Versuchungen zum denn auch Windischgrät, ein rücksichtsloser, aristokratisch gesinnter von Wien aus als im Kriegszustande befindlich erklärt. Und gleich- Uebertritt auszusetzen. Nachmittags zog sich beim Hoffriegsraths- Haudegen, mit einer großen Truppenmacht gegen Wien. Und zeitig wurde Graf Lamberg nach Ungarn geschickt. Er sollte Gebäude ein drohender Volkshaufen zusammen. Man rief nach dem andererseits erklärte auch der Banus von Kroatien dem aufrühreohne Rücksicht auf die im März vereinbarte Verfassung die unga- Kriegsminister Latour, in dem man den Urheber der unpopulären rischen Wien den Krieg und zog mit seinen Kroatenhorden heran. rischen Angelegenheiten regeln, und ihm sollten die ungarischen Be- Regierungsmaßregeln erblickte. Latour flüchtete vor der nachdrängenden In Wien rüstete man sich zum Vertheidigungskampf. Neben der hörden und das ungarische Heer Gehorsam leisten. Menge von einem Zimmer ins andere, schließlich auf den Boden. Eine Nationalversammlung und ihrem permanenten Ausschuß entwickelten In einem Manifest der ungarischen Landstände wurde darauf Deputation des Reichstags tam dem Bedrängten zu Hilfe, indem sie die Aula, das heißt die Studenten, die Arbeiter, die Bürgerwehr die Ungiltigkeit dieser kaiserlichen Maßregeln ausgesprochen, weil die die Maffen zu beruhigen versuchte. Aber es war zu spat. Nachdem und der demokratische Klub eine energische Thätigkeit, welcher allVerfügungen von feinem ungarischen Minister gegengezeichnet waren. man den General gefunden und auf den Hof gebracht hatte, wurde gemeinen Bewegung sich auch der Gemeinderath, dieser allerdings Dem Grafen Lamberg wurde gleichzeitig von den Ungarn jede er trotz der energischen Rettungsversuche, an denen sich auch mir nothgedrungen, anschloß. Befehlsanmaßung verboten und ebenso verboten, dem österreichischen eine Anzahl der Aufständischen betheiligten erschlagen und dann Es wurden militärische Einrichtungen durch die ganze Stadt geGrafen Gehorsam zu leisten. Die Voltserregung war aufs höchste noch als Leiche an einem Gaskandelaber aufgehängt. Abends war troffen, um dieselbe zu vertheidigen. Zum Kommandanten wurde gestiegen, und als ungeachtet des Manifestes der Ungarn Lamberg die Stadt ganz in der Gewalt des Aufstandes; der Kommandant der frühere Lieutenant Messenhauser gewählt, und dies war am 28. September in Best seinen Einzug halten wollte, wurde er von Wien, General Auerswald, hatte sich mit den Truppen aus der die denkbar unglücklichste Wahl; denn Messenhauser war zwar ehrlich.. von einem Volkshaufen auf der Brücke ermordet. Stadt hinausgezogen. Von den Ministern war nur einer, Straus, in aber ein Schöngeist und kein Feldherr. Die Leitung der BefestigungsWien geblieben, die anderen waren geflohen. Auch der Hof war ge- werte legte man in die Hände des polnischen Obersten Bem, da flüchtet, und zwar nach dem czechischen Olmüß. man den Oberbefehl diesem Fremden, trop seines großen Feldherrntalentes, nicht anvertrauen wollte. Jedenfalls wurde von der Oberleitung das einzige versäumt, was gleich anfangs hätte ge" Ich habe alle Wünsche meines Boltes zu erfüllen gesucht. schehen müssen: die Vereinigung der bon verschiedenen Was ein Herrscher an Gite und Vertrauen seinen Völkern erweisen Seiten heranrückenden Armeen von Windischgräß und Jellachich. fann, habe ich mit Freuden erschöpft. Obwohl mich die Gewalt- mit den bor Wien stehenden Truppen des Generals thaten des 15. Mai aus der Burg meiner Väter vertrieben, bin Auersperg zu verhindern. Es waren zu viele Köpfe, die regieren ich nicht müde geworden, zu geben und zu gewähren. Ich bin wollten, und die Oberleitung schwankte ziellos hin und her. in die Hauptstadt zurückgekehrt, ohne eine andere Garantie zu ver- So gelang es denn Windischgräß, die Stadt zu unzingeln, und langen, als das Rechtsgefühl und die Dankbarkeit meiner Völker. bereits am 23. Oktober konnte dieser die folgende freche Proklamation Allein eine geringe Anzahl Jrregeführter bedrohen die Hoffnung an die Wiener erlassen: jedes Baterlandsfreundes mit Vernichtung. Die Anarchie hat ihr Aeußerstes vollbracht. Wien ist mit Mord und Brand erfüllt. Mein Kriegsminister, den schon sein Greiſenalter hätte schüßen sollen, hat unter den Händen meuchelmörderischer Rotten geendet. Ich ver- l In Wien hatte man nun genügende Veranlassung, die Verfaffung zu suspendiren und mit offener Gewalt gegen die Ungarn vorzugehen. Am 3. Oktober erschien eine Proklamation des Kaisers, durch welche die ungarischen Landesstände für aufgelöst erklärt wurden. Was aber mehr als alles war, der Banus Jellachich, derselbe, der früher als Hochverräther verfolgt worden war, wurde zum unumschränkten Bevollmächtigten des Kaisers und zu dessen Stellvertreter für alle ungarischen Angelegenheiten ernannt. Rum rüsteten sich auch die Ungarn zum Kampf. Die ungarische Nationalversammlung beschloß: Da gegenwärtig fein eigentliches Ministerium besteht, das Land aber nicht ohne Regierung sein kann, so wird die vollziehende Gewalt einstweilen einem Landesvertheidigungs- Ausschuß übertragen. Dieser Ausschuß, an dessen Epiße Kossuth stand, hatte fortan die oberste Gewalt in Händen. Aber nicht nur in Ungarn, sondern auch in Wien riefen die gegen die Ungarn gerichteten Maßregeln eine starke Gährung herBereits andern Tages erging das folgende kaiserliche Manifest an die Bevölkerung: Die Stadt Wien, deren Vorstädte und die nächsten Umgebungen haben 48 Stunden nach Erhalt dieser Proklamation ihre Unterwerfung auszusprechen und die Waffen an einem zu bestimmenden Ort an eine Kommission abzuliefern, sowie alle nicht in die Nationalgarde Kommunales. " Mit welcher rückständigen Arbeiterbevölkerung die Ge- 1 einer Steigung steden bleibt und eine rückläufige Bewegung werischaftsbewegung oft zu kämpfen hat, zeigt ein Vorgang, der sich machen foll; dazu kommt die Unbequemlichkeit des Einsteigens und vor kurzem in Posen abspielte. Die Buchdrucker hatten hier eine Militäranwärter im Kommunaldienst. In außerordentlich die Langweiligkeit des Aussteigens. Versammlung einberufen, an der zirka 150 Personent theil- großem Umfange muß die Stadt Berlin auf grund des Gesetzes Aber auch in anderer Beziehung hat der elektrische Verkehr dem nahmen. In der Versammlung hatte bekannter vom 21. Juni 1892 Militäranwärtern Stellen im Kommunaldienst Bublifum vorläufig feine Vortheile gebracht. Auf verkehrsreichen Parteigenosse Platz genommen, um den Verhandlungen mit vorbehalten. So müssen die Hälfte der 491 Magistrats- Sekretär- Strecken, wie Zoologischer Garten- Treptow, tritt selbst an ſchönen beizuwohnen. Ehe noch die Verhandlung begann, wurde und der 116 Bureau- Assistenten- Stellen von Militäranwärtern besetzt Tagen bei dem Nachmittags- Andrang keine Wagenvermehrung ein. demonstrativ von mehreren Versammlungsbesuchern verlangt, sein; ausschließlich für diese Leute reservirt sind folgende Stellen: Das fonnte man im September fortgesetzt beobachten. Zahlreiche daß nutr Buchdrucker den Verhandlungen theilnehmen 232 Stadtfergeanten, Magistratsdiener und Arbeitshaus- Aufseher, Fahrgäste wurden zurückgelassen. sollten. Schnell wurde auch ein dahingehender Beschluß gefaßt und 3 Chaussee- und Wege- Aufseher, 10 Brückenwärter, 2 Brenn- Eine kleine Verbesserung der Anhängeivagen scheint endlich jetzt der Vorsitzende verwies mum dem nicht zur Zunft gehörigen das Ver- materialien- Depot- Verwalter, 1 Baumaterialien- Verwalter und ein eingeführt zu werden, das ist die Umgebung der Wagenräder mit fammlungslokal. Nunmehr hielt Herr Schlag aus Breslau das Arbeits- Verwalter, 35 Schuldiener an den höheren Lehr- Schutzringen, so daß man nicht mehr direkt mit den Beinen unter Referat, wobei er die Bewegung zur Einführung des Tarifs anstalten und 196 an den Gemeindeschulen, 1 Todten- die Räder gerathen kami. Wir wissen nicht, ob unsere gelegentliche, erwähnte und zum Schluß sich gegen die Innungsorganisation der gräber. Im Dienste der eigentlichen Stadtverwaltung können diesen Sommer erfolgte Anregung die Herren Direktoren, endlich Prinzipale wandte. Kaum hatte der Redner geendet, so erhob die Militäranwärter außerdem noch folgende, für sie ausschließlich dazu vermocht hat, diese um mehr als zwei Jahrzehnte verspätete sich der zur Versammlung eingeladene Dezernent für gewerbliche refervirte Plätze im Wege des Aufrüdens oder der Beförderung ein- Sicherung des Publikums anzuordnent, aber man muß diese Neuerung Angelegenheiten des Posener Magistrats, um sich gegen den Refe- nehmen: 248 Steuererheber, Rathswaagemeister und Grundstücks- als einen Ausgleich für den verlangsamten Ringbahnverkehr bescheiden renten zu wenden, indem er ungefähr folgendes ausführte:„ Was aufseher, 2 Kastellane, 18 Hausväter, 1 Dekonomie- Auffcher beim und dankbar annehmen. Wie viel Beine das Fehlen dieser vorder Vorredner über die Innungen gefagt hat, trifft nicht zu, als Arbeitshause, 1 Depotverwalter bei der städtischen Straßenreinigung, läufig nur noch spärlich bemerkbaren Verbesserung bis jetzt gekostet das entscheidende Wort über die Imnungsbeschlüsse und deren Aus- 7 resp. 23 Oberaufseher und Aufseher bei der Straßenreinigung, und hat, darüber giebt leider die Unfallstatistik keine Auskunft. In den führung die Verwaltungsbehörde zu sagen hat; und Sie, auch die Hälfte der 7 Inspektoren der städtischen Anstalten, soweit Menageriewagen hört man jetzt aber von eiligen Fahrgästen oft die meine Herren, werden doch nicht glauben, daß eine Be- sie nicht technische Beamte sind, müssen von den Militäranivärtern Redensart:„ Wenn der Wagen nur heute nicht fleben bleibt!" hörde Beschlüsse, die für die Arbeiter nachtheilig sein besetzt sein. Zu den Sabbathschändungen in der katholischen Herz fönnten, gutheißen wird." Von den mun folgenden Rednern wurde In der Verwaltung der städtischen Werke und Anstalten find, Jesu- Kirche äußert sich endlich die hiesige Germania". Das dem Herrn Dezernenten recht gegeben und die Debatte wandte sich zunächst in den Gasanstalten, die 6 Posten der Registraturbeamten führende Zentrumsblatt schreibt u. a.:„ Wir haben uns nun an mit Schärfe gegen den Referenten. Ein Redner erklärte, in Posen zur Hälfte, die der 5 Kassendiener und der 8 Koateskontrolleure Ort und Stelle über den Fall erkundigt und in Erfahrung gebracht, haben die Buchdrucker in den größeren Geschäften einen Nevers und Koakesmesser ausschließlich von diesen ehemaligen Militärs daß die vorstehende Angabe( des Vorwärts") leider auf unterschrieben, in dem sie sich bei einer Konventionalstrafe von zu besetzen, die auch in den Kanalisationswerken allein wahrheit beruht. Die Bauleitung entschuldigt die 100 m. verpflichten, an teinen Streit theilzunehmen. Die Resolution, berechtigt find, 3 Bureau- Assistenten, 8 Schreiber und 6 Bureau- Sonntagsarbeit damit, daß dringende Nothwendigkeit dieselbe den Arbeitgebern die Tarifforderung vorzulegen, wanderte unter diener bei der Kanalisations- Bauverwaltung, 9 Bureaubeamte, erforderlich gemacht habe. Wir wollen unsererseits nicht untersuchen, höhnenden Bemerkungen in den Papierkorb, und damit schloß 2 Bureaudiener und 2 Aufseher bei der Betriebsverwaltung, sowie ob nicht zu anderer Zeit, vielleicht in der Nacht zum Freitag, oder die Versammlung. Ein trübes Bild einer rückständigen Arbeiter- 13 Rieselmeister, 11 Wiegemeister, 5 Aufseher und 4 Bureaubeamte durch vermehrte Arbeitskräfte die zur Fertigstellung des Baues bevölkerung tritt uns hier entgegen und mühevolle Arbeit wird es bei der Riefelgüter- Verwaltung zu stellen; ebenfalls ausschließlich nothwendigen Handleistungen hätten ausgeführt werden können, den Gewerkschaften kosten, in diesem finsteren Winkel einer besseren stehen ihnen die Stellen der 22 Bureaubeamten, der 6 Bureaudiener, der halten jedoch gegenüber den Anzapfungen des Vorwärts" mit Erkenntniß Eingang zu verschaffen. Allerdings sollte man gerade 4 Telegraphisten und der 5 Materialienverwalter bei den städtischen unserm Urtheil nicht zurück, daß wir den Vorfall aufs tiefste von den Buchdruckern etivas mehr verlangen können. Wasserwerfen offen. Der städtische Vich- und Schlachthof bedauern. Derartige Vorkommnisse sind allerdings geeignet, den And der Rheinpfalz. Bei der gegenwärtigen Buchdru der versorgt von den Militäranwärtern 3 als Bureau- und Kaffendiener. Machinationen der Sozialdemokraten Vorschub zu leisten und die bewegung zeigt sich wieder einmal in recht drastischer Weise, als Viehmarkts- Aufseher, 8 als Schlachthof- Aufseher, 9 als Wächter, Anschauungen der Arbeiterwelt, die zwischen Nothwendigem und welche Begleiterscheinungen die Interesselosigkeit und Gleichgiltigkeit 2 als Schlachtmarken- Kontrolleure, 1 als Hilfskontrolleur, 5 als Nichtnothwendigem nicht so genau unterscheiden kann, zu verso vieler Arbeiter der Presse gegenüber im Gefolge haben. Es Portiers, 2 als Nachtportiers, 24 als Stempler bei der Fleisch- wirren. Im übrigen ist ein ähnlicher Fall, soviel wir wissen, bei ift nicht neu, daß die sogenannte„ parteilose" Presse, der schau, 7 als Kontrollwächter, 2 als Kontrollrevisoren, 1 als Aufseher fatholischen Kirchenbauten der Delegatur noch niemals vorgekommen. " Generalanzeiger", in der Hauptsache von Arbeitern großgepäppelt und 2 als Bureau- Hilfsarbeiter. Möge dasselbe allen Betheiligten zur Wachsamkeit und Vorwurde und zu einem großen Theile heute noch nur durch die u werke müssen die Hälfte und von den 34 Gelderhebern und 2 KassenVon den 18 Buchhaltern der Hauptkasse der städtischen sicht dienen!" begreifliche Verständnißlosigkeit und politische Bescheidenheit dieser Es ist recht verständig von der Germania", daß sie die Ungehörigkeiten verurtheilt. Etwas sophistisch klingt nur die Floskel, Arbeiter ihr vollständig überflüssiges Dasein zu fristen vermag. Ver- dienern alle den Zivil- Versorgungsschein haben. nünftigerweise sollte man annehmen können, daß Blätter, die bleiben ausschließlich für Militäranwärter vorbehalten; hier finden nicht unterscheiden könne. Läßt sich denn vom katholisch- religiösen StandAuch die Posten bei der Verwaltung der städtischen Markthallen daß die Arbeiterwelt zwischen Nothwendigem und Nichtnothwendigem ihre Existenz nur der Unterstützung durch Arbeiter zuzuschreiben Verwendung 1 Bureaudiener. 13 Oberaufseher, 33 Aufseher, punkt aus eine derartige Sabbathschändung an heiliger Stätte überhaben, diesen wenigstens soweit sie an der Herstellung 26 Pförtner und 17 Wächter. beschäftigt sind haupt je als nothwendig rechtfertigen? Ebenso unziemlich ist es, einigermaßen ausfömmlichen Lohn zukommen lassen. Aber aller Logik zum wenn die Germania" uns noch unterstellt, daß wir in unserer Hohn ist es eine ebenso alte wie unbestrittene Thatsache, daß das durchaus sachlichen Darstellung des Falles obligate Schmähungen" genaue Gegentheil die Regel bildet. Es ist deshalb auch durchaus d begangen hätten. Will das Blatt uns gefälligst nachweisen, wo keine Ausnahme, wenn beispielsweise in Worms am Rhein Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donners- dis geschehen ist? ( der Ort selbst thut ja im allgemeinen nichts zur Sache) sämmtliche tags und Freitags abends von 72 bis 81/2 Uhr abgehalten. Wie der Staat die Berufsfrendigkeit seiner UnterPrinzipale mit ihrem Personal auf gütlichem Wege sich verständigen, Die Parteigenossen und Genoffinnen des zweiten Wahl beamten fördert. Den Beamten des Strafgefängnisses mir die Druckerei des Generalanzeigers"( eine Attiengesellschaft) kreises werden darhuf aufmerksam gemacht, daß am Sonntag den Plößensee, die in den Beamten- Wohnhäusern Dienstwohnung eine unrühmliche Ausnahme macht. Eine merkwürdige Erscheinung 30. Oktober, abends 61/2 Uhr bei Zubeil, Lindenstr. 106, eine öffent- haben, ist eine neue Ueberraschung zu theil geworden. Die Geist es noch, daß, wenn irgend ein neues tendenziöses Schumdblatt liche Versammlung für Männer und Frauen stattfindet, in welcher fängnißverwaltung hatte, wie wir mittheilten, vor einigen Monaten auftaucht, die Arbeiter schaarenweise solchem Papier nachlaufen mit Genosse Dr. Na to w 3 ty über„ Darwinismus und Sozialismus" die Gasarme für die Flurbeleuchtung dieser Häuser be= einem Eifer, den sie hinsichtlich ihrer Parteipresse nicht immer besprechen wird. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein. seitigen lassen. Nachdem die Angelegenheit Behörden und Presse funden eine diesbezügliche Erfahrung haben wir Süddeutsche vor beschäftigt hatte, war endlich die Flur- und Treppenbeleuchtung noch nicht zu langer Zeit gemacht. Es erscheint wahrlich an der Der Kampf für die Aktie war die Signatur der Ver- wieder eingerichtet worden und die Beamten hatten damit die AnZeit, daß den Arbeitern endlich die Augen aufgehen und sie handlungen, welche am vorigen Mittwoch im„ Rothen Hause" ge- gelegenheit für erledigt angesehen. Jezt ist nun plötzlich den besehen und verstehen lernen, wo ihre wirthschaftlichen wie politischen führt worden. Heftig tobte der Streit hin und her. Moral und froffenen Beamten ohne jede weitere Mittheilung ein GehaltsGemeinde- Interesse waren auf Seite der Minorität. Aber vergebens abzug von 5,75 oder 5,76 M. für diese Flurbeleuchtung gemacht Da das Gehalt dieser Beamten an sich schon sehr wurde versucht, die Reichshauptstadt vor der gänzlichen Unterjochung worden. Im Ausstand der Wiener Buchbinder ist bisher keine durch das Privatkapital zu bewahren. Das Eldorado aller gering ist, wird dieser unerwartete Abzug, der noch dazu zu einer Menderung eingetreten. Die Arbeiter beharren auf ihren Forde- Dividendenjäger die Attie blieb Sieger. Mit 57 gegen 46 Beit erfolgt, wo der beginnende Winter mancherlei besondere Ausrungen, während gleichfalls die Unternehmer auf ihrem streng ab- Stinnen lehnte die Stadtverordneten- Versammlung die Uebernahme gaben nöthig macht, von den Beamten unangenehm genug emfunden lehnenden Standpunkt stehen bleiben. Die Zahl der Streitbrecher der Elektrizitätswerke ab und verzichtet damit bis zum Jahre 1915 auf Berlin, als Kleinstadt. Daß Berlin noch immer nicht auf ist nicht von Bedeutung und hoffen somit die Ausständigen auf die selbständige Bewirthschaftung ihrer aus den Mitteln der Steuerzahler der Höhe der Situation als Großstadt sich befindet, beweisen die einen Erfolg ihrer guten Sache. Vor allem ist der Zuzug fern hergestellten und in Stand zu haltenden Straßen und Pläge. Auf vielen Klagen, welche jetzt wieder beim Zunehmen der Nachtfröste zuhalten. dauert der über Schließen der Bahnhofshallen " auch einen Interessen vertreten werden. Ausland. Lokales. " " Der Antwerpener Schriftfeher- Ansstand hat auch fernerhin aber bekommen die, aut wirthschaftlichen Ausbeutung der Stadt werd das Gehen bar bar afsteller: während der Bautzeit laut " Wie weit Stadt Verwaltung duldet. V mit die regelmäßige Ausgabe der Zeitungen unmöglich gemacht. In gegründeten Aktiengesellschaften ein Monopol für alle Zeit, denn einem der letzten Züge aus der Richtung von Magdeburg, Leipzig einigen Drudereien sollen Segmaschinen eingeführt sein. Allem An- fie werden sich unter dem Schuße ihres Vertrages derartig einnisten oder Dresden auf dem Potsdamer oder Anhalter Bahnhof anzuschein nach kann aber diese Aenderung nicht so schnell die fehlenden in die städtischen Verkehrs-, Beleuchtungs- und Krafterzeugungs- kommen, und mit einem der ersten Züge vom Stettiner Bahnhof in Sträfte ersetzen. Nunmehr haben auch die Lithographen sich dem Bedürfnisse, daß es im Jahre 1915 gar nicht, oder doch nur mit außer der Richtung nach Stettin oder Stralsund weiter fahren zu müssen, Ausstand angeschlossen. Vom Arbeitsrath, einer Korporation, be- ordentlichen Geldopfern möglich sein wird, die Stadt von den Fesseln, so sieht man sich genöthigt, während der Zeit von 2 bis 4 ihr nachts, stehend aus Unternehmern und Arbeitern zu gleichen Theilen, ist den in die sie von der liberalen Verwaltung gelegt wird, zu befreien. Es ist sich auf den Straßen herumdrücken zu müssen. Die Bahnhöfe Streitenden empfohlen worden, die Arbeit aufzunehmen, und der charakteristisch, daß die Majorität der Stadtverordneten für ihre blinde werden nämlich pünktlich mit dem Eintreffen des letzten Zuges Wunsch ausgesprochen, die Unternehmer mögen in der Lohnfrage ein Motiv anführen konnte, als daß die städtische Verwaltung nicht beöffnet; es ist dies Gefolgschaft des vom Magistrat protegirten Kapitalismus kein anderes und dem Abgang des ersten Zuges geschlossen resp. geeine bahnpolizeiliche Vorsichtsmaßregel. Entgegenkommen zeigen. fähigt sei, derartige Betriebe zu leiten. Wenn dem„ heiligen Profit", Wer mun gerade nicht die Mittel übrig hat, sich in den feinen Nachtdem„ arbeitslosen Verdienst" Gefahr droht dann geht alles Selbst- kaffee's oder Weinstuben eine kleine Erfrischung zu gönnen, muß mit eingereihten Individuen zu entwaffnen, mit Bezeichnung der vertrauen, alle Selbstachtung zum Teufel. Dann denunzirt sich der flappernden Zähnen und hochgefrempeftem Rodfragen das Pflaster Waffen, welche Privateigenthum sind. Alle bewaffneten Korps Rathhausliberalismus selbst als Richtskönner". Uns fann es nur treten, denn sämmtliche solidere" Sneipen sind um diese Zeit und die Studentenlegion werden aufgelöst, die Aula gesperrt, die recht sein, wenn mehr und mehr der Liberalismus selbst jede sittliche bereits geschlossen. Um 4 Uhr morgens öffnet endlich der Stettiner Borsteher der akademischen Legion und 12 Studenten als Geifeln Bethätigung seiner Daseins- Berechtigung im Sumpfe des Kapitalismus Bahnhof, als erster, seine Pforten, ohne jede Rücksichtnahme darauf, gestellt. Mehrere von mir noch zu bestimmende Individuen sind erstickt. Mit ganz verschwindenden Ausnahmen billigt die bürger- daß eigentlich bei einer Tour von Dresden nach Stralsund doch gar auszuliefern. Auf die Dauer des Belagerungszustandes find alle liche Breffe entweder laut oder stillschweigend die Preisgabe städtischen teine Fahrtunterbrechung stattfindet. Ju fleineren Städten, wie Zeitungsblätter zu suspendiren. Alle Klubs bleiben während des Eigenthums an Aktiengesellschaften. Die öffentliche Meinung Magdeburg, Halle i. f. w., welche allerdings auch des Nachts Belagerungszustandes aufgehoben und geschlossen. Ein jeder, der soweit sie durch die bürgerliche Presse repräsentirt wird hat ein Eisenbahnverkehr haben, bleiben die Wartesäle Tag und Nacht sich diesen Maßregeln durch eigene That oder durch aufwieglerische Ver- goldenes Schloß vor dem Mund und findet auch dafür kein Wort geöffnet, zumal die strenge Billetkontrolle doch genügen dürfte, keinen suche widersetzt, wer des Aufruhrs oder der Theilnahme an demselben des Widerspruches, daß die berufene Vertretung der Bürger- nbefugten in die Wartesäle hinein zu lassen. Sollte es in Berlin den direkten und indirekten Einfluß bon überwiesen, wer mit Waffen in der Hand ergriffen wird, verfällt fchaft Attien nicht auch möglich sein, diesem Uebel abzuhelfen? und Banken, die bon der wirthschaftlichen der standrechtlichen Behandlung. Die Erfüllung dieser Be- Gesellschaften Die Aktiengesellschaft Siemens n. Halske hat neuerdings dingungen hat 48 Stunden nach Veröffentlichung dieser Profla- Ausbeutung städtischen Eigenthums leben, im Magistrat, der dem Magistrat den Entwurf der Straßenüberführung für die elektrische Die Mittwochsmation einzutreten, widrigenfalls ich mich gezwungen sehen werde, Exekutive der Hochbahn von der Möckernstraße bis zur leberbrückung des Die Vertreter der die allerenergischsten Maßregeln zu ergreifen, um die Stadt zur Minorität führten schomungslos die der Stadt durch den Kapitalismus Magistrat und die örtliche Straßenbau- Polizei I überreicht. Tempelhofer Ufers zur Prüfung und Genehmigung, durch den an der Diese Bedingungen anzunehmen, wäre ehrlos gewesen, ins- drohende Gefahr der Bevölkerung vor die Augen jetzt, die Konsequenzen zu ziehen. Der Betriebs- Direktor der städtischen Gaswerte, Otto besondere die Auslieferung von Geiseln und von solchen Personen, Bürgerschaft ist es die fich die sich der Reaktion besonders verhaßt gemacht hatten, an Stadtväter" Majorität der bereits Reißner, ist gestern früh einem Gehirnschlage erlegen. Der Verausgeliefert hat, dafür legt Zeugniß storbene erreichte ein Alter von 66 Jahren. Im Jahre 1866 war er den vor den Thoren hausenden rohen Patron. Wien konnte darauf dem Kapitalismus nicht eingehen, selbst der erschreckte Magistrat mußte diese Kapitulation ab Herr Mommisen, der es mit den Pflichten eines Stadt- von den Gemeindebehörden in seine jetzige Stellung, als Leiter der erachtete, als Angestellter einer Gaswerke berufen. Vordem war er 7 Jahre hindurch der erste ablehnen, wie sehr man auch überzeugt sein mochte, daß der Wider- verordneten für vereinbar stand die gewaltsame Eroberung Wiens herbeiführen müsse. So Erwerbsgesellschaft mit Vertretern des Magistrats fommissarisch zu Assistent des Bauraths Waesemann, des Erbauers des Berlinischen rüstete sich denn die Bevölkerung mit dem Muthe der Verzweiflung verhandeln, um möglichst günstige Bedingungen für die Gesellschaft Rathhauses. Reißner hatte seine Versetzung in den Ruhestand zum 1. Mai t. J. beantragt. zum Kampf, der zur Erſtürmung Wiens und dem nachfolgenden herauszuschlagen. Schreckensregiment des als Diktator herrschenden Windischgrät Darin findet man in den maßgebenden liberalen Kreisen verführte. muthlich nichts Arges handelt es sich doch um das Allerheiligste Zu erwähnen ist noch, daß die Frankfurter Zentralgewalt den des Liberalismus den Geldsack und die Attie! In diesen Fragen österreichischen Vorgängen gegenüber eine äußerst flägliche Rolle ist eben die Bourgeoisie taub und blind. spielte. Von der durch die deutsche Volksvertretung geschaffenen Den größten Nuken vom elektrischen Betrieb der Großen Bentralgewalt, die bekanntlich in den Händen des österreichischen Berliner Straßenbahn haben vorläufig die Aktionäre. Das Erzherzogs und Reichsverweseis Johann ohne Land" ruhte, wurden Publikum wird zwar auf manchen Linien etwas schneller befördert, die Abgeordneten Welcker und Mosle als Reichskommissare nach aber die wirkliche Fahrgelegenheit ist auf den meisten Linien durch Desterreich gesandt, um alle zur Beendigung des Bürgerkrieges, ans nicht günstiger geworden. Im Gegentheil, die neueste Errungen zur Herstellung des Ansehens der Gesetze und des öffentlichen schaft auf der Stingbahn ist für den Südring ein AchtminutenFriedens erforderlichen Vorkehrungen zu treffen". Es war eine Verkehr statt des früheren Sechsminuten- Verkehrs. Man muß also, Scheinmaßregel, um der öffentlichen Weimmg, die ein Einschreiten blos weil der Zuspruch im Südring etwas geringer iſt, acht Minuten gegen die österreichische Willlürherrschaft forderte, doch etwas zu auf der Straße frieren, damit die Millionen- Gesellschaft auch ja bieten. Die Vertreter der imaginären Zentralgewalt fonnten jedoch immer gut gefüllte Wagen hat. in Oesterreich schlechterdings nichts ausrichten und wurden von Bei der Willfährigkeit der Stadtverordneten und der Polizei in Windischgrätz mit offener Nichtachtung behandelt. der Genehmigung neuer Linien kann sich die mächtige Gesellschaft Der Mehrheit der Nationalversammlung war ein Antrag:" Der mit ihrer Sparsucht solche Einrichtungen erlauben. Zum Dank da Stadt Wien für ihren Kampf gegen die freiheitsmörderische Kamarilla für steigt das Publikum mitten auf der Strecke fast täglich aus den Dank des Vaterlandes auszusprechen", zu weit gegangen. Aber ohne das Fahrgeld zurückzufordern, wenn die Verkehrsdie vereinigte Linke beschloß, von sich aus eine Abordnung nach stodungen mit den vierarigen, technisch höchst unvollkommenen Wagen Ein Einbruch wurde in der Nacht zum Donnerstag in dem Wien zu senden, um dem Reichstag und dem Gemeinderath den eintreten. Diese langen Menagerie- Wagen auf Drehgestellen beDie Dank und die Glückwünsche der Frankfurter Linken darzubringen. währen sich vorläufig gar nicht, sie passen auch gar nicht mit ihrer Geschäftslokal des Kaufmanns Burkert, Voltaftr. 9, verübt. Es wurden dazu neben zwei österreichischen Voltsvertretern die Ab- schwerfälligen Länge in den Straßenbahn- Verkehr, es sind Eisenbahn- Diebe erbeuteten Zigarren, Zigaretten und Wein im Werthe von geordneten Julius Fröbel und Robert Blum bestimmt. wagen aber feine Straßenwagen; fie lärmen unerträglich, ihre 70 M. Der Bestohlene sekt auf die Ergreifung der Täter eine Diese Delegation wurde in Wien vom Volte und den Behörden Räder gleiten, sobald das Wetter die Schienen schlüpfrig Belohnung von 20 M. aus. und ihre sie Bremsen sind unzuverlässig, Schwer geprellt worden sind zwei Möbelgeschäfte von einem feierlich empfangen, helfen konnte freilich auch sie den Wienern macht in ihrem Berzweiflungsfampfe nicht. nicht zu halten, der auf angeblichen amerikanischen Zahnarzte. In dem einen Geschäft erM. Pf. vermögen 3- B. den Wagen Die großen Erweiterungsbauten auf dem städtischen Zentralvichhofe bedingten auch eine erhebliche Vermehrung des Personals. So ist die Zahl der nichtstädtischen Arbeiter, welche das Ausladen, Unterbringen und Füttern des Marktviehs für die 34 Viehkommissionshandlungen zu bewirken haben, auf 600, die Zahl der städtischerseits gestellten Arbeiter auf 950 gestiegen. Personal der Fleischschau hat sich um 31 Personen vermehrt. Es besteht jetzt aus 517 männlichen und weiblichen Beamten, nämlich 43 Thierärzten, 317 Trichinenbeschauern( worunter 116 Frauen), 84 Probenehmern, 31 Stemplern 2c. Das Die Kriminalpolizei ersucht alle diejenigen Personen, denen innerhalb der letzten 8 Wochen Handwagen gestohlen sind, welche nicht in den Wiederbesiz derselben gelangt find, sich während der Vormittagsstunden auf dem Polizeipräsidium, gimmer 83a, einzus finden, da zu einer großen Anzahl von aufgefundenen Handwagen die Eigenthümer nicht ermittelt werden können. Eine Fachausstellung des Berliner Ortsvereins vom Gewerkverein deutscher Konditoren ist gestern in den Arminhalleit, Kommandantenstraße, eröffnet worden. schienen am 1. September d. J. ein Herr und eine Dame, un sind an den Anschlagsäulen ersichtlich. Es foftet zum Beispiel 1. Parkett für| anführe, bringe er in Wahrnehmung berechtigter Intereffen vor, Möbel für eine Villa in Treptow zu leihen. Der Herr nannte sich alle 7 Vorstellungen, einschließlich Garderobe, 6 M. Zahnarzt William Weiß aus Chikago und führte auch Papiere auf diesen Namen; die Dame stellte er als seine Frau vor. Er gab an, gegen eine Bürgschaft Aus den Nachbarorten. wählen, davon haben unsere Genossen zwei Mandate zu verebenfalls selbst wenn es der Wahrheit nicht entspräche; er habe das Recht, zu lügen und zu seinem Schuße die Glaubwürdigkeit der Zeugen anzugreifen, um sich selbst als glaubwürdig hinzustellen u. f. w. hierher gekommen zu sein, um an der Universität seine Studien zu Köpenick finden im November die Stadtverordneten- Wahlen Gegen das freisprechende Urtheil legte die Staatsanwaltschaft Beergänzen, und dann nach Amerika zurückzureisen. Die Möbel wurden statt. In der dritten Abtheilung sind vier Stadtverordnete zu Nensa dabei, da der Berufungs- Straffammer blieb der Schutzmann Vor rufung von 400 m. geliefert und blieben Eigenthum des Händlers. Wenige Tage später bezog der theidigen. Zur Vorbereitung dieser Wahl findet am Sonntag der Angeklagte thatsächlich seit Jahren fährt) betrachtet und aufer sich nicht irre; er habe den Angeklagten zwar nur selbe William Weiß von einem von hinten gesehen, sich aber genau die Droschken- Nummer 40( welche anderen allerhand Lurusmöbel und Händler noch eine Flugblatt- Vertheilung statt. Die Parteigenossen Schmuckstücke, die er zur Er gänzung seiner Villeneinrichtung noch brauche. Hier stellte er sich tippekohl( früher Adolfschulz), Schönerlinderbestätigten andere Zeugen, wollen sich morgens um 72 Uhr, im Restaurant geschrieben; dagegen ihrem Eide, daß der Angeklagte in der frage als Beamter vor und kaufte die Sachen, die am 15. Oktober bezahlt traße pünktlich und zahlreich einfinden. Außerdem findet am lichen Nacht erst nach 3/412 hr werden sollten, wenn der„ Staatsbeamte" am 1. Oktober sein Ge bon Neu Weißensee, halt empfangen habe. Als weder am 15. Oftober noch später das Dienstag im Klein'schen Saale eine Volksversammlung zur Wahl wo er wohnt, weggefahren ist; dann konnte er aber noch nicht Geld kam, ging der Händler nach Treptow, un es zu holen. Erstatt; auch hierzu wollen die Parteigenossen zahlreich und pünktlich um 12 Uhr 10 Minuten vor dem Café National sein; der Abend fand aber die Wohnung leer und erfuhr, daß das Ehepaar schon am erscheinen. Das Wahlkomitee. war ihnen deshalb so in Erinnerung, weil an dem Tage die Frau 15. September wieder ausgezogen war, um seiner Angabe nach eine des einen Zeugen entbunden worden war. Der Gerichtshof hielt nicht für festgestellt, daß der Angeklagte jene Aeußerung wider Villa in Wilmersdorf zu beziehen. Alle Nachforschungen nach dem befferes wissen gethan habe; im übrigen schüße ihn der§ 193, þa Chevaar, das sehr elegant auftrat, sind bisher erfolglos geblieben. weder aus Umständen noch aus Form die Absicht der Beleidigung Auch die Möbel sind trop Nachfrage bei Pfandleihern 2c. noch nicht hervorgehe. Die staatsanwaltschaftliche Berufung wurde verworfen. wieder zum Vorschein gekommen. Das eine Geschäft verliert gegen wieder zum Vorschein gekommen. Das eine Geschäft verliert gegen 1000 M. Ein Fener, das die Stadtbahn aufs ernsteste bedrohte, brach Donnerstag Mittag am Bahnhof Börse aus. In einem Bahnbogen hat dort die Maschinenfabrik von Friese u. Komp. ihre Niederlage, während in dem angrenzenden die Firma J. Posendorf einen Getreidespeicher angelegt hat, der tausende von Zentnern Getreide birgt. An der Südseite der Stadtbahn( nach der Garnisonkirche) lehnen sich au die Bahnbogen mehrere Holzschuppen, von denen der eine mit Kisten angefüllt und der Maschinenfabrik gehörig angeblich durch Funken aus der Lokomotive in Brand gerathen war. Das Feuer Hatte in furzer Zeit auch das Dach des ebenfalls mit Getreide angefüllten Nachbarschuppens erfaßt, und nur dem energischen Eingreifen der schnell erschienenen Wehr ist es zu danken, daß der Getreidespeicher gehalten wurde, das Unglück wäre unabsehbar gewesen. Dies am Tage der Landtagswahlen ausgebrochene Feuer erinnert daran, daß auch am Tage der Reichstagswahlen die Stadtbahn, und zwar in der Nähe des Lehrter Bahnhofs von einem Brande heimgesucht wurde, der allerdings verhängnißvolle Folgen nach sich zog. Viele Wähler wurden durch den Umstand, daß die Stadtbahn am Nachmittag des 16. Juni auf eine Stunde den Verkehr einstellte, an der Ausübung ihres Wahlrechts verhindert. Friedrichshagen. Am Sonnabend Abend 9 Uhr findet im Saale der Wittive Schulze, neben der Brauerei, eine Partei versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht vom Stuttgarter Parteitag. 2. Diskussion. 3. Bericht und Wahl des Vertrauensmanes. 4. Wahl der Lokalkommiffion. Die Genoffen werden gebeten, für den Besuch der Versammlung zu agitiren und zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. = M Nicht weniger als fieben Psychiater wirkten bei einent Prozeß mit, der am Mittwoch die 8. Straflammer des hiesigen Aus Friedrichshagen wird uns berichtet: Auf der Tages- um eine Anklage wegen Amtsunterschlagung und Betruges gegen Landgerichts I bis zum späten Abend beschäftigte. Es handelte sich ordnung der am 26. Oftober abgehaltenen Gemeinderathssigung den Bostassistenten foruppa und wegen Beihilfe und Hehlerei stand it. a. die Frage der Errichtung von Schulbädern in dem zu erbauenden 24klassigen Schulhause. Nach dem Bericht des gegen einen Kanzlisten beim Amtsgericht und einen Ober- PostGemeindevorstehers hat sich der Gemeindevorstand mit der Frage die beiden anderen vom Rechtsanwalt Dr. Coßmann vertheidigt. assistenten. Der erste Angeklagte wurde von Rechtsanwalt Volkmar, der Errichtung von Brausebädern in dem zu erbauenden Schulhause Es handelte sich um die von Skoruppa bewirkte betrügerische Verwerthung in der Wilhelmstraße beschäftigt und eine Kommission gewählt, solcher Formulare mit eingedruckten Postwerthzeichen, die in den welche die in Deutsch- Wilmersdorf in Betrieb befindliche und die in Händen des Publikums unbrauchbar geworden sind. Solche werden Schöneberg errichtete, aber noch nicht benutzte Anstalt besichtigte. Nach an den Postschaltern gegen brauchbare umgetauscht, die Beamten den Angaben des Wilmersdorfer Gemeindevorstehers verursachte die An- durchstrichen den Werthstempel, der Umtausch wird gebucht und die lage folgende Ausgaben: 3 X 6 18 Brauseständer 3000 M., Bade- auf diese Weise kassirten Formulare an die Ober- Postdirektion einOfen 2c. 1970 M., insgesammt also etwa 5000 M. Der Verbrauch gesandt, wo sie vernichtet werden. Skoruppa hatte diese entwertheten von Koaks beträgt während drei Stunden ca. 1/2 Hektoliter im Formulare in Verwahrung. Er hat zugegebener Maßen die EntWerthe von 90 Pf. Der Gemeindevorsteher bezeichnete die Wilmers werthungszeichen mit einer äzenden Flüssigkeit entfernt und eine beträcht dorfer Anlage gegenüber der Schöneberger als bedeutend vortheil- liche Anzahl folcher Formulare im Gesammtwerthe von 331 M. wieder an hafter und ersuchte, dem Antrage zuzustimmen. Genosse Sonnen- den Mann gebracht. Die beiden anderen Angeklagten sollen ihm dabei hilfe burg bat gleichfalls um Annahme des Antrages und empfahl geleistet haben. Sforuppa war geständig, machte jedoch geltend, daß gleichzeitig die Anlage einer Kochanstalt. Von den übrigen Rednern äußerten sich alle zustimmend bis auf den Ver- Thatsächlich ist er auch im vorigen Jahre in der Zenker'schen Anstalt er an der Morphiumsucht gelitten und nicht Herr seines Willens fci. Mit falschen Empfehlungsbriefen wird gegenwärtig ein bie& flicht habe, sich das geistige Wohl der Kinder augelegen sein Burchgemacht: Zur Entscheidung der Frage, ob er als geiſtestrant ordneten Neumann, welcher erklärt, daß die Schule wohl erzquell bei Stettin gewesen und hat dort die Entziehungskur Unfug getrieben, der anscheinend ins Große geht. Mißbraucht werden dabei die Namen der Chefärzte der hiesigen Kranken- 3( affen, feinesfalls aber nöthig habe, Bade- Anstalten zu bauen im Sinne des§ 51 des Straf Gesetzbuchs zu erachten, waren als häuſer. Bei hervorragenden Männern, namentlich Künstlern und und sich um das leibliche Wohlbefinden ihrer Zög: Sachverständige die Herren Professor linge zu fümmern. Diesen Ausführungen trat Genoffe Barth Sanitätsrath Industriellen, erscheint ein„ Bildhauer", Dr. Straßmann, „ Kunstschlosser", oder " Modelleur" mit der Bitte um Anstellung, und giebt als Empfehlung meinde Vorstandes abgelehnt, dagegen ein Vermittelungsantrag Dr. Leppmann, Dr. Stüler und Dr. Schüler geladen. auf das schärfste entgegen. Schließlich wurde der Antrag des Ge- Dr. Kortum, Oberarzt der Herzberger Irrenanstalt, Sanitätsrath Dr. Freier, Dr. 8enter, Sanitätsrath einen Brief vom Chefarzt dieses oder jenes Krankenhauses ab. Der Arzt schreibt dem Empfänger des Briefes, daß der Bittsteller„ Bild- gegen 5 Stimmen angenommen, dahingehend, daß in dem zu er- Dr. Kortum, der den Angeklagten Anfangs dieses Jahres in hauer Oskar Erbe"," Modelleur Emden" 2c. so und so lange wegen Anstalt vorzusehen seien. Auffallend war die Erregtheit des Herrn Morphiococaiuist ist. Er erachtete den Angeklagten auch darüber bauenden Schulhause Räume für eine event. zu errichtende Bade- Herzberge beobachtet hat, befundete, daß derselbe ein chronischer dieses oder jenes Leidens bei ihm im Krankenhause gelegen habe Gemeindevorstehers, der nach der Abstimmung sagte: Mon müsse hinaus für einen geistig kranken Menschen, der strafrechtlich nicht und dadurch wirthschaftlich sehr zurüdgekommen sei. Da er, der sich das Verhalten einzelner Herren merken gegenüber dem bevor verantwortlich gemacht werden könne. Chefarzt, ihn und seine Familie auf die Dauer aus seinen eigenen stehenden Kirchenbau, für den gern Hunderttausende bewilligt würden, schwach gewesen, der erblich belastet und durch den hinzutretenden Mitteln nicht genügend unterstützen könne, so möge der Empfänger während für die Einrichtung von Brausebädern nicht einmal Worphiumgenus unzurechnungsfähig geworden sei. Im Gegensatz Er fei von jeher willensso freundlich sein, ihn in seinem Institut, seiner Fabrik u. f. v. an- 5000 M. vorhanden seien. Ein zubringen. Mit einer Bitte um Entschuldigung wegen der Zuordnung betraf den anderer Punkt der Tages zu diesem Gutachten vermochten die übrigen Sachverständigen eine sendung schließt der Brief, der ebenso gefälscht ist wie die Unter- Vorstand desselben hatte an den Gemeinde Vorsteher eine Gutachten des Sanitätsraths Dr. Le ppmann; der u. a. folgendes " Deutschen Flottenverein". Der schrift des Chefarztes. In den meisten Fällen hat der Schwindler Aufforderung zur Werbung von Mitgliedern gerichtet und der bekundete: Bon intelligenten Angeklagten machen eigentliche Geistesfrankheit nicht festzustellen. Interessant war das Glück. Er bekommt zwar keine Anstellung, wohl aber eine Geld- Gemeindevorstand hatte sich veranlaßt gesehen, dieses Schreiben der mindestens 50 pct. in ihrem Vorleben Inventur, bauschen unterſtügung, auf die er es allein abgeſehen hat. Ginige Adresaten Vertretung zur Kenntniß zu bringen. Die etwas zu reklamenhafte einzelne Vorgänge auf und konstruiren die Behauptung haben aber den Brief zunächst an den betreffenden Chefarzt Empfehlung des„ Flottenvereins" und seiner Ziele durch den Gegefandt, um sich zu erkundigen, und so ist der Schwindel, den meindevorsteher veranlaßte Genoffen Sonnenburg zu einer Er- gekommen, der mit solcher Verstandesschärfe über der Situation steht, geistiger Erkrankung. Ihm sei selten eine Berson unter verschiedenen Namen treibt, an den Tag ge- widerung, während deren der Vorsteher unserem Genossen wiederholt wie der Angeklagte Storuppa- mit Ausnahme vielleicht des vers Ein größeres Schadenfener rief die Wehr Donnerstag früh hinderte, seine Ansicht über diesen Verein und seine Tendenzen zu sagen. letzten persönlichen Begegnung mit ihm( Dr. L.) die Frage vorlegte: mit der Entziehung des Wortes drohte, was diesen allerdings nicht storbenen Oberfaktors Grünenthal, der am Schlusse seiner 3 Uhr nach Wafferthorstr. 9. Hier stand die auf dem zweiten Ihm fefundirte Genosse Barth in überaus glücklicher Weise, indem Herr Doktor, was habe ich nun von Ihnen zu hoffen?" Hofe befindliche Metallschleiferei der Aktiengesellschaft für Fabrikation er eine Parallele zog zwischen der Bereitwilligkeit des Gemeindevon Bronzewaaren 2c., vormals J. C. Spinn u. Sohn, in Flammen. vorstandes, diesen Gegenstand auf die Tagesordnung zu sehen des Gerichtshof sah das Dr. Kortum'sche Gutachten nicht für maßgebend Der Fabrifraum brannte in einer Ausdehnung von fünf Fenstern dem Verhalten unseren Genoffen gegenüber, als diese im Frühjahr aber doch für geistig gesund und verurtheilte ihn zu fechs an, erachtete den Angeklagten Storuppa zwar für willensschwach Front aus, so daß der verursachte Schaden beträchtlich ist. dieses Jahres einen Antrag auf Schaffung von Badegelegenheit für Monaten Gefängniß. die Schulkinder gestellt hatten. Ferner beschloß die Bertretung. wurden freigesprochen. Die beiden anderen Angeklagten unter dem Widerspruch unserer Genossen, die hiesigen Polizei- Organe mit Revolvern zu bewaffnen. tommen. V Der Zur Verhandlung gegen Ella Golt in der in Gemäßheit Anklagesache, betreffend das versuchte Verbrechen gegen keinendes des Reichsgerichts bezüglich des Strafmaßes noch zu erledigenden Leben ist mumehr Termin auf den 2. November vor der ersten Straffammer anberaumt worden. Die Vertheidigung der Angeflagten, welche bekanntlich die ihr in der ersten Verhandlung aufFeuerbericht. Ritterstraße 50 hatte sich Donnerstag Nach mittag Terpentin in einer Zinfäßerei entzündet, ohne jedoch erheblichen Schaden anzurichten. Kurz vorher war Reinickendorfer straße ein Zimmerbrand abzulöschen. Nach Brunnenstraße 94 Die Streitfrage wegen Festsetzung des Gehalts für den wurde die Wehr vormittags gerufen, da dort Preßkohlen durch Selbst- Stadtschulrath beschäftigte gestern die Stadtverordneten- Versammlung entzündung in Brand gerathen waren. Böswilliger Alarm ver- in Charlottenburg. Die Versammlung hatte, wie wir mit ursachte ein Ausrücken nach Dunderstraße 8. entkommen. Mittwoch Abend stürzte plans ufer 92 Täter iſt theilten, in ihrer Siyung vom 12. d. M. beſchloſſen, das Gehalt auf in einem 7500 M. festzusetzen, doch sollte der Ausschuß ermächtigt sein, ein Pferdestalle die Drahtpuzdecke unterhalb des massiven Gewölbes auf höheres Gehalt in Rücksicht auf die seitherige Stellung oder die bis erlegte Strafe bereits verbüßt hat, führt Rechtsanwalt Dr. Coßmann. die Pferde herab, die jedoch durch die alarmirte Feuerwehr un- herigen Bezüge des Bewerbers bis zum Höchstbetrage von 8700 M. Ein meineidiger Schuhmann. Vor dem Schwurgericht zu beschädigt befreit werden konnten. Sirtenstraße 16 ging ein zu vereinbaren. Diesem Beschluß hat der Magistrat die Zustimmung Glay hatte sich der 38 Jahre alte bisherige Bolizeiſergeant Franz Posten Holz und Stroh in einem Stalle in Flammen auf, wobei versagen zu müssen geglaubt, sofern er dahin ausgelegt wird, daß Herzig aus Wünschelburg wegen wissentlichen Meineides zu verant der Stall start beschädigt wurde. der Magistrat von der Mitwirkung bei der Festseßung eines über worten. Der Angeklagte hatte neben seinem Dienste als Polizist Deutsche Gesellschaft für volksthümliche Naturkunde. Der 7500 M. hinausgehenden Gehalts ausgeschlossen sein soll. Den auch die Kastellanstelle im dortigen Nathhause inne und erhielt dafür Besichtigung der tgl. mechanisch- technischen Versuchsanstalt galt eine Bericht über die Angelegenheit hatte Stadtv. Gleim übernommen. freie Wohnung und Feuerung. Vor mehreren Jahren mußte sehr zahlreich besuchte Exkursion der Deutschen Gesellschaft für volks- Bürgermeister Matting vertrat den Standpunkt des Magistrats. er jedoch ausziehen und sich anderwärts eimmiethen, aus thümliche Naturkunde. Die Führung durch die einzelnen Räume Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Jaffé betonte in längeren Aus- welchem Grunde ihm neben der Wohnungs- Entschädigung hatten der Direktor der Anstalt, Herr Prof. Martens, sowie die führungen, daß es sich im gegebenen Falle um eine Fortsetzung der 70 M. Feuerungszulage bewilligt wurden. Trotzdem wurde von Herren Abtheilungsvorsteher Prof. Rudeloff, Chemiker Herzberg ersten Wahl des Stadtschulraths handle und empfahl, über den Vor- mehreren dortigen Einwohnern wiederholt bemerkt, daß die Frau des und Ingenieur Gary freundlichst übernommen. Die muster schlag des Magistrats zur Tagesordnung überzugehen, mit dem Polizeisergeanten und auch dieser selbst zur Nachtzeit aus dem unter muster- schlag des giltigen Anlagen mit den meist hydraulisch betriebenen sim- Busay, daß dem Magiftrat eine Mitwirkung bei der Wahl der der Freitreppe des Rathhauses befindlichen städtischen Vorraths reichen Maschinen erregten allgemeines Erstaunen, ganz be- Magistratsmitglieder nicht zustehe. Bürgermeister Matting wendete schuppen Kohlen holten und in ihre Wohnung schafften. Bei einem sonders die größte auf dem Festland vorhandene Berreiß sich gegen diese Unterstellung. Stadtv. Jebens hielt die Frage für Zusammentreffen in einem dortigen Gastlokale erlaubte sich der maschine, welche eine Kraftleistung von 500 000 Kilogramm aufweist. eine rein akademische und war der Meinung, daß jedes weitere Wort Barbier Bittner die Aeußerung, daß, wenn er auch kein Polizist Schr stark entwickelt hat sich die seit 1884 bestehende Abtheilung für überflüssig, ja sogar gefährlich sei. Nach dem Antrag des Bericht- sei und keine blanken Knöpfe trage, er doch noch keine Kohlen gestohlen Bapierprüfung, der unsere heimische Papierindustrie eine mächtige erstatters wurde beschlossen, von der Mittheilung des Magistrats habe. Herzig bezog dieſe Aeußerung auf sich und strengte, um sich Anregung verdankt. Hier werden auch die Stoffprüfungen für Heer Kenntniß zu nehmen, da gegenwärtig teine Veranlassung vorliege, von dem Verdachte zu reinigen, die Beleidigungsflage gegen und Marine vorgenommen. Großes Interesse erregte bei den aus sich mit der Angelegenheit weiter zu beschäftigen". den Barbier an. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht zu wesenden Damen aus Papierfaser hergestelltes Garn, fünstliche Seide Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich gestern Nachmittag Wünschelburg am 13. Juli d. J. beschworen mehrere Zengen den aus Holzfaser und andere Imitationen. Der nächste öffentliche Vor- bei dem Zusammenstoß zweier Oderfähne auf der Oberspree in der obigen Sachverhalt, während Herzig, trotzdem er von dem Richter trag der Gesellschaft findet am Freitag, den 28. Oktober, abends Nähe von Tabbert's Waldschlößchen. Zur Zeit herrscht auf der selbst nie Kohlen entwendet und von etwaigen Diebvor dem Meineid gewarnt wurde, unter Eid aussagte, daß er 7 ihr, im Bürgersaale des Rathhauses statt; Herr Astronom Spree ein besonders starker Schifffahrtsverkehr, und so kam es, daß stählen an Kohlen von seiten seiner Frau tein Wissen habe Auf Archenhold spricht über das Thema:„ Ein Ausflug in die Sternen- gestern Nachmittag fast gleichzeitig fünf gillen und ein Dampfer die diefe feine beschworene Aussage hin wurde gegen Herzig Anklage sogenannte Bammelecke der Oberspree passirten. Beim Umſteuern wegen Meineides erhoben. Auf grund der beſtimmten Aussagen Das Parodie- Theater in der Oranienstraße hat seit kurzem seine geriethen zwei der Fahrzeuge an einander und zwar mit solcher eimvandsfreier Zeugen erachteten die Geschworenen ihn für schuldig Pforten wieder geöffnet. Vor einer Reihe von Jahren fand es im Gewalt, daß von dem einen Kahn der Schifferknecht Förster ins und das Gericht erkannte wider ihn auf ein Jahr Zuchthaus Bublikum Beachtung, und seine Popularität blieb nicht weit hinter Wasser geschleudert wurde. Wiewohl Rettungsversuche sofort unter- und zwei Jahre Ehrverlust. der des verflossenen Americantheaters zurück. Das ist anders ge- nommen wurden, gelang es doch nicht, den Verunglückten lebend den worden, seitdem Stücke von solcher Bedeutung, daß sich der Spott Fluthen zu entreißen. F: war unter die Zille gerathen und wurde an ihnen lohnt, gar so rar wurden. Es ging eine Zeit lang noch erst nach nahezu halbstündigem Bemühen als Leiche gelandet. mit der Verultung Sudermann's und mit den alten Parodien auf Dramen und Opern Klassischen Gehalts. Aber auch das überlebte sich, Amd nunmehr ist der Scherz, der in dem kleinen Tempel in der Oranienstraße getrieben wird, bei einem Eintagsereigniß von bald vergessenem Inhalt angelangt. Der Verwandlungstünstler Fregoli wird parodirt; er des Strafgesetzbuches beschäftigte in der Berufungsinstanz die Ein klassisches Beispiel für die Anwendung des§ 193 stellt sich vor als Italiener aus den Rüdersdorfer Kallbergen, der 6. Straffammer des Landgerichts I, vor welcher sich der Droschkendie Ehre hatte, vor dem Sohn des King Bell, der hier das Schuh- tutscher Wilhelm Krüger wegen Beleidigung zu verantworten hatte. macherhandwerk erlernt, Vorstellungen zu geben. Wenn wir sagen, Der Angeklagte wurde seinerzeit vom hiesigen Schöffengerichte wegen fending des Betrages. daß der Theaterzettel, der diese Mittheilungen enthält, das beste ist Droschtenpolizei- Kontravention auf grind der Aussage des Schutzan der Vorstellung, so wollen wir damit den guten Willen sowohl manns Nensa verurtheilt; er sollte in der Nacht vom 25. zum 26. Januar des Dichters und auch der Darsteller nicht verkennen. Aber wirklich dieses Jahres, uni 12 Uhr 10 Minuten, beim Café National vorgefahren lebendiger und einschlagender Witz ist nicht möglich, weil das be- sein, was verboten ist u. s. w. Er legte Berufung ein, infolge deren in achtenswerthe Objekt fehlt, an dem sich die Mühe verlohnte. Fregoli jener Sache am 9. Juli d. Js. Termin vor der 8. Strafkammer des eignet sich ebenso wenig hierzu, wie ein Artist aus dem Zirkus oder Landgerichts I anstand. Als ihm am Schluß der Verhandlung das Variété- Theater. letzte Wort zur Vertheidigung ertheilt wurde, erwiderte er nur: Passage Panoptikum. Der Fechtmeister Sulivian und seine Der Schumann hat einen falschen Eid geleistet". Schülerin Betö Aranka haben heute Abend eine Benefizvorſtellunge Obwohl ihn der Vorsitzende wiederholt darauf aufmerksam machte, Swinemde. Theater. Das Schiller Theater veranstaltet auch in diesem daß er sich einer schweren Beleidigung schuldig mache, Samburg Jahre, veranlaßt durch die großen Erfolge der beiden Schiller- Zyklen in der weigerte er sich, jene Worte zurückzunehmen, da seine Be- Berlin Testen Saison, einen sieben Vorstellungen umfassenden und an 7 Sonntag: hauptung wahr sei. Es wurde daraufhin gegen ihn Anklage wegen nachmittagen stattfindenden Schiller- Zyklus. Die erste Vorstellung,„ Die Räuber", wird Sonntag, den 13. November, sein. Die Ausgabe der Beleidigung des Schußmanns Nensa erhoben, das Schöffengericht Abonnementshefte beginnt Dienstag, den 1. November, in der Billet- Ab- erkannte jedoch auf Freisprechung, da dem Angeklagten der Schutz des theilung des Theaters und in der Trautwein'schen Buchhandlung. Die 193( Wahrnehmung berechtigter Interessen) zugebilligt werden Abonnementshefte enthalten 7 Eintrittskarten und 7 Garderobenmarken, so müsse und weder aus den Umständen noch aus der Form die Absicht der und baß für Aufbewahrung der Garderobe nichts mehr zu zahlen ist. Die Preise Beleidigung hervorgehe. Was ein Angeklagter zu seiner Vertheidigung welt." " Gerichts- Beitung. der ausnahmsweise hohen Gefängnißstrafe von einem Jahre verEin prügelnder Schuhmann ist vorgestern in Planen zu urtheilt worden. Der rohe Patron hatte einen Zimmergesellen, den er wegen lauten Singens verhaften wollte, derart mit dem Säbel bearbeitet, daß der Verletzte sechs Wochen lang im Krankenhause zubringen mußte. Briefkasten der Expedition. Sahn, Potsdam. Inserat kostet 12 M. und ersuchen wir um Ein Witterungsübersicht vom 27. Oftober 1898, morgens 8 Uhr. Stationen Wiesbaden München Barometer ſtand mm Windrichtung Windstärke Wetter 762 WSM 3wolfig 763 WSW 4 Regen 764 23 2 bedeckt 767 S 1bedeckt 769 Still-heiter 769 Still wolfig Zemp. n. G. 5°.= 4th R. Stationen Barometer stand mm Winds rigtung Windstärke Wetter 2 bedeckt NW 1Regen 761 0 1Regen 2heiter 11 Haparanda 748 9 12 Petersburg 744 13 Cort 11 Aberdeen 5 Paris 757 SW 767 SO Temp. n. 6. CSBAO 5° C.= 4° R. 12 15lb.bed. 9 Wetter Prognose für Freitag, den 28. Oftober 1898. Etwas fühler, vorwiegend nebelig oder woltig mit leichten Regenfällen mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 28. Oktober. Opernhaus. Margarethe. Anfang 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Heroftrat. Anfang 712 Uhr. Urania Taubenstr. 48/49. Die Urzeit des Menschen. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Taubenstrasse im Hörsaal: Neues Overn Theater( ron). Experim. u. Projekt.- Vorträge Fregoli- Gastspiel. Anfang 71/2 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 72 hr. Berliner. Das Erbe. Anfang 7½ Uhr. Lessing. Im weißen Rößl. Anfang 72 Uhr. Residenz. Der Herr Sekretär. Vorher: Mein treuer Antoine. Anfang 7 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Schiller. Bartel Turaser. Anfang 8 Uhr. Westen. Alessandro Stradella. An: fang 72 Uhr. Metropol. Das Paradies der Frauen Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Auf. 72 Uhr. Thalia. Unser lustiges Berlin. Anfang 7 Uhr. Luisen. Die Schuld der Schuldlofen. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 8 Uhr. Oflend. Robert und Bertram. An fang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. 0 Die Geheimnisse von London. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Demi- Monde. Anfang 8 Uhr. Parodie. Tugend. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 nhr: Die Urzeit des Menschen Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 1hr: Stern: warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Neichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palast. Spezialitäten: Vor: は ftellung. Passage Panoptikum. täten Vorstellung. Speziali: Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitag: Bartel Turaser. Sonnabend: Hasemann's Töchter. Sonntag: Nachmittags: Wilhelm Tell. Abends: Die Haubenlerche. Central- Theater Direktion: José Ferenczy. Die Geisha oder: Eine japanische Theehaus: Geschichte. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Morgen und die folgenden Tage: Die Geisha. Sonntag Nachmittag: Die fchöne Helena. Ostend Garl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Robert und Bertram oder Die luftigen Vagabonden. Posse mit Gesang in 4 Aften von G. Raeder. Anfang 8 Uhr. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Sonnabend: Preciosa. Sonntag Nachmittag: Schlunt fel. Wittwe. Abends: Der Jongleur. Mittwoch: 1. Schülervorstellung: Die Räuber. Im Tunnel von 7 Uhr an Frei Konzert. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Letzte Woche! Kunst- Schaubühne BRY i. d. Urania, Invalidenstr. 57. Sonntag, d. 30./10., 5 Uhr: Im Wunderlande der Pyramiden. Ermässigte Preise: Parkett 0,50( Stehpl. 30 Pf.) Passage-Panopticum. AbschiedsBenefiz für den t. t. Fechtmeister Mr. Sulivian und seine Schülerin Petö Aranka. Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Lebendig begraben!! Olympia- 13 Theater. ( Circus Renz) Karlstrasse. Täglich 8 1hr abends: Berliner Ausstattungsstück mit Couplets, MENE TEKEL Aufzügen und Koloffal Ballets in 3 Atten( 10 Bildern). Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Dieselbe Vorstellung. 1Kind frei. Parquet 2,10 Mk. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Täglich: Grosses Konzert und Spezialitäten Vorstellung unter Leitung des beliebten Regisseurs Herrn Gustav Kluck. Auftreten namhafter Künstler. Lotte Romanowitsch, Liedersängerin. Fritz Fehrmann, Universal- Humorist. Geschw. Gräser, Gesangs- Duettisten. Heinrich Krill, Charakter- Komifer. Elise Cora, Softüm- Soubrette. Gustav Greusing, Kapellmeister. Anf. Wochent. 61% Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Entree Wochent. 10 Bf., Sonnt. 30 Pf. Volks- Theater im Welt- Restaurant Dresdener Straße 97. Dir.: A. Kolig. Art. Leiter: A. Runge. Novität! Sensationell! Novität! Weibliche Rekruten. Operetten Burleste von J. Eißner. Unfer lustiges Berlin. Musik von A. Zehr. In Szene gesezt Große Gesangsposse in 4 Bildern von E. Sondermann u. Ch. Bischoff. Mufit von Curt Goldmann. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. von August Runge. Riesenerfolg! Jubelnder Beifall! Bei Werthheim's. Neu! Mr. William Barrey, Neu! Original- Neger- Clown. Luisen- Theater urtomisch! 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: 8um 1. Male: Novität! Die Schuld der Schuldloſen. Schauspiel in 5 Aften von Ad. Stolze. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachm. 3 Uhr: Voltsvor stellung zu kleinen Preisen: Othello, der Mohr von Venedig. Abends 8 Uhr: Die Schuld der Schuldlofen. Bum Todtlachen! Feen- Palast- Deutscher Holzarbeiter- Verband.] Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Direktion: Winkler und Fröbel. Nur noch bis 31. d. Mts. Rich. Winkler u. Wilh. Fröbel in der allabendlich um 812 Uhr mit großem Jubelu.stürmischeint Beifall zur Aufführung tommenden Ausstattungs- Ge fangs- Posse Berlin, wie es liebt und radelt! Im Spezialitätentheil: Die sensationell dressirt. Möpse. Die Teufels- Akrobaten. Ein Morgen in Afrika urkomische Orig. Pantomime. Anfang 712 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Kaffeneröffnung eine Stunde Entree 50 Pf. vor Anfang. Vorverkauf Borm. v. 11-1 Uhr. ( Zahlstelle Berlin.) Heute, Freitag, abends 8 Uhr, bei Cohn, Beuthstraße 20-21: Sitzung der Ortsverwaltung. Dienstag, den 1. November, abends 8 thr: Branchenversammlung der Tischmacher im Vereinshause„ Süd- Ost", Waldemarstraße Nr. 75. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Schlegel über:" Streik und Zuchthaus". 2. Diskussion. 3. Die gegenwärtige Lage in der Branche. Kollegen! Da der 3. Punkt der Tages- Ordnung für uns von großer Wichtigkeit ist und ein jeder Kollege von den gegenwärtigen Zuständen in der Branche unterrichtet sein muß, so ist es Pflicht eines jeden Tischmachers, in dieser Versammlung zit erscheinen. Sonnabend, den 29. Oktober, abends 81 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung der Branche der MusikInstrumenten- Arbeiter tm Lokale des Herrn Zubeil, Lindenstraße Nr. 106. V W. Noack's Theater ages Ordnung: Branchen Angelegenheiten und Verschiedenes. Brunnenstr. 16. Heute, Freitag, den 28. Oktober: Ein Berliner Wucherer oder: Der Droschkenkutscher und sein Kind. Volksstück mit Gesang in 5 Aften von Ernst Clefeld. Morgen, Sonnabend, wegen Privat: festlichkeit feine Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger Anfang S Uhr. Sonntags 7 1hr. Tageskaffe von 11-1 Uhr. Zum Schluß: Das Meysel'sche Ensemble: Vor 25 Jahren Concerthaus. Leipzigerstr.No.48. Täglich: Hoffmann's Quartett und Humoristen. Heute: Achtung, Einsetzer! Todes- Anzeige. Den Mitgliedern vom Spar: und Kredit- Verein Glückauf" zur Nach18346 richt, daß unser Mitglied Joseph Argner ant 25. d. m. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag 2½ Uhr vom Krankens hause am Urban aus statt. 18316 Der Borstand. Danksagung. Für die rege Betheiligung u. reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Anna Tausendfreund fagen allen Verwandten, Freunden und Genossen, besonders den Kollegen und Kolleginnen und dem Chef der Firma Brünning, den Kollegen der Firma Quehl und dem Gesangverein„ Nord deutsche Schleife" unsern herzl. Dank. F. Tausendfreund nebst Eltern und Geschwister. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes spreche ich den geehrten Herren Vertretern der Firma Rosenfeld u. Ko., Mohrenstr. 11/12, sowie allen seinen werthen Freunden und Strankheit tren zur Seite standen, meinen innigsten Dank aus, 18336 Wwe. Brose. Sonntag, den 30. d. Mts., vormittags 10 Uhr, bei Schöning, Sollegen, weiche ihm während seiner Köpnickerstraße 68: ENS Versammlung. Tages Ordnung: Vortrag des Kollegen D. Klinger über: Die Streits im Mittel- Zentral- Kranken n. Sterbealter und in der Neuzeit". Diskussion. Verschiedenes. Beiträge werden jeden Sonntag im obigen Lokal bei der Morgensprache entgegengenommen, auch können daselbst neue Mitglieder aufgenommen werden. Die Arbeitsvermittlung zwischen Meister und Gesellen findet nur Annenstraße 39 statt. Umt zahlreiche Betheiligung bittet Die Kommission. Parkettbodenleger- Versammlung fasse der Tischler u. Dertliche Verwaltung Berlin B. Sonntag, den 30. Oftober 1898, vormittags 912 Uhr, im Lofate des Herrn Möhring, Admiralstr. 18c, „ Märkischer Hof": 181/13 am Sonntag, den 30. d. Wis., vormittags 10 Uhr, bei Zuben, Mitglieder- Versammlung. Lindenstraße 106. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl von zwei Kommissionsmitgliedern und Verschiedenes. Tischler- Verein. 108/14 Tagesordnung: 1. Abrechnung v. 3. Quartal 1898. 2. Wahl eines Beitragssammlers für Bahlstelle III. 3. Bericht von der Ge neralversammlung der Frauen- Sterbe Sonnabend, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, Melchiorftr. 15: fasse und Verschiedenes. Versammlung. Tages Ordnung: Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltung. Bortrag des Schriftstellers Herrit Knaack über:„ Die Arbeit, ein Zentral- Kranken- u. SterbeOpfer des Mammons" und Vereinsaugelegenheiten. 199/5 Damen haben Zutritt. Der Vorstand. Verein deutscher Schuhmacher Filiale V( Schäftebrauche). Sonnabend, den 29. Oktober 1898, abends 9 Uhr: Versammlung bei Schiller, Rosenthalerstraße 57. Tagesordnung: Abrechnung vom 3. Quartal. Achtung! 272/12 Schleifer, Präger und Prägerinnen. Sonntag, den 30. Oktober 1898, pormittags 10 Uhr: kasse der Tischler u. ( Eingeschr. Hilfskaffe Nr. 3, Hamburg) Filiale Berlin C. Sonntag, den 30. Oftober 1898, vormittags 102 Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106: 182/15 Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung v. 3. Quartal 1898. 2. Erfazwahl eines Revisors. 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Recht zahlreichem Erscheinen der Mitglieder fieht entgegen Die Ortsverwaltung. Nach 3/ 2jährigent Assistiren( om Oeffentliche Versammlung tabtischen Strantenbauſe in Breslau bei Buske, Grenadierstraße Nr. 33. Tages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zur Gründung einer Sonderorganisation? Referent: Kollege W. Zechert. 2. Discussion. 3. Verschiedenes. Auf vielfachen Wunsch der Kollegen ist obige Versammlung zum SonnDer liebe Onkel. tag anberaumt worden, um eine Frage von weittragender Bedeutung zu entscheiden. Es ist darum Pflicht sämmtlicher Kollegen, in dieser Versamm Morgen, Sonnabend: Zum 1. Male: lung zu erscheinen. Der Einberufer. Insel Tulipatan. 97/7 Burleske Operette von 3. Offenbach. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler Blankenese, 150 Jahre vor Erfindung und anderer gewerbl. Arbeiter.- Dertliche Verwaltung Berlin A. Die Handlung spielt 3000 Meilen von der Velozipeden mit Dampfschraube. Für Montag, den 31. Oktober 1898, abends 8 Uhr: Geheimraths Hirschberg hier) habe ich mich N. Huffitenstraße 24( Ecke Voltaftraße) als prakt. Arzt und Augenarzt niedergelassen. Dr. Carl Hamburger. Sprechst.: 8-10, 4-6. 63832* Arbeitsmarkt. Achtung, Holzarbeiter! Bei der Firma Gitz die Wochentage werden Bereins Mitglieder- Versammlung Fork, Kretzschmar& Co. billets mit erheblicher Preißermäßi gung ausgegeben und können von den geschäßten Vereinsvorständen kosten: los im Bureau des Konzerthauses entgegengenommen werden. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Neu! Sensationell! Neu! Das Wurstmädchen von Aschinger. Bild aus dem Berliner Leben von W. Reichard. Musik von Ostar Victor Roeder. In Szene gesezt von Otto Wendt. Vorher, mit großem Lacherfolg: Die Wenzel. Schwank in 1 Akt von Felsch. Gesammtauftreten des neuengagirten Künstler- und Spezialitäten Personals. Wochent. 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags& uhr Wochentags 30 Pf. Entree: Sonntags 40 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. CIRCUS Mähr's Theater CREUS BUSCH Freitag, 28. Oftober 1898, Abends 7 Uhr: Jeden Mittwoch Nachm.: Schütter Humoristische Vorstellung. Vorstellung. Apollo- Theater. Direktion: E. Waldmann. Letzte Woche! Consuela Tortajada. = Zum ersten Male: Clown Boganowski mit s. neu dress. Elephanten. Zum ersten Male: Gigerl Clown Daniels als Mimifer. Zum ersten Male: Clown Oskar Lée mit 1. Bantomime, Tolle Hundestreiche". Auftreten aller Clowns und Auguste mit den neuesten Späßen. Außerdem: Auftreten von Franz Gebhardt, Ritter pp., bish. langjähr. Chef der f. f. Oranienstr. 24. Täglich Spezialitäten- und Theater: Vorstellung. diese Radler! Burleste. Edler von Metz, Transformations- Künstler. Anfang A an den Wochentagen 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Für 36 Mark mit Frauen bei Herrn Roll, Adalbertstraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Naturarztes Herrn Dr. Barow über: Lungenkrankheiten und deren Behandlung." 2. Kassenbericht vom 3. Quartal. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Des interessanten Vortrages wegen ersucht um zahlreiches und pünkt: liches Erscheinen Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 13. November, mittags 12 Uhr: Grosse Matinée im Feen- Palast Theater, Burgstraße 22, zum besten ausgesteuerter Mit: glieder. Billets à 25 Pf. find in den Zahlstellen sowie bei den Vorstands: mitgliedern zu haben. Barnimstr. 13, ( Magazin Jannowißbrücke), haben sämmtliche Tischler wegen Differenzen die Arbeit niedergelegt. 108 Zuzug fernhalten! Die Ortsverwaltung. Partei- Zeitung Norddeutschlands, täglich erscheinend ca. 5000 104/ 13* Verband deutscher Schneider u. Schneiderinnen in einer Auflage von Exemplaren, Filiale Berlin. Sonntag, den 30. Oktober 1898: 162/3 Feier des X. Stiftungs- Festes in den Gesammträumen der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins der Hutmacher ,, Einigkeit". Fest- Prolog 班 verfaßt von Herrn Ernst Presczang, gesprochen von Herrn Albert Massini. Nach dem Konzert: Tanz. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung 5 Uhr. Programm 30 Pf. Anfang 6 Uhr. Billets find zu haben im Bureau, Annenstr. 9 und bei allen bekannten Kollegen und Kolleginnen; auch ist der Prolog gedruckt für 10 Pf. zu haben. Wir ersuchen um regen Besuch. Die Bevollmächtigten. ,, Jägerhaus", Schönhauser Allee 103. Empfehle den Genoffen meinen neurenovirten Saal für Vereine sowie für Privatfestlichkeiten. Ein Vereinszimmer ist noch zu vergeben. 63852 Karl Köhn. sucht per 1. Oftober 1899 einen leistungs: fähigen und kapitalkräftigen Buchdrucker behufs Herstellung der Beitung. Offerten unter J. T. 962 an Haasenstein& Vogler, A.-G. Berlin SW. 19, erbeten. 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Freitag, ZS.OMer 1898. lieber die VesUstigullg voll Meiterimlea and jUeudlicheil Arbeiterit in Ziegeleim hat der BundeSrath unterm 18. Oktober d. I. eine Ver- ordnung erlassen, die am 1. Januar IbSS in kraft tritt und bis 1. Januar 1901 Giltigkcit hat. Die Verordnung enthält folgende Borschriften: >. In Ziegeleien, einschließlich der Chamottefabriken, dürfen Ar- beiterinnen und jugendliche Arbeiter nicht verwendet werden: zur Gewinnung und zum Transport der Roh- Materialien, einschließlich des eingesumpften Lehms, zur Handformerei(Streichen oder Schlagen) der Steine mit Ausnahme voir Dachziegeln(Dachpfannen) und von Bims- sandsteinen(Schwemmstcinen), zu Arbeiten in den Oefen und zum Befeuern der O e f e n, mit Ausnahme des Füllens und Entleerens oben offener Schmauchöfen, zum Transport geformter(auch getrockneter und ge- brannter) Steine, soweit die Steine in Schiebkarr cn oder ähnlichen Transportmitteln befördert werden und hierbei ein festverlegtcs Geleis oder eine harte ebene Fahrbahn nicht benutzt werden kann. II. In Ziegeleien, in denen das Formen der Ziegelsteine auf die Zeit von Mitte März bis Mitte November beschränkt ist, sind bei der Beschäftigung von jungen Leuten zwischen vierzehn und sechzehn Jahren und von Arbeiterinnen folgende Abweichungen von den Vorschriften der Gewerbe-Ordnung zulässig: 1. Junge Leute können, abweichend von der Vorschrift im K 135 Absatz 3, an allen Werktagen mit Ausnahme des Sonnabends und der Vorabende von Festtagen elf Stunden be- schäftigt werden. 2. In Ziegeleien, welche ohne ständige Anlagen betrieben werden (Feldbrände), oder in welchen als ständige Anlage nur ein Ofen vor- handen ist, können Arbeiterinnen und junge Leute, abweichend von den Borschriften im§ 135 Absatz 3 und im§ 137 Absatz 2, an allen Werktagen mit Ausnahme des Sonnabends und der Vorabende von Festtagen zwölf Stunden beschäftigt werden. Alsdann ist aber nicht nur den jungen Leuten(§ 136 Absatz 1 letzter Satz). sondern auch den Arbeiterinnen über sechzehn Jahre vormittags mittags und nachmittags je eine Pause zu gewähren. Die Be- schäftigung mutz jedesmal nach längstens vier Stunden durch eine Pause unterbrochen werden. Die Dauer der Mittagspause muß mindestens eine Stunde, die der übrigen Pausen mindestens je eine halbe Stunde betragen. 3. Die Arbeitsstunden der jungen Leute und der Arbeiterinnen dürfen, abweichend von den Vorschriften im§ 136 Absatz 1 Satz 1 und im 8 137 Absatz 1, in die Zeit zwischen viereinhalb Uhr morgens und neun Uhr abends gelegt werden. III. In denjenigen Ziegeleien, welche von den Bestimmungen unter ll Gebrauch machen, ist an einer in die Augen fallenden Stelle der Arbeitsstätte eine Tafel auszuhängen. welche in deutlicher Schläft die Bestimmungen unler I sowie anstatt des im§ 138 Absatz 2 der Gewerbe-Ordnung vorgeschriebenen Auszugs einen Auszug aus den Bestimmungen unter II und aus den Vorschriften der Gewerbe-Ordnung über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern, soweit diese Vor- schriftcn daneben in Geltung bleiben, in der von der Landes-Zentral- behörde zu bestimmenden Fassung wiedergicbt. In allen übrigen Ziegeleien ist an einer in die Augen fallenden Stelle der Arbeitsstätte eine Tafel auszuhängen, welche in deutlicher Schrift außer dem im 8 138 Absatz 2 der Gewerbe-Ordnung vor- geschriebenen Auszuge die Bestimmungen unter I wiedcrgiebt. Bon dem 8 139» der.Gewerbe-Ordnung�, der den BundeSrath ermächtigt: .die Verwendung von Arbeiterinnen sowie von jugendlichen Arbeitern für gewisse Fabrikatiotlszweige, welche mit besonderen Gefahren für Gesundheit oder Sittlichkeit verbunden sind, gänzlich zu untersagen oder von besonderen Bedingungen abhängig zu machen", ist auch in dieser neuesten Bundesraths-Verordnung nicht zum Wohle, sondern zum Schaden der in der Ziegelindustrie so zahlreich be- schästigtcn Arbeiter Gebrauch gemacht. Der BundeSrath nimmt zu den Ziegeleien heute noch im wesent lichen dieselbe Stellung ein. wie in seiner Verordnung vom 27. April 1893, d. h. er schließt abermals einen großen Theil deutscher Staatsbürger von einem Vortheile der Gewerbe-Ordnnng ans, und zwar auf weitere fünf Jahre. Er gestattet, daß in Ziegeleien, die nur von Mitte März bis Mitte November in Betrieb sind, ferner in Ziegeleien,(die ohne ständige Anlagen betrieben werden(Feldbrändc) oder in welchen als ständige Anlage nur ein Ofen vorhanden ist(mrd das sind 86— 9v pEt. aller Ziegeleien!) vom 1. Januar 1899 bis 1. Januar 1904 jugendliche Arbeiter anstatt 19 Stunden 1 1 beziehentlich Arbeiterinnen und junge Leute anstatt 11 Stunden täglich 125 Stunden beschäftigt werden dürfen. Außerdem dürfen die Arbcitssttmden, an- statt um 5>/z Uhr morgens, schon um IVj Uhr beginnen und bis abends 9 Uhr(anstatt>�9 Uhr) ausgedehnt werden. Die Verordnung vom 27. April 1893 lief mit dem 31. Dezember 1897 ab, wurde aber auf ein Jahr verlängert. Es ist nicht über- flüssig hervorzuheben, daß wir bereits im vorigen Jahre, also recht- zeittg darauf hingewiesen haben, daß die bisherige Ziegeleiverordnung des Bundcsraths eine ganz bedeutende Verschlechterung der allge- meinen Arbeiterschutz-Besttmmungen für die Ziegelei-Arbeitcr be- deutete, und demgemäß verlangten wir, daß derarttge Mißgriffe in Zukunft unterbleiben möchten. Jndeß was scheert den Bundesrath ein Appell, der aus dem Volke kommt! Damit nun im Zicglerberufe die einschlägigen Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung nicht in Vergessenheit kommen und jedermann die neueste sozialreformatorische Leistung des Bundesraths selber beurtheilen kann, lassen wir die betreffenden Vorschriften der Gewerbe-Ordnung hier folgen. Sie lauten: „Junge Leute zwischen vierzehn und sechzehn Jahren dürfen in Fabriken nicht länger als zehn Stunden täglich beschäftigt werden." „Die Arbeitsstunden der jugendlichen Arbeiter dürfen nicht vor fünfeinhalb Uhr morgens beginnen und nicht über achteinhalb Uhr abends dauern." „Arbeiterinnen dürfen in Fabriken nicht in der Nachtzeit von achteinhalb Uhr abends bis fünfeinhalb Uhr morgens und am Sonnabend sowie an Vorabenden der Festtage nicht nach fünf- einhalb Uhr nachmittags beschäfttgt werden." „Die Beschäfttgung von Arbeiterinnen über 16 Jahre darf die Dauer von elf Stunden täglich, an den Vorabenden der Sonn- und Festtage von zehn Stunden nicht überschreiten." Wer mögen wohl die Berather des BundesratheS in solchen Tingen sein? Wahrscheinlich die Z i e g e l e i b e si tz e r oder doch solche Personen, die diesen nahe stehen. Zehn Jahre hindurch, von 1894— 1904, sind die Ziegelei-Arbeiter außerhalb der Gewerbe-Ordnnng gestellt. Das müßte auch dem letzten Arbeiter dieses Berufes die Augen öffnen I Leider ist nicht zu erwarten— wenigstens gegenwärtig nicht— daß die Ziegler aus eigener Kraft durch eine starke Berufsorganisation dem so schleppenden Gang der Sozialpolitik Lebendigkeit verleihen könnten. Die Ziegelei-Arbeiter sind in ihrer überwältigenden Mehrheit eine durchaus indifferente Masse. Zu diesem Unglück gesellt sich noch der Umstand, daß fast alle Ziegeleibcsitzer und ihre nächsten Unte-rgebenen, die Ziegelmeister, nicht nur die krassesten Uebelstände dulden, sondern auch noch zur 14-, 15- und 16stüiidigen Arbeitszeit anreizen. Und diesen Leuten schnallt der Bundesrath den Riemen locker! Da rede noch einer davon, daß die Sozialreform nicht stillstehe! l>er Vercinigliltg htlitscher Maler unh Mm, Mainz, 26. Oktober 1898. Die Vormittagssitzung wird durch die Debatte über den Kassen- bericht ausgefüllt und wird der Vorstand entlastet. Hierauf erstattet Hufs für den Ausschuß und die Prcßkommission Bericht und wird derselbe nach unwesentlicher Debatte genehmigt. In der Nachmittags-Sitzung steht zur Thätigleit des Redakteurs ein Antrag zur Debatte, der bestimmt, daß ein dritter Beamter ein- gestellt wird, und die Redaktion Vertretung im Vorstande haben soll. Den Antrag begründet T o b l e r, der darauf hinweist, daß für die Redaktion gegenwärtig 549 M. und für Mitarbeiter 948 M. aus- gegeben werden. Außerdem sei aber bereits gegenwärtig eine Hilfs- kraft auf dem Bureau thätig. Es würden mithin durch die An- stellung eines Beamten keine erhöhten Ausgaben entstehen. Nach längerer Debatte, welche die ganze Nachmittags- Sitzung in Anspruch nimmt, wird der Antrag in namentlicher Abstimmung mit 21 gegen 29 Stimmen angenommen. Sozinles. Von den Urtheilcn über die Novelle zum JnvaliditätS- versichcruugs- Gesetz ist das des Vorsitzenden der Berliner Ver- stchernngs- Anstalt, Dr. Freund, besonders beachtenswerth. Dr. Freund ist von jeher einer der Hauptvorkämpfer einer Um- gestaltung und Vereinfachung der deutschen Arbeiterversicherung ge- Wesen. Agrarische Neigungen wird ihm niemand zutrauen. In der „Sozialen Praxis" nimmt er jetzt in folgender Weise Stellung: Die Bildung lokaler Berwalnmgsstellen sei ein Fortschritt. besonders für die Rentcnfestsetznng, die jetzt in rein burcankrattscher Form, durch Dekret der beamteten Vorstandsmitglieder, geschehe. „Das Material, auf das sich die Beamten hierbei stützten, war meistens sehr dürftig. Die neuen lokalen Behörden werden in der Lage seilt, in engster Fühlung mit den betheiligten Kreisen die Anträge zu prüfen, nothwendige Erhebungen anzustellen und eine Entscheidung zu treffen, zu welcher der antragsiellende Arbeiter wegen der Zusammensetzung der entscheidenden Behörde Vertrauen haben wird." Die Bezirks- Schiedsgerichte als BcrufuitgSinstanzen hält Dr. Freund dann für überflüssig. Die Entscheidung in zweiter Instanz könne den Vorständen der Versichernngsanstalten zugewiesen werden. Die En tl a st u n g s vorschlüge verwirft auch der genannte Berliner Anstaltsvorsitzende nicht von vornherein. Einmal will er jedoch die„Gemeinlast" anders abgegrenzt sehen; ferner soll die Vertheilung derselben auf die einzelnen Anstalten nicht einfach nach dem Vermögensbestand erfolgen. Soweit rationelle Verwaltungs- grundsätze einen besseren und selbstverschuldete Nachlässigkeit einen schlechteren Vermögensstand bewirkt hätten, sei dieser Matzstab der Inanspruchnahme ganz ungerecht. Außerdem müsse die abnorme Stellung z. B. Ostpreußens sehr rasch sich ändern. Hier war die llebcrgangszeit gefährlich, mährend in anderen Bezirken die Be- lastung jetzt und in Zukunft um so rascher wächst: Ostpreußen seufzt hauptsächlich unter der Last der lS218Alters- renken, welche im e r st e n Jahre des Bestehens des Gesetzes be- willigt wurden. Dieser erste und älteste Rentenbestand wird aller Voraussicht nach in wenigen Jahren abgestoßen sein. So sind denn auch in den beiden letzten Jahren 1480 und 1540 Renten in Wegfall gekommen, und bis Ende 1897 sind von dem gesammten Rentenbestande von 23 675 nicht weniger als 9499 in Wegfall gekommen, so daß der Bestand nur noch 14 266 beträgt. Die Zahl der Altersrenten-Bewilligungeit ist von der enormen Zahl von 12 218 im ersten Jahre auf 2246 im zweiten Jahre und auf 986 im Jahre 1897 gesunken. Ja, der gesammte Rentenbestand hat von 1896 auf 1897 schon einen Abgang von 558 Renten erfahren, während bei B e r l i n der Rentenbestand imnier noch im Steigen begriffcu ist. Noch weit bedeutsamer sind die Verhältnisse bei den In v ali d enrenten. Aucki hier ist nämlich von 1896 und 1897 schon ein Rückgang in der Zahl der Rentenbewilligungen(von 4198 auf 4999) eingetreten, während z. B. in Berlin die Steigerung eine sehr erhebliche war(von 868 auf 1369)." Die letzte Anschauung theilen wir nicht; wir erblicken eher in dem Rückgang'der Invaliden anerlenmingen eine Rückwirkung der finanziellen Bedrängnitz Ostpreußens. Jedenfalls sehen wir für eine dauernde, regelmäßige Abnahme keinerlei Grund. Als Maßstab der Vertheilung empfiehlt Dr. Freund die Zahl der Versicherten in jedem Anstaltsbezirk. Jeder zur Ver- sicherung mehr Herangezogene würde danach die Ansprüche der An- stäkt bei der Ausschüttung der Gemeinsumme steigern; dadurch würden die Anstalten zu möglichster Peinlichkeit in der Verwaltung angespornt werden. Für die Renten schlägt Dr. Freund schließlich andere Grund- bettäge und Steigerungssätze als die Regierung vor. Hierfür müssen wir auf den Aufsatz selber verweisen. Arbeiter-Risiko. Auf dem Fürstlich Pleßffchen Bahnschachte in Waldenburg wurde der Schlepper Jos. G ö r s ch. der bei dem Rangiren von mit Kohle beladenen Eisenbahntvagen beschäftigt war, von den Puffern zweier Waggons erdrückt. In der in der Nähe von M i I o w i c e in Russisch-Polen liegenden Saturngrube wurden durch schlagende Wetter sieben Bergleute schwer betäubt. Es gelang, sie sämmtlich ins Leben zurückzurufen. Der Betrieb der Grube ist bis auf weiteres ein- gestellt. Deutscher Tabakbau im Jahre 1898. Nach den vorläufigen Angaben des kaiserl. Statistischen Amts beträgt im Jahre 1898 die Zahl der Tabakpflanzer im deuffchen Zollgebiet 139 271, wovon auf Preußen 79191, aus Baden 49 411, auf Elsaß- Lothringen 19 468, auf Bayern 19 242 kommen. Der Rest vertheilt sich auf die übrigen deutschen Staaten. Die wenigsten Tabakpslanzer hat das Königreich Sachsen, nämlich 9. Die Zahl der mit Tabak bepflanzten Grund- stücke im Zollgebiet beträgt 299 953, ihr Flächeninhalt 17 658 Ar. Der Flächeninhalt ist gegen 1897 um 3911 Ar geringer. In Preußen waren im laufenden Jahre 88 244 Grundstücke, die 5286 Ar um- fassen. mit Tabak bepflanzt, gegen 5912 Ar im Jahr- 1897, in Baden 7438 Ar(9925), Bayern 2541(3426) �. Elsaß- Lothringen 1247(1648)._ Vevfnttttnlttttgen. Die Fleischvertheuernng und die Ernährung dcS arbeiten- den Volkes lautete das Thema, welches am Mittwoch in zwei von der weiblichen Bertrauensperson einberufenen Volksversammlungen erörtert wurde. Im Lokal„Sanssouci" in derKottbuserstraße rcferirte Frau Ihrer vor einer größtentheils aus Frauen bestehenden Zuhörerschaft. Die Rednerin sagte unter anderem: Dadurch, daß die Grenzen— an- geblich wegen Seuchengefahr— gegen die Vieheinfuhr gesperrt sind, ist es bereits dahin gekommen, daß ein großer Theil der arbeitenden Bevöl- kerung kein Fleisch mehr kaufen kann, oder sich höchstens mit mehr oder minder unappetttlichen Abfällen begnügen muß. Wie die Rednerin an der Hand des Zolltarifs nachwies, sind es gerade die von der großen Masse der Arbeiter konsumirten Fleischprodutte wie Speck, Schmalz«., die durch die bestehenden Einfuhrzölle von allen Fleisch- waaren am meisten vertheuert werden. Obgleich während der ersten ftinf Jahre des Bestehens der betreffenden Handelsverträge der Ver- kaufswerth des in Deutschland verbrauchten Schlachtviehes von 89 Mill. Mark jährlich auf 99 Millionen gestiegen ist. sind die Agrarier mit dieser Preissteigerung nicht zufrieden, sie verlangten, unter dem Vorgeben, daß die Gefahr der Einschleppung von Viehseuchen vorliege, eine Grenzsperre gegen die Einfuhr von ausländischem Vieh. Die Re- gierung ist wie immer so auch in diesem Falle den Wünschen der Agrarier völlig entgegengekommen, und so ist eine Fleischnoth ent- standen, deren Vorhandensein kaunt noch von irgend einer Partei ge- leugnet wird. Die Behörden verschiedener Städte haben bereits der Meinung Atisdruck gegeben, daß nur eine Freigabe der Fleisch- und Vicheinsnhr dem Mangel abhelfeir kann. Die Regierung steht aber. dem Nothstande unthätig gegenüber. Das einzige, was geschah, rst, daß der Landwirthschafts-Minister Erhebungen angeordnet hat über die Steigerung der Fleischpreise und deren Wirkung auf die Ernährung des Volkes. Also über Dinge, die längst bekannt sind, müssen erst nniständliche Erhebungen veranstaltet werden. Die Anordnung hat wohl nur den Zweck, das Volk zu beruhigen und zu zeigen, daß doch etwas geschehen ist. Tie Rednerin wies zahlenmäßig nach, daß infolge der Zölle, mit denen alle nothwendigcn Lebensmittel belegt sind, gerade die Arbeiter- bevölkerung am schlversteu belastet ist. Eine Familie von 5 Köpfen hat jährlich 89 M. an indirekten Steuern zu zahlen. Nach wissen- schaftlichen Feststellungen galten bisher 259 Gramm Fleisch täglich als nothwendig für die ausreichende Ernährung des Menschen. In einer Broschüre des Reichs-Gcsundheitsamtes werden dagegen schon 159 Gramm als genügend erachtet. Das würde für eine aus 3 Personen bestehende Familie im Jahre 164 Kilo betragen. Der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland beträgt aber nur jährlich 29 Kilo pro Kopf, also für eine dreiköpfige Familie 87 Kilo. Bedenkt man, daß hierbei alle diejenigen mit eingerechnet sind, deren Fleischverbranch den Durch- schnitt lveit übersteigt, fo ergiebt sich die betrübende Thatsache, daß der weitaus größte Theil der Arbeiterbevolkernng sich mit einer Er« nähnmg begnügen muß, die nicht hinreicht, um den Arbeiter auf die Dauer leistungsfähig zu erhalten. Von gewisser Seite wird zwar behauptet, daß man auch ohne Fleisch sehr gut leben könne, diese Annahme ist aber durch wissenschaftliche Autoritäten widerlegt. Bekannt ist auch,� daß eine schlecht genährte Bevölkerung nicht nur in ihrer Leisttuigsfähigkeit zurückgeht, sondern auch den Krankheiten keinen genügenden Widerstand entgegensetzen rann und bei Epidemien geradezu eine Gefahr für deren Verbreitung bildet. Eine gute und ausreichende Ernährung der arbeitenden Bevölkerung liegt somit im Interesse der Gesamintheit. Die Arbeiter haben ein Recht, zu verlangen, daß ihnen die uothwendigen Nahrungs- mittel nicht künstlich vertheuert werden. Insbesondere haben auch die Arbeiterfrauen die Pflicht, soweit es in ihren Kräften sieht, per- hindern zu helfen, daß die Regierung Maßregeln ergreift, die geeignet sind, die Ernährung der großen Masse des Volkes im Interesse einer Minderheit von Großgrundbesitzern zu verschlechtern.— Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Ohne Debatte wurde die schon gestern mtt- getheilte Resolution einstimmig angenommen. Im„Swinemünder G e s e ll s ch aft s h a u S" referirte Fräulein O t t i l i e B a a d e r. Die Rednerin wies darauf hin, daß die Fleischkost schon seit langem nicht mehr die Regel bei der Ar- beiterbevölkerung bildet und vielfach nur als eine seltene Delikatesse auf dem Tische der Proletarier zu sehen ist. Das liegt natürlich nicht daran, wie im Reichstage von Stumm geäußert wurde, daß die Arbeiter kein Fleisch essen wollen, sondern lediglich daran, daß das Einkommen der Arbeiterschaft den Fleischkonsum nicht oder nur in geringem Maße gestattet. Um der Fleischnahrung nicht ganz zu entbehren, sind viele Arbeiterftauen gezwungen, das perl- süchtige und finnige Fleisch, das durch die bekannten Mani- pulationen wieder genießbar, aber allerdings minderwerthia sei, zu kaufen. Die Rednerin erörtert sodann in. eingehender Weise die Nothwendigkeit der Fleischnahrung für die Arbeiter und verweist auf die außerordentlichen Nachtheile, die die Vertheuerung der noth- wendigsten Lebensmittel, wie Brot und Fleisch im Gefolge hat. An der Hand der Statistik tveist die Referentin sodann nach, daß der Rind- und Schweinefleischkonsum im letzten Jahrzehnt in Deutsch« land erheblich zurückgegangen, während er in Eirgland und Frank- reich wesentlich gestiegen ist. In derselben Weise hat sich der Ver- brauch des Pferdefleisches zu menschlicher Nahrung vermehrt, der Konsum von Kartoffeln und anderen minderwerthigen Lebensmitteln aber ganz, außerordentlich zugenommen. Nachdem die Rednerin noch in sehr treffender Weise die oft sehr sonder- baren Gründe der Viehsperren beleuchtet hatte, forderte sie die versammelten Frauen auf, Protest zu erheben gegen die Ver- theuerling der Lebensmittel durch Viehsperren und Zölle und er- suchte sie, getneinsam mit den Männern dahin zu wirken, daß die wirthschaftlichen und politischen Verhältnisse geändert werden und schließlich an stelle der privatkapitalistischen Gesellschaftsordnung die sozialistffche tritt, in der alle Menschen an den Genüssen der Kultur thcilnehmen können und die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen unmöglich ist. Eine Diskussion über den mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrag wurde nicht beliebt. Die Re- solution gelangte einstimmig zur Annahme. Nachdem die Vorsitzende die Frauen zum regen Besuch der Versammlungen aufgefordert hatte. erfolgte der Schluß der Versammlung mit einem kräfttgen Hoch auf die Sozialdemokratie. Der Wahlvercin für den dritten Berliner ReichötagS- Wahlkreis hielt am Mittwoch in den Zenttal-Festsälen in der Alten Jakobstratze eine Generalversammlung ab.— Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrten die Anwesenden das Ableben des letzthin verstorbenen Mitgliedes Hermann Kleinke durch Erheben von den Plätzen.— Hierauf erstattete Kräker den Bericht des Vor- standes, nach welchem im verflossenen Quartal zwei Versammlungen stattgefunden haben und der Verein einen Zuwachs von 49 neuen Mitgliedern zu verzeichnen habe. Der Vorstand gedenke auch ferner, wie'dies bereits schon einmal mit vielem Erfolg geschehen sei, zu den einzelnen Vereinsversammlungen Gästekarten auszugeben. Auch auf die Gratisverbreitung der Protokolle vom Stuttgarter Parteitag sei an dieser Stelle aufmerksam zu machen.— Es erfolgt nun der Bericht des Kassirers H a r n d t. Es waren hiernach zu verzeichnen an Einnahmen 893,58 M. und an Ausgaben 445,31 M., so daß sich ein Bestand von 448,27 M. ergiebt.— Im Namen der Revisoren erklärt Schröder die Abrechnung für richtig. Hoch bcan- tragt, von der Bestandsumme 259 M. zu Agitationszwecken zu verwenden; dieser Antrag wird angenommen.—. Neberaus beifällig aufgenommen wurde der nun folgende Vortrag von G u st a v K e ß l e r, der die verschiedenen Versuche zur Entrechtung der Arbeiter behandelte und dessen Ausführungen darin gipfelten, in der alten Taktik der revolutionären Sozialdemokratie weiter zu kämpfen gegen die von allen Seiten drohende große, reakttonäre Masse.— In der Diskussion ergreifen Fritz und Winter das Wort. Winter verbreitet sich über das Krankenkassenwesen und weist an der Hand der neuesten Polizeiverfügungen, die überall sozialdemokratischen Einfluß wittern, nach, wie man in allen Fällen, wo nur ein kleines bischen Selbst- Verwaltung ist, die Rechte der Arbeiter zu beschneiden suche.— In Vcreinsangelegenheiten beantragt Winter, in der nächsten Vereins- versammlnng die Diskussion über den Stuttgarter Parteitag fortzusetzen, der Antrag wird jedoch abgelehnt.— Mill arg möchte die im Parlament zur Erörterung gelangenden Sachen, wie Zoll- und Handelspolitik, mehr in den Wahlvereinen diskutirt wissen. Tie Graveure und Ziseleure nahmen in der Versammlung der hiesigen Filiale am 18. Oktober den Bericht der Vorstands- Mitglieder entgegen. An Einnahmen wurden im dritten Quartal mit einem vorhandenen Bestand 494,36 M. erzielt, dem 309,50 M. Ausgaben gegenüberstanden. Stattgefunden hatten im letzten Vierteljahr: 5 Versammlungen..5 Vorstands- und 3 Vertrauens« männer-Sitzungen. 39 Werkstätten sind durch 39 Vertrauensleute vettreten. Die Bibliothek wurde 62 mal benutzt. Die Abrechnung des letzten Stiftungsfestes ergab ein Defizit von 76,59 M. V = Eine Generalversammlung des deutschen Holzarbeiter: Iftand zunächst der Kassenbericht vom legten Quartal, der sich| Susath und Horft übernahmen die Revision. Für Marienfelde Verbandes, Zahlstelle Berlin, tagte am Mittwoch bei Keller in der folgendermaßen stellt: Einnahme vom 30. Juni bis 30. Sept. 1898 wurde Buchholz zum Vertrauensmann, Stein und Greulich Koppenstraße. Kunze legte zu Beginn der Sigung sein Amt als 2778,97 M., Ausgabe 2408,45 M.; mithin bleibt ein Bestand von zu Revisoren ernannt. Nachdem die Wahl der Lokalkommissionszweiter Bevollmächtigter nieder, da gegen seine Wahl per Afflamation 370,52 Mart. Der Bericht des Arbeitsvermittlers giebt Mitglieder vollzogen war, erfolgte der Schluß der Versammlung. protestirt wird. Er wird sofort wiedergewählt. Dann berichtet der folgende Uebersicht: Gemeldet wurden 289 Stellen. Davon Rendant Mieke über die Kassenverhältnisse. Die Hauptkasse schließt direkt Friedrichsberg. In der am 28. Oftober hier tagenden Partei228 Stellen, durch Kollegen 11 Stellen. Der versammlung des Kreises Nieder- Barnim erstatteten Pasewalt mit 10 070,05 m. Einnahme und 18 662,87 M. Ausgabe, darunter Branche nach wurden verlangt 102 Kutscher, 85 Hausdiener und und Gerstenberger als Preßkommissions Mitglieder Be3154 M. Streit Unterstützung. Die Lokaltasse hat eine Einnahme Bader, 22 Kohlenarbeiter, 28 Laufburschen, 1 Tischler und 1 Schneider. richt über ihre Thätigkeit während des verflossenen Jahres. bon 38 781,11 M. und eine Ausgabe von 4005,91 m. im Besetzt wurden für fest 84 und zur Aushilfe 21 Stellen. Wegen Ersterer betonte, nach Vorführung verschiedener Beschwerden legten Quartal zu verzeichnen; unter den Einnahmen sind nicht vorhandener passender Sträfte konnten 91 Stellen nicht vergeben und Streitfälle, daß ein zufriedenstellendes Verhältniß der Kom29 861,69 W. Bestand vom vorigen Quartal übernommen. werden. In 33 Fällen war der Lohn zu niedrig. Bei den besetzten mission mit der Redaktion des„ Vorwärts" bestanden habe, welches Die Unterstüßungstaffe hat eingenommen 516,25 Mart und aus Stellen betrug der Höchstlohn 22,50 M., der niedrigste 15 M., der ermöglichte, den Beschwerden und Wünschen der Genossen im weitesten gegeben 447,85 Mart. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Ren- Durchschnittslohn beläuft sich auf 19,20 m. Die Arbeitszeit schvantt Maße gerecht zu werden. Gerstenberger ergänzte verschiedene AusDanten Decharge ertheilt. Von den Versammlungen wurde berichtet, zwischen 17% bis herab auf 91/2 Stunden. Die Durchschnittsarbeitszeit führungen Basewall's und sprach den Wunsch aus, daß die Genossen daß die im Osten und Südosten besser besucht waren, wie die früheren, betrug 144 Stunden. Sonntagsarbeit wurde nur in 30 Fällen nicht für Erweiterung der Rechte der Preßkommission eintreten mögen. nur die Bautischler berhielten sich passiv. Die anderen Bezirke flagten verlangt. Bum nächsten Punkt: Anträge und Wahl von Delegirten Beide Kommissionsmitglieder wurden hierauf für ein weiteres über allgemeine Gleichgiltigkeit. Ma aß gab den Bericht über den zur Hauptversammlung in Kassel, bemerkte Schumann, daß der Jahr mit diesem Amt betraut. Nachdem Kopp darauf Arbeitsnachweis; bei 1212 gemeldeten Unternehmern konnten Bentralverband, trotzdem er erst eine zweijährige Thätigkeit hinter hingewiesen, daß Teltow- Beeskow und Niederbarnim je einen Dele603 Arbeitslose eingestellt werden. Die Streits verliefen meist sich habe, doch schon viele Vortheile für seine Mitglieder errungen girten in die Agitationskommission für die Provinz Brandenburg günstig für die Kollegen. Ungefähr 8000 Mitglieder zählt jetzt die habe. So wurden in Nürnberg, Fürth, Berlin siegreich Streiks entfenden könnten, denen auch das Stimmrecht jetzt zusteht, wird Bahlstelle. An stelle eines abgereisten Mitgliedes wird Ahrends durchgefochten, welche mit bedeutenden Lohnzulagen für die Berufs- Freiwald- Pankow als Vertreter Niederbarnims in die Agitationsals Ausschußmitglied gewählt. Das Streifreglement soll von angehörigen endeten. Sodann wurden Oertel, Wolff, fommission delegirt. Zum letzten Punkt, Bericht über den Parteitag, jezt ab der Geschäftsordnung angehängt werden. Glode Streitner und Schulz zu Delegirten für die General ergriff Gerstenberger das Wort. Leider war derselbe nicht in regt eine Meinungsäußerung über den Streit bei Fort, versammlung in Kassel gewählt. Sechs von der Berliner Orts- der Lage, sich seiner Aufgabe vollständig zu erledigen, da der überKretzschmar 1. Ko. an. Da die Firma bei vielen Meistern arbeiten verwaltung gestellte Anträge auf Abänderung des Statuts gelangten wachende Beamte um 2 ühr die Versammlung auflöſte; des Gottesläßt, misse berathen werden, ob hier die Arbeiter die Arbeit nieder- einstimmig zur Annahme. dienstes wegen dürfe nach 2 Uhr keine Versammlung mehr tagen. zulegen haben. Dabei kämen allerdings 600 bis 800 Kollegen in Frage. Für Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde tagte am Mehrere Diskussionsredner find für die Unterstützung der Streifenden 16. Oftober eine Versammlung, in der Genosse Grempe einen im Herrguth'schen Saale die regelmäßige Monatsversammlung des Adlershof. Am Donnerstag, den 20. Oftober, tagte hierselbst durch Niederlegung der für die Firma bestimmten Arbeit, da sich der Streit Vortrag über den Stuttgarter Parteitag hielt. Redner resumirte sozialdemokratischen Arbeiter- Bildungsvereins. Auf der Tagesordnung sonst in die Länge zöge. Die Arbeiter von Fort, Kretschmar u. seine Ausführungen dahin, daß man im allgemeinen mit den stand ein Referat von Mag Grempe über die Abschaffung der Komp. meinen, daß die Firma nicht auf die Dauer die höheren Arbeiten des Parteitages zufrieden sein könne. Nach kurzer Dis Todesstrafe. Der Referent entledigte sich feiner Aufgabe zu allPreise an die anderen Geschäfte bezahlen kann. Die Ortsverwaltung fuffion folgte der Bericht des Bertrauensmannes für Tempelhof gemeiner Zufriedenheit der anwesenden Mitglieder, so daß zu einer wird beauftragt, die Sache auch ferner zu verfolgen. Ein Antrag, mit einem alten Bestand betrug die Einnahme für das ver- Diskussi on fein Anlaß vorlag. Unter Vereinsangelegenheiten wurde den Streitenden aus der Lokaltasse die Verbandsbeiträge zu ersetzen, floffene Jahr 540,18 m. und die Ausgabe 514,30 M. Der beschlossen, in nächster Zeit die Sternwarte Treptow zu besuchen. wird angenommen. Vertrauensmann für Mariendorf hatte eine Einnahme von 146,73 M. Der Zentralverband der Handels, Transport- und Ver- und eine Ausgabe von 110,36 M. zu verzeichnen. Mit dem Bericht kehrsarbeiter hielt am 23. Oktober in den" Arminhallen" seine der Lokalkommission, sowie dem Bericht über die Kreistonferenz ordentliche Generalversammlung ab. Nach Eintritt in die Tages- erklärte sich die Versammlung einverstanden. Als Vertrauensmann ordnung gedachte der Bevollmächtigte mit einigen Worten des ver- für Tempelhof wurde Thiel, zu Revisoren Altmann, Apelt storbenen Mitgliedes Sengbiel, worauf sich die Versammelten zu und Vollmar gewählt. Für Mariendorf übertrug man das Amt hallen, Kommandantenftr. 20( Garten- Halle): Generalversammlung. PünktEhren desselben von den Plätzen erhoben. Auf der Tagesordnung des Vertrauensmannes dem Genossen Senger; Lehmann, liches Erscheinen unbedingt nothwendig. Arbeiter Bildungsschule. Freitag: Nationalökonomie ( Brundzüge der Wirthschafts- und Finanzpolitit, Gewerbe- Ordnung, Handelsginn der Vorlesungen pünktlich um 9 Uhr abends. politit, Steuerfragen); Vortragender: Schriftsteller Max Schipper. Be Arbeiter Samariter- Kolonne. Heute, abends 9 Uhr, in den ArminRabatt- Sparbücher eigener Methode werden morgen, Sonnabend, nachmittags von 5 Uhr ab vertheilt. Rein- Alumini Reichspatent. Zahnersatz Amtl. geschützt. J. Loewenberg, 163a Müllerstrasse 163a, Ecke Burgsdorfstrasse. Institut für Zahnleidende. chir. Dr. Herm. Heród, american. Dentist, dent. Elsasserstrasse 92, 1 Tr.( Rosenth. Thor) Behandlung aller Mund- und Zahnkrankheiten. Neu! Schmerzlose Zahnoperationen, Plomben. Patentamtl. Aluminium- Gebisse! geschützte Zahn- Ersatz ohne Gaumenplatte. Deutsches Reichspatent No. 9 Bestes System der Gegenwart. Federleicht und dünn. Unzerbrechlichkeit der Platte garantirt. Gebisse ohne Gaumenplatte! Deutsches Reichspatent No. 93 522. 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